Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg.( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Vom 1. Oktober ab durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen. Bei direkter Zusendung unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mt. 60 Pfg. Redaktion und Erpedition: S. O.( 26). Oranien- Straße 23. № 5. Inhalt: Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Eine Novelle von W. Garschin. innerung an einen Arbeiterfreund. Handlungsgehilfenbewegung. Sonnabend, den 3. September 1887. Besuch. werden. " Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. I. Jahrgang. Parteigenossen! Wir ersuchen Euch um zahlreichen demokraten und Wühlers" überhaupt einen Mißbrauch erblickten? Unterstüßen nicht vielmehr die Herrschenden Jeder Genosse ist willkommen. Selbstverständlich alle solche Bestrebungen? Zum sozialdemokratischen Parteitag. Es braucht sich aber nicht einmal um Sozialdemokraten Arbeitsbücher.- Wanderunterstützungskassen. bleibt dem Parteitage der Beschluß über die Zulassung zu handeln: jeder Arbeiter, der ein starkes SelbstständigkeitsStaatliche Festsetzung eines Minimallohnes. der einzelnen Theilnehmer vorbehalten. Der Wer sich an den Verhandlungen des Parteitages be- gefühl hat und dieses Gefühl ist es, was uns groß Der Sozialismus in Frankreich I. theiligen will, muß spätestens bis zum 15. Septem- und stark macht jeder Arbeiter, der, weil er sich nicht Sozialismus in England I. ber sich bei einem Mitgliede des Fraktionsvorstandes, der alles bieten lassen will, eine unwürdige Stellung aufgiebt, Er aus den Genossen A. Bebel- Plauen- Dresden, C. Grillen- würde durch das Arbeitsbuch, das sorgsam jeden ArZur berger- Nürnberg, W. Hasenclever- Dessau, H. Meister- beitsantritt und austritt verzeichnet, zu einem Geächteten Hannover, Paul Singer- Dresden, besteht, melden. Das Arbeitsbuch würde geradezu alle denkfaulen und widerstandsunfähigen Arbeiter begünstigen und alle ener= H. Dieß. gischen Köpfe benachtheiligen. Es würde zu einer PräF. Harm. miirung und Bevorzugung aller indifferenten und kriecheA. Kaden. rischen Elemente unter den Arbeitern führen. Diese H. Rödiger. künstliche Züchtung und Beförderung einer gewissen SchafsW. Stolle. geduld und Lammesdemuth mögen wohl die Meister vom Die Norddeutsche Allg. Ztg." hatte es nicht ver- die Wünsche aller zielbewußten Arbeiter gehen nach einer Dortmunder Innungstag ersehnen; unsere Wünsche und schmäht, sich über die Verheimlichung von Ort und Zeit des Parteitages lustig zu machen. Das giebt dem Abg. ganz anderen Richtung. Den Boykottgelüften der UnterBebel zu folgenden Bemerkungen Anlaß: Politische Nachrichten. beiterbewegung. Briefkasten. Aus der Ar Theater und Literatur. I. Auer. A. Bebel. Einladung zum Abonnement. Wir bitten die zahlreichen Freunde unseres Blattes, recht eifrig für seine weitere Verbreitung einzutreten. Wir haben nach besten Kräften der Sache der Arbeiter zu dienen gesucht, mögen nun die Arbeiter auch das Blatt mit voller Energie unterstützen. Aus diesem Zusammenwirken werden beide Theile immer neue Anregung und Kraft schöpfen. entschlossen, die„ Berliner Volks- Tribüne" Mit sozialdemokratischem Gruß W. Blos. W. Bock. K. Frohme. F. Geyer. C. Grillenberger. W. Hasenclever. A. Heine. F. Jöst. M. Kayser. W. Liebknecht. H. Meister. A. Sabor. G. Schumacher. P. Singer. nehmer einen noch größeren Spielraum zu verschaffen es wäre ein Selbstmord, wenn die Arbeiter das nicht mit allen Kräften verhindern wollten. Die alberne Bemerkung der Nordd. Allg. Ztg." über die Verheimlichung von Ort und Zeit des Parteitages und seine AbFreilich, der Kampf ist heute für sie unendlich baltung im Auslande findet in der bezüglichen Begründung des Aufrufs ihre beste Widerlegung. Nach Herrn v. Puttkamer ist schon schwieriger als früher und die Unternehmer andererseits eine Boltsversammlung unter allen Umständen auf Grund des erfreuen sich eines noch uneingeschränkteren Wohlwollens Sozialistengesetzes zu verbieten, wenn nur ein gewisser Führer" darin aller bürgerlichen Parteien und Regierungen. Dies giebt die gesammte Führer: schaft" zu einer mehrtägigen Versammlung zusammen Vielseitigen Wünschen entsprechend, haben wir uns sprechen will, was würde erſt geſchehen, wenn for en träte? Wenn ihnen auch den Muth, den Mund voller als jemals zu wir doch einmal von fremder, Gnade" in Bezug auf unsere eigensten nehmen. Die Versuche zur Einführung der obligaParteiangelegenheiten abhängen sollen, wollen wir lieber von der torischen Arbeitsbücher stnd bekanntlich alt. Der lezte Gnade" einer fremden Regierung, als von der Gnade der deutschen Versuch stammt aus dem Jahre 1883. Damals Dies mögen fich„ Nordd. Allg. ihre Hintermänner hinter die Ohren schreiben." vom 1. Oktober ab dreimal wöchentlich " erscheinen zu laffen. Wir haben uns damit keine leichte Bolizei, abhängener hinter die Dhren schreiben.". g. Zeitung" und brachten die Konservativen in Uebereinstimmung mit Aufgabe gestellt. Unseren Freunden aber fällt hierdurch die Pflicht zu, die Zahl unserer Abonnenten nach Kräften zu steigern. Darum werbt unermüdlich neue Leser! Bei Bestellungen wende man sich an den nächsten Spediteur. zwanges. ¡ Arbeitsbücher. Centrumsmitgliedern einen solchen Antrag zur Gewerbenovelle ein. Die Kommission des Reichstages hatte auch den Antrag angenommen, weil sämmtliche konservative, freikonservative und klerikale Mitglieder der Kommission Jeder Einsichtige mußte von Anfang an davon über- dafür stimmten. Ein lebhafter Sturm der Entrüstung erzeugt sein, daß die Aufhebung und Lähmung der hob sich dagegen in Arbeiterkreisen. Darauf kam es im Arbeiterorganisationen zu einer gewaltigen Stär- Plenum des Reichstages anders. Hier stimmten am 18. fung der Position der Unternehmer führen werde. April 1883 mur die Konservativen, der größte Theil der Zum sozialdemokratischen Parteitag! Das Uebergewicht der besitzenden Klassen war zwar früher Freikonservativen und des Centrums für die Arbeitsbücher, Folgender Aufruf geht uns zur Veröffentlichung zu: schon mit jedem Tage von Neuem hervorgetreten, aber gegen dieselben aber die Liberalen und eine Minderheit Selbst die Parteigenossen! Innerhalb unserer Partei besteht seit gewisse unüberschreitbare Schranken waren ihm durch die der Freikonservativen und des Centrums. Nationalliberalen traten damals geschlossen gegen den langem der lebhafte Wunsch, einen allgemeinen Parteitag politische und gewerkschaftliche Bewegung der Arbeiter ge= einberufen zu sehen, anf dem die Partei zu einer Reihe zogen. Heute sind diese letzten Schranken gefallen, nicht Arbeitsbuchzwang ein. durch die Schuld und die Lässigkeit der Arbeiter, und das Heute liegt die Sache wesentlich anders und das erste wichtiger Fragen Stellung nehmen kann. Die Reichstagsfraktion als die berufene Vertreterin Unternehmerthum tritt herrischer und siegesbewußter denn Anzeichen dafür, was den Arbeitern alles bevorstehen kann, sehen wir in einem Artikel der„ Nordd. Allg. 3tg.", und Leiterin der Partei beschloß, den Parteitag im Herbste je in der Deffentlichkeit auf. Das zeigt sich auch in der Frage des Arbeitsbuch- handhabenden Legitimation" und einer ,, Lösung der Legiwelcher die Nothwendigkeit einer ,, bequemen und leicht zu dieses Jahres einzuberufen und zu deffen öffentlicher Berufung auch die früheren Reichstagsabgeordneten und die timationsfrage" betont. Die Erbitterung der Arbeiter den Einzellandtagen angehörenden Parteigenossen einzuWarum die Arbeiterklasse sich jedem Versuche, mehr gegen den Legitimationszwang sei nur auf die ,, manlaven. Mehrere der gegenwärtigen und früheren Abge- und mehr wieder auf das Niveau der Gesindeordnung chesterlich- demokratische Agitationsmache" zurückzuführen. ordneten sind, theils durch andauernde Gefangenschaft, theils durch obschwebendes Strafverfahren an der Unter- herabgedrückt zu werden, auf das Schärfste widersetzen Das Frechste an Vorschlägen leistet natürlich wieder ein muß, das brauchen wir an dieser Stelle nicht ausführlicher nationalliberales Blatt. Das Arbeitsbuch soll nach dem darzulegen. Die Unternehmer haben heute wahrlich genug Vorschlag der„ ,, Berl. Börs.- Ztg.", des Organs der NatioAlls 1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes der Reichstagsfraktion. nnd übergenug Mittel in den Händen, um der Vergangen- nalliberalen Berlins, enthalten: ,, die Dauer der Beschäf= heit ihrer Angestellten nachzuspüren und letztere wegen tigung, die Leistungsfähigkeit, erlittene gerichtliche Strafen, erstatter und Thätigkeit der sozialdemokratischen Abgeordneten mißliebiger" Bestrebungen zu maßregeln und außer Brod thatsächlich begangene Excesse, es muß ganz offen, ohne im Reichstage und in den Landtagen. Berichterstatter: Hasenclever, zu bringen. Nach jedem Streik enthüllt es sich, wie un Rückhalt sein." Wenn man bedenkt, daß auch der Dort3. Stellung der Partei zu den Reichssteuer- und Zollfragen in übertrefflich die interessenverbündeten Meister den Boykott munder Handwerkertag sich nicht mit einfachen ArbeitsVerbindung mit der Sozialreform der Regierungen und der Arbeiter gegen die um eine beſſere Lebenshaltung Kämpfenden zu büchern begnügte, sondern eine„ eingehendere" Legitimation handhaben wissen; bei jeder Wahl spüren es die Arbeiter, natürlich beileibe nicht etwa für Meister- verlangte, 4. Stellung der Partei bei den letzten und zu den nächsten wie die Unternehmer ihre beherrschende Stellung auszu- so muß es als die Aufgabe aller Arbeiter erscheinen, 5. Antrag auf Einberufung eines internationalen Arbeiterfon- nußen verstehen, indem sie Sozialdemokraten keine Arbeit rasch und energisch den Kampf gegen diese Be= greſſes für das nächſte Jahr, welcher ein gemeinsames Borgehen der geben. Das Intereſſe der Arbeiterklasse, welche nur bei strebungen aufzunehmen. Besonders der heuchleriſchen, After aller Kulturländer in Bezug auf eine internationale Arbeiter- unbeschränktester öffentlicher Thätigkeit ihre Ziele rasch und rückgratlosen Centrumspartei wäre möglichst gründlich die sicher zu erreichen vermag, erfordert es daher unbedingt, Erkenntniß beizubringen, wie sehr sie mit den Arbeitern schutzgesetzgebung vereinbaren soll. Berichterstatter: Bebel. zeichnung verhindert. Berichterstatter: Grillenberger. Singer und Bebel. schutzgesetzgebung. Berichterstatter: Auer und Grillenberger. geſche Stellung der Sozialdemokratie zu den Anarchisten. Be daß jede Verschärfung der Kontrolle unerbittlich zurück zu rechnen hat, deren Unterſtüßung sie leider heute noch richterstatter: Liebknecht. Fragen, über die auf dem Parteitag verhandelt werden bedeutet aber weiter nichts, als eine solche Verschärfung lösung und Gegnerschaft sie mit dem Verlust einer nicht soll, in keinem Widerspruch mit dem gemeinen Recht in Deutschland steht, zwingt uns das Ausnahmegesetz und seine Handhabung, besondere Schußmaßregeln zu treffen. Aus diesem Grunde und damit der Parteitag ungestört verhandeln kann, find wir genöthigt, Ort und Zeit deffelben vorläufig nicht bekannt zu geben. zu geringen Zahl von Reichstagssigen zu bezahlen haben Gunsten der Unternehmer. Man mag das von vornherein wissen oder nicht, find würde. Die Arbeitsbuchfrage könnte hier das Steinchen die Arbeitsbücher einmal da, so wird keine Gewalt der ins Rollen bringen. Erde einem Mißbrauch derselben steuern können. wo find denn heute die Behörden und öffentlichen Gewalten, in der nächsten Zeit wachsamer als je zu sein. Und Auf jeden Fall aber haben die Arbeiter alle Ursache, die in einer Brandmarkung und Vervehmung eines Sozial-| Wanderunterstützungskassen. eine entwürdigende Urkunde unterschreiben zu müssen, in den industriellen Kämpfen geopfert werden, würden bei einer besseren welcher sie sich als Lumpen bekennen, die man aus Gnade Sache Verwendung finden. Unsern Herren Manchestermännern geht jedoch die ,, Freiheit" Es ist ein uralter Brauch, daß die Handwerker( für harte, unterwerthig angerechnete Arbeit) durchfüttert? der Einzelnen, seinen Nebenmenschen nach besten Kräften auszubeuten, ihre wandernden Genossen unterstüßen, wenn es denselben Man heult in allen Tonarten der in unserer Gesell- über Alles. Mit Freiheitsphrasen im Munde sehen sie ruhig der nicht möglich ist, Arbeit zu erhalten. Dies geschah früher schaft herrschenden Heuchelei über die ,, Vagabunden"; wirthschaftlichen Knechtung der arbeitenden Klasse zu, froh nur theils auf den Herbergen, wo dem Wanderer freies Quartier warum hindert man die Arbeiter, unter sich und ohne selbst eine bessere Stellung im gesellschaftlichen Leben einzunehmen. Für den unter dem schweren Joch unserer heutigen wirthschaftund Geldgeschenke oder Zuwendungen von Getränken und irgend welche Beihilfe aus dem geliebten Geldbeutel des lichen Verhältnisse lebenden Arbeiter ist es jedoch eine Lebensbedin Eßwaaren geboten wurden, wo er ausgeschenkt" wurde, Philisters, die Vagabundenfrage wirksamer zu lösen, gung, in diesem Kampfe Aller gegen Alle" einen gesetzlichen Schut wie der Ausdruck lautete, oder der Wanderbursche sprach als alle christlichen Herbergen und Arbeiterkolonien es zu genießen. Es muß durch immer hörbarer werdendes Fordern, durch immer größere Einigkeit der Arbeiter dahin kommen, daß in den Werkstätten und auf den Werkpläßen zu und erhielt können? jener sich immer breiter machenden Willkür ein energischer Halt hier, wenn er nicht in Arbeit gestellt werden konnte, sein Was haben die lumpigen Kleinigkeiten zu bedeuten, geboten wird. Und durch dieses einige Vorgehen aller politisch geReisegeschenk. Dasselbe war durch den Gebrauch festgestellt die der Spießbürger, der Hoflieferant, der Betbruder, die bildeten Arbeiter wird auch die wirthschaftliche Reaktion durchbrochen und wurde von den Wanderburschen durchaus als ein Betschwester, der frömmelnde Halsabschneider, der reaktionäre werden und jede berechtigte Forderung der Arbeiter in Erfüllung Recht gefordert, wofür er verpflichtet war, wo er in Arbeit Baron, der streberische Beamte, zur Gründung von Arbeiter- gehen. stand, seinen wandernden Kollegen wieder zu Diensten zu kolonien und ähnlichen ,, humanen" Anstalten sammelt, Wir haben dieser Einsendung sehr gern Raum gesein. Der Wanderbursche besitzt ein altes, durch gegen die von der Opferfreudigkeit der Arbeiter zur Wander- geben, da die hier behandelte Frage durch unbeschränkte Verjährung eerworbenes Recht auf das Wander- unterstützung gespendeten Summen, die stets die richtige Diskussion nur gewinnen kann. geschenk. und zweckmäßige Verwendung finden? Unsere eigene Stellung möchten wir durch das FolSogar die Meister waren zum Verabfolgen des Ge- Wenn das Jammern über die Zunahme der Vaga- gende kurz andeuten: schenkes an den zusprechenden Gesellen verpflichtet. Wie bunden ernst ist, so muß man die sehr wirksame thätige Der Gedanke, durch eine Behörde, ohne die heutigen es bei den Herren so Gebrauch ist, suchten sie sich bald Mithilfe der Arbeiter zur Beseitigung derselben fördern, kraft- und zeitraubenden Lohnkämpfe, den Arbeitern den dieser Verpflichtung gegen die Arbeiter zu entledigen oder aber nicht nach Kräften behindern. Die Arbeiterfrage erreichbaren höchsten Lohn zu verschaffen, ist an sich ein sie wenigstens möglichst zu verringern, indem sie durch und die Arbeiterfragen sind ohne die thätige und opfer- äußerst einnehmender. Bei seiner Verwirklichung würde einen„ Sprechmeister" ein meistens sehr winziges Reise- willige Mitwirkung der Arbeiter nicht zu lösen. Die es sich aber darum handeln, daß hinter ihm im Ingeschenk auszahlen ließen. die nöthige Macht steht, Arbeiter sind zur thätigen Mitwirkung aber nur zu ge- teresse der Arbeiter wirkend Nach Zerfall der Zünfte verschwanden in vielen Gewinnen, wenn man den Arbeitern gestattet, ihre Angelegeu- sonst würde er leicht in sein Gegentheil ungewandelt werken die Herbergen und auch der Brauch des Geschenk- heiten ohne polizeiliche Bevormundung selbst zu ordnen. werden. gebens an die wandernden Genossen verlor sich vielen Orts, Die blinde Angst vor jeder selbstständigen Regung Die Arbeiter brauchen sich das nur durch ein paar wenigstens wurde das Geschenkgeben nicht mehr als eine der Arbeiter ist es gerade, die unsere heutige Gesellschaft Beispiele aus dem praktischen Leben klar zu machen. durch den Brauch geheiligte Pflicht angesehen. In vielen so vollständig unfähig erscheinen läßt, irgend etwas wirk- Die Rechtsprechung erscheint an sich gewiß als eine Gewerken ist der Wanderbursche ganz auf den Zufall an- fames zu thun, um eine friedliche Lösung der Fragen zu der am meisten hochzuhaltenden Einrichtungen. Jedem, dem gewiesen, ob er eine milde Hand unter seinen Kollegen erreichen, die eine Lösung unbedingt finden müssen, Armen wie dem Reichen, nach bestem Ermessen zu seinen findet oder nicht. wenn wir eine ruhige Entwickelung behalten wollen. Da Ansprüchen zu verhelfen, welches edlere Beginnen könnte Rühmenswerthe Ausnahmen sind ja vorhanden. So wird