Social- Politis ches Wochenblatt. Inhalt: Der sozialistische Parteitag in St. Gallen. — Entwicklung und Charakter der franzö- stschen Arbeiterparteien.— Fortschritte des Sozialismus: l. Amerika; 2. England; 3. Jta- lien.— Ans der Schweiz.— Die Beschlüste des St. Gallener Parteitages. Meine arme Maria. Novelle.— Die Arbeitsbörse in Paris.— Kann dem Hand- werk geholfen werden?— Die Arbeitslosigkeit in London.— Vereine und Versammlungen Zum St. Gallener Parteitag der deutschen Sozialdemokratie. Gebeugt erst zeigt der Bogen seine Kraft. Grillparzer. Neun Jahre sind es jetzt, seit das Sozialistengesetz in Deutschland in Wirksamkeit trat. Niemand sah damals eine derartig scharfe Handhabung der Ausnahmebestimmungen und der dehnbaren Paragraphen des gemeinen Rechtes voraus, wie sie mit der Energie der Verzweiflung auf Seiten der Besitzenden in den letzten Jahren beliebt worden ist. Aber selbst bei einem loyalen Gebrauch aller Macht- mittel der Polizei und Justiz glaubte man damals binnen weniger Jahre die zielbewußte Arbeiterpartei zur politischen Bedeutungslosigkeit herabdrückcn zu können. Es ist anders gekommen. Eine kurze Zeit schien es allerdings, als ob Rathlosigkeit und Verwirrung in die Reihen des Proletariats eingedrungen sei. Aber diese rein äußerliche Krisis war rasch überwunden. Die Schwärmer für das Sozialistengesetz mußten sehr bald mit langen Gesichtern eingestehen, daß jedenfalls viel Geduld dazu gehören würde, das vorschwebende Ziel zu erreichen, wenn sie auch das Ziel selber zunächst noch nicht aufgaben. Neun Jahre sind darüber hingegangen, im politischen Leben einer Nation ein wahrhaft lächerlich kurzer Zeit- räum, der im gewöhnlichen Laufe der Dinge ganz be- deutungslos ist für eine Wandlung der politischen An- schauungen des Volkes. In Deutschland aber haben die neun Jahre hingereicht, alle scheinbar baumstarken Vor- stellungen von der geringen Kraft des Sozialismus nieder- zumähen wie eine schnittreife Saat. Wahrlich, der Poli- tiker, der heute noch von einer Erdriiching des Sozialismus auch nur wie von einer ganz fernen, schwachen Hoffnung sprechen wollte— man würde allgemein von ihm annehmen, daß er in der großen weltgeschichtlichen Tragödie, die sich vor unseren staunenden Augen entrollt, den Narrenpart zu übernehmen sich entschloffen habe. Wir sagen damit nicht, daß die Bourgeoisie jemals wieder ihre Repressivpolitik fallen lassen werde; aber die Erwar- tungen, welche sie daran knüpfte� hat sie längst fallen lassen. Sie will den Sozialismus sowenig wie jemals dulden, aber sie rechnet mit ihm, weil sie die unerschöpfliche, unwiderstehliche Lebenskraft fühlt, welche ihn in allen seinen Gliedem durchfluthet. Und noch mehr! Sie rechnet nicht nur mit dem Sozialismus, wie man auch mit einem im Innern ver- achteten Gegner rechnet; sie fürchtet ihn nicht nur, wie man auch die Böses wirkende Kraft fürchtet, sondern sie achtet ihn; mit ihrem Haß ist— mag sie es nun offen eingestehen oder nicht— gleichzeitig ihre Bewunderung der heute im Verborgenen schon Alles beherrschenden Be- wegung gewachsen. Und sie hat allen Grund dazu! Welche Partei hätte unter so starken Verlockungen von rechts und links jemals so unerschütterlich ihren Standpunkt gewahrt? Von rechts eine Zeit lang mit Schmeicheleien und Anerbietungen bedacht, haben die Ar- bester Teutschlands doch