Ar. 4 19. April 1931 in öle Hücherwelt Beilage des Vorwärts Sozialismus und Ratton. Dor sechs Iahren erschien nn Arbeiterjugend-Verlag Her» mann Hellers Schrift.Sozialismus nnd Nation�; sie erscheint jetzt in zweiter Auflage, an einigen Stellen aktualisiert, im Verlage Ernst Rowohlt, Berlin.(Preis Z,4S M. kartoniert) Trotz Otto Bauers grundlegendem Werk über.2>ie Nationalitätenfrage und die Sozialdemokratie" (l. Aufloge 1307, 2. Auflage 1924) kann man nicht behaupten, daß das Problem der Nation im durchschnittlichen Bewußtsein des deutschen Sozialisten klar erfaßt ist und doch zeigt die Welle des deutschen Nationalsozialismus, die wir auch jetzt noch keinerlei Grund haben, als verebbt anzusehen, die zentrale Bedeutung dieses Problems. Auf keinem Gebiet der gefchichtlich-gescllfchaftlichen Wirk- lichkeit hat der Vulgärmarxismus vielleicht mehr Unklarheit in die sozialistischen Massen getragen als hier. Sozialismus und Nation. Was haben beide miteinander zu tun? In jedem Land wird der Arbeiter von Kapitalisten ausgebeutet: aus diesem Grunde müssen sich die Arbeiter aller Länder in erster Linie international zusammen- schließen, zumal sich die„Internationale der Kapitalisten" doch immer als wirksamer erweist. Ist dies der durchschnittliche Ge- dankengang bei vielen, namentlich jungen Sozialisten, so ist ohne weiteres klar, daß damit jede positive Mitarbeit etwa der deutschen Sozialdemokratie an den konkreten Aufgaben des heutigen deutschen Staates mindestens diskreditiert erscheinen muß. Deshalb ist es van großer politifch-pädagogifcher Bedeutung, wenn H. Heller aufs eindringlichste das nationale Moment als dem sozialistischen Ideen- kreise zugehörig erweist. Im Ergebnis trifft stch H« l l c r völlig mit O. Bauers prinzipiellen Einsichten: „Wie die Arbeiterklosie jedes Landes, je näher sie der Macht rückt, in ihrer geschichtlichen Praxis ihre Kampsesmethoden immer mehr den Besonderheiten des nationalen Kampfterrains anpassen mutz, so geht auch die sozialistische Ideologie, je mehr Kultur sie in sich aufnimmt, immer engere Verknüpfungen mit dem be- sonderen Kulturerbe der Nation ein.— Nicht die nationalen Besonderheiten zu nivellieren, sondern die internationale Einheit in der nationalen Mannigfaltigkeit hervorzubringen, kann und muß die Aufgabe der Internationale sein." Nation ist sowohl für Bauer als auch für Heller eine aus Schicksalsgemeinschaft erwachsene Charaktergemeinschaft. Trotz dieser Gemeinsamkeit der Grundeinsichten beider Denker ist eine wichtige für die sozialistische Theorie entscheidende Differenz festzustellen. Heller bestreitet, daß Bauer diese Erkenntnisie noch aus marxistischem Boden gewinnen kann, wamst Heller ausdrücklich den„eingleisigen" Marxismus ablehnt. Es ist außer ollem Zweifel, daß der Marxismus vielfach„eingleisig", also nur ökonomistisch vertreten worden ist, ober wenn Otto Bauer sich von dieser Einglcisigkeit freigemacht hat, so hat er nur die ursprüngliche Tendenz des Marxismus wiederhcr- gestellt, bzw. bestätigt. Die geschichtliche Entstehung der modernen Natiou als gesellschaftlichen Zusammenschweißungsprozeß, ist, scheint mir, bei Bauer durchgeführter als bei Heller, der vielleicht in Ueber- Schätzung irrationaler Moment«,„Boden" und„Blut" als relativ stetige,„natürliche" Grundlagen erscheinen läßt. Für den Marxisten hängt alles davon ab,„Boden" und„Blut" so westgehend wie nur irgend möglich rational zu erfassen, wohingegen Heller dazu neigt, sie als letzte, der Wissenschaft unzulängliche Gegebenhesten anzusehen. Ausdrücklich sei nur noch auf Hellers ausgezeichnete Bemerkung über das Staatsproblem bei Marx und Engels hingewiesen, die an eine glänzende Krstik der Max Adlerschen Staatsauf- fassung anschließt. Aber auch diese Kritik kann uns nicht veranlassen, den marxistischen Staatsbegrisf„für endgüstig" überwunden zu halten. Man wird ihn revidieren müssen, wenn der Marxismus wirklich lebendig bleiben soll. Aber das ist ein weites Feld, das hier nicht bebaut werden kann. Ich wünschte, daß jeder junge Sozialist und nicht nur jeder junge Mstkämpfer in unserer Bewegung, sich gründlich mit Hellers Buch auseinandersetzen möchte. Es sind nicht die schlechtesten Bücher. die nach sechs Iahren für die„öffentliche Meinung" aktueller sind als bei ihrem ersten Erscheinen. ?. dks�er, Das Republikschtchgefeh Republikschutzgesetz. Kommentar von Cohn- Schäfer-Wichards. Carl Heymanns Verlag, Berlin. Preis 7 Mark. Das am 2S. März 1330 in Kraft getretene neue Gesetz zum Schutz der Republik weicht von seinem Vorgänger, dem nach der Ermordung Rathenaus geschaffenen Republikschutzgesetz, sehr erheb- lich ab. Damit haben auch die Kommentare des alten Gesetzes zum großen Test ihren Wert verloren. Der neue Kommentar, der drei Hilfsarbcster im preußischen Justizministerium zu Verfassern hat, bemüht sich sehr gründlich, in das Wesen des Gesetzes einzudringen, Auf die künftige Auslegung des Gesetzes dürfte er von Einfluß fein. _ K— r, H. v. Wedderkop: London.