Ar. i 19. Januar 1930 Wick in öte Hücherwe Beilage des Borwaris Günther Birkenseld. Gin portrot. Es ist der Schwede in Berlin, von dem dtefe ETctiM Geschichte handelt. Lars Hansens Bruder aus dem Swsnska.Film. Ich müßte mich schon sehr täuschen— fie gleichen sich nämlich beide auf ein Blondhaar. Es blickt und wittert in den hellen türtisblaugrauen Fjordaugen des schönen Günther Birienfeld und ein Bündel Rittersporn immer bereit zwischen seinen Brauen. Mir liegt nichts daran, die Inhalte seiner glänzenden Romane zu schildern, den Lesern die Erlebnisse und Geheimnisse vorweg- zunehmen. Ich traue dem Publikum eigene Kritik zu. Mir wenig- stens raubt jedwede Einführung in die Tief« oder Leere eines Buches weiteres Interefle. Selbst lesen! Was soll das Dar- probieren, noch zumal hier das Aufknallen einer Knallerbse vom Strauch des Buches: �Dritter Hof links." Lesen Sie sell'st. verehrte Romanlcser. die zwei lebenden Romane des Dichters Günther Birkenfeld und lassen Sie sich überraschen. Aus seiner Großoogelperspektioe gesehen, leuchtet das Tausendundetngestirn über die Dunkelheit der Erde nicht einen Schein klarer gedichtet, als die matte Lampe der Arbeitskommer. Er faßt den Demant der Armut in dichterisches Gold. Bor seinem letzten Roman:„Dritter Hof links" erschien sein träumendes Buch„Andreas". Das lag eine ganz Nacht wach in meinen Händen. Ich war im Mond. Schwebt doch diese Dichtung zwischen Himmel und Erde, zwischen Gefühlen und Gedanken. Erinnert an jenen schon lang« gestorbenen sentimentalen Roman, an den Mann im Monde, der damals kve Bleichsucht der Töchter der Stadt verursachte: Andreas' alter Herrl Hinter der Säule der Backsischbälle suchen die jungen Mädchen nicht mehr heimlich de« Mysteriösen im dustendcn nächtlichen schwarzen Bart. Der blastert« Poseur kam längst aus der Mode. Er paßte >n die Zeit der Photographiealbums und war ihm willkommen. Heu'e macht man größere Ansprüche an den Mondmann und an astrologische Wunder. Binkenfelds„Andreas", der modern dich- tende Enkel, entstammt wohl dem Mondgeschlechte, wie wir Dichter alle, aber er Ist ein lebendiges Bildnis. Die Romane Birkenselds ballen sich aus gemischtem herben und starken Wort zu einem Körper. Der Günther muß dichten. Sein Buch stürmt in die Well wie der entzückende Durchgänger selbst. Der Bücherrücken sein Steckenpferde Ihm gelingt es. seiner Bücherwelt, wie den wirklichen Malern ihren Bildern, Ohem einzuflößen. Darum bleiben seine Menschen lebendig bis zum Schluß und— der Lesende ermüdet nicht. Drohende Wolken aus Milliord ropfenfchweiß bc- drücken die Armeittuertel feiner Geschichten. Eigentlich schreibt Günther Birkenfeld sa keine Romane. Er! Ein Romanfchrift- steller? Wie hochtrabend! Geschichten schreibt er, hingestreckt auf dem Boden seines Zimmers: schwedischen Punsch dazu und eine Indianerpfeife im Mundwinkel und Mut hat er und es imponiert mir, daß feine wundervollen melancholischen Edelschmöker doch— gutkk ausgehen. Ehe Lasker-Schüler. Zwei Zoio-Bücher. Norddeutsche Dome.*)._ Einige groß« Berlage haben die heutig« Form t des Äuvjt- bifch»-— die h«oll«' erträgliche und biistgslurrge� Form.sehr glücklich ausgeprägt in großen Abbitdungsbänden mit einem prägnanten und kurzen Einfichrungstext: so Piper, Disderichs, auf archiietlowfdvem Gebiete Wasmuth und der Deutsche ÄAnstoerlag. In diesem letzten, von Dr. Burkhard Meier mit großer Äermtnis und Geschick geleiteten Verlag ist soeben eines der aller- schönsten Bücher erschienen, die man sich im ganzen Kunstgebiet vor- stellen kann. Hier ist alles gediegen und echt und von Dsrantworwngsgefühl getragen: die Ausstattung des