niemals kampfesmüde ihre Fahnen gesenkt, um einen unrühmlichen Frieden zu schließen, der niemals Dauer haben könnte. Von links wegen ihrer Politik des„Zauderns" angegriffen, hat die Sozialdemo- Kaste niemals ihre kühle, berechnende Ruhe verloren. In Roth geboren und erzogen, und täglich und stündlich mit der Entbehrung kämpfend, haben ihre Anhänger doch niemals jenen opferfreudigen Idealismus eingebüßt, der im rastlosen Ringen um die nackte Existenz so leicht bei schwachen Naturen erstirbt. Keine Partei der Reichen hat jemals solche Spenden auf dem Altare ihrer Ideale nieder- gelegt wie diese Partei der Armen; niemals, soweit unser Blick in die Fernen der Vergangenheit schweift, haben Menschen größere Opfer für ihre Ueberzeugung und ihre Ehre gebracht, wie diese„Barbaren", deren Leben an sich schon ein einziges großes Opfer ist. Und das, was täglich und stündlich sich immer stärker und herrlicher offenbart, das sollten die Gegner nach einer neunjährigen Lehrzeit noch immer nicht fühlen und be- greifen? Nein, Hand aufs Herz: die Sympathieen seiner Gegner zu erringen, daraus zu hoffen, fällt dem Sozialismus niemals ein und ist ihm niemals eingefallen — wo Klasseninteresse gegen Klasseninteresse steht, da ver- mögen weichere Gefühle aus keiner Seite auszukeimen; aber die Achtung und Bea-chlung der Gegner hat er sich er warben, ohne daß er sich darum bemüht hat. Das hat sich gerade bei dem Parteitag in St. Gallen unverkennbar gezeigt. Mag sein, daß mancher„gute Bürger" zu den Berichten über die Verhandlungen der Sozialisten nur darum so hastig griff, weil ihn eine un- bezähmbare Neugierde drängle, zu erfahren, wie eine Partei, der in Deutschland jedes öffentliche Zusammen- treten verwehrt ist, sich auf dem freieren Boden des Aus- landes bewegen würde. Gewiß wird auch mancher streb- same Mitbürger den Vorbereitungen und Ergebnissen der Konferenz gefolgt sein, lediglich um bei dem verhaßten Gegner eine verwundbare Stelle zu entdecken, nach der man mit irgend einem Monstreprozcß zielen könne. Die Mehrzahl der Blätter und Leser hat aber zweifellos des- halb dem Parteitag so große Aufmerksamkeit gewidmet, weil sie wußte, daß alle Kundgebungen desselben für unsere innere— und äußere Politik Merk- steine sind, an denen keine Partei und keine Re- gierung achtlos vorüber gehen kann. Aus die zum Theil unglaublich thörichten Urtheile der bürgerlichen Presse über die Berichte aus St. Gallen kommen wir vielleicht später einmal in anderem Zusammen- hange zurück. Heute mögen uns an unsere Leser zu den Verhandlungen einige Worte gestattet sein, für deren Er- gänzung wir auf die weiter unten abgedruckten Beschlüsse und Resolutionen hinweisen. Ein Parteitag kann niemals dazu da sein, alle die Partei irgendwie näher berührenden Fragen im Detail zu regeln. Selbst wenn er dazu Zeit und Neigung hätte, so würde dies nicht einmal wünschenswerth erscheinen. Diese Einsicht wird zweifellos mancher dem Parteitag Beiwohnen- der gewonnen haben, und es sind aus diesem Grunde viele Wünsche und Anliegen von selbst unterdrückt oder für später zurückgestellt worden. Darüber zu klagen oder zu rechten wäre vollständig nutzlos, da die ganze Lage der Umstände kein anderes Versahren gestattete. So war es z. B. nur zu billigen, daß Beschlüsse über Abänderung des sozialdemokratischen Programmes nicht gefaßt