Nr. 38. Die Hamburg, den 19. September 1891. Arbeiterin Zeitschrift für die Interessen der Frauen und Mädchen des arbeitenden Polkes. 1. Jahrg. Organ aller auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Vereinigungen der Arbeiterinnen. Eintracht macht stark Bildung macht frei! fat of Redaktion: Emma Jhrer, Velten( Mark).- Expedition und Verlag: Fr. Meyer, Hamburg, Rosenstr. 35. Erscheint wöchentlich einmal und zwar am Sonnabend. Annonzen pro Zeile 20 Pfennig. Vereine erhalten Rabatt. Abonnement pro Vierteljahr 1 Mark, Einzelnummer 10 Pf. Direkt per Kreuzband Mt. 1,40. Freunde und Freundinnen! Sorgt für die Verbreitung der Arbeiterin"! Zur Beachtung! Die nächste Nummer versenden wir ohne Ausnahme nur an Diejenigen, welche ihr Abonnementsgeld bezahlt haben. stb) Die Taktik der Partei. Sollte einer unserer Leser, der seinig Abonnement beim Kolporteur bezahlt hat, hierdurch in Mitleidenschaft gezogen werden, so bitten wir um Einsendung der Quittung, um das Weitere zu veranlassen. Die Expedition Berichterstatter A. Bebel. 4. Berathung des Programm- Entwurfes. Berichterstatter W. Liebknecht. 5. Berathung derjenigen Anträge der Parteigenossen, welche bei den voraufgehenden Punkten der Tagesordnung nicht bereits ihre Erledigung gefunden haben. in die gedruckte Vorlage, welche dem Parteitag unterbreitet wird und in der in§ 8 Abs. 2 der Parteiorganisation vorgeschriebenen Veröffentlichung Aufnahme finden. Die Adresse des Lokal- Komitees in Erfurt, bei welchem die Anmeldung der Vertreter stattzufinden hat, wird später bekannt gemacht werden. Mandats Formulare sind durch das Parteibureau dimde Berlin SW., Razbachstr. 9, wohin auch alle übrigen Zuschriften, Anfragen 2c. zu richten find, zu beziehen. 6. Wahl der Parteileitung und Bestimmung des Ortes, wo sie ihren Siß zu nehmen hat. Parteigenossen! Es bedarf keines besonderen Hinweises auf die Wichtigkeit des bevorstehenden Partei- Mit sozialdemokratischem Gruß tages. Die Thatsache allein, daß auf ihm die Programm- Revision, welche die Partei schon seit Jahren beschäftigt, zum Abschluß und ein neu formulirtes Programm zur Annahme gelangen soll, zeugt für die ( Fr. Meyer, Hamburg, Rosenstr. 35.) hohe Wichtigkeit, welche der Parteitag in Erfurt Aufruf Deutschlands! an die sozialdemokratischen Frauen und Mädchen für die Entwicklung der sozialdemokratischen Bewegung in Deutschland haben wird. Der Parteitag ist die oberste Vertretung der Partei. Dort ist der Play, wo alle Wünsche und Beschwerden von den Vertretern der Gesammtpartei eine den Partei- Interessen entsprechende sachgemäße Würdigung und Beurtheilung finden werden. Nachstehend veröffentlichen wir den vom Partetborstand erlaffenen Aufruf zur Beschickung des Parteitages in Erfurt, mit dem besonderen Hinweis, daß es Gemäß der Bestimmungen unserer Partei- Orgader Forschritt der Frauenbewegung dringend erheischt, nisation*) ersuchen wir die Parteigenossen, welche daß diefelbe durch Delegirtinnen möglichst zahlreich die unten angegebene Adresse des Parteivorstandes daß dieselbe durch Delegirtinnen möglichst zahlreich Anträge an den Parteitag stellen wollen, dieselben an bertreten ist. In diesem Sinne fordern wir auch die Genossen auf, gebührende Rücksicht auf die Frauenbe- einzusenden. Ta vor der Veröffentlichung erst eine wegung zu nehmen, da ohne diese die Sache des ge- Ordnung und Sichtung der Anträge nothwendig ist, fammten Proletariats nicht gefördert werden kann und so find die Antragsteller gebeten, mit der Einsendung von den 3 Vertretern, die ein jeder Wahlkreis zu entvon Anträgen nicht bis zur letzten Stunde zu warten, fenden berechtigt ist, eine weibliche Person zu delegiren. sondern dieselben bis spätestens Mittwoch, den Die Wahl muß natürlich in öffentlichen Volksver.eptember, an den Parteivorstand gelangen zu sammlungen erfolgen, da Frauen in den politischen Wahlvereinen feinen Zutritt haben. Die Redaktionen ber Arbeiterblätter werben ebenfalls ersucht, hiervon der Arbeiterblätter werden ebenfalls ersucht, hiervon Notiz zu nehmen. Parteigenollen! 30. Besonders machen wir noch darauf aufmerksam, daß auch solche Anträge zum Partei- Programm, welche bereits in der Parteipresse zum Abdruck gelangt find oder in den nächsten Wochen etwa veröffentlicht werden, in einer zur Verhandlung geeigneten Formulirung an uns eingesandt werden müssen. libed Nur diejenigen Anträge, welche rechtzeitig und birekt an den Parteivorstand eingesandt werden, können In unserer Bekanntmachung vom 3. Juli d. Js., welche die Veröffentlichung des Programmentwurfes enthielt, war als vorläufiger Termin für den diesjährigen Parteitag der 10. Oktober in Aussicht genommen. Mittlerweile ist nun der Tag für die säch§ 7. Alljährlich findet ein Parteitag statt, der von der *)§ 7. Alljährlich findet ein Parteitag statt, der von der fischen Landtagswahlen bekannt geworden und werden Parteileitung einberufen ist. dieselben am 13. Oktober stattfinden. Von Seiten der sächsischen Genossen ist deshalb angeregt worden, den Parteitag um einige Tage zu verschieben, damit unsere Genossen Gelegenheit haben, bis zum letzten Augenblick ihre sämmtlichen agitatotischen Kräfte im Dienste der Wahlbewegung ausnüßen ju können. Bei der Bedeutung, welche die sächsischen Landtagswahlen für unsere Partei haben, glaubte die Parteileitung den Wunsch der Genossen berücksichtigen zu sollen und berufen wir deshalb den Parteitag auf: Mittwoch, den 14. Oftober nach ut Erfurt in das Lokal zum Kaiser. Saal, Futterstraße, ein. Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Mittwoch, 14. Oktober, Abends 7 Uhr, Vorverfammlung. Ronstituirung des Parteitags. Festseßung der Geschäfts- und Tagesordnung. Wahl einer Kommission für die Prüfung der Vollmachten. Donnerstag, 15. Oktober und die folgenden Tage: 1. Geschäftsbericht des Parteivorstandes. Berichterstatter: J. Auer. 2. Bericht der Kontrolleure durch G. Schulz. 3. a) Die parlamentarische Thätigkeit der Reichs tags- Fraktion. Berichterstatter H. Molkenbuhr. 1 Hat der vorhergehende Barteitag über den Drt, an welchem der nächste Parteitag stattfinden soll, keine Bestimmung ge troffen, so hat die Parteilung mit der Reichstags- Jertretung hierüber sich zu verständigen. § 8. Die Einberufung des Parteitages muß spätestens vier Wochen vor dem Termin der Abhaltung desselben durch das offizielle Partei- Organ mit Angabe der provisorischen Tagesordnung erfolgen. Die Einladung zur Beschicklung des Parteitages ist mindestens dreimal in angemessenen Zwischenräumen zu wiederholen. Anträge der Parteigenossen für die Tagesordnung des Parteitages sind bei der Parteileitung einzureichen, die dieselben spätestens zehn Tage vor der Eröffnung des Parteitages durch das offizielle Partei Organ bekannt zu geben hat. § 9. Der Parteitag bildet die oberste Vertretung ber Partei. Zur Theilnahme an demselben sind berechtigt: 1. die Delegirten der Partei aus den einzelnen Wahl. freisen, mit der Einschränkung, daß in der Regel fein Wahlkreis durch mehr als drei Personen vertreten sein darf. des Wahlkreises Frauen sich befinden, können weibliche Insoweit nicht unter den gewählten Vertretern des Wahlkreises Frauen sich befinden, können weibliche Vertreter in besonderen Frauenversammlungen gewählt werden; do Berlin, 5. September 1891. Der Parteivorstand. Die Ammenfdimadi. Gott Moloch fordert seine Opfer in mannigfacher Gestalt seit den Tagen, als das phönizische Handelsvolk ihm zuerst Tempel erbaute, mag sich die Form des Molochsdienstes auch verändert haben. Wie manche deutsche Mutter, wenn sie schaudernd davon liest, wie dereinst dem gierigen Gotte Kinder zu martervollem Sterben auf die glühenden Arme gelegt wurden, während die Mütter thränenlosen Auges so erheischte es das - der Todesqual ihrer Kleinen zuschauen Priestergebot pressen, sich glücklich preisend, daß sie in einem menschmußten, mag ihre eigenen Lieblinge fester an sich lichen Zeitalter lebe; unfaßbar dünft es ihr, daß Gottesdiener solche Greuel üben und Müttern deren Duldung abängstigen konnten. Doch während so von schönem Born ihre zarte Brust erbebt, denkt sie nicht daran, daß sie selbst vielleicht noch jüngst dem modernen Moloch Rapitalismus zu ähnlichen Opfergenüſſen verholfen hat. zu können, hatte sie eine andere von bitterer Noth bebrängte Mutter als Amme gedungen, gleichgültig dagegen, daß die Entziehung der Muttermilch und