Eanzlemenbandes. die 118 großen *) Norddeutsche Bockst« ndvm«. Aufgenommen von A. Renoer- Pa�ch'i beschrieben von W. Burmeister, Berlin. Deutsrher Kunst- Alai! Alai! Aus dem Leben einer deutsch-russischen Expedition Wer von diesem Buche*) eine knatternde Schilderung tollkühner Reise- und Emdeckerabenteuer erwartet, wird enttäuscht fein. Der Autor sagt:„Die Welt ist heute entdeckt, mit kühnen Entwürfen ist's nicht mehr getan. An die Stelle des Finders tritt der Unter- s u ch e r. on die Stelle des Auges das Instrument. De? Karten- macher der Expedition brauchte sieben Packpserd« für seine Theodoliten. Photvgrammeter und Platten, vier kräftige Tier« schleppten dos Rüstzeug des Sprachforschers, der Wetlerforscher richtet- mehrere Wetterwarten ein, die etwa zehn Pferdelaften Gerät beanspruchten und dazu einen Stob, von Gehilfen, ähnlich erging es den Astronomen, den Tier-, den Pflcm.zenforsche.rn. Der Entdecker alten Schlages war ein Abenteurer, der ins Ungewisse hinauszog. Isdoch der Großbetrieb darf sich auf kein unoochergefehenes Wagnis einlösten, denn bei ihm wird das Adenteuer zum Organb- sationsfehler und Betriebsunfall, der die ganze Fabrik im die Luft sprengen kann. So hat sich der Uebergang von der Eiudeckungs- reise zur Beobachtungsrests vollzogen, vom Aufklärer zur fliegenden Anstalt, nom Husaren zum Panzerwagen der Wissenschaft." Und dennoch ist das Buch voll packender Abenteuer und Zwifchenfälle. Einige Leute steigen, mit den Apparaten schwer de- packt, zur Permessung einen Gletscher empor. Die Träger bleiben in halber Höh« beim flüchtigen Zelt. Doch in wenigen Stunden sind sie auf und davon: Angst vor der Eiswelt und der Einsamkeit trieb sie fort. Rum galt es. nach angestrengter misten- jchostllcher Arbeit sich selbst zu helfen! Oder dies: Dos Zoll steht geichützt und versteckt in einer Schlucht, nichts stört die Arbeit. Plötzlich stt eines Mittags die Schlucht von Soidaaen besetzt, die kleine Gruppe der Bergsteiger wird als gefährliche Schmltgglerbande verha ftetl Und gleichermaßim bieten das Gelände und die Arbeit im Gelände ständig mechselvölle Erlebnisse, so wenn der Bode» plötzlich nachgibt und Roß und Reiter im Sumpf versinken oder wenn Nebel und Un- wetier die Bergsteiger überfällt und sie stundenlang vom Wege ab in Gefahren treibt. Immer weiß Rickmers die Schilderung der *) Alai! Alai! Arbeiten und Erlebnisie der deutsch- russischen Wai-Pami r-Expedition. Willi Rickmer-Rickmers. ML 90 Abbildungen, 25 Diagrammen, zwei Panoramen und einer Karte des Arbeitsgebietes der Expedition. F. A. Brockhaus. Leipzig, 1930. 300 Seiten, Leinen 15 Mark. ernsten Arbeit durch solche Zwischenfälle, die sich ihm in unze- wünschtem Uebermaß boten, lebendig zu gestalten. So wird dos Buch, trotz der durchaus wifseistchastlichen Art, interessant und inhaltsvoll. Was die Lektüre aber besonders wertvoll macht, ist die Fülle des Dargebotenen. Wir folgen dieser aus deutschen und russischen Gelehrten gebildeten Expeditton, die von der R o t g e m c l n s ch a s t. der deutschen Wissenschaft uird der Akademie der Wissenschaften der Sowjetunion getragen wurde, irr alle Teile ihres weiten Arlreitsgebictes. Wir sind em Stück der Großbagage unter Rickmers Obhut und erleben so, immer im Hauptlcrgcr stationiert, den bunten Trubel der Mühen und Freuden, der Unfälle und Ueberraschungen, der Enttäuschungen und Erfolge, der Brandbriefe und der Sieges- Nachrichten. Denn auch die entserntesten Forscher stehen mit Rickmers in ständiger Verbindung: er war«in umsichtiger Kolonnen- führer wie er jetzt ein tnisrestanter Berichterstatter und Plauderer ist. Und so rollt sich