Tk. 5 lt. Mai 1PL4 �lick ln öle Hücherwelt Beilage öes Vorwaets Neue Erzählungsliteratur. Aus dem Stoß von Romanen und Nooellentmchsrn, die Zeit, Zufall und Verlegerwille auf dm Rezenfententifch zufammen- getragen haben, hebt sich zunächst ein Werk heraus, das über die Udblichkeit hinausgeht: Alfred Döblins utopischer Roman e r g e, Meere und Giganten"(S. Fischer, Verlin), Do- blins Zukunftsphantasie hat unerhörte Aspekte. Der Roman führt den Planeten vor, wie er sich in der Milte und zu Ende des dritten Jahrtausends entwickelt haben kann. Döblin handhabt die Wirtschaft- lichen, politischen und industriellen Zukunftsmöglichkeitm mit einer frappierenden Selbswerständlichkeit: man hat das Gefühl, einen historischen Roman zu lesen. Es ist nicht möglich, von der Riesen- Phantasie des Dichters auch nur eine Andeutung zu geben. Die künstliche Synthese der Lebensmsttel, die Enreisung Grönlands durch künstlich hergestellte Vulkane, die künstliche Schaffung des Giganten- menschen: das sind ein paar Schlagworte. Freilich stimmen die Größenverhältnisse des Romans nicht immer: die Einzelheiten halten den großen Fluß des Berichtes auf und sprengen seine Wucht. Der wunde Punkt des Romans ist das Verhältnis der Geschlechter zu ein- ander. Aber diese Bedenken hindern nicht, anzuerkennen, daß dieses Buch einzigartig in unserer Literatur ist. Das Utopische reizt viele Autoren. Ein neuer irischer Dichter, den die Literarische Anstalt Rüttm u. Loening in Frankfurt a. M. einführt, lebt in solcher utopischen Welt, die sich allerdings von der Döbiins wesentlich unterscheidet. Lord Dunsanys kleines Buch „Die Seele am Galgen" kommt aus der typisch-irischen Ein- stellung zuni Leben. Ironie und Märchenstimmung mischen sich zu einer ungemein seinen Kunst, deren Sprache bis auf die kleinste Nuance durchgearbetet ist, so daß jede der kleinen Skizzen«in Meisterwerkchen genannt werden muß. Auch Josef Winckler, dessen erdhast-fidelen„Tollen Bomberg"(Deutsche Verlagscmstalt, Stuttgart) jeder lesen soll, der sich davon überzeugen will, daß auch heute nock) wirklich« saftige Volksbücher entstehen können, geht in feiner„T r i l o g i e der Zeit"(Greifenverlag, Rudolstadt) ins Utopische. In der dritten Novelle des Buches,„Die Mechanisierung", schildert er die Entstehung des künstlichen Menschen und wie die Menschheit sich seiner wieder entledigt, um zu den ewigen Urkräften des organischen Wachstums heimzukehren. Die beiden anderen Novellen, formvollendet wie die dritte, sind Niederschriften der Zest selbst.„Das Ferienkind" erzählt, wie ein Bergarbeiterkind in den Ferien auf den, Lande die ganz« Schwere der Zeit erlebt:„Im chungergebirge" schildert die Kämpfe der Menschen des besetzten Gebietes während der Inflationszeit. Drei starke, sprachlich blühende Erzählungen, in den das Pathos dieses großen Rheinländers, der sich nicht scheut, heute schon Stinnes und Otto Wolft zu vergeschichtlichlichen, mächtig braust. Zeitgeschichtlich fesselnd ist auch der umfangreiche neue Roman ?aul Zifferers, der unter den, Titel„Die K a i s e r st a d t" bei S. Fischer in Berlin erschienen ist. Die Kaiserstadt ist Wien, jenes Wien, das nicht mehr ist. Den Verfall des kaiserlichen Wien zeigt Zifserer an dem Einzelfall eines Ingenieurs, dem«ine große Firma, während er im Felde steht,«ine Erfindung stiehlt und wuche- lisch ausbeutet und der vor den„von oben" dirigierten Gerichten kein Recht findet. Zifserers Erzählungskunst ist bedeutend. Er blendet nicht: er schreibt sachlich und doch beschwing,. Sein« Menschen leben, und die Zeit, deren Verfall er festhallen wollte, ist hier künst- lerisches Dokument geworden. Mit Zeit, wenn auch vergangener, sind einige andere bemerkens- werte Romane verknüpft. Karl Gjellerup führt mit feinem Buche„Ein Jünger der Germanen"(Quelle u. Meyer, LeMig) in das Dänemark Friedrichs VIII. und erzählt in seiner breiten, milieuschildernden Art den Kampf eines jungen Theologen gegen die dogmatische Fakultät. Karl Lieblich, ein neuer achtungheischcnder Prosaist, schildert in seinem Buche„D i e T r a u m- f a h r e r(Eugen Diederichs, Jena) das Ende Thomas Münzers und belebt das Geschichtliche mit den seelischen Situationen unserer eigenen Z-it. Der Ungar Desider Koftolanyi befaßt sich in seinem Roman„Der blutige Dichter"(Oskar Wöhrle, Konstanz) mit Nero, den er mit einer ungewöhnlichen psychologischen Begabung zu einem leidenden Menschen macht. In die Sphäre sehr gepflegter Prosa sührt Heinrich Eduard Jacob mit seinem Novellenband„Das