wurden, daß man vielmehr lediglich allen Anwesenden und den Genossen draußen im Lande eine eiftige Erwägung ge- wisser Programmpunkte anempfahl und daß eine Kom- Mission den Auftrag erhielt, das Programm zu revidiren, bestimmte Abänderungsvorschläge zu machen, zur Diskussion zu stellen und dem nächsten Parteitag zur endgültigen Entscheidung zu unterbreiten. Die diesjährige Bersamm- lung war einfach nicht genügend vorbereitet, definitive Stellung in dieser überaus wichtigen Angelegenheit zu nehmen; und ob sie nun alles beim Alten gelassen oder voreilige Abänderungen beliebt hätte, ein Schaden für die Partei wäre in jedem Falle eingetreten. Im letztem Falle aus Jedermann ohne Weiteres einleuchtenden Gründen, im ersten Falle, weil alsdann kaum so rasch eine neue Tis- kussion des Programmes möglich gewesen wäre; die Partei hätte sich für die nächste Zukunft sestgenagelt�gehabt, und dazu den Anstoß zu geben, konnte am wenigsten in der Absicht derjenigen liegen, welche am tiefften von der Reformbedürftigkeit des Programmes überzeugt waren. Ein Fehler wäre es auch, allzu großen Werth aus den Wortlaut der gefaßten Resolutionen zu legen. Man weiß, wie Resolutionen in Versammlungen entstehen; sie sind Compromisse; wenn Meinungsverschiedenheiten zum Ausbruch gekommen sind, so bieten sie vielfach weder ein genaues Bild der einen noch der anderen Richtung, zu- weilen nicht einmal eine in allen Theilen zuverlässige Vor- stellung der die Versammlung im Großen und Ganzen be- herrschenden Strömung. Hier gewinnt die Resolution erst die richtige Farbe, wenn das Bild der Verhandlungen selber dazukommt. So steht es zunächst Jedem frei, aus der Stelle: Ter Parteitag enipstehlt den Parteigenossen, überall da, wo Erfolge in Aussicht stehen, in die Wahlagftation einzutreten, sei es für den Reichstag, die Landtage oder die Gemeindevertretungen, doch ist insbesondere in Bezug ans die letzteren sorgfältigste Erwägung geboten— mehr die Ermunterung im ersten oder die Warnung im zweiten Theile herausklingen zu hören. Wer aber über die Verhandlungen selber orienstrl ist, wird wissen, daß alle Redner— aus Norddeutschland wie aus Süddeutschland — welche auf die Erfahrungen bei den Gemeindewahlen überhaupt zu sprechen kamen, sich nicht sehr erbaut zeigten und daß sie daher auf die„sorgfältigste Erwägung" mehr Werth legten, wie auf den„Erfolg", mit dem ferner zweifellos auch gar nicht der sehr zweifelhafte Erfolg einer bloßen Mandatsvermehrung gemeint sein kann. Geht man von dem, wie gesagt, einzig zutreffenden Gesammtbild der Verhandlungen in St.-Gallen aus, so werden als dessen hervorstechendste Grundzüge zu bezeichnen sein: die einmüthige Abwendung aller Parteigenossen von jeder Hoffnung, die Reaktion jemals mit Hilfe der bürgerlichen Demokratie überwinden zu können,— die daraus folgende Abkehr von jedem Com- promiß und jeder Unterstützung gegenüber anderen Parteien bei Wahlen,— die schärfere Betonung des Klassen-Charakiers der sozialistischen Politik und damit die ausgeprägte Erkenntniß der völligen Aussichtslosigkeit der „staatsmännisch" vermittelnden Thätigkeit im öffent- lichen Leben,— die Einschränkung der früher bisweilen ausge- tauchten Erwartungen betreffs einer„positiven" Thätigkeit im Parlament und die lebhaftere Befür- wortung eines mehr rein kritischen und agitatorischen Verhaltens in