Nr. 6 23. Juni 1929 Blick in die Bücherwelt Rechtspflege. Dr. Th. Tichauer: Wahre dein Recht. Juristischer Wegweiser für jedermann. 113 Seiten. Preis 3 M. In den Maschen des Strafgefeges. Volkstümliche Darstellung der Verteidigung in Strafsachen. Leitfaden für Schöffen und Geschworene. 112 Seiten. Preis 3 M. Beide im Berlag J. H. W. Diez Nachf., Berlin. Beile Bändchen des Rechtsanwalts und Notars Dr. Theodor Tichauer füllen eine seit jeher unangenehm empfundene Lüde aus. Je weiter, desto intensiver befassen sich die breiten Schichten der Bevölkerung mit Rechtsproblemen. Der Ruf nach einer volkstümlichen Justiz wird immer lauter. Die täglichen Gerichtsberichte allein find nicht imstande, dem Bedürfnis des Lesers nach verständnis. vollem Eindringen in strafrechtliche und zivilrechtliche Fragen Genüge zu tun. Eine volkstümliche Einführung in den Gesamtkomplex des zivilrechtlichen und strafrechtlichen Verfahrens wurde immer mehr Forderung des Tages. Es ist deshalb zu begrüßen, daß der Verlag Dietz die beiden obengenannten Bändchen herausgebracht hat. " Wahredein Recht!" Eine Darstellung der Hauptabschnitte des bürgerlichen Gesetzbuches und des zivilrechtlichen Berfahrens dürfte für jeden, der im Leben steht und mannigfaltige Beziehungen zu seinen Mitmenschen hat, ein erwünschtes Nachschlagebuch werden. Er wird hier über Form, Inhalt, Auslegung, unerwünschte Nebenfolgen von Verträgen nachlesen fönnen, auch über Lösung vertrag licher Beziehungen, einseitige Willenserklärungen und Testamente; er wird hier das gerichtliche Mahnverfahren, die Bedeutung der verschiedenen Beweismittel, den Gang der Zwangsvollstreckung usw. fennen lernen. Dr. Tichauer hat recht, wenn er sagt:" Prozesse werden schon entschieden in dem Augenblic, in welchem eine vertragliche Regelung getroffen wird." Das Büchlein ist nicht imstande, einen Anwalt zu ersehen, wohl aber zu verhüten, daß beim Eingehen zivilrechtlicher Beziehungen elementare Fehler begangen werden, die später langwierige Prozesse zur Folge haben. Die Darstellung ist für jedermann verständlich und unterhaltsam. Von trockener Juristerei feine Spur. " Das gleiche gilt von der zweiten Schrift: In den Maschen des Strafgesetes." Der Freund von Gerichtsberichten wird sich an Hand diefes Büchleins in den komplizierten Wegen des Straf prozesses orientieren können. Das Büchlein ist nicht, ähnlich dem hier besprochenen ABC des Angeklagten" von Felfart und Phönig, in der Hauptsache für Leute bestimmt, die vielleicht das Malheur haben fönnten, mit dem Strafgericht in Konflitt au geraten- und und mer liefe nicht Gefahr, in eine solche Situation zu kommen? Es ist eine volkstümliche Darstellung, die jedem Interessenten als Lettüre gute Dienste leiften dürfte. Die Beispiele aus der Braris bieten eine abwechselungsreiche Illustration. Man folgt dem Autor durch sämtliche Stadien des Prozesses, angefangen von der Einleitung des Berfahrens bis zur legten Instanz und weiß nun Bescheid. Für die zweite Auflage die erste wird hoffentlich recht bald vergriffen sein wäre zu wünschen, daß der Verfasser die bestehende Strafprozeßordnung auch ein wenig fritisch beleuchtet, daß er gegen die Emminger- Verordnung und für die Schwurgerichte entschiedener Stellung nimmt und die Laienrichter der Emmingerschen Schwur. gerichte" nicht als„ Geschmorene" bezeichnet, die sie nicht sind, sondern als Schöffen, was den tatsächlichen Verhältnissen beffer gerecht würde. Wünschenswert wäre es auch, daß der Verfasser bei der Schilderung der Pflichten der Laienrichter diesen den Rüden stärkt gegen die wirliche oder nur scheinbare Uebermacht des Berufsrichters. Leo Rosenthal Erzählende Literatur. Edmond de Goncourt: Die Dirne Elisa. Verlag Kaden u. Co., Dresden. 