7lr.i5 14» Dezember 1S27 Hlick in öle Hücherwelt Beilage des Vorwärts Erzählende Literatur. Verla Sellnger: Der Rachen, Ouerschnüt durch ew Leben. Verlag I. H. W. Dietz, Berlin. 160 Seiten. Kein Roman— schon weil gar nichts„Romantisches' in diesem Buch passiert, weder im Sinn der früher beliebten Butzenscheiben- romantik, noch in der Art der jetzt beliebten Lobpreisungen der neuen Romantik unserer Tage, in der man statt um wunderschöne Prinzessinnen um Aktienmasoritälen und Weizencorners kämpft. Und doch wird man dieses Buch, in dem nichts als der Alltag eines Proletariermädchens eingefangen ist, nicht leicht aus der Hand legen, bevor man alle seine wechselnden Schicksal kennt. Milieu und Men- schen sind voll Blut und Leben, und so ist das Buch besonders den nicht im Fabrikproletariat steckenden Angehörigen der Partei zu empfehlen, die diese Welt der Arbeit nicht aus eigener Erfahrung hinter den Kulissen kennen gelernt haben. Vom böhmischen Weber- städtck zum Badehotel mit den blitzsauberen Bedienungsmädeln, unter deren schmucken schwarzen Kleidern keine Wäsche di« schwitzende Haut deckt und die zu zweit in schmutzigen Betten schlafen, zum kalten Lstpreußen und in die sächsische Schokoladensabrik: Alles lebt, hier geht und atmet das Proletariat, wie es ist, ungeschminkt, auch in seinen Fehlern voll zorniger Liebe ehrlich geschildert. Das ewig empörerische Hussirenblut macht aus dem kleinen Mädel Kalbbürger. licher Abkunft schließlich ein« dieser Führerinnen, deren Treue noch im kleinsten erprobt war. Es ist heute kein Wagnis mehr, sich als Arbeiter, kaum noch, sich als Mensch bürgerlicher Lebensstellung zur Sozialdemokratie zu -...----- v.u.---- v. � v- m L-1----- Menschen dniss«, die und ehrliche Buch wünsche ich in die Hände aller Parteigenossen uichtproletarischer Herkunft. Rose Ewald. (Clara viebig: Die goldenen Berge. Roman. Deutsche VerlagsanstaU, Stuttgart. Ein Moselroman, ein Roman von der Winzer Rot und Sorge. dessen dramatischer Höhepunkt der bekannte Bernkasller Winzerauf. stand ist, diese Rebellion der Nemen Weinbauern, die nicht begreisen können, warum ihr edler Moselwein von der Regierung nicht ebenso freigebig mst Schutzzöllen und sonstigen Vergünstigungen gepflegt wird wie Kartoffeln und Korn. Leider werden auch in dem Roman selbst die politischen und wirtschaftlichen Gründe der Winzernot nicht klargelegt und noch mit Begriffen wie„Wohlwollen' und„Berständ- ms' operiert, während sich gerade aus der Tatsache, daß hier das Interesse der kleinen Winzer dem Interesse der Industrie(beim spanischen Handelsvertrag) nachstehen mußte, recht gute Parallelen ergeben hätten. Die„zündende Rede des jungen Weinbauern aus der Winzerversammlung erinnert fatal an das bekannte Plakat: „Deutsche, trinkt deutschen Wein" und ist ein Muster einer rein aus Phrasen ausgebauten Voltsversammlungsrede.— Trotzdem ersteht aus den bunten Steinchen der Emzelschicksale schließlich farbig und lebend ein Mosaik der Landschaft und ihres Volkes, und eines dieser Schicksale erhebt eine der Nebenpersonen des Buches zu den Ge- stalten, die wir nicht mehr vergessen; Die Geschichte der buckligen Näherin Nettchen, die mit Wunsch und Willen von dem unbekannten Wanderer in die Fremdenlegion ein Kind empfängt und demütig dienend zuerst, dann heldenmütig ertragend, sich ein volles Frauen- ichicksal erobert. Neben dem ihren steht das Erleben her jungen Weinbauerntochter, die ungewollt im Frühjahrsrausch einer Nacht von dem Sohn des guten Bürgerhauses, in dem sie dient, Mutter wird, vom Vater des Kindes verlassen und vergessen, trotzdem sie an seiner Hochzeitstafel mit dem Kinde unter dem Herzen neben ihm lieht, ihn und die juna« Frau bedienend. Der Kamps dieser beiden jungen Frauen um die Mutterschaft, mit der Mutterschaft ist der lob« irdigste, wärmste Teil des Luches. Rose Ewald. Ernst Didring: Mann aus Posten. Aus dem Schwedischen von Elfe von Hollairder-Lossow(Verlag Georg Westermam,). Das Ist ein Buch von starken Menschen, die fast den knappen Rahmen sprengen, den ihnen der Autor zumißt. Ein Stück Lebens- und Familiengeschichte aus den schwedischen Schären, geruhsam er- zählt, aber mit einem heißen Herzen, das hinter den Dingen pocht. Die Geschehnisse sind von jener Art, die mit leichtem Halten beginnt und einem fester und fester packt. So, wenn der Mann, der Lotsen- meister dem englischen, in Seenot laufenden Schiffe in der Sturm- nacht zu Hilfe eilt und sein Scheitern erleben muß, weil der Kapitän einen harten Schädel hat. Im Leben dieses sturmerprobten Lotsen zibt es auch die schwache Seit«, di« der Frau gehört. Der eigenen, cbenstollen, durch die Schule eines weltmännischen Verführers ge� Fe lähmten Frau. Die schwedischen Erzähler haben es immer gekonnt, solche Frauen, ersüllt mit Stärke, aber Schwäch«, zu schildern. Didring zarten Gleichungen wieder, daß umrahmt mit unseliger ibt das Leben dieses Weibes in so .WD_ as Zeichen ihres späteren Büßeo dasein» nur in"der gewollten Tragik ihres Todes zum Leuchten kommt. Dan» entwickelt sich in Frieden das Schiksal der Tochter, das heranwachsenden Sohnes und das Erftilltsein des Baters, des Mannes auf Posten. Alles ebbt ab, das Meer drängt zurück.