auch mit dem Bild der vielen Mühen das der Erfolg« ab: die einzelnen Züge des.Daches der Welt" treten klar abgesteckt und vermessen aus dem Halbdunkel der bisherigen Unsicherheit hervor, der Transalai mit dem 7130 Meter hohem„P i c L« n o n", der große Karakul-See inmitten flacher Einöde, der Selton mit dem 77 Kilometer langen „Fedtschenkö-Gletscher" und dem„Pic Earmo", der nnt 7500 Meter Höhe olle Höhenrekorde im wetten Rußland schlägt. Insbesondere das Seltangebiet ist eingehend durchforscht. In einer Spezialkart« 1: 50 000 sind eine Menge glaziolgsologstckze und owrphologstche Erscheinungen aus diesem bisher unbekannten Gebiet erfaßt und bieten die Möglichkeit zu oergleichenden Studien zwischen den Alpengebieten und den nur teilweise bekannten Gebirgen Innerasiens. .iDer älleste Paß, der längste Gletscher, der höchste Berg auf russischer Erde! Da darf man wohl rufen: die Sache hat sich g«> lohnt!" jubelt Rickmers. Und in der Tat bringt das Buch einen Reichtum, wie ihn Forscherarbeit fetten auf einmal erzwang. Das Tagebuch des Letters, die vielen eingestreuten Briefe und Berichte feiner Mitarbeiter, die zufammensassende länderkundliche Darstellung mit den vielen Skizzen und nicht zuletzt die vielen herrlichen Auf- nahmen in dem statttichsn Bande— alles zusammen ein Werk, das zu besitzen ek Gewinn ist. Wilhelm Xietgens. Klstcheeiafeln. der Text. Dsronlassung und Grundlage bildeten zwestellos die Aufnahmen non Renger-Patzfch Dieser meisterliche Phatograph Hot mit vorbiwicher Sorgfalt und Mühc die Kirchen dey hluddetttschen Bsckstelngehfeti« zimsche» Lübeck. Danzig und Bresiau-uigenosv,nen:'.�cht.M tr!>k«i.er" Srnäutgtett und ebensowenig.mit �er-sfaSch«� Sicht fern lag, sondern nril Liebe zu diesen aiißerordentlichen Bauwerken, mit der wahren Einsicht in ihre künftlerischen Wirkungssaktoren, mit der ganzen Gediegenheit und Kenntnis des fwndwerks. das er wie kaum ein zwetter beherrscht. So ist«in Atlas von norddeutscher Backsteingotik zustande' gekommen, der jedem vollkommene Eindrücke vermittett: dem Gelehrten sein Srudisnmoterial, dem Laien und dem.Künstler die denkbar höchste Anschauung dieser groß- artigen Raumschönheit. Nicht ein Blatt ist konventionell: es sind lauter Meisterwerke photographischer Kunst, die nicht in Anmaßung malerischer Werte besteht, sondern im Erfassen und Ausprägen des glücklichsten Momentes— von Licht und Schatten. Materialschöichett, Raumwirkung, Limen- und Mchenrhythmus bedingt. Die so wenig gekannten, von höchster Qualität der SlrchiteffontC erfüllten Backsteinbauten unseres Tieflandes zeige!, sich solchem hingebenden Bemühen äußerst dankbar. Es scheint bisweilen, als od die Photographie— oder wenigstens die Kamera von Renner«; Patzich— ein intimeres oder zärÄichsrcS Äsrhättnrs zu den Kolossen gus Ziegeln habe als zu Bauwerken aus MpruchsvckkW» MWiHs ' Der Cinführungstext von Werner B u r m e i st e r ist mit' einer wohltuenden Unabhängigkeit vom Bildteil geschrieben Er be- zieht sich zwar, wie könnte er anders, auf dieselben Bauten, et fetzt die Kenntnis der Abbildungen voraus: aber Anordnung und Syst«- matik sind bei ihm gänzlich verschieden, er schöpft seine Erkenntnis' aus denselben Quellen, aber er ordnet sein System nach ganz andtten Gesichtspunkten. Burmeisters Beschreibung des Phänomens„Nord- deutsche Backsteindome" steht ziemlich weit von wissenschaftlicher� Trockenheit: ein« höchst lebendige Art den Bau, sein« Entstehung, feine Raumschönhett darzustellen, belebt den Text; man liest ihn wie ein« spannend« Schilderung. Allgemeiner Teil und Besprechung der Cinzelwerk«(von denen etwa die Lübecker Marienkirche, E