240 Seiten. Gebunden 3,50 m. Wir greifen immer wieder auf die Franzosen zurück, die die Schrittmacher des großen sozialen Romans gewesen find. Und nun gar vollends, wenn es sich um jene Kategorie von Romanen handelt, in denen es um das Schicksal der Frauen aus den niederen Boltsklassen geht. Von dem Dirnenroman des Abbé Prévost bis zu Zola und seinem Schüler Mirbeau, bis zu Flaubert, finden wir die realistischen Schilderungen dieser elenden Frauenschicksale, die in Deutschland viel zu wenig bekannt sind. Da war es sicherlich ein guter Gedanke des Dresdner Parteiverlages, dieses Buch Goncourts, das in diese Reihe hineingehört, durch eine gute Ueber fegung der Vergessenheit zu entreißen. Das Schicksal der armen Elisa, der Tochter einer durch ihren Beruf abgeftumpften und hart gewordenen Hebamme, interessiert uns nicht als Einzelschicksal, um so mehr aber als das Los un gezählter Frauen, die feinen andern Weg zum Leben fanden als Beilage des Vorwärts Vorkapitalistische Wirtschaftsentwicklung. Der dritte Band von Cunows Wirtschaftsgeschichte, Bei diesen Methoden der Verwertung blieb das Kapital aber nicht stehen. Schon im Mittelalter fing es an, sich in einzelnen Zweigen der Wirtschaft der Produktion zu bemächtigen und diese feinen Profitinteressen entsprechend umzugestalten. Damit wurde die höhere Stufe der Warenwirtschaft erreicht, die tapitalistische Warenproduktion. Seit dem 14. und 15. Jahrhundert vollzog sich ein Uebergang von der handwerksmäßigen Produktion zur manufatturmäßigen Massenerzeugung. Großhändler fingen an, bisher selbständig arbeitende Klein- und Teilbetriebe zu Großbetrieben zusammenzufaffen. Vor allem in der Textilindustrie. Auch im Bergbau tritt( schon seit dem 14. Jahrhundert) der Zug zum Großbetrieb hervor. Die Gewerkschaften wurden aus Arbeitsgemeinschaften mehr und mehr zu kapitalistischen Erwerbsgenossenschaften, in denen Bergleute als Lohnarbeiter beschäftigt wurden. Der vor kurzem erschienene dritte Band der großangelegten| wurden für die Gelder folide Pfänder und hohe Zinsen verlangt. Um Wirtschaftsgeschichte des Genossen Cunow*) weist alle Vorzüge der die Profite zu erhöhen, schlossen Kapitalisten sich oft zu Monopolbeiden ersten Bände auf. Besonders bemerkenswert ist auch hier gesellschaften zusammen. wieder die große Fülle an zuverlässigem Material und die strenge Sachlichkeit der Darstellung. Die Wirtschaftsstufen, zu denen der Verfasser nunmehr übergeht, beanspruchen ganz besonderes Inter esse, denn wir gelangen bis an die Schwelle des modernen Kapitalismus. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die drei wichtigsten europäischen Großftaaten. Soweit deren wirtschaftliche Entwicklung aber in Wechselbeziehung steht mit anderen Ländern, werden auch diese furz behandelt( Italien, Niederlande, Skandinavien, Osteuropa). Cunow legt zunächst dar, welche mannigfaltigen Wandlungen wirtschaftlicher, rechtlicher und politischer Art der Feudalismus Dom 12. bis zum 17. Jahrhundert durchgemacht hat. Nicht nur verschärfte sich der Klaffengegensatz zwischen dem Feudaladel und den unfreien Bauern, auch innerhalb der herrschenden Stände kam es im Laufe des Mittelalters zu starten Machtverschiebungen. Der mittlere und der kleinere Adel, besonders der Ritteradel, verlor seit dem 15. Jahrhundert mehr und mehr an politischer und oft auch an wirtschaftlicher Gestaltung. Dagegen stieg in den deutschen Gebieten das Landesfürstentum, in