F l ö te n k on zert der Vernunft"(Ernst Rowohlt. Berlin). Das Geschichtliche wird hier stilistisch bewältigt. Christus, der sächsische Prinzenraub, der Dichter Zschokke. die Umgebung des sterbenden Napoleon: das blüht aus, ungemein klug von der Hand des Literaten gelenkt. Auch Heinrich Manns neuer Nooellenband„Der Jüngling" (Günther Lange. München) liegt in dieser Ebene der sicher gekonnten Schriftstellerei, die nur jemand verachten kann, der vom Handwerk des Worts und seiner Bedeutung nichts versteht. So ist es auch ein Genuß, de,, neuen Roman Bernhard Kellermanns , S ch w e d e n k l c e s Erlebnis"(S. Fischer, Berlin) zu l«sen. Es ist erfreulich, daß unsere Literatur solche gercchezu elegant-überlegen geschriebenen und dabei psychologisch keines- wegs siachen Prosabücher hervorbringt. Wenn wir uns ernstlich daran gewöhnen würden, den Begriff Literat als Ehrentitel zu verleihen, so käine er den Schreibern solcher handwerklichen tadel- losen Bücher zu. Robert Musils Ansprüche gehen höher. Er erfüllt sie mit dem Nooellenbuch„Drei Frauen"(Ernst Rowohlt, Berlin), das den großen Psychologen erneut offenbart. Die Frau steht im Mittet- punkt. Dreimal. Wie der psychologische„Fall" sprachlich aufgelöst wird, zeigt ebenso den hohen Könner wie den klug und weise gewordenen Mannmenschcn. Di« distanzierte„Erotik" dieser Novellen gestattet als Gegenerscheinung ein�sehr merkwürdiges Buch zu nennen, das ein bisher unbekannter Fritz Thu r n unter den, Titel „Ein Mann von Gestern. Die Geschichte seines Liebeslebens und L,ebestodes" im khyperionverlag zu München herausgebracht hat. Autobiographisch angelegt, zum Teil formlos, zum Teil banal, fasziniert das Buch doch durch die Art, wie der Verfasser Sexuelles und Erotisches beinahe technisch be- handelt. Ein paar Bücher die sich nicht einfügen ließen, seien noch ge- nonnt. Martin Andersen Nexös Roman„Eine Mutter" (Oskar Wöhrle. Konstanz) steht nicht ganz auf der Höhe, die wir vom Verfasser von„Stine Menschenkind" gewöhnt sind.' Hingegen erfreut Hermann Sinsheimers Bauernroman„Peter WildangersSohn"(Günther Langes, München) durch Frische, obschon das Bater-Sohn-Thema reichlich abgebraucht ist. Felix Brauns Novellenbändchen„Wunderstunden"(Literarische Anstalt Rütten u. Loening) bringt ein paar schöne Lesestunden für Menschen, die das Einfache lieben und im Einfachen das Wunder- bare zu begreifen wissen. ?um Schlüsse sei auf die großen neuen Zola- und Mau- ant-Uebertragungen des Verlages Kurt Wolfs in München hingewiesen, die beide unter Mitwirkung hervorragender Uebersetzer weiter gedeihen. Man steht wieder übetwältigt vor dem Riesenwerk Zolas, von dem schon über ein Dutzend Bände vorliegen, und bezaubert von der Grazie Maupassants, die immer»>«ine edie Wehmut verklingt.' Otto Ernst Hesse. Zinanzwissensthast. Zohn Maynard Seynes: Ein Traktat über Währungs- reform. Verlag Duncker u. Humblot, München und Leipzig 192l. Der Verfasser des viel beachteten, grundlegenden Werkes über „Die wirtschaftlichen Folgen des Friedensvertrages" kann, wenn er mit einem Buche über eines der zentralen Probleme der Weltwirt- schaft an die Oefsentlichkeit tritt, auf die Aufmerksamkeit weiter Kreise in Deutschland rechnen. In dem„Traktat über Währungs- reform" werden zunächst„die sozialen Auswirkungen von Verände- rungen im Geldwert" sorgfältig untersucht, und Zwar in ihrer ver- schiedenartigsten Auswirkung auf Rentner-, Unternehmer- und Ar- befterklasse. Wir haben sie in Deutschland ausreichend und deutlich genug kennen gelernt, so daß eine Tarstellung an dieser Stelle nicht notwendig erscheint. Die Folgerung, daß es„Hauptaufgabe über- legter Staatskunst ist, daß die Wertbasis... stabil erhalten wird" und daß man eine etwa gebotene Neuverteilung des Nationalver- mögens„mit anderen Methoden(die sämtliche Arten des Ber- mögenz gleichmäßig zu treffen geeignet sind)", also in erster Linie mit Kapitalabgabe, Ausgestaltung der Erbschaftssteuer herbeizuführen habe, wird weitestgehende Zustimmung finden, wenn auch Keynes selbst nicht übersieht, daß„die kleinen Sparer sich, wie die Er- fahrung lehrt, diese«normen Ausplünderungen(durch die Geld- entwertung) schiveigend gefallen lassen, während sie eine Regierung gestürzt hätten, die ihnen auch nur einen Bruchteil des Betrages auf planmäßigere, ober gerechtere Weife genommen hätte!" Nicht zu- treffend ober erscheint seine Folgerung, daß die Inflation„wahr- fcheinlich unter modernen industriellen Bedingungen im ganzen ge- nommen, vorteilhaft für