Berliner Volks- Tribüne. " Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg.( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 837 b des 16. Nachtrages zur Zeitungspreisliste.) Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg.- Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. №. 9. Sonnabend, den 1. Oktober 1887. I. Jahrgang. Inhalt: Maschinerie und Großproduktion. die Volksbildung. gung. Politische Nachrichten. Literarisches. lungen. gung. An unsere Leser! Vielseitigen Wünschen entsprechend, wie sie uns sowohl von Berliner Lesern als auch von außerhalb zugingen, haben wir uns entschlossen, der Berliner Volks- Tribüne" den Charakter eines Wochenblattes 41 pбt. zu, während sie im vorigen Jahrzehnt über An der Verwirklichung dieses Zustandes haben nicht 100 pCt. betrug. In einer ganzen Reihe von Indu- nur die Arbeiter, sondern auch die klein gewerbeZur strien, deren Produkte bedeutend stiegen, fiel die Zahl der treibenden das dringendste Intereffe. Die KleingewerbeArbeiterfrage auf dem Lande. Das fran- Arbeiter absolut. treibenden sind heute freilich noch nicht alle Proletarier, zösische Bauernproletariat. Eine Enquete Was für die Industrie, das gilt auch für die da sie nicht nur über ihre Arbeitskraft, sondern immer über Gefängnißarbeit. Der Kampf gegen Landwirthschaft. Im Jahre 1870 war das Ver- noch über einen kleinen Besitz verfügen. Aber Stück für hältniß der Ackerbau- Bevölkerung zu der städtischen wie Stück dieses Besizes wird ihnen von der industriellen 47 zu 43. Zehn Jahre später umfaßte erstere nur 40 Entwickelung genommen, sie werden Mann für Mann Meine arme Maria. Novelle. Ueber- unter 100 und dabei versah sie nicht nur die größere In- erpropriirt und ihr endliches Schicksal fällt daher zulebjel. Eine kulturhistorische Plauderei. dustrie- Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen, sammen mit dem Schicksal der besizlosen Arbeiter. Die Schicksale der Berliner Buchbinderbewe- sondern der Export stieg außerdem noch gewaltig. Ueber den Auflösungsprozeß des Kleingewerbes geben Der bekannte ökonomische Schriftsteller David A. Wells unter Umständen die Ausweise des Wiener Magistrates giebt in einem Artikel einer englischen Revüe weitere über die Eingänge der Erwerbssteuer sehr guten AufKleine Mittheillustrationen dieser Art. Er sagt u. A.:,,Die Benutzung schluß. Dieselben beweisen für das Gemeindegebiet Wien, Arbeiterbewe- des Dampfes in See- und Ueberlandverkehr hat viele daß mit einer geringen Zunahme der Steuereinnahmen Arbeitskräfte entbehrlich gemacht. Im Jahre 1870 waren eine Abnahme der Zahl der Erwerbssteuerpflichtigen in der britischen Dampf- Handelsmarine auf 1000 Tonnen Hand in Hand gehe. Dies war identisch mit einer Abnoch 47 Arbeitskräfte erforderlich, in 1884 nur noch 28, nahme der Zahl der Gewerbetreibenden bei gleichzeitiger eine Abnahme von 40 Prozent. Die Kosten des Getreide- Zunahme der Produktion. Doch konnte man dies auf transportes von New- York nach Liverpool haben sich seit die Wirkung der Krisis schieben, mit der jene Erscheinung 1860 um die Hälfte vermindert, auf den amerikanischen zeitlich zusammenfiel. Gegenwärtig liegen aber Daten vor, Eisenbahnen ist der Transportpreis seit 1860 von 2,5 Cts. welche eine solche kleinliche Auffassung nicht mehr zulassen per Tonne und Meile auf 1,05 Cts. in 1885 gesunken. und es als gewiß erscheinen lassen, daß der ZusammenDie Erfindung der Herstellung von billigem Stahl hat bruch des Gewerbes nicht eine zeitlich vorübergehende Erdie Betriebskosten der Eisenbahnen vermindert. In allen scheinung, sondern im normalen Verlauf unserer wirthIndustrien ist Handarbeit durch Maschinen ersetzt und die schaftlichen Entwickelung begründet ist. Die folgenden AnHerstellungskosten sind verringert worden; in den Baum- gaben beruhen auf dem von den Handels- und Gewerbewoll- Spinnereien der Vereinigten Staaten um 32 bis 50 fammern gesammelten Materiale und umfassen den ZeitProzent im Verlauf von nur 10 Jahren. Im Jahre raum von 1865 bis 1885. 1840 fertigte der Arbeiter der Spinnereien in Rhode Es ergiebt sich daraus die allgemeine, an Deutlichkeit Island bei dreizehn- bis vierzehnstündiger Arbeit 9600 Yards nichts zu wünschen übrig lassende Thatsache, daß in dem Sheeting im Jahr, jetzt bringt er es bei zehnstündiger genannten Zeitraum von 20 Jahren in Oberösterreich, Arbeit auf 30 000. In allen Erwerbszweigen ist die Mähren, Böhmen und Steiermark die Haupthandwerke Zahl der Arbeiter vermindert worden. In der Schuh- geradezu dezimirt wurden. Mähren, welches in industrieller und Stiefel- Fabrikation verrichten jezt 600 Mann, was Beziehung in dieser Zeit die größten Fortschritte gemacht Mögen uns darin unsere Leser auch in der alten vor fünfzehn oder zwanzig Jahren 2145 leisteten. Dies hat, steht auch hierin an der Spize; dann folgen der Reihe Weise weiter unterſtüßen. find nur einige Beispiele von vielen. nach Oberösterreich, Böhmen und Obersteiermark. Letzteres ,, Die Maschinerie schlägt dem Arbeiter das Brod bildet offenbar deshalb den Schluß des Reigens, weil es aus der Hand" sie entwerthet seine Geschicklichkeit und durch die Gebirge und die Schwierigkeiten der Kommunikavereitelt ſeine Anstrengungen, sich aus einer gewissen tationen vor der umbrausenden Fluth des Kapitalismus Lebenslage zu erheben. Sehen wir aber genauer zu, so längee geschüßt blieb. Der höchste Ausfall zeigt sich bei In allen Ländern mit moderner Produktionsweise ist es bloß der Besitz der Maschine in den Händen der den Schuhmachermeistern in Mähren, die von 4469 im giebt es eine zeitweilig überschüssig gemachte Bevölkerung, Leute, von denen der besiglose Arbeiter Beschäftigung ver- Jahre 1865 auf 3723 im Jahre 1885 zurückgingen, welche vergeblich nach Arbeit sucht. Da bei uns die Ar- langen muß. Welcher Segen für die Massen wäre es während sich die Bevölkerung Mährens um 20 Prozent beitsstatistik ganz im Argen liegt, so sind genauere, offi- gewesen, wenn die 1300 Millionen Pferdekräfte, welche vermehrte. Die selbständigen Unternehmer im Schneiderziell bestätigte Angaben über die Größe dieser industriellen dem Betrieb der Maschinerie innerhalb eines Jahrzehnts gewerbe in Oberösterreich schmolzen von 2650 im Jahre Reservearmee leider nicht möglich. Günstiger liegt hier hinzugefügt wurden, wirklich ihnen zu Diensten gestanden 1865 auf 1995 im Jahre 1885 zusammen, die Schneider das Verhältniß in den Vereinigten Staaten. Das natio- hätten, anstatt daß sieben Achtel davon weniger als im Pilsener Bezirke in Böhmen von 2051 auf 1501, die nale statistische Arbeitsbureau hat die Zahl der Beschäfti- 20 000 Kapitalisten gehören? Wäre das der Fall, welche Schneider in Obersteiermark von 591 auf 529. In diesen gungslosen vor zwei Jahren, in einem Durchschnittsjahr, ungeheure Menge von Genußmitteln hätten sie sich beschafft Gewerben bedurfte es nicht einmal der Maschinen, um den auf eine Million geschätzt. Die Berichte des Arbeits- und troßdem ihre Arbeitslast vermindert? Kleinbetrieb zu erdrücken, denn ofienbar waren es hier die So aber ist ihr Einkommen thatsächlich gesunken und fortgeschrittene Arbeitstheilung und die Herrschaft der Konbureaus von Pennsylvanien stellen wie wir schon einmal erwähnten- fest, daß die Arbeiter durchschnittlich die Verbilligung der Waaren, die als Folge der vermehrten fektion an Stelle der auf das Kundengeschäft gestüßten ein Viertel, ja ein Drittel der Werktage im Jahr ge- Produktion eingetreten und ihnen wenigstens zum Theil Werkstättenarbeit, welche diesen Auflösungsprozeß herbeizwungen feiern müssen. Die„ Saison"-Arbeit ist in Ame- zu gute gekommen wäre, ist wieder aufgehoben durch die führteu. zu erhalten. Ein Wochenblatt wird seinen Lesern immer viel Gründlicheres bieten können wie ein tägliches Organ und da es uns in erster Linie auf eine gründliche Behandlung der sozialen Frage ankommt, so gedenken wir in der alten, uns und unseren Lesern liebgewordenen Weise, der Sache der Arbeiter weiter zu dienen. Die Maschinerie und die Großproduktion. rika ausgeprägter als sonst irgendwo in der Welt. Die Thatsache, daß die Ueberschüssigmachung von Arbeitern In Mähren, wo der Zersetzungsprozeß überhaupt am Bestellungen kommen plößlich, es wird mit dem Aufgebot in der Produktion die Zahl der Unproduktiven im Zwischen- raschesten sich vollzog, waren es folgende zehn Gewerbe, aller Kräfte drauf los gearbeitet, in Kurzem ist der Nach- handel kolossal vermehrt, die bei geringen Umfäßen auf welche in der angegebenen Reihenfolge den größten Rückfrage Genüge geleistet und die Arbeiter werden abgelegt." hohe Preise halten müssen, um nur bestehen zu können. gaug erlitten: die Schuhmacher, Schneider, Bäcker, Schlosser, Was aus ihnen wird, darum kümmert sich kein Mensch. Und was die Arbeitszeit anbelangt, so ist die Verkürzung Hafner, Kürschner, Böttcher, Seiler, Seifensieder, Glaser; Die Ursachen dieser Erscheinung sind hauptsächlich in in jenem Jahrzehnt kaum eine nennenswerthe gewesen, so in Oberösterreich: Schneider, Schuhmacher, Bäcker, Binder, der geradezu rasenden Schnelligkeit zu suchen, mit welcher daß also auch nach dieser Richtung eine Compensation Delpresser, Hafner, Brauer, Lederer, Kürschner, Seifensieder; die Arbeit sparende Maschinerie eingeführt und verbessert für die Arbeiter nicht heraus kam. im Pilsener Bezirk: Schneider, Schuhmacher, Bäcker Binder, wird. Die menschliche Arbeitskraft steht in diesem Lande Bei alledem sind die Arbeiter längst nicht mehr die Hafner, Rothgerber, Kürschner, Lebzelter, Seifenfieder, vergleichsweise noch immer etwas hoch im Preise, daher Feinde der Maschinerie, die sie einst waren. Die Anf- Drechsler; dann in Obersteiermark: die Schneider, Rothalso auch die Anreizung, sie durch mechanische zu ersetzen, geklärtesten unter ihnen begrüßen im Gegentheil jeden gerber, Lebzelter, Schlosser, Brauer, Hafner, Kürschner, eine sehr starke ist. Der Amerikaner experimentirt be- technischen Fortschritt, selbst wenn er für den Augenblick Binder, Weißgerber, Buchbinder. ständig mit Maschinerie, er sucht fortwährend auszutüfteln, ihre Existenz in Frage stellt. Aber sie ertragen das mit Wenn es so das Schicksal des Handwerks ist, prolewie er den Menschen durch ein Stück Werkzeug ersetzen dem festen Bewußtsein, daß der Tag kommen wird, wo tariſirt zu werden, welch' eine Verkennung aller Verhältkann, das auf mechanischem Wege in Thätigkeit gesezt die Maschinerie nicht mehr von einzelnen Kapitalisten nisse gehört dazu, wenn die Handwerker troßdem gegen werden kann oder zu seiner Bedienung nur ein Kind monopolifirt und ihnen nicht mehr das Brod aus der die proletarische Politik auftreten? Die heutige Entwickenöthig hat, während zuvor ein oder mehrere Männer Hand schlagen wird; daß sie in den Dienst der grsellschaft- lung nimmt mit oder ohne Innungen den Handnöthig waren. lich organisirten Industrie gestellt werden wird und dann werkern alles, was sie befizen. Sollten sie da nicht für In dem Jahrzehnt von 1870 bis 1880 stieg die wirklich dazu dienen wird, wozu sie soll: den Menschen die Bestrebungen eintreten, welche den wirklichen ProduAnwendung von Motoren in der Industrie von 2 300 Mil- von der Last der Frohnarbeit um den bloßen Lebens- zenten in Zukunft wieder zu Wohlstand und Bildung verlionen Pferdekräften auf 3 600 Millionen, eine Zunahme unterhalt zu befreien und ihm die Muse zu gewähren, helfen wollen? von ungefähr 55 Prozent. Die Zahl der Arbeiter aber die ihm gestattet, sich zu belehren und zu genießen, was nahm trotz der starken Zunahme der Bevölkerung nur um ihm die Erde bieten kann. dienen. Arbeiter- Hygiene in der Landwirthschaft. wendigkeit, auf dem Wege des gefeßlichen Zwanges Abhülfe lich haben die kleinen Grundbesizer weder die Zeit, noch | zu schaffen. Unter diesem Titel erschien vor Kurzem eine Broschüre, die Mittel, noch die Gelegenheiten, über welche die großen Es ist kein anderes Motiv für die Außerachtlassung verfügen, um bei dem Einschäßungsverfahren ihr Interesse von dem österreichischen Gewerbe- Inspektor Edmund Feyerfeil der nothwendigen Schußmaßregeln für die ländliche wahrzunehmen. Darf man indessen aus diesen Umständen verfaßt; derselbe hat bereits in dem letzten Berichte über Arbeiterbevölkerung zu finden, als das in der gegenwär- schließen, daß der Großgrundbesig in Frankreich mehr einfeine Thätigkeit als Gewerbe- Inspektor auf die traurigen tigen parlamentarischen Majorität Desterreichs maßgebende bringt, als die Behörden annehmen, so ist doch andererVerhältnisse der landwirthschaftlichen Arbeiter- Interesse des Großgrundbesizes, der die Schußbedürftigkeit seits notorisch, daß er an und für sich einen bedeutend bevölkerung hingewiesen, zu deren Abstellung er in der Arbeiter nur dort anerkennt, wo sie ihm keine Kosten geringeren Ertrag als das kleine Eigenthum abwirft, weil Folge des Mangels entsprechender gefeßlicher Bestimmungen verursacht. Die Broschüre über die Arbeiterhygiene in ein erheblicher Theil seiner Besitzfläche aus Wäldern, nichts anderes thun kann, als Vorschläge zu geben, deren der Landwirthschaft" ist in dieser Hinsicht nicht blos für Haiden, Seen, Mooren, Jagdgründen 2c. besteht. Obwohl Erfüllung vom„ guten Willen" der ländlichen Besitzer ab- Desterreich werthvoll, sondern überall, wo der Schutz der also nach der amtlichen Schäßung diese 65 525 Grundhängig ist. ländlichen Arbeiter noch ein ungelöstes Problem ist. Der befizer nur ein Viertel des Bodeneinkommens genießen, Wie in England in der ersten Hälfte dieses Jahr Verfasser giebt darin Ausschlüsse über die wichtigsten Be- besigen sie doch in Wirklichkeit einen viel größeren Bruchhunderts und fortgesetzt bis zum heutigen Tage, wie seit ziehungen, in welchen die ländlichen Arbeiter des Schutzes theil des französischen Gebiets. Eröffnung der Schutzzollpolitik in Deutschland, hat in bedürfen, und wenn dieselben auch als Rathschläge an die Desterreich seit Beginn des Regiments Taaffe der Groß- Unternehmer und als Mittheilungen für die landwirthschaft- Gelehrter, Toubeau, in der ,, Revue positive" vom Juli Zu dem gleichen Ergebnisse gelangt auch ein anderer grundbesitz seine besonderen Interessen durch eine vorüber- lichen Vereine gedacht sind, so können sie doch auch einer 1882. Nach demselben befinden sich von den 50 Millionen gehende scheinbare Vertretung der Bedürfnisse der Arbeiter gesetzlichen Regelung dieser Verhältnisse als Grundlage Hektaren Landes, die Frankreichs Bodenfläche bilden, in der Industrie zu fördern gesucht. Je enger die Ver40 Millionen in den Händen großer und mittlerer Eigenbindung des Großgrundbesizes mit den Traditionen des Die Meinung, welche der Verfasser der Broschüre in thümer, die ihre Güter nicht selbst bewirthschaften; Feudalsystems ist, je mehr der historische Adel mit seinen der Vorrede ausspricht, daß es nur einer Anregung be- 2 Millionen sind in Güter von durchschnittlich etwa ererbten Vorurtheilen und Ansprüchen im Großgrundbesitz darf, um der Erkenntniß, daß hiermit nur Gutes beabsich- 200 Hektaren Umfang getheilt und werden von ihren vorherrscht, desto ausgeprägter ist der Gegensatz zwischen tigt wird, auch die That folgen zu lassen," theilen wir Besizern selbst bewirthschaftet; ebenso weitere 4 Millionen, dem großen Besitz in der Landwirthschaft und in der aus den oft angeführten Gründen nicht im Entferntesten, in die sich etwa 2 Millionen Kleinbauern theilen- und Industrie. So einig alle Besizer gegenüber dem Sozialismus wir versprechen uns deshalb von solchen Broschüren keinen die übrigen 4 Millionen find in kleinen Fleckchen unter sind, der die Grundlagen des Privatbesiyes überhaupt be- unmittelbaren Erfolg, aber sie haben den unbestreitbaren 5-6 Millionen Proletarier zersplittert. droht, so gerne sind beide Gruppen des Besizes bereit, ge- Werth, daß sie auf die wunden Stellen hinweisen, die gewisse Anforderungen der Arbeiter, welche ohne Gefährdung heilt werden sollen. Auch die Hygiene im weiteren Sinne, Accumulation des Grundbesizes sich wieder vollzogen hat. Aus dem Vorstehenden ersieht man, wie rasch die des modernen Besitzrechtes erfüllbar sind, jeweilen auf insbesondere die Wohnungsverhältnisse der ländlichen 65 000 Personen befizen vielleicht so ziemlich die Hälfte Kosten der anderen Gruppe zu realisiren. Darum waren Arbeiterbevölkerung, bedürfen des Eingreifens der öffent- des Bodens Frankreichs. Ueber sieben Millionen von den die Tories in England voll Humanität, wenn es sich um lichen Gewalten. In dem Bericht der österreichischen Ge- 81/2 Millionen der Grundbesitzer" haben ein Einkommen die übermäßige Ausbeutung der Industriearbeiter handelte, werbe- Inspektoren für das Jahr 1885 wird auf die elenden von weniger als 300 Francs per Jahr. während sie sich der entseßlichen Nothlage der ländlichen Wohnungs- und Ernährungsverhältnisse der Arbeiter hinArbeiterbevölkerung gegenüber merkwürdig hartherzig ver- gewiesen und hierbei namentlich die landwirthschaftlichen die von der Mehrarbeit ihrer Lohnarbeiter leben und Auch hier also eine handvoll größerer Unternehmer, hielten. Und auch in Deutschland sind die landwirthschaft Gesindestuben in folgender Weise geschildert:„ Eine solche ihre Güter nicht selber bewirthschaften" lichen Arbeiter bekanntlich die letzten, welche