Tk. to 19* M. 1P24 IN ücherwelt Vellage öes Vorwärts Nationalökonomie. D« Volksmirtschafkslehre der Gegenwart ln Selbstdorstellungen, herausgezeben von Dr. Felix Meiner. tEduard Bernstein, Karl Diehl, Heinrich cherkner. Karl Kantsky, Robert Liefmann, Heinrich Pesch, Julius Wolfs.) Verlag von Felix Meiner, Leipzig 1924, 247 S. Der angesehene Verlag von Felix Meiner hat eine Serie»Die Wissenschaft der Eegemvart in Selbstdarstellungen" herausgegeben bzw. vorbereitet. So find von der Philo- iovhie der Gegenwart in sechs Darstellungen schon süiis Bände, dann drei Baude von der Medizin der Gegenwart, weitere von der Rechtswissenschaft und Kunstwissenschaft erschienen. Ferner sind Selbstdorstellungen aus der Geschichtswissenschaft und Pädagogik in Vorbereitung. Vor uns lisgt der oben angezeigt« Band, dem weitere folgen sollen. Zwei der urissenschaftlichci Führer des Sozialismus, der bekannteste Vertreter des Klerikalismus auf dem Gebiete der Nationalökonomie neben vier Universitätslehrern geben Darstellungen über ihren Werdegang und über ihr« Stellung in der Entwicklung der Wissenschaft. Der Herausgeber, der Sohn des Vintegers,«in junger National- ökonom, meint, daß es sich erübrige, auf den Vorwurf einzugehen, daß diese Sammlung persönlicher Eitelkeit diene. So einfach liegt die Sache wirklich nickst. Wir freuen uns. über diese Sammlungen und wir wünschen, daß sie fortgesetzt werden und wirken. Wir können uns auch sehr gut in die Schwierigkeiten des Herausgebers hinein- denken, für den es wohl fast unmöglich sein würde, einen Beitrag, den er auf seinen Wunsch für dies« Sammlung zugesagt erhalte» hat, auch abzulehnen. So verdienstvoll seine Tätigkeit ist, so weniq können wir ihm glauben, daß er in den Beiträgen von Julius Wolfs und Robert Lrefmann nicht hervorragende Monumente persönlicher Eitelkeit erkannt habe. Wem: Herr Robert Liefmann, der doch wahrlich ein Minderer in dein Kreise der heute wirklich keine Größen aufweisenden akademischen Nationalökonomie ist, von sich die Meinung eines Unbekannten und wohl auch in Zukunft Unbekannt- bleibenden zitiert, daß sein(Liesmanns)„Austreten eine scharfe Grenz- linie in unserem Fach(Nationalökonomie) bezeichnet, eine neu« Aera markieren wird, und daß bald alle genötigt sein werden, von einer Vor- und Nach-Liefmann.schen Volkswirtschaftslehre zu sprechen", so ist das. glaube ich. eins Selbstbeweihräucherung, der wir nichts Aehn- liches auch bei den allergrößten in unserer Wissenschaft an die Seite setzen können. Etwas weniger'plump, aber doch übelnechend genug ist die Art, wie Herr Julius Wölfs alles klein macht, um sein Selbstlob verständlich zu machen. Herr Julius Wolfs war einmal die große Hoffnung aller Soziolistengegncr im Zeitalter des Königs Siunnn, trotzdem muß er in dieser Selbstbespiegelung heim Sozialismus die Anleihe machen, indem er das. was er als sein Softem bezeichnet, Noo-Sozialismus nennt. Man muß glauben, daß der Mann auch heute noch nicht recht weiß, was denn eigentlich Sozialis, nus ist, denn die Gleichheit, die er aufstellt: ethischer Individualismus gleich Neo-Sozio- lisnms, genügt zu seiner Kennzeichnung. Heinrich Herkner, der einmal ungeheuer weit von Julius Wolff entfernt war, hat sich ihm jetzt sehr genähert und niemand würde erstaunt sein, Beiträge von beiden in der gleichen Nummer der Zeitschrift der Vereinigung der Deutschen Arbeilgeberverbänd« zu finden. Während Julius Wolff sich im wesentlichen immer gleich geblieben ist, sind die Eombart und Herkner von ihren Jugendsünden vollständig abgekommen. Der Kaoitalismus freut sich heute sicherlich über d!« zurückgekehrten Söhne ckivt mehr als' über den stets getreuen Julius Wolff. Herkner empfindet es bitter, daß man die Gründe für seinen Abfall nicht so begreift, wie er es gen,« hotte, uns vermag seine Selbstdarstellung nicht seine Wandlung begreiflich zu machen. Von weit höherem Interesse als die Selbstdorstellungen der Unioersitätsprofessoren ist der kurze Abriß, den das Mitglied des Jesuitenordens Heinrich Pesch von sich gibt. Man sieht in eine völlig ander« Gedankenwelt, aber auch in eine ganz eigene Umwelt. bei aller Gegensätzlichkeit kann man sich sympathischer Gefühle für den Menschen und seil« Lebensauft'assung nicht erwehren. Die Selbstdarstellungen in diesem Bande, die uns am meisten inteirisieren, und die das Buch für uns allen fchon wertvoll machen, sind die Biographien, die Eduard Bernstein und Karl Kautsty von sich geben. Sie sind frei von jeder Eitelkeit, von jeder Selbstbespiegelung, si« zeichnen sich wie das ganze Leben und Wirken dieser beiden Männer durch ein Zurücktreten der Person hinter der großen Sache, der sie von früher Jugend an dienten, aus. Weil dieser Eharakterzug diese beiden Männer so stark kennzeichnet, so sogen uns diese beiden Biographien trotz