den Lohnempfänger ist", jedenfalls ist dort, wo die Inflation einen erheblichen Umfang angenommen hat wie in Deutschland, Oesterreich, Polen, nicht nur eine schwere Erschütterung der Lebenshaltung der Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenschaft eingetreten, sondern durch den Verlust der eigenen Ersparniiie dieser Schichten und der Vermögensreserven ihrer gewerkschaftlichen Or- gonisationen ist auch zunächst ihre gesellschaftspolitische Kraft in er- löblichem Umfang« beeinträchtigt worden. Von der veredelten Quantitätstheorie des Geldes in Verbindung mit der Casselscheit Theorie der internationalen Kaufkraftparität als wechselkursbestimmendem Faktor ausgehend, kommt Keynes zu der wesentlichen Aufgabe seines Buches: der Untersuchung, ob die Rückkehr z u r' G o l d w ä h r u n g in? ihrer in den Jahrzehnten vor Kriegsausbruch fast allgemein durchgeführten Fonn notwendig und zweckmäßig wäre, oder ob es nicht im Interesse stabiler Verhält- nisse geboten sei, das Hauptaugenmerk auf die Sicherung der Stabilität der Kaufkraft des Geldes zu richten und zu einer„manipulierten Währung" überzugehen, mit der Möglich- keit, im Bedarfsfalle international einen etwaigen Saldenausgleich durch effektive Goldzahlung zu bewirken.„Ich behalte dem Gold eine wichtige Rolle in meinem System vor. Als ein letztes Schutz- mittel und als Reserve für plötzlich auftretende Bedarfsfälle ist noch kein besseres Mittel zu finden. Aber ich bin unbedingt der An- ficht, daß es möglich ist, den Nutzen von den Dorteilen des Goldes zu haben, ohne sich unwiderruflich darauf festzulegen, daß unsere gesetzlichen Zahlungsmittel allen Schwankungen des Goldes und allen künftigen, gar nicht vorherzusehenden Bewegungen seiner realen Kaufkraft blindlings folgen müssen."(S. 202.) Die Kaufkraft des Goldes wird in Zukunft in erster Linie von der Währungspolitik der Vereinigten Staaten und der Bereitwillig- keit des Federol Reserve Board, effektives Gold weiter ohne Be- schränkung zu übernehmen, abhängen. Gegenwärtig besteht der Zustand, daß durch die unbegrenzte Goldaufnahme Nordamerikas zu einem festen Dollarpreis nicht mehr dafür gesorgt wird, „daß der Wert des Dollars dem des Goldes entspricht", sondern mit riesigen Kosten wird erreicht, daß„der Wert des Goldes dem des Dollars enffpnchr". Da nun„die Zuversicht in die künstige Wert- stabilität des Goldes davon abhängt, daß die Vereinigten Staaten töricht genug sind, weiterhin Gold aufzunehmen, das sie nicht brauchet:, und klug genug, nachdent sie es einmal aufgenommen haben, seinen Wert auf fester Höhe zu erhalten", kommt Keynes zu der Folgerung der Ablehnung der Politik einer W jeder h er stellung des Goldstandards nach den Prin- zipien der Vorkriegszeit und der dringenden Befürwortung einer Währungsordnung, durch die das Maß der Schwankungen sehr er- heblich zu mildern sein würde und durch die aus der Entwicklung der Verhältnisse auf dem Währungsgebiete seit 1914 die einzig« wirt- schaftliche vernünftige Konsequenz gezogen werden würde. Mit diesem Buche tritt«in weiterer sehr ernst zu nehmender Anwalt für die Neugestaltung des Währungswesens unter Ab- wendung von den Prinzipien der Vorkrisgsgoldivährung auf. Es erscheint dringend geboten, daß diesem Problem durch alle beteiligten Kreise auf das ernsthafteste nachgegangen wird, und daß die Tat- sachc, daß man„nirgends konservativt Auffassungen für so ange- bracht hält wie in Währungsfragen", nicht zu einem sehr bedeuten- den Hindernis der Wiederbelebung der Weltwirtschaft wird, unter deren Zerrüttung die arbeitenden Massen der Industrieländer am empfindlichsten leiden Gerade im Zusammenhang mit dem Soch- verständigengutachten, das als Grundlage der deutschen Reparationsorganisation die Errichtung einer Goldnotenbank fordert, dürfte eine gründliche, sachverständige Enquete über die hier von Keynes er- neut aufgerollten Probleme außerordentlich wünschenswert er- scheinen. Bruno Asch. Sozialpolitik. Martha Küpperbusch: Das Alkoholverbot in Amerika. Verlag von Duncker u. Humblot, München und Leipzig, 1923. Bei Ausbruch des Krieges geschah in Rußland fast ein Wunder: Das Land der„unbegrenzten Unmöglichkeiten" war wie durch Berüh- rung eines Zauberstabes, laut Utas des Zaren, trocken gelegt. Sieben Jahre lebt« es so: bis im Jahre 1921 die kommunistische Regierung wieder alkoholische Getränke in gewisser Stärke zuließ. Im Januar 1919 war es nun ein anderer Staat, diesmal das Land der unbe- grenzten Möglichkeiten", die Vereinigten Staaten