der„ Seg Gesindestubenungen" der Sozialreform theilhaftig werden. In Defter und anderen raucherzeugenden Materialien stellt sich dar daß die landwirthschaftlichen Proletarier zum Scheine gekocht, geheizt wird gewöhnlich mit Reisig Millionen von landwirthschaftlichen Proletariern. reich ist der maßgebende Einfluß des Großgrundbesizes seit als ein niedriges mit einem oder zwei kaum sichtbaren noch ein kleines Eigenthum haben. der Uebernahme der Regierung durch den Grafen Taaffe Fenstern versehenes Lokal, mit Lehm- oder Ziegelboden, und Scheine, denn in Wirklichkeit gehört das Stück Land, das Wir sagen zum unbestrittener als irgendwo; schon die durch den„ Liberalen" einem für die Bewohnerzahl absolut unzureichenden Luft- fie mit ihrem Schweiße düngen, ihren Gläubigern und den Schmerling hergestellte Wahlordnung gewährt dem Groß- raum. Glücklich kann sich derjenige schätzen, dem der Stall Ausnußern ihrer Arbeitskraft. grundbesitz ein solches Privileg, daß er unter jeder Regie- als Schlafstelle zugewiesen wird, denn für die Thiere errung ein ausschlaggebender Faktor sein muß. Unter den scheint ungleich besser vorgesorgt. Derartige Arbeiterliberalen Regierungen brachte der Großgrundbesiß seinen wohnungen sind der Herd der Epidemieu, der Unsittlich Eine Enquete über die Gefängnißarbeit in Einfluß dadurch zur Geltung, daß er die Entwickelung der feit und der Unzufriedenheit, welche lettere, gesteigert politischen Freiheit, wie sie in den Staatsgrundgesezen vor- durch den Mangel an schmackhaft zubereiteten Speisen, gezeichnet war, verhinderte und daß er einen entschiedenen den Arbeiter aus der Wohnung in die BranntweinKampf gegen den Klerikalismus, vor Allem gegen dessen schenke treibt." Auch in der nordamerikanischen Union bereitet die ungeheuren Befiß, nicht zuließ. Der wirthschaftlichen Freiheute übliche Art der Gefängnißarbeit der freien Arbeit heit im Sinne des Liberalismus setzt nur der feudal ge- bald ihre Interessen verstehen und vertreten, so daß sie turrenz. Alle Arbeitervereinigungen Hoffentlich lernen auch die ländlichen Arbeiter recht und auch dem kleinen Unternehmerthum eine schwere Konfinnte Theil des Großgrundbefizes Widerstand entgegen, eine werthvolle Stüße der Arbeiterpartei werden, die bis- schaftlichen wie die mehr politisch gefärbten- beschäf= die rein gewerkda der neu sich entwickelnde Großgrundbesitz auf kapitalisti- her viel zu ausschließlich auf die industriellen Distrikte antigen sich daher mit dieser Frage, die nunmehr auch eine scher Basis in der Zerstückelung und Freitheilbarkeit der gewiesen war. Die ländlichen Arbeiter leiden vielfach noch amtliche Behandlung durch das nationale statistische Bauerngüter die Vorbedingungen für sein eigenes Wachs- mehr wie die städtischen unter den Folgen des heutigen Arbeitsbureau gefunden hat. Der kürzlich ausgegebene thum fand. Wirthschaftssystems, und wenn trotzdem für sie durch die zweite Jahresbericht enthält eine, wie es scheint, sehr genaue Taaffe brachte aber den feudalen Theil des Groß- Gesetzgebung noch weniger geschehen ist, so liegt dies ledig- Darstellung der verschiedenen Systeme der Gefängnißarbeit grundbesizes zur Herrschaft; es war dies deshalb leichter, lich an ihnen selbst, an ihrer geringen Aufklärung und und der Wirkung, welche sie als Konkurrentin gegenüber da bei der geringen Zahl der Stimmen, auf die es bei den an ihrer Organisationslosigkeit. Denn in der sozialen dem„ freien" Lohnarbeiter ausübt. Großgrundbesißwahlen ankommt, der Hof durch sein Macht Gesetzgebung wird nichts gegeben", sondern nur geden Vereinigten Staaten. und daneben Nur wort die Majorität zur Minorität zu degradiren vermag. nommen, nichts von oben bewilligt, sondern alles von Sträflingsbeschäftigung in den Gefänguissen dieses Landes Es sind demnach vier verschiedene Systeme der Wenigstens ist das im böhmischen Großgrundbesitz der unten erkämpft. So lange die ländlichen Arbeiter also in Anwendung: das, wie man sich ausdrückt, Kontrakt-, Fall, wo die Liberalen früher die Majorität ohnehin nicht in den politisch- wirthschaftlichen Kampf eintreten, den Stückpreis-, öffentliche Abrechnungs- und Verpachtsystem. nur durch Scheinkäufe und Theilungen von Gütern er- das Industrieproletariat schon lange führt, werden sie auch Das erstere herrscht am meisten vor. Gewöhnlich wird weiter die alte Lage erdulden müssen. werben konnten. Französisches Bauernproletariat. von den Gefängniß- Beamten öffentlich zur Einreichung von Angeboten für die Verwendung der Gefangenen aufgefordert; das höchfte sichere Angebot erhält den Kontraft. Das Stückpreis- System ist eine Abänderung des Kontraktsystems, insofern als der Kontraktor mit den Gefangenen Der vom alten Adel geführte Großgrundbesitz prägt der wirthschaftlichen Gesetzgebung unter Taaffe's Regierung den Stempel auf; wenn er auch nicht die beabsichtigten einschneidendsten Maßregeln zu Gunsten der Industriearbeiter durchsetzen konnte, da die liberale Opposition noch In Frankreich und noch mehr im Auslande herrscht immer stark ist, und in diesen Fragen auch im Lager der noch immer der Aberglaube, daß der französische Ackerbau nichts zu thun hat. Der Kontraktor liefert den Gefäng Majorität Bundesgenossen findet Großgrundbesizer, vorwiegend von Kleinbauern betrieben wird, welche niß- Angestellten das zur Verarbeitung fertige Material und welche auch als Industrielle thätig sind so verdankt doch durch die große Revolution in den Besitz der adeligen bezahlt die fertige Arbeit per Stück zum vorausbestimmten Desterreich der parlamentarischen Herrschaft dieser Gruppe Güter gelangten.„ Die Gesellschaft für parzellarische Preise. Bei dem öffentlichen Abrechnungssystem arbeiten seine relativ hochentwickelte Arbeiterschutzgesetzgebung der leßten Topographie" ist jedoch nach sorgfältigen Ermittelungen Staates! Das Verpachtsystem überläßt die Gefangenen die Sträflinge unter Aufsicht der Beamten zum Besten des Jahre. Die Kehrseite davon ist aber die völlige über diesen Gegenstand zu ganz anderen Schlüssen gelangt. Schußlosigkeit der ländlichen Arbeiter bevölke- Jenen Ermittelungen zufolge zahlten zunächst 4392 500 ganz den Kontraktoren, welche eine spezifizirte Summe für rung, die um so weniger eine Entschuldigung finden kann, von den 8547 285 Landbesitzern Frankreichs einen Grund- dieſelben zu entrichten haben. als in Desterreich ein so reicher Grundbesitz besteht, wie steuerbetrag von weniger als fünf Francs, einen Betrag, Die Gesammtzahl der von den Agenten untersuchten außer Rußland kein kontinentaler europäischer Staat auf welcher sehr häufig gar nicht eintreibbar ist. Das jähr Anstalten beträgt 214 und in ihnen befanden sich 64 348 zuweisen hat; Fürst Schwarzenberg hat eine Grundfläche liche Grundeigenthum, welches diese Klasse von Besitzern Gefangene, von denen 58 454 Männer und 5895 Frauen als Eigenthum, größer als mancher deutsche Bundesstaat, versteuert, beläuft sich für jeden einzelnen derselben durch- waren. Von der Gesammtzahl waren 45 277 produktiv der souveräne Fürst Liechtenstein, Erzherzog Albrecht, der schnittlich auf 47 Francs und umfaßt im Ganzen noch beschäftigt, 15 100 verrichteten Haushaltugs- und andere Onkel des Kaisers, der Kaiser selbst, verfügen über kolossalen nicht 5 pCt. des gesammten Ertrages der französischen Dienste für die Anstalten selbst und 3972 waren krank Landbesitz. Landwirthschaft. oder unbeschäftigt. Der Staat New- York hatte mit 9709 Die Löhne der Landarbeiter sind aber so gering, daß Ihr schließt sich eine weitere Gruppe von 2 993 450 bdie größte Zahl von Gefangenen, Washington Territory fie als wahre Hungerlöhne bezeichnet werden können; Grundbesigern an, welche von 5 bis zu 30 Francs jähr- die kleinste, nämlich nur 82. Als die Statistik aufgeihre Wohnungen, ihre Ernährung, ihre Versorgung in lich Grundsteuer zahlen; ihr Gesammteinkommen beläuft nommen wurde, waren im Ganzen 42 709 Sträflinge proKrankheit und Alter find gleich erb ärmlich. Hierzu kommt sich auf 22,5 pCt. des Ertrages der französischen duktiv thätig, wovon 14 425 auf Kontrakt-, 4693 auf noch, daß mit der zunehmenden Verwendung von Maschinen Bodenkultur, was für jeden dieser Besitzer ein durchschnitt- Stückpreis, 13 388 auf öffentliche Abrechnungs- und 8793 in der Landwirthschaft die Gefahren für das Leben der liches Reineinkommen von 300 Francs ergiebt. Verpachtarbeit tommen. Demnach käme also in den VerArbeiter sich rapid steigern, ohne daß durch Schußvorrich- Eine dritte Klaffe zählt 1905 850 Eigenthümer, die einigten Staaten erst auf 930 Einwohner ein nußbringend tungen entgegengewirkt würde. Warum greift nun der von 1 795 422 ländlichen Befizungen einen Grundsteuer- beschäftigter Sträfling; ein Vergleich mit der Zahl der Staat nur bei der Industrie durch gesetzliche Vorschriften betrag von 40 bis 300 Francs entrichten und zusammen Personen, welche im Ackerbau, Bergbau und den Induſtrien und durch eigens zu dem Zwecke angestellte Beamte zum 47 pCt. des Bodeneinkommens Frankreichs genießen. beschäftigt find, ergiebt aber ein Verhältniß zu der Zahl Schuße des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter ein? Das durchschnittliche Reineinkommen, ausschließlich der der Gefangenen von 300: 1. Daß die Gefahren bei der Landwirthschaft bedeutende find Entlohnung der persönlichen Thätigkeit, also die Bodenund noch zunehmen, daß zahlreiche Unfälle vorkommen und rente dieser Eigenthümer, beziffert sich nach der amtlichen, 133 Frauen, find in der Fabrikation von Schuhen und Die meisten Sträflinge, nämlich 7476 Männer und daß die Verunglückten und Hinterbliebenen im tiefsten allerdings entgegenkommend niedrigen Veranschlagung auf Stiefeln beschäftigt und der Werth ihres Arbeits- Produkts Elende verkümmern, das hat derselbe Gewerbe- Inspektor, 1730 Francs jährlich. wurde auf 10 100 219 Dollars berechnet. Die Anferder die oben erwähnte Broschüre schrieb, in seinem letzten Nun kommen aber als letzte Reihe 65 525 Groß- tigung von Kleidungsstücken beschäftigt die nächstgrößte Berichte mit dem Ausdrucke des Bedauerns darüber kon- grundbesizer, die aus 109 208 Gütern 25,4 pct., 3ahl von Gefangenen, nämlich 5661, ihr Arbeits- Produkt statirt, daß er außer Stande gefeßt sei, den bedauerns- also rund ein Viertel des nationalen Bodeneinkommens wird auf 2 199 634 Dollars berechnet. Die nächstgrößte werthen Opfern dieser Unfälle zu helfen, da dies seinen beziehen. Das wenigstens ist die amtliche Ertragsveran- Zahl von Sträflingen ist dann in Steinbrüchen beschäftigt: amtlichen Wirkungskreis überschreite. Wie wenig aber mit schlagung. Allerdings bleibt dieselbe erheblich weiter hinter 4876, dann kommt Ackerbau und Gärtnerei, 3569, Möbelguten Worten geholfen ist, daß beweisen die Erfahrungen der Wirklichkeit zurück, als die des kleinen und mittleren Fabrikation, 3446, Bergbau 3273 u. f. w. Die kleinjte in der Fabrikindustrie und die daraus entstandene Noth- Eigenthums, dessen Ertrag leichter festzustellen ist. Bekannt- Zahl von Sträflingen ist mit Fällen und der rohen Bet1 a TARD 851 toge39 11 f 11 ปี 11 11 141= FERAYATSE TI 6 11 1 noch Ben resse den einrerLend veil ern, ohl nd= Ben, ichrer uli nen en, en= ent; wa ren en, and ter die at. Ifte Den ten er, nd Sen Cur ne im as Dent in Die eit n= if= ne be ne ue eit er er es t, m. rd on e= ft. ften g= id en en es en ir en 18 en V re nt 9 e= 0= uf 3 t= d er Cn ιδ d 18 T= te ft te t: Lte 2 arbeitung von Holz beschäftigt, nämlich nur 228, während und aller Erkenntniß wäre. Die anderen Stände brauchen| sie gewähren, mindestens auf 2/3, wohl aber auf viel die 242 Zimmerleute die nächstgrößte Klasse bilden. In keine Erkenntniß, keine geistige Bildung, sondern neben weniger herabzusehen. Da der Gedächtnißkram an Lieder- und Bibelversen, Bezug auf den Geldwerth des Produktes steht der Wagen- der äußeren Dressur, die ihnen ermöglicht, sich devot bau mit nahezu 2 000 000 Dollars der Kleiderfabrikation gegen Höhere, anständig gegen Ihresgleichen und je nach- an Katechismus und anderem Formelkram derselbe bleibt, am nächsten. In allen anderen Industrien ist der Ge- dem, gnädig herablassend oder verachtend brutal gegen die und jetzt in 4 Stufen bewältigt werden muß, wird alles sammtwerth des Produktes bedeutend weniger als 2 000 000 Niederen" zu benehmen, nur so viel Wissen und Können, andere wohl selbstredend zur Schule hinausgeworfen werden Dollars. Der Werth des Gesammtprodukts der Manufat- um die ihnen zugewiesenen Thätigkeiten gut ausführen zu müssen, was die sechsstufige Schule früher noch bot. Diese turen in den Vereinigten Staaten wird im leßten Census können. Alles weitere Wissen, alle ,, Allotria", wie der projektirte Schulreform ist deshalb so hoch interessant, weil auf 5369 Millionen Dollars berechnet und ist seit jener zünftige Professor ein Hineinblicken in Gebiete, die nicht der städtische Schulrath, Herr Dr. Vorbrodt, mit dankensZeit natürlich bedeutend größer geworden. Die Unter- zu seinem eng begrenzten Spezialstudium gehören, zu werther Offenheit den Zweck dieses Rückschrittes klar legt. Wir heben aus seinen Gutachten und Erläuterungen suchungen des Arbeits- Bureaus ergeben für das verflossene nennen pflegt, sind vom Uebel und zu unterdrücken. Jahr einen Gesammtwerth der in Straf- Anstalten produ- Man muß es gestehen, in der Universitäts- Dressur folgende kennzeichnende Einzelheiten heraus, die den Geist zirten Waaren von 28 733 999 Dollars. Mit anderen der Beamten hat man es nach dieser Richtung hin ziem- der heutigen Reaktion ganz ungemein scharf umschreiben: Herr Dr. Vorbrodt spricht über die Schwierigkeiten Worten, das Produkt der Strafanstalten bildet 54/100 Pro- lich weit gebracht. Korps und Verbindungen mit ihren zent des Werthes der Gesammtproduktion, oder anders aus- Saufgelagen, Kartentischen und Schläger- Prügeleien sorgen bei Aufstellung und Durcharbeitung des Lehrplanes und gedrückt 1/192 jenes Werthes. dafür, daß außer zu einem sehr dürftigen Brodstudium auch in Bezug auf die Disziplin in einer Schule, die Demnach möchte der Mitbewerb nicht also ins Ge- den Studenten keine Zeit zur Umschau in allgemeinen von Kindern verschiedener Stände besucht wird, wicht fallend betrachtet werden. Allein hier ist zunächst Wissenschaften bleibt. Das Brodstudium bildet den Geist auch findet er, daß diese Kinder sich gegenseitig beeinträch= festzustellen, daß die Leistung des Sträflings gewöhnlich nicht, es nagelt sich wie ein Brett vor den Kopf und vertigen in Erziehung, wie im Unterricht. Er erachtet schließ= unterschätzt wird. Nach den Angaben des Bureaus ist der hindert jedes weitere Erkennen. Man wird Jurist, Medi- lich die in dem Reorganisationsplan geforderte Scheidung Unterschied zwischen freier" und Gefängnißleistung aber ziner, Sprachkundiger, Lehrer und Geistlicher, ohne trotz der Kinder der jetzigen Elementarschule in zwei gesonderte nicht viel mehr als ein Fünftel, nämlich 100 zu 78. Und der akademischen Doktorwürde ein ,, gebildeter Mann" im Schulen für nothwendig, indem alsdann die Kinder aus was besonders ins Gewicht fällt: Während nach dem wahren Sinne des Wortes geworden zu sein. den besseren Familien nicht mehr gehemmt würden und Cenfus von 1880 bei freien Arbeitern auf 5,6 Dollars des Kommt dann zum Stirnbrett des Brodſtudiums noch für die Kinder der ärmeren Klassen durch Beschrän= Produkts 1 Dollar in Löhnen fiel, nach soll den Erhebungen der Nasenring eines Reservelieutenants- Patentes, dann ist tung des Wissensstoffes auf das Nothwendigste des Arbeitsbureaus von Kontraktoren und Bächtern von man sicher, daß der so armirte alte Korpsbursche ruhig unbedingt besser gesorgt, insbesondere der sittlichen Gefangenen- Arbeit nur 1 Dollar auf 8,19 Dollars Pro- an der Futterkrippe steht und demüthig dankbar eine jede dukt gezahlt werden. Und der Mitbewerb wird drückend Gehalts- oder Titelerhöhung hinnimmt, fern ab alle dem in den Gewerben, in welchen die Sträflinge am meisten Treiben, welche das Volksleben bewegt, ohne Verständniß beschäftigt sind. So kommt in der Schuhmacherei ein für Alles, was nicht in den Kreis seines Berufes fällt, nicht Sträfling auf 16,2 Arbeiter und dieser Sträfling produzirt in seinen Acten steht, ein ,, bequemer" Musterbeamter. nur um ein geringes weniger als der freie Arbeiter Da das Aufsteigen in höhere Stellen immer mehr 1327 Dollars gegen 1492 Dollars per Jahr. Der Statistiker erklärt sich daher, wie bekanntlich auch ein Vorrecht von Geburt und Empfehlung wird, so ist es der sozialistische Arbeiterschutzgesetz- Entwurf in gut, daß dem Herrn Präsidenten mit zerhacktem Geficht Deutschland, gegen die Ausnüßung der Gefängnißarbeit ein„ Hilfsarbeiter" mit glattem Gesicht zur Aushilfe gedurch Privatunternehmer und empfiehlt die Beschäf geben werden kann. Deshalb ist es wünschenswerth und nicht zu untertigung von Sträflingen auf Rechnung des Staates durch Hand- Arbeit, welche sich in Pennsylvanien bestens schäßen, wenn sich auch ein kleiner Theil solcher Studenten bewährt habe.