keine abgestandene Professoren- Weisheit, keine heuchle- es geben? Aber die Arbeiter wissen auch, daß unter hat das alte, ehrwürdige Gewerk der Steinmez en nie rische Wohlthätigkeit der befizenden Klassen, keine Beamten- der Herrschaft des Besizes und des Unternehmeraufgehört, sich seiner wandernden Mitglieder in höchst an- Allmacht ausreichen, man lasse die Arbeiter ihre Angelegen- thums die Rechtsprechung leicht zu einem Mittel wird, ständiger Art anzunehmen. Manche andere Gewerke halten heit selbst ordnen und bald wird vieles besser geord- alle Arbeiterorganisationen, alle mißliebigen und doch ge= rechten und edlen Bestrebungen der Arbeiter zu unterdrücken. es noch ebenso. net sein. In neuerer Zeit, besonders veranlaßt durch die entwür- Die Angst ist ein schlechter Berather, sie verwirrt und digende Behandlung, welche die mittellosen Wanderburschen lähmt, fie malt Gespenster und zeigt eingebildete SchreckSo wird es auch wenn wir uns so ausdrücken von verschiedenen Behörden und ganz besonders durch die nisse, wo gar keine Gefahr vorhanden. Wir verstehen es dürfen mit der Rechtsprechung" in Bezug auf die ,, christlichen"„ Wohlthätigkeits"-Anstalten erfahren, nicht zu begreifen, weßhalb es verhindert werden muß, Lohnhöhe" gehen. Jede hier geschaffene oder noch zu welcher Behandlung zu entgehn bei den heutigen Erwerbs- daß diese einfache, alte und zeitgemäße Frage der Wander- schaffende Instanz würde bald zu einem Mittel des Lohnverhältnissen und der rohen Verfolgungssucht gegen unterstützung der Arbeiter durch die Arbeiter, wobei kein druck es werden, solange die Unternehmer das Heft in Andersdenkende seitens der Unternternehmer kein Arbeiter Recht oder kein Anspruch irgend eines Dritten berührt den Händen haben. Das haben sie aber solange, als sicher ist, und durch das immer mächtiger erwachsende Zu- oder verletzt wird, von den Arbeitern selbst gelöst wird. nicht starke Arbeiterorganisationen direkt oder insammengehörigkeitsgefühl unter den Arbeitern, beginnt man durch die Beherrschung und Beeinflussung der Man gebe es aus, die Wanderunterſtüßungskassen öffentlichen Meinung auf die neue Behörde einen maßgebenden Druck ausüben. zeitgemäßer Form wieder aufzunehmen. den alten heiligen Brauch, die Reiſenden zu pflegen, in ferner zu behelligen. Die Fortschritte der Sozialdemokratie Alle Arbeitervereinigungen beginnen wieder, es als hundert ,, Vagabunden" den Arbeiterkolonien oder den werden dadurch nicht verzögert, wenn es gelingt, einige ihre Pflicht zu betrachten, ihre reisenden Kameraden zu, christlichen" Herbergsvätern zuzutreiben. unterstützen. Bei dem frischen, lebendigen Hauch, der heut durch die Arbeitermassen geht, nahm die Frage der Wanderunterstützung einen Weg, der zu ihrer genügenden Lösung sicher führen mußte. Dies erregte den Zorn und Neid der Drgane der alten durchaus umformungsbedürftigen Gesellschaft. Vieler Orts versuchten die Unternehmer, die Meister, welche jede Regung von Selbständigkeit unter den Arbeitern als ihrem Geldbeutelinteresse entgegen tödtlich hassen, sich in diese Angelegenheiten hineinzudrängen, aber mit sehr wenig Erfolg, weil sie die damit verbundenen Leistungen nicht auf sich zu nehmen willens waren. Da kam ihnen an verschiedenen Orten die Polizei, die einzige Zuflucht des kurzsichtigen, dünkelhaften und engherzigen Unternehmerthums zu Hilfe und begann einen Feldzug gegen diese, dem Zusammengehörigkeitsgefühl und der echten praktischen Menschenliebe entsprossenen Wanderunterstüßungs- Einrichtungen. Staatliche Fettfehung des MinimalArbeitslohnes. Zu dieser vielerörterten Frage[ wird uns von einem Berliner Arbeiter geschrieben: direkt Wir haben ja heute schon Behörden, die sich in die Lohnfeststellung hineinmengen aber wie? Indem sie alle Organisationen verbieten, welche eine Lohnsteigerung durchsetzen könnten, und indem sie so auf eine Lohnherabseßung hinwirken. Die Behörde" thut es also freilich nicht, sondern die Macht, von deren Einfluß die Behörde beherrscht wird. Wenn man demnach die Minimallöhne zwangsweise durch öffentliche Instanzen festsetzen will, so würde immer wieder vorher die Frage zu lösen sein: Welch Geschrei ertönte von Seiten aller kapitalistischen Zei wie sichern wir den Arbeitern eine maßgebende Einwirkung tungen und sonstigen Organe, als die Vertreter der Arbeiterpartei auf diese Instanzen? Und da unter der Herrschaft der im Deutschen Reichstage in dem bekannten Arbeiterschutzgesetz die Unternehmer in Gesetzgebung und Verwaltung keine der Forderung stellten, die Gesetzgebung solle eine Minimalgrenze des ohnes festsetzen, unter welche ein Sinken unstatthaft resp. strafbar herrschenden Parteien von selber diese maßgebende Einsei. Als welch' schnöder Eingriff wurde und wird es nicht allein wirkung zugestehen wird und kann, so kommen wir immer von den Manchestermännern, sondern von Allen, welche auf Kosten wieder auf die Grundfrage der ganzen Arbeiterbewegung ihrer Arbeiter ein ganz beschauliches Leben führen, betrachtet, zu zurück: verlangen, daß so und so viel, als zum Eristiren eines Menschen nothwendig, laut Gesetz gezahlt werden muß! Wo bliebe da die Freiheit der Einzelnen? jeder Trieb zur Fortentwickelung der Industrie würde getödtet werden: ähnliche schöne Redensarten werden alsdann von Seiten der befizenden Klasse stets ins Feld geführt, wenn es gilt, dem Arbeiter im sozialen Leben mit der Gesetzgebung hilfreich zur Seite zu springen. wie organisiren wir die Arbeiter, damit sie möglichst rasch eine politische und wirthschaftliche Macht werden? Erst wenn sie letzteres in ausreichendem Maße geworden sind, dann werden Behörden, welche sich mit der Der Weg, den man einschlug ist ein oft betretener. Es wird ein altes Gesetz hervorgesucht. Dasselbe Daß bei einigermaßen gutem Willen derartige Gesetzesbestim Lohnhöhe zu beschäftigen haben, überhaupt entstehen, wird gereckt, gedehnt, gewunden und getreten, philosophisch mungen auch in der heutigen Gesellschaft nur zum Vortheil Aller oder doch etwas Anderes sein, als Behörden zur Herabbestehen könnten, wollen wir in Folgendem klarzulegen suchen. ausgelegt und mit Hilfe der der Polizei bei uns zudrückung der Löhne. Als kürzlich bei dem Hamburger Tischlerstreik die Gemüther stehenden ins Belieben gestellten Gewalt auf die Wander- der Unternehmer sowohl wie der Arbeiter durch die verschiedenen Bis dahin aber könnte ein öffentliches Eingreifen in unterstüßungs- Angelegenheiten angewendet. Man fand, unsern Lesern wohlbekannten Vorgänge höchlichst erbittert waren, die Lohnfrage, wenn es nun einmal gewünscht würde, daß sogar der Satz in den Statuten eines Vereines:„ der mußte sich ein Jeder sagen, daß dieser gewerkschaftliche Krieg noch vernünftigerweise weiter nichts sein, als eine gleichviele Opfer kosten würde, ehe eine endgültige Einigung Stande Verein bezweckt in Noth gerathene Mitglieder zu unter- tommen würde. Da kam der Senator Dr. Hachmann und brachte mäßige Durchführung der von den Gewerkschaften mit stüßen," den Verein zu einer Versicherungsanstalt auf diese Einigung zwischen den beiden Parteien zu Stande. Es wurde den Meistern vereinbarten Tarife. Es giebt ja immer Gegenseitigkeit mache. ein( sogenannter Polizei-) Minimallohn festgesetzt und die Gehilfen einzelne Unternehmer, welche unter dem Tarif löhnen, Nun ist es ganz sicher und wahr, daß der Hand- nahmen wieder die Arbeit auf. werksgeselle, welcher den zusprechenden Reisenden in der Bereinbarung und nirgends Gesetzeszwang, ruft unser Manchester- nehmern selber ein Dorn im Auge; ein Vorgehen gegen Ja, aber das ist doch ganz etwas anderes, es ist eine freie und diese Schmutzkonkurrenz ist den vollzahlenden UnterWerkstatt einen Zehrpfennig giebt, dies nicht thut, wie mann; damit können auch wir uns einverstanden erklären. dieselbe durch öffentlichen Zwang, ohne Streik, wäre alsder Schloßburger dem Bettler ein widerwillig gegebenes Wir glauben dieses sehr gerne, ist doch leider nur eine Ehren- dann wenigstens denkbar. Die staatliche Erzwingung eines Almosen reicht, sondern weil es im Zunftgruß heißt:„ Ich pflicht, die Verträge zu halten, für die Herren Fabrikanten dabei im Minimallohnes würde in diesem Falle ähnlich wirken wie will es Dir vergelten, wenn ich in guter Arbeit werden sich immer eine erfleckliche Anzahl„ Arbeitgeber" vorfinden, der gesetzliche Normalarbeitstag: alle Betriebe, welche nicht stehe und Du auf grüner Haide gehst." Er kauft welche sich den Teufel um die beschlossenen" Abmachungen fümmern, mit modernen technischen Hilfsmitteln versehen sind und sich durch das Reisegeschenk, das er giebt, das Recht, ohne und um recht schnell reich zu werden, die Löhne auf ein Niveau sich nur durch die maßloseste Ausbeutung der Arbeitskraft durch niedrigen Lohn und lange Arbeitszeit durcherröthen zu müssen, in jeder Werkstatt zusprechen und sein herabdrücken, wobei an ein menschenwürdiges Dasein die Arbeiter nicht denken können. Geschenk heischen zu können, wenn er auf der Wanderschaft Ein beredtes Beispiel giebt uns der Unterſtüßungsverein der helfen, würden genöthigt sein, sich technisch besser auszuund in Noth ist. Folgerichtiger Weise müßte also das Buchdrucker. Diese Gehilfenorganisation hat seit dem Jahre 1873 rüsten oder wegen Konkurrenzunfähigkeit einzugehen. Die ganze Geben von Wanderunterstüßung verboten werden, weil durch ganz Deutschland einen Tarif mit den Prinzipalen vereinbart, Möglichkeit, durch außergewöhnliche Hungerlöhne und dadurch die ganze Gewerkschaft eine Unterstützungskasse auf dessen Aufrechterhaltung den Gehilfen, ohne daß sie ihr Ziel voll außergewöhnliche Ueberarbeit, also auf Kosten des Lebens ständig erreichen konnten, schon hunderttausende von Mark gekostet Gegenseitigkeit wird, die in Preußen der landespolizeilichen hat. Wenn auch der beffere Theil der Unternehmer bemüht ist der Arbeiter, sich konkurrenzfähig zu erhalten, wäre dann Genehmigung bedarf. diesen Tarif einzuhalten, so finden wir andererseits, daß sich viele gründlich abgeschnitten und diese Wirkung ist an sich Wenn aber das Zusprechen um Arbeit und das Prinzipale daraus einen Vortheil machen, indem fie einmal durch gewiß zu wünschen. damit verbundene Ausschenken nicht untersagt werden massenhaftes Anlernen junger Leute sich billige Arbeitskräfte züchten, Mag man nun von dieser öffentlichen gleichmäßigen dann aber auch die Nothlage vieler Arbeiter ausbeuten und dadurch kann, weshalb behindert man die Arbeiter da, wo sie die den reellen Geschäftsleuten durch Unterbietung der Preise es beinahe Durchführung die Minimallöhne denken, wie man will, Sache in einige Ordnung bringen wollen, wo sie dem unmöglich machen, den zwischen ihnen und den Gehilfen vereinbarten ihre Festsetzung und Erhöhung wird jedenfalls Sache Wanderburschen die weiten Wege in der Stadt von Werk- Tarif zu halten. der Gewerkschaften bleiben und kann nur von diesen im statt zu Werkstatt abnehmen und ihm ein Reisegeschenk an vorfinden, durch ein Gesetz gezwungen würden, denselben( Minimal-) Wie nun, wenn jene Schmaroßer, welche sich in jedem Gewerbe Interesse der Arbeiter gehandhabt werden. Darum ist und einer bestimmten Stelle auszahlen, zu dem sie natürlich zohn zu zahlen, welchen der anständige Arbeitgeber zahlt? Würde bleibt die Hauptsache bei der Regelung der Lohnfrage: durch freiwillige Beiträge die Mittel aufbringen müssen? dadurch das Gewerbe etwas verlieren? Nun und nimmermehr! die möglichst umfassende und kraftvolle Organisation Weshalb hindert man die reisenden Handwerker da Der Ausbeutung der Arbeiter würden engere Grenzen gezogen ihre Unterstützung zu nehmen, wo sie dieselbe mit frennd- Blüthen treiben, wie es augenblicklich überall, wohin wir unsere werden, die lästige Schmuskonkurrenz könnte bei Weitem nicht die licher, kameradschaftlicher Hand geboten erhalten, ohne Augen richten, der Fall ist, und tausende von Mark, welche jetzt in der Arbeiter. Der Sozialismus in Frankreich. I. nicht einmal zu Dußenden. deutschen Arbeiter, die so gut wie ihre französischen Brüder| künden, daß die Sozialdemokratie überhaupt nirgends aufden 1870er Krieg nicht verschuldeten, was ein politisch kommen könne, wo der Freihandel eingeführt sei. Die entwickeltes Volk doch verstehen sollte. trefflichen Seelen! hätten sie auch nur eine blasse Ahnung 3 Es ist eine allen modernen Sozialisten bekannte Dies auch die Ursache, daß im Gegensatz zur deutschen von den englischen Zuständen, sie würden die Hände über Thatsache, daß die Arbeiterbewegungen der Neuzeit in faft Bewegung, die ein neunjähriger Ausnahmezustand von dem Kopfe zusammenschlagen und erklären, daß England, allen kapitalistischen Staaten ein ihnen allen gemeinsames drakonischer Strenge nicht aufzuhalten vermochte, die fran- mehr als irgend ein anderes Land, eines Sozialistengesetzes Ziel verfolgen und als Mittel zum Zwecke die gleichen zösische Bewegung bei voller Versammlungs- und Rede- dringend benöthigt sei. Denn den Saß, daß es in EngForderungen aufstellen. Das überall angestrebte Ziel ist: freiheit relativ nur wenige und langsame Fortschritte zu land keine Sozialdemokraten giebt, könnte man thatsächlich Abschaffung des Lohnsystems durch Ueberführung aller verzeichnen hat. Und dies obgleich seit mehr als 10 Jahren mit größerem Rechte in sein direktes Gegentheil umkehren Produktionsmittel in den Kollektivbesitz der Gesellschaft, talentvolle Leute von umfassenden gründlichen Kenntnissen und behaupten: in England giebt es keinen, der nicht die Mittel sind: Verbreitung der Erkenntniß des Gegen- und prinzipieller Klarheit die Theorien des modernen So- Sozialist ist. ſages zwischen Kapital und Arbeit, politische Organisation zialismus mit aller Energie propagiren. Und wie sollte es auch möglich sein, daß der Soziaund gewerkschaftliche Vereinigung. Was die Organisation des französischen Proleta- lismus in England keinen Boden hätte gewinnen können? Natürlich hat noch jedes der verschiedenen Länder riats sowohl in politischer wie gewerkschaftlicher Beziehung Der Induſtrialismus und noch mehr der Privatbesitz an seine ihm speziell eigenthümlichen Forderungen, die von anbetrifft, so ist sie äußerst schwach und lose. Wie kann Grund und Boden, ist hier unstreitig weit mehr auf die der mehr oder minder weit fortgeschrittenen Entwickelung eine politische Organisation bestehen, wenn sie ihren Mit Spize getrieben, als in irgend einem andern Lande, und der politischen und ökonomischen Verhältnisse und dem gliedern gar keine, nicht einmal materielle Pflichten auf die Lebenshaltung des Proletariats ist daher Entwickelungsgrade der Arbeiter selbst abhängen. erlegt, so z. B. nicht einmal Zahlung von Mitglieds- eine ungleich niedrigere, als anderswo. Um sich Die Richtigkeit der oben angeführten Behauptung beiträgen fordert? Wenn die Organisation Geld braucht, davon zu überzeugen braucht man nur früh Morgens oder läßt sich, sowohl in monarchisch- konstitutionellen wie in so geht der Klingelbentel herum, und Pfennige, fast spät Abends einen Gang durch den östlichen Stadttheil republikanischen Staaten ganz genau verfolgen. Ueberall im buchstäblichen Sinne des Wortes kommen ein. Wenn Londons zu machen. Wenn Londons zu machen. So verkommene Gestalten, wie man läßt sich feststellen, daß die Arbeiter unter denselben Ur- man die Geldſammlungen in Paris für Parteizwecke mit sie auf einer solchen Wanderung zu Tausenden antrifft, sachen zu leiden haben, weil die Produktionsverhältnisse denen der deutschen Genossen vergleicht, so fühlt man fich sieht man in Berlin beispielsweise im Frankfurter für die im Punkte der Löhne besser gestellten Franzosen Viertel oder im Wedding die gleichen Tendenzen verfolgen, und daß die gleichen beschämt. Von den die Partei zusammensetzenden Gruppen Die allermeisten haben die Gewalt über ihren eigenen Ursachen auch wiederum gleiche Wirkungen erzeugen. Außer der Gesammtsumme der politisch- ökonomischen besitzt eine jede die vollste Autonomie, die Partei hat in Körper schon längst verloren; sie schlendern einher, als ob Verhältnisse giebt es noch ein sehr wichtiges Moment, ihre Beschlüsse nicht mitzureden, sie kann bei Wahlen ihr sie halbbetrunken wären; ihr Blick ist morgens gerade so welches für die richtige Beurtheilung der stärkeren oder eigenes Programm aufstellen, ohne sich um existirende stier nnd theilnahmslos wie am Abend, und was ihre schwächeren Bewegung eines Landes maßgebend scheint: es ist Parteibeschlüsse zu kümmern. Kleidung anbetrifft, so würden in Berlin Hunderte wegen dies die Presse, die von dieser Bewegung ins Leben geDie gewerkschaftliche Organisation des französischen Erregung öffentlichen Aergernisses" arretirt werden. Einen rufen wird und umgekehrt der Einfluß, den diese Presse Proletariats ſteht hinter der vieler Staaten zurück. Die fast noch traurigeren Anblick gewähren die weiblichen Arihrerseits auf die Bewegung übt. Befißt die Arbeiter- meisten Gewerkschaften bestehen nur dem