von Amerika, das in dem 18. Zusätze zur Bundesverfassung das nationale Alkohol- verbot proklamierte. Das Gesetz war bereits im Jahre 1917 vom Kongreß angenommen, mußte jedoch von drei Vierteln der Einzel- staaten ratifiziert werden. Im Januar 1920 ist es dann in Kraft getreten. Ueber den Kampf der Alkoholgegner gegen die Alkoholinter- essenten, über die Durchführung des Gesetzes und feine märchenhaft segensreichen Wirkungen berichtet in einem ebenso fleißigen wie an- schaulichen Buche eine Deutsche— Martha Küpperbusch. Di« Ver- einigten Staaten von Amerika waren nicht nur«in von Alkohol ver- feuchtes Land. Die Profitgier der Alkohvlinteressenten und die üblen Trinksitten machten sie auch zur Giftquelle für die Eingeborenen Amerikas und Afrikas. Neben dem unzulännglichen Versuch, durch dos Lizenzsystem, das die Errichtung von Schankstätten durch große Be- fchränkungsti und Lasten erschwerte, behauptete sich erfolgreich dos einzelstaatliche Verbot sowie das Gemeindebestimmungsrecht, das ein- zelnen Gemeinden die Befugnis gab, den Alkoholvertrieb und-ver- brauch zu untersagen. Schon vor Eintritt der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg war der Alkohol in der Hälfte der Einzelstaaten durch ein Prohibitionsgesetz verboten. Der Weltkrieg gab jedoch den Alkohol- gegnern eine mächtig« Waffe in die Hand: das den Alliierten und den Bereinigten Staaten selbst so notwendige Gefteide sollte nicht zu Alkohol verbraucht werden.- Trotz aller gegenteiligen Befürchtungen zeigen schon die wenigen Jahre des Alkoholverbors, von welch segensreicher Wirkung es war. Die Umwandlung und Anpassung der Alkoholproduktion und des Alkoholhandels an die neuen Verhältnisse ging fast schmerzlos vor sich. Der Schaden wurde durch Erweiterung von volkswirtschaftlich nützlichen Produktionen mehr als wctt gemacht. An Stelle der vielen Taufende von Schanklokalen entstanden Kaufläden. Die alkoholfreien Getränke bürgerten sich ohne weiteres ein: Theater, Lichtspiele, Speiselokale, Lese- und Musikhallen, auch sportliche Veranstaltungen boten Ersatz für die Trinklokale. Der Handel mit Bedarfsartikeln nahm einen unerhörten Aufschwung, die Sparkassen füllten sich, die Leistungsfähigkeit der Arbeiter und die Intensität der Produktion nahmen zu. Außerordentlich war die Wirkung des Alkoholoerbots auf die Lebenshaltung und das Familienleben der Arbeiter sowie aus die öffentlich« Wohlfahrt und die Kriminalität. Sein« Wirkungen auf die Voltsgesundheit, Kindersterblichkeit, Geschlechtskrankheften, Prostitution usw. sind gleich allen anderen Behauptungen des Buches statistisch belegt. Die Voraussagmtgen der Echroarzseher, daß der Konsum von verschiedenen Betäubungsmitteln und die Tätigkeit der geheimen Brauereien den Erfolg des Prohibitionsgesetzes nichtig machen würden, haben sich nicht bewahrheitet. Die Bedeutung des amerikanischen Alkoholverbotcs geht über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus. Es gibt den Alkohol- gegnern in der ganzen Welt einen mächtigen Anstoß. Der Kämpf ist nicht leicht, da das internationale Alkoholkapital scharf über sein« Interessen wacht. Es kann dem deutschen Arbeiter nur empfohlen werden, die Erfolge des Alkoholoerbots in Amerika zu studieren und sich den Ausspruch des berühmten Erfinders Edison zunutze machen:„Das nüchtern« Amerika wird der gefährlichste Konkurrent auf dem Weltmarkt'.werden. In der Zukunft wird es auch für die anderer Völker heißen:„Nüchternheit oder wirtschaftlicher Niedergang." Justus. Anna Geyer: D i e Frauenerwerbs arbeit in Deutschland. Thüringer V-rlagsanstalt und Druckerei, Jena. 199 Seiten. 2 M. Das in dieser Schrift vereinigte reichhaltig« Material zeigt uns die Entwicklung der Frauenerwerbsorbeit vor, während und nach der Kriegszeit. Alle Berufe find vertreien, von der Hausangestellten bis zur Aerztin. Mit ungewöhnlicher Anschaulichreit wird die trocken« Beweiskraft der Zahlen lebendig gemacht, oft als erschütternde Anklage gegen die kapitalistische Ausbeutung weiblicher Körper- und Seelenkrtiste: Die Abnahme der Hausangestellten als zwingend« Aus- Wirkung unbegrenzter Arbeitszeit, Freiheitsmangel, Untertänigkeirs- zwang: das Elend der Heimarbeiterinnen, wo der Unternehmer die Kosten für Licht, Heizung, Arbeitsraum auf die Arbeiterin abwälzt: die schändliche Doppelbelastung der Millionen Arbeiterehcfrauen(jede vierte Ehefrau arbeitet, oder richtiger muß arbeiten), die bei körperlich schwächerer Konstitution noch nackt der Lohnarbeit Hausarbeit zu leisten