(Was nicht im Baedecker steht.) R. Piper u. Co., München. Wederkops London ist«in fcuilletonistisches London, das London, wo man ißt und wo man trinkt, wo man bummelt und wo uum kauft— es ist das London der Night-Clubs und des Cocktail. Und ein bißchen spricht Webberkop von Kunst und vom Theater, von Museen und von der Geschichte des Landes... und manchmal ist es doch dem Baedecker ähnlich, nur viel hübscher und amüsanter geschrieben. Es vermittelt Londons äußere Atmosphäre— nicht so sehr seinen Inhalt, nicht seinen inneren Gegensatz etwa zwischen Whitechapel und Maysair: es ist das London für den Reisenden, der ein bis zwei Wochen blechen will.(Gerade unter„Was nicht im Baedecker steht", hätte mau vielleicht wchr Ausdeckung der Hinter- gründe erwarten dürfen.) Aber alles ist, wie gesagt, sehr reizvoll geschikdert, nnt einer aufrichtigen Liebe für die„Hauptstadt Europas" und mit einer nicht allzu häufigen Mstrschen Begabung. Axel Arheus. Die deutsche Revolution. Llnbefriedigender Versuch einer Geschichtsschreibung. Ein wissenschaftlich geschulter Offizier, der frühere Major, jetzt Archivrat im Reichsarchiv, E. O. Bolkmann, hat den kühnen Versuch einer Geschichte der deutschen Revolution unternommen („Revolution über Deutschland", Verlag Stalling, Oldenburg 1330). Die Darstellung Volkmanns reicht von dem Matrosenaufstand Ende Oktober 1318 bis zum Kapp-Putfch. Volkmann war Sachverftän- diger im Untersuchungsausschuß des Reichstags für die Ursachen des deutschen Zusammenbruchs. Er war dort ein Verteidiger des asten deutschen Heeres, aber er vertrat feine Ueberzeugungen stets maß- voll und sachlich und mit guter Tatsachenkenntnis. Volkmanns Buch ist unbedingt lesenswert, und es bringt wert» voll« neue Momente. Dennoch ist es als Gesamtleistung völlig unbefriedigend. Drzu trägt schon die äußere An- läge und Form des Buches bei. Bolkmann schreibt in seiner Dor- rede:„Für die äußere Form der Darstellung, die häufige Anwen- dung der direkten Rede war der Wunsch nach lebendiger Gestaltung mitbestimmend." Bolkmann gibt eine schwungvoll« Darstellung, manchmal in der Form eines historischen Romans. Er zeichnet spannende Szenen mit Rede und Gegenrede der handelnden Per- fönen. Die Quellen, aus denen er feine Darstellung schöpft, nennt er nicht. Es wäre überaus kleinlich, von vornherein eine solche Methode geschichtlicher Darstellung abzulehnen. Warum sollte man nicht, fiir das große Publikum, Geschichte auch ohne Quellenangaben und mit dramatischen Einzelszenen darstellen? Aber für dies« Art der Darstellung eignet sich nur ein Stoff, dessen Einzelheiten im wesentlichen feststehen. In diesem Stil läßt sich eine wunderschöne Biographie Napoleons schreiben. Aber«inen geschichtlichen Stoff, bei dem jede Einzelheit um st ritten ist, bei dem es auf jedes exakte Detail ankommt, kann man so nicht beschreiben. Man merkt bei der Lektüre, daß Volkmann sich zum Teil auf gut« Gewährsmänner stützt. Manche Einzelheiten scheinen au« dem Kreise des jetzigen Reichswehrministers Groener zu stamme». Aber man kann Dolkmann niemals bei einer Behauptung fest- nageln, man kann auch feine Gewährsmänner nicht kritisieren. Denn er zitiert ja niemals, und m dem dramatischen Erzählungsstil zerflattert sein Material. Wo man Volkmann im einzelnen kontrollieren kann, ist er nicht immer einwandfrei. So wird bei der Schilderung des Kieler Matrosenaufstandes von 1318 die Rolle des Matrosen A r t e l k außerordentlich übertrieben. Auf Seite 23 wird eine Rede Artest« an die Matrosen geschildert:„Das Blut steigt ihm ins Gehirn. Das Bild der Revolution taucht in ihm auf, nimmt von ihm Besitz. Hemmungsws gibt er sich der großen Stunde hin, dt« ihn zum