Frankreich und England das Königtum zu immer größerer Macht empor. Unaushaltsam wandelten sich die alten Lehnsstaaten in Beamtenstaaten um. Innerhalb dieser feudalen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung begannen sich die Städte zu entwickeln. So flein und unscheinbar ste zunächst auch waren, es bildeten sich doch in ihnen die Ansäge zu einer neuen Form der Wirtschaft heraus, die schließlich den engen Rahmen der Naturalwirtschaft sprengen sollte. Die Produktion für den Eigenbedarf wandelte sich allmählich um in die Produktion für den Markt, die Warenproduktion. Allerdings blieb während des Mittelalters die Produktion überwiegend Kleinproduktion und der größere Teil des Austausches trug das Gepräge des Klein- und Kramhandels. Trotzdem darf nicht verkannt werden, wie revolutio nierend dennoch der Groß- und Fernhandel gewirft hat. Gewiß gab es diesen schon im Altertum. Aber die dichtere Besiedelung und die wirtschaftliche Erschließung West- und Mitteleuropas förderten nicht nur den Umfang des Fernhandels, fie änderten allmählich auch seinen Charakter. Der Handel mit Maffengütern( z. B. Getreide, Heringe, Metalle, Tuche) überflügelte den Lurushandel. Damit begann sich im Spätmittelalter jene internationale Verflechtung anzubahnen, die dann im Zeitalter des Kapitalismus zu völligem Durchbruch tommen sollte. Start gefördert wurde durch die Zunahme des Außenhandels auch das städtische Gewerbe. Ihm wurden fremde und bessere Rohstoffe zugeführt und neue auswärtige Märkte erschlossen. Und nicht nur der Umfang der städtischen Produktion wuchs, es entwickelte sich zugleich eine zunehmende Fachspezialisierung. Der Aufschwung und die Umgestaltung der Wirtschaft im Mittel. alter hatten des weiteren eine starte Anhäufung von Geld tapital zur Folge. Dieses sute seine Gewinne außer im Handel zunächst vorwiegend im Wucher. Es beutete die älteren Formen der Wirtschaft aus. So gaben die großen Geldherren( z. B. die Fugger in Augsburg) Anleihen an die Kirche, an Könige, Fürsten, Ritter und Städte. Die Kapitalisten finanzierten allerlei politische Geschäfte, Kriege, Raperei und Menschenraub. Selbstverständlich *) Heinrich Cunow: Allgemeine Wirtschaftsgefchichte. Eine Uebersicht über die Wirtschaftsentwicklung von ber primitiven Sammel wirtschaft bis zum Hochfapitalismus. Dritter Band: Deutschlands, Frankreichs und Englands Wirtschaftsentwidlung vom 12. bis 17. Jahrhundert. Berlag J. S. W. Diez Nachf., Berlin 1929. 492 Geiten, Breis in Leinen 15 M. den durch den Verkauf ihres einzigen Gutes, ihres Körpers. Erschütternd ist die psychologische Darstellung dieses Lebensweges: niemals ging Elisa aus innerer Neigung ihrem traurigen Handwert nach, immer blieb die große innere Leere, die Sehnsucht nach der wirklichen Liebe und Hingabe. Aber in dem Augenblick, da ihr dies wirklich zum Bewußtsein kommt, find ihre Sinne fchon so verbraucht, ist ihr Körper schon so zerrüttet, daß sie nicht mehr herausfinden tann. So tommt es zu der Verzweiflungstat, daß sie den einfachen fleinen Soldaten, den sie wirklich liebt, aber nicht lieben darf, denn sie ist ja nur eine Dirne, in einem sinnlosen Blut rausch morden muß. Wie sie dahingelangt durch das grauenvolle Leben, das fie, von einem Bordell ins andere gestoßen, unter rohen Infolge dieser wirtschaftlichen Umgestaltung entstand neben dem alten, vielfach gestuften Ausbeutertum ein neues: die Klasse der tapitalistischen Warenproduzenten. Gleichzeitig entwickelte sich damit aber auch eine neue Klasse von Ausgebeuteten: die Lohn= arbeiter. Diese waren zunächst völlig der Willkür des