1. Jahrg. ben fr. 41. Ferinne Damen eitenbe 3 ihre Schub ten und en vo tfäch amen Tie ber e fold mpfte en find beffe den al gewi erhebe Berwen in vo dereis Fred riftlic ich vor Die Hamburg, den 10. Oktober 1891. Arbeiterin Zeitschrift für die Interessen der Frauen und Mädchen des arbeitenden Polkes. Brgan aller auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Vereinigungen der Arbeiterinnen. Eintracht macht stark Bildung macht frei! 5. feit n, oltene einig n Vater uf dem feiner e Web nebre gt auf erbente er nig tter of igt fid penden ig war Sün gefa un tt mi ba terben Erscheint wöchentlich einmal und zwar am Sonnabend. Redaktion: Emma Jhrer, Velten( Mark).- Expedition und Verlag: Fr. Meyer, Hamburg, Rosenstr. 35. Annoncen pro Zeile 20 Pfennig. Vereine erhalten Abonnement pro Vierteljahr 1 Mark, Einzelnummer Rabatt. 10 Pf. Direkt per Kreuzband Mt. 1.40. Kulturvölker. Freunde und Freundinnen! Sorgt für die Verbreitung der Arbeiterin"! Rk. Die Summe aller geistigen und materiellen Errungenschaft der Menschheit, die allgemeine Gesittung, as ift Kultur. Das Merkmal eines Kulturvolkes ist also, daß die geistigen und materiellen Errungenschaften das Gemeingut des Voltes find, und daß die allgemeine Sir ins Befittung Lebensbedingung für das Volk ist. Db ein untent veifeln folde ließli äntel Subje ter if ftigen cathete wo | 11 lich. Die Konturen des herrlich geformten schlanken biegsamen Körpers sind der Bewunderung preis gegeben!" Und wie viele Miß Addie's" sind denn nicht für Geld zu kaufen? Daß Beim Einbruch der Nacht in das Haus des Gebieters bringen" wird nur durch eine folenne Champagner- Kneiperei für die armen Geschöpfe weniger fühlbar gemacht. Daß" Tanzen können" ist in beiden Fällen vorhanden und für das Cimbalschlagen genügt ein bischen Sing- Sang. Hier ist aber nur ein Unterschied. Alle diese unglücklichen Geschöpfe werden nur für eine Nacht oder doch für kurze Zeit gekauft". Jedenfalls billiger gekauft als der türkische Pascha seine Waare kauft. Waare kauft. Ein Schmuck, ein Armband thut's ja mitunter schon! Diese armen Geschöpfe wechseln ihre Gebieter wer weis wie oft und fallen schließlich den scheußlichsten Krankheiten( Syphilis) dadurch zum Opfer. In Persien aber, diesem in der Kultur" so tief unter uns stehenden Lande wird wenigstens dann eine Form der Ehe abgeschlossen, wie die folgende Notiz, die wir ebenfalls der Staatsbürger- Zeitung" entnehmen. zeigt: vollständig und, wenn möglich, auch eine stattliche Mähne haben. Brünet ift die Lieblingsfarbe des Pascha." ,, Bedaure, Sudan- Löwinnen jetzt nicht vorräthig. Will dem Pascha dafür zwei herrliche persische Gazellen von schlankem Wuchse senden. Befizze auch eine junge Bärin aus dem Kaukasus, namens Suleita, ein allerliebstes Thier. Ist üppig gebaut und hat blaue Augen. Suleika kann auch tanzen und das Cymbal schlagen." Senden Suleika, aber bald. Pascha schon begierig, dieses interessante Thier in seiner Menagerie zu sehen." Dieses find gewiß höchst unschuldige Telegramme. Und doch sind dies Depeschen zweier Mädchen händler, oder um uns etwas deutlicher auszubrücken, zweier Sklavenhändler, wovon der eine in Damaskus wohnt, der andere aber in Bassorah, und welche die Harems der syrischen Großen und Paschas versorgen. Deffentlich ist der Menschenhandel im ganzen türkischen Reiche wenigstens verpönt; die Klugen wissen indeß dem Geseze schon ein Schnippchen zu schlagen. Trifft nun z. B. eine Sendung von sechs hübschen Tscherkessinnen ein, so benachrichtigt man sogleich die Paschas und die verschiedenen mos limischen und nichtmoslimischen Haremsbefizer unserer Stadt von deren Ankunft, indem man ihnen mit der unschuldigsten Miene von der Welt meldet, daß soeben wieber sechs herrliche Thiere, Löwinnen, Gazellen, Wölfinnen oder Bärinnen eingetroffen find, und ladet zugleich zu deren Besichtigung ein. Warum sollte sich ein Pascha nicht einige wilde Thiere an sehen dürfen? Er fährt daher in das Haus des an= geblichen Thier, aber wirklichen Mädchenhändlers, besichtigt die ihm vorgeführten Mädchen und kauft schließlich eine oder mehrere derselben. Nach Einbruch der Nacht wird die so erstandene Odaliste in den Harem ihres neuen Gebieters gebracht. Nur in diesem Sinne, wenn auch vielleicht mit eprüft anderen Worten kann der Begriff„ Kulturvolk" aufgewelche faßt werden. Alle Völker, die sich heute Kulturvölker nennen, tragen diesen höchsten Ehrentitel, den man einem Volte geben kann, daher mit Unrecht. Dem Volke, biefen. h. der großen Masse des Volkes, kann ein Vorwurf laffen hieraus natürlich nicht gemacht werden, weil die Masse des Volkes von den wenigen Besitzenden abhängig ist, weil die Masse des Volkes, auf Grund dieser Abso be hängigkeit, den von den Wenigen gegebenen Gesezen tante fich fügen muß. Diese wenigen Besitzenden wollen durch die von ihnen gegebenen Geseze ihren Besitzstand diefe erhalten und vermehren. Sie müssen daher möglichst iedrige Löhne zahlen, die bessere Meinung, die Bildung stage im Volfe unterdrücken, die Freiheiten im Volke einschränken und sich selbst dadurch zu den Urhebern aller treifen Mißwirthschaft, allen Elends, aller Verbrechen machen. Wenn eine Arbeiterin mit dem ihr gebotenen Lohn Don 5-6 Mark pro Woche in der Weltstadt Berlin nicht leben kann, hat doch schon ein Berliner Staatsanwalt 12 Mt. als einen Hungerlohn bezeichnet- so muß sie einen„ Nebenverdienst" haben: Sie wird Prostituirte, d. h. fie giebt ihren Körper für Geld hin! Und dieselbe Gesellschaft, welche solche Zustände burch ihre„ geordnete" Verfassung zeitigt, sie sorgt auch dafür, daß das arme Opfer, die Prostituirte, für ihre Waare" Absatz findet, d. h. daß Menschen da sind, diese für Geld zur Verfügung gestellten Körper brauchen! fürft benn furcht a adt fchen fchul Gurid ch bie Borten Ron eibung gegen Am efeben balb eines eifer nred pieger 7 ver einem Bahre wurde anftalt bie Weber die große Mehrzahl der Arbeiter, noch die Raufleute, noch Schriftsteller, noch Juristen, Aerzte, oder sonst überhaupt die Mehrzahl aller männlichen Mitglieder der Gesellschaft werden in die Lage versetzt, im geschlechtsreifen Alter zu heirathen. Sie alle find also die Abnehmer" jener Waare." " Die Prostitution mit all ihren entseglichen Folgen wird Niemand als Gefittung, also als ein Zeichen vorhandener Kultur bezeichnen. Soweit fie offen auftritt, herrscht allgemeine Entrüstung; da wird die Ruppelei, also das Vermiethen von Wohnungsräumen zum Zweck der Prostitution mit strengen Strafen bebroht. Allerdings nur bedroht! Denn wollte man die Strafen über alle Rupplerinnen verhängen, so müßten die Gefängnisse verzehnfacht werden! Diese Maßnahmen treiben aber nur die Unfittlichkeit auf das Gebiet des Geheimen," sie wird mit einem Tugendmantel umbangen und die Gesellschaft hat dann das Recht, Deutchland den Spiznamen ,, Das Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte" beizulegen. Bereits in No. 35 der Arbeiterin" brachten wir einen Artikel aus dem Vorwärts" über den Mädchenhandel, welcher diesen" Gegenstand recht drastisch beleuchtet. Heute wollen wir an der Hand ganz unver= bächtiger Quellen, nämlich auf Grund dreier Zeitungsnotizen, die wir bürgerlichen Blättern entnehmen, noch näher darauf eingehen. " 1 finden wir die nachstehende Notiz: In der Staatsbürger Zeitung" vom 2. Oktober Damaskus. Man schreibt dem„ Wiener Tagblatt" von hier unterm 4. v. M.:„ Bitte, mir umgehend mit Dampfer Anatolia" für den Pascha X Y zwei Sudan- Löwinnen zu senden. Dieselben müssen aber noch jung sein, etwa zwischen 14 und 17, Zähne Uns interessirt dabei besonders der Schlußfaz: ,, Er fährt daher in das Haus des angeblichen Thier, in Wahrheit aber Mädchenhändlers, besichtigt die ihm vorgeführten Mädchen und kauft schließlich eine oder mehrere derselben. Nach Einbruch der Nacht wird die so erstandene Odaliske in den Harem ihres neuen Gebieters gebracht." Allerdings in Deutschland wird das anders ge macht: Man lese einmal die folgende Notiz aus dem Berliner Börsen- Courir". 29 " Teheran. Vor einigen Wochen kam ein 22 jähr., als Bauer gekleideter junger Mann in Teheran an. Nachdem er sich ein oder zwei Tage in der Stadt aufgehalten hatte, begab er sich an eine der Palastthüren und bat, dem Prinzen Naib- es- Sultaneh, seinem Bruder, vorgestellt zu werden. Die Dienerschaft glaubte, er sei nicht recht bei Sinnen, und be. gann ihn auszuschelten. Allein der junge Mann be= stand darauf, den Prinzen zu sehen. Die Diener wurden wüthend und trieben ihn mit Gewalt fort. Sie würden ihre Rohheit bereuen, sagte er: denn er sei ein Schahzadeh( Sohn eines Schahs). Naib- esSultaneh hatte etwas von dem Vorfall bemerkt und ließ den jungen Mann holen. Als derselbe antam, fragte er ihn, wie er es wagen könne, fich Schahzadeh zu nennen. Weil ich der Sohn eines Schahs bin" antwortete der Bauer. Wiesn der Sohn eines Schahs? ,, Als der Schah eine Pilgerfahrt nach Kerbella unternahm vor etwa 20 Jahren, stieg er in unserem Dorfe ab und fah meine Mutter, damals ein junges Mädchen. Sie fand Gnade vor seinen Augen und der Schah schloß ein„ Sigheh" mit ihr ab.