haben: die Zunahme der Berufskrankheiten unter den Frauen: die zerrütteten hygienischen Schutzvorschriften usw. Kein Wunder, wenn die Sterblichkeit der weiblichen Krankenkassenmit- glieder bis zu 33 Jahren größer wurde als die der männlichen. Und zu ollem die grauenvoll ungerechte Minderentlohnung, die durch sta- tistische Tabellen illustriert wird. Als Auswirkung der uralten Domäne der Frau: Spinnstube, Haus und Küche, sind ihre gewerblichen Arbeitsgebiete vorzugsweise die Texttl-, Bekleidungs-, Nahrungs-, Genußmittel-, Reinigungs- industrie und das G�ftmirtsgewerbe. Hier stellt sie bis zur Hälfte die Zahl der Bcschäftigien. Bon allen weiblichen Tätigen kean- spruchen diese Industrien ca. 80 Proz. Der Krieg(tat mit vielen Vorurteilen gegen die Frauenarbeit aufgeräumt. Die Frauenarbeit ist anerkannt. Sie wird oft„geeigneter" gefunden, aber— trotzdem weit niedriger bezahlt!! In fast allen Berufen ist ein« Steige- rung des Frauenanteils zu verzeichnen. Doch überall ist ihnen die billigere Arbeit, oft unter erniedrigenden Verhältnissen, zugewiesen. In raffiniertester Weis« werden die Frauen in Zwischenkolonnen im Arbeitsprozeß«ingefügt. Was über die seelische Seite der modernen kapitalistischen Aus- beutung der erwerbenden Frau von Anna Geyer gesagt wird, muß gelefen merben. Das Buch ist ein gubes Handwerkzeug Im Rampf.| Surgermonarchte mod meniger. Unter thnen be chehollowa Es wird dazu beitragen, die Frauen im gewerkschaftlichen und politischen Kampf zusammenzuschweißen. E. Rosenberg. Sturm. Erziehungsfragen. Dr. Mar Hodann: Bub und Mädel, Bespräche unter Rameraden über die Geschlechtsfrage, Verlag Ernst Oldenburg, Leipzig. Preis 1,80 m. In der Form von Plaudereien vom Standpunkt sozialistischer Gesellschaftsauffaffung und Ethit werden in dieser Schrift die Fragen Der Serualerziehung und der erotischen Neueinstellung in Familie und Staat erörtert. Die ausgezeichnete Sachkenntnis, die unbedingte Wahrhaftigkeit, die Sauberkeit der Gesinnung und Rede empfehlen das kleine Buch, das sich in der Sexualerziehungsliteratur einen ersten Plaz erobern wird, gleich sehr. Es sei Jungen und Alten, Lehrern und Eltern, Gewerkschaftlern und Jugendführern warm empfohlen. Dr. Erich Witte: Der Militarismus der preußischen Schulaufsichtsbehörden, Berlag Ernst Oldenburg, Leipzig, Preis 1,20 m. In den jetzt vor sich gehenden innerpolitischen Rämpfen geht es auch um die Kulturpolitik der Länder. In Thüringen erleben wir, was eine rachsüchtige Bourgeoisie sich gegen die Kultursachwalter des Boltes herausnimmt, in Preußen sind wir auch unter der Republik die Opfer der Rechts( Unrechts) Politik geblieben. Der Berfasser der obenstehenden Schrift stellt ein erstaunliches Material zusammen, das nicht hoch genug gewertet werden kann. Jeder politisch und fulturell intereffierte Genosse sollte das Buch eingehend studieren und eifrig verwenden. Disziplinargefeßmißbrauch, Bestätigungswillfür, die Schulaufsichtsübergriffe, das Ministerium Boelik als Schrittmacher der Reaktion, andererseits die nötigen und möglichen Reformen, das find die Haupttapitel des Buches, das dem fämpfenden Sozialisten umentbehrlich ist. Dr. Paul Destreich. Jugendrecht. Walter Friedländer: Grundzüge des Jugenbrechts. Berlag Ernst Oldenburg, Leipzig. Preis 1,20 m. Es war feine leichte Aufgabe, der sich Genosse Friedländer untergog, als er alle einigermaßen wichtigen Gesetze und Verordnungen, die sich auf das Kind und den Jugendlichen beziehen, in einem BüchTein zusammentrug. Man erhält daraus eine Borstellung von den Rechten des Kindes und des Jugendlichen und den Pflichten des Staates ihnen gegenüber. Es scheint allerdings mitunter, als schütze der Staat intensiver das noch nicht geborene und das neugeborene Kind als den Jugendlichen. Es genügt, die einzelnen Kapitel über die Stellung des Jugendlichen im bürgerlichen Recht, im Erwerbsleben, in der Schule, im Strafrecht und über den staatlichen Jugendschutz fennen zu lernen, um sich zu überzeugen, wie sehr vom Gesez. geber gegen den heranwachsenden Menschen gesündigt wird. Es mird weder versucht, feinem Eigenleben in genügendem Maße gerecht zu werden, noch feiner Entwicklung in ausreichendem Maße Rechnung zu tragen. Das Büchlein ist ein wertvolles Hilfsmittel für alle Jugendämber, Gewerkschafts- und Jugendsekretariate, für alle, die für die Rechtslage des Jugendlichen Interesse haben. Man fönnte nur wünschen, daß es so schnell wie möglich vergriffen wird, und daß in der zweiten Auflage alle von ihm behandelten Probleme auch 2. R. fritisch beleuchtet werden. Naturwissenschaften. Bon Ernst Haedels Kunstformen der Natur" tft eine zweite, verfürzte Auflage mit nur 30 Tafeln( die erste Auflage enthielt deren 100) im Berlage bes Bibliographischen Instituts zu Leipzig er fchienen.