hör in, l)er Adler- Kilometer kostet weniger... Gutes Material+ Präzision - Qualität Hohe Qualität+ Kundendienst -Langes Leben Langes Leben bedeutet hohen Wiederverkaufswert! Doch Sie brauchen Ihren Adler nicht bis 1940 zu behalten, um aus seinen Vorzügen vollen Nutyen zu ziehen: denn auf dem Markt der gebrauchten Wagen sind es Qualität und Lebensdauer, die den Preis bestimmen! herbeizuführen. Unser Geschäft ist auf dem Vertrauen und der Zufriedenheit unserer Kunden aufgebaut und die ständig steigenden Umsätze der letzten Jahre lassen erkennen, daß wir auf dem richtigen Wege sind. ADLER A22 FILIALE, BERLIN. BELLE-ALUANCE-STRASSE 6. UNTER DEN LINDEN 12-13. UND ADLER-SALON AM ZOO, HARDENBERGSTRASSE 2Qa-e Weitere eigene Werksfilialen: BRESLAU/ HAMBURG/ HANNOVER/ KARLSRUHE L B./ KÖNIGSBERG l. Pr./ LEIPZIG l MÜNCHEN/ NÜRNBERG/ STUTTGART Ratharienkirche zu Brandenburg, Danzis Marienbom, Brenzlau und Frauenburg als Beispiele genannt seien) find gleichartig erfüllt von intenfiver Beseelung des deutschen Wortes. Foto- Muge.**) Als Frucht der Werthumbschan Film und Foto" in Stuttgart 1929 ist dies mierfmürdige Buch entstanden; vorzüglicher Abbrud non 2ufnahmen aller Art, ausgewählt von Franz Rob und Jan Zschichold, mit einer Burgen und scharfen Einleitung| Don Koh. Gr wertet die Photographie als Stunft in der Aus Dehnung auf Photomalerei und auch Photomontage und Photo typographie( Berbindung mit Schrifibrud, als Blabat ufm.) ist das mohl zuzugeben; toum aber, was das Realphoto antangt. Hier fann man sich wohl tünstlerisch betätigen und zweifellos oft stärker mirten als mit Malerei oder Graphit; Kunstwerte aber find Bhotos so wenig wie das schönste Auto oder Flugzeug, die auch ästhetisch Dollendeter fein mögen als viele Delgemälde. Ein jo tarer unb gewissenhafter Stopf wie Roh follie nicht Wirtung und Kategorie vermedeln. Wie stehts z. B. bei den meistertiden Photos non Renger Bagsch nach norddeutschen Badsteindomen? Das sind doch mohl nur Abbildungen nach Kunstwerter; aber freilich solche von höchfter ästhetischer Qualität als Abbilding. Den fei nun wie es mag: diefe 76 Tafeln sind von erlesener Schönheit und Don lebenbigftem Intereffe erfüllt; eine außer ordentliche und spannende Ausmah! von Möglichkeiten, die bie Samera( und auch das tameralofe Photogramm) heute bietet. Man fanm fo etwas nicht einzeln beschreiben; die Beschreibung auch nur einas Blattes ergäbe eine Art von modernem Märchen Roh unter streicht mit Recht die Latface, daß hier nicht Fachphotographen, fondern Amateure gemirtt haben; daß von diesent, mie auf den meisten Gebieten, auch hier die stärtston Anregungen und Er oberungen ftamien. Die Namen einiger biefer Dilettanten, die im Hauptberuf gunn Leit Künstler find, werben am besten Gesinnung imb Intensität der neuen Bildform ungrenzen: Day Gemst, Biffigty, Burchark, Moholy- Nagy, George Groß. Hanna Höch, Hans Leistitom, Peterhans, Man Ran, Umbo, Renger Bagich. Finster. Dr. Paul F. Schmidt. Zwei Zierbücher. Liebücher find jest die große Mode. Über wie den Lieren felbft geht es auch ben Llerbüchern: fic begenerieren, sobath fie Mode werden. So auch bas bei Georg Müller in München ere ichtenene Stuftrationswert, agen" son Bol Salarnbi Gemis find die 45 Originalaufnahmen schön anzufchauen, gemiß vermag man in ben nrit Fleth zusammengetragenen Zegt mit Interesse za fejen. Ziber eine Notwendigkeit( im Sinne Bengt Bergs etia) mar diefes Buch nicht. Es ist schon mehr eine Angelegenheit für Snobs. Noch schlimmer steht es mit dem bidleibigen Bruder Zier" das Heinrich Zimmermann herausgegeben und der Eigen bröbler.Berlag perlegt hat. Was müßt