Nr. 223. 0 Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis pränum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen = in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, Mr. 1508, Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 23. September 1896. Daß Nihilisten" mit diesen Dynamithändeln nichts zu thun gehabt, wird jetzt allgemein zugegeben. Der vielgenannte Dynamits Professor" Meßeroff ist ein biederer Irländer, der für gewöhnlich auf den Namen Flaherty hört. an Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: man den | Kneipen Revolutionarismus in New- York und anderwärts, der es fann Stoff fehlt, Ueber die„ große Verschwörung" vom Ankündigen welterschütternder Thaten ebenso ein Geschäft macht, manches verzeihen, aber sie haben ja die armenischen Greuel" Journalisten schreibt uns unser englischer Korrespondent d. d. 2ondon, den wie das Spißelthum vom Aufspüren solcher. Brandmarkt man das die spanisch tubanischen Mezeleien, die amerikanischen Wahlen 18. September: internationale Lockspielthum, so heißt das noch nicht die tran- und die Rundreise des Zaren da ist ihr hysterischer Versuch, Die englische Preffe verhält sich gegenüber den mit so großem rigen Gesellen entfchuldigen, die im Gewande des leidenschaft uns grufeln zu machen, gar nicht zu entschuldigen. Geräusch kundgegebenen Verhaftungen von Dynamitverschwörern lichen Patrioten einem leichtgläubigen Publikum das Geld für Führen wir die Dinge auf die Thatsachen zurück, was ist's, im ganzen recht vernünftig. Von Versuchen, politisches Rapital Unternehmungen aus der Tasche ziehen, von deren Sinnlosigkeit was sich ereignet hat? Bier Männer sind auf Veranlassung der aus ihnen zu schlagen, ist wenig zu merken. Es ist auch nicht sie in der Regel selbst überzeugt sind. Sagen, daß diese Dynamite englischen Polizei verhaftet worden- zwei in Rotterdam, einer recht abzusehen, welche englische Partei ein Interesse an apostel, diese Fabrikanten blutrünstiger Proklamationen alle von in Boulogne und einer in Glasgow. Es kann nachgewiesen werden, der Produktion eines Dynamitschreckens haben sollte. Die fon- der Polizei bezahlt sind, heißt ihnen am Ende noch zu viel Ehre daß zwischen diesen Männern ein geheimes Einvernehmen bestand, servative Partei denkt an nichts weniger als eine Wiederaufnahme anthun, so schwer es ist, den gesinnungstüchtigen Aben soweit bei solchen Leuten von einem Geheimniß die Rede sein kann; der Repressionspolitik in Frland. Selbst die Handvoll irischer teurer vom pflichtgetreuen Beamten" zu unterscheiden. und daß die zwei, die in Holland gefangen wurden, die Inhaber Landlords, die der irischen Landbill der Regierung in der letzten Wer die Geschichte der Verschwörungen fennt, weiß auch, eines Hauses in einer Vorstadt von Antwerpen waren, und daß Session so wüthende Opposition machten, haben an einer solchen wie schnell in solchen der Uebergang vom einen zum andern in diesem Hause Material für Sprengstoffe gefunden ward. Das tein Intereffe. Diese Herren sind gute Geschäftsleute, die gemacht wird. Und sicher am schnellsten dann, wenn die Zeit sind die wesentlichen Thatsachen dieser, wie der„ Daily Telegraph" wissen, daß man beim Handel schreien muß, um nicht verhältnisse dem ehrlichen Revolutionsenthusiasmus so wenig es nennt, ausgedehnten und gefährlichen Verschwörung". Nackt größere Bugeständniffe machen zu müssen als absolut Stoff liefern, wie zur Zeit bei den Irländern. Im Augenblick hingestellt, bilden sie ungweifelhajt eine mögliche Grundlage nöthig, und darum schrieen sie und erreichten mindestens eine irische Revolution für möglich halten, von einem Dynamit für etwas sehr Ernsthaftes. Aber je genauer wir zusehen, desto so viel, daß den irischen Bächtern nicht mehr gegeben attentat felbft nur indirekten Vortheil für Irland erwarten, kann weniger gewichtig erscheinen die Thatsachen. wurde, als ihr guter Freund Balfour vorgeschlagen. Aber nur ein total Verrückter. Von den verhafteten Männern gehören drei der Klasse welches Interesse hätten sie, eine Repressionspolitik heraufjener irisch- amerikanischen Schreihälse und Prahlhänse an, deren zubeschwören? Die unausbleibliche Gegenbewegung würde ihnen blödsinniges Geschwäß und unsinniges Handeln den verstorbenen nur das Geschäft verderben; die Landkaufbill ist Gesetz und Major Le Caron mit einem reichlichen Einkommen versah. hinter das, was sie den Pächtern bietet, tann feine spätere Re( Dieser Le Caron, von dem später noch die Rede ist, war ein gierung zurückgehen. Eine Fruktifizirung„ fenischer" Attentats- Beiläufig ist es nicht uninteressant, daß fast sämmtliche englischer Lockspizzel, der alle irisch- amerikanischen Verschwörungss anschläge ist um so mehr ausgeschloffen, als fein zurechnungs- Polizei- Agenten, die das neueste fenische" Komplott aufgedeckt fäden mit seinen Getreuen spann, wob und entdeckte.) Von fähiger Mensch niemand, der auf zurechnungsfähigkeit An- und seine Theilnehmer hinter Schloß und Riegel gebracht haben, Tynan, der Hauptperson unter den Verhafteten, wird behauptet, spruch macht, eine der großen irischen Parteien in einem Irländer find, von den Inspektoren Melville und Quinn in der er sei die berühmte Nummer Eins". Moment mit ihnen identifiziren wird, wo die extremste dieser Bentrale in Scotland Yard bis zum Lokal Detektive O'Brien, Allein das ist mehr als fraglich. Tynan hatte mit der Parteien, die Redmondisten, der Regierung im allgemeinen und der die Dynamitfabrit" in Antwerpen entdeckte". Bei der Phönigpart- Verschwörung wenig oder nichts zu thun- er dem Staatsminister des Innern im besonderen Lobeshymnen Verhaftung Bell- Jvory's in Glasgow spielten zwei irische lebte in Amerika von Verschwörungen, und als das nicht mehr fingt. Für die innere Politik sind die Dynamitentdeckungen Polizeisergeanten die Hauptrolle, und„ Nummer Eins"-Tynan ging, schrieb er ein albernes Buch, in welchem er alles, was er absolut belanglos. wurde in Boulogne vom Lokal- Detektive Riley und dem Polizei- wußte, austramte- und noch viel mehr. Das Buch brachte nichts Inspektor Walsh verhaftet ebenfalls beides katholische Irländer. ein, und vor einigen Monaten trat er in Verbindung mit dem Es wäre absurd, barin mehr als einen Zufall erblicken zu wollen, Eigenthümer eines Trint- Salons in Brooklyn, und suchte Wahlaber als solcher mag dieses Zusammentreffen doch den ursächlichen agent Mac Kinley's zu werden. Tynan, ein Trunkenbold, der Busammenhang zwischen Spitzelthum und Verschwörungsspielerei fein bißchen Verstand längst in Schnaps erfäuft hat, renommirte illustriren. Im übrigen hat der große Koup ein positives in allen Kneipen mit seiner Nummer Eins". Das brachte ihm Resultat ergeben. Der fürchterliche Verschwörungs- Hauptmann jedoch nicht viel ein, da er zu viel Konkurrenten hatte- über Tynan, der solange als Nummer Eins" des irischen Revolutions- ein Dußend. bundes figurirte, hat sich, wenn die Berichte über seine Reiseabenteuer nicht lügen, als lustiger Bossenverschwörer heraus geftellt, ein Aufschneider, der dem Whisky und den Biermädchen gefährlicher ist, als irgend sonst jemandem, und der durch seine Schwazhaftigkeit der Schrecken seiner Begleiter war. " " " Das schließt indeß nicht aus, daß die gemeldeten Verschwörungen Polizeimache fein mögen. Das englische Asylrecht ift vielen Leuten ein Greuel, und es hat auch nicht lange gedauert, bis die ganze europäische Polizeipreffe einftimmig aus den Entdeckungen den Schluß gezogen hat, daß Karthago zerstört, d.h. die bisherige Praxis des englischen Asylrechts aufgegeben werden müffe. Organe, die solchen Untenrufen willig als Echo dienen, fehlen in England nicht; auch nicht solche, die ihnen gerne zuvor tommen. Diese Reaktionsvögel sind aber in der verschwindenden Minderheit, die große Maffe der Zeitungen sehen sich die Dinge erst genauer an, ehe sie sich in einen Dynamitschrecken hineinjagen laffen. Und die Kritik verträgt der diesmalige Fang nur schlecht. Wenn das große Komplott" darauf berechnet war, politisches Rapital zu liefern, dann war es merkwürdig ungeschickt angelegt. Man vergesse aber nicht, daß jedes Institut seinen Trägern den gestern erwähnten, Die große Verschwörung" über- Agenten der englischen Regierung zu sein. Selbstzweck ist, und wenn die internationale politische Polizei nicht bei einem Anlaß wie dem jetzigen einen großen Fang zu machen versteht, wer möchte dann noch an ihren Nugen und ihre Vortrefflichkeit glauben? An Schuften und Narren, die ihr das Handwerk erleichtern, fehlt es ja leider nicht. Mit berechtigter Berachtung sprechen selbst radikale hiesige Blätter von dem 79] Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. So weit unser Londoner Korrespondent. Wir lassen nun schriebenen Leitartikel der„ Saturday Review" folgen: Weder die Tagesblätter noch das, was man das Nachrichten Bureau von Scotland Yard der Sitz der englischen Polizei nennt, find Schuld daran, daß das englische Volt sich nicht in einem Zustand wilder Panik über den letzten Dynamit schreck befindet. der flauen Jahreszeit, Während wo Edler Herr," sagte er mit einer tiefen Verneigung seines Hauptes, aber mit bedeutsamem Tone, Ihr werdet doch heute Abend nicht ausbleiben?". ,, Tribun," begann der Colonna " Wir nehmen keine Entschuldigung an," unterbrach ihn Rienzi schnell und ging weiter. " Was die in Antwerpen Verhafteten angeht, so wird der eine hinreichend durch die Thatsache gekennzeichnet, daß er, Kearney, der sich Wallace nannte, in der Tasche seine Visitenfarte trug mit der Adresse: John F. Kearney, der(!) irische Nationalist, Bowery, New York. Er selbst und sein Kamerad Haines stehen unter den ameritas nischen Fren seit langer Zeit in dem Rufe, In diesem Ruf stehen beiläufig fämmtliche Mitglieder der sogenannten physical force( Gewalt.) Partei" dort drüben, und es würde uns uns garnicht Wunder nehmen, wenn es sich herausstellte, daß diese einmal oder vers Biedermänner alle drei schiedene Male" Information" an die " " Er weiß sich gut zu benehmen," sagte der Eine von den Gästen, als sie sich wieder gesetzt hatten. Bemerktet Ihr das Wirden königlichen Stil?" " Aber man muß gestehen, daß er ihm gut ansteht," sagte der Gesandte des Visconti, weniger Stolz würde für diesen stolzen Hof verlegend sein." Es lag etwas in der Art, mit der dieses letzte Wort ausgesprochen wurde, welcher Raimund nicht widerstehen konnte. Er seufzte und murmelte einige Worte zwischen den Zähnen, folgte jedoch dem Tribunen. Als sie durch Er verweilte noch einige Angenblicke bei einer kleinern Weshalb," fragte ein Profeffor aus Bologna ,,, nennt die Säle gingen, erhob sich die Gesellschaft auf allen Seiten. Gesellschaft einfach gekleideter junger Männer, die ihn mit man den Tribunen stolz? ich fann es nicht finden!" Rieuzi erwiderte ihre Grüße mit freundlichem Lächeln großer Theilnahme beobachteten, denn auch sie waren Ges Jch auch nicht," sagte ein reicher Goldarbeiter. und gewinnender Höflichkeit. Jung, wie er noch war, lehrte und sahen in Rienzi's Emporkommen einen neuen Während diese und noch widersprechendere Bemerkungen und von schönem und edlem Aeußern, das durch einen Beweis jenes wunderbaren und schnellen Uebergewichts, über den Tribunen gemacht wurden, trat er in den Saal, prächtigen Anzug gehoben wurde und noch mehr durch das der Geist über die rohe Kraft zu erhalten begann. wo Nina präsidirte, und hier gewann seine schöne Gestalt den geistigen Ausdruck seines Blickes und seiner Züge, Mit diesen gleichgestimmten Geistern zeigte der Tribun sich und seine süße Beredtsamkeit noch allgemeinere Gunft bei der den weniger gebildeten Männern jenes finstern Zeit- vertraulich, und der strenge Ernst wich von seiner Stirne. den Damen, indem die förmlichen und langweiligen alters nothwendigerweise fehlte, erschien er mitten in seinem Seine Laufbahn wäre vielleicht glücklicher gewesen, sein Romplimente des guten Bischofs, der ihm bei solchen Ges Hofe als einer, der würdig war, ihn zu bilden, und Leben der Nachwelt weniger zweideutig erschienen, wäre er legenheiten als eine vortreffliche Folie diente, nicht wenig geeignet, ihm vorzustehen; und seine angebliche Abkunft der Laufbahn dieser Männer wie ihren Neigungen und mit seinem gewandten Benehmen im Gegensatz standen. von einem deutschen Kaiser, die man seit seinem Empor- ihrem Geschmack treu geblieben. Sobald jedoch diese Zeremonien beendigt waren, und kommen allgemein verbreitet und geglaubt hatte, schien den ,, Ah, carissime!" sagte er zu dem einen, indem er Rienzi sein Pferd bestiegen hatte, tehrte ein strenger und fremden Herren unverkennbar zu sein in der Majestät und seinen Arm in den seinigen legte, und wie geht es mit düsterer Ausdruck in sein Wesen zurück. Deiner Erklärung der alten Inschriften in der leichten Gewandtheit seines Benehmens. schon halb ent Bicar," sagte er zum Bischof, wir bedürfen jetzt Eurer „ Herr Präfekt," sagte er zu einem finster blickenden ziffert? Das freut mich! Besprich Dich nur, wie in früheren Gegenwart. Wißt, daß im Kapitol der Rath in diesem Mann, dem mächtigen und stolzen Johann di Vico, dem Beiten mit mir barüber, ich bitte Dich! Morgen- nein Augenblick über einen Mörder zu Gericht sitzt. Nur dem Präfetten Roms, wir freuen uns, einen so edlen Gast in übermorgen oder doch in der nächsten Woche, werden Schuß des Himmels verdanke ich es, daß ich in der Rom zu finden; wir müssen Eure Höflichkeit erwidern, wir einen Abend für uns haben." Bu einem andern sagt vorigen Nacht nicht unter dem Dolch eines besoldeten indem wir Euch bald in Eurem eigenen Balast überraschen. er:" Deine Ode hat mich in die Tage des Horaz zurück-| Bösewichts gefallen bin. Wißt Ihr noch nichts davon?" Auch Ihr, edler Herr( wendete er sich zu dem Abgeord- versetzt, doch dünkt mich, wir thun unrecht, unsere Sprache Und er wendete sich so schnell gegen den Bischof, daß neten von Tivoli) werdet uns einen Aufenthalt unter mit der lateinischen zu vertauschen. Meinst Du nicht? dieser vor Schrecken nud Erstaunen fast vom Pferde ges Euren Grotten und Wasserfällen in der Weinlese gestatten. Gut, Petrarca theilt Deine Ansicht; sein großes episches fallen wäre. Mich dünkt, Rom, vereinigt mit dem anmuthigen Tivoli, Gedicht bewegt sich mit Riesenschritten so höre ich von" Ich? ich!" sagte er. Mein Lälins! Rienzi lächelte. Nein, würdiger Herr, ich sehe, daß Ihr ,, Euer Gesuch ist bewilligt, seinem Freunde, und hier ist er." ift den Musen, gün Signor Venoni, der Rath erkennt es als begründet an, nennt Euch nicht so Petrarca? wie soll ich meinen mit Mördern nichts zu thun habt, aber zur Sache! Das aber ich behielt mir vor, es Euch an diesem festlichen Tage Dank ausdrücken über seinen trostreichen, seinen be- mit es nicht scheinen möge, als handle ich in meiner eigenen. Ich denke, Ihr macht mir deshalb geisterten Brief. Ach, er überschätzt zwar nicht meinen Angelegenheit, so befahl ich, während meiner Aberst mitzutheilen. keine Vorwürfe."-Diese Worte wurden mit freundlicher Willen, aber doch meine Kraft. Wir wollen noch weiter wesenheit ihn zu verhören. In seinent Verhör( Ihr bes Vertraulichkeit einem würdigen Bürger zugeflüstert, der die darüber sprechen." merttet, daß während des Bankets mir ein Brief gebracht Aufmerksamkeit des Tribunen unter einer so großen Ver- Die Stirne des Tribunen verfinsterte sich etwas bei wurde)" sammlung nicht erregt haben würde, wenn es nicht seine diesen Worten, und als er weiter ging, rief bald eine lange besondere Politik gewesen wäre, auch den Handelsstand an Reihe von Fürsten und Patriziern zu beiden Seiten die sich zu fesseln. Nachdem er sich einige Augenblicke mit dem äußere Würde zurück, die er unter seinen früheren GeKaufmann unterhalten, erblickte er die hohe Gestalt des fährten aufgegeben hatte. So ging er durch die Menge und entfernte sich. alten Colonna, Ja, und Ihr wechseltet die Farbe." " Ich hatte wohl Ursache. In seinem Verhör hat er gestanden, daß neun der angesehensten Patrizier Roms ihn gedungen haben. Sie werden mit mir zu Abend ( Forts. folgt.) speisen. Vicar, vorwärts!" »nglische Regierung verkauft hätten.(Jnformer nennt man i» England den Spitzel, welcher der Polizei„In- fornmtion" ertheilt. das heißt ihr für Geld verrcith. was er weiß.) Der vierte Mann, Bell oder Jvory, der in Glasgow ver- haftet wurde(also der einzige, de» die englische Polizei wirklich hat), gehört offenbar zu dem Typus der Halbverrückten, die von den irische»„Verschwörern" für die gefährliche Arbeit benutzt zu werden pflege». Diese Sorte ist uns früher schon oft vorgekommen; sie füllten die Zuchthäuser und hatten für andere zu leiden. Uno wir dürfen versichert sein, wenn in dieser„ausgedehnten und fürchterlichen Verschwörung" überhaupt ein ernster Kern ist, so findet er sich in diesem blöde grinsenden Bell. Aber liegt ein ernster Kern vor? Betreffs der auf dem Kontinent Verhafteten können wir von vornherein jede Vermuthung beiseite setzen. als hätten sie irgend andere Interessen und Ziele als die, ihre Taschen zu füllen. Sie waren vor kurzem noch sehr arm. und nach ihrer Ankunft in Europa warfen sie das Geld mit vollen Händen um sich, und bei ihrer Verhaftung hatten sie die Taschen voll Gold und Papiergeld. Sie müsse» also von ihren pltysiesl force= Kumpanen gut ausgestattet worden sein. Zu welchem Zweck? Wollten sie etwas thun? Hatten sie die Absicht. Bell zu opfern und irgend eine Demon- stralion zu machen, die den ungebildeten Fanatikern unter ihren Landsleuten gefallen und wieder Geld in die Kriegskasse gebracht hätte? Um diese Fragen zu beantworten, muß man vor allem daran erinnern, daß die Polizei von der beabsichtigreu Reise der „Verschwörer" nach Europa unterrichtet war. ehe sie ankamen, und daß sie ihnen, seitdem sie in verschiedenen festländischen Häfen gelandet sind, als Schatten gefolgt ist. Einige Zeitungen sind außer sich vor Bewunderung über die„großartige Umsicht", mit welcher die Herren von Scolland Iard die ganze Angelegenheit geleitet haben. Wir müssen gestehen, daß wir in dem, was die Herren von Scolland Iard thaten, gar nichts besonderes sehen. Ihre Spitzel sandten schon im voraus von Amerika Beschreibungen dieser Leute und bezeichneten die Orte, wo sie ankommen werde». So unterrichtet, war der Rest Kinderspiel, und selbst wenn Schwierigkeiten entstanden wären, so konnte nian sich in diesem Fall auf die angeborene Dumniheit des Wildes verlassen. Die Geschichte von dem Verhalten Tynan's in Boulogne, wo er jede Nacht betrunken war und in der Schänke mit jedem Sausbruder von seinen geheimnißvollen Plänen gesprochen hat, ist an sich schon genug, um die Legende von der übernatürlichen Weisheit der Polizei zu zerstören. Es ist aber mehr als nur dieses über die Polizeizu sagen. Seil Major Le Caron in dem Zeugenstand— während deS Parnell-Prozcsses gegen die„Times"— die innigen Be- ziehungen zwischen der Polizei und den Mit» gliedern des Clau-na-Gael(dem Geheimbund der uischeu physical-force-Lcute) aufdeckte, hat sich in England ein sehr unbehagliches Gefühl herausgebildet. Zweifellos ist es wichtig und im öffentliche» Interesse, daß unsere Beamten wissen. was in dem Lager unserer ausgesprochenen Feinde vorgeht; aber die ganze Maschinerie, die man dazu verwendet, ist nicht allein an sich ekelhaft(loutstsovas), sie macht auch den Argwohn rege, daß sie zu Operationen gebraucht wird, für die wir Engländer nicht gerne die Verantwortlichkeit tragen möchten. Wer ist zum Beispiel sicher, daß dieselben Spitzel, welche die Polizei von der Ankunft Tynan's und seiner Gefährten unter« richteten, diesen nicht das Geld schickten, um ihnen daS Herüberkommen zu ermöglichen? Man kann sich leicht die Möglichkeit denke», daß nach Abzug der Summe, die man Tynan zu feiner Expedition gab, für dieJn form er noch ein hübscher Ueberschuß bleibt. Wir wollen nicht gesagt habe», daß es so war; seit Le Caron'S Enthüllungen kann aber die Möglichkeit einer solchen Handlungsweise nicht verneint werde». Der Begriff des .'iZont provooutsur ist uns fremd und für uns Engländer ab» stoßend, er ist jedoch leider auf dem Festland heimisch und wir dürfen uns nicht darüber täuschen, daß der Bodensatz des irisch- amerikanischen Rowdythums, in dem Spione und Dynaniitarden sich gleich kriechendem Gewürni mit einander herumwälzen, ohne daß man sie unterscheiden kann, gewiß zum mindeste» ebenso verkomniene Elemente enthält, wie sie in Paris und Berlin zu finden sind. Als vor zehn Jahren die Beschuldi- gung erhoben wurde, daß der Dynamitarde D a l y das Opfer eines Polizeimanövers sei, wurde die Nachricht von jedermann alS unsinnig mit Verachtung zurückgewiesen. Selbst als einer der obersten Polizeibeamte» von Birmingham Erklärungen machte, die diese Anklagen stützten, so schenkte doch weder das Parlament noch das Publikum den Aussagen auch nur einen Augenblick Glauben. Jetzt wiederholt Daly, der vor kurzem freigelassen ward, was er damals sagte und gieht weitere Einzelheiten, um zu zeigen, daß das ganze ilomplott von damals Polizeiarbeit war. Das ist freilich noch kein Beweis. Fest steht aber, daß das Publikum heute derartigen Aussagen mehr Werth beilegt, als vor 10 Jahren der Fall war. Wenn die Parnell- Kommission nichts anderes leistete, so doch dies, daß sie dem englischen Volk enthüllt hat, wie die englischePolizei und die Bau- diten des Elan-na-Gael einander in die Hände spielen. Und je näher wir uns die Sache be- trachten, desto weniger gefällt sie uns. Und unseres Erachtens war eS sehr unklug, daß die Polizei das wunderbare Geschick, daS sie in dieser letzten Affäre bewiesen hat, so reklamenhaft vergrößerte oder durch Reporter vergrößern ließ. Vom Gxilsenzkomxf' vor mosttuiMen MleinfiMer. Höchst sonderbare Erfahrungen über das Walten der Staats- gemalt haben die Kleiusischer in dem masurische» Seengebiet in Ostpreußen gemacht. Man sollte meinen, daß die preußischen Behörden nach all den Versicherungen des Wohlwollens für den Mittelftand, die wir von ihrer Seite gewohnt sind, in dem Existeuzkampf der Kleinbetriebe gegen die Großbetriebe sich mindestens einer wohlwollenden Neutralität zu ärmsten der kleinen Leute befleißigen würden. Die Geschichte deS Bernstein-Prozeffcs hat diese Annahme allerdings keineswegs bestätigt, und was wir jetzt über die Leiden der masurischen Fischer erfahren, stimmt noch weniger mit der Sage vom patriarchalischen Walten der Staatsgemalt überein. Nach längeren fruchtlosen Rechtsstreitigkeiten haben die Bauern einiger Ortschaften in der Nähe des Spirdingsees sich entschlossen, ihre Beschwerden der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Ein von ihnen aufgesetztes Schriftstück ist der hiesigen„Volks- Zeitung" zugegangen, die die Darlegung der Fischer-Beschwerden mit der Bemerkung begleitet, sie sei ersucht worden,„die Sache eventuell eine in sozialdemokratischen Abge- ordneten zu übergeben." Diese Bitte zeigt, von woher jetzt bereits allein die be- drängten maffurischen Fischer eine thatkrästige Vertretung er- hoffen. Nach der Darstellung der„VolkS-Zeitung" handelt«S sich bei ihren Beschwerden um folgendes: Die große» Seen in Ostpreußen gehören dem FiskuS, der sie in Loosen von mehreren tausend Hektaren an Unternehmer ver- pachtet. Diese Art von Bewirthschastung ist zwar vom bureau- kratischen Standpunkte anS sehr einfach, schädigt aber nicht nur die Bevölkerung des ganzen Landes auf das empfindlichste, sondern führt auch unweigerlich zum Ruin des National- Vermögens, das in den Seen steckt. Denn die Pächter be- treiben die Fischerei mit mächtigen Garnen so intensiv, daß der Fischbestand der Gewässer mit unheimlicher Schnelligkeit abnimmt. Die Unzweck Mäßigkeit des Fischerei- g e s e tz e s leistet dieser Schädigung des Fischbestandes Bor- schub. Die Schonzeit für die Sommerlaichfische, die vom 15. April bis zum 15. Juni dauert, wurde nämlich für die Haffe, an denen eine nur auf den Fischfang angewiesene Bevölkerung lebt, für je drei Tage der Woche aufgehoben. Es gelang den Pächtern der Binnenseen, diese Vergünstigung auch für ihren Großbetrieb zu erlangen und die Folge davon ist. daß während der Schonzeit nicht nur Massen laichreifer Fische weg- gesangen, sondern auch bereits abgesetzter Rogen vernichtet, somit der Fischbestand aufs höchste gefährdet wird. Vergeblich bekämpft der Fischereiverei» für Ost- und Westpreußen diese Durchlöcherung der Schonzeit, deren verderbliche Folgen klar zu tage treten. Die Verpachtung der Seen an einige große Unter- n e h m e r entzieht außerdem den Anwohnern die Gelegenheit zu lohnendem Erwerb. Die Pächter beschäftigen nur eine Zahl schlecht gelohnter Arbeiter und verwerlhen jeden in Preußen gefangenen Fisch in Russifch-Polen; die Bewohner des wasserreichsten Landstriches sehen also fortwährend das gute, billige Nahrugrgs» mittel fortschaffen, ohne eine Aenderung dieses wider- natürlichen Zustandes herbeiführen zu können. Für die Re- gierung scheint eben nur das fiskalische In t e r e s s e. d. i. die Erzielung der Pachtbeträge maßgebend zu sei. Denn es läßt sich wohl eine Art von Verpachtung durchführen, die auch den Anwohnern gerecht wird, nämlich die Konsignirung einzelner Gezenge für einen bestimmten Be- zirk, wie sie an den Haffen schon lange im Gebrauch ist. Diese Art ist allerdings nicht so bequem, wie die jetzige, bei der die Regierung nur mit einzelnen großen Unternehmern zu thun hat, und es könnte vielleicht während der Uebergangszeit ein Ausfall in den Pachterträgen eintreten! Diese Befürchtung ist aber kaum gerechtfertigt, denn die Zahl der Fischereiberechtigten, die„zu Tisches Nolhdurft" nach altem Privileg mit kleinem Gezeug fischen dürfen, ist dank der energischen Wirlhschaftspolitik der Regierung ganz bedeutend zusammengeschmolzen. Ehe sichs ein solcher Berechtigter ver« sieht, hat er einen Prozeß am Halse, der in vielen Fällen mit Aberkennung der alten Gerechtsame endigt. So erstand ein Besitzer in der Subhastation die Sitzstelle eines aufgetheilten Bauernguts mit der daran haftenden Fischereiberechtignng. In der gerichtliche» Verkaufsankündignng sowie im Grundbuch war das Privileg ausdrücklich anerkannt. Beides half ihm nichts; in dem von der Generalkommission angestrengten Prozeß wurde ihm das Privileg aberkannt. Denjenigen aber, die ihr Recht behaupten, geht die Lust zur Ausübung ihrer Gerechtsame sehr bald verloren. Wenn früher jeder Berechtigte mit kleinem Gezeug fischte, wird jetzt das Recht nur der ganzen Gemeinde zuerkannt: entfernter Wohnende, die ihr Recht durch beauftragte Leute die lange» Jahre hindurch unangefochten ausübte», müssen den Nachweis führen, daß diese Leute zu ihrem Gesinde gehören u. s. w. Und schließlich kommt noch die Aussicht hinzu, die gerade den Berechtigten gegenüber mit ganz besonderer Scharfe durchgeführt wird. Ei» Kampf ums Recht, der in mehr als einer Beziehung an den vielbesprochenen Bernstelnmonopol-Prozeß erinnert, spielt sich gegenwärtig im Kreise Johannisbn rg ab. Die Einzel- heuen desselben, wie sie sich aus den uns vorliegenden Akten und Schriftstücken ergebe», werden wohl überall berechtigtes Aussehen erregen. Aus dem Roschsee, der durch einen Kanal mit dem Spirding- see in Verbindung steht, führt der P i s f e k f l u ß an der Stadt tohannisburg vorbei