den Vertretungs-Körperschaften des Volkes. Hier hat sich, wie man allgemein fühlte, in unglaub- lich kurzer Zeit ein Umschwung vollzogen, wie er größer, ausgebreiteter und lieser kaum gedacht werden kann und der ganze Parteitag stand unter dem Eindruck dieses Gefühls. Ob die Regierungen und die herrschenden Parteien mit diesem Umschwung zufrieden sind, werden wir bald sehen. Jedenfalls sind sie es, welche zur Herbeiführung dieses Resultates mehr beigetragen haben, als alle par- lameruanschen und literarischen Vertreter des Sozialismus zusammen; die Regierungen durch ihr immer schärferes Vorgehen gegen alle Lcbensregungen der Arbeiter, die Parteien durch ihr Verhalten bei den Wahlen. Das Sozialistengesetz und die Geheimbundsprozesse haben mir nimmermüden Hammerschlägen alles das hart geschlagen, was dereinst weich und nachgiebig schien. Der Freisinn hat durch seine elende Fahnenflucht dem Volke bewiesen, daß ihm der Besitz, die Niederhaltung sozialistischer Erfolge über alle Grundsätze geht, und die Klasse der Besitzlosen hat darum nichts mehr mit ihm zu schaffen. So ist die Einmürhigkeit der Partei durch Harle Lehren nach allen Seiten gewachsen, und wenn es jemals einen rechten Flügel der Sozialdemokratie gegeben hat, heute giebt es ihn nicht mehr. Das hat der Partei- tag unwiderleglich bewiesen; es lag in St.-Gallen nicht nur in der Lust, sondern es klang jedem, der hören wollte, von allen Seiten vernehmlich entgegen. Die Marschroute wird in Zukunft noch mehr wie früher für alle Anhänger der Sozialdemokratie ein und dieselbe sein, und wer Ge- lüfte hat, Seitenwege einzuschlagen, weiß von jetzt ab, daß er mit dem einen ersten Schritt sich bereits von dem Gros der Partei trennt und für sie verloren ist. Entmickelung und Charakter der franxöftschen Arbeiterparteien. IV. z Die Egalite, als wissenschaftlich sozialistisches Organ, brachte gleich in ihrer erstell Nummer(17. November 1877) eine scharfe Kritik der französischen Arbeiter- klasie, die von 1868 bis 1876 bei allen ihren Lebens- äußerungen alle sozialistischen Grundsätze öffentlich abschwor. Eine Ausnahme davon hatte nur die Zeit der Kommune gemacht, während welcher einige wirklich zu Gunsten der Arbeiter angenommene Maßregeln eingeführt worden waren. Zu diesen zählte die Aufstellung einer Statistik aller verlassenen Werkstätten, behufs ihrer sofortigen Ueber- gäbe an Produktivgenossenschaften der Arbeiter; ferner das Verbot der Nachtarbeit für Bäcker und Verkürzung der Gehälter sämmtlicher Staatsbeamten auf 6000 Francs. Mit aller noch so scharfen Kritik und mit allen ökonomischen Artikeln, welche den modernen Sozialismus predigten, konnte die Egalite unter solchen Verhältnissen vorläufig nicht viel ausrichten. Noch auf dem zweiten Lyoner Kongreß der französischen Arbeiter(Januar 1878) zeigte sich, daß dieselben noch lange nicht mit reinen Klassenforderungen auftraten, sondern mit Forderungen, die sich zum Theil schon längst überlebt hatten. Eine gesetzliche Beschränkung des Arbeitstages für Frauen begründete der Kongreß damit, daß es„schwächere Wesen" sind(ce sont des etres plus faibles). Ferner brückte er den Wunsch aus, es möchten Kreditanstalten für Ar- beiter und Produklivgenossenschaften gegründet werden, damit sich das Lohnsystem allmählich„von selbst" ab- schasse.