es, wenn das mit 80 ganz fettigen Bildtafein perfebene Bert als Hausbuch der Tierfreunde bezeichnet wird der Durchschnitt ber Tierfreunde wirb die 18 für das Buch nicht ausgeben tönnen. Und soll es auch gar nicht! Ganz abgesehen von der gefchmadlosen Aufmachung des Buches und den zum großen Teil schlechten Reprobuftionen find Tert und Photos berart planlos zufammengetragen, daß einen bas große Heulen über so piel nurglos nertanen Kraftaufwand antommt. Es ist be bauerfidy, Daß der Eigenbröbler- Berlag, der font feine Berdienste hat, berartiges herausbringt. an die unzähligen Beinen Pflichten, die sich ihm daraus ergaben, erfüllt. Unter den Briefen sind auch die geringeren Inhalts charatteristisch für das Leben und Wirten einer solchen Persönlichkeit. Ist die Zahl der bedeutenden Stüde nicht groß, so fund bodh einige babei, die von der großen Bekenntnistraft, Energie und Künstler fchaft 3olas ergreifendes, 3eugnis ablegen. Und doch muß man das Buch nicht wegen feiner großen, fon dern audy megen seiner Heinen Briefe, seiner Zettelchen und Boft farten als echien 3ola lieben. Heute, wo das Bert Bolas nadh zwei Jahrzehnten der Referne, wieder die Spanntraft und Dramatit einer ganz heutigen Kunst auf den Leser überträgt, ist der einzigartige Glaube 3olas an die Zukunft, feine religiöse Berpflich tung, an dieser Zukunft mitzuarbeiten, eine Kraft, die mir brauchen, die uns unerfehlich ist. 3ola ist auch in diesen Briefen kein Dogmatifer der Wahrheit und ber Gerechtigkeit, sondern ein Mensch, für ben das Leben erft lebenswert ist, wenn es wahrheit und Gerech tigkeit geworben ist. So geht non jebem diefer Briefe, wenn man ihren Atem richtig zu spüren versteht, die Stärke aus, die feine Romane so groß macht, die auf uns überspringt und unseren Geift wie mit Arfen träftigt. Das fdjöne Bormort von 3olas Tochter Denise( 60 S.) und die liebenswerten Photographien gehören zu den Reizen des Buches, zu denen die lleberlegung leider nicht immer Felix Stossinger. su redimen ist. niethammer Berlag, Bien. Joan Cantar: Der Knet Sernen und fein Recht irs bem Abschnitt Berantwortung sei zitiert: Den Autofuhrer richten die Gerichte, den Staatsmann und den General richtet die Geschichte. Und das paßt ihnen ausgezeichnet. In vielen folchen Momentaufnahmen schildert Bolgar die Kriegszeit llamittelbar nachher". Der junge Friede",„ Aus einem Notizbuch" find Gruppenüberschriften aus Polgars Buch. In dem Notizbuch zeigt er insbesondere die Nachfriegs- und Inflationszeit mit allen ihren Auswirkungen. Bohnungsnot, Wahlen, Piatate, Sieger, Berlin im Sommer 1922 usw. sind die Objette seiner Schilderung. Hinter land" ist ein Buch, das teine großen Szenen bringt, dafür aber durch seine Detailmalerei ein mahreres Bild des Krieges gibt, als manches mit großem Pathos aufgezogene Striegsbudy. Es vervoll. ständigt das Bild vom Kriege und seinen Auswirkungen. Es be wahrt Ereignisse auf, die leider heute schon vielfach in Bergessenheit Fritz Janecke. wahrt Ereignisse auf, die leider heute schon vielfach in Bergessenheit geraten sind. Dr. Bruno Biebahn: Die Ausbildung des faufmän. gischen Nacd) mudhjes im industriellen Großbetrieb Barlag: Julius Belk, Langenfalza. 