Berliner Volks- Tribünc. " Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Bfg.( frei ins Haus).- Einzelne Nummer 15 Pfg. Vom 1. Oktober ab durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen. Bei direkter Zusendung unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mr. 60 Pfg. Redaktion und Erpedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. № 4. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Erpedition: Oranien- Straße 23. Märtyrer der Arbeit. der Steinträger Rudolf Arbeitlang, der Polier Borst, Sonnabend, den 27. August 1887. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. I. Jahrgang. Innungsbrüder haben sich hier so wenig Mäßigung auf- arbeit, des Hausirwesens, sowie des öffentlichen Submiſ= erlegt, wie alle anderen bürgerlichen Interessentenkreise, fionsverfahrens einer endgültigen allbefriedigenden Regelung Durch einen graufigen Unglücksfall sind am Montag die in der Staatskrippe etwas Futter für sich witterten; entgegenzuführen." Das soll durchaus nicht, wie es das Gericht fordert, dieser Woche acht brave Männer aus den Reihen ihrer höchstens zeichneten sich erstere dadurch aus, daß sie sich oben erwähnte gestrenge Berliner der Selbsthilfe, sondern „, durch Brüder gerissen worden. Ihr Leben lang an die Arbeit mit ihren Herzensangelegenheiten seltener an den Reichstag lediglich im Wege der gefesselt, hat sie nun auch der Tod mitten in der Berufs- wandten, dessen sie mehrfach nicht ganz sicher waren, daß sie Unterſtüßung Staatsregierungen"( also offenbar thätigkeit, fern von ihren Angehörigen, ereilt. dafür aber um so öfter den Reichskanzler mit Denkschriften durch Wahlen, durch Petitionsstürme und ähnliche Mittel) Die Berliner Arbeiter dessen sind wir sicher beehrten, in denen sie ihren Geist und ihre Uneigennüßigkeit geschehen. Im Berliner Gewerkschaftsprozeß mußte das werden das Andenken ihrer unglücklichen Genossen immer in vollem Glanze leuchten ließen. Erst vor einigen Tagen ,, Centralkomitee" zur Beförderung einer Petition eine in Ehren halten. Wir aber glauben ihnen den besten Ge- wieder beschloß der fünfte deutsche allgemeine Handwerker- sehr belastende Rolle spielen!! Freilich unterstützten die Gewerkschaften durch ihre Petition die Regierung nicht, denkstein zu errichten, indem wir ihre Namen an dieser tag" in Dortmund: Stelle wiedergeben. Es verunglückten: eine Deutschrift an den Reichskanzler nm Ein- wie es die braven Innungsbrüder thun. Man sieht, die Arbeiter kämpfen heute einen ganz führung des Befähigungsnachweises für alle Gewerbe zu richten; ungleichen Kampf gegen die Unternehmer; die Waffen, beim Reichskanzler wie beim Reichstage dahin welche lettere im wirthschaftlichen und politischen Kampfe vorstellig zu werden, daß die baldige Einführung schwingen, schlägt man ersteren aus der Hand. einer gefeßlichen ,, eingehenderen" Legitimation für Unternehmer dürfen sich beliebig in Versammlungen und alle unselbständigen Handwerksgesellen und gewerb- Vereinen zusammenfinden, sie dürfen zentralisirte Verbände lichen Arbeiter ohne Unterschied des Alters durch von nationaler und internationaler Spannweite gründen, sie drücken auf die Regierung und die Gesetzgebung mit zuführen sei; der ganzen Wucht angesehener, ausgedehnter und beim Bundesrath zu beantragen, daß Muster- zahlungsfähiger Organisationen. Und daneben fristen reisende, welche von Privaten zu Privaten gehen die lokalen Arbeitergewerkschaften ein kümmerliches Dasein und an diese Waaren verkaufen, auf gleiche Stufe und jeder Versuch der Centralisation bereitet schließlich mit gewöhnlichen Haufirern gestellt werden u. s. w. auch noch diesem fümmerlichen Dasein ein vorzeitiges Ende! Petitionen und Denkschriften, das Submissionswesen, die Unter den heutigen Vereinsgefeßen wird das aber Gefängnißarbeit, die Wanderlager und Abzahlungsbazare immer so bleiben, die Behörden haben es ganz in den angehend, haben die Zünstler bekanntlich schon in Mengen Händen, jede Arbeiter- Organisation zu maßregeln, und an die ,, maßgebenden" Stellen gerichtet. der Maurer Hermann Beyer, der Maurer Wilhelm Damm, der Maurer Theodor Hammer, der Maurer Wilhelm Platow, der Maurer Wilhelm Sellack, der Maurer August Wendt. Mögen sie sanft ruhen! Alle Arbeiter aber, die täglich und stündlich der gleichen Todesgefahr in die Augen schauen, alle, die in Ueberarbeit und Lebensverkümmerung vorzeitig dahinscheiden, alle, die ein Herz für die Leiden der Befißlosen haben, mögen angesichts des offenen Grabes ernſter als jemals das Gelübde ablegen: fest und mannhaft einzustehen für alle Bestrebungen, welche geeignet sind, das Loos der Arbeiter zu bessern und die Arbeit einer glücklicheren, lichteren Zukunft entgegenzuführen. Wer heute noch lau und unthätig bei Seite steht, dem sei der Unglücksfall eine ernste Mahnung, in Zukunft Schulter an Schulter mit den anderen Arbeitern nimmer rastend seine Pflicht zu thun. Es bleibt also dabei: Petitionen an den Reichstag, Linie Denkschriften an den Reichskanzler, die gesetzliche Regelung der Gefängnißarbeit, des Submissionswesens betreffend bei den reaktionären zünftlerischen Unternehmern sind das keine politischen Bestrebungen. Bei den Arbeitern aber waren es politische Bestrebungen, daß sie ebenfalls in Petitionen die gesetzliche Reform der Gefängnißarbeit und des Submissionsverfahrens verlangten! Die darum haben die Arbeiter durch ihre Vertreter in erster immer wieder die politische Forderung zu erheben: Aufhebung aller hemmenden Bestimmungen der heute in den Einzelstaaten bestehenden Vereinsgefeße, und Schaffung eines allgemeinen Reichsgesetzes, welches den Arbeitern volle Freiheit der Vereinigung sichert und das der Willkür der Behörden und Gerichte dauernd einen Riegel vorschiebt. Aufgepakt!!! Aber hören wir da einen guten Bürger sagen Die Privilegien der Innungen und die politische Bestrebungen wären ja auch den Fachvereinen Rechtlosigkeit der Arbeiterorganisationen. gestattet gewesen, nur hätten sie dann jede Verbindung Seltsam, so oft die Kunde zu uns dringt, daß die untereinander meiden müssen, um nicht von den Furien Helden der Innungsbewegung, von allen Wohlgesinnten des Vereinsgefeßes gejagt zu werden; ist das eingetreten, und Einflußreichen„ auf das Freudigste willkommen ge- so haben sich die Arbeiter selber die Schuld zuzuschreiben. Für den Austritt aus den Zwangskassen. Die§§ 19 und 63 des Krankenversicherungsgesetzes heißen", wieder einmal zusammen tagten, so oft steigt vor Darauf müssen wir jedoch in aller Bescheidenheit erwidern: unserer Erinnerung ein anderes Bild auf: das Bild von warum läßt man denn die Innungen der Unternehmer bestimmen, daß der Austritt aus den Zwangskassen vereinigen Berliner Gewerkschaftsführern, die mit ähnlichen in Ruhe, wenn sie sich in ganz anderer Weise zusammen- ficherungspflichtigen Personen mit Schluß des RechnungsMitteln, wie sie bei den Zunftmeistern ganz gerne gesehen schließen, wie es je Gewerkschaften der Arbeiter seit dem jahres zu gestatten ist, wenn sie denselben mindestens drei Monate vorher bei dem Vorstande beantragen und vor werden, die Interessen der Arbeiter zu verfechten gedach- Sozialistengeset gethan haben? Die Berliner Gewerkschaften hatten seinerzeit das un- dem Austritt nachweisen, daß sie einer dem§ 75 des ten und die auch mit den Behörden zusammenkamen erhörte Verbrechen begangen, sich untereinander zum Zwecke Krankenversicherungsgefeßes entsprechenden freien oder einauf der Anklagebank. der gemeinsamen Anregung und Unterstüßung einer Petition geschriebenen Hülfskaffe als Mitglied angehören. Der bekannte große Berliner Gewerkschaftsprozeß vom in Verbindung zu seßen. Soweit das Gericht einen Zu- Der Schluß des Rechnungsjahres tritt in den meisten Jahre 1883 und wieviele ähnliche Verfolgungen hat sammenhang überhaupt annehmen konnte, war er demnach Kaffen am 31. Dezember ein, folglich muß der Antrag unterdeß die Fachvereinsgeschichte zu verzeichnen gehabtder lockerste, der sich denken ließ. Und die Innungen? auf Entlassung aus der Zwangsversicherung spätestens richtete sich bekanntlich gegen dreißig Berliner Arbeiter, Wir haben größere und kleinere organisirte Innungsver- bis zum 30. September gestellt sein; in den Kassen, weil die Gewerkschaften, die sie vertraten, politische Zwede verfolgt hätten und doch unter einander in Verbände, diese haben schon lange Zeit eine enge Fühlung welche das Rechnungsjahr schon am 30. November schließen, unter einander gewonnen und seit dem Dezember 1884 muß die Kündigung spätestens bis zum 31. August erbindung getreten wären. hat thatsächlich ein aus den Vorständen der Verbände ge- folgen, widrigenfalls der Versicherte auf ein weiteres Jahr Was hatten nun die Angeklagten gethan, was den wähltes Komitee bestanden, welches den ganzen Spuk, der in dem Zwangsverhältniß bleiben muß. Zunftmeistern nicht gestattet wäre, ja, was man seitens übereinstimmend in den einzelnen Innungen und Innungs- Der Nachweis, daß man einer anderen Kasse ange= der Regierenden bei den Zunftmeistern nicht geradezu verbänden ausbrach, inszenirte, und dieser Spuk bewegte hört, braucht nicht bei der Kündigung, sondern erst am förderte? fich immer mit Vorliebe auf politischem Gebiet- wenn Schlusse des Rechnungsjahres( also Ende November oder Die Anklageschrift gegen die Arbeiter führte damals man die weite Definition der deutschen Gerichte zuge- Dezember) beigebracht zu werden. aus, alle wirthschaftlichen Bestrebungen würden zu politischen, stehen will. Möge deshalb kein Arbeiter, welcher aus der Orts-, wenn sie eine Abänderung der bestehenden Mißstände auf Im Juni dieses Jahres hat man diesen Bestrebungen Betriebs-( Fabrik-), Bau- oder Innungskasse ausscheiden einem anderen Weg als durch ausschließliche Selbsthilfe, endlich die Krone aufgefeßt, indem man einen dauernden will, versäumen, vor dem 31. August resp. 30. September vor allem durch die Gesetzgebung bezwecken;" die Ge- 3entralausschuß der Vereinigten Innungsver- seinen Austritt anzumelden! werkschaften hätten daher den abschüssigen Weg der Politik bände Deutschlands" begründete ,,, um die Organisation Die Kündigung zum Austritt aus einer Orts-, betreten, als sie für eine Petition an den Reichstag, die des deutschen Handwerkerstandes auf der korporativen Betriebs-( Fabrik-), Bau- oder Innungskasse kann einfach Gefängnißarbeit, das Submissionsverfahren, den Normal- Grundlage der Innungen zur Durchführung bringen zu lauten, wie nachstehendes Schema: arbeitstag, die Fraueu- und Kinderarbeit und ähnliches helfen". Das Programm dieser Zentralinstanz, das von betreffend, eingetreten seien. der Nordd. Allg. 3tg." an leitender Stelle abgedruckt Der Unterzeichnete... ( Angabe des Berufes ( Name und Lassen wir den Werth dieser Definition dahingestellt: wird, sich also zweifellos des Beifalls sehr ,, maßgebender" und Namens); in Arbeit stehend bei wer wollte dann aber den hochpolitischen Charakter der Persönlichkeiten erfreut, ist vielfach durchaus politisch ge Beruf des Arbeitgebers), beantragt hiermit seinen Austritt aus ganzen Jnnungs agitation zu leugnen sich erdreiften? färbt. So wird unter anderem als Aufgabe des ZentralWas die Innungen früher schon alles von der Geseß- ausschusses hingestellt: ,, die praktische Lösung der bestehen- der gebung verlangt und wie sie auf die Gesetzgebung einzu- den Schwierigkeiten, um die heute im Vordergrunde der wirken versucht haben, das ist sattsam bekannt. Die Handwerkerbewegung stehenden Fragen der Gefängniß( Name der Kaffe). ( Drt und Datum.) ( Unterschrift.) die bei weitem häufigere Ursache der schlechten Bauaus-| ,, öffentliche Dienste" bedeutet unter der heutigen politischen Nuken des Befähigungs- Nachweises im führungen. Konstellation nur Monopol des bestehenden Staates oder Baugewerbe für das Publikum. Wir sind durchaus nicht der manchesterlichen Ansicht, Staatssozialismus. Die vom Staate geleiteten Eisenbahnen Wenn wir gesehen haben, daß der Befähigungs- die vor Kurzem wieder der Herr Professor Meier- Jena und Werkstätten lassen dies zur Genüge erkennen. nachweis im Baugewerbe nicht geeignet ist, den Wettbewerb gegen den Prüfungszwang ins Feld führte, daß ein Ein- Noch mehrere der vom Kongreß verhandelten Fragen der ungeprüften Bauunternehmer im Großbetrieb und der greifen des Staates in die gewerblichen Verhältnisse über- haben für die Sozialisten entweder gar keinen oder nur ungeprüften Schaarwerker im Kleinbetrieb zu beseitigen, flüssig wäre, daß das Publikum sich selbst schüßen könne geringen theoretischen Werth. Aber man darf nicht verund die Zahl der„ Meister" nicht zu verringern, daß er gegen Unfähigkeit der Gewerbetreibenden und gegen Schwin- gessen, daß sich die französischen Arbeiter, nach vielen die Hoffnungen der Zünstler auf Stärkung der reaktionären del und Betrug. Wenn das richtig wäre, dann müßte schrecklichen Aderlässen, in der ersten Periode ihrer Entfreiwilligen Innungen kaum erfüllen wird, so haben wir und könnte man ganze Abschnitte des Strafgesetzbuches ab- wickelung befinden, sehr geringe theoretische Kenntnisse benoch zu prüfen: wie werden das Publikum, Staat und schaffen. Die Thatsachen zeigen, daß Schwindler und fißen und ziemlich wenig von dem wissen, was in der Gemeinden bei ihren Bauten dabei fahren? Betrüger an der mangelhaften Bildung, der Leichtgläubig- übrigen Welt in der Arbeiterbewegung vorgeht. Daß diese dabei schlecht wegkommen in Betreff des feit und Dummheit weiter und breiter Schichten der Be- Zwar giebt es in Frankreich eine Fraktion der Sozialisten, Preises der Bauten, wenn die Hoffnungen der Zünftler völkerung, vom Profeſſor bis zum Bauern, sehr tüchtige die sogenannten Kollektivisten( auch als Marristen oder sich verwirklichen, daß das Bauen dann theurer Verbündete haben, daß das Publikum dumm und blind Guesdisten bezeichnet), die auf der Höhe der modernen werden würde, braucht nicht weiter erläutert zu werden. Den Schwindlern in die Arme läuft. Es ist das kein Bewegung steht, aber diese Fraktion hat vorläufig in Die Herren Zünftler wollen ja mehr verdienen. Das schönes Bild, aber es ist einmal so. Es liegt das an der Frankreich sehr geringen Einfluß. Die zweite und größere kann zunächst auf Kosten der Bauherren geschehen, dann mangelhaften Allgemeinbildung des Volkes und selbst Fraktion, welche bereits neun Vertreter im Conseil muniaber wird man auch aus den Arbeitern, die mehr in die große Fachgelehrsamkeit kann diese nicht erseßen. Selbst cipal( Gemeinderath) von Paris ſizen hat, verfügt der Gewalt der Innung kommen sollen noch mehr heraus- unsere Professoren sind häufig ganz erstaunlich leicht zu zahl nach über einen starken Anhang, ist aber ihrem drücken, wenn erst die Innungen stärker werden. betrügen. Wir sind entschiedene Feinde dieses bequemen geistigen Einfluß nach von keiner Bedeutung. Dies beweist In den Städten und bei größeren Bauten soll die Gehenlassens", das unsere wirthschaftlichen Verhältnisse schon der gänzliche Mangel der Gruppe an Zeitschriften Konkurrenz der Bauunternehmer beseitigt werden, die Guts- verwirrt und bedrohlich gestaltet hat. Gegen die unreelle und einer entsprechender Broschürenliteratur. Jedoch kann befizer und Landleute sollen durch Beseitigung der Schaar- Absicht aber, die der Hauptgrund der Schwindelbauten ist, man der Fraktion nicht absprechen, daß sie sehr rührig ist werker den Meistern tributpflichtig gemacht werden, dafür gegen dieſe„ billigen Männer", die im Wettbewerb einen und viele Gewerkschaften, Fachgenossenschaften und Studienversprechen die Zünftler durch den Prüfungszwang eine Vorsprung suchen, in dem sie die Arbeiter schinden und zirkel an sich herangezogen hat. Diese Fraktion, die sich größere Sicherheit für Gesundheit und Leben, eine Ver- den Bauherrn übervortheilen und betrügen, gegen diese Föderation der sozialistischen Arbeiter Frankreichs hütung von Schaden am Nationalvermögen durch schlechte müßt weder Innungszwang noch Prüfungszwang. Da nennt( auch oft den Namen der Possibilisten führt, da Bauten. Sie schreiben gerne den thatsächlich zutreffenden besitzen wir in unserer heutigen Staats- und Ge- fic, wie ihre geistigen Führer sagen, nur das Mögliche erreichen wollen), hat auch den letzten