— Ein Buch für Leute, die nicht nur im außergewöhnlichen, das Leben als lobenswert und vielleicht auch als lesenswert erkennen und schätzen. F. Karstadt. llpkon Sinclair: Präsident der U. S. A. Roman aus dein weißen Hause. Mit kritischer Einsührung in Sinclairs Leben und Werk von Gerhart Pohl. Berlin IS??. Universum-Bücherei für alle. 276 Seiten. Ein Briefroman, der die amerikanische Prästdentschaftskomödie enthüllt. Dem Schein nach regiert der Präsident im.Weißen Hause" die Bereinigten Staaten: in Wirklichkeit werden sie von der Wall- Street regiert, von der Börse und ihren Machthabern. Um das Volk zu täuschen, wird das Präsidentjchaststheater in Washington möglichst prunkvoll inszeniert. Man läßt es sich etwas kosten, einen guten, zu Dank oerpflichteten Bekannten auf dem Prästdentenposten zu wissen, weil sich die Dollers, die man für di« Wahl riskiert hat, durch Steuerermäßigungen und Auströge, die die Regierung einem zuschanzen kann, mehrfach wieder hereinbringen lassen. Der Prässdent aber muß die Sympathien des Volkes erringen, und deshalb di« Meinung des Volkes kennen. Denn den amerika- nischen Spießer freut nur der Präsident, der dasselbe denkt wie er selber. Zweimal wöchentlich empsängt der Präsident die Reporter der regierungstreuen Presse. Bei diesen Empfängen beantwortet er Neue russische Literatur Rußtand im Spiegel der Dichtung. Di« Tatsach«, daß in einem riesigen, kulturell und Wirtschaft- lich zurückgebliebenem Lande ein« Revolution sich vollzog, di« 150 Millionen Menschen aufrüttelte und neu« soziale Schichten zur politischen Geltui« brachte, macht das Interesse für Rußland und di« neueste russische Literatur in den breitesten Schichten besonders lebendig. Diese neueste russische LUeratur läßt, unabhängig von der persönlichen Einstellung einzelner Schriftsteller, einen tiefen Ein- blick in das innere Leben des Landes und in die hier sich voll- ziehenden Ilmwandlungsprmeffe gewinnen. Viel früher als die herrschende kommunistische Partei, die durch die Entwicklung der sozialen Gegensätze im neuen Rußland gerade fetzt so stark er fchüttert wird, bat die schöne Literatur angefangen, di« Revolu- tionsprozesse richtig zu werten und die sozialen Wandlungen der nachreoolutionären Periode zu begreifen. Es waren zuerst die jungen Schriftsteller, die den Bürgerkrieg in der Roten Armee mit- erlebten, die den sozialen Jnholl der Revolution künstlerisch zu ge- stallen versuchten. Schon in den meisterhaften Novellen de» jungen Schriftstellers Babel,„B u d j o n n y s Reiterarmee'(Malik-Verla«, Berstn, 2ZI S.), wird nicht nur dos Kosokentum geschildert. Als echter Künstler und scharfer Beobachter versteht es Badel, in wenigen Worten die bäuerliche Psyche dieser„Soldaten der Revolution' zu skizzieren, ihre Grausamkelten und Verbrechen ebenso wie di« sozialen Motive, die sie in die Revolutionsarme« trieben. Auch seine „Geschichten aus Odessa'(Mallk-Berlag. Berlin. HZ S.), di« sich mit einem Schmugglermllieu aus der Borkriegszell befassen, Snd ein wertvoller Bellrag zum Verständnis der revolutionären kassenpsychologie. Was diese Novellen so aktuell macht, ist vor allem die sozialpsychologische Analyst der Träumereien einer sozial entrechteten Schicht der Gesellschaft. Da» Leben der russischen Bauern, da» dumpf brodelnd« russisch« Dorf in den Jahren des Krieges und b«i Ausbruch der Revolution findet der Leser bei der aus bäuerlichen Verhältnissen stammenden Schriftstellerin Lydia Seisullina wieder(„W i r l n« a' Malik-Ver- lag, Berlin, 247 S.). Der Realismus in der Schilderung des bäuer- lichen Lebens wird durch eine romantische Einstellung abgelöst, wenn es sich um die Gestall der Heldin handelt, die das Erwachen aus dem halb tierischen Zustande des russischen Dorfes verkörpern soll. Von der überaus zahlreichen Gruppe der Schriftsteller, die sich mll der Roll« de» Bauerntums in der Revolution befassen, sei serner Leonid Leonow erwähnt, der schon in einer seiner ersten Erzähluu- gen(„W e t t e r l e u ch t e n', Taurus-Verlag, Berlin, 22S S.) neben der Schilderung des alten Dorse». mll seiner Armut und seinem Aberglauben, auch die führende Rolle der Bauern in d«r Revolu- tion vorausahnt. Dagegen erscheint das Wert von A. Sctafimo- witsch, der sich auch mit dem Bauerntum in der Revolution be- faßt(„D er eiserne Stro m". Neuer Deutscher Verlag, 273 S.) schemotisch, verschwommen-, das revolutionäre Pathos lost sich in bloßen Worten auf. Aber die modernen russischen Schriftsteller schenken nicht nur der Bauernschaft ihre Ausmcrksamkell. So hat auch Leonow in der Novelle„Des kleinen Mannes Ende"(in dem bereits erwähnten Bande) den Inneren Zusammenbruch eines Kleinbürger» !t, der durch die Revolution und ihre furchtbaren materiellen Entbehrungen sich verarmt und beraubt fühlt. Auch Nikolaj RItilln versucht in seinem Buche„F l u g"(Propyläen-Verlog, Berlin. 