aller chrer Zurückhaltung außerordentlich viel, selbst dem Rezensenten, der diese nun Siebzig- jährigen schon als Jüngling gekannt Hot und sich im», er als ihr Schüler und MUstrebender gefühlt lx>t. Was Kautsty vuf wenigen Seiten von seiner Jugend bis zu seinem Eintritt in die Reihen der Sozialdemokratie sagt, ist wohl nicht nur mir. sondern auch allen anderen, die ihn seit Jahrzehnten kennen und schätzen, völlig neu gewesen. Di« beiden Beiträge von Kautsky und Bern- stein werden sicherlich in einer Darst.'ttling der Selbstbiographie eine eigenartige Stellung haben, weil sie beim Zurücktreten der Person doch die innige Verflechtung des Lebens und Wirkens dieser Per- sonen wie die ganze geschichtlich« Entwicklung, in die sie gestellt sind, darstellen. Aber auch ganz abgesehen von der selbstbiographilchen Bedeutung dieser beiden Abhandlungen haben sie an sich als bedeut- som« Beiträge zur Geschichte des Sozialismus im allgemeinen, zur Literatur und Geistesgeschichje des Marxismus im besoirdercn ihre qrohe Bedeutung, so daß wir dem Verlage dankbar sein müssen für die Anregungen, die Herr Dr. Meiner jnn. Kautsty und Bernstein gegeben hat. Bei dem jahrzehntelairgen Zusammenwirken dieser beiden Männer, denen wir so vieles verdanken, ist es felbstverständ- lich. daß sich diese Darstellungen gegenseiiig ergänzen und daß sie mancherlei Zusammenhänge klar machen, die man zum Teil bisher nur geahnt und zun, Teil gar nicht gekannt hat. Die Selbst- darsicllung Kautslys. der foebenseinen siebzigsten Geburtstag feiern konnte, wird nun besonders erwünscht erscheinen. Aber jeder Parteigencsse wird erfreut sein, die so inhaltsreich« Darstellung Eduard B« rn st« i n s, der am S. Januar des nächsten Jahres sein 7S. Lebensjahr vollendet, zu erhalten und aus ihr vieles lernen zu können. Ist Kautsky der Sohn eines Künfllers, so Bern- stein de- eines Klempners und Lokoniotivführers. Weit mehr als Kautsky war Bernstein schon iin Vaterhause vor Not und Elend und vor die Problem« gestellt, die sich dem begabten proletarischen Kinde aufdrängen. Es ist selbstverständlich ebenso wenig möglich, wie es beabsichtigt sein konnte, aus diesen beiden Darstellungen auch nur das Wesentlichst« wiederzugeben, wir wollen im Gegenteil lebhaft anregen, dies« beiden Selbstdarstellungen selbst zu genießen, gar vieles aus ihnen zu lernen und zur eigenen Prüfung, sich durch den Lebens- gang dieser beiden Männer anregen zu lassen. Nur eine Bemerkung Bernsteins, die im Zusammenhange steht mit seiner Vertretung des Revisionismus, möchte ich hier anführen, weil sie zeigt, daß viele Schärfen und Spitzen, viele uns damals besonders schmerzhaft be- rührende Ausdrücke Bernsteins und die Ausbeulung seiner Auf- fassung in der Partei und noch mehr außerhalb der Partei zu«r- klären sind aus seiner weiten Entfernung von Deutschland, aus dem Aufenthalt im Exil, in das ihn sein Eintreten für die deutsche Arbeiter- klass« verbannt hatte. Bernstein schreibt:„Wenngleich ich nun bemüht war, durch eine möglichst unpolemische Sprach« die Empfindlichkeiten der Bekenner der Anschauungen zu schonen, di« ich widerlegen zu müssen glaubte, konnte es doch nicht vermieden werden, daß dl« Aufsätze in diesen Kreisen im steigenden Maße Unbehagen erregten. Und zwar nament« lich deshalb, weil allmählich die nichtfolioldemokratische Presse aus sie aufmerksam geworden war und von jedem Slbrechnen mit herkömm- BeÄitevördsncl Gr.-Berlin SPD. KARL KAUTSKY dem Führer des internationalen Proletariats Zur Feier seines siebzigsten Geburtstages versammeln sich die Parteifunktionäre Dienstag, den 21. Oktober, abends 7 Uhr, in der Schulaula, Mittenwalder Straße 37 Orgelmusik:: Internationale Lieder Genosse Dr. Hilferding spricht über: KAUTSKY UND SEIN WERK Karten im Bureau des Bciirksverbandes, Lindenstr.3, 2.Hof lichen Schlagwmten der Agitation triumphierend Kenntnis nahm. Da ich'Damals in einem ziemlich abgelegenen Vorort« Londons lebte, ist mir kaum einer der in Frag« kommenden gegnerischen Artikel zp Gesicht gekommen. Wäre«s der Fall gewesen, so Halle ich vielleicht in der Folge manchem Satz eine vorsichtigere Form gegeben. Dc>.in nichts lag mir ferner, als der Partei, an der ich mit ganzer Seele hing, Unannehmlichkeiten bereiten zu wollen. Aber sachlich hätte ich kaum an ihnen ändern könns», und da es zuletzt doch aui die Sachs ankam, wäre der Sturm, der ob der Artikel bald in der Partei über mich hereinbrach, mir doch schwerlich erspart geblieben, nur hätte ich ihn weniger schmerzlich empfunden." Es gibt inanche anderen S.ellen in dieser Selbstdarstellung, die man gern anführen möchte, aber wir müssen darauf Verzicht leisten und tun es auch nicht ungern, weil wir gerade dadurch hoffen, viele zum Lesen der ganzen Darstellung des Lebens von Kautsky und Bernstein zu veranlassen. Wir sind überzeugt, daß trotz des Ballastes, den vor ollem die Biographien voit Julius Wolff und Robert Lief- mann nicht nur für Sozialdemokraten bedeuten, dieses Buch gern in viel« Privatbiblivtheken eingereiht werden wird.' ____ Adolf Braun. Genojsensthastswefen. Theodor 0. Cassau: Die Koisnmvereinsbewcgung in Deutschland. Dunck.'r u. Hinnblot, München. 