Mutterpflege das Ammenkind der Verwahrlosung, dem Verderben preisgiebt. Freilich nicht einem raschen, grausamen Tode in Molochs Armen, sondern langsamer Verkümmerung, die häufig zum frühzeitigen Tode, immer aber zur Min derung der Lebenskraft führt, sind die Ammentinder preisgegeben. Zu Tausenden, zahlreicher, als sie je dem phönizischen Moloch dargebracht wurden, erzwingt sich alljährlich der moderne Moloch Kapitalismus dieſe Kinderopfer durch seine Handmagd, die Noth. Und Begleiterscheinungen der Ammenschmach ist nicht minder dieses tausendfältige Kinderopfer mit allen den übrigen als die Hinopferung jener Kinder, welche im zarten Alter in das Räberwerk des Industrialismus gerathen, ein trauriger Schandfleck unserer vielgepriesenen Zivilisation, ein um so traurigerer, da die Hauptschuldigen, die ammenmiethenden Frauen der wohlhabenden Klassen, ganz unempfindlich sind für das Schmachvolle ihres Treibens. Ja, sie brüsten sich obendrein mit dieser unweiblichen Ausbeutung der Noth ihrer Mitschwestern. Als Spreewäldlerinnen aufgepußt, oder in sonst einem affigen Phantasiekostüm müssen die armen Wesen, die zu der unwürdigen Rolle einer milchenden Lohnstlavin verdammt sind, hinter der gnädigen Frau auf der Promenade herziehen, damit die Nachbarinnen neiderfüllt fich zurgunen: Seht, da ist die Frau Soundso; die braucht ihr Kind nicht selbst zu nähren; die kann sich eine Amme halten! oth doing Aber sind denn die Ammen nicht selbst ganz zu2. die Mitglieder der Reichstags- Fraktion; 3. die Mitglieder der Parteileitung. Die Mitglieder der Reichstags- Fraktion und der Parteileitung haben in allen die parlamentarische und die geschäft liche Leitung der Partei betreffenden Fragen nur berathende Stimme. Der Parteitag prüft die Legitimation seiner Theilnehmer, wählt seine Leitung und bestimmt seine Geschäftsordnung selbst. frieden mit ihrem Loose? Betrachten sie es nicht als ein Glück, wenn sie eine derartige gut bezahlte Stellung erhalten können? Waren sie doch fast durchweg unverheirathet Mutter geworden, und da fiel es ihnen überhaupt schwer mit ihrem Kinde sich anderweit eine Unterhalt gewährende Beschäftigung zu verschaffen. arbeitende Volt in Stadt und Land für diese Forderung bulbar ein tiefes Verständniß. Sie sucht ein Bedürfniß zu bemen friedigen, welches die Eltern seither mit banger Sorge g belastet. Die größere Zahl des arbeitenden Voltes ulrä fann seinen Kindern nur eine mangelhafte, in vielen en U Fällen sogar gar keine Erziehung angedeihen lassen. Die Soll Kinder wachsen ohne Anleitung und Beaufsichtigung ens heran. Die Karakterausbildung hängt rein vom Zufall ischen ab, von der Gesellschaft und dem Umgang, dem die Unt Kinder zufällig in die Arme getrieben werden. Gen Hausstlaven, nicht freie, gleichberechtigte Genoffen der Männerwelt. Sklaven mit Sklavensinn sind aber immer die hartherzigsten Sklavenvögte für ihre Untersklaven. So gilt es denn, auch diese Sklaven wachrütteln, ihnen die Augen öffnen für die Noth ihrer Mitschwestern, für die Schmach ihres eigenen Melochsdienstes. Und wenn dann dereinst mit allen männlichen Sklaven auch die weiblichen Sklaven unserer kapitalistischen Gesellschaftsordnung sich frei gemacht haben von deren Fesseln, wenn die Zeit sich erfüllt, die nicht Herren mehr kennt und nicht Knechte, dann wird man auf die Ammenschmach des heutigen barbarischen Zeitalters mit eben solchem Abscheu zurückblicken, wie jezt auf den Kannibalismus oder auf Phöniziens kinderverschlingenden Molochsdienst. Nun, mit dem nämlichen Rechtfertigungsversuch könnt ihr auch die Prostitution vertheidigen! Zuerst bringt ihr durch eure verdrehten gesellschaftlichen Zustände ein unglückliches Weib dahin, daß sie, von aller Welt verfehmt und der bittersten Noth preisgegeben, es als eine Rettung betrachtet, ihren eigenen Leib, Gesundheit und Leben ihres Kindes dem Meistbietenden verkaufen zu können, und dann schläfert ihr euer Gewissen damit ein, da die Nothsklavin ja freiwillig diese euch nüßliche und wohlgefällige Hinopferung übernimmt; ja, ihr bildet euch wohl gar ein, ihr eine Wohlthat zu er= weisen, wenn ihr das Opfer gegen gute Bezahlung anzunehmen geruht! Wenn es überhaupt noch nothwendig ist, bei den Frauen unserer guten Gesellschaft das individuelle weib liche Mitgefühl für die Leiden ihrer ärmeren Schwestern zu erwecken, so erscheint es ganz aussichtslos, zu hoffen, daß sie Rücksicht auf das Gemeinwohl nehmen. Sind fie doch durch unsere höhere Töchter"-Erziehung geistig und sittlich derart ausgemergelt, daß ihnen der in Deutsch land so wie so erschrecklich rare Gemeinsinn gänzlich abhanden gekommen ist. Was scheert es fie, daß das Ammenurwesen die Rassenverschlechterung eines Voltes verschultet! Es sind vorzugsweise schwächliche Kinder schwächlicher Eltern, die durch Ammenmilch großgesäugt werden und es sind immer kräftige Weiber dafür sorgen schon die als Mittelsmänner zu Rathe gezogenen Hausärzte, welche aus Noth die Aufsäugung übernehmen. Aber welchen natürlich empfindenden Menschen empört es nicht, wenn er sieht, wie ein solches blühendes Weib, geschaffen, ein gesundes und kräftiges Geschlecht zu gebären und großzuziehen, sich dazu hergeben muß, die Nachkommenschaft irgend eines physisch und moralisch verkommenen Börsenjobbers oder Staatshämerrhoidarius und deren hysterischer Ehehälften aufzusäugen, während ihr eigener lebenskräftiger Sprößling daheim bei ungenügender Nahrung und Pflege verkümmert. Die Kindererziehung. Die Eltern müssen beide von früh Morgens bis orderu Abends in der Fabrik oder auf dem Acker um des n bef Lebensnothdurft hart und angestrengt arbeiten. Der Aus Vater sieht seine Kinder mitunter die ganze Woche nicht.nen. Theils arbeitet er entfernt von Hause, geht Montags Die früh weg und kehrt Sonnabends erst wieder heim, bei Jug größeren Entfernungen sind die Fristen der Abwesenheit iefelbe noch ausgedehntere, oder aber er sieht die Kinder wäheinen rend der Mittagspause oder nach Feierabend, ist dann aturkr aber so abgerackert, daß er gerne froh ist, wenn er hend von den Kindern so wenig wie möglich belästigt wird. jelber Kann da von einer Kindererziehung die Rede sein? lismu rer e 6, me gelne unferem Boltes burch b Die eina es Bol teidot, gramm In den Städten ist durch Wohlthätigkeitsanstalten lassun wenigstens für die Kinder der Aermsten der Armen ehren. bis zu dem schulpflichtigen Alter für Unterkunft gesorgt. Auf dem platten Lande fehlt aber auch diese Fürsorge. We Hier sind die Kleinen der Obhut einer alten Muhme oder der älteren Geschwister überlassen. Die Kinder rogra wachsen fast in dem Zustand der Verwahrlosung auf. Die Sterblichkeit der Kinder in den ersten und speziell im ersten Lebensjahre ist eine große. Die Kinder gehen zu Grunde, weil sie der Wartung und Pflege, deren sie so dringend bedürfen, nicht theilhaftig werden. Gegenüber der Sorge und der Pflicht, Brod für die Angehörigen zu schaffen, müssen alle anderen Rücksicht in den Hintergrund treten. An eine Erziehung ihrer Kinder haben viele Eltern überhaupt keine Zeit zu denken. Ja, wir gehen noch weiter. Wir behaupten sogar, daß sehr viele Eltern, selbst wenn sie Zeit hätten, nicht bie Fähigkeit befißen, Kinder zu erziehen. Die Kinderer ziehung ist eine Kunst, die gelernt sein will, die nicht allen Eltern so ohne Weiteres zufällt. Wo sollen aber die Arbeiter diese Kunst erlernt haben, sie, die ihr ganzes Trachten darauf richten müssen, durch angestrengte Thätigkeit die nothwendigsten Lebensbedürfnisse zu er schwingen. Unter solchen Umständen ist es eine unab weisliche Pflicht des Staates Fürsorge zu treffen, die Erziehung des heranwachsenden Geschlechtes von ihm übernommen und ausgeführt wird. Der Unterricht der Kinder ist wohl ein wesentlicher Bestandtheil der Erziehung, nicht aber erschöpft er das Wesen derselben. Der neue Programm- Entwurf fordert den zwangsweisen Besuch der Volksschule und das mit Recht. Jeder Reichsangehörige ohne Unterschied des Jeder Reichsangehörige ohne Unterschied des Geschlechts soll nach Erledigung der Schulpflicht, das Maß von Wissen in sich aufgenommen haben, welche der Plan der Volksschule vorschreibt. Da ferner vorschreibt. Da ferner die Unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lehrmittel an allen öffentlichen Bildungsanstalten gefordert wird, so ist damit wenigstens die Zulässigkeit Jedermanns zu den höheren Bildungsanstalten