183 S.) das Seelenleben der durch die Revolution aus ihrem ge- wohnten Milieu herausgeschleuderten Menschen zu zeigen, indem er das Leben einiger ehemaliger Offiziere schildert, die als milllärisch« Fachleute eingezogen wurden und für die die Revolution nur als furchtbarer Flug ins Ungewisse erscheint. Biel buntscheckiger werden die Werte, die nicht den Bürgerkrieg schildern, sondern das unter dem Zeichen der„Reuen Wirtschafts- polllik" stehende nachrevolutionärc Rußland: da» Auftauchen der Schieber, Revolutionsgewinnlcr, die ideologische Umbildung der kommunistischen„Wirtschaftler", di« widerspruchsvollen sozialen Der- hallnisse auf dem Lande, die Gestaltung einer sozial nicht Homo- genen Gruppe von Menschen, die für die Revolution gckäinpst haben, aber aus verschiedenen Gründen keinen Platz in der neuen Gesellschaft finden können. Unter den Schriftstellern, die besonders kraß dieses Bild des nachreoolutionären Rußlands wiedergeben, ist in erster Linie Zlja Ehrenburg zu nennen. Wenn sein Roman„D i c Lies« der Ieann« 51« t)"(zwei Bände. Rhein-Berlag, Basel, 287 und 263 S.) recht lose an die Revolution und Sowjetrußland gebunden ist, so ist sein Roman„Michail Lykow"(Malik-Ver lag, Berlin, 560 S.)«in interessanter Versuch, den Untergang eines Menschen, der für die Revolution gekämpft hat. durch scharse. Analyse der sozial-pjychologischen Umstände, die diesen Untergang bceinslussen, zu begründen und anschaulich zu machen. Außer den Schriftstellern, die erst mit der Revolution in die Literatur g«k«nmen sind, gibt es noch eine Gruppe von sogenannten „alten Schriftstellern', die teilweise im Auslande leben und Bor- kriegsthemen behandeln, teilweis« flch mll der Sowjetregierung ausgesöhnt haben. Zu den letzteren gehört z. B. Alexey Tolslos, der setzt vorwiegend abenteuerliche Romane schreibt, von denen uns jetzt in deutscher Sprache der Roman„0 b y k u s"(Merlin-Verlog. Heidelberg, 230 S.) vorliegt. Hier wird das Leben«ine« sozial entwurzelten Individuums geschildert, für den die Revolution und die allgemeine Zerrüttung nur ein« Möglichkeit ist, seine eigen- süchtigen, schmierigen Träumereien zu verwirklichen. Von den „allen' Schriftstellern sei hier noch Zwan Schmeljow erwähnt, der Schöpfer des nahezu vor zwei Jahrzehnten erschienenen und neuer. dings verfilmten Romans ,L> er Kellner"(S. Fsscher-Berlag. Berlin. 318 S.). Der Revolution hat Schmeljow m:r eni Werk ge- widmet:.Di« Sonne der Toten"(S. Fischer-Berlag, Berlin. 318 S.), wo er das langsam« Hinsiechen der von der Sowjetregie- rung noch der Krim geflüchteten Menschen, die dem Hunger und der Willkür ausgeliefert sind, ergreifend schildert. Unsere flüchtige Ueberstcht wollen wir mit Waxim Gorki schließen. Die Rolle Gorkis in der neuesten russischen Literatur wird erst vom künftigen Geschichtschreibor richtig eingeschätzt werden. Obgleich sein Schaffen auch in der Revolution meist aus die Vor- kriegszett zurückgreift, gestaltet er in seinen zuletzt erschienenen Werken(„M a t w es Koshemsaki n". zwei Bände, Malit- Verlag, Berlin,„2)as Werk der Artamonows", Malik- Vertag:„Wanderer in den Morgen". Ullstein-Der- lag: �Erlebnisse und Begegnungen", I. Ladyschnitoff- Verlag, Berlin)«in gewaltiges Menschonmaterial. das ungeheuer viel für das Verständnis des heutigen Rußlands und seiner eigen- artigen Wege beiträgt. Denn dieses riesige, kleinbürgerliche Ruß- land war nicht nur das Objekt der Revolution, es wirkt sich mehr und mehr auch als Subjekt der Revolution aus. Wera Friede. Anfragen, die schriftlich gestellt werden müssen. 51un ist es ein offenes Geheimnis, daß eni geschickter, von einer der beiden großen bürgerlichen Parteien bezah'ter Journalist diese Antworten abfaßt. Sinclair nennt diesen Souffleur des Präsidenten den»Sekretär des Sprechers". Ilm über die Meinung des Volkes immer informiert zu sein, hält sich dieser Sekrktär on ein kleines Manitürfräulein, das erst vor Demut vergeht, dem Staat«inen so ungeheuren Dienst erweisen zu dürfen, dann aber daraus kommt, daß es ein einträglicherer Beruf ist, als„Stimme des Volkes" zu figurieren, denn in einem Schön- heitssalon reichen Leuten die Nägel zu putzen. Es bleibt also bei diesem Geschäft, rnch als der Sekretär leine Stelle ausgibt, weil er in der Privatindustrie einen fetteren Posten gefunden, berät das Fräulein aus dem Schönheitssalon eben seinen Rachsolger. In einem amüsante», flott geschriebenen SRoinan, der keinen Anspruch auf literarischen Wert erhebt, entlarvt Sinclair die Zusammenhänge zwischen dem Weißen Hanse und der Rew-Porker Börse, zeigt er das Wesen der amerikanischen Präsiden tschaft auf. Sein Buch wird zur Erkenntnis der Korruption in der kapitalistischen Ge- sellschaft sicher manches beitragen. Und das ist ja auch feine einzige Absicht. FritzRosenseld. Miguel de Unamuno: Tante Tula. Roman. 