( Heirat auf Zeit, auf Stunden oder vier Jahre. Einem solchen„ Sigheh" entsprossene Kinder haben dieselben Rechte, wie der„ Aghd" oder eigentlichen Heirat ent stammende.) Bei der Abreise gab der Schah meiner Mutter ein„ Destkhet" und ein„ Nishaneh"( königliches Unterpfand) und sagte ihr: Wenn ein Knabe geboren wird, so laß ihn mit diesen Unterpfändern zu mir kommen und ich will ihn anerkennen." Hier auf zog der junge Mann ein Schriftstück und einen Siegelring aus seiner Tasche und übergab diese Naibes- Sultaneh. Der Prinz sah, daß das Schriftstück in des Königs eigener Handschrift ausgestellt war und der Siegelring früher zum königlichen Schatz gehört hatte. Bei näherer Betrachtung des Gesichtes des Jünglings entdeckte er, daß seine Züge große Aehnlichkeit mit denen des Schahs trugen. Naib- es- Sultaneh schenkte der Erzählung des Jünglings Glauben und stellte ihn, nachdem er ihn fürstlich gekleidet, dem König vor. Seine Majestät bemerkte die Aehnlichkeit, welche der junge Mann mit ihm besaß und erinnerte fich des Zwischenfalles, welcher sich auf seiner Reise zugetragen. Er befahl, daß man seinen Sprößling als Schahzadeh anerkenne, ihm alle zu einem fürstlichen Leben erforderlichen Mittel liefere und eine gute Erziehung zutheil werden lasse. ,, Man entfinnt sich gewiß noch der schönen Miß Addie Conyers, welche im vergangenen Sommer in den Faust up to Date"-Aufführungen des„ Concordia- Theaters" als verjüngter Faust alle Blicke, alle Operngläser auf sich lenkte. Diese Londoner Schönheit ist jetzt allein an das„ ,, Concordia- Theater" zurückgekehrt und tritt daselbst allabendlich als Sängerin und Tänzerin auf. Miß Conyers führte an ihrem Debütabende dem Publikum drei Kostüme von vollendetem Geschmack und wunderbarer Zartheit vor. Diese Kostüme müssen in der Hölle von einem satanischen Modisten angefertigt sein, denn sie geben die Kontouren des herrlich geformten, schlanken, schmiegsamen Körpers der Bewunderung preis und fie üben einen höchst verführerischen Neiz aus. Die sanftlächelnde Miß Addie sah in allen drei Trachten gleich schön aus, und wenn das Volumen der Stimme auch dem bescheidenen Umfang der Kostüme entspricht, so ist doch ihre Tanzkunst ebenso eigenartig wie reizvoll. Ihre Bewegungen haben etwas AnmuthigCharmantes, namentlich, wenn sie weit die Arme öffnet, als wollte sie die Zuschauer an ihr Herz drücken. Die Zuschauer würden sich das sicherlich gern gefallen lassen...." Will also der Schah von Persien, auf kurze Zeit, auf Stunden einmal ein Mädchen befizen, so muß er die Nachkommenschaft anerkennen. Und in Deutschland? Hier fährt der Bourgeois zwar nicht in das Haus Von Fürsten wollen resp. können wir paragraphieines Mädchenhändlers", dafür aber in's Ron- scher Hindernisse wegen nicht sprechen. Wie aber fordiatheater". Die Besichtigung ist hier öffent steht es mit unserer Bourgeoisie? Frägt Jemand da nach, wenn einmal einer ihrer Vertreter eine Tochter| Thätigkeiten unserer Großmütter haben jetzt die Männer an sich des Volkes verführt hat? Weigert sich nicht, so lange es geht, der karakterlose, verdorbene, womöglich noch geschlechtskranke Mann" die Alimente zu bezahlen? " Ist nicht der besonders interessant" für jene jungen unschuldigen" Töchter der höheren Stände, der den Ruf hat, möglichst viele„ Abenteuer" bestanden zu haben? Doch genug aus diesem Sumpf! Wir wollen unseren Leserinnen nur noch den Ausweg aus diesem Labyrinth zeigen: gerissen. Es müßten die Seifensiedereien, die Wurstfabriken, Bierbrauereien und dergleichen mehr geschlossen, die Eisenbahnen beseitigt werden, wolle man die Frauen, ihre Kousinen und Schwestern wieder um den häuslichen Heerd versammeln; dann könnte auch die Frau wieder in ihrer Sphäre bleiben. Heute wird sie nicht mehr von dem Manne beschüßt, sondern nur bevor mundet; er hat zu befehlen, sie zu gehorchen. Aber sie kann nicht dem Manne gehorchen, den sie nicht hat, nicht die Kinder erziehen, die sie nicht geboren hat. Es handelt sich bei uns um die berufs- und existenzlose Frau, in der Mehrzahl um eine solche, der kein Haus offen steht. Was wendet man nun gegen das Studium des weiblichen Geschlechtes ein? Man finde, daß seine Organisation zu zart dazu sei. Das klingt so, als wenn ein Arzt seinem Patienten sagt:" Ich kann Ihnen nicht zumuthen diese Kur auszuhalten, sterben Sie lieber." Den Frauen der niederen Stände wird die Arbeit des Mannes nicht verwehrt. Das geschieht nur den di Frauen der gebildeten Stände. Sie sollen dem Manne nicht damit Konkurrenz machen. Man sagt ihnen, hier ist kein Plaz für Euch und schickt sie von Pontius zu Pilatus. Db diese Befreiung einer Klasse auf Kosten der anderen gerecht ist, das bedarf keiner Untersuchung. Man wendet ferner ein, die Frau habe nicht das Maß der geistigen Fähigkeiten wie, der Das zu sagen hätte man erst das Recht, wenn die Erfahrung zeigen würde, daß sie bei gleicher Ausbildung nicht baffelbe erreichen könnte, here befest bie Gitelteit bes Wenn auch die privatkapitalistische Produktionsweise diese Auswüchse gezeitigt hat, wenn sie auch die Ursache alles Elendes und damit aller Verbrechen, natürlich auch der Prostitution ist, so schafft sie doch selbst die Vorbedingungen für die sozialistische Produktion, für die sozialistische Gesellschaft. In dieser, welche keine Ausbeutung, keine Unterdrückung kennt, sind diese Zustände unmöglich. Die fortschreitende Kultur wird also auch die heutige Unkultur überwinden, Je schneller die Kultur fortschreitet, desto schneller werden also solche Mißstände beseitigt. Je mehr Menschen daran mitar beiten, desto schneller aber wird der Fortschritt der Kultur fich vollziehen. Welche ungeheure Summe geiWelche ungeheure Summe geiftiger, kultureller Arbeit aber wird heute mit der Unter, drückung der Frauen vernichtet. Das können weder Worte noch Zahlen schildern. Mit der Unterdrückung der persönlichen Freiheit wird und muß naturgemäß auch die geistige Thätigkeit unterdrückt werden. Darum, ihr Frauen, strebt für Eure Befreiung in wirth schaftlicher, politischer und geistiger Beziehung und Ihr werdet dem Fortschritt der Kultur eine Gasse bahnen, den Weg ebnen. Mann. Und diejenigen Männer, welchen die Bewegung der Frauen ein Dorn im Auge ist, welche nur ein unterbrücktes, sklavisches Weib lieben können und dabei stets von Frauenwürde" fafeln, sie sind der fortschreitenden Kultur ein Stein im Wege, sie begünstigen geradezu die Prostitution bewußt oder unbewußt! Und haben wir nicht noch Genossen, die sich mit dem Gedanken der vollen Emanzipation des Weibes nicht vertraut machen können? Weil dem aber so ist, darum müssen die Frauen selbst nach Freiheit streben und wenn diese errichtet ist, dann wird die ganze Menschheit das werden, was heute die einzelnen Nationen noch nicht sind: Ein Kulturvolk! Nur konfequent bleiben! Aber Mannes, mit der Frau zu konkurriren. lichen. unhöfliche Wort auf die Goldwage zu legen. Was wir im Auge die W haben, ist die absichtliche Peinigung des Mannes, sei es durch die Thätlichkeiten oder Worte. Wenn z. B. der Vorgesetzte die hen Eltern und Geschwister des Mannes schmäht, um es diesen ins Innerste zu treffen, so ist das noch eine schwerere gen d Mißhandlung als ein Schlag ins Gesicht." Derselbe Offizier, der n me eben seine Rekruten in der Reitschule in der abscheulichsten Weise erta te thätlich und durch Worte mißhandelt hat, indem er mit der Reitdt un peitsche auf sie einschlug, sie mit dem Säbelforb stieß und schließ perliche lich nicht nur sie, sondern auch ihre Mütter und Schwestern den in unfläthig ster Weise beschimpfte, derselbe Offizier eiter" spielt eine Stunde später in Damengesellschaft den Galanten und eundli Eleganten. Er martert sein bißchen Hirn ab, um sich den Damen Wir angenehm zu zeigen. Würde seine Dame aber auch nur ein einen d ziges Mal die heimliche Mannesthräne sehen, die des Herrn urgeois Rohheit einem armen Refruten erpreßt hat, ob sie ihn dann noch für gesellschaftlich möglich halten würde?" Au wöhnt, precher ftalt, Die lettere Frage glauben wir leider bejahen zu müssen; denn was gilt es den Damen, in deren Kreisen die Offiziere verkehren, die Mütter oder Schwester eines Refruten? Der lichen größte Theil der Rekruten gehört der Arbeiterklasse an, auf Regle welche die besigende und herrschende Klasse mit Verachtung hinabokal. A blickt, welche besonders von den„ Edelsten der Nation" männen" lichen wie weiblichen Geschlechts als Pöbel" betrachtet wird.bchen In ihren Augen haben die Frauen und Mädchen des auf arbeitenden Voltes überhaupt keine Ehre, sodaß ihnen ng in auch nicht weiter zu nahe getreten wird, wenn sie mit den under G fläthigsten Ausdrücken titulirt werden. Im übrigen leisten die mitter Damen der Aristokratie in Beschimpfung und Mißhandlung von De weiblichen Proletariern, die in ihre Hände gegeben sind, genau Führ dasselbe, wie der hochedle Graf und sein schneidiger Herr Sohn zu f als Großgrundbesizer oder Offizier in der Beschimpfung