das überschüssige Wasser dieses mächtigen eengebietes zum Gebiet der Weichsel ab. Naturgemäß ziehen durch diese» Fluß die laichreifen Aale in den Frühjahrsmonaten stromabwärts zum Meer, um dort zu laichen. Es wäre geradezu falsch— um keinen stärkeren Ausdruck zu gebrauchen— den Aalfang der allgemeinen Schonzeit zu unterwerfen, denn in unseren Binnenseen und Flüssen lebt nur der weibliche Aal, der drei- oder vierjährig nach Eintritt der Geschlichtsrelse stromabwärts nach dem Meer zieht, wo der kleinere rostbraune männliche Aal sich aufhält. Von den weiblichen Aalen kehrt keiner wieder in die Seen zurück, sie sterbe» nach Vollendung des Laichgeschäfts ab. Dafür ziehen unzählbare Massen junger Aale stromauf- wärt?, ein Gegenstand zärtlicher Fürsorge vieler Iischerei-Jnter- essenten und Fischereivereine, die dem beliebten Speisefisch de» Aufstieg über die Mühlenwehre nach Möglichkeit zu erleichtern suchen. Erst der Gumbinner Regierung war eS vorbehalten, eine theilweise Schonzeit für den Aal einzuführen, aber auch nur im Kampf gegen die Fischereiberechtigten, zu gunsten des Pächters. Die Sache kam so: Einige Bauern der Ortschaften Bogninille», Turoiven, Willen und Sparken haben noch aus der Zeit des Ritterordens das Recht, im Pissekfluß Säcke zu stellen. Sie haben dies Recht seit u n> 'denklichen Zeiten unangefochten ausgeübt. Seit ehva fünf Jahren jedoch haben sie einen erbitterten Kamps zu führen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß es sich hierbei um Vorgänge handelt, die das öffentliche Rechtsgefühl in hohem Grade herausfordern. Also: Jin Jahre 1891, es war eine warme, dunkle, aber windige Nacht, die einen guten Fang erhoffen ließ, hatten die Bauern ihre Säcke gestellt. Da erschien Oberwachtmeister DröSke aus Johannisburg und pfändete die auf- gestellten Säcke. Mit welchem Recht? Das haben die Bauern nie erfahren. Es gelang ihnen erst, nachdem sie eine Deputation zu dem Präsidenten S t e i n m a n n geschickt hatten, ihr Gezeug wieder zu erhalten. Natürlich war inzwischen die beste Zeit für den Aal- fang verstrichen. Es mag hier gleich eingeschaltet werde». daß der— inzwischen verstorbene— Präsident Steinmann bei diesen Konfiskationen, die er anscheinend nicht verhindern konnte, denn der Einfluß des Pächters war wohl stärker alS der feinige, den Bauern stets zir ihrem Gezeug wieder ver- Holsen hat. Daß der Einfluß des Pächters im Spiele war, ist jedenfalls daraus ersichtlich, daß die Säcke der Bauern nur dann konfiszirt wurden, wenn dieselben vor den Säcken des Pächters eingestellt wurden. Die Konfiskationen wiederholten sich also mehr- malS in jedem Jahre und hatten den praktischen Erfolg, daß den Banern die Ausnutzung ihrer Fischereiberechtigung unmöglich gemacht wurde. Da die Bauern aber hartnäckig ihr Recht verfochten, kam man auf die Idee, die all- gemeine Frühjahrs-Schonzeit auch auf den Aalsang anzuwenden, das heißt den Bauern gegenüber. Nu» gingen diese wieder zum Präsidenten. An stelle Stein- mann'Z war inzwischen Herr Hegel getreten. Er ist der Oeffentlichkeit infolge seines Eintreten? für den Polizisten Wilsche! in Tilsit wohl nicht ganz unbekannt. Dieser Herr schien sehr verwundert über das mit seiner Unterschrift ergangene Ver- bot, in der Schonzeit Aalsäcke zu stellen; nachdem er jedoch den betreffenden Dezernenten, den Regierungsassessor Klein gesprochen, erklärte er sich mit der Verfügung einverstanden. Der Bauer, der diese Unterredung führte, hatte nicht unterlassen, zu fragen, ob für den Pächter andere Gesetze beständen, als für den Be- rechtigten. Nun kam der nächste Akt. Der FiSkuS wollte den Bauern die Berechtigung abprozesfiren. Er stellte die Behauptung auf, daß dre Berechtigung, Säcke zu stellen, sich nicht auf Aalsäcke erstrecke und auch nicht auf das Stellen der Säcke oberhalb der vom Pächter eingerichteten Fangvorrichtung. Erfreulicherweise schützte das Gerecht in allen Instanzen die Bauern vor der Verkürzung ihres Privilegs. Aber sie waren schon so mürbe geworden, daß sie den Aalfang im Pissekfluß zu pachten beschlossen, um allen Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen. Sie boten 200 M. mehr, als der bisherige Pächter, erhielten aber den Zuschlag nicht, da die Regierung es nicht über ihr Herz bringen konnte. den Pächter, der auch den großen Spirdingskomplex gepachtet hat und noch bei anderen Loosen betheiligt ist, vor de» Kopf zu stoßen. Darauf zeigten die Bauern den Pächter an, daß er zwei Johannisburger Kaufleute, die mit der Absichl, den Aalfang zu pachte», im Bietungstermin erschiene» waren, durch Geld von dieser Absicht abgehalten hätte. Die Bauern wollen durch Zeugen unter Beweis stellen, daß diese Behauptung wahr sei. Jedenfalls erhielt der bisherige Groß- Pächter Kaczinski den Zuschlag. Nun begaben sich die Bauern auf den Beschwerdeweg, mußten aber die Erfahrung machen, daß ihre Eingaben gerade von der Behörde erledigt wurden, über die sie sich beschwert hatte»! Auch in diesem Jahre fand die Konfiskation des Gezenges wie alljährlich statt. In der Nacht vom 5. zum 6. Mai er- schien der Fischerci-Anfseher Hoffmann und pfändete die Säcke mit den Aalen. Nach einigen Tagen erhielten die Bauern zwar von dem Landrath ihr Gezeng in zerrissenem Zustand zurück, aber nicht die Aale. Sie getrauten sich nicht mehr, ihr Recht auszuüben. Sie sind, wie sie uns schreiben, zwar überzeugt, daß sie in schlechten Nächten, in denen kein Fang zu erwarten steht, unbehelligt ihre Säcke stellen dürfen— wofür sie übrigens Beweise haben— wollen jetzt aber erst den einzigen Weg, der ihnen noch offen steht, die Beschwerde vorder Oeffentlichkeit, betreten, ehe sie etwas anderes unternehmen. So steht die Sache jetzt. Sie hat deshalb ein allgemeines Interesse, weil sie zeigt, wie die großen Unternehmer in ihrem Vernichtungskampfe gegen die Kleinbetriebe ohne Skrupel sich aller Mittel zu bedienen verstehen. Die Thatsachen erweisen sich auch da stärker, als die offiziellen Wünsche unserer Staatshüter und Staatsretter. polikifche Mebevstchk. Berlin, 22. September. Das Vereinsrecht und die bürgerlichen Parteien. Wie wenig sich die Bourgeoisparteien um die Bestimmungen des Vereinsgesetzes zu kümmern brauchen, dafür mögen nach- stehende Thatfachen sprechen: Wie die„Post" vorige Woche mittheilte, hatte„der Deutsche Bürgerverein Blücher einstimmig eine Resolution genehmigt, welche das Verfahren des Vorsitzenden des deutsch- konservativen Wahlvereins— derselbe hat eine Broschüre gegen Stöckergeschrieben— auf das entschiedenste mißbilligte und ihn aufforderte, sein Amt niederzulegen. Dieser Beschluß hat, wie der Vorsitzende des Vereins„Blücher", Kaufmann Baum« gärtner, in einer Versammlung mittheilte, zur Folge gehabt, daß die Vertreter des Vereins von den Vertrauens- mcinner-Sitzungen des Berliner deuts ch-to nser vativen Wahlvereins ausgesperrt worden sind." Hier wird also das Jnverbindungtreten der Vertreter der verschiedenen konservativen Vereine offen zugestanden und der ausgesperrte Verein faßte sogar einen Beschluß, worin er gegen die ihm auferlegte Behinderung, das Ver- einSgesetz zn verletzen,„Verwahrung" einlegt und den „Parteirath der deutsch-konservativen Partei ersucht, diese Maßnahme des Vorstandes des WahlvereinS scharf zu rügen und den Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen." Ein anderes Bild: Die„Magdeburger Zeitung' läßt sich aus Burg unterm 16. September schreiben:„Der „Nationalliberale Verein" hielt am gestrigen Abend im „Hotel Roland" seine Hauptversammlung ab. In ihr erfolgte nach dem Rechnungsbericht des KasstrerS die Neuwahl des Vorstandes, welche folgendes Ergebniß hatte(folgen die hier gleichgiltigen Namen).... Zum Vertreter für den vom 3. bis 5. Oktober in Berlin stattfindenden Delegirtentag der national liberalenPartei wurde der Rentier L. Diestau gewählt. Also auch hier wieder eine direkte Verletzung der gesetz« lichen Bestimmungen und zwar berichtet von einem Organ der eigenen Partei, das es also für selbstverständlich zu halten scheint, daß seine Anhänger sich um das Gesetz nicht zu kümmern brauchen. Wo bleibt denn diesen offenkundigen Gesetzesverächtern gegenüber der Staatsanwalt?— DaS Ministerium Meline in Frankreich steht nur deshalb noch auf den Beinen, weil niemand da ist, der eS um- werfen kann, oder richtiger, weil die, welche es umwerfen wollen und können, infolge der Kammervertagung keine Gelegen- heil dazu haben. Die Hoffnung des Ministeriums, sich während der Parlainentsferien so zu kräftigen, daß es dem Wiederzusammentritt der Kammer mit Ruhe entgegensehen könne, hat sich biS jetzt nicht erfüllt. Jin Gegentheil, das plumpe Vorgehen gegen die Sozialisten und die feige Nachgiebigkeit gegen die Klerisei hat die Unpopularität des Ministeriums noch vermehrt und die Erwartungen, welche sich an den Besuch deS russischen Kaisers knüpfen, werden aller Voraussicht nach ebensoviel Enttäuschungen sein. Die Herabwürdigung, die für daS an der Spitze der Zivilisation marschirende Frank- reich(in Frankreich ward die Phrase erfunden) in dem Kriechen vor Rußland und dem Wettkriechen mit Deutschland liegt, wird denn doch in immer weiteren Kreisen begriffen, und das Gefühl der Beschämung ist um so tiefer, je klarer es zu tage tritt. daß das russische Bündniß zwar sehr Ihencr ist(bis jetzt hat es etwa 8000 Millionen Franken gekostet), den Franzosen aber weder bisher praktische Vortheile gebracht hat. noch solche in Zukunft verspricht. Die Rückeroberung von Elsaß-Loihringen, an die der Chauvinismus bei der russischen Allianz zuerst denkt, erweist sich doch als ein gar tolles und zweifelhaftes Ziel, sobald man es, wie das jetzt anläßlich deS Zarenbesuches der Fall, ernstlich ins Auge faßt. Dazu kommt nun die allgemeine Empörung über daS„große internationale Komplott", das von der internationalen Polizei so täppisch in Szene gefetzt worden. Und vor allein die wachsende Finanznoth und das gähnende Defizit. Die Einkommensteuer läßt sich nicht vermeiden. Und macht Herr Meline einen neuen Versuch, dieselbe in der einen oder anderen Form einzuführen, so hat er die Hälfte seiner Anhänger ver- loren. GueSde besprach dieser Tage in einer Volksversammlung die Lage und äußerte sich dahin, daß der Sturz des Ministeriums bald nach dem Wiederzusammentritt der Kammer sicher bevor- stehe. Der„Temps" verspottet ihn deshalb. Nun— wir werden ja sehen!— Tie Auslieferung Tynan'S ist jetzt von der englischen Regierung beantragt worden; die französische Presse hält eS aber für gewiß, daß das Ministerinm Meline den Antrag ablehnen wird. In bezug aus die Beurtheilnng der„großen Verschwörung". an die nur noch die Tante Voß glaubt, verweisen wir auf die Korrespondenz und den— gestern schon von unS erwähnten— Artikel an der Spitze unseres heutigen BlalteS.— Chronik der MajestätsbeleidigungS* Prozesse. Wegen MajestätSbetetdigung ist vom Landgerichte Gera am II. Mai der Verlagsbuchhändler JuliuS Becker zu 2 Monaten Festungshaft verurtheill worden. DaS Delikt soll begangen sein durch Veröffentlichung der Broschüre„Thing! Kurt Reuß in öffentlicher Audienz bei Sr. Majestät dem Kaiser".— Die vom Angeklagten eingelegte Revision kam am Sonnabend vor dem 3. Strafsenat« des ReichsgcrichteS zur Verhandlung. Auf Antrag des Reichsanwaltes wurde wegen zn befürchtender Gefährdung der öffentliche» Ordnung die Oeffenl- lichkeit der Verhandlung ausgeschlossen.— Das Urtheil lautete dahin, daß die Revision dem Antrage de» MeichSanwalteß«nt- sprechend verworfen worden sei. »* Deutsches Reich. — Der Entwurf der neuen Militär-Straf- prozeß-Ordnung unterliegt, wie die„Etaatsbürger-Ztg." in Erfahrung gebracht haben will, gegenwärtig im Kriegs- Ministerium einer nochmaligen Durchsicht. Der Grundsatz der Mündlichkeit wird. wofür wir der„Staatsbürger- Zeitung" die Verantwortung für die Richtigkeit der Meldung überlassen, ohne jede Einschränkung zur Anerkennung gelangen, dagegen wird die Oeffentlichkeit durch die Rücksicht auf das mili- tärische Interesse beschränkt sein. Berufsmäßige Zivil- vertheidiger bleiben nach wie vor ausgeschlossen, ebenso bleibt dem Kaiser das Recht der Urtheilsbestäligung vorbehalten. Be- züglich des Vorverfahrens sollen zu gllnsten des Angeklagten im wesentlichen dieselben Kautelen geschaffen werden, wie sie der Zivil- Strafprozeß nach Annahme der dem Reichstage vor- liegenden Novelle enthalten wird. Aus diesem Grunde wird der Entwurf auch erst nach Erledigung jener Novelle dem Reichstage zugehen.— — Zur DenunziationS-Chronik der„Post". Daß das Organ des Herrn v. Stumm sich die Gelegenheit der sozialdemokratischen Parteitagswahlen nicht entgehen lassen würde, um abermals den zum Delegirten gewählten Genossen Arons dem Kultusministerium zur Amtsenthebung zu empfehlen, liegt so sehr im Charakter dieses Deilimzianten-Blattes, daß wir es nicht der Mühe werth hielten, diese abermalige Bethätigung der staatsretterischen Talente der„Post" zu erwähnen. Mittlerweile ist aber die Denunziation fast von der ge- sainmten bürgerlichen Presse weiter kolportirt worden, in der liberalen Presse meist, wie wir gern zugebe» wollen, mit wenig schweichelhafte Bemerkungen für die Denunzianten verknüpft. Die Blätter glauben nun aus der Denunziation der„Post" herauslesen zu können, daß der preußische Landtag eine Vorlage des Kultusmiuisters zu erwarten hat, durch die der Regiernng die uneingeschränkte Befugniß zur Amtsenthebung der Privat- dozenten zugewiesen werden soll. Geschieht das, so wird der Landtag die Vorlage auch annehmen, denn aus Angst vor der Sozialdemokratie wären diese Politikusse sogar im stände, sich selbst den Hals abzuschneiden, geschweige denn ihre viel gerühmten Universitäten zu schädigen.— — Einen seltsamen„weißen Raben" hat der „Hambnrgische Correspondent" entdeckt, nämlich einen Engländer, der den letzten deutschen Manövern als Berichterstatter zusah, und dabei zu der Ucberzeugung gelangt ist, daß«solche große Felddienstübung«» einer Nation zum großen N n tz e n ge- reichen." Worin der„Nutzen" besteht, wird freilich nicht ver- rathen. Der„weiße Rabe", der in seinem Land nicht viele Gläubige finden wird, ist«in Korrespondent der„Daily- News."— Halle a. S. In Sachen der Bürgerentrechtung beschloß die sozialdemokratische Parteiversammlung am Donnerstag einstimmig, folgende Eingabe an das Stadtverordneten-Kollegium, dem in Fragen der Bürgerrechtsentziehung die endgiltige Eni- fcheidung zusteht, zu richten. I. Das Stadtverordneten-Kollegium wolle erklären, daß der Begriff„Veranlagung zur Einkommensteuer" aus das Einkommen an sich zu beziehen ist, nicht aber darauf, daß von dem veranlagten Einkommen nach Berücksichtigung der gesetzlichen Abzüge noch so viel übrig bleibt, daß der betreffende Steuern zu zahle» hat. L. Alle diejenigen, welche dieses Jahr aui der Bürgerliste gestrichen worden sind infolge falscher Anwendung des Begriffs„zur Einkommensteuer veranlagt", find wieder in die Liste aufzunehmen und zwar auch dann, wenn sie nicht gegen die Streichung protestirt haben. 8. Alle diejenigen, welche schon einmal BürgerrechtSgeld be- zahlt haben, aber infolge eines gesetzlichen Grundes aus der Liste gestrichen werden mußte», erhalten sofort wieder ohne nochmalige Zahlung des Bürgerrechisgeldes die Qualifikation eines wahlberechtigten Bürgers, sobald der EtreiqungSgrund in Wegfall gekommen ist. An der Stellung, welche die Stadtverordneten zu dieser Eingab« einnehmen, wird ermessen werden können, ob auch sie an dem Zug gegen daS Wahlrecht der Arbeiterschaft theilnchmen wollen oder nicht. Ueber die weiteren Ausführungen, welche am Donnerstag zur Bürgerentrechtung gemacht wurden, giebt der Spezialbericht Auskunft. Ebenso«inmüthig, wie die Annahme der vorstehenden Eingabe erfolgte die Zustimmung zu dem An- trage, eS solle das entschiedene Mißfallen ausgesprochen werden über die offenbare Leichtfertigkeit, mit welcher zum theil bei den Streichungen vorgegangen worden ist.— — Die Verkümmerung deS ländlichen Erbrecht? zu gunsten der ältesten Söhne der Bauern, also die Errichtuna einer Art von Bauernmajoraten, ist auch eins der Mittel zur Feudalisirung des Grundbesitzes. 1SS4 waren sämmtliche Gerichte und Landrathsämter zu eingehenden Berichten in betreff der thatsächlichen Vererbung des Grundbesitzes ver- anlaßt worden. Demnächst werden nach der„Nordd. AUg. Ztg." die Ergebnisse dieser Bericht« provinzweise veröffentlicht werden. Alsdann soll den Landwirlbschaftskammern eine die Formen deS ländlichen Erbrechts betreffende Vorlage zur Begutachtung zugehen. In Ausarbeitung ist nach der„Nordd. Allg. Ztg." be- griffen ein Gesetz über das Anerbenrecht bei Landgütern in der Provinz Westfalen und den Kreisen Rees, Essen Land, Essen Stadt. Duisburg und Mühlheim a. d. Ruhr, nach dem Vorgang des Gesetzes, betreffend das Anerbenrecht bei Renten- und Ansiedluugsgüler» vom 8. Juni d. I. Die„Nord- deutsche Allg. Ztg." beruft sich für diesen Gesetzentwurf auf de» nahezu einstimmigen Beschluß deS westfälischen Provinzial-Land- tages, welcher am 18. Februar auf Anregung des westfälischen Bauernvereins gefaßt worden sei. ES soll in dem Gesetz das Anerbenrecht, welches jetzt nur gilt für die in die Landgüterrolle eingetragenen Güter, als Intestaterbrecht auf alle Güter ohne Unterschied Anwendung finden. Zugleich soll dt» Verfügungs- freiheil des Anerben beschränkt werden, um die Erhaltung deS Gutes in der Hand des Anerben zu sichern. Ferner fall ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, betreffend das F ü r st e n t h u m Lüneburg, um den Eigenthümern aller Güter einer gewissen Größe die Befugniß einzuräumen, die Eintragung deS Gutes in die Stammgüterrolle zu beantragen und ihm dadurch mit Wirksamkeit für die Rechtsnachfolger die Eigenschaft eines Stammgutes beizulegen. Die charaklerlstischen Merkmale eines solchen Stammgutes sollen in Beschränkungen hinsichtlich der Veräußerung, der Belastung und der Zwangs- Vollstreckung bestehen und mit der Einführung deS Anerbenrechts unter Annahme des Renlenprinzips für die Erbabstndungen der Milerben verbunden werden. Auf solche Weise werden vielleicht einige Bauerngüter künst- lich erhallen, aber auch die Proletaristrung der minder Wohl- habenden beschleunigt. Die Vertreter jener Pläne werden das Gegentheil ihrer Wünsche erreichen.-» — Rückgang deS JnnungSwefen». E» geht fortwährend bergab mit dem Jnnungsrummel. DaS„Düsseldorfer Amtsblatt" meldet: „Die Thäligkeit der Maler- und Anstreicher- Innung zu Krefeld aus dem Gebiete deS Lehrlingswesens hat sich nicht be- währt. Das dieser Innung ans grund des ß Io Nr. 8 der Reichs- Gewerbe-Ordnung eingeräumte ausschließliche Recht des HaltenS von Lehrlingen wird daher hiermit zurückgezogen. Düsseldorf, den 26. August 1386. Der Regierungspräsident. I. V.: Schreiber. Und dabei gehören die Maler- und Bnstreicher-Jnnungen noch zu den thätlgsten auf dem Gebiete deS Lehrlingswesens!— — Ueber kaum glaubliche Zustände in Ober» s ch l e s i e n wird uns berichtet: In Beuthen ist Genosse T usker der Vertreter fämmtlicher Gewerkschaften. Wenn er seine Bureaustunden abhält, steht die Polizei Wache, um die aus- und eingehenden Leute beobachten zu können; ja noch mehr, sie hält die Personen an und revidirt sie, ob der eine oder andere Schriften bei sich habe. So ist von der Generalkommisflon der Gewerkschaften Deutschlands ein Flugblatt herausgegeben worden, worin die arbeitende Bevölke- rung Oberschlesiens aufgefordert wird, sich zu organisiren. Ge- nosse Tusker, der dieses Flugblatt ebenfalls zu verbreiten hat. bestellte sich die Mitglieder der einzelnen Gewerkschaften nach seinem Bureau und übergab ihnen Exemplare desselben zur Weiter- Verbreitung. Die Polizei aber visitirte die Leute, sobald sie das Haus verlieben und nahm ihnen bis jetzt regelmäßig alles ab. Weiter wurden zwei Töpfer und ein Tischler abgefaßt und nach der Polizeiwache transportirt, wo man ihnen 11 Exemplare des Organs der Töpfergesellen„Der Töpfer" und 2 Exemplare des „Grundsteins" abnahm. Dem Genossen Tusker selbst ist es passirt, daß ihn Polizeibeamte anhielten, ihm Gewerkschastsflug- blätter, die er nicht gutwillig herausgeben wollte, mit Gewall entrissen. Seine Beschwerden beim Oberbürgermeister Beuthens, Herrn Dr. B r ü n n i g, wurden nicht einmal beantwortet. Da von der Lokalbehörde nichts zu hoffen ist, bleibt nichts weiter übrig, als die Erwartung, daß die Regierung mit aller Strenge einschreiten werde, um die gewerk» schaftlich thätige» Arbeiter Beuthens vor den Belästigungen durch Polizeibeamte zu schützen. Tie Regierung wird schwerlich auf ZeitungSmeldnngen hin in dieser Sache etwas thun. Es ist daher wohl das beste, wenn die Arbeiter Beuthens auf die als Belästigungen empfundenen Maßnahmen von Polizeibeamten konsequent mit Beschwerden an die Verwaltungsbehörden antworten und diese Beschwerden, wenn nöthig, bis zur letzten Instanz weiterführen. Leipzig. Bei der jüngsten Streikbewegung der Glaser- gchilfen haben eine Anzahl Mitglieder der Glaserinnung den von den Gehilfen aufgestellten Lohntarif nicht bewilligt. Acht- zehn Jnnungsmeister jedoch erkannten die Lohnforderunge» der Gehilfen an und ließen zu deren Forderungen arbeiten. Dieses Vorgehen hatte die Jnnungsmeister stark verschnupft und in einer Jnnnngsversammlung wurde beschlossen. die achtzehn Meister auszuschließen. Hiergegen war jedoch von einigen der Betroffenen Beschwerde erhoben worden, die insofern Erfolg hatte, als der Ausschluß der achtzehn Mit- glieder von der Behörde als gesetzlich nicht z u l ä s s i g erklär: wurde. Die Innung muß demnächst ihren früheren Beschluß wieder zurücknehmen.— Gotha, 22. September.(Privatdepesche des„Vorwärts"). Auch im 8. Landkreise haben wir bei den Landtagswahlen die Gegner vollständig geschlagen. Vier Mandate haben wir schon erstritten, die Eroberung von weiteren drei ist noch zu ge- wcUtigen. Wir beglückwünschen unsere Genossen in Gotha zu den außerordentlichen Erfolgen, die ihnen und der Gesammtpartei zur Ehre gereichen.— Stuttgart, 21. September.(E!g. Bei.) Der 88. Ver» bandstag der württembergischen Gewerbe- vereine in Stuttgart befaßte sich mit der Zwangsorganisation des Handwerks. Nach eingehenden Referaten von Professor G i e ß l e r und Landrichter H a i d l e n, die sich gegen die Zivangsorganikationen wandten und ihre Stellungnahme ein- gehend erläuterten, entstand eine tbeilweise sehr erregte Diskussion und wurde am Schluß eine Resolution mit 61 gegen 6 Stimmen angenommen, worin der Verbandstag sich gegen die Einführung von Zwangsorganisationen wendet. da dieselben«inen Rückschritt bedeuten. Eine weitere Resolution windet sich noch gegen den süddeutschen Haudwerkertag, welcher in Heidelberg stattgefunden hat und be- zeichnet es als eine Anmaßung, daß daselbst den Gewerbevereinen die Berechtigung und die Fähigkeit, Fachschulen zu errichten und zu leiten, in frivoler Weise abgesprochen wurde. — Ein OrtSvorsteher als Brandstifter ver- haftet. Dieser seltene Fall ereignete sich in Schretzheim(Wärt.). In einer Disziplinarsache gegen den dortigen OrtSvorsteher wurden die betreffenden Akten versiegelt in einem Zimmer des Rathhauses aufbewahrt; um nun diese zu vernichten und den Thatbestand zu verschleiern, zündete der Ocdnungemann das Rathhaus an, so daß dasselbe ziemlich schwer beschädigt wurde und ein Theil von Urkunden rc. verbrannte.— Oesterreich. Wie«, 21. September. Der christlich-sozial« antisemitische Arbeiterverein hielt heute Abend in der Vorstadt Margarethen eine öffentliche Volksversammlung ad, bei welcher es zu großen Demonstrationen der Sozialdemokraten kam, welchen die Christlich-Sozialen den Zutritt zu der Versammlung verwehrten. Zahlreiche Arbeiter wurden verwundet. Die Polizei zerstreut« die Demonstranten, welche hieraus, 8000 Mann stark, eine ver- sammlnng im Freien abhielten und gegen da? Vorgehen der Christlich-Sozialen protestirten.— Frankreich. — M e l i n e treibt fortwährend Eozialistenjagd.sJetzt soll der Gemeinderath von Bordeaux gemaßregelt werden, weil er bei der Beerdigung eines Arbeiters„sozialistische Reden und eine rothe Fahne zuließ." I n P a r i S ist ein Heuschreckenschwarm von russischen Polizisten und Spitzeln eingetroffen, die, im Bund mit den französischen Kollege», eine große Razzia vorbereiten, die vor „Väterchens" Ankunft losgehe und ihm die„gefährlichen Ele- menle" vom HalS schaffen soll.— Italien. — Scherzhaftes aus der„Germania". Am Sonntag waren es 26 Jahre her. daß das päpstliche Jammer- regiment in Rom durch das national-königliche abgelöst wurde. Diese Gelegenheit benutzt die katholische„Germania" zu einem kleinen spaßigen Geschimpfe, in dem eS heißt: Die heilige, die ewige Stadt Rom muß ihrer geschichtlichen Bedeutung zurückgegeben werden, muß wieder Eitz des freien. in der Ausübung seiner Funktionen ungehinderten PapstthumS werden. Der Papst muß frei, muß frei und unabhängig sein, er darf am Sitze seiner geistigen Herrschaft nicht«ingeengt, er darf nicht gehemmt werden durch«ine fremde weltliche Obrigkeit. Der oberste Lehrer, der oberste Richter darf keinem irdischen Souverän unterworsen sein. Und weiter: Welche Krone„von Gottes Gnaden" kann in den Stürmen unseres revolutionären Zeitalters auf Bestand rechnen, wenn die älteste Monarchie dauernd der Gewalt revolutionärer Mächte unterworfen werden soll! Und daS Blatt, das derart thut, als ob es in aller Hoff- nung künftiger Freuden delirire, wirft uns Sozialdemokraten vor, daß wir Zukunftsmusik treiben! Spanien. Madrid, 21. September. Da? Generalgouvernement der Philippinen hat die Einziehung der Besitzthümer der Auf- ständischen angeordnet.— Rußland. — Ueber die Verhaftungen, welche in der letzten Zeit in Rußlaud stattgefunden haben, wird unS noch mitgetheilt, daß i» Kasan gegen 20. in Samara 7 biS 8 Personen verhaftet worden sind. In Nischny-Noivgorod wurden gegen 100 Personen, davon 76—80 Arbeiter verhaftet. Moskau und Petersburg sind von Verhafteten überfüllt.