Namen nach, beiter, die in vielen Fabriken die Majorität zu bilden bewegung eines Landes eine starke und vielseitige Presse, sind numerisch schwach, ohne Mittel und dadurch machtlos, scheinen. Vergleicht man sie mit ihren deutschen Schwestern, so beweist dies, daß diese Bewegung selbst tiefe Wurzeln der Gewerkschaftsmitglieder zahlt seine Beiträge; Kranken-, vor sich zu haben. Dieses durch den Branntweingenuß den Arbeitern beizustehen. Nur ein winziger Bruchtheil so möchte man glauben, einen ganz andern Menschenstamm in den Massen geschlagen hat. Die Bezeichnung„ Presse" ist natürlich in unserem Falle in weiterem Sinne genommen Begräbniß-, Unterſtüßungskassen sind unbekannte Dinge. aufgedunsene, hochgeröthete Gesicht, diese blöden Augen und umfaßt nicht nur die Zeitungen, sondern vor Allem Natürlich giebt es Ausnahmen, wie die Gewerkschaften der und diesen entsetzlichen Schmutz: das alles muß man geeine ausgedehnte Broschürenliteratur und wissenschaft- Buchdrucker, Maurer, Hutmacher, Tischler, Zimmerer und sehen haben, um sich davon eine Vorstellung machen zu Steinmeßen, die besser organisirt aber troßdem schwach an können. Wenn wir die in den vorangehenden Säßen ange- Minenarbeiter ist die einzige gewerkschaftliche Organisation, Klaſſengegensäßen keinen Sozialismus gäbe, dann wäre Mitgliederzahl find. Die Knappschaft der französischen Wenn es in einem Lande mit derartig schroffen führten Maßstäbe sowohl in theoretischer wie praktischer Beziehung auf Frankreich anwenden, so erhalten wir den die über ganz Frankreich verbreitet ist, aber sie besteht erst das für die Herrschenden Klassen eine Schmach, wie ſie Schlüssel für Verständniß und Beurtheilung der modernen seit einigen Jahren. sich größer nicht denken läßt. Denn sie würden dadurch französischen Arbeiterbewegung und wir erkennen, welches Die im vorigen Jahre in Paris gegründete Arbeits- lediglich den Beweis geliefert haben, daß sie in dem engdie Unterschiede zwischen ihr und der Arbeiterbewegung börse ist dazu berufen, eine Organisation der Gewerk- lischen Proletariat sogar das Gefühl für seine allerwichtig= anderer kapitalistischer Staaten, in unserem Falle zwischen Schaften aller Berufe und einen Verband der einzelnen sten Interessen erstickt, daß sie den Arbeiter systematisch ihr und der deutschen Arbeiterbewegung, find. Organisationen unter einander herbeizuführen. Dies ist verdummt und verthiert hätten. Und über die Feststellung liche Revuen. " Einem späteren Artikel das Eingehen auf die histo- auch die Meinung des sozialistischen Stadtrathes Ed. einer solchen Thatsache könnte doch wohl nur derjenige rische Entwickelung, resp. die Ursachen des so langsamen Vaillant, dessen Eintreten die Verwirklichung des sich jubeln, dem überhaupt nichts mehr die Schamröthe ins Fortschreitens der Arbeiterbewegung in Frankreich über- schon durch lange Jahre hinziehenden Projektes hauptsäch- Gesicht zu treiben vermag. lassend, wollen wir für heute nur die wesentlichsten Unter- lich zu verdanken ist. Freilich sind für den Augenblick die Aber glücklicherweise ist die große Masse des englischen schiede zwischen der französischen und deutschen in der Arbeitsbörse herrschenden Streitigkeiten von schlechter Proletariats noch nicht auf dem Standpunkte angelangt, Arbeiterbewegung vorführen. Vorbedeutung. Die Arbeitsbörse soll Zentralstelle für Ar- daß es seinem eigenen Interesse gleichgültig gegenübersteht. Wenn wir noch heute eine so zersplitterte und ver- beitsuchende aller Gewerbe sein, Auskunft über den Arbeits- und darum ist auch der Sozialismus da, ebensogut da, gleichsweise schwache sozialistische Bewegung in Frankreich markt, geben, statistisches Material über die Lage der Ar- wie selbst in Deutschland. finden, so ist dies einerseits dem starken Aderlaß von beiter sammeln und in Berichten veröffentlichen, ferner Freilich die Form, in welcher er zur Erscheinung 1870 und 1871, andererseits den vielen sozialistischen gratis Versammlungslokale und Arbeitsnachweisebureaus kommt, ist in den beiden Ländern eine grundverschiedene. Schulen zuzuschreiben, die in Frankreich seit einem Jahr für alle Gewerkschaften bieten. Der Gemeinderath hat In Deutschland bilden die Anhänger der Sozialdemokratie hundert jede gesunde Bewegung der Proletarierklasse auf- mehrere Millionen zum Bau einer Zentralarbeitsbörse und eine wohlorganisirte und gut geschulte politische Partei, halten, so zu sagen die Kräfte aufsaugen. Kein Land der zur Errichtung von Filialen in den einzelnen Quartiers be- die alle drei Jahre bei den Reichstagswahlen öffentlich Welt besaß so viele sozialistische oder richtiger utopistische willigt. An den Arbeitern liegt es, der Arbeitsbörse ihre den Beweis ihres Wachsthums liefert. In England daSchulen wie Frankreich: Jakobiner, Babouvisten, St. Simo- wahre Bedeutung als Waffe in dem ökonomischen Eman- gegen liegt die Sache ganz anders: hier hat sich die Partei nisten, Fourieristen, Cabetisten, Louis Blanc'sche Anhänger, zipationskampfe zu geben. Allerdings müssen sie die An- wegen des hohen Zensus, sowie wegen der kolossalen GeldBlanquisten und endlich Proudhonisten, eine wahre Muster- stalt zu diesem Zwecke besser ausnüßen als manche von mittel, die zur Betreibung der Wahlagitation erforderlich karte von politisch- ökonomischen Theorien mit fir und Kammer und Gemeinderath zu Gunsten der Arbeiter er- find, bisher noch nicht an den Barlamentswahlen be fertigen Rezepten für allgemeine Menschenbeglückung. Die lassenen Gesetze. theiligt. In Folge dessen, und weil es in England noch schieden, der Sache nach aber alle mehr oder weniger Diese ,, leagues" zählen oft sehr reiche und angesehene Gruppen, welche sich zu den verschiedenen Sekten bekannten, Das Gesetz von 1884 z. B., die Gewerkschaften be- kein Sozialistengesetz giebt, ist die hiesige Sozialdemokratie schwach an Zahl, lagen sich einander mit großer Erbitte treffend, entspricht zwar nicht dem Geiste der sozialistischen keine organisirte Partei; sie zersplittert sich vielrung in den Haaren, jede wollte ihr Rezept als Ausdruck Arbeiterforderungen, gewährt aber immerhin einen großen mehr vorläufig noch in eine ziemlich große Anzahl von der absoluten Wahrheit zur Anwendung bringen. Die Spielraum für Arbeiterorganisationen. Jedoch es wird Vereinigungen, deren Programme zwar im Wortlaute verthatsächlich vorliegenden Verhältnisse wurden außer Acht nicht ausgenußt. Das von 1848 datirende Gesetz über Beseitigung der sozialistisch sind. gelassen, sie wurden zwar kritisirt und als schlecht ver- Unterhändler bei städtischen Arbeiten, der aus dem nämworfen, aber nicht als Schlüssel zum Verständniß der Sachlage, als Wegzeiger für Lösung der Konflikte in Be- lichen Jahre stammende Erlaß über einen 12 stündigen Leute zu ihren Mitgliedern; ja mehrere derselben rekrutiren tracht gezogen. Die Gesammtströmung zeigte den Charakter Normalarbeitstag werden nicht beachtet. Die Zwischen- sich sogar fast ausnahmslos aus den Angehörigen der sotracht gezogen. Die Gesammtströmung zeigte den Charakter einer sentimentalen Bewegung, die, wie einer der hervor- händler stecken die fetteſten Profite ein, es wird 13, 14, genannten höheren Stände. Ueberhaupt ist die soziale einer sentimentalen Bewegung, die, wie einer der hervor- 15 und noch mehr Stunden gearbeitet, und die Ar- Bewegung in England keineswegs gleich bedeutend ragendsten französischen Vertreter des modernen wissen beiter fordern nicht die strenge Anwendung der eristiren mit der Arbeiterbewegung, wie dies in Deutschland schaftlichen Sozialismus behauptet, durch ihre gelegentlich melodramatischen Effekte die Massen anzog. Die moderne den Geseze. Das Gleiche gilt von dem Gefeße über Be- in den meisten Gegenden der Fall ist. Der Grund für Bewegung, wie sie in anderen Ländern auftrat und einen schränkung der Kinderarbeit, kurz es giebt eine ganze Reihe diese Erscheinung ist ein sehr naheliegender. Einerseits stetigen, energischen, Tag aus Tag ein währenden Kampf von Fällen, die zeigen, daß selbst die organisirten Arbeiter ist in England die Ansammlung des Kapitals, und be= erfordert, entsprach nur wenig dem französischen Geschmack, nicht für ihre Interessen eintreten. Der Sozialismus in England. I. sonders des Grundes und Bodens in wenigen Händen um so mehr, da die neuen Theorien von vornherein als noch viel weiter gediehen, als in Deutschland, andererseits deutsches Gewächs denunzirt wurden und ernste Studien aber ist auch die Taktik, welche die englische Bourgeoisie voraussetzten. Der utopistische Sozialismus, mit seinen der proletarischen Bewegung gegenüber beobachtet, eine fertig ausgeklügelten Formeln, die sich an das gute Herz ganz andere als die des deutschen Bürgerthums. Die der Menschen wenden, war leicht angeeignet, die DurchLondon, den 30. August. Wenn man in Ansichten über die Zukunft der Arbeiterbewegung sind dringung des modernen Sozialismus dagegen, der mit Deutschland von englischen Verhältnissen spricht, so pflegt allerdings in beiden Ländern dieselben: hier wie dort seiner materialistischen Basis Entstehen, Sein und Vergehen ein jeder seiner Phantasie besondere Bilder vorzugaukeln. weiß man, daß der Sieg der Arbeitersache nur eine Frage der gesellschaftlichen Organisationen auf die jeweiligen Der Gardelieutenant denkt an die schneidigen Wettrennen, der Zeit ist, und die Verschiedenheit liegt also nur darin, Produktionsverhältnisse zurückführt, kostete Mühe und Arbeit. der Feinschmecker an die saftigen Beefsteaks, der Konser- auf welche Weise man diesen Zeitpunkt möglichst weit Der Franzose, an die radikale, glänzende Phrase ge- vative an die vielen Kirchen, der Freisinnige an den an- hinauszuschieben versucht. Aber gerade dieser Unterschied wöhnt, fühlte sich im Allgemeinen abgestoßen von der geblichen Freihandel und der Sozialdemokrat an die Ver- ist ein gewaltiger und für die beiden Völker außerordentnüchternen Legik des modernen Sozialismus, dessen Versammlungs- und Redefreiheit. Aber woran alle nicht lich bezeichnender. Während nämlich die deutsche Bourgeoisie wirklichung nur durch Organisation, Propaganda, Studien denken, und selbst die Sozialdemokraten nicht: das ist der nach Ausnahmegeseßen schreit und durch die Bewilligung und vor Allem durch Solidarität möglich ist. Der Franzose englische Sozialismus. Und warum nicht? Nun weil es immer neuer Steuern, durch fortwährende Verstärkung ist vor Allem Individualist, sein ganzes Wesen neigt zur eben in Deutschland einmal Ariom geworden ist, daß es des Militarismus, durch Einschränkung der Versammlungsäußersten Subjektivität, sein Radikalismus beschränkt sich in England keine nennenswerthe soziale Bewegung giebt, und Vereinsfreiheit der Sozialdemokratie immer neuen nur auf die Politik, von Solidarität will er nicht viel und weil selbst die Sozialdemokraten glauben, daß Hynd- Agitationsstoff liefert, sucht die englische Bourgeoisie durch wissen. Die Phrase von der ganzen Menschheit" ,,, wir man und Aveling allerhöchstens ein paar Tausend An- weitgehende Zugeständnisse den Agitationsstoff zu ver= kämpfen für die ganze Menschheit" ist eine Blase, die hänger haben, aber um Himmelswillen nicht mehr. Ja, mindern. Auf diese Weise sind wir jetzt schon thatsächbeim Zusammentreffen mit der Wirklichkeit in Luft aus- die Konservativen und die mit ihnen durch Dick und Dünn lich dahin gekommen, daß wie die Westminster Review" einanderstäubt. Man sieht dies wieder gegenwärtig an gehenden Nationalliberalen behaupten sogar, daß in England fürzlich sagte, der Sozialismus im englischen Parlament dem Verhalten der französischen Arbeiter ihren auslän- vom Sozialismus überhaupt nichts zu spüren sei, und die bereits ein starker, ausschlaggebender Faktor geworden ist." dischen Kameraden gegenüber, an ihrem Haß gegen die biederen Freisinnigen sprechen dazu ihr Amen und ver- Die erste Frucht dieser Zugeständnisse von Seiten der Politische Nachrichten. herrschenden Klassen an die Sozialdemokratie, war die Wie man mit Arbeitern umspringt. Die Landparthie Landverstaatlichungs- Gesellschaft"( ,, the land vom letten Sonntag hatte Tausende von Berliner Sozialdemokraten nationalisation society"), die 1882 von dem berühmten in Grünau versammelt, führte aber leider wieder zu bedauerlichen Excessen seitens der überwachenden Beamten. Selbst Frauen und Naturforscher Alfred Ruffel Wallace gegründet wurde. Kinder, die sich friedlich im Walde gelagert hatten, waren nicht Wallace, der in einigen Punkten bedeutend weiter geht, als der Amerikaner Henry George, verlangt, den Grund sich augenblicklich in einer Krise, deren Beurtheilung durch davon nur ein Beispiel. Gegen 2 Uhr Mittags wurde ein Arbeiter Die amerikanische Arbeiterbewegung befindet sicher davor, daß berittene Gensdarmen zwischen sie hineinsprengten und sie auseinandertrieben. Wie man mit den Verhafteten umsprang, und Boden in Staatseigenthum zu verwandeln, damit der tendenziöse: Falschdarstellungen der arbeiterfeindlichen Presse arretirt, die Gründe sind ihm heute noch nicht bekannt. Gegen Staat jede neue Generation mit Land versehen könne, so- und ihres Kabels, sowie durch die Uebertreibungen der 24 Uhr wurde er dann mit vier Genossen auf einem Wagen nach daß jeder Staatsbürger sein natürliches Recht auf Be- streitenden Parteien außerordentlich erschwert wird. Die Glienicke geschleppt, unter Eskorte von Gensdarmen mit aufgenuzung des Grundes und Bodens wiedererlange." Aber Vereinigte Arbeiterpartei hat sich gespalten," schreien die pflanztem Bajonett. In Glienicke nahm das Sprißenhaus die gewenn auch Wallace, wie gesagt, bedeutend weiter ging als Blätter und bei oberflächlicher Betrachtung muß es auch fünf Mann schon zu eng, so wurde die Lage der Inhaftirten eine meingefährlichen Verbrecher auf. War dieses Loch eigentlich für George, so konnte er trotzdem nicht verhindern, daß sich scheinen, als ob sie Recht hätten. Die Bürgerzeitung" geradezu verzweifelte, als gegen 9 Uhr Abends noch weitere sechs auch innerhalb seiner Partei bald eine noch radikalere bemerkt dazu: Thatsache ist: Ein New- Yorker Lokal- Aus- Männer hineingesperrt wurden. Von Liegen war keine Rede, weil Strömung entwickelte, deren Anhänger sich schließlich von schuß der Vereinigten Arbeiterpartei" nahm am 4. d. M. An Schlafen wäre aber auch sonst nicht zu denken gewesen, denn überhaupt kein Plaz dazu da war. Man kauerte auf etwas Stroh. ihm lossagten und einen neuen Verein„ die Liga für eine Resolution an, dahingehend, daß ein Mitglied der draußen machte säbelklappernd mit möglichst großem Geräusch ein Zurückgabe des Landes"( ,, English land restoration sozialistischen Arbeiterpartei nicht zugleich Mitglied der Knecht des Dorfes die Runde. Auch die Glienicker Bauern mußten league") gründeten. Dieſe Liga, der sich gleiche Vereine Vereinigten Arbeiterpartei sein könne. Thatsache ist ferner, natürlich„ die verfluchte Sozialistenbrut", wie sich einer von ihnen in Schottland und Irland angeschlossen haben, steht voll- daß die Arbeiterkonvention für den Staat New- York, welche sollen sogar brennende Cigarrenrefter in das( strohgefüllte!) Sprizenausdrückte, sehen und mit anzüglichen Reden beschimpfen; einige ständig auf sozialdemokratischem Boden, nur daß sie vor am 17. d. M. in Syracuse zusammen kam, zwar nicht haus geworfen haben. Als man früh etwas Waschwasser verlangte, läufig noch das bewegliche Kapital von der Verstaatlichung zur Ausschließung aber doch zum Austritt der sozialistischen war der Gemeindeschulze impertinent genug zu fragen, wozu denn ausschließen will. Da sich aber die ganze Landbewegung Delegirten geführt hat. Thatsache ist endlich, daß zwischen Sozialdemokraten Waſchwasser brauchten! Bis Montag früh um 9 bisher in gerader Linie nach links entwickelt hat, und sich den Sozialisten New- Yorks und den Anhängern Henry ſteckten die Inhaftirten in dem Loch, dann ging es unter Begleitung immer weiter nach dieser Richtung hin entwickelt, ist es Georges in Folge jener Vorgänge eine sehr gereizte Polemik wo endlich die definitive Freilaffung erfolgte. Das alles um nichts des Gensdarmen, Nachtwächters und Dorfschulzen nach Adlershof, Klar, daß der vollständige Uebertritt all dieser Vereine ausgebrochen ist und daß es in der Presse und in Volks- und wieder nichts. Ein Wunder ist es noch, daß für das in seiner zur Sozialdemokratie nur noch eine Frage der Zeit ist. Versammlungen gegenseitige Vorwürfe regnet. So thöricht Art einzige Nachtlager nichts gezahlt zu werden brauchte. In Köpenick war das anders. Hier zahlte jeder Inhaftirte 35 Pf. Noch vollständiger hat eine andere Partei diesen EntSchlafgeld; dabei befanden sich fünf Mann in einer Belle mit einem wickelungsgang durchgemacht, die Partei der Christlich Strohsack. Dieser Strohsack foſtet mithin nahezu soviel, wie ein Sozialen. Auch sie ist ursprünglich gegründet, um durch gutes Bett in einem einfachen Hotel. Und da sage man noch, daß halbe