Führer der Massen emporhebt. Brausend Isingt das Hoch auf die internationale Sozialdemokratie über den Platz." Das ist Dichtung und Wahrheit, aber noch verhältnismäßig harmlos. Der nächste Satz ist böse:„Partelleute der USPD. stehen plötzlich neben ihm, schütteln ihm die Hand, versichern, daß ihre Partei die Matrosen nicht im Stich lassen werde." Dolkmann könnte sich zur Not damit rechtfertigen, daß er die Szene dramatisch ausmalt. Es gab damals Funktionäre der llSPD. in Kiel, warum sollten sie nicht Artelt Mut gemacht haben? Aber für viele Leser Volkmanns ist dieser Satz die Bestätigung der berüchtigten Dolch, stoßlegende, wonach die Unabhängige Sozialdemokratie die Matrosenbewegung von 1317/18 inszeniert habe, um so die Nieder- lag« des deutschen Kaisertums zu besiegeln. Der Untersuchungsausschuß des Reichstag» l)ak gerade in mühevollen Untersuchungen diese Frage geklärt. Es ist bewiesen, daß weder die USPD. noch der Spartakusbund die Ma- trosenbewegung inszeniert oder gelenkt haben. Das muß Volkmam» selbst wissen, der an den Sitzungen des Untersuchungsausschusses teil» genommen hat. Ohne Zweifel würde er in einer nüchternen wissen-, schaftlichen Darstellung das Richtige schreiben. Aber der halbpoetisch« Stil seines Buches verwischt die Umrisse und läßt alle mag« lichen Irrtümer zu. Volkmann gehört offenbar zu jenen früheren Offizieren, bW sich mit der neuen Ordnung in Deutschland abgefunden haben und die dem neuen Staat loyak dienen. Aber der Wertmesser für all« Fragen deuffcher Politik ist für ihn die Stellung des Offizier», korps. Es gibt kaum ein Buch, das so naiv und anschaulich de« militärischen Kastengeist widergibt wie Dolkmanns Reoolutions- geschichte. Man kann sich denken, daß«ine Geschichte der deutsche» Revolution, die um die Eornis des Offizierskorps kreist, nur ein- fettig sein kann. Volkmann macht sehr eigenartige Mitteilungen über ein angebliches Bündnis zwischen Eberl und dem Offiziers, korps nach dem 3. November. Aber Volkmann beweift nichts vo» dem, was er behauptet. So ist eine Krstik seiner Darstellung äußerst schwer. Ebenso hat er offenbar die Motive Eberls gründlich mißverstanden und aus gewissen taktischen Manövern eine prn« zipielle polttische Richtung gemacht. Manche Abschnstte bei Bolkmann find äußerst interessant, mit die Stellen über das Verhalten der Obersten Heeresleitung nach den» 3. November und über den Kapp-Putsch. Aber d i e objektive G« schichte der deutschen Revolution ist sein Buch nicht. Arthor Rosenberg. Reue Abenteurerromane. Cmilio Galgari— Zane Grey— Max Brand. Geschehenes Unrecht kann auf legalem Wege nicht gesühnt wer- den. Der Verbrecher steht zu hoch. Deshalb tritt der Beleidigt� aus den Reihen feiner Klassengenossen. Er stellt sich der herrschenden Gesellschaftsordnung entgegen, greift zum Selbstschutz und wird Abenteurer aus Protest, aus Ressentiment. So geschieht es bei dem Italiener Emilio Salgari, so geschah es in den Schnrökern, die die Unternehmungen des edlen Piraten Philipp Morgan feierten. und so verlangt es die Tradition, der schon ein Vulpius in seinem „Rinaldo Rinaldini" vor hundert Jahren gehorchte. Es ist der Ausdruck romantischer Abenteurcrverehrung, ja Heldenverehrung, dem« der Abenteurer, der Rebell, der Räuber mit dem gütigen Herzen wird in Zeiten der Unterdrückung mit dem Helden identifiziert. Zurückgreifen auf die Vergangenhest, da die Welt noch nicht aufgeteilt war, auf Zeiten der Couquistadoren, da sich der Menschen- haß an spanischen Silberslosten im Karaibischen Meer austoben konnte, charakterisiert die meisten romantisch gefärbten Abenteurer- romane, und Salgaris„Der schwarze Korsar" und„D i e letzten Freibeuter(Phönix Verlag Carl Swinna Berlin) bedeuten davon keine Ausnahme. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Held, der schöne, starke und unglückliche Held, den Salgari mit allen Attributen küner Männlichkeit ausstattet. Man glaubt manchmal, im„Rinaldo Ri- naldini" zu blättern, wenn auch die Romanzen fehlen und Mittel- amerika die Rolle der Abruzzen übernimmt. Dieser Held, der schwarze Korsar, ist nicht nur in der äußeren Kostümierung ein Tenor, der den Fra Diaoolo singt, er zeigt auch in seinem Fühlen, Denken und Wollen dieselbe Schematisierung. Salgari begnügt stch mit dem Entwurf von Menschen, mit der groben Andeutung ihrer Eigenschaften. Seine Figuren sind Typen, die ihre Vorbilder in der Abenteurerliteratur vergangener Zeiten finden. Salgaris Helden sind Abenteurer, die gegen die Gesellschaft protestieren, typische Vertreter in der Reihe, die von Karl Moor in Schillers„Räubern" ihren Ausgang nimmt. Anders liegen die Dinge bei dem Amerikaner Zane Grey. Auch er siedelt die Hand- lung in seinen Romanen„Männer der Grenze" und „Kämpfende Karawanen"(Th. Knaur Verlag) in ver- gangenen Zeiten an, in Zeiten, da der Westen der Union der euro- päischen Kultur erschlossen wurde, aber die Menschen sind keine Abenteurer, keine Rebellen gegen eine bestehende Gesellschaft. Im Gegenteil, sie sind Vertreter dieser Gesellschaft, deren Formen einem jungen Land aufgepfiopft werden sollen. Die Verhältnisse, unter denen sie leben, erscheinen abenteuerlich. Dieser Zustand kann jedoch nur als Uebergang zur bürgerlichen Ordnung angesehen wer- den. Auf das Pionierzeitalter folgt die Stabilisierung, während bei Salgari niemand diese Rückkehr zur Ordnung wünscht. Salgari und Grey vertreten zwei verschiedene Gattungen des Abenteurer- romans. Der eine protestiert, der andere bejaht. Salgari schildert Wenteuer um der Abenteuer willen, Grey zeichnet sie im Zu« sanunenhang mit. einer historischen Entwicklung und macht wenig» stens den Versuch, seine Menschen psychologisch auszugestalten, ihre Existenz gewissermaßen aus ein solides Fundament zu stellen, aller- dings gelingt ihm dies nur in den Nebenfiguren, die er mit ein paar sicheren Strichen entwirft. Die Helden sind in einem Schema eingeengt. Der Roman„Männer der Grenze" spielt am Ende des acht« zehnten Jahrhunderts am Ohio, die Handlung der„Kämpfende» Karawanen" in Naoada und Utah etwa hundert Jahre später, kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Aber in beiden sprechen die Menschen dieselbe Sprache, bewegen sich in den gleichen Vorstellung gen und find in ihren Gefühlen überhaupt nicht differenziert., Hundert Jahre Entwicklung bestehen nicht. Hat der Opernheld Salgaris Sympathien, so gestaltet Zane Grey immer wieder das amerig konische Girl und den braven jungen Mann, Typen also, die aus. dem Film und Unterhaltungsroman bekannt sind und die nur an- deutungsweise variiert werden. Die rauhe Heldenpose Salgaris ffb ins Bürgerliche transponiert. Das Geschehen ereignet sich bei Salgari zwischen neutrale» Kulissen. Die Natur ist gleichgültige Beigabe ohne individuelles Gesicht, ohne Eigenleben. Die Schilderungen vibrieren nicht, Miliew- echcheit wird kaum erstrebt. Zane Grey dagegen erzielt sein« stärksten künstlerischen Wirkungen in der Darstellung einer großes einsamen, unberührten Natur. Hier gelingen ihm Bilder von inten, siyer Eindruckskrast, und diese Schilderung steht fast im Gegensatz zu der Zeichnung der Menschen, die immer verwaschene, blasse Uiw risse zeigt. Ueber das Wunschbild des Amerikaners bezügluh bcy Helden kommt Zane Grey nicht hinaus, Idealisiert Zane Ärey feine Figuren in einer großen, unoev» fälschten Natur, gibt er. ihnen die Züge Hollywooder Filmhelde», so stellt sein Kollege M a x B r a n d lebende Menschen in ein spaw- nendes Geschehen, Menschen mit Fehlern und Leidenschaften, d«! nicht mit Rücksicht auf einen sentimentalen Wunschkraum umgcboge« worden sind. Brand vermeidet die Süßlieblichkeit, den Himmel- blauen Augenauffchlag im Wildwestmilieu, er ist herber, männliche� stärker. Außerdem verfügt er über Witz, über die Gabe, Situativ- neu zu pointieren, zu entkitschen und immer etwas über die abew- teuerlichen Vorgänge zu lächeln. Die Natur sieht er genau jo lebendig wie Zane Grey. Allerdings enttäuscht sein letzter Roman„Der weiße Wolf" (Th. Knaur Verlag). Es geht nicht an, Tiere zu vermenschliche«, sie mit menschlichen Eigenschaften auszustatten, sie überhaupt wie Menschen z» behandeln. Hier liegt der Bruch, der nicht zu über» brücken ist. Das Buch wirkt stellenweise wie ein schlechter Witz. Außerordentlich packend sind die Schilderungen der Nordamerika- nischen Winternächte. Lei» Laderret. ynitf&täimte Ist* die so schnell beliebt gewordene ENVER BEy VAIUIA Dick und rund Q/MJPackuna 0L Mit wachen Augen durch die Welt! Bücher von Reisen. Freude bereitet die Urania-Verlagsgcsellschaft Jena den Lieb» habcrn guter Reise- und Fahrtenberichte mit dem kleinen Buch Adolf Reichweins„Erlebnisse mit Tieren und