142 S. Cassau hat den Borteil, seinen Siesi nicht als bloßer Theore- tiker zu behandeln. Er hat im Mittelpunkt der Bewegung gestanden und vermag so ihre wirtschastlichei und sozialen Probleme zu würdigen, wenn auch nicht die ganz« Fülle des Stoffes überall zu ihrem Rechte kommen konnte. Auf eine knappe geschichtliche Einleitung folgt die Darstellung des Standes der Bewegung und ihrer weiteren Aufgaben. Dabei wird die organisatorische Seite, die Aus- lildung der W i r t s 6) a s t s de m o k rg ti? in ihren verschiedenen Zweigen, die erziehliche Tragweite der Genossenschaft neben und vor ihrer Bedeutung für die Verbesserung der materiellen Lage der breiten Massen gewürdigt. So kommen imnch« wichtigen Ver- iorgungsgebiet«. wie Milchwirisckzaft und nairentlich Wohnungs- beschaffung, recht kurz weg, aber, die vorwiegend« Betonung der organisatorischen und Geschäftsleitungsftage hat ihren vollen Wert. Sieht doch Cassau nach dem Zusammenbruch und dem Mißlingen der Sozialisicrung durch Gesetzgebung in der Konsumgenossenschaft das große wirtschaftliche Experiment des Sozia- l t s m u s. Die Beziehungen zur Arbeiterbewegung sind kurz, ober zutreffend dargestellt. Nicht ohne Bewegung erlebt man die Wider- stätde, die dogmatische Einfichtslosigkcit und kleinliche Sonderinter- essen viel« Jahr« dieser Besrciungs- und Aufbaubewegung bereitet haben. Manches, was heute allzu cnageschäsllich und ängstlich-neutral in einer Bewegung«rsechint, die trotz allem ein gut Stück Arbeiter- bewegung ist, mag auch diese hochmütig-unverständige Ablehnung in der Zeit, als die Genossenschaft noch um ihr Do'einsrecht ringen muhte, zurückzuführen'ein. Lehrreich ist die Darstellung der geographischen Ver- tellimg und Gliederung, allzu knapp die der sozialen Rekrutit. rung der Mitgliedschaft, die doch mehr proletarisch ist als die An- gab« vom Zweidritiel- bis Dreiviertelanteil der Arbeiter und Ange- stellten vermuten läßt. Sind doch auch die Angehörigen anderer Schichten überwiegend proletarischer Art. Immerhin hat die Not der Zeit und die Lockerung der behördlichen Fesseln den Zustrom aus anderen Kreisen verstärkt. Als Abklatsch im kleinen lernt man das christliche und Beamten- genossenschaftswesen kennen..... Beachtlich ist die Kritik, die Cassau am Nachwuchs an leitenden Köpfen, der ungenügeiden Heranziehung der Frauen, die das Lebenselen'.ent dicfer Bewegung bilden müßtm. zur Mitvctwalwng wie der mehr theoretisch eingestellten Genossenschastsidealisten übt. Er weist den von gegnerischer Seite oft erhobenen Einwand der Unzulänglichkeit nicht materiell interessierte? Betriebsleiter zurück,. da die Idee der Bewegung und das Betriebsinteresse neben der geistigen Förderung durch Arbeitskollegen und Bildungseinrichtung ausreichenden Ersatz biete. Doch findet er in der Bewegung eine gewisse Enge der Aussassung. eine Abflachung kaufmännischer Denk- weis«, ein Fehlen des großen geistigen Lebens in der Mitgliedichaft, ja unter den Geschäftsführern. Er sieht den eigentlichen Daseins- kämpf mit dem höchstentwickelten kapitalistischen Betrieb noch bevor- stehend und fordert als Gegengewicht wie a's Triebkraft zur Höchstleistung die kraftvolle Betonung de s Willens der bisher geführten Kreise zur' eigenen W i rt s cha f t s fü h- rung. Uebrigens wird im Organ des Zentraloerbandes ein Teil seiner Kritik als überholt bezeichnet. Dos Buch, dem man mitunter etwas mehr Wärme,„Sonntags- stimnmng", wie die Engländer sagen, wünschen möchte, gibt viel zu denken und sollte von jedem ernsthaften Arbeiter auf genossen- schoftlichem Gebiet sorgsam stMert werden. _ S. Katzenstein. Sozialpolitik. Dr. Paul Kaufmann: Zur Umgestaltung der deut, schen Sozialversicherung. Verlag der Reichsdrucketci, Berlin 1924, 46 S. Preis 2,70 M. Aus der Fülle feiner praktischen Erfahrungen macht der ehe- malige Präsident des Reichsvcrfichcrungsamtes Vorschläge zur Um- gestaltung unserer Sozialversicherung. Die Schrift ist«ntstcwden aus Ersuchen der Verwaltungsabbaukonunission. S« geht von dem Grundsatz aus, daß die verarmte deutsche Volkswirtschaft die Lasten der Sozialversicherung nicht mehr tragen könne. Die Belastung aus der Krankeit-, Unfall- und Invalidenversicherung betrug vor dem Krieg 7 bis 7,5 Proz. der Löhne und ist heute auf 14 bis 17 Proz. gestiegen. Der Verfasser oertritt den Grundsatz, daß Ersparnisse am zweckmäßigsten erzielt werden, wenn die Barleistungen der Sozial- Versicherung gekürzt werden. Die