140 Seiten Preis geheftet 4 M. Die vorliegende Schrift ist ein verdienstvoller Beitrag zu diesen Thema Der Berfasser verwertet hier nicht nur reine prafische Erfahrungen aus eigener Lehrtätigkeit, geftügt auf zahlreiche schriftliche und mündliche Austinite bringt er auch höchst interessantes Material zur Berteilung dieser Frage. Leider wird das Thema nicht in seiner Totalität, sondern in einer allzu engen Begrenzung qualifizierter taufmännischer Berufsarbeit behandelt. Dadurch finden die entschei denden Brobleme der Berufsausbildung für die Gesamtheit ber aufmännischen Angestellten im modernen Großbetrieb, wie sie ins besondere burch Mechanisierung und Maschinisterung der Arbeit ente F. Schröder. ftehen, feine genügende Berüdsichtigung Neue Bücher. Ein fremdes Bolf umb feine ungetannte Seele ftellt dieses Buch ums vor, das eine Auswahl aus den Werfen des flomenischen Dichters Joan Cantar enthält. Er hat in Wien gelebt, ist turz vor dem Zusammenbruch der Monarchie gestorben, die auch seine Seimat umfaßte, imb bot feinen Ruhm nicht mehr erlebt. Star ( Belpredjung der eingesandten Bücher bleibt borbehalten) wird uns aus feinem Buch der tiefe Busammenhang zwischen Mutter und Ration. Sein Schaffen gruppiert sich um feine M. Beheim- Schnarzbach. Der fleine Moltke und die Stapierkunft. Philips geliebte Mutter und um den Mann, dessen erschütternden Kampf Sterlam jr., Leipzig. ums Recht ar uns erzählt. Ein Buch voll Bärme und Gemüt, bem. Befte März Rantan Georg Müller, München der Berlag meitere Ueberlegungen aus Cantars Schriften folgen. Bod. Der Burrschus. Noman. Philipp Reclam it, Leipzig C. Biging. Tiergeschichten, Arbeiterjugend Berlag. Berlin taffen will. Sie führen uns ein in das große Balfergewirr des Dergangenen Defterreich- Ungarn Rich. Bernstein. M. Steinberg: is ig Boitsfommissor war. Berlag R. Piper u. Comp.. München. Mer dentt heute noch baron, daß der Noveniberumftura 1917 nidhi non ben Bolschewisten allein gemacht worden ist, sondern bag auch die Bartei ber linten Sozialrenolutionäre baran beteiligt mar? Die unzähligen Gebentschriften ber Kommmisten verschweigen gewöhnlich diese historische Tatace; fie past perteufelt schlecht dazu, Daß diese Kampfgenoffen von 1917 heute Objette" der Sowjeimadt geworden find, die fie miterrichtet haben, und daß fie heute, fofern fie ihrer Partei treu geblieben find, als Flüchtlinge im Ausland ober als Sträffinge im Proletarierftoat" leben muffen. | B. Bölsche. Der Bauber des Königs Arpus. E. Haberland, Beipzig A. Brauchle, Hypnose und Autosuggestion. Philipp Reclam ir, Leipzig 8. O'Brien. Beiße Schatten. Roman Robinson- Verlag, Berlin Bugarin Imperialismus und Weltwirtschaft Berlag für Literatur und Politit, Berlin. Coudenhove- Kalergi Das Wesen des Antisemitismus. Baneuropa- Berlag, Leipzig. s. Debrunner. Der junge Rembrandt. Rafcher n. Cic., Zürich. Bisbeth Eisner. Samalebuku. Fränkische Verlagsanstalt und Dudbrudersi B. Engelhardt. Die geistige Stultur der Antike. Philipp Reclam jr., Seipsis 3. Green. Leviathan G. Kiepenheuer Berlag, Berlin 6. ut. b. S., Nürnberg Giluther. Roffenfunde des jüdischen Bolles. 3. 3. Lehman, München, Gautland. Ol- Jörgen. Roman Adolf Sponhols Berlag, Hennover. 6. Hauptmann. Spuf( Schauspiel). S. Fischer, Berlin. Kessel Belladonna. N. Biper u. Co., Thingen 3. Knittel. Der blaue Basalt. Orell Füßli, Zürich, Leipzig Kürschners Jahrbuch 1980. Sermann Sillger, Berlin. Ludwig. Michel Angelo. Gruft Rowohlt, Berlin. . Mary/ Engela. Gesamtausgabe. Band I. 2. Balbbanb und Band III. MaryEngels- Berlag, G. m. b. H., Berlin. Maurois Das Schweigen des Obersten Bramble. A. Viper x. Co., Mehring. Zur Literaturgeschichte don Hebbel bis Gotti, Soziologische Berlagsanstalt G. m. b.., Berlin. Steinberg war in der Sowjetregierung Boltstammissar für die Justiz In dieser Eigenschaft hat er sich darum bemüht, fowohl ben Terror aus der Masse der Feldgrauen, wie den der Tschefa" 34 befämpfen. In Schrift und Bild erzählt diefer Bauge jener zehn Tage, die die Welt erschütterten", viel Sachliches und Berfontides. Er schildert