„Die Lohitarbeit ist nur ein Ucbcrgangsstadium zwischen der Sklaverei und einem noch ungenannten Zu- stand(etat innomme)." Endlich erklärten sich die Dele- girten„im Prinzip gegen jede Einmischung der Gesetz- gebung." Jeder Versuch, eine dem Sozialismus geistesverwandte Erklärung durchzubringen, wurde entschieden zurückgewiesen. Zwei sozialistische Delegirte brachten folgcitde Resolution ein:„In Erwägung, daß die Emanzipation der Arbeiter erst dann als Thatsache betrachtet werden kann, wenn dieselben den vollen Ertrag ihrer Arbeit genießen werden, daß es aber zur Erreichung dieses Zieles nothweildig ist, die Arbeiter in Besitz aller für die Produktion crforder- lichen Elemente zu setzen— der Rohmaterialien, wie aller Arbeitsmittel— solle der Kongreß alle Arbeiterassoziationen auffordern, die praktischen Mittel und Wege zu swdiren, um das Prinzip des kollektiven Besitzes von Grund und Boden und allen Arbeitsmstrumenten in Kraft treten zu zu lassen." Dieser Beschluß wurde, wie zu erwarten, mit allen gegen acht Stinlmen verworfen, ohne zu langen Debatten Anlaß zu geben. Die Egalite verlor trotz dieser Niederlage den Mtith nicht, sie freute sich des Erfolges, daß sich zwei Arbeiter gefunden, welche die von ihr gepredigten Lehren vor einem Kongreß vertreten und vertheidigt hatten, dessen Ver- Handlungen die gesammte französische Presse mit Spannung verfolgte. Uebrigens trug die auf dem Kongreß erlittene Nieder- läge der Egalite nur zu deren Hebung bei. Durch ihre Angriffe auf die angeführte Resolution sowie gegen den Kollektivismus förderte die bürgerliche Presse nur die sozialistische Propaganda. Das sozialistische Organ ver- doppelte seinen agitatorisch-propagandistischcil Eifer, es wurde zum Kern- und Mittelpunkt einer neugebildeten Gruppe gleichen Namens, welche ihre Anhänger unter den energischesten Mitgliedern der Arbeiterklasse suchte und fand. Natürlich fehlte es der Egalite nicht an Gegnern. Außer der Bourgeoispresse hatte sie noch alle Gewerk- sch asten mit ihrem Prinzip der Selbsthilfe, sowie die Anarchisten und alle durch Gefühl oder Verhältnisse sozialistisch angehauchten unklaren Köpfe gegen sich. Eine Zeit lang fand sich kein Drucker für das Blatt, die Regie- rung verfolgte dasselbe mit endlosen Prozessen, doch alle Versuche, die sozialistische Stimme zum Schweigen zu bringen, scheiterten, sie fuhr nach wie vor fort, die modernen sozialistischen Ideen zu verbreiten. Im März 1878 bcthciligte sich die Egalite nebst ihrer Gruppe am Jahresbanket zu Ehren der Kommune und ließ Adressen an die ausländischen Sozialisten votiren, dadurch ihren internationalen Charakter doku- mcntirend. Guesde und seine Freunde begnügten sich nicht mit der schriftlichen Propaganda. Sie besuchten alle Arbeiter- vereine und Arbeiterversammlungen, um daselbst in De- batten Propaganda für die von der Egalite vertretenen Lehren zu machen. In Wort und Schrift legten sie scharfe, klare Kritik an die Arbeiterkongresse und deren Resolutionen. Sie suchten die Arbeiter über das Sparsystem, die Konsum- vereine und Produktivgcnosscnschaften, und den Fachunterricht aufzuklären und den Glauben zu zerstören, daß diese als Universalmittel eine Gesundung der Gesellschaft herbei- führen könnten. Bor Allem aber bemühten sie sich, die Vortheile und Nothwendigkeit sozialistischer Arbeiter- kandidaturen darzulegen, und zwar allen