„ Dieser Plan", fährt der Bericht fort, auf den Universitäten befinden, die zu den Ausschweifunhat etwas Gerechtes an sich, indem er alle Leute gleich gen der farbentragenden Verbindungen keine Mittel haben. berührt. Er hat Humanität in sich, weil er jede Be- Sie füllen ihre Zeit dann mit arbeiten und studiren aus, sellschaft eine Wohlthat, wenn man es über die Grenzen seines mühung zur Verbesserung zuläßt, ohne mit der Arbeits- um später die Arbeiten für vornehme Korpsburschen zu welchen es sich wählt, hinaus ihm Renntnisse beibringt, welche form in Konflikt zu kommen. Er ist sittlich, weil er die machen. Es sollten ihrer aber nicht zu viele sein, denn es nicht verwerthen kann, wenn man Ansprüche und Bedürfnisse anganze Bewegung und Aufregung betreffs der Gefängniß- fie bilden sonst das ,, Gelehrtenproletariat", aus welchem, regt und weckt, welche zu befriedigen seine Lage nicht gestattet. Arbeit nicht blos aus den Gemüthern der Arbeiter und wie man fürchtet, die Revolution, mit der man also sehr Alles kann das Kind doch nicht lernen, dazu ist des Wissens würdigen zu viel und die Zeit, die man in der Schule auf die Einprägung verwenden kann, zu kurz. Jeder lerne gründlich und Fabrikanten, sondern aus der Deffentlichkeit überhaupt be- zu rechnen scheint, ihre Führer nimmt. Die Maßregeln zu besprechen, die man ergriffen hat, ganz, was er für seinen Beruf wissen muß. Das Wissen seitigt." um ärmere Studenten nur in der Zahl zur Vollendung über die Grenzen des Berufes hinaus führt auf den under Studien zuzulassen, als es zur Herstellung der gebil- glücklichen Standpunkt der Vergleichung, macht unwillig im Urtheil über andere und mißvergnügt. Die Kreise der Wünsche deteren Hilfsarbeiter für vornehme höhere Beamte noth- erweitern sich, man vermißt das, was man nicht hat und genießt wendig ist, ist hier diesmal nicht der Ort. Es sei nur das nicht, was man hat. Der Kampf gegen die Volksbildung. Erziehung größere Aufmerksamkeit gewidmet werden könnte. Schulen spricht Herr Dr. Vorbrodt an anderer Stelle Den Grund der Zurückreorganisation der Erfurter Schulen spricht Herr Dr. Vorbrodt an anderer Stelle noch deutlicher und für unsere Annahmen noch beweisender aus, indem er sagt: Was dagegen die Berufsbildung anbetrifft, so sind für die Schule hier bestimmte Grenzen gezogen durch die Lage, in welcher das Kind geboren ist, durch die Verhältnisse, in denen es sich befindet, durch die Anlagen und Fähigkeiten, die ihm verliehen sind und endlich durch den Beruf selbst, welchen der Zögling nach seinen Neigungen wählt, oder für welche das Kind im Voraus von den Eltern bestimmt wird. Die Schule hat die Pflicht, das Kind für den von ihm oder für ihn gewählten Beruf zu bilden.(?) welche es nöthig hat, um Anderen nüzlich werden zu können Die Schule soll ihm diejenigen Kenntnisse und Fähigkeiten gewähren, und selbst zufrieden und glücklich zu sein. Man erweist aber weder dem Kinde noch der menschlichen GeStandes, in welchem es sich befindet, und des Berufes, Als das Kriegsglück des deutschen Heeres den bemerkt, daß man in dem Rechtsfache und in dem Bau- So wörtlich der Stadtschulrath Dr. Vorbrodt zu deutschen Chauvinismus, den nationalen Dünkel und die fache bis jetzt versucht hat, arme Studenten nach den ersten Erfurt. Ruhmredigkeit gewaltig geweckt hatte, da hörte man in Stufen am Weiterstudium zu hindern, beziehungsweise ihnen Alles dasjenige, was man bisher als Vorwärtsstreben vielen Kreisen der„ ,, patriotischen" Schwärmer mit Vorliebe die Möglichkeit zu entziehen, das letzte Examen zu belobte, die höhere Schulbildung, die bisher der Vater für die Redensart gebrauchen: Bei Königgräß hat der deutsche machen. seine Kinder als beste Mitgift oft unter Darben und Schulmeister gefiegt!" Für den Bürgerstand ist das Jdeal der reaktionären Sorgen zu erstreben suchte, Alles dieses ist verwerflich. Der deutsche Bürger wollte mit diesem Ausspruch Schulreform, für jeden Stand eine Fachschule zu haben, in Die Wünsche, natürlich nur die der ,, ärmeren Klassen", neben dem Kriegsruhm auch noch den Ruhm in Anspruch welcher dem mit ganz nothdürftigen Allgemeinkenntnissen dürfen nicht erweitert werden. Das Proletarierkind ist nehmen, das gebildeteste Volk Europas zu sein, das Volk, eintretenden jungen Mann die für sein Fach erforderlichen durch die Lage, in welcher es geboren ist, bestimmt dessen Schulmeister den Schulmeistern der anderen Länder Fähigkeiten angedrillt werden, ohne daß er dabei ver- für seinen Berüf. Die Verhältnisse und die Eltern beüberlegen sind, dessen Volksbildung höher steht, als anderswo. anlaßt wird, weiter gelegene Materien zu berühren oder stimmen es dazu, daß es so früh wie möglich in eine Wer die Sache mit kälterem Blut betrachtete, der weiter zu denken. Das Bürgerthum ködert man für diese Spinnerei eintritt, da darf ihm auf der Schule nichts wußte wohl, wie weit diese selbstüberschäßenden Annahmen reaktionären Maßregeln durch den gerechtfertigten Wider- mehr gelehrt werden, als was zum Zusammenknüpfen der hinter der Wirklichkeit zurückblieben, wie wenig die preußi- willen, den dasselbe gegen den grammatischen Kram der Fäden nothwendig ist, was ausreicht, um den wöchentsche Volksschule in ihrer durchschnittlichen Gestaltung ge- höheren Schulen hat. Der Bürger" läßt sich deshalb lichen Lohn zusammen zu rechnen und die Steuern davon eignet ist, eine wahre Volksbildung auch nur einzuleiten, leicht unter dem Vorwande, man wolle seine Söhne von abzuziehen, darauf den Rest durch die 7 Tage, für die weil man mit Kernliedern, biblischer Geschichte und etwas der unnüßen Last des Lateinischen und Griechischen befrein, das Ganze langen muß, zu theilen und später zu wissen, nothdürftigem Lesen, Schreiben und Rechnen ganz un- den Bildungsbrodkorb höher hängen, indem man ihm was sechs kleine Kattunröckchen kosten, nachdem man schon möglich ein denkendes Volk, das doch die Vorstufe zu die Realgymnasien in weit minderwerthige Realschulen lange ausgerechnet, was fünf kosteten. In diesem erseßen freilich französische Dazu kommt noch etwas Furcht vor dem Teufel und einem gebildeten Volke ist, heranziehen kann. Die viel verwandelt. gepriesene und viel überschäßte Volksschule hat in Preußen und englische Vokabeln die lateinischen und griechischen, ein Stückchen gefälschte dynastische Geschichte, das ist Alles mit Bildung gar nichts gemein, sie bringt ihre Schüler die Wirkung des Auswendiglernens bleibt dieselbe. Der für den Proletarier, was er an Wissen gebraucht! Dieses so stufenweise für alle Stände und Berufsnur so weit, daß sie allenfalls eine landräthliche Verfügung Bürger ist aber der Ansicht, die französischen und englischen lesen, und mit Hilfe des Herrn Gensdarm auch so ziem- Redensarten, die sein Sohn auf der lateinlosen Schule in klassen durchgeführt, das wäre der Idealzustand unserer lich verstehen können. ganz unmöglicher Mundart radebrechen lernt, wären was Reaktionäre. Die Rechnung hat aber einen Faktor außer Ansaz Freilich ist in einigen größeren Städten ein sehr er- ganz ausnehmend Praktisches und er nimmt es dabei mit freulicher Versuch gemacht, mit der Volksschule etwas besseres in den Kauf, daß dem jungen Manne der Gesichtskreis in gelassen, der sie vollständig verdirbt und alle schönen zu leisten, den Kindern wirklich den allerersten Keim ein- Bezug auf Geschichte, Naturkenntniß, Literatur und über- Pläne der Reaktion scheitern macht. Das ist der glühende zuimpfen, aus welchem sich dann im späteren Leben unter haupt auf Allgemeinbildung ganz wesentlich beschnitten wird. Wissensdrang, das kräftige Drängen nach Erkenntniß, das Die höheren Töchterschulen, obgleich sie an wirklicher auch im Herzen der im Staube geborenen Proletariergünstigen Umständen und bei einiger Begabung des jungen Die durch Entbehrung von Lurus Mannes ohne zu große Mühe eine bessere Bildung ent- Bildung ganz ungemein geringe Ansprüche stellten, hat kinder erwacht. wickeln kann. Kaum sind aber einige dieser Keime etwas man durch einfaches Ministerialdekret zurückrevidirt, so und Zerstreuung zusammengefaßte und nicht abgeins Kraut geschossen, da haben die Rückschrittler und daß sie jetzt unter dem Deckmantel, mehr für die Ge- stumpfte Energie dieser Proletarierkinder und die verhältDunkelmänner auch sofort erkannt, daß dieses Kraut sich müthsbildung" zu thun als für die„ ,, Geiftesbildung", noch nißmäßige Leichtigkeit bei den massenhaft vorhandenen literarischen Hilfsmitteln macht es möglich, den Kreis, nicht zu dem Kohl auswächst, der in ihren Küchen zu ver- weniger leisten als früher. Bei diesem allgemeinen Zug auf Herabstimmung der welchen die reaktionäre Schulreform um den Arbeiter zu werthen ist. Der denkende Bürger ist nicht geneigt, dumm und fromm in dem alten Joche, dem alten Kreislauf zu dem Volke zugänglichen Bildungsanstalten ist es nur zu ziehen gedenkt, zu durchbrechen. Habt ihr Herren nicht oft laufen, um die Mühlen zu drehen, auf welchen den herr- erwarten, daß die Reformen" auch die besseren Volks- genug bei den vielen politischen Prozessen gesehen und geschenden Klassen ihr Reichthum und ihr Wohlleben ge- schulen nicht verschonen würden. Die städtischen Volks- hört diese Arbeiter auf der Anklagebank? Es ist dies mahlen wird, während die zufriedenen" Bugthiere sich an schulen, die den Kindern der Armen, wie z. B. in Berlin so ziemlich der einzige Ort in unserer schönen gesellschaftden mageren Kleien ergößen. ohne jedes Schulgeld eine ganz achtungswerthe Schul- lichen Ordnung, wo der Arbeiter mit den gebildeten Klassen Sofort begann daher die Reaktion ihren Feldzug bildung geben, sind der Reaktion schon lange sehr zuwider. in nähere geistige Berührung kommt. Wie oft habt ihr gegen die verbesserten Volksschulen, und nicht ohne Erfolg Sie durchbrechen den Grundsatz, daß ein jeder nur so viel nicht die Bildung, die Ruhe, die geistige Ueberlegenheit in einer Zeit wie die heutige, in welcher so wie selten lernen soll, als er zu seiner Fachausbildung gebraucht. der Arbeiter in solchen Fällen anerkennen müssen, wenn vorher, dem Bürgerthum jede Selbstachtung, jedes Selbst- Wie ein großer Theil der Innungsmeister leidenschaftlicher sie scharf logisch und in fast tadelloser Form ihr Recht, bewußtsein, jeder Rechtssinn, überhaupt jede Bürgertugend Gegner der Fortbildungsschulen ist, in welchen nicht nur das so sehr bedrohte und verkümmerte Recht, vertheidigten? abhanden gekommen ist, wo man des Reiches Sturm- Fachgegenstände gelehrt werden, so haßt die ganze Reaktion Nun seht diese intelligenten Arbeiter einmal genauer an. fahne, die Vaterlandsliebe, den Patriotismus, zu Partei- die gehobene Volksschule. Es ist deshalb nicht zu ver- Es sind in vielen Fällen Personen mit der kaum nennenszwecken durch den Schmutz schleift, wo ein efeler Byzan- wundern, daß in Erfurt, wo auch in der städtischen Ver- werthen Bildung einer Landschule, sie konnten nothdürftig tinismus jede Manneswürde vernichtet hat in der größe- waltung die Reaktion am Ruder ist, der Versuch gelungen lesen und kaum schreiben, als sie der Wissensdrang faßte, ist, die dort vorhandenen höheren Volksschulen, die etwa und jetzt lesen sie mit Verständniß Schriften, die dem ge= sten Mehrheit des deutschen Bürgerthums. " 1 Das Ideal der reaktionären Schule wäre es, wenn den Berliner Schulen zu vergleichen waren, wenigstens wöhnlichen bürgerlichen Verstand der besseren Stände und man eine herrschende Kaste gründen könnte, die, wie die so weit es die„ ärmeren Klassen" betrifft, in vierstufige vielen Gelehrten" Bücher mit sieben Siegeln sein würden, altegyptische Priestertufts, im alleinigen Besitz alles Wissens Schulen zu verwandeln, also die Allgemeinbildung, die auch wenn sie nicht verboten wären. gewonnen, daß der Kampf der Reaktion gegen dieselbe ein aussichtsloser ist. Politische Nachrichten. da durch verschiedene Thatsachen die Aunahme gerechtfertigt erscheint, Wo haben diese Arbeiter, neben ihrer anstrengenden Verhältniß eines Vereins, sondern einer Filiale stehe, Ge- Abgesandte der Sozialdemokratischen Föderation", der Berufsthätigkeit die Zeit zu solchen Studien hergenommen? hör und sprach ihn frei, konnte auch selbstverständlich die Sozialistischen Liga" und der Fabian- Gesellschaft" beNun, sie saßen nicht in den Kneipen nnd schlugen nicht Schließung nicht aussprechen. Die Staatsanwaltschaft trieben worden, wobei sozialistischerseits die vor einigen ihre Zeit mit Statkarten todt, sie trieben sich nicht in hatte zunächst gegen das Urtheil Revision angemeldet, Jahren von Henry George geschaffenen Anfänge bestens Die junge„ Sozialdemokratische Krieger, Sauf- und Raufvereinen, auf Tanzböden und in zog dieſe aber wieder zurück, so daß dieses Rechtskraft er- verwerthet wurden. zotiger Gesellschaft herum. Sie lasen, sie hörten in Ver- langt hat. In Wandsbek befand sich der Gauverein in Föderation Nordenglands" hat auf die Grubenarbeiter Northumberlands im Allgemeinen und auf die dortigen Geeinen zu, wenn Gebildetere sprachen, sie schlossen sich den der gleichen Lage. werkschaften im Besonderen sehr schnell einen merkbaren Einvon der Reaktion gehaßten gelehrten Proletariern an, lernten von ihnen und erwarben sich so brockenweise und Die Offizisen können sich in Entrüstung niemals fluß erlangt, der in der besagten Diätenverweigerung stückweise die Kenntnisse, die ihr Kopf dann ordnete und genug thun, wenn man noch immer bezweifelt, daß die einen ersten, handgreiflichen Ausdruck gefunden hat. Der Altersversicherung rasch vom Flecke rücken werde. Dem- Swansea'er Beschluß, betreffend die Bildung einer selbstverarbeitete. So wurde der Grund gelegt für das Erstehen einer gegenüber kann nicht oft genug daran erinnert werden, ständigen Arbeiterpartei, konnte nicht deutlicher illustrirt neuen Zeit. Alles kann man freilich nicht lernen, wenn daß in der Botschaft, mit welcher der Reichstag am 14. werden und man wird es von nun ab unterlassen müssen, deshalb das Lernen überhaupt aufhören soll, so beginne April 1883 überrascht wurde, die Erledigung der Alters- die Arbeiter anderer Länder durch offiziöse Federn auf man nur zuerst damit, die Universitäten zu schließen, in und Invalidenversorgung für die nächste Session, also das Beispiel der„ konservativen" englischen Gewerkvereine welchen so sehr vieles nicht gelehrt wird. So viel wird für das Jahr 1884 in sichere Aussicht gestellt wurde. So zu verweisen. der zum Denken erwachte Arbeiter zu lernen noch immer eindringlich und gewissermaßen personlich und unter BeAus Halle. Am Sonntag, den 18. d. Mts. beabsichtigte der Gelegenheit finden, selbst nach solchen Schulreformen, um tonung der Empfindungen, mit welchem Wir auf die ein wackerer Gehilfe des Fortschrittes der Zeit zu sein. Größe der Aufgaben blicken, welche zu lösen sind, ehe Gesangverein Deutsche Liedertafel" im„ Hoffäger" zu Halle eine Festlichkeit, verbunden mit Aufführung des fünfattigen Lustspiels Man müßte sonst die Druckereien zerstören und die Biblio- Unfre in der Botschaft vom 17. November 1881 ausge- Wirrwar". Nachdem die Anmeldung der Polizei rechtzeitig eintheken verbrennen, wozu selbst die heutige Reaktion doch sprochen Intentionen eine praktische Bethätigung auch nur gereicht worden, machte diese dem Vorstande allerhand Schwierigsoweit erhalten, daß sie bei den Betheiligten volles Ver- keiten. Durch ein Versehen war nicht angegeben, wie lange das noch nicht mächtig genug ist. Die Volksbildung hat heute schon solchen Boden ständniß und in Folge dessen auch volles Vertrauen finden" Vergnügen dauern sollte. Nachdem dies geändert, verlangte die Polizei das Mitgliederverzeichniß, und hiermit nicht genug, am hat die Regierung niemals zum Reichstage gesprochen. nächsten Tage die Adreſſen der Mitglieder. Durch dieſes Borgehen Der Reichstag sollte durch diese Botschaft bewogen wer- war schon den Mitgliedern das Vertrauen genommen, daß die Feſtden, unmittelbar nach dem Etat von 1883/84 noch den lichkeit überhaupt stattfinden könnte, und sie sollten sich nicht geirrt für 1884/85 zu berathen, und es hieß in der Botschaft: haben, denn am 17. d. M. erhielt der Vorsitzende des Vereins Mit Sorge aber erfüllt es uns, daß die prinzipiell wich- folgendes, von der Polizei- Verwaltung i. V.: v. Holly unterzeichnetes wich- Schriftstück:„ Auf den hier unter dem 13. d. M. eingegangenen Die Verlängerung des kleinen Belagerungszu- tigere Vorlage über die Unfallversicherung bisher nicht Antrag auf Abhaltung einer mit Tanz verbundenen Feſtlichkeit im Die Verlängerung des kleinen Belagerungszu standes für den die Stadt Berlin, die Stadtkreise weiter gefördert worden ist, und daß daher auf deren hiesigen Hoffäger, werden Sie hierdurch beschieden, daß dieselbe auf Potsdam und Charlottenburg, sowie die Kreise Teltow, baldige Durchberathung nicht mit gleicher Sicherheit Grund des§ 9 des Gesetzes vom 21. Oftober 1878 verboten wird, Niederbarnim und Ost- Havelland umfassenden Bezirk gerechnet werden kann. Bliebe diese Vorlage jer uner daß die Festlichkeit zur Förderung sozialdemokratischer, auf den Umferner für den Stadtkreis Altona, die Kirchspielvogtei- Session ferner für den Stadtkreis Altona, die Kirchspielvogtei- ledigt, so würde auch die Hoffnung, daß in der nächsten sturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichteter bezirke Blankenese und Pinneberg und die Städte Pinne- Session weitere Vorlagen wegen der Alters- und Bestreburgen bestimmt sind." In verschiedenen Blättern wird berg und Wedel des Kreises Pinneberg, die Kirchspiel- Invalidenversorgung