Kapitals preisgegeben und fanten daher auf eine furchtbare Stufe des Elends herab. Auch griff die Frauen und Kinderarbeit um sich, sogar im Bergbau. Der letzte Teil des Cunowschen Buches ist ganz besonders lesenswert. Der Verfasser fennzeichnet in knappen Zügen die Gesamtentwicklung Deutschlands, Frankreichs und Englands und kommt dabei zu folgenden Ergebnissen: Deutschland ist bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts wirtschaftlich den beiden anderen Staaten voraus gewesen. Es hatte in verschiedenen Gewerben die Schwelle zum Kapitalismus bereits überschritten. Aber es gelangte weber zu wirtschaftlicher noch zu staatlicher Einigung, wurde dadurch politisch geschwächt, zum Tummelplag einheimischer und fremder Heere gemacht und wirtschaftlich um Jahrhunderte zurückgeworfen. hundert die kapitalistische Stufe. Aber die Eroberungspolitik und die Frankreich erreichte auf gewerblichem Gebiet im 17. JahrBerschwendungsfucht des Königtums sowie der furchtbare Druck des Feudalismus auf die Bauern hemmte den Aufstieg der Produktion. Erst die große Revolution legte die Wege zum Kapitalismus frei. England hat die Feudalwirtschaft weit leichter überwunden als Deutschland und Frankreich. Schon seit dem 14. Jahrhundert wurden aus den Leibeigenen und Hörigen vielfach freie Kleinpächter. Allerdings gab es für die Bauern auch Rückschläge( Bertreibung vieler Bauern im 16. Jahrhundert infolge der Zunahme der Schajzucht!) Im 17. Jahrhundert begann England auf gewerblichem Gebiet die anderen Länder zu überflügeln. Und nachdem die Repolution mit den letzten Resten des Feudalismus und des Absolutismus aufgeräumt hatte, lag für England am Ende des 17. Jahrhunderts der Weg zum Kapitalismus offen. Allerdings war das englische Bolt sozial sehr start zerflüftet. Diese tnappen Auszüge mögen genügen, um zu zeigen, welche Fülle interessanter Fragen Cunow auch in diesem Bande aufrollt. Wenn der letzte Teil auf der Höhe der bisherigen bleibt, so besitzen wir in Cunows Werk zum ersten Mal eine wirklich brauchbare wissenschaftliche Darstellung der Hauptstufen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Christian Döring. und verständnislosen Menschen führen muß, das versteht Goncourt uns mit viel psychologischer Feinheit in einfachen Linien ohne Sentimentalität verständlich zu machen. Aber das Erschütterndste an dem Buche ist wohl doch sein letzter Teil: Elisa, zum Tode verurteilt, zu lebenslänglichem Zuchthaus„ begnadigt", lernt hinter den Zuchthausmauern sich selbst kennen. Und diese Erkenntnis wird ihr eigentliches Schicksal, wird ihr Ende: sie verfällt langsam dem Irrfinn, in völliger Einsamkeit, ohne die rettende Hilfe eines einzigen verstehenden Menschen, nach dem sie verzweiflungsvoll thre Hand ausstreckt. Das ist wohl das Grauenvollste: diese langfare Marter, die die Zuchthaus ,, ordnung", das Redeverbot, der Stumpffinn über sie perhängen. Mit vielen anderen ist sie lebendig beKÖNIG Gadier STR.22-26 TE Wer erlebt nicht geen eine angenehme Ueberraschung? 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Juni, in dieser Zeitung, Sie finden darin ganz besonders vorteilhafte Ferien- Angebote! graben, aber der Anstaltsleiter fann stolz dem Besucher vorweisen: ,, nur vier Prozent Sterblichkeit". Wie viele Frauen noch heute das gleiche erleben und empfinden das wissen wir nicht. Aber daß die Gesellschaftsordnung die Schuld an diesem Elend trägt, das ist eine Tatsache, die uns durch dieses Buch wieder einmal deutlich ins Bewußtsein gehämmert mird. Dora Fabian. Karl Otten: Prüfung zur Reife. Paul List Verlag, Leipsig. 