( Preis geb. 16 m.) Die Ausstattung ist tadellos, das ort selbst zu befannt, als daß weiteres zu feinem Lobe gesagt zu Ewerben brauchte. Die Verkürzung des Werkes ist eine Folge der Not der Zeit. " Die gleiche Ursache hat auch zu Auszügen aus Brehms Tier. leben geführt. Im gleichen Verlage ist ber Band Wildtiere" von Alfred Brehm( mit 34 Abbildungen auf 28 Tafeln) erschienen. Bom Gorilla bis zum Seehund, vom Löwen bis zum Nilpferd, vom Elefanten bis zum Eichhörnchen find hier eine große Anzahl in- und ausländischer Säugetiere nach Art und Lebensweise in Wort und Bild abfonterfeit. Auch in der Reclamschen Universal- Bibliothet ( Phil. Reclam jun., Leipzig) erscheinen Brehm- Bändchen. Die neuesten sind:„ Hirsche und Antilopen" und" Nagetiere und Insekten, freffer"( gebunden je 90 Bf.). Brehms Originalauffäße sind entsprechend gefürzt. Was mit neueren Ergebnissen nicht überein ftimmt, ist ausgemerzt. Bon dem als Verfasser volkstümlich geschriebener naturwissenschaftlicher Schriften schon bekannten Lehrer Cornel Schmidt erschien das Werf 3 wiesprache mit ber Natur"( Berlag Datterer u. Co., Freifing- München. Mit 69 Abbildungen.) Es enthält eine Menge Naturbeobachtungen, hauptsächlich aus der Bogel Infekten und Pflanzenwelt, ziemlich wahllos und eben darum reizvoll aneinandergereiht, und in der Sprache, wie sie das Volk versteht. Den Sängern des Waldes ist besondere Aufmerksamkeit gewidmet und der Gesang durch Notenbeispiele verdeutlicht. Länderkunde. L. 2. Friedrich Weil, Tschechoslowatei,( Kleine Bölfer- und Länderkunde.) Berlag Berthes, Gotha. War schon vor Krieg und Zusammenbruch, oder sagen wir gleich, bevor der Zusammenbruch mit dem Krieg anfing, in Deutschland wenig Wissen über das verbündete Desterreich- Ungarn anzutreffen, so weiß man über die Nachfolgeftaaten der zerschmetterten Habs. tische Republit, die sich schon in ihrem Staatsnamen Republi? nennt, die stärkste Potenz. Bon den fruchtbaren Ebenen und Hügelländern der ehemaligen Donaumonarchie liegt ein großer Teil, von ihren mineralischen Bodenschäßen und ihrer Industrie der weitaus größte heute auf tschechoslowakischem Staatsgebiet. Freilich hat die 3erreißung des jahrhundertelang gemeinsamen Wirtschaftsgebiets und die Errichtung zwischenstaatlicher Grenzen der tschechoslowakischen Industrie Ausfuhr und Absaz beträchtlich erschwert und ihr, neben der Währungsbefestigung, eine Dauerfrise beschert. Dieser Zu ſammenhang wird ebenso wie der ganze Umfang der tschechoslowa tischen Industrie, Landwirtschaft, der Urproduktion und der Bolts wirtschaft samt Währung und Banken eingehend und interessant dargestellt in diesem sehr empfehlenswerten Buch von 186 Seiten. Borher geht unter Anknüpfung an die Geschichte der Sudetenländer von der Zeit der Besiedelung an über die Selbständigkeit und die Bugehörigkeit zum Habsburgerreich die politische und völkerkundliche Schilderung des jungen Staates, dessen innerpolitischen Verhältnisse dadurch erheblich fompliziert werden, daß er sich als Nationalstaat der angeblich identischen Tschechen und Slowaten betätigt, während er, ähnlich dem alten Desterreich, ein Nationalitätenstaat ist, der neben dem Staatsvolk noch Deutsche, Bolen, Madjaren und Ukrainer enthält, die mit den Slowaken zusammen sogar die Mehrheit bilden. Der Verfasser als Deutschböhme steht dem tschechischen Nationalstaat fri tisch gegenüber, was aber die Objektivität und Verläßlichkeit seiner Darstellung, besonders der wirtschaftlichen und der gleichfalls inhaltreichen kulturellen, nicht sonderlich beeinträchtigt. Kunst. Rich. Bernstein. Frig Stahl: Mar Kruse, Verlag von Ernst Wasmuth, Berlin. Dieses reich, geschmacoll und folide ausgestattete, mit zahlreichen vortrefflichen Juustrationen geschmüdte Wert behandelt einen deute schen Plastiker, der dieser Tage feinen 70. Geburtstag gefeiert hat, dessen Kunst aber für die heute lebende Generation längst gestorben ist. Kruses„ Siegesbote von Marathon"( seit vierzig Jahren im Besitz der Nationalgalerie), feine naturalistisch genrehaften Holz ffulpturen, die vor einem Vierteljahrhundert Aufsehen erregten, haben uns heute nichts mehr zu sagen und auch über die ihrerzeit epochemachenden Bühnenbilder( zu Wildes„ Salome" usw.) ist die Sturmflut