zur gefeßlichen Verabschiedung von einem großen Fang", welchen die Polizei in Halle gemacht vogteibezirke Reinbeck und Bargteheide, die gutsobrigkeit- gebracht werden könnten, völlig schwinden, wenn die Be- haben soll, berichtet. Diese Berichte sind meistens dem„ Valle'schen lichen Bezirke Ahrensburg, Tangstedt, Hoisbüttel, Wellings- rathung des Reichshaushaltsetats für 1884/85 die Zeit haftung einer Anzahl Sozialisten und von einer Beschlagnahme von büttel, Wulksfelde und Silk, sowie die Stadt Wandsbeck des Reichstags noch während der Wintersesion in Anspruch ganzen Partien" verbotener Schriften„ berichtete". In Wahrheit nehmen müßte." Der Reichstag erfüllte die Voraussetzung, haben wohl eine Anzahl der sozialdemokratiichen Partei angehörige Männer in der Wohnung eines ihrer Bekannten bei einem Glase des Kreises Stormarn, die Landvogteibezirke Schwarzenbeck und Lauenburg, die gutsobrigkeitlichen Bezirke Bafter erledigte den Etat, seine Zeit und Kraft war frei. Aber Bier einen Schafskopf" gespielt, aber von einer Beschlagnahme von die Alters- und Invalidenversorgung kam nicht. Das sowie die Stadt Lauenburg des Kreises Herzogthum Lauen- war vor vier und einem halben Jahre; sie ist auch in- nahme von Briefen und Korrespondenzen betrifft, so hatte einer der burg, die Stadt und den Bezirk des vormaligen Amts zwischen nicht gekommen. Wem will man es nach dieser Berhafteten einen Brief eines gewissen„ Blosfeld", welcher, da er von den Halle'schen Parteigenossen als„ Spigel" ausgegeben worden Harburg- für die Zeit vom 1. Oktober d. J. bis Vorgeschichte verübeln, wenn er gegen alle Ankündigungen ist, eine Ehrenerklärung in den Tageblättern verlangte; wenn dies der Alters- und Invalidenversorgung mißtrauisch ist? nicht geschehe, wolle er ,, Alles" der Polizei anzeigen. Wie unserem 30. September 1888 ist von Neuem, nach erfolgter dortigen Gewährsmann mitgetheilt worden ist, hatte der Betreffende, Zustimmung des Bundesraths, durch Beschluß des preuDem zur ,, liberalen" Partei des englischen Unter- an welchen der Brief gerichtet war, überhaupt die Absicht, dieses Bischen Staatsministeriums angeordnet. Durch polizeiliche gemeiner und beleidigender Natur ist. Ein anderer Verhafteter Bekanntmachung wird gleichzeitig angezeigt, daß den Aus- hauses gehörenden gewerkvereinlichen„ Arbeiter"-Ab- Schriftstück der Polizei ſo wie so einzureichen, da der Inhalt ganz gewiesenen auch ferner der Aufenthalt in dem ange- geordneten Fenwick, der sich in Swansea entschieden hatte einen Brief von einem auswärtigen Kollegen, welcher in GeAuch Hamburg ist gegen die Bildung einer uuabhängigen Arbeiterpartei aus- werkschaftsangelegenheiten die Adresse eines Halle'schen Kollegen gebenen Bezirke untersagt ist. natürlich mit der Verlängerung des Kleinen" beglückt gesprochen hatte, sowie seinem Kollegen Burt find auf Be- forderte. Dies das Ergebnis des von ,, kompetenter" Seite so außer treiben der Sozialisten mit 4800 gegen 3300 Stimmen ordentlich aufgebauschten Koups der Halleschen Bolizei. von den Gewerkschaften Northumberlands die ihnen mit je Briefkasten. Zur Abwechslung ist auch einmal die Schließung 500 ftr.( 10,000 Mark) gezahlten Jahresgehälter entzogen Die beiden Bildhauer, Linienstraße. Daß auch solche Kaffen ihre durch Abgeordneten werden eines Fachvereins aufgehoben worden. Der Gauverein worden. Fehler haben, ist nicht zu bezweifeln. Aber diese müssen innerhalb Altona des Verbandes deutscher Maler und verwandter diese Maßregelung voraussichtlich gezwungen sein, ihre der Organisation selber verbessert werden. Bei den freien HülfsBerufsgenossen war polizeilich geschlossen, weil er entgegen Mandate niederzulegen. Zur Erklärung dieses Vorfalls tassen ist übrigens die Hauptsache die volle Selbstverwaltung. § 8 sub B des preußischen Vereinsgefeßes mit gleichen möge das Folgende dienen. Wegen einer Lohnreduktion Diese ist eine vortreffliche Schulung für die Arbeiter, welche ihnen Vereinen ähnlicher Tendenz zusammengetreten sein sollte. brach im Januar d. J. unter den Bergwerksarbeitern später, wenn sie einmal große Reformen durchzuführen haben, die unschäßbarsten Dienste leisten wird. Alle Arbeiterorganisationen Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen dieses Ver- Northumberlands ein fich auf 16,000 Mann erstreckender müssen, um den Geist der Unabhängigkeit unter den Arbeitern gehens gegen den ersten Vorsitzenden und beantragte Streit aus, welcher zwar mit einer Niederlage der Arbeiter zu pflegen, so zugeschnitten sein, daß Unternehmer wie Behörden gemäß§ 16, Al. 4 angezogenen Gesezes gleichzeitig endete, aber die Bildung der gegenwärtig bereits über absolut nichts hineinzureden haben. Schiffbauerdamm. Mahnen Sie nur Jhren Spediteur Schließung des gedachten Vereins. Das Landgericht gab 1200 Mitglieder zählenden„ Sozialistischen Föderation möglichst energisch. An einige Spediteure lieferten wir nicht aus, indessen dem Einwand des Angeklagten, daß der Gau- Nordenglands" zur Folge hatte. Die Agitation, welche zu weil sie mit der Bezahlung im Rückstande waren. verein Altona mit dem Verband deutscher Maler nicht im dieser Organisation führte, war von London aus durch Kroll. Uns leider unbekannt. worden. 44. Prinzenstr. 44. " 1 Tageblatt" entnommen, welches in marktschreierischer Weise die Verim Norden bei R. Nürnberg, Anklamerstrasse 49. Wo giebt es die beste Weisse in Berlin?{ im Osten bei E. Böhl, Rüdersdorferstrasse 8. Möbel, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin Am 1. Oktober 1887. Am 1. Oktober 1887. Geschäfts- Eröffnung! Cigarren und Tabake. 44. Prinzenstraße 44. Fritz Kunert. Möbel- Spiegel- und Volfterwaaren von J. Peters, Skalikerstraße 45. Reelle Waare. Restaurant zum Ambos Für Bierkenner! Allen Freunden eines guten Trunkes erlaube mir mein ausgezeichnetes Weiß- u. Bairisch- Bier zu empfehlen. Gust. Tempel, Breslauerstr. 27. Die beste Weisse giebt es bei G. Kliemt, SO., Admiralstraße 22. Tuch, Bukskin-, Plüsch, Krimmer- Restehandlung. Karle, Laufiterplatz 1. Centr.- Kranken- u. Sterbekasse der Maler u. verw. Berufsgen. Deutschlands( E. H. 71.) Filiale I. Berlin Nord. Mitglieder- Versammlung am Dienstag, d. 4. Oktober, Abends 8 Uhr, im Vorstädtischen Kasino, Ackerstr. 144. Tagesordnung: 1. Bierteljährlicher Kassenbericht. 2. Wahl der Kranken- Controleure. 3. Verschie= benes. Der Vorstand. Solide Preise. 44. Prinzenstr. 44. von Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Die Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt ihr Lager fertiger Herren- Garderobe, sowie reichhaltiges Lager in und ausländischer Stoffe, ebenfalls Futter, Borte und Knöpfe. Herren- Garderoben jeder Art werden nach Maaß angefertigt. Cigarren- und Tabak- Fabrik von C. H. Scheffler. 1. Lager: Reinickendorferstraße 25. 2. Lager: Reinickendorferstraße 69. Empfiehlt sein reich assortirtes Lager in Cigarren und Tabak. Verlag der Berliner VolksTribüne. Buch- und Steindruckerei von F. POSEKEL Berlin S.O., Oranien- Strasse 23, empfiehlt sich zur prompten und saubersten Ausführung aller Drucksachen. Für Vereine fertige ich zu mässigsten Preisen: Aufrufe, Jahresberichte, Kassenabschlüsse, Statuten, Cirkulare, Mitgliedsbücher, Plakate, Programme, Billets etc. Der Vorstand. Fachverein sämmtl. an Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigter Arbeiter. Mitglieder- Versammlung. Sonntag, d. 2. Oktober, Vorm. 10% Uhr, im Lokal des Herrn Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: Innere Vereinsangelegenheiten; Verschiedenes und Fragekasten. Gäfte haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Central- Kranken- u. Begräbnisskasse für Frauen und Mädchen ( E.$. 26 in Offenbach) Am Sonnabend, den 22. Oktober d. J., 3. Stiftungsfeit, verbunden mit Ball im City- Hôtel, Dresdenerstr. 52-53. Billets für Herren 50 Pf., für Damen 30 Pf. Der Reinertrag ist zu einem Unterstüßungs fonds für ausgesteuerte hilfsbedürftige Mitglieder bestimmt.- Billets in den Zahlstellen zu haben. Verantwortlicher Redacteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Oranien- Straße 23. klei we es ga un an St stö der Di flo Sc ob ja ble der de fer in In ge die ab зи M Ve D stö bil de A Fo R di No 6 Lu sto de B Do 5 fd zü de зе w fe A li b fc g a el 18252= ASSENDOSSA QU 011 9 a 11 Aeibtatt zur„Aertiner Holks-Hribüne". M 9 Sonnabend, den 1. Oktober 1887. I. Jahrgang. INachdruck verboten.1 „Weine arme Maria." Erzählung von Jul. O. Binder. Vor kurzem kam ich auf einer Geschäftsreise in eine kleine Stadt in der Nähe Berlins, die als Fabrikort einen weitbekannten Namen führt. An Sehenswürdigkeiten giebt es dort gar nichts, auch von Erinnerungen an eine Ver- gangcnheil ist nichts vorhanden; dabei sind die Straßen und Gassen öde und leer, selbst die Häuser scheinen sich anzugähnen. Alles Leben hat sich in die großen, hohen Steinkolosse zurückgezogen, in denen es Tag und Nacht stöhnt und ächzt und hämmen und rumort, in denen denkende und fühlende Menschen als Handlanger und Tiener der Maschinen sich abquälen. Wie riesige Trauerflore hängen die Rauchwolken, die den hochauftagenden Schornsteinen entsteigen, über Stadt nnd Umgegend, als ob sie das Licht der Sonne abhalten wollen. Hier braucht ja auch die Sonne nicht zu scheinen. Außer den kleinen, bleifarbenen Kindern, die sich im Staub und Koth vor den Häusern tummeln,� sieht sie nur selten Jemand. Bei dem ersten Grauen der Dämmenmg eilt die ganze Bevöl- kerung, Männer und Weiber, selbst die erst Halberwachsenen, in die Fabriken; wenn die weiten Thore ihren lebenden Inhalt wieder ausspeien, dann hat das leuchtende Tages- gestirn sich schon wieder unter den Horizont gesenkt. Nur die Alten und Kranken bleiben von der Arbeil zurück, aber denen ruft die Sonne doch nur die ewige Mahnung zu, daß sie nichts mehr nützen in dem Kreise, der ihre Welt bedeutet; sie sehnen sich darnach, bald Ruhe und Vergessen dort zu finden, wo das gellende Kreischen der Dampspfeifen, das Aechzen der Maschinen sie nicht mehr stört— nach dem Grabe! Der Friedhof der Stadt liegt außerhalb ihres Weich- bildes, in dem jeder zollbreit Bodens zu kostbar ist, um den Tobten eingeräumt zu werden. Dadurch haben die Armen im Grabe wenigstens ein Vorrecht mit den reichen Fabrikhcrren gemein. Sie schlafen da draußen, ohne daß Rauch und Ruß ihre letzte Ruhestätte schwärzt; sie finden die Wohnung, aus der sie Niemand mehr vertreibt, in der Nähe der behaglichen und glänzenden Häuser, welche die Gebietenden, die Besitzenden sich erbaut. Hier weht reinere Luft, hier verspürt man den Odem der Natur, athmet statt Staub und Qualm den Dust des Waldes und der Wiesen. Der Tod macht Alle gleich, heißt es; auf alten Bil- dern sehen wir, wie ein Gerippe Könige und Päpste mit Bettlern und Landstreichern gemeinsam zum Tanze führt; vor ihm, dem Allmächtigen, soll jeder Unterschied aushören. Hohn, bittrer Hohn und Lüge ist das! Die Fürsten und Gewaltigen dieser Welt schließen sich auch nach ihrem Hin- scheiden noch unnahbar ab, sie modern in Sarkophagen von Stein und Erz unter festen Gewölben. Ihr Staub soll sich nicht mit dem der Armen mischen. Prunkende Monumente decken die Gräber der Reichen, in glänzenden Goldlcttern wird ihr Andenken gefeiert, werden die Vorzüge der Tobten, die Liebe, die Pietät, die„Verehrung" der Hinterbliebenen der Mit- und Nachwelt kund gethan. — Ter Arme wird eingescharrt, wenige Wochen lang zeigl der frische Hügel, daß ein müder Kämpfer ausgekämpft, wenige Monde vielleicht wird der Hügel gepflegt, dann kennt man seine Stätte nicht mehr. Aber wohl dem Armen, wenn nur eine Zähre der Liebe und des freund- lichen Gedenkens sein Grab bethaut! Dann schläft sich s besser unter der grünen Rasendecke, als unter dem kalten, schweren Stein, den so oft nur die Sucht zu prahlen auf- gerichtet hat. Ich besuchte den Friedhos jenes Fabrikortes und sah auch da bestätigt, daß Tod und Grab die Grenzen nicht verwischen, die von Stand und Vermögen gezogen sind. Voran, im ersten Theile des großen, eingezäunten Vierecks, schien man nur die Reichen, die Vornehmen zu beerdigen. In Marmor, in Granit, in Metall erhob sich hier Denk- mal an Denkmal. Weit hinten schliefen die, so arm und elend durch's Leben gewandert, die Parias, die ihr letztes Bette nicht„für ewige Zeiten" kaufen konnten. Da war es verwilden und wüst, ein Wirrsal von halbeingesunkencn Hügeln, vermorschten Kreuzlein, Bruchstücken zertrümmerter Grabtafeln. Von den Verwandten und Freunden der hier Bestatteten hatte wohl keiner Zeit, um im Kampfe und Ringen um das tägliche Brod noch derer zu gedenken, die als Erlöste aller Roth entrückt waren. Ob sie freudlos und friedlos, mutterseelen allein durch das Leben gewan- dert, ob sie Frau und Kinder, eine Familie ihr eigen genannt, von vielen ihres Gleichen wurden sie vielleicht beneidet, daß sie ungestört schlafen konnten in dem Schatten der hochaufgeschossenen Bäume und Sträucher, seliges Ver- gessen aller Roth und Sorge genießend, dessen sie"" Leben immer entbehrt. In der äußersten Ecke des Friedhofes fiel mit cm wohlgepflegtes Grab aus, das einem blühenden Blumen- bcele glich' Einfache Pflanzen waren es nur, wie sie die Jahreszeit bor, wie sie auch in den Gärten der Armen blühen, Gelbveigelein, Reseden, Vergißmeinnicht. Aber kein dürres, welkes Blatt zeigte sich, kein geknickter Stengel. Sorgfältig war in der nächsten Umgebung, um die Em- Fassung von dunkelgrünem Rosmarin herum, jedev Unkraut, jeder Grashalm weggerupft. Zu Häupten des Hügels stand ein schwarzgestrichenes Kreuz, von den gesenkten Zweigen einer Trauerweide beschattet. Ich mußte diese Zweige heben, um die weißgemalte Inschrift auf dem Querbalken lesen zu können. Meine Neugier wuchs, als ich die mir räthselhaft scheinenden Worte „Meine arme Maria" entzifferte. Hinter mir knirschte der Sand. Ich ging ein paar Schritte weiter und gewahrte, dann mich nmschend, ein tief gebücktes Mütterchen, das keinerlei Notiz von mir nahm. Ich sah, wie die Alte aus einer Kanne voll Wasser die Blumen begoß, die abgefallenen Blüthenblätter auflas und zuletzt mit einem Tuche den Staub von dem Kreuze sorgsam abwischte. Dabei sang sie mit leiser Stimme ein Lied vor sich hin, als wenn sie ein Kind in den Schlaf wiegen müsse. Ich wollte die Liebesarbeit der Frau nicht stören, ich zog mich weiter von dem Grabe zurück und kam auf einen vom Strauchwerk gelichteten Platz, wo ein alter weißhaariger Mann ein neues Grab grub. Der Greis stand mit halbem Körper in der Grube. Bei meinem Näherkommen ließ er den Spaten ruhen. Seine glänzenden, schwarzen Augen— ohne diese Augen hätte man sein Gesicht für einen mit gebräuntem Perga- ment überzogenen Todtenschädel halten können— sahen mich erstaunt an; ein Fremder störte ihn wohl selten bei seiner melancholischen Verrichtung. Ick mußte meinen Gruß wiederholen, ehe er mit einem leichten Kopfnicken erwiderte. Wie ein bissiger Hund knurrte er vor sich hin und grub dann weiter; in hohem Bogen flogen die Schollen aus der Gruft aus den sich daneben erhebenden Hügel. „Ihr habt wohl viel zu thun, Alter?" fragte ich, um eine Unterhaltung anzuknüpfen. „Ich habe immer zu thun," antwortete er,„in Krieg und Frieden, bei guten und bei schlechten Zeiten. Dafür sorgt mein Freund und Gevatter, der Knochenmann, schon!" Ein heiseres, diabolisches Lachen klang aus der Grube zu mir herauf. „Also ist die Sterblichkeit groß hier?" „Es werden auch genug geboren! Ich habe noch nicht gesehen, daß weniger Menschen in der Stadt herum- laufen, und wenn man auch täglich ein Dutzend, mit den Füßen voran, hierher trägt!" „Wer ist die Frau, die dort singt?" fragte ich nach einer längeren Pause, als zcrflatternde Töne eines klagen- den Liedes an mein Ohr schlugen. „Warum haben sie nicht schon lange darnach gefragt?" knurrte der Alte. Merkt ich's doch gleich, was Sie wissen wollten, als Sie hier stehen blieben. Das hat mir die Laune verdorben, ganz und gar die Laune verdorben!" Mit heftigem Ruck wurde der Spaten in die Erde gestoßen. „Nach den ehrlichen Christenmenschen, denen ich ihr Bette mache, fragt Niemand," fuhr der Todtengräber fort. Aber von der da, die gar nicht hierher gehört, will Jeder was wissen. Die Marie Franke meine ich. Die gehört nicht hierher. Eine Selbstmörderin war das, und es ist eine Sünde und Schande, daß ein anständiger Gruben- mann, wie ich es allewcile bin, auch für so ein liederliches Mensch arbeiten muß. Auf den Schindanger, unter den Galgen gehören die, die nicht warten können bis mein Gevatter kommt und sie holt! Ich habe es immer gesagt und ich bleibe dabei, die Welt muß zu Grunde gehen, wenn man unser eins zwingt auch für die liederlichen Weibsbilder, die sich ersäufen, ein Grab zu machen! Was hat denn da ein Mensch, der, wie es sich gehört, in seinem Bette stirbt, noch für einen Vorzug?" „Das Mütterchen da drüben beweint wohl die arme Maria?" bemerkte ich ausweichend. „Die arme Maria," lachte der Alte höhnisch,„die arme Maria! Also das haben Sie auch schon gelesen? Ja, sehen Sie, die Selbstmörder haben jetzt alles, was sie nur wünschen können: ein bequemes, sechs Fuß tiefes Grab, ein Kreuz und gar'ne Inschrift drauf. Na, die Inschrift ist auch darnach!