Reformen dem Sozialismus den Boden zu entziehen, unsere Behörden nicht ein sehr starkes Billigkeitsgefühl befizen! und noch vor vier Jahren stand sie im wesentlichen auf demselben Standpunkte, wie der Hofprediger Stöcker und sein christlich- sozialer Anhang. Seit dieser Zeit aber hat anch sie sich immer weiter nach links entwickelt, und jezt erklärt sie schon in ihrem Parteiorgan:„ Wir erkennen all diejenigen Konsequenzen des sozialistischen Prinzips an, welche sich aus den sorgfältigen wissenschaftlichen Forschungen eines Lassalle und eines Marr ergeben." Sie steht also vollständig auf dem Standpunkte der deutschen Sozialdemokratie, nur mit dem alleinigen Unterschiede, daß sie die Religion nicht zur Privatsache erklären will. Briefkasten. es wäre, diese Thatsachen wegleugnen zu wollen, so lächer lich ist es auf der anderen Seite, sie zu entscheidenden Ereignissen anfzubauschen und, wie es hier und da bereits geschehen, den Zusammenbruch oder Zerfall der Vereiniglen Arbeiterpartei als ein fait accompli zu verfündigen. Zunächst ist festzuhalten, daß die erwähnten Vorkommnisse blos Die sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichslokaler Natur sind, und nur den Staat New- York be- tage bereiten nach Mittheilungen verschiedener Blätter zum zehntreffen, der zwar der wichtigſte Staat der Union, jedoch welche eine genaue Statistit aller Berbote von Zeitungen und Verjährigen Bestehen des Sozialistengesezes eine Denkschrift vor, für die Arbeiterbewegung der übrigen Staaten keineswegs sinen, sowie die Namen der Ausgewiesenen enthalten soll. maßgebend ist. Und ferner muß festgehalten werden, daß die fraglichen Differenzen nicht prinzipieller Natur sind. Die sozialistische Arbeiterpartei, welche in den Vereinigten Staaten, mit einem der deutschen Sozialdemokratie entnommenen Programm, fest und geschlossen organisirt ist, politit der Arbeiter versteht. Die Arbeiter sind dort vielfach der A. N. Sie fragen, was man in Amerika unter Pressionshat keinen Augenblick daran gedacht, der im vorigen Jahre Ansicht, man könne durch Druck, durch Pression, auf die Politiker gegründeten Vereinigten Arbeiterpartei"( United Labor der alten Parteien mehr erreichen als durch eine selbstständige Und ähnlicher Gesellschaften giebt es in England, Party) ein streng sozialistisches Programm aufzudrängen. Arbeiterpartei. Die Befürworter jener Taktik nennt man deßhalb in Schottland und Irland eine ganze Anzahl. Die eine Auch die leidenschaftlichsten sozialistischen Heißsporne sind fie fich zum Schwanz einer Partei hergeben. Freilich in der Absicht, schiebt dieses, die andere jenes in den Vordergrund, aber sich vollkommen klar darüber, daß ein solches Unterfangen der Schwanz soll mit dem Hunde wedeln" Arbeiterkreisen Pressions- Politiker, oder auch Schwanz- Politiker, weil alle stehen mehr oder weniger auf sozialdemokratischem bei den eigenartigen amerikanischen Verhältnissen sinn- und lich gewöhnlich ganz anders kommt. wobei es aber natür: Boden, und alle entwickeln sich Monat für Monat immer hoffnungslos wäre. weiter nach links. Selbst die Frauenbewegung mit Auguſt wurde von sozialistischer Seite die positive Er- gerne dazu bereit. hoffnungslos wäre. Noch nach dem Beschlusse des 4. Former. Natürlich ist der Redakteur dieses Blattes sehr ihrer Leiterin, der Frau Annie Besant, an der Spiße, klärung abgegeben, man verlange von der Konvention in ift fürzlich öffentlich ins sozialdemokratijche Lager über- Syracuse in prinzipieller Hinsicht lediglich die Bestätigung Möbelpolirer. Bitten, früher zu senden. getreten. Annie Besant aber ist die Frau des bekannten des im vorigen Herbst für die Kandidatur Henry Georges Schreiber. In nächster Nummer. Parlamentsmitgliedes Bradlaugh, dessen Uebertritt in vereinbarten Programms. Und diese Bestätigung ist in Werth- Sendungen, Postanweisungen u. s. f. nicht einfach den hiesigen sozialistischen Kreisen als sicher bevorstehend der That auch zu Syracuse erfolgt. Da nun die Kon- an die Redaktion" oder„ Erpedition" zu adressiren, sonerachtet wird. Ihm würde dann unzweifelhaft auch der vention in der Programmfrage genau nach den Wünschen dern mit dem Namen des Redakteurs oder Verlegers zu weitaus größte Theil seiner zahlreichen atheistischen An- der Sozialisten verfahren ist- was selbst das sozialisten- versehen. Gleichzeitig wiederholen wir die Bitte, alle hänger folgen, soweit sich dieselben nicht schon vorher dem fresserische Kabel in seinen Depeschen zugeben mußte- Bestellungen einfach an den nächsten Spediteur zu Sozialismus angeschlossen haben. so kann unmöglich von einem prinzipiellen Zwiespalt die richten. Rede sein. Abonnent. Wir bitten, alle eingeschriebenen und Verein der Sattler und Fachgenossen. Avis! Verein Für Schmiede, Schlosser, Maschinenbauer, Kupferschmiede empfehle meine feit 10 deutscher Schuhmacher. Sonnabend, den 3. September, Abends Jahren bestehende 82 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Beuthstr. 8, Mitglieder Versammlung. Tagesordnung: 1. Vereins- Angelegenheiten; 2. Gewerkschaftliches; 3. Fragetaften und Verschiedenes; 4. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Feilenhauerei. Gewissenhaftes glühen, hauen und härten der Feilen. Bestellungen auf neue Feilen und Raspen nehme gern entgegen. Louis Rennthaler, Feilenhauer- Meister, Berliu S. O., Bücklerstraße 10. Fachverein der Tischler. Möbel- Spiegel- und Wolfterwaaren von Franz Köppen, Oranienſtraße 170. Reelle Waare. Solide Preise. Montag, den 5. September, Abends 82 Uhr, Versammlung: Beuthstr. 8. Tagesordnung: 1. Herr Meyner über„ Die Entwickelung der fachgewerblichen Bestrebungen." 2. Geschäftliches. 3. Fragekasten. Gäste haben Zutritt. R. Baginski, Schönholzerstr. 7. P. MÜLLER, Tapezierer, Mariannenplatz 24, H. I. empfiehlt sein Lager in Sophas u. Bettstellen m. Matraßen, auch w. Sophas u. Matrazen dauerh. in und außer dem Hause anfgearbeitet. Allen Arbeitern empfehle ich mein Weiß- und Bairisch- Bierlokal, sowie guten Sonnabend, den 3. September, Abends 81/2 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28: Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über die Herbergsangelegenheit. 2. Antrag auf Abänderung des Vereinsstatuts. 3. Die Arbeitsverhältnisse in der Werkstatt von Thomas( Lindenstraße). Die Gesellen dieser Werkstatt sind zu der Versammlung eingeladen. 4. Ein Unterstüßungsgesuch. Empfiehlt allen Freunden und Bekannten sein Lokal mit der Bitte um recht regen Besuch. Auch steht den verehrten Gästen ein fleines Vereins5. Berschiedenes u. Fragekasten. Das Duittungsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Billets zu dem am Sonnabend, Sen 15. Oktober, in Keller's Salon, Andreasstraße 21, stattfindenden Vereinsball sind in der Versammlung zu haben. Der Vorstand. Fachverein der Stuckateure. Versammlung am Montag, d. 5. September, in Nieft's Salon, Kommandantenstraße 71/72, Abends 8 Uhr. Tagesordnung: 1. Vorlage des veränderten ArbeitsnachweisReglement. 2. Abrechnung vom diesjährigen Stiftungsfest. 3. Stellungnahme des Vereins über die Trennung der Bau und WerkstattStuckateure. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Zur pünktlichen Besorgung der Berl. Bolks- Tribüne sowie Volksblatt und alle andern erscheinenden Zeitungen und Journale empfiehlt sich A. Quandt, Zeitungs- Spediteur, Fürbringer Straße 26. 1888888888888 W. Schulz, Restaurateur, Admiralstraße 40, am Kottbuser Platz( früher Alte Linde.) Mittagstisch 40 Pf. Abendtisch 30 Pf. Vorzügliche Getränke. Verlag der Berliner VolksTribüne. Buch- und Steindruckerei von F. POSEKEL Berlin S.O., Oranien- Strasse 23, empfiehlt sich zur prompten und saubersten Ausführung aller Drucksachen. Für Vereine fertige ich zu mässigsten Preisen: Aufrufe, Jahresberichte, Kassenabschlüsse, Statuten, Cirkulare, Mitgliedsbücher, Plakate, Programme, Billets etc. Möbel, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin von Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Frühstück, Mittag- und Abendtisch. zimmer zur Verfügung. W. Prodöhl, Skaligerstraße 18 i. R. Nähmaschinen sämmtlicher Systeme auch auf Theilzahlung. Reparaturen schnell und gut. E. Franke, Saarbrückerstraße 6. 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Die dunkelgrüne, glatte Rinde der er nicht gefürchtet hätte, das stachlige Thier zu verscheuchen. Zweige war ganz mit spißen, harten Dornen besetzt. Die Es war einmal eine weiße Rose. Der Rosenstock, Mit verhaltenem Athem und weit geöffneten, glückstrahlen- Kröte rizte sich an ihnen die Füße und den Leib und an welchem sie blühte, stand in einem kleinen, halbrnnden den Augen blickte er entzückt den Igel an, der schnüffelnd stürzte Hart zu Boden. Wüthend blickte sie zu der Rose Blumengarten vor einem Landhaus. Der Garten war mit seiner Nüsselschnauze die Wurzeln des Rosenstocks hinauf.„ Ich hab's nun einmal gesagt, ich werde Dich sehr verwildert: dichtes Unkraut wuchs auf den alten, untersuchte, um die Würmer zwischen ihnen aufzuspüren, auffressen!" wiederholte sie. eingesunkenen Beeten und den Wegen, die schon lange und in drolliger Weise die fetten scharfen Klauen über Der Abend brach an. Die verwundete Kröte mußte nicht gesäubert und mit Sand bestreut worden waren. einander setzte. an ihren Magen denken und begab sich auf die InsektenDer Zaun von Fichtenpfählen, welche die Form vier- ,, Wasja, mein Lieber, komm hereines wird draußen jagd. Der Aerger, den sie über ihr mißglücktes Unterfantiger spißer Piken hatten und einstmals mit grüner feucht!" rief die Schwester laut. nehmen empfand, hinderte sie nicht, sich tüchtig sattzuessen. Delfarbe angestrichen waren, stand jetzt gänzlich verwittert Und der Igel erschrak, als er die menschliche Stimme Ihre Wunden waren keineswegs gefährlich, und so beund verfallen da; die Piken wurden vou der Dorfingend vernahm, und verwandelte sich schnell in eine Kugel, indem schloß fie, erst ein wenig der Ruhe zu pflegen und dann beim Soldatenspielen benußt oder von den vorübergehenden er den Kopf und die Hinterpfoten unter seinem stachligen von neuem zu der Blume emporzuklettern. Sie ruhte Bauern als Waffen gegen die bissigen Hunde gebraucht. Fell verbarg. ziemlich lange. Der Morgen kam, der halbe Tag verging, Der verfallene Zustand des Zaunes entstellte jedoch Der Kleine berührte vorsichtig die Stacheln das die Rose hatte ihren Feind fast vergessen. Sie hatte sich den Garten durchaus nicht. Die Lücken waren mit Hopfen Thier zog seinen Körper noch fester zusammen und fauchte bereits ganz entfaltet und war das schönste Wesen im überwachsen, und mit großblumiger weiß blühender Zaun- ärgerlich, wie eine kleine Dampfmaschine. ganzen Blumengarten. Aber niemand kam, sich ihres Anwinde, und mit Strauchwerk, dessen blaßviolette Blüthen- Wasja machte bald nähere Bekanntschaft mit dem blicks zu freuen. Der kleine Knabe lag unbeweglich auf quästchen hie und da zwischen den mattgrünen Blätter- drolligen Igel. Er war ein so stiller, schwächlicher, sanft- seinem Bett, und die Schwester wich nicht einen Augenbüscheln eingestreut waren. Die stachligen Disteln hatten müthiger Knabe, daß sogar das kleine Gethier des Gartens blick von dem Kranken. Nur Vögel und Schmetterlinge in dem feuchten, fetten Boden des Blumengartens, der sich keine Angst vor ihm hatte. Und wie groß war Wasja's huschten an der Rose vorüber, ab und zu setzte sich eine inmitten einer großen, schattigen Obstanlage befand, eine Freude, als der Igel die Milch kostete, die der Besitzer summende Biene in ihre aufgeblühte Krone und flog, ganz so ungewöhnliche Höhe erreicht, daß sie fast wie Bäume des Gartens ihm in einem Schüffelchen gebracht hatte!... gelb von Blüthenstaub, wieder davon. Auch eine Nachtigall erschienen. Noch höher waren die blüthenbesetzten Stengel In diesem Frühling jedoch vermochte der Kleine nicht kam, verbarg sich im Gezweige des Rosenstocks und stimmte der gelben Königskerze emporgeschossen. In einem Winkel mehr in seinen geliebten Garten hinauszugehen. ihr Lied an. Welcher Unterschied gegen das heisere Quaken des Gartens gediehen üppig wuchernde Nesseln; ihr dunkles Wie früher, gab die Schwester auf ihn Acht, aber der Kröte! Die Rose war entzückt von diesem Liede: es Grün bildete einen dem Auge wohlgefälligen Hintergrund nicht mehr am Fenster, sondern an seinem Bett. Wie schien ihr, daß die Nachtigall es für sie singe und vielleicht für die prächtige blasse Rose. früher las fie in einem Buch, aber nicht mehr still für hatte sie nicht Unrecht. Sie bemerkte in ihrem Entzücken " Ich hab's gesagt, ich werde Dich auffressen, aufAn einem herrlichen Maieumorgen war sie aufge- sich, sondern laut, daß er's hören konnte, denn er ver- gar nicht, wie ihr Feind auf den Zweigen leise zu ihr brochen; sie hatte ihre Blüthenblätter entfaltet, und der mochte den abgemagerten Kopf nicht mehr aus den weißen emporkroch. Diesmal schonte die Kröte weder Bauch noch flüchtige Morgenthau hatte einige durchsichtige, reine Rissen emporzuheben, die schwachen Hände waren nicht Pfoten: sie blutete bereits, aber entschlossen kletterte fie Tropfen auf denselben zurückgelassen. Es schien, als ob mehr im Stande, auch nur das kleinste Buch zu halten, immer höher, und plößlich hörte die Rose inmitten der die Rose weinte. Aber rings um sie war alles so schön, und seine Augen wurden sogleich müde vom Lesen. Er lieblichen, füßen Klänge des Nachtigallenliedes das be= so rein und klar an diesem prächtigen Morgen, da sie zum wird wohl niemals mehr in sein liebes Gärtchen hinab- kannte heisere Röcheln: ersten Mal den blauen Himmel erblickte, den frischen steigen... Windhauch spürte und die Wärme des Sonnenstrahls empfand, und so friedlich und ruhig war alles in dem Garten, daß ihre Thränen nur Thränen der Freude und Lebenslust sein konnten nicht Thränen des Schmerzes. die Sie konnte nicht sprechen; sie konnte nur ihr Haupt beugen und ihren feinen, frischen Duft ausströmen, und dieser bleiche Wange und wischt unbewerkt eine Thräne ab. Duft war ihre Rede, ihr Lied. ,, Mascha!" ruft er plötzlich leise die Schwester. ,, Was, mein Lieber?" Im Garten ist's wohl jetzt recht hübsch? Blühen Rosen schon?" Die Schwester beugt sich über ihn, küßt ihn auf die fressen!" Und voll Gier blickten die Krötenaugen vom benach= barten Zweige nach ihr herüber. Nur ein einziger Schritt noch, und sie fiel dem boshaften Thiere zum Opfer. Die Rose begriff, daß ihr Ende gekommen war. Der kleine Besißer des Gartens lag unbeweglich auf ,, Hübsch ist's, mein Täubchen, sehr hübsch. Auch die seinem Bettchen. Die Schwester saß ihm zu Häupten in Unten aber, zwischen den Wurzeln des Rosenstocks, Rosen blühen schon. Am Montag werden wir zusammen einem Sessel und glaubte, daß er schlafe. Auf ihren hockte auf der feuchten Erde, dicht an sie geschmiegt, eine in den Garten gehen, der Doktor wird Dir's erlauben." Knieen lag ein offenes Buch, aber sie las nicht darin. feiste alte Kröte, welche die ganze Nacht hindurch auf Der Kleine antwortet nicht, er seufzt nur tief. Die Ihr müder Kopf sant langsam herab: das arme Mädchen Würmer und kleine Fliegen Jagd gemacht und nun am Schwester fährt fort, ihm vorzulesen. hatte schon mehrere Nächte wachend bei dem kranken Morgen sich ein schattiges, feuchtes Pläßchen gesucht hatte, Es ist gut, ich bin müde. Ich will lieber schlafen." Bruder verbracht, ein leiser Schlummer senkte sich jetzt auf um von der Arbeit auszuruhen. Schläfrig und kaum Die Schwester strich ihm die Kissen und das kleine ihre matten Augen. athmend saß sie da: die kleinen Krötenaugen waren durch Deckbett glatt; er drehte sich mit Mühe der Wand zu und Mascha!" flüsterte plößlich der Kleine; die Schwester die weißlichen Netzhäutchen fast geschlossen; eine der häß- schlief ein. Die Sonne fiel durch das nach dem Blumen- fuhr auf. lichsten Pfoten lag seitwärts weggestreckt, denn die Kröte garten hinausgehende Fenster und warf ihre lichten Strahlen Sie hatte soeben geträumt, daß sie am Fenster size auf das Bett und den kleinen Körper des Kindes, und und daß der kleine Bruder gerade wie im vorigen Jahre Sie freute sich über gar nichts: weder über den die kurzgeschorenen Haare über dem dünnen Halse schienen im Garten spiele und sie rufe. Als sie die Augen öffnete und ihn abgemagert und schwach im Bette sah, entstieg Morgen, noch über die Sonne, noch über das schöne wie vergoldet. Wetter; sie war satt und wollte nur ruhen. Als jedoch Die Rose wußte nichts von alledem, was in dem ein schwerer Seufzer ihrer Brust. der leichte Wind für einen Augenblick sich legte, und der Bimmer vorging. Sie entwickelte sich in lieblicher Pracht, Duft der Rose ihre Nüstern kißelte, empfand sie eine ge- am folgenden Tage mußte sie zu voller Blüthe gelangt wisse Unruhe; doch war sie zu träg, um nach der Ursache sein, und am dritten Tage ging's ans Welken, ans derselben zu forschen. Sterben. So kurz ist das Leben einer Rose. Aber selbst in dieſem kurzen Leben sollte sie