Ausgaben für die Wiederher- stellung Erkrankter und Unfallverletzter können nach seiner Meinung nicht eingeschränkt werden. Die Notwendigkeit gründlicher Bor- beugungsmaßnahmen gegen Krankheit, frühzeitige Invalidität und Unfälle scheint ihm sogar höhere Ausgaben für diese Zwecke zu rechtfertigen. In besonideren Kapiteln werden Bercinfachitngen bei den Der- sicherungsirägern und organisatorische Annäherungen untersucht. Vereinfachungsvorschläge werden hauptsächlich für die Versicherung-- behörden gemacht, die seit dem Inkrafttreten der Reichsversicherungs- rrdnung eine starke burcaukraüsche Belostimg der Sozialversicherung darstellen. Wie richtig die sozialdemokratische Forderung der Ein- gliedsrung der Ailgestelltcnoersicherung in die allgemeine Invaliden- Versicherung war, zeigt kolgende Feststellung Dr. Kaufmanns:„Ob- gleich die Angestelltenoersicherung nur IL gegenüber rund' 16 Millionen Versicherten bei den Llmdesversicherungsanstialten umfaßte, ihre Organisation erst zum Teil ausgebaut, mit der Bewilligung von Renten kaum«in Anfang gemocht war, wurden schon Ende 1919 in der Reichsversichcrunigstinstah für Angestellte rund 3500 Beamte gegen rund 540i) bei sämtlichen Landesvcrsicherungsm, stalten be- schäftigt." Trotz dieser Feststellung kommt der Verfasser zu'd:r Schlußfolgerung:„Solange die Nächstb-teiligten den Mehrauswand leisten wollen und kö men, wird der Gesetzgeber Beden k-rn tragen, die durch günstigere Bestimmungen des Begriffs der Invalidität und bessere Ausgestaltung der Hinterbliebener.fürsorg« gewährten Vorteile den Angestellten wieder zu nehmen und' eine widerstrebende Berufsgruppe, die ihr Sonderdasein behaupten will, zwangsweise in di« Invalidenversicherung aufgehen zu la'ssen." De? Vorschlag, daß bei Unfallverletzten die Bemfsgenoffr?. schcften das Heilverfahren schon vor Ablauf der Wartezeit von 13 Wochen übernehmen, um den Wechsel in der Behandlung zu vermeiden, liegt sowohl im Interesse des Erkrantten wie der Be- rufsgenosswischaften. Dagegen dient die vorgeschlagene Beschränkung der Berficherungsbärcchtiglmg aus Personen, deren Einkommen unter 2400 M. bleibt, ausschließlich dem Interesse der Aerzte, der Vergrößerung ihrer Prioatpraxis. Eine Verkürzung des Wochen« geldiss und die Einschränkung anderer Mehrleistungen der Kranken- Versicherung, die der Bersasser empfiehlt, sind wegen der Notlage der Arbeiterschaft untragbar. Zur Wiederherstellung der Erkrankten ist kräftige Ernährung gerade bei der gegenwärtigen Zunahme all- gemeiner Erschöpsungszustände mindestens ebenso wichtig, wie die aus ärztlicher Behandlung und Medikamenten bestehend- Kranken- pflege. Ein« Verkürzung der Barleistungen wird deshalb teilweise eine Verlängerung der Erwerbsiasigken zur Felge haben und bei anderen Patienten zu einer verfrühten Wiederausnahme der Arbeit mit ihren gesundheitlichen Nachteilen führen. Eine bessere Pro» Portion zwischen Lohnhöhe und den Ausgaben für Sozialversich«. rimg läßt sich bei der schlechten wirlschastlichen und gesundheitlichen Verfassung der Versicherten wohl kaum erzielen durch Ersparnisse in der Sozialversicherung Die Erhöhung der Löhne auf den gleichen Anteil am Maranpreis wie vor dem Krieg liegt, wie sich auch unter knesem Gesichtspunkt zeigt, ebenso im Interesse der Lohnempfänger wie der gesamten Volkswirtschaft. Anna Geyer. Volt unö Kunst. Volk und Kunst, Volk und Wissenschaft— das Problem fchien vor zwanzig cder dreißig Jahren noch ungemein einfach. Es ge- nügc, glaubte man, der ehrliche Wille einiger Bezeisterten, um der Masse die Schätz« des Schönen, die Fülle neuer Ertennimsse zu ver- imttcln, und unversehens würde sie in die Kultur hineinwachsen, die vordelhand noch den Besitzenden und Auserwählten gehöre. Mit der Zeit aber hat sich die. Erkenntnis durchgesetzt, daß es, um eilten organisch-einheitlichen Zusammenschluß von Kunst und Volk, von Bolk und Wissen zu erzielen, nod> nicht genüge, die von alten Gesell- schafts- und Lebensformen bedingt« Kultur an die Masse heranzu- führen. Soll diese das Schön« erleben, soll sie zum einerlei! Erkennen erzogen werden, so muh sie vielmehr Kunst und Wissenschaft aus sich selbst gebären, muß sich das Wesen der Kulturgüter mit dem Wesen ihrer Träger allmählich ivandeln. Das soll nicht etwa be- deuten, daß man di« unoergänglichen Werte der bereits geprägten Formen leugnet, wohl aber lauscht man mit zukunftfroher Ergriffen- 'AUS Qualifäis- Cigareffer� hett auf die leisen Zeichen eines schlechthin neuen Werdens, geweckt durch den Eintritt des Volkes— des ganzen Volkes— unter die bewußten und verantwortlichen Gestalter der Kultur. In den Dienst dieses erwachenden Neuen hat sich die Bücher- reihe„Volk und Kunst"(Volksbühnen-Berlags- und Vertriebs- G. n?. b. ich, Verlin NW. 40) gestellt, indem sie Drama, Lyrik und