< — Ueber den Konflikt d«S bekannten Moskauer Klinikers Professor Sacharjin mit de» Studenten und dessen Ausgang ist uns die folgende Mit- theilung zugegangen: Der Konflikt begann damit, daß, als Prof. Pawlinow ein Kolleg über denselben Gegenstand wie Sacharjin eröffnete, die Studenten, welchen Professor Sacharjin als Mensch unsympathisch war, seinem Kolleg dasjenige von Professor Pawlinow vorzogen. Sacharjin war außer sich, als er in feinem Hörsaal manchmal nur 6 bis 10 Zuhörer sah, und er suchte auf zede Art und Weise bei den Ministern, wie auch bei Pobedonoszew zu bewirken, daß das Kolleg des Professors Pawlinow geschlossen wird. Zu dieser Zeit opferte er eine halbe Million für neu zu gründende Kirchenschnlen. Schließlich er- reichte er sein Ziel— das Kolleg deS Professors Pawlinow wurde auf Befehl von höherer Stelle geschlossen. Das empörte nicht nur die Stndenten, sondern auch die Prosessoren, namentlich den berühmten Professor der Hygiene, Erißmann. Dieser nahm Partei für die Studenten, welche Sacharjin bei seinem Erscheinen im Hör- saal auspfiffen. Sacharjin stellte den Behörden die Sache so dar, als ob das geschehen sei, um ihm eine Mißbilligung auszusprechen darüber, daß er sein Geld zu gunsten der Kirchenschulen und nicht der Schulen der Semstivos geopfert hatte. Dadurch gelang es Sacharjin, den„Studenteuunruhen" einen politischen Anstrich zu verleihen. Das Resultat war die Relegation von 60 Studenten. Auch mußten die Professoren Pawlinow und Ostroumow Gesuche um Dienstentlassung einreichen. Als dem Professor Erißmann befohlen wnrde, auch um Dienstentlassung einzukommen» weigerte er sich dies zu thnn, indem er antwortete, wenn eS beliebt sei, solle man ihn ohne sein Gesuch vom Dienste entlassen. Und so ist eS auch geschehen. Die Stellung des Professors Sacharjin seinen Zuhörern und Kollegen gegenüber ist aber eine so unHalt- bare geworden, daß er sich auch veranlaßt sah, um seine Ent- lassung vom Dienste zu bitten. Bulgarien. Sofia, 21. September. In der Stadt waren heute Gerüchte verbreitet, daß ein Dynamit-Attentat gegen Stoilow beabsichtigt gewesen sei. Nach Mittheilungeu ans ministeriellen Quellen liegt dem folgende Thalfache zu grnnde: Zwei In- dividuen, welche einige von den bei dem Bahnbau zur Ver» wendung bestimmten Dynamttpatronen entwendet hatten, sagten nach ihrer Verhaftung aus, sie seien hierzu von Mitgliedern der Radoslawow-Partei angestistet worden zu dem Zweck, ein Attentat auf das Wahlbureau auszuführen. Die betreffenden Parteimitglieder leugnen energisch die erhobenen Anschuldigungen. Die Untersuchung ist noch nicht beendet. Die Person Etoilow's war dabei gänzlich auS dem Spiel. Nfrika. ivnlawayo, 21. September. Der High-Kommisstonär hat den Befehl gegeben, Oberst Baden-Powell zu verhaften. weil er sich mit der Hinrichtung des Häuptlings M a k o» y einverstanden erklärte, obwohl das Nriegsrecht nicht proklamirt war. Es ist sehr erfreulich, daß die englischen Behörden endlich auch einmal im Matabili- Lande der wüsten MordpraxiS ihrer Beamten entgegentreten.— Die Wahlbewegung im Kreis« West-Havelland ist flott im Gange. Am Sonntag verbreiteten die Genossen 26 000Exem- plare einer Agilationsbroschüre, betitelt:„Auf zum Kampf gegen den Umsturz", welche Schrift, wie die �Brandenburger Zeitung" ausführt, abermals eine schlagende Widerlegung der verlogenen Behauptung unserer Gegner ist, wir Sozmldemo- kraten verschwiegen und verhüllten unsere wahren Ziel«. Bei der Verbreitung der Schrift machte sich unter den Genossen ein außerordentlicher Eiser geltend. Sie waren so zahlreich erschienen, daß die Bertheilung äußerst schnell und vollständig planmäßig von statten gehen konnte. Gegenüber dieser Begeisterung des Proletariat? machen die Anstrengungen der Freisinnigen, die Wähler durch die bekannten albernen Ver- dächlignngen unserer Partei für sich einzusangen,«inen höchst kläglichen Eindruck. Von der Agitation. RelchStagS-Abgeordneter Kühn auS Langenbielau hat auf seiner Agitationstour vom 3. bis ein» schließlich 13. September 12 Versammlungen abgehalten und zwar in den Orten Fermersleben, Gr. Otterslebe», NeuhaldenSleben, Neustadt-Magdeburg, Eiideuburg-Magdebura, Stendal, Tanger- münde. Blankenbnrg a. Harz, Schönebeck bei Magdeburg. Magde- bürg(öffentliche Schneiderversainnilung), Dessau und Schkeuditz b. Leipzig. Die Versammlungen waren ziemlich gut besucht und sind durchweg ruhig verlausen; Gegner traten nirgends auf. Die Parteikonferenz für den 1. a n h a l t i s ch e n Wahl- kreiS, die am Sonntag in Dessau abgehalten wurde und von Delegirten ans Dessau, Kosivig, Zerbst, Roßlau und Jonitz be- sucht war, beschloß, dem Genossen Käppter, Mitglied des alten- burgischen Landtags, die Reichstags-Kavdidatur für Deffau-Zerbst „in der Weise anzubieten, daß sie ihn bittet, demnächst in einer Anzahl Versammlungen im Kreise daS Referat zu übernehmen." Genosse Käppler hat der Arbeiterbewegung bekannttich durch seine emsige u»d geschickte Thätigkeit auf dem so schwierigen Ge- biete der Organisation der Mühlenarbeiter sehr schätzbar« Dienste geleistet. Der sozialdemokratische Volksverein in Elberfeld hat an die Stadtverordneten das Gesuch gerichtet, zu beschließen, daß vom 1. April 1887 sämmtlichcn Schülern der Volksschule» alle nolhivendigen Lehrmittel seitens der Stadt unentgeltlich geliefert, die bedürftigen Schulkinder verpflegt und die Vorschulen zu den höheren Schulen aufgehoben werden. Dem Gesuch ist eine längere Begründung und der Wnnsch hinzugefügt, daß eSin öffentlicher Sitzung berathen werde. Die„VolkSftimme" in Frankfurt a. M. giebt vom 1. Oktober ab ihren Lesern wöchentlich zwei Beilagen Lesestoff mehr; der AbonnementSpreiS bleibt derselbe wie bisher. Der Parteitag für den Wahlkreis Hanau-Gelnhansen- Orb, der am Sonntag in D ö r i n g h e i m abgehalten wurde, beschloß die Herausgabe des seinerzeit im„Vorwärts" schon erwähnten BlatteS für die Landbevölkerung. ES soll nur allgemein« Artikel über rein bäuerliche Fragen bringe» und monatlich einmal erscheinen, und zwar in der Weise, daß die„Volksstimine" in Frankfurt a. M. eine Beilage zur Ber» sügung stellt. Bei der GewerbeaerichtS-Wahl tn Gieße« wurden die sozialdemokratischen Arbeilerlandidaten nahezu einstimmig ge- wählt. Die Wahl war diesmal deshalb bedeutungsvoller als früher, weil daS jetzt neugewählte Gewerbegericht die Kommission zu wählen hat, die den an» 1. November ins Leben tretenden städtischen ArbeitsnachtveiS leiten soll. In Gera ist der wohlbewährte Parteigenosse Ernst Hahn' der seit Jahren von einem heimtückischen Leiden geplagt wird, seit vier Wochen schwer krank. Gr befindet sich, wie die„Reuß. Tribüne" mittheilt, zur Zeit in äußerst bedenklichem Zustande. Möge es der ärztlichen Kunst gelingen, ihn wenigstens wieder soweit herzustellen, als daS bei der Natur seines Leidens möglich ist. AnS Holland wird unS geschrieben: Die Berichterstattung über den Londoner Kongreß durch die Delegation der hiesigen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, die in einer vorigen Ber- sammlnng durch die Radau-Anarchisten verhindert worden war, ist jetzt in Amsterdam vor sich gegangen. Am Dienstag fand die Versammlung im Planeier-Saale statt. Trotzdem die An- archisten jetzt versucht hatte», die Arbeiter von der Versammlung X ftt« zu holten— durch da? gleichzeitige Abhalten von ver» sammlungen mit sensationellen Referaten— mar sie überaus zahlreich besucht und hatte einen gute» Verlauf. Die Referate der Redner Henri Polak und Dr. P. I. T r o e l st r a wurden mit begeisterte», Beifall aufgenommen. Bei dieser Ge- legenheit hat es sich unwiderleglich gezeigt, daß unsere Prinzipien unter den Amsterdamer Arbeitern imnier mehr Anhang gewinnen. Polizeiliches, GerichtlichcSlzc. Der Redakteur der„Niederrheinischen Volks- tribüne" in Düsseldorf, Genosse W e s s e l, war der Beleidigung des Fabrikanten Ernst Springornm angeklagt; das Landgericht sprach ihn kostenlos frei. — Wegen Beleidigung des Rechtsanwalts Schütte in Halle war der frühere verantwortliche Redakteur des dortigen „ V o lks b l a tt s Genosse Franz Lehmann, vom Schöffengericht zu 1 Monat Gefängniß, sein Gewährsmann, Tischlermeister Franz Gröber, wegen verleumderischer Be- leidigung nur zu 1 Woche Gefängniß verurtheilt worden, weil sie dem genannten Rechtsanwalt den Vorwurf der Akten- fälschung und der Gebührenüberhebung gemacht hatten. Das Landgericht als Berufungsinstanz vernrtheilte beide Angeklagte zu je I Monat Gefängniß, den Tischlermeister jedoch nicht wegen Verleumdung, sondern, wie Lehmann, wegen Beleidigung nach § 186 des Straf- Gesetzbuchs; beiden wurde zugebilligt, daß sie in gutem Glauben gehandelt haben. Die Kosten der Be- rufung sind betreffs Lehmann's der Staatskasse auserlegt. Gröber hat die seinen selbst zu tragen. Dem Rechtsanwalt Schütte ist die Publikationsbefugniß zugesprochen. — In Essen wurde am 12. September eine Versammlung polizeilich aufgelöst als Genoffe H u e die Berichte kritisirte, die die bürgerliche Presse Essens über den Londoner inter- nationalen Kongreß gebracht hat. Am letzten Sonnabend fand nun die Forlsetzung der aufgelösten Versammlung statt. Genosse Kohns berichtete, daß er wegen der Auflösung persönlich Rück- spräche mit dem Ober-Bürgermeister Herr» Z w i g e r t genommen habe; derselbe sei, trotz Durchsicht des amtlichen Protokolls der Versammlung vom 12. September er. nicht in der Lage gewesen. einen Grund für die Auflösung anzugeben. ebenso nicht der zuständige Polizei- kommissar. Ans die Beschwerde Kohns, warttm man keine fähigen Beamten als Ueberwachende delegire, habe der stellvertretende Bürgermeister erwidert: Wir können sie uns doch nicht malen! Das spricht Bände.— Nun, die Versammlung war stark besucht, dafür Dank der Polizei. Nach einem Referat des Genossen H u e über die Presse, wurde ein für den Gothaer Parteitag bestimmter Antrag angenommen, der eine Bekämpfung der sog.„unparteiischen" Blätter bezweckt. Als D elegirter zum Gothaer Parteitag für den Wahlkreis Essen wurde Karl Selbeck aus Werden a. d. R. bestimmt, als Ersatzmann Joseph Schröter ans Steele. Zum Kreisvertrauensmann wählte man den Genossen Wilhelm Oskamp aus Essen. — I» Schwerte in Westfalen hatte Genosse K ö st e r am I. August die Spedition der„Rheinisch-W-stsälischen Arbeiter- Zeitung" und de» damit verbundenen Vertrieb sozialistischer Parteischriften bei der Polizei angemeldet, das nach der Gewerbe- Ordnung vorgeschriebene Verzeichniß eingereicht und den erforder- lichen Legitimationsschein erbeten. Die Polizeiverwaltung hat nun die Aushändigung dieses Scheines von der vorherige» Ein- sichtnahme der zirka 26 Druckschristen abhängig gemacht und Köster aufgegeben, je ein Exemplar der 20 Schriften aus der Polizei zur Einsicht vorzulegen. Hiergegen legte Köster Be- schwerde beim Regierungspräsidenten in Arnsberg mit der Be- gründung ein. daß dieses Verlangen nach der Gcwerbe-Ordnung nicht gerechtfertigt und es Sache der Polizei sei, sich selbst Kenntniß von den, Inhalt der Schriften zu verschaffen. Die Be- schwerde wurde für begründet erachtet und der Legitimations- schein erlheilt._ GetoevksÄMNlirlzes. An die Buchbinder Deutschlands! In folgenden Werk st üben Berlins wird ge- streikt: Lüderitz u. Bauer, Mauerstraße: Vogt u. Sohn, Kochstr. 7; Bollsras n. Apel(Jnh. Kammer), Petristr. 4; Lein, Kronenslr. 7; Frentsch, Wallstr. 11; Karl Schreiber, Sebastianstr. 16; Leo Simson, Spandauerstraße 72; Zach, vormals Matern, Scharrn- straße 18; Stein, Rilterstraße 34; He r m. Franz, Steglitzerstraße 7: Otto Viehler, Wilhelmstraße 20; Kirchner u. Schwedthelm, Prinzessinnenstr. 17; Ed. Jost, Jägerstr. 4; Karl Rechlin, Engel-Ufer 3; S e l m a r Bayer. Dresdenerstraße; Alexander Weber, Linden- straße ö3; Bernhard Paul, Wilhelmstr. 22s.; Büxen- stein, Friedrichstr. 240; W i l h. S ch l e i s i n g, Reichen- bergerstraße 24; C. L e w i n s o h n, Fehrbellinerstr. ö4; A. Weich ert, Andreasstraße; A. Franz, Kursürstenstr. 42; M o n n i e r, Königin-Augustastr. 13; Imberg u. L e v s o h n, Alte Jakobstr. 64»; August Reim an», Mauerstr. S3; E i n b r o d t u. Kalb, Alte Jakobstr. 86; Alexander n. Bernhardt, Mohrenstr. 42; A. D e m u t h, Mohrenstr. 58; Max Krause, Beuthstr. 7; Gebr. Gruner», Juukerstr. 16; S i t t e n f e l d, Mauerstr. 44. Zuzug ist streng fernzuhalten! Die Lohnkommission. Achtung, Vergolder! Seit 16. September stehen 17 Ver- golder der Firma Heinsius in Grabow i. M. im Streik. Es wurden dort äußerst niedrige Löhne gezahlt. So erhallen z. B. die Bergolder 15 M. und die Berufsgenossen 9 M., 10,50 bis 12 M. Wochenlohn. Die Arbeiter habe» nach sorg- fältigen Erwägunge» den Prinzipal ersucht, diese Wochenlöhne um 20 pCt. aufzubessern, ferner forderten sie den Zehnstundentag, sowie einen Ausschlag von 10 Pf. für die Ueberstnnden. für welche bisher nur 2 Pf. mehr gezahlt wurde. Diese Forderungen wurden von dem Unternehmer mit dem Bemerken abgelehnt, er lasse sich aus nichts ein, die Arbeiter könnten machen, was sie wollen. Da somit der Weg gütlicher Verhandlungen ausgeschlossen war, haben die Kollegen am 16. September einmüthig die Arbeit niedergelegt. Der Geist der Streikenden ist gut, Streikbrecher sind nicht vor- Hände». Es ergeht nunmehr an die Kollegen Deutschlands das dringende Ersuche», streng für Fenihaltnng des Zuzuges sowie für materielle Unterstützung zu sorgen. Etwaige Unterstütznngen sind an den Unterzeichneten zu senden. Der Vorstand des Ver- dandes der Vergolder Deutschlands. I. A.: Franz Nary, Vorsitzender, Berlin S.v., Oppelnerstr. 43. Achtung, Schuhmacher! Der Streik der Ball. schu Harbeiter dauert unverändert fort. Der Geist unter den Streikenden ist gut. Beivilligt haben bis jetzt Leiser, Kaiserstr. 6—7. Brohm, Weberstr. 60, Gerlach, Große Frankfnrterstr. 73. K u n e r t. Große Frankfurterstr. 60. Kollegen allerorts, wir bitten Euch, uns in unserem gerechten Kampf« zu unterstützen. Alle Sendungen sind zu richten an C. Will,,« r, Schilliugstr. 24, in, Restaurant. Die Agitations-Kom- Mission der Schuhmacher Berlins. Achtung, Schuhmacher! In der Schuhfabrik von T e s ch» e r u. L ü d e r i tz in Berlin. Nene Frledrrchftr. 87, sind Differenzen ausgebrochen, weshalb sämmtliche Arbeiter die Arbeil niedergelegt haben. Zuzug ist streng fernzuhalten. I.A.: Die Agitationskommission. Achtung, Glaser Berlins und Umgegend! In der Be- kanntmachung vom 22 September muß es heißen: Auerbach u Co., Halensee. hat nicht bewilligt. Bleislein(Inhaber I Schmidt) und G r e g o l e i t, Markgrafenstraße, haben be- willigt. Wir ersuchen die Kollegen, uns stets umgehend Mit- theilung zu machen, wo Bewilligungen eingetreten oder wieder zurückgezogen sind. Die Slreikkoinmission. I. A.: W. Starke, Boeckhstr. 34. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder, Berlin. Für Der BerbandStag der Schuhmacher ist am 21. Eep- tember auf dem Bunten Bock in Kassel eröffnet worden. Es sind 29 Delegirte anwesend. Zu Vorsitzenden wurden gewählt Kölker aus Hamburg und Appel aus Stettin. Die Tages- ordnung wurde wie folgt festgesetzt: 1. Die Lage und Organi- sation der Schuhmacher in Deutschland. Referent Bock aus Gotha; 2. Die Lohnbewegung in der Schuhindustrie von 1894 bis 1896, Referent Markus aus Erfurt; 3. Wahl eines Ver- träuensmannes resp. Schiedsrichters in Streikangelegenheiten; 4. Anträge aus der Mitte der Versammlung. Die Agitationskommission der deutsche» Gastwirths- gehilfcn wird demnächst mehrere Agitationstouren ver- anstallen. In der Dachpappen- und ASphaltfabrik von H. C o n s- b r u ch in Altona-Ottensen ist ein Streik ausgebrochen. Die Arbeiter hatten von Herrn Consbruch gefordert, er möge drei gemaßregelte Kollegen wieder einstellen und dafür sorgen, daß dem Personal bessere Behandlung seitens des Meisters Krüger zu theil würde, oder diesen entlaffen. Die Antwort des Herrn Consbruch war, daß er Arbeiter annehme und ent- lasse, wie es ihm passe, und daß er sich auf nichts entließe. Darauf legten sämmtliche Arbeiter die Arbeit nieder. Herr Consbruch sucht nun Ersätzkräfte von Berlin heran- zuziehen. De» Berlinern diene daher noch zur Kenntniß, daß die Arbeitsverhältnisse in Ottensen überhaupt viel zu wünsche» übrig lassen, sowohl was den Lohn als was die Arbeitszeit betrifft. In Köln hat die Verwaltung der Kölner B a u m w o l l- spinnerei und Weberei, wo ca. 200 Arbeiter und Arbeiterinnen im Streik stehen, einige der Zlnsständigen, welche Krankenkassenbeiträge einsandten, um sich die Rechte an die Fabrik-Krankenkasse zu erhalten, mit der Molivirung zurück- gewiesen, daß sie gestrichen seien. Das geschah, obwohl der § 2 des Fabrik-Krankenkassen-Statuts besagt, daß jeder Arbeiter, der nach seiner Entlassung oder seinem Austritt in einem ver- sicherungspflichligen Betrieb Beschäftigung nicht findet und inner- halb 8 Tagen den vollen Krankenkassenbertrag einsendet oder die Absicht seines fernereu VerHarrens in der Kasse kundgiebt, auch weiter als Mitglied anzusehen ist. Auf Anregung des Vorsitzenden des Gewerbegerichts haben sich die Ausständigen bereit erklärt, dieses als Einigungs- amt anzuerkennen. AuS Magdeburg meldet die„Volksstimme": Wir hatten mitgetheilt, daß die Gehaltserhöhung der Eisenbahnarbeiter„vor- läufig" abgelehnt sei. Auf telegraphiscdem Wege war die Eisen- bahndirektion benachrichtigt worden. Wir knüpfte» an diese Mit- theilung die nöthigen Bemerkungen. Das scheint geholfen zu haben. Denn unerwartet lesen wir in der„Magdeb. Zeitung", daß nunmehr den im Bezirke der kgl. Eisenbahndirektio» Magde- bürg beschäftigten Arbeitern eine Lohnerhöhung, vom LS. August an gerechnet, gewährt worden ist. Der Vorsitzende der Magdeburger Filiale des Zentral- Verbandes der Maurer Deutschlands ist von der Polizei ausgefordert worden, außer dem bereits vorgelegten Statut des Zentralverbandes und dem Mitglieder- Verzeichniß auch die Statuten des Zweigvereins einzureichen. Der Polizei wurde ge- antwortet, daß der Zweigverein Statuten nicht hat, sondern sei die Geschäftsordnung:c. im Verbandsstatut, Seite 13, vor- gesehen. Ein gerichtliches Nachspiel hatte der Streik der Weber der Firma B. Neugebauer Söhne in Langenbielau. Nach den Zß 108 und 141 des Jnvaliditäts- und Alters- Versicherungsgesetzes ist strafbar, wer in Quitlungskarten Ein- tragungen und Vermerke macht. Im Juni dieses Jahres entließ die genannte Firma plötzlich, um einen Haupttrumpf aus- zuspielen, ihre streikenden Arbeiter. Als diese nun ihre Quittungs- karten besahen, fanden sie daraus den Vermerk„Streik". Mit den so gekennzeichneten Karlen konnten die Entlassenen selbst- verständlich keine andere Arbeit erhalten, weshalb sie bei der Amtsbehörde die Ausstellung neuer Quitlungskarten be- antraglen. Soweit wäre die Sache wieder in Ordnung gewesen, aber die Kennzeichnung der Karten sollte doch nicht ohne gerichtliche Sühne abgehen. Vosm Landgericht in Schweidnitz hatte sich dieser Tage der Geschäftsgehilse Wilhelm Hering ans Langenbielau wegen Vergehens gegen die bereits erwähnten Paragraphen des Gesetzes zu verantworten. Hering hatte bei der Firma B. Neugebauer Söhne die Marken in die Quittungskarten zu kleben: in die Karte» der Streikenden klebte er selbstverständlich keine Marken ein, dafür kennzeichnete er sie aber durch den Vermerk:„Streik". Der Gerichtshof sah die That sehr milde an, er erkannte ans die niedrigste gesetzlich zu- lässige Geldstrafe von 3 M. Möchten Arbeiter, wenn sie wegen Slreikvergehen vor Gericht stehen, immer auch eine so milde Beurtheilung ihrer Strafthal seitens der Richter finden. In Breslau hat der Vorsitzende des Gewerkschaftskartells, Genosse K ü h n e l, S a m m e l l i st e n zur Unterstützung des dortigen Maurerstreiks vertheilt. Wegen„unerlaubten Kollektirens" erhielt er ein Strafmandat über 20 M.; das Schöffengericht sprach ihn frei, die Staalsamvaltschast legte gegen dies Urtheil Berufung ein und so kam die Sache vor das Land- gericht. Dort führte Kühnel an, daß die Sammellisten gar nicht für die Oeffenlichkeil bestimmt waren, sondern nur für die Telegirten, die sie in ihren Werkstätten ic. bei ihren Kollegen zirkuliren laffen sollten. Von einer Kollekte im Sinne des Ge- setzes könne deshalb keine Rede sei». Das Gericht nahm jedoch an, daß die Listen sicher auch in weitere Kreise gekonimen sind. zudem würden ost neue Delegirte in das Gewerkschastskartell ge- wählt, während andere austreten, so daß der Begriff der Oeffcnt- lichkeit wohl begründet wäre. Kühnel wurde auf grund dieser Annahme, die jedes Beweises ermangelt, zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt. Aus Leipzig. Wie in einer Buchbin der-Versamm- luug mitgetheilt wurde, habe» bis jetzt etwa 1170 Arbeiter und Arbeiterinne» der Buchbindereien die bekannten Forderungen bewilligt bekommen, darunter die Personale der Großbetriebe: Buchbinderei-Aktieiigesellschast vorm Fritzsche mit 350, Vaumbach u. Co. mit 225, Böttcher u. Bongartz mit 100, Bibliographisches Institut mit 150, Köllner mit 50, Spamer mit 40, F. A. Brock- Haus mit 150, Ktinkhardt mit 100— 120 Arbeitern und Arbeiterinnen Bei H. Fi kentsch er streiken 78 Personen; 35(meist Arbeiterinnen) sind stehen geblieben. Die Rahmenkröpfer haben einen Theil ihrer Forde- rungen bewilligt bekommen, darunter die S6stündige Arbeitszeit. Nur in wenigen Werkstätten ist es bis jetzt zum Ausstande ge- kommen. I« einer Branerverfammlung in Zwickau theilte der Vertrauensmann mit, daß die dortige Vereinsbrauerei nun alle diejenigen Arbeiter bis auf einen entlasten habe, die vor ca. drei Monaten in einem der Verwaltung eingereichten Schriftstück eine geringe Lohnaufbefferung und Arbeitszeit- Verkürzung gefordert hatten. Ungeachtet der Maßregelungen macht jedoch die Organisation der Brauer auch in Zwickau und Umgebung gute Fortschritte. In Groitzsch i. S. steht da? Personal der Schuhwaaren- sabrit von E. W. H e y l in einer Lohnbewegung und ersucht deshalb eine Vermeidung des Zuzuges. Gevirkzts�eikung. Prozeß Berenb. Die zweite Strafkammer hiesigen Land- gerichts I. hatte heute gegen den Bankier Paul B e r e n d eine umfangreiche Anklage zu verhandeln, welche diesen beschuldigt: 1. in der Sächsische» Lotterie gespielt zu haben; 2. seine Handelsbücher unordentlich geführt und die vorgeschriebene Bilanzziehung unterlassen zu haben; 3. Unterschlagungen be- den Jnseratenthcil verantwortlich: Zh. Glocke in Berlin. Druck gangen, 4. als Bevollmächtigter absichtlich über Vermögen?« stücke seiner Auftraggeber zum Nachtheile derselben ver« fügt und 5. Betrügereien ausgeführt zu haben. Der 44 Jahre alte, bisher unbestrafte Angeklagte befindet sich seit dem 23. März cr. in Untersuchungshaft.— Der Bruder des Angeklagten, der inzwischen flüchtig gewordene Max Berend, eröffnete Ende 1834 ein Bankgeschäft in der Roßstr. 23. Im Jahre 1333 beerbten die Geschwister Berend ihren Vater und der jetzige Angeklagte will auch sein Erbtheil mit etwa 15 000 M. in das Geschäft eingelegt haben. In den Jahren 1389 bis 1891 hat der Rentier Schott mit Max Berend in Geschäftsverbindung gestanden und ihm nach und nach Darlehnsweise 80 000 bis 90 000 M. gegeben; er ist auch 1391 als Gesellschafter in das Geschäft eingetreten, aber im August 1392 wieder ausgeschieden. An seine Stelle trat der An- geklagte ein, dem sein Bruder im Januar 1393 das Geschäft gegen Uebernahme aller Forderunge», Bestände und Schulden allein überließ. Der ausgeschiedene Max Berend, der sich in anderweite unglückliche und kostspielige Unternehmungen einließ, blieb in reger Beziehung zu dem Bankgeschäft und bezog aus diesem Zuschüsse in Höhe von 8000 bis 10 000 M. jährlich. Nach Ansicht der Anklagebehörde hat auch Max Berend schon seine Kunden durch falsche Vorspiegelungen über den Kurs geschädigt; es war deshalb auch gegen ihn Haftbefehl er- lassen, dem er sich aber durch die Flucht ins Ausland entzogen hat. Der Angeklagte Paul Berend scheint anfänglich die ihm zugehenden Aufträge seiner Kunden ordnungs- gemäß ausgeführt zu haben. Später aber zog er einzelne seiner Austraggeber unter den mannigfachsten Vorwänden mehr und mehr hin und als schließlich am 2l. März 1896 auf das Andrängen des Maschinenmeisters Klatt der Angeklagte festgenommen wurde und die Beschlagnahme seines Ver- mögeus erfolgte, stellte sich bald heraus, daß für das Guthaben Klatt's und einer großen Anzahl anderer Personen Deckung nicht vorhanden war. Sie alle haben ihr Hab und Gut da- durch verloren, daß sie dem Angeklagten Geld- und Wertpapiere zutrugen, die er in der Regel sofort versilberte und für sich verbrauchte. Die Hingabe er- folgte entweder zur Sicherheit für erwachsende Gegenansprüche. zum Pfände für Darlehen und zu einer sonstigen bestimmten Ver- wendung oder zum beliebigen Ankaufe von Effekten und zur nutz- bringenden Verwerthung durch Börsengeschäfte überhaupt. Der An- geklagte soll aber den Gegenwerth für die empfangenen Papiere bezw. das baare Geld gar nicht beschafft haben und in letzter Zeit überhaupt nicht an die Börse gegangen sein. Nur wen» die Kunden sich nicht mehr hinhalten lassen wollten, ließ er das eine oder andere Papier durch den Makler ankaufen. Er hat solches niemals irgendwo hinterlegt, wie er dies den Auftraggebern zu versichern pflegte, sondern machte die ihm aufgetragenen Geschäfte„in sich selbst", indem er bloS den Kurswerlh der Papiere a» stelle des Ankaufs dem Kunden und an stellte des Verkaufs sich in Rechnung stellte und danach den Kursunterschied dem Guthaben zu- bezw. abschrieb. Das bei der Durchsuchung beschlagnahmte Kassabuch soll seit Jahren keine Eintragung mehr aufweisen, ebenso wenig liegen Bilanzen vor. Er behauptet, bis zu seiner Festnahme das Kassabuch fortgeführt zu haben, kann zedoch über den Verbleib dieser Fortsetzung keine Auskunst geben. Nach den Wahr« nehmungen seines Kassenboten und einzigen Gehilfe» undBertrauten namens Schreck scheinen aber außer den beschlagnahmten andere Handelsbücher nicht vorhanden gewesen zu sein.— Die Anklage er« streckt sich auf 36 verschiedene Fälle, in denen Leute, die bei dem Angeklagten speknlirte», in der angedeuteten Weise geschädigt worden sein sollen. Der gerichtliche Bücherrevisor Engelmann hat den Gesammtschaden, den der Angeklagte seinen Kunden, soweit sie sich überhaupt als Betrogene und übervortheilt gemeldet, zugefügt hat, auf 94443 M. berechnet. In drei Fällen nimmt die Anklag« direkt Betrug an. In vielen Fällen haben die spekulationS- lustigen Leute dem Angeklagten ihr Hab und Gut Vertrauens- voll in das Haus gebracht und ihm überlassen, nach Gut- dünken damit zu schalten und zu walten und nur ihr Interesse wahrzunehmen. Aus dem ganzen Ge« bahre» des Angeklagten, aus der Art, wie er die ihm übergebenen Werlhe sofort für sich verbrauchte, mtt Hilf» dieser Einnahmen alte Löcher zustopfte, die bedenklich gewordenen Kunden zu beschwichtigen wußte ,c. hat der Anklagebehörde den Gedanken nahe gelegt, daß der Angeklagte, um sich über Wasser zu hallen, im allgemeinen seine Opfer in betrug. licher Weise ausgebeutet hat. Aus diesem Gesichtspunkte ist auch seinerzeit die Voruntersuchung geführt worden. Den Vorsitz sührt Laudgerichts-Direklor Käller, die«n» klage vertritt Staatsanwalt Caspar, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t.! Ter Angeklagte bekennt sich in den Fällen der Unterschlagung schuldig, bestreitet jedoch, sich der Untreue und des Betruges schuldig geniacht zu haben. Dre Beweisaufnahme in dem Prozesse des Bankier? Paul Berend zog sich bis zum Abend hin, ohne besonders erwähnen?