ausgesprochen, wenn er oder seine Eltern im Stande sind, den Lebensunterhalt während der Studienzeit aufzubringen. Aber wie viele Arbeiter sind im Stande ihren Kindern die Mittel des Unterhalts zu bieten, Studien an höheren Lehranstalten, selbst bei freiem Unterricht und Unentgelt, lichkeit der Lehrmittel, zu absolviren? Verteufelt wenig! So wie jezt die Programm- Forderung lautet, wird fie in ihrer Verwirklichung nur noch die privilegirte Stellung der besitzenden Klassen stärken. Dieselbe wird fich gern die Unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lehrmittel gefallen lassen. Die arbeitende Klasse aber hätte das Nachsehen, wird nicht auch die Erziehung der Kinder durch den Staat bez. die Gemeinde gefordert. Wenn in dem folgenden Punkt die Erziehung zu allgemeiner Wehrhaftigkeit", die Erziehungspflicht des Staates bez. der Gemeinde ausgesprochen sein soll, so scheint uns der Passus nicht glücklich gewählt. Denn es gewinnt dann den Anschein, als wenn die Wehrhaftig keit des Volkes der höchste Staatszweck sei, dem alle Einrichtungen des Staates unterzuordnen und anzu passen seien. Aber, so wird der Haupteinwand der wohlfituirten Familienmütter lauten, sollen wir nicht das Recht haben, unser eigenes Kind, das selbst zu nähren wir zu schwach find, durch Ammenmilch am Leben zu erhalten, wenn wir Ammenmilch bezahlen können? Nein und tausendmal nein, das Recht habt ihr nicht! Das Recht habt ihr nicht, weil das Leben eueres Kindes erkauft werden muß durch die Hinopferung oder Verkümmerung eines anderen Kinderlebens. Könnt ihr euere Rinder nicht selbst nähren, dann steht euch Thiermilch zur Verfügung, dann bieten euch ärztliche Kunst und Wissenschaft Auskunftsmittel die Hülle und Fülle. Reichen auch die nicht hin zu dem gewünschten Zweck. kann all' euer Geld dem lebensunfähigen Rinde die Lebenskraft nicht verschaffen, dann fügt euch in das unvermeidliche Schicksal, es sterben zu sehen, aber entwürdigt nicht eine andere Mutter zum milchgebenden Säugethier, tödtet nicht ihr Kind, damit euer Kind lebe! Wahrlich, die ihr das dennoch thut, ihr handelt unfittlicher, schmachvoller, als ein unseliges Weib, das in bitterer Noth sich prostituirt. Sie schändet nur ihren eigenen Leib, ihr aber kauft die Schande einer anderen Mutter und mordet ihr Kind. Lächelnden Antliges, als ob ihr ein gutes Werk thätet, opfert ihr es dem fühllosen, gierigen Moloch Kapitalismus! baj anoni ben urch je Зи F le n Die ognent Blatt, aben, urchaus B " Mä tag Greitag agen ausber Besicht Righan nb ift Hau in fein Blangt. Es ist sogar hohe Zeit, daß der Staat an diese seiner harrenden Aufgabe herantritt. Durch die über mäßige lange Arbeitszeit, die dem arbeitenden Volle nur einen färglichen Lohn gewährt, der nicht ausreicht, die Lebenshaltungskosten einer Familie auskömmlich zu bestreiten, wird die Arbeiterklasse degenerirt, sie geht in ihrer Widerstandsfähigkeit zurück, und damit leidet auch die Wehrhaftigkeit des Landes. In diesem sammenhang fönnten wir wohl aus der Verpflichtung des Staates, das Volk zur allgemeinen Wehrhaftigkeit zu erziehen, die Erziehungspflicht überhaupt ableiten. Dieser Erziehungspflicht ist aber mit der nnentgeltlichen Gewährung des Unterrichts und der Lehrmittel nicht genügt. Viele Rinder, welche die Volksschule besuchen, kommen zum Unterricht nur halb gesättigt, wenn nicht gar hungrig. Wo soll da die nöthige Aufmerksamkeit und Lernbegierde herkommen? Oder wie es vorgekommen ist, daß die Kinder, wie vornehmlich in der Haus, industrie, übermäßig mit zur Arbeit herangezogen werden, so daß sie vor Müdigkeit und Schlaffheit dem Unter richt nicht zu folgen vermögen und schließlich auf Wenn es eine unserer gegenwärtigen Forderungen ist, unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lehrmittel zu verlangen, so dürfen uns diese schönen Sachen nicht als die Aepfel des Tantalus vorgauckeln, sondern sie müssen uns auch erreichbar sein, und das sind sie erst wenn die Erziehung und damit auch die Ernährung unserer Kinder durch den Staat bez. die Gemeinde offen steht. Die Erziehung zu allgemeiner Wehrhaftigkeit kann nur ein Zweig, eine Abtheilung der allgemeinen Erziehung darstellen. Lächelnden ziehung darstellen. Da aber dieser Zweig der allgemeinen Erziehung schon nicht in dem Familienverband ausgeführt werden kann, so halten wir auch den Staat bez. die Gemeinde für verpflichtet, für die Erziehung der Jugend im allgemeinen Sorge zu tragen. Das solches in dem Programm nicht offen ausgesprochen werden soll, dafür sehen wir einen Grund als vorhanden nicht an. Die Forderung der allgemeinen Jugenderziehung durch den Staat bez. die Gemeinde, hat sogar einen hohen agitatorischen Werth. Trotz aller Verdächtigungen und Verdrehungen der Gegner, hat das Doch wir wollen nicht zu hart ins Gericht gehen mit den Frauen unserer guten Gesellschaft; sie wissen nicht, was sie thun. Dumpfen Sinnes leben sie dahin, fühllos für die Leiden des Volkes, dem sie sich nicht zurechnen, die Gedanken nur gerichtet auf Buß und Tändeleien, denn zu solch einem Zierpuppen- Dasein hat fie die kapitalistische Gesellschaftsordnung erzogen. Sind sie doch selbst häufig nichts weiter als die Lust- und Einfache und feine Leute. Von Jul. Felder( J. Altmann).moda ( Nachdruck verboten.) Der Zwed war erreicht. Noch drei Konzerte ver langte und erhielt die Stadt. Suschen hatte ihre Suschen hatte ihre Schuld an Stefano bezahlt, und alle drei Betheiligten nahmen noch einen ganz hübschen Ueberschuß mit, als sie ihren Sommeraufenthalt verließen; denn für die legten brei Konzerte war der gefeierten jungen Künstlerin das Lokal unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden. ber aber Lei Jugeb e Lu etslo De onbern Nemlich e Gef ber be efteiger Die mir Tochter der Susanne nicht neu, nicht überaschend, es verdroß sie und störte ihre Freude: Während des Gesanges war wohl alles hingerissen, das galt also der Stimme der Künstlerin, aber die Art, wie die Herren mit ihr während des Abendessens sprachen, sie be trachteten, sagte nur zu deutlich: Wärst du auch stumm oder stockdumm, bei deiner Erscheinung käme es nicht darauf an. it, ichr 216 em mi Son b fert Auf des Meisters Rath ließ fie fich gleich in B. einige Kostüme verfertigen, und nicht wenig erstaunt Sie hatte sich recht herzlich gefreut, als fie fich war Mutter Susanne, als die vornehm schöne junge im großen Spiegel der Frau Leber angesehen; sie wat rechnen: er trat mit ihr zusammen auf die Estrade, Dame in elegantester Reisekleidung, die sie mit solcher wirklich während des Sommers sehr hübsch geworden, ( 3. Fortsetzung.) Der Beifallssturm schien sich nicht legen zu wollen, die in der Menge entfesselten Elemente brauchten Zeit, sich wieder zu beruhigen; aber dem Rathe ihres Lehrers gemäß durfte sie dem stürmischen Verlangen, sie möge noch einmal singen, nicht nachgeben. D, er wußte zu eintrat, erklärte Stefano, er dürfe im Interesse seiner Schülerin nicht zugeben, daß sie sich beim ersten Auftreten überanstrenge. Gregor spielte noch ein Soloftück, wie es im Programm angekündigt. Was war das? Stefano traute feinen Ohren nicht. Wo nahm der Junge das her?" Weich und klagend, mit tiefinnigem Gefühl und seltener Reinheit spielte er das Stück, das der Allte ihn schon so oft recht mittelmäßig hatte heruntergeigen hören. Di fie allen L Be ahlreic Sofft pradh Offentli Der b Teichem Saftwin Begenü Stellun gende fertigen ärgerte es fie fast: Also wenn ich nicht hübsch wäre, Glänzender Erfolg lohnte Schülerin und Meister würden sie sich um meinen Gesang nicht fümmern! auch beim ersten Auftreten Suschen3 in ihrer Heimath- Ich will aber darum gerade bewundert werden, von ftadt. Das Konzert hatte im Saale des Leberschen mir soll man nicht wie von der Collini sagen, sie hat Er wußte nicht, oder ahnte der alte Schlaufopf, daß es das Verbluten eines unbewußt liebenden und jetzt alle Hoffnung verlierenden feurigen Jünglingsherzens war. zuflog und sie in ihr ihre kleine Suse wiedererkannte. Hotels stattgefunden, und Frau Leder, stolz auf die Ehre, die Gefeierte mit Du" anreden zu können, da fie fie von Rindheit auf kannte, veranstaltete ihr zu Ehren ein Souper, dessen Kosten die Herren Offiziere schon tragen würden, da sie außer den von der Wirthin aufgstellten Weinen der lieblichsten aller Wittwen ,, Cliquot" in nicht enden wollendem Entzücken zuzusprechen