nicht wenig Angst und Schmerz erfahren. war zu faul, fie an den Leib zu ziehen. Die Kröte hatte sie bemerkt. " Was willst Du, mein Lieber?" Mascha, Du sagtest mir, daß die Rosen schon blühen kann ich... eine bekommen? Ja, auf den Stuhl." ,, Gewiß, mein Täubchen, gewiß!" Sie trat ans - eine herrDen Blumengarten, in welchem die Nose blühte und Fenster und blickte nach dem Rosenstrauch liche Rose prangte an demselben. die Kröte saß, hatte schon lange Niemand mehr betreten. Eine prächtige Rose ist eben für Dich aufgeblüht Es war im vergangenen Herbste, als zum letzten Male fie kommt wie gerufen! Soll ich sie Dir in einem Glase ein kleiner Knabe in dem Garten erschienen war, der darin Als sie die Blume zum ersten Mal mit ihren bosden ganzen Sommer hindurch an jedem hellen Tage unter haften, häßlichen Augen erblickte, zuckte eine seltsame Em- hier auf den Stuhl stellen?" dem Fenster des Hauses gesessen hatte. Ein erwachsenes pfindung durch ihr Krötenherz. Sie konnte sich nicht Mascha nahm eine Scheere und begab sich in den Mädchen, seine Schwester, saß im Zimmer am Fenster; losreißen von dem Anblick der lieblichen, leicht rosig an- Garten. Sie war schon lange nicht mehr ins Freie gefie las in einem Buche oder nähte und blickte von Zeit gehauchten Blättchen und schaute und schaute. Die Roſe tommen, das Sonnenlicht blendete sie, und der frische zu Zeit nach dem Bruder hinüber. Der Knabe zählte gefiel ihr. Aber sie fand in ihrem Krötenhirn keinen an- Lufthauch betäubte sie beinahe. Sie trat gerade in dem fieben Jahre, war klein von Wuchs, hatte große Augen dern Ausdruck für ihr Gefühl, als die Worte:„ Halte Augenblick an den Rosenstock heran, als die Kröte nach nnd einen großen Kopf auf einem mageren Körper. Er still! Ich werde dich auffressen." der Blume griff. Die Rose erschrat, als sie diese mit rauher Stimme liebte seinen Blumengarten sehr es war sein Blumen,, Ach, wie häßlich!" rief sie aus, erfaßte den Zweig garten, weil außer ihm Niemand diesen verlassenen Winkel gesprochenen Worte vernahm. Warum war sie festge- und schüttelte ihn so heftig, daß die Kröte mit plattem besuchte; wenn er ihn betrat, setzte er sich in die Sonne, wachsen an ihrem Stengel? Die Vögel, die rings um sie Bauche zu Boden fiel. In ihrer Wuth sprang dieselbe auf die alte hölzerne Bank, die auf einem trockenen Sand- zwitscherten, hüpften und flogen frei von Aſt zu Aft; bis- auf und schnappte nach dem Mädchen, doch reichte sie nicht weg stand und nur deßhalb in Stand erhalten wurde, weilen schwebten sie irgendwohin schnell durch die Luft, höher, als bis an den Rand des Kleides und flog sogleich, weil man beim Schließen der Fensterläden auf sie hinauf- wohin? das wußte die Rose nicht. Ach, wie sie diese von der Schuhspitze zurückgeschleudert, auf die Seite. Sie klettern mußte. Hier saß nun Wasja und las in dem Thierchen beneidete! Wäre sie beflügelt, wie sie, dann wagte keinen zweiten Angriff und sah nur von weitem, Buche, das er mitgebracht hatte. wollte sie aufflattern und vor diesen boshaften Augen ent- wie das Mädchen vorsichtig die Blume abschnitt und in " Wasja, willst Du, daß ich Dir den Ball hinaus- fliehen, die sie durch ihr unverwandtes Anſtarren in Schrecken das Zimmer trug. werfe?" fragte die Schwester aus dem Fenster;„ vielleicht versetten. Als der Kleine die Schwester mit der Rose in der möchtest Du ein wenig damit spielen?" Ich werde Dich auffressen!" wiederholte die Kröte, Hand eintreten sah, glitt, zum ersten Mal seit langer Zeit, indem sie ihrer Stimme einen möglichst weichen Ausdruck Nein, Mascha, ich will lieber lesen." Und er saß lange und las. Wenn er aber schließlich zu geben suchte, was ihre Worte jedoch nur um so wider- ein schwaches Lächeln über seine Züge, und mit Mühe streckte er seine magere Hand aus. der Robinsons, der Wilden und der Seeräuber überdrüssig licher machte. war, dann legte er das aufgeschlagene Buch auf die Bank „ Ich werde Dich auffressen!" wiederholte sie, dem und ging ins Dickicht des Blumengartens, in dem er Roſenſtock immer näher rückend, ohne einen Blick von der jeden Strauch, fast jeden Halm kannte. Er hockte vor Blume zu wenden. Und die arme Roſe ſah mit Schrecken, dem dicken, mit filzigen weißlichen Blättern umgebenen wie die häßlichen, klebrigen Füße sich an dem Zweigwerk Stengel einer Königskerze, die dreimal höher war als er, des Strauches, an dem sie wuchs, festzuklammern suchten. auf die Fersen nieder und beobachtete lange und aufmerk Das Klettern fiel der Kröte freilich ziemlich schwer: ihr sam das Treiben des auf- und abwandernden Ameisen- flacher Körper vermochte nur auf ebener Erde sich frei völkchens. Er schaute oft zu, wie die Spinne in ihrem und bequem zu bewegen. Nach jeder Bewegung, die sie kunstvollen Netz den Fliegen auflauert, wie die Eidechse, vorwärts that, blickte sie nach der Blume, und dieser das stumpfe Schnäuzchen öffnend, sich sonnt und die grünen ward's immer beklommener zu Mute. Ich will ja sterben, seufzte sie, aber nicht auf diese Weise." Schuppen ihres Rückens ergläuzten läß. " Gieb sie mir," flüsterte er, ich will daran riechen." Die Schwester gab ihm den Stiel in die Hand und half ihm, fie ans Geficht zu führen. Er ſog den lieblichen Duft ein und sagte leise, mit glücklichem Lächeln: " „ Ach, wie schön!" Dann ward sein kleines Antlig ernst und unbeweg= lich, und er verstummte für immer. * * * Die Rose war abgeschnitten worden, ehe sie welkte, aber sie fühlte, daß man sie nicht umsonst gebrochen hatte. Kränze und Blumen umgaben den kleinen Sarg. Die | weiße Rose aber stellte man dicht daneben in ein Glas| stimmte politische Richtung erhielt. Interessant ist ein Einfluß auf die Verhandlungen dieser Körperschaft auszuauf ein Tischchen. Und da wurde sie nicht etwa ver- Brief, den er damals an Ludwig Börne in Paris üben, allein positive Erfolge erzielte er dabei nicht. geffen; das junge Mädchen führte sie an die Lippen und richtete und den dieser im ersten Bande seiner„ Pariser Als die Oktoberkämpfe begannen, war Wintersberg küßte sie heiß und innig. Eine große Thräne fiel von Briefe" veröffentlichte. durch Krankheit an's Zimmer gefesselt. Seine Lage schildert ihrer Wange auf die Blume, und das war der schönste„ Ein Wiener Gelehrter", sagt Börne in seinem er in seiner Autobiographie folgendermaßen: Augenblick in dem Leben der Rose. Als sie zu welken Briefe vom 20. November 1830, hat mir in diesen Die Stunden des Bombardements am Abend des begann, da legte man sie in ein dickes, altes Buch, um Tagen geschrieben und ich will Ihnen Einiges aus seinem 31. Oktober brachte ich in der Wohnung meines Freundes sie zu pressen, und später, nach vielen Jahren ward sie Briefe mittheilen. Eine Art Kerkerluft weht durch alle Dr. Gutherz zu. Wir waren in einem Zimmer des mir geschenkt. Daher weiß ich auch diese ganze Geschichte. seine Worte, eine gewisse Trauer ist über seine Reden zweiten Stockes, das in den Hof ging; eine Bombe schlug verbreitet und so wahr und liebevoll ist Alles, was er gerade unter uns im ersten Stocke ein und zerschmetterte spricht, daß es mir in das Herz gedrungen. Er sagt in das steinerne Fensterkreuz. Nach der Einnahme der Stadt seinem Briefe:„ Es thut Noth in so zerspaltener, einheits- war die Zeit gekommen, Wien mit Ehren zu verlassen. liebloser Zeit, daß ihre Besseren und Edleren sich finden, Man hatte mir gesagt, ich sei nicht auf der Proskriptionsr. Am 14. Februar 1879 starb im Alter von 78 Jahren bas allein Rechte- die Freude des Menschen und das Wunsch ging meine Frau zum Polizeikommissär. erkennen, lieben und vereinigen für ihr gleiches Ziel lifte, aber ich traute dem Friedeu nicht. Auf meinen in Coburg ein Mann, an den die Erinnerung aufzufrischen Wohl der Einzelnen wie des ganzen Geschlechts, das ja er hörte, daß ich noch hier sei, schlug er die Hände über ich hiermit unternehme, weil ich glaube, daß er es ver- nur dient hat, daß sein Name in Arbeiterkreisen nicht in gründ- nur die Summe aller Einzelnen ist. Darum ist eben so den Kopf zusammen und zeigte ihr auf der Proskriptionsdient hat, daß sein Name in Arbeiterkreisen nicht in gründ- schön und tief der Saß, den Sie( Börne) im fiebenten liste meinen Namen. Er rieth mir, mich ruhig zu ver= liche Vergessenheit gerathe. Erinnerung an einen verstorbenen Arbeiterfreund. Als Es ist Engelbert Wintersberg, ein sich bis zu Bande ihrer Schriften aussprechen und gegen den nicht halten, sonst sei vor der Hand nichts zu thun. Er half seinem Tode treugebliebener, ehrlicher Achtundvierziger, der nur die Theologen, sondern alle, die selbstsüchtig und aber schon dafür sorgen, daß nach mir nicht gefragt würde. nach dem„, tollen Jahre" sich weiter entwickelte, bis er Feinde der Freiheit sind, aufstehender Say: Die Erst am 14. November fanden meine Freunde meine Abreise von Wien räthlich. Dr. Gutherz räumte mir einen offen in die Reihen der sozialdemokratischen Arbeiter ein- Menschheit ist um der Menschen willen da". " 1 Geboren 1801 in Weyer in Oberösterreich, wo- ,, Es ist wohl an der Zeit, daß der eingerissene Ideen- Theil seiner Sommerwohnung in Gloggniß ein und dort selbst sein Vater Direktor der Eisengewerkschaft war, zu gößendienst einmal aufhöre und daß der lebendige Mensch verbrachte ich mit der jüngsten Schwester meiner Frau den der 50 Eisenhammer gehörten, hatte er Gelegenheit, das nicht mehr einem luftigen Jdeal geopfert und mit ihm ganzen Winter von 1848 auf 49. Im April mußte ich Leben und Treiben der Arbeiterbevölkerung aus unmittel- nicht mehr Experimente angestellt werden. Ihr ausge- die Freistätte verlassen und reiste durch Steiermark auf barer Nähe zu beobachten und zu studiren. Dabei kam sprochener Sat, folgerecht durchgeführt, wirft alle Systeme der Eisenbahn und im Postwagen und von dort weiter ihm der Umstand zu Gute, daß sein Vater die Arbeiter über den Haufen und statt des todten Begriffs Mensch- nach Linz und weiter bis Konstanz. Aber die vorrückenden human behandelte und deshalb auch von allen geachtet heit steht der lebendige Mensch schaffend im Mittel- Hessen vertrieben mich auch hier und mußte ich deshalb weiter nach St. Gallen in der Schweiz gehen." Dahin und geehrt wurde. Aber Wintersberg selbst sollte bald punkte der Welt". des Lebens Bitterkeiten und Unannehmlichkeiten in über- ,, Diesen Satz kann aber eben nur wahrnehmen, wer kam auch bald seine, in Folge der Trennung und in der reichem Maße erfahren, denn noch nicht erwachsen, verlor in sich Kern, Werth und Würde trägt; wer selbst nichts beständigen Angst um seine persönliche Sicherheit erer seinen Vater und über die Familie kam dadurch ist, muß sich natürlich entweder unter den Schuß, ich weiß frankte Frau. In St. Gallen nahm Wintersberg wiederum seine schweres Unglück. Der Knabe mußte nach Steyermark nicht welcher Idee, als einer eingebildeten Macht begeben, zu seinem Onkel wandern, bei dem er drei Jahre oder er muß geradezu, wenn er scheinbar etwas stärker schriftstellerische Thätigkeit auf, übersiedelte von da nach verblieb und diese Zeit benußte er, um seinen Wissens- ist, das Thierrecht des Stärkeren d. h. die Selbstfucht Bern und später nach Zürich. Im Frühjahre 1852 wurde er auf Verlangen der österreichischen Regierung d. h. des durst durch das Studium der deutschen Klassiker, der schlechtweg für sich ansprechen." Weltgeschichte von Guthrie und Gray und verschiedener Wir sehen auch die Zeit nach dieser Spaltung in österreichischen Gesandten in Bern durch Bundesrathsbeanderer Werken, die er in der reichen Büchersammlung zwei Theile getheilt. Der eine, die Gelehrten, brütet über schluß aus der Schweiz ausgewiesen. Er sollte in der seines Onkels vorfand, zu stillen. Jdeen und sucht im Trüben zu fischen, der andere, die Pfalz Adjutant gewesen sein und mit Vorarlberg politische " auch bezeichnend beitervereins und suchte die Sache nach Kräften zu fördern. Eine mehrjährige Krankheit zwang ihn abermals zur Unthätigkeit und erst 1865 fing er wieder an, für Zeitungen zu schreiben. Er wurde zunächst Mitarbeiter bei dem von Ludwig Eckart redigirten Mannheimer Wochenblatt", in Folge sonderbaren Benehmens des Verlegers dieses Blattes gegenüber Wintersberg sah sich dieser gezwungen, nach zweijähriger Dauer die Verbindung abzubrechen. In diese Zeit fällt die Abfaffung eines Berichtes über Von da weg kam der lerneifrige Knabe in das Gym- Materiellen, als die Stärkeren, spricht geradezu durch Korrespondenzen unterhalten haben, welche beide Anschulnafium des Benediktinerklosters Seitenstetten( in Nieder- Wort und That die Selbstsucht aus und tritt den Begriff digungen total erfunden waren. Ein weiterer Grund zu österreich), wo Verpflegung und Unterricht ,, wohlfeil" war, wie den lebendigen Menschen in allen Verhältnissen mit dem Vorgehen der österreichischen Regierung war wohl aber, wie Wintersberg später sich ausdrückte, standen Füßen, wogegen die anderen bloß die Hände ringen und auch der, daß Wintersberg wegen Hochverrath zu 6 Jahren diese Dinge noch unter dem Verhältniß der Wohlfeilheit". die Vorsehung zum Zeugen der Frevel ausrufen. Was Festung verurtheilt worden war, welche Strafe später auf 2 Jahre herabgemindert wurde, aber für einen Unschuldigen Vereinigung Die Frömmigkeit des Klosterlebens konnte unserem frei- uns am meisten Noth thut, ist denkenden Jünglinge nicht gefallen und es konnte ihm auch Bekanntlich war Börne kein Freund von Göthe und sind doch wohl auch zwei Jahre zu viel. Wintersberg davon nichts beigebracht werden, wie er selbst sagt:„ ich Wintersberg hatte ebenfalls gegen denselben heftige Ab- wandte sich nun nach der Ausweisung nach Paris, überwar wohl nicht fromm, aber ich darf sagen gut; fromm neigung gefaßt, aber es muß wohl ganz falsche Auffassung siedelte aber bald nach England, wo er zehn Jahre verist man nämlich für sich selbst; gut für Andere". zu Grunde liegen, wenn Wintersberg an Börne schreibt: blieb. Damals", schreibt er, war der Herzog von Mit 17 Jahren kam er nach Graz an die dortige ,, Was mich aber wundert, ist dies, daß sie den wilden Koburg im höchsten Glanze seiner Popularität. Ich wandte Universität, wo er indeß nur zwei Jahre verblieb, da er Göthe öfters anführen. Dieser Mensch ist ein Muster mich also brieflich an ihn um eine Freistätte, legte aber daselbst nicht das gefunden, was er gehofft. von Schlechtigkeit; man kann in der Weltgeschichte lange meinem Briefe einige meiner stärksten Aufsäße bei und be„ Ich hatte mich mit Begeisterung und Eifer auf die suchen, bis man einen seines Gleichen findet. Thöricht ist tannte mich offen zu den darin enthaltenen Grundsäßen." Studien geworfen und freute mich des höheren Bodens, es, daß man immer sagt: Schiller und Göthe, wie Der Herzog gewährte ihm bereitwilligst in Koburg eine auf den ich jetzt zu stehen kommen sollte. Aber die Ent- Voltaire und Rousseau. Um soviel Rousseau mehr ist als Freistätte und im Mai 1862 übersiedelte er dahin, wo er täuschung war arg, ich besuchte nicht lange die Vorlesungen, Schiller, um so viel ist Göthe schlechter als Voltaire. bis zu seinem Tode verblieb.