und indet Mißhandlung von männlichen Proletariern. Die gnädige Frau Gräfin und ihre Tochter, das Fräulein Komtesse, wetteifern darin, das Kammermädchen zu malträtiren, die Schneiderin zu kujoniren und die Gouvernante zu chifaniren. Daher werden sie sich wohl auch über diese neue Form von Soldatenmißhandluna, die sosiert a ausgesucht teuflisch ist, daß wir ihre Thatsächlichkeit doch beinahe bezweifeln möchten, nicht sonderlich aufregen. Hat indes die unverheirathete Frau das Recht, zu leben, so hat die Gesellschaft auch die Pflicht, ihr das Leben zu ermög Unsere Nation nennt das ewig Weibliche an unsern Töchtern das höchste Gut. Und da zwingt man diese, sich von dem männlichen Arzt behandeln zu lassen, den ersten besten Mann zu heirathen! Sie sind Produkte der heutigen Gesellschaft und zugleich ihre Opfer; sie werden zu Verkauf gestellt und die Gesellschaft sagt dazu ihr Ja und Amen! Im Namen der ewigen Weiblichkeit müssen wir versuchen, die Eltern aus ihrer trostlosen Gleichgiltigkeit zu reißen; es ist ihren unbemittelten Töchtern nur die grauenvolle Wahl gestellt, sich zu verheirathen oder sich ihr Brod auf der Straße zu suchen. Es fehlt den Eltern nur an der nöthigen Einsicht, daß sie ihre Töchter zu einem freudlosen und unwürdigen Leben führen. Die Vor aussetzungen der Geseze für das Leben der Frau treffen nicht mehr zu; könnt ihr der Frau nicht ihre Abhängigkeit erhalten, so habt ihr kein Recht, ihr die Unabhängigkeit zu versagen. Der Kampf für eine zeitgemäße Erziehung der Töchter, das ist weiblichkeit, es gibt Tausende von Frauen zu retten, dadurch, Frauen Emanzipation. Prahlen wir nicht mehr mit der edlen daß man die höchste Bethätigung ihrer Fähigkeiten zuläßt. S-. Die Frauenrechtlerinnen entsprechen beiläufig den Kleinbürgerlichen Radikalen aus den guten Zeiten, als sie sich Jm noch den Lurus," Idealen" nachzustreben, gönnen durften. Beginne radikal revolutionär, wurden sie später ,, vorsichtig ge= mäßigt" um noch später in die eine reaktionäre Masse" aufzugehen. Dieser Umwandlungsprozeß soll uns aber nicht hindern, das Gute, welches diese kleinbürgerlichen ,, Radikalen" geschaffen, uns anzueignen und weiter zu entwickeln. " Dieser gehaltvollen Rede, wenn sie auch durch die Unkenntnis der ökonomischen Grundgeseze an Werth einbüßen muß, haben wir nur wenig hinzuzufügen. Es ist wahr, es wurde Aehnliches in vielen Arbeiterinnenversammlungen wiederholt und gründlicher ausgeführt, aber wir meinen, daß wir die schreienden Ungerechtigkeiten, unter welchen die größere Hälfte der Menschheit zu leiden hat, nicht oft genug widerholen können. Sollen doch so viele der Unwissenden, Judolenten aufgerüttelt werden! Frau Ketteler und ihrem Anhang möchten wir noch Folgerichtigkeit im Sprechen und Handeln empfehlen. Nachdem sie bemerken können, daß ihrem Appell eigentlich nur die klassenbewußten Arbeiterinnen am ehesten in Wort und That entsprechen, daß nur bei ihnen eine sichtbare, zielbewußte, agitatorische Thätigkeit entfaltet wird, während bis jetzt die Frauenrechtlerinnen" der Bourgeoisie es nur bis zur hohlen Deklamation und unklaren Demonstrationen gebracht haben, welche Niemandem Vertrauen einflössen können, dann meinen wir, müßten sie sich, im wohlverstandenem eigenen Intereffe, der Arbeiterinnenbewegung anschließen. In nächstfolgenden Zeilen wollen wir die beachtenswerthen Worte einer der bedeutendsten Vertreterinnen der Frauenrechtlerinnen Deutschlands wiedergeben. Frau Ketteler, Vorsitzende des Frauenvereins" Reform", sprach im Oktober 1890 über die Frage: Was ist Frauen- Emanzipation?" Jm Beginne unterzog sie die Verkehrtheit des weiblichen Erziehungswesens einer scharfen Rritik. Die Eltern erziehen ihre Töchter für die Che, ohne zu bedenken, daß sie garnicht in der Lage sind, ihnen einen Mann zu verschaffen. In Deutschland gibt es etwa eine Million unverheirateter Frauen, die unversorgt für ihre Existenz fämpfen müssen. Die einzige Frage in der Frauenfrage sei nun die: Ist die Frau ein erwachsener Mensch oder ist sie ein großes Kind?" Familie und Staat sehen sich zusammen aus Mündigen und Unmündigen. Nach den bestehenden Zuständen ist die Frau unmündig, soll als Unmündige behandelt werden, aber trotzdem als Mündige handeln. Ist das nicht eine Ungeheuerlichkeit? Man sagt die Frau gehöre in das Haus! Die Männer haben ihr den Schutz des Hauses genommen. Man weise auf das häusliche Walten unserer Großmütter hin. Ja, was hatten diese noch für ein reiches Arbeitsfeld im Hause! Sie tochten selbst die Seife, machten selbst die Wurst, brauten sogar selbst das Bigt und webten die Leinwand. Alle diese Einfache und feine Leute. Von Jul. Felder( J. Altmann). ( Schluß). Br.Bum Sdiuße der weiblichen Ingend des Proletariates Rel wir ten abrese Faren n Bagen berg 58, Chen Die chgän Lei ageblat hat die Bourgeoisie allerlei Anstalten, Mägdehäuser, Mägdeheime Jugendheime u. 1. w. begründet, in denen alleinstehende Ares beiterinnen und besonders neu zugezogene oder augenblicklich ankthei stellungslose Dienstmädchen gegen angemessene Entschädigung Unterkunft erhalten, damit sie vor den Angriffen der männlichen Jugend eben jener Bourgeoisie gesichert sind. Ueber den Werth dieses Shutes" haben wir uns nie einer Täuschung hingegeben. Wir haben bereits oft genug darauf hingewiesen, daß ein wirk lich ausreichender Schuß gegen Versuchungen und eine wirksame Bekämpfung der Prostitution nur von einer allgemeinen und durchgreifenden Aufbesserung der Lohn- und Erwerbsverhältnisse der Arbeiterinnen zu erwarten ist. Daß aber derartige Anstalten ellt fid gelegentlich das genaue Gegentheil des Zweckes, um dessen willen 30 M sie begründet sind, bewirken können, daß sie an dem„ Fa eines bisher unbescholtenen Mädchens mitschuldig werden und der Prostitution noch ein neues Opfer zuführen können, hatten rug. wir bisher nicht gewußt. Die aufgeklärten Arbeiterinnen wissen, daß die Gleich berechtigung der Frau einen wesentlichen Punkt im Partei. programm der deutschen Sozialdemokratie bildet und daß nur mit dessen Verwirklichung auch ihre Befreiungsstunde schlagen wird. Aus all dem geht hervor, wenn man die Gleichberechtigung der Frauen anstrebt, dann muß man gleichzeitig auch die Ziele der Sozialdemokratie mit allen Kräften unterſtüßen. Eins geht ohne das Andere nicht! Also nur konsequent, meine Damen! Ueber eine nene Form der Soldatenmikhandlung H entnehmen wir der Volkszeitung" die folgenden Ausführungen: ,, Einen neuen Beitrag zu diesem traurigen Kapitel liefert der frühere Hauptmann z. D. Edmund Miller in seiner„ An die deutschen Bundesfürsten, die deutssche Armee und das gesammte deutsche Volk" gerichtete Broschüre„ Ein Aufschrei mißhandelter Soldaten". Der Verfasser ist sich in seiner Kritik wohl bewußt, ,, daß eine Kaserne kein Gotteshaus und ein Soldatenmund keine Bibel ist." Es fällt uns also nicht ein," so schreibt er, jedes hätte. ( Nachdruck verboten.) Als sie ihm mun in derselben Weise, d. h. unumwunden ablehnend antwortete, fragte der Herr Dottor: ,, Und was machen Sie, wenn ein halbes Dußend Zeitungen zugleich abfällig über Sie urtheilen, Ihnen den Krieg erklären?" „ Ich finge eben weiter und wem meine Stimme gefällt, der kommt nach wie vor um mich zu hören, wer nicht will, nun, der bleibt weg!" erwiderte mit gleichgültigem Achselzucken Suschen, und als Dr. Reiher erklärte, weitergehen zu wollen, nicht nur ihren Gesang, sondern ihre Person anzugreifen, fräuselten sich ihre vollen Lippen zu einem nicht eben liebreizenden aber tief verächtlichen Lächeln: " In einem täglichen Blatte, das seinen Lesern sonst den aller ersten Klatsch auftischt und leider auch in den Kreisen der unauf geklärten Arbeiterinnen immer noch gelesen wird, dem„ Berliner Lokal.Anzeiger," finden wir ausnahmsweise einmal die folgen ernste Betrachtung: artoffel 1,30 rucht C reis i ot gu ährent Dur Sittse Bro Pedung C M ben origes und Motbitor Hu nfere " I rbentli bem und m " n einer der jüngsten Nächte wurde ein aus einer Gejel ejem schaft heimkehrendes, mir bekannntes Ehepaar von einem, vot Gitterthor eines in Berlin W. belegenen Wägdehauses stehenden jungen, anständig gekleideten Mädchen flehend gebeten, ihm do zu sagen, wo es die Nacht über bleiben könne. Das Mädchen blität, erzählte, es sei am nämlichen Tage in Berlin eingetroffen habe in jenem Heim Obdach bekommen, sei dann Nachmittags zur Aufsuchung von Verwandten unter Zurücklaffung ihrer Sachenfront ausgegangen, leider aber drei Minuten nach 10 Uhr vor Mägdehause wieder eingetrofien da sie sich bei der Rückkehr von dem( vergeblichen) Versuche, ihre Verwandten ausfindig z machen, ein wenig in der zur Zurücklegung des Rückweges e forderlichen Zeit bei ihrer Unbekanntschaft mit den Entfernungs verhältnissen verrechnet habe und nun werde sie nicht in bas Haus gelassen, da die Hausordnung die Rückkehr der Mädchen bis spätestens 10 Uhr vorschreibe. Sie werde nicht eingelaffen, trot förster dem auf ihr wiederholtes Schellen Jemand mit Licht am des Hauses erschienen sei und sich überzeugt habe, daß eines der ins Haus gehörigen Mädchen Einlaß erbitte." " Solch eine Hausordnung," fügt das genannte Blatt in einer an ihm ungewohnten Anständigkeit hinzu, ist gewiß in beſter Absicht festgesetzt und mag sich bis zu einem gewissen Punkte als absolut rothwendig erweisen wird sie aber so strenge ge handhabt, wie hier in jenem Hause gewohnheitsmäßig, so wird diese beste Absicht in ihr Gegentheil verkehrt. Die Hausordnung riften ntipred nd frä Infprüd Fenster andlun eben aud Dennoch eilte fie nach einem Arzte. Dieser er Unter F E ofort In 4 Tag gm fei affelbe Da Der Rei klärte, daß der Patient, obgleich keine bestimmte Krankannt. heit festzustellen, wirklich in Lebensgefahr sei, da er schon furchtbar schwach geworden. Es müsse Heimweh oder sonst irgend ein tiefer Gram sein; wenn er fie nicht an dem Kranterlager sähe, so hätte er vermuthet, es sei Liebesgram. fehr verlor; hätte sie vielleicht nicht doch auf ein Mittel finnen sollen, ihn zurückzuhalten? Nein, tausendmal nein!