Umstand, daß sehr häufig schlecht und gefährlich gebaut sellschaftsordnung durchaus keine andern Mittel, als le possible wird, dem Mangel an Kenntniß bei der Bauleitung zu. Strafe und Aufsicht, Richter und Polizei. Man sage nicht, Kongreß einberufen. Wir werden aus den Verhandlungen Sie behaupten, polizeiliche Beaufsichtigung der Bauten, daß es unwürdig wäre, nach behördlicher Aufsicht zurufen. ersehen, daß die Possibilisten auf dem Kongreß gerade das Prüfung der Zeichnungen genüge nicht, um sichere Bau- unfere heutige wirthschaftliche Ordnung, in welcher die Gegentheil von dem verlangten, was sie sich als Possibilisten werke zu erlangen, da würde nur der Befähigungsnachweis Sucht nach Kapitalprofit über alle Sittlichkeit und Mensch- zur Aufgabe gestellt haben. Aber so zwingend wirkt die Abhilfe schaffen. lichkeit hinweg gehen läßt, wo die Gewinnsucht die einzige Macht der Verhältnisse, daß jede Arbeiterbewegung auch " So sagen z. B. die Vorstände der Bau-, Maurer-, anerkannte Triebfeder des Handelns ist, die den zukünftigen mit dem theoretischen Theil der proletarischen Forderungen Steinmetz- und Zimmerer- Jnnung in einer Eingabe, mit Innnngsmeister wie den Schaarwerker leitet, wo jedes in der Zukunft rechnen muß. welcher sie ihren Rath dem Bayrischen Staatsministerium andere Streben als Phantasterei verlacht wird, da ist die Die Possibilisten haben Frankreich in fünf Regionen des Innern unaufgefordert aufdrängen, unter Anderem: behördliche Aufsicht eine traurige Nothwendigkeit, damit( vier in Frankreich selbst und eine in Algier) getheilt, von Warum aber das Baugewerbe, dessen Schöpfungen der Schwächere vom Stärkeren nicht einfach verschlungen denen jede jährlich ihren Kongreß einberuft, und alle fünf Leben und Gesundheit der Mitmenschen gefährden wird. Es können nur ganz gründliche gesellschaftliche Re- zusammen einen Nationalkongreß abhalten. Der eben bekönnen und das Nationalvermögen zu schädigen im formen einen Zustand schaffen, in welchem diese Art der endete Kongreß war von den organisirten Arbeitern des Stande sind, keines Nachweises für das können bedarf, Polizei“ überflüssig ist, nie aber solche kindliche Mittelchen Zentrums( Seinedepartement) veranstaltet. Es war der ist nicht einzusehen." wie Zwangsinnung und Prüfungszwang. VIII. Rongreß. Ferner:" Es ist ja möglich, daß nicht unreelle Uebrigens ist die Probe auch schon darauf gemacht, Ehe wir zu den Verhandlungen selbst übergehen, Absicht die Ursache der vielen mangelhaften ob der Prüfungszwang polizeiliche Beaufsichtigung erseßen wollen wir noch vorausschicken, daß die Franzosen immer Bauten ist; doch, wo das Verständniß fehlt, ist die gute kann. In Desterreich, das seit dem Jahre 1883 den eine große Vorliebe für langdauernde Kongresse mit langBauausführung nur dem Zufall überlassen. Als Mittel Als Mittel Prüfungszwang und die Zwangsinnung hat, haben diese athmigen Tagesordnungen zeigen. Natürlich bleiben die gegen mangelhafte Ausführung bezeichnet man strenge Einrichtungen die polizeiliche Aufsicht durchaus nicht über- meisten, um nicht zu sagen alle, der debattirten Fragen Handhabung der baupolizeilichen Vorschriften und stramme flüssig gemacht, sondern wir hören aus den dortigen Kreisen papierne Beschlüsse und besißen keinen praktischen Werth. Kontrolle der Bauausführungen. Die Erfahrung zeigt der Bauleute selbst laute Rufe nach strengerer Kontrolle Die Tagesordnung umfaßte 5 Hauptpunkte, mit ihren aber, daß dieses Mittel nicht die Entstehung schlechter der Bauten durch die Behörden, um dem Bauschwindel Unterabtheilungen und lautete: Bauten verhindern könne und haben die Lokal- Baubehörden entgegenzutreten, der das reelle Handwerk ruinirt. 1. Der Klassenkampf; 2. die öffentlichen Dienste und auf diesem Gebiete schon ein reiches Material gesammelt; Eine Denkschrift der Wiener Baugenossenschaft( Zwangs- ihre Durchführung; 3. Aufhebung der Stadtsteuern( octrois) doch kaum dürfte irgend ein Gebiet der polizeilichen Ver- Innung) an den Stadtrath von Wien gerichtet, die um und ihre Ersetzung durch eine starke progressive Steuer waltung mit mehr Schwierigkeiten zu kämpfen haben, als Hilfe gegen Schwindel und Wucher bittet, sagt an einer aufs Einkommen; 4. a) Organisation der Arbeit; b) Fachjenes der Baupolizei." schulen; c) städtische Arbeiten, Werkstätten der Gemeinden Wir machen unsere Leser auf den gesperrten Satz in angeregt worden, den Bauschwindel dadurch zu erschweren, daß von „ Es ist von verschiedenen Seiten selbst im Gemeinderathe, auch und Genossenschaften; d) Gesundheitseinrichtungen in den dem letzteren Absatz aufmerksam. Ihm geht voran in dem Seiten der Baubehörden eine strengere Kontrollirung solcher Werkstätten; e) Gefängnißarbeit; f) Frauenarbeit; g) ge= zünstlerischen Schriftstück eine Klage über den Verfall des Häuser vorgenommen werde und sich nicht allein auf die Berant meindliche Unterstüßungskassen für Arbeitslose; h) UnterHandwerks, die Angabe, daß viele Bauleute kein anderes wortlichkeit des Bauführers zu verlassen, da bei solchen unreellen stüßungskassen für Invaliden der Arbeit; i) Arbeitsverträge Bauten der Bauführer wieder nur ein Strohmann ist( ein SchutzStreben haben, als Geld zu verdienen( die Herren Zünstler meister! D. R.), der sich für eine mäßige Entlohnung für die Unter- und Werkstättenordnungen; 5. a) Armenunterstüßung und arbeiten bekanntlich nur um Gotteslohn und im Interesse schrift der Pläne hergiebt und sich dann um den Bau wenig oder ihre Organisation; b) Unterstüßung moralisch verlassener des Nationalvermögens"), daß die Bauten häufig nur gar nicht fümmert, indem solche Bauten meistens vom Baukredit Kinder; c) Spitäler; d) Unterstüßung im Hause; e) Aerztsolange halten, als sie im Besitz der Bauleute sind. Es geber( Unternehmer) selbst, bezüglich der Maurerarbeiten und Stukka- liche Hilfe und f) Apotheken. ist doch ungemein bezeichnend, daß die Münchener Innungs- theils und Steinmetzarbeiten im minderen Maße, in eigener Regie wurde, ist an alle Korporationen, Fachgenossenschaften und teurarbeiten vollständig, bezüglich der Zimmermeisterarbeiten größten- Das Manifest, durch welches zum Kongreß eingeladen meister in einer naiven Aufwallung von Wahrheitsliebe ausgeführt werden." zugestehen, daß, unreelle Absicht" die eigentliche und Wir denken, ein klareres Eingeständniß, daß die Studienzirkel gerichtet, und mehr als 140 derselben haben öftere Ursache solcher Schwindelbauten ist, und nur die Zunftmittelchen dem Bauschwindel nicht begegnen, daß auf die Einladung durch Abschickung von Delegirten geantMöglichkeit annehmen, daß auch mangelndes Verständniß Schwindel und Wucher im Baugewerbe durch Prüfungs- wortet, während im vorigen Jahre nur 108 Gruppen die Ursache sein kann. zwang nicht beseitigt werden kann, ist kaum zu verlangen. vertreten waren. Unter den Delegirten befanden Stelle: Damit ist aber das Richtige getroffen. Wer ein Der Prüfungszwang, der von den Meistern die Konkurrenz sich auch mehrere Frauen, wie die Bürgerin Olga, Bauwerk so hinzustellen versteht, daß es nur eine gewisse, nicht abwendet, wird auch dem Publikum keinen Nußen vom Syndikat der freien Lehrer, die Bürgerinnen Bonnevial von ihm im Voraus angenommene Zeit hält, der muß bringen. Es würde sich aber verlohnen, später einmal zu und Astié de Valsayre von der Gruppe ,, Droits des theoretisch und praktisch im Bauwesen nicht ganz ohne untersuchen, ob er das bauende Publikum und die Arbeiter femmes"( Frauenrechte). Verständniß der Baukunst sein, sondern sie im Gegentheil nicht geradezu schädigt, ohne den Meistern einen wesentrecht gut verstehen, sonst wird er sich unangenehm ver- lichen Nußen zu gewähren, und die wahren Ursachen zu beleuchten, die gerade die reactionären Innungsmeister treiben, nach dem Prüfungszwang zu rufen. Wir behalten uns diese Beleuchtung vor. rechnen. Jawohl, es werden häufig genug Bauwerke aus Unkenntniß der Regeln der Baukunst verpfuscht. Es geschieht das hauptsächlich dann, wenn ein Meister", ganz gleichgültig, ob er ein geprüfter Jnnungsmeister ist oder ein Während der acht Tage der Kongreßdauer fanden täglich zwei Sigungen statt; eine geschlossene am Tage und eine öffentliche am Abend, bei welcher von Nichtdelegirten ein Eintrittsgeld von 25 Cts. erhoben ward. Der Sigungssaal war mit rothen Fahnen dekorirt. Nach der Prüfung der Mandate und nach Einsetzung von fünf Kommissionen behufs Ausarbeitung von Resoungeprüfter Unternehmer, Bauten übernimmt, die eine Aus der französischen Arbeiterbewegung. lutionen über die fünf Punkte der Tagesordnung trat der technische Vorbildung höherer Art vorausseßen, die er 3 Der in Paris vom 7. bis 14. August stattgefundene Kongreß in die Debatte über den ersten Punkt ein, über seiner Ausbildung nach nicht haben kann, ohne einen ge- VIII. Regionalkongreß ist für die Leser der Volks- den Klassenkampf. Es waren dem Kongreß von den bildeteren Baumeister zuzuziehen. Wir könnten da aus Tribüne" in vieler Hinsicht von Interesse. Nicht etwa, einzelnen Gruppen mehr als 20 Berichte präsentirt worden, der Erfahrung viele Beispiele anführen, wo gemauerte daß er den deutschen Arbeitern neue Gesichtspunkte er von denen 18 den Klassenkampf mit all seinen Konsequenzen größere Wasserbassins einstürzten, weil der Meister" öffnete, nein, die auf dem Kongreß verhandelten Fragen annahmen, die übrigen sich aber entschieden dagegen aussie wohl für den Erdschub versichert, den" größeren find den seit 25 Jahren im politischen Kampfe stehenden sprachen. Es muß ausländischen Sozialisten befremdlich Wasserdruck aber außer Rechnung gelassen, wo Ge- deutschen Proletariern wohlbekannt. Aber er zeigt, daß erscheinen, daß die Possibilisten, die stets den Handarbeiter wölbe großer Brauerei- Kellereien zusammenrumpelten, die Arbeiter hier wie überall auf dieselbe Bahn der im Gegensatz zum Kopfarbeiter stellen und legterem seine weil bei Bestimmung der Widerlagerstücken die Aufschüttung Emanzipation gedrängt werden, daß die wirthschaftlich Zugehörigkeit zum Proletariat absprechen, erst jetzt mit der nicht richtig in Ansatz gebracht war, wo Wände sich aus Bedrückten in allen industriellen Ländern unter den näm- nothwendigen Präzisirung der Klassengegensäße kommen. bauchten, weil der aus der Elasticität der Construktion lichen Folgen der modernen Produktionsweise zu leiden Der Kongreß erkannte schließlich das Prinzip an und erherrührende Schub verwickelter Construktionen nicht berück haben, und daß sie zu denselben Schlüssen über Mittel klärte in seiner von der Kommission ausgearbeiteten sichtigt war und ähnliche Fälle mehr. Es waren immer und Wege zur Abhülfe gelangen müssen. Resolution, daß bis zum endgültigen Triumph der polisehr zünftige Innungsmeister, welchen diese kleinen Mal- Manche Punkte der Tagesordnung werden den deutschen tischen und ökonomischen Freiheit die Arbeiterpartei ohne heurs paffirten. Sie hatten ihr Wissen und Können über Sozialisten überflüssig erscheinen, so z. B. die Erklärung Wanken einen energischen Kampf gegen das Bürgerthum schäßt, und geglaubt, die Formelnregister in ihrem Bau- des Klassen gegensages, der doch thatsächlich in allen und seine Parteien führen werde. Auch wurde endlich kalender könnten eine höhere technische Bildung ersetzen. modernen Staaten mit kapitalistischer Produktionsweise ausgesprochen, daß Hand- wie Kopfarbeiter zur großen Wenn aber in Düsseldorf ein städtischer Bau vor kurzer eristirt. Andere wiederum werden ihnen unverständlich Masse des modernen Proletariats gehören. Zeit einstürzte, der von einem Innungsmeister ausgeführt und kleinbürgerlich vorkommen, wie z. B. die Forderung wurde, so war der nicht gepfuscht aus mangelhaftem der ,, services publics"( der öffentlichen Dienste"), die für überraschend schnell erledigt, trotzdem oder vielleicht gerade Daß Thema der öffentlichen Dienste" wurde Wissen und Können, denn der Bau war nicht besonders jeden klar überzeugten Sozialisten innerhalb der heutigen weil es das Steckenpferd der Sozialisten bildet. Möglicher schwierig, sondern aus, unreeller Absicht". Das ist Gesellschaft ein Ding der Unmöglichkeit sind. Denn Weise auch, daß die betreffende Frage denen, welche sie auf die Tagesordnung gebracht hatten, selbst unklar und Leistung gleiche Löhne erhalten, oder daß der Lohn ersterer| keit vom Kapital errungen habe, sei eine ökonomische und verworren erscheint. Natürlich forderten die meisten Gruppen, wenigstens nicht um mehr als um 20 pCt. unter dem üb- politische Emanzipation der Arbeiter möglich, welche die daß die Mehrzahl der Produktionszweige als öffentliche lichen Preise stehe. Andere wiederum, und der Kongreß Verwirklichung der gefaßten Beschlüsse verbürge. Um zu Dienste organisirt, in den öffentlichen Betrieb genommen schließt sich ihnen in seiner Resolution an, fordern, daß diesem Schlusse zu gelangen, hätte man wahrlich nicht würden. In Erkenntniß aber, daß dies im bürgerlichen die Gefangenen nur bei öffentlichen Arbeiten, Straßen-, acht Tage lang zu fißen brauchen. Fragen so rein theoStaate nicht möglich sei, wareu etliche Gruppen für so- Kanalbauten, Abholzung, Bewaldung 2c. Verwendung retischer Natur, wie sie der Kongreß der Hauptsache nach fortige Errichtung von städtischen Bazars, Fleischereien, finden sollen.*) Der Kongreß beschließt außer den bereits berathen hat, werden wohl besser auf einem NationalBäckereien 2c. Die Arbeiterpartei, sagt die angenommene angedeuteten Maßregeln noch die Bildung einer, aus Ar- kongreß erörtert. Es scheint vorzuziehen, daß sich ein ReResolution über diesen Punkt, wird durch wiederholte An- beitern jeder Region zusammengesetzten Kontrollkommission, gionalfongreß mit praktischen, die Organisation und träge die öffentlichen Gewalten zwingen, in Kommune, welche die Arbeiten in den Gefängnissen überwachen soll. Agitation betreffenden Themen beschäftige. Departement und Staat die Produktion und den Konsum Ueber die Frauenarbeit wurde sowohl von den Doch wie bereits bemerkt, die französischen Arbeiter als„ öffentliche Dienste" zu erklären( als ,, gemeinwirth- männlichen, wie unbegreiflicher Weise auch von den weib- liegen so zu sagen in der Mauser und zersplittern ihre schaftliche Angelegenheiten", würden wir in Deuschland lichen Delegirten die urspießerliche Forderung auf Kräfte in theoretischen Fragen, die sie mit großen Phrasen vielleicht sagen), die unter der Kontrolle der Arbeiter- gesteckt, die Frau gehöre an den häuslichen Herd und verbrämen. Dieser Zustand ist Folge der vielen radiorganisationen stehen. zur Kindererziehung." Einer der Delegirten wies schließ- kalen und sozialisirenden Schulen, welche um die Was die dritte Frage, Aufhebung der indirekten lich auf die nicht zu übersehende Thatsache hin, daß die Masse geworben haben. Er wird durch die Macht der Stadtsteuern( octrois) anbetrifft, die von jedem Pariser kapitalistische Produktionsweise die Sphäre der weib- Verhältnisse immer mehr verschwinden, der Verhältnisse, gründlich gehaßt werden, da sie die unentbehrlichsten lichen Thätigkeit verschoben habe, und täglich weiter die sich täglich in schärferen Kontrasten zuspißen und größere Nahrungsmittel, in erster Linie die des armen Mannes verschiebe, und stellte hiernach die Frage dahin richtig, an- Klarheit schaffen, so daß sich bald das Gros der Handvertheuern, so sprachen sich alle Gruppen einstimmig für gesichts des Faktums, daß die Frau an der Produktion wie Kopfarbeiter des Kernes der Sache bewußt werden diese Aufhebung aus. Dagegen wurden verschiedene Mittel theilnimmt, zu fordern: Organisation der Frauen wird. Die vorgeschlagen, um einen Ersaß für diese Steuern zu bieten, in Gewerkschaften und gleiche Löhne mit den Der Klärungsprozeß wird um so schneller und besser welche jährlich 195 Millionen abwerfen. Einige Männern für gleiche Arbeit. Der Kongreß nahm von Statten gehen, je früher eine Vereinigung der PossiGruppen waren für Abschaffung der Steuern ohne Ersay, eine in diesem Sinne gehaltene Resolution an: ,, à travail bilisten mit den Kollektivisten zu Stande kommt. andere forderten eine Abgabe auf bewegliches und un- égal, salaire égal",( für gleiche Leistung, gleichen Lohn). letztere Fraktion zählt in ihren Reihen die besten geistigen bewegliches Kapital, die meisten erklärten sich für eine In Sachen einer Unterstüßungskasse für Ar- Kräfte der französischen Sozialisten und würde neues Einkommensteuer. Eine Gruppe schlug eine sogenannte beitslose wurde gefordert, daß jede Gewerkschaft Leben, frische Entwickelung in die Bewegung bringen, denn ,, kubische Abgabe" vor( impôt cubique), der gemäß die eine solche Kasse einzurichten habe, die von Staat und eine Arbeiterpartei ohne hervorragende geistige Kräfte ist Kommunen nach dem von ihnen eingenommenen Flächen- Gemeinde subventionirt werden müsse. auf die Dauer ein Ding der Unmöglichkeit und muß unraum tarirt werden sollen, während ihrerseits die Kom- Ferner soll eine Kommission ernannt werden, der die vermeidlich zu Grunde gehen. Und wenn sich auch vielmunen die Einwohner nach der von ihnen bewohnten Aufgabe zufällt, die Ursachen der Arbeitslosigkeit zu unter- leicht Persönlichkeiten einer Verschmelzung widersetzen, so Meterfläche mit einer Abgabe belegen. Paris soll in zwei suchen. Als ob die französischen Gewerkschaften die Macht werden die Verhältnisse, mag man wollen oder nicht, zu Zonen getheilt werden und die Abgabe von dem bewohnten besäßen, große Enquêten erfolgreich durchzuführen! Die ihr zwingen. Hoffen wir, daß auch der achte RegionalFlächenraum nach Kubikmetern für die erste Zone 20 Cts., vor etlichen Jahren eingesetzte parlamentarische Kommission, kongreß zur Förderung der Erkenntniß von der Nothwendigfür die zweite 40 Cts. pro Meter betragen. Die Gruppe die über andere Mittel und Leichtigkeit der Untersuchung keit einer Einigung beitragen wird. führt an, daß eine Arbeiterfamilie aus Mann, Frau und verfügte, wie sie den machtlosen, schwach entwickelten GeKind bestehend, der Stadt jährlich 184 Frcs., das ist werkschaften Frankreichs zu Gebote stehen, hat nichts zu Die Krisis der irischen Politik. 