gewohnt seien. konnte ihre Stelle nur, weil sie ein schönes Weib!" Frau Leder war mehr als zufrieden mit dem fie jedoch nicht umhin Suschen zu machen, ſie ſei bod aber auch nicht ein bischen liebenswürdig gegen die Herren gewesen, und sonst war fie doch so luftig uiemals blöde oder spröde. Logem Organs Borgend buffet cuf 110 Die Ste Interiti Omo thu Drgan, Berfüg betenne ten in tinnen 15fache Laffen, Auftra Mutter Suſanne schwieg. Sie war glücklich. Und Suschen wurde mit Blumen überschüttet und das, was Frau Leder tabelte, trug nicht wenig zu Herr Assessor, als langjähriger Kunde ihrer Mutter, ihrem Glücke bei. Suse war ein gescheidtes Mädchen, hatte in seinen Blumenstrauß einen köstlichen Perl- viel gescheidter als ihre Mutter gewesen. schmuck hineinlegen lassen. Die junge Künstlerin war unaussprechlich glücklich. Gins aber berührte sie höchst unangenehm, es war ihr, dem Kinde des Volkes, der Eigentliches Talent besaß Gregor kaum, aber musikalisches Gefühl schien seine Seele zu sein; das war's auch gewesen, was den braunen Burschen so mächtig angezogen, als er zuerst Suschen hatte fingen hören. ( Fortsetzung folgt). im Ga an bas Stebner ung bulbant sanft entschlummern. Oder die Kinder be men in mangelhafter Kleidung, verschlissenem Schuhorge g, Winters frierend und zähneklappernd in die lfes hulräume, feuchen und husten, daß an einen geordelen en Unterricht gar nicht zu denken ist. Die Soll unsere Jugend auf eine höhere Warte des ung fens gehoben werden, so muß, so lange die kapitafall ischen Produktionsverhältnisse bestehen, die Sorge für bie Unterhalt und die Erziehung von dem Staat bez. Gemeinde übernommen werden. Wer sich dieser bis orderung widersetzt, ist kein Freund des Volkes, sondes en beslissen, dasselbe in Unwissenheit zu erhalten, um Der Ausbeutung desselben ungehinderter betreiben zu icht.nen. ags bei Die Vertreter des Kapitalismus stehen der Forderung Jugenderziehung durch den Staatfeindlich gegenüber. heit iefelben haben kein Interesse an der Hebung der allgeäheinen Volksbildung Ihre, auf die Ausnutzung der annaturkräfte berechneten Lehrmethoden, haben ihnen auster ichende Hülfskräfte bereits geliefert. Ein gut Theil irb. selben ist schon überschüssig und fällt dem Kapilismus läftig. Der Kapitalismus hat keine VerIten lassung die Zahl der gebildeten Unzufriedenen zu vermen ehren. Deshalb darf die arbeitende Klasse nur rgt. rer eigenen Kraft vertrauen, ihre Befreiung muß rge. Werk der Arbeiterklasse sein. hme f. der ege, bie Die Die Möglichkeit der Verwirklichung der einzelnen iber rogrammpunkte hängt nicht von dem Entgegenkommen 46, welches wir von der Kapitalistenklasse füglich bei unb nzelnen Forderungen erwarten könnten, sondern von ferem Einfluß, den wir auf die breiten Schichten des Boltes gewinnen. Und dieser Einfluß wird bedingt en. urch das Verständniß und die Aufnahme, deren sich einzelnen Forderungen seitens dieser breiten Schichten Boltes zu erfreuen haben. Soweit unsere Erfahrung icht, hat aber kaum ein anderer Theil unseres Profen. amms eine freundlichere Aufnahme und klareres Verbaß indniß bei den Arbeitern in Stadt und Land gebie unden, als die Forderung: Erziehung der Jugend errch den Staat bez. die Gemeinde. Behalten wir ichte Forderung bei. ter ber ibr gte ers ab: раб Jon efe pet fte dit, gu ebt bet Bu ng efe Dienstboten- Loos. Ueber die empörende Behandlung eines erst 16 Jahre zählenDienstmädchens seitens ihrer in der Schloßstraße in Steglit hnenden Herrschaft, wird dem„ Teltower Kreisblatt", ein att, das über jeden Verdacht der Arbeiterfreundlichkeit erben, also in den Augen der ordnungsliebenden" Elemente rchaus glaubwürdig ist, aus genanntem Orte geschrieben: Bom frühesten Morgen bis Nachts um 12 Uhr sieht man Mädchen im Joch, und Nachts so in der Nacht zum tag um 12 Uhr wird dasselbe noch unbarmherzig gelagen. In dieser Nacht fielen die Schläge so verb, daß andere ausbewohner in ihren Betten dieselben hörten; auch zeigte das ficht des Mädchens am Freitag Morgen die Spuren schwerer ißhandlung. Und diese Behandlung erfährt das Mädchen von Hausfrau. Das bedauernswerthe Mädchen zählt erst 16 Jahre ist eine jeden Schuzes entbehrende Waise aus Schlesien. seinen Dienst ist das Mädchen durch eine Vermietherin langt." Leider unterläßt es das Blatt, den Namen der Herrschaft Jugeben. An den Pranger mit dieser Gesellschaft, damit ihr Lust zur Fortsetzung der Mißhandlung eines schutz- und chtslosen armen Mädchens vergeht! Feit en. Sen cht en, dit eit ent 18 en ers Det er es er ent e m ht It 11, 19 e, 1! t m te ch ie 9 P 11 Derartige Zustände gehören feineswegs zu den Ausnahmen, nbern sind, wie zahlreiche Gerichtsverhandlungen beweisen, emlich weit verbreitet. Sie erklären sich daraus, daß die durch e Gesindeordnung geschaffene Rechtlosigkeit des Gesindes gegener der Herrschaft den Uebermuth der Herrschaften ins Maßlose teigert hat. Mit der Abschaffung der Gesindeordnung, auf wir wohl, so lange die jetzt herrschende Partei noch am Ruder schwerlich rechnen dürfen, würde das sehr bald anders werden. Aber selbst bei dem Fortbestehen der Gesindeordnung, mit em wir vorläufig doch immer noch zu rechnen haben, würde Gon durch eine bloße Organisation der Dienstboten vieles gesert werden. Eine solche würde hinreichend Aufklärung unter Dienstboten verbreiten und ihre Selbstachtung erhöhen, so fie sich eine so empörende Behandlung überhaupt nicht geTallers en ließen. Bur Kellnerinnen- Bewegung. Berlin. In der fünften Kellnerinnen- Versammlung, welche ahlreicher als sonst von Kellnerinnen besucht war, führte Frau Sofstetten den Vorsiz. Referentin war Frl. Dmoch. Dieselbe rach über die Lage der Kellnerinnen, welche nunmehr auch Offentlich allgemein bekannt sein dürfte und geißelte dabei beson ders das Agentenunwesen. Ihre Ausführungen wurden mit teichem Beifall belohnt. Dann wurde gegen das Verhalten des Saftwirths Herzberg, welcher der Kellnerinnenbewegung skeptisch gegenüber steht, Protest erhoben. Hierauf versuchte der Vorhende des Vereins der Gastwirthsgehülfen, Herr Thomas, die Stellung der Kellner gegen ihre weiblichen Kollegen zu rechtfertigen. Es sei den Kellnerinnen materielle Unterstüßung in Jobem Maße bewilligt worden. Eine Aenderung im Kopfe des Organs Der Gastwirthsgehülfe" könne aber entschieden nicht Borgenommen werden. Der Verein der Kellner sei Dank der buffe der Berliner Arbeiterschaft in 3/4 Jahren von 500 bereits uf 1100 Mitglieder gestiegen, das Organ habe 1800 Abonnenten, Die Rellnerinnenbewegung fönne aber nicht mehr als bisher Interstützt werden, weil der Verein noch mit sich selbst zu viel thun habe(!!) Gegen diese Ausführungen wendete sich Frl. Omoh, welche es u. A. unbegreiflich fand, wie einerseits ein Organ, feine Spalten theilweise der Kellnerinnenbewegung zur Berfügung stelle, jedoch sich nicht als Drgan derselben Bewegung betennen wolle. Nachdem Frau Gubela das Unwesen der Agen ten in Bezug auf das Verborgen von Kleidern an die Rellnes 15fache des ortsüblichen Preises der Kleidungsstücke sich bezahlen tinnen Laffen, gegen Wucherprozente, in Folge dessen sie oft das 10 bis gegeißelt hatte, ergriff Herr Lallinger das Wort, um im Gastwirthsgewerbe die von der genannten Kaffenverwaltung an bas Stebner Polizeipräsidium gerichtete Petition zu vertheidigen. Der schilderte eingeheud die Ueberhandnahme der Krankheiten und griff die im Gastwirthsgehilfen" veröffentlichte Kritik der Petition scharf an. Herr Ebert, Redakteur des„ Gastwirthsgehilfen", führte dagegen aus, daß Niemand von der Ortskasse an die Vertretung des von Herrn Salinger als einflußreich anerkannten Organs oder an den Vorstand des Vereins der Gastwirthsgehülfinnen sich vorher gewandt habe. Ebenso sei es zu tadeln, daß die betreffenden Herren erst jest mit ihrer Petition kommen, nachdem die Bewegung seitens der Arbeiterschaft in Fluß gebracht sei. Gegen die Ausführungen des Herrn Thomas wandte Redner ein, daß er, so lange er noch Redakteur des Vereins der Gastwirthsgehülfen sei, auf eine spezielle Erwiderung sich nicht einlaſſen könne. An seiner Stelle sprach dafür Genosse Gründel gegen Herrn Thomas. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen kam auch die Ausweisung der Kellnerin Frl. Braun zur Sprache. Die Polizeibehörde wurde aufs Schärfste getadelt und gesagt, ihr Vorgehen müsse den Kellnerinnen gerade ein Sporn sein, um so mehr für die Klarstellung der Mißstände einzutreten. Eine Rednerin schildert den Umgang eines Kriminalbeamten mit einer Kellnerin in einem speziellen Falle und erklärte, das ausgewiesene Frl. Braun habe das Material in Händen und werde von der Verbannung aus dafür sorgen, daß diese Sache ans Tageslicht gefördert werde. Dann kam die Auflösung der letzten Versammlung zur Verhandlung. Genosse Rohrlack theilte hierüber mit, daß die Beschwerde gegen die Auflösung vom Polizeipräsidium als unbegründet zurückgewiesen sei, mit der Motivirung, nach Ansicht des Herrn Polizeipräsidenten v. Richthofen könne auch eine vertagte Versammlung aufgelöst werden. Hiergegen werde die damalige Vorsitzende Frau Emma Ihrer gerichtliche Entscheidung beantragen. Zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung liefen folgende vier Resolutionen ein, welche, mit Ausnahme der letzten, gegen welche zirka 15 Personen stimmten, einstimmig angenommen wurden: 1. Die heute in Joëls Festsälen tagende öffentliche Versammlung der Kellnerinnen erklärt sich mit der Referentin voll ständig einverstanden. Die anwesenden Kellnerinnen beschließen, sich der Freien Vereinigung der Gastwirthsgehülfinnen anzuschließen. 2. In Bezug auf die vom Polizeipräsidium verfügte Ausweisung der Kellnerin Auguste Braun erklärt die Versammlung dieses Vorgehen als gegen die Bestrebungen der Kellnerinnenbewegung gerichtet und protestirt dagegen auf das Energischste. 3. Die heute in Joëls Festsälen tagende öffentliche Ver: sammlung der Kellnerinnen protestirt ferner mit aller Entschiedenheit gegen die Auflösung der lezten Versammlung in Sans souci, insofern, als die Versammlung bereits vertagt war, und der überwachende Beamte darauf erst die Auflösung aussprach. Die Versammlung beauftragt das Bureau, beim Vorstand der sozialdemokratischen Partei dahin vorstellig zu werden, daß dieselbe im Reichstage einen Antrag einbringen möge, wonach ein Beamter bei einer gesezwidrigen Auflösung zur Strafe und zur Tragung der Kosten verurtheilt werden kann. 4. Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen und Handlungen des Herrn Thomas nicht einverstanden. Die Ausbeutung der Kellnerinnen- Bewegung durch die bürgerliche Presse zur Befriedigung des Sensationsbedürfnisses ihrer Leser haben wir bereits früher gebührend gekennzeichnet. Es war aber vorauszusehen, daß man auf die Dauer nicht bei faden Wigeleien und frivol erfundenen Geschichtchen ,, aus dem Kellnerinnen- Leben" stehen bleiben würde. Dieser Tage erschien denn auch an den Anschlagsäulen der Reichshauptstadt das folgende Plakat: Trude Schneider. Interessante Neuigkeit aus dem Leben Berliner Kellnerinnen! Trude Schneider. Roman aus dem Berliner Leben von J. Wiener. Da das Machwerk in bester, eleganter Ausstattung 2 Mr., fein gebunden 2.75 Mart" toftet, so kann es nur darauf bes rechnet sein, seine Abnehmer in den Kreisen der bemittelten Bourgeoisie zu finden. Für diese übersättigte, blafirte, nach immer neuen Reizungen lechzende Gesellschaftsklaffe hat ja die Kellnerinnen- Bewegung von vornherein keine andere Bedeutung gehabt als etwa der gleichzeitig mit ihr aufgetauchte reichshauptstädtische Ringkampf- Unfug, der ihre erschlafften Nerven durch die damit verbundene Aufregung wieder etwas auffrischte. Das Intereffe für den stärksten Mann der Welt", Karl Abs, ist be reits verflogen, die Lebensbeschreibung, zu der er sich hat ver: arbeiten lassen, zieht auch nicht mehr, da wird denn in aller Eile das noch zeitgemäße Thema der Kellnerinnensache ausge schlachtet. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn wir demselben Thema nächstens an den geistigen Erholungsstätten" der Bourgeoisie, dem Adolf Ernst- oder American Theater, begegnen sollten. Die besitzende Klasse will unterhalten sein um jeden Preis; wie sollte sie sich sonst auch bei ihrer vielen faulen Zeit die Langeweile vertreiben! Sie sucht daher möglichst jeder Sache eine tomische Seite abzugewinnen, und selbst das um Verbesserung seiner Existenzbedingungen kämpfende Proletariat ist für sie nur ein Gegenstand der Belustigung. Das Verhalten der bürgerlichen Gesellschaft gegenüber der Kellnerinnen Bewegung muß überhaupt in mehr als einer Be ziehung lehrreich genannt werden. Unsere Leserinnen haben vielleicht geglaubt, diese Bewegung sei nur deshalb so verspottet worden, weil es zunächst etwas ungewohntes ist, die angeblich teiner ernsten Beschäftigung fähigen, allezeit lustigen" Rellnerinnen als Versammlungs- Rednerinnen auftreten zu sehen. Aber das allein war es nicht, was die bürgerliche Presse so heiter stimmte. Ihr Spott sollte viel weiter reichen. Er galt der gesammten Arbeiterinnen- Bewegung, von der aber die KellnerinnenBewegung nur ein Theil, jezt hoffentlich untrennbarer Theil ist. Wir brauchen nicht erst daran zu erinnern, mit welchem Hohn die bürgerliche Presse schon seit Jahren über jede neu begründete oder zu begründende Vereinigung auch von solchen Arbeiterinnenherfällt, von denen sie nicht, wie von den Kellnerinnen, sagen zu dürfen glaubt, daß sie überhaupt nicht ernsthaft zu nehmen seien. Daher haben die Arbeiterinnen aller Berufsarten allen Grund, die Kellnerinnen- Bewegung thatkräftig zu unterstützen. Was sie den Kellnerinnen thun, thun sie sich selbst, denn sie stärken dadurch die gesammte Arbeiterinnen- Bewegung. Die Bungersnoth naht! In Hildesheim hat die Bäckerinnung beschlossen, von jetzt ab das 6 Pfund schwere frische Brot für 1 Mart zu verkaufen. Die Bäcker in Würzburg erhöhten den Preis des Sechspfundbrotes mit einem Male um 10 Pf. In Kurhessen haben die Gemeindevertretungen verschiedener Städte, wie Wigenhausen und Allendorf beschlossen, angesichts der wenig erfreulichen Ernteergebnisse in diesem Jahre von der Abhaltung eines Erntefestes abzusehen. Die Beamten fangen in vielen Städten an, sich zu vereinigen, um durch Einkauf in großen Mengen die ungünstigen Folgen der Steigerung der Lebensmittelpreise wett zu machen. In Bromberg sind nach dem Berliner Tageblatt" in Folge der hohen Lebensmittelpreise die Entschädigungssäge für die einquartirten Truppen wie folgt erhöht worden: Für den Feldwebel von 1,25 auf 1,50 Mark, für den Unteroffizier von 50 auf 75 Pf., für den Gemeinen von 30 auf 40 Pf. Für die Armee ist also der Nothstand offiziell anerkannt; die große Masse des Volkes aber darf so etwas nicht sagen, ihr legt niemand etwas zu, fie darf ruhig darben. 11 Aus der Lausitz wird der amtlichen ,, eipziger Zeitung" ge= schrieben, daß an der Grenze viele Bäcker und Müller das Brotbacken einstellen mußten, weil sie nur mit Schaden arbeiten können. Könnten da nicht die Innungen einmal etwas für den Goldenen Boden des Handwerks" thun? Vielleicht eine Eingabe wegen Aufhebung der Getreidezölle einreichen? Weiter weiß die Leipziger Zeitung" noch zu melden, daß unter den Handwebern die schrecklichste Noth herrscht. Die Auftreiber, d. h. jene Leute, die für die Fabriken das Garn auf die Holzpfeifen treiben, verdienen pro Woche zwei Mart. Und diese Leute essen fast ausschließlich Brot und Kartoffeln. Hier könnten ja einmal die agrarischen Rechenkünstler ausrechnen, was sie von diesen Aermsten aller Armen verdienen! Bon der sächsisch böhmischen Grenze berichtet der„ Oberlaufißer Volksbote": Beim Zollamt Neugersdorf seien in der legten Woche von Montag den 10. bis Sonnabend den 15. August die fast unglaubhaft klingende Menge von 32085 Kilo oder 64 170 Pfund Brot zollfrei eingeführt worden. Am vergangenen Sonnabend, also an einem einzigen Tage, sind über 9400 Rilo oder 18 800 Pfund Brot über das Zollamt Neugersdorf in Mengen von je 6 Pfund zollfrei eingebracht worden. Es haben also an einem Tage 3130 Personen und die ganze Woche 10 700 Personen hier die böhmische Grenze überschritten, um sich drüben billiges Brot zu holen. Die Gegend am Zollamt war am Sonnabend belebt, wie zur Zeit des Schießens. Sämmtliche sächsische Beamte am hiesigen Zollamt, vom Einnehmer bis zum Amtsdiener, hatten mit ver Revision und der Kontrolle alle Hände voll zu thun. Diese Ziffern würden noch um ein Beträchtliches sich erhöht haben, wenn nicht die sämmtlichen Brotverkaufsbuden, welche hier an der böhmischen Grenze aufgestellt sind, am Sonnabend alle total ausverkauft gehabt hätten. Es mußten leider viele, meist dem armen Arbeiterstande Angehörige, welche den Sonnabends erhaltenen Wochenlohn sofort zum Ankauf von billigen