— Gehen Sie nur hin zu dem alten Weibe und lassen Sie sich von der erzählen, das ist die Mutter. Die alte Franken ist zwar verrückt, ganz und gar verrückt, aber es ist mal ganz plaisirlich, ihr zuzuhören!" Mir graute vor dem Todtengräber; ich warf ein Geldstück in seinen Hut, der neben der frischen Gruft auf der Erde lag, und ging mit kurzem Gruß weiter. Fast gegen meinen Willen kam ich wieder zu dem Grabe der armen Maria zurück. Ich fand das Mütterchen noch dort, neben dem Hügel sitzend, die eine Hand wie liebkosend auf die Rosmarin-Einfassung gelegt. „Wollen Sie auch" meine Maria besuchen?""fragte die Frau, mich gewahrend.„Sie schläft, ich habe sie eingesungen. Bitte, treten Sie leise aus, damit mein Kind nicht erwacht— es weint dann wieder, weint so herz- brechend, und läuft mir zuletzt davon!" Ich glaubte zu träumen. Die Worte klangen so wahr, so überzeugend; die Augen der alten Frau blickten mich so klar, ohne jedes Stieren und Flackern des Wahn- witzes an. Aber ich sah das Grab, das Kreuz; die In- schrift hob sich so scharf von dem schwarzen Grunde ab „Meine arme Maria!" murmelte die Greisin; dann stand sie aus ihrer hockenden Stellung auf, fuhr mit der abgezehrten, mageren Hand über die runzelige Stirn und seufzte tief auf.„Sie sind fremd hier, Herr?" fragte sie plötzlich und trat mir näher, mich voll ansehend.„Aber Sie sind gut, Sie verlachen mich nicht wie die Andern, die hierher kommen, die mich verrückt und närrisch nennen. Ich weiß wohl, daß ich nicht bin, wie ich sein sollte. Ich glaube so oft, mein Kind, meine Tochter schlafe nur. Warum gönnt mir aber Niemand den Glauben, der mich beglückt, wenn er auch falsch ist? Ach die Menschen sind so schlecht! Sie gönnen ja nicht einmal der armen Maria die Ruhe im Grabe!" „Und doch kann kein Neid, keine Mißgunst diese Ruhe stören," warf ich ein.„Sogar der üblen Nachrede ist ihre Tochter entrückt. Nur schlechte Menschen reden Böses von den Todten!" „Wer wagt es, einen Stein auf meine Tochter zu werfen?" fuhr die Alte in flammendem Zorn auf. Sie hatte die zitternde, bebende Hand aus das Holzkreuz ge- legt und stand da wie eine Löwin, die ihr Junges ver- thcidigt.„Meine arme Maria war der Besten eine, wie sie die Schönste war. Die Reichen, die Vornehmen sind schuld, daß sie elend und unglücklich wurde!" In leisem Jammern erstarb die Stimme der Alten, sinnend blieb sie eine Weile.„Hat man Ihnen auch schon erzählt, daß eine Selbstmörderin hier liegt? Hat man Ihnen auch schon gesagt, daß die, die ich unter meinem Herzen trug, die ich gesäugt, gepflegt und groß gezogen habe, Hand an sich selbst legte?" fragte sie endlich.„Verdammt und vermaledeit seien Alle, die so reden!" Es war dämmerig geworden. Aus den Fenstern der Fabrikgebäude in der Ferne glühte rother Lichtschein. „Sehen Sie die Ungeheuer, wie sie uns aus feurigen Augen anstieren?" schrie die Alte plötzlich auf und wies mit dem dürren Arm nach der Stadt hin. Eine gellende Dampfpfeife ertönte.„Hören Sie, wie die Bestie schreit? Sie will Futter— lebendige Menschen, mit warmem, frischem Blut! Schreie, krächze nur, du Drache, meine arme Maria ist sicher vor Dir. Du rufst sie umsonst, sie braucht Dich nimmer— und ich, ich verlache Dich! Ja, ich verlache Dich, Dich und Deinen Herrn, für den Du aus Menschenschweiß und Menschenblut blankes, gelbes Gold machen mußt!" Die Frau brach in ein kreischendes Lachen aus, das von wilden Fluchworten unterbrochen wurde. Ein Kind war zu uns getreten.„Kommt, Mutter Franken," bat es,„Ihr müßt schlafen gehn. Es wird Nacht!" Die Alte sah sich mit irrem Blick um.„Ja, schlafen!" sagte sie dann.„Meine arme Maria schläft auch, so still und so ruhig. Schlaf, schlaf, mein Töchterchen, morgen komme ich wieder!" Ohne ein Wort des Grußes für mich folgte sie dem Kinde, aber ich sah, daß sie sich noch einmal umwandte und drohend den Arm nach den Fabrikgebäuden hob. Ich konnte die Fabrikstadt nicht verlassen, ohne Näheres über die arme Maria, über ihr Leben und ihren Tod, erfahren zu haben. Hier fragend, dort horchend, sah ich endlich meine wohl verzeihliche Neugier befriedigt. Ich will die Geschichte in Nachfolgendem wieder erzählen, so gut ich es vermag. Die alte Mutter Franken, deren Bekanntschaft ich auf dem Friedhof gemacht, hatte lange Jahre in einem kleinen Kramladen eine bescheidene Auswahl von Schnitt- waaren, Bändern und Garn seilgehalten, mit dem kärg- lichen Verdienste ihr und ihrer Tochter Leben fristend. Sie war früh, noch vor der Geburt ihres einzigen Kindes, Wittwe geworden und alle Liebe, deren ihr Herz fähig war, hatte sich auf ihre Maria concentrirt. Gram und Sorgen hatten die Frau den Menschen gegenüber hart und barsch gemacht; selbst den Kunden, die in ihren Laden traten, zeigte sie nur ein unfreundliches Gesicht. Dabei benutzte sie jede sich bietende Gelegenheit, um in bitteren Klagen ihr Geschick zu verfluchen, das grade ihren Mann, den nüchternsten und fleißigsten Menschen, den besten und liebevollsten Gatten, einem frühen Tode geweiht hatte. Um so zärtlicher und weicher gab sich dagegen die Wittwe ihrem Kinde gegenüber. Wenn sie Abends Thür und Fensterläden geschlossen, dann kam die Stunde, nach der sie sich den ganzen Tag gesehnt. Die klaren, leuchten- den Augen, das silberne Lachen ihres Lieblings zauberte sie über die ärmliche Umgebung hinweg, verscheuchten alle Herbe und Bitterniß. Sic fühlte sich dann reich wie eine Königin und der karge Bissen Brod, den sie genoß, däuchte ihr wie das köstlichste Nachtmahl, wenn sie sah, wie herzhaft die perlweißen kleinen Zähne in die Rinde einbissen. Oft genug brachte sie noch in später Stunde ihre den Tag über in peinlichster Ordnung gehaltenen Vorräthe in ein unentwirrbares Chaos, um nur schnell bunte Bänder, Schleifen und anderen werthlosen Tand zu finden, mit dem sie ihren Abgott ausputzen konnte. Wie ein Kind stimmte sie mit in den Jubel der Kleinen ein, wenn diese, sich bewundernd, vor dem kaum fußhohen Spiegel stand, preßte sie dann mit stürmischer Zärtlichkeit an sich und Monat. Es fehlt uns ein solcher Mann, wie Odysseus war, die Plage vom Hause zu wenden. Käm' Odysseus zurück in seine Heimath, er würde Bald mit seinem Sohne den Frevel der Männer bestrafen! Also sprach sie; da nieste Telemachos laut, und ringsum Scholl vom Getöse der Saal. Da lächelte Penelopeia, Wandte sich schnell zu Eumäos und sprach lächelnd die geflügelten Worte: Gehe mir gleich in den Saal, Eumäos, und rufe den Fremdling! Siehst du nicht, wie mein Sohn mir alle Worte beniest hat? Ja nun werde der Tod das unvermeidliche Schicksal Aller Freier, und keiner entfliehe dem blutigen Tode! Diese Beispiele ließen sich häufen. Wir wollen hier brohte sie mit ihren Küssen zu ersticken. Die kleine Maria| geschah, fing der wilde Fürst plößlich stark an zu niesen.| Wahrsager zu werden, indem er immer und immer wieder bat dann wohl selbst ihre Mutter um Mäßigung, setzte„ Die Herren, welche mit ihm gekommen waren und sich nieft. Und die Menschen sagen: Nein! wahrhaftig, es sich mit ernsthafter Miene in den großen Lehnstuhl und längs der Mauer der Halle unter den Spaniern aufgestellt sieht aus, als ob dieser Mensch im Begriff wäre, von Die Khonds schütten befahl ihr, sich auf die Bank zu ihren Füßen zu sehen hatten, neigten auf einmal ihre Köpfe, öffneten die Arme einem Geist besessen zu werden. und ein Märchen zu erzählen. Die Mutter gehorchte nur und schlossen sie wieder und vollführten andere Geberden Gefäße voll Wasser über den Priester, den sie zu befragen zu gern. Ihr Kind vor sich, das ihr die Worte von den von großer Ehrfurcht und Achtung, begrüßten ihn mit wünschen. Niest er, so ist das ein Zeichen, daß der Geist Lippen las, hörte sie selbst die Palmen eines fernen verschiedenen Worten, aber alle kamen darauf hinaus, daß in ihn gefahren ist, der ihn mit weissagender Kraft ausWunderlandes rauschen und fabelhafte Vögel in mensch- sie sagten:„ Die Sonne behüte dich, sei mit dir, erleuchte rüstet. In der gleichen Anschauung wurzelt wohl auch licher Sprache sich unterhalten. Bis in ihre Träume dich, mache dich groß, schüße dich, begünstige dich, ver- unser Aberglaube, daß eine Aeußerung besonders glaubhinein blieb ihr dies Schemenbild eines Glückes, das mit theidige dich, mache dich glücklich, erhalte dich" und andere würdig sei, wenn sie beniest wird: ein höherer Geist sagt der aufgehenden Sonne vor der sorgenvollen Wirklichkeit Phrasen der Art, wie die Worte eben fielen, und dies durch den Niesenden gleichsam sein Ja und Amen schwand wie Märzenschnee. Trotz dieser fantastischen und Gemurmel dauerte eine gute Zeit, worauf der Gouverneur, dazu. Aehnlich betrachteten die Griechen das Niesen thörichten Art, wie die Wittwe mit ihrem Kinde umging, welcher sich darüber wunderte, zu den Herren und Häupt- als gottgesandt. In der Odyssee ruft die„ kluge Peneentwickelte sich dasselbe körperlich und geistig so, daß es lingen neben ihm sagte:„ Seht ihr nicht, daß die ganze lopeia" aus: der allgemeine Liebling wurde. Welt eine ist?"- Und der Geschichtsschreiber fügt hinzu: Früh schon konnte die Wittwe Franke ihrer Tochter Dies wurde bei den Spaniern wohl bemerkt, daß bei die Sorge um den Kramladen und das Häuschen allein einem so barbarischen Volte dieselben oder noch größere überlassen. Mit einem schweren Ballen auf dem Rücken Ceremonien im Gebrauch seien, als bei denen, welche sich zog die Frau von da an haufirend in den umliegenden für sehr zivilifirt halten. Danach sollte man meinen, daß Dörfern und Weilern umher. Sie hoffte so schneller das diese Art des Glaubens allen Nationen natürlich sei und Ziel zu erreichen, nach dem sie mit all ihrem Denken und nicht durch eine Pestilenz verursacht, wie man gewöhnlich Wünschen strebte: ein wenn auch noch so kleines Kapital, annimmt. das die Zukunft ihres Kindes sicherte. Der Verdienst war ,, Die ganze Welt ist eine," meinte de Soto, von eine Zeitlang auch ein guter; der kleine Schatz von blanken feinem Standpunkt aus vielleicht etwas vorschnell. Auf Thalern, vor derem Glänzen jetzt der Schimmer des Grund der neueren etnologischen Forschungen aber müssen Märchengoldes verblaßte, vermehrte sich von Monat zu wir ihm, was die Verbreitung der Niesformeln anbetrifft, nur zusammenfassend bemerken, daß der Niesegruß sich vollständig Recht geben. Wenn bei den Zulukaffern einer Aber eine schwere Krankheit warf dann die Mutter krank ist, so fragen diejenigen, welche zu ihm kommen, ob findet auf beiden Seiten in Afrika, in Polynesien, in Amerika und Europa, in Asien- in Indien, wie in darnieder; waren bisher die Groschen für den Bäcker ge- er geniest hat oder nicht; hat er es nicht gethan, so murren Judäa und bei den moslemitischen Stämmen. Die geJudäa und bei den moslemitischen Stämmen. Die gezählt worden, so wanderten nun die ersparten Thaler un- fie und sagen:„ die Krankheit ist groß!" Wenn ein Kind bräuchlichen Redewendungen drücken nichts anderes aus, gezählt zum Arzt und Apotheker. Mit der hingebendsten nieſt, ſagt man zu ihm: wachse! denn es ist ein Zeichen als Glückwünsche, daß ein guter Geist eingekehrt sei oder Aufopferung pflegte das junge Mädchen die Leidende; von von Gesundheit. Wenn der König von Monomotapa( in die Verehrung von diesem Geist. Auf der EntwickelungsNachtwachen erschöpft suchte Maria den Tag über durch Afrika) niest, so laufen Segensrufe von Mund zu Mund stufe der Wilden sind sie auch vollauf berechtigt, aber sie verdoppelten Fleiß der Mutter Platz mit auszufüllen. durch die Stadt. In Guinea warfen sich im vorigen erhalten sich auch unter höherstehenden Nationen, welchen Die letztere genaß auch; aber es schien, als ob das Jahrhundert, so oft eine angesehene Person nieste, alle erhalten sich auch unter höherstehenden Nationen, welchen das Niesen von allem dämonenhaften Zauber entkleidet Schicksal für diesen Beweis seiner Gunst ein Opfer ver- Anwesenden zu Boden, küßten die Erde, klatschten in die lange. Das kleine Geschäft der Wittwe ging mehr und Hände und wünschten ihm alles Glück und Wohlergehen. erscheint, als seltsam fremde Ueberbleibsel, für welche das Volk rathlos nach Erklärungen sucht, die es in mehr zurück. Der Schreckenstag brach heran, an dem die jüdische Niesformel lautet„ Gutes Leben“. Wenn ein allerlei willkürlichen Erzählungen und Mythen zu finden Alles, was die Aermste noch ihr Eigen nannte, dem Meist- Hindu niest, so sagen alle Nebenstehenden„ Lebe!" und Die Römer riefen bietenden zugeschlagen wurde. Damit schwand auch das der Niesende erwidert:„ Mit euch!" Wir wollen jetzt auf einige Sitten hinweisen, wo stille Glück der Abende. Vier Augen suchten nun ver-» Salve", wenn einer geniest hatte, und selbst Tiberius, gebens nach den werthlosen Möbelstücken, mit denen alle der finstere Menschenfeind, beobachtete dieses Herkommen Handlung und geistige Vorstellungsweise beide sich erhalten Erinnerungen verwachsen waren; mit ihnen waren die streng. Nach welchen Welttheilen, in welche historische haben, wenn auch schwach und blaß Säulen gefallen, an denen sich die Sinnpflanzen empor- Fernen wir unsere Blicke schweifen lassen, überall treffen alter Opfer. Jm großen und ganzen ist es richtig, daß die Opfer rankten, in deren Schatten der Märchenzauber über des sie auf zahlreiche Volksstämme, welche dem Niesen eine besondere Bedeutung zuerkennen. mit dem Erlöschen des heidnischen Kultus ausgestorben Lebens Noth hinwegtäuschen konnte. Die Erzählung von der mittelalterlichen Best ist daher sind. Unsere ganze alte Kultur hat sich gleichsam in den von vornherein als erfunden zu bezeichnen. Andere Er- Strom der christlichen Zivilisation ergossen, aber unter der flärungsversuche, wie sie bei den Griechen und bei den Oberfläche fühlt man doch jetzt noch die alte Strömung, Juden auftauchen, verrathen schon durch ihr mythologisches wenn auch von Jahrzehnt zu Jahrzehnt schwächer. Wie Gewand, daß sie lediglich der Phantasie entsprungen sind. bei Gewittern die heidnischen Preußen dem Donnergott Der Einblick in das Seelenleben der niederen Menschheits- Perkunos eine Specfeite opferten, so trug vor zweihundert ( Niesformeln.- Opfergebräuche. Liebesorakel. stufen, den uns die Wissenschaft in erster Linie wiede- Jahren der preußische Bauer mit entblößtem Haupte eine Spiele. Ueberlebfel bei den herrschenden Klaffen.) rum die englische Wissenschaft-in den letzten Jahrzehnten Speckseite auf seinen Acker und rief:„ Du Gott, schlage erschlossen, hat wie manches andere, so auch dieses Räthsel nicht das meinige, ich will dir diese Seite Speck schenken." gelöst. In Kärnten werden dem Wind und dem Feuer, um sie ( Fortsetzung folgt.) Ueberlebfel. Eine kulturhistorische Plauderei.*) I. meint. auf Ueberreste Unsere ganze heutige Weltanschauung ist durchtränkt von dem einen Gedanken, daß alles in und um uns, nicht Der Wilde schreibt bekanntlich, ähnlich wie noch heute freundlich zu erhalten, Speisen dargebracht, die man in nur die Pflanzen- und Thierwelt, sondern auch in erster das naive Denken, alle Handlungen, alle törperlichen Be- einer hölzernen Schale auf einen Baum stellt; man nennt Linie das gesammte menschliche Kulturleben einer stetigen wegungen, welche er mit Bewußtsein vollzieht, einer in es den Wind und das Feuer ,, füttern." Der oberpfälzer Höherentwicklung unterliegt. Zelotische Theologen mögen ihm wohnenden Seele zu. Er folgert daraus, von seinem Bauer wirft bei heftigem Sturm dem tobenden Element es noch so oft verkünden, daß die Menschheit immer tiefer Standpunkt aus ganz mit Recht, daß Bewegungen des einen Löffel oder eine Hand voll Mehl entgegen mit den in Sünde und Elend versinken müsse: fie finden, keinen Körpers, welche er nicht gewollt hat, durch eine fremde Worten: ,, Da, Wind, hast du Mehl für dein Kind, aber Glauben mehr. Seele hervorgerufen werden, durch einen fremden Geist, aufhören mußt du." Durch ganz Deutschland hindurch Freilich ist dieser Fortschritt zwar stetig, aber auch der in seinen Körper gefahren ist. Die lebhaften Bewe- dürften sich Reste der alten Ernteopfer für Wotan oder viele werden dies zu ihrer größten Pein gefühlt haben gungen beim Tanz hat der Wilde selber gewollt, er führt Fricka erhalten haben. Bald läßt man, wie in Nordsehr langsam. Am allerwenigsten glaube man, daß sie auf seine eigene Seelenthätigkeit zurück; die Bewegun- deutschland, einige Büschel Aehren für den Wotan" jeder neue gesellschaftliche Zustand, jeder gesellschaftliche gen beim Krampf, bei epileptischen Anfällen, bei Krank stehen, oder für Wotans Pferd, wie in Niedersachsen; bald Neubau ein Werk aus einem Gusse sei, gleichsam wie heit und Bewußtlosigkeit treten aber ohne seinen Willen wirft man die erste gebundene Garbe Nachts 12 Uhr einem neuen Schöpfergedanken entsprungen. Wie in un- ein: auch diese hat ein Geist hervorgerufen, aber nicht durch das hintere Scheunenthor für die Engel vom Heſſen. seren Städten inmitten der Miethkasernen und der heiteren der eigene, sondern ein fremder. Krankheit, Epilepsie, Simmel', wie in Hessen. In Mecklenburg und ähnlich Villen alte Thürme und Mauern aufragen, die einst den Wahnsinn, ja sogar der Zustand der Berauschung sind für im Lippe'schen ließ man noch im vorigen Jahrhundert Bürger vor Ueberfällen wahrten, jetzt aber zu der moder- den Naturmenschen gleichbedeutend mit Besessenheit, und am Ende jedes Roggenfeldes einen Streif unabgemäht, nen Umgebung nicht