Tanz der Gegenwart darauf hin prüft, wieweit sie schon Ausdruck des zum Licht emporringcnden Massenempfindens geworden find und als dessen Behältnis für kommende Zeiten taugen. Das neue Laienspiel, Kino und Sprechchor sollen später einer ähnlichen De- trachtung unterworfen, das künstlerische' Ausdrucksvermögen verschiedener Länder und Epochen in ihrem Verhältnis zum jetzigen Geschlecht untersucht werden. Da der„Verband der deutschen Volks- bühnenvereine" die Heft« herausgibt, begreift man, daß ein von S. Neslrispke verfaßter Bericht über den„Modernen Theater. betrieb" die Reihe eröffnet— jenes bisher unerhört« Werden freilich, das sich in der Kunst allenthalben, wenn auch nur unter der Oberfläche, vorbereitet, kann in dem Thema nur wenig zu Worte kommen. Sonst aber sind Nestriepkes Darlegungen geeignet, den Respekt des genießenden Menschen vor dem schaffenden Künstler, dies« eckst« Voraussetzung jedes Kunstverstehens, zu wecken und zu, vertiefen.' Weit mehr als di« Technik des Theaterbetriebcs, die, eben als etwas Technisches, durchaus von den Errungenschaften des kapila- listilchen Zeitalters lebt, kann selbstverständlich die Bühnen dich- t u ng dem Geiste der Masse, des kommenden Volkes gerecht werden. Die letzten vierzig Jahr« deutscher Dramenkunst, die Rudolf Kayser in dem Bande„Das jung« deutsche Drama" schildert, und erst recht die eigentümlich-fremdartiqe und doch zukunft-trächtige Crtwicklung, die nach Arthur holiljchers farbig-anschoulichem Bericht„Das Theater im revolutionären Ruhland" genommen hat, find dafür«in Deweis. Denn was ist der Weg vom Naturalismus und Impressionismus über die Formkunst Hofnianns- thals und die fanatischen Selbstentblößungen Wedekinds und Strind- tx-rgs hinüber zum Expressionismus der kühlen„Denkspieler" Kaiser und Stern heim, der leidenschaftlichen Bekenner und Propheten Sorg«, Werfel, Unruh und Toller— was ist er anders als der Pilger weg der letzten Generation und ihres im Drama oerdichteten Bewußtseins von den Gestaden des Besitzes ins uferlos« Meer der aufgelösten Lobens. und Familienbeziehungen, des rätseldunklen Werdens, der zwangläufigen, doch noch ungeklärten Zusammen- ballungen? Stillos wie unsere Zeit des weltgeschichtlichen Ueber- ganges ist auch unsere dramatische Kunst, rastlos-unbefriedigtes Suchen treibt sie von einem Extrem zum andern, von Formver- Nichlung zu priestcrlichem Formkult, von Wirklichkeitsdienst zu schroffer Regierung alles Außerseclisthen, vom herrisch die Welt vergewaltigenden Ich zur Selbstauflösung und Alliebe: aber jede dieser Wandlungen übertönt den Ruf:„Die Stunde ist gekommen! Die Saat ist reif!" und sesiigt die HebeTzeugung, daß die neue Menschheit sich eine neue Kunst gebären wird. Welche Formen diese annehmen wird, kann niemand voraussehen, aber reizvoll ist es, von cholitschor zu hören, wie vorläufig das spielfrohe russische Volk, durch die Revoluticn geweckt, sein Theater gestaltet hat. Ein Chaos, gewiß, verwirrend und brutal bisweilen, aber schöpferisch und keim- froh und in jenem Zeichen stehend, das oller Zukunftskunst voran- leuchten muß: dem Stern de? Gemeiiijchojtsgeistes. Ihn erblickt John Schilowski, wie er in«inom dem„Reuen Tanz" gewidmeten Bande ausführt, auch über der modernen Tanzkunst. Sie spricht zu jedem und kann von jedem geübt werden, weil ihre treibende Kraft, das rhythmische KLrpergefühl, jedem im- verbildeten Menschen von Natur aus eignet. Der Tanz kommt dem allgemein-menschlichen Bedürfnis, das seelisch! Erleben durch rhyth- misch« Körperbewegung auszudrücken, am weitesten entgegen und ist. weil er Seelen- und Körperrhythmus in eines zusammenschmilzt, die elementarst«, ausdruckreichste Kunst. Do er des Mediums der Handlung, von äußeren Geschehnissen, Zuständen oder Vorgängen nicht bedarf und, in seiner reinn Form, den Verstand niemals als Vermittler anruft, verbindet er in sich di« sinncnanregende Kraft der beiden �abstraktesten", von der äußeren Welt unabhängigsten Künste, ist er ein zauberisches Spiel von Linien, Farben und Formen, ist„bewegte Architektur",„körpergewordene Musik". Und das nicht nur im erfindenden Genie, sondern dank der Fähigkeit des Körperrhythmus, sich jedem mitzuteilen, jeden in seinen weit- entrückenden Bann zu ziehen, für alle Mitwirkenden, für die ganze Zuschmiermeng?. Im Tanze sinken die Scheidewände zwischen Schöpfer und Ausführenden, zwischen Ausführenden und Publikum, er ist, was Schikowskis schönes und gedankentieses, vom fortreißenden Pathos der tiefsten Ueberzeuglheit getragenes Buch mit Glück zu erweisen stiebt, Gemeinschaststunst sondergleichen. Hat hier erst die Zukunft zu enthüllen, wie lveit der begeisterte Prophet das Rechte trifft, so liegt dar innige Zusammenhang zwischen Bolk und Kunst in der Lyrik schon heute klar zutage. Die „Arbeiterdichtung",' in