17 Prozent ihrer Gesammtausgaben für Lebensmittel Tage gefördert. Was ist also in dem Falle zu erwarten? an octroi bezahlt, während der Reiche mit 10 000 Frcs. Die Resolution wird, wie so viele andere, auf dem Papier London, 22. Auguft. Den HauptgesprächsEinkommen nur 1 pCt. oder noch weniger an Stadtsteuern bleiben, um so mehr, da die französische Bourgeoisie nur gegenstand bietet gegenwärtig, neben dem vor einigen entrichtet. Die Resolution fordert demgemäß gänzliche zu solchen Neuerungen bereit sein wird, die ihr nicht schaden, Stunden gehängten Mörder Israel Lipski, die behördliche Aufhebung der indirekten Stadtsteuern und einen Ersaß sondern nüßen. Handhabung des irischen Ausnahmegesezes. Und in derselben durch eine gerechtere Abgabe, über deren Natur Was die Arbeitslosigkeit und ihre Ursachen anbetrifft, der That ist diese lettere eine derartige, daß sie in einem sie sich nicht weiter äußert. so müssen doch die französischen Arbeiter nicht vergessen, einigermaßen freien Staate wohl Aufsehen erregen kann. In Bezug auf die Organisation der Arbeit daß sie eine Plage in allen modernen kapitalistischen Län- In Deutschland freilich würde kein Hahn darnach krähen; erklärt der Bericht, daß sie nur möglich sei nach erfolgter dern ist und eine Folge der bestehenden Produktionsweise, dort ist man infolge des Sozialistengesetzes schon an ganz Sozialisirung von Grund und Boden sowie der Produktions- der Ueberproduktion, respektive des Unterkonsums. andere Dinge gewöhnt. Aber hier in England erregt mittel. Vorläufig fordern die Gruppen Schaffung von Die nämlichen Forderungen stellt der Kongreß an schon das Verbot eines Vereins Aufsehen, und besonders städtischen und departementalen Werkstätten, Staat und Kommune, was die Schaffung von Unter- eines Vereins, der sich über ein so großes Gebiet erstreckt die unter Aufsicht von Delegirten der Gewerkschaften stüßungskassen für Arbeitsinvaliden anbelangt. und so viele Mitglieder zählt, wie die irische Nationalstehen; ferner einen achtstündigen Normalarbeitstag, Patrone( Unternehmer), Gemeinde und Staat sollen aus- liga. " strenge Durchführung der vom Gemeinderathe fest- helfen; die Invaliden der Arbeit müssen auf Rechnung der Ein solches Verbot ist aber dieser Tage erfolgt; denn gesetzten Arbeitslöhne bei städtischen Arbeiten, Orga- Gesellschaft erhalten werden, wie die vom Kongreß ange- wenn es auch die englische Heuchelei nicht direkt ein Vernisation von Arbeitsbörsen und„ Arbeitskurszetteln".*) nommene Resolution besagt. bot, sondern beschönigend eine Proklamation", eine GeVon den Fachschulen fordert der Kongreß, daß sie Den Arbeitsverträgen und Fabrikordnungen fährlichkeitserklärung nennt, so ist und bleibt es in seinen unter Mitwirkung der betreffenden Korporationen und gegenüber fordert der Kongreß deren sofortige Aufhebung, Wirkungen doch dasselbe, was man in Deutschland ein Gewerkschaften eingerichtet werden, und einen technischen da alle Verträge und Reglements nur zu Gunsten der Verbot" nennt. Absatz 6 des gegen Irland gerichteten und wissenschaftlichen Unterricht bieten. Die Delegirte des Besitzenden gemacht sind. Ausnahmegesezes lautet nämlich in deutscher UeberSyndikats der Lehrer, Bürgerin Olga spricht für einen In der lezten Frage der Tagesordnung über Armen- fegung wörtlich folgendermaßen: ,, Wenn der Lord- Stattallseitigen Unterricht der Arbeiterkinder:" Das Ideal unterstützung beschließt der Kongreß, daß die Arbeiter- halter die Ueberzeugung gewinnt, daß irgend eine Verbinkann nicht ein professioneller( für ein bestimmtes Fach partei mit allen Mitteln die Aufhebung der jetzigen Dr- dung sich gebildet hat zur Begehung von Verbrechen oder zugeschnittener) Unterricht sein. Wir müssen bestrebt sein, ganisation und Handhabung derselben zu bekämpfen habe. zur Aufreizung zu solchen oder zu Gewaltthätigkeiten oder das menschliche Wesen von Kindheit an zu allen Professio- Die schlechten und ebenso schlecht gehandhabten Einrichtun- zur Einschüchterung, oder auch zur Verhinderung nen vorzubereiten. Das Individuum hat kein Recht gen seien dadurch zu ersetzen, daß die soziale Solidarität" der Vollstreckung des Gesezes oder zur Störung der sich zu spezialisiren, bis es nicht ein Minimum von von Gemeindewegen organisirt werde.**) Ruhe und Ordnung, so kann er diese Verbindung als ge= allgemeinen Kenntnissen erworben hat." Es ist stark Mit Annahme der angedeuteten Beschlüsse über die fährlich proklamiren. Wer dann einer solchen Geselldaran zu zweifeln, daß der Kongreßbeschluß in der verhandelten Punkte hat der Kongreß seine Arbeit beendet. schaft angehört oder deren Versammlungen einberuft oder nächsten Zukunft zur Ausführung gelangen werde. J. B. Clément, einer der Führer der Partei, war naiv beiwohnt oder in irgend einer Weise denselben Damit dies der Fall sein könne, müßte zuerst die Kinder- genug, von den sozialistischen Stadtverordneten(!!) die förderlich ist, macht sich eines Vergehens schuldig und arbeit beschränkt werden. Seit 1874 eristirt in Frankreich Verwirklichung der angenommenen Resolutionen zu fordern. verfällt dem summarischen Gerichtsverfahren." Und weiterein Gesetz über Schutz der Kinderarbeit, aber seine Wirkung Die Gemeinde solle den Staat retten!! Ein anderer behin heißt es: ,, Wer auf Grund des neuen Gesetzes schuldig ist gleich Null, da sich weder Patrone( Unternehmer) noch kannter Parteiführer, Allemane, warnte dagegen die An- befunden wird, verfällt einer Gefängnißstrafe von sechs Regierung, noch die Arbeiter selbst um den Erlaß kümmern. wesenden vor der Illuſion, die Beschlüsse des Kongresses Monaten." Daraus folgt also, daß selbst derjenige, der An diesem Punkte müßten vorläufig die organisirten Ar- schon von und in dem heutigen Staate verwirklicht zu der Versammlung einer als gefährlich proklamirten" Verbeiter den Hebel einsetzen, dann könnte auch von der Organi- sehen. Erst wenn das Proletariat sich seine Unabhängig- bindung auch nur beiwohnt, ohne weiteres einer Gefängsation der Fachschulen etwas zu hoffen sein. nißstrafe von sechs Monaten verfällt, und daß also eine In Bezug auf die Hygiene der Werkstätten er- übliche ,, Verbot." *) Zwei Berichte über diese Frage bieten reichhaltiges Material. derartige Proklamation wenigstens nicht gelinder ist, als hebt der Kongreß die Forderung der Einsetzung einer der eine Bericht führt aus, daß es nüßlich und moralisch sei, die das in Deutschland übliche Verbot." Gefangenen arbeiten zu lassen, doch dürften sie nicht die Thätigkeit Gesundheitskommission, die aus zwei Dritteln Arbeitern des freien Arbeiters lähmen und beschränken. Darauf zählt er die Der Unterschied liegt lediglich in der Haltung der und einem Drittel Fachleuten( Architekten, Aerzten, Hygieni- Gewerbe auf, die in erster Linie durch die Konkurrenz der Gefäng- öffentlichen Meinung derartigen Maßnahmen gegenüber. kern) zusammengesetzt sein soll, und deren Mitglieder vom nißarbeit zu leiden haben. Es sind dies diejenigen der Knopf- und in diesem Punkte zeigt sich so recht, daß selbst bei Departement aus entschädigt werden.**) Laute Klage wird arbeiter, Bürstenbinder, Spiegelmacher, Tischler, Tape: den hiesigen Konservativen noch eine gewisse Selbständigzierer, Stubllechter, Arbeiter in sogenannten künstlichen Edelüber das schlechte Trinkwasser erhoben, das in den steinen, in Schließhaten für Portemonnaie's, Rahmen keit herrscht. Ich habe in den letzten zwei Tagen mit Arbeitervierteln ist. arbeiter 2c. Die Knopfarbeiter leiden in Folge der Gefängniß einer großen Anzahl von Mitgliedern konservativer Vereine Im Punkte der Gefängnißarbeit wollen etliche arbeit an einer Lohnreduktion von 50 pct., das Gefängniß zahlt oder mit sonstigen konservativ gesinnten Persönlichkeiten Gruppen, daß Sträflinge wie freie Arbeiter für gleichen der Spiegelfabrikation wird für gleiche Arbeit dem Sträfling Diese neueste Regierungsmaßregel ausgesprochen. Und 3 fr. 25 cts., was dem freien Arbeiter mit 13 fr. gelohnt wird. gesprochen, und die erdrückende Majorität hat sich gegen I fr. 25 cts., dem freien Arbeiter 7-8 fr. gezahlt. Die gleiche Ur*) Wir können uns an dieser Stelle nicht einer kleinen kritischen sache hat in den letzten 27 Jahren den Lohn der Stuhlarbeiter pro was nun gar die Anhänger Gladstone's anbetrifft, so Nebenbemerkung enthalten. Sämmtliche angeführte Forderungen, Dußend Stühle von 60 auf 33 fr. herabgedrückt, Tischler und Holz- sprechen sie sich, selbst in ihren Zeitungen, über die Resowie diejenige für Beseitigung der„ Marchandeurs"( Zwischenhändler, bildhauer erhalten im Gefängniß 45-50 cts. pro Stunde und gierung in einer Weise aus, die in Berlin mindestens fleinere Unternehmer zwischen den großen Unternehmern und Arbeitern) müssen täglich 11 Stunden arbeiten; der freie Tischler hat für den zeigen klar, wie wenig die französischen Arbeiter bisher über ihre 9 stündigen Arbeitstag 8 fr. Arbeiter in Portemonnaie's bekommen sechs Monate Plößensee" zur Folge haben würde. Ein Intereffen gewacht haben. Der Gemeinderath hat für alle städtischen pro Groß 2 fr. 60 cts., der freie Arbeiter 9 fr. Der Bericht fordert loyales deutsches Unterthanengemüth sieht sich ganz unArbeiten einen neunftündigen Normalarbeitstag und feste Preise angesichts solcher Thatsachen, daß Sträflinge nicht unter den willkürlich nach den heimischen Pickelhauben um, wenn dekretirt, aber bis auf den heutigen Tag sind seine Beschlüsse nicht von den Gewerkschaften festgesetten Tarifen beschäftigt er diese Fluth von Beamtenbeleidigungen, Majestätsbelei= durchgeführt worden, weil die Arbeiter selbst im Konkurrenzkampfe werden dürfen, oder, was noch besser sei, daß ihnen nur öffent- bigungen, Aufreizungen zum Widerstand gegen die Staatsnicht streng auf deren Beobachtung hielten. Die Patrone( Unterliche Arbeiten überwiesen würden. nehmer) natürlich scheeren sich den Teufel um die bestehenden Gesetze. Der zweite Bericht führt an, daß die Gefängnißarbeit durch gewalt, Aufforderungen zum Ungehorsam gegen die Ge= Was die kleinen Unternehmer anbetrifft( Marchandeurs), denen die schnittlich um 50-60 pCt. niedriger im Brelse steht, als freie Arbeit. eße u. s. w. u. s. w. schwarz auf weiß vor sich sieht. Arbeiten von den großen Unternehmern überlassen werden, so find Die Zahl der in den Gefängnissen Arbeitenden beträgt 19 000 fie bereits 1848 von der Assemblée nationale unterdrückt worden, Männer und 5000 Frauen, Krankheiten und andere Ursachen Blätter so viel auch für deutsche Verhältnisse zutreffendes, Im übrigen bieten die Auslassungen der meisten aber in Wirklichkeit florirt ihr Gewerbe heute noch. laffen jedoch diese Zahl auf 15 000 Arbeiter beiderlei Geschlechts **) Der Delegirte der Rorporation der Köche giebt einen sehr ansammenschrumpfen. Diese Arbeiter verdienen jährlich 2410 404 fr., daß ich mich nicht enthalten kann, wenigstens einige intereffanten Bericht, aus dem wir einige Daten herausgreifen. In welche Summe pro Tag und Kopf 52 cts. ergiebt. Doch kommt Stellen aus der aristokratisch redigirten Pall Mall Folge der Unreinlichkeit und Ungesundheit der Pariser Rüchen beträgt davon auf die Gefangenen selbst nur 1280 000 fr., 965 000 fr. Gazette" anzuführen. anzuführen. Unter der Ueberschrift ,, Ein die durchschnittliche Sterblichkeit der Köche 48 pct., aber 42 pet. von erhalten die Konzessionäre und 165 204 der Staat. ihnen erreichen nicht einmal das 30. Lebensjahr." Der Delegirte**) Das französische Armenwesen beruht bekanntlich vielmehr Schlag ins Wasser" schreibt dieses Organ der„ oberen verlangt genaue Inspektion und veränderte hygienische Einrichtungen auf dem Prinzip der Freiwilligkeit, der privaten Unterstügung, wie Zehntausend" folgendermaßen: der Küchen; viele Fabrikarbeiter schließen sich seiner Forderung in unser deutsches, den Gemeinden und Gemeindeverbänden übertagenes Betreff ihrer Werkstätten, Fabrikräume 2c. an. Armenwesen. ,, Das Verbot der Nationalliga ist erfolgt, und Irland steht, wo es stand. Seine ganze unbezwingbare Kraft ist dieselbe geblie= ben, wenn sie nicht gewachsen ist. Das Brummen eines Ele: änderten Fortbestehen des freien Konkurrenzsystems, durch Denten tönnte ebenso gut einen Gewittersturm vertreiben. Die bloße Selbsthilfe nicht vorwärts kommen, daß sie vielmehr phanten Wilden, welche Pfeile in die Donnerwolfe hineinschießen, ziehen den 4. Uebernahme des Armenwesens durch den Staat. 5. Gewährung unentgeltlichen Schulunterrichts und uebertragung aller Schullaften auf den Staat. 6. Aufhebung der vorsintflutlichen" Gesindeordnung vom Regelung des Aerzte- und Apothekerwesens. Arbeiter Berlins! Sammelt für die am Montag Yerunglückten! Bis jetzt gingen bei den Unterzeichneten bereits 524 Mark ein. Beiträge nehmen entgegen: Fritz Görcki, August Herold, Ferd. Mitan, Admiralstr. 40a. Blitz herbei, den sie verjagen wollen, und so wird auch die einzige durch Geseze das bestehende System abändern müssen. Folge von Mr. Balfours Irrthum darin bestehen, daß die Aufrecht Sind die Gewerkschaften einmal hierüber einig, so werden Jahre 1835, sowie ferner Revision des Polizeiweſens; Aufhebung erhaltung der Ruhe und Ordnung in Irland noch schwieriger fie sehr bald auch darin übereinstimmen, daß diese Politik drückender Polizeis und Ministerialverordnungen; Reform der Gewird als bisher. Von dieser Seite der Sache abgeſehen, betrachten nur durch eigene Arbeitervertreter, aber nicht durch Druck ſetze über Verkehrsmittel; Gewissensfreiheit; Aenderung der wir das Verbot der Liga als einen bloßen Schlag ins Wasser. Es macht einen Platsch! und amüsirt all diejenigen kindlichen Gemüther, auf die alten bürgerlichen Parteien durchgesetzt werden Parochialgesetze zu Gunsten der kleineren Gemeinden und endlich die auch dem Durchpeitschen der Dardanellen durch Xerres als einem kann. Gleichviel wie sich in den nächsten Tagen auch Atte höchster Staatsweisheit zugejubelt haben würden. Aber das die Trades Unions zur Frage des gesetzlichen Normalist auch alles. arbeitstages, der Verstaatlichung des Bodens( das wird Die Regierung dürfte nunmehr Maßregeln ergreifen, um aus ihrem Berbot die Konsequenzen zu ziehen, und insofern ist die Pro- hauptsächlich in Frage kommen bei der„ Reform der Landflamation allerdings ernst zu nehmen. Denn durch die Proklamation gefeße"), der Arbeitervertreter im Parlament stellen werden allein wird nichts erreicht, aber sie seht die Regierung in die Lage; die Diskussion ist eröffnet, weil die Verhältnisse zu dieser jeden Augenblick losschlagen zu können. Und da wir annehmen Diskussion zwangen, und sie wird endlich in der einzig müssen, daß man auf die großen Worte die großen Thaten wird folgen lassen, so sehen wir voraus, daß man die einzige Orga- richtigen Weise zum Abschluß kommen und auch der engnisation zerstören wird, die noch eine wirksame Kontrolle lischen Arbeiterbewegung mehr und mehr zu einem selbstder regierungsfeindlichen Streitkräfte Jrlands möglich ständigen politischen Charakter verhelfen. macht. Die Nationalliga war freilich bei ihrer Gründung wenig besser, als ein Revolutionskomitee. Aber dieses ist auch der Ursprung Alles was wir erreichen werden, der meisten Regierungen. wenn es Mr. Balfour gelingt, die Nationalliga auszurotten, ist das, daß an Stelle der einen großen öffentlichen Verbindung bald unzählige geheime Gesellschafteu entstehen werden, die Mr. Balfour nicht kontrolliren und gegen die er nichts aus Die Nationalliga zerstören, heißt den anarchistischen Kräften freien Spielraum gewähren. Aber freilich, die Liga ist unzerstörbar. Wird fie in ihrer gegenwärtigen Form unterdrückt, so wird sie in einer andern wieder aufleben." richten fann. Stalizerstr. 