Menschen, zwischen Fairbanks, Hongkong, Huatusco*(80 S. mit 21 Abbildungen, geb. 2,80 Mark). Der scharfe Beobachter fährt hier als Matrose über die Meere, reitet und reift als Weltenbummler von Land zu Land, immer wach, immer aufnahmebereit. Die kleinen Geschichten„haben keine andere innere Ordnung als eben die, daß ein bestimmter Mensch, daß ich sie erlebe. Sie zu erleben, setzte voraus, daß ich das Leben in allen seinen Formen liebe, weil diese Liebe allein Erkenntnis bringt". So heißt es im Vorwort. Und in dieser liebenden Erkenntnis und erkennenden Liebe werden die Erlebnisse mit Tieren und Menschen ausgezeichnet. Das kleine Buch ist— auch in seiner Ausstattung—«ine wertvolle Bereicherung jeder Bibliothek. Die Geschichten sind sehr gut zum Vorlesen in kleinerem Kreise geeignet. * Ein Reisebuch ganz anderer Art legt die Büchergilde Gutenberg Berlin vor. In der Neuerscheinung„Die marokkanische Mauer"(223 S., reich illustriert, für die Mitglieder der Bücher- gilde 3 Mark in Leinen) schildert Otto Gr.af den Kampf der europäischen Großmächte um den äußersten westlichen Zipfel Nord- afrikas. Wir sehen den Felsen Gibraltar aus dem Meere ragen und mit seinen Kasematten und weitreichenden Batterien die wich- tige West-Ost-Durchfahrt Englands zu seinen Kolonien bewachen. ZLir sehen, welche wichtige Gegenrolle das an der gleichen Straße liegende Tanger übernehmen könnte, würde nicht ängstliche Kon- trolle jede Entwicklung dieser international verwalteten Stadt und ihrer Umgebung zugunsten Englands verhindern. Der Mißerfolg der spanischen Kolonisation wird uns klar und ebenso der Erfolg der französischen Kolonialpolitik, die in Afrika ein zweites Frankreich entstehen läßt. Wir folgen dem Auto aus seinem Sicgeszug durch die Wüste, lernen die Probleme moderner Wüstenbebauung kennen und erleben zugleich die Buntheit der Völker und der Kulturen in der Wüste. Fremdenlegionäre stehen vor uns auf, die Stampfe Abb el Krims werden wieder lebendig '— kurz, wir sehen das westliche Nordafrika in der Vielheit seiner Beziehungen zum Leben der Völker und der Staaten. Das äußerst frisch und angenehm geschriebene Buch mit seinen zahlreichen verbindenden Gedanken wird von vielen Aufnahmen und einigen Kartenskizzen wirkungsvoll unterstützt. Die Bilder Sind nicht immer gleich gut gelungen, und die Slartenskizzen hätten >ci geographischer Auswertung zugleich einiges über die Kulturland- lchast aussagen können. Diese kleinen Mängel treten aber hinter den vielen Vorzügen des Textes zurück. Das Buch fügt sich würdig der schönen Reihe der Gildenbücher an. «- In die eigenartige Welt Innerasicns führt uns Fritz Will- fvrts„T u r k e st a n i f ch e s Tagebuch, 6 Jahre in Russisch- Zentralasien"(328 S., mit 27 Bildern und 2 Karten, Wilhelm Braumüller Verlag, Wien, kart. 8 M., Ganzl. 10 M.). Der Ver- sasser, von Beruf Ingenieur, wurde als Kriegsgefangener nach Turkestan vorschlagen. Aus der Fülle dessen, was er erlebt, und vor allem, was er— kritisch und aufmerksam!— gesehen hat, entwirft er uns in bunter Reihenfolge ein Bild der Landschaften, des Äolkergewirrs, des bunten orientalischen Lebens, der Märchenstädte aus Tausendundeiner Nacht. Dazwischen zucken wie Wetterleuchten die Kricgserlebnisse in der Gefangenschaft und zuletzt die Erschütte- rungen der russischen Revolution auf, die wir sich entladen sehen mit aller Grausamkeit leidenschaftlicher Völker. Das Buch ist flüssig und anschaulich geschrieben. Die Bilder unterstützen ebenso wie die zwei Uebersichtskarten den Text. Ange- nehm berührt, daß bei oller persönlichen Erlebnisschilderung der Verfasser zurücktritt, unauffällig bleibt, und vor allem, daß dieses aus dem Kriegserlebnis entstandene Buch in Inhalt und Fassung eine so ruhige, harmonische Friedenstendenz hat, trotz oder gerade wegen des blutigen Hintergrundes. Hier brachte der Krieg durch die Gabe des Verfassers ein Werk des Friedens hervor. Leider muß gesagt werden, daß das Buch zu teuer ist. 8 bzw. 10 Mark sind Preise, die der wünschenswerten Verbreitung des Buches entgegenstehen. Der Verlag täte gut daran, den Preis ganz ? wesentlich herabzusetzen und dafür in einer großen Anffage, die da« Buch verdient, den Ausgleich zu suchen. Die sich überschneidenden Interessen der Großmächte hoben auf dem Balkan lurz vor dem Kriege einen Staat erzeugt, der aus „herrenlosem" türkischem Besitz herausgeschnitten und mit einem deutschen Offizier und Hochariswkraten als Fürst beglückt wurde: Albanien. Die lange Küstenlinie am östlichen Ufer der Adria, mit guten Häfen versehen und im Schnittpunkt der Nord-Südbahn und der West-Ost-Verbindung über den Balkan gelegen, ließen erst Oesterreich-Ungarn und Italien, dann Jugoslawien und Italien zum Gegenspieler werden. Solange keiner dieser Staaten das Ueber- gewicht hat, um sich das Land einzuverleiben, lebt Albanien. Es benutzt diese Atempause der Weltgeschichte, das„Balkanische" abzuschütteln und ein europäischer Staat zu werden. Von dieser gc- waltigen Arbeit wollte uns Friedrich Wallisch in seinem Buch„Neuland Albanien" erzählen(164 S., 4ö Bilder, 1 Karte, Franckhsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, kart. 6,30 M., Ganzleinen 8,20 M.). Leider versäumt es der Verfasser, das Ma- terial zu einem Ganzen zusammenzufassen, das Gesehene und Ge- schehene in seinen Beziehungen zu zeigen. Er bleibt an der Ober- fläche. Das Buch kann trotz der Fülle seines Materials nicht be- friedigen..Wilhelm Tietgcns. Natur und Mensch. Die Probleme der modernen Raturwissenschast. Da die 3. Auflage des Werkes von Professor Dr. Bernhard Bavink, Ergebnisse und Probleme der Natur- Wissenschaften(eine Einführung in die heutige Naturphllo- sophie, 4. Auflage, vollständig neu bearbeitet und erweitert, 616 Seiten mit 88 Abbildungen und einer Tafel, Leipzig, S. Hirzel, Preis 23 Mark, gebunden 23 Mark) vor 6 Jahren erschienen ist, machte der schnelle Fortschritt der Naturwissenschaften und die eigene Entwicklung des Verfassers ein« Bearbeitung erforderlich, so daß im Grund ein ganz neues Werk vorliegt, das jedem, der sich einen Einblick in den gegenwärtigen Stand der Naturwissenschaften und ihrer Probleme verschaffen will, wärmstens empfohlen werden kann. In drei Abteilungen(Kraft und Stoff, Weltall und Erde, MaterieundLeben) werden die physikalisch-chemischcn Forschungsergebnisse, das astronomische Weltbild und der Ausbau und die Geschichte der Erde, sowie die Arbeiten der Biologie in muster- gültiger Weise behandelt. Der Verfasser beherrscht den Stoff in allen diesen verschiedenen Gebieten derartig, daß er imstande ist, einen klaren Ueberblick über die wichtigsten Arbeiten und die Frage- stellungen zu geben, die zu ihnen geführt haben und zu denen sie weiter führen, und zwar in einer so einfachen, lebhaften und ein- dringlich geschriebenen Form, daß man mit großem Vergnügen immer weiter liest. Bedauerlich ist dabei, daß zum vollständigen Genuß des Werkes ein gewisses Maß naturwissenschaftlicher und mathematischer Vor- bildung notwendig ist, das vielfach nicht einmal auf unseren höheren Schulen, geschweige denn auf den Volksschulen erworben werden kann, so daß es recht fraglich ist, ob man Arbeiter- und Dolksbiblio- theken die Anschaffung des keineswegs billigen Werkes empfehlen kann. Nicht so uneingeschränkte; Lob wie den ersten Abteilungen des Werkes kann seiner letzten(Natur und Mensch) zuteil werden. Hier zeigt sich deutlich, wie unendlich schwer es selbst für einen so Gowjetwirtschast. Ein mtereffanies Gammelhest. Die Vierteljahreszeitschrist„Annalen der Betriebs- Wirtschaft und Arbeitsforschung"-(Verlag Leopold Weiß, Berlin-Wannsee), Preis des Heftes 10 Mark, im Abonne- ment 7 Mark) ist bemüht, Spezialfragen der Betriebswirtschaft stets unter dem Gesichtspunkte ihrer allgemein-wirtschaftlichen Bedeutung zur Erörterung zu stellen. Die Wirtschaft des Auslandes wird dabei in hohem Maße berücksichtigt. So ist das uns vorliegende Heft 3 des. IV. Bandes ganz der Wirtschaft Sowjetrußlands als »einem der grandiosesten Experimente der Wirtschaftsgeschichte" ge- widmet. Wer in die überaus schwierigen Probleme der russischen Wirt- schast eindringen will(und jeder wirtschaftlich Interessierte, zumal unter den Sozialisten, wird das früher oder später tun müssen), dem kann man nur zu dem Studium dieses Heftes raten. Nicht, weil alle Aufsätze etwa gut wären(was bei einer großen Zahl von Mitarbeiters nicht zu erwarten ist), auch nicht, weil eine erschöpfende Behandlung der Sowjetwirtschast gegeben wäre(was nicht die Auf- gäbe einer Zeitschrift ist), sondern weil unter den Mitarbeitern eine Anzahl o f f t z i e l l e r russischer Wissenschaftler ver- treten ist, so daß nicht allein das