- Selbst dann nicht, wenn sie hn lieb gehabt Und wenn er mich hätte heirathen wollen?" fragte fie fich.„ Nein, auch dann nicht!" lautete die Antwort. Ich möchte seine Frau nicht sein; er würde glauben, daß er mir ein Opfer bringt, indem er mich, die Tochter - und noch einer unverheiratheten einer Plätterin zur Frau nähme. In der Weise will ich mich aber nicht beglücken lassen, ich bin nicht schlechter als jede andere. Uebrigens hat er mich ja überhaupt nicht gewollt! Nun gleich viel ,, Dann sind Sie ein Lump, gegen den man sich nicht schüßen kann, ebenso wie gegen das Schmuzigwerden, wenn man über gewisse Pläge geht." Das imponirte ihm denn doch von dem einfachen Mädchen und mit der Versicherung, er hätte nur gescherzt, um sie auf die Probe zu stellen, empfahl er sich ehrerbietigst. Einen Augenblick wollte Suschen fast bedauern, daß fie in ihm einen unterhaltenden, anregenden Ver. # „ Ist so etwas denn möglich?" fragte Suschen erstaunt. wer Un Chrifti feiten Im Ge fraten, Dertete O, gewiß," erwiderte der Doktor ,,, und nament lich bei den heißblütigen süblichen und öftlichen Völkern. " So werde ich ihn wohl heirathen müssen, damit er nicht stirbt," sagte sie mit schalthaftem Lächeln. Da hätten sie nur früher reden sollen, lieber Gregor, dazu brauchten sie garnicht erst krank zu werden. Dab ich Ihnen gut bin, mußten Sie doch wissen, hab's Ihnen ja nie verheimlicht; ans Heirathen hatte ja allerdings noch nicht gedacht Einige Tage später erhielt Suschen einen schweren Brief. Zu ihrem Erstaunen war's ein Abschiedsbrief von Gregor, der, da er nun bald zu sterben glaubte, ihr erklärte, wie lieb er sie gehabt. Es würde ihm ihr erklärte, wie lieb er sie gehabt. Es würde ihm eine große Freude sein, fie noch einmal zu sehen; doch barum zu bitten wagte er nicht. * * * id Ber Le Bredt Organi Lohntä befte F Begenm Unioner Arbeite Berbän Einige Wochen später bemerkte man im Personen Fieber. Einen Arzt hatte er nicht rufen lassen. Suechen verzeichnis der Oper eine kleine Veränderung: ba las man nicht mehr wie bisher Fräulein, sondern Frau Susanne Weller. Er war bettlägerig, denn er hatte sehr starkes fand ihn todesmatt und doch mußte sie ihn schelten. Wie könnte ein Mensch sterben, der so jung sei und dem doch eigentlich nichts fehle. Gesund und frisch wie sie war, konnte sie sich den Tod garnicht anders vorstellen, als wäre er nur ein Gespenst, mit dem man Leute schreckte. Der glückstrahlende junge Ehemann spielte im Or chester die zweite Geige und der Kapellmeister hatte sein Engagement nicht zu bereuen. Das Glüd hatte ihn zum wahren Künstler gemacht. zur Be Angriff fonen, fraglich balb e barteit in aller gätte. haftlic als bi Auge die Mädchen zur Ordnung und Sitte zwingen, birgt aber in durch die allergrößte Gefahr, die in der Nacht ausgeschlossenen die ochen in ihr moralisches Verderben hineinzuzwingen! Man um es nur gesehen haben und das erwähnte Ehepaar hat erere gen dafür, daß es dergleichen vor dem nämlichen Hause nun , der on mehrmals sah! wie die ausgeschlossenen Mädchen in Weise erta ter Nacht sich schließlich keinen Rath wissen in der fremden Reitdt und verzweiflungsvoll nach stundenlangem Warten in solche ließ perliche wie seelische Abmattung gerathen, daß sie nach und tern den Widerstand gegen die Ueberredungsfünf e junger,„ h Ifs= fizier eiter" Männer aufgeben und hungernd und frierend den und eundlich Zuredenden" folgen!" Imen Wir glauben nicht, wie der Lo a'an; eiger, daß diese ein len dazu beit: agen werden, Abhilfe he beizuführen." Die perrn urgeois Damen, welche jenes Institut begründet haben und noch Aufsichtsdamen" zu besuchen pflegen, find es nun einmal öhnt, den Dienstmädchen jedes Recht auf freie Bewegung abffen; prechen. Soll man sich da wundern, wenn sie selbst in einer iziere ftalt, in welcher jede Insassin ihr Quartier mit einem crtsDer lichen Preis bezahlen muß, den Dienstboten ihre an Gesängauf Reglements crinnnernde Hausordnung" aufzwingen? Der inabotal. Anzeiger" darf sich versichert halten, daß die ,, volksfreundännen" Damen sich durch ihn nicht abhalten lassen werden, die wird. bchen zur Drdnung und Sitte zu zwingen." Auch der Hin dess auf die Gefahren, welche eine solche rücksichtslose Aussperhnen g in sich birgt, wich nicht vie! nützen. Wie einem armen, un der Großstadt völlig vnbekannten Mädchen zu Muthe ist, wenn die mitten in der Nacht sich plöglich ohre Obdach sieht, vermögen vone Damen ja doch nicht zu beurtheilen. Dazu stehen sie enau Fühlen und Empfinden einer Arbeitetin, eines Dienstmädchens Sohn zu fern, und wenn sie Dußende von Mägdehäusern beund andet hätten! Br.Frau arin, iren wohl nahe Pet 3ur Säuglingsfferblichkeit, te ofert auch de: Bericht über die Sterblichkeit in den sächsischen wir in den letzten Nummern wiederholt behandelt haben, 5 bten mit mehr als 15 000 Einwohnern im Monat Juli dieses ahres einen recht lehrreichen Beitrag. Unter 100 Gestorbenen ren nämlich im Berichtsmonat Kinder im 1. Lebensjahre in: gen 28, Dresden 35, Glauchau 50, Plauen 50, Zittau 51, berg 53, 3widau 54, Leipzig 55, Crimm'tschau 58, Meißen Chemnig 60, Wert au 60, Meerane 73, Reichenbach 78. Die industriereichen Drie sind in dieser Auf, ählung fast ime, hgängig mit den höchsten Ziffern vertreten, Beweis genug, es die arbeitende Bevölkerung ist, in decen Familien ankheit und Tod am schrecklichsten hausen. cklich Ar gung ichen Serth eben. virt fame und niffe alten illen Fag" und ttten Mer auf iner ente fell Dor den doch chen und tags chen dem tehr 31 er ngs bas chen co after ben iner efter aud ge wird ung er: nt er mel fie et Dent nt mit In. or, аб ich 133 te te ellt 30 Bur Nothlandsfrage. Br.Leipzig. Es existirt kein Noth stand! Das„ Leipz. ageblatt" brachte vor Kurzem eine Notiz, daß die diesjährige artoffelernte gut ausgefallen sei und der Preis der Rute 80 1,30 M betrage. Nach unseren eingezogenen Erkundigungen sich der Preis der Kartoffeln per Rute nicht auf 80 bis M, sondern auf 1,10 bis 1,50 M, ja stellenweise, wo die ucht ausnahmsweise gut gerathen ist, auf 2 M. während der reis in früheren Jahren( auch im vorigen) 70 bis 1 M rug. Zu den hohen Preisen fommt noch, daß die Kartoffeln ht gut, sondern unter mittel, stellenweise schlecht gerathen sind. ährend im vorigen Jahre( bei dem niedrigen Preise) die Rute Durchschnitt 40, stellenweise 65 Liter ergab, ist der Durch ttsertrag in diesem Jahre kaum 20 Liter. Eine Familie Brobstheida) von 6 Köpfen brauchte im vorigen Jahre zur edung des Winterbedarfs an Kartoffeln 24 M, während in em Jahre zur Beschaffung des gleichen Quantums Kartoffeln 0 M angewendet werden mußten. Zieht man in Betracht, daß den hohen Lebensmittelpreisen noch der Arbei'slohn gegen riges Jahr geringer ist, so erkennt man eist die ganze Frilität, mit der diese Presse à la Leipziger Tageblatt" jeben Rothstend leugnet. Hunde und Menschen. Die Züricher Arbeiterſtimme" onfrontirt folgende zwei Inserate, die karakteristisch sind für infere befte aller Welten": " In Berlin oder nächster Umgegend wird für einen außerOrdentlich werthvollen und vorzüglich gezogenen Neufundländer: unb wegen Abreise des Besizers eine hohen Anforderungen tsprechende Pension gesucht. Sorgfamste dauernde Aufsicht fräftiges Futter sind natürlich Hauptbedingungen. Honorars Infprüche ganz gleichgültig. Nur solche Private, Kynologen oder Forster usw., welche bereits gründliche Erfahrung in der Be von Hunden besigen, werden gebeten, ihre Offerte Inter F. A. 2578 an die Expedition des Berliner Tageblatt" ofort einzureichen." anblung In Hamburger Anzeiger" stand dagegen: Ein armer Familienvater, der mit Frau und Kind seit Tagen von Kartoffelschalen lebt, bittet einen Menschenfreund, m sein zweijähriges Mädchen einen Tag abzunehmen, damit felbe sich einmal satt essen und wärmen kann. Gefällige Zuer Griften usw." Daraus ersieht Jeder klar und deutlich, daß es die Hunde Smer arbeitende Menschen, auch Kronen der Schöpfung" ge= Reichen viel besser haben, als manche tagtäglich lange und annt. Someit sind wir