» ffilirf in öle �hücherwelt Wirffchastscheorie und WirffchastSpvM. Aeuerscheinuugeu der Wirischastsliteraiur. Ünt« den naiionalöüonomischen Schritten, die in den letzten Monaten erschienen sind, ragt himincllzoch ein Werk hervor, das uns die klassische Periode des Soziasismus wieder in lebendige Nähe rückt und das im Wirts chaiftstsit des �Vorwärts" bereits eingehend besprochen wurde: Die Dolksousgabe des zweiten Bandes des .Lopttal" non Karl Marx, von Karl Kcmtsty unter Mitwirkung von Benedikt Äautskq im Derlag I. H. W. Dietz Nachf., Berkin, her. ausgcaebeu. Bon den Fragen, die der zwaite Band des.Lapital" behandelt, ist die � umstrittenste, auch innerhalb des sozialistischen Kagers, die Frage, ob die kapitalistische Wirtschast imstande ist, alle von ihr erzeugten Waren abzusetzen. Schwierigkeiten könnten dadurch entstehen, daß die kapitalistische Wirtschaft durch den Stachel der Konkurrenz angetrieben wird, ihre Produktion immer mehr zu steigern, ohne daß es ihr gelingt, auch den Absatzmarkt entsprechend zu erweitern. Tatsächlich behauptete Rosa Luxemburg, im Gegensatz zum zweiten Band des„Kapital", daß die Waren, die durch die Er. Weiterung der Produktion entstehen, innerhalb der kapitalistischen Sphäre grundsätzlich nicht abgesetzt werden könnten. Nur außerhalb dieser Sphäre könne für sie Absatz gefunden werden, d. h. vornehmlich in den vorkapitalistischen Gebieten. Sind aber einmal all« vorkapi. Mliftilchen Gebiets durch die.Kolomsarionstätigkeit der kapitalistischen Möchte verschwunden, dann müsse der Kapitalismus an semer Un- töhigkeit, das Absatzproblem innerhalb seiner eigenen Sphäre zu lösen, zusammenbrechen. Diese Zusammenbruchscheorie, zur Zeit ihrer Entstehung mm allen übrigen marxistischen Theoretikern heftig bekämpft, erlebt« kürzlich ihre Wiederauserstehung in einem Werk von Fritz Stern- Rerg„Der Imperialismus"(Malit-BeAag, Berlins Daß Gternberg die Theorie Nasa Luxemburgs durch«n« eigene Bsvölke» riingsr Henris, die sich stark an die bekonnten Theorien Oppenheimers anlehnt, zu stützen sucht, ist unwesentlich: denn diese Theorie verstärkt die Posiüon der Zusammenbrucksthesrie nicht, sondern verschlechtert sie nur durch die offensichtliche Fehlerhaftigkeit. Wesentlicher ist. daß Stern borg die Konsequenzen der.fsusammenbruchstheorie noch deutlicher ausmalt als sstosa Luxemburg. Cr beweist ober damit nicht nur, daß die Zusamineiibnichstheorie aus falschen theoretischen Grund- lagen beruht, sondern auch, zu wie gefährlichen, pessimistischen, die Aktivität der sozialistischen Beweginrg lähn�-ndenKonsequenzen sie führt. Es'st die feste theoretisch« Ueberzeugung de» Marxismus, daß der Kapüalisnms nickt durch einen ökonomischen Zusammenbruch sein Ende finden wird, sondern daß der Ausstieg der Arbeiterklasse im Verriu mit dem Konzentrationsprozeß die Umwälzung erzwingen wird. Eine n«e Stütze findet diese Theorie in dem letzt«, Werk des großen Wirtschaftshiswnker« Werner Sombari. da» als dritter Band -ernes großangelegten wirtfchasssbsstvrischen Werk««„Der modern« Kapualtsmus" untor dem Titel„Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des chochkapitalismu«* fBerlaa Duncker«. Äumblöt, München) erschienen ist. Wir haben m diesem Werk die erste zusammensassend« Darstellung der Periode des chochkapitalis- mus vor uns. die sich allmäblich ihrem Ende zuneigt. Das Werk ist für uns bedeutungsvoll m'cht nur wegen der Füll« des historischen und statistischen Material-, dos es uns über die Entwicklung und über die Triebträft« des chvchlapüalisnms bietet. Es erweckt nicht nur deshalb unser stärkstes Interesse, weil Sombart darin Marx und dem Marxismus trotz oller prinzipiellen