Lebensmitteln, wie Brot, Butter 2c., im benachbarten Böhmen verwenden wollten, den oft sehr weiten Heimweg ohne billiges Brot antreten. Volksernährung. Das Reichsgesetzblatt" veröffentlicht eine Verordnung, wonach das Verbot der Einfuhr von Schweinen, Schweinefleisch und Würsten amerikanischen Ursprungs für lebende Schweine, sowie für solche Erzeugnisse außer Kraft tritt, welche mit amtlicher Bescheinigung darüber versehen sind, daß das Fleisch im Ursprungslande nach Maßgabe der daselbst geltenden Vorschriften untersucht und frei von gesundheitsschädlichen Eigenschaften befunden worden ist. Der Reichskanzler ist ermächtigt, Anordnungen zur Kontrolle zu treffen. Die Verordnung tritt vom Tage der Verkündigung an in Kraft. Das war höchste Zeit! Man sieht umsoweniger ein, wie man der amerikanischen Fleischbeschauung so mißtrauisch begegnen konnte, wenn man jett lieft, was schlesische Blätter aus Oppeln melden. Dort hat der Kreisphysikus Dr. Klose eine Nachprüfung aller Fleischbeschauer angeordnet, bei der fast alle durchfielen und die Mikroskope zum Theil ganz unbrauchbar waren. Die Durchgefallenen sollen sich in vier Wochen abermals zur Prüfung stellen, etliche von ihnen aber ziehen es vor, ferner vom Fleischbeschauen überhaupt abzulaffen. Da hat man wohl nicht Ursache, sich aufs hohe Roß zu setzen! Vom Nothstand. Welche große Einschränkungen die Bevölkerung sich in Anbetracht der gegenwärtigen Theuerung auferlegen muß, geht unter anderem auch aus der amtlichen Statistik hervor, welche unlängst über den Fleischverbrauch im Königreich Sachsen während des Jahres 1890 veröffentlicht worden ist. Danach find 1890 nur 48 503 700 Kg. Rindfleisch und 71 549 400 Kilogramm Schweinefleisch, d. h. 580 200 Rg. refp. 1022 700 kg. weniger verbraucht worden, als im Jahre 1889. Allerwärts steigt die Besorgniß wegen der Volksernährung, da kein Sinten der Roggenpreise eintritt und auch nicht eher eintreten wird, bis die Getreidezölle beseitigt sind. An der Berliner Produktenbörse vom Sonnabend sind die Roggenpreise abermals um 1 bis 2 Mark gestiegen. Aus Würzburg kommt folgende beachtenswerthe Mittheilung: Unter Hinweis auf die wiederholte Steigerung des Brotpreises in hiesiger Stadt und die Wahrscheinlichkeit ,,, daß der in die Höhe getriebene Preis der Brotfrucht wenigstens in nächster Zeit noch nicht auf ein annehmbares Maß sich wird reduziren laffen", hat der hiesige katholische Arbeiterverein den Magistrat ersucht, die städtische Getreidehilfskaffe, welche 330 000 Mart Vermögen besigt, derzeit ihrem Zwecke dienstbar zu machen, indem von Seiten der Stadt selbst die Versorgung mit Brot in kommunalen Bäckereien in Angriff genommen und das so gewonnene Brot zum Selbstkostenpreise den ärmeren Bewohnern abgelassen wird. In der Petition ist Bezug genommen auf die Jahre 1847 und 1854, wo der Magistrat es verstanden habe, auf solche Weise den arbeitenden Bürgern und Insassen der Stadt Rechnung in ihren wichtigsten Bedürfnissen zu tragen. Die Zentrumsführer leugnen bekanntlich den Nothstand, weil sie für Aufrechterhaltung der Getreidezölle sind. Jekt müssen sie erleben, daß ein katholischer Arbeiterverein Maßregeln gegen den Nothstand verlangt. Berlin, 12. September. Eine Uebersicht des Reichsanzeigers" über die Roggenernte in Preußen ergiebt das Resultat, daß in diesem Jahre etwa 4 Millionen Doppelzentner weniger als im vorigen Jahre geerntet worden sind, nämlich 46 673 806 Doppelzentner. München. Ein wegen Auflesens von Kohlenstücken auf einem Bahnhofe wegen Diebstahls zu drei Tagen Gefängniß verurtheilter junger Bursche entgegnete auf die Frage des Gerichtspräsidenten, was er noch vorzubringen habe: Geschieht mir ganz recht, warum bin ich nicht Gründer oder Aufsichtsrath der bayerischen Landesbank geworden, da wäre mir das nicht passirt." Rußland. Dem Petersburger Korrespondenten des„ Bureau Reuter" ist von Personen, welche aus dem Gouvernement Tambow gekommen sind, mitgetheilt worden, daß die Leute dort der Verzweiflung nahe feien. Die Dyphtheritis herrsche daselbst seit einiger Zeit epidemisch und es hätten thatsächlich Bäuerinnen wegen Mangel an Nahrung ihre Kinder absichtlich der Anftedung ausgefeßt, um der Sorge für dieselben enthoben zu werden. In dem sonst so blühenden, durch seine Pferde- und Viehzucht bekannten Gebiete wurden Füllen im Alter von einigen Monaten zu 20 bis 30 Kopeken( etwa 60 Pfennig) das Stück verkauft, da das Futter zu ihrer Unterhaltung fehle. Arbeiterbewegung. England. Ein Gewerkvereinskongreß hat zu Newcastle stattgefunden. Das Ergebniß der Berathungen war die Annahme eines Antrages, welcher einen gefeßlich festgestellten achtstündigen Arbeitstag für alle Arbeiter fordert. Dieser Antrag, der im vorigen Jahre bei den Trades Unions nur geringe Unterstütung fand, ist mit 232 gegen 163 Stimmen ange nommen. Es ist dies cin bedeutender Fortschritt, den wir wohl mit auf die Theilnahme der Trades Unions an dem internationalen Brüsseler Kongreß beziehen dürfen. Weißenfels, 9. September. Achtung! Die Schuhfabrik von A. Arsand hat, nachdem vor acht Tagen ihren Arbeitern 10-24 Prozent vom Lohn abgezogen, jegt eine arbeiterschädigende Werkstattordnung zur Unterschrist vorgelegt, worauf sämmtliche Zwicker geländigt haben, dieselben warnen hiermit die Kollegen vor Zuzug. Die Weißenfelser Schuhmacher. Arbeiterblätter werden um Abdruc gebeten. Gleich der kürzlich in diesem Blatte erwähnten Firma Möh kann es die Firma A. Arsand nicht über sich ergehen lassen, ihre wirthschaftliche Machtstellung den Arbeitern gegenüber fühlen zu lassen. So brachte man einem Arbeiter 1,50 M für einen beim Abtrennen gelitten habenden Schaft in Abzug; als derselbe jedoch sein gutes Recht auf den von ihm ersetzten Schaft zur Geltung brachte, wies man ihm die Thür, auf deutsch: man warf ihn hinaus und den er setten Schaft resp. bie 1,50 M behielt der Fabrikant. Aehnlich erging es in neuerer Zeit einer Stipperin; derselben halfte man, angeblich wegen mangelhafter Arbeit, 6 Paar fünfknöpfige Schuhe für den Preis von 9 M euf; dieselben werden jedoch im Dugendpreis für 0,75-1 M das Boar abgegeben, mithin hatte die Firma Arsand einen Nugen von 50 Prozent. Wolle man auch annehmen, daß der Fabrikant berechtigt sei, für mangelhafte Arbeit Strafen zu erheben, so wollen wir an dieser Stelle nur bemerken, daß er nach§2 der Gewerbeordnung nur dann dazu berechtigt ist, wenn er das Geld zu einem den Arbeitern gemeinnügigen Zwecke verwendet. Da hiervon seine älteren Arbeiter in letter Zeit nichts verspirt haben, so glauben wir doch berechtigt zu sein, einmal zu fragen, welchen Weg die Strafgelder nehmen. Jedoch hiermit noch nicht genug. Am Montag, den 17. August, gab man den Arbeitern der bereffenden Firma bekannt, daß man, um mit den anderen Fabriken konfurriren zu können, und ohne( nach Angabe de Frau Arsand) Bankerott machen zu müssen, einen Loynabzug vornehme, uno in der That zog man den Arbeite.n, nicht etwa wie Brauch nach 14 Tagen, sondern von Stunde an 10-18 Prozent von ihrem Lohne ab, so daß sich der Durchschnittslohn für Zwicker in der zweiten Woche bei volle: Beschäftigung auf 14,20 Mrstellte, hiervon gehen zirka 1,20 M für Material ab; ja, es kommt vor, daß Arbeiter( Familienväter) mit 5-6 M und noch weniger nach Hause gehen. Wir richten die Frage an die Firma Arsand, was sie thun will, wenn infolge des großen Konkurrenztampfes es ihr schließlich unmöglich geworden ist, von den Arbeitslöhnen noch abzuzwacken und wollen ihr dieselbe gleich dahin beantworten, daß es geradezu eine Unmöglichkeit ist, durch diese und ähnliche Palliatiomi telchen auf die Dauer das Geschäft zu erhalten. Man bedenke nun, was es heißt, in einer Zeit, wo alle Bedarfsartitel, besonders aber die Lebensmittel von Stunde zu Stunde in die Höhe getrieben werden, so daß der Arbeiter nicht im Stande ist, auch nur das Nothwendigste für sich und die Seinen herbeizuschaffen, in einer Zeit, wo selbst das Eisenbahnministerium sich gewogen fühlte, seinen Beamien eine Gehaliserhöhung zu gewähren, was es da heißt, für 6-13 M Kleidung, Nahrung und Wohnung zu bestreiten und dabei als ehrlicher Mensch sich durchzuschlagen. Unwillkürlich drängt sich da die Frage auf: Wer ist es denn, de: den Arbeiter auf eine schiefe Ebene, auf den Weg des Verbrechens treibt? Wer ist es, der so viele Familienväter erbarmungslos von den Seinen trennt und