112. Fr. Tutzauer, Beuthstr. 2. Briefkast e n. Wienerftr. 31. theil ein so einträgliches Bordellhinterſtübchen besitzt, kann man leicht Die von den Bourgeoisblättern so breitgetretene Spaltung" der belgischen Sozialisten ist ein Maurer. Sie haben ganz recht, das Tag und NachtEreigniß von sehr geringer und sehr vorübergehender Bedeutung. Geschlossene Arbeiterorganisationen und zwar schichten arbeiten bei dem Bau Ecke Bellevue- und Königdurchweg mit sozialistischem Wesen und Gepräge hat es Genthinerstr. 3, Baumeister Hin) ist ganz geeignet, zu Unglücksfällen grägerstraße( im Auftrage der Gesellschaft für Bauausführungen, bisher nur im flämischen Belgien gegeben. Und alle zu führen. Es ist Sache der Arbeiterorganisationen, auf diese Organisationen stehen noch vollkommen intakt das Schärffte dem tollen Spiel mit Menschentraft und Menschenda sie haben keinen Mann und kein Atom ihres Ein- leben entgegenzutreten. Leider sind diese Organisationen auf Schritt und Tritt gehemmt. flusses verloren. Die sogenannte Spaltung besteht darin, Lokal- Anzeiger. Sie weisen darauf hin, daß der„ LokalSoweit die„ Pall Mall Gazette", die ich wieder daß es dem aus der organisirten Arbeiterpartei ausgestoßenen Anzeiger" breite Annoncen der Dresdener Böttcher in nung bringt, hole es weder sozialdemokratisch, noch in anderer Weise Demagogen Defuisseaur gelungen ist, einen Theil der um Arbeiter nach Dresden zu locken, während die dortigen Böttcher revolutionär, sondern durch und durch aristokratisch wallonischen französisch sprechenden Arbeiter in streiken. Sie entrüsten sich über diese Haltung eines Blattes, das Ist es nicht gerade, als ob sie dieses Zwist mit der organisirten Arbeiterpartei zu bringen. Er lieber darüber entrüften, daß es Arbeiter giebt, welche doch soviel von den Arbeitern gelesen werde. Sie sollten sich redigirt wird. mit Bezugnahme auf gewisse Zustände in Deutschland ge- hat nämlich den nicht bloß schlecht organisirten, sondern aus diesem ganz in niedrigem Klatsch aufgehenden schrieben hätte, und ist es nicht mit Sicherheit voraus auch politisch ganz ungebildeten wallonischen Arbeitern Blatte ihre geistige Nahrung schöpfen. Die Billigkeit iſt zusehen, daß das englische Ausnahmegesetz gegen die Irländer genau ebenso wenig Erfolg haben wird, wie das eingeredet, sie brauchten bloß alle die Arbeit auf kurze hier kein Entschuldigungsgrund. Außerdem, wenn man im Annoncen Zeit einzustellen und ,, die soziale Revolution sei gemacht" billig sein. deutsche gegen die Sozialdemokratie? Derartige Bewegungen ein Blödsinn, den die belgischen Sozialisten natürlich bekönnen eben nicht durch Zwangsgeseße unterdrückt werden. fämpfen mußten. Da die Idee der allgemeinen Arbeits- Achtung! Um einen Ueberblick über die einstellung vorläufig unausführbar und das Fiasko gewiß Schicksale und die gegenwärtige Lage ist, so kann es auch keinem Zweifel unterliegen, daß die der Berliner Arbeiter- Organisationen wallonischen Arbeiter sehr bald zur Einsicht gelangen zu gewinnen, möchten wir gern aus jedem einZum Mindesten ebenso interessant wie der Vorgang selbst zelnen Gewerk einen ausführlichen Bericht: ist die Beurtheilung, welche er in der Presse gefunden hat. über die Gründung der Fachvereine, LofalverStatt zu bedauern, daß die wallonischen Arbeiter auf die bände, Lohnkommissionen, über das Verhalten vernünftigen Rathschläge der Sozialisten nicht gehört haben, der Behörden, über den Fortschritt oder Rückwird nur Schadenfreude geäußert und obendrein der ganz Der zwanzigste Jahres kongreß der englischen unbedeutende Defuisseaux zu einer wichtigen Berlen aan gang der Vereine, über ihre gegenwärtige MitPerson aufGewerkschaften( Trades Unions) wird vom 5. September gepufft. Das läßt tief blicken. Es scheint fast, als ob gliederzahl und Wirksamkeit( Streiks, Arbeitsab in Swansea stattfinden. Auf der Tagesordnung steht es manchen Herren lieb wäre, wenn die Wallonen nächstens nachweis, Herberge, Unterſtüßungen 2c.) Wir Das Haftpflichtgesetz vom Jahre 1880; die Forderung nach wieder einen frischen und fröhlichen Hungeraufſtand machten! hoffen durch die Veröffentlichung dieser Berichte die Arbeitervertreter im Reichstag wesentlent; wie werkschaftsbewegung stehen oder standen und lament; Reform der Landgefege; internationale Gewerkschafts- die Landtagswahlen in Sachsen lautet, wie folgt: lich zu unterstützen. Personen, die in der Ge* WAME R Die Irländer stehen denn auch dieser neuesten Regierungsmaßnahme sehr gleichgültig gegenüber. Sie werden unzweifelhaft mit der Bildung von geheimen Gesellschaften beginnen. Möge Herr Balfour dann zusehen, wie er mit diesen fertig wird. Politische Nachrichten. unter Anderem: Vermehrung der Fabrikinspektoren; Wirthschaftsgenoffenschaften und Gewerkschaften; die Arbeitervertretung im Parverbände; soll vom Staat ein Gesez, die achtstündige Arbeits: zeit betreffend, verlangt werden? werden, daß Defuisseaux ein politischer Charlatan ist. Das sozialdemokratische Wahlprogramm für 1. Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und 2. Aufstellung von Garantien für eine vollständige Vereins: Vereinsgesetzes. geheimen Wahlrechts für den Landtag und die Gemeindewahlen. Die geneigt sind, die Berichte zu übernehmen, Die Tagesordnung beweist wieder einmal, wie auch die englischen Gewerkschaften mehr und mehr darauf hin- und Versammlungsfreiheit durch entsprechende Revision des wollen davon den Redakteur dieses Blattes behufs vorheriger Rücksprache gef. in Kenntniß gedrängt werden, sich mit der Gesetzgebung zu beschäftigen; 3. Einführung einer einzigen progressiven Einkommenwie sie mehr und mehr einsehen, daß sie beim unver- steuer in Staat und Gemeinde. ſetzen. Verband deutscher Zimmerlente. Lokal- Verband Berlin, Centrum. Versammlung: Montag, d. 29. Auguſt cr., Abends 8 Uhr, Beuthstr. 8, Gratweil's Bier: hallen. Tages- Ordnung. 1. Vortrag. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder findet statt. Der Vorstand. Zimmerleute Berlins und Umgegend. Wir ersuchen um sofortige Einsendung der noch außenstehenden Sammellisten. Arbeitsnachweis der Zimmerer Berlins und Umgegend, Beuthstr. 10. Die Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt ihr Lager fertiger Herren- Garderobe, sowie reichhaltiges Lager in- und ausländischer Stoffe, ebenfalls Futter, Borte und Knöpfe. Herren- Garderoben jeder Art werden nach Maaß angefertigt. Der Vorstand. Fachverein d. Posamentirer und Berufsgenossen. Versammlung: Montag, d. 29. August, Abds. 8½ 1. im Königstädt. Rafino, Holzmarktstr. 72. Tgs.- Ord.: 1. Vortrag von Herrn Dr. Benken= dorff. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. An sämmtliche Kränze- und Blumenhandlung Tischler u. Berufsgenossen von A. HOFMANN, Tegeler Chaussee 1, nahe dem katholischen und Dankeskirchhof. Der Eintritt in den Verband der deutschen Tischler mit dem Site in Stuttgart findet jeden Sonnabend von 8-10 Uhr Abends in der Adalbertstr. 16 im Lokale bei Herrn Werschke statt. Der Eintrittspreis bes trägt 20 Pfg., der wöchentliche Beitrag 10 Pfg. Verein Versammlung der Vergolder Möbel Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin der Sattler und Fachgenossen. Berlins am Montag, den 29. Auguft, Abends 8/2 Uhr, Inselstraße 10 bei Schäffer. Um zahlreichen Besuch bittet der Einberufer. Interessen- Verein der Kisten- u. Koffermacher. Montag, d. 29. August: Mitglieder- Versammlung in den Arminhallen, Kommandanten- Straße 20. Tages- Ordnung. 1. Vortrag des Herrn Lehrer Kunert über: Rückschritt, Stillstand und Vorschreiten in der welthistorischen Erziehung der Menschheit. Motto:( Diesterweg) durch Alles das Eine: Menschenbildung. 2. Antrag betreffs Unterstügung der Nichtmitglieder in Streitfällen und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Bei pünktlicher Lieferung der Volks- Tribüne, sowie des ,, Berliner Volksblatts" empfiehlt sich Max Kirsch, Zeitungsspediteur, Ritterstr. 107, Ede Prinzenftr. 28. Don Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Avis! Die nächste Vereins- Versammlung findet am Sonnabend, den 3. September in Grat weil's Bierhallen, Beuthstr. 8, statt. Der Vorstand. Der Fachverein der Metallschleifer und verw. Berufsgenossen veranst. am Sonntag, den 28. d. Für Schmiede, Schlosser, Maschinenbauer, Kupferschmiede empfehle meine seit 10 M. eine Landparthie nach Grünau. Jahren bestehende F Feilenhauerei. Gewissenhaftes glühen, hauen und härten der Feilen. Bestellungen auf neue Feilen und Raspen nehme gern entgegen. Fachv.sämmtl.an Holzbearbeitungsmaschinen beschäft. Arbeiter. Mitglieder- Versammlung. Montag, den 29. August, Abends 81/2 Uhr bei Säger, Grüner Weg 29. Tages- Ordnung: Erledigung eines Unterstüßungs- Gesuchs. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Vorstand. Zum Schulbilder- Einrahmen empfiehlt sich R. Königsberg, Buchbinder, Louis Rennthaler, Feilenhauer- Meister, Berlin S. O., Pücklerstraße 10. Ich empfehle mich zur pünktlichen u. zeitigen Besorgung der Berl. Volks- Tribüne fowie sämmtlicher Zeitungen und Journale. J. Lüder, Zeitungs- Spediteur, Genthiner Straße 35. Roh- Tabak. Billigste Bezugsquelle Berlins L. Tann& Otto, Treffpunkt Spielplat um 11 Uhr. Für Getränke ist bestens gesorgt. Große F Schuhmacher- Landpartie nach Köpnic, Sonntag, d. 28. d. M., Abfahrt Vormittag 10 Uhr vom Schlesischen Bahnhof. 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Dann kam ihr ein ihrer Meinung nach glücklicher Gedanke, das, meine Liebe, sagte Madame Rührmund unterwegs, den sie ausführte sie machte einen Hebammen- Cursus durch das weiße Taschentuch noch immer an die Augen drückend. und ließ am Hause ein elegantes Schild anbringen mit Dann fügte sie hinzu: Wir gehen doch eine Tasse Kaffee dem bekannten Draht, der die Wand hinauf zu laufen trinken? scheint. Was lernte Madame in ihrem neuen Metier Der kleine Hügel ist längst verfallen, der Stab mit Kennen Sie Madame Rührmund, meine Gnädige? nicht Alles, was für Einblicke in gewisse Familienverhält der Nummer liegt ausgerissen daneben. Fräulein Meta Nicht? Wie sollten Sie auch! Die Sphäre, in der Sie nisse bekam sie nicht! Sie hätte jedenfalls auf noch mehr tanzt jeden Abend im„ Gesellschaftshause" und erinnert sich bewegen, schließt diese Bekanntschaft von vornherein Kundschaft hoffen dürfen, als sie nach zweijähriger Eta- sich wohl nur in jenen Fällen ihrer Jugendsünde, wenn aus, die reine Luft die Sie täglich athmen, ist frei vom blirung bereits besaß, wenn ihr nicht als„ kluge Frau" ihr ehemaliger Chef, der jetzt verheirathet ist, aus alter aus, die reine Luft die Sie täglich athmen, ist frei vom eine kleine Unregelmäßigkeit passirt wäre, die sie auf die Anhänglichkeit dem Balllokal einen Besuch abstattet und Dunst der Arbeiterviertel und jenem aus dem Geruch von Anklagebank brachte. Zu ihrem Glücke wurde sie wegen sogleich von ihr in Anspruch genommen wird. Menschenschweiß, aufgehängter Wäsche und Küchenabfällen zusammengesetzten fragwürdigen Duft, den man am besten Mangels von Beweisen vor dem Wollspinnen in ,, ausge" ohne dies Seit jener Zeit hat die Mutter der Engel ihren Ruf mit den Worten„ Es riecht nach Armuth" bezeichnet. Und wählter Gesellschaft" gerettet, aber der ferneren Ausübung als Pflegefrau begründet und erweitert. Die Mädchen doch würde Ihnen der Name nicht so fremd erscheinen, ihres Berufes für verlustig erklärt. Ihre neueste und empfehlen sie unter einander, die vier Wiegen werden niemals leer. Es ist ein öffentliches Geheimniß, daß sie erinnerten Sie sich nur unseres letzten Gespräches. Es erfolgreichste Periode begann. Eines Tages ging sie durch die Straßen, als ihr Kinder zu Engeln mache, die Polizei blickt ihr auf die war von jenen beklagenswerthen Geschöpfen die Rede, aber Beweise sind ihr noch nicht erbracht welche vergeblich nach einem Vater rufen. Ein Zeitungs- Fräulein Meta begegnete: eine leichfinnige Ladenmamsell Finger, blatt, auf welches zufällig Ihr Blick fiel, gab die Anregung. aus der Kommandantenstraße, welche von ihrem Chef ver- worden. Die jungen Mütter bauen auf fie, und das ist Sechstausend außereheliche Kinder wurden im vori- führt worden und vor sechs Monaten unter dem Beistande maßgebend. Päppelkinder im zartesten Alter nimmt sie gen Jahre in Berlin geboren?!" riefen Sie aus und von„ Madame" Mutter geworden war. Wie ein auf- am liebsten auf. Wer will für das Leben eines wenige fügten hinzu:„ Das ist ja fürchterlich! Was wird aus geblähter Pfau tam sie daher gerauscht. Der Puppenkopf Monate alten Wesens bürgen? Schlechte Nahrung, schlechte und der Schatten des Todes senkt diesen Kindern, wo bleiben sie?" drehte sich jedem Schaufenster zu, um in der Spiegelscheibe Luft, Unreinlichkeit, Als Antwort begann ich Ihnen eine Geschichte aus das schwarze Satinkleid mit unzähligen Volants( das sich langsam aber sicher auf die unschuldigen Züge. jenen Tagen zu erzählen, wo ich von früh bis spät nach neueste ,, Beruhigungs- Angebinde" des Herrn Chef), welches Madame profitirt bei jedem Todesfall. Gewöhnlich hat meinem ersten Verleger suchte; ich nannte Ihnen flüchtig prallfizend die unkeuschen Glieder umschloß, einer Musterung sie das Pflegegeld vorausbezahlt bekommen, und bei dem Begräbniß fällt den Namen einer Frau, mit der ich weit draußen in einer zu unterwerfen. Fräulein Meta zeigte troß alledem eine thut sie es niemals, Vorstadt Thür an Thür wohnte-- Ach, ich sehe im mürrische Miene. Ihre Stiefmutter, der das späte Aus- immer etwas ab. Viel Aerger hat sie mit den Kindern Geiste, wie Sie verständnißinnig nicken und höre Sie bleiben der lebenslustigen Tochter nicht mehr behagte, nicht; schreien sie zu sehr und wollen durchaus nicht schlafen, sagen: Ich entsinne mich jetzt, wir wurden damals durch hatte sie sammt ihrem Kinde vor die Thür gesetzt. Für so genügt ein Löffel voll Rum oder irgend etwas Anderes, einen mißliebigen Besuch gestört; benußen Sie nur die das lettere, welches zeitweise bei einer Freundin aufgehoben um die Augenlider schwer zu machen. Anna, ein schief= war, mußte also eine Pflegefrau beschafft werden. Madame gewachsenes Mädchen von fünfzehn Jahren, das in die Gelegenheit und fahren Sie fort zu erzählen. Also: Madame Rührmund, genannt die Mutter der Rührmund hatte sofort ihren Plan gemacht. Hier war Fußstapfen ihrer Herrin und Gebieterin tritt, leistet ihr Engel Sie lächeln? Ich verstehe: Sie finden ein Stück Geld zu verdienen, ohne daß man viel zu ris- dabei vortreffliche Dienste. Sie nimmt zwei Kinder wie diese Bezeichnung komisch; ich nur satyrisch. Mein Stuben- firen hatte. Dieser liebe, süße, gute Engel von Kind, zwei Bündel Flicken und treibt sich mit ihnen an Sommer= follege, ein verpfuschter Student der Philosophie, ein guter mit den großen blauen Augen, sollte in ganz fremde tagen auf der Straße umher, seßt sie schließlich in einen Junge, der heute irgendwo in Amerika sein Dasein fristet, Hände kommen? Gott bewahre! Zu