unserer Sammlung von Julius Rab dargestellt, hat den Rhifthmus des neuen Lebens treffsicher einzu- fangen gewußt, der lyrisch gestimmte Arbeiter sich, wie der Lyriker zu allen Zeilen, als den hellhörigsten Betfünder der Ahnungen und Sehnsüchte seines Geschlechts, seiner Klasse bewährt. Nicht über Nacht ist ihm das geglückt und lange hat er sich, um auszusprechen, was ihn bewegte, der Ausdrucksmittel feiner bürgerlichen Aorbilder bedient. So steht, Jahrzehnte hindurch, der Anklageichrei der schlesischen Weber, das„Blutgericht", als einziges echtes Drama der Arbeiterdichtung da und erst der durch den Weltkrieg akut gewordene Riederbruch der alten Bindungen hat der proletarischen Lyrik di« Schwingen gelöst. Di« Behauptung gilt allerdings n»? dmcn, wenn man, gleich Bab, den Begriff„Arbeiter" allzu engherzig auf den Handarbeiter einschränkt und Gedickt« von Männern bürgerliche? 5>erkunft und Tätigkeit, wie Hein«, Freiligrath. Herwegh, Holz und Dehme!, mögen sie den Klassengegensatz auch noch so innerlich er- lebt hoben, nicht als„Arbeiterdichtung" gelten lassen will. Aber sei dem wie inuner jedenfalls haben erst Lerfch, Petzold. Barthels. Bröger und, sie alle hoch überragend, ber jung gefalle!!« Gerrit Engel k« auzichließ>ich und restlos aus der Proletariersscl« heraus geschofsen. Deshalb bekommt das Gott- und Welterleben, die Hin- gab« an Erde und vi«« und Mensch und Arbeit bei ihnen eine ganz andere, neue Tönung, wurde Engelt«, befruchtet von der Musik der Maschinen und Großstadtstraßen, Schöpfer einer neuen Dichtersprache und«ine» noch nickst gehörten Rhythmus. Aber diese Kühnheit, mit der er das Rattern der Lokomotive in Wortmelodien umsetzt, die geniale Kraft, die ihn aus groben,"om Alltag ent- weihten Wörtern, wie„Biest",„sechzehn Atmosphären".„Voller Strom", tiefste dichterische Erleuchtungen herausholen läßt, sie ge- hören nicht allein ihm. an ihnen hat die Anschauungsweise der Arbeiterschaft, des Volkes ihren wohlgemessenen Anteil. Und das ist das Neu« und Erhebende an dem Verhältnis von Volk und Kunst! Die Tag« der Begönnerung, der wohlwollenden Förderung durch Vereine und Regienmgen gehören der Geschichte, der erwachende Geist der Gemeiuschost prägt sich, wenn auch noch tastend und irrend, eigene Ausdrucksmittel und«igen« Formen. Von allen Seiten stoßen Suchend« hinzu, nach allen Richtungen greift di« Idee aus. dem fordernden Rufe:„Die Kunst dem Volke!" eint sich, schwach noch, aber immer machtvoller anschwellend, die große Parole de? Zukunft:„Alle Kunst aus dem Volke!" Alfred Kleinberg. Arbeiterdichtung. Heanl Lehmann:.Armenhauskinder", Erzählung, Thüringer Verlag sanstost, Jena. tyenni Lehmann hat vor Jahren einet, Roman geschrieben: „Frauen aus dem Alten Staden Rr. 17". einen Roman, der in grauen Häusern der Armut spielt und in niedrigen Stuben mit trüber hoffnungsloser Luft, m denen vom Schicksal Geknechtete still einem frühen Tod entgegenlebcn. Ein paar Personen aus dem alten Staden begegnen uns auck in dieser neuen Erzählung, die im Armenhaus einer kleinen Stadt spielt. Also Armeleutgeschichten mtt Armeleutgeruch, wie ja wohl von den anderen, di« nur die Sonnenseite des Lebens kennen, naserümpfend gesagt wird. Und gerade diese Hochmütigen und Erbarmungslosen sollten die„Armen- hauskinder" lesen, gerade für sie hat Henni Lehmann den Roman geschrieben. Das Buch ist wie ein hohes Lied der Liebe zu den Enterbten bes Glücks, und man kam, sich denken, daß Menschen, die diese Geschichte lesen und deren Herzen so lange verhärtet waren, gut werden zu den Armen und Unglücklichen. Henni Lehincnn versteht es mit einer Meisterschaft, di« man selten findet, in den Seelen dieser Menschen zu lesen. Niemals beschönigt sie, nichts verschweigt sie, alles ist gerade aus g«Iehen, und doch lastet niemals über den Schilderungen ein« Schwermut, die den Leser zu Boden zielst und alle Hossnuna erdrückt. Henni Lehmann hat einen ganz feinen, wund ersinnen Humor, der immer wieder wie die Sonne durch den Nebel bricht, einen Humor, der sie glücklich daran hindert, Sintimental zu werden oder in wilder Verzweiflung und in wüten- en Anklagereden die Wirklichkeit aus den Augen zu verlieren, wie man das bei den sogenannten Elendsgesckstchten nicht selten findet. Von den neun Kindern Braunschweig, denen der Krieg den Dater und die wirtschaftliche Not in der Heimat die Mutter genom- men hat und die nun in das Armenhaus kommen, erzählt Henni Lehmann. Bon den mannigfaltigste, Schicksalen der elternlosen Schar erzählt sie, still und unaufdringlich. Und von den Schicksalen der Alten im Armenhaus erzählt sie, deren bange Lebensgeschichte in so seltsamer Weis« mit dem Schicksal der neun Waisen verknüpft ist. Diese Szenen aus dem Armonhaus sind mit einer solchen plastischen Deutlichkeit hingesetzt, daß man unter den Insassen des Armenhauses wandert und wie sie in den kleinen niedrigen Zim- wen, zu Haus« ist. Mit feiner Ironie läßt Henni Lehmann gerade «ine Jüdin, von der der Herr Pastor gelatzt hat, nun wird es im Armenhaus immer schlimmer und das Beispiel für die Kinder immer schlechter, weit sie im Armeahaus ist— aber das Geld von dem reichen Druder der Jüdin nimmt der Herr Pastor!