Bourgeois- kandidaturen, die radikalen inbegriffen, gegenüber. Bei jeder Gelegenheit zeigte sich, wie sehr die Arbeiter- Massen noch von dem kleinbürgerlichen Geist durchdrungen waren, der das Heil in schwächlichen Reformereien sucht. Die Energie, Thätigkeit und Beredsamkeit der kleinen sozialistischen Gruppe blendete sie wohl und wurde von ihnen beifällig besprochen, aber nur wenige ihrer Glieder kamen ins kollektivistische Lager. Gegen Mitte 1878 schlössen sich den Kollektivisten erst sechs Korporationen an: Schlosser, Tischler, Schneider, Gerber, Mechaniker und Handelsgehilsen, sowie der Konsum- verein„Egalitaire". Das war zwar eine kleine, aber um so energischere und thätigere Macht. Bald erhielt sie die Oberhand in der Arbeitermasse, und der Kollektivismus oder Sozialismus triumphirte auf der ganzen Linie. Ein Umstand hatte viel zum Sieg der Egalite bei- getragen. Der Lyoner Arbeiterkongreß hatte beschlossen, während der Weltausstellung von 1878 einen internationalen Arbeiterkongreß einzuberufen. Guesde hatte sofort begriffen, wie wichtig dieser Kongreß für den Sozialismus werden konnte, obgleich seine Einberufer nichts weniger als sozialistisch waren. Dank Guesde konnte das für die Arbeiten des Kongresses festgesetzte Programm beide unter den Arbeitern herrschenden Strö- mungen befriedigen: revolutionäre Kollektivisten wie klein- bürgerliche Reformisten. Da veröffentlichte die Polizei- präfektur das Verbot des Kongresses. Die ftiedfertigen Arbeiter erschraken und traten von der Kongreßbewegung zurück. Guesde, mit seinen Freunden und den sechs ge- nannten Korporationen, bemächtigte sich jetzt der Führung und beschloß, den Kongreß trotz des Verbotes tagen zu lassen. Namens der französischen Arbeiterklasse empfingen sie die Vertreter der englischen Druckes Unions. Dieses energische Auftreten der Kollektivisten der Regierung gegen- über imponirte den Arbeitergruppen, die vom Kongreß zurückgetreten waren. Sie verlangten jetzt Zutrittskarten für ihre Delegirten und anerkannten damit indirekt den Sieg des modernen Sozialismus über ihre kleinbürgerlichen Bestrebungen. Vor Allem war es die Gruppe„le proletaire", fast durchgängig aus Führern der Gcnossenschastsbewegitng bestehend, welche Zulassung zum Kongreß forderte. Damit trat der revolutionäre Sozialismus die Führerschaft der Arbeiterbewegung an. Tie Regierung beschleu- nigte noch seinen Sieg dadurch, daß sie am ersten Tage des Kongresses, am 4. September 1878, die Delegirten verhaften ließ. Nur 34 Delegirte wurden vor das Polizeigericht zitirt, und Alle beauftragten Guesde mit ihrer gemein- samen Vertheidigung. Guesde antwortete auf die An- klage durch eine mehrere Stunden dauernde Rede, ein wahres Manifest des modernen Sozialismus, welche in ganz Frankreich größtes Aussehen erregte. Der Prozeß wirkte bei weitem mehr für den Sozialismus als der ver- botene internationale Kongreß unter den obwaltenden Um- ständen hätte wirken können. Selbstredend ward Guesde und seine Freunde zu Ge- sängnißstrafen verurtheilt, aber ihre Vcrurtheilung war eilt Sieg, denn die ganze Arbeiterklasse ergriff für sie und ihre neue Lehre Partei. Die Bourgeoiszeitungen beschäf- tigten sich lang und breit mit dem Prozeß, und die Ver- urtheilten ließen Guesde's Vertheidigungsrede in Taufen- den von Exemplaren in den Fabriken, Werkstätten und Arbeitenvohnungen