allmählich gekommen! Und keiner der heutigen Pharisäer, die doch Nachfolger Chrifti fein wollen, wagt es, dem diese namenlosen Ungerechtig= leiten verschuldenden Kapitalismus irgendwie entgegenzutreten. Sm Gegentheil, die Gegner des Kapitalismus, die Sozialdemo fraten, werden von ihnen mit wahrem Fanatismus verfolgt und Derteßert. Das ist ihr Christenthum. Gewerkschaftsbewegung. Bericht der Konferenz der Gewerkschaftsverbände. ( Schluß.) Smedt ber neuen Organisationsform solle sein, die einzelnen Organisationen zu stärken und die heutige Unsicherheit bei Lohntämpfen zu beseitigen. Die Unionsbildung sei nicht die befte Form der Organisation, aber die praktischste unter den gegenwärtigen Verhältnissen. Durch den Zusammenschluß in Unionen nach dem Vorschlag der Generalkommission sollten die Arbeiter auf den Weg gebracht werden, sich später in größeren Berbänden zu vereinigen. Eine Unionsleitung sei nothwendig zur Begutachtung und Unterstüßung der Streifs, besonders der Angriffsfireits. In der Unionsleitung fäßen doch immer Perfraglichen Berufen mehr und beffer orientirt seien nnd des: Regien begründet in längerer Rede den Entwurf. Der fonen, balb barteit welche über die eigenthümlichen Verhältnisse in den eher ein Urtheil über die Zweckmäßigkeit und Durchführeines Streits abzu geben im Stande wären, als wenn in allen Fällen nur die Generalkommission darüber zu entscheiden hätte. Die Mitglieder der Generalfommission könnten die wirthchaftliche Lage in den einzelnen Berufen nicht so genau kennen bie Unionsleitung, weil die in Frage kommende Gewerkschaft in letterer nicht vertreten sei. Auch die Regelung der Herausgabe der Fachblätter durch die Union sei nur praktisch. Die heute nur alle 14 Tage oder alle 3 Wochen erscheinenden kleineren Fachblätter genügten nicht, die Leute stets zum Denken anzuregen, die nur dies eine Blatt lesen. Durch die Verschmel zung der vielen für verwandte Berufe bestehenden Fachblätter tönnte ein größeres öfter erscheinendes Organ für eine Union ges schaffen werden, was nur zum Vortheil für die Bewegung sein könne. Wohl würde gerade dieses Vorhaben auf vielen Widerstand stoßen, doch sei zu bedenken, daß diese gangea Pläne ja auch nicht heute oder morgen schon durchgeführt werden sollen oder könnten. Ueber die Vortheile der auf gemeinschaftliche Roften betriebenen Agilation in den verwandten Berufen ſei kaum ein Wo.t zu verlieren. Der gleiche Vortrag über die Nothwendigkeit und die Aufgeben der Organisation könnte in fast allen Versammlungen von einem und denselben Redner gehalten werden. Der Zusammenschluß aller organisirten Arbeiter in einen einzigen allgemeinen Verband sei aber heute um deswegen nicht durchzuführen, weil gerade die Leistungsfähigkeit auch in den verwandten Berufsorganiſationen noch zu verschieden von einander sei. Die Generalkommission glaube durch den Vorschlag, Unionen der verwandten Berufsorganisationen zu bilden über welchen die Generalfommission wieder als Bindeglied für alle Unionen und somit als Zentralförperschaft für alle organisirten A beiter Deutschlands zu fungiren habe den heute bestehenden Verhältnissen Rechnung zu iragen. Man müsse nur das beschließen, was zur Zeit durchzuführen sei. Von dem Vorstand des Metallarbeiterverbandes wird eine Resolution eingereicht, nach welcher keine Unionen im Sinne der Generalkommission, sondern größere Zentralverbände ver wandter Berufe gebildet werden sollen. An Stelle der Generalfommission soll noch dieser Resolution ein Generalrath und aus diesem ein Erekut vausschuß und ein Generalkassirer gewählt werden. Eine noch weiter vorliegende Resolution des Vertreters der Kupferschmiede besagt im Großen und Ganzen in anderen Worien dasselbe, wie der Entwurf der Generalfommission. Die beiden Resolutionen werden gleichfalls von den Antragstellern begründet. T Der Vertreter des Metallarbeiter Verbandes führt u. A. aus, die Generalkommission sei, wenn auch nnbewußt, Veranlasserin von Streits geweien. Manche Gewerkschaft habe in ihr nur die Unterstütungsquelle gesehen. Die Kommission habe deshalb nach seiner Meinung hindernd auf die Entwickelung der Gewerischaften gewirkt, inden sie auch die auf Barchenorganisation gerichteten Bestrebungen unter den Metallarbeitern förderte. Die Konferenz möge keine Beschlüsse über die Organisationsform fassen, sondern dies dem Kongres überlassen, welchem auch die Resolution der Metallarbeiter wieder vorgelegt werden würde. Der Vertreter der Maler ist mit den ersten beiden Theilen des Ent.vurfes der Generalkommission einverstanden, will jedoch den übrigen Theil, der von den Unionen und der Generalfommission handelt, gestrichen wissen, weil durch Beides die Organisationen nur gestört würden. Der Vertreter der Buchdrucker ist gleichfalls Gegner der Unionsbildung, so lange die einzelnen Berufe selber nicht besser organisirt seien. Dies müsse vordem erst ecfstrebt werden. Der Geist der Solidarität müsse sich übrigens auch ohne die formellen Verbindungen sehr wohl bethätigen lassen. Es sprechen außerdem noch eine Reihe Redner, darunter die Vertreter der Former, Vergolder, Tischler, für den Entwurf der Generalkommission. Ebenso tritt Legien noch einzelnen Ausführungen der Gegner entgegen und fordert dringend auf, feiten zu verlieren. nur die praktischen Fragen zu berathen und sich nicht in KleinigNachdem hierauf der Vertreter der Handschuhmacher, der abzureisen gezwungen ist, auf die in seiner Gewerkschaft ausgebrochenen Streiks in Friedrichshegen, Burg und Osterwieck hingewiesen hatte und, weil die Generalkommission nach den Beschlüssen der Konferenz diesen Arcständen jetzt keine Unterstügung gewähren dürfe, an die Solidarität der Gewerkschaften appellirte, wurde beschlossen, d'e Mittagspause auf 2 Stunden auszudehnen, damit die arwesenden Vertreter verwandter Berufe, die sich eventuell zu einer Union vereinigen könnten, während derselben zu dem Entwurf der Ge.teralkommission eine bestimmte Stellung einnehmen könnten. Darauf folgte kurz nach 1 Uhr Schluß der Sigung. Vierte Sigung. Eröffnung um 3 Uhr Nachmittags. Von den Delegirten find während der Mittagspause bereits abgereist: Knösel, Bock, Gebel und Grenz. Letterer hat die Vertretung der Former für die weitere Verhandlung an Schwarz- Lübek übertragen. Die Generaldebatte über den Punkt der Tagesordnung wird geschlossen und zunächst die Berichte über die während der Pause erfolgten Gruppenbesprechungen entgegengenommen. Kloß berichtet für die Vertreter der Holzarbeiter, daß diese einmüthig die Resolution der Generalkommission zur Annahme empfehlen. Dieselben haben sich noch weiter dahin geeinigt, schon vor dem Stattfinden des Gewerkschaftskongresses in ihren Drganisationen zu versuchen, die Agitation auf gemeinsame Kosten zu betreiben und eventuell auch bei Streits sich nach Möglichkeit zu unterstüßen. Eine Verbindung soll vorläufig durch schriftlichen Verkehr unterhalten werden und ist ein Beauftragter für sämmtliche betheiligten Branchen ernannt worden. Redner bittet, den Entwurf der Generalkommission möglichst einstimmig anzunehmen. Meister erklärt, daß die Tabakarbeiter und Bigarrenfortirer ihre Organisationen schon in nächster Zeit miteinander verbinden würden. $ Schwarz Hamburg berichtet für die Transportarbeiter, daß dieselben mit dem Entwurf der Generalkommission einverstanden find. Für die Fabrik-, Land- und gewerbl. Hülfsarbeiter fann Brey feine bindende Erklärung abgeben. Saffenbach berichtet, daß von den Vertretern der Lederbranche drei für und drei gegen den Entwurf der Generaltommission stimmten, doch wurde man sich einig, wenn möglich die Agitation gemeinsam zu betreiben und auch nach und nach eine engere Verbindung anzustreben. Hilmer berichtet für die Metallarbeiter, daß dieselben sich, mit Ausnahme des Vertreters des Metallarbeiterverbandes, prinzipiell für den Entwurf der Generalfommission ausgesprochen hätten. Dammann erklärt für die Bauarbeiter, daß dieselben gleichfalls, mit Ausnahme des Vertreters der Maler, der Resolution der Generalkommission beigetreten seien. Doch wünschten dieselben, daß erst die Verbandstage der einzelnen Organisationen ihre Meinungen äußern sollten. Es wird nunmehr zur Spezialberathung des Organisationsentwurfes der Generalkommission übergegangen. Die Resolutionen des Metallarbeiterverbandes und der Kupferschmiede werden vorher zurückgezogen. " Der erste Theil des Entwurfs: Organisation der deutschen Gewerkschaften", wird ohne Widerspruch angenommen. Beim zweiten Theil: Aufgaben der Zentralvereine", entſpinnt sich eine lebhafte Debatte über Arbeitslosenunterstüßung. Ein gestellter Antrag, die Gewährung von Arbeitslosenunterstüßung gleichfalls als Aufgabe der Zentralvereine in den Entwurf aufzunehmen, wird in wiederholter Abstimmung mit 18 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Dagegen wird aber mit allen gegen eine Stimme beschlossen, im Absatz f unter 1. außer der Reiseunterstützung auch Unterstügung Gemaßregelter aufzunehmen. " Bei Aufgaben der Unionen" wird, nachdem