passen wollen, weder nach ihrer Be- alle dagegen ergriffenen Mittel laufen in ihrer großen flocht die Halme in Büschel zuſammen und besprengte sie, stimmung, noch nach ihrer Bauart- so finden sich auch Mehrzahl auf Teufelsaustreibung hinaus. Der wie bei den alten Wotansopfer, mit Bier. Die Arbeiter in unserem alltäglichen Leben vielfach noch Vorstellungen maßgebende Gesichtspunkt dabei ist, dem bösen Geist den ſchloſſen darum einen Kreis, nahmen die Hüte ab, richteten Wode, und Gebräuche, welche einer fernen Kulturepoche an- Aufenthalt in dem Körper des Leidenden möglichst unan- die Sensen in die Höhe und sprachen dreimal: gehören, aber ihr Leben mit erstaunlicher Zähigkeit bis genehm zu machen. Die Juden pflegten in ihren frühe- hole deinem Roß nun Futter; nun Distel und Dorn, aufs auf unsere Tage erhalten haben. Manche dieser Ueber- ren Zeiten zu diesem Zwecke einen schrecklichen Gestank" andre Jahr besser Korn." Das den Arbeitern dann gelebfel" sind bekannt, manche sind erst in allerjüngster Zeit zu erzeugen durch Verbrennen des Herzens und der Leber gegebene Gelag hieß Wodelbier." Ju Waldeck tragen besonders von englischen Forschern als solche nach eines Fisches: durch solche Geisterbeschwörung wurde der die Eltern, wenn ihre Kleinen kränkeln, Wolle und Brot in einen Wachholderbusch und sprechen: Ihr Holle und gewiesen worden. Es lohnt sich wohl, an dieser Stelle Dämon Asmodeus ausgetrieben, der erst nach Egypten Hollinnen, hier bring' ich euch was zu ſpinnen und was näher auf einige einzugehen. floh, als er den Rauch„ gerochen" hatte. Von demselben Gedanken getrieben, hockt sich bei den kalifornischen zu essen; ihr sollt spinnen und essen und meines Kindes Woher stammt die, wie es scheint, jetzt allmählich Stämmen der Doktor dem Patienten gegenüber auf die vergessen." Im baierischen Hochlande bindet man den verschwindende Sitte, beim Niesen einer Person„ Geſund- Erde und bellt ihn, ganz wie ein wüthender Kettenhund, Rühen Körbchen voll Erdbeeren und Alpenrosen zwischen heit" oder„ Wohl bekomm's!" zu wünschen? Das Volt mehrere Stunden lang an. Wohl nur in der Abficht die Hörner für die Fräulein." " hat in seiner Verlegenheit, den Ursprung dieses merk dem Eindringling seinen Wohnort zu verleiden, verordnen Hier tritt der Charakter des Opfers überall scharf würdigen Gebrauches aufzudecken, willkürlichen Legenden die Medizinmänner mit besonderer Vorliebe bei fast allen und unzweideutig hervor. Bei einer Fülle anderer ErGlauben geschenkt, die irgend ein geschickter Fabulist zuerst Bölkern Dinge von unerträglichem Geruch und Geschmack scheinungen wird uns der Zusammenhang mit uralten erfand, die aber später den Charakter verbürgter historischer einer Neigung, die sich noch auf manchen unserer heidnischen Gebräuchen erst klar, wenn wir ihre EntwickWahrheit annahmen. Bei einer furchtbaren pestartigen modernen Aerzte vererbt zu haben scheint. lung geschichtlich rückwärts verfolgen. Erinnert sich die Krankheit im Mittelalter, gegen die alle ärztliche Kunst hilflos war, soll das Niesen als Zeichen der Rettung vom Diese kleine Abschweifung sollte nur zeigen, daß der Hausfrau alter Opfer und Opfermahlzeiten, wenn sie zu Tode gegolten haben, erzählt der Volksmund. Seitdem Wilde alle unwillkürlichen Bewegungen einem fremden Weihnachten, Neujahr, Fastnacht, Ostern bäckt oder Festwäre der freudige Ausruf, in den die Umstehenden aus- Geifte zuschreibt, sei er nun gut oder böse. Auch das speisen bereitet? Und doch dürften die Stollen, die Lebbrachen, allgemein beibehalten worden. Niesen wird auf diese Weise erklärt. In vielen kuchen, die Striezel und ähnliches sich dieser hohen Abkunft Fällen wird das ausdrücklich bestätigt. So von den Zulus. erfreuen. Schon zu den Winterfesten Wotans, von welchen Kenner des Alterthums und Reisende, welche mit un- Wenn ein Zulu niest, so sagt er:„ Nun bin ich gesegnet. so viele Züge auf unser Weihnachtsfest übergegangen sind, zivilisirten Volksstämmen in anderen Erdtheilen in Be- Der Johlozi( Geist eines Ahnen) ist in mir; er ist zu wurden Bilder der Götter und heiligen Thiere aus Teig rührung kamen, haben schon lange den Irrthum dieser mir gekommen. Laß mich eilen und ihn loben, denn er und Honigkuchen geformt und von den Frauen im Tempel Erklärung gefühlt. So Hernando de Soto auf seiner be- veranlaßt mich zu niesen." So lobt er die Manen der gebacken. rühmten Erpedition nach Florida, als ihm ein Häuptling Familien, und bittet um Vich und Weiber und Segnungen. Ganz wunderliche Gewohnheiten werden bei solchem der Eingeborenen einen Besuch abstattete. Während dies Das Volt aber erzählt von den Zauberern: Wenn ein geschichtlichen Rückblick erklärlich. In Franken eſſen Mensch im Begriff steht, ein Inyanga zu werden, so fängt die Mädchen vor der Christmesse oder am Audreas*) Dieser Artikel wurde vom Verfasser schon an anderer Stelle sein Kopf an, Zeichen von dem zu geben, was gleich abend einen Hering, um ihren Zukünftigen im Traume veröffentlicht, scheint uns aber auch hier der Wiedergabe werth. geschehen soll. Er verräth, daß er im Begriff steht, ein zu erblicken. Der Thüringer, der Voigtländer und der Brandenburger ist in der Sylvesternacht Hering und Hirsebrei, weil er dann das ganze folgende Jahr viel Geld und Glück hat; die Heringsköpfe werden durch die Augen an die Decke gespießt und dann dem kranken Vieh zu fressen gegeben; die Heringsseele wirft man wohl an die Decke, nach hundert Jahren springe dann ein Pferd, ein Schimmel ohne Kopf, herunter. Der letztere Zug weist auf Wotan hin und bei näherer Untersuchung stellt sich denn auch heraus, daß Heringe zu den alten Festspeisen gehören. Noch heute wird in den russischen Ostseeprovinzen an gewiffen Tagen unter heiligen, mit bunten Bändern geschmückten Bäumen Milchgrüße und Hering als Opfergabe dargebracht. So stand also früher in Deutschland der Hering mit dem Gottesdienst in Verbindung. Ist es dann noch zu verwundern, daß man ihm außerordentliche Wirkungen auf Thiere wie auf Menschen zuschrieb? einigung zerstört. Der Verein hatte im August tes Jahres seinen Höhepunkt er- zu lassen. Meistens erhalten sie nur sehr geringe Löhne reicht, es waren 1400 Mitglieder, gewiß bei einer Zahl von und öfters sogar gar keine. Hartherzige und geizige Farmer 2000 ein günstiges Resultat. binden ihnen ungeheure Arbeitslasten auf und drohen ihnen dann der Ueberzeugung gekommen, daß in unserem Gewert für die lagen sie sich bei ihren Arbeitgebern, so wird ihnen nur ein rohes Die Lohnkommission war durch die gemachten Erfahrungen zu noch mit gefeßlichen Zwangsmitteln, um sie firre zu machen. BeDauer eine Lohnerhöhung ohne Organisation der Frauen Lachen zur Antwort, oder man hält ihnen einen von ihnen selbst und Mädchen nicht möglich sei. Somit wurde im August nach unterschriebenen Kontrakt vor die Augen. Man giebt ihnen dann längerer Ruhe die erste Arbeiterinnenversammlung unseres Gewertes zu verstehen, daß sie sich durch denselben an einen Mann verkauft einberufen, leider aber auf Grund des bekannten§ 9 verboten. hatten, der sie seinerseits an einen anderen verhandelte, gerade als Der größte Theil unserer Kollegen war aber damals noch nicht zu ob sie Sklaven wären. Fast jeder einzelne von ihnen hat eine der Einsicht gekommen, daß die Frauen organisirt werden müssen. traurige Geschichte von schwerer Arbeit, schlechter Bezahlung und Nachdem die Frauenvereinigung durch Frau Schack geschaffen worden hündischer Behandlung zu erzählen. Nachforschungen, welche man war, wurden jedoch viele unserer Gegner eifrige Anhänger. Wie angestellt hatte, um zu erfahren, wie es möglich sei, daß solche och Jedem erinnerlich, wurde freilich auch diese vielverheißende Ber- Einwanderer massenweise nach jenen Gegenden gebracht würden, ergaben, daß in der schönen alten Stadt Northampton, Mass., sich ein Arbeitsvermittelungsbureau befindet, welches als Michelsen, in Folge seiner Agitation teine Arbeit erhalten, er wurde wie auch in Castle Garden" bekannt ist. Dieses Institut wird Zu dieser Zeit konnte der damalige Leiter der Lohnbewegung, eines der größten für Kontraktarbeiten in allen Neu- England- Staaten vom Verein unterſtüßt, aber binnen kurzem wurden schon Stimmen von einem gewiffen Charles J. Parsons betrieben. Derselbe war laut: kostet zu viel Geld, mag abreisen, weil er nicht an den Ort gebunden ist u. s. w. Einer wohl für Aule, aber nicht Alle für Einen! ursprünglich ein Farmer. Vor 7 oder 8 Jahren, als Ungarn so Wer seine Jugend in einer kleineren Stadt verlebt Es ist dies überhaupt noch ein trüber Punkt in vielen Arbeiter ſehr an Ueberschwemmungen zu leiden hatte und viele der dortigen Einwohner ihre Heimath verließen, fing er das Arbeitsvermitte= hat, wo das Argusauge der Polizei noch nicht mit pein- organisationen. Michelsen reiste ab, um sich auch für später wenig lungsgeschäft an. Während der ersten paar Jahre schien er sein licher Aufmerksamkeit jeden Schritt und Tritt überwacht, um den Unterstütungsverein zu kümmern. Geschäft in legitimer Weise zu betreiben und es wurde ihm daher wird sich des unglaublichen Unfugs erinnern, der am Vor- gegründet. Sie ging aber schlecht. Deswegen kam im Januar 1885 auf dem Lande zu verschaffen. Später wurde sein Geschäft so Im November 1884 wurde eine eigene Buchbinder- Zeitung gestattet, von Castle Garden aus direkt den Einwanderern Arbeit abend der Hochzeit vor dem Hause der Braut getrieben die Einladung zur Centralisation der Vereine sehr genehm. Durch anrüchig, daß selbst die Behörden von Castle Garden ihn von dort wird. Alle Gaffenbuben sind auf den Beinen und schleppen einen Kongres in Offenbach wurde im April die Centralisation ausschlossen. Parsons machte dann Fizpatrick's Arbeits- Bureau herbei, was sie an alten schadhaften Töpfen und Gläsern der Vereine beschlossen. Die Zeitung wurde dadurch Verbandseigen in Nr. 32 Greenwich Str. zu einem„ Little Castle Garden", wohin auftreiben können, um sie mit möglichstem Lärm vor dem Bahnen gelenkt werden, viele Mitglieder schieden leider aus. Nun zeichnen, in Folge dessen man sie getrost in die Sklaverei nach thum. Durch die Centralisation mußte nun der Verein in andere man seine Opfer lockte und sie veranlaßte, einen Kontrakt zu unterBrauthause zu zertrümmern. Man hat auch hier einen brach im Juni wieder ein nicht zu umgehender Streik aus; dieser den Neu- England- Staaten senden konnte. In einem solchen Kon= Ueberrest der alten feierlichen Zeremonie erkennen wollen, toftete ca. 1200 Mt., Verbandsbeiträge sollten entrichtet werden, so trakt, der den Betrogenen seitens ihrer eigenen als Dolmetscher nach dem Opfern und Opfer fanden sicherlich vor der daß der Verein finanziell herunterkam. Weihnachten 1885 hatte der fungirenden Landsleute falsch übersetzt wird, müssen sich die Hochzeit statt Verein schon eine Schuldenlaft an den Verband von ziemlich 300 Mt. Betreffenden verpflichten, für eine gewisse niedrige Löhnung sechs die Gefäße zu zerschlagen, um sie un- Durch eine nochmalige rührige Agitation erstarkte der Verein jedoch Monate oder ein Jahr lang da zu arbeiten: wo ihnen der heiligem Gebrauche zu entziehen. Ist es doch heute noch wieder, so daß beim Erscheinen des Puttkamerschen Streiterlaffes, betreffende Kontrakt oder Agent Beschäftigung verschafft. Für die Sitte, bei ergreifenden Gelegenheiten, wie beim Abschied Ostern 1886, der Berein noch 700 Mitglieder zählte. In Folge Erfüllung des Kontraktes müssen sie mit ihrem gesammten inniger Freunde oder auch beim Richten eines Hauses, die des Buttkamerschen Erlasses sank der Verein auf 250 Eigenthum haften. Wenn man auf diese Weise 20 oder 30 Gläser auszutrinken und am Boden zu zerschellen. Mitglieder herab. Der größte Theil war der Meinung, daß Leute zusammengetrommelt hat, daun werden sie nach ihrem Benach solchem Erlaß eine Vereinigung zur Vereinsspielerei herabsinken stimmungsorte abgeschickt. In Northampton, Mass., angekommen, muß, deshalb schieden sie lieber aus. Zu allem Unglück wurden im werden sie von Farmern ausgesucht, die dann 10 Dollars KopfMai noch 18 Kollegen gemaßregelt. Der Verband lehnte jede Unter- geld für ihre Lohnsklaven an den Händler ausbezahlen. Der New- o stüßung ab, der Verein bekam in Folge dessen noch mehr Schulden. Yorker Agent erhält von diesem Blutgelde für jeden Einwanderer Man beschloß nun, aus dem Verband auszutreten. Es wurden dem 2 Dollars, während Parsons das Reisegeld bezahlt und den Rest Verband auch polizeiliche Scherereien gemacht wegen der Reise- Unter- in die Tasche steckt. Der Miethspreis für starke fräftige Männer stügung, so daß es jetzt nur noch ein freiwilliges Reise- Geschenk giebt. ist höchstens 100 Dollars pro Jahr. Für Frauen bezahlt man Durch diese Zersplitterung hat sich nun noch ein Fachverein für denselben Zeitraum in keinem Falle mehr als 50 Dollars, gegründet. Es bestehen also zwei Vereinchen mit gleicher Tendenz, während Kinder für ihre Kost und Kleidung zu arbeiten pflegen. aber wenigstens sind sie nicht feindliche Brüder und befehden sich Wenn man bedenkt, daß die Farmer den amerikanischen Arbeitern nicht. Der Unterstützungsverein zählt jetzt noch 150 Mitglieder, kann von 18 bis 20 Dollars per Monat zahlen müssen, so kann man sich natürlich jetzt unter solchen Verhältnissen weniger mit der Lohn- sich leicht erklären, daß sie es vorziehen, kräftige und gesunde Ausfrage beschäftigen. Der Fachverein hat wieder mit Polizei- Scherereien länder für nur 8 Dollars oder noch weniger Lohn pro Monat in Preußen zu kämpfen. anzustellen. Aus dem Vorstehenden kann man ersehen, daß das Gesez gegen die Einwanderung von Arbeitern unter Stontraft ein Schlag ins Wasser ist. Diese Leute kommen nicht unter Kontrakt und werden doch genau so betrogen und ausgebeutet, und dienen den Unternehmern daher ebenso zum Lohndruck. Aus der Berliner Arbeiterbewegung. III. Die Organisation der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen. M. Ehe wir zur eigentlichen Organisation übergehen, ist es wohl gut, einige allgemeine Bemerkungen vorauszuschicken. Die Buchbinderei ist mit Ausnahme einiger Plätze in Deutschland noch immer vorherrschend Kleinbetrieb. Die Hauptpläße sind Berlin, Offenbach für Fabrikation, Leipzig, Stuttgart, Hannover für Buchbinderei. Wo die Großproduktion verbreitet ist, suchen sich die Kleinmeister in Berlin wie außerhalb durch Lehrlingszüchterei existenzfähig zu erhalten. Die Gehülfen sind in Groß- und Mittelstädten in Selbstbeköstigung. Der Lohn beträgt in Mittelstädten ca. 9-12 M., mit Kost und Logis 4-6 M. Jn Berlin und den anderen Haupt: plägen 12-36, im Durchschnitt wohl 18-24 M. Die Arbeitszeit beträgt außerhalb meistens 12 Stunden, in den Fabrikationsplägen tann als Norm 10 Stunden angenommen werden. In allen Städten mit Großbetrieb ist die Theilarbeit, sowie Mädchenarbeit nebst großem Maschinenbetrieb vollständig eingeführt, so daß heute jeder halbwegs geschickte Mensch, ohne Buchbinder gelernt" zu haben, beschäftigt wird. Durch diese Produktionsweise sehen nun die eingewanderten sowie auch die hiesigen Gehülfen, welche 4-5 Jahre beim Kleinmeister gelernt haben, in der Großproduktion die Pläge von nicht gelernten Buchbindern besetzt. rechnen. Die Innungen haben hier und in Offenbach ihren Einfluß vollständig verloren, da in diesen Städten meistens Handels- Artikel von Kaufleuten( bloßen Geldleuten und Kapitalisten) fabrizirt werden. In anderen Städten ist noch mit dem alten Innungsrummel zu Die Accordarbeit ist in den Hauptplägen jetzt vorherrschend, von den Fachvereinigungen wird aber das frühere Lohnsystem an gestrebt, weil die Arbeiter immer mehr einsehen, daß Akkordarbeit Mordarbeit ist. Aus dem Angeführten geht zur Genüge hervor: sollen Arbeiter Organisationen segensreich für die Mitglieder wirken, so gehört vor allen Dingen eine freiere Entwickelung mit voller Vereinsund Versammlungsfreiheit dazu. Wir Arbeiter wollen hoffen, daß diese Freiheit uns baldigst verschafft wird. Nur dann kann erst von einer wirklichen Koalitionsfreiheit die Rede sein. So lange steht sie für uns nur auf dem Papier. " Kleine Mittheilungen. Vereine und Verjammlungen. Verein der Steindrucker und Lithographen. Am Donnerstag hielt Herr Friv Kunert im Luisenstädtischen Konzerthaus einen Vortrag über Shakespeare's" Hamlet". Redner wies darauf hin, daß es feiner Rechtfertigung bedürfe, weshalb er dieses Ueber die Lohndrückerei in Verbindung mit einer Thema mit dem Motto:" Etwas ist faul im Staate Dänemark" Art Kolonnensystem im Wiener Maurergewerbe schreibt gewählt habe; wohl aber hätte sich unser Jahrhundert zu entMaurer Hanser u. A.:,,Nicht mehr wie früher, werden die Häuser- schuldigen, daß es die aufgespeicherten Bildungsschäße, unter denen façaden an 6-10 Gehilfen in Afford gegeben, wo jeder den gleichen der Hamlet eines der seltensten Juwele sei, nicht den weitesten Verdienst davon trug, sondern diese Art von Arbeit hat die Findig: Voltskreisen allgemein zugänglich gemacht habe, sondern diese keit einer einflußreichen Klique dadurch zerstört, daß sie den Mehr: Schäße gleichsam unter der Fäulniß der graffirenden Scheinbildung verdienst der früher besser bezahlten Arbeitsleistung für sich in An- einerseits, unter der unverhüllten Rohheit totaler Unbildung andrer= spruch