was wäre sie, die Winkel und amüsirt sich mit den halbwüchsigen Jungen hatte sie aufgebracht, als wir in der Stille eines Sommer- allbekannte Rührmunden mit dem guten Herzen, denn ihrer Bekanntschaft. Die Rührmunden besitzt eine vortreffliche Beobachtungsabends im offenen Fenster lagen, die Dampfwolken des vorhanden, wenn sie nicht solcher Würmer sich annehmen " 1 ehrlich getheilten Tabaksrestes der jenseitigen Häuserreihe follte?! Fräulein Meta war hocherfreut, man wurde bald gabe. Ein Blick auf die vor ihr stehende neue„ Kundin" entgegenbliesen und dem stillverrauschenden Leben des tief einig, und die herzensgute Frau" übernahm das Kind genügt, um sie nach dem Werth ihres Leichtsinns, ihrer unter uns brütenden Berlins lauschten. Entseßliches mit dem ihr ein Dußend Mal versicherten Trost, daß Solidität und vor Allem ihrer Zahlungsfähigkeit zu tariren. Kindergeschrei schallte aus dem Fenster unserer Nachbarin, Er" durchaus nicht knausere. Die Rührmunden ließ sich Fabrikarbeiterinnen, falls sie ihr nicht von guter Seite eine Pause trat ein, dann ein Röcheln, ein leises Gurgeln das Pflegegeld, pro Monat acht Thaler, für jedes Quartal empfohlen, weist sie grundsäßlich ab, gebraucht aber die ein seltsamer überirdischer Ton, als wolle ein kleines vorausbezahlen; nachdem vier Monate vergangen waren, Ausrede, daß sie keinen Platz habe, und giebt ihnen die Wesen noch einmal in einem einzigen Laut alles das aus- starb der Knabe- an Entkräftung meinte der Arzt, an Adresse einer„ Collegin", die weniger heikel ist und von die Brechdurchfall versicherte die Mutter des ersten Engels" der sie ihre Provision bekommt. Besuch, von dem sie drücken, was es bisher gelitten hatte. Todtenstille gleichgiltige, blecherne Stimme einer Frau:„ Es ist alle Jedermann im Hause; die Milch tauge in der ganzen etwas zu erwarten hat, empfängt sie höchst freundlich und mit ihm, Anna lauf zum Doktor!" Der Philosoph blickte Gegend nichts! Dieser süße, kleine Knabe, was hätte aus regalirt ihn mit Kaffee und Kuchen. Jungen Müttern, zum sternenklaren Himmel empor und sagte:„ Die Mutter ihm nicht Alles werden können! Wie lieb habe sie ihn die eine Affenliebe für ihre Kinder zeigen, begegnet sie der Engel ist eine brave Frau, sie sorgt dafür, daß die nicht gehabt! Verstohlen fuhr die Hand nach dem Auge, mit Mißtrauen; sie haben die Augen überall und könnten Wanderung kleiner Seelen im besten Gange und ihr Schuld- um eine Thräne zu suchen, die jeder Zuhörer erwartet ihr gefährlich werden. Des Sonntags ist Empfangstag. buch da oben ewig offen bleibe". Unsere Wirthin im Fenster haben würde, nur nicht sie. Als Fräulein Meta am Die Kinder sind gebadet und sauber angekleidet, Madame links hatte das vernommen, und am andern Tage sprach felben Abend, benachrichtigt von dem Tode ihres Erst- beugt sich angesichts jeden Besuches über die Bettchen und die ganze Nachbarschaft nur von der Mutter der Engel." geborenen, die vier Treppen emporgestiegen war, heulte schäkert mit ihren Lieblingen". Die Rührmunden ist Man würde sich eine durchaus falsche Vorstellung fie auf nach der Manier von trauernden Menschen, denen von seltener Gefälligkeit, besorgt Alles für von der Pflegefrau recte Engelmacherin Madame Rühr das Schluchzen nicht aus der Seele kommt, die aber klingelt. Herein tritt Helene Zimmermann. Die Zimmermund machen, malte man nach dem so eben Gehörten sie durchaus ihren Schmerz beweisen wollen. Sie beruhigte mann ist ein langes, mageres und verblühtes Geschöpf, sich im Geiste als ein häßliches, schmußiges Weib mit schlech- sich jedoch bald. Alles in Allem genommen, war das dem nur die wirklich regelmäßigen Gesichtszüge und ein Sie sie wiegt sich Kind ihr doch eine rechte Laft gewesen. Da es einmal hübsches Augenpaar etwas Angenehmes verleihen. ten Manieren aus. Im Gegentheil Geld. Es sich elegant in den Hüften, die weiße Haube leuchtet, der da war, mußte man in seine Existenz sich fügen, nun geht sehr ärmlich gekleidet, arbeitet als Sortirerin in einer Mund lächelt, sobald es gilt den„ Kundinnen" gegenüber aber war es jedenfalls besser aufgehoben. Der Stein des Tabaksfabrik, verdient bei sechzigstündiger Arbeitszeit sieben zu repräsentiren. Frau Marthe im„ Faust" könnte ihr Anstoßes, der den Weg zu einer Ehe, auf welche man Mark wöchentlich und ist brustkrank. Madame hat sie bedoch wie jedes andere Frauenszimmer hoffte, versperrte, nachrichtigt, daß ihr zwei Monate altes Mädchen, das in als Vorbild gedient haben. Wie an ihrem Aeußeren, so sieht auch in ihrer Woh- war so zu sagen aus dem Wege geschafft, man konnte sehr schwachem Zustande aufgenommen wurde, verstorben nung Alles blank und sauber aus; vom blizenden Meffing- leichter athmen, sorgenloser der Zukunft entgegen gehen. sei. Madame hätte die Aufnahme nicht riskirt, wenn der Nicht wahr, meine liebe Frau Rührmund, Sie be- Bräutigam der Zimmermann, welcher Tischler ist und knopf der Klingelschnur bis zu den milchfarbenen Gardinen, welche dem Nachbar vis- à- vis unschuldsvoll in die Scheiben sorgen doch alles Nöthige zur Beerdigung? Wir wollen Helene zu heirathen gedenkt, nicht gut gesagt hätte. Die leuchten, und dem zinnernen und Kupfernen Kochgeschirr, das in aller Stille machen. Hier sind meine Papiere Simmermann jammert, denn sie hat ihr Kind lieb gehabt das die Bretter der Küche ziert. Die Rührmunden hält und vorläufig hundert Mark.„ Er" will durchaus, daß und kann den plöglichen Tod nicht begreifen, während die auf Ordnung in ihrem Haushalt„ von wegen die er anständig begraben werden soll. Du lieber Himmel, Rührmunden diesen Schmerz nicht versteht. Das BegräbPolizei", wie böse Zungen behaupten. Sauberkeit und es hat nicht sollen sein!- Fräulein Meta, das lebende niß soll so einfach wie möglich sein, denn viele Mittel Solidität machen immer einen guten Eindruck- Niemand Resultat schlechter Erziehung und des frühen Einflusses sind nicht vorhanden. Madame fängt an zu rechnen. Den weiß das mehr zu schäßen, als Madame im vierten Stock entsittlichender Umgebung in einem„ Bazar", zerdrückte die Leichenwagen könnte man sparen. Für zwei Mark erklärt rechts: so etwas imponirt, raubt das Mißtrauen und legte Thräne in ihrem Auge und begann zur Entschädigung fie fich bereit, den Sarg selbst nach dem Kirchhof zu bewahrt die Reputation. Wollte man den Hauswirth fragen, für die Abwälzung der Begräbnißvorbereitungen auf sorgen. Mit solch einem kleinen Wesen brauche man nicht viele Umstände zu machen! In der Dämmerung hüllt wer am pünktichsten die Miethe in der Kaserne bezahle, Madamens Schultern von der Landpartie am Nachmittag so würde in der Antwort der Name Rührmund unaus- des morgenden Sonntages zu sprechen, deren wegen sie sie sich in einen weiten Mantel, schlägt ihn über den kleinen bleiblich sein; und würde man ihn weiter darüber inqui- am Vormittage noch viele Laufereien habe: die Puhmacherin Sarg, ſeßt sich in eine Droschte und tritt in Begleitung riren, wer sich am ruhigsten den Flurnachbaren gegenüber müsse an der Garnirung des Hutes noch etwas ändern, Helenens, die natürlich den Wagen noch bezahlen muß, den Weg an. Es ist ein kalter Novembertag, der Wind verhalte, so müßte man sich mit der Nennung desselben Handschuhe fehlten noch, und so weiter. Während die Rührmunden die Phrase von den fährt über die Stoppeln und treibt die welken Blätter Namens bescheiden. Schließlich wäre es nicht unerhört, die Worte über sich ergehen zu lassen: die Rührmunden„ Todten, die am besten aufgehoben sind", zum Besten gab über die Gräber, die Schollen raffeln, die Arbeiterin schreit ist eine gute, gottesfürchtige Frau; sie bringt ihr Leben und rasch nach der Banknote griff, begegneten sich die laut auf, und die letzte Ehre ist erwiesen. damit hin, gegen geringes Entgelt arme Kinder wie die Augen Beider. Die Blicke ſagten Alles: ich weiß, ich Sie beugen sich über Ihre schlafenden Kinder und berühren Schrecklich!" höre ich Sie sagen, meine Gnädige. habe Dir eine Wohlthat gethan, und: ich bezahle Dich mit zärtlichem Blick deren Lippen.„ Und eristirt die Rühreigenen zu hegen und zu pflegen. Die Mutter der Engel hat wie alle Menschen, welche anständig dafür! Zwei Tage später in der Dämmerungsstunde wurde munden noch?" fragen Sie. Ich erwidere: sie lebt, sie mit der Zeit ein Raffinement sich angeeignet haben, das grade genügt, um die Welt zu täuschen ihre Antecedentien. der schmucklose Sarg( Madame hatte natürlich den billigsten lebt und webt als Vertreterin einer ganzen Gattung. Es Ihr Seliger war einer jener Männer, welche Alles ver- ausgesucht) in aller Stille nach der Leichenhalle des neuen mag Abweichungen geben, hin und wieder mögen beffere suchen und denen nichts gelingt, weil sie nichts Vernünf- Thomaskirchhofes, weit draußen an der Brißer Chaussee Charaktereigenschaften zu Tage treten, aber das Gewerbe tiges gelernt haben. Dieser verfehlte Beruf treibt zum gelegen, geschafft. Und nach abermals zwei Tagen stand ist vorhanden. Rousseau beginnt seinen„ Emil" mit den Agententhum: Geldvermittler, Commissionäre für die ver- die Rührmunden mit Fräulein Meta an der offenen Gruft Worten:„ Alles ist gut, geht es aus den Händen der schiedensten Dinge, Rathgeber in heiklen Angelegenheiten, einer jener langen frischaufgeworfenen Gräberreihen, deren Natur hervor; Alles entartet unter den Händen des in denen das Zuchthaus eine große Rolle spielt, sind die kleine Hügel darauf hindeuteten, daß hier nur Stätten Menschen." Und ich möchte behaupten: Es giebt straflose VerTitulaturen derer, welche in diesem schmußigen Strome für die kleine Welt zu haben seien.„ Er" habe nicht schwimmen. Madame Nührmund hatte also eine gute kommen können, versicherte Fräulein Meta; das Geschäft brechen, welche die entseglichsten an der Menschheit sind. Schule. Als fie Wittwe ward, legte sie sich auf's Zimmer- nehme ihn zu sehr in Anspruch. vermiethen, wobei es nicht immer sehr reinlich zuging. Die achte Reihe, Numero fünf merken Sie sich An Ferdinand Laffalle. ( geb. den 11. April 1825, geft. den 31. August 1864.) In seine Hochburg bist Du ihm gedrungen, Dem Feind, Du fluggewalt'ger Königs- Aar, Du stießest scharf hinein in seine Schaar Und hast verblutend um den Sieg gerungen; Dein Name und Dein Wort sind nicht verklungen; So dröhnet Sturmgeläute ehern klar, Wir hören grollend es in Kampfgefahr, In jedem Streitlied, das von uns gesungen. Du sahst aus Deiner Höh' nur junges Grün, Doch drangvoll schon ist's in den Halm gegangen, Schon sezt die Aehre an verlangend kühn; Und da der Völkerfrühling angefangen Mit leisem morgenlichen Sonnenglühn, Hat sterbend noch Dein Blick daran gehangen. Friz W. O. Kunert. Die litterarische Revolution des „ Jüngsten Deutschland."*) hunderts. Wie in der Sturm- und Drangperiode" Rein- Auch Hermann Conradi stellt es als seine Aufgabe hold Lenz, Göthes Studienkollege in Straßburg, nebst hin in seinem„ Licht den Lebendigen" auf pg. 92 der Genossen sich zur Devise nahm„ Wir rufen dem kommen- ,, Modernen Dichtercharaktere" sich zum Anwalte derer zu den Jahrhundert", wobei sie hauptsächlich die Befreiung machen, die ausgestoßen nur des Tempels Stufen und von dem Tyrannenjoche kleinstaatlicher Fürstenmisere und nie das Allerheiligste betreten" ,, Wo sich in bangen Dualen Um nie gelöfte Räthsel müht ein Geift, Wo auf die Wangen, die verfall'nen, fahlen Der Hunger seine Fingerspur geprägt, Wo sich in wildem Ingrimm eine Hand Zur Faust zusammenballt; wo stets verkannt Ein Mann im Innersten Empörung hegt, Empörung gegen sie, die Kettenschmieder, Da tret' ich hin und singe meine Lieder, Ja, Lieder, die ich nicht erkünftelt und erdacht, Die ich aus tiefstem Seelenschacht Aus meines Herzens Tiefe trug an's Licht, Und was ich nicht gefühlt, das sing' ich nicht." Des Sängers Lied soll zwar, dessen ist sich Conradi den Augen bannen, allein seine Lieder Sie flammen wild zusammen zu dem Schwur: ,, Licht den Lebendigen, die Nacht den Todten." andern drückenden Fesseln, also hauptsächlich politische Motive im Auge hatten, so leuchten die Stürmer und Dränger" unserer Tage den sozialen Problemen kühn ins Angesicht. Die Verhältnisse haben sich eben von Grund auf verändert. Seit der großen französischen Revolution vor 100 Jahren ist der vierte Stand auf der Bildfläche erschienen, von der er nicht so leicht wieder verschwinden wird. Die soziale Frage ist eine brennende geworden in dem Maße, daß selbst eine so aristokratische Regierung wie die unsrige sich deren Konsequenzen nicht mehr entziehen kann und durch Palliativmittel, wie Unfallversicherung und Krankenkassen, nach bureaukratischem Schema eingerichtet, die murrende Menge zu beschwichtigen sucht. Und bei bewußt, Balsam auf die Wunden legen und die Thränen dieser Gestaltung der Dinge sollte der Dichter, der be- aus rufenste Interpret dessen, was Tausende bewegt, gleichgültig und unbekümmert um den Pulsschlag der Gegenwart bei Seite stehen? Nein und abermals nein! Der Geist Den Vertretern der hier kurz sfizzirten modernsten des Künstlers wiegt mehr als das Wert der Kunst" singt Gattung der Lyrik, schließt sich Bogumil Curtius mit der bereits citirte Lenz. Darum muß jeder unbefangene seinem in den„ Modernen Klängen"( Berlin, bei Wilhelm Beurtheiler, in dessen Bruſt ein warmes Herz für das Latte) soeben veröffentlichten sozialen Epos„ Prinz Jason" Vor einigen Tagen erschienen im Verlage von Wilhelm Wohl und Wehe seiner Mitmenschen schlägt, trotz mancher würdig an. Dem Verfasser, dessen satyrisches Zeitgemälde Lathe in Berlin Moderne Klänge" von Bogumil Curtius. Unebenheit der Form und Ueberschwänglichkeit des Inhalts, recht lebhaft der Form nach an Heine's Wintermärchen" Wer ist Bogumil Curtius? höre ich unwillkürlich den welchen wir nörgelsüchtigen Kritikern, wie Malkowsky und erinnert, wie es auch, ohne daß der Dichter darin im verehrten Leser ausrufen. Bogumil Curtius ist ein An- Dr. Bernhard Westenberger in den Neuen poetischen Entferntesten seine Selbständigkeit aufgiebt, inhaltlich einhänger und Bekenner des Jüngsten Deutschland". Was Blättern"( 1886, pg. 174) ohne Weiteres zugeben, mit zelne Ankläuge an den„ ungezogenen Liebling der Mufen" versteht man denn eigentlich wird die weitere Frage Freuden das Auftreten eines Sängerkreises begrüßen, der aufzuweisen hat, kommt es offenbar weniger darauf an, lauten unter dieſem sogenannten Jüngsten Deutschland"? die poetische Behandlung einer so schwierigen und zugleich von der allbekannten„ Argonautensage" ein einheitliches Das Junge Deutschland" mit seinen litterarischen Ver- so bedeutsamen Materie auf seine Fahne geschrieben hat. Bild zu entwerfen, als in diesem harmlosen Gewande tretern Heine, Gußkow, Laube, Dingelstedt, Theodor Mundt, Bedeutet es denn nicht einen gewaltigen Fortschritt der grelle Streiflichter auf die gegenwärtig bei uns bestehenden Wienbarg und Kühne ist zu bekannt und schon zu oft in Poefie, wenn z. B. gegenüber dem fortwährenden Singsang Staats- und gesellschaftlichen Verhältnisse zu werfen. So seiner Bedeutung gewürdigt worden, als daß es hier einer von Lust und Liebe und selig goldener Zeit" von Friedrich schließt das Ganze mit einer schrillen Dissonanz ab. Von - ein vollständiger Abbesonderen Besprechung bedürfte; dagegen schwebt der Be- Adler in seinem vierstrophigen Gedichte Nach dem Streit" dem Geiste, der dieses Fragment griff„ jüngstes Deutschland" noch in einem gewissen Halb- mit dem erschütternden Refrain„ Allein wir hungern, schafft feelt, legen nachfolgende Proben, die sich noch durch BeiRefrain ,, Allein schluß scheint in Wirklichkeit gar nicht beabsichtigt uns Brod" und von Carl Heuckell in seinem ,, Lied vom Oskar Blumenthal in seinen neuerdings erschienenen Arbeiter" mit dem am Schlusse jeder Strophe wiederspiele aus den sich an das Epos anschließenden recht gelungenen lyrischen Gedichten reichlich erweitern ließen, ein Aufrichtigkeiten" urtheilt über dasselbe in einem„ Das kehrenden Zeilenpaar beredtes Zeugniß ab: jüngste Deutschland" betitelten Epigramme folgendermaßen: bunkel. " 1 Grün- Deutschland nennt sich eine Schaar Von polternden Scribenten, Sie einen den denkbar größten Mund Mit den denkbar kleinsten Talenten. Des Selbstlobes widriger Dunst und Dampf Bezeichnet ihre Pfade, Sie schufen noch keinen Froschmäusekampf Und prahlen schon eine Iliade. 