der vorstehende Theil,„ Unionen", ohne Widerspruch angenommen ist, der Absatz b Herausgabe eines gemeinschaftlichen Preßorgans, welches so eingerichtet sein muß, daß den Interessen sämmtlicher dabei betheiligten Zentralvereine Rechnung getragen wird", nech langer Diskussion gestrichen und dafür gesetzt: Regelung des Preßwesens". Dieser Beschluß ergab sich aus den Bedenken, welche die Mehrzahl der Delegitten gegen das Verlangen, die vielen einzelnen jetzt bestehenden Fachblätter zu je einem gemeinschaftlichen Preßorgan für eine Union zu verschmelzen, hegten. Der Absatz c unter ,, Aufgaben der Unionen" wird mit 19 gegen 11 Stimmen angenommen. Ebenfalls angenommen werden die beiden legten Absäze d und e. Bei dem Theil ,, Generalkommission" werden im legten Sage die Worte gestrichen: und aus je einem Vertreter der einzelnen Unionen". Die Generalfommission soll demnach nur aus sieben von dem alle zwei Jahre stattfindenden allgemeinen Gewerkschaftsfongreß jedesmal zu wähle den Mitgliedern bestehen. Im Uebrigen wird auch dieser Theil des Entwurfs im Wortlaut angenommen. Ebenso der weitere legte Theil ,, Aufgaben der Generalkommission", dessen Absage in bestimmten und dringenden Fäuen und unter Zustimmung der Mehrzahl der Unionen an e.rzelne Gewerkschaften oder Unionen bei Streits Unterstügung aus einem zu schaffenden Generalfonds zu gewähren", noch der Set angehängt wi.d: resp. die anderen bestehenden Unionen zur Unterfügung heranzuziehen". Es folgt jetzt die namentliche Gesammtabstimmung über den Organisationsentwurf, deren Resultat die Annahme deffelben mit 35 gegen 4 Stimmen war, bei einer Stimmenthaltung. Dagegen stimmten die Maler, Metallarbeiterverband, Sattler und Töpfer; der Vertreter der Buchdrucker enthielt sich der Stimmabgabe. Der abweiende Vert.elec der Schuhmacher hatte einen anderen Delegirten beauficagt, für ihn zu erklaren, daß er für den Entwurf stimme. Damit war die Tagesordnung für die Konferenz erschöpft. Es wurde nun noch zunächst folgende Erklärung der sächsischen Vertreter entgegengenommen. Erklärung. Die unterzeichneten Vertreter der Gewerkschaften in Sachsen verkennen nicht die schwierige und komplizirte Neuorganisation der deutschen Gewerkschaften, umſomehr, als die sächsischen Kollegen sich voraussichtlich nur als Einzelmitglieder anschließen können auf Grund der entgegenstehenden vereinsgesetzlichen Bestimmungen in Verbindung mit der Handhabung dieser Bestimmungen seite.is einzelner Behörden. Die hier anwesenden Vertreter erklären jedoch, daß Sachsens Orga nisationen sich den Beschlüssen der Mehcheit fügen und Mittel und Wege finden werden, möglichst allen Anforderungen, welche an die übrigen deutschen Gewerkschaften gestellt werden nachkommen zu können. 2. Scholz, Dresden. G. Jacob, Leipzig. Fr. Paeplow, Chemnitz. Ferner wurden noch folgende Anträge angenommen: ,, Die Delegirten verpflichten sich, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln in ihren Gewerkschaften dafür einzutreten, daß baldmöglichst in ihren Statuten Bestimmungen cufgenommen werden, welche die Durchführung der von der Konferenz beschlossenen Organisation ermöglichen. A. Dammann." Gewerkschaftskongreß ,, Sollten zu dem bevorstehenden einzelne Zentralvorstände noch bestimmte Anträge zu stellen haben, so sind dieselben bis zum 1. Januar 1892 der Generals tommission mitzutheilen, damit sie den Delegirten des Kongreffes sofort gedruckt vorgelegt werden können. Th. Meyer." " In Erwägung, daß bei der großen, täglich wachsenden Bedeutung der Frouenarbeit auf allen Arbeitsgebieten sich die energische Jnargriffnahme der Organisirung derselben als ein Gebot der Selbsterhaltung erweist, beschließt die Konferenz, die Vorstände der bestehenden Deganisationen aufzufordern, das hin zu wirken, daß die Statuten derselben derart umgestaltet werden, daß auch den im Berufe beschäftigten Frauen der Beitritt zu denselben möglich ist. Die Agitation für Ausbreitung der Organisation hat sich bei allen Berufen, in welchen Frauen thätig sind, auch auf deren Heranziehung zu erstrecken. Frau Steinbach. Frau Kähler. Frau Wolter." ,, Die Konferenz beschließt, die Generalkommission zu beauftragen, einen Separatabdruck der Artikel über die Organisationsfrage, welche im Korrespondenzblatt der Generalfommission" erschienen sind, mit etwaigen nothwendigen Aenderungen und Ergänzungen in Broschürenform herauszugeben und noch rechtzeitig vor dem Gewertschaftskongreß zu möglichst billigem Preise unter den deutschen Arbeitern zu verbreiten. Th. Leipart." Nach Erledigung dieser Anträge wird die Konferenz um 61/2 Uhr Abends vom Vorsitzenden Legien geschlossen. Berichtigung. Von dem Vertreter des Verbandes deutscher Zimmerleute auf der Konferenz, Herrn Fr. Schrader, werden wir noch ers sucht, richtig zu stellen, daß er wohl gegen den Antrag ge= stimmt habe: alle Organisationen nach prozentualem Verhältniß zur Leistung von Unterstützung heranzuziehen", damit habe er aber keineswegs, wie es in dem Bericht v. Nr. Seite 3, Spalte 2, im 6. Absatz heiße, für einen regelmäßigen festen Beitrag von 15 y pro Quartal und Mitglied gestimmt. Dies sei auch nicht der Sinn der Abstimmung gewesen. Daß er nicht für einen festen Beitrag von 15 3 gewesen sei, beweise, daß er in der späteren Abstimmung auch gegen 5 y gestimmt habe. Vereine und Dersammlungen. Nürnberg.( Fortsetzung und Schluß.) Die zweite Sigung ber Generalversammlung der Offenbacher Frauenfrankenkasse begann Montag früh 8 Uhr. Die Verlesung der Präsenzliste ergab die Anwesenheit aller Delegirten. Der Bericht der Mandatsprüfungskommission wurde vom Beirath Wihs gegeben; alle Mandate wurden für gültig erklärt, nur wurde monirt, daß drei Delegirte ihr Mitgliedsbuch nicht mitgebracht hatten. Nach kurzer Debatte über diese Angelegenheit ging man zur Tagesordnung über. Es wurde dann mit der Berathung des Statuts begonnen. Hierzu lag ein Antrag vor, über diesen Punkt zur Tagesordnung überzugehen, da es zu empfehlen sei, erst das Inkrafttreten der Krankenkassennovelle 11 abzuwarten, welche eine neue Fassung des Statuts nothwendig machen werde. Hiergegen wurde von mehreren Delegirten protestirt, weil dann ja die Generalversammlung überhaupt hätte unterbleiben können. Die Versammlung stimmte für Statutenberathung. Bei dieser wurde festgestellt, daß, obgleich ein solcher Paragraph im Statut nicht vorgesehen ist, doch Naturheilärzte sowie Aerztinnen, welche im Auslande geprüft sind, bei der Kaffe zugelassen werden.§ 2 Abs. f, welcher lautete: Bum Eintritt in die Kasse sind nur Personen berechtigt, welche im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind", wurde abgeändert und lautet nun: wegen entehrender Vergehen nicht bestraft sind". Das Ausschußmitglied Herr Kießling motivirte diesen Antrag damit, daß der Fall eintreten könne, daß ein Mitglied wegen politischer Vergehen bestraft werde und wir dann möglicher weise in die Lage versetzt würden, ein tüchtiges Mitglied ausschließen zu müssen, wenn die alte Fassung des§ 2 verbliebe; es wäre dies aber ein Anerkennen der Anschauung der heutigen herrschenden Gesellschaft. Ein zweiter Antrag Hamburg:„ Mitglieder, welche durch neue Arbeitsverhältnisse gezwungen werden, etwa einer Ortskaffe anzugehören, können innerhalb Jahresfrist ohne Eintrittsgeld der Kasse wieder beitreten", wurde ange nommen. Um jugendlichen Arbeiterinnen den Beitritt zu er= leichtern, wurde für diese das Eintrittsgeld auf 50 herab gesetzt. Vom Zentralvorstand wurde beantragt, um den Reserve fonds binnen zwei Jahren voll zu haben, die Beiträge zu er höhen und zwar die 1. Klasse auf 27, die 2. Klasse auf 16 y. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Dagegen stellte Frau LuzBerlin den Antrag, die Unterstützung von 26 Wochen auf 13 Wochen herabzujeßen, welcher angenommen wurde. Nach beiläufiger Berechnung beträgt die hierdurch erzielte Ersparniß 21 000 M pro Jahr. " Die dritte Sigung fand am Dienstag statt. Für§ 12, welcher der weitaus wichtigste ist, hatte der Zentralvorstand eine ganz neue Vorlage ausgearbeitet, welche mit den zu diesem Baragraphen gestellten Anträgen zur Berathung kam. Es ents spann sich hierüber eine längere Debatte, wobei der wesentlichste Punkt, ob die Kaffe auch künstliche Körpertheile zu liefern habe, ebenso wie die Lieferung fünstlicher Zähne abgelehnt wurde. 3u§ 13 lagen Anträge für Wöchnerinnenunterstüßung vor von Altona, Hanau, Berlin, Essen und Lübeck. Dieselben wurden, trotzdem einige D legirte warm dafür eintraten, abgelehnt. Zu § 15 beantragte Leizig: Für vom Arzt einer Patientin angeordneten Landaufenthalt ist die Genehmigung des Zentralvor standes nachzusuchen". Ueber die nächsten Paragraphen wurde, da wesentliche Anträge nicht dazu vorlagen, ohne Debatte hinweggegangen. Der Antrag Altona zu§ 30, dahingehend, die Kaffe in 12 Wahlreise einzutheilen und aus diesen zur Generalversammlung zwei Delegirte anstatt drei wie bisher zu wählen, wurde angenommen. Bei§ 31 wurde angenommen, nicht wie bisher die Wahl zur Generalversammlung für einen Tag auszuschreiben, sondern hierfür eine Zeitdauer von 10 Tagen festzusehen.