nimmt, indem jetzt einzelne Unternehmer die Façade" und seits vergraben habe. Nach wenigen biographischen Bemerkungen die Stuckatur übernehmen, vielleicht auch noch den inneren glatten über Shakespeare kennzeichnete Redner die dominirende Stellung Berput, das Färbeln, Weißen und die Verbrämarbeiten 2c. Der des Dichters in der englischen Literatur. Auch in der Weltliteratur Polier wird von solchen Unternehmern bestochen mit einer Summe, nehme Shakespeare einen Ehrenplatz ein, und wenige Dichter aller affordirt mit ihm oder dem Baumeister die übernommene Arbeit Völker vermöchten ihm den Lorbeer streitig zu machen. Man per Quadratmeter und einen bestimmt ausgesprochenen Betrag föune ihn nicht treffender und maßvoller zugleich charakterisiren, Die Zahl der in Berlin beschäftigten Buchbinder und verwandten von 2 fl. per Tag für einen Arbeiter. Ist das Unternehmen als wenn man seine eigenen Worte auf ihn selbst anwende:„ So Berufsgenossen beträgt.ca. 2000 mit ca. 6000 Arbeiterinnen. abgeschlossen, beginnt die Jagd nach billigen Façadearbeitern. mischten sich in ihm die Elemente, daß die Natur aufstehen durfte Um nun viele der hier angedeuteten Uebelstände zu beseitigen, Anstatt den bedungenen Affordpreis bei Uebernahme der Arbeit, be- und der Welt verkünden, wurde in Berlin im November 1883 der Unterstütungsverein zahlt dieser Sklavenhalter nur Löhne von 1,60 fl. an. das war ein Mann!" NachUnd wie drücklich machte Redner gegen den durch Gervinus in Deutschland der Buchbinder gegründet. viele Parapet" und" Bugmaurer" erhalten heute schon nur diesen eingebürgerten übertriebenen Shakespeare- Kultus Front. Was aber Die erste Organisation der Buchbinder wurde im November 1868 Lohn? Fast Alle, trotzdem sie Façadenmaurer" sind. Unter der von Shakespeare, das gelte von allen sogenannten großen Männern. nach Hirsch- Duncker'schen Maximen ins Leben gerufen, konnte nie Aufsicht dieses Partieführers" arbeiten diese„ gutbesoldeten Sklaven" Wahrhaft groß könne nur ein Volt, die Menschheit sein, nicht aber viele Mitglieder erreichen, besteht aber heute noch unter dem stolzen von 46 bis 1/28 Uhr Abends, oft noch länger ohne Mittagsstunde, der Einzelne, der sich zur Gemeinschaft verhalte wie die SchaumTitel„ Verein deutscher Buchbinder" mit ca. 15 Mitgliedern. Die Frühstück und Vesperzeit. Die Routine dieser„ Geschäftsmänner" hat flocke zum Ozean. Redner erwähnt die trefflichen und billigen Paar Kollegen sind von Märchen so verquacksalbert, daß sie heute auch hier eine besondere Methode von Antreiberei gefunden. Uebersetzungen Shakespeare's. Leider bleibe bei den heute herrnoch an eine Harmonie zwischen Kapital und Arbeit glauben. Im An den beiden Ecken des fertigen Neubaues werden schenden Zuständen, bei der durchschnittlich unzulänglichen VorbilJahre 1875 wurde ein Fachverein der Buchbinder mit modernen Façademaurer angestellt mit einem besseren Lohne, oder dung des Arbeiters durch die Armenschule( Volksschule), bei seiner Ansichten ins Leben gerufen, welcher sich aber 1878 von selbst schnell dieselben werden öfters mit kleinen Aufmerksamkeiten von Seite des erbärmlichen ökonomischen Lage, bei der Länge seines Arbeitstages auflöſte. Von dieser Zeit bis 1883 bestand nur noch der Hirsch- Antreibers oder Poliers bedacht. Unter dem Namen„ Virginia- das arbeitende Volk auch von den geistigen Gütern so gut wie Duncker'sche Gewerkverein, aber eine Anzahl Mitglieder hatte es 1883 maurer" bekannt, feuern dieselben durch ihre Mehrleistung bei ganz ausgeschlossen. Man sei wohl nicht im Unrecht, wenn man satt, sich von Märchen an der Nase herumführen zu lassen. Sie schleuderhaftem Hinpaten, die in der Mitte Arbeitenden zu rastloser den Hamlet als das Meisterwerk unter allen den Haupt- und beriefen 1883 eine Versammlung nach der alten Linde, dort wurde Thätigkeit an. Hat der am Flügel z. B. 4 Gährungen im Tage Meisterwerken Shakespeare's bezeichne. Durch Erzählung, Zitate die Gründung des heutigen Unterstüßungsvereins beschlossen. gemacht und ein Anderer in der Mitte nur 2 oder 3, nicht allein, und Erläuterung führte Redner seine Zuhörerschaft nunmehr in Die Zeit war für die Gründung nicht ungünstig. Das Geschäft daß man ihm, den ordentlich arbeitenden Gehilfen, den Lohn ver den Inhalt der Tragödie ein. Hamlet sei kein Ideal der Männging immer schlechter und so hatten die meisten Arbeiter ihre letzte ringert, schimpft man ihn mit allen erdenklichen Ausdrücken zusammen, lichkeit; ia, durch die Entsagung seiner Liebe zu Ophelia, die er Hoffnung auf ein festes Aneinanderſchließen gesetzt. Durch eine ge- ſpottet seiner ſcheinbaren Schwachheit in der Arbeit, kigelt dadurch zuerst in den geistigen, dann in den physischen Tod gejagt habe, schickte Agitation, wie sie von dem leider ausgewiesenen Kollegen das Schamgefühl dieses Armen und durch dieses bis zur Verzweiflung nehme er eine seelische Staſtration an sich selbst vor. Mit all den Michelsen betrieben wurde, wuchs der Verein so rapid, daß Ostern gemartert, het dieser seinen Körper über alle gesetzlichen Schranken spißfindigen Grübeleien, die er sich höchst wahrscheinlich in Deutschdurch übermenschliche Leistung 1884 eine Mitgliederzahl von 1000 zn verzeichnen war. um den Preis eines besseren land auf der Universität Wittenberg angekränkelt habe, gelangte er Im Mai 1884 wurde nun eine Lohnkommission zur Rege- mit dem Baumeister affordirte 2 Guldenlohn per Arbeiter und Tag? einem windigen Zufall. Dagegen hätte Hamlet, wie kein anderer, Lebens" von 1,60 fl. Tagelohn. Wo bleibt da der vom Unternehmer nicht zur That; auch den Zweck seines Lebensrestes überlasse er lung der Lohnfrage gewählt. Der Anfang des Lohnkampfes wurde In der Tasche dieser Schmaroyer. Nicht selten beschäftigt so ein wie auch Horatio nicht, erkannt, daß in den Sphären der Kunst in einer Albumfabrik in der Dresdenerstraße gemacht, dort wurde Stuckaturmeister im Sommer 100 und noch mehr solcher Arbeiter und herrschenden Schulweisheit, auf religiös- sittlichem sowohl, als mit dem in No. 4 d. 3. beschriebenen Kolonnensystem aufgeräumt mit der oben geschilderten Arbeit. Wenn nun täglich bei 100 Ar- auch auf sozial- politischem Gebiete nicht nur etwas, sondern sehr und zugleich eine Erhöhung der Löhne durchgesetzt. Kurze Zeit dar: beitern durchschnittlich 10 kr. von dem mit dem Baumeister verein- viel, nahezu alles trostlos faul ſei im Staate Dänemark. nach sollte in sämmtlichen Fabriken mit dem Kolonnenſyſtem ge- barten Affordlohne dem Arbeiter vom„ Unternehmer" abgeriffen Unsere Zeit aber brauche werkthätige Männer, Vollmenschen an brochen werden, leider famen nur ein paar Fabriken dem in einer start besuchten Versammlung gefaßten Beschluß nach. Bei einem werden das ist sehr wenig, so giebt das täglich 10 fl. und Leib und Geiſt, die unentwegt nach der Erkenntniß„ der Stampf ist Pflicht für Recht und Licht" handeln, die den Gedanken freudig in Streit in der Ritterstraße wurden die Vorsitzenden der Lohnkom- wöchentlich 60 fl. Also 60 fl. für nichts." Individuen, sondern auch Völker, vor allen den Hamlet unter den die That übertragen. Pessimistische Zweifelsucht hemme nicht nur mission, sowie zwei Kollegen, welche Posten standen, verhaftet. Es Bölkern, Deutschland, im Vorschreiten. Darum mit allem unnüßen Ballast energisch über Bord! Die Segel fühn aufgehißt und hoffnungsfroh vorwärts gesteuert. Vorwärts! das sei die Losung. Ausbeutung von eingewanderten Landarbeitern in streiften dort im Ganzen drei Arbeiter, darunter die Vorsitzenden Amerika. Der New- Yorker„ Herald" bringt einen bemerkensDer Zohnkommission, vier arbeiteten weiter. Um dieſe vier Mann zu werthen Bericht über die organisirte Verschacherung von Einschützen, waren am Abend zuvor 17 Schuyleute in Uniform er: wanderern, nicht an induſtrielle Unternehmer, sondern an die schienen, außerdem 2 berittene und diverse in Civil. Den andern Yankee- Farmer des Ostens, die nicht weniger schlimme Ausbeuter Mittag wurden Michelsen und Mehnert im Bierlokal vom Revier- find, als die Kohlenlords von Pennsylvanien. In dem schönen, Der Verein zur Wahrung der Jnteressen der Klavierlieutenant verhaftet, von Mittag bis Abend im Revier behalten, um fruchtbaren Thale, welches von den Abhängen der grünen Hügel arbeiter hielt am Sonnabend Abend in Gratweil's Bierhallen, Abends nach 7 Uhr mit Bedeckung nach dem Moltenmarkt trans- des" Connecticut Valley" begrenzt wird, im Staate Massachusetts Beuthstr. 8, eine gut besuchte Versammlung ab, in welcher Herr portirt zu werden. Am andern Morgen wurden die zwei Poſten- und anderen nahegelegenen Neu- England- Staaten so heißt es Schmidt einen Vortrag hielt über:„ Egoismus in der Nationalsteher mit Mehnert ohne Verhör entlassen, nur Michelsen schien etwas da befindet sich eine Anzahl Kleiner Farmen, welche 50, 60 oder ökonomie." Später ward folgender Antrag angenommen: Mit" Mehr- Werth" zu befiten, er wurde 3 Wochen in Haft behalten, auch wohl 100 Acer Land umfassen und von größtentheils uner- gliedern, welche Unterſtüßungen u. s. w. durch den Verein empfangen wegen des bekannten 153 der Gewerbe- Ordnung angeklagt, aber mit fahrenen Ginwanderern bearbeitet werden. Troß ihrer Unkenntniß haben und dem Verein dann den Rücken kehren, ist die Unterder Motivirung freigesprochen, daß ein moralischer Druck beim der Landessprache behelfen sich die Neu- England- Farmer mit ihnen, stüßung fernerhin zu versagen." Der Antrag wurde damit motivirt, Streit wohl erlaubt jei. Bei allen späteren Unternehmen hatten weil dieselben billig zu haben, kräftig gebaut und bei harter Arbeit daß ein Vereinsmitglied die Opferwilligteit des Vereins in schnöder wir uns stets einer sehr großen Aufmerksamkeit der Polizei zu er- mit der gröbsten Nahrung sich begnügen und sich mit den denkbar Weise gemißbraucht habe. Nachdem noch dem Kaffirer, die Dampferfreuen. Unter solchen Umständen wird es zur Unmöglichkeit, eine schmutzigsten Wohnräumlichkeiten behelfen. In ihrer Unwissenheit partie betreffend, Decharge ertheilt worden war, wurde die Versammsind dieselben gezwungen, oft die größten Unbilden über sich ergehen I lung geschlossen. Lohnbewegung durchzuführen. Fachverein der Buchbinder. In der am vergangenen hauses verunglückten Arbeiter zu veranstalten. Dieser Antrag wurde Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband ,, Berlin Sonnabend stattgehabten Versammlung des Fachvereins der Buch- ebenfalls nach kurzer Debatte angenommen. Herr Lehmann theilte Nord". Versammlung am 5. Oktober, Abends 8½ Uhr, im Lokale binder war der erste Punkt der Tagesordnung zur Geschichte der alsdann der Versammlung mit, daß bei den Meistern und Polieren, Köslinerstraße 17. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. BenkenZünfte." Referent erläuterte die Entstehung derselben durch die da- bei welchen er ca. 5 Jahre gearbeitet, die Arbeiten von Kollegen um dorf ,, Ueber den Einfluß der Bildung auf den Werth des Lebens". malige Produktionsweise, ihre Blüthezeit im Mittelalter, sowie ihre eine Mark und noch mehr unter dem Lohntarif geliefert und daß 2. Abrechnung. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Vernichtung durch die moderne Großproduktion und die Einführung hierbei andere Kollegen benachtheiligt würden. Herr Noack sprach sich Arbeitsnachweis für Drechsler 2c. Der Fachverein der Gewerbefreiheit. Daran schlossen sich in der Diskussion einige sehr scharf gegen das sogenannte Kolonnensystem aus und ersuchte sämmtlicher im Drechslergewerk beschäftigten Arbeiter Berlins macht kritische Bemerkungen über die Wiederbelebungsversuche der Zunft die dem Verein noch fernstehenden Kollegen, sich demselben als Mit- bekannt, daß der Arbeitsnachmeis bei Winzer, Naunynstr. 78, eröffnet in der Neuzeit und die mit derselben fast Hand in Hand gehende glieder anzuschließen. Nachdem noch Herr Steven sich an der Debatte ist und bittet um rege Betheiligung. Unterdrückung der gewerkschaftlichen Arbeitervereinigungen. Im betheiligt, machte der Vorsitzende bekannt, daß am 30. Oktober eine Verlauf der Versammlung machte noch der Vorsitzende bekannt, daß Versammlung einberufen werden soll, zu welcher nur die Mitglieder, die Klage auf Aufhebung der dem Vorstand im Mai dieses Jahres welche die rothe Karte besitzen oder zum Unterſtüßungsfonds bei zugegangenen Verfügung des Kgl. Polizei- Präsidiums vom Bezirks- steuern, Zutritt haben. Die nächste ordentliche Mitgliederversamm Ausschuß hierselbst abgewiesen worden sei, da dieselbe vom Kgl. lung findet am 9. Oktober statt. Polizei- Präsidium als Vertreter der Landes- Behörde und gleichzeitigem Aufsichtsbeamten über sämmtliche Kaſſeneinrichtungen erlassen sei, mithin sich der Bezirks- Ausschuß hierselbst für inkompetent erklären müßte. Die Verfügung verlangte, wie wohl aus der Gewerkschaftsbewegung im Allgemeinen schon bekannt sein dürfte, die Nach suchung der ministeriellen Erlaubniß zur Auszahlung eines Reisegeschenks und einer( bei den Fachvereinen gar nicht bestehenden) Arbeitslosen- Unterstützung. Da der Vorstand des Vereins jedoch der Ansicht war, daß das Auszahlen eines Reisegeschenks keine genehmigungspflichtige Versicherungs- Einrichtung sein könne, also auch nicht von Verfügungen eines Aufsichtsbeamten über die Kasseneinrichtung die Rede sein kann, so können wir demnach auch den Beschluß des Bezirks- Ausschusses nicht als richtig anerkennen. Daraufhin hat der Vorstand im Einverständniß mit den Vereinsmitgliedern beschlossen, gegen den Entscheid des Bezirks- Ausschusses zu Berlin bei dem Ober- Berwaltungs- Gericht Berufung einzulegen. Literarisches. Fachverein der Buchbinder und verwandter Berufsgenossen( Verbandsverein). Sonnabend, den 1. Oktober, Abends 82 Uhr, Versammlung im Restaurant Reyer, Alte Jakobstraße 83. Tagesordnung: 1. Betrachtung über Sitte und Ordnung. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen! Im Gauverein der Maler Berlins hielt am 20. SepVerein zur Wahrung der Interessen der Tischler. tember bei Nieft, Kommandantenstraße 71-72, Herr Schweißer einen Versammlung( heute) Sonnabend, den 1. Oktober, Abends 812 Uhr, Vortrag über:„ Die Jnnung in der Gegenwart und ihre Stellung Michaelfirchstr. 39. Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. zum Handwerk." Zum Schlusse meinte Redner: Recht bedauerlich 2. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste sei es, daß sich die modernen Innungsschwärmer so schroff den haben Zutritt. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu Arbeitern und Arbeiterorganisationen gegenüber verhalten. Durch erscheinen. die verlangte Einführung der Arbeitsbücher für alle Arbeiter ohne Freireligiöse Gemeinde. Rosenthalerstraße 38. SonnUnterschied des Alters, durch die fortgesetten Denunziationen der tag, den 2. d. M., Vorm. 10 Uhr, Vortrag des Herrn E. Vogtherr Fachvereine hätten die Innungen zur Genüge gezeigt, was den Ar- über„ Das Pflichtgefühl als Gipfel der Religion." Damen und beitern bevorstände, wenn die Gesetzgebung den Wünschen Herren als Gäste willkommen. der Innungsfanatiker noch welter Rechnung tragen würde. Fachverein der Puzer. Sonntag, den 2. Oktober, VorWenn die Kleinmeister die gewerblichen Interessen richtig fördern mittags 11 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10, General- Mitgliederwollten, so müßten sie mit den Arbeitern Hand in Hand gehen, da Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Duartal die Zahl derjenigen, welche aus den Reihen der Handwerksmeister in und dem Stiftungsfest. 2. Neuwahl des gesammten Vorstandes. die Reihen der Arbeiter gedrängt werden, sich fortgesetzt steigern 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht würde. Die Arbeiter aber sollten sich durch die Angriffe der Der Vorstand. Behufs Besprechung der Einführung der zehnstün- Innungsschwärmer nicht beirren lassen und für festgeschlossene Organidigen Arbeitszeit hatte die Freie Vereinigung der Lohgerber und ſationen nach Kräften wirken; nur durch Einigkeit und Ausdauer Lederzurichter alle Arbeitgeber und Berufsgenossen Berlins für Sonn- fönnten sie ihre gewerblichen Interessen vertreten.