1 " 1 ,, Der Hammer sinkt, die Esse sprüht, Das Eisen in der Flamme glüht" entwirft Arno Holz in der ersten Strophe seines„ Sonntagsidyll", 1884 verfaßt, mit plastischer Gestaltungskraft ein abgerundetes Bild eines schönen Herbsttages, um in der zweiten Strophe folgendermaßen fortzufahren: ein so düsteres Nachtbild von dem aufreibenden Kampfe ums Dasein und von all den traurigen Konsequenzen des. unversöhnlichen Kontrastes zwischen Kapital und Arbeit entworfen wird, daß diese Schilderungen an drastischer und doch zutreffender Gestaltung der Situation ihres Gleichen suchen und nach meinem Dafürhalten wenigstens den Hätte dieses absprechende Urtheil seine Berechtigung, stimmungsvollsten Lenzgedichten unserer Goldschnittpoeten so verlohnte es sich in der That kaum über die genannte ebenbürtig an die Seite gesetzt werden können. Darum litterarische und zumeist lyrische Richtung ein Wort zu geht aber unseren modernen sozialen Lyrikern der Sinn verlieren. Dem ist aber nicht so. Schon die Thatsache für all das Herrliche in der Natur keineswegs ab. Der allein, daß ein geistvoller Epigrammatiker, wie dies Blumen- wesentliche Unterschied zwischen ihnen und ihren Vorgängern thal ohne Zweifel ist- jedenfalls hervorragender als besteht vielmehr darin, daß sie nicht wie diese die WunderEpigrammen wie als dramatischer Dichter gegen diese werke der Schöpfung um ihrer selbst willen schildern, größtentheils noch in recht jugendlichem Alter stehenden sondern lediglich im Zusammenhange mit den Erscheinungen Poeten die scharfen Pfeile seines Spottes schleudert, könnte des realen Lebens, oft sogar nur zu dem Zwecke, um uns eines Besseren belehren. Allein abgesehen davon liegt, einen Gegensatz zwischen der schönen Außenwelt und dem um das Gegentheil dieser Vermuthung darzuthun, eine schweren Alltagsleben der Proletarier zu konstruiren. So Reihe anderer bedeutsamer litterarischer Publikationen vor, auf die ich nicht umhin kann gelegentlich Bezug zu nehmen. Hierher gehört in erster Reihe Carl Bleibtreus bereits in zweiter Auflage( Leipzig bei W. Friedrich) erschienene Revolution der Litteratur", ferner Paul Fritsches„ Die moderne Lyriker- Revolution", B. Malkowky's Pamphlet, „ Das lyrische Jung- Deutschland" im„ Zeitgeist" Nr. 9, 1886, und zahlreiche Recensionen über die neue Dichterschule, deren wesentlichste Produktion in Wilhelm Arents Moderne Dichtercharaktere"( Berlin 1885) ihren Sammelpunkt gefunden hat. Das bezeichnete Werk ist außerdem mit Einleitungen von Hermann Conradi und Carl Heuckell versehen. Die drei zuletzt genannten Männer, sowohl Arent, als auch Conradi und Heuckell, wie auch die oben erwähnten Bleibtreu und Fritsche gehören selbst zu Ver- Vollständig dieselbe, soeben gekennzeichnete Tendenz tretern dieser Richtung. Als Hauptrepräsentanten derselben verfolgt Paul Fritsche in seinem„ Es werde Licht", wie laffen sich mit Fug und Recht wohl die beiden Brüder dies Hart, Heinrich und Julius, anfübren. Von letterem werden im laufenden Jahrgange des Deutschen Dichterheims" in einer Artikelserie„ Die litterarische Bewegung der Gegenwart" interessante Aufschlüsse über das Denken und Wollen dieser poetischen Stürmer des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts gegeben. Soviel über die Litteratnr, welche diese Bewegung bereits gezeitigt hat, wenden wir uns nunmehr zu den Erzeugnissen. Als ein gemeinsamer Grundzug, der sie alle durchweht, läßt fich das Bestreben feststellen, den Kreis der für den Rahmen der Dichtkunst gewöhnlich als geeignet geltenden Stoffe zu erweitern. Unverkennbar ist hierbei die Aehnlichkeit mit einer gewissen Richtung gegen Ende des vorigen Jahr*) In dem Feuilleton unserer No. 2 war gesagt worden ,,, von dem mächtigen Leben, das sich gegenwärtig in den breitesten Volksschichten regt, von dem ganz eigenthümlichen und neuen Geiste in den Massen des werkthätigen Voltes" pulsire vom Roman natürlich abgesehen nichts in unserer modernen Poesie. Gleichjam zur Erwiderung darauf übersendet uns Herr Dr. Carpin den obenstehenden, schon vorher abgefaßten Auffaz. Wir gewähren demselben gern Aufnahme, bemerken aber ausdrücklich, daß wir die ,, Doch also wars nur draußen fern im Haag, Durch die Fabrikstadt schlich der Werkeltag, Das schwarzberußte Schurzfell um die Lenden War er bemüht die Woche zu beenden. Er ließ das Eisen wie im Licht erglühn, Und mehr als hundert Effen Funken sprühn, Und unbekümmert um den eignen Jammer Schwang er den centnerschweren Schmiedehammer. Hier wars ein Schienenwagen, dort ein Schiff, Der Schornstein rauchte und der Dampfhahn pfiff, Die Räder rollten ewig um im Kreise, Und alles drehte sich im alten Gleise." nachstehendes Beispiel beweisen wird: ,, Heut' will ich ganz moderner Dichter, Will Proletarierdichter sein, Heut' ruf' ich euch als Sittenrichter Ein ,, Richtet recht" ins Herz hinein. Scherzt nicht bei frohen Feftgelagen Vom Pöbel, der es so" gewohnt Ihr kennt ja kaum vom Hörensagen Das Elend, das euch stets verschont. Euch fallen ja bei müß'gem Lungern Noch reiche Renten in den Schoß! Kennt ihr die Schreckenstunde ,, Hungern", Das Jammerstöhnen ,, Obdachlos"? Ihr stolzt einher in Sammtgewändern Berschleudert Tausende für Tand, Verhäßlicht euch mit bunten Bändern Und schließt der Armuth Herz und Hand! Ihr schlaft auf weichen Flaumentissen, Und fahrt vier Pferde lang juchhei! schlägt euch niemals das Gewissen, Fühlt ihr euch ganz von Sünden frei? Auf Posten jeder und der Sieg ist euer! Wer legt die Hände schlaff in seinen Schoß? Auf! Säumet nicht! Sonst wird das Ungeheuer Der soziale Nothstand riesengroß. Es werde Licht" ist vorläufig nur erst ein Torso. mitgetheilten Verse nur bringen, um die Behauptung zu belegen, Der Verfasser will hier, nach dem von ihm selbst pg. 49 daß in der That die Poeten des Jüngsten Deutschlands" in ihrer feines Werkchens Die moderue Lyriker- Revolution" aufWeise mit den sozialen Problemen der Gegenwart ringen. Mit ber rein fünstlerischen Schäßung der modernen Lyrit hat das gestellten Programm, in einer Reihe ideal zusammenhängennichts zu thun und Herr Dr. Carpin scheint uns am Schlusse mit der Bilder ein großes Gemälde unserer Zeit und der in seinem Lobe zu freigiebig. Die zuletzt abgedruckten Strophen von ihr pulfirenden bösen und guten Mächte liefern," er will Bogumil Curtius erscheinen uns z. B. als die bedenklichste versgeworbitten, drohen, verspotten, warnen", und sein Lied soll dene Prosa. Aber hier handelt es sich nur darum, ob der Inhalt von den fozialen Strömungen der Gegenwart beeinflußt ist, und ein Bliz sein, der mit seinem Donnern(? d. R.) und da hat Herr Dr. Carpin das Wort. D. R. Knattern weiteste Kreise aufweckt, vielleicht sogar zündet." " ,, Das, was ist, das ist vortrefflich?" Nein der Satz mir nicht behaget; Vieles muß noch anders werden, Eh' ich es vortrefflich nenne. Ueberall hört man die Klagen, Daß die Zeiten gar so schrecklich, Daß der Reichthum bei den Menschen, Doch zn ungleich sei vertheilt. Diese Klagen sind berechtigt, Hab' gar oft schon überzeugt mich, Nichts davon ist übertrieben, Nein, mir scheint, es ist noch schlimmer. Für die allerschwerste Arbeit Ist der Lohn nur ein geringer, Kaum, daß er genügend ausreicht, Für die Kleidung, für das Essen. Und des armen Mannes Kinder Wachsen auf mit Schmutz und Rindvieh, Für Veredelung der Seele Sorgt bei ihnen man gar wenig. Zu dem Lafter, zu dem Diebstahl Läßt man förmlich sie erziehen; Warum sollen sie entbehren Während Wuch'rer Rothwein saufen? In des Parkes dunklen Gängen Harrt die Gräfin des Geliebten, Strafbar ist nicht ihr Betragen, Denn sie hat nur ein ,, Berhälmiß“. Macht die unerzog'ne Tochter Jenes armen Proletariers Aus der Schönheit eine Quelle, Die die Eltern reichlich nähret, Werden gallig alte Tanten, Spuckt der Dirne in's Gesicht man, Und hat sie kein Sittenbüchlein Führt man ab fie in's Gefängniß.. Geht ein fleiß'ger Schlossermeister Nach des Tages schwerer Arbeit Abends in ein freundlich Gasthaus, Sich am Glase Bier zu laben, Drückt der Richter, drückt der Lieutnant Schleunigst sich aus dem Lokale: ,, Länger fann man hier nicht bleiben, Weil gemischt sehr die Gesellschaft." be= Naturgemäß ist es, daß derartige Lehren seines Erziehers auf Jason nicht ohne Einfluß blieben, denn sein ,, Herz war unermeßlich Schlug mit Feuer für die Freiheit Und durch seine Seele wogten Heil'ge, ftrahlende Gedanken. Ja ich will die Welt beglücken, Will Genuß den Armen schaffen, Warum ift er ausgeschlossen Aus der befferen" Gesellschaft? Ist es etwa eine Schande Einen Kittel anzuziehen? Ist das Handwerk wen'ger achtbar, Als die Rechtsverdreherei? Stüßt ein fleiß'ger, braver Pflüger Nicht oft mehr mit seinem Eisen, Als ein herrischer Minister, Als ein feiger, dummer Lieutnant? Bin aus freier Ueberzeugung Socialist, das heißt ein Volksfreund, Glaube, daß wir dann nur Menschen, Wenn wir frei und gleich und Brüder. Wollen materiellen Wohlstand Und den Fortschritt wir uns sichern, Muß die Produktion geregelt Und ganz frei sein die Entwicklung. Nur des freien Volkes Wille Darf gesellschaftliche Formen, Darf Geseze sanctioniren, So ist sicher uns der Fortschritt. Gänzlich frei muß sich vollziehen, Die Entwicklung jedes Volkes, Volkes Wohl und Volkes Wille Sind die heiligsten Principieu." Für die Post, Telegraphen, Marine- und Heeresverwal- soll man sich natürlich von der Verfolgung seines erkannten tungen, fowie für die vom Reich oder von einem BundesWas hat der Verunglückte von der Berufsgenossenschaft zu beanspruchen? Der Verunglückte hat von der Genossenschaft zu beanspruchen: a. vollständiges und unentgeltliches Heilverfahren vom Beginne der 14. Woche nach Eintritt des Unfalls bis zur vollendeten Heilung; ftaate für Reichs- bezw. Staatsrechnung verwalteten Eisenbahnbe- guten Rechtes hierdurch nicht abhalten lassen. triebe, sämmtlich einschließlich der Bauten, welche von denselben Wie hat man sich bei der mündlichen Verhandlung für eigene Rechnung ausgeführt werden, tritt an die Stelle der vor dem Schiedsgericht weiter zu verhalten? Berufsgenossenschaft das Reich bezw. der Staat, für deffen Rechnung die Verwaltung geführt wird. Soweit hiernach Als Kläger eine Vertretung durch Väter, Vordas Reich oder ein Bundesstaat an die Stelle der Berufsgenossen münder, Bevollmächtigte ist ohne Schwierigkeiten gestattet schaft getreten ist, werden die Befugnisse und Obliegenheiten der wird man zunächst aufgefordert werden, seine Ansprüche Genossenschaftsversammlung und des Vorstandes der Genossenschaft zu begründen. In unbefangener und möglichst klarer durch Ausführungsbehörden wahrgenommen. Weise setzt man alsdann auseinander, weßhalb man mit der Rente, welche die Genossenschaft bewilligt, nicht zufrieden sein könne, weßhalb die infolge des Unfalls eingetretene Erwerbsunfähigkeit größer sei, als die von der Genossenschaft angenommene u. f. f. Stüßt sich die Genossenschaft auf das Zeugniß eines Arztes, so stelle man den Antrag auf Untersuchung durch einen anderen Arzt resp. einen Sachverständigen. Auch ist es zulässig, Zeugen laden b. eine vom Beginn der 14. Woche nach Eintritt zu lassen, welche zu dem Falle Aussagen machen können. des Unfalls an für die Dauer der völligen oder theil- Letzteres wird besonders statthaben müssen, wenn die Geweisen Erwerbsunfähigkeit zu gewährende Rente. nossenschaft bestreitet, daß der Unfall ein„ Unfall beim Betriebe" gewesen sei. Die Verhandlung kann, wenn es nöthig erscheint, behufs Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen vertagt werden und der Kläger ist berechtigt, einen diesbezüglichen Antrag auf Anberaumung eines neuen dem Gericht ist vor allen Dingen von Nöthen; man überTermins zu stellen. Ein ruhiges, besonnenes Auftreten vor lege seine Worte wohl und hüte sich, Ausfälle gegen Personen zu machen, von denen man vielleicht glaubt, daß sie bei der Abwickelung der Entschädigungsfrage hinderlich gewesen, wenn man nicht ganz bestimmte Beweise in Händen hat. Man achte wohl auf die Ausführungen des Gegners und suche, nachdem man den Vorsitzenden um nochmalige Geſtattung des Wortes ersucht hat, dieselben zu widerlegen. Das Urtheil wird in der Regel in der öffentlichen Verhandlungssigung verkündet; die Verkündigung kann auch auf eine spätere Sigung vertagt werden, welche in der Regel binnen einer Woche stattfinden soll. Was haben die Hinterbliebenen bei einer Tödtung zu fordern? Rente. a. von der Krankenkasse ein Sterbegeld von mindeB. Das Verhalten im Falle der Tödtung. Wohin wenden fich die Hinterbliebenen behufs Erlangung des Sterbegeldes? Wir glauben es Conradi gern, wenn er in der Einleitung zu den Modernen Dichtercharakteren" es ablehnt, sei es speziell für die Salons sei es für die Badezimmer oder Spinnstuben zu singen. Wir singen frei und offen, wie es uns um's Herz ist, für den Fürsten im geschmeidefuukelnden Thronsaal, wie für den Bettler, der am Wegstein hockt und mit blöden, erloschenen Augen in das verdämmernde Abendroth starrt." Diesen Vorfäßen ist es somit einzig und allein zuzuschreiben, daß sie bis auf wenige Bevorzugte, die jedoch schon zu den„ Gemäßigten" gehören, in weiteren Kreisen kaum zur Geltung gelangt find. Für das größere Publikum ist eben, wie ihre Gesinnung, so auch ihre Sprache viel zu wenig geglättet und gefeilt, im Gegentheil ist sie viel zu markig, viel zu gedrungen, mit einem Worte bei weitem zu urwüchsig. Der vorhandene Sprachschatz reicht ihnen für die Fülle ihrer ftens 30 Mark und Gefühle nicht mehr aus; sie suchen nach neuen Wortbilb. von der Unfall- Berufsgenossenschaft eine nach dungen, was ja an und für sich kein Fehler ist, aber Maßgabe des§6 des Unfallgefeßes für Wittwen, Waisen durch diese Absonderlichkeit, falls man sie überhaupt so und Aszendenten( Eltern, Großeltern) zu berechnende bezeichnen darf, wird ihre Ausdrucksweise geschraubt, bisweilen für Alltagsseelen nahezu unverständlich. Das Metrum- um auch darüber ein Wort zu verlieren handhaben sie mit der größten Gewandtheit und selbst die antiken Versmaße, welche einzelne von ihnen, z. B. Oscar Linke, mit Vorliebe anwenden, gestalten sich unter ihren Händen zu freien Rythmen. Es darf uns allerdings diese Metamorphose nicht Wunder nehmen: Freiheit, Freiheit in der umfassendsten Bedeutung ist das Losungswort dieser durchaus modernen Lyriker- Schule; nur indem sie formell wie inhaltlich neuen Wein in alte Schläuche" gießen, kann es ihnen gelingen, sich die Stellung zu erringen, die sie nach den Bahnen, welche sie kleineren Geistern vollbewußt vorgezeichnet haben, unbedingt verdienen. In In diesem Falle wenden sie sich an den betreffenden Verletzte( resp. die Hinterbliebenen) Rekurs an das Reichs= diesem erhebenden Bewußtsein mögen alle die sich zum Vorstand der Genossenschaft resp. Sektion vermittelst versicherungsamt erheben. Der Rekurs hat innerhalb Jüngsten Deutschland" bekennenden Streiter, sollte auch Schreibens. Die Adresse ist aus dem Genossenschaftsver- vier Wochen( 28 Tagen) nach der Zustellung der Entwider Erwarten der erhoffte Erfolg ausbleiben, ihren Trost zeichniß zu ersehen, auch bei der Ortspolizeibehörde resp. scheidung des Schiedsgerichtes( am besten durch eingeund zugleich den Anfporn zu nie rastendem, zielbewußtem bei dem Betriebsunternehmer, bei welchem der Verunglückte schriebene Postsendung) zu geschehen. Schaffen finden. beschäftigt war, zu erfahren. Das Verfahren vor dem Reichsversicherungsamt ist In welcher Form können die Hinterbliebenen gegen für Kläger und Beklagte kostenfrei. Diejenigen Kosten die Festsetzung bezw. die Ablehnung der Rente durch also, welche dem Reichsversicherungsamt selbst erwachsen, die Berufsgenossenschaft Einspruch erheben? fönnen demselben von keiner Partei zurückvergütet werden. Durch die Einlegung der Berufung an das Schieds- Dagegen können die Kosten, welche den Parteien durch gericht. Die Adresse des Vorsitzenden desselben muß ge- Reisen, Vertretungen 2c. entstehen, einer Partei zur RückA. Allgemeine Verhaltungsmaßregeln. seßlich in dem Bescheide der Genoſſenſchaft angegeben sein. erstattung an die andere ganz oder theilweise auferlegt Somit ist sie von der Ortspolizeibehörde zu erfahren. werden. Ein Antrag auf Rückerstattung der Kosten muß Wofür haben der Verunglückte bezw. seine An: Rechtsbeihilfe ist für die Berufung und Verhandlung in der Rekursschrift enthalten sein. gehörigen oder Hinterbliebenen nach Eintritt des vor dem Schiedsgericht absolut nicht nöthig. Unfalls zunächst zu sorgen? Wie erlangen die Arbeiter die gesetzlichen Entschädigungen bei Verunglückungen? ( Nach Christ's und Stoffer's Katechismus.)