—. gerade«in« Jüdin läßt die Verfasserin die Helferin und Wegweiserin für di« ver» lassenen Kinder werden. Mit einer, man möchte sagen edleren Waffe kann man den Antisemitismus nicht bekämpfen. _ Karl Fischer. Technik. Dr. L. Dürr: 25 Jahr« Zeppelin- Luftschiffbau. V. D. I. Verlag G. m. b. H., Berlin SW. 19, 83 S. In diesem Werk« spricht ein erfahrener Luftschiffkanstrukteur in knappen Worten über di« Entstehung und die konstruktiven Eigen- besten der Zeppelinluftfchiff«. Zunächst wird das neueste Luftschiif Z. R. 3 eingehend behandelt und dann erst die Entwicklung der Zeppe- linluftschiffe und di« Gestaltung der Einzelteil«. Oberingenieur Dürr zeigt den weiten Weg vom Gedanken zum vollendet«» Werk. Bei aller Sachlichkest, die immer nur di« Arbeit voranstelll, redet das Ganz««ine«indringliche Sprache. Das Studium dieses Buches macht es verstänkstich, warum den Kopien der Zevpelinlustschiffe in anderen Ländern di««rhosften Erfolge versagt blieben: in 25 Jahren angsstrengter Arbeit wurden Ersahrungen auf allen Teilgebieten des Lustschiffbaues gesammelt, die sich sowohl auf die konstruktiv« Ausgestaltung als auch auf die oerwendeten Materialien beziehen, Erfahrungen, die nicht ahn« weiteres kooiert werden können. Das Buch ist mit zahlreichen Abbildungen und einer Kart« versehen, di« den schematischen Aufbau des Z. R. 3 erkennen läßt. Dr. Zng. W. v. Langsdorfs: Das Leichtflugzeug für Sport» nd Reise. Verlag H. Bechhold, Frankfurt a. M. Das Werk führt den Leser in allgemeinverständlicher Form in dos Leichtflugwese,,«in. Es zeigt den weitsn Weg, der zurückgelegt wurde, um vom fliegenden Motor zu dem Flugzeug zu gelangen, das erlaubt, mit geringen Motorkräften weit« Flüge wirtschaftlich auszu- führen. Noch heute krankt der Luftverkehr, trotz Zunahm« der Per- fonenbeförderung an dem Mangel an Fahrgästen, die notwendiger- weis« befördert werden müssen, wenn der Aufwand, der zu einem Flug« notwendig ist, sich bezahlt machen soll. Es kommt eben beim Verkehrsflugzeug nicht so sehr auf die Leistung an sich, als auf die wirtschaftliche Leistung an. Xfe Flöge mit motorlosen Flugzeugen, die in den letzten Jahren so großes Aussehen erregt haben, sollen den Weg weisen, der eingeschlagen werden muß, um die Wirtschaftlichkeit des Fiiegene, d. h. die Erzeugung leistungsfähiger Verkehrsflugzeuge. di« mit schwachen Motorkröften ausgerüstet sind, zu erzielen. Der Verfasser hat unter dem Begriff Leichtflugzeug« diejenigen Maschinen zusammevigefaßt, die mit schwachen Motoren unter 30 PS. ausgerüstet sind. Eingehend behandelt er die konstruktiven Anforderungen, di« an das Leichtflugzeug gestellt werden, er kennzeichnet den konstruktiven Bau und geht dabei auf die Gestaltung von Trag- und Leitwerk, Rumpf, Fahrwerk und Triebwerk ein. Konstruktionsbeispiele und Uebersichtszahlentafeln vervollständigen neben guten Abbildungen das ausgezeichnet« Wert.__ W M ö b u s. Justiz. vr. Helene Stöcker. Dr. Heinz Slabel, Dr. Siegfried Weinberg: Fort mit der Abtreibung» st rafe! Verlag Ernst Olden- bürg, Leipzig. KS Seiten. Die wissende und sozial denkende Frau, der Frauenarzt und der Jurist haben sich in diesem Vüchl-in zusammengesunden, um mit sittlich-menschlichen, medizinischen und juristischen Argumenten dem § 218 auf den Leib zu rücken. Di« allseitige Durchleuchtung des Problems� di« Füll« und die Ungeheuerlichkeit des angeführten Tat- sachenmaterials, di« Klarheit und Selbstverständlichkeit der Dar- stcllmig sprechen für sich, um jede interessiert« Frau zu veranlassen, das Büchlein zu lesen. Es sind hier so schlagend« Argument« für das Widersinnige. Unsittliche, Verderbliche und Menschenfeindliche des § 218 zusammengetragen, daß bei der Lektüre der Schrift selbst ein Saulus sich in einen Paulus verwandein müßt«. Johann Ferch: Geburtenbeschränkung oder Mutter- schastszwang? Verlag für Sozialreform, Wien. Eine vorzügliche Agitationsbrofchür« mit 12 vortrefflichen Jlluftrationcn. Ohne Phrasen, allein mit dem Pathos der Sachlich- keit übt sie ein« stark« Wirkung aus. Der Gedanke, in den sie gipfelt, ist: die unbeschränkte Kindererzeugung ohne Rücksicht auf die Ver- hältnisse ist unsittlich. Das Büchlein müßte jeder Frau in die Hand gedrückt werden._ L. Rosenthal. Neue Sucher. sBesv rechung der eingegangenen Bü-drr bleibt vorbehalten.) W. S. Brsensew. gn der Wildnis Ostsibiriens. Verlag Scherl. Berlin. Max Beer. Das England der Gegenwart. Verlag für Sozialwissenschaft. Berlin. Giovanni Boccacrl». Das Telameron. Hesse u. Becker. Leipzig. CT.». Brockdorst. Di« englische Aufllärungsphilosophi». Ernst Reinhardt, München. JBüiSon Churchill. Welttrifls 1911—1914. 