des ganzen Landes verbreiten. Aus St. Pelagie(Gefängniß für politische Ver- urtheilte), wo die Kollektivisten ihre Strafzeit abzubüßen hatten, erließen sie einen Aufruf an„alle Proletarier, Kleinbauern und kleinen Unternehmer", und forderten die- selben auf,„von den jetzigen jeweiligen Besitzern Grund und Boden und Arbeitsinstrumente zurückzunehmen, d. h. das gesammte bewegliche und unbewegliche Kapital, und dasselbe als soziales und nationales untheilbares und un- veräußerbares Eigenthum zu erklären." Diesem Aufruf schlössen sich viele Städte an; unter anderen Vienne, Troyes, Saint-Eticnne, Pontoise, Orleans, Perpignan, Marseille, Cette, Beziers, Grenoble, Limoges, Pnteaux. Dies war der Anfang zur Bildung der kollektivisti- scheu Partei, der nur noch die offizielle Anerkennung durch einen Kongreß fehlte. Der Kongreß von Marseille, im Oktober 1879, sprach diese Anerkennung aus, es war der erste sozialistische Kongreß, der in Frankreich tagte. Dieser für die französische Arbeilerbewegnng wichtige Kon- grcß adoptirte das Programm der revolutionären Arbeiter- partei. Mit 73 gegen 27 Stimmen erklärte er die Roth- wendigkeit des Kollektivbesitzes aller Produktionsmittel und daß die Ueberführung derselben in gesellschaftliches Eigen- thum nur durch eine soziale Revolution geschehen könne. Als vorläufige Mittel zum Zweck wurden beschlossen das Eingreifeil der Partei in die Politik und ihre Be- theiligung bei allen Wahlen, legislativen wie kommunalen, behufs Eroberung der politischen Gewalt. Die sozialistische Arbeiterpartei konstituirte sich und Frankreich wurde in sechs Regionen getheilt: 1. Paris, für das Zentrum des Landes; 2. Lyon, für den Osten; 3. Marseille, für den Süden; 4. Bordeaux, ftir den Westen; 5. Lille, für den Norden und 6. Algier für Algerien. Das eigentliche Programm der Partei wurde auf Beschluß des Marseiller Kongresses erst im nächsten Jahre (1880) ausgearbeitet und auf dem Nationalkongreß von Havre(16. bis 22. November 1880) wie bereits im Juli des nämlichen Jahres auf dem Reaionalkongrcß des Zentrums(Paris, 18. bis 25. Juli 1880) angenommen und bestätigt. Guesde war nach dem Marseiller Kongresse mit der Ausarbeitung des Programms beauftragt worden. Er hatte sich zu diesem Zwecke mit B. Malon in schriftstellerische Verbindung gesetzt, der damals noch als Exilirtcr in der Schweiz lebte, ferner auch mit P. Lafargue, welcher gleichfalls als Verbannter in London weilte und mit P. Brousse, dem wir bald in der französischeil Bewegung begegnen werden. Ferner war natürlich Guesde in direktem Zusammenhang mit seinen Pariser Freunden geblieben. Im Mai 1880 war Guesde nach London gereist, um sich mit Marx, Engels, Lafargue und Lombard in direkte Beziehungen behufs Ausarbeitung des Programms zu setzen. Brousse, welcher sich damals gerade in London aushielt, wurde zur Berathung des Programms nicht zugezogen, weshalb er sich von dieser Zeit an Guesde, dem Programm und den deutschen Sozialisten gegenüber feindlich verhielt. Das Programm der französischen kollektivistischen Arbeiterpartei unterscheidet sich in keinem wesentlichen Punkte von dem Programm der deutschen Sozialdemo- kratie und den Programmen, die in allen kapitalistisch produzirenden Staaten von den sozialistischen Parteien angenommen worden sind. In theoretischer Beziehung entspricht es