auf die Landstraße drängt und dadurch so viele glückliche Ehen zerstört? Es ist Niemand anders, als die moberne tapitalistische, anarchische Produktionsweise und ihr pri vilegirtes Recht der Ausbeulung. Darum, Arbeiter, rafft Euch auf aus Euren Träumen, laßt Euch nicht länger von den Profitwütherichen und ibren Handlangern süße Worte auftischen, um dann hinterher jedesmal die Dummen zu spielen. Geocnkt der Worte des großen Volksmannes Ferdinand Lassalle:„ Die Ketten der Knechtschaft, in denen der Arbeiter schmachtet, können nur vom Arbeiter seloft gelöst werden". Dazu gehört es aber auch, daß sich die Arbeiter eng aneinande: schließen, ein Jeder muß Agitator für seine gerech e Sache werden, um den noch größeren Feind Unwissenheit der Massen" endlich zu besiegen. " Arbeiterinnen! Agitizt für die eigene Cache, zum Wohle des arbeitenden Bolles. Organisirt Euch, lest die Fachzeitungen und unterfiüßt die Arbeitcrin". Nur wenn Ihr selbst helfend eingreift in die Bewegung de: Arbeller aller Länder, fann Eure traurige Lage gebessert werden. Nur zu lange heben die weiblichen Arbeiter gewartet und theilnahmslos zugesehen und geschwiegen gegenüber den Ausbeutern. Bildet Vereinigungen ober tretet den bereits bestehenden Fachvereinen bei, damit Ihr vereint Eure Macht gebrachea fönnt, um fernere Bedrückungen zurückzuweisen. Vereine und Derfammlungen. Halberstadt. Am 9. d. M. fand hier eine zahlreich besuchte Beltsversammlung fiatt, in der Frau Ihrer über Das Parteis programm und die Frauen" und Frau Steinbach Hamburg über Die Frou in de: Gewerkschaftsbewegung" sprachen. Als ein Beweis reger Theilnahme wa: es wohl anzusehen, daß einige Frauen sogar Säuglinge" mit in die Versammlung brawien, da fie wohl zu Hause keine Vertretung hatten. Recht so! Wenn die Frauen stets so regen Anheit am öffentlichen Leben nehmen, wird man sich von Seiten der regierenden Kreise wohl genöthigt sehen, den Frauen neben den Pflichten, welche ihnen auferlegt werden, auch Rechte zuzue f fennen. Berlin. Am 12. b. M. fand hier eine öffentliche Versammlung für Frauen und Männer statt, in der Fraa Rohrlack über ,, Der Aberglaube und die Frauen" referite. Der Vortrag wurde von der zahlreich besuchten Versammlung mit Interesse aufgenommen und entspann sich eine lebhafte Diskussion. " Leipzig. Am 5. September fand eine öffentliche Versammlung der Textilarbeiter und Arbeiterinnen im Saale der Mertmiger Bierhalle" zu Leipzig- Lindencu flatt. Auf der Tagesordnung fanden: 1. Die Differenzen in der Deutschen Spißenfabrik Lindenau und wie verhalten wir uns dazu? 2. Diskussion, 3. Anträge. Zu Punkt 1 ergriff der Vertrauensmann, Herr Arold, das Wort. Derselbe gab zunächst die Erklärung der Direktion der Spißenfabrit, betreffend eine Lohnreduzirung von 15-20 Prozent, wieder und beleuchtete die dafür von der Tireftion angegebenen Gründe, erläuternd, wie wenig stichhaltig dieselben seien. Ein anderer Redner schilderte die Unannehm nichkeit und das Gefundheitsschädliche der in dieser Fabrik befreh nden Tag und Nachtarbeit, führte an, daß nur durch langjährige Uebung ein annehmbarer Lohn zu erzielen sei und fragte die Versammlung, ob man unter den gegebenen Verhältnissen weiter arbeiten könne. En vielstimm'ges, Nein" war die Antwort. Weiter wurde folgende Resolution angenommen:" Die heute in der„ Merkwizer Bierhalle" zu Lindenau lagende Bersammlung der Textilarbeiter und Arbeiterinnen erklärt sich mit ihren Kollegen, den Spitenwebern, vollständig solidarisch und verpflichtet sich, dieselben bei einem etwaigen Lohn ampfe mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen." Ferner wurde eine aus sechs Webern bestehende Lohnkommission gewählt und weiterhin beschlossen, daß man mit der Direktion um Herabsegung der Arbeitszeit von täglich 12 auf 10 Stunden sowie Bezahlung aller Nebenarbeiten mit 40 Pfg. pro Stunde verhandele. Zum Schluß sprach man sich in schärffier Weise gegen das Auftreten eines Beamten der Fabiik aus und beschloß, Näheres über die Handlungsweise dieses Herrn den Arbeitern gegenüber zu veröffentlichen. Frauen- Bewegung. Eine neue Frauen- Universität. Aus Newyork wird berichtet: Die unermüdliche Vorkämpferin für wissenschaftliche, ge= schäftliche usw. Gleichstellung beider Geschlechter, Susan B. Anthony, agitirt seit längerer Zeit eis igst dafür, daß, wie viele Universities und Academys im Westen und Nordwesten, jetzt auch die älteren Hochschulen im Osten enisprechend vorbereitete Mädchen und Frauen als vollberechtigte Hörerinnen unter ihre Alumnen aufnehmen. Konnte sie auch bilang mit diesem Verlangen bei den beiden hervor agendsten Hochschulen des Landes, Harvard Kollege und Yale Kollege, nicht durchdringen, so scheint sie anderwärts mehr Glück zu haben. Die University of Rochester im Staate Newyork soll gesonnen fcin, neue großartige Universitätsgebäude zu errichten, in welchen Studirende beider Geschlechter gemeinsam den Lehren der Prosessoren des Inftilus lauschen und gemeinsam im Laboratorium und Sezirsaal arbeiten sollen. Die Bürger von Rochester sind von dem Projekt ganz erthusiasmirt. Allerlei aus aller Welf. Ueber Menschenschinderei im neunzehnten Jahrhundert berichtet der„ Borwärts": Auf der gräflich Amassy'schea Domène zu Ketegyhez im Befejer Komitate, Diözese Czanad, Ungarn, wurde Ende Mai und Anfang Juni auf Befehl der Wirthschaftsbeamten ein Komplex von 30 Joch mit Menschen ausgeackert. Je ein Arbeiter mußte in das Ochsenjoch schlupfen und den Pflug ziehen, während der andere Arbeler dirigirte. Vom frühen Morgen bis Abend waren die Arbeiter vor den Pflug gespannt, gegen einen Lohn von 40, jage vierzig Kreuzern. Liele Neugierige gafften dem ungewohnten Schauspiele zu; es gab eine große Erbitterung über eine solche Mißachtung der Menschenwürde und auch unter den Landarbeitern zeigte sich eine erregte Stimmung. a, man kann offen sagen, daß diese Menschen. Schinderei den ersten Anstoß zu den Agrarunruhen gab, die eine so bedenkliche Ausdehnung gewonnen haben, in Folge dessen jetzt zahlreiche Knechte und Landarbeiter als Meuterer und Aufrührer im Gefängnisse sizen. Das Herz jedes Menschen trampft sich zusammen, wenn man in unsern Tagen trotz der so viel gerühmten Humenität von einer derartigen Behandlung von Landarbeiern lieft. Der Gebirgsbevölkerung Deutschlands ist dieses Vorkommniß wohl nicht so neu, denn Schreiberin erinnert sich sehr lebhaft, daß noch vor etwas mehr als einem Jahrzehnt die schwierigsten Bergparthieen umgcadert wurden, indem die Frau gewöhnlich den Pflug zog, der Mann ihn lenkte und die Peitsche durchaus nicht nur aus Gewohnheit in der Hand trug, sondern sie auch ab und zu gebrauchte. Dieser Anblic, der sich uns oft genug bot, erregte fiets einen Sturm der Empörung in meinem Innern, doch alte Leute, darauf cafmerksam gemacht, fanden das ganz in der Ordnung, kannten sie es doch nicht anders, sie meinen, das ginge auf den steilen Bergen eben nicht anders und das Gebot„ Er soll Dein Herr sein" war ihnen viel zu sehr in Fleisch und Blut äübergegangen, als daß fie eine Entwürdigung des Weibes in solcher Thätigkeit hätten finden können. Lucenau. Die Nothwendigkeit der Hebung der Sittlichkeit einer Vertreterin mit so hohem Titel, ist auch die Presse, welde sich solchen Fragen gegenüber bisher abgeneigt zeigte, jest bejahendem Sinne eingetreten. Als Kandidatinnen fü: die At dearie der Wissenschaften nennt man Donna Concepcion Arena eine Dame, welche sich durch Schriften philanthropischen un moralisirenden Inhals einen Namen gemacht hat; für die Af demie der Geschichte sind die Herzogin Alba und die Gräfin Pardo Bazán, welche außer ihren vielen Romanen auch umfang reiche Werte historischen und Iritischen Inhalts, so über Fran zisko von Assisi, über die Pädagogen der Renaissance" herausgegeben hat, in Aussicht genommen. Die Presse ift in de: Sache dieser Frauen- Emanzipation ziemlich eifrig nnd öffn den auf die Frage bezüglichen Zuschriften von Körperschaften und Privatpersonen, die ihr aus allen Theilen des Landes zu strömen, bereiwillig ihre Spalten. 1. 