der neuesten Stilentwicklung hinweggegangen und hat feine lebendige Spur von ihnen zurüdgelassen. An Mar Kruses ursprünglicher Begabung und an dem Ernst und der fünstlerischen Reinheit seines Strebens foll nicht gezweifelt werden. Aber er lebte und schuf in einer Zeit, die für das Bollen und Streben der gegen wärtig Schaffenden feine Bedeutung und fein Interesse mehr hat und den künstlerischen Zielen, die heute verfolgt werden, weltenfern liegt. An diefer Tatsache tönnen auch die gegenteiligen Bersicherun gen Friz Stahls nichts ändern, der sich mit rührendem Eifer um den Ruhm feines Helden bemüht und der originellen Meinung ist, dieser lebe, während die heute blühende junge Runft bereits ge J. E. ftorben fei. Technik. Heinrich Spignas: Unterrichtsblätter für Heizer. schulen". Eigenverlag des Reichswirtschaftsministeriums und Ver. tag R. Oldenbourg, München- Berlin. " Tetas tums Rant( rich Achtenstein Berlag, Belmar) ge eignet. Die wichtigsten Abschnitte aus den Werten Rants enthält, neben einerinhaltreichen Lebensbeschreibung, das Kant- Buch" don Dr. Mar Hochdorf( Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., BerlinLeipzig). Eine Würdigung Rants als Borfämpfer des Pazifismus gibt die Schrift von Professor Dr. Albert Görland Kant als Friedensfreund"( Ernst Oldenburg Verlag, Leipzig). Erwähnt sei schließlich noch die von Paul Landau herausgegebene Schrift lag Flemming u. Wiskott, Berlin). Emanuel Rants Leben in Darstellungen seiner Zeitgenossen"( VerDer Verlag Alfred Kröner in Leipzig feht seine dankenswerte Arbeit fort, wichtige wissenschaftliche Werbe, vor allem philosophischen Inhalts, den breiteren Kreifen zugänglich zu machen. Von seinen neuesten Ausgaben sind zu nennen: Ludwig Feuerbach:„ Das Wesen des Christentums"( eingeleitet von Heinrich Schmidt), Eduard v Hartmann:„ Gedanken über Staat, Politik und Sozialismus", ferner„ Nietzsches Worte für werdende Menschen" und Charles Darwin:" Die Abstammung des Menschen". Im Berlag S. Fischer- Berlin ift eine Sammlung der Reden Walther Rathenaus erschienen, die einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt dieses Politikers gewähren. Die bereits ziemlich reichhaltige Macdonald- Literatur ist durch ein umfangreiches Wert von Mary Hamilton J. Ramsay Macbonald, fein Werk und sein Charafter"( Berlag Drell Füßli, Zürich) ergänzt worden, das wichtiges Material über die Entwicklung der Arbeiterbewegung in England enthält. Im Verlog der Wiener Bolfsbuchhandlung ist soeben eine feine Schrift des Genossen Otto Bauer„ Der Kampf um die Machi" erschienen, die neben einer meisterhaften Darstellung der jüngsten politischen Entwicklung Desterreichs eine Reihe politischer und parteitaftischer Betrachtungen enthält, die für die breitesten Kreise der Arbeiterschaft auch außerhalb Desterreichs von Interesse sind. Die Lektüre dieser fleinen Schrift ist dringend zu empfehlen. Als Leitfaden für das Selbststudium ist das Büchlein von Georg Engelbert Graf Was muß der Arbeiter vom Rapitalismus und Sozialismus wissen?" zu empfehlen. Diese in dritter erweiterter Auflage im Verlag der Genossenschaftsdruckerei Boffs. tribüne- Elberfeld erschienene Schrift enthält neben einer Reihe von Leitfäßen ein reichhaltiges Literaturverzeichnis über die wichtigsten Gebiete der Wirtschaftslehre und der Arbeiterbewegung. Im Ernst Rowohlt- Berlag, Berlin, erscheint eine gute Ausgabe der Werte Balzacs in Taschenformat. Die bisher erschienemen zehn Bändchen enthalten neben den bekanntesten Romanen( ,, Bater Goriot"," Die Frau von 30 Jahren" u. a.) Sammlungen seiner befanntesten Novellen. Die hübsch ausgestatteten, sehr handlichen Bändchen sind in Anbetracht ihres niedrigen Preises( 1,80 6am. A. St. 2 Marf) auch dem breiteren Lefepublikum zugänglich. Neue Bücher. ( Besprechung der eingegangenen Schriften bleibt vorbehalten.) Prof. Dr. 2. Bergsträffer. Geschichte der politischen Bartelen in Deutsch land. J. Bensheimer, Mannheim. Dr. med. Hans Bethfe. Gewerbehygiene. Walter de Gruyter, Berlin. Hans Friedrich Blund. Märchen von der Niederelbe. Eugen Diederichs, Jena. Ostar Ewald. Die französische Aufklärungsphilosophie. Ernst Neichardt, München. Dr. Heinrich David. Englands europäische Politif. Ernst Birscher A.-S., Bern und Leipzig. Claude Ferrère. Die neuen Menschen, Roman. Berlin. Lion Feuchtwanger. München. Vasantasena, Schauspiel. Renaissance- Verlag, Drei- Masten- Verlag, E. J. Gumbel. Denkschrift des Reichsjuftizministeriums zu ,, Vier Jahre politischer Mord." Malit- Verlag, Berlin. E. Gumbel. Verschwörer. Malik- Verlag, Berlin. Johannes Hohlfeld. Geschichte des Deutschen Reiches 1871/1924. S.