Gegnerschaft sein« höchst« Anerkennung, ja Bewunderung zollt. Entscheidend für uns sind vor allem die entwicklungstheoretischen Konsequenzen, die Som- bort aus seinen historisch-theoretischen Untersuchungen zieht. Sombart bekennt sich nicht zum Sozialismus, er gehört im Gegenteil als Romantiker, der allen Industrialismus, alle Fortichritt« in der Rationalisierung der Wirtschaft als Entpersönlichung und Ent- seelimg verurteilt, zu seinen schärfsten Gegnern. Dennach kam, er sich als gewissenhafter Forscher der Erkemitnis nicht entziehen, daß die Zickunft dem Sozialismus gehört. Eben jener stetig fortschreitende Rationa'isserungsprozeß im De rem mit der wachsenden Macht der Arbeiterschaft'ist es, der nach Sombart die Ausdehnung der Ge- meinwirsschaft auf ftmner weftere Bezirke des Wirtschaftslebens er- zwingen wird. Daß sich daneben noch Reste kapitalistischer Wirtschaft neben der handwerklichen und bäuerlichen Wirtschost erhalten werden, mag Sombart für eine gewisse Uebergangsperiad« gern zugestanden werden. Belehrt uns Sombart in großen Zügen theoretisch-hsstorssch über den Konzentrationsprozeß und seine Wirkungen, so führt uns ein« Schrift von Paul llfermaua„Der deutsche Stahltrust" sDerlogsgesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Berlin) mitten in die Praxi» des Konzcntrntionsprozesses hinein. Am Beispiel der Entstehung, Ausdehnung und Bedeutung des gewaltigst«, deutschen Trustaebildes, des Stahlvereins, wird uns hier das Wirken und das unaulhaltlam« Fortschreiten der Konzentration der Wirt. schaft lebendig veranschaulicht, jenes Prozesses, der zu einer immer strafieren Orgcmssation der Wirtschaft, aber auch zu einer immer monopolistischeren Beherrschung des ganzen Wirtschaftsleben« durch ein« chandvoll Kapitalisten führen nmß. soweit es der arbeitenden Bevölkerung nicht gelingt, an die Stelle der prioatwirtschafllichen Kontrolle der Wirtschaftsorganisation die gesellschaftliche Kontrolle ZU setzen. In seinem Werk über den chochkapitalismus meist Sombart nach. wie die steigende Produktivität der Arbeit nicht nur ein« Steigerung de« Profits ermöglicht, sondern auch dank der fortschreitenden ge- werkichoftlichen Organisierung der Arbeiter ein stetes Anwachsen des Reallohnes. Wir wissen' aber, und den Beweis hat uns vor allem die jüngste Emwickluna des amerikanischen WirtschafLebcns erbracht, daß der Zusammenhang auch umgekehrt sein kann: steft gend« Löhne, die von den Gewerkschaften erkämpft werden, erzwingen eine stärkere Rationalisierung der Produktion und damit steigende Produktivität der Arbeit. Den gewerkschaftlichen Theoretikern sind diese Zujammenhänge seit langem vertraut. Daß sich diese Erkenntnis aber auch über ihren Kreis allmählich durchringt, beweist eine jüngst erschienene Schrift von Karl Massar„Die volkswirtschaftliche Funktion hoher Löhne" lcheidelberger Derlagsanstalt und Druckerei). In dieser Schrift, die sich streng auf dem Boden exakter wissenschaftlicher Forschungswethoden bewegt, räumt Massar mft den üblichen, zum Teil wider besseres Wissen verbreiteten Vorurteilen über die volkswirtschaftlich ungünstigen Wirkungen hoher Löhn« auf und weist nach, daß dos Gegenteil richtig ist: die wichtigste Wirkung der Lohnsteigerungen besteht in dem oben erwähnten Anreiz ju weitestgehender Rationalisierung des Mrsschaftsprozesses und damit höchstmöglicher Steigerung des Wirtschaftsertrages. In dem theoretischen Streit innerhalb des Marxismus, der sich am zweiten Band des„Kapital" entzündete, spielt da» Konjunktur- Problem die wichtigste Rolle. Wer auch weit über die Reih«, des Marxispurs hinaus gehört das Konjunkwrproblem zu den um- strittensten Fragen der