« werthe Momente zu zeitigen. Charakteristisch für daS Gebahren des Angeklagten war solgender Fall: Ein kleiner Gewerbe« treibender, der zwei Pfandbriefe besaß, wollte ein Grab- denkmal für seine verstorbene Ehefrau setzen lassen und trat mit dem Angeklagten in Verbindung, um auf grund der Papiere 400 M. zu erhallen. Der Angeklagte hat ihn darauf überredet, ihm die Papiere zu überlassen, da es schade wäre, die gute» Effekten jetzt zu verkaufen. Er erbot sich, dein Manne einen größeren Posten Jndustriepapiere zu kaufen und erklärte wiederholt, daß dieser es ihm noch«in- mal danken würde. Der kleine Manu gab dem Auge- Nagten die Wertpapiere zögernd und mit dem wiederHollen Bemerken hin, daß dies die Ersparnisse langer Jahre seien und viel Arbeitsschweiß daran klebe. Das Endergebniß war, daß er sein Geld verloren und die Jndustriepapiere nicht erhalten hat. Eine Zeugin schilderte recht anschaulich, wie sie immer mehr baares Geld dem Angeklagten gebracht habe, der für sie spekuliren sollte. Als sie etwas ungeduldig wurde, ging sie wiederholt in das Geschäft des Angeklagten, um wenigstens einmal die für sie angekauften Papiere zu sehen. Da hatte er sofort die Ausrede bei der Hand, daß er die als Depot dienenden Papiere sofort in die Tresorräume einer ihm befreundeten Bank überführe. da es ihm zu Hause nicht sicher genug sei. Die Frau drang dann auf den Verkauf der angeblich für sie angekauften Papiere, der Angeklagte erklärte dies aber für Wahnsinn, da die Kurse zu schlecht ständen. Die Frau hat dann wiederholt ängstlich den Angeklagten darauf hingewiesen, daß sie Tag und Nacht mit ihrem Manne„geschuftet" habe, um sich etwas zu ersparen, der Angeklagte erklärte ihr aber sehr stolz: „Sie haben bei mir ja gar nichts zu riskiren, ich bin doch kein Jude!" Der Staatsanwalt beantragte eine Gesammtstraf« von 5 Jahren Gefängniß, 5 Jahren Ehrverlust und 30 M. für das Lotterie- vergehen. Das spät Abends gefällte Urtheil lautete auf vier Jahr« Gefängniß(drei Monate verbüßt) und 30 M. Geldstrafe. Depeschen und letzte Mnchvichten. Leipzig, 22. September.(Privat-Telegramm des„Vorw.") Die heutige Bnchbinderversamnilnng war von über 2000 Per- sonen besucht. Das Prinzipals-Anerbieten wurde abgelehnt und für Montag der Streik in Aussicht genommen. Konstantinopel. 22. September.(W. T. B.) Die türkischen Blätter veröffentltchen eine Liste der bisher in armenischen Kirchen und Häusern gefundenen Sprengmittel, darunter 183 geladene und ungeladene Bomben, ferner Materialienzur Herstellung von Bomben besonders Nitroglycerin, sowie verschiedene andere Munition, was sämmtlich im Artillerie-Arsenal ausgestellt ist. nd Verlag von Max Bading in Berlin. Hierz« 2 Beilage« 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 223. Mittwoch, den 23. September 1896. 13. Jahrg. Arbeiter, Varteigenoffen Berlins! Donnerstag, den 24. September d. J., von 12 Uhr mittags bis 9 Uhr abends findet die Gewerbegerichts- Wahl statt. Die Wahl ist geheim und erfolgt durch Stimmzekkel. Die am Sonntag, den 20. September, veröffentlichte Liste der Wahlbezirke und Wahllokale Um die Wahlagitation am Tage der Wahl praktisch und leichter zu handhaben, find fft die maßgebende, die Parteigenossen haben sich nur danach zu richten. In den Wahlbezirken Wahlbureaus eingerichtet. 11, 12, 26, 36, 37, 40, 41 und 42 sind die Wahllokale in zwei auch drei Abtheilungen getheilt, um den zahlreich eingeschriebenen Wählern eher und besser Gelegenheit zu geben, ihr Wahlrecht auszuüben. Am Wahltage werden daselbst Tafeln ausgehängt, woraus zu ersehen ist, in welcher der Abtheilungen jeder Wähler sein Stimmrecht ausübt. Die Abtheilungen sind nach Straßen geordnet. Und zwar für den 1., 2., 3. und 4. Wahlbezirk im Restaurant Linke, Jüden. traße 36, für den 6., 7. und 8. Wahlbezirt im Restaurant H. Werner, Bülowstr. 59, für den 14. Wahlbezirk im Restaurant Streit, Naunynstr. 86, für den 16., 17., 18., 19., 20. und 5., 9., 10. und 11. Wahlbezirk im Restaurant F. Zubeil, Lindenstr. 106, für den 12., 13. und 21. Wahlbezirk im Restaurant M. Pönitz, Brandenburgstr. 54, für den 22., 23., 24., 25., 26. Das Stimmrecht ist in demjenigen Wahlbezirke auszuüben, in welchem der Wähler zur und 27. ahlbezirk im Restaurant F. Wilke, Andreasfir. 26, für den 28., 29., 30., 31. und Zeit der Anmeldung zur Aufnahme in die Wählerliste gewohnt hat. 39. Wahlbezirk im Restaurant Diecke, Lothringerstr. 67, für den 32., 35. und 36. Wahl. Derjenige Wahlberechtigte, welcher außerhalb des Gemeindebezirks Berlin wohnt, hat in beairt im Restaurant P. Lietzke, Schwebterftr. 33, für den 33. und 34. Wahlbezirt im demjenigen Wahlbezirke zu wählen, in welchem er zur Zeit seiner Aufnahme in die Wählerliste Haferland, Bellermannftr. 87, für den 88. und 41. Wahlbezirk im Restaurant Fr. Gleinert, Restaurant Hoppe( früher Witzel), Ackerstr. 145, für den 37. und 42. Wahlbezirt im Restaurant eine gewerbliche Niederlassung hatte oder beschäftigt war. Müllerstr. 7a, für den 40. Wahlbezirk im Restaurant J. Pfarr, Buttligstr. 10. Jeder Wähler muß sich auf Erfordern des Wahlausschusses über seine Person ausweisen, d. h. er muß Legitimation bei sich haben. Wahlberechtigt find nur diejenigen Personen, deren Aufnahme in die Wählerlisten in der mit genügender Legitimation versehen; die Genossen des 15. Bezirks im 3entral- Wahl. Zeit vom 16. bis einschließlich 29. Juni beantragt und nicht versagt worden ist. Lokales. Achtung, Radfahrer! Diejenigen Arbeiter Radfahrer, welche am Donnerstag, als am Tage der Gewerbegerichts wahl ihre Kräfte der Wahlagitation widmen wollen, werden gebeten, sich, mit Legitimation versehen, vormittags 11 Uhr im Gewerkschaftsbureau, Annenstraße 16, pt., zu melden. Die Parteigenoffen der obengenannten Wahlbezirke haben sich in den zuständigen Bureaus vormittags 1/211 Uhr zu melden, wenn sie bei der Wahlagitation thätig sein wollen und zwar bureau, Annenstr. 16 part. Alle die Wahl betreffenden Anfragen sind nur dorthin zu richten.. Die Berliner Gewerkschaftskommission. J. A. R. Millarg. Unter Zurücklaffung ihres 7 Wochen alten Kindes ist in der Nacht zum Sonnabend zwischen 11 und 12 Uhr die 34 jährige Frau Anna Lange, geborene Dittmann, plößlich Spurlos ver schwunden. Sie lebte von ihrem Manne getrennt und hatte im Keller des Hauses Manteuffelstr. 40 einen kleinen Kaufladen inne. Die Frau ist nervenkrank und man vermuthet, daß sie sich ein Leid angethan hat. Eine öffentliche Anschlagsäule ist in der Nacht vom Sonntag Achtung, Parteigenoffen! Auf der am 20. d. M. ftatt- zum Montag wieder einmal durch Frevlerhand in Brand gesteckt gefundenen Brandenburger Partei- Konferenz wurde beschlossen, worden und zwar diejenige, die vor dem Hause Neue Friedricheine Neuregelung der Lokalfrage vorzunehmen. Die Genossen straße 40 in der Nähe der Spandauer Brücke steht. Es ist das werden daher ersucht, die lehte unterm 12. Juli erschienene in der letzten Zeit der fünfte Fall. Die Frevler sind stets ent. Lokalliste als giltig zu betrachten und von folgenden Mit- kommen. " diebes geworden, was sich bald darauf bestätigte. Man fand nämlich in kurzer Entfernung von dem Thatorte die Leiche eines berüchtigten Wilderers, des Schlächters Krüger aus Niemasch Kleba, der sich, obwohl durch einen Schuß des Forstauffehers verwundet, anscheinend selbst erschossen hatte, nachdem er sich von dem Tode des Forstaufsehers überzeugt hatte. Allem Anscheine nach sind noch mehrere Wilderer bei dem Zusammenstoße betheiligt gewesen. " Gewerbe- Ausstellung 1896. genug, Von wunderlichen Marotten find zur Zeit bestimmte, an der Ausstellung interesfirte Kreise geplagt. Es unterliegt keinem theilungen Notiz zu nehmen: Als frei find folgende Lokale Straßensperrung. Die Straße An der Stadtbahn" von Bweifel mehr, daß die Garantiefondszeichner, Leute, die im allnachzutragen: Meißner, Chauffeeftr. 72; Schumann, der Kaiser Wilhelm- bis zur Panoramastraße wird wegen Um- gemeinen brav ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen wissen, Tempelhofer Berg 6; Treptow, Gräzuweit Nachf. pflasterung vom 23. b. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke unter dem Dalles, mit dem das Treptower Unternehmen ab= Baumschulenweg, Schulz, früher Bischof,( Vorwärts" und Reiter gesperrt. schließt, ein wenig bluten müssen. Am Sonntag haben wir liegt aus bei Dabelow u. Hoffmann); Spandau, Wwe. von der Dreiftigkeit der Interessentenkreise berichtet, die Golz, Pichelsdorferstr. 108; Wilhelmsberg, zum Freischüß, Verschwunden ist seit dem 10. September die am darin liegt, daß sie zur Linderung ihrer Nöthe denselben Reinidendorf, Raiser Friedrich- Garten, am See; Fran- 8. Juni 1883 geborene Schülerin Karoline Eisen a dt. Das Magistrat bewegen wollen, der sich bislang über wirkliche zösisch Buchholz, E. Adler, Hauptstr. 29; Rummels Mädchen ist 1,55 bis 1,60 Zentimeter groß, dunkelblond, und Nothstände der arbeitenden Bevölkerung mit der vielbeliebten Während bie burg, Restaurant Vowintel. Aus der letzten Lokalliste trug an dem Tage, wo sie verschwand, ein dunkelblaues Kleid Vogelstraußpolitit hinweg geholfen hat. find folgende Wirthe zu streichen: Jakob, Treptow an mit Kragen und Erêmespizen. Man vermuthet, daß das Kind Interessenten auf der einen Seite Hilfe aus öffentlichen Mitteln der Verbindungsbahn; Werder a. H., kein Lokal; Adlers- von den Bediensteten eines Dampf- Karouffels, das vor 6 Tagen für sich in Anspruch nehmen möchten, suchen sie nach anderer hof, Wöllstein's Luftgarten, Tappert's Waldschlößchen, nach Leipzig übersiedelte, verlockt worden ist. Irgendwelche Mit- Richtung hin einen Sünden bod, auf den alle Schuld an Köpenicker Haide; Stegliz, Neutamm, Fichtestraße. theilungen in der Sache wolle man entweder an den Vater Otto dem Mißlingen der großen Kneipen- und Tingeltangel und An die sozialdemokratischen Männer und Frauen in Polizeibehörde gelangen laffen. Eisenac, Berlin, Wilhelmshavenerstr. 27, oder an die nächste kleineren Judustrie- Ausstellung zu wälzen sei. Es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn die Dallesmänner auf dieser Suche Berlin und Umgegend. Am 17. Ottober findet im Feenpalast nicht die Arbeiterschaft als das geeignete Objekt entdeckten, ein sozialdemokratisches Volksfest statt, welches von den ParteiSelbstmord verübte am Montag ein Soldat des Königin auf das tapfer loszuschlagen wäre. Schon vor einigen Wochen genofsinnen Berlins und Umgegend veranstaltet wird. Es ist Augusta- Regiments in Spandau, der jetzt zur Reserve entlassen haben wir von einem Beispiel berichtet, wie eine gewisse Presse das erste derartige, von Frauen arrangirte Fest. Alles wird werden sollte, weil er noch auf einige Tage zum Wachtdienst sich zum Echo des poffirlichen Mergers hergiebt, und aufgeboten werden, um daffelbe zu einem wirklichen Boltsfeste fommandirt worden. Er erhängte sich in demselben Augenblick, jetzt kommt wieder ein allerdings sehr im Verborgenen zu machen. Für gutes Instrumental- und Vokalkonzert ist Sorge als seine Kameraden die Kaserne verließen, um in die Heimath blühendes Blättchen den Kreisen, welche das Un getragen. Zwei Gesangvereine, Philomele und Freya I( gem. abzureisen. Von seinen Eltern hatte er noch furz vorher 50 m. vermeidliche so würdelos tragen, mit Eifer zur Hilfe. Chöre, Mitgl. d. A.-S.-B.) werden durch Gefänge zur Ver- erhalten. Das Blatt erscheint hier im Verlage der Aktiengesellschaft schönerung des Festes beitragen. Außerdem ist eigens zu diesem Feste ein Einafter gedichtet worden: Ein Bild aus dem Arbeiterinnenleben früh fuhr der 25jährige Uhrmacher Haus Ostrowicki an der Ecke Aus dem Polizeibericht vom 22. September. Gestern National Beitung", nennt fich), drollig Deutsche Arbeiter 3eitung" und wird von einigen der Gegenwart unter dem Titel: Töchter der Arbeit" ber Linien- und Artilleriestraße mit seinem Zweirad gegen das Großindustriellen, die erfolglos an der Verdummung der deutschen von Preczang. Lebende Bilder, darstellend die Frau in der Ver- Pferd eines Schlächterwagens, stürzte infolge deffen und gerieth Arbeiterschaft herumschustern, finanziell über Wasser gehalten. gangenheit, Gegenwart und Zukunft, werden gleichfalls zur Dar- unter die Räder des Wagens, die ihm über die Oberschenkel In einem geschmackvoll" Sozialdemokratische Tyrannei" über stellung gebracht. Der Jugendluft wird durch Tanz Rechnung hinweggingen, ohne ihn jedoch erheblich zu verlegen, da er durch schriebenen Artikel wird zunächst die Neuigkeit mitgetheilt, daß getragen werden. Das Entree ist auf 25 Pf. feftgefeßt. Billets bas auf ihm liegende Zweirad geschützt wurde. Am die Errichtung des Ausstellungsunternehmens in Treptow als find bereits zu haben: für O. bei Ottilie Baader, Strauß- Tempelhofer Ufer versuchte vormittags der 24 Jahre eine man erschrecke nicht! als eine Ehrung der bergerstraße 28; Frau RIotsch, Roppenftr. 81, Hof, Quer- alte Handlungsgehilfe Waldemar R. fich durch einen Arbeiter" gedacht war. Der Erfolg der Ausstellung habe gebäude IV.; Frau Frohmann, Frankfurter Allee 110, Schuß in den Ropf zu tödten. Er wurde of r. III.; SO. Frau Sprung, Mariannen- Ufer 7, Hof r. Ill.; lebend nach dem Krankenhaus Am Urban gebracht. noch aber die sozialdemokratischen Führer erboft und geärgert" und Beim darum sei der Boytott den Arbeitern gegenüber der Ausstellung S. Frau Fahrenwald, Ramphauſenſtr. 5 v. IV; SW. Frau Abfahren von Müll auf dem städtischen Abladeplatz vor dem Tag für Tag gepredigt worden. Natürlich fühlt der brave Mann, Emma Scholz, Mittenwalderstr. 6, Hof Quergebäude IV; Stralauer Thore wurde der 54 jährige Arbeiter August Schulz der den Befehl vollführen mußte, diesen Unsinn zu schreiben, sehr N. Frau Krause, Schliemannstr. 45 v. IV I.; Frau Rosen durch herabstürzende Rehrichtmassen verschüttet. Es gelang gut, daß ihm jeder Schatten eines Beweises für diese tühne Bes treter, Rastanien- Allee 27, 1. Quergebäude III; NO. Frau zwar, ihn sofort wieder hervorzuziehen, doch hatte er eine schwere hauptung fehlt, und sehr gut weiß er ferner, daß der Vors Mesch, Lychenerstr. 3 v. IV; NW. Frau Minna Fiedler, Quetschung am rechten Knie erlitten. Auf dem Hofe des wärts" rückhaltlos und fachgemäß das Gute gewürdigt hat, Buttligstr. 3 Hof IV; Frau Anna Bauschte, Rathenower- Grundstücks Reichenbergerstr. 53 stürzte ein Bretterstapel, auf den das in den nicht der Kneiperei und Tingeltangelei gewidmeten ftraße 97 III; in den Zahlstellen der Arbeiter Bildungsschule, der 4 jährige Sohn des Bildhauers Kempin geklettert war, um und Baulichkeiten des Treptower Unternehmens ausgestellt ist. Aber der ehemaligen Freien Volksbühne und den mit Plakaten traf die unten spielende 6jährige Schwester des Knaben, die wozu gäbe es werdächtigungen, wo die Beweiskraft ver belegten Handlungen. Das Komitee. dadurch am Kopfe lebensgefährlich verlegt wurde. Das Kind fagt? Der Boykott ist nach bem sitirten Unternehmer wurde von seinem Vater nach dem Krankenhause Am Urban Blättchen gepredigt worden ,, nicht in dürren Worten, Affumulatorenwagen sollen demnächst auf der Pferdebahn- gebracht, wo es nachmittags verschied. Vor dem Hause aber awischen den Zeilen. Man hat, um ein ges ftrecke Charlottenburg- Brandenburger Thor verfehren. Wort ben Friedrichstr. 132 wurde die 88 jährige Wittwe Albertine Müller, wöhnliches gebrauchen, Arbeitern bie Man hat sie fühlen lassen, daß Polnische Theatervorstellungen sollen, einer Meldung des geb. Wendt, durch einen übermäßig schnell fahrenden Geschäfts- Ausstellung verekelt. fie gegen die" Standesehre" verstoßen, wenn sie hinauss Kuryer Warszawski" zufolge, im November d. J. in Berlin wagen umgestoßen und an der Hand und der Hüfte verlegt. ftattfinden. Eine gegenwärtig in Lodz in Russisch Polen Mittags wurde in der Yorkstraße der einen Hundewagen führende gehen. Vielleicht() hat man auch von Mund zu Mund gastirende Theatergesellschaft, welche unter Leitung des polnischen Kohlenhändler Karl Schulze, als er einem dort haltenden Roll. verbreitet, was man der Druckerschwärze nicht anvertrauen Lustspieldichter Michael Wolowski steht, gedenkt nämlich in einem wagen ausweichen wollte, durch einen Wagen der elektrischen wollte. Und man hat Erfolg damit gehabt. Beschämt müssen hiesigen Privattheater eine Serie von 12 Aufführungen neuerer Straßenbahn überfahren und an den Oberschenkeln erheblich ge- diejenigen, welche beim Planen der Ausstellung mit der Arbeiter. polnischer Originalstücke zu veranstalten. Nie vorher hat be- quetscht. Auf der nahen Unfallstation VII wurde ihm ein Verband schaft fofettirten, zugestehen, daß der sozialdemokratische fanntlich das Polenthum in dem öftlichen Theil der preußischen angelegt. Vor dem Hause Frankfurter Allee 119 wurde nach- Flügel derfelben der Ausstellung ferngeblieben ist." Der hohe Eintrittspreis für die Ausstellung und die damit Monarchie solche Fortschritte gemacht, als in der era es einen Eiswagen überfahren und an den Oberschenkeln bedeutend zusammenhängenden Sonderunternehmungen, der erfordert, daß Aera mittags die fünfjährige Tochter des Böttchers August Feige durch geeinten Deutschlands". Es kann daher nicht verwundern, daß verlegt. In der Warschauerstraße gerieth der zwölfjährige ein Mann, der mit seiner Frau und zwei oder drei Kindern felbst das polnische Theater in der deutschen Reichshauptstadt Sohn des Schloffers Eduard Schlief unter die Räder eines nach Treptow geht, bei sparsamer Einrichtung für einen eineine Stätte fucht und vielleicht behaupten wird. Mörtelwagens und erlitt einen Bruch des rechten Oberschenkels, maligen Besuch mindestens zehn Mart anlegt, ist natürlich ohne Die große Berliner Omnibus- Aktiengesellschaft wird so daß seine Ueberführung in das Krankenhaus am Friedrichsam 1. Dezember in die Neue Berliner Omnibus- Aktiengesellschaft aufgehen. $ Der Fernsprechverkehr mit Mühlhausen( Thüringen) und Aachen ist eröffnet worden. Die Gebühr für ein Gespräch bis zur Dauer von 3 Minuten beträgt 1 M. hain erforderlich wurde. Nachmittags stürzte in der Antonstraße der 71 Jahre alte Arbeiter Heinrich Witte ohnmächtig zur Erde und starb bald darauf am Herzschlage. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Aus den Nachbarorten. " jegliche Schuld an dem Fernbleiben des Proletariats. Im Gegentheil. Der Eintrittspreis ist nach dem im Berlage der Gesellschaft National- Zeitung" herausgegebenen Blättchen sehr niedrig und für den Arbeiter erfchwingbar gehalten." Um zu beweisen, daß wirklich und wahrhaftig die Sozialdemokratie und nicht das ebenso tölpelhafte wie arbeiterfeindliche bahren der Ausstellungsleitung an dem Treptower Dalles schuld sei, wird in der Arbeiterzeitung" vorsichtigerweise ohne Namensnennung folgende Geschichte aufgetischt: " Ges In dem kaiserlichen Postfuhramt Oranienburgerstraße 35/36 hat gestern früh 5 Uhr eine Gasexplosion statt. Ein Kampf mit Wilddieben, bei dem der Forstbeamte ergefunden. In dem Futterraum war Gas ausgeströmt, dessen schossen wurde, und ein Wilderer Selbstmord verübte, fand in der Im Norden Berlins hat eine größere Fabrit einige hundert Explosion dadurch verursacht wurde, daß ein Postillon Feuer an- städtischen Forst bei Guben statt. Dort wurde in einem Gebüsch Arbeiter, welche sie beschäftigt, zum Besuch der Ausstellung eins machte, um eine Gasflamme anzuzünden. Der Postillon wurde in der Nähe des städtischen Vorwerks Pachnicke der Forstaufgeladen. Sie hat ihnen einen Tag freigegeben, ihnen den Lohn nicht unerheblich verlegt und mußte nach seiner Wohnung ge- feber Grünte aus Heydekrug mit drei Schüssen in der Brust todt natürlich bezahlt, das Eintrittsbillet geliefert und außerdem schafft werden. aufgefunden. Derselbe war auscheinend das Opfer eines Wild- pro Mann awei Mark Zehrgeld für den Tag bewilligt. Statt der vom NuSstellnngSbmeau gebückten gewöhnlichen Eintrittskarte» hat sie, der Bequemlichkeit halber, indessen ein Abkommen getroffen, daß die abgestempelten Geschäftskarten der Firma zum Eintritt berechtigen sollte». Am nächsten Morgen bei der Abrechnung stellte sich nun heraus, daß nur der vierte Theil der Arbeiter die Ausstellung besucht hatte. Die anderen haben den freien Tag, den Lohn und die 2 M. cilzeptiren wollen und sind nicht in die Ausstellung gegangen. Eie hatten Furcht, daß die„Unentwegten" der Partei es ihnen verübeln könnten. Sie lebten in der Furcht der Herren Partei- fuhrer, die ihre Fuchtel über den Sklaven unbarmherziger schwingen, als es je ein Tyrann in einem autokratisch regierten Staate gethan." So. Da haben wir's. Dem Arbeiter, der etwa einwenden würde, daß mit dieser Art Beweisführung die Sozialdemokratie ebensogut von den Agrariern für den Mißwachs der Kartoffeln haftbar gemacht werden kann, dem ist nun einmal nicht zu helfen. Die Tyrannen der sozialdemokratischen Parteileitung sind schuld an dem 20 prozentigcn Garantiefonds- Verlust, und den groß- industriellen Hintermännern des Verlagsprodukts der Aktien- gesellschaft„National-Zeitung" bleibt nur noch übrig, des weiteren darzulege», daß die sozialdemokratischen Parteityrannen von zivil- und ftrafrechtswegen eigentlich für den gesammten Tingeltangel- Dalles dort draußen h a s t b a r gemacht werden müssen. Die Kapitalisten, die ihre Untergebenen zu derart würde- losen Thorheiten beauftragen, verdienen alles andere eher als Mitleid in ihrem Pech. Hätte das Unternehmerthum ein wenig Sinn für Anstand, so müßte es seinem Schöpfer dafür danken, daß es, im Gegensatz zu der bekannten Presse, die»m des un- saubersten Geldgewinnes willen das Publikum geflissentlich durch bezahlte Neklamenotizen irreführt, in dem„Vorwärts" wenigstens ein Blatt in Berlin giebt, das bei aller Anerkennung für den kleineren, ernstein Streben gewidmeten Theil der Aus- siellung sich Unabhängigkeit und moralischen Much genug bewahrt hat, die große Kneiperei- und Tingeltangel-Veranstaltung dort draußen, die das Gute entwürdigt, rückhaltlos beim rechten Namen zu nennen. Das gegenwartige Betragen der Aus- stellnngs-Juteressenten kann dem Publikum aber nur Verachtung einflößen. DaS AnSstellungShotel am Treffpunkt der Treptower Chaussee und der Köpnickerlandstraße macht jetzt einen recht traurigen Eindruck, nachdem die größte Zahl der Pächter infolge der ungünstigen Lage dieses Gebäudekomplexes in demselben ihr Geld verloren, zum theil exmittirt, zum theil bei Nacht und Nebel gerückt sind. Von den vierzig Läden des Hotels sind nur noch neun vcrmiethet. Abgesehen von einigen„Destillen" sind nur die Heilsarmee und die evangelische Bibelgesellschaft in der Lage gewesen, ihren Verpflichtungen»achzukommen. Die Pacht- preise in dem Hotel waren außerordentlich hohe und die Bc- dingungen sehr harte. Die Ladenpächter mußten ein Drittel der Miethe beim Abschluß des Vertrages, das zweite Drittel am 1. Mai zahlen, während das letzte Drittel im Laufe des Sommers fällig sein sollte. Der Zahlung der letzten Quote haben sich allerdings viele der bedauernswerthen Miether durch plötzliches Verschwinden entzogen, während andere, wie bereits erwähnt, exmittirt wurden und ihre Maaren und Einrichtungen im Hotel zurücklaffen mußten. Der Pächter des eigentlichen Hotels und Hauptrestaurants, ein Herr M. aus Friedenau, welcher nicht weniger als 60 000 M. bei dem Unternehmen verloren, befindet sich infolge der ausgestandenen Aufregung in einem so hochgradig nervösen Zustande, daß er nach einer Kaltwasser-Heilanstall über- führt werden mußte. Die Erhebnng von einer Mark Entree für das Betreten der Ausstellung hat bei zahlreichen Pächtern derselben arge Miß- fiinnnung hervorgerufen, da sich diese hierdurch in ihrem Geschäft geschädigt glauben; die betreffenden haben gegen die„Mark- woche" Protest erhoben und beabsichtigen eventuell für allen Aus- fall den Arbeitsausschuß regreßpflichtig zu machen. Der Sonntagsbesuch der Ausstellung beziffert sich auf rund 62 000 zahlende Personen. Die Freigabe der Treptower Chanssee wird nicht am Id. Oktober, wie mehrfach berichtet wurde, sondern erst mit dem 1. November erfolgen._ UlunTf unfc ÄVMenZAzaift. Die kassubische Köchin war in diesen Tagen mehrfach ge- nannt worden. Die kassubische Köchin ist eine alte Bekannte. Immer wenn ein Hintertreppenroman aus die Bretter kommt, ist von der kaffnbischen Köchin die Rede. Sre ist es, auf die der Zeitungsschreiber im Namen der„gebildeten deutschen Well" mit Verachtung herabblickt, und die gute kassubische Köchin wurde aufs neue zitirt, als im Berliner Theater das neue Schauspiel„Die offizielle Frau" nach einem anglo- amerikanischen Sensationsroman des Gavage von Hans O l d e n aufgeführt wurde. Ist die kassubische Köchin dafür verantwortlich, daß sechs„deutsche Dichter" wie verhungerte Wölfe sich auf den üppig- sensationellen Roman werfen und seine Heldin, eine schreckliche russische Nihilistin, die sogar gegen wirkliche geheime Exzellcnzen-Attentate plant, dramatisch „verarbeiteten?" Das war ein Konkurrenzwettlaufen. Windhunde konnten es nicht besser machen. Und sind es wirklich die kaffubischen Köchinnen, die Parkett und Logen des Berliner Theaters füllen und den„Bombenerfolg" der„offiziellen Frau" durchsetzten? Also lästert nicht mehr die arme kassubische Köchin, ihr gerade, die ihr gut bürgerlich fristrt und dressirt und vorgebildet auf Gymnasien und höheren Töchterschulen vor jeder gruseligen Kolportage-Erzählnng in bewunderndes Staunen versinkt! „Eine wilde Sache", die Poffe, die jetzt im Central- Theater aufgeführt wird, erinnert an gewisse VerlaaSartikel im Buchhandel, bei denen das Titelblatt aus vielverheißende Pikanterien hinweist. Der Inhalt aber ist geschwätzige Langeweile. So ist auch die Sache des Zentral-TheaterS erschrecklich wenig wild; und schwer zu begreifen ist es, wie man um solcher läppischen Geschichten willen noch Aufhebens machen kann. Zwar möchten die Autoren Freund und Mannstädt gerne einige freche Teufeleien aushecken. Da sie aber im Grunde ganz kleine Spießbürger sind, wie die große Heerde auch, die sich ä In Do» Juan amüsirt zu haben glaubt, wenn sie schwächlichen Lüsternheiten schmunzelnd folgt, so begnügen sie sich mit stumpfen Bühnenbildern, die daS„sinnberückende" Treiben auf der Ausstellung Kairo(nebst obligatem Bauchtanz) oder den Tanz von aufgedonnerten Dirnen in irgend einer Ball- und Räuberhohle Berlins nachahmen. Tief- sinnige Betrachtungen darüber anzustellen, ob„Die tolle Nacht" derselben Verfasser nicht doch ein wenig geistvoller gewesen war, verlohnt sich wirklich nicht. Sie sind allesammt einander werth, die Dichter, die an der Verblödung arbeiten, da? Publikum, das ihnen nachläuft, und die Schauspieler, die sich, wie sogar der vielgerühmte„Komiker" Thomas, zu entwürdigenden„Späßen" herleihcn. Wer sich zu Entkleidungsszenen bequemt, wie sie die Dichter der„wilden Sache" vorschreiben, der entkleidet sich auch seines Selbstgefühls. Ei» Premißren-Theater will Herr Direktor M ax E a m st ins Leben rufen. Dies soll erstens den dramatischen Autoren den schweren und langen Weg durch die Theaterkanzlei bis zur öffentlichen Aufführung dadurch erleichtern, daß das Premiären- Theater durch gute Darstellung seines Werkes dieses und seinen Autor schneller bekannt werden läßt. Es soll ferner den Theater- Direktoren zur Verfügung stehen.„Ich glaube", so führt Herr Samst aus,„daß das Premiören-Theater besonders von den Direktoren mit Freude begrüßt werden wird. Wie viel Zeit und Geld wird durch die vielen Proben, durch Anfertigung von Dekora« tione», Kostümen, Requisiten w. dem Theater erspart, wenn ein Direktor das betreffende Stück vorher im Premisren-Theater von guten BerufSschauspielern dargestellt sieht. DaS Premiören- Theater soll für würdige Vorstellungen Gewähr durch ein be- währtes Künstlerpersonal leisten.