104 Sellen. Meyer und Jessen Verlag, München. Es ist das hohe Lied auf die Familie. Dielleicht erscheint uns Norddeutschen diese religiös stindierte, romantische Well etwas fremd- artig, wir verstehen nicht, daß ein Mensch seine Persönlichkeit unter- drückt nicht im Dienste einer großen Idee, sondern für eine In- stittition, die heute kaum noch des„Schweißes der Edlen" wert er- scheint. Aber diese Tonte Tula, die nach dem Tode ihrer oerheirate- ten Schwester die Wirtschaft weiterführt, die Liebe ihres Schwagers ablehnt und allein für die Kinder lebt, ergreift, auch wenn der Leser eine andere Weltanschauung sein eigen nennt, sie ergreift, wie jeder Träger einer Idee, die er konsequent zu End« durchführt. Tante Tula schreitet unberührt durch das Leben, sie bleibt rein wie jeder Mensch, der nicht rechts noch sink» schaut und nur den einmal ge- wählten Weg ohne Wimperzucken weitergeht. Tante Tula gelobt ihrer Schwester, dafür zu sorgen, daß die Kinder keine Stiefmutter bekommen, sie würde aber selbst die Stiefmutter werden, wenn sie Ddn Ramiro, den Witwer, heiratete. Würde sie die eigenen Kinder nicht inniger lieben? Das Gelöbnis bindet sie, und sie ist derart konsequent, daß sie de» Mann, der sie liebt, zugrunde gehen ficht, ohne ihren Entschluß zu ändern. Doch ein anderes nicht eingeston- dene» Motiv spielt eine Rolle. Sie hat diesen Mann ftnmer geliebt und verzeiht es ihm nicht, daß er ehemals die Schwester vorzog. Sie selbst will nichts davon wissen, erst der Beichtvater erNört ihr diese Dinge, und Tonte Tula, die wie eine modernisierte heilige Theresa wirkt, kann fast als Repräsentantin des Strindbergschen Liebeshasses angesehen werden, trotz ihrer Güte und Reinheit. Unamuno schasst eine Gestall von unerhörter psychologischer Wahrheit, die beinahe wie ein Exempel für die Freudsche Psychoanalyse wirkt. Und in Unamuno lebt das starte, romantische Gefühl für die abgeklärte, künstlerische Form. Ein Thema, das von größter psychologischer Feinheit, das selbst in zitternder, nervöser Sprache nur schwer faß- bar ist, erhält hier eine kalte, monumentale Formulierung. Unamuno Udert mit der.unerschütterlichen Stimme des Chronisten, er läßt ie Tatsachen allein sprechen, er gibt keine Kommentare, der Leser muß sich das seelische Bild der Heldin formen. E» spricht hier ein Romancier, der dem Größten seines Landes, Cervantes, nahegerückt werden kann. Felix Ccherret. Lachend» Volk. Herausgegeben von W. E s ch b a ch und W. H o f m a n n. Arbeiterjugend-Berlag, Berlin. An Sammlungen deutschen Humors ist kein Mangel. Immer neue Bände kommen aus den Markt: und doch fehlte uns die Samm- lung, die unserem Anspruch an Humor genügt hätte. Berschie- denen Weltanschauungen entsprechen verschiedene Siuffossungen des Humors. Manches, was uns überlebt und abgeschmackt erscheint, schmeichelt dem bürgerlichen Geschmack: umgekehrt vermissen wir vieles, was wir lieben. In den lanoläusigen Sammlungen. Das Beste von Heinrich Heine, von Glaßbrenner, von Theodor Thomas wird man dort vergeblich suchen. Auch manch« Beiträge im„Wahren Jacob" verdienen, aufgehoben zu werden. So haben sich denn Walter Eschbach und Willi Hofmann ans Werk gemacht und ein Buch.Lachendes Boll" herausgegeben, das soeben im Arbeiterjugend-Berlag herausgekommen ist. Die Unterabteilungen heißen: Ironie und Tiefere Bedeutung— Witz, Kämps, Soziales — Ein bissiges Kapitel— Käuze und Galgenstricke— Kuriosa, Schnurren, Allotria— Luftige Märchen— Schelme und Narren— Goldener Bolkshumor— Gselchtes, Dialekte— Wahrhaftige Stücklein. Das Buch enthält außer Kopfleisten Illustrationen im Text und den Lc-utenspieler von Fron« Hals als Titelbild. Ein lustiges, emp- fehlenswertes Weihnachtsbuch. Hermann Hieber. IbTtiUl Arbeiterdichtung. Karl Bröger soll am Anfang stehen. Bon seinem„, Blühen den Hammer" ist eine neue Auflage im Arbeiterjugendverlag erschienen, ein Auszug aus seinen Gedichtbänden. Die Vorrede nennt ihn von allen Arbeiterdichtern Deutschlands die ernſteſte und mwahrste Stimme der Arbeit". Karl Bröger nimmt den Volksliedton, die mittelalterliche Legende wieder auf. Das ist durchaus nichts Beraltetes: Bröger hat den Geist unserer Zeit wie taum ein zweiter begriffen. Er hat das schöne Wort gefunden von der Maschine als ,, unserem stählernen Kameraden". Der Arbeiterjugendverlag müht sich überhaupt um die Arbeiterdichter. Was bisher bei anderen Verlegern herausgekommen ist, das foll allmählich hier als an einer Zentralstelle vereinigt werden. Lersch, Engelte und Mar Barthel legt er uns in den hübschen kleinen Bändchen, ungemein sauber gedruckt, vor. Stern und Amboß" heißt die Sammlung von Heinrich Cerschs Gedichten. Dieser Refsel schmied, der aus dem Krieg mit einer zerquetschten Lunge heim gefehrt ist, ist ein geradezu fanatischer Arbeiter gewesen. Dank dir, Schicksal, Dank dir! daß du in meine Hände einen Hammer gabst!" Wild und ungebändigt find seine Gedichte. Er scheut sich nicht, dieser herrliche Barbar, die prosaischen Dinge des Alltags in seine regel lof Berse zu zwängen. Etwa in feiner Rede aus der Zeit", wo er seinem Kinde zuruft: Ich will dich nicht, wie ich bin! Du wirst bas nicht, was Staat, Produktion, Konsum erwartet!" Dieser Mensch in Eisen" war für furze Zeit, ehe sie der Krieg