Wirtschaststheorie. Es ist dies um fo schwer- wiegender, als ja die Konjunktureifcheinungen heute das stärkste Interesse aller Wirtschaftskreise beanspruchen und im Mittelpunkt der wirtschaftspowlschen Bestrebungen stehen. Ein Bild der trostlosen Zerklüftung, die auf diesem Gebiete der Wirsschaftsiheorie herrscht. bittet uns eine überaus instruktive Schrift von kort Zimmermaun ..DasKonjunkturproblem inderneueren national- ökonomischen Theorie"(Verlag ch. Meyer, chalberftadt). In systematischer Darstellung zählt Zimmermann die wichtigsten der heute herrschenden Konjunkturtheorien auf. Und wenn er sich auch «ine» eigenen Urteils in dem Streit der Lehrmeinungen enthält, so führt er uns doch deutlich genug vor Augen, wie hilflos lcke moderne Wirts choftztheorie noch immer einem der wichttgsten Probleme de« kapitalistischen Wirtschaftslebens gegenübersteht. Immerhin, wenn auch über die Ursachen der Konsunktumschei- nungen keine einhellige Auffassung besteht, so hat die Forschung über den Wlauf der Konjunkturerfchemungen selbst, die Diagnose und Prognose der Konstmktursnmptome, doch schon beachtliche und Ziemlich allgemein anerkannte Fortschritte erzielt. Einen Einblick in diese mehr praktisch orientierte Arbeit der Konfun kft Erforschung und ihr« wich- i-gsteu Ergebnisse gewährt uns«in kleines Sckri'ftchen von Ernst Wagemann, dem Präsidenten des Statistischen Reichsamts und Di. rektors des Instituts für Konjunkturforschung:„Kreislauf und Konjunktur der Wirtschaft"(Devag Quelle u. Meyer, Leipzig). Das Schristchen Wagemanns ist auch für das Studium der gegenwärtigen Zionjunktur Verhältnisse der deutschen Wirtschaft von großer Bedeutung. Zum Schluß sei noch auf zwei Schriften hingewiesen, die für unsere praktische wirtschaftspotiiiiche Arbeit groß« Bedollmg besitzen. Beide Schriften befassen sich mft Fragen ver Handelspolitik. Die eine Schrift„Die ökonomische Begründung der Freihandelspoliiik" von Wilhelm Ricker(Berlaa Girs- berger u. Co., Zürich) ist streng theoretisch geHall«, und führt, dogmen- historisch fortschreitend, den überzeugenden Nachweis, daß der Stand- punkt der Freihonöelztbeoretiker— mit der bekannten Einschränkung der Anerkennung der Berechtigung reiner Erziehungszölle— nach mie vor als der einzige volkswirtschaftlich richtige anerkannt werden muß. Indem Bicker die wichtigsten Argumente der Freihandels- theor etiler nochmals zilsammenfaßt, liefert sein« Schrift unserer so- zialiftischen Handelspolitik wichtige Waffen, die auch im Tages- kämpf zu brauchen sind. Die zwefte handelspokitische Schrift„Reue Weltwirt- schaft" von Arthur Fetler(Verlag der Frankfurter Societäts. druckerei) interessiert uns vor allem deshalb, weil sie den Wortlaut der Entschließungen enthält, die auf der Genfer Weltwirtschaftskonfe- renz angenommen wurden. Dem Resolutionstext geht eine zustim- mende Einleitung von Feiler voraus, die ursprünglich als Artikel- serie in der Frankfurter Zeitung erschienen war. Wie weit die Ent- schließungen der Weftwirtschaftskonserenz sich in der Handelspolitik der europäischen Länder, an deren Adresse sie vor allem gerichtet sind, auswirken werden, steht noch dahin. Auf jeden Fall ober be- deuten sie für uns mehr als ein Stuck Papier. Sie stellen für uns den dokumentarischen Beweis für die Richtrgkeft und Notwendigkeit der von unserer Partei mit so viel Energie, aber leider dank der kurz- sichtigen Interessenpolttik der bürgerlichen Parteien mit so wenig Erfolg betriebenen Handelspolitik dar. Deshalb und wegen der wert- vollen Argumente, die die Genfer Resolutionen für den Abbau der Schutzzollmauern ins Feld führen, ist die Lektüre dieser Schrift für jeden sozialistischen Wirtschaftspolftiker von großer Bedeutung. Dr. Alfred Brounthol. ~1 Beilage des Vorwärts Romane und Novellen. Reue Schickele: Blick auf die Vogefen. Verlag Kurt Wölfs. München 1927. 