— Wir haben von je Herrn Samst für den muthvollsten Theaterdirektor Berlins gehalten. „Das Einmaleins", das neue Lustspiel von Oskar Blumenthal, ist in den Hauptrollen folgendermaßen besetzt: Felix Eichelberg— Georg Engels als Gast; Hubert Härtung, Baumeister— Ludwig Stahl; Lili, feine Frau— Jenny Groß; Käthe, ihre Schwester— Meta Jäger; Fr. Professor Cornelius, ihre Mutter— Marie von Moser-Sperner; Rothmüller, Guts- besitzer— Franz Guthery; Dr. Philipp Rothmüller, sein Sohn— Franz Schönfeld; Fr. Böhlke— Johanna Walther-Trost. InkernÄktonÄlev MongveH für Frauenwerke und Frauenbestrebungen. Iii. Am Dienstag Vormittag gab es unter Vorsitz der Frau Jeanelte Schwerin eine Sektionssitzung, die sich schon deshalb interessanter als die Plenarverhandlungen des Montags gestaltete, weil über die Vorträge debattirt werden durfte. Auch waren die Gegenstände, über die gesprochen wurde, von größerer Be- deutung, als das Thema des gestrigen Tages. Die Theilnahme der Frauen an der Sektionssitzung war eine sehr rege und der weite Festsaal deS Rathhauses wieder bis aus den letzten Platz gefüllt. Die beiden ersten Stunden der Tagung waren der R e f o r m der Frauen kleidung gewidmet. Dr. med. Spener referirte unter dem merkwürdig gewählten Titel„Noch ein be- deutsames Hinderniß für die Bewegung der Frau in der Frauen- bewegung" über die Gesundheitsschädlichkeit des Korsets und verlangte die Abschaffung dieses Marterwerkzeugs der Mode- damen. Die Korreferentin Frau Sera Proelß löste ihre Aus- gäbe besser, als der männliche Redner. Sie forderte eine gesund- heitsgeinäße praktische und schöne Kleiderresorm und meinte, daß es am besten wäre, auf die sogenannte Königin Luisen-Tracht— die Tracht stammt aus dein revolutionären rankreich und ist eine stilisirle, den Bedürfnisses unseres Klimas echuung tragende Modifikation der antike» Frauenkleidung— zurückzugehen, ohne den tiefen Ausschnitt natürlich und die Länge der Röcke. Auch die Unterkleidung müsse reformirt iverden, nicht die Hüsten, sondern die Schultern mühten die Untergewänder trage«.*) Eine Dame, Frl. Möller ans Kopenhagen, wurde als Trägerin der Reformtracht der Versammlung vorgestellt. Die Kleidung ist in der That reckt geschmackvoll. Dies Thema, dem offenbar großes Interesse entgegen- gebracht wurde, war damit erschöpft und es wurde zu dem zweiten Punkt der Tagesordnung, zu der Besprechung der sogenannten Sittlichkeitsfrage ge- schritten. Die Verhandlungen hierüber waren recht interessant und gewannen durch das Eingreisen von Sozialdemokratinnen in die Debatte noch erhöhte Bedeutung. Das Referat hatte Frau Hanna Bieber-Böhm. Sie bezeichnete die Sittlichkeitsfrage als eine ökonomische, hygienische Rechls- und Erziehungsfrage. Reform auf der ganze» Linie sei die Losung. Lange Zeit hätten die Männer versucht, den Frauen die Augen zu verbinden und sie darüber zu täuschen, daß bei uns die Viel- weiberei gesetzlich erlaubt fei. Die denkfaulen Frauen sagten noch'immer: Mein Mann sagt, es müsse nun einmal so sein, Prostitntion hätte es immer gegeben. Die dummen und krank- haflen Frauen riefen: Wir wollen es ebenso machen, wie die Männer, Freiheit für alle! Die denkenden Frauen aber sagten: Wir dulden solche Zustände mit Herzeleid und Zähneknirschen; es ist ei» Martyrium für uus, in einer Well zu leben, in der äußerlich alles gut, innerlich aber alles verfault ist. Die Frauen müßten darüber aufgeklärt werden, daß min- bestens 39 Prozent der jungen Leute vor der Ehe ein»»sittliches Leben führen, daß 30 Prozent von ihnen durch Verkehr mit den Prostituirtcn sich gefährliche, ansteckende Krankheiten holten, die auch auf die Kinder übergehen könnten. Wenn diese That- fachen bekannt wären, würde ein Schrei der Empörung durch die Frauenwelt gehen.„Wir protestiren gegen die alt- Lüge, daß die Prostitution ein nothwendiges Uebel sei. Sie ist nur niemals ernstlich bekämpft worden, immer nur ist gegen die Opfer, gegen die Prostiiuirten vorgegangen worden". Auf die ökonomischen Grundlagen der Erscheinung ging die Rednerin nicht ein, obwohl ihr auch dieser Theil der Frage, wie sie sagte, bekannt sei. Als Heil- mittel wußte sie nur die ideale Forderung zu präsentiren, daß die Männer ihren starken Instinkten Zügel anlegen müßten. Sie verwies auf die Arbeiten einiger Hygieniker und Aerzte, die den Nachweis geliefert zu haben glauben, daß der normal konstruirte Mensch keusch leben könne, wenn er keinen Alkohol genieße, keine schlechten Bücher lese, keine frivolen Stücke sich ansehe und Nachtcafe's und Kellnerinnenkneipen meide. Aus das bedenk- liche„Wenn" in diesem Nachweise ging die Rednerin nicht weiter ein. Sie forderte Keuchheit der Jünglinge und Mädchen bis zur Ehe, die nur aus Liebe geschlossen werden dürfe und strengste Keusch- heit in der Ehe. Die Mütter sollte» mit Löwenmuth ihre Töchter vertheidigen und sie keinem polygamisch verwöhnten, heimlich kranken Mann anvertrauen. Junge Leute, die ein liederliches Leben führten, sollten vom Verkehr in der Familie ausgeschlossen sein.— Außerdem verlangte die Rednerin gesetzliche Reformen auf dem Gebiet der Sittlichkeit. Es sei ein unwürdiger Znstand, daß gegenwärtig ein vierzehnjähriges Kind unter dem Schutz des Staates Prostitution treiben dürfe. Noch gebe es kein Gesetz gegen Arbeitgeber, die den Ar- beiterinnen Hungerlöhne zahlen und sie dadurch zwingen, ihre» Körper zu verkaufen. In diesem Herbst werde wahrscheinlich die lex Heinze wieder austauchen. Gegen die darin wenn auch in verhüllter Form vorgeschlagene Kasernirung der Prostitution müßten die deutschen Frauen als Entwürdigung ihres Geschlechts protestiren. Jede Frau muß— so schloß die Rednerin unter lebhaftem Beifall— wie die Bibel sagt, ihren Mund austhnn für die Stummen und für die Sache aller derer, die ver« lassen sind! Das Korreferat hielt Frau Stadtschulrath Cauer. Ich stehe, sagte sie, in vieler Hinsicht auf anderem Boden als Frau Bieber-Böhm. Ich sehe die einzige Hilfe gegen die Prostitution vorläufig darin, die wirthschaftliche Selbständigkeit der Frau zu erhöhen. Ich kenne auS dem Hilfsverein für weibliche Angestellte heraus die Lage der jungen Mädchen. Wie es mit den Arbeiterinnen steht, kann ich nicht so genau sagen, da muß ich noch viel lernen und darüber würden unS die sozialdemokratischen Frauen, deren Kritik an der bürgerlichen frauenbeivegung nothwendig und berechtigt ist, genaueres -richten können. Was aber die weiblichen Handels- angestellten betrifft, so muß ich sagen: Bei den Lohnverhältnissen, die dort vielfach herrschen, ist es unmöglich für junge Mädchen, sittlich hoch zu bleiben.(Lebhafte Zustimmung.) Erst muß die Möglichkeit für diese Mädchen geschaffen werden, daß sie wirklich leben können, dann kann man ideale Forderungen an sie stellen. Es ist ja auch sehr bezeichnend: zur Zeit des wirthschaftliche» Ausschwungs geht die Zahl der Prostituirtcn zurück. Kann ei» junges Mädchen mit 25 oder 30 M. monatlich auskommen? Dabei verlangen die Chefs noch elegante Toiletten. Nicht nur den harten Kampf ums tägliche Brot führen diese Mädchen, sie müssen sich noch vertheidigen gegen die Ver- führungs-Bersuche mancher Vorgesetzten.(Lebhafte Zustimmung.) Die sozialdemokratischen Fronen machen uns den Vorwurf, daß wir diese Zustände nicht öffentlich zur Sprache bringen, aber *) Das Radlerinnenkostüm verwarf Frau Proelß. Es gelte zwar als„chik", beruhe aber doch auf dem korrumpirten Korset- geschmack. die jungen Mädchen flehen unS an, zu schweigen, weil die ChefS die Macht haben, sie durch schlechte Zeugnisse jahrelang brotlos zu machen. Wir wollen aber trotzdem unsere Taktik ändern. Die bürgerliche Gesellschaft hat kein Recht, einen Stein auf gefallene Mädchen zu werfen. Man soll die Pharisäer nur fragen, ob sie schon gehungert und kein Obdach gehabt haben. (Lebhafter Beifall.) Zur Hebung der Sittlichkeit in der Ehe ist eine Erleichterung der Ehescheidung das wirksamste.(Bravo.) Es wird der sozialdemokratischen Partei vorgeworfen, daß sie sortgesetzt von freier Liebe spricht. Die sozialdemokratische Partei versteht unter freier Liebe aber doch nur leichtere Ehescheidung. Rednerin erwähnt kurz die Vorschläge der ursprünglich als Korreferentin in Aussicht genommenen Engländerin Miß Hogg— Einschränkung der Einwanderung von Französinnen und Deutschen nach England, wo sie häufig der Prostitution in die Arme fallen, weil der Arbeitsmarkt überfüllt ist, internationales Vorgehen der Regierungen gegen den furchtbaren Handel mit weißen Mädchen — und schließt: Arbeiten wir daran, daß die Arbeiterinnen- Verhältnisse besser werden!(Lebhafter Beifall.) Nachdem ein Fräulein Ottilie Hoffmann den Kampf gegen den Alkoholgennß als Pflicht der deutschen Frau bezeichnet und empfohlen, wurde die Debatte über die drei Referate er- öffnet. Frau Schlesinger-Eckstein glaubte den Sinn der vortrefflichen Rede der Frau Cauer in den Satz zusammeiifassen zu könne»: Die Prostitution steht und fällt mit der kapitalistischen Gesellschaft! So lange es den Männern des Bürgerthums erst mit 30 oder 40 Jahren zu Heirathen möglich ist, wird es auch Prostitution geben. Die Vorschläge der Frau Bieber-Böhm seien aussichtslos. Zudem sei es nicht erwiesen, ob die Unterdrückung eines Zentraltriebes im Menschen nicht direkt schädlich sei. Hierauf erhielt Frau Zetkin das Wort. Sie sagte: Der Wunsch der Frau Bieber-Böhm. daß den Stummen und Ver- lassenen ein Wortführer und Vertheidiger erstehe, ist auch in der Sittlichkeitsfrage bereits erfüllt. Der Wortführer ist das kämpfende Proletariat. Die wirthschaftlichen Verhältnisse sind der Suinpfboden, aus dem die Prostitution emporwuchert, und es nützt nichts, nach Art schlechter Kurpfuscher einzelne Symptome des Uebels zu bekämpfen. Die Prostitution ist eng verquickt mit der Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft. Von der berufsmäßigen Prostitntion abgesehen, prostituiren sich tausende von Mädchen gelegentlich, weil ihr Arbeitsverdienst nicht zum Leben hinreicht. Ganze Industriezweige mit niedrigen Arbeitslöhne» für die Arbeiterinnen verdanken ihre sog. Blüthe dieser schändlichen Thatsache. Tie wirthschaftlichen Verhältnisse erzeugen also das Angebot von Prostiiuirten, sie erzeugen aber auch die Nachfrage, weil es vielen Männern unmöglich ist, zu richtiger Zeit eine Ehe zu schließen. Daß der Mann vor der Ehe im Zustande absoluter Keuschheit lebt, wird sich bei der großen Mehrzahl nie verwirk- lichen lassen. Nur einzelne Jdealmenschen werden dieser Forde- rung genügen. Ein gesetzliches Verbot der Prostitution würde das Laster nicht beseitigen, sondern nur in Höhlen und Schlupfwinkeln treiben, wo es unter der Oberfläche nur noch giftiger wirken würde. Um so mehr würde sich auch das häßliche Gegenstück der weiblichen Prostitution, das männliche Zuhälterthum, entwickeln. Es liegt psychologisch auf der Hand: je mehr die Prostiluirte von der Polizei verfolgt wird, desto größer wird ihr Bedürfniß. einen Beschützer zu habe», um mit seiner Hilfe die Polizei zu täuschen. Nicht bei der Krönung des Gebäudes darf begonnen werden, erst n>nß die gesunde Grundlage in wirthschastlicher Beziehung gelegt werden. Deshalb muß jede denkende Frau für soziale Reformen im großen Stile ein- treten, die es der breiten Masse erst ermöglicht, sittlich zu leben.(Lebhafter Beifall.) Herr von E g i d y war der letzte Redner in der Debatte. Er wollte„aus der ernsten Stunde nicht ohne versöhnendes Wort scheiden" und glaubte, daß Frau Bieber-Böhm zu schwarz gemalt habe. So schlimm stehe es doch nicht mit den jungen Leuten; so zerrüttet sei das innerste Gemüthsleben des Mannes in der Gegenwart nicht. Reines Familienleben wecke in den jungen Leuten, die unkeusch lebten, daS Bewußtsein des Unrechtes; grade diesen Sündern dürfe nicht die Thür gewiesen werden; die Reinheit der Töchter strahl« auf sie über. Frau Bieber-Böhm bezeichnete in ihrem Schlußworte diesen Vorschlag doch als ein gefährliches Experiment. daS sie nicht machen würde, wenn sie Töchter hätte und erinnerte Frau Zetkin gegenüber daran, daß sie Reform auf der ganzen Lime verlangt hätte und auch die Verbesserung der ökonomischen Verhältnisse dazu rechne. In der Nachmittagssitzung deS Kongresses wurde über Mädchengymnasium. Universitäts- und Kunst- studium der Frau verhandelt und von den verschiedenen Rednerinnen die mehr oder weniger verzopften Zustände in den einzelnen Ländern in dieser Beziehung geschildert. Theilnahme der Frau an dem vollen Kulturleben der Gegenwart, Fort- räumung der bestehenden Hindernisse war die allgemeine Parole. Soziales. Das EinigungSatut des Berliner GewerbegerichtS giebt den am 14. August gefällten Schiedsspruch, betreffend den allge- meinen Ausstand in der Herren- und Knaben- konfektion Berlins, nunmehr öffentlich bekannt. Der „Vorwärts" hat schon damals die wesentlichsten Bestimmungen des im Schiedsspruch festgesetzten Miniinal- Lohntarifs und wörtlich die Gründe des Schiedsspruchs gebracht. Wir sehen deshalb von der Wiedergabe der jetzigen Publikation ab. Das Einigungsamt macht weiter bekannt:„Innerhalb der den Parteien seitens des Einigungsamtes des Gewerbegerichts zur Abgabe ihrer Erklärung festgesetzten Zeit von 14 Tagen darüber, ob sie sich dem Schiedssprüche unterwerfen, haben die Vertreter der Arbeitnehmer ihre Unterwerfung unter den Schiedsspruch abgelehnt. Von den inleresstrte» 92 Konfektionären haben vier bedingungslos und zivei unter der Bedingung, daß die Mehrzahl der Konfektionäre den Mindest- tarif annehmen, sich dem Schiedsspruch unterworfen. Neun Konfektionäre haben sich gegen denselben erklärt. Von den übrigen Konfektionären und den Vertretern der Zwischenmeister ist eine Erklärung nicht abgegeben worden. Es wird bemerkt, daß die Nichtabgabe einer Erklärung binnen der bestimmten Frist und die von zwei Konfektionären abgegebene bedingungsweise Erklärung in Gemäßheit des Z 68 des Gewerbegerichts-Gesetze? und ß 77 des OrtsstatutS für die Stadt Berlin als Ablehnung der Unterwerfung gilt." Die Arbeiter waren gezwungen, den Minimaltarif abzu» lehnen, weil die Konfektionäre, welche höhere Leistungen an dr» Arbeitskraft stellen, ihn zur Lohnreduzirung ausnutzen, und die, für welche der Schiedsspruch in erster Linie berechnet war, sich nicht daran kehren. Sie wollen nach wie vor die Nothlage der Arbeiter zu ihrem Vortheil ausnutzen. Das beweisen jene Unter- nehmer damit, daß. trotzdem die Sätze des Minimaltarifs in allen wesentlichen Punkten mit den von den Konfektionären am 19. Februar vorgeschlagenen übereinstimmen, sie sich dennoch weigerten, sich dem Schiedsspruch zu unterwerfen. Hinein in die Organisation! Das ist die Lehre. welche den Arbeitern der Ausgang dieses Einigungsverfahrens von neuem giebt; nur so können sie ihren Forderungen Gsttung verschaffen. Ueber die Erwerböthätigkeit der schulpflichtige« Kinder in der Stadt Hannover hat der dortige L eh r e r v e r e i» eine Statistik aufgenommen, aus der hervorgeht, daß 12 Prozent der Knaben und 6 Prozent der Mädchen außer der Schulzeit dem Gelderwerb nachgehen müssen. Um de» mit dieser Thälig- feit der Schüler verbundenen Uebelständen entgegenzuwirken, I sich auch Weider mit Backwaaren eingefunden hatte. Die Vorstands- Museum für bebeutender als den Louvre, Notre Dame ist im fordert der genannte Lehrerverein, daß 6-10 jährige Schüler mitglieder des Fachvereins erlaubten ihm auf seine Anfrage, fein Vergleich mit der Westminster Abtei eine Stümperei. Er macht, morgens vor der Schule zu feinem Erwerbe benutzt werden, Gebäck auf dem Festplatz feilzuhalten. Doch er sollte nicht so oft ihm ein französischer Soldat begegnet, ein Gesicht, als ob er daß kein Schüler nach 10 Uhr abends beschäftigt wird und daß lange ungestört dem Geschäft nachgehen. Bald erschien der ihn an Waterloo erinnern wollte. Es nimmt vor niemand den Hut tein Schüler dreimal am Tage( morgens, mittags und abends) Gendarm Riemer und untersagte ihm den Verkauf, da Weider ab und läßt gegen die Landesfitte bei der Anrede das„ Monfieur" zum Gelderwerbe herangezogen werden soll. Diese Forderungen weder eine Legitimation, noch einen Wandergewerbeschein bei fich und„ Madame" fort. Er erscheint auf den Boulevards mit find so winzig, daß es immerhin sonderbar erscheint, wie selbst führte, und weil er Weider nicht für berechtigt hielt, auf dem Fest- rundem Hut und weiß nichts von Frack, wo grande tenue de deutsche Pädagogen sich mit ihnen begnügen tönnen. play außerhalb der für jeden Handelszweig freigegebenen Stunden rigueur ist. Er lacht verächtlich bei allen Dingen, die er nicht Aus Zwickau wird uns geschrieben: Die Generalversamm des Sonntags Handel zu treiben. Als W. sich weigerte, dem Ber- versteht, und giebt sich niemals Mühe, etwas zu verstehen. Er Aus Zwickau wird uns geschrieben: Die Generalversamm: langen des Gendarmen nachzukommen, und die Umstehenden durch behauptet, daß nur der Engländer reiten, rudern, schießen, lung des Schede wiger Konsumvereins genehmigte einige spöttische Bemerkungen zum Lachen reizte, schritt Riemer zur turnen kann. Er wird auf Reisen in Frankreich Aristokrat, bei eine Dividende von 16 pCt. und die Ausgabe von 5000 neuen Beschlagnahme der Backwaare. Nach einigen Tagen sollte Weider Wanderungen in Deutschland Republikaner. Er sieht nichts Aktien à 200 M., auch wurde die Verwaltung ermächtigt, ohne dieselbe wieder erhalten, er verzichtete indeß darauf, weil in Venedig, Florenz, Dresden oder Berlin. Er gähnt wieder eine Generalversammlung einzuberufen, eine eigene Bäckerei fie unbrauchbar geworden war, und flagte auf Schaden- im Batikon und legt sich in der Pariser Oper zum Schlafen. zu errichten und zu diesem Zwecke ein passendes Grundstück zu erfag. Er machte geltend, daß Riemer zur Beschlagnahme nicht Er spaziert überall umber, als ob ihm die ganze Gegend erwerben. Ein Drittel der Aufsichtsrathsmitglieder waren zu berechtigt gewesen wäre. Die Regierung nahm fich nunmehr gehörte, und betrachtet die Anwesenheit der gewöhnlichen Be ergänzen. Die Genossen H. Sachse, Gählig und Reiher wurden wieder, J. Wagner neugewählt; eine gegnerische Liste jedoch ihres Beamten an und erklärte die Klage für unzulässig, wohner als Beeinträchtigung seiner Rechte. Er spricht nur in indem ste ausführte, daß Riemer seine Amt3- feiner Sprache und erwartet, daß ihn jedermann versteht. Er unterlag mit großer Minorität. befugnisse nicht überschritten habe. Der brüllt die Kellner an und betrachtet die Hotelwirthe als Briganten. In Oelduit i. V. beschloß eine von 300 Personen besuchte Privatfläger hätte den Gendarm verhöhnt, statt seiner Er betritt feinen Laden, ohne anzunehmen, daß die Leute sich Gewerkschafts- Versammlung, beim Stadtrath um Errichtung eines Aufforderung zu genügen, und die sozialdemokra hinter dem Ladentische verschworen haben, ihn auszurauben. Er Gewerbegerichts vorstellig zu werden. tischen Fach vereinsmitglieder hätten ihre Freude erwartet, daß jedermann sich vor ihm verbeuge und ihm aus dem Die Tabakhändler Süddeutschlands haben auf einer darüber kundgegeben. Diesen ungefeßlichen Zustand zu beseitigen, habe Wege gebe. Er ist aufgeblafen, eingebildet, stupide und rücksichts dem Privatbeklagten kein anderes Mittel zur Verfügung gestanden, los, und wenn er sich dann überall in fremden Landen als überZusammenkunft in Mannheim einen Ring gebildet, angeblich als die Anwendung unmittelbaren 3wanges, der polizeilichen müthigen Patron aufgespielt hat, merkt er bei seiner Rückkehr in nur, um ihre Interessen beim Einkauf in Beziehung auf die Güte des Tabaks zu wahren. Die wichtigsten Bestimmungen der Ver- Exekutive. Das Recht stehe dazu aber dem Polizeibeamten zu, auch die Heimath zu feiner Ueberraschung, daß der Brite in der einbarung gehen dahin, daß die Mitglieder des Ringes von den wenn er nicht als Hilfsperson der Staatsanwaltschaft auftrete. Der Frembe nichts weniger als beliebt ist." Ziemlich das Gegenbild Pflanzern feinen Tabat am Dach kaufen, sondern nur in voll- erste Senat des Ober- Berwaltungsgerichts hat nun des Engländers ist der Deutsche. Der deutsche Bourgeois, der ständig abgehängtem Zustand, der eine genaue Besichtigung der Waare mehr den Konflikt für begründet erklärt, nachdem in- daheim als Hurrahpatriot lärmt, sucht sich draußen mit affengestattet. Für das badische Oberland und Elsaß- Lothringen gilt zwischen Weider zu zehn Mark Geldstrafe verurtheilt worden artiger Geschwindigkeit in den fremden Geschmack zu fügen, infolge eigenartiger Rechtsverhältnisse diese Bestimmung nicht, war, weil er, der in Bockenheim wohnt, auf Rödelbeimer radebricht die fremde Landessprache, verleugnet die heimische sondern es darf am Dach, allerdings erst vom 15. Dezember des Gebiet gehandelt hatte, ohne im Besize eines Wander- Sitte und macht sich so im Auslande ungleich dem Engländer Erntejahres, ab gekauft werden. Verstöße gegen die Verein. Gewerbescheins gewesen zu sein. Die Entscheidung des Ober- nicht allein unbeliebt, sondern auch verächtlich. barungen werden einem Ehrenrath zur Entscheidung unter Berwaltungsgerichts bedeutet, daß das gerichtliche Berfahren in breitet. Die Konventionalstraie beträgt 10 Mark für den Sachen des Schadenersaz- Anspruches endgiltig einzustellen ist. Zentner bestimmungswidrig gekauften Tabats. Der Ring gilt Großes Aufsehen erregte im Januar d. J. die Meldung, als geschlossen, wenn die Mehrzahl der oberbadischen und daß im Ballasttant des deutschen Dampfers Herrmann" feas elsässischen Interessenten, die nur schlecht vertreten waren, israelitische Auswanderer aus Rußland, die mit 15 anderen Gederen Anschluß aber zweifellos fei, ihren Beitritt erklärt haben. nossen in dem engen Raum verstaut waren, auf der Fahrt von Tie Vereinbarungen haben in diesem Falle rückwirkende Kraft Libau nach Hull erstickt und ihre Leichen ins Meer geworfen seien. nud gelten vom 20. September an. Zum Schluß betonte der Dem hauptschuldigen Steuermann Dreesen aus Apenrade wurde Vorsitzende Bensheim, daß die Vereinbarungen Hand in Hand das Schiffer- und Steuermannspatent entzogen. Wie jetzt ge mit den bäuerlichen Interessenvertretungen zur Durchführung ge- meldet wird, hat das Oberfee- Amt in Berlin dem Führer des langen würden und daß es in keinem Falle auf eine Aus- Dampfers, Kapitän Lorenzen, das Kapitän spatent entzogen, da plünderung der Bauern durch Preisdrückerei seitens des Ringes er sofort nach Libau hätte zurückkehren müssen, nachdem die Erabgesehen sei. stickten in dem Tant entdeckt worden waren. Dem Lorenzen wurde das Patent als Steuermann belassen. Es wird sich wohl auch hier das Wort bewahrheiten, daß der Appetit mit dem Essen kommt. Gewerkschaftliches. " Erdbeben auf Jeland. Nach einer brieflichen Meldung aus Reykjavit fanden in der Nacht zum 6. d. M. auf Jsland wieder zwei Erdstöße statt. Ein altes Ehepaar verlor dabei unter einem herabstürzenden Dach das Leben. Nach Meldungen der Blätter wird die Zahl der Höfe, welche durch die in der legten Zeit stattgehabten Erdstöße zerstört wurden, auf 155 geschätzt. " hervorgeht, daß die Leichen der bei dem Ueberfalle getödteten Aus Sydney bringt Reuters Office eine Meldung, aus der Mitglieder der Expedition des„ Albatros", also jene des Barons den Händen der Eingeborenen geblieben sind und denselben nicht Foullon, des Seekadetten Beaufort und der zwei Matrosen, in entriffen werden konnten. Es macht dies einen um so peins licheren Eindruck, als die Eingeborenen der Salamonsinseln beUeber das Ende des Prozesses betr. den Diamanten fanntlich noch jetzt leidenschaftliche Rannibalen sind. Da die Diebstahl bei der Gräfin Ceblere, in den der junge Luigi Jufel Guadalcanar, der Schauplatz des Ueberfalles auf die Er Crispi verwickelt war, wird aus Rom berichtet, daß von pedition des Albatros", nach dem am 6. April 1886 zwischen drei des Diebstahls angeklagten Strohmännern zwei freigesprochen England und Deutschland geschlossenen Vertrage zum englischen Aufgelöft wurde in Untersachsenberg der Fach- wurden, während das Gericht einen wegen Hehlerei zu 15 Mo. Schutzgebiete gehört, organisirte- wie aus Sidney gemeldet Der Abgeordnete Luigi di wird verein der Musikinstrumenten Arbeiter durch naten Gefängniß verurtheilte. der englische Resident Whiteford eine Expedition zur bie Amtshauptmannschaft zu Auerbach, weil der Vorsteher die Laurenzoma foll in letzter Stunde noch vor Gericht Gut Bergung der Leichen der bei dem Ueberfalle auf das wissenschaft. Sozialdemokratischen Arbeitervereine in Graslih, Eibenberg und hüllungen" über den Vorfall gemacht haben, die ein neues liche Detachement des österreichisch ungarischen Kriegsschiffes Schwaderbach eingeladen haben soll, an einem Sommerfest des Verfahren veraulassen dürften. Die galante Gräfin war Albatros" von den wilden Eingeborenen getödteten Personen, Fachvereins theilzunehmen. Das war ein Inverbindungtreten" nämlich sehr in Dalles und hat, wie vage Mittheilungen bie jedoch keinen Erfolg hatte. Admiral Bridge gab dem engliso fürchterlicher Art, daß eine königl. fächsische Amtshauptmann- befagen, mit ein Crispi junior abgekartetes Spiel schen Kreuzer Ringarooma" den Befehl, nach den Salamonsschaft selbstverständlich gar nicht anders fann, als einen Verein, zu dem Zweck getrieben, den Staat zur Vermeidung von Standal Inseln abzugeben. Es scheint also, daß England eine Büchtigung der solches thut, aus der Welt zu schaffen. zu veranlassen, ihre Finanzen wieder in Ordnung zu bringen. Der Eingeborenen beabsichtigt. Als dieser Versuch mißlungen war, fuchte sie den bekannten Gegner des alten Grispi, Felice Cavallotti, zu überzeugen, daß Luigi Crispi der Urheber des Diamantendiebstahls sei, aber Cavallotti mag sie durchschaut haben, denn er lehnte es ab, won Band III des Volks- Lexikon", herausgegeben von Emanuel Wurm, Paladin der edlen Dame zu werden. Wie es heißt, wird der junge Crispi nach Amerika geschickt. O In Wien haben die Fuhrwerts Gehilfen be fchloffen, die Statthalterei zu ersuchen, ihren Einfluß auf die Fuhrwerksgenossenschaften dahin geltend zu machen, daß diese folgende Forderungen bewilligen: Herabsehung der jett oft 18bis 20 stündigen Arbeitszeit auf 11-12 Stunden täglich; Er höhung der jezigen Löhne von 7-9 Gulden auf 12 Gulden; Einführung und Einhaltung der Sonntagsruhe zum mindesten beim Schwerfuhrwerk, während bei den anderen Fuhrwertsbranchen der Erfah Ruhetag streng gehandhabt werden soll; Abschaffung der Unterkunft der Kutscher im Stalle, wo diese oft auf mit Jauche durchtränktem Stroh schlafen müssen; die Auszahlung des Lohnes foll am Sonnabend einer jeden Woche um 6 Uhr abends erfolgen, und endlich soll für die Stellen bermittlung ein Rufhaus errichtet werden. Vermischtes. " Die am Sonnabend Abend zu Leipzig abgehaltene Borversammlung der deutschen Fortbildungs- Schulmänner fand mit einem betrübenden Vorgang ihren Abschluß. Nachdem Schuldirektor Scharf die von auswärts erschienenen Kollegen auf das herzlichste begrüßt hatte, erhob sich Stadt- Schulrath Borne In Dallwig in Böhmen ist das gesammte Personal der mann aus Frankfurt a. M., um im Namen derselben für den Borzellanfabrit, an Bahl 420 Arbeiter und Arbeiterinnen, freundlichen Empfang zu danken. Der Redner hatte eben geendet ausgesperrt worden, weil es gefordert hatte, daß 25 plöglich alsbald herbeigerufene Aerzte fonnten nach ihrem Eintreffen leider und sich niedergesetzt, als er plöglich bewußtlos umsant. Zwei entlaffene Druckerinnen wieder eingestellt und die Kündigung von nur noch seinen Tod feststellen. Ein Gehirnschlag hatte dem 20 Drehern zurückgenommen werden sollte. Das Personal wird Leben des noch in den rüftigsten Jahren stehenden Mannes so wegen Nichtinnehaltung der Kündigungsfrist gegen die Fabrik schnell ein Ende bereitet. flagbar werden. Der Streik der Knichosenmacher in Newyork wurde am 29. Auguſt für beendet erklärt, da die meisten Unternehmer unterzeichnet und die übrigen sich mit der KniehosenmacherUnion abzufinden haben, ehe sie Leute zum Arbeiten bekommen tönnen. In Argentinien macht sich die Arbeiterbewegung bereits start bemerkbar. Am 11. Auguft legten alle Arbeiter und Unterbeamte der Westbahn die Arbeit nieder, am 13. folgten die Arbeiter der Südbahn und der Bahn nach Ensenada. Sie verlangen den achtstündigen Arbeitstag ohne Lohnkürzung. Am 15. folgten 4500 Arbeiter der Gasfabriken und der Werkstätte zur Erbauung von Pferdebahnen diesem Beispiele. Die große Mehrzahl der Ausständigen besteht aus Italienern und Spaniern. Gerichts- Beifung. Begnadigt. Der Bürgermeister v. Schedler in St. Goars hausen, der wegen Amts vergebens zu einem Monat Ge Auch das fernere Tragen der Landwehr- Offiziersfängniß verurtheilt worden war, ist begnadigt worden. uniform ist ihm seitens der zuständigen Militärbehörden ge= stattet worden. " Eingelaufene Druckschriften. Verlag von Wörlein u. Ko., Nurnberg, sind weitere 4 Hefte( Nr. 55-58) erschienen, in denen folgende größere Artifel enthalten sind: Heizung ( Fortseßung) und deren Anlagen; Seffen- Darmstadt, Großherzogthum, beffen Haupterwerbszweig: Landwirthschaft; Städte und deren Berwaltung; Hierarchie, Hilfskaffen, Holz( Holzforten, Holzmaß, Holzzoll, Holzverarbeitung, Holzarbeiter, deren Organisation), Hühnervögel, Sülfenfrüchte und deren Arten, Hutarbeiter, Hutmacher( deren Organisation); Immunität, Indien( das Land, Städte und deren Bewohner), Indochina, Infektionskrankheiten( Wafern, Rötheln, Scharlach, Pocken, Blattern, Typhus, Cholera, gelbe Fieber, Best, Ruhr, Diphtheritis, Keuchhuiten, Jufluenza, Tubertulofe 2c. 2c., Schußimpfung, Smpfawang, Jmpfgegner), Inquisition, Insetten, Insektenfresser, Instrumentenarbeiter, Invaliditätsund Altersvei ficherung( gef Bliche Bestimmungen zc., Statistisches hierüber), Irrenheilkunde, Jtalten, Königreich, deffen Flüsse, Produtte, Handel, Schulen, Heer und Städte( Anfang). Mit Heft E1 fchloß der 2. Band; bemfelben ist ein Regifter beigegeben, das über 23 000 Stichworte enthält; Band I enthielt, wie das beigeg bene Register zeigt, an 17 000 Stichworte, so daß in beiden Bänden bereits 40 000 Stichworte aufzufinden sind. Band I und II find gebunden, in geschmackvollen Einbanddecken, wie Lieferungsweise in Seften( à 20 Pf) zu beziehen. Alle 14 Tage erscheint ein Heft Das Bolts Leriton tann durch alle Buchhandlungen, Kolporteure 2c. und auch durch jede Poftanstalt bezogen werden. Es ist im deutschen Pofizeitungs- Katalog unter Nr. 7089, im bayerischen PostBettungs- Katalog unter Nr. 772 eingetragen. Witterungsübersicht vom 22. September 1896. Stationen. Aus Karlsruhe meldet man, daß am Sonntag Mittag der von Kehl nach Sundheim fahrende Omnibus, der mit 17 Personen überladen war, eine 2 Meter hohe Straßenbiegung herabgestürzt ift, wobei fecha Personen leicht und der Schiffbauer Fischer aus Swinemünde Straßburg schwer verletzt wurden. Hamburg Abermals scheint ein Alpentonrift verunglückt zu sein. Berlin Aus Innsbrud wird berichtet: Der Münchener Tourist Josef Wiesbaden Kirchbaur, ein Mann von fünfzig Jahren, wird seit dem München 19. Auguft vermißt. Damals wurde er noch in Innsbruck gesehen. Wahrscheinlich ist er bei einer Bergpartie in eine Schlucht Haparanda. Betersburg gestürzt. Wien Cort Barometer ftand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. GOS Windrichtung SW Windstärke NAAAANNNW( Stala 1-12) Wetter Temperatur MUNT LLIT co o nach Celfus 756 heiter 10 755 Nebel 8 758 SSW heiter 8 756 SW bedeckt 10 759 bedeckt 6 760 Still Nebel 756 DND 4 bedeckt 788 28 wolfig 15 744 . 