Für und Wider lebendig zum Ausdruck kommt, sondern auch ein aufschlußreicher Einblick in die Forschungs- und Denkweise der offiziellen russischen Wissenschaft möglich ist. Unter den Beiträgen scheint uns hervorzuragen der Aufsatz über die Groheisenindustrie Sowjetrußlands(Berkenkopf, Hamburg). Die rein technische Leistung des Aufbaues der Schwerindustrie müsse anerkannt werden. Die gewaltigen Erz- und Kohlenvorkommen könnten an sich die Grundlage einer großen Schwerindustrie bilden. Aber selbst wenn das phantastische Ziel des Fünfjahresplanes, die Produktion über die Höhe der deutschen hinaus zu steigern, erreicht würde, bliebe noch ein Drittel des russischen Eisen- und Stahlbedarfs ungedeckt. Die Schwierigkeiten für den mit großer Energie unter- nommenen Ausbau feien der Kapitalmangel, die Ver- kehrsschwierigkeiten, derMangelanFacharbeitern und die lleberhöhung der Selbstkosten. Wenn der An- teil der Ausschußware nicht vereinzelt aus 30 bis 40 Proz. der Ge- samtproduktion gestiegen sei, so sei das ein katastrophales Ergebnis. Da auch die Qualität der abgenommenen Produktion entsprechend schlecht sei, so müßten bald in der ganzen Industrie sich schwere Schäden einstellen. Am bedenklichsten sei, daß der Begriff„Kosten" eigentlich nicht existiere:„Die Sowjetwirtschast ist eine durch und durch politische Wirtschaft; sie kann nicht mit rein wirtschaftlichen Maßstäben gemessen werden." Aus dem Aufsatz über die„Finanzierung der russischen Wirtschaft"(Galina-Berkenkopf-Orlow) geht hervor, daß zum Ausbau der staatlichen Monopolindustrie durch Verteuerung der Konsumgüter ein Ueberschuß erzielt wird, der fast viermal so hoch als die Gesamtsumme der Steuern ist. Diese Expropriation der Konsumenten ermöglicht es, daß fast ein Drittel des gesamten Volks- einkommens als Kapital investiert wird, und das bei einem Real- lohn, der etwa ein Viertel des deutschen beträgt! Als Beispiel„mechanisierten" Denkens fei der Aussatz„Grund- sätze einer rationellen Organisation des Verrechnungsapparates" von L e w i n s I o n. Moskau, angeführt. Es handelt sich um Buchhaltung und Betriebsstatistik. L. will uns glauben machen, er hätte neue Erkenntnisse aus der Arbeit der Lochkartenmaschinen gewonnen. Diese Maschinen erledigen mechanisch statistische Arbeiten, also auch — soweit Buchhaltung Statistik ist— Arbeiten der Buchhaltung. Nicht mehr, und L., widerspricht sich, wenn richtig feststeht, daß die Auswahl der Tatsachen und die Verrechnungsmethoden niemals mechanisiert werden können; denn alles folgende ist unwesentlich. Die Buchhaltung erfüllt— vollständig und einseitig!— den Zweck, das Erreichen oder Nichterreichen des einzigen Ziels der kapita- listischen Unternehmung, nämlich das Profitmachen, auszuweisen. Die Betriebsstatistik daneben kann nur auf bestimmte, für die Führung eines Unternehmens wichtige Fragen antworten— ein System der Betriebsstatistik, das. jede denkbare Frage" umfaßt, ist unsinnig, ist undenkbar. Wie weit die Betriebsstatistik auegebaut wird, ist von dem Nutzen für das Untenichnien(in Mark und Pfennig!), von. ihrer„WirtschafUichkeit" abhängig— aber diese Fragen spielen ja in der„politischen" Wirtschast eine nur geringe Rolle. So geht diese interessante Arbeit infolge ihrer„mechanischen" Logik völlig in die Irre. H. Zank. ruhigen und objektiven Beurteiler wie Bavink ist, diese Eigenschaften beizubehalten, wenn sie mit vorgefaßten Meinungen in Konflikt kommen. Er stellt es einfach als eine aus der Geschichte klar hervor- gehende„Tatsache" hin, ,chaß die großen kulturellen Leistungen das Werk einiger weniger besonders begabter Rassen und Völker, d. h. Rassengemische sind, und daß unter diesen diejenigen, in deren führender Schicht die nordische Rosse den Hauptanteil ausmachte, die erste Stelle einnehmen". Geradezu erschreckend oberflächlich ist sein Urteil über Ansichten von Karl Marx, zumal der Zusammenhang(zeitweiser Stillstand der Physik) die Herbeiziehung in keiner Weise rechtfertigt. Seine Worte:..Wir lehnen die Marxsche Lehre, daß alle ideellen Kultur- guter lediglich Erzeugnisse bzw. Nebenprodukte ökonomischer Eni- Wicklung seien, völlig ab", zeigen, daß dieser ausgezeichnete Mann, der auf so vielen Gebieten über ein umfangreiches positives Wissen und darauf begründetes klares Urteil verfügt, hier in leichtfertiger Weise über Dinge