504 S. Preis geb. 8 Mk. Rene Schicke!«, Essässer von Geburt und Geblüt, kommt vom Schicksal dieser Herkunft auch als Schreibender niemals ganz los: stets trug so gut wie alles, was von ihm stammte, mehr oder weniger den Stempel des essässischen Zwischenreichs, heute nun gar, nachdem die grelle Kriegslohe die deutsch-sranzösische Verständigung als schlechthin dringlichste Notwendigkeit Europas erkenneu ließ —«n Problem also ausstellte, dessen innerster Kern das Elsaß ist— heute gruppiert sich Schüfet ts ganze Produktion um dieses politische Zentrum, ohne übrigens deshalb, und das ist das Ueberroschende und sehr Erfreuliche darack, an dichterischer Qualität irgendwie vertoreu zu haben. Seine Romantrllogie„Ein Erb« amRhein", von der er jetzt mft dem„Blick auf die Bogesen" den zweiten Band vorlegt, ist«igent- lich mir eine einzige große Abwandlimg des alten elsassischen Leit- motivs: zwischen zwei Nationen zu stehen, beiden verwandt, beiden frenftz. an ihrer Feindschaft namenlos leidend, dennoch genötigt, an ihrer Freuichschaft zu zweiseln. Während der erste Band—..Maria Eapponi"— breit ausgelagert, die Vorgeschichte seines Helden, Maus von Breuschheim gab. dessen Familie gleichzeitig in Deutsch- mich und in Frankreich wurzett. nach England und Italien Aeste chnubersendtt, ober im Elsaß ihren Stamm hat, führt der zweite Bmch mitten in die Gegenwart: Breuschhsim ist in die soeben erst wieder svanzösisch gewordene Heimat zurückgekehrt. Sein allmähliches Hineemoachlfeu mm in sie. in die Stimnmnq dieses völlig einzig- artig«, Lande», die innere Zerrissenheit der Zurückeroberten, tnc Worms aus überrascher Bsgeisteruna und übereilter Emtöiischirng, aus gutem Willen und gekränkter Eigenliebe, zu dem die oft rechr unglückseligen Methoden de? Eroberer das ihrige beitragen— dies feefische Durcheinander und Breuschheims Kampf mft ihm ist der wesentlichste Inhalt von„Blick auf die Dogesen". Breuschheiu, über- wmdtt es schließlich, klarmigig, kaltblütig, instinktsicher wie vr isi. lMLicher als fein Stiefbruder Ernst, der sich, alle Halbheit hassend. «»st bemüht hatte, als Korpsstudent und Äörafsicroffizicr ein ganzer Deutscher zu sein und nun, nach dem Kriegs, ein ebenso vollkonunener Frenz che zu werden strebt; es glückt ihm nicht; der fruchtlose Kampf gegen fein Elfässertum(das eben darin besteht, keiner der beiden Ratwnen ganz angehören zu können) höhlt ihn innerlich ans. ver- zehrt ihn, bis er durch eigen« Hand rälli.— Im Hintergrund der Handlung und dennoch durchdringend belichtet ober wenden, in leichter Maskierung, die eigenttich bewegenden Figuren dieser Jahre sichtbar: Poincarö, Stinnes und die Machchaber der deutschen, fron- zo fischen und«lsösssschen Industrie, und der Lärm, der sich um Ruhrokkupation. Inflation und Dawes-Wkommen erhob, klingt auch in den Roman hinein. Das ganze Buch, die ganze Trilogie aber ist, gemessen an dem. wo» heute auf Deutsch überhaupt geschrieben wird, eine Gipfelleistung an sprachlichem Feingefühl und cm Ausdruckspräzision. Di« volle Schwer« der Zeftproblematif lost Schicket« höchst glücklich in leichten, luftigen, fast beflügelten Sätzen auf, ohne sie aber deshalb m, min- besten zu vertetchssertigen— eine staunenswerte und nahezu wunderbare Sesstung. Werner Richter. P«N Zlfferer: Der Sprung ins Ungewisse. S. Fischer Vertag. Berlin. ZOü Seiten, Preis geb. 6,50 M. Ein Ausschnitt aus dem Leben eines jungen Oesterreichers, der. «ingeengt durch die engsten Schranken, die' auch der