Einzelheiten, die man schon vergeffen oder noch gar nicht gewußt hat. Er zeigt ums Lenin und die anderen. in Rat der Boltstommiffare. Er berichtet u. a., daß Dfer. hinfti, ber Schöpfer und langjährige Leiter bergeta, die Roalitionsbrüber befdmoor, nur ja ihre Barteigenossen in dar feta z laffen, da es fonit ihm nicht möglich mare, ben Gewaltneigungen ber hela Balfchemiften mit Erfolg entgegen zutreten... Bir erleben nochmals die Sprengung ber Stational persammlung, die Uristi vorbereitet hatte, und erfahren viel von bem inneren Stampf in der Sowjetregierung um das deutsche Friedersdiffat non Breft- itopft. Nicht nur Steinbergs Genossen, dudh ein erheblicher Teil der Bolschewiften mor bis quiet gegen Ste Unterzeichnung. Petersburg wurde fieberhaft in Verteidigungszustand gefetzi aber Lenins Mille siegte. Steinberg liefert mert. Emile Zola: Mein Kampf um Wahrheit und Recht volle Beiträge zur Kenntnis jener Lage, deren Folgen jo gewaltig waren. Rich. Bernstein. h. Meift unveröffentlichte Briefe aus dem Nachlaß. Mit einem Bild feines Lebens von seiner Tochter Denise Zola. Carl Reißner Verlag, Dresben. Der Lief eines Buches ist gut, wenn er einen Gesamtinhalt ousbrüdt. Was erwartet her Leser von einem Buch von 3ola mit diesem Titel? Ein Buch über die Dreyfus Affäre. Das ist aber Dieses Buch nicht. Bon 154 Briefen gehören nur 49 in die 3ett Der Dreyfus- Rämpfe, unb non biefen 49 find etwa 10 bedeutend Izogdem ist das Buch lefensmert, benut es zeigt Bolas Stämpfen und Deben überhaupt. Bunächst der Kampf um feine Kamit, dann fein Stampf um ihre Behauptung und um die Anerkennung der Deffentlichkeit, schließlich der Kampf für sein eigentliches Wesen und für die Behauptung diefes Besens in der geistigen, politischen und moralischen Gesamtheit Frankreichs. 3ola hat diese Stellung ertungen und mit Bahrhaftigteit, hoher Berantwortung und Hingabe **) Rch und Tschichold: Foto- Auge, Stuttgart, Dr. Fri Wede find u. Ca. 77 19 " 1930. fred Polgar: Hinterland. Ernst Romohli- Berlag, Berlin, 274 Gelten. & München Nägel Arbeiterbildung als Geistesgemeinschaft.„ Boll und Heimat, Dim then Baschulauis. Algemeine Rechtslehre und Margisms. Serlag für Site ratur und Politit, Berlin. Berlagshandlung, Stuttgart. Bini fanuca So wil ich sparen! Wirtschaftsbuch der Hausfrau. Franch The 2. Birandello. Sechs Personen suchen einen Autor. Reimar Hobbing, Berlin. S. L. Bropper. Was micht in die Beitung tam. Frankfurter Societāts Druderei m. b. S., Frankfurt a. 30. Boulimenos. Europorsche. Bolttil. Europa- Berlag. Hans Schmidt, Leipzig. Larissa Reißner. Ottober. Neurer Deutscher Verlog. Willi Münzenberg, Berlin, 3. Roth. Banoptikum. Gestalten und Kulissen. Knorr v. Hirth, G. m. 6.64 München A. Schrizler. Jm Spiel der Sommerlüfte. S. Fischer, Berlin G. Schulze- Pfaelzer. Bon Spa nach Weimar. Grethlein 1 Co., Zürich. W. Seidel Die magische Laterne des Herrn Zinteisen. Georg Miller, München. Frankfurt a. M. S. Soergel. Kristall der Zeit. Grethlein n. Co., Leipzig, Zürich. Fr. Sicburg Gott in Frankreich? Frankfurter Societäts- Druderei m. b. S.4 3. Stalin Probleme des Seninismus. 