213 Seiten. Preis 6 M. Otten beschreibt hier das Berden eines Menschen. Eines Kindes, dem die Vorfahren den Grundstoff zum Bau einer Seele vererbt haben. Aus Erziehung und Erlebnissen schleppt Otten Stem für Stein zur Vollendung des Baues heran, seht sie zusammen, verbindet sie untereinander, gibt ihrer Verbindung Form. Läßt dann das Wert, durch die Feuerqual mannigfacher Irrwege zur Reife gelangen. Mit peinlicher Sorgfalt verfolgt er die Wirkung entscheidender Kindheitserlebnisse, bis das Werk fertig ist. Er sucht die später fich immer mehr verwirrenden Fäden des seelischen Erlebens abzutasten, ihren Ursprung, ihren Weg zu verfolgen. Der Held des Romans ist ein frühreifes Kind, hineingeboren in eine durch Armut zerrüttete Ehe, in der der Vater die Mutter tyrannisiert und diese still duldet. Durch die unbeugjame Herr schaft des Vaters wird in dem Kind schon früh Troß gegen alle Gemalt hervorgerufen, der sich später zu glühendem Haß und zur Rachsucht steigert, ihn selbst aber auch tyrannisch gegen Schwächere werden läßt, da es sich irgendwie abreagieren muß. Die mannifaltigsten Erlebnisse beeinflussen ihn entscheidend, mit früh- scharfer Beobachtungsgabe nimmt er alles in sich auf. Voll berstender Spannung schildert Otten das Erwachen des Geschlechtstriebes, als der Zwölfjährige zum erstenmal mit einem Mädchen allein ist. Wenn man vielleicht auch die fast noch unterbewußten seelischen Regungen, die die gleichsam erst aufteimende Pubertät hervorruft, die ersten Gedanken über Entstehung des Menschen und die ersten verwirrten, fast noch gegenstandslosen Liebesträume vermißt, um so intensiver, cindrucksvoller malt Otten die Qual späterer Geschlechtsnot und Entfagung. Hinzu kommt die Folter der Schule, die den Jungen fast zum Selbstmord treibt. Seine einzige Sehnsucht ist die Freiheit nach bestandener Prüfung. Aber zu arm, um das Studium bezahlen zu können, zu feig und zu mutlos, um selbst zu verdienen, nimmt er Hilfe und Unterstützung von anderen, bleibt weiter Knecht, bis er vom trockenen Studium angeefelt alle. Brücken abbricht, verkommt, verludert, ins Gefängnis wandert. Nach der EntLO Auf Wunsch jerieichterung Zahlungs Marke Tebur Taffung lastet die alte Lebensfeigheit auf ihm, hindert ihn am wirt. lichen Lebensbeginn, läßt ihn unverändert durch den Krieg gehen. Schließlich scheint er völlig zusammenzubrechen, bis die Mutter ihn aufrüttelt; nach furchtbaren Kämpfen erkennt er, daß mir selber. ohne Hilfe, unser Leben zimmern und vollenden müssen. Die Jugend wird sich in diesem Eribert wiedererkennen. Das ist ihre Not, ihre Qual, ihr jugendliches Streben nach Glanz und Macht, das sind ihre Irrwege. Der einzelne wird freilich nur ein Teil seines Selbst in ihm finden, denn er ist die Quintessenz, die Verkörperung, die Krankheit der Jugend. Er hat das zusammen geballte Leid aller zu erleben. Man kann den Roman nicht in einem Zuge lesen, man muß sich seinen Inhalt Schritt für Schritt gewinnen. Aber das ist schwer, denn in dem Buch pulsiert heißes Lebensblut. Walter Jacobi. Thornton Wilder: Die Brüde von San Luis Rey. 265 Seiten. Verlag E. P. Tal u. Comp., Wien- Leipzig. 