urteilt, die er nur vom Shörensagen kennt. Auch die geringste Bekanntschaft mit einem Marxschcn Werke hätte ihn vor dem Aussprechen oder Schreiben eines so blamablen Satzes bewahrt. Weiter stellt B. als„Tatsache" fest,„daß die erblichen kulturellen Begabungen im großen Durchschnitt der Höhe der sozialen Stellung der einzelnen Schichten proportioniert sind". Konsequent bedauert er denn auch die vielen Bemühungen und Auswendungen für die Erhaltung und Hebung von Schichten, die ihm kulturell weniger wichtig erscheinen. Auch die Arbeitslosen rechnet er dazu und sagt von ihnen:„die zu einem erheblichen Prozentsatz nur arbcits- scheu sind"!! So spricht er denn auch von den„schädlichen Wir- kungen" der sozialen Fürsorge. Aus solcher Einstellung zu den sozialen Problemen und dem der Arbeitslosigkeit wird auch der weltfremde Satz verständlich, der den Millionen Arbeitswilligen, aber gezwungen Feiernden wie Hohn in den Ohren klingen muß: „Im Leben jedes einzelnen tritt einmal der Zeitpunkt ein, wo der Mensch sein Schicksal selbst in die Hand gelegt bekommt." Doch genug der Beispiele. Auch für den, der die ganze Ein- stellung des Verfassers zu den Rassenfragen für befangen in Vor- urteilen erkennt und auch wie der Referent seinen„Glauben an die Existenz einer transzendenten Welt der Werte an sich" ablehnt, bleibt die Lektüre auch dieser letzten Abteilung reizvoll und anregend und kann den Eindruck der vorhergehenden Teile nicht allzu sehr be- einträchtigen.. Dr. Bruno Borchardt. Das Buch der großen Chemiker. Unter Mitwirkung nanchafter Gelehrter herausgegeben von Dr. Günther Bugge. Band I. 308 Seiten mit 62 Abbildungen. Verlag Chemie, Berlin. Brosch. 21 Dt., geb. 24 M. Zu dem auf zwei Bände berechneten Werk haben sich unter der Redaktion von Günther Bugge-Konstanz i V. eine Reihe hervorragender Gelehrter zusannnengetan— es seien von den vielen nur Max Bloch-Leningrad, Ernst Darmstädter-München, Eduard Färber- Heidelberg, Wilhelm Ostwald-Großboochen, Julms Ruska-Berlin, Franz Struntz-Wien, Paul Walden-Rostock,. genannt. Die Absicht des Herausgebers und seiner Mitarbeiter war:„Eine einheitliche Sammlung von innerlich zusammenhängenden Biographien(Lebensbeschreibungen) zu schaffen, die dem Leser— möglichst ohne ihn durch Wiederholungen zu langweilen— durch die ganze Geschichte der Chemie führen soll." Die Entwicklung des Wissens vom Stoff und des Könnens mit dem Stoff— das ist eben die Chemie— zieht sich ja als einer der wirkungsvollsten Fäden durch die Geschichte der gesamten Mensch- heitseMwicklung. Das Buch, von dem erst der erste Band vorliegt. läßt uns das Wirken und Schaffen der großen Chemiker der Ver- gangenheit erleben, so daß wir in ihnen den Geist chrer Zeit ver- spüren und das Entstehen und Vergehen der verschiedenen Lehr- Meinungen nicht nur oerfolgen, sondern auch aus den Zeitumständen und dem Zustand der Wissenschaft begreifen. So hält es in starkem Maße, was es versprochen oder doch beabsichtigt hat, und erschließt auch dem der Chemie ferner Stehenden eine ihm unbekannte Welt, läßt ihn einen Blick tun in Forschermüh' und Forschernot, aber auch in das Schöpferglück des Forschers. Der vorliegende erste Band reicht von Zosimos(etwa 330— 420) bis zu Schönbein(1799— 1868), umfaßt also die bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts geborenen großen Chemiker. Es läßt sich wohl kaum vermeiden, daß die Auswahl nicht jeden restlos be- friedigen wird, daß der eine oder andere vielleicht einen Namen vermissen wird, für den er lieber einen anderen weggelassen hätte. Mir scheint die Auswahl und die Durchführung durchaus gelungen, und jedenfalls kann man dem schon für dieses Jahr versprochenen Erscheinen des zweiten Bandes, der bis zur Gegenwart führen soll, mit den besten Erwartungen entgegensehen. Dr. Bruno Borchardt. DAS IST LEISTUNG! SO N D E R- A N G E BOT ZU UNSERER SCH LA FZ IMMER- WERBE- WOCHE! DRUM fllDML 645.- RM AUCH TEILZAHLUNG- 24 MONATSRATEN ELSÄSSER STRASSE 37 AM ORANIENBURGER TOR BRUNNENSTRASSE 33 NAHE INVA LI DENSTRASSE SCHLAF- ZIMMER EICHE| MIT MASERBIRKB. HOCHGLANZ POLIERT! 675.- RM SCHLAF-| ZIMMER. ELEG. MUSTER IN GOLD- 1 BIRKE ODER BIRNBAUM! I.RATE JUNI- PROSPEKT O KOSTENLOS• fcLUNDERTE ZIMMEREIM tiCHTMNfiiW VOM t> EU El M E 6 C U S T E M_• I S Z U DEM ELEGANTESTEM HUSTE&N STEHEN ZM IHRER BESICHTIG U N G BEREITS