( Wie sich die Zeiten ändern! als ich ungeachtet meines jungen Alters sah, daß die Göthe war immer nur ein Despotendiener; seine Satyre Heute nach 25 Jahren war Koburg nicht mehr Freistätte Wissenschaft, die man uns beibringen wollte, eine aus- trifft weislich nur die Kleinen; den Großen macht er den für die Herren Christensen und Keßler. Wir schreiten aber geblasene Eierschale war. Wir hatten Geschichte, Philo- Hof. Dieser Göthe ist ein Krebsschaden am deutschen doch vorwärts!) In Koburg schloß sich Wintersberg der beginnenden sophie, Mathematik und Physik, griechische und lateinische Körper und das Aergste ist noch, daß Alles die Krankheit Philologie und endlich etwas, das man Religions- für die üppigste Gesundheit hält und den Mephistopheles Arbeiterbewegung an, wurde Mitglied des dortigen ArWissenschaft" nannte, gelernt. Die Geschichte, die man auf den Altar sett und Dichterfürsten nennt. Ja, Fürstenuns vortrug, reichte aber nur bis zum Jahre 1789, das d. i. Despotendichter, sollte er eigentlich heißen." heißt bis zum Ausbruch der französischen, eigentlich euro- Wintersberg hatte nach seinem eigenen Geständniss päischen, Revolution. Die Philosophie, die man uns diesen Brief nicht an Börne in der Absicht gerichtet, den lehrte, war eine ganz verwässerte Schulphilosophie, die selben veröffentlicht zu wissen; um so mehr war er davon weder dem Geiste und noch weniger dem Herzen etwas überrascht, als er ihn gedruckt zu lesen bekam. Derselbe gab, wohl aber den Verstand hätte verwirren können. wirbelte in Defterreich viel Staub auf und es wurde jogar Was die Religionswissenschaft anbelangt, die man uns zu- bestritten daß dieser Brief aus muthete, weiß doch jeder Verständige, daß auf Alles, Desterreich stammen könne. was man Religion nennt, der Begriff Wissenschaft gar Eine Abhandlung, die Wintersberg über die Erziehung die Thätigkeit Bebel's, den er in einer Volksversammlung nicht anwendbar ist. Wissenschaft ist Kenntniß der Dinge, in der Linzer Zeitung" veröffentlichte, erregte gleichfalls in Stuttgart erstattete. Anlaß dazu hatte die VerunErkenntniß ihres Zusammenhanges und ihrer wechsel- die Aufmerksamkeit weiterer Kreise und wurde namentlich glimpfung Bebel's durch Leute von der Volkspartei geseitigen Beziehungen durch eigenes Nachdenken. Da hat von katholischen geistlichen Zeloten heftig angegriffen. Im geben. Während der Inhaftirung Bebel's und Liebdie Autorität nichts zu thun". Jahre 1844 veröffentlichte er bei Hoffmann und Campe knecht's anläßlich des Leipziger Hochverrathsprozesses, In diesen Worten liegt auch zugleich ein tiefes Urtheil in Hamburg eine Broschüre gegen den Kölner Dombau, schrieb Wintersberg fleißig für den Volksstaat." über die damaligen Zustände an den österreichischen Hoch- zwei Jahre später schrieb er seine„ 100 Säße vom Staate" Auch für die österreichisch en Arbeiterblätter und schulen, wenn schon Wintersberg den Professoren insofern die er nach Preußen werfen wollte, wo damals der ver- sonstige literarische Unternehmungen der dortigen SozialistenGerechtigkeit wiederfahren läßt, indem er sagt sie durften einigte Landtag zusammentrat; seine Absicht gelang ihm partei war er vielfach thätig und erwarb sich dadurch die fich nicht von ihren Kenntnissen leiten lassen, sondern aber nicht, dagegen wurden sie 1848 in Wien unverändert wärmsten Sympathien der österreichischen sozialistischen Armußten den Weisungen folgen, die ihnen gegeben wurden." gedruckt und veröffentlicht. beiter, welche die Nachricht von seinem Ableben 1879 mit Ihn selbst eckelte aber diese zugeschnittene Professoren- Unser Freund lebte im stillen Kreise seiner Familie schmerzlichster Theilnahme erfüllte. Weisheit, diese bestellte Halbgelehrsamkeit, derartig an, bescheiden und zurückgezogen, als plößlich die Kunde von Obwohl Wintersberg's Leben sich im Stillen bewegte, daß er sich davon so viel wie möglich zurückzog und sich der Pariser Februar- Revolution nach Wien drang und auch fernab von geräuschvoller Thätigkeit, verdient er nicht minder in sein eigenes Gemüth vertiefte, was ihn zur Entdeckung hier die Geister aufrüttelte. Da Wintersberg kein Redner unser Aller Sympathien. Er wurde seiner Zeit gerecht, seiner poetischen Ader führte. Indeffen floß sie nicht war und in dieser Beziehung nicht wirken konnte, suchte suchte nach Kräften an der Lösung ihrer Aufgaben mitzugerade mächtig. Eine Anzahl verschiedener kleinerer, in er als Schriftsteller und Rathgeber um so mehr der be- wirken, schreckte nicht davor zurück, wenn ihn seine Erweiteren Kreisen nicht sehr bekannt gewordener Gedichte, ginnenden freiheitlichen Bewegung nußen zu können. Zu- kenntniß einen Schritt vorwärts trieb, denselben auch ohne „ Virginia" und zwei nächst wurde er Mitarbeiter bei der„ Konstitution", für Bedenken zu thun. Als siebenzigjähriger Greis ein dramatischer Versuch einer Trauerspiele, die Cäsars Ermordung und die Schlacht die er fleißig schrieb. Als die Bewegung in Wien be- feltenes und erhebendes Beispiel!- akzeptirt er noch die von Philippi zum Gegenstande hatten bilden wohl reits so weit vorgeschritten war, daß die Wahlen zum Grundsäße und Ziele der Sozialdemokratie und wirkt für zusammen den ganzen Schatz seiner poetischen Versuche. Reichstage ausgeschrieben wurden, ward Wintersberg zum fie in der Presse mit der ihm eigenthümlichen populären Die beiden Trauerspiele hatte er in Wien geschrieben, Wahlmann gewählt und zugleich erging an ihn die Auf- und anziehenden Sprache. Seine Worte„ der Mensch wohin er von Graz aus sich begeben hatte, um an der forderung, sich im 7. Wiener Bezirke( Neubau) um ein lebt nicht, um zu arbeiten, er arbeitet, um zu leben" dortigen Universität seine Studien fortzufeßen. Auch da Abgeordnetenmandat zu bewerben. Er folgte dem Rufe, lassen am Besten das Innerste seiner Ueberzeugung und fand er sein Ideal nicht und seine Lehrer bezeichnet er allein mit ihm noch ein weiteres halbes Dußend Mitbe- Gesinnung erkennen. Und ebenso sicher und überzeugt als„ so vollständige Karrikaturen, daß ein Poffenschreiber werber, so daß ein wahres Wettrennen um das Mandat sind die Schlußworte seiner Selbstbiographie von dem endfie unverändert hätte benutzen können". Er gab denn begann. Wintersberg aber unterlag bei der Wahl lichen Siege der Sache der Menschheit, des Sozialismus auch bald seine Universitätsstudien auf und trat ins prat- gegen Doblhoff, desgleichen fiel er durch durch bei der mit denen auch wir schließen wollen: tische Leben ein. Auch hatte er in der Zwischenzeit das Wahl der Abgeordneten zum Frankfurter Nationalparla- ,, Ein alter Grieche pries sich glücklich, in seiner Zeit Ideal seines Herzens gefunden, das aber erst nach sieben- mente. geboren zu sein. Damals war das republikanische Griezehnjährigen Kämpfen seine Gattin wurde. Trotzdem er aber dem Reichstage nicht angehörte, chenland auf seiner Mittagshöhe; leider trat bald sein Nun beginnt 1830 seine schriftstellerische Thätig- wußte Wintersberg durch seine Verbindung mit einer An- Niedergang ein. Wir können uns glücklich preisen, in keit, die durch die franzöſiſche Revolution sofort eine be- zahl freigefinnter Abgeordneter dennoch einen beſtimmenden den Tagen des Aufganges geboren zu sein. Es ist eine ein Zeit, wie sie nie gewesen: dem sittlichen Verfall auf der einen Seite steht die sittliche Erhebung auf der anderen Seite gegenüber. Wir stehen auf der Seite der Erhebung, bleiben wir derselben würdig und zeigen wir unseren Gegnern, daß man bei uns nicht auf den Sand baut." Zur Handlungsgehilfenbewegung. Er lernt da Düten drehen, Fässer rollen und das Geschäftslokal| aufgewachsen in den Vorurtheilen und der Bevormundung seitens scheuern, und, wenn er z. B. in einem Wiener Vorstadt- Geschäfte der Bourgeoisie mit dünkelhaftem Kastenstolz in gänzdie Handlung erlernt, mit Tragkorb und Schiebkarren hantiren licher Verkennung ihrer wahren Interessen den sozialen sowie- mitunter noch obendrein durch die freundliche Initiative Bestrebungen der gesammten übrigen Arbeiterschaft stets exklusiv des Lehrherrn die Dauerhaftigkeit seines Haarbodens kennen! gegenüberstand, statt vereint mit denselben im solidarischen Kampfe Dies ist seine praktischs Heranbildung während der drei- bis eine gleichberechtigte und freie Stellung gegenüber den ,, Arbeitgebern" fünfjährigen Lehrzeit.( S. 8) sowohl für sich als auch für jene zu erzwingen. Daß dieser Mangel Beim Engagement( des Komptoirlehrlings) finden wir unter jedweder Organisation natürlich auch rückwirkend auf ihre ökonomische anderen Fragen die bereits stereotyp gewordene nach dem Stande und soziale Lage, auf die Gestaltung des„ Dienstverhältnisses" zu ihren der Eltern, natürlich nur um beurtheilen zu können, wie lange der Prinzipalen war, daß die kaufmännische Hilfsarbeiterschaft ohne jede Ueber die Ursachen des bitteren, unleugbaren Noth- junge Mann überhaupt noch am Brodsacke seiner Eltern hängen öffentliche Vertretung ihrer Klasseninteressen gegenüber ihren Arbeitstandes der kaufmännischen Arbeiter haben wir uns bereits kann; andernfalls wird auch nicht selten der Wunsch nach Kaution gebern" blieb, welch' lettere dagegen in der Vertretung ihres Geldausführlich ausgesprochen. Wir fanden sie in ganz dem oder Bürgschaftleistung gestellt, weil nun weil derartige Frager sackes allezeit und fast instinktiv einig sind, war nur eine noth= gleichen wirthschaftlichen Zerseßungsprozeß, der auch die in ihrer eigenen Charakterschwäche und Schlechtigkeit und in der ge- wendige Folge.( S. 4).... wissen Vornahme, möglichst lange nichts und dann recht wenig zu Die gewerbliche Arbeiterschaft aller Gattungen hat heute wenigInduſtrie beherrscht und hier die Lohnsklaven zu lebens- falairiren, sich zu allen schlimmen Voraussetzungen bei dem Stellen- stens schon ein mehr oder minder intensives Klassenbewußtsein, ist länglichen bloßen Theilarbeitern mit der unsichersten und bewerber berechtigt glauben und fürchten, der junge Mann könnte mit einem oft heroischen Solidaritätsgefühl erfüllt und arbeitet unfümmerlichsten Eristenz macht. mit einem Inkasso von etwa 100 fl. denn mehr wird ihm wohl ausgesetzt an einer tüchtigen Ausbildung ihrer Organi= selten anvertraut durchbrennen. Von derjenigen Kategorie von fation, der allein sie zweifelsohne ihre, wenn auch nur geringen, Wie die moderne Form der Industrie sich am Handlungshäusern wollen wir gar nicht sprechen, welche eine bisherigen Errungenschaften zu danken hat.( S. 2) raschesten und auffälligsten in den Großstädten entwickelt, Raution nur zur Vergrößerung ihres Betriebs- Kapitales Wir haben von der Organisationslosigkeit der und wie daher die„ Arbeiterfrage" auch hier zuerst ihr fordern, lediglich nur unter Hinweis auf ihre bitteren Erfahrungen aufmännischen Hilfsarbeiterschaft gesprochen. Nun Haupt erhoben hat, so ist die Revolution des kauf- und bedeutenden Verluste, welche sie durch Diebstahl, Unterschleif wird man uns zwar auf die bestehenden kaufmännischen männischen Gewerbes ebenfalls in den städtischen Centren u. 1. w. seitens früherer Bediensteter erlebt haben; wahrlich ein Vereine verweisen, die nach der Meinung mancher Leute, und trefflicher Deckmantel für die eigenen Betrügereien, die solche Leute am weitesten vorgeschritten. Hier hat daher der Handlungs- meist mit der Kaution vornehmen. Es ist nur äußerst bedauerlich, lange in denselben wie bisher das Hauptgewicht der Vereinsthätig= vor Allem der Chefs, eine genügende Organisation bilden; allein so gehilfe am wenigsten Aussicht, selbstständig zu werden, daß sich solch' gutmüthige Opfer( ökonomische Schafe) immer noch feit auf Vortragsabende, Unterrichtskurse und gesellige Unterhaltunhier ist er am engsten an eine und dieselbe Theilarbeit finden, welche, wie sich von selbst versteht, stets gründlich geschoren gen gelegt wird, die Stellenvermittlung nur so nebenher und ohne gefesselt, hier wird die Konkurrenz um die Stellen die werden.( S. 12). erbittertste, die Lebenshaltung infolge dessen die gedrückteste, junge Kommis seine Laufbahn als solcher. Ausgerüstet mit dieser geschilderten Qualifikation, betritt der einheitliche Handhabung betrieben wird, das wirthschaftliche Interesse der Hilfsarbeiter, deren materielle Existenz und soziale die Eristenzunsicherheit die schlimmste. Nur zu bald kommt er zu der Einsicht, daß sein Wissen, seine Stellung gleichsam nur an der Peripherie berührt wird, und schließ= Wir wollen heute einige Belege dafür bringen, Be- Bildung nicht über das Niveau des Alltäglichen hinausreichen. Nun ich immer nur das alte Giapopaia von Mäßigkeit, Geduld und Bescheidenheit präludirt wird, so lange können wir uns nicht übersich, wenn überhaupt er des Besseren, Edleren fähig ist, in lege, die zugleich zeigen, daß sich die Handlungsgehilfen hängt hafte Beringen nach Bildung vor: er will lernen! aber zeugt fühlen, daß die kaufmännischen Vereine in ihrer heutigen Zuwahrlich nicht mehr zu sperren brauchen, sich als Prole- wann? Sein Chef braucht ihn des Morgens um 5, 6 Uhr im Ge- sammensetzung und Thätigkeit geeignet sind, ihrer wichtigſten Auftarier, die sie nun einmal geworden sind und bei unver- schäfte, und Abends nun Abends will ihn sein Chef im Geschäfte gabe, nämlich Wahrung der Klaffen- Interessen der kaufmännischen Arbeiterschaft vollkommen gerecht zu werden. Die faufmännische ändertem Bestand des heutigen Systems weiter werden nicht nur bis 7 und 8 Uhr, er will ihn auch noch um 9 und 10 Uhr Hilfsarbeiterschaft wird auf einem der gewerblichen Arbeiterschaft müssen, der großen Proletarierbewegung der Gegenwart haben. Abgemattet von den Anstrengungen einer 16-17 stündigen schon lange nicht mehr neuen Wege, auf Grund einer gewerkArbeit sucht er willenlos seine Schlafftätte es fehlt ihm die phyanzuschließen. schaftlichen Vereinigung ähnlich wie in Paris- ihre Insische Kraft zur Ausbildung der geistigen. In der Bürgerzeitung" entwirft ein Betheiligter Besehen wir uns nun die Entlohnung dieser Waarenkommis, so teressen- Vertretung zu finden suchen. Wird nach unserer Anschauung mittelst einer kaufmännischen Gewerkschaft, welche die ganze Monarchie von der Nothlage der Handlungsgehilfen in Hamburg finden wir noch in einzelnen Branchen wie Spezerei, Kolonial-, zu umspannen hätte, zwar nicht die soziale Frage im KaufmaunsMaterial- und Farbwaarenbranche folgendes düstere Bild: das aus dem ehemaligen Tausende von Handlungsdienern irren ohne Be- patriarchalischen Dienstverhältnisse überkommene Natural- Lohnsystem stande gelöst sein, so wird doch wenigstens die Hilfsarbeiterschaft da= schäftigung umher, täglich durchsuchen sie mit erneuter Hoffnung vor, welches aus Gewährung von Kost und Bett besteht, nebst einem durch einheitlich organisirt und somit klassenbewußter werden. Was minimalen Geldlohn. Diefer Geldlohn beträgt anfänglich 5 oder der kaufmännischen Hilfsarbeiterschaft zu erreichen möglich sein. die gewerbliche Arbeiterschaft auf diesem Wege errungen, wird auch den Inseratentheil der Zeitungen, um auf jede nur irgendwie geeig: 7 fl. und steigt bis zu 15 oder 20 fl. nebst dem erwähnten Naturalnet erscheinende Stellung ein Anerbieten einzureichen. Mit sieber: lohn. In dem Falle aber, als nur Geldlohn gezahlt wird, beträgt ( S. 31).. hafter Spannung harren sie Tage und Wochen auf ein positives derselbe 25 bis 30 fl. anfänglich und steigt bis zu 45 bis 50 fl. Ergebniß ihrer Bemühungen, um immer wieder enttäuscht von Neuem( S. 9) zu beginnen. Umsonst! Das Angebot übersteigt zu gewaltig die Es ist eine unleugbare Thatsache, daß sich sowie im Gewerbe geringe Nachfrage, die Offertschreiben sind in zu riesigen Mengen und in der Industrie auch im Handel das Bestreben breit gemacht hat, eingelaufen, als daß eine Prüfung im einzelnen dem Prinzipal auch durch massenhaftes Anlernen von Lehrlingen und Halten von Pratti nur annähernd möglich wäre. So vergehen für den Stellung fanten möglichst viele, verhältnismäßig kostenlose Arbeitssuchenden Wochen und Monate. Der kleine Zehrgroschen ist längst fräfte zu erlangen, um die bezahlte Arbeit des ausgebildeten ausgegeben, ein Stück nach dem anderen wird verkauft oder ver= pfändet, erst das scheinbar Entbehrliche, dann nur zu bald das Un- kaufmännischen Hilfsarbeiters durch die unhezahlte des Lehrlings entbehrliche, und ehe ein halbes Jahr verflossen, ist der früher in oder Praktikanten zu ersetzen.( S. 21). geachteter Stellung konditionirende junge Kaufmann zu einem äußer einen respektablen Platz kaum noch Anspruch machen darf. Und was ist die Folge? In den meisten Fällen ist körperliche und geistige Verkümmerung das Loos eines Mannes, der mit großen Erwartungen in das Leben trat. Eitler Wahn und krasse Unwahrheit ist es, daß mit den heute üblichen Löhnen, Salairs oder Gehalten durch schnittlich auch nur der eigene Unterhalt rechtschaffen, geschweige denn der von Frau und Kindern gedeckt werden könne, an gänzliche Tilgung der Erziehungsschuld gar nicht zu denken! männischen.( S. 18). Die Herren Prinzipale mögen sich nicht wundern, wenn ihrem faulen Prozenthum eine organisirte und zielbewußte Macht seitens der kaufmännischen Hilfsarbeiter entgegentreten, wenn an Stelle des bisherigen Einzelnkampfes des Arbeiters gegen seinen Chef, endlich ein solidarischer Kampf sich entwickeln wird. Was dem Arbeiterstande der Fabriksindustrie und des Gewerbes gelungen ist, sich durch den unentwegten Kampf in geschloffener Reihe Geltung als nicht zu muß umgehender ökonomischer Machtfaktor errungen zu haben auch der kaufmännischen Hilfsarbeiterschaft gelingen, wenn sie sich ihrer wahren ökonomischen Lage klar bewußt wird, wenn sie den Hochmuthsteufel austreibt, der sie bislange in zünftiglichem Kastengeist mit albernem Dünkel auf die übrige Arbeiterklasse herabsehen ließ, wenn sie nicht blos fühlt, sondern flar erkennt, daß kein Unterschied besteht zwischen dem gewerblichen Proletarier und dem kaufUnd wo bleibt denn die Versicherungsprämie, die nothwendig Die gewerblichen Arbeiter haben sich als geschlossene ArbeiterDie Schilderung dieses Nothstandes ist kaum zu grell ausgemalt; in dem Lohne als„ Preis der Arbeit" enthalten sein soll gegen klasse immerhin schon einiges Gehör bei den heute bevorrechtigten jedenfalls trifft sie in den Grundzügen zu. Man wird sich erinnern, daß im Sommer 1880 zu ersten Male die Gefahr der vorzeitigen Invalidität oder sonstigen Verkürzung Gesellschaftsklassen zu erzwingen vermocht und gewußt. Sie haben Versammlungen über Versammlungen abgehalten wurden, in denen der Arbeitsperiode durch zeitweilige Unterbrechung des Erwerbes fich Verminderung ihrer täglichen Arbeitsdauer, Sonntagsruhe, die jungen Kaufleute die Schwierigkeit, Stellung zu finden, erörterten. infolge Krankheiten, oder Krisen und Geschäftsstockungen, und wo 1 stündige Mittagspause, Krankenkassenbeiträge ihrer Lohngeber und bleibt endlich überhaupt eine genügende Altersversorgung?