755 GD SSM 6 bedeckt 11 2 bedeckt 13 • • I ( 50. 4° R.) Die Backwaare auf dem Fefte des Schuhmacher- Fachvereins. Für Händler ist der Ausgang eines Konfliktes John Bull auf Reisen betitelt sich ein Stimmungsbildchen, Aberdeen. von Bedeutung, den die Regierung in Wiesbaden zu in dem der Punch", das bekannte englische Bigblatt, seine Baris. gunsten des Gendarmen Riemer erhoben hatte, gegen welchen Landsleute nicht übel vornimmt. Raum hat der Sohn Albions von dem Bäcker Weider ein Schadenersatzanspruch im Wege des feinen Fuß auf den Kontinent gefeßt, so läßt er die ihm souft Wetter- Prognose für Mittwoch, den 23. September 1896. Bivilprozesses geltend gemacht worden war. In Rödelheim übliche Duldung des Fremden fahren und betrachtet alle und Etwas wärmer mit veränderlicher Bewölkung, Regenfällen bei Frantfurt a. M. hielt am 17. Juni 1894, einem Sonntage, alles mit unverhohlener Verachtung. Er erklärt die Peterskirche und frischen füdwestlichen Winden. der Fach verein der Schuhmacher ein Fest ab, zu dem für geringer als die Londoner St. Paulstirche, das British auf Theilzahlung. zu 1726 Möbel J. 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Alexanderplay- Theater. Die offizielle Frau. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. a Apollo Theater. Spezialitäten- Borstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Was ihr wollt. Donnerstag, abends 8 Uhr: Emilia Galotti. Alexanderplatz- Theater. Heute, Mittwoch, zum letzten Male: Die offizielle Frau. Schauspiel in 4 Aften nach dem gleichnamigen Roman von Savage. ( Bons haben Wochentags Giltigkeit.) Anfang 8 Uhr. Morgen: Zum ersten Male: Ohne sittlichen Halt. Sittenbild aus dem Berliner Leben von Wilh. Friedland. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chauffeeftr. 25/26. Dir. Max Samst. Der Hypochonder. Lustspiel in 4 Atten von G. v. Moser. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Der Hypochonder. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direttion: Richard Schultz. Mittwoch, den 28. September 1896: Bum 4. Male: Emil Thomas a. G. Eduard Steinberger a. G. Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannftädt und J. Freund. Mufit von J. Einödshofer. Anfang 18 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. Oftend- Theater. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion: Karl Weiss. Mittwoch, den 23. September 1896: Der deutsche Michel. Volksstück mit Gesang in 4 Akten von R. Kneisel. Anfang 71/2 Uhr. Rasseneröffnung 6 Uhr. Moabiter Stadttheater Alt- Moabit 48. Heute, sowie von nun an jeden Mittwoch: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf.( Siehe Plakate.) Morgen, Donnerstag: Konzerthaus Sanssouci. Freitag: Viktoria- Braueret. ApolloTheater. Thalia- Theater Circus Busch. ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/73. ( Bahnhof Börse.) Direktion: W. Hasemann, tönigl. preuß. Mittwoch, 23. September 1896, Kommissionsrath. Cousin Cousine. Vaudeville in 3 Atten von Maurice Ordonneau und Henri Kéroul. Musit von Gaston Serpette. Deutsch von Bolten- Bäckers. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Anfang 7/2 Uhr. In Vorbereitung: Der Strohmann ( Surnuméraire). Schwank v. Boucheron. Deutsch von Max Schönau. Gebildete Menschen. Volksstück v. Viktor Léon. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater& hr. Sternwarte Invalidenstr. 57-62 Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 f. = Abends 71/2 Uhr: Gr. Elite- Vorstellung. Sensationeller Erfolg! Millennium, Bilder a. Ungarn. Außerdem: 3um 1. Male: Bator, ungar. Bollbluthengst, dress. u. ger. von Herrn Footit- Burghardt. 3. 1. Male: Auftr. der Schulreiterin Male. Eugenie. Ein hippolog. Potpourri, dreff. u. vorgef. v. Dir. Busch. 3. 1. Male: Clifton Bros. als chinesische Excentrics. Zanzibar, brauner Hengst, geritten von Herrn Eugen Salamonski. Spezialitäten 1. Ranges, Vorzügl. Klowns. Morgen: Gr. Borstellung. Millennium. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direttion: Winkler& Fröbel. Nen! Sremlow- Compagnie. Neu! Neu! 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Die sozialdemokratische Fraktion beschränkte sich deshalb darauf, einige der wichtigsten Forderungen der Partei in An= trägen neu zu formuliren oder aus früheren Sessionen zu wiederholen; zur Erörterung weiterer Beschwerden und Wünsche der deutschen Arbeiterklasse bot ja voraussichtlich der Gang der Verhandlungen von selber reichlich Gelegenheit. Zur Veranstaltung und Abhaltung von Versammlungen bedarf es weder einer Anmeldung bei einer Behörde, noch einer Erlaubniß durch eine Behörde. Versammlungen und Um züge, die auf öffentlichen Straßen und Plätzen stattfinden, find spätestens sechs Stunden vor ihrem Beginn durch den Veranstalter oder Einberufer bei der mit der Ordnung des öffentlichen Verkehrs betrauten Ortsbehörde anzuzeigen. § 2. 13. Jahrg. aus aber Besonders die Vorgänge in Sachsen gaben dann den Anstoß, liche Angelegenheiten. Diese öffentliche Sigung die Landtagswahlrechts- Verhältnisse vor den Reichstag welchen Gründen, ist allerdings nicht angegeben; wiederholung des bekannten Zusatzantrages zu Artikel 3 der Grund her- die betreffende Vereinsfizung wurde einfach und damit vor die weiteste Oeffentlichkeit zu bringen durch die bei der elsässischen Regierung geht es ja immer noch ohne Reichsverfassung: verboten. Wo bleibt da das Koalitionsrecht? Ich habe hier In jedem Bundesstaat und in Elsaß- Lothringen muß eine weiter das Verbot einer Versammlung, deren Thema war: auf grund des allgemeinen, gleichen, direkten Die Besprechung der Lage der Textilarbeiter und der Nutzen und geheimen Wahlrechts gewählte Vertretung be- der Organisation", ein Thema, das sich vollständig im Rahmen stehen. Das Recht, zu wählen und gewählt zu werden, haben des§ 152 der Gewerbe- Ordnung halten würde- verboten von alle über zwanzig Jahre alten Reichsangehörigen ohne Unter- feiten des kaiserlichen Ministeriums für Elsaß- Bothringen. schied des Geschlechts in dem Bundesstaate, in dem sie ihren Wohnsiz haben. Die Zustimmung dieser Vertretung ist zu jedem Landesgesetz und zur Feststellung des Staatshaushalts Etats erforderlich. Das geschieht jedoch nicht nur im Lande des Diktaturs paragraphen. So wird Hannover nationalliberal regiert. Alle von Unternehmern, Geistlichen 2c. unabhängigen Gewerkfchaften erhalten jedoch dort nach übereinstimmendem Formular folgende Zustellung: Nach den angestellten Beobachtungen ist der Verein zur Wahrung gewertschaftlicher Interessen... als ein politischer zu erachten. Ich mache den Vorstand deshalb darauf aufmerksam, daß Vereine dieser Art den beschränkenden Bestimmungen des§ 8 des Gesetzes vom 11. März 1850 unterliegen. Hiernach dürfen fie teine Frauens personen, Schüler oder Lehr. linge als Mitglieder aufnehmen und nicht mit anderen Ber einen gleicher Art zu gemeinsamen Zwecken, insbesondere nicht durch Komitees, Ausschüsse, Zentralorgane oder ähnliche Einrichtungen oder durch gegenseitigen Schriftwechsel in Verbindung treten. Auch dürfen Frauenspersonen, Schüler und Lehrlinge den Versammlungen und Sizungen solcher Vereine nicht beiwohnen. Der Oberpräsidialrath in Hannover vertritt in seinen amtlichen Schriftstücken sogar ausdrücklich die Meinung, daß die als Zweck bezeichnete Erzielung möglichst günstiger 2ohn- und Arbeitsbedingungen zu den politischen Gegenständen gehört" und gestützt auf dieses Schriftstück erließ die Polizei von Hildes. heim in abgekürztem Verfahren gleich eine dementsprechende generelle Verfügung für 16 Gewerkschaften. In Celle kam dann die Behörde zu der weiteren Konsequenz, daß die Polizeidirektion die Erlaub niß zur Abhaltung eines Balles des hiesigen Lokalverbandes der Zimmerer am ersten Pfingstfeiertag nicht ertheilen kann, da nach§ 8 des Vereinsgefeßes Frauens personen an Zusammen fünften politischer Vereine nicht theilnehmen tönnen." Gesangvereine werden in Hannover unter polizeiliche Kontrolle gestellt:" Die Personen des Vorstandes genügen- nach dem Wortlaut einer Verfügung der Behörde, um festzustellen, daß der Verein ein politischer sei." Frauen müssen deshalb als Mitglieder entfernt, die Versammlungen angemeldet werden. Aehnlich geht es Turnvereinen, der Freien Volksbühne. " och, daß Arbeitervereine und Verbrüderungen, welche zwischen den Begriffen politische Angelegenheit" und " " Gegen die vollständige politische Rechtlosigkeit unserer Genossen in den Reichslanden richtet sich der Antrag auf Einführung des deutschen Preßgesetzes für ElsaßDer in Berlin eingeleitete Prozeß gegen die Partei- Organi- Lothringen, sowie auf Aufhebung der außerordentlichen Vollfation wies in erster Linie auf eine energische Kritit im machten des elfaß lothringischen Statthalters gegen eine der Parlament hin. Er gewährte zugleich die beste Waffe gegen beschämendsten Erscheinungen im politischen Leben Deutschlands, Bestimmungen wie§ 8 des preußischen Vereinsgesetzes, die gegen die zahlreichen Ma je stätsbeleidigungsprozesse, unparteiisch angewendet die Spigen aller politischen Parteien der Antrag, die§§ 95, 97, 99 und 101 des Strafgesetzbuches zu und aller wirthschaftlichen Interessenvertretungen auf die beseitigen. die beseitigen. Da die grassirenden politischen Verfolgungen auch Anklagebant bringen mußten. Dazu kam, daß die Misère zahlreiche unserer Abgeordneten trafen und der parlamen= unferes Vereins- und Versammlungsrechts sich zu tarischen Thätigkeit zu entreißen drohten, so schien es dringlicher jener Zeit auch sonst für die Arbeiter doppelt fühlbar denn je, für die Reichstagsvertreter nicht blos die Einstellung der machte. Einmal war die Handhabung auch dieser Prozesse für die Dauer der Session zu erwirken, sondern durch Gesetze seit der Sedan- Entrüstung eine viel schärfere einen Zusatz zu Artikel 31 der Verfassung gefeßlich ausdrücklich geworden; wir find den Gefühlen aller Wohlgesinnten zu bestimmen, daß auf Verlangen des Reichstags auch die Straf aller im Deutschen Reiche gerecht geworden, wenn wir seit diesem haft für die Dauer der Sigungsperiode aufzuheben sei. Sommer die Zügel etwas straffer angezogen haben", meinte der Kanzler furz nach der Eröffnung des Reichstages. Diese schärfere Außer dem Antrag, der die elsaß- lothringischen Preßverhält Handhabung wandte sich gegen die deutsche Arbeiterklasse gerade nisse betrifft und der in drei Lesungen angenommen wurde, ist in demselben Augenblick, in dem der fast überall sich regende bis jetzt nur der Geseßentwurf über das Vereins, Versamm industrielle Aufschwung auf eine starke Zunahme der Lohnkämpfe lungs und Koalitionsrecht zur parlamentarischen Erledigung hindrängte; das in der Gewerbe- Ordnung zugestandene gelangt freilich in einer Weise, welche für die Mehrheit im Roalitionsrecht war an allen Ecken und Enden durch Reichstage wie für die Regierungen gleich charakteristisch ist. unfere reattionären Vereinsgefeße beschränkt und durchbrochen. Der Antrag Auer wurde gemeinsam berathen mit einem Dazu hatte man bereits weitere vereinsgefeßliche Fesseln für die denselben Gegenstand betreffenden Antrag der freisinnigen BoltsFrauen angekündigt. Ein Gesetzentwurf der Fraktion ging partei( Ancter u. Gen.). Die erste Lesung erstreckte sich über deshalb dahin: nicht weniger als drei Schwerinstage( 29. Januar, 8. Februar, § 1. 18. Februar). Die zweite Lesung fand dann am 3. Juni, die Die Reichsangehörigen ohne Unterschied des Gedritte am 17. Juni statt. fchlecht haben das Recht, sich zu versammeln. Der Hauptantheil an der Debatte fiel natürlich unseren Vertretern zu. Sie geißelten in schärffter und eindrucksvollster Weise die Buntscheckigkeit der deutschen Vereinsgefeße und das zweierlei Recht", das selbst innerhalb desselben Landes für Ar- Zur Kennzeichnung der Zustände in Bayern genügt beiter und Unternehmer, für regierungsfromme und oppo- folgender kurzer Auszug aus der Rede eines bayerischen Ge fitionelle Parteien bestehe. In einer ganzen Reihe von noffen: Der Herr Abg. Rickert hat ausführlich darauf hin Staaten gilt der alte Bundestagsbeschluß vom 13. Juni 1854 gewiesen, daß keinerlei Unterschied mehr in Preußen bestände politische, sozialistische und kommunistische Zwecke verfolgen, öffentliche Angelegenheit". Bei uns in Bayern besteht überhaupt verboten sind. In Anhalt darf sich nur der An- ein solcher Unterschied überhaupt nicht; dort fennt man haltiner, nicht aber der ausländische" Reichsdeutsche einer polis nur öffentliche Angelegenheiten"; zu denen gehören tischen Vereinigung anschließen. In Sachsen Meiningen und die politischen Angelegenheiten eo ipso und an allem, Alle den vorstehenden Bestimmungen widersprechenden Ge- Sachsen- Weimar bestehen gefeßliche Normen über das Vereins was als sogenannte öffentliche Angelegenheiten erklärt setze und Berordnungen einschließlich derer, welche die Ber- und Versammlungswesen überhaupt nicht. Das hatte früher den wird, dürfen Frauen und Minderjährige sich nicht bes abredung und Vereinigung zum Bebufe der Erlangung Vortheil, daß man sich fagte: was nicht verboten ist, ist erlaubt; theiligen, Versammlungen, in denen öffentliche Angelegenheiten günstigerer Sohn und Beschäftigungs- Be- und man hatte deshalb, speziell in Sachsen- Weimar, ein voll- erörtert werden, find für diese Kategorien von Staatsangehörigen dingungen hindern, untersagen oder unter Strafe stellen, ständig freies Vereinsleben. Die Behörde hat aber die Sache von vornherein verschlossen. Um Ihnen ein ganz genaues Bild find aufgehoben. nach und nach umgekehrt und sagt jegt: wenn nichts gefeglich zu geben, was bei uns als öffentliche und also als politische geregelt ist, dann hängt die Entscheidung über die Zulässigkeit Angelegenheit gilt, will ich Ihnen den einschlägigen Satz aus ganz von der Willkür der Behörde ab; und so haben die dortigen einem oberstrichterlichen Erkenntniß, welches in München am Behörden unseren Parteigenoffen gegenüber die Vereins- und 29. Dezember 1894 gefällt worden ist, zitiren, worin es heißt: Versammlungsmöglichkeit in einzelnen Orten vollständig unter- Alles, was über das Privat intereffe einer einzelnen graben. In den Reichslanden dürfen politische Vereine, wenn physischen oder juristischen Person hinausgeht, ist als„ öffentfie über zwanzig Mitglieder haben, überhaupt nicht ins Leben liche Angelegenheit" anzusehen. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Verkündigung treten, wenn sie nicht seitens der zuständigen Behörde vorher Hiernach, m. H., tönnen Sie sich ja einen Begriff machen, wie in traft. die Genehmigung haben. Damit ist einfach für alle Oppositions- weit man in öffentlichen Bersammlungen gehen kanu, ohne dem Gefeh Da die in allen Industriezweigen ausgebrochenen oder bevor- parteien die Gründung politischer Vereine abgeschnitten. Daß zu verfallen... Wir in Bayern haben den Hauptstreit mit der stehenden gewerkschaftlichen Kämpfe stets die Verkürzung Mecklenburg gar kein Vereins- und Versammlungsrecht hat, ist Regierung und mit der Polizei hauptsächlich wegen des AusDer Arbeitszeit als eines der bedeutsamsten Ziele erstrebten, bekannt. In Mecklenburg, dürfen politische Vereine nur nach schlusses der Frauen aus allen Versammlungen, in denen so= so schien es geboten, auch die gesetzliche Verkürzung und Fest- vorhergegangener ministerieller Genehmigung gegründet werden. genannte öffentliche Angelegenheiten erörtert werden. .. Nun legung des Arbeitstages abermals zur Sprache zu bringen. In Reuß ä. 2. ist Recht und Gesetz, daß politische Vereine über steht die Sache so. Art. 15 des bayerischen Vereins- und VerEinem vielleicht nicht ganz glücklichen Beschlusse des vorigen haupt verboten sind. Württemberg wiederum hat ein verhältniß- sammlungsgefeßes hat folgenden Wortlaut: Parteitages nachkommend, wurde deshalb der Antrag eingebracht: mäßig freies Vereins- und Versammlungsrecht. Die politische Frauenspersonen und Minderjährige können weder Mitdie verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage bis und gewerkschaftliche Schulung vollzieht sich nun zu einem guten glieder politischer Vereine sein, noch Versammlungen der= zur nächsten Session einen Gesezentwurf vorzulegen, wodurch die Theil in den Vereinen und Versammlungen; das allgemeine felben beiwohnen. regelmäßige tägliche Arbeitszeit für alle im Lohn, Arbeits- und Wahlrecht wie das Koalitionsrecht sehen beide geradezu zu Daraus hat man nach einem Kommentar des verstorbenen Staats. Dienstverhältniß im Gewerbe, Industrie, Handels- und Ver- ihrer vernünftigen Ausübung diese Schule voraus, die mau auf rechtslehrers Dr. v. Pözl die Sache so gedreht, daß man sagt, fehrswesen beschäftigten Personen auf acht Stunden fest- iede Weise den Arbeitern vorenthält. Wie soll das Koalitions- es widerspreche dem Geist des Gesetzes, wenn Frauen blos von gesetzt wird." recht der Frauen zur Anwendung kommen, wenn den Frauen Versammlungen politischer Vereine und nicht von politischen zugleich die politische Bethätigung in politischen Vereinigungen Versammlungen an sich ausgeschlossen seien. bersagt ist? Beide Gebiete greifen so in einander hinein, daß Nach dieser Interpretation hat man lange Jahre das Vereinseine Zähmung der politischen zugleich eine Untergrabung der und Versammlungsrecht gehandhabt und gesagt, den Frauen und gewerkschaftlichen Thätigkeit ift. Das in der Gewerbe- Ordnung Minderjährigen sei der Besuch der politischen Versammlungen gewährleistete Roalitionsrecht wird ähnlich auch den männlichen als solchen verboten. Eine neue Erfindung geht dahin, daß man Arbeitern vollständig illusorisch gemacht; jede Ausbildung einer sagt: die sozialdemokratische Partet ist ein über ganz Deutschdie Aufhebung aller landesgefeßlichen Sonderbestimmungen gereiften gewerkschaftlichen Erfahrung wird so verhindert: Unser land verbreiteter politischer Verein unter dem Namen sozialüber die Rechtsverhältnisse der land- und forst heutiger Zustand, wo in kurzen Zwischenräumen die gewerkschaft- demokratische Partei", jede Versammlung, die von einem Sozialwirthschaftlichen Arbeiter und des Gesindes zu ihren Arbeitgebern beziehungsweise zu ihrer Dienstherrschaftlichen Organisationen immer wieder zerstört und vernichtet demokraten einberufen oder geleitet wird, oder in der ein Sozialund deren Ersatz durch die Bestimmungen der Gewerbe- erden infolge unserer urreaktionären Vereins- und Versamim- demokrat spricht, ist als eine Versammlung dieses über ganz DeutschDie Reichsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts haben das Recht, Vereine zu bilden. §3. § 4. Wer die Ausübung der in vorstehenden Paragraphen gewährleisteten Rechte hindert oder zu hindern versucht, wird mit Gefängniß bis zu drei Monaten bestraft, sofern nach dem allgemeinen Strafgefeh nicht eine härtere Strafe eintritt. § 5. Weiter verlangte die Fraktion: bie Ausdehnung der Reich 3 Gewerbe- Ordnung die Ausdehnung der Reichs Gewerbe- Ordnung auf Elfaß Lothringen und die Aufhebung aller damit in Widerspruch stehenden landesgesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen, Ordnung, einen Entwurf eines Reichs Berggeseges. lungs- Gesezgebung, dieser Zustand führt dahin, daß in den land verbreiteten Vereins aufzufassen( Heiterfeit links), ergo Arbeiterkreisen und den leitenden, führenden Kreisen derselben die ist jede sozialdemokratische Versammlung eine Vereinsversamm Erfahrungen, die bei früheren Gelegenheiten gesammelt worden lung, und ergo find aus diesen Versammlungen überhaupt Ihren eigenen Entwurf einer verbesserten Seemanns sind und die zu beachten sehr nüßlich wäre, ehe man in neue Frauen und Minderjährige auszuschließen!.. Man hat nun Ordnung legte die Fraktion ebenfalls wieder vor. Unternehmungen eintritt, einfach verloren gehen.