auseinanderriß, befreundet mit Gerrit Engelfe. Von dem befizen wir nur wenig: ein einziges Gedichtbändchen, ein Tagebuch, Briefe. Unter dem Titel Gesang der Welt" ist das wichtigste daraus zusammengetragen worden. Gerrit Engelfe, der als einer der letzten Opfer des Strieges gefallen ist, war noch im Reifen. Ein Klassenfämpfer wie Bröger oder Barthel war er nicht, als ihn Richard Dehmel entdeckte, wohl aber einer, dem die Arbeit das große feelische Erlebnis murde. Er hat ein Lied der Kohlenhäuer" geschaffen, das als ein Sprachschöpferisches Wert anzusprechen ist. Dieses Lied der Masse mit feinem neuen Rhythmus und neuen Klang man möchte es musikalisch nennen ist wie der Grundstein der gesamten Sprech chordichtung. ADAD Ein Doppelbändchen ist Mar Barthel gewidmet, dem Jugendlichen, der dem ewigen Wanderburschen, der sich selber den Sohn der trunknen Ferne" genannt hat. lleberfluß des Herzens" heißt seine Lyrik. Bei ihm ist wohl die Lyrif am reinsten ausgeprägt. Seine Gedichte sind ein einziger Sehnsuchtsschrei Walter Schenk hat schon mit sechzehn Jahren gedichtet: seine ampfiugend erscheint in dritter Auflage. Es ist nicht alles Eigengewächs; noch schauen ihm zuweilen die großen Vorbilder über Die Schultern vor allem auch Barthel aber der gärende Most verspricht einen guten Wein. Da ist vor allem in Feierabend" jener tief religiöse Ton, der aus dem Herzen unserer Jugend tommt: Frei des Alltags, der heiligstes Sehnen des Glaubens in Hohn erstickt." Schenk ist noch etwas zu redselig; er muß knapper werden, gefammelter. Schließlich ist uns noch von Franz Offerroth eine Sammlung Bergbau und Bergarbeiterdichtung unserer Zeit geschenkt worden: ,, Inter Tag". Das beginnt bei dem Berginvaliden Heinrich Kämpchen, der schon in dem Streit von 1889 mitgefämpft hat, und geht über Otto Wohlgemuth, Gerrit Engelte und Baul Zech zu Kurt Kläber. Otto Hue, dem ,, wahren Florian Gener der Bergleute", ist dieses Bändchen gewidmet, das von der Welt unter Tage einen ganz anderen Begriff gibt als die alten frommen Bergiegen oder die romantischen Gedichte eines Körner und Novalis. Hermann Hieber. Kunstbücher. Zwei Klaffen von Kunstbüchern liegen vor uns: Theoretische Betrachtungen und Bilder, die als solche unmittelbar zu uns sprechen, Bilderbücher für Erwachsene. Die Genoffin Dr. Anna Siemfen behandelt das vielumftrittene Thema Politische Kunst und Kunstpolitit"( E. Laubsche Berlagsbuchhandlung, Berlin), Nicht im fompromisseinden Sinne, nicht mit der Empfehlung von lleber gangsformen", die man sich vom Bürgertum ausborgt, vielmehr mit der Forderung bewußter Pflege einer proletarischen Kunst. Kunstpolitif, das heißt nicht Bewilligung von Kunst- und Kulturetats, fondern Durchdringung unseres ganzen Lebens mit dem neuen sozia listischen und revolutionären Lebensgefühl, bis unser Leben und unsere Umgebung Ausdruck dafür geworden sind, daß wir ein neues Menschentum in einer neuen Gesellschaft erstreben." mittel für das Typische im Menschenleben, das uns im Zeitalter der Maffe einzig noch interessiert. Masereel ist der Schöpfer einer ganz neuen Darstellungskunst, die weit mehr ist als nur Illustration. die Ein sehr sympathischer Humorist wird uns durch den Verlag Adamson nennt. Auch er arbeitet fast ohne ein Wort Text Dr. Selle- Ensler nahgebracht, der Däne D. Jacobsson, der sich Berse, die Hans Reimann vorangeschickt hat, sind entbehrlich. Er ist der Bechvogel, dem alles daneben gerät, der hilflose Junggeselle, den die Tücke des Objekts" verfolgt Wir haben seit Wilhelm Busch feinen Zeichner mehr besessen, der mit so sparsamen Mitteln so lustig zu berichten verstand. Er schreibt Bilder- Grotesten von bezwingender Komit. Hermann Hieber. Jugendschriften. Im Verlag J. F. Schreiber, Eßlingen, ist eine Reihe neuer, sehr hübscher Bilderbücher erschienen, jo Jumbo", eine luftige Elefantengeschichte, Breis 2 Mt., Hans und Lieschen treiben Sport"( 2 Mt.), er fährt mit?", ein lustiges Verkehrsbilderbuch als Lokomotive ausgestanzt( 2 Mt.), Berse von Karl Rohr. Ferner ein allerliebstes Bilderbuch Etwas von den Wurzel findern" von Sibylle v. Olfers( gr. Ausgabe 3,20 m., kl. Aus gabe 1,60 mt.); das Märchen von den Sandmännlein". Text und Bilder von Kainradí( 3,20 Mt.). Auch neue Märchenbücher sind von obigem Verlag herausgegeben worden, so Firle fan3. der Puppen doktor von Egon H. Straßburger( 2,50 Mt.); Das lebende Krönlein und andere Märchen" von J. Prinage( 2,50 mt.). " " Zum Schluß erwähnen wir noch einige sehr wertvolle Beschäf tigungsmittel zur Bildung des Geistes, des Auges und der Hand, eine reichhaltige Sammlung von Lehrern und Künstlern herausgegeben, in der man zur Selbftanfertigung von allerlei Geschenken Anleitung findet( 30 Pf. bis 2,50 mt. je Heft); Bolts- und heimatkundliche Bauhefte"( Modellierbogen). Preis 1,80 mt.; Anleitung zum Zeich nen" für Elternhaus und Schule( 75 Bf.); Beschäftigungs- und Arbeitsbücher" zur Herstellung von Nistkästen, Futterstätten, Bogel, fäfig( 1,80 m. je Heft); Anleitung zum Bau freifliegender Flugzeugmodelle"( 1,40 mt.). " 21 Der Rudolf Mosse Buchverlag, Berlin, gibt ein völlig neuartiges Bilderbuch Bunte Luftballons( Breis 6,75 Mt.) heraus, mit schönen Bildern in fünstlerischer Ausführung von Lottie Gorn und mizigen Bersen von Ellinor. Der Preis ist allerdings für Arbeiterpublikum unerschwinglich. E. G. R. v. Ungern- Sternberg. Grundzüge der französischen Bollswifchaft 1918 bis 1927. E. Philipps Buchhandlung, Frankenstein i. Schl R. Wagner. Der Klassenkampf um den Menschen. E. Laub, Berlin. . G. Wells. Die Welt des William Cliffold. 