§ 35 wurde dahin abgeändert, daß von jezt ab nur da Bahlstellen gegründet werden können, wo wenigstens 20 Mitglieder sind, anstatt wie bisher bei nur 10 Mitgliedern, da feststeht, daß diese kleinen Zahlstellen der Kasse die größten Kosten verursachten. Um den minderjährigen Mitgliedern gerecht zu werden, wurde folgender Schlußsaz angenommen:" Wahlberechtigt ist jedes Mitglied, wählbar dagegen sind nur Großjährige". Hiermit war die Statutenberathung beendet. In der vierten Sigung, Mittwoch früh, wurde dem Zentralvorstand das Recht zuerkannt, im Einverständniß mit dem Ausschuß die von der Behörde etwa beanstandeten Stellen zu ändern. Die Versammlung ging zur Berathung der Gehälter der besoldeten Kassenbeamten über und wurden nur in sofern Aenderungen getroffen, als dem Zentral- Vorstand für Bureau Unkosten noch 300 M bewilligt wurden, sowie auch den Beisigerinnen für jede Sigung eine Entschädigung von 50 bewilligt. Dem Ausschußmitglied Herrn Kießling wurde nachträglich, für seine dreijährigen Arbeiten 100 M gewährt und außerdem festgestellt, daß er 50 M pro Jahr erhalten soll, ebenso die Ausschußmits glieder, wie die des Vorstandes, pro Sigung mit 50 zu entschädigen seien. Man ging zur Wahl von drei Wahlkomites über, wofür neun Delegirte gewählt wurden. Für den Zentral: Vorstand wurden einstimmig wieder gewählt: Herr Schulz und Herr Haustein, außerdem die nöthigen Ersatpersonen und ein Ersazvorstand. Außer diesem eine Revisions- Kommission aus drei Personen; sämmtliche gewählten Personen haben ihren Sit in Offenbach. Als Sitz des Ausschusses blieb es bei Braun schweig und wurden per Akklamation die von Kießling vorge schlagenen zehn Personen gewählt. Als Ort der nächsten Generalversammlung ist Mainz bestimmt. Zum Schluß, welcher Mittwoch Nachmittag erfolgte, wurde vom Vorsitzenden bemerkt, daß reger Eifer bei allen Delegirten und Beiräthen vorhanden gewesen sei, da die Vorlesung der Präsenzliste stets die Anwefenheit aller 35 Delegirte sowie auch der 10 Beiräthe ergab. Mit dem Wunsche, daß die Kasse weiter segensreich wirken möge, wurde die dritte Generalversammlung der Offenbacher Kaffe mit einem breifachen Hoch geschlossen. Magdeburg. Eine Frauenversammlung tagte am 30. September in der Magdeburg- Buckauer- Bierhalle. Tagesordnung: 1. Die moderne Frauenbewegung. Referent Herr Albert Auers bach. 2. Stellungnahme zum Erfurter Parteitag. 3. Event. Wahl einer Delegirtin. Nachdem in der Volksversammlung bei Werner von der Wahl einer Delegirtin Abstand genommen, und drei Männer als Delegirte gewählt wurden, beschlossen die Frauen Magdeburgs eine öffentliche Frauenversammlung einzuberufen, um eine Frau zum Erfurter Parteitag zu belegiren. Aus dem Referat des Herrn Auerbach mußten einfichtsvolle Frauen die Ueberzeugung gewinnen, daß es nur gerecht wäre, wenn auch eine Frau als Delegirte nach Erfurt gesandt würde. In seinen weiteren Ausführungen legte Referent klar, daß die jezige moderne Frauenbewegung zwei Gegner zu bekämpfen habe, die Männer und das Kapital. Referent wies ferner darauf hin, daß die Frauen dahin streben müßten die politische Gleichberech tigung zu erringen, in jeder Frauenversammlung diesbezügliche Resolutionen einzubringen, und immer aufs Neue dem Reichstag dieselben vorzulegen, um so den Frauen zu ihrem Rechte zu helfen. Frau Henf vertrat die Ansicht, daß es nothwendig wäre eine Frau zu belegiren, weil die Frauenkommission aufge= löft und die ganze Frauenbewegung darniederliegt. Die Delegirtin tönne sich dann mit den in Erfurt anwesenden Frauen berathen, wie am besten eine rege Agitation für die Frauenbewegung in Magdeburg fönnte geschaffen werden. Deshalb ems pfiehlt Rednerin nochmals, die Wahl zu unterstützen. Frau Beelmann war der Meinung, daß, wenn Magdeburg drei Männer belegire, es zur Genüge wäre, die würden wohl die Interessen der Frauen mit vertreten. Nach kurzen heftigen Auseinander fegungen über die aufgelöste Frauenkommission, erfolgte die Abstimmung. Die Majorität lehnte, eine Frau nach Erfurt zu belegiren, ab. Fürth. Hier fand eine von Frauen und Mädchen zahlreich besuchte Versammlung statt, in der Frau Ihrer- Belten über das Thema: die Stellung der Frau in der heutigen Gesellschaft", referirte. Rednerin legte klar, wie die Hausfrau in der guten alten Zeit, die von Seiten der bürgerlichen Gesellschaft so oft gerühmt wird, und den Hausfrauen von heute" so gern als Muster vor: gehalten wird, doch im eigentlichen Sinne nichts weiter als eine vollendete Haussklavin war. Durch die in der Produktionsweise vor sich gegangene Revolution, welche die verschiedenen Arbeiten, welche die Hausfrau von damals" im Hause produzirte an sich riß, welche jetzt alle auf maschinellem Wege angefertigt werden, trieb man wohl die Frau aus ihrem bisherigen engbegrenzten Wirkungskreis nach und nach heraus, aber trokalledem hat man es noch nicht dahin geändert, daß der Frau in Anbetracht der Pflichten die von Staat und Kommune ihr auferlegt werden, ihr auch dementsprechend Recht einräumt. Im öffentlichen Leben stellt man das Weib mit Kindern und Unmündigen auf gleiche Stufe. Diese unwürdige Stellung werde sich auch erst heben, wenn die Frauen selbst Hand ans Werk legen und sich organisiren. Dieses Streben nach Gleichberechtigung hat allerdings nichts gemein mit den bürgerlichen Frauenbewegungen, die nicht die Gleichberechtigung Aller erstreben, sondern diese nur für ihre Klaffe fordern. Die Arbeiterinnenbewegung geht die gleichen Wege wie die moderne Arbeiterbewegung, an der Seite des Mannes, des Arbeitskollegen kämpft die Proletarierin um die Klassenherrschaft beseitigen zu helfen. Im Geiste des Sozialismus müssen die Arbeiter die junge heranwachsende Generation erziehen, und ihnen den Abscheu gegen jede Unterdrückung, gleichviel in welcher Form, tief einprägen, und sie zu freien, Selbstständig denkenden Menschen, zu Sozialdemokraten, zu er ziehen. Gablenz bei Chemnik. Am 28. September fand hier eine öffentliche Versammlung des gewerblichen Arbeiter: und Arbeite rinnen- Vereins statt, in welcher Frau Vogel- Gera über die wirthschaftliche Stellung der Frau referirte. Rednerin schilderte in ihrem einstündigen Vortrag die bisherige Geringschägung der Frau als Folge der wirthschaftlichen Verhältnisse; ferner wie durch die Großindustrie die Loslösung von der Familienthätigkeit entstanden, die Frau aber dadurch ihre Selſtändigkeit im öffentlichen Leben erhielt. Rednerin betont ferner, daß die Frau infolge ihrer billigen Arbeitskraft und ihrer geringeren Einsichten in die Verhältnisse immer noch ein Hemmniß unserer heutigen Bewegung ist und fordert daher alle Frauen und Mädchen auf, sich zu organisiren und dem Verein der gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen beizutreten, denn nur durch eine strammefOrganisation könnten wir zum Ziele gelangen. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Held u. Leopold, ferner gingen verschiedene Fragen ein, welche die Referentin kräftig beant wortete; auch wurde folgende Resolution angenommen: Die heute im Gasthof zum Hirsch, tagende öffentliche Versammlung, erklärt sich mit der Ansführung der Referentin voll und ganz einverstanden. Gleichzeitig zollt die Versammlung dem gewerblichen Arbeiter- und Arbeiterinnenverein ihren Dank für die Veranstaltung dieser Versammlung; ferner wünschen die anwesenden Frauen öfter derartige Verträge. Darauf schloß der Vorsitzende die zahlreich besuchte Versammlung. Allerlei aus aller Welt. Greiz. Folgender Vorfall charakterisirt so recht die hiesigen Verhältnisse. Eine verheirathete Weberin hatte in 14 Tagen M 9.50 verdient, aber es wurden ihr M 10 Strafe angerechnet für fehlerhafte Arbeit; sie hatte also noch 50 zuzulegen zur 14tägigen Arbeit. Gera. Hier bekam in dieser Woche ein tüchtiger Arbeiter Feierabend, weil er noch von der Streifzeit her auf der schwarzen Liste steht, welche hier noch ihre Wirkung thut, indem man selbe von Zeit zu Zeit durchsieht, um zu verhindern, daß ein in der Arbeiterbewegung für seine Mitarbeiter eintretender Arbeiter in Arbeit bleibt. Dieser Gemaßregelte ist Vater von sechs Kindern. Ein Fall, der beweist, wie doch auch mal ein Arbeiter Recht erhält, wenn er es energisch nachsucht, ist folgender: Ein Weber, welcher zum Militär eingezogen war, kommt nach Ablauf von 14 Tagen in seine alte Arbeitsstätte, man weist ihn jedoch zurück, weil der Werkführer, welcher selbst vor Kurzem noch Arbeiter war, ihn nicht wollte. Auf dem Wege der Klage vor dem Gewerbeschiedsgericht wurde dem Arbeitgeber jedoch aufgegeben, den Arbeiter sofort in Arbeit zu stellen, was denn auch geschah. Nicht genug, daß dem Familienvater mit drei Kindern 14 Tage Arbeitslohn durch die llebungszeit entgehen, so würde gern auch der Unternehmer die Gelegenheit wahrnehmen, ihm das Brod ganz zu entziehen, weil er ihm unbequem ist. Verwaltungen. Bon der Schwerfälligkeit des jetzigen Verwaltungsapparates der