9. F. Soehler. Leipzig. I. G. Droyle». Deutsch« Geschichtsquellen des 19. Jahrhunderts. Deutsche Berlagsanftolt, Stuttgart. Reinhold FaaS. Mensch und Maschine. Der Domverlag. Berlin. Luise von FrancoiS. Erzählungen. Alben Langen, München. Gvend Fl-uron. Schnock. Ein Hechtroman. Eugen Diederich-, Jena. Maxim Sorli. Erlebnisse und Begegnungen. I. Lodvsdmilvw, Berlm D. 50. Dr. G. Grofch. Jahrbuch für Völkerrecht und Friedensbewegung. Der Neue-Geisi-Derlaa. Leipzig. L. M. Hartmann. Weltgeschichte. Frühes Mittelalter. F.>. Perthes, Gotha. Gerhart Hauptmann. D!« Insel der großen Mutier. Eine Geschichte au? dem utopischen Archipelagos. S. Fischer, Berlin. Prof. Dr. W. Heller. Die Entwicklung der Grundproblem« der Volts- wirtschaftlichen Theorie. Quelle u. Meyer. Leipzig. Ludwig Herz. Die Abdankung. Emst Oldenburg. Lripzig. Gustav Höft. Fluch den Waffen. Emst Oldenburg, Leipzig. Arno Holz. Sinddeits-ParadieS. I. H. W. Dietz Rachs., Berlin. Jerome 9. Jeromc. Anthony John. Roman. Taifun-Berlag, Frank- furt n. M. Marie Juchacz. Die Arberterwohlfahrt. I. H. W. Dieb Nachf., Berlin. L.«amrnew. Lenin-Dries« an Maxim Gort». Verlag für Lilrratur und Politik, Wien. Kjellön. Der Staat als Lebensform. Knut Vohwinckel, Berlin-Grunewald. Karl Rom. Die Arbeiterjugend bewegung. Verla« Arbetierjngend, Berlin. Che 9rille. Die rote Palette. Gedanken imd Skizzen. Oskar Wöhrlc, Konstanz. Helene Lmige. Di« Frauenbewegung. Quelle u. Meyer, Leipzig. Guy de Manpassant. Die schönsten Erzählungen. Albert Langen. München. Paul Natarp. Kant über Krieg und Frieden. Verlag der Philosophischen Akademie, Erlangen. Paul Natorp. Der Deutsch« und sein Staat. Verlag der Philosophischen Akademie, Erlangen. Frist Reißer. Da« deutsch« Bankgewerbe. Verlag siir bargeldlosen Zah- lungs verkehr, Berlin E. 2. F. M. Rintelen. Legenden. Ter Domverlag, Berlin. Max Scheler. Versuche zn einer Soziologie des Wissens. Duncker und Humblot. München. Arthur SchiiitzUr. Komödie der Verführung. S. Fischer, Berlin. Marth von Schwind. Briefe, herausgegeben von O. Stocssel. Biblio- graphisches Institut. Leipzig. Wilhelm Sturmfels. Arbeiierschast und Sfiwrt. C. L. Hirschselb, Leipzig. «. v. Tirpist. Erinnerungen. 9. F. Koebler, Leipzig. Hedwig Wachrnheim. Ludwig Frank, Reden, Aussätze und Briese, ver- lag für Sozialwlssenschait. Berlin. akob Wasserwann. Faber oder die verlorenen Jahre. S. Fischer. Berlin. ermann Wendel. Südslawisch« Silhouetten. Frankfurter Societäts- druckerei. Frankfurt. 2.». Wiese. Kindheit. Ertnnemngen aus metnen Sinders ahre«. Steegemann, Hannover. 2. v. Wiese. Allgemeine Soziologie. T«U 1. BezIehungSlehr«. Duncker und Humblot, München. Prof. R. Wilbrandt. Die Entwicklung der Volkswirtschaftslehre. E. H. Moritz(Franz Miitrlbach). Stuttgart. Friedrich Wolf. Der arme Konrad, Tragödie. Kronosverlag. Ludwigs- bnrg. SSmlllche hier angezeigten nnd besprochenen Bücher können durch die Buchhandlung J. H. w. D i e h Rachs., Berlin SW. öS, Linden- siraße 2(Laden), bestellt werden. Karl Kautsky, dem 70jährigen Kämpfer 1 widmete der Zentral verleg J. H.W. Dietz, Berlin Das Kautskybuch der„Gesellschaft"''' mit einem Bromsilberdruckbild. Beitrage von: EDr. M Adler, Dr. Karl Vorländer, Dr. Adolf Braun, Louis B. Boudin, Ed. Bernstein, Friedrich Stampfer, Paul Kampff- meyer, Dr. J. Marschak, Prof. Joh. Polach, Jacob Pistiner, Janko Sakasoff, J.W. Kobo, Dr. Theod. Dan, B Mikolajewsky, Noe Jordania, Richard Seidel und einer Karl-Kautsky-Biblio- graphie von Bibliothekar Carl Huber, Frankfurt«. Main. Geheftet 2.40 Mk., in Ganzleinen 3.60 Mk. Von den Siteren noch lieferbaren Schriften Karl Kautskys empfehlen wir: Ursprung des Christentums j......... 4.50 Ethik................... 2.50 Proletarische Revolution............ 3.— Sozialisierung der Landwirtschaft........ 1.50 Man: ökonomische Lehren........... 3.— Parlamentarismus........:..... 0.60 Weg zur Macht............... 0,50 Klassengegensätze.............. 0.60 Historische Leistung von Karl Marx....... 0.30 Von Karl Kautsky herausgegeben: Karl Marx, Das Kapital....... Halbleinen 3.— „ Zur Kritik der polit. Oekonomie Ganzleinen 4.50 „ Theorien des Mehrwerts, 4 Bde. in 2 Ganzlbde. 16.— » Die Inauguraladresse........ 0.50 Parner erschient Der lebendige Marxismus Herausgeber OTTO JENSSEN In Halbleder M. 16.- Luxusausg. in Halbleder M. 33.- DemnSchst erscheint: Die Ag rarfrage Thomas i�ore und seine Utopie Bitte beachten Sie unser Kautsky-Sonderfensterl Wir liefern bei Einsendung des Betrages auf unser Postscheckkonto Berlin 33 193 oder gegen Nachnahme portofrei! J. H.W. Dietz, Abt. Sortiment, Berlin swöö, Lindenstr. 2