2 Bände. B. Zsolnay, Wien. B. Wiegler. Wilhelm der Erfte. Avalun- Verlag, Hellerau bei Dresden. Das Memorandum des Reparationsagenten und die Antwort der Reichs regierung. R. Hobbing, Berlin. Sämtliche hier angezeigten und besprochenen Bücher find in der Buchhandlung 3. H. W. Die Nachf. Berlin SW. 68, Linden straße 2( Laden), erhältlich. Allen Lesern des„ Borwärts" bietet die altbekannte Firma Michael Beifer anläßlich des Weihnachtsfestes einen Ertrarabatt von 10 Bros. auf die fest ausgezeichneten, an sich schon niedrigen Preise. Ein Rauf bei dieser Firma ift sehr zu empfehlen, da es ihr größtes Prinzip ist, trog niedriger Breisa gute Qualitäten zu liefern. Außerdem wird jedem persönlichen Wunsch weit gehendst Rechnung getragen. Dian beachte daher das heutige Inferat." Beihnachtsgescheute, die nicht enttäuschen. Die Dame, die sichergehen mill, ihrem Gatten oder Eohn, ihrem Bräutigam oder Bruder zum Feste bestimmt keine Enttäuschung zu bereiten, sondern eitel Freude zu machen, möge daran denken, daß das große Herrenbekleidungshaus Bernward Leine weber mitten in der Altstadt am Köllnischen Fischmarkt 4-6 mit den hellerleuchteten Fensterreihen seiner vier Etagen dasteht wie ein kerzenschimmern der Weihnachsbaum, an dessen weit ausgestreckten Zweigen zahllose Geschenke hängen, die keinen Herrn enttäuschen tönnen. Bom modernen, in fich ge streiften oder farierten Popeline- Oberhemd und der Krawatte bis zum wolle nen oder seidenen Schlafanzug, von wollenen Pullovers, Lumberjads und Sportstrümpfen an bis zur flauschigen Hausjoppe, zum Kamelhaar- Schlafrod und zum feibenen Morgenanzug find dort alle Geschenke in unendlicher Mannig faltigkeit vorhanden, die auch, wenn fechs Stüd von jedem auf dem Weih nachtstische des Herrn zusammenkommen sollten, nur um so größeren Dank und um so hellere Weihnachtsfreude hervorrufen können! Man muß sich von Vorteilen Jelbst überzeugen! Papier ist geduldig! Wohl jeder fennt diefes alte Sprichwort. Bir lesen nicht täglich, sondern ftindlich Angebote jeder Art, oft fieht es aus, als follen wir jogar noch etwas gefchentt befommen. Namentlich die Angebote von Warentreditfirmen sinb außerordentlich gestiegen. Während solche Angebote vor zwei Jahrzehnten noch wesentlich feltener waren, trifft man fie heute infolge der Geldkalam.tät überall an. Aber auch unter den vielen Neugründungen im Warenkredit gewerbe kann man sagen:„ Biele sind berufen, aber Wenige find auserwählt!" Gerade mit dieser Branche muß die Leitung des Geschäftes, muß das Vera faufspersonal usw. eng verwachsen sein, wenn dem Runden diejenigen Borteile augeführt werden sollen, die er zu erhalten wünscht. Manche wissen 3. B. immer noch nicht, daß die Firma B. Feder eines der ältesten Berliner Rredithäuser ist und sich aus eigener Rraft zu feiner heutigen Leistungs fähigkeit und Größe emporgearbeitet hat. Es ist nur erklärlich, daß die großen Vorteile, die die Firma in ihrem zentralisierten Einkauf, in der Be fchäftigung nur bestgeschulten Personals, in allererster Linie ihrer Runda fchaft zugute tommen läßt. Erst hierdurch erhält der Sinnspruch: Und wenn einmal das Geld nicht reicht, tauft man bei Feder federleicht," volle Geltung.. Weihnachten steht vor der Tür und Weihnachtswünsche erfüllen, heißt Geld besigen! Hier hilft B. Feder Tausenden zur Beschaffung schöner Geschenke, Man befichtige ohne daß der Käufer drüidende Geldforgen verspiren muß. die Möbelzentrale: Brunnenstr. 1; die Ronfektionszentrale: Brunnenstr. 197 und die Filialen Frankfurter Allee 350, Rottbuffer Damm 105, Charlottenburg, Scharrenstr. 5. Besichtigung ohne jeden Raufzwang. Infolge des großen An dranges ist es zu empfehlen, die Einkäufe möglichst in den Bormittagsstunden zu tätigen. Am Sonntag von 14-18 Uhr geöffnet. Beachten Sie das heutige Inferat. Eins der schönsten Jugendbücher, bas mie jebes echte Kunstmert auch dem Erwachsenen volle Freude bereitet, ist der Wett lauf zwischen dem Igel und dem Hasen". Wilhelm Schröder hat die Geschichte echt volkstümlich auf plattdeutsch erzählt ( 1849). Der Verlag Wilhelm Langewiesche- Brandt in Ebenhausen gibt sie jetzt aufs neue heraus( Breis fart. 2,50 M.) mit der hochdeutschen Uebersehung daneben und stattet fie mit den eben fo volkstümlichen farbigen Bildern von Gustav Süß aus. Beisefügt volle Wirkung für das ganze Jahr erwartet. Man mag zum Geburtstag ober find Swinegels Reifeabenteuer von demselben Niederdeutschen Süß, die das Thema auf behaglich fleinbürgerliche Art fortspinnen. R. H. D. Neue Bücher. ( Besprechung der eingegangenen Bücher bleibt vorbehalten.) F. B. Baege. Charakterfehler unserer Kinder. Seffe u. Beder, Leipzig J. Bara. Gesellschaftslehre von Platon bis Friedrich Nietzsche. Quelle u. Meher, Leipzig. S. Bethge. Die Treulose. Universitas, Deutsche Verlags- A.