1929. Preis geh. 4 M Das Buch ist eines non jenen, deren Besprechung schwer fällt, wie es einem widerstrebt, sich über eine schöne alte Legende kritisch auszulassen. Aber da es doch auch wieder Freude macht, den Blick von Freunden auf eine sehr eigenartige und erlesene Neuerscheinung zu lenken, so überwindet man gerne diese Hemmung. In ganz ferner Fremde, im Lande Peru, und vor mehr als zwei Jahrhunderten spielt die Geschichte und leben die fünf Men schen. deren seltsam ineinander verflochtene Schicksale sie mit dem Sturz einer Hängebrücke in den gemeinsamen Tod reißt. Aber Ort und Zeit find belanglos. Thornton Wilder stellt keine Probleme, dafür aber formt er Gestalten von einer so hohen und seltenen Menschlichkeit, daß sie dem Leser auf lange oder für immer als symbolische Figuren der großen Liebe in der Seele haften werden; denn ein Liebesstrom, sei die Quelle eine Mutter, ein Bruder, ein selbstloser Mann oder eine edle Menschenfreundin, durchflutet das Ganze und zieht uns mit hinein. Da ist ein Land der Leben den und ein Land der Toten, und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe das einzig Bleibende, der einzige Sinn," so lauten die Schlußworte. 774.. Die Sprache des Dichters ist dem Gehalt des Stoffes vollendet ebenbürtig. Man empfindet nach dieser Leistung Thornton Wilder als einen Dichter von reifer, und tiefer Kultur, der bei uns Europäern vielleicht einen stärkeren Widerhall finden wird als bei feinen amerikanischen Landsleuten. Richard Goßmann. Wollplüsch MarkeSmyrna mit Franse reine Wolle Verkauf nur 300 59.- Spandauer 32 Velour- Teppiche 300 65358 98-125 165 235 Verkäufe Tapeten. Caillat, Rolonieftraße 9 47 Martisen, Belte, Blumenkäften, Leiter wagen. Teilzahlung gestattet. Rettner. Bernauerstraße 13. 250 300149.Neue Bücher. ( Besprechung der eingegangenen Bücher bleibt vorbehalten.) . Adler. Der Arbeiter und sein Vaterland. E. Laub, Berlin. G. Anschüß und R. Thoma. Handbuch des Deutschen Staatsrechts, 1. Vief. Bd 1. Bogen 1-4. J. C. B. Mohr, Tübingen. Elizabeth Benson. Zwischen Siebzehn und Zwanzig. Junge Menschen von heute. Montana- Verlag A.-G., Zürich. B. A. Berendsohn. Knut Hamsun. Das unbändige Ich und die mensch liche Gemeinschaft. A. Langen, München. Buring. Das Goldene Buch der Anekdoten. Eeffe it. Becker, Leipzig. A. Damaschke. Deutsche Bodenreform. Ph. Reclam, Leipzig. §. Delbrüd. Die Weltgeschichte für Alle. 1. Teil: Das Altertum, bearbeitet ron. Molinski, O. Stollberg, Berlin. Feilchenfeld, Staff, Michalfe. Handelsrecht und Handelsbrauch. R. Hobbing, Berlin. 2. Frobenius. Erlebte Erdteile. Bd. VI: Monumenta Africana. Bd. VII: Monumenta Terrarum. Frankfurter Societätsdruckerei, Frankfurt am Main. F. Gansberg. Aus der Urgeschichte der Menschen. Quelle u. Meyer, Leipzig. a. Gerlach. Zwischen den Fronten oder der Krieg von unten.( Roman.) Hellenhaus- Verlag, Bellerau b. Dresden. G. E. Graf. Von Moses bis Darwin. Uranta- Verlag, Jena. 2. A. Hahn. Geld und Kredit. Gesammelte Aufsätze. Neue Folge J. C B. Mohr, Tübingen. C. J.. Hayes. Nationalismus, Der Neue- Geist- Verlag, Leipig. A. Hegendorf. Wirtschaftsfunkrecht. Struppe u. Windler, Berlin. A. Hesse. Der Blutdruck des Menschen. D. Gmelin, München. F. T. Sill. Lincoln. Der Schöpfer einer Nation. P. List, Leipzig. Magnus Hirschfeld und B. Göß. Das erotische Weltbild. Avalun- Verlag, Sellerau b. Dresden. und wir. Amerikanisch- deutsches Ideenbündnis. E. Jädh. Amerika Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart. Westfront 1918. Fadelreiter Johannsen. Vier von der Infanterie. Verlag, Hamburg- Bergedorf. B. Kellermann. Schwedenklees Erlebnis.( Roman.) Strom- Verlag, Berlin. R. Kolb. Die Fettleibigkeit und ihre Behandlung. D. Gmelin, München. H. Lersch. Stern und Amboß.( Gedichte.) Arbeiterjugend- Verlag, Berlin. Der Untergang Ludwigs des Zweiten. F. Linde. Ich, der König. G. Kummer, Leipzig. R. Macdonald. Unsere Politik. E. Laub, Berlin. C. F. Meyer. Kleinere Novellen. Hesse und Becker, Leipzig. 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