( S. 7) bald anch Unfallversicherung( in Desterreich. D. R.) errungen. Wenn Die damalige Bemegung verlief allerdings im Sande, ohne ein Was die Arbeitsdauer betrifft, so haben wir bereits erwähnt, alle diese Errungenschaften bis heute allerdings oft nur auf dem greifbares Resultat zu hinterlassen. Daß sie aber fast jedes Jahr daß dieselbe bei Kommis und Lehrlingen 16-17 Stunden an Papiere stehen und in den seltensten Fällen schon zur That geworden bereits wieder aufgetaucht ist, wesentlich intensiver und verbreiteter, Wochentagen währt und an Sonn- und Feiertagen bei der sind, so bilden fie doch den Anfang einer Reformthätigkeit, die, eindürfte genügendes Zeugniß dafür ablegen, daß fie aus dringenden, Spezereibranche von 5 oder 6 Uhr Früh bis 12 Uhr Mittag. Bei mal angefangen, nie mehr gänzlich zum Stillſtehen gebracht werden unabweisbaren Bedürfnissen heraus erwachsen, nicht künstlich er den Komptoirarbeitern dauert die Arbeitszeit an Wochentagen aller- tann. Was aber hat die kaufmännische Hilfsarbeiter= regt worden ist, und ihre Naturwächſigkeit wird es auch verhindern, dings nicht 16, aber doch 12 Stunden durchschnittlich, d. h. von schaft aufzuweisen?- Nichts! Kommis und Lehrling stehen daß sie von der Oberfläche des öffentlichen Lebens sobald wieder ver- 8 Uhr früh bis 8 Uhr Abends mit einer Mittagspause von 1/2 bis nach wie vor, trotz der neuen Gewerbe- Ordnung, die in§ 73 des schwindet. Warum sollte auch der kaufmännische Stand allein sich nicht 2 Stunden; an Sonn- und Feiertagen, wie Herr Adolf Weiß, VI. Hauptstückes die Handlungsgehilfen und Lehrlinge unter die zu gemeinsamem Handeln auf wirthschaftspolitischem Gebiet zusammenschließen? Ist er etwa gefeit gegen die wirth- Experte in der Gewerbe- Enquete vom Jahre 1883 ausführt, arbeitet Hilfsarbeiter reiht und in§ 94 alinea 3 vorschreibt: ,, Die Dauer der Arbeit dieser jugendlichen Hilfsarbeiter schaftlichen Nöthe, welche alle anderen Stände heimsuchen, diesen der Großhandel 2-3, höchstens 4 Stunden, das Bankgeschäft höchschwerer, jenen leichter? Ein Beruf nach dem andern fühlt die ver: 3 Stunden, dem aber die eine„ Ergänzung" hinzuzufügen wäre, daß( unter welchen jugendlichen Hilfsarbeitern also Lehrlinge zu ver= stens in der Korrespondenz oder in einzelnen Abtheilungen 2 bis darf jedoch 8 Stunden täglich nicht übersteigen" heerenden Wirkungen der gegenwärtigen Wirthschaftsordnung, ein von 5 oder 6 Uhr Früh bis 10 Uhr Abends vor Stand nach dem anderen wird sich allmälig seines Antheiles an der aus Arbeitszeit seitens der Chefs auch bis 2, 3 und oft noch länger eher wel ausgedehnt wird. An gänzlich freie Sonn- und Feiertage darf dem Ladentische, haben keinen freien Sonntag- Vormittag, Effertszeit sozialen Frage" bewußt und es ist denn auch nur natürlich, daß der Kaufmannsstand oder, richtiger, der Stand der natürlich gar nicht gedacht werden, ohne nicht sofort von den ver= kaufmännischen Arbeiter, im Laufe der Jahre mit seinen chrten Herren Chefs zu hören:„ dafür müßten wir auch die ent: 1/4 Stunde, auch nichts von Kranken- und Unfallversicherung und sprechende Salairquote abziehen", oder„ die Komptoirarbeiter sollen es wacht schließlich keine ausreichende Inspektion über die DurchKlagen bestimmter hervorgetreten ist, freilich, ohne es bisher zu froh sein, wenn sie alle Tage ihres Lebens genug zu arbeiten haben". führung des Gewerbegesetzes in Handelsgeschäften.( S. 23). flaren Forderungen, zu einheitlichem Vorgehen und einheitlicher Man sieht, die Handlungsgehilfenfrage wird überall Ebenso wenig darf an Ferien gedacht werden. Die reichen Organisation durch ganz Deutschland gebracht zu haben. Daß die vom Kaufmannsstande selbst ausgehende Schilderung Handelsherren gehen mit Kind und Regel beim ersten warmen Strahl erörtert, weil sie überall brennend geworden ist, und wie seiner sozialen Lage, wie sie die obige Thatsache ergiebt, wirklich den der Frühlingssonne in Luftkurorte, See- oder Schwefelbäder, um lange wird es währen, daß an allen Orten Deutschlands Berhältnissen entspricht, ergiebt sich aus den verschiedensten Anzeichen dortſelbſt ihre durch den verzehrenden Egoismus angegriffenen eine starke sozialpolitische Bewegung auch unter den kaufund Erfahrungen. In den Inseratentheilen ist z. B. die Zahl der Nerven und die im Dauerlaufe nach dem größten Geschäftsgewinne Stellengesuche weit größer, als die Zahl der ausgeschriebenen Ba- verrenkten Glieder mit dem ihren Angestellten das Jahr hindurch männischen Arbeitern entstanden ist? Einige Städte sind kanzen, und fast bei jeder Vakanz wird die Erfahrung gemacht, daß abgezwackten Gelde zu restauriren. Nein, ein solches Begehren wäre vorangegangen, die anderen werden nachfolgen und die die Offertbriefe nicht bloß zu Dußenden, sondern oft zu Hunderten frech!!( S. 14). Gesetzgebung wie die Interessenkoalitionen der Unternehmer. werden hoffentlich recht bald mit ihr rechnen müssen. werden. eingehen. Sucht Jemand einen Arbeiter für ein dem Handel ver- Es ist genug bezeichnend für die oftmals unzulängliche Anzahl wandtes Fach, etwa ein Rechtsanwalt einen Schreiber, so befindet der Hilfskräfte in einem Geschäfte und für deren rücksichtslose AusWollen die Handlungsgehilfen aber dauernde Ersich unter den sich Anbietenden immer noch ein beträchtlicher Prozent- nüßung, wenn im Krankheitsfalle sofortige Kündigung die fat junger Kaufleute. Ja selbst bei vielen anderen, einer umfang Regel ist, weil einerseits augenblicklicher Ersatz nöthig wird, indem folge erzielen, so müssen sie aufhören, sich halb als reicheren technischen Vorbildung nicht bedürfenden Beschäftigungen oft beim besten Willen von den überbürdeten Genossen eine Arbeits- Bourgeois und halb als Arbeiter zu fühlen. Wir bieten sich auf bezügliche Annoncen nicht selten stellenlose Kaufleute mehrleistung nicht gefordert werden kann und andererseits das Ver wollen die Halbheiten vieler bei den Kaufleuten beliebter für gewöhnliche Handarbeiterdienste an. So ist es seit Jahren trauen seitens der Chefs auf die ungeschmälerte Leistungsfähigkeit auch den beiden in großen Städten nichts Seltenes, daß junge Kaufleute Kellner des Arbeiters nach der Krankheit immer schneller zu entschwinden Vorschläge heute nicht näher zergliedern pflegt, als sich dieses sein Arbeiter mühsam in treuer Hingebung oben erwähnten Arbeiten fehlt es an einer klaren prin= Der Preis der kaufmännischen Arbeit ist notorisch bedeutend nur während vieler Jahre zu erringen vermocht hat. In solchen zipiellen Stellungnahme. Aber darüber müßte man gesunken. Fällen entpuppt sich oft ein sonst väterliches Wohlwollen fäuselnder Endlich, was vielleicht am schärfsten die traurige Lage vieler und nach dem einstigen patriarchalischen Dienſtabhängigkeitsverhält sich wenigstens von allem Anbeginn an klar werden: der kaufmännischen Gehülfen bezeugt, unter den Wanderburschen, den nisse seiner Arbeiter liebegirrender Chef als ein jeden Humanitäts- große Umwandlungsprozeß im kaufmännischen Beruf ist ,, armen Reisenden", befindet sich heute eine große Zahl stellungs- gefühles barer Egoist, als echtes Prototyp eines modernen Lohn- erfolgt, weil er im Interesse des Kapitals, der loser Kaufleute. In allen Städten wird heute von den Geschäfts- stlavenhalters, der seine Arbeiter nicht als Person, sondern als Unternehmerschaft lag. Der Handlungsgehilfe ist zum inhabern, größeren und kleineren, lebhaft über die neue Spezies von bloße Sache betrachtet, der das ursprünglich bestandene, damals auch Theilarbeiter herabgewürdigt, weil er so dem Unternehmer wandernden Kommis geklagt, die natürlich durch das Straßenleben zeitgemäße und somit gerechtfertigte patriarchalische Verhältnis nur rasch herunterkommen. zum Zwecke der weitgehendsten und trasfesten Ausbeutung des Hilfs billiger zu stehen kommt. Die Interessen des UnternehmerDürfte somit das Bestehen eines Nothstandes in den betheiligten arbeiters unter dem Deckmantel der aufopfernden Fürsorge wünscht. thums sind gegen eine umfassende Lehrlingsausbildung, Kreisen teinem Zweifel mehr begegnen, so scheinen doch andererseits Daher können wir von Tag zu Tag mehr wahrnehmen, daß die weil alsdann aus dem angehenden Kaufmann nicht soviel die Vorstellungen über die Größe desselben ganz unzulängliche Kluft zwischen kaufmännischem„ Arbeitgeber" und" Arbeitnehmer" unbezahlte Arbeit herausgepreßt würde und weil die immer gähnender wird und nicht mehr durch das Palliativmittel Soweit der Bericht aus Hamburg. einer Wiederherstellung des einstigen patriarchalischen Dienstverhält: qualifizirte( geschulte) Arbeitskraft des Gehilfen theurer Aus Wien liegt uns ein interessantes Schriftchen nisses überbrückt werden kann. Wie niedrig die Salaire der kauf- kommen könnte wie die heutige ungelernte. Man mag männischen Hilfsarbeiter bemessen sind, haben wir schon weiter oben sich die Besserung dieser Verhältnisse denken wie man will, von Rudolf Wolf*) vor, dem wir das Folgende entnehmen: besprochen, und es erübrigt uns hier nur noch der Hinweis, daß auf jeden Fall wird sie die Interessen der Unternehmer Als Knabe von 13 bis 14 Jahren kommt der angehende Jünger dieselben fortwährend sinken in Folge des dauernden Mehran schädigen und darum gegen die Unternehmer durchgeMerkurs in die Lehre zu irgend einem- Handelsherrn hätten wir gebotes an Arbeitskräften und der dadurch hervorgerufenen enormen beinahe gesagt in einem Anfluge von Wohlwollen für die Krämer, Ronkurrenz auf Seiten der kaufmännischen Arbeiterschaft, daß mit seẞt werden müssen. Alle zu bildenden oder bereits ge= welche ihre Lehrlinge wie Maschinen behandeln. Da soll er nun anderen Worten das Verhältniß der gut bezahlten kaufmännischen bildeten kaufmännischen Gewerkschaften haben daher jeden alles lernen, was ihm für die Zukunft von Nußen und Frommen Hilfsarbeiter zu den schlecht und zeitweilig unter dem Existenzmini- Einfluß der Unternehmer fernzuhalten, da dieser mum bezahlten, ein immer größeres wird.( S. 19-20) zu sein. sein kann. *) Zur Lage der kaufmännischen Hilfsarbeiter in Desterreich. Wien, Verlag der Deutschen Worte". 1887. Preis 65 Pf. Die kaufmännische Hilfsarbeiterschaft blieb gänzlich organi Einfluß sich in einer Richtung geltend machen würde, sationslos, weil sie von keinem Klassenbewußtsein getragen war, welche derjenigen der zielbewußten Gehilfen direkt entgegenIwie beispielsweise die gewerbliche Arbeiterschaft, sondern vielmehr- gefeßt wäre. Theater und Literatur. Sind sich die Handlungsgehilfen bei allen Gründungen| Baginski zum Vorsitzenden, hörten aber den Referenten, Herrn Ober- stätten sollten nun darüber entscheiden, ob die Streikenden recht von vornherein darüber klar, sind sie sich von Anfang an meiſter Beutel, ruhig in ſeinen Zunftempfehlungen an. Herr Megner gehandelt hätten oder nicht. In der darauf folgenden Diskussion bewußt, daß jeder Verein ein Verband der Arbeiter im leuchtete den Innungsbrüdern ſehr gut heim. Die Versammlung sprachen sich sämmtliche Redner dafür aus, daß die streikenden wurde später etwas unruhig und dies benutzte der Ueberwachende Kollegen recht gehandelt hätten und wurde folgende Resolution Gegensatz zu den Vereinen der Unternehmer sein müsse; zur Auflösung. Eine Resolution, welche sich gegen die Ausführungen einstimmig angenommen: Die versammelten Vergolder erklären den daß sie genöthigt sind, alle Fortschritte gegen die Unter- des Herrn Beutel und die Innungen aussprach und den Verein Streit in der Adolf Werkmeister'schen Fabrik für gerechtfertigt und nehmer zu erkämpfen; diskutiren alle kaufmännischen Vereine deutscher Schuhmacher empfahl, konnte nicht zur Abstimmung verpflichten sich, die im Streit stehenden Kollegen mit allen Kräften zu unterstützen." Die Zahl der streikenden Vergolder beträgt 13. gelangen. ihre Angelegenheiten lediglich vom Standpunkte der Die hiesige Zahlstelle des deutschen Tischlerverbandes Der Werkführer der Barockvergolder in der betreffenden Werkstatt, Arbeiter aus dann werden alle schiefen und halben ist von der Polizei vorläufig geschlossen" worden. Herr Schumme, hielt aus verschiedenen Gründen den Streik für Bestrebungen sehr bald als irrig erkannt werden und die Berliner Sanitätsverein. Der Vorstand sowie die Ver- nicht gerechtfertigt, verlas auch eine Tabelle über den Lohn der Handlungsgehilfen werden als einzig wirksames Programm trauensmänner des Sanitätsvereins für Arbeiter beiderlei Geschlechts streikenden Vergolder vom Jahre 1887, nach welcher die Streikenden das Programm der zielbewußten Industriearbeiter auf- besserungen der Einrichtungen dieser Kasse. Hauptsächlich war es die Er vergaß aber anzugeben, daß dieselben längere Zeit bis 9 Uhr das Programm der zielbewußten Industriearbeiter auf- batten am letzten Freitag eine private Besprechung über event. Ver- pro Woche 12, 15, 18, 21, fogar bis 30 Mart„ verdient" hätten. nehmen und bei jeder Gelegenheit unterstützen. Aerztefrage, welche einer eingehenden Berathung unterzogen wurde. Abends und auch Sonntags gearbeitet haben, daß ferner Bürsten Von den Aerzten des Vereins ist beantragt worden, die Lehrer der und Pinsel von den Arbeitern selbst gehalten werden, daß Naturheilmethode von dem Aerzteverzeichniß zu streichen. Die meisten ferner das fehlende Metall und Metallstaub vom„ Wochenverdienst" Vertrauensmänner hielten es indessen doch für geboten, wenigstens gekauft werden müssen, somit der Verdienst" um ein Bedeutendes einen Lehrer der Naturheilmethode beizubehalten, denselben jedoch reduzirt wird. Dem Herrn Werkführer wurde nahegelegt, daß er nicht offiziell auf der Aerzteliste zu führen. Ferner wird der Vor- nicht zu sehr nach dem Sprüchwort handeln solle: Weß Brod ich stand mit den Herren Aerzten einen bindenden Vertrag schließen, effe, deß Lied ich finge." Alsdann wurde beschlossen, demnächst eine damit auch die Mitglieder hierdurch in jeder Weise gesichert sind. Versammlung in demselben Lokale abzuhalten, in welcher eine LohnDie Vertrauensmänner verpflichteten sich ferner, bis zum 10. nach kommission gewählt werden soll. Im Anschluß hieran ersuchen Ablauf jedes Quartals beim Kassirer abzurechnen. Am Sonntag, die streikenden Arbeiter, da die Arbeitseinstellung nahezu 4 Wochen den 4. September findet eine außerordentliche Generalversamm: dauert, alle Kollegen und Freunde der Arbeiterbewegung, sie nach lung statt.( Siehe weiter unten.) Kräften zu unterstützen. Wir haben volle Aussicht, unsere alten Roll und Lastfuhrwerkskutscher. Der Vorstand des Lohnsätze bewilligt zu erhalten, da noch keiner unserer verlassenen neugegründeten Vereins der Roll- und Lastfuhrwerkskutscher hielt am Arbeitsplätze besetzt ist." Gelder nimmt in Empfang und ertheilt Manteuffelstr. 15 v. 4 Tr. Freitag, den 26. d. M., im Restaurant Usadel, Zimmerstr. 24, seine nähere Auskunft O. Meyer, erste Sigung ab, in welcher der Vorsitzende, Herr Grunow, welcher arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. bislang die Geldangelegenheiten geregelt hatte, Rechnung legte. Die Einnahme ergab an Einschreibegeld und bezahlten Beiträgen 278 M., Der Sanitäts Verein für Arbeiter beiderlei die Ausgabe betrug 108 m., welche lediglich für Druckkoſten der Geschlechts in Berlin( E. H. 85.) hält am Sonntag den 4. SepStatuten, Mitgliedsbücher 2c. verausgabt wurden. Das Vereins- tember, Vorm. 11 Uhr, Beuthstr. 8( Gratweils Bierhallen) eine vermögen, 169,20 m. betragend, wurde dem nunmehrigen Vereins- Generalversammlung ab. Tagesordnung: Aufstellung eines neuen kassirer übergeben. Das obengenannte Lokal des Herrn Usadel, Aerzte- Verzeichnisses; Entgegennahme von etwaigen Beschwerden; zimmerstraße 24, wurde zum ständigen Vereinslokal bestimmt. verschiedene Kassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch_legitimirt. Ferner wurde beschlossen, am Sonntag, den 4. September, in einem Die Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der größeren Lokale eine öffentliche Versammlung aller Roll- und Last Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg), Ortsverwaltung der fuhrwerkskutscher abzuhalten. Mitgliedsbücher sind beim Vorsitzenden, Filiale 1, veranstaltet am Sonnabend, den 10. September in den Herrn Grunow, Görligerstr. 59, abzubolen. großen Sälen des Volksgartens, Hasenhaide 1, einen Sommerna chts- Ball, worauf Freunde und Gönner der Kasse hingewiesen werden. Billets( Herren 50 Pf., Damen 25 Pf.) find an sämmtlichen Zahlstellen und bei den Herren Vogtmann, Möckernstraße 78, Hof II.; Levit, Möckernftr. 