- G., Berlin. Dr. M. Bierbaum. Das Konkordat in Kultur, Politik und Recht. Herder u. Co., Freiburg. Franz Blei. Frauen und Männer der Renaissance, Abalun- Berlag, Hellerau bei Dresden. 3. R. Bloch. Kurdische Nacht. Rotapfel- Berlag, Zürich, Beipzig. B. H. Bürgel. Du und das Weltall. Dürr u. Weber, Leipzig. J. Conrad. Sieg( Roman) Noftromo( Roman). S. Fischer, Berlin. Danneberg. Die politischen Parteien in Deutschösterreich. Wiener Bolfsbuchhandlung, Wien. V. Degenfeld- Schonburg. Geist und Wirtschaft. J. C. B. Mohr, Tübingen. . Driesch. Die sittliche Tat. E. Reftide, Leipzig. E. b. Düring. E. Stern. Jugendfürsorge. 2 Bände. F. Hirt, Breslau. Fr. Ebert. Kämpfe und Ziele. C. Reigner Verlag, Dresden. Dr. Susanne Engelmann. Die Krise der heutigen Mädchenerziehung. W. Spemann, Leipzig. G. Frenssen. Möwen und Mäuse. G. Grote, Berlin. K. v. Frisch. Aus dem Leben der Bienen. J. Springer, Berlin. Das Herrenhaus. P. Zsolnay, Wien. Galsworthy. Aneinander vorbei. V. Zsolnay. Wien. Göfta af Geyerstam. Das Sommerparadies. G. Westermann, Braun schweig. R. Goldschmidt. Die Lehre von der Vererbung. J. Springer, Berlin. St. Hamsun. Landstreicher. A. Langen, München. Die wichtigste Aufgabe am filbernen Sonntag ift bas tuhige und überlegte Einkaufen derjenigen Geschenke, von denen man eine nachhaltige und freud zu anderen Gelegenheiten viel wichtige und nigliche Gaben wählen. Weih Etwas, das nicht nur gut, nachten muß es etwas ganz Besonderes fein. sondern auch wunderschön und gemüterhebend ist. Siegt es da nicht nahe, bie himmlische Kunst: die Musit, die ja auch am weihevollen efte felbst zu uns am mächtigsten spricht, für alle Tage ins Heim zu bannen? Und bas tann in vollendeter und wirklich zu Herzen gehender Weise nur durch die von der Carl Lindström A.-G., Berlin ED. 36, hergestellten Mufitapparate geschehen, die unter den weltbekannten Marken Odeon, Parlophon und Columbia den Markt beherrschen. Sier find fie in bezug auf Technik und Aufmachung die begehrenswertesten Stilde, und es ist für den, der noch keinen Musitapparat befigt, einfach unfaßlich, welchen Glanz und welche Freude er feinem Seint zu gehen vermag. Die offiziellen Verkaufsstellen des Lindström- Ronzerns und alle befferen Fachgeschäfte der Phonobranche zeigen Ihnen herzlich gerne diese Odeon, Parlophon und Columbia- Apparate und namentlich auch die dazu gehörigen Elektrikplatten gleichen Fabritates, die an Tonreinheit und Nature treue der Wiedergabe unübertrefflich find. Möbelhaus Stein, feit über 20 Jahren durch gute Möbel belennt, er öffnete am 1. Dezember ein neues Geschäft Weinbergsweg 24, am Rosenthaler Tor. Hier sowohl wie in den Räumen Anflamer Str. 20, bie noch beibehalten werden, werden Qualitätsmöbel zu erstaunlich geringen Breifen gezeigt. Sm den neuen größeren Fäumen wird jedermann bestimmt das finden, was feinent Wunsche entspricht. Zahlungserleichterung ermöglicht den Ankauf eines jeden Stüdes. Linbear- Fahrrabwerf Attiengesellschaft bas Unternehmen ber GemertSchaften Berlin- Lichtenrade, Berlängerte Bittoriastraße, hält den Berkauf von Fahrrädern werktags von 9-17% Uhr, Sonnabends von 9-13 Uhr offen. Ein intereffantes Mobealbum in elegantem Tiefbrud, mit mehrfarbigen Modebildern, erscheint jest regelmäßig bei der Firma Wertheim. Das Album gibt einen guten Ueberblid über die bestehende Damen und Kinderkleidung, zu der zum größten Teil Schnittmuster für die Selbftanfertigung nach einer Yeicht faßlichen Methode zu haben sind. Ferner enthält das Album belle. triftische Beiträge bekannter Autoren. Die foeben erschienene Weihnachts nummer bringt eine Novelle von Selma Lagerlöf und ein hübsches Weihnachtslied. Das Album ist zum Preise von 30 Bf. in allen vier Geschäften der Firma Wertheim erhältlich oder wird nach Einsendung von 45 Pf. Toften Los zugesandt. Was soll ich zu Weihnachten schenken? Die Firma Belmonte a. Co., Leip ziger Str. 97, und Rönigftr. 30, bringt in ihrem heutigen illuftrierten Inferat eine Fille brauchbarer Geschenkartikel in Uhren, Jumelen, Gold- und Silber waren, so daß sich auch für den Minderbemittelten Gelegenheit bietet, fich einen Gegenstand von bleibendem Wert zu erstehen. Schöne Tafelbeftede aum Beispiel, der Stolz jeder Hausfrau, folten in feinem gediegenen Haushalt weil man nicht gleich einen ganzen Silberkaften zu laufen braucht, sondern die Gegenstände nach und nach beziehen kann. Bor dem Weihnachtseinlauf follte man sich unbedingt die entzückenden Auslagen der Firma ansehen. G. Hennig. Erzählstücke. Bustiges und Ernstes. Thüringer Berlagsanstalt, fehlen. Jeder sollte sich einen Gilberschat zulegen, was um so leichter iſt, Jena. Mit Formproblemen beschäftigen sich die Broschüren von Adolf Behne, die beide im Arbeiterjugend- Berlag erschienen sind:„ Die