2. Folge. Berlag für Biteratur und Das Besen der Geschlechtsliebe. Urania Berlagsgesellschaft m. b. S., Jena. Kriegsbücher Bolgar fagt in der Einleitung: Bielleicht ist es zuan Ein Kriegsbuch in der Reihe der faum noch zu übersehenden med besie wieder Krieg beffer, non der Erbärmlichkeit, der erstidenden Dummheit und Dumpfheit, der grenzenlofen, infernali fchen Lächerlichkeit jener räubigen Zeit( die die große" genannt. wurbe) zu sprechen, als von ihren Greuelit... Vielleicht noch mich tiger, als die Menschen bas Grifeln vor dem Krieg zu lehren, märe es, fie dahin zu bringen, daß fie bes teuflischen Gdywadjinns, der jenen großzieht, stüht, hegt und begleitet, imewerben. Und sich feiner dämen." Diese Erbarmichkeit, Dummheit und Dumpfheit der großen Beit" schildert Bolgar in den fleinen Kapiteln des Hinterlandes fo start, daß wir noch heute den Etet der damaligen Zeit mit empfinden. Röftlich die Abmandlung des Durchhaltefpruchs ,, it Gott für Sönig und Baterland" init Herz und Huf für Befiger und Joden", die Sentenz aus dem Kapitel„ Der Pferbedialog". Bolitik, Berlin. Wagner, Bengde Ruhriampf. Reimar Hobbing, Berlin. M. Westphal Sandbuch für sozialistische Jugendarbeit. Arbeiterjugend Berlag, Berlin. . v. Wertheimer. Bismard im politischen Kampf. Reimar Sobbing, Berlin, D. b. Wertheimer. Kleopatra. Amalthea- Berlag, Zurich, Leipzig S. Wiedner. Die Verwandlungen des Walter von Zilo. Georg Müller, München. Sämtliche hier. angezeigten und besprochenen Bücher tönnen durch die Buchhandlung 3. H. W. Dieh, Berlin SW 68, Lindenftraße 2( Caden) bestellt werden. Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme Balier, w., Kronenstr. 2. Merkur 283. Weften: Steglizer Str. 87, Ede Magdeburger Straße. * Süden: Baerwaldstr. 47. a. b Gneisenaustraße. F 6 Baerwalb 6918. baus 3 Zr Balbftraße 66. Saupterpedition: Berlin. Studenstraße 3, Baden. Don Charlottenburg III: Jo a imt, Ratferdamm 35, Ein-* Lichtenberg I: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. E5 Sichten- Sadowa, Raulsdorf- Sub: Sensate, Raulsdorf- Süd, boff 292-291. gang Rognißftraße. C 3 estend 3154 berg 1586. * Zentrum: Aderftr. 174, am Roppenplag. D 1 torben 121 85. Charlottenburg IV: Bufentat, Augsburger Str. 47, Lichtenberg II, Nummelsburg, Stralau: Borhagener Schmargendorf 1: Rehab, Breite Str. S. 1 Bfali Neumann, Grünstr. 21( Ausgabe: Kur- Portier. Straße 62. E 8 Andreas 788. burg 3541. straße 25). Berolina 1371, Charlottenburg V: Sulz. Dropfenstr. 12, L. Garten Lichtenberg III, Friedrichsfelde: Frau Sehniger, Schönblid: Neuendorf, Schönblid. Friedrichsfelde, Prinzenallee 86, born I. Schöneberg: Belziger Str. 27. G 1 Stephan 7409. Charlottenburg VI: Rantstr. 128, Baben. Geöffnet 2 bis Richterfelde- O, Lantwig: A Wenzel, Bantwig, Senzig: rte dewalt, Chauffeeftr. 54. Siemensstadt: Stenset, Brunnenstr. 6, v. 1 Tr 6 Whe Bietenstr. 15. Tel.: Sichterfelde 6. III 2703. Dabendorf: Walter Gobis, Dabendorf, Provinzial- Lichterfelde- Weft: ohn, Behlendorf. Teltower Ctr. 3. Steglig: rcft, Schadenrute 2. Telephon: Zehlendorf 1853 Südende: Yudwig Halsteftr. 36. Chauffee. Prinzenstr. 63, Laden. Jannomiş 4438 " Often: Markusite 36 E 4 Alexander 9735. Eichwalde: Sans Dill, Waldstr. 24/27, Siedl, DBB. Lichtenrade: Frau Lenz, Bahnhofftz. 20. Petersburger Blas 4. E 4 Alexander 9734. Ertuer: Borte. Blafenitz. 9. * Sübeften: Laufiter Blas 14/15 F 1 Morigplas 894. Fichtenau: Sobierajsii. Sauptstr. 86. * Nordosten: Immanuelfirchfit 24 E4 Alexander 9736 Faltenberg: elsmann, Faffenberg. Gartenstadt Atrake 10 Fredersdorf- Petershager: Otto Wilinstt, Freders * Wedding: Müller fir 34, Ede Utrechter Str. C5 Banja 4094. dorf. Arndtstrabe Sofenthaler und Oranienburger Borstadt: Battstr. 9. Friedenau: Gebr. Petermann, Ronnebergstr. 3 D 4 Humboldt 7875 Carmen Sulva- Str. 57, Gillmann. Moabit: Wilhelmshavener Str 48 C 5 Sania 4093 Suttenstr 67 bet Bitterling. * Gesundbrunnen: Baltianstr. 7. D 4 Sumbalbt 7874. * Schönhauser Borstadt: Greifenbagener Citr 23. D 4 Humboldt 7805. Ichönemeide 1078 Mahlsdorf: Ulrich Saese. Am Rosenhag 28. Mariendorf: Frau Seip. Chauffeeftr. 99. 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