körperlichen Bewegungsfreiheit der österreichischen Friede rn-deb-gutirm gezogen waren, schließlich den„Sprung ins Ungewisse" jenseits der be- engenden und doch Sicherheft verbürgenden Grenzen mach. Er komuft in die scheckig« Well der Nachkriegstage, in.denen all« Be- griff« sonderbar gewandelte Inhalte haben. Was Liebosleidenschast erschien, sst geschäftlicher Kamps, die schönste Frau ist nur begehrt als Eiglnerin großer Pttroleumfolder, der kühnst« Troubadour wandelt sich m den gerisseusten Spekulanten, die Karriere des„bei sm?" wächst ins Gigantische, und inmitten dieser misgewechsetteu Welt steht der durch seinen Schritt allenthalben entwurzefte, noch sentimentbeschwertc Mensch. Er wird zum Bertrauten, geschätzt und verworfen, wie es die Laune der Stunde ergibt, errinch der schönsten Frau höchstes Vertrauen und verliert sich zu zwei vitalen an den Tatmenschen, der die Gesiebt« ohne die Gewünschten Pttroleumfekder doch keine Minute mmverben würde. Doch nimmt er feine Niederlage ohne Schmerz und Demütigung, voll der Erkenntnis, daß es besser ist, in dieser Welt zu den Besiegten als zu den Siegern zu gehören.— Au dem Besten des Buches gehört die Schilderimg des Einzugs der Sieger in Paris, der nichts von dem hohlen Triumph blankgeputzter„gloire" hat. Zwischen sonderbaren Meufchen und seltsamem Erleben fpiell das Buch, und manche feiner Figuren erscheint blutvoller, als man es im Durchfchmttsroman gttvohnt sst. Rose Ewald. Georg Hermann: Tränen um Mode st a Zamboni. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1928. Preis geb. 6,50 M. Georg Hermann, der Dichter der schönen Biedermeiergestalt „Itttch«, Gebert", hat einen reizvoll komponierten Roman„Tränen um Modesta Zamboni" geschrieben. Wirklichkeit, Hoffnungen und Wünsche verdichien sich zu Bildern eines Wachtraums, der über die Alpen in das Traumland Italien führt. Da Georg Hermann aber auch über Tränen nicht die Wirt- klchkeft oergißt, hat er auch hier, genau wie er in„Iettchen Gebert" weil jeder Schu Wir haben nur die 6 Preislagen: i2P iSF i8F Qir 24-». GG�MWA�WG yVt�HflpC �0111*0*� UC» aOW�diWCT�i' ILVJ l UC' i!��5» Wir heutige Aalien mit seinen politischen Sonderherten in dos Traum- oiuck des kunstbeflissenen Italiensah rerz breite Schollen werfen lassen. Darum ist hier Italien nicht mehr nur das Land, das dem Kunstästheten den Himmel öffnet, sondern es ist auch zugleich das faschistische Mussolinien, das die schöne Sozialistin Modesta aus sehr peinliche Art von Schworzhemden beobachten läßt. Bei der Schilderung des allen Landhauses der italienischen Patrizierfamilie, der Modesta entstammt, zeigt Georg Hermann eine einfühlende Liebe zur alten Wohnkultur. Er enlloickell dabei die liebenswürdige Gab«, alt«, schön« Dinge von den Menschen erzählen zu lassen, die sie einst umgaben. Und ebenso bekommen auch die Bau- und Kunstdenk- mäler Oberitaliens in der dichterischen Darstellung Georg Hermanns den Zauber unmittelbar erlebter Nähe. Esther Wangenheim. Oskar wöhrle: Der Daldamus und seine Streiche. Verlag Bücherkreis, Berlin. 237 Seiten. Preis nur für Mitglieder geb. 3 M. In diesen Wanderjahren und Streichen des Baldamus gibt Wöhrle die Geschichte eines jungen, unruhigen Herzens. Jung und alt wird an diesem Buche Freud« finden. Denn es erzählt von Abenteuern und Taten, von wilden und schmerzvollen Wanderfahrten und Erlebnissen. Aber hinter allem steht die groß«, heiße Sehnsucht einer Jugend, die die ganze Welt zu Ende gehen will, um Liebe zu sirtden. Nicht das Liebeserlebnis: auch dem begegnet der Balda- nnis einmal, glaubt, daß es Erfüllung bedeute. Er wird enttäuscht und stürzt sich wisder in den Strubel der Erlebnisse, des