( Lebhafter Beifall.) tag, den 25. September, zu einer gemeinsamen Versammlung einge- Zum zweiten Gegenstand der Tagesordnung machte der Vorladen. Dieselbe fand im Bobert'schen Saale, Weinstraße 11, unter ſizende darauf aufmerksam, daß die Unterſtügungskasse vom Wilhelm Hohoff. Freiburg 1887. Herder. Preis 9 Mt. 759 S. Die Revolution seit dem 16. Jahrhundert. Von äußerst reger Betheiligung der beiderseitigen Interessenten statt. Wie Verband aufgelöst worden sei, weil die Polizeibehörde das WeiterHerr Bußner mittheilte, ist bereits in der letzten Versammlung der bestehen derselben nur nach Einholung der staatlichen Genehmigung Leser bekannt sein. Er ließ sich seinerzeit mit dem Leipziger VolksDer Verfasser dieser Schrift wird vielleicht manchem unserer Freien Vereinigung die Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit be- gestatten wollte. Hierauf wurde über den Arbeitsnachweis sprochen und beschlossen worden und hat der Vorstand einem weiteren diskutirt und beschlossen, bei der Adressenausgabe an Arbeitsuchende staat" in eine Polemik über" Christenthum und Sozialismus“ ein Beschlusse gemäß die Berliner Fabrikanten mittelst Zirkular von die Mitglieder des Vereins in erster Linie zu berücksichtigen. Die und gab somit indirekt Anlaß zur Abfassung einer Broschüre, die diesem Vorhaben in Kenntniß gesezt. Das Resultat ist ein durchaus Arbeitsvermittelung geschieht für Mitglieder wie auch für Nichtmit allerdings dem Sozialistengesetz zum Opfer fiel. In seinem umfangbefriedigendes, denn die große Mehrzahl der Fabrikanten und Meister glieder unentgeltlich. Herr Herzog theilte mit, daß der Unterricht in reichen neuesten Werke müht sich Hohoff an dem Nachweis ab, daß hat sich mit dem Vorhaben der Gesellen, der Einführung der zehn der Fachschule demnächst beginnen wird und forderte zu zahlreicher daß die ganze Kette der modernen Revolutionen, die in einer großen mit der Reformation alles Unheil in die Welt gekommen sei und stündigen Arbeitszeit, durchaus einverstanden erklärt und, wie Herr Betheiligung daran auf. Anmeldungen von Theilnehmern werden theilweise auch schon eingeführt. So sei z. B. in der Römer'schen Hinterbliebenen zweier Rostocker Kollegen, welche ihrem Beruf zum wird mit einer oft geradezu verblüffenden Belesenheit, mit Vorliebe Bußner mitzutheilen in der Lage war, dieselbe in ihren Betrieben jeden Abend bei Sodtke, Ritterstraße 123, angenommen. Für die proletarischen Revolution der Zukunft zu enden drohe, ihr Anfangsglied in der Thätigkeit der Reformatoren besize. Dieser Nachweis Fabrik nach einem nur zweistündigen Streit nicht allein die verkürzte Opfer fielen, wurde eine Sammlung vorgenommen, welche 9,70 Mr. Arbeitszeit bewilligt, sondern auch eine Lohnerhöhung von ergab. Die Vereinsversammlungen finden monatlich einmal, und gerade aus den Schriften protestantischer und liberaler Gelehrter zu führen gesucht. Man mird hierbei vieles Belehrende darüber finden, Eine bemerkenswerthe zwar jedesmal am Dienstag nach dem 15. statt. Ausnahme mache nur die Steinlein'sche Fabrik. Der Referent Der Verein der Kistenmacher hielt am 24. September in wie die Reformation im Dienste materieller Interessen stand, war der Meinung, daß es nur eines entschlossenen Vorgehens der den Armin- Hallen eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung um der Bourgeoiswissenschaft und wirthschaft freiere Bewegung zu wie sie die geistigen und materiellen kirchlich- feudalen Fesseln lockerte, Gesellen bedürfe, um ohne Schwierigkeit in allen Betrieben die zehn- stand als 1. Punkt: Ersatzwahl der ausgelooften Vorstandsmitglieder. stündige Arbeitszeit einzuführen. Auch der Vorsitzende, Herr Neu- Ausgelooft waren der erste Vorsitzende Tschernig, der erste Schrift: verschaffen, wie die Reformation also allerdings dazu beitrug, die mann, sprach sich in ähnlichem Sinne aus und forderte zu ent- führer Beyer, der zweite Kassirer Schneider, und von den Revisoren auffassung des katholischen Zeloten ist geradezu erstaunlich in ihrer Gründung der bürgerlichen Herrschaft zu fördern. Aber die Grundschlossenem Vorgehen und gemeinsamem Handeln auf. Auch werden Kollege Pflugbeil. Gewählt wurden, resp. wieder gewählt als erster Naivetät. Das bischen kirchliche Reformation hat wahrlich nicht den speziell die Affordarbeiter ersucht, die Sache der Lohnarbeiter zu der Vorsitzender Tschernig, als erster Schriftführer Wagner, als zweiter großen Umwandlungsprozeß seit dem sechszehnten Jahrhundert herihrigen zu machen. Da die Gesellen auch seitens der anwesenden Kassirer Schlecht, und da Kollege Wagner das Amt des Schrift- vorgerufen, sondern sie ist selber nur ein Symptom eines viel Meisterschaft zu ihrem Vorhaben ermuthigt wurden, so faßte die Ver- führers angenommen hatte, mußten zwei Revisoren gewählt werden. tiefer liegenden allgemeinen Umwandlungsprozesses. So sehr also sammlung nach längeren Debatten einstimmig den Beschluß, am Die Wahl fiel auf die Kollegen Hering und Witte. Montag, den 26. September, in allen Betrieben, in denen gegenstand der Tagesordnung: Wahl einer Arbeisnachweis: Rom: Individualismus durchdrungen ist, so wenig hat sie ihn doch erzeugt, Zum 2. Gegen die Reformation auch von dem autoritätsleugnerischen Geiste des wärtig länger als zehn Stunden gearbeitet wird, die Forderung der mission bemerkte der Vorsitzende, daß der Verein jetzt in die Lage und es heißt dann vollends noch Ursache und Wirkung verwechseln, zehnstündigen Arbeitszeit zu stellen und überall da, wo diese Forde- gekommen sei, wieder eine solche Kommission zu wählen, da der Wirth wenn Herr Hohoff diesen Geist und damit indirekt die Reformation rung nicht bewilligt werden sollte, sofört die Arbeit einzustellen. Die unseres Vereinslokals, Herr Deckert, Holzmarktgasse 3, welcher den als Ursache unserer liberalen Wirthschaftsordnung hinstellt. Einem Forderung einer Lohnerhöhung ist mit der Forderung der Verkürzung Arbeitsnachweis bis jetzt verwaltet habe, das Lokal räumen müſſe Geistlichen mag man es ja verzeihen, wenn er die kirchlichen Ideen der Arbeitszeit nicht verbunden. Sollte versucht werden, infolge der und hob dabei die Verdienste hervor, welche sich Herr Deckert um für das Beherrschende und Grundlegende der ganzen GeschichtsentVerkürzung der Arbeitszeit an Stelle der Lohnarbeit die Affordarbeit den Verein erworben habe, und bat die Kollegen, dafür auch fernerzu sehen, so dürfe, wie betont wurde, seitens der Gesellen hierauf hin Herrn Deckert durch den Besuch seines neuen Lokals, Chauffee- wickelung ansieht. Der Gelehrte aber sollte heute wissen, daß umgeunter keinen Umständen eingegangen werden. Die Weißgerber haben straße 111 ihr Wohlwollen zu beweisen, da der Verein ihm dahin kehrt aus den materiellen Verhältnissen bestimmte Formen der Reliihre Hilfe zugesagt. Etwaige Streikende werden von der Freien wegen der großen Entfernung vom Mittelpunkt der Stadt nicht gion und der kirchlichen Verfassung mit Nothwendigkeit hervorwachsen Vereinigung unterstützt. folgen könne. Der Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. Oktober ab und daß daher aus der Reformation nicht die liberale WirthschaftsFachverein der Steindrucker und Lithographen. In in die Kommission die Kollegen Findeisen, Frauendorf, Müller, neuen Wirthschaftswelt und ihren Trägern in Stadt und Land zum im Lokal von Kuhla, Köpnickerstraße 55a. Gewählt wurden ordnung entstand, sondern daß umgekehrt die Reformation erfolgte, weil der Katholizismus in seinen alten Formen der aufkeimenden der letzten Versammlung erstattete die Fachkommiſſion Abrechnung Kusche, Torfstecher, Rudolf und Rosenfeld. Zum Schluß machte der über den Streik bei der Firma Heimann u. Schmidt. Es gingen Borsigende bekannt, daß das Stiftungsfest des Vereins am 12. ein von Berlin und auswärts 1914,34 Mt., an Unterstützung 2c. November im Lokale Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 117, stattfindet. Hemmniß geworden mar. wurden ausgegeben 1605,40 M. Die Mehreinnahme betrug demnach Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. 308,94 M. Der Fachkommission wurde Decharge ertheilt und be: 3 Mark pro Woche gewährt worden. Hierauf wurde nochmals zur baldigen Wahl der Vertrauensmänner " 1 Verkehrseinrichtungen und ihre Tarifpolitik. 17. Bogen, J. F. Schreiber, Die Eisenbahnen als öffentliche deutschen Bahnen werden Eisenbahnfragen noch mehr als je im Preis 4 Mart. Seit der Verstaatlichung des größten Theiles der den Verkehr zu steigern, Ersetzung des nach Kilometern abgestuften, öffentlichen Leben diskutirt. Herabsetzung des Personentarifs, um verwickelten Personentariss durch einen einfachen Zonentarif wie beim Boſtpacketverkehr, Abschaffung der Differentialtarife, große Reformen im Güterverkehr im Dienste der nationalen" und agrarischen Wirthschaftspolitik alle diese berechtigten und unberechtigten Forderungen schloffen, den Ueberschuß vom Streik der Vereinskaffe zu überweisen. und Dampfarmaturen hielt am Sonnabend, den 24. September, bei Der Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasseraufgefordert und ersucht, die Adressen derselben bis 1. Oktober dem Jordan, Neue Grünftr. 28, eine Mitgliederversammlung ab. Herr Vorstande mitzutheilen. Diesbezügliche Meldungen nehmen an: Dr. Bohn hielt einen Vortrag über Geschichte und Charakter der A. Schulz, Chorinerstr. 84; G. Splettstößer, Weinbergsweg 15b; deutschen Stämme", welcher von der Versammlung sehr beifällig auf D. Sillier, Admiralstr. 72; H. Hendrich, Langestr. 86. Darauf genommen wurde. Eine Diskussion fand nicht statt. Alsdann wurde beschlossen, zum diesjährigen Stiftungsfeste auch Damen einzu- erfolgte die Berichterstattung der Bibliothekkommission durch Herrn Schulz. Hierauf wurden die von der Kommission ausgearbeiteten sonen bestehendes Komitee gewählt. Ferner wurde mitgetheilt, daß Bei§ 5 wurde der erste Theil gestrichen und§ 6 abgeändert. Ein gewisse grundlegende Fragen des ganzen Eisenbahnwesens wird man Statuten berathen und die§§ 1-4 ohne Debatte angenommen. der Kassirer vom 1. Oktober cr. ab Müllerstraße 182 wohnt. Die nächste Versammlung findet am Donnerstag, den 20. Oktober, im Antrag des Herrn Schulz, eine Kommission zur Unterstützung des ſich aus dem Labyrinth widerstreitender Meinungen schwer herausLouisenstädtischen Konzerthause statt. Bibliothekars zu wählen, wurde angenommen. finden. Hier orientirt das vorliegende Buch ganz gut. Der Ver: Es meldeten sich Verband deutscher Mechaniker und verwandter Berufsstraße 17, I, und Zeck, Meyerstr. 17, III. für den Norden; Wachs, bespricht sodann die Organisation ihrer Wirthschaftsführung, die leifreiwillig als Kommissionsmitglieder die Herren Eckert, Wolliner: faſſer kennzeichnet zunächst die Stellung der Eisenbahnen( Staatsund Privatbahnen) in der Gemeinwirthschaft des Staatshaushalts, genossen( Bahlstelle Berlin). Am Mittwoch, den 21. d. M., fand Friedenstr. 90, für den Osten; Schulz, Adalbertstr. 94, III, für den tenden Finanzprinzipien ihrer Verwaltung und die daraus erfließende eine sehr gut besuchte Versammlung im Lokal von Nieft, Komman- Süden und Stiller, Lantwigstr. 8, IV, für den Westen Berlins. dantenstraße 71-72, statt. Herr Professor Dr. Petri hielt einen Sodann beschloß die Versammlung, die Statuten sobald als möglich bahnen? näher zu treten. Ein anschließender kurzer Beitrag zur GeTarifpolitik, um zuletzt der Streitfrage: ob Staatsbahnen oder Privatebenso interessanten wie lehrreichen Vortrag über Kreislauf der in Druck zu geben, und jedem Mitgliede ein Exemplar ins Quittungsschichte der Entwickelung des Eisenbahnwesens in England, Frankreich, organischen Stoffe in der Natur". Später forderte ein Mitglied buch einzuheften. Die Ausgabe der Bücher erfolgt jeden Mittwoch Deutschland und Desterreich- Ungarn dient dazu, durch veranschaudiejenigen Kollegen, welche einer freien Hilfskaffe beizutreten gewillt Abend von 8-10 Uhr bei Herrn Schulz, Adalbertstr. 94, wo sich lichende Beispiele die vorangegangenen Erörterungen zu erläutern find, auf, die Kündigung in der alten Kaffe bald zu besorgen. Bei jedes Mitglied durch sein Quittungsbuch zu legitimiren hat. Die und dadurch einen zutreffenden Vergleich der verschiedenartigen Entdieser Gelegenheit wurde darauf hingewiesen, daß in vielen größeren nächste Versammlung findet am 22. Oktober in demselben Lokale statt. wickelung und Gestaltung des Eisenbahnwesens in den genannten hiesigen Werkstätten, als Siemens, Gebr. Naglo, Keiser u. Schmidt, jeder neu eintretende Arbeiter gezwungen ſei, der„ Neuen Maschinen- hielt Herr Dr. M. Baumgart einen beifällig aufgenommenen Vorhältnißmäßig billig. Fachverein der Böttcher. In der letzten Versammlung Ländern zu ermöglichen. Das Buch ist gut ausgestattet und verbauerkaffe" beizutreten, anderen Falls er einfach wieder gehen könne. Der Arbeiter würde also auf diese Weise an der freien Wahl der trag über„ Die Kriminaljuſtizpflege während des Mittelalters, mit Kaffe verhindert. besonderer Berücksichtigung der einschlägigen Verhältnisse in der Legislaturperioden von 1870-1887 des gegenwärtigen Reichstags, Die Mitglieder des Deutschen Reichstags in den Der Verein der Damenmäntel: Schneidergesellen, sich mehrere Redner als Gegner der Todesstrafe aus, welche als parlaments. Namentliches Verzeichniß der Mitglieder der genannten Mark Brandenburg und in Berlin." In der Diskussion sprachen des konstituirenden und norddeutschen Reichstags und des ZollBügler, Stepper und Zuschneider, hielt am 20. d. M. Michaelkirch- mit der heutigen Kultur nicht vereinbar bezeichnet wurde. Nur gesetzgebenden Körperschaften mit Angabe ihrer Geburtsjahre, Kon= ftraße 39 eine Versammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Langenhaun, durch eine humane Erziehung und Besserung der sozialen Verhältnisse feffion, Stellung im bürgerlichen und öffentlichen Leben, Parteiberichtete über den Verlauf der am 7. September stattgefundenen tönne dem Verbrechen gesteuert werden. Versammlung der Damenmäntel- Schneiderinnung, zu welcher die Bestreben der Kollegen mehrerer Städte, eine Lohnaufbesserung vertretenen Wahlkreise. Zusammengestellt von Hermann Schoenfeld. Hierauf wurde über das stellung, Fraktionszugehörigkeit 2c. unter Bezeichnung der von ihnen Vereinsmitglieder eingeladen waren. Angesichts der Vorgänge, die herbeizuführen, debattirt und zur Unterstützung der streikenden Ueber 150 Druckseiten. Preis bei frankirter Zusendung 50 Pfg. sich in dieser Sitzung zwischen Meistern und den eingeladenen Ge- Kollegen aufgefordert. Ferner wurde mitgetheilt, daß der Streik in sellen zugetragen haben, wurde seitens der Versammlung eine ge- Dresden beigelegt wurde, und alsdann ein Artikel des Jnnungsharnischte Erklärung angenommen, die mit den Worten schließt: In Verbandsblattes verlesen, welcher von Verunglimpfungen derjenigen Anbetracht des Vorgehens der Innung dem Gesellenverein gegenüber Kollegen, die den Streik leiteten, geradezu strozte und in welchem betont die am heutigen Tage tagende Versammlung die Nothwendig viele unwahre Behauptungen aufgestellt wurden. Auch wurde beteit eines festen Zusammenhaltens der Kollegen; die weitere beharr- dauert, daß so viele Kollegen, welche Arbeit suchen, sich an den liche Verfechtung unserer gerechten Interessen und kein Abweichen von Arbeitsnachweis der Innung wenden, statt den Verein zu benutzen, dem hohen Ziele, welches sich der Verein gesteckt hat." noch ein Antrag, einen geselligen Abend mit Damen und Gästen am möglich, eine Unterstützung gewähre. Nachdem der den Arbeitlosen gern Arbeit verschaffe, oder, falls dies nicht 5. November im Vereinslokal zu arrangiren, angenommen war, erfolgte der Schluß der Versammlung. Nächste Sigung Dienstag, den 18. Oktober. Briefkasten. " kanisch- englischen Arbeiter nennen Diejenigen, welche feiner Organi Was ist ein Scab? fragen Sie. Die organisirten ameri ſation angehören und unter dem Lohne arbeiten, Scab" ( Räudiger). Die Glasmacher speziell nennen ihn Blacksheep" ( räudiges Schaf). Jüngst spielte sich in dieser Angelegenheit ein Prozeß ab, und der Richter gab über das Wort„, Scab" folgende Erklärung ab:„ Ein Räudiger( Scab) ist seinem Gewerke gegenüber Fachverein für Schlosser und Berufsgenossen. das, was ein Verräther seinem Vaterlande gegenüber ist. Beide Der Fachverein der Steinträger Berlins hielt am Montag, den 3. Oktober, Abends 82 Uhr, bei Gratweil's, Beuth- nüßen in Kriegszeiten dem Feinde( hier dem Unternehmer). Wenn 25. September in Rennefart's Salon, Dennewitzstraße 13, eine straße 8, Versammlung. Tagesordoung: 1. Vortrag über Feuer- Hülfe nöthig ist, so ist der Räudige( Scab) der Lette, beizusteuern, außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Es wurde auf Antrag bestattung, Referent: Herr Redakteur Stein. 2. Aufnahme neuer während er der Erste ist, nach einem Nußen zu haschen, den herbeides Herrn Klinge beschlossen, daß künftig sämmtliche Anträge schrift Mitglieder. 3. Verschiedenes. Kollegen als Gäste sind stets will- zuführen er nicht mitgewirkt hat. Er ist nur auf seinen eigenen lich eingebracht werden müssen. Herr Heim legte sein Amt als Fach- kommen. Der Vorstand. tommissionsmitglied nieder; die Neuwahl soll in der nächsten MitVortheil bedacht und sieht nicht über seine Nase hinaus. Für eine Verein der Einsetzer( Tischler). General- Versammlung lumpige Schmeichelei ist er bereit, seine Freunde, seine Familie und gliederversammlung erfolgen. Hierauf wurde zwei kranken Mitgliedern am Sonntag, 2. Oktober, Vormittags 10 Uhr, Neue Friedrichstr. 44. sein Gewerbe zu verrathen. Kurz, er ist ein Verräther in kleinem auf Befürwortung der Fachkommission eine Unterstüßung von je Tagesordnung: 1. Kaffen- und Revisionsbericht. 2. Abrechnung Maßstabe, welcher erst seinen Mitmenschen verkauft, dann von seinem 20 Mart bewilligt. Der Vorsitzende, Herr Wallenthin, beantragte, von der Dampferpartie und Sommervergnügen. am zweiten Weihnachtsfeiertage dieses Jahres eine Matinee zum Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. und verstoßen wird. Er ist ein Feind seiner selbst, seines Zeitalters 3. Verschiedene Arbeitgeber verkauft wird, bis er schließlich von Beiden verabscheut Besten der Hinterbliebenen der bei dem Bau des städtischen Siechen- Neue Mitglieder werden vor und nach der Versammlung aufgenommen. und seiner Nachkommen." Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Drud und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.