*) In allen Fällen wenden sich die Hinterbliebenen am besten an die Krankenkasse resp. die Sterbekasse, welcher der Verunglückte angehört hat. Wie verhalten sich die Hinterbliebenen, wenn nach Ablauf der 13 Wochen eine längere Zeit vergeht, ohne daß sie von der Berufsgenossenschaft, welcher der Verunglückte angehörte, Benachrichtigung wegen der Rente erhalten haben? Was ist das Schiedsgericht? Jeder in einem versicherten Betriebe vorkommende Unfall, durch welchen eine in demselben beschäftigte Person Das Schiedsgericht setzt sich zusammen aus einem getötet wird oder eine Körperverlegung erleidet, welche staatlichen oder städtischen Beamten als Vorsitzenden, sowie eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder ans zwei Arbeitgebern und zwei Arbeitern. Fehlt ein den Tod zur Folge hat, muß bei der Ortspolizei- Arbeitgeber, so nimmt auch nur ein Arbeiter als Richter behörde schriftlich angezeigt werden. Diese veranlaßt an der Verhandlung theil und umgekehrt. demnächst die erforderliche Untersuchung, an welche sich die Einleitung des Entschädigungsverfahrens anschließt. Die Vorstände der unter Reichs- oder Staatsverwaltung stehenden Betriebe haben die Anzeige an die vorgesetzte Dienstbehörde zu erstatten. Der Verunglückte resp. seine Familie soll sich daher nach Eintritt des Unfalls zunächst überzeugen, ob die Anzeige auch erstattet ist. Wer hat den Unfall anzuzeigen? Der Betriebs unternehmer oder in dessen Behinderung oder Abwesenheit derjenige, welchem zur Zeit des Unfalles die Leitung des Betriebs oder des betreffenden Betriebstheiles oblag. Wann muß der Unfall angezeigt werden? Die Anzeige muß binnen zwei Tagen nach dem Tage, an welchem der Betriebsunternehmer oder der Leiter des Betriebes von dem Unfall Kenntnis erlangt hat, erfolgt sein. Was hat der Verunglückte im Falle einer durch einen Betriebsunfall erlittenen Verlegung zunächst zu beanspruchen? Ist für die Einbringung der Berufung an das Schiedsgericht eine Frist festgesetzt? Die Berufung muß nach Eingang des endgültigen Bescheides der Berufsgenossenschaft über die Festsetzung der Rente innerhalb vier Wochen( 28 Tagen) an das Schiedsgericht erfolgen. Welches find die Folgen, wenn die gesetzliche Frift von 28 Tagen nicht eingehalten wird? Die Berufung wird abgewiesen und es verbleibt bei der von der Genossenschaft getroffenen Entscheidung. Alle Ansprüche auf Rente beziehungsweise auf höhere Rente sind nach Ablauf des Termins von 4 Wochen nichtig. Kann gegen das Urtheil des Schiedsgerichtes Einspruch erhoben werden? Gegen das Urtheil des Schiedsgerichtes kann der Das Reichsversicherungsamt ist in allen Unfallsachen die höchste Instanz, gegen dessen Entscheidung es einen weiteren Einspruch nicht giebt. Nachbemerkung. Ist ein Unfall vom Betriebsunternehmer nicht angemeldet worden und auch nicht auf andere Weise zur amtschaft von der Polizeibehörde nicht mitgetheilt worden, weil eine lichen Kenntniß gelangt, oder ist derselbe deshalb der Berufsgenossenmehr als 13 wöchentliche Arbeitsunfähigkeit nicht hat vorausgesehen werden können und bei Ablauf von 13 Wochen die Heilung anscheinend thatsächlich eingetreten war, so müssen die Entschädigungsberechtigten ihren Entschädigungsanspruch vor Ablauf von zwei Jahren nach dem Eintritt des Unfalls bei dem Vorstande derienigen Berufsgenossenschaft, welcher der Betrieb angehörte, selbst anmelden. Nach Ablauf von zwei Jahren ist der Anmeldung nur dann Folge zu geben, wenn zugleich glaubhaft bescheinigt wird, daß die Folgen des Unfalles erst später bemerkbar geworden sind, oder daß der Entschädigungsberechtigte von der Verfolgung feines Anspruches durch außerhalb seines Willens liegende Verhältnisse ab= gehalten worden ist. Die Kolonnenarbeit in der Industrie, speziell in der Buchbinderei und in verwandten Geschäftszweigen. C. Das Verhalten im Falle der Verletzung. Was hat der Verletzte zu thun, wenn er nach AbAus Arbeiterkreisen erhalten wir zur Ergänzung der lauf der 13. Woche( d. h. nachdem die Leistungen der Krankenkasse aufgehört haben) von der nunmehr früheren Auffäße, welche hauptsächlich das Baugewerbe verpflichteten Berufsgenossenschaft keine An- angingen, folgenden Artikel: weisung zur Erhebung der Rente erhält? der Er wendet sich vermittelst Briefes an den Vorstand Berufsgenossenschaft resp. Sektion, welcher sein Beangehört. Kann der Verlegte gegen den Bescheid der Genoffenschaft Einspruch erheben? Der Verunglückte hat zunächst von der Kranken- trieb tasse( beziehungsweise von der Gemeinde- Krankenversicherung), welcher er angehört, zu verlangen und zwar für die ersten 13 Wochen: diejenige Krankenunterstüßung, welche ihm nach den bezüglichen gefeßlichen, beziehungsweise statutarischen Bestimmungen zusteht. Wer ist zur Fürsorge für den Verunglückten vom Beginn der 14. Woche ab verpflichtet? Es giebt kein drückenderes Arbeitssystem der Neuzeit, als gerade das in allen Gewerben überhandnehmende Kolonnensystem. Deßhalb ist es an der Zeit, die Ursachen und Wirkungen desselben darzulegen und zugleich den Weg zu zeigen, wie diesem fluchwürdigen Arbeitssystem abgeholfen werden kann. Seit einigen Jahrzehnten haben sich die meisten Gewerbe aus dem Kleinbetrieb zum Fabrikbetrieb entwickelt. Als noch ein handWenn der Verletzte mit der Höhe der ihm zugesprochenen die Mädchenarbeit noch nicht in der heutigen Weise vorhanden, folgwerksmäßiger Betrieb stattfand, war die Theilung der Arbeit sowie Rente mit Rücksicht auf die ihm verbliebene Erwerbsfähig lich konnte auch kein Mensch daran denken, ein Kolonnenſyſtem einfeit nicht zufrieden ist, so kann er Berufnng an das zurichten. Außerdem hätten die Handwerker von damals, im Ganzen Schiedsgericht einlegen, wobei er sich zu verhalten hat, wie genommen, noch so viel Handwerksstolz und Ehrgefühl besessen, sich oben erläutert. Das Gleiche hat zu geschehen, wenn die laffen. In der Uebergangsperiode zum Groß- und Fabritbetrieb nicht als Kolonnenführer oder Kolonnenarbeiter mißbrauchen zu Diejenige Berufsgenossenschaft, welcher der Be- Genossenschaft eine Entschädigung deßhalb ablehnt, weil trat nun eine immer größere Theilung der Arbeit ein, jobak ieieb trieb, in dem der Verunglückte beschäftigt war, angehört. fie den Unfall nicht als einen Unfall beim Betriebe ansieht. Fabrikant heute einen Spezial- Artikel anfertigt, und jeder Arbeiter nur einen Theil der Waare herstellt. Durch diese Arbeitstheilung Wer trägt die Kosten des Verfahrens vor dem wurden immer mehr ungelernte Arbeiter angelernt, der Handwerker Die Berufsgenossenschaft ist eine auf Grund des UnfallSchiedsgericht? wurde Spezialarbeiter, seine Arbeitskraft verlor dadurch, ohne daß versicherungsgesetzes zum Zwecke der Versicherung der Arer es vielfach selbst merkte, an Werth, die Mädchenarbeit wurde der beiter gegen die Folgen der Betriebsunfälle gebildete Gesellschaft der gleichen Berufsarten( Branchen, IndustrieBilligkeit halber mehr bevorzugt, eine Maschine nach der anderen daß die Arbeiter es durchsetzten, entsprechend die Arbeitszeit zu verwurde erfunden, die vorhandenen wurden bedeutend verbessert, ohne zweigen) angehörigen Arbeitgeber. fürzen. Da man nun, bei Steigerung der Produktion, einen beffer bezahlten Werkführer, Meister oder eine ähnliche Mittelperson zum heraus, wie man zur vollen Ausnutzung der Arbeitskräfte noch Nach dem Unfallversicherungsgesetz sind die Kosten des Schiedsgerichtes und des Verfahrens vor demselben stets von der Genossenschaft( der Unternehmer) zu tragen, insbesondere also auch die Zeugen- und Sachverständigen *) Der„ Katechismus des Unfallversicherungsgesezes gebühren. Die Kosten jedoch, welche den Parteien selbst ( Gemeinfaßlich zusammengestellt von F. R. Chrift u. G. Stoffers. im Verfahren entstanden sind, also die Reisekosten des Anlernen der Arbeiter gebrauchte, so rechneten sich einzelne Fabrikanten Düffeldorf 1887, Preis i Mart)", nach dem die obige Zusammen: Berlegten oder seines Vertreters, sowie auch diejenigen des billiger gelangen könnte. Ein Werkführer ist theuer und hat bis: buch. Bedauern müffen wir aber, daß die Verfasser in ihre Dar: Genossenschaftsvertreters zum Schiedsgericht, können auch weilen nicht einmal Lust und Zeit, seine geweſenen Kollegen so recht ftellung gearbeitet ist, scheint uns ein sehr brauchbares Nachschlage. ftellung selegentlich politische Bemerkungen einfließen laffen, aus dem Kläger, falls er unterliegt, vom Schiedsgericht intensiv auszuschweißen. Man kam daher auf den Gedanken, dieses Im Ausschweißen von den eigensten Kollegen selbst gebung rig. Die Berfaffer mögen ihre Meinen einem Wertführer- oder Meifterpoften gehörte noch immer denen eine ganz übertriebene Werthſchäßung der Versicherungsgesetz- nach dessen freiem Ermessen auferlegt werden. spricht. an anderem Orte verfechten, in ein Nachschlagebuch, daß doch den Arbeitern aller Falle leichtfülzniger, unbegründeter Berufung können dem zu ffen: man gründete eine Kolonne mit einem kolb before en Berlegten also auch bedeutendere Kosten erwachsen. Jedoch Intelligenz, ein Kolonnenführer braucht aber nur die gehörige FrechParteien dienen soll, gehören sie nicht. Zu heit zu besitzen, seine Kollegen und die armen Mädchen bis auf die Knochen auszubeuten. In vielen Fabriken spart man heute schon den Werkführerlohn, man nimmt zu jeder Spezialarbeit einen oder mehrere Kolonnenführer. Jetzt will ich nun zur inneren Einrichtung einer solchen Kolonne übergehen: Nehmen wir an, ein Fabrikant bekommt 100 Duhend Photographiealbums bestellt. Er übergiebt, weil die Theilarbeit durchgeführt ist, die einzelnen Arbeiten den Kolonnenführern der Abtheilungen zu einem festgesetzten Affordpreis. Der Fabrikant hat also vielleicht 4-5 Arbeitszettel zu schreiben, damit ist seine Riesenarbeit besorgt, alles andere besorgen die Herren Kolonnenführer. Die Arbeit wird von Fabrikanten den Kolonnenführern in Afford vergeben, dieser nimmt 2-3 Gesellen, 4-6 Mädchen dazu, läßt aber auf Wochenlohn arbeiten, sonst könnten seine Kollegen sich seinen Verdienst ausrechnen. Nun steht der Kolonnenführer den ganzen Tag dahinter, treibt auf eine ganz schauderhafte Art die Arbeiter und Arbeiterinnen an, arbeitet auch selbst einmal mit übermenschlicher Anstrengung kurze Zeit mit, um zu zeigen, was geleistet werden kann, stärkt fich aber Mittags und Abends, wenn es kein Arbeiter sieht, in Folge seines großen Verdienstes durch einen guten Jmbiß was der Arbeiter nicht kann. Affordpreise, welche der Kolonnenführer erhält, verräth er in seltenen Fällen seinen Arbeitern. = der Buttkammersche Streikerlaß vorhanden. Heute nach drei Jahren stattfindenden Drechslerkongresses durch freiwillige Beiträge aufge= sind viele zur Einsicht gekommen. bracht werden. Ferner ersuchen wir, diese Beiträge am SonnDie einzige Hülfe, solche Mißstände aus der Welt zu schaffen, abend, den 27. August, Abends von 8-8/ 2 Uhr in den nachkann nunmehr nur vom Parlament, von der Gesetzgebung gehofft benannten Zahlstellen abzuliefern: 1. Reichenbergerstr. 16 bei Pätold, werden. Durch Annahme eines wirksamen Arbeiterschutz- Restaurant; 2. Elsasser und kleine Hamburgerstraßen- Ecke, Restaugesetzes können alle die hier beschriebenen Uebel rant; 3. Straußbergerstt. 26 II bei Lüdtke; 4. Gitschinerstr. 61 I, stände aus der Welt geschafft werden. Deshalb müssen bei Sündermann. Für jeden gezahlten Beitrag werden Quittungssämmtliche Arbeiter den Schwerpunkt nach dem Reich stage marken in Höhe des Beitrages auf den Zahlstellen verabfolgt. Laut legen, nur von dort kann endgültige Hülfe kommen. Beschluß der Versammlung vom 17. August werdeu zwei Delegirte, Sämmtliche Gewerkschaften, wo ähnliche Mißstände vorhanden sind, die Kollegen Pindrix nnd Sündermann nach Naumburg entsendet müssen in Fachvereinigungen die Uebelstände hervorheben und auf- behufs Vertretung der Berliner Kollegenschaft. Wir erwarten, daß decken und nach Kräften versuchen, Einhalt zu thun. Aber sie dürfen dies genügt, um die Kollegen an ihre demgemäß entstandenen dabei nie vergessen, daß eine dauernde Hülfe nur durch die Gesetz- Pflichten zu erinnern. Mit kollegialischem Gruß! Die Fünfergebung zu erreichen ist. Kommission. Im gewerblichen Leben starke Arbeiterorganisation en und im Reichstage tüchtige Arbeitervertreter darauf beruht unsere Hoffnung für die Zukunft! Möge sich jeder Arbeiter deſſen bewußt werden! Wir werden nach Kräften dazu beitragen, dieses Bewußtsein zu fördern. Der diesjährige Streik der Stuckateure. Abrechnung. Niefts Salon Kommandantenstr. 71/72 eine öffentliche Versammlung. Die Stuckateure Berlins hatten am Montag den 22. August in Die Lohnkommission gab zunächst ihren Rechenschaftsbericht über den diesjährigen Streit. Es waren demnach: der Unterstüßungsfond vor dem Streit 1108,18 Mt., durch Sammellisten während des Streifs gingen ein 611,80 Mt., außerdem wurden zugeführt von den HamMt., Fachverein von Töpfern Mt., den Die Moore, med belt to Gewöhnlich barni Arbeiterbewegung, Vereine n. Versammlungen. burger Kollegen 130 r., vom Jan Robrlegern 15 Mt., vom Facher über seine geringe Bezahlung. Die Löhne, welche der Kolonnenführer zahlt, sind nach unseren Beobachtungen meistens die Folgenden: für männliche Arbeiter 18-24 Rm., für weibliche 9-12 Rm., für den Antheil des Führers bleiben gewöhnlich immer noch die Woche 70-100 Rm. Was die Kolonnenarbeit in der Goldschnittmacherei ( die bestbezahlte Arbeit im ganzen Gewerk) anbelangt, so zahlt der Kolonnenführer für männliche Arbeiter 24-30 Rm., für weibliche 15-20 Rm., für den ,, Herren" Kolonnenführer bleiben 150-200 Rm. die Woche. Bemerkt sei hier noch, daß durch eine unsinnige Produktionsweise höchstens ein halbes Jahr flott zu thun ist, dann müssen die Arbeiter und Arbeiterinnen aussetzen, für den Kolonnenführer, der stets in erster Linie berücksichtigt wird, bleibt immer etwas Arbeit übrig. Die Buchbinderei, welche in Berlin hauptsächlich noch im Kleinbetrieb steckt, kennt das Kolonnensystem weniger. Wohl aber zeigen sich im Großbetrieb in Leipzig schon Spuren zur Einführung dieses erbärmlichen Arbeitssystems. Kranken: und Begräbnißkasse des Vereins sämmtlicher Berufsklassen. Versammlung jeden dritten Sonnabend im Monat, 9 Uhr Abends, bei Bartell, Flottwellſtr. 5. Neue Mitglieder finden jeder Zeit Aufnahme beim Kassirer M. Zeisig, Teltowerstr. 