( Sehr richtig! mittels dieser Auslegung des Gesetzes es so weit gebracht, daß Ferner sollte die in ihrer Organisation und Thätigkeit immer links.) Denn dazwischen kommen immer Polizei und Gerichte und Frauen und Minderjährige auch ihre rein wirthschaft= mehr unzureichende Fabritinspektion erweitert werden zu zerstören wieder, was vorhin organisirt war. Wollen Sie, daß lichen Interessen nicht mehr zu vertreten vermögen, indem einer Aufsicht über alle" Betriebe und Gewerbe, einschließlich auf diesem Gebiete manche Thorheiten unterbleiben und es man auch Versammlungen, in denen die allerharmlosesten der Heimarbeit, Handel, Berkehr, Bergbau, Land- und Forst- pafsiren solche, das ist garnicht zu vermeiden, die Unerfahrenheit, Gegenstände erörtert werden, als sozialdemokratische bezeichnet, wirthschaft, Fischerei und Schifffahrt". Die Inspektion sei einer bie mangelnde Kenntniß der Dinge, die Ueberschäßung der sobald die Voraussetzungen gegeben sind, die ich Ihnen genannt Reichs Zentral- Aufsichtsbehörde zu übertragen, welche dieselbe eigenen Kraft führt mit Nothwendigkeit auf Abwege wollen habe. So ist im vorigen Jahre in der Stadt Fürth eine Vera nach Inspektionsbezirken zu organisiren hat. In den Inspektions. Sie, daß das vermieden wird, dann geben Sie auch den fammlung verboten worden, respektive davon abhängig gebezirken sollte die Betriebsaufsicht von Reichsbeamten und Bei- Arbeitern das Recht der Koalition und Vereinigung und bringen macht, daß Frauen und Minderjährige sie nicht besuchen geordneten gemeinsam ausgeübt werden und mit dem Recht, ihre Sie die Bestimmung bei Seite, um die Sie sich nicht im geringsten dürfen, in der auf der Tagesordnung gestanden hat die Erörte Anordnungen zwangsweise durchzuführen. Die Beigeordneten fümmern: daß Koalitionen auf grund des Gewerberechts mit rung der Frage, ob nicht in einem bestimmten Erwerbszweig die feien aufgrund eines allgemeinen, gleichen, direkten politischen Angelegenheiten sich nicht befaffen dürfen. Das ist Mittagspause von 1 auf 11/2 Uhr ausgedehnt werden soll." und geheimen Wahlrechts von den Hilfspersonen aller eine Bestimmung, die sich nicht aufrecht halten läßt, die fort- Die Neigung, eine und dieselbe Zusammenkunft je nach den Betriebe zu wählen. Die Forderung besonderer weib- gefeßt übertreten wird und übertreten werden muß; denn wenn Zwecken der Behörde bald für eine Vereinsmitglieder, bald für licher Inspektoren war selbstverständlich aufgenommen: fie nicht übertreten wird, dann können derartige Organisationen eine öffentliche Versammlung zu erklären, führt im Regierungsweibliche Beamte und Beigeordnete sollten entsprechend überhaupt nicht bestehen. Daß die Unternehmer sich organi- bezirk Arnsberg zu den feltfamsten Widersprüchen. Dort der Zahl der in den Betrieben beschäftigten weiblichen Hilfs- firen, daß sie von dieser ihrer Organisation den ausgiebigsten wird auf ein Urtheil des Ober- Verwaltungsgerichts bezug ges personen anzustellen bezw, zu wählen sein. Gebrauch machen, soll ihnen gewiß nicht zum Vorwurf gemacht nommen, wonach die Polizeistunde gilt nicht für Vereine, Auch mit der Verbesserung der gewerblichen Recht werden. Aber wir dürfen doch wohl mit Fug und Recht ver- wohl aber für öffentliche Versammlungen. Nun verfährt die sprechung beschäftigte sich ein Antrag. Die Gründung von langen, daß, was den Unternehmern recht ist, auch den Arbeitern Polizei im Regierungsbezirk Arnsberg so: bis zum Eintritt der Gewerbegerichten sollte nicht mehr von dem Belieben der Ge- billig ist." Polizeistunde find die Versammlungen, zu welchen das Agis meinden abhängig, sondern obligatorisch sein; weiter sei die Zu- In Elsaß Lothringen dürfen nicht nur teine poli- tationskomitee den Referenten vermittelt hat, Vereinsständigkeit auszudehnen auf alle Streitigkeiten, die aus dem tischen Versammlungen der Arbeiter stattfinden, sei es auch nur versammlungen, und deswegen müssen die Frauen hinaus; Lohn-, Arbeits- und Dienstverhältniß aller im Gewerbe, Berg- zum Zwecke der Rechenschaftsablegung feitens der Reichstags- pünktlich mit Eintritt der Polizeistunde verwandelt sich die bau, in der Land-, Forstwirthschaft und Fischerei, im Handel vertreter, auch das Koalitionsrecht steht dort für Arbeiter nur Vereinsversammlung in eine öffentliche Versammlung und und Berkehr oder als Gesinde beschäftigten Personen" ent- auf dem Papier." Ich habe- äußerte einer unserer Abgeord: mnß nunmehr geschlossen werden. Dieselbe Versammlung geht ftehen. Die Theilnahme an den Wahlen und die Berufung neten hier einen Versammlungsantrag der Mitglieder des also fofort über in eine öffentliche, ohne daß sich etwa der zu Mitgliedern eines Gewerbegerichts solle auch auf die in den Deutschen Textilarbeiter- Verbandes, Zahlstelle Mülhaufen, welche Gegenstand der Berathung geändert hätte oder der Kreis der genannten Berufen beschäftigten weiblichen Personen aus eine öffentliche Sigung abhalten wollten mit der Tagesordnung: Theilnehmer." gedehnt werden. Weiter sei die Verleihung des Wahlrechts und Aufnahme neuer Mitglieder, Entrichtung der Beiträge, RaffenDas war sogar durch die Mittheilungen über neuere der Wählbarkeit auf das zwanzigste Lebensjahr herabzusehen. bericht, Geschäftsbericht, Verschiedenes also rein gewerkschaft. fächsische Erfahrungen kaum noch zu überbieten. Daß dort " Jede Polizeibehörde ist befugt, Vereine zu schließen, wenn dieselben die religiösen, fittlichen, gesellschaft lichen Grundlagen des Staates zu untergraben fuchen.se Meine Herren, fobald eine solche Bestimmung eingeführt wird und ich wünsche dringend, daß sie in Preußen recht bald ein geführt werde, können wir das Verbot, daß politische Vereine einander in Verbindung treten, gern preisgeben." Das M Rauchklubs, Regelflubs, Gefang- und Turnvereine der Arbeiter Nothvereinsgefeß habe der Bundesrath noch keine Stellung verstanden und verklagte die Herrschaft auf Zahlung des eine als politisch gelten, ist eine alte Sache. Berbietet man die Ver- nehmen fönnen. Herr v. Stumm war entschieden gegen den behaltenen Thalers, worauf vom Amtsgericht I biese nach dem fammlungen nicht unmittelbar, so doch mittelbar, indem man die Antrag Baffermann: Materiell ist der Antrag gerechtfertigt, Klage Antrage verurtheilt wurde. In der Urtheilsbegründung den Arbeitern zur Verfügung stehenden Säle für banpolizeilich aber nur in Verbindung mit einer allgemeinen Revision des heißt es, daß der Thaler nur bei der ersten Lohnzahlung hätte ungenügend erklärt: ein Mothausgang genüge nicht, und find zu Vereinsgefeßes im Reich oder in Preußen, und ich muß offen abgezogen werden können oder die Frau hätte zu erkennen geben viel Thüren da, so erklärt man wieder die mögliche polizeiliche gestehen, ich würde es geradezu für eine Schwäche des müssen, daß sie sich den Abzug vorbehalte. leberwachung für ungenügend! Im vorigen Jahre zur Land- Bundesraths ansehen, wenn er sich auf einen anderen Standpunkt tags- Wahl ist im 86. ländlichen Wahlkreise den Leuten nicht ein ftellen wollte." In der ersten Lesung hatte Herr v. Stumm den beim Bäckermeister Bol in Schöneberg beschäftigten Fortgesetzte Mißhandlung eines Bäckerlehrlings führte einziges Lokal zur Versammlung genehmigt worden; wir gingen an offener gesprochen. Er meinte da:„ Ich erkläre mich vollkommen Wertmeister Engler vor das Schöffengericht Berlin II. Engler einige Dekonomen und baten darum, uns Wiesengrundstücke zu bereit, im preußischen Landtag mitzuwirken, daß das hatte, wie durch die Beweisaufnahme festgestellt wurde, den Lehrüberlassen. Es waren mehrere bereit dazu. Als das erste Gesuch Vereins- und Versammlungsrecht einer Revision unterzogen wird. ling Ranit, mit dessen Leistungen er nicht zufrieden war, während von uns eingereicht war, gab die Amtshauptmannschaft Chemniß Wir brauchen beispielsweise in Preußen nur unter Aufhebung dreier Wochen jede Nacht geschlagen, und zwar zuerst mit der Hand zu verstehen, daß dann der Nachbar bedroht sein könnte, und der angegriffenen Bestimmung eine ähnliche Bestimmung ein gegen den Kopf, und als diese Schläge nicht den gewünschten Erfolg wir wurden aufgefordert, um dessen Genehmigung nachzusuchen. zuführen, wie sie in Bayern besteht, wo es im Art. 19 heißt: Der zweite Nachbar wurde gefragt; derselbe war sofort bereit hatten, hieb er mit einem Bambusstock und mit einer Schieber stange auf den jungen Mann ein. Dem Gericht lag ein ärztliches und sagte: gut, ihr könnt immerhin Versammlungen abhalten, Attest vor, woraus hervorging, daß der Lehrling Schwellung denn ich habe abgeerntet. Als nun das zweite Gesuch und blutrünstige Schwielen am Oberarm und Oberschenkel, tam, und sich auch der zweite Besizer dazu bereit ersowie eine Anschwellung der linken Ohrmuschel aufwies. Der lärte, wurde gefagt: ja, aber der dritte und vierte Nachbar tann bedroht sein. Als auch diese die Genehmigung dazu in ärztlicher Behandlung und ist noch nicht ganz von demselben junge Mann war auch längere Zeit wegen eines Ohrenleidens ertheilten, erklärte die Amtshauptmannschaft: aber das Grundgeheilt. stück ist nicht umfriedigt, wir haben nicht die Leute, die Polizei unter an Mothgeset wurde mit allen gegen die Stimmen der jedoch stellte der als Sachverständiger vernommene hrenarzt es Dieses Ohrenleiden soll ebenfalls eine Folge der Schläge, welche der Werkmeister dem Lehrling versezte, sein, dazu, um alles zu bewachen. Sofort wurden Zimmerleute ge holt, und ein Verschlag mit Latten gemacht. Da erklärte nun Rechten angenommen. Selbst die kleine Besserung, die es enthielt, als möglich hin, daß diese Krankheit eine andere Ursache haben die Polizei wieder: ja, das könnte der Sittlichkeit schaden; Sie konnte jedoch vom Bundesrath vereitelt werden, und die fönne. Der Bertheidiger des Angeklagten machte als mildernden haben nicht für das nöthige gesorgt, wenn da ein menschliches Andeutungen des Herrn v. Stumm erweckten wahrlich kein Ber- Umstand geltend, daß Engler nicht aus böser AbBedürfniß eintritt.( Heiterkeit links.) So fonnten wir im ganzen trauen. Die Fraktion beschloß deshalb, bei der zweiten Lesung sicht, sondern um den Lehrling zu einem tüchtigen ländlichen Bezirk auch nicht eine einzige Versammlung abhalten. des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch die Auf- Menschen zu machen(!), diese Züchtigung ausgeführt habe, Als in Penig die Arbeiter die Lohnfrage" erörtern wollten, nahme des folgenden Artikels zu beantragen: auch hätte er von seinem Meister die Weisung erhalten, verbot man die Versammlung, weil sie das seit langem in Die landesgefeßlichen Vorschriften, welche das Inden Lehrling scharf zu nehmen. Der Meister beftritt, dem Benig zivischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern herrschende verbindungtrefen von Vereinen, welche politische Zwecke Wertführer eine derartige Behandlung des Lehrlings angerathen befte Einvernehmen stören" tönnte. verfolgen, verbieten, werden aufgehoben. zu haben, jedoch komme es überall vor, daß ein Lehrling mal Diese Darlegungen, die von polnischer, antisemitischer und Vereinigungen von Arbeitgebern oder Arbeit eine Backpfeife erhalte. Natürlich meinte der Borsigende des selbst von freisinniger Seite ergänzt wurden, machten diesmal nehmern, welche zum Behufe der Erlangung günstiger Gerichts- das ist auch wohl nicht als Büchtigung au erachten, einen tieferen Eindruck wie früher. Besonders war die Be Lohn- und Arbeitsbedingungen sich gebildet haben, sondern dient nur als Aufmunterung. Der Gerichtshof handlung des Berliner Prozesses gegen die Partei sehr wirksam, unterliegen teiner landesgefeßlichen Borschrift." erachtete als festgestellt, daß der Befund, den das ärztliche Attest weil alle Parteien das gethan hatten und weiter thun müssen, Die Regierungen hätten danach, wenn die Majorität des bescheinigt, eine Folge der fortgesetzten Mißhandlung sei, die der weswegen die sozialdemokratische Partei angeklagt und ver- Reichstags zustimmte, die berührten Vereins- und Koalitions- Lehrling durch den Wertmeister zu erdulden hatte und verurtheilt worden war. Man entschloß sich daher, eine beschränkungen aufgeben müssen, wenn sie das Bürgerliche Geset Kommission von 21 Mitgliedern mit der Ausarbeitung eines buch überhaupt haben wollten, das nicht anders wie in Verbin- urtheilte diesen wegen einfacher und gefährlicher Körperverlegung Verbin- au einer Geldstrafe von 30 m. und zu einer an den als Nebentläger Gefeßentwurfes betreffend das Vereins- und Versammlungs- dung mit dem obenstehenden Zusatz zu haben gewesen wäre. u einer Geldstrafe von 30 M. und zu einer an den als Nebenkläger weſen zu betrauen. Der erwählte Vorsitzende der Kommission, ein Leider erwies sich die Majorität für das Noth- Vereinsgesetz bei auftretenden Bater des Lehrlings zu zahlenden Buße von 90 M. Konservativer v. Stein, streifte zwar beharrlich, desgleichen fehlten dieser Gelegenheit sehr wenig zuverlässig. Der Reichstanzler Prügelnde Nachtwächter. Aus dem Regen in die Traufe die übrigen Ronservativen beständig, sogar in der Unterzeichnung gab nämlich auf grund der inzwischen unter den bethei- gerathen sind zwei Nachtwächter zu Blankenburg a. H., welche des vom nationalliberalen Abgeordneten Baffermann erstatteten ligten Regierungen gepflogenen Erörterungen" die Er fürzlich wegen Mißhandlung eines dortigen Bürgers vom SchöffenKommissionsberichtes was in den parlamentarischen Annalen lärung ab, daß es in der Abficht dieser Regierungen liegt, die gericht zu je 15 M. Geldstrafe verurtheilt wurden. Hiermit nicht neu sein dürfte. Es kam aber doch ein Entwurf zu stande, aus Beseitigung des durch das Verbot geschaffenen Rechts zufrieden, legten sie Berufung ein und hatten nun die Genngdem wir einige Bestimmungen hervorheben: zustandes herbeizuführen." Diese Erklärung war vollständig un- thuung, daß das Landgericht daselbst die geringe Geldbuße in § 1. genügend, da sie alles den Landesregierungen und Landtagen eine Gefängnißstrafe von je zwei Monaten umüberläßt und zudem keine Garantie dafür bietet, daß die Einzel- wandelte. staaten nicht bei dieser Gelegenheit eine allgemeine Revision ihrer Vereinsgefeße vornehmen. Sie war gerade vom Standpunkte des Zentrums und der Nationalliberalen aus ungenügend, da beide Parteien sich während der Berathungen für ein Deutscher Holzarbeiter Verband. Am 14. September einheitliches Vorgehen auf diesem Gebiete durch das tagte für den Bezirk Wedding und Gesundbrunnen Reich ausgesprochen hatten. Troßdem begnügten fie fich jetzt mit eine gut besuchte Versammlung im Kolberger- Salon. Da der Bon öffentlichen Versammlungen zu politischen Zwecken der Zusicherung des partitularstaatlichen Einschreitens. Die Paladine Referent nicht pünktlich erschienen war, wurde zum dritten Punkt hat der Veranstalter mindestens 24 Stunden vor dem Beginn der nationalen Einheit auch auf dem Gebiete des Rechts, die der Tagesordnung, Werkstatt- Angelegenheiten, geschritten. Hierzu der Bersammlung unter Angabe des Ortes und der Zeit der Freiherren von Stumm und Manteuffel erklärten fogar über waren verschiedene Werkstätten eingeladen. Es wurde sehr felben Anzeige bei der Orts- Polizeibehörde zu machen. Die einstimmend: sobald Sie den Antrag Auer in das Gefeßbuch darüber geklagt, daß die Kollegen die Vertrauensmänner- Sigungen felbe hat darüber sofort eine toftenfreie Bescheinigung einführen, werden wir gegen das ganze Gesetz stimmen." Damit und Versammlungen gar nicht beachten, besonders die Kollegen zu ertheilen.. war der Antrag gefallen. aus der Bauwerkstatt von Heinemann, Reinickendorferstr. 23b, § 3. Zweifellos wird jedoch das Vereins- und Versammlungs- die schon bald ein Dußend Male von der Kontroll- Kommission Boltsversammlungen, die nicht in gefchloffenen recht in der nächsten Beit stärker in den Vordergrund rücken wie und durch den Vorwärts" eingeladen waren, aber niemals eroder umfriedeten Räumen stattfinden, find bei der Orts- bisher sei es, daß die Landtage sich mit der Materie befaffen, schienen sind; die Kollegen müssen dort vielleicht denken, daß Polizeibehörde wenigftens 48 Stunden vor Beginn der Ver- sei es, daß im Reichstag die Anregungen dieser Seffion fie beim Herrn Heinemann ewig figen tönnen, sonst tönnte fammlung anzuzeigen. Die Orts- Polizeibehörde hat über weiter verfolgt werden. Die sozialdemokratische Frattion man folch einen Indifferentismus nicht begreifen. Soweit die Eindie geschehene Anzeige eine kostenfreie Bescheinung sofort zu er- des Reichstags wird darin eine ihrer Hauptaufgaben sehen geladenen erschienen waren, versprachen sie das Versäumte nachtheilen und sie rechnet dabei auf die regste Unterstüßung und fortlaufende zuholen. Während der Berhandlung erschien der Referent GeBersammlungen sowie öffentliche Auf- und Umzüge, zu Information seitens der Parteigenossen im Lande, die Tag für noffe Heinrich Schulz und hielt einen mit Beifall aufgenommenen welchen öffentliche Pläge und Straßen benutzt werden Tag unter dem Drucke unseres rückständigen Vereins- und Vortrag über das Thema: Wider unsere Prügelpädagogen", sollen, bedürfen der vorgängigen Genehmigung derjenigen Be- Koalitionsrechts leiden. Die Bedeutung dieses Rechts für die an der darauf folgenden Diskussion betheiligten sich noch mehrere hörde, welcher die Straßenpolizei über diese Räume zusteht. ganze politische und wirthschaftliche Echulung und Entwickelung Kollegen, worauf nach einem Schlußwort des Referenten die Ein Verbot darf nur aus Gründen des Verkehr3- der deutschen Arbeiterklasse mag es auch rechtfertigen, daß wir Versammlung um 11 Úhr geschlossen wurde. interesses erfolgen... die Verhandlungen so eingehend wiedergaben. Alle Deutschen sind berechtigt, sich ohne vorherige obrigkeitliche Erlaubniß friedlich und unbewaffnet zu versammeln. Soweit solche Versammlungen zu politischen Zwecken dienen, find minderjährige Personen ausgeschlossen. Zwecke, welche unter den§ 152 der Gewerbe Drd nung fallen, gelten nicht als politische Zwecke. § 2. 84. Alle Deutschen haben das Recht, sich zu solchen Zwecken, welche den Strafgesehen nicht zuwider laufen, in Geſellſchaften zur vereinigen. Die Verbindung solcher Gesellschaften unter einander ist zulässig. § 5. Die Vorsteher politischer Vereine find verpflichtet, die Sagungen des Vereins und jede Menderung der Satzungen binnen acht Tagen, nachdem der Verein gegründet oder die Abänderung eingetreten ist, der Orts- Polizeibehörde zur Kenntnißnahme einzureichen, welche über die erfolgte Einreichung der Sagungen oder ihrer Abänderungen sofort eine toftenfreie Bescheinigung zu ertheilen hat. § 7. 8 8. sz " ( Schluß folgt.) Gerichts- Beitung. soild Versammlungen. " Redner Der Verband der in der Kürschnerbranche beschäftigten and CJ Arbeiter und Arbeiterinnen hielt am 14. September feine Monatsversammlung ab, in der Genosse Grempe einen beifällig aufAlsdann verlas der Vorsitzende zwei eingelaufene Briefe, einen genommenen Vortrag über:" Die Sklaverei des Weibes" hielt. Auf vielverschlungenen Wegen ist der Bierkutscher vom Genossen Türt, den anderen vom Vorstand der ArbeiterBeggerow nach einjährigem Bemühen gestern zu der Be- Bildungsschule, in welchen der Besuch der Sonntag- Nachmittagsfreiung von einer Unterschlagungsstrafe gelangt, die ihm das vorstellungen im Bellealliances und Schiller- Theater dem Verein Schöffengericht in Höhe von einem Monat Gefängniß empfohlen wurde. Zum Schluß stellte Regge den Antrag, die auferlegt hatte. B. war längere Zeit Bierkutscher in einer Mitglieder, die sich beim vergangenen Streit als Streitbrecher hiesigen Brauerei und hatte als solcher einen bestimmten aufgespielt haben, eine zeitlang aus der Organisation ausRundenkreis, den er selbständig der Brauerei zugeführt zustoßen. Der Antrag wurde bis zur nächsten Bersammlung hatte und auch selbständig bebiente, wie dies bei Bierfahrern zurückgestellt. üblich ist. Er war im Zwift von der Brauerei geschieden. Die Dekatenre hielten am 15. Geptember eine gut besuchte Als man bei einer Haussuchung in seinem Besitz eine Anzahl von Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand ein Referat des Fäffern vorfand, die mit dem Stempel der Brauerei versehen Genossen Hübsch über das Thema:" Lohnkämpfe". Die Orts- Polizeibehörde ist befugt, in jebe öffentliche waren, wurde die Anklage wegen Unterschlagung gegen ihn er führte die Lohnverhältnisse von 1895 bis zur Jehtzeit in seinem Bersammlung zu politischen Zwecken amtliche Abhoben und er zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt, obwohl Vortrag vor Augen. Unter anderem bemerkte er, daß die Lohngeordnete zu senden. Dieselben müssen sich als solche bei er behauptete, daß die Fäffer fein rechtmäßiges Eigenthum feien. fäße in den Fabriken durchaus nicht erhöht werden sollen, Dem Beranstalter legitimiren. Es ist ihnen ein angemessener Play Die hiergegen eingelegte Berufung wurde aus formalem Grunde fondern nur darnach gestrebt werde, daß die Fabrikanten den einzuräumen. verworfen, weil der Angeklagte nicht rechtzeitig zum Termin er Lohn nicht herunterdrücken. Wir haben eine schwere Beit mit schienen war. Sein Vertheidiger trat mun Beweis dafür an, daß den Streits in Berlin, Langenbielau, Rottbus und anderen Die amtlichen Abgeordneten der Polizeibehörde find befugt, die Gerichtsuhr mit der Normaluhr nicht übereinstimmte, fein An: Städten durchgemacht, die große Anforderungen an die Organi eine solche Versammlung zu politischen Zwecken aufzulösen, trag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand drang nicht fationen stellten, jedoch alle siegreich beendet wurden. Schließ wenn in derselben die Erörterung von Anträgen oder Vor- durch, ebenso wurde seine Beschwerde vom Kammergericht ab- lich fordert Redner die Mitglieder zur regen Agitation auf. Da schlägen durch den Vorsigenden zugelassen wird, welche eine gewiefen und die Revision verworfen. Dagegen hatten die An der Vortrag allgemein zustimmende Aufnahme fand, so wurde von Aufforderung zu strafbaren Handlungen enthalten, oder träge des Bertheidigers auf Wiederaufnahme des Verfahrens einer Diskussion Abstand genommen. Die Differenzen bei der Firma wenn in der Versammlung Bewaffnete erscheinen, die zu entfernen auf grund neuer Beweismittel, die die Eigenthumsrechte des An Behmack u. Weißbarth geben zu einer längeren Debatte Anlaß und nicht gelingt, oder wenn die Zulassung der amtlichen Abgeordneten geklagten auf die Fässer bekunden sollten, schließlich Erfolg. Die wurde das Mitglied Raasch II als gemaßregelt betrachtet. Ferner der Polizeibehörden verweigert wird. dot Wiederaufnahme des Verfahrens wurde angeordnet und auf beschloß man, den Betrieb von B. u. W. zu sperren und die § 9. _grund der neuen Zeugenaussagen der Angeklagte gestern frei- nichtorganisirten Kollegen, welche noch bei der Firma arbeiten, Der Abgeordnete der Polizeibehörde ist vor der Auflösung gesprochen. aufzufordern, die Arbeit einzustellen. Hierauf besprach man die verpflichtet, dem Vorsitzenden der Versammlung den Grund Die bedrängte Sittlichkeit. Eine Anklage wegen Ver- Einführung einer geregelten Arbeitszeit. Fast sämmtliche Redner zur Auflösung anzugeben... breitung unzüchtiger Bilder führte gestern einen hiesigen Ver- sprachen sich dahin aus, daß eine geregelte Arbeitszeit sehr gut Auf die durch das Gesetz oder durch die gefeßlichen Autoritäten einem Schreibwvaarenhändler in Magdeburg auf Bestellung eine erschöpft, lief ein Antrag ein, eine Kommission von acht Mitlagsbuchhändler vor das Schöffengericht. Der Angeklagte hatte angängig und auch durchführbar wäre. Nachdem die Diskussion angeordneten Bersammlungen, auf die Vorberathungen von Mit: Anzahl von Exemplaren eines Wertes zugestellt, welches den gliedern zu wählen, welche die Vorarbeiten für eine geregelte gliedern dieser Versammlungen, auf die Versammlungen Titel Attfaal" führt und zum Studium für Maler, Bildhauer Arbeitszeit für die Kollegen auf der Straße ausarbeiten und Der Reichstagswähler, der Wahlmänner und Urwähler und dergleichen, die nicht in der Lage sind, an lebenden Mo- daraufhin mit den Chefs verhandeln solle. Der Antrag wurde für die Landtags- und Kommunalvertretungen nach erlaffenen bellen zu studiren, zahlreiche Bilder nackter Männer- und angenommen. Mahlausschreiben, sowie auf die aus solchem Anlaß gebildeten Frauengestalten darbietet. Obgleich auf dem Titelblatt verVereine finden die Bestimmungen ber§§ 2 und 5 des gegen zeichnet steht, daß das Werk diesen tünstlerischen Zwecken der Die Konditoren des Lokalvereins beschäftigten sich am wärtigen Gesetzes keine Anwendung. Maler und Bildhauerateliers dienen solle und obgleich der Ange- 17. September mit einem Antrag, der die Auflösung des Vereins Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß die Annahme flagte dem Magdeburger Empfänger ausdrücklich geschrieben hat, bezweckte und die Gründung einer neuen Organisation empfiehlt, eines solchen Gesetzes, trop mancher unklaren und auch unzu- daß der Verkauf nur an Künstler, Maler und dergleichen in welche nur solche Personen aufgenommen werden sollen, die reichenden Bestimmung, einen großen Fortschritt gegen die stattfinden dürfe, erhob die Staatsanwaltschaft die Anklage. in Fabriken der Branche beschäftigt find. Nach dreistündiger, heutige Mifere darstellen würde. Bereits bei der zweiten Be Rechtsanwalt Dr. Richard Wolff bestritt in längeren Aus: theilweise sehr erregter Debatte, wobei auch einige Redner auf rathung im Plenum trat jedoch die Gegenströmung stärker hervor, führungen, daß in diesem Falle auch nur objektiv von unzüchtigen den krassen Widerspruch mit der letthin zu gunsten der Zentralis Nationalliberale und Bentrum erklärten, für einzelne Paragraphen Bildern die Rede sein könne und wies darauf hin, zu welchen fation angenommenen Resolution binwiesen, wurde der Antrag nur deshalb zu stimmen, um eine dritte Lesung zu ermöglichen. sonderbaren Konsequenzen es führen müßte, wenn solche, tünft abgelehnt. Sodann wird wegen Abreise des Kassirers an dessen Diese sollte dann mit einem Nothvereinsgefeh" abschließen, über lerischen Zwecken dienende und unentbehrliche Arbeiten als Stelle Mersch gewählt und der dadurch erledigte Posten eines das man bis zur dritten Lesung einig zu sein hoffte. Hier unzüchtige geftempelt werden sollten. Er beantragte, den An- Revisors von Stürmer angenommen. lag denn auch der vereinbarte Antrag Bassermann vor, geklagten nicht nur freizusprechen, sondern auch die Kosten der anstatt des Kommissionsentwurfes lediglich folgendes Gesetz zu Bertheidigung der Staatstaffe zur Laft zu legen, da auch schon beschließen: nach dem Attenmaterial die Staatsanwaltschaft teine BerEinziger Artikel. anlaffung gehabt hätte, die Anklage zu erheben. Das Schöffen Inländische Vereine jeder Art dürfen miteinander in gericht war derfelben Ansicht und entsprach dem Antrage des Verbindung treten. Entgegenstehende landesgesetzliche Bertheidigers, Bestimmungen sind aufgehoben. " § 10. Die Regierung gab noch keine bindende Erklärung zu diesem Antrage ab; Herr v. Bötticher theilte nur mit, daß der Bundes rath dem Beschluffe der zweiten Lesung, also dem Rommiffionsentwurf, die Zustimmung nicht zu ertheilen geneigt ist";" zum Die Arbeitsverhältnisse in den städtischen Gasanstalten bildeten den Gegenstand der Besprechung in einer am Freitag abgehaltenen öffentlichen Versammlung von Gasanstalts- Arbeitern, zu der auch die Mitglieder des Magistrats und der Stadts verordneten- Bersammlung eingeladen waren. Außer einigen Stadtvertretern unserer Partei war aber teiner der Der Miethsthaler. Eine Hausfrau hatte ihrem Dienft Herren erschienen. Der Referent Stadtverordneter Dupont mädchen den üblichen Miethsthaler bei der ersten und den beiden fnüpfte an die vom Genoffen Singer fürzlich im Rothen Hause folgenden Lohnzahlungen nicht in Abzug gebracht. Drei Monate besprochene Entlassung von 50 Rohrlegern an und legte dann später wurde das Mädchen entlaffen. Die Frau 80g nunmehr eingehend die zu seiner Kenntniß gekommenen Mißstände in den den Thaler ab; das Mädchen erklärte sich hiermit nicht ein- städtischen Gasanstalten dar. Von gegnerischer Seite wurde be hauptet, daß die bestehende 18 stündige Arbeitszeit in Wirklichkeit unter„ Gewerkschaftlichem" wurde bekannt gegeben, daß ber sprechend beschlossen, den Streit für beenbet zu erklären und nur eine 9ftündige fei, da auf jede Arbeitsstunde eine einstündige nächste Maskenball am 9. Januar bei Martens, Friedrichstr. 236, über folgende Firmen wegen Nichtbewilligung der Forderungen Pause folge. Dem ſei jedoch nicht so. Da in der Arbeits- stattfindet. Ferner wurde darauf aufmerksam gemacht, daß das die Sperre zu verhängen: Jean Violet, de la zeit von den Arbeitern ein bestimmtes Arbeitsquantum verlangt Streitbureau am 1. Oftober von der Neuen Friedrichstr. 44 Bari, Pinnow, Dübner, Rössemann, Rothe u. werde, welches in der feſtgefegten Beit gar nicht bewältigt nach der Grenadierftr. 