2 Petersburg. In Rußland soll den Frauen forian die Aus übung des Apothekerberufs unter der Voraussetzung gestatte werden, daß sie die erforderlichen Vorkenntnisse erworben und tas Examen bestanden haben. New- York. Ja Chicago wurden fünf Frauen als Sa täts- Inspektorinnen für Fabriken mit einem Jahresgehalte vo 1000 Dollars ernannt. Sie sind verpflichtet, sämmtliche Fabriten, in denen Frauen und Kinder arbeiten, jede Woche zu besuche und die nöthigen gesundheitlichen Anordnungen zu treffen. D sie mit amtlicher Bollmacht ausgestattet sind, ist es ihnen bereite gelungen, gegen verschiedene Mißbräuche mit Erfolg vorzugehen Nach ihren Berichten bestehen die Hauptschwierigkeiten, weld sie zu bekämpfen haben, nicht etwa in der Härte und Streng der Arbeitgeber, sondern vielmehr in der Unwissenheit und de Leichtsinn der Arbeiterinnen." Da Die letzte Beme. Tung ist sicher von einem Bourgeoisbla gemacht, das Fabrikzustände und Fabritarbeiterinnen nur vo Hörensagen kennt, nicht aber aus eigener Anschauung. sanitäre Vorkehrungen in Fabrifen getroffen oder nicht getroffen werden, hängt bekanntlich nicht von den„ unwissenden leicht finnigen Arbeiterinnen" ab, sondern von der besseren geringeren Einsicht der Arbeitgeber und deren mehr oder weniger ausgeprägten Pflichtgefühl ihren Mitmenschen, den Arbeiter gegenüber. Schweiz. Die im Frühjahr durch den Hauptpreis Universität Zürich wegen ausgezeichneter Lösung der aus Gebiete der vergleichenden Pflanzenanatomie gestellten ober ber bem Preis aufgabe ausgezeichnete Botaniferin Dr. phil. Luise Müller aus Hirschfelde bei Zittau hat sich jetzt mit ihrem frühe Universitätslehrer Prof. Dr. Arnold Dodel in Zürich verlobt. Wir bringen die Notiz, da der genannte Lehrer in unferen Kreisen sehr bekannt ist durch seine Schriften zur Boltsauf klärung. ber Dr. med. Alice Mc. Laren, welche ihre Studien in medizinischen Schule in London gemacht und an der Universität mit Auszeichnung promovirt hat, ist am Leith Hospital in Edin burg als Arzt angestellt worden. Es ist der erste Fall Schottland, daß einem weiblichen A.zt eine solche Stelle einem öffentlichen Krankenhause übertragen worden ist. in Mrs. Garvet Andersen, die in London einem öffentlichen Hospitale für Frauen und Kinder vorsteht, hat selbst im Verein Frauen dies Krankenhaus begründet. mit In England ist es bekanntlich gebräuchlich, daß die Dien mädchen Hauben tragen, welche hübschen jungen Mädchen wöhnlich auch ganz allerliebst stehen. Dieser Gebrauch hat si allmählich derart eingebürgert, daß die Herrschaften zu der Anfit tamen, daß sie die Mädchen geseßlich zwingen könnten, Haub zu tragen; daß diese Ansicht aber irrig ist, beweist folgen Fall: Ein Dienstmädchen, Namens Chapmann, hatte st der höheren Stände" geht wieder besonders aus folgenden weigert, eine Haube zu tragen, und war dafür von ihrem Herrn Vorfällen hervor: Am Donnerstag Abend wu de in dem Zuge, welcher hier 11 Uh: 26 Min. abfährt, zwischen Luckenau und Theißen eine Arbeiterfrau, welche ih en Säugling auf dem Arme hatte, von einem mit ihr allein im Korpee anwesenden noblen Herrn, nachdem seine unsitilichen Anträge zurückgewiesen waren, überfallen; indem der Stromer in Glaceehandschuhen schrie: „ Das Kind fort" suchte er der Frau Gewalt anzuthun. As der Zug in Theißen hielt und die Frau um Hülfe schrie, sprang der freche Patron aus dem Wagen und es gelang ihm, in der Dunkelheit zu verschwinden. Hoffen wir, daß dieses Subjeit ermittelt wird und seine wohlverdiente St afe e hält. Schönau. Am verg. Sonnabend früh wurde der Lehrer Keck in Schönau wegen Verübung unfiltlicher Handlungen an einem 8- jährigen Mädchen von der Gensdarmerie auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet. Derselbe soll nicht, wie andere Blätter geschrieben, ein tüchtiger Lehrer gewesen sein, sondern sich durch rohes Benehmen, Prügeln der Kinder und ganz besonders in der Bekämpfung der Sozialdemokratie ausgezeichnet haben. England. Bei der leßten englischen Volkszählung hat sich ein überraschend großes Uebergewicht der weiblichen über die männliche Bevölkerung herausgestellt. In England und Wales übersteigt die Zahl der Frauen die der Männer um 900,000, und nimmt man Schottland und Irland dazu, wo das gleiche Verhältniß herrscht, so ergiebt sich eine Gesammtzahl von mehr als einer Million Frauen, welche nach der Natur der Sachlage nicht heirathen fünnen, sondern ledig bleiben müssen. Der ,, Daily Telegraph" glaubt, daß die mehr und mehr zunehrende Neigung der Männer nach dem Auslande und den Kolonien zu gehen, wesentlichen Antheil an diesem Zufiande habe. Dieser Uebelstand wird in England einigermaßen dadurch ausgeglichen, daß das Feld weiblicher Thötigkeit sich in den legten dreißig Jahren in außerordentlichem Umfange erweitert hat. Zu Tousenden und Abertausenden nehmen heute Vertreterinnen des schwächeren Geschlechts Stellungen als kaufmännische Beamte, wie in den Bureaus der Regierung ein, während sich den kräftigen Arbeite: rinnen die There der Fabriken geöffnet haben, von welchen sie früher ausgeschloffen waren. sofort entlassen worden. Das Mädchen verlangte nun ihren Lohn für neun Tage, und da der Herr ihr diesen nicht zahlen wollte, so verklagte sie ihn. Der Richter entschied nach Anhörung beider Parteien, daß der Herr ihr das Geld auszahlen müsse, ein Dienstmädchen gefeßlich nicht verpflichtet sei, eine Haube, ba tragen, es sei denn, daß dies bei ihrem Engagement von ber Herrschaft ausdrücklich zur Bedingung gemacht worden sei. Ein ähnlicher Fall ereignete sich übrigens kürzlich auch in einer deutschen Stadt; eine Amme mußte die Hülfe der Gerichte a rufen, weil sie sich geweigert hatte, Spreewälder Tracht anzulegen und infolgedessen von ihrer Herrin entlassen worden war. Die fozialdemokratifdien Dienstmädchen. Preisarbeit. Der von dem Cobden- Klub alljährlich ausgesetzte Preis von 60 Pfd. Sterl. für den besten Aufsatz über ein gegebenes volkswirthschaftliches Thema ist in diesem Jahre zum ersten Male einer Dame, Fräulein Viktoria Jeans, welche bie Littoria- Universität in Manchester besucht, zuerfannt worden. Der Aufsatz hatte Die thaisächlichen und muthmaßlichen Folgen G der englischen Fabrik- und Werkstätten- Gesetzgebung auf Industrie und Handel" zum Gegenstande. " Pisa. An unserer Universilät hat dieser Tage Fräulein Cornelia Fabri, die Tochter eines hiesigen Professors, die Laurea in der Mathematik und den Naturwissenschaften erworben. Die junge Dame, welche das Doktor- Examen mit beften Erfolge bestanden hat, ist im Uebrigen fein Neuling auf wissenschaftlichem Gebiet. Sie hat sich schon seit Jahren durch Veröffentlichung von Abhandlungen cuf dem Felde der Mathematik, in der Gelehrtenwelt vortheilhaft bekannt gemacht und urte anderen Anerkennungen auch die Mitgliedschaft der königlichen Akademie der Wissenschaften zu Turin erlangt. Madrid. Hier findet der Kampf um die Gleichstellung der Geschlechtes eine eifrige Vertreterin in der Herzogin von Alba, welche ihre schriftstelle.ische Thätigkeit injofern in den Dienst der Allgemeinheit stellte als sie die Frage, ob Frauen unter die Mitglieder der spanischen Akademie aufgenommen werden dürfen, für Spanien von Neuem anregte. Wohl in Anbetracht Achtzigtausende Dienstboten, Rechret die Kreuz- Zeitung" aus, Findet in Berlin vertheilt man, In der Stadt von Haus zu Haus; Und in oll' den andern Städten Findet Tausende man noch, Die nur ungern noch sich fügen In der Herrschaft strenges Joch. Wenn nun alle diese Schönen, Schlank und rund und groß und klein, Auch von den Umstarzideen Ganz durchbrungen werden sein G An des Hauses Herd die Köchin, Zimmermädchen, Kindermaid Ach, dann sind ja selbst die Kinder Vor dem Gifie nicht gefeit! Schrecklich bricht die Propaganda In Kasernen dann sich Bahn, Wo der Hauptmann wird vergeblich Nach verbot'nen Schriften fah'n; Jede Wurst und Käsestulle Aus der Herrschaft Küchenschrein, Wird ein Propagandamittel Dann bei den Soldaten sein. 27 demot ngen we lic zuz find Die Schn in m follte beise Bere folge Ihne offen in t 1) Refer Lage verbe jamn gar im S 1850 brid Beid bes offen eine Ein in S Dbe nüge präft zu wird meld von ichie wird tuell trag Bei Ver mit Lege Selbft beim Tanz, beim Stelldichein, Jeder Unterrod und Mieder Bar Rub Ver regi Jedes Mädchen demoralischSozialistisch ganz verstockt Wird zu Prieste in der Zukunft Dann bei dem, der burtberocki: Musketiere, Grenadiere, Kürassier, Husar, Ulan, Pioniere, Sanoniere, Sie ergre.st bersebe Wahn! Unter süßem Liebestofen, Wird dann Agitator sein; Jede Disziplin vergeblich, Nuglos der Kasernenzwang Welch' ein Jammer! Dann Verderben Gehe schrecklich Deinen Gang! Drud von Fr. Meyer& Hinspeter, Hamburg, Rofenfir. 35 ber