Berufsgenossenschaften weiß die„ Voffische Zeitung" aus dem Geschäftsbuch der Schlesisch- Poſener- BergwerksGenossenschaft ein hübsches Stücklein zu berichten. Bei 50000 Nummern des Geschäftsjournals( 13518 Eingängen und 37442 Ausgängen) ist nur in 458 Fällen eine Entschädigung festgesetzt. Selbst unter Hinzurechnung der aus Vorjahren übernommenen 1549 Entschädigten ergiebt sich auf jede entschädigte Person ein Aufwand von etwa 25 Schreiben im Laufe eines Geschäftsjahres und den gezahlten Entschädigungen im Betrage von M 268000 steht ein Aufwand an Verwaltungskosten von nahezu M 71000 gegenüber. Das Familienleben des Fabrikarbeiters. Bekanntlich sind die Eltern für den regelmäßigen Schulbesuch ihrer Kinder ver antwortlich. In Bezug hierauf wird folgender Fall nicht ohne Interesse sein. Ein Fabritarbeiter stand in Nürnberg vor Gericht, weil er seinen Knaben zum Schulbesuch nicht angehalten habe. Der Mann machte geltend, daß er von früh bis spät in der Fabrik zu arbeiten habe, um seine Familie zu ernähren; unter solchen Umständen könne man ihn doch nicht für den Schulbesuch seines Knaben verantwortlich' machen. Es erfolgte in der That Freisprechung. Wien, 11. Sept. Eine große Standalaffaire und Kinderunterschiebung kam heute vor dem Strafrichter des Bezirks: gerichts Alsergrund zur Verhandlung. Der Hergang der Angelegenheit bilret ein Stück Geschichte aus dem Leben einer Kurtisane. Fräulein Jenny Pfaller, fälschlich Perraur genannt, ehemalige Sachsen- Altenburgische Hofschauspielerin, Stadt, Maris milianstraße 6 wohnhaft, die Geliebte des Bankiers Karl Figdor, von dem sie bereits ein nunmehr fünfjähriges Mädchen Namens Carola besitzt, hatte im Frühjahr 1890 den Agenten Leopold Wieselmann bewogen, ihr ein neu geborenes Kind, einen Knaben mit blauen Augen und blondem Haar, zu verschaffen, welches sie als ein ihrer Verbindung mit dem genannten Bankier ent sproffenes Kind ausgeben wollte, um lepteren, dessen Leidenschaft bereits im Erkalten war, dadurch aufs Neue an sich zu fesseln Der Agent Wieselmann sette sich zu diesem Behufe mit der Hebamme Marie Palme in Verbindung, um von derselben das gewünschte Kind zu erhalten. Zur selben Zeit war bei der genannten Hebamme Palme eine junge Dame, Fräulein Jda Megger, welche sich unter dem falschen Namen Irene v. Hallos gemeldet und als Tochter eines bayerischen Obersten ausgegeben hatte. Diese Jda Metzger genaß daselbst eines Knäbleins, das blaue Augen und blondes Haar hatte, und da sie in großen Geldnöthen sich befand, ließ sie sich bewegen, ihr Kind gegen Kind eines Dienstmädchens, zu diesem Zwecke an sich genommen Die Schauspielerin hatte aber nunmehr Angst und wollte nichts mehr wissen. Das Kind der Jda Megger war bei der Schau spielerin als Kind der letteren unter dem Namen Karl Perrau getauft worden, obwohl es schon früher bei der Megger pro testantisch als Karl v. Hallos getauft worden war. Fräulein Jenny Pfaller steht aus diesem Grunde unter der Anklage der Irreführung der Behörden, die Hebammen Petiaczek und Morgen stern, sowie der Agent Leopold Wieselmann unter der Anklage der Mitschuld und Borschubleistung. Fräulein Pfaller ist über bies auch wegen Falschmeldung angeklagt, weil sie sich aud polizeilich unter dem Namen Perraug gemeldet. Bereits am 23. Juli hätte diese Verhandlung stattfinden sollen. Fräulein Pfaller hatte aber wenige Tage vorher einen Selbstmordverfu durch Morphiumvergiftung unternommen und lag lange Zeit frank darnieder. Ursprünglich war gegen sie beim Landesgeric die Untersuchung des Betrugs anhängig. Dr. Reißes, als Be treter des Bankier Figdor, welcher der Schauspielerin, nachdem er wegen dieses Vorkommnisses das Verhältniß" mit ihr löft", eine lebenslängliche Rente von 5000 Gulden ausgefe hat, erklärte jedoch, daß sich der Bankier nicht für geschädig erachte, weshalb diese Untersuchung eingestellt und der Aft de Bezirksgerichte abgetreten wurde. Die Verhandlung wurde geheim durchgeführt. Der Richter verurtheilte unter Anwendung des außerordentlichen Milderungsrechtes Jenny Pfaller und Le pold Wieselmann zu je fünf Tagen, die beiden Hebammen je zwei Tagen strengem Arrest. Wir haben hier wieder e prächtiges Bild der„ Sittlichkeit" und der„ Heiligkeit der The aus denjenigen Kreisen, welche dem Arbeiter Enthaltsamkeit Genügsamkeit und Religion predigen. das einzige, was fie dem Arbeiter gönnen. Kein Wunder! Jen fejt Das Herren können das alles für sich gerne entbehren; es ist dies Das Ende eines Balles. Während des französisch- spanischen Krieges in den Jahren 1808 bis 1814 erhielt ein Schneider Berga in Catalonien von dem General D'Espana den Auftrag eine Anzahl Uniformen anzufertigen, konnte diese jedoch zur gesetzten Zeit nicht liefern, weil, wie er sagte, nicht genug Frauen zum Nähen gefunden worden waren. Espana ließ hierauf burd ben Alkalden an einem bestimmten Tage einen großen Ball ankündigen. Der Abend desselben erschien, und fast alle Damen der Stadt waren im Ballsaale versammelt, als plöglich das Haus umzingelt wurde, Soldaten in den Saal traten, die Herren hinauswiesen und den erstaunten Damen erklärten, sie dürf das Haus nicht früher verlassen, als bis eine bestimmte Uniformen genäht sei. Gleich darauf erschien der Schneider seinen Leuten, welche die zugeschnittenen Uniformstücke trugen vorste und fünf Minuten später waren alle Damen, statt zu tanjen perfor eifrig mit Nähen beschäftigt. So mußten sie drei Tage lang Wasser und Brod, dafür aber im vollsten Ballstaate, die Nadel an d führen. Der neue Beift. Anjabl bet Ist euch nicht bang' auf euren weichen Kissen? Schlägt euch das Herz nicht? Spricht nicht das Gewissen? Ruft euch kein bleicher Schatten zu: Erwacht! Wenn dumpf die Glocke schlägt um Mitternacht? Ihr wandelt auf des Lebens lichten Höhen, Wo lind die Lüfte um die Stirne wehen, Wo milde Wärme schenkt der Sonne Schein, Wo Alles lacht in fröhlichem Gedeih'n. Die Herrschaft führt ihr streng, ihr oberen Klaffen! Gezähmt durch Noth und Hunger sind die Massen, Und unzerstörbar ragt aus Gold und Stahl Die stolze Veste euch: Das Kapital. Mädd Auf G 1850, tische Berei Regie gemie Geger hob ü Vorst Bigar Strei Anna vier gehör Diens leges Beria ben. einer Bwa au Le rufen hier Mitt inden belaf Rom Agito Don feit Mein treid beton raum Arbe fönn Uebe Doch horch! Die Luft erfüllt ein dumfes Grollen, Des fernen Donners unheilvolles Rollen! Es klingt hervor aus tiefem Felsenschacht, Es tönt zu Häupten euch in düftrer Nacht: Weh' euch, ihr Glücklichen, ihr Herrn der Welten, Euch Fürsten, die ihr Macht statt Recht laßt gelten, Euch Adligen, für die das Edle Spott, Euch Priestern, die verathen ihren Gott. Euch Bürgern, ohne edle Bürgertugend, Euch Herrensöhnchen, ohne rechte Jugend, Euch feinen Damen, die ihr Herz und Hand Verkauft um Gold, um Puz und nicht'gen Tand. Weh' euch! Ihr wollt die Zeichen nicht errathen, Ihr rafft euch nicht empor zu besseren Thaten! Ihr wollt der Zukunft Flüstern nicht verstehen Bald wird sie brausend euch in's Nichts verweh'n. Denn eure Zeit ist um. Sie geht zu Grabe, Wenn meine Schwingen ich entfaltet habe, Den Keiner kennt, den Jeder rühmt und preist Des zwanzigsten Jahrhunderts neuer. Geift! Ich bin der Bösen Schreck, der Hort der Wahrheit Der Zeiten Richter voller Glanz und Klarheit. Es sinkt vor meiner Augen hellem Blick, Was alt und abgelebt in's Nichts zurück. Vor meinem Hauche werden sie zerfallen ,. Des Kapitales stolze Säulenhallen, Und jauchzend zieht auf der befreiten Bahn Das Volk der Arbeit siegesfroh heran. Nicht Zwingburg mehr, nicht Beste wird errichtet ,. Der Streit der Völker nicht mit Blut geschlichtet. In sel'ger Freude ruht das weite Land Das Boltes Herrschaft ist des Friedens Pfand. Ihr Schwerbedrückten, die Ihr viel gelitten, Ihr tapfern Seelen, die für's Recht gestritten, O blickt empor! Erhebt das müde Haupt! Der Tag ist nah, an den Ihr lang' geglaubt. Er zieht heran. D hört sein mächtig Rauschen! Neigt Euer Ohr, dem Nahenden zu lauschen, Der Sieg der Arbeit, Sieg dem Recht verheißt Des kommenden Jahrhunderts freier Geiſt. Briefkasten der Redaktion. fei e litife dem zu v fein treib polit nicht wür Saft Der der Red nich itän legt die inde Krantens Ver M. H. bie fam run die Ba Ba bem gan in Geraer Frauen danken den Delegirtinnen der Offenbacher Die auf Grund des Reußischen Vereinsgesetzes verurtheilten Bezahlung von 100 fl. und der aufgelaufenen Entbindungskosten taffe für den gespendeten Beitrag von 27 M. zur Deckung der bei der Palme, im Betrage von 340 fl. zu dem gewünschten Zwecke hinzugeben. Das Kind wurde abgeliefert und die Kos mödie der Niederkunft gespielt; da jedoch Mutter und Hebamme kein Geld von der Pfaller bekamen, zwangen sie diese, das Megger'sche Kind zurückzugeben. Um nun für dieses Kind einen Ersatz zu finden, hatte die Hebax.me Petraczek ein anderes, das Prozeßkosten. Gera, L. V. Berichte müssen, wenn dieselben Aufnahme finden sollen, fortan an Frau Emma Jhrer, Velten gesandt werden. Druck von Fr. Meyer& Hinspeter, Hamburg, Rosenstr. 35.