Ueberfahrt am Schreckenstein" und von Kunst zur Gestaltung". Beide ergänzen sich insofern, als die eine die allgemeinen Kunstgeseße an einem allgemein bekannten Bilde von Ludwig Richter aufzeigt, eine Art Elementarlehre der Malerei gibt, während die andere eine funstgeschichtliche Entwicklungslinie zeichnet. Seffe. Die Nürnberger Reise. S. Fischer, Berlin. Dom Mittelalter bis zur Gegenwart, um zu beweisen, wie die Farbe, J. V. Jensen. Verwandlung der Tiere. S. Fischer, Berlin. Die stets vom Gegenstand unterworfen und ausgebeutet wurde, fich heute auf ihren eigenen Wert besinnt, den Ausbeuter abschüttelt und felber die Herrschaft in der Malerei antritt. Der Expressionismus ist so recht eigentlich der Ausdruck des befreiten Proletariats. Das bei J. H. W. Dietz erschienene Büchlein von John Schifowski: unstschaffen und Kunsterleben" will die moderne Kunst im Gegensatz zu dem Naturalismus als zu einer bürgerlichen Weltanschauung betrachtet wiffen. Es iſt hohe Zeit, daß mir aufhören, Gemälde und Plastifen immer nur mit Photographen augen zu beurteilen. -B. Kaestner. Kraft und Geist unserer deutschen Volksschule. W. Spemann, Leipzig. Dr. W. Kastel. Der Affordlohn. J. Springer, Berlin. Kürschners Jahrbuch 1928. Kalender, Welt- und Zeitspiegel. 26. Jahr. gang. H. Hillger, Berlin. Fürst Lichnowsky. Auf dem Wege zum Abgrund. 2 Bände. C. Reißner, Dresden. R. Liefmann. Die Unternehmungsformen. E. H. Moris, Stuttgart. F. Malsch. Geschichte der Mathematit. Quelle u. Meyer, Leipzig. F. Masereel. Die Idee.( Ein Bilderroman.) K. Wolff, München. F. Meinede. Geschichte des deutsch- englischen Bündnisproblems. 1890 bis 1901. R. Oldenbourg, München. A. Messer. Einführung in die Psychologie und die psychologischen Rich tungen der Gegenwart. F. Meiner, Leipzig. G. Baish. Der Weg zur wirtschaftlichen Gesundung der Welt. R. Hobbing, Berlin. J. Reide. Das junge Mädchen. R. Mosse, Berlin. An Bilderbüchern legt uns der Baul- List- Berlag in Leipzig einen neuen Band feiner monumentalen Daumier Ausgabe vor, und zwar Daumier und die Ehe". Das sind wiederum, wie bei den früheren Bänden Daumier und die Politik"," Daumier und der Krieg" und„ Daumier und das Theater" mustergültig reproduzierte. Neumann. Rebellen( Roman). Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart. große Steinzeichnungen für billiges Geld. Ueber Daumiers Bedeu A. Baquet. Städte, Landschaften und ewige Bewegung. Deutsche Dichtertung als unerreichter Karikaturist und geistvollster GesellschaftsGedächtnisstiftung, Samburg, Groß- Borstel. fritifer braucht wohl tein Wort mehr verloren zu werden. Im Furche- Verlag, Berlin, ist eine sehr empfehlenswerte, von Cuise Diel verfaßte Einführung in das Lebenswert der Käthe Kollmiz" herausgekommen unter dem Titel ,, Ein Rufertönt". Bon innen Icuchtet das heilige Feuer: Menschenliebe. Seine Strahlen in allen Augen auflodern zu lassen, möchte dies Büchlein Mittler sein." Frans Masereel, der flämische Graphiter, hat in diesem Jahre wieder einen seiner Bilderromane" bei Kurt Wolff in Leipzig heraus. gebracht: Die Idee". Wir leben in den Tagen des Films, der Illustration. Das Bild siegt über die Literatur, die die Kunst so lange bevormundet hatte. Der Holzschnitt ist vollendetes AusdrucksKRZ Roda Roda. Die Streiche des Junkers Marius. J. Engelhorns Nachf., Stuttgart. J. Roth. Die Flucht ohne Ende. K. Wolff, München. C. Schmidt. Die Diktatur. Dunder u. Humblot, München. W. Schweisheimer. Die Liebe nur eine Krankheit? Knorr n. Sirth, München. C. Slawht. Der Mikrokosmos nach neueren physikalischen Forschungen. Quelle u. Meyer, Leipzig. Dr. Thümmel, Das neue Strafgesetzbuch und die Religionsbergehen. J. C. B. Mohr, Tübingen. a. ulig. Der Bastard. Ulstein, Berlin. Das größte und mit bas älteste Ronfettionshaus Berlins begann ant 6. Dezember in feinem Sause Oranienstraße einen Totalausverlauf, ber w'r Tich, wie die Firma in ihrer Anzeige schrieb, ein Ereignis für Berlin geworden ift. Wenn Maaßen etwas anfündigt, ist man von jeher gewohnt, wirklich etwas Außergewöhnliches zu finden, doch wurden diesmal alle Erwartungen noch übertroffen. Solche Ware zu solchen Preisen mußte wirklich die gesamte Frauenwelt dazu verführen, sich jest einzubeden, felbft wenn augenblidlich noch kein Bedarf vorlag. Daraus ift es auch zu erklären, daß alles gefragt und gekauft wurde: Commermäntel und Wintermäntel, Sommerkleider und Winterkleider, leichte und warme Blusen, Stridjaden und was sonst bie riesenhafte Auswahl an Berlodendem bot. Der Andrang war ungeheuer, und die Berkäuferinnen tonnten taum allen Wünschen der Raufluftigen gerecht werden. Die großen Warenvorräte geben zu der berechtigten Hoffnung An Taß, daß nicht, wie sonst bei Ausverkäufen, am ersten Tage die Rorinthen aus dem Auchen find, sondern daß auch weiterhin für jeden Geschmack, jedes Portemonnaie und jeden Wunsch gesorgt ist. Auf den Weihnachtstisch Tanz und Abend 15Anzug Hoff Koch: Seeland Gertraudrenstr.20/ 21 gegenüb. Pelrkirche DEM KENNER SCHENKT MAN NUR Edel- Cigarette Preußengold PHANOMEN 53