33 verlegt wird. Gobann legte man den Beiße, Bothmann, Donner und Schubert u. Wert b. werden könne, so gehe damit die als Bausen festgesezte Beit so Bersammelten ans Hers, sich zahlreich an der Gewerbegerichts- Die noch ca. 70 inkl. der Arbeiter von der Firma Schubert u. Werth gut wie ganz verloren, und müsse selbst das Essen nur nebenbei Wahl, welche am 24. b. M. stattfindet, zu betheiligen. Ferner Ausständigen erhalten, unter Außerachtfehung des Beschlusses in aller Gile eingenommen werden. Ein weiterer Uebelstand fei ermahnte der Kaffirer, daß bei den jetzigen großen Umzügen der Feenpalast- Versammlung bereits für diese Woche Streifder, daß von den Arbeitern mancherlei Verrichtungen, die jeder seinen Wohnungswechsel rechtzeitig anmelde, damit die unternüßung und zwar Verheirathete pro Woche 13 M., Un nicht zu ihrer Berufsthätigkeit gehören, außerhalb der Verbreitung des Grundstein" keine Unterbrechung erleide. außerhalb der Berbreitung des Grundstein" feine Unterbrechung erleide. Zum verheirathete 12 M. Desgleichen fand der Antrag Annahme, eibe. Buni verheiratete 12 M. Desgleichen fanb per Antrag Annahme, Arbeitszeit verlangt würden. Die Feuerleute hätten Schluß wurde bekannt gegeben, daß in 14 Tagen unsere regel die unorganisirten Streifenden bis zu der Dauer von 3 Wochen, überhaupt keine Pausen und müßten die Mahlzeiten mäßige Mitgliederversammlung bei Cohn stattfindet und werden hingegen die vollberechtigten Mitglieder bis zum Wiedereintritt während der Arbeit einnehmen. Der Redner wies weiter hin die Mitglieder ersucht, zahlreich zu erscheinen. in in die Arbeit zu unterstützen. auf die große Gesundheitsschädlichkeit der Gasanftaltsarbeit, welche eine möglichste Beschränkung der Arbeitszeit rechtfertige Englischen Garten" tagte, hielt Dr. Weyl einen Vortrag über eine öffentliche Boltsversammlung von der 2. Abtheilung des Ju einer Mechanikerversammlung, die am Montag im Weißensee. Am 13. September fand im Lokale von Kühne und fam dann auf die Behandlung zu sprechen, welche die bas Naturheilverfahren. Daran fnüpfte sich eine längere Diss Sozialdemokratischen Arbeitervereins statt. Borgesetzten den Arbeitern zu theil werden laffen und die fuffion, in der allgemein der Wunsch ausgesprochen wurde, daß Genosse Hoffmann übernommen, der in einem beifällig auf rbeite Das Referat hatte nichts weniger als höflich fei. Die gesundheitlich im die Orts Krantentaffe der Mechaniter ihren Mitgliedern auch genommenen Vortrag über das moderne Raubritterthum sprach. höchsten Grade gefährliche Arbeit in ber fogen. Gift- Naturärzte zur Verfügung stellen möge. Unter Verschiedenem" Nach der Versammlung fand ein gemüthliches Beisammensein bude, das heißt die Reinigung der Gasmaschinen werde theilte Schwarz mit, daß bei der Firma Diedenböfer u. Schölzel ftatt. fozusagen als Strafe denjenigen Arbeitern zugetheilt, die sich auf ein Mißstand eingetreten sei, darin bestehend, daß man fämmt irgend eine Art unbeliebt gemacht hätten. Der Zweck dieser liche Klosethüren ausgehoben habe, um die Arbeiter bei Be- schaften für Friedrichsberg, Lichtenberg und Umgegend tagte am Bersammlung sei der, die Gasanstaltsarbeiter, die noch sehr nutzung der Aborte beffer tontrolliren zu können. Näther regte 15. b. M. im Lokale von Spißig, Frankfurter Allee. Das Referat Friedrichsberg. Eine öffentliche Versammlung der Gewerkschlecht organisirt wären, anzuregen, daß sie fich zusammen- an, in Zukunft zu den Mechaniker- Bersammlungen auch die Uhr hatte Genosse Paul Litfin übernommen. der in intereſſanter fchließen, um gegen diefe Uebelstände Front zu machen. batte e im von Branchen zu veranlassen. macher heranzuziehen, und überhaupt ein Zusammengehen beider Weise über Zweck und Nutzen der Gewerkschaftsorganisation sprach. Die Diskussion bewegte sich im Sinne des Referats und wählte hierauf die Verfammlung eine Kommission, bestehend aus Röste, Borowski, Caßler, Schicholt und Frau Hellwig, welche die Agitation für die Gewerkschaften in die Hand zu nehmen haben. Bum Schluß forderte der Genoffe Jacobi auf, dem ArbeiterBildungsverein beizutreten. betrauten an= politischen Parteien Deutschlands) Herr mann, Basewaltersir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter- Rancherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen fraße Nr. 7, 1 Tr. ab Echönbauſer Allee 177 c. im Vereinskalender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine FrankfurterBund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Zuschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Hermann Musik- und Vergnügungsverein Andante". Heute Abend 9 Uhr, im Restaurant Krüger, Fennstraße 5: Uebungsstunde. Rauchklub ,, Columbus". Das Sigungslokal ist nach der Oppelner ftraße 19 zu Säuster verlegt; Sigung ist dort jeden Mittwoch Abend von 9 Uhr au Longfellow, English Conversational-& Reading- Club. Meeting every Wednesday, 9 o'clock at Tettenborns, 91 Wall- Street. Guests are welcome. uhr, im Vorstädtischen Kasino, Acterstraße 144: Sigung mit Damen. Theater- und Vergnügungs- Verein Helgoland". Heute Abend für unnöthig abgesperrtes Wasser, Feuchtigkeit, Stocken, Rauchen, heirathete erhalten 13 M. wöchentlich, für jedes om erften Tage eine Gelegenheit benußen, Ihre Anregung zu benügen. Soll das 10 M., 7,50 Infolge des Vorgehens der Arbeiter in den Anstalten in der Danziger und in der Gitschinerstraße am 18. März fei in diesen beiden Anstalten die Arbeitszeit von 18 auf 12 Stunden Die Buchbinder füllten am Montag bei überaus zahlreicher verkürzt worden, doch werde neuerdings der Versuch gemacht, die Betheiligung Keller's großen Saal mit Gallerie bis auf den verkürzt worden, doch werde neuerdings der Versuch gemacht, die legten Play, um die Antworten der Fabritanten auf die von den 18stündige Arbeitszeit wieder einzuführen. Das müßten die Arbeiter unter allen Umständen zu verhindern suchen und auch Behilfen gestellten Forderungen entgegenzunehmen. Der Referent, in den anderen Anstalten müffe man sich bemühen, die 12stündige Buchbinder Bergmann, gab zunächst einen Rückblick über die EntArbeitszeit durchzusetzen. Den sozialdemokratischen Stadt Stadt- ehung der Lohnbewegung, deren Anfänge bis in den Monat Februar verordneten fei es jetzt vor allem Bernau. Am 15, d. M. tagte hier eine Versammlung des darum zu thun, zurückreichen. Der gegenwärtige industrielle Aufschwung habe von den Arbeitern ber städtischen Gasaustalten selber ich auch im Buchbindergewerbe bemerkbar gemacht und aus Vereins Deutscher Schuhmacher. Auf der Tagesordnung stand: 811 hören, ob fie denn mit ihren Berhältnissen dieser Erkenntniß heraus hätten die Buchbinder die Bewegung Die Lage der Arbeiter in der Schuhfabrik von Oppenheim und wirklich so zufrieden seien, wie es von unseren Gegnern hins in diesem Jahre eingeleitet. In Stuttgart habe man bereits einen guten Meyer in Bernau und wie stellen sich die Kollegen zu der Maßgestellt werde, und ob sie willens wären, behufs Besserung ihrer Anfang gemacht, in Berlin müsse man dem folgen und durch ein- regelung des Vertrauensmannes? Wie im Laufe der Debatte in für Beiffe man regelingt bort er bet ir bater Lage etwas zu thun. Es entspann sich eine lebhafte Debatte, in müthiges Handeln in kürzester Zeit den Sieg erringen. Die Fabrikanten festgestellt wurde, ist der Schuhmacher Krause, der in genannter der von mehreren Arbeitern erkennen in die Ausführungen des Res der großen Mehrzahl die Forderungen der Fabrik arbeitete und das Amt des Vertrauensmannes inne hatte, ferenten bestätigt und in manchen Punkten ergänzt wurden. Gehilfen als bescheidene und gerechte an, was viele anständige gemaßregelt. Trotzdem Krause zu den tüchtigsten Arbeitern Man erwähnte unter anderm, daß die Kolonnenführer Firmen veranlaßte, die Forderungen sogleich, ohne es zum Streit zählt, wurde er am 11. d. M. unter dem Vorwand entlassen, er oder sonstigen mit der Beaufsichtigung der Arbeiter tommen zu lassen, zu bewilligen. Redner verliest die Firmen, leiste nicht genug. In der Versammlung erklärten nun fast zum Personen Weihnachts. Gratifitationen erhalten, welche aun their bewilligt haben, deren theilweiſe originelle Ant. fämmtliche Redner, daß die Lage eine ungünstige ist und sie an und, um sich derselben würdig zu zeigen, die Arbeiter tüchtig an- worten wie:" Abwarten, bis die anderen bewilligt haben," all einen eventuellen Streit garnicht denken können. Sodann wurde treiben. Ein Unterbeamter der Gasanstalt II gab zu, daß die gemeine Heiterfeit erregen. Bollständig abgelehnt hat die Forde folgende Resolution angenommen: 192200 rungen nur eine einzige fleine Wertstube. Arbeitszeit allerdings eine 18ftündige fet, jedoch treffe es nicht großen Werkstuben, so Probst, Dessauerstraße, Riefenstahl, es nicht für angebracht, in einen Streit einzutreten, ba ein sehr Die Mehrzahl der Die Versammlung des Vereins Deutscher Schuhmacher, hält da zu, daß den Arbeitern die dazwischen liegenden Baufen auf Bumpe u. Ro., 5. S. Hermann, Metschle u. Ro., Morgues großer Theil der hiesigen Kollegen nicht organisirt ist und auch irgend eine Art verkürzt würden. H. der Arbeitszeit, sowie der Sonntagsarbeit sei im In- u. Sohn u. s. w. haben sämmtliche Forderungen bend mit aber, den Kollegen Albert Krause solange materiell zu unter= Mit feine tereffe des Betriebes nicht durchführbar. Auch gegen Nachbruch ihre Sache zu vertreten, so zu handeln, wie es ziel- stützen, bis derselbe wieder in Arbeit tritt." einem warmen Appell, morgen Dienstag geschlossen über den fouftigen Ausführungen Den fouftigen der Redner suchte der Herr die Verwaltung der Gaswerke zu rechtfertigen. Die bewußten Arbeitern geziemt, fich durch keinen liebedienerischen Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch Abend von 9-10% Uhr: SüdStadtverordneten Jakobey und Borgmann versicherten den Ur: Kollegen oder Werkführer beeinflussen zu lassen, schloß der Referent. oftfchule, Waldemaritraße 14: Gefchichte.( Neuere Geschichte von der beitern, daß sie auf die Unterstützung der Sozialdemokraten in Der Vorsigende verlas noch ein von einem Prinzipal zu- Reformation bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Entbet stadtverordneten- Berjamurtigung her gegangenes Schreiben, worin derselbe bemerkt, die Buchbinder widelung des Gozialismus und der pillerit. 179a: seluojjem. Bieberjedoch nur etwas für die Arbeiter thun tönnen, wenn diese selber zu- follten sich endlich einmal aus der unwürdigen Stellung, in der Eröffnung: Anfang Ottober Brunnenstraße 25, erfter Hof links, 1 Tr. fammenhalten und sich die Besserung ihrer Lage sie von anderen über die Schulter angesehen würden, befreien. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, gelegen fein ließen. Borgmann wies noch besonders Aus Leipzig ist die Nachricht gekommen, daß 1200 Personen die jeder Zeit aufgenommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borstgender Ad. Neus darauf hin, daß er als als Mitglied des Rechnungs- Forderungen bereits bewilligt erhalten haben. Frau Greifenberg ausschusses der Stadtverordneten- Bersammlung fagen fönne, der fordert speziell die Arbeiterinnen auf, Gelegenheit zu nehmen, Ertrag der städtischen Gasanstalten lasse eine Ausbesserung der den Vorwurf, daß sie die Konkurrenten des Mannes feien, von Arbeiterverhältniffe sehr wohl zu. Die Versammlung nahm zum fich abzuschütteln, nicht zaghait zu sein, sondern mit den Arbeitern Schluß eine Refolution an, welche sich für Anschluß aller Gas- in der Lohnbewegung Solidarität zu üben. Gerade sie seien es, anstalts Arbeiter an die Organisation ausspricht, und erklärt, die eine Herabfeßung der Arbeitszeit am allernothwendigsten begegen die bestehende 18 stündige Arbeitszeit zu protestiren und dürfen, fie sollten sich büten, schließlich als Streifbrecher für die 12 stündige Arbeitszeit einzutreten. Insbesondere ver- gebrandmarkt zu werden. Sailer legt den Versammelten sichern die Arbeiter der Auftalt in der Danzigerstraße, der in ans Herz, morgen in den Werkstuben, die nicht bewilligen, einAussicht stehenden Wiedereinführung der 18 stündigen Arbeitszeit müthig den Arbeitsplatz zu verlassen. Die Unternehmer einmüthig entgegenzutreten. hätten ihre Kapitalien in Maschinen und Rohmaterialien gefteckt, fie find nicht gewillt, auf längere Zeit Einbuße zu erleiben Der Verein Berliner Wohnung miether hielt am Frei- an ihrem Geldsack, der Arbeiter aber habe wenig zu ristiren, er tag Abend im Saale des Restaurant Rönigshof, Bülowftr. 37 fei oft gezwungen, wochenlang arbeitslos zu fein, er feine Monatsversammlung, der auch mehrere Vorstandsmitglieder fönne auch jetzt einige Tage ausständig fein, zumal von Hausbesitzervereinen beiwohnten. Zur Berhandlung stand die Organisation Unterfügung zahlt. Man der vom Mietherverein mit den Hausbesißervereinen Nordost und Offiziers- und Beamtenehre, gut, sprechen wir von Arbeiterehre, Briefkasten der Redaktion.s Nordwest vereinbarte Miethsvertrag, den der Borsigende sie besteht darin, seinen Mitarbeitern nicht in den Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Redakteur erläuterte. Die bisher gebräuch- Rücken zu fallen, sondern Solidarität zu Dienstag, Freitag und Sonnabend von 6-7 Uhr lichen von den Hausbesigervereinen herausgegebenen Verträge üben. Darauf wird die Höhe der Unterstüßung bekannt ge- abends statt. verlangen von dem Miether Verzichte auf jeglichen Schadenersay: geben, die für Organisirte und Unorganisirte gleich ist. VerS. n. T. Hasenclever. 1 Waschechter Voyageur. Das Buch erhalten. Wir wollen verlangen, er soll sich bauliche Veränderungen gefallen laffen, auch an. Die Kollegen und Kolleginnen, welche die Buch und die Gutachten zurückgesandt werden? wenn sie ihm die Benutzung seiner Wohnung unmöglich machen; Arbeit niedergelegt haben, müssen sich sofort Buch und die Gutachten zurückgesandt werden? gegen Miethsforderungen barf er feinerseits Gegenforderungen nicht im Streit Bureau, Annenstraße 16 täglich endetein 21. Lebensjahre- 5. 0.78, Abonnent Gerichte G. G. 1000. Das Großjährigkeitsalter beginnt mit vollgeltend machen; ja selbst im Falle des Verschuldens des zweimal in den Stunden von 9 bis 12 Uhr Hauswirths soll er Haftpflichtansprüche nicht geltend machen. vormittags und 2 bis 5 Uhr nachmittags zur straße 32. E. B. 1. Nein. Derartige Vorschriften feien aus dem vereinbarten Bertrage fort- Kontrolle melden, widrigenfalls ihnen für den nicht ist von der Stempelung oder Nichtstempelung des Vertrages gelaffen. Daß derfelbe allen berechtigten Ansprüchen der Ver- fontrollirten Tag die Unterstüßung in Abzug gebracht werden unabhängig. J. S. 60. Nur Jor, nicht Ihres Ehemannes A. M., alter befizer Verein Nordwest und Schäfer vom Hausbefizer Verein wegung wurde die imposante Bersammlung geschlossen. Abonnent. 1. Sie können 3wvangsvollstreckung durch einen West an; letzterer bebauerte, daß nicht auch sein Verein aur Die Schloffer haben in einer gut besuchten Versammlung, 4. Lebensjahre Herausgabe des Kindes zu verlangen berechtigt. Berichtsvollzieher veranlassen. 2. Der Vater ist nach vollendetem Vereinbarung hinzugezogen fei und meinte, daß die geschilderten die am 21. September bei Cohn, Beuthstraße, tagte, den Sie können Verzichte von feinem vernünftigen Hauswirthe vor Gericht aber beim Vormundschaftsgericht beantragen, das Kind in weil Ihrer Pflege bleibt, Der geltend gemacht würden. Aus der Praxis des Vereins wurde Streit für beendet erklärt. Nach den Ausführungen daß nicht im stande ist, das Kind bas Gegentheil bewiesen und darauf hingedeutet, daß das Boron näther hat sich die Situation wesentlich zu gunsten der Vater nicht Ju erziehen. handensein solcher Bestimmungen im Bertrage bie Miether und Arbeiter geändert und sind die Forderungen mit wenigen Aus F. B. 36, 2. N. 2. Unpfändbar, also dem Zugriff auch die Vermiether in den Glauben versetze, daß dieselben nahmen allgemein bewilligt worden, so daß die Auf jedes Gläubigers, auch dem Pfand und Retentions= Bei der Firma recht des Vermiethers entzogen, find: 1. Die KleidungsRechtens seien. Wo der vom Mietherverein felbst herausgegebene bebung bes Streits augebracht erscheine. Vertrag( zu haben im Vereinsbureau Solmsstr. 30 beim Amt: Franke find die Forderungen vom 1. Oktober ab bewilligt stücke, die Betten, das Haus- und Küchengeräth, soweit diese mann Bahrfeldt) von den Hausbesitzern zurückgewiesen werde, und wurde die Arbeit unter dieser Bedingung wieder auf Gegenstände für den Schuldner, feine Familie folle man nur den vereinbarten Vertrag( Berlag von F. Ashelm, Bewegung verschiedentlich Schwächen zu tage getreten, die in Bus Schuldner, seine Familie und sein Gesinde auf zwei Wochen ergenommen. Wie in diesem Fall, so meint der Redner, sind bei der und sein Gesinde unentbehrlich find;, die für den Neue Grünstr. 32) verwenden. funft vermieden werden müßten, sollte auch dann ein Erfolg erforderlichen Nahrungs- und Feuerungsmittel; bei Künstlern, Die Stuckateure beschloffen in einer öffentlichen Versamm- sielt werden. Die Sammlungen dürften feineswegs bet der Handwerkern, Hand- und Fabritarbeitern, sowie bei Hebeammen die Lung, die am Sonntag in den Arminhallen tagte, dem Fachverein eventuellen Beendigung des Streits eingestellt werden, sondern zur persönlichen Ausübung des Berufs unentbehrlichen Gegenstände. zur Regelung der Unterstüftung 1000 M. aus dem öffentlichen vielmehr in regerer Weise als bisher, von den zirka 2500 durch Was unentbehrlich ist, entscheidet in Streitfällen das Amtsgericht. Fonds zu überweisen. Hierauf entspann sich eine längere Dis. Die Lohnbewegung unter den neuen Bedingungen Arbeitenden D. 77. Leider würde der bestehenden Rechtsprechung und fussion, in der die verschiedenen Vorkommnisse während der ver- fortgesetzt werden, zumal die Ausständigen bereits werden, zumal die Ausständigen bereits für dem Gesetz gegenüber zu befürchten sein, daß das Dienstmädchen, floffenen Lobubewegung besprochen und das Verhalten einzelner biese Woche Unterſtüßung erhalten sollen und wahrschein das von Ungeziefer geplagt wird, mit ihrer Klage auf AufUnternehmer, die es sogar versuchten, indirett die Lohnlich die Charlottenburger Kollegen ebenfalls in eine Bewegung hebung des Dienstvertrages ohne Einhaltung der Kündigungstommiffion zu bestechen, einer herben Kritit unterzogen wurde. eintreten, wodurch auch die Berliner Schloffer ohne Zweifel in frist abgewiesen und auf grund des Gesinde Ausnahmegesetzes Allgemein wurde aber auch die zur Zeit eingetretene Interessen: Mitleidenschaft gezogen werden. Der Redner, der die Anwesen wegen unbefugten Verlassens des Dienstes gar noch bestraft wird. losigkeit und das unsolidarische Handeln eines Theils der Kollegen den aufforderte, nicht durch Ueberstundenarbeit den errungenen Troßdem soll das Dienstmädchen sich an alle polizeilichen tief bebauert. Beschlossen wurde sodaun, die Sperre über Neunstundentag illusorisch zu machen und auf die Nothwendig Instanzen( Revierpolizei, Polizeipräsidium, Oberpräsidenten, die Firma fchyrota aufzuheben, hingegen die feit der Organisation hinwies, pläbirte für die Annahme der Minister des Innern) mit dem Antrag wenden, der DienstherrSperre über das Geschäft des freifinnigen Stadtverordneten von der Vertrauensmänner- Konferenz gestellten Anträge, die Beschaft aufzugeben, für reinliche Wohn- und Schlafräume Sorge Kleefeld weiter bestehen zu lassen und soll mit endigung des Streits und die Unterstützungsfrage be- zu tragen, eventuell ihr das Recht sofortiger Aufhebung des mehr Nachdruck wie bisher für die Durchführung des Betreffend ersuchte, den Streit der 25 Kollegen Gesindeverhältnisses einzuräumen. Das am 1. April 1900 in schlusses gewirkt werden. Bekannt gegeben wurde noch, bei der Firma Schubert u. Werth zu fanttioniren, traft tretende Bürgerliche Gefeßbuch spricht diese eigentlich selbstdaß die Kollegen in Elberfeld gewillt find, in eine Lohn die wohl die Forderungen erst bewilligt, dann aber nicht gehalten verständliche Pflicht der Dienstherrschaft ausdrücklich aus. bewegung einzutreten, worauf man verschiedentlich bemängelte, hat. In der Diskussion, in der über den Verlauf der Verhand- F. B. 4. 1. Ja, gleichmäßig. 2. Nein... 40. 1, 2 daß der hiesige Bertrauensmann nicht schon offiziell in Kenntniß lungen in den einzelnen Werkstellen berichtet wurde, machten und 4: Ja. 8: Nein.-H. P., Rigdorf. Ist selbstverständlich. gesetzt ist, um die geeigneten Vorkehrungen zu treffen, sondern mehrere Redner auf das ungefeßliche der von einigen Uuter- 1000. Eine Tare für Hebeammen existirt nicht. 6-12 M. man es bei der Bekanntmachung in der Presse bewenden ließ. nehmern ausgestellten Entlassungsscheine, in welchen die Be- für die Entbindung, 1 W. für jeden Besuch außerdem werden Die für diese Versammlung angefeßten Punkte der Tagesordnung: merkung: wegen Nichtbewilligung der Forderungen die Arbeit für angemessen von Berliner Gerichten erachtet. Junger Ge Welche Vortheile hat uns die leyte Lohnbewegung verschafft, niedergelegt", und ähnliche Bezeichnungen enthalten find, auf- noffe. 1. Stein. 2. Ain 22. Februar 1840. 8. Nein. 4. In und wie gedenten wir, dieselben auszunüßen, Abrechnung der mertiam und riethen den Juhabern solcher Zeugniffe, die Aus dem Protokoll über den 1895er Parteitag finden Sie belehrende Lohntommiffion sowie der Agitationstommission, wurden zu einer ftellung eines andern zulässigen von den Unternehmern zu fordern und Ausführungen über Schwiß- und Trucksystem. 5. Ginen ders am Montag, den 28. September, in den Armin bei einer eventuell nachweisbaren Schädigung gerichtlich vorzugehen. artigen Unterschied giebt es nicht.- Anklamerstraße, P. S. 49. nicht. S. hallen stattfindenden Versammlung vertagt, wozu eine Eine längere Debatte entspann sich über den Antrag der Ver. Nur wegen der für das letzte Vierteljahr rückständigen Steuern rege Agitation entfaltet werden soll. trauensmänner, wonach die Unorganisirten eine Unterstüßung kann der Arbeitslohn mit Beschlag belegt werden. S.$. C. nur bis zu der Dauer von 3 Wochen erhalten sollen. Von 1. Ja. 2. 1-150 M.-. 2. Gine männliche Person bedark Eine gut besuchte Mitgliederversammlung des Bereinigen Rednern, die aber durch ihre Ausführungen bewiesen bis zum zurückgelegten 25., ein Mädchen bis zum zurückgelegten bandes der Maurer tagte am 20. d. M. im Königshof, haben, daß sie von der Bewegung der Metallarbeiter im 24. Lebensjahr der elterlichen Einwilligung zur Eheschließung. Bülowstr. 37. Reichstags- Abgeordneter Richard Fischer allgemeinen nur sehr wenig unterrichtet sind, wurde dieser Vom 1. Januar 1900 ab bedürfen beide Geschlechter nur bis behandelte in interessanter Weise das Thema: Der sozialistische Antrag lebhaft befämpft. Nach verschiedenen Richtig aum zurückgelegten 21. Lebensjahr der Einwilligung.- 42 K. K. Arbeiter und Gewerkschaftstongreß in London. In der Dis fiellungen und theilweise persönlichen Auseinandersetzungen Sie erhalten Ihre Unfallrente auch, wenn Sie außerhalb Berlins Lussion sprachen Gröppler und Fritsche im Sinne des Referenten. wurde, den Anträgen der Bertrauensmänner- Konferenz ent- verziehen. W. W., Waldemarstraße. 1. Ja. 2. Nein. $ miether entspreche, erkannten die Herren Röhrecke vom Hausmüßte. Mit einem begeisternden, brausenden Hoch auf die Be- Bermögen würde für die Forderung haften mannes . und Achtung! Orts- Krankenkasse der Bildhauer, Stuckateure Deutscher Holzarbeiter- Berband und verwandter Gewerbe. 2 Volksversammlungen Den Mitgliedern, Arbeitnehmer und am Mittwoch, den 23. September, abends 8 Uhr, im Saale der Brauerei Friedrichshain, am Königsthor, und am Freitag, den 25. September, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Martens, Friedrich- Straße 236. mi dan Tages- Ordnung: 11. Bürgerliche und proletarische Frauenbewegung. 2. Entwicklung der beutschen Arbeiterinnenbewegung. 3. Wirthschaftliche und politische Schwierig teiten der Arbeiterinnen- Organisation. 4. Die Lage der Arbeiterinnen. 5. Die Sittlichkeitsfrage. 6. Der gefeßliche Arbeiterinnenschutz. 7. Sozialdemokratie Fräul. Ottilie Baader, Frau Greifenberg, Frau Emma Jhrer, Frau Martha Rohrladı, Frau Clara Zetkin. Arbeitgeber, zur Stenntniß, daß sich unser Kassenlokal vom 30. September 1896 Josephstr. 10, vorn 2 Tr. befindet. Die Kasse bleibt des Umzugs wegen am 29. September geschlossen. 29416 ( Zahlstelle Berlin). Heute, Mittwoch, abends 8% Uhr, in Cohn's Festfälen, Benthtr. 20-22: Vertrauensmänner- Versammlung Tagesordnung: Der Drechslerstreit. Die Agitation der Tischlermeister. für sämmtliche Bezirke. Der Vorstand. J. A.: J. Söfner. Vereinigungen Berlins. Werkstattdifferenzen. Berbandsangelegenheiten. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 21. d. Mts. ver 207/20 starb nach langen, schweren Leiden unser Rollege, der Steinmetz Carl Schröder, and Frauenfrage.- Referentinnen: Frau Lily Braun( v. Gizydi), im Alter von 85 Jahren an der Berufs Die Theilnehmerinnen des bürgerlichen Frauenkongresses find zu diesen Versammlungen eingeladen. Diskussion. Reden von Ausländerinnen werden übersetzt. Die zweite Versammlung wird die Fortsetzung der ersten bilden. Um regen Besuch der Versammlungen bittet Die Einberuferin: Frau Ottilie Gerndt, Bertrauensperson. 3. Wahlkreis. frankheit. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 24. b. M., nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Rixdorf, Delbrückstr. 31, aus ftatt. Um rege Be theiligung ersucht d Der Vertrauensmann der Steinarbeiter Berlins und Umgegend. Die Beleidigung, die ich gegen Fr. Caminsky und Friz Reeb ausgesprochen habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre beide für anständig. Fr. Schmidt. 5176* Freitag, den 25. September, abends 8 Uhr, im Lokale musit n. Meth. Kullak, Zoſſenerſtr.41 III. des Herrn Brochnow, Sebastianstr. 39: Oeffentliche Versammlung der Parteigenossen des 3. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Tagesordnung: 213/16 Fruchtweine Johannisbeerwein, weiß und roth, Stachel beerwein, Heidelbeerwein à Fl.( Ltr.) 75 Pf., à Liter 1 Mart crti. 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Berichterstattung der Delegirten von der Parteikonferenz für die Provinz Brandenburg. 4. Wahl eines Mitgliedes zur Agitationskommission für die Provinz Brandenburg. 5. Wahl von Revisoren. tary Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Vertrauenspers. Genossenschafts- Bäckerei für Berlin u. Umg. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Wir machen die Genossen auf die am Donnerstag, den 24. September, pro Glas. DEUTSCHES REICH 10 PFENNIG 1896. R Rosthalle der Berliner Groß- Destilateure Berliner Gewerbe- Ausstellung Elektr. Eisenbahn- Haltestelle, Marineschauspiele. abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 83, stattfindende Generalversammlung Eugen Neumann& Co. aufmerksam. 88/16 Nur die rothen Mitgliedskarten legitimiren. Achtung! Der Vorstand. Achtung! Brauerei- Hilfsarbeiter. Mittwoch, 23. Sept., abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Vereins- Versammlung. Tages Ordnung: 68/18 1. Vortrag des Genossen Hoffmann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Detail- Verkaufsläden: Belle- Alliancepl. 6a, 9. Friedrichstr. 81, Oranien Straße 8, Genthinerftr. 29. Votsdam: Bäderstr.7 Charlottenburg: Kaiser Friedrichstr. 48. P Pro ortièren Restbestände Jede Werkstatt ist verpflichtet, einen Delegirten zu entfenden. Die Beitragsammler werden ersucht, in dieser Versammlung vollzählig erscheinen, da eine Besprechung über die Einziehung der Beiträge für nächstes Quartal stattfinden soll. Die Ortsverwaltung. im Königshof, Bülowftr. 37: Westen und Südwesten. Mittwoch, den 28. September - Bezirks- Versammlung. 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Die Eroberung des Nordpols. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. Die Versammlung wird pünktlich um 8 Uhr eröffnet. Des sehr interessanten Bortrags wegen werden die Kollegen ersucht, pünktlich und zahl. reich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. findenden Vertrauensmänner- Versammlung zu erscheinen. Die Vertrauensmänner des Bezirks werden ersucht, in der heute stattDen geehrten Vorständen der Vereine zur geft. Kenntnih, daß der Saal in Kaufmann's Variété, Königskolonnaden 3, zu Matineen und sonstigen Vergnügungen, unter Mitwirkung der Mitglieder meiner Spezialitäten- Bühne, zur Verfügung steht. Gute Küche u. bestens gepflegte Biere. Möbeltischlerei u. 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G3 ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu Teppich- Emil Lefèvre, erscheinen. Der Vorstand. Haus Berlin S., Oranienstraße 158. Monatl, v. 10 M. an Anzüge nach Mank Theilzahlung. liefert elegante Tomporowski, Schneidermeiſter. Berlin C., Jüdenstr. 37, 1 Tr. Polsterwaaren ON Reelle Waare. مي Franz Tutzauer லி Ganze Tischlermeister, Blücherstr. 14. WohnungsEinrichtungen in Nussbaum u. Mahagoni NO zu soliden Preisen. Möbel- Tischlerei von G. A. Noack, Siglermeister. Spezialität: Wohnungs- Einrichtungen VON direkt vom Tischlermeister zum Preise von Sie kaufen Wohnungs- Einrichtungen M. 240,-; 340,-; 450,- 500,-; 600,-; 750,- bis 2000,- c. Keine Scheinwerkstätten! Berlin, Verkaufsmagazin: Louisen- Ufer 22, Gegründet 1880. Ecke Dresdenerstrasse, Fabrik: Fruchtstr. 31. Garantie für gediegene und dauerhafte Ausführung. am Oranienplatz. Kataloge franko! Das Schuhwaaren- Verkaufshaus( 8 Schaufenster) S. 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