Bergestens und der neuen Hoffnung. Wer im Grunde sucht er gar nicht als letztes dies« Lieb« zwischen Man« und Weib. Er sucht Lieb«, die Erkennen heißt. Erkennen des Menschen, Verstehen, Hofsen, Glauben zum anderen. In der etwas rauhen Lust des heimischen Hauses, in dem der Aater regiert und Musterkivder erziehen will, um die ihn die Nach. barn beneiden, wird fi« dem Baldamus nicht, wenigstens«icht st, dem Maße, wie«r ste ersehnt. Auch in dem Lehrerseminar hat diese Liebe keinen Heimatschein. So g�ht der Baldamus in die Welt. Er macht Schulden, lernt sogar das Stehlen, wenn es der Hunger oder eine ander« leiblich« Notwendigkest befiehlt. Aus der Land. straße wild er Weggenosse und Gefährte von Taugenichtsen und Sonnenbriidenl. Aber er verschwistert sich nie mit ihnen, selbst dann nicht, wenn er in dieser Kollegenschast einer der Wildesten scheint. Doch der Strudel kann ihn nicht aufsaugen. Denn über ihm steht rettend seine große, unnennbare Sehnsucht, die ihn fort und empor zieht. Das querköpfig« und wild« Blut der Schwarzwälder Balda- muffe, das in diesem« durch seinen Vater nach dem Gksaß verschlogenen. besonders heiß und in tollen Blasen kocht, treibt chn in Leid und Wirrnis: aber nicht ins Verderben. Er durchwandert Frankreich uitd Itallen, besährt al« Kohlentrimmer das Millelmeer, dient in der Fremdenlegion in Nordafrika. Das letzte Erlebnis in dieser Kette und die schwerste seiner Piagen ist sein« preußisch« Rekrutenzeit. Er übersteht auch diese, wenn schon nicht ohne körperlich« Schäden. Wer dann fährt er heim. Spürt zum erstenmal die tiefe, glückvoll« Seligkeit des„Heimkoinmens", zum erstenmal aber auch die Ber- heißiing dieser Erkenntnis: Du selber kannst die Welt schaffen, kannst sie formen und bessern. Was st« dir bisher zeigt«, waren ihre Mängel, doch auch ihre Möglichkellen. Tu das Deine, die einen zu beseitigen— die anderen zu nutzen. T. E. Schulz, hau» Ilatonek: Schminke und Alltag. Verlag F. Krick. Leipzig. Ein Wissender, ein Könner,«in Künstler hält eima« der vorüberhuschenden Gestallen, di« ihm auf den Wegen des Leben» begegnen, einen Augenblick lang auf, unmerklich fast, steht ihnen über Schein und Schmink« hinweg tief in Auge und Herz, er» fühlend, erlebend, klopft ihnen aus die Schuller, verständmsiimig, dabei leicht ironisch: Sie wurden soeben durchleuchtet, mein« Herr- ichasten, Ihr Röntgenbild liegt über Wunsch zu Ihrer Einstcht aufl Ein Angler am reißenden Wellenstrom, kennt der Erzähler das Lächeln und die Wunden des Lebens, kommt ihnen mit kundiger Hand und zartem Griff nah, obgleich er die Masken lüjtet und die Fratze bloßlegt. In diesem Buch stehen lebendige Geschichten, die zum Nachdenken reizen:.Chaplins Wallfahrt, des berühmten Charlie Entzauberung ins Zauberhaft«: ,,5fnny soupiert", eines glasschiuckenden Artisten Entwicklung vom Kinde, das dem Tod ein Schnippchen schlägt, zum Mann«, der über das Leben siegt: „Marionetten", eines alten Puppenspielers Höllenfahrt und Flucht. Virtuosen des Erfolg» und Birtuostnnen der Liebe werden ihrer Künste entkleidet, ihrer Schmink« enthüllt, sind nur noch nackt««nd zappelnde Lebewesen auf der Fahrt durch den Alltag. Lyonel Duni«. Selbstvergiftung wird durch Gistsioff« verursacht, die vom Darm aus ln das Slut aufgenommen, statt aus dem Körper entfernt zu werden.— Energische, tur- gemäße Varmentlastung beugt vor und bringt Hllfe. Die zuverlässigste Methode ist die Anwendung des Kruschen-Salzes, das in jahrhundertlangrr Erfahrung erprobt ist. Kruschen-Sal; ist zusammengesetzt nach den Vorbildern, die uns die Natur in den besten Hell- (Sittersalz-) Quellen gab.- Das Slut wirb von Giststoffen gereinigt, die -Stauungen In