45, 3 Tr. Fachverein der Granit- und Marmorarbeiter. Am Sonntag, den 28. August findet eine Herren- Fußpartie über Tempelhof, Schmargendorf 2c. statt. Treffpunkt Morgens 63/4 Uhr auf dem Belleallianceplay. Abmarsch präzise 7 Uhr. V von Auch die Kutscher Berlins beginnen sich aufzuraffen verein der Stuckateure vorschußweise 400 Mt., so daß der Gesammtund zu organisiren. Die konstituirende Generalversammlung des bestand mit anderen Zuweisungen auf 2433,88 Mt. sich belief. Die Vereins der Roll- und Laftfuhrwerkskutscher fand am Sonn- Ausgaben waren: an Unterstützungen in der 1. Woche an 91' Streitag Nachmittag unter außerordentlich zahlreicher Betheili- kende 876 Mt., in der 2. Woche an 68 Streifende 462 Mr., an gung statt. Herr Schütte, der erste Vorsitzende des Vereins Ber- abgereifte Kollegen 149 Mt., an Versäumnißkosten, Entschädigungen, liner Droschkenkutscher, wies die Nothwendigkeit der Kutscherorgani- Kommissionssizungen, Drucksachen, Annoncen, Porto u. a. m. 448,10 M., fationen nach, welche bereits im Jahre 1885 angestrebt und für an den Fachverein zurückgezahlt 300 Mt., in Summa 2235,10 mt., nothwendig erkannt worden seien. Eine Verbesserung der Verhält so daß ein Bestand von 198,78 Mt. verblieb. Nachdem die Revi nisse der Kutscher sei nur zu erreichen durch eine starke und feste foren erklärt, die Abrechnung für richtig befunden zu haben, wurde Organisation, durch einen Verein, dem alle angehören, indem der Lohnkommission von der Versammlung Decharge ertheilt. Da der Einzelne nichts vermöge, mit vereinten Kräften aber vieles zn immer noch Sammellisten ausstehen, konnte eine endgiltige erreichen sei. Wie traurig die Lage der Roll- und Last- Abrechnung nicht gegeben werden und soll dies in einer demnächstigen Es ist hier von der Albumbranche gesprochen worden, welche fuhrwerkskutscher sei, lehre allein schon ein Blick auf die Lohn- öffentlichen Versammlung stattfinden. Herr Heindorf mahnte, für bis vor ca. 4 Jahren der lohnendste Beruf für Arbeiter und Unter- und Arbeitsverhältnisse derselben. Des Morgens um 4 oder die Zukunft zu sorgen, indem jeder Kollege dazu beitragen müsse, die nehmer war, weil durch guten Absatz sich hier die Einkommens: 5 Uhr gehen die Kutscher an die Arbeit und an was Organisation zu kräftigen. und des Nachts um 12, 1 Uhr kehren sie verhältnisse etwas höher gehalten hatten, als es in den anderen für Arbeit! Gegen die Gründung einer Produktivassoziation Branchen, wie ich jetzt bei der Lederarbeit zeigen werde, der Fall ist zu ihrer Familie zurück. Dafür erhalten dieselben einen sprach sich nach einem Vortrage des Herrn Miethe der Fachverein Monatslohn von 15, 16, 18 Thalern. Die Trinkgelder, für Schlosser und Berufsgenossen aus. Die Lederarbeit, einstens von den geschickteren Buchbindern in Fabriken angefertigt, ist im Laufe der Zeit zur Haus industrie welche die Kutscher sich durch schwere Arbeit verdienen müssen im herabgesunken. Die Lederwaarenfabrikation ist heute ein Geschäft Dienste der Geschäftskunden, haben mit der Entlohnung gar nichts zu schaffen, da Trinkgelder nur für freiwillige Dienstleistungen verfür fich geworden, hier ist die Maschine noch nicht in den Vorder- abfolgt werden und es sei durchaus ungerechtfertigt, daß die reichen grund getreten. Aber gerade bei der Handarbeit im Hauſe hat sich Spediteure 2c. der Trinkgelder wegen den Monatslohn der Kutscher ein eigenthümliches Kolonnenſyſtem herausgebildet. Der Fabrikant, kürzen. Eine solche Ueberanstrengung könne nur wenige Jahre ausvielfach jetzt Kaufmann, hält sich im Hause Zuschneider. Diese vertheilen die Arbeit außer dem Hause, die Arbeiter nennen sich alsdann gehalten werden, was dann? Das viel empfohlene„ Sparen" sei unausführbar, die Frau müsse meistens noch verdienen helfen, wie gern selbstständige" Meister oder Fabrikant": 3um Theil sind sie also auf die alten Tage sein Brot verdienen, nachdem die GesundInnungsmitglieder, aber, wie wir das gleich sehen werden, im heit ruinirt ist? Hier hätte der Verein vor allem Remedur zu Grunde genommen sind sie nichts weiter als Kolonnenführer. Nachschaffen und alle wären verpflichtet, dem Verein beizu dem das Arbeitsmaterial vom Fabrikanten geholt worden ist, geht treten. Dies geschah denn auch in großartigem Maße, und wurde zu Hause die Arbeiterei los, von der Frühe bis spät in die Nacht dem Redner lebhaftester Beifall gezollt. Die sich anschließende Vor- 4. September in Wohlhaupt's Salon, Manteuffelstr. 9, zum Besten Der Fachverein der Böttcher macht bekannt, daß am wird mit Frau nnd Kind gearbeitet. Andere nehmen sich 2-3 Ge- standswahl ergab folgendes Resultat: Grunow, erster Vorsitzender; des vom Schlagfluß getroffenen und dadurch arbeitsunfähig geworsellen, eine gehörige Portion Lehrlinge, oder auch gar keine Gesellen Nuckwer, Stellvertreter; Schwandt, Kassenrendant; Nitschke II., denen Kollegen Lendel eine Matinee stattfindet. und nur Lehrlinge und eine Portion Mädchen, je nachdem der Ar- Schriftführer; Baier, Grunert, Neumann, Jeschke, Beisitzer; R. Schulze, tikel ist, welcher angefertigt wird. Jetzt geht von dem sogenannten Rebhuhn und Mecklenburg, Kaffenrevisoren. Der monatliche Beitrag Fachverein der Buchbinder und verwandter BerufsMeister" die Klage los, daß sich die Steine erbarmen möchten, ist auf 50 Pf., das Eintrittsgeld auf 1,50 M. festgesetzt. Möge der genossen( Verbandsverein). Sonnabend, den 27. Auguſt, Abends über schlechte Preise und dergleichen mehr, dabei wird zur Arbeit Verein recht rasch zu großer Stärke heranwachsen. 81/2 Uhr: Versammlung im Restaurant Reyer, Alte Jakobstraße 83. angetrieben, daß sich die Leute kaum getrauen, nach dem Closet zu Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse im Steindrucker- Tagesordnung: 1. Betrachtungen über Sitte und Ordnung. 2. Vergehen. Meiſtentheils arbeitet alles in einer einzigen Stube, so daß und Lithographengewerbe beschäftigten in seiner letzten Verschiedenes und Fragekaſten. Gäſte willkommen. der Raum ein viel zu enger und ungesunder iſt. Was ist denn nun sammlung den Berliner Fachverein. Die Löhne wurden im allge Deffentliche Schuhmacher Versammlung der Lohn für all dieses Ungemach? Die Gesellen erhalten meistens meinen als ungenügend bezeichnet. Es komme nicht selten vor, daß Meistern und Gesellen. Montag, den 29. Auguſt, Abends 8 Uhr, einen Lohn von 10-15 Rm., die Mädchen 5-12 Rm., die Lehrlinge der Wochenlohn 12 Mark nicht übersteigt. In einer Druckerei Königstädt.- Casino, Holzmarktstr. 72. T.- D.: Die neueſte Innungserhalten, um vielleicht in dreijähriger Lehrzeit ein ordi- in der Schönhauser Allee wären Lithographen schon wiederholt mit novelle und ihre praktische Bedeutung( obligatorische Beitragsnäres Portemonnaie machen zu lernen, einen Lohn von 7 Mark pro Woche nach Hause gegangen. Daß derartige Verhältnisse pflicht) für das Handwerk. Referenten: Obermeister Beutel und 4-6 Rm., für den sogenannten Meister" bleibt ein Ueberschuß auf die Dauer unhaltbar seien, müsse jedem einleuchten. Leider Schumann. von ca. 30-40 Rm. die Woche, dafür muß er noch Arbeitsraum und fäme es oft vor, daß sich die Arbeiter selbst gegenseitig über die- Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins sämmtverschiedene Kleinigkeiten zugeben.( Es giebt freilich auch Leder: Höhe ihres Lohnes belügen. Ein großer Mißstand sei es, daß viele licher Berufsklassen„ Berlin I." Sonnabend, den 27. d. M., arbeiter, welche allein zu Hause arbeiten, und recht gute Ar- Lithographen den Lithographiestein Abends aus der Werkstatt mit Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78 Versammlung. Neue Mitglieder beiten machen, diese sind hier selbstredend nicht gemeint.) in ihre Wohnung nehmen, um dort noch bis in die späte werden in jeder Versammlung sowie zu jeder Tageszeit beim VorNacht zu arbeiten; dadurch schädigen sie nicht nur sich selbst, sondern ſizenden Saffe, Blücherstr. 34/35, und beim Kassirer Schilling, die Zustände würden dadurch im allgemeinen verschlechtert. Jeder, Koppenſtr. 48, aufgenommen; auch werden in dieser Versammlung der eine Beseitigung der im Gewerk herrschenden Mißstände anstreben die Billets zum Kränzchen, welches am 17. September stattfindet, will, sei verpflichtet, durch eine möglichst starke Organisation ausgegeben. Gäste sind willkommen. Was nun die Kolonnenarbeit in Luxuspapier- und Carton: die Interessen der gesammten Berufsgenossen zu wahren und zu- Fachverein der Steinträger Berlins. Versammlung fabriken anbelangt, so muß ich bemerken, daß dort meistens nur fördern. Nach Schluß der Debatte wurde beschlossen, in jeder Werk- am Sonntag, den 28. August, Vormittags 11 Uhr, im Lokale des Mädchen beschäftigt werden, die männlichen Arbeiter sind gewöhn statt einen Vertrauensmann als Delegirten zu wählen. Die Herrn Schröder, Müllerstr. 178. Tagesordnung: 1. Vortrag des lich nur zum Zuschneiden und Vertheilen der Arbeit da. Die Löhne Delegirten sollen mit dem Vorstand des Vereins eine Statistik über Herrn M. Baumgart über die Hauptgründe, welche die Menschen in sind überaus traurige für beide Theile, so daß für einen Kolonnen- die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den hiesigen Werkstätten aus ihrem Wollen und Handeln bestimmen. 2. Innere Vereinsangelegenführer nichts herausspringen würde. Aber auch hier findet man arbeiten. Der Vorsitzende ersuchte, die Wahl der Delegirten unver- heiten. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden hin und wieder, daß ältere Mädchen jüngere beschäftigen züglich vorzunehmen. In Werkstellen, wo mehr als 10 Arbeiter aufgenommen. Das Quittungsbuch legitimirt. für einen Lohn vou 3-4 Mark die Woche, so daß für die beschäftigt werden, soll auf je 10 Mann ein Delegirter gewählt Central Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. Aeltere immer noch ein Lohn von 24 Mark herausspringt. Erfreu- werden. Die Adressen der gewählten Delegirten werden entgegen( örtliche Verwaltung Berlin G.) hält zum Besten der Invaliden am licherweise sind diese Ausbeutungsverhältnisse Ausnahmen. genommen bei A. Schulz, N. Chorinerstr. 84; G. Splettstößer N. Welches sind aber die Wirkungen eines solchen fluchwürdigen Weinbergsweg 15 b; D. Sillier, SO. Adalbertstr. 72; A. Hendrich, Sonntag, den 28. Auguſt, im„ Gesellschaftshaus Ostend", RüdersArbeitssystems? Wir sehen, daß diejenigen Fabrikanten, welche einem O. Langestr. 86; M. Preuß, S. Alexandrinenstr. 107; M. Scholz, Dorferstraße 45, ein Concert und Kränzchen ab, wozu sämmtliche solchen Ausnutungssystem abhold find, mit der Zeit, um koncurrenz- S. Ritterstr. 2a. Die nächste Vereinsversammlung findet Kassenmitglieder Berlins sowie Freunde obiger Kaffe hierdurch eingeladen sind. Billets à 15 Pf. find auf allen Zahlstellen sowie bei fähig zu bleiben, ebenfalls zu solchen verwerflichen Mitteln greifen am Donnerstag, den 22. September in demselben Lokale statt. den Ortsbeamten zu haben. müssen. Die Mädchenarbeit greift immer mehr um sich, die Arbeits- Aus dem Formerfachverein. In der letzten Versammlung Versammlung der Mitglieder des Vereins zur Wahlosigkeit der Arbeiter wird eine immer größere, infolgedessen sprach Herr Körsten sein Bedauern darüber aus, daß von 2700 das Angebot der Arbeiter ein stärkeres, was zugleich ein Nieder- Formern Berlins nur ungefähr 600 dem Fachverein als rung der Interessen der Klavierarbeiter am Sonnabend, drücken der Löhne der in Arbeit stehenden Arbeitsgenossen Mitglieder angehören, aber nur etwa 100 in der Versammlung den 27. Auguſt, in Gratweil's Bierhallen, Beuthstraße 8. Tagesbedingt. Eine Arbeiterfamilie nach der anderen wird dem Unter- anwesend wären. Es sei dies für die Former Berlins ein schlechtes Ordnung: 1. Vortrag aus der Nahrungsmittel- Lehre( mikroskopische gang geweiht. Durch die aus der Kolonnenarbeit resultirende Zeichen, sie scheinen für die Aufbesserung ihrer Arbeitsverhältnisse Fleischschau). 2. Vereinsangelegenheiten. NB. Die Mitglieder des Arbeitslosigkeit der Arbeiter, sowie durch die Ueberanstrengung in wenig Zeit und Sinn zu haben. Es verginge fast keine Woche, wo Vereins werden auf den Beschluß der Mitgliederversammlung vom der Kolonne entsteht naturgemäß Krankheit, langes Siechthum und man nicht von Reduzirung der Löhne oder ähnlichen Maßregeln höre. 6. Auguft aufmerksam gemacht, wonach sich diejenigen Mitglieder, ein frühzeitiger Tod. Der ganze Arbeiterstand wird durch ein solches Ueber die Nothwendigkeit eines Arbeitsnachweises sprach welche krank werden, innerhalb 8 Tagen bei dem ersten Vorsitzenden, Kolonnensystem demoralisirt, denn es ist doch unmoralisch, wenn Herr Müller alsdann. Es wurde folgende Resolution angenommen: Kollegen Schaar, Reichenbergerstr. 125, Hof 2 Tr., oder beim Kassich ein Arbeiter auf Kosten des Lebens und des Ein- Die Versammlung beschließt, nach Bekanntgeben des Arbeitsnach- firer, Kollegen F. Haack, Manteuffelstr. 86, zu melden haben, tommens seines Mitarbeiters bereichert, sich gute Tage ver- weises nur diesen zur Vermittelung von Arbeit zu benutzen und widrigenfalls sie auf Krankenunterstüßung teine Ansprüche machen schafft, während iein Arbeitsgenosse langsam verhungert. zur Förderung dieses Unternehmens in jeder Hinsicht nach Kräften können. Billets zum Stiftungsfest sind in der Versammlung beim Auf welche Weise kann nun diesem Ausbeutungssystem ein beizutragen." Kollegen Gieß zu haben. Mitgliedsbuch legitimirt. Gäfte, durch Damm entgegengesetzt werden und auf welchem Wege ist eine Besse= Der Kongreß der Drechsler und verwandten Be- Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. rung zu erwarten? rufsgenossen Deutschlands, welcher am 28. bis 30. Auguft Vor allen Dingen haben wir von den Fabrikanten keine d. J. in Naumburg a. d. S. stattfindet, wird, nach den bis zum Hülfe zu erwarten. Diesen Herren ist der Kolonnenführer grade 20. August eingelaufenen Anmeldungen von 16 Städten, vertreten die geeignete Person, an Löhnen zu sparen, indem er versucht, die durch 22 Delegirte, beschickt werden. Das Zustandekommen des Reduktion auf die Schultern seiner Mitarbeiter abzuwälzen. Der Kongresses ist ein Erfolg, der den thatsächlichen Beweis erbringt, Wir bitten die zahlreichen Freunde unseres Blattes, Fabrikant will unter dem System der freien Concurrenz oben bleiben, daß auch in den Reihen der Drechslergesellen die Ueberzeugung sich mögen seine Concurrenten mit befferen Grundsätzen, wie der ganze Bahn gebrochen hat, daß nur durch eine große, einheitlich gerecht eifrig für seine weitere Verbreitung einzuArbeiterstand, dabei zu Grunde gehen. Von den Kolonnenführern leitete Organisation über ganz Deutschland es möglich ist, treten. Wir haben nach besten Kräften der Sache der selbst haben wir ebenfalls nichts zu erwarten, diese sind nur auf den die in der That traurigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse in Bahnen Arbeiter zu dienen gesucht, mögen nun die Arbeiter auch augenblicklichen Vortheil bedacht. Erst wenn einmal ein Anderer zu leiten, welche mehr denn bisher die Gewähr einer endgültigen das Blatt mit voller Energie unterstützen. Aus diesem kommt, welcher sich noch mehr drücken läßt, dann sehen sie erst das zufriedenstellenden Regelung derselben erwarten lassen, auf GrundErbärmliche ihrer Handlungsweise ein. Bedauerlicherweise aber muß lage der von dem Kongreß zu beschließenden Bereinigung der Zusammenwirken werden beide Theile immer neue Anes ausgesprochen werden, daß sich sogar Sozialdemokraten zu solchen Drechsler und verwandten Berufsgenossen Deutschlands." Im In- regung und Kraft schöpfen. Ausbeuterpoften hergeben, deren rasche Unterdrückung ihr Ziel sein tereffe der Arbeitersache wünschen wir den Verhandlungen des KonVielseitigen Wünschen entsprechend, haben wir uns sollte. gresses den besten Erfolg! Möge ferner durch die Verhandlungen Sind die Fachvereinigungen im Stande solche schreiende Miß- wiederum die Ueberzeugung gestärkt werden, daß es unbedingt noth entschlossen, die„ Berliner Volks- Tribüne" stände zu beseitigen? Nein, solange die Gewerkschaften der wendig ist, dem Arbeiterstand die volle und ganze Vervom 1. Oktober ab dreimal wöchentlich heutigen behördlichen Praxis ausgesezt sind. Aber auch einigungsfreiheit gesetzlich zu garantiren, nicht nur auf heute können die Fachvereine noch dazu beitragen, solche Miß- Grund der Gewerbeordnung allein, sondern durch die Einführung erscheinen zu lassen. Wir haben uns damit keine leichte stände aufzudecken, und dahin streben, solche Mißstände aus der eines Vereingesetes für das ganze deutsche Reich. Aufgabe gestellt. Unseren Freunden aber fällt hierdurch Welt zu schaffen. Als vor ca. drei Jahren die Buchbinderbewegung Im Anschluß hieran erhalten wir folgenden Aufruf: Die unter: in Blüthe war, wurde eine dahingehende Resolution zur Beseitigung zeichnete Kommiffion richtet an die Gewerkskollegen den dringenden die Pflicht zu, die Zahl unserer Abonnenten nach Kräften der Kolonnen angenommen, leider folgten aber nur ein paar. Da Mahnruf: schleunigst mit der Einsammlung der freiwilligen Bei zu steigern. Einladung zum Abonnement. mals war der Zeitpunkt gekommen, das Kolonnensystem niederzureißen, träge in allen Werkstätten vorzugehen. Laut Beschluß der öffent- Darum werbt unermüdlich neue Leser! bedauerlicher Weise zogen sich, als es zum Handeln kam, viele Ar- lichen Versammlungen vom 24. Juli, 6. August, 17. August, sollen beiter mit ihren Rolonnenführern zurüd. Damals war noch nicht die Unkosten des am 28. bis 30. Auguft in Naumburg a. d. Saale Bei Bestellungen wende man sich an den nächsten Spediteur. Verantwortlicher Redacteur: Max Schippel, Berlin. Drud und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Oranien- Straße 23.