104, Hof I.; Kunth, Barutherstraße 12, zu haben. Alle O Oftend- Theater. Die soziale Frage läßt den Dichtern keine Ruhe. Wer die buchhändlerischen Erscheinungen der letzten Jahre aufmerksam verfolgt hat, wird sich gestehen müssen, daß wir an einem Wendepunkte in der Litteratur angelangt sind. Die mächtigen Einflüsse der französischen, norwegischen und russischen Schriftsteller haben auch in Deutschland eine litterarische Revolution hervor gerufen, die sich allerdings noch in ihrem Anfangsstadium befindet, deren Tragweite aber eine unabsehbare ist. Und diese Revolution spukt nicht nur in den Köpfen der jungen Stürmer und Dränger selbst würdige, in treuem Gehorsam gegen das ,, laisser faire, laisser aller" ergraute Ritter des Parnasses, die es bis vor kurzem noch für eine Sünde erklärt haben würden, energisch gegen die Verlogenheit der herrschenden Geistesrichtung Front zu machen, find allmälig zu der Ansicht gekommen, daß es nicht so weiter gehen könne. Hat doch selbst ein Mann wie Carl Frenzel, unstreitig der vornehmste und tonangebendste Kriti kerBerlins, sich unlängst zu dieser Anschauung bekennen müssen. Diese allgemeine Umwandlung in der litterarischen Anschauung ist durchaus keine gemachte, sondern eine ganz natürliche. Mit Recht sagt der Litterarhistorifer Wolfgang Menzel, daß die Litteratur ein Produkt des Lebens sei, das wieder auf das selbe zurückwirke. Je mächtiger die soziale Frage die Gemüther gefangen nimmt, je mehr sie das ganze öffentliche Leben beherrscht, je mehr wird auch die Litteratur auf sie zurückgreifen müssen. Die Im Interessenverein der Kistenmacher hielt am Montag Romantik war zu einer Zeit möglich, als die politische und soziale Abend in den Arminhallen der Lehrer Herr Kunert einen Vortrag Anschauung des Volkes noch so zu sagen in den Windeln lag, heute über das Thema:„ Rückschritt, Stillstand nnd Vorschreiten in der ist sie eine Unmöglichkeit. Nur ein Hohlkopf und Charlatan vermag welthistorischen Erziehung der Menschheit". Redner kritisirte die ihre Rückkehr für möglich zu halten. Es läßt sich heute eben Nie- Leistungen der heutigen Volksschule sehr scharf; dieselbe sei heutzutage mand mehr täuschen. Man kann in eine Welt, die Jedermann vor nichts anderes als eine Armenschule, und nicht komme bei ihr zur Augen hat, keine erdichtete, erlogene hineintragen. Geltung das Wort von Diesterweg:„ Durch Alles das Eine Die soziale Strömung der neuen Litteratur unterscheidet sich Menschenbildung." Durch Petitionen und Schulgesetze werde man von der althergebrachten dadurch, daß sie nicht nur den Menschen hier keine Aenderung herbeiführen. Das Recht auf Bildung an und für sich, sondern auch die äußerlichen Einflüsse, von denen könne man nicht eher durchsetzen, als bis das Recht auf Brot er abhängig ist, zu berücksichtigen versucht. Ein Schriftsteller, der und Arbeit verwirklicht sei. Wohl sei der Fortschritt in der Weltdieses Prinzip vertritt, bedarf außer umfassenden Kenntnissen vom geschlichte langsam, ja verblüffend langsam, und doch schreite man Leben auch einer guten Portion Ehrlichkeit. Leider sucht man bei vorwärts, auch wenn Generationen darüber zu Grunde gingen. den Meisten diese beiden Eigenschaften vergeblich, namentlich die Der Redner fand mit seinen Ausführungen den lebhaften Beifall der lettere. Und wo sie wirklich vorhanden sind, werden sie aus Speku- Versammlung. lationsrücksichten unterdrückt. Man nennt das dann einfach:„ dem Der Fachverein der Steinträger Berlins hielt am herrschenden Geschmack Konzessionen machen." Herr Schlingmann, 28. August in Schröder's Salon, Müllerstraße 178, eine außer Fachverein der Puzer. Sonntag, den 4. September cr., der Verfasser, eines sogenannten Volksschauspiels Würgengel ordentliche Mitgliederversammlung ab, in welcher Herr Dr. M. Vorm. 11 Uhr, im Lokale des Herrn Scheffer, Inselstr. 10: MitKonkurrenz", das am vergangenen Dienstag im Ostend- Theater" Baumgart einen Vortrag hielt über: Die Hauptgründe, welche den glieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Erledigung von zum ersten Male das Licht der Lampen erblickte, hat es vortrefflich Menschen in seinem Handeln und Wollen bestimmen." Die Ver- Streitfragen unter den Mitgliedern. 2. Etwaige Unterstützungsverstanden, diesem Prinzip zu huldigen. Die Lorbeeren seines Kol- sammlung zollte dem Vortragenden lebhaften Beifall. Der Vor gesuche. 3. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Ausgabe der legen Blumenthal haben ihn nicht schlafen lassen. Wie dieser in sitzende ersuchte die Mitglieder stets einig zusammen zu halten und seinem letzten Schauspiele" Der schwarze Schleier" durch eine der für die Gewinnung neuer Mitglieder unablässig thätig zu sein, da auftretenden Personen die nationalökonomische Weisheit des Ber- nur durch eine starke Organisation Erfolge erzielt, eine geliner Tageblattes" zum Besten geben läßt, so hat auch Herr Schling- regelte Arbeitszeit innegehalten und ein Sinken des Lohnes verhinmann es für nöthig befunden, der Welt den Beweis zu liefern, wie dert werden könne. " Fachverein der Buchbinder und verwandter Berufsgenossen( Verbandsverein). Sonnabend, den 3. September, Abends 8½½2 Uhr: Versammlung, Restaurant Reyer, Alte Jakobstraße 83. Tagesordnung: 1. Vortrag Ueber die Entstehung der Familie." 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. " -Fachverein für Schlosser und Berufsgenossen. heute findet teine Versammlung statt. Nächste Versammlung Sonnabend, den 10. d. M., Abends 8½ Uhr, bei Gratweil, BeuthStraße 8. Fachverein der Gas, Wasser und Heizungsrohr leger. 6. September. Nieft's Salon. Billets zu dem am 10. September stattfindenden Stiftungsfeste. Die Billets werden bei folgenden Herren ausgegeben: Dietrich, Fürstenbergerstr. 10; Käpernick, Demminerſtr. 66; Gräschke, Fehrbellinerstr. 32; A. Buchholz, Grunewaldstr. 7; W. Buchholz, Ackerstraße 54; Kelpin, Ruppinerstr. 6; Schmidt, Rügenerstr. 36; Dähne, vortrefflich er die Leitartikel seines Leiborgans studirt habe. Man In einer öffentlichen Versammlung der Schiefer- Reichenbergerstr. 32; Klopoch, Grünauerstr. 12; Neumann, Alvens nehme zwei Großindustrielle, die sich gegenseitig Konkurrenz machen, und Ziegeldecker Berlins erging sich Herr Weber in sehr lebenstr. 8a; Kerich, Stralsunderstr. 24; Roll, Naunynſtr. 87. fabrizire aus dem Einen einen vollendeten Schurken, mache dessen scharfen Ausfällen gegen die Verwaltung der Centralkasse und des Der Arbeitsnachweis des Vereins der ParquetSohn zu einem Bösewicht, die Tochter zu einem Engel, den Andern Fachvereins und gegen die Herren Matz und Hanke. Letztere erhielten bodenleger Berlins befindet sich von heute ab bei Schubert, zu einem gefühlsseeligen Volksbeglücker nach dem Rezept der Garten- aber ein einstimmiges Vertrauensvotum seitens der Versammelten. Hollmannstr. 14, und ist geöffnet von Morgens 8 Uhr bis Abends laube, lasse sich dazu einen von Edelmuth durchtränkten, im Stile Ferner wurde auf Antrag des Herrn Hanke beschlossen, das Protokoll 9 Uhr. der Louise Mühlbach entworfenen Lord gesellen, erdichte schnellstens der Versammlung dem Archiv des Fachvereins einzuverleiben, um in Verein der Bauanschläger Berlins u. Umgegen d. einen Hirsch- Dunkerschen Gewerkvereinler, der zu gleicher Zeit den Zukunft ähnlichen Machinationen erfolgreich begegnen zu können. Generalversammlung am Sonntag, den 4. September, Vormittags Reichthum und die Armuth leben läßt, denke sich im Hintergrunde Zum Schluß fand eine Besprechung über die von Herrn Matz heraus- 10% Uhr, Oranienstr. 51 bei Preuß. Quittungsbuch mitzubringen. das Gespenst Ruin, das glücklicherweise bald als ein Schwindler von gegebene und redigirte Fachzeitschrift ,, Allgemeine Dachdecker- Zeitung" Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Fleisch und Blut entlarvt wird, lasse aus weitester Entfernung das statt, deren Abonnement allen Berufsgenossen dringend empfohlen Metallarbeiter.( E. H. 29. Hamburg.) Mitgliederversammlung friedliche Gemurmel einer streifenden Arbeitermenge herübertönen, wurde. am Sonnabend, den 3. September, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des begehe zum Schluß die von einer sehr niedrigen Denkweise zeugende Die nationale Krankenkasse der deutschen Gold- und Herrn Jacob, Lindowerstr. 26. Tagesordnung: Wahl. Das Ungeheuerlichkeit in einem Pärchen, das soeben noch für Bruder und Silberarbeiter und verwandter Berufsgenossen( E. H.) ist nach Mitgliedsbuch legitimirt. Schwester galt, binnen einer Minute eine sinnliche Neigung erwachen eingetretener Statutenänderung von der vorgesetzten Behörde als Verein zur Wahrung der Jn ter essen der Tischler. zu lassen, und man wird, nachdem man die Thränen der Rührung vollständig genügend anerkannt worden( es handelte sich um einen Heute Sonnabend, den 3. September, Abends 8½½ Uhr, im Vereinsund Sentimentalität nicht vergessen hat, das Volksschauspiel des schiefen, zweideutigen Ausdruck). Indem dies zur Kenntniß der Mit- lokal, Michaelfirchstraße 39, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Herrn Schlingmann gedichtet" haben. Die einzigen Lichtblicke dieser glieder gebracht wird, sei noch besonders hervorgehoben, daß die 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Vereinsangelegenheiten und Vervieraftigen Unmöglichkeit sind wörtlich dem bekannten Dickens'schen jenigen Mitglieder, welche durch die behördlichen Maßnahmen der schiedenes. Roman Harte Zeiten" entnommen, wofür sich der Verfasser des Berliner Ortskasse überwiesen wurden, wie alle diejenigen, Versammlung des Verbands deutscher Zimmer Stückes eigentlich auf dem Theaterzettel hätte bedanken sollen. Es welche der Kaffe beizutreten wünschen, auf ihr Verlangen von der Leute, Lokalverband Berlin- Moabit. Tagesordnung: 1. würde zu weit führen, wollten wir den berühmten Roman mit dem Zugehörigkeit zu Orts- und Fabrikkassen zu befreien sind, wenn sie Praktisch- gewerblicher Vortrag. 2. Eine Tellersammlung für die Schlingmann'schen Machwerk eingehender vergleichen. Man kann den mindestens 3 Monat vor Schluß des Rechnungsjahres bei dem beChimborasso nicht für die Existenz des Kreuzberges verantwortlich treffenden Vorstande ihren Austritt beantragen und vor dem Ausmachen. Gesagt sei nur, daß eine größere Verballhornifirung der scheiden nachweisen, daß sie einer dem§ 75 genügenden Kasse angemeisterhaft gezeichneten Dickens'schen Figuren undenkbar ist. Dickens hören.( Reichsgesetz§§ 19 und 63). Jede nähere Auskunft hat in seinem„ Steffen Blackpool" eine der ergreifendsten Arbeiter in Kassenangelegenheiten ertheilen bereitwilligst C. Holtfiguren gezeichnet, wie die Romanlitteratur sie überhaupt aufzuweisen kamp, Prinzessinnenstr. 16; R. Lindemann, Grimmstr. 39; M. Schöne hat. Daraus hat der große Kollege des kleinen Blumenthal einen mann, Rottbuser Damm 19 und J. Schulze, Rosenthalerstr. 34 und Popanz in des Wortes bester Ueberzeugung geschaffen. Genug gesagt! 35. Die Kassensisungen im September finden am Montag, den 5. Die Direktion des Ostend- Theaters" hatte wohl das„ dich und 1S. in den Kaffenlokalen Bukowerstr. 9 und Sophienstr. 20 statt. terische" Fiasco des Stückes vorhergesehen, denn das Zusammenspiel Zum bevorstehenden Quartalwechsel ersucht der Vorstand die Mit war ein geradezu miserables zu nennen. Man merkte es Jedem der glieder dringend, etwaige Wohnungsveränderungen anzuzeigen. Mitwirkenden an, daß er nicht bei der Sache sei. Außer Herrn Czaschke, der den Geldprozz Harthouse"( bei Dickens heißt dieser Mann Bonderby) vortrefflich in Spiel und Maske gab, und außer Fräulein Burska, den Herren Kauer und Ruff verdient der Souffleur die größte Auszeichnung. Es bildeten sich wahre Gruppen vor seinem Kaften. Herr Schlingmann wurde von den Abonnenten des Berliner Tageblattes" mehrmals gerufen und erschien auch, um seine Bescheidenheit zu beweisen, auf der Bildfläche. Am Schluffe des letzten Uttes tauchte er ungerufen auf. Zu gleicher Zeit drehte sich der selige Charles Dickens dreimal im Grabe um. Nach den Nachrichten dieser Woche streiken in Hinterbliebenen der beim Bau des städtischen Siechenhauses verunglückten Arbeiter. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Um recht rege Betheiligung bittet der Vorstand. Neue Mitglieder werden aufge nommen.( Der geehrte Einsender hat leider vergessen, Ort und Zeit der Versammlung anzugeben. Vielleicht erweisen wir aber auch so den Moabiter Zimmerleuten einen Dienst. D. R.) Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die statutenmäßige Versammlung am Montag, den 5. September nicht stattfinden kann. Grund: Herr Säger, Grüner Weg 29, hat dem Verband sein Lokal gekündigt, weil es ihm unangenehm war, daß die letzte Versammlung die polizeiliche Genehmigung nicht erhalten hatte!! Näheres später. Die Entgegennahme der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder findet heute in den Zahlstellen: a) bei Ecke, Zehdenickerstr. 2; b) bei Wirsing, Andreasstr. 44; c) bei Morių, Manteuffelstraße 27, statt. Ebendaselbst werden die statistischen Fragebogen ausgegeben und entgegengenommen. Wir bitten die Kollegen, in deren Werkstatt noch kein Fragebogen war, dieselben heut in Empfang zu nehmen. Die freie Vereinigung der Lohgerber und LederDeutschland und den angrenzenden Distrikten: die Vergolder der Werkmeister'schen Fabrik in Berlin, die Drucker bei Hirschhorn in Berlin, die Schmiede in Braunschweig, die Cigarrenarbeiter in Uslar a. Harz( Sendungen an H. Beskow, Cigarrenarbeiter, uslar), die Glaser in St. Gallen, die Porzellanmaler in Gera- Untermhaus ( Sendungen an Georg Sölb, Gera- Untermhaus, Elstergasse 108). Ein Streik der Küper( Böttcher) steht in Altona vor der Thür, bis zurichter Berlins hält am Sonntag den 4. September Vorm. heute, Sonnabend, haben die Meister Ja oder Nein zu sagen. Zu- 10 Uhr eine Versammlung ab, Weinstr. 11 bei Bobert. TagesEin neues Buch von Wilhelm Liebknecht. Bei J. H. zug ist natürlich unter diesen Umständen fernzuhalten. Beendet find Aufnahme neuer Mitglieder. Zahlreiches Erscheinen erwünſcht. ordnung: 1. Geschäftliches, 2. Vortrag des Herrn Dr. Benkendorf. W. Diet in Stuttgart ist soeben erschienen:„ Ein Blick in die der Deffauer Cigarrenarbeiterstreit und der Streit der Böttcher in Der Vorstand. Neue Welt." Von Wilhelm Liebknecht. Klein Oktav VIII und Dresden, letzterer leider wegen zu schwacher Organisation und Arbeitsnachweis der Zimmerer Berlins und Um288 Seiten, Ladenpreis gebunden M. 3,-, broschirt 2,50. Wegen wegen des Indifferentismus vieler Kollegen ohne Erfolg. Auch der Raummangel müssen wir uns eine ausführliche Besprechung für eine Tischlerstreit in Bern dürfte jetzt beigelegt sein. Größere Ausdeh- gegend, Beuthstraße 10. Das Bureau ersucht um sofortige Einnung hat hingegen angenommen der Streik der Metallschläger; in sendung der noch ausstehenden Sammellisten. diesen sind jetzt außer Fürth auch die Kollegen Lechhausens und Versammlung findet am Sonnabend, den 3. September, in Gratweils Verein der Sattler und Fachgenossen. Die nächste Münchens hineingezogen; auch in Schwabach rumort es( Sendungen der nächsten Nummern vorbehalten. Arbeiterbewegung, Vereine n. Versammlungen. " nach Fürth an Wilh. Beierkühnlein, Moſtſtraße 24). Die Zimmerer Bierhallen, Beuthſtr. 8, ſtatt. halten wegen Lohndifferenzen die Ortssperre über Leipzig aufrecht. Unterstüßungsbund der Hausdiener. Der unent Die Damenmäntelschneider- Innung Berlins ist mit Der Werkmeister'sche Vergolderstreik. Eine öffentliche geltliche Stellennachweis für Hausdiener befindet sich bei Ziersch, ihrem Versuch, sich den Arbeitsnachweis in die Hände zu spielen, Versammlung der Vergolder fand am Montag, den 29. August, in Französischeſtraße 49; Wiemer, Gr. Jüdenhof 7, I.; Dahlmeyer, Kl. Frankfurterstr. 7; Grauer, Markgrafenstr. 24. glänzend abgefallen. Herr Frahm wird im Auftrage des Vereins Scheffer's Salon, Inselstraße 10, unter Vorsitz des Herrn E. Weidig der Damenmäntel- Schneidergesellen, Bügler, Stepper und Zuschneider" statt, um in der Streifangelegenheit der Barockvergolder der Adolf vom 1. Oktober ab( wo Herr Langenhaun niederlegt) den Arbeits: Werkmeister'schen Werkstatt zu berathen. Herr Meier, welcher dort nachweis übernehmen nnd während des ganzen Tages in seiner beschäftigt war, führte etwa folgendes aus: Da die Preise in der Wohnung offen haben. Alles Nähere wird später bekannt gemacht. Barockleistenbranche in den letzten beiden Jahren schon rapid zurückEine große Niederlage der Innungsschwärmer war gegangen sind und nun Herr Werkmeister noch einen Abzug von auch das Ergebniß der öffentlichen Versammlung von Meistern und 15 pCt. auf die Schlagforte 13.13 machte, und alle Unterhaudlungen Metallarbeiter. Zu spät eingegangen. Solange wir WochenGesellen des Schuhmachergewerbes am Montag im Königstädtischen in Güte fehlschlugen, so sahen sich die Kollegen genöthigt, die Ar- blatt sind, müssen wir auch um größte Kürze bitten. Der VereinsKasino. Die Gesellen hatten die Majorität und wählten sich Herrn beit niederzulegen. Die versammelten Kollegen aus anderen Wert- stoff häuft sich sonst zu sehr. Briefkasten. Maschinenmeister. Augenblicklich ist keine Aussicht. Wir werden nns aber später Ihrer erinnern und Ihnen event. Mittheilung machen. Verantwortlicher Redacteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Oranien- Straße 23.