$ irzl, Leipzig. Dr. S. Kawerau. Alter und neuer Geschichtsunterricht. Ernst Otben, burg, Leipzig. Prof. Dr. G. Kerschensteiner. Autorität und Freiheit als Bildungsgrundsäge. Ernst Oldenburg, Leipzig. Prof. Dr. W. Kintel. Hermann Cohen. Eine Ehrführung in sein Wert. Streder u. Schröder, Stuttgart. Dr. B. Kuste. Die Bedeutung Europas für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Ostar Müller, Köln. Der Wärmewirtschaft ist in den letzten Jahren größere Be achtung als in der vergangenen Zeit geschenkt worden. Die Not zwang dazu, die wirtschaftliche Ausnutzung unserer Brennstoffe wissenschaftlich zu erforschen und die Ergebnisse dieser umfassenden Arbeiten der großen Deffentlichkeit zu unterbreiten. Es zeigte sich, daß der größte Teil unserer Defen und Herdfeuer in den Wohnstätten den wärmetechnischen Anforderungen in nur sehr bescheidenem Grade oder auch gar nicht entspricht. Aber auch in den industriellen Betrieben wurden und werden vielleicht hier und da noch heute ungeheure Werte an ungenutzter Wärme durch die Schornsteine gejagt. Die Ursachen für alle diese Mängel, die jahrhundertelang bestanden haben, sind eben darin zu suchen, daß die reichliche und billige Brennstoffversorgung in früherer Zeit diese Verschwendung gar nicht empfinden ließ. Heute ist hierin einiger Wandel eingetreten. Durch Wandervorträge und Kurse, sowie durch geeignete Literatur und Auffäße in der Presse ist manche Aufklärung über das Gebiet der Wärmewirtschaft verbreitet worden. Auch die Unterrichts. blätter für Heizerschulen" wollen und werden das Ihrige zur Belehrung und Aufklärung beitragen. In guter, verständlicher und recht gründlicher Weise wird zunächst über die Grundbegriffe der Naturlehre berichtet und so der Boden für das Verständnis der weiteren Abschnitte: Brennstoffe, Dampfteffelfeuerung und Dampffeffet usw. vorbereitet. Sehr flar gezeichnete Abbildungen, allge= meinverständliche Rechenbeispiele vervollständigen das Buch, das unter Zugrundelegung der von der Zentralarbeitsgemeinschaft ber Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands in Gemeinschaft mit dem Reichswrtschaftsministerium aufgestellten Richtlinien für Heizerschulen bearbeitet wurde. Nicht nur der angehende Heizer, sondern jeder Metallarbeiter, vor allem aber die für die Technik begeisterte den bei gründlichem Studium des Wertes manchen Nugen zu ziehen Fris v. Unruh. Reden. Frankfurter Sozietätsdruckerei, Frankfurt a. M. Jugend( diese besonders in den ersten Abschnitten des Buches) wervermögen. Der Preis beträgt als Einheitsfammelmappe bei Sammelbezug von mindestens 10 Stück 3 M., in fester Buchform unter dem Titel„ Die Heizerausbildung" broschiert 5 m., gebunden 6 M. Willy Möbus. " Kleine Anzeigen. Anläßlich des Rant- Bebenttages find eine Reihe weiterer Schriften erschienen, die der Würdigung Kants und seiner Philo fophie gewidmet sind. Zur Einführung in die Philosophie Kanis ft vor allem das Büchlein des Genossen Hellmuth Falten. Was lagt Für Damen: Schnürschuhe braun, la Boxcalf, von wirklich erster Qualliät, beliebte kurzspitze Form, halbhoher Absatz.......... Grösse 36-39 A. Liesegang. Die Bedeutung der Erziehung. Ernft Oldenburg, Leipzig. Arthur Luther. Geschichte der russischen Literatur. Bibliographisches Institut, eipzig. Walter Mehring. Europäische Nächte, Eine Revue. Elena Gottschalt, Berlin. D. Mereschlowsty. Die Geheimnisse des Ostens. Weltverlag, Berlin. Georg Obst. Volkswirtschaftslehre. Einführung. E. C. Boeschel, Stuttgart. Paul Oestreich. Ein großer Aufwand schmählich ist vertan! Ernst Oldenburg, Leipzig. Hans Reimann. Bictor Marguerittes 2a Garconne" parobiert. Nenaissance- Berlag, Berlin. Roda Roda. Slawische Seelen. Günther Lange, München. Romain Rolland. Verzauberte Seele, 1. Bd. Annette und Sylvia, Noman. Kurt Wolff, München. Mag Rychner. Karl Kraus. Richard Lange, Wien. Jakob Wassermann. Der Geist des Pilgers. Rikola- Verlag, Wien, Franz v. Wendrin. Die Entdeckung des Paradieses. Orell Füßli, Zürich. Franz Werfel. Berbi. Roman der Oper. Paul Zsolnay, Berlin, Wien, Leipzig. Dr. Th. Zell. Der Schlaf des Menschen. Hoffmann u. Campe, Hamburg. Das Sachverständigen gutachten. Mit Anlagen. Frankfurter Sozietätsbruckerei, Frankfurt a. M. Nach der Reichstagswahl- Für Alle Grifonal( DRP.a.) Leiser? Nur Qualitätsware- ist billige Ware! 9. 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