vollkommen dem Programm einer jeden modernen Arbeiterpartei, die auf dem Standpunkt des wissenschaftlichen Sozialismus steht. Die Fassung der einzelnen Programmartikel zeichnet sich durch ihre präzise Knappheit und Klarheit aus. In praktischen Fragen mag es Unterschiede zwischen ihm und den Programmen der Bruderparteien geben, Unterschiede, wie sie durch die be- sonderen Verhältnisse, unter denen die französischen Genossen zu kämpfen haben, und durch Anpassung an die lokalen Interessen hervorgerufen und bedingt werden. Seinem Wesen und den Hauptzügen nach kann es von jedem Sozialisten, welcher Nation er auch angehören mag, unter- zeichnet werden. Wir werden in der Folge sehen, wie dies geradezu klassische Programm von Brousse und seinen Anhängern als„deutsches Programm" verschrieen wurde, weil an seiner Ausarbeitung außer den Franzosen(Guesde, Lafargue, Lombard) noch Marx und Engels theilgenommen hatten. Nach seiner Rückkehr von London schickte Guesde allen der Partei angehörenden Gewerkschaften und Studien- zirkeln das Programm zur Begutachtung ein. Verschiedene Gruppen verlangten noch unwesentliche Zusätze, aber der Hauptsache nach wurde es von allen anerkannt und dann im Juli auf dem Regional-, im November auf dem Nationalkongreß von Havre bestätigt. Durch definitive Annahme des Programms auf dem Havrer Nationalkongreß kam es zu einem Bruch zwischen Sozialisten und den Ueberresten der Kooperatisten der ftanzösischen Schulze-Dclitzschianer, die an ihrem alten Zopfe festhielten.�) Da der Kongreß von den Kooperatisten organisirt worden, so zogen sick die Sozialisten aus dem Sitzungs- saal zurück und tagten in einem anderen Lokal. Der Kongreß debattirte sechs Tage lang und nahm schließlich das in London ausgearbeitete Programm einstimmig an. 1 Fortschritte des Sonalismus. Dem gegen Ende September d. I. in Bussalo statt- i gefundenen Kongreß der Sozialistischen Arbeiterpartei der{ Vereinigten Staaten lagen einige äußerst interessante Berichte über die Fortschritte der Arbeiterbewegung in verschiedenen Ländern vor. Wir glauben unseren Leser» einen Dienst zu erweisen, wenn wir daraus in Kürze das Folgende hervorheben: 1 Vereinigte«tauten(1886 und 1887). Die Jahre 1886 und 1887 waren in der Geschichte der Arbeiter-Bcwcgung von ganz besonderer Bedeutung, unvergleichbar durch die Zahl der Kämpfe war die Be- wegung, die arbeitende Klasse zur politischen und ökono- mischen Freiheit zu führen. Daß die Sozialisten einen hervorragenden Antheil daran genommen, bedarf kaum der Erwähnung. Sie haben namentlich bedeutend agitatorisch zu Gunsten des Normalarbeitstages von acht Stunden gewirkt- Nach dem Kongreß von Cincinnati war es eine der ersten Aufgaben der National-Exekuiive, die Agitation für die Achtstundcnbewegung in Angriff zu nehmen und die Gewerkschaften zu überzeugen, daß es nicht genüge, zwecks der allgemeinen Arbeiterverhältnisse, den bloßen Weg des wirthschaftlichen Kampfes auf der Grundlage der heutigen Gesetzgebung zu betreten, sondern, daß zu der ökonomischen die höhere sozialpolitische Agitation hinzutreten müsse, um durch Gesetze dasjenige dauernd zu erhalten, was der Organi- sation in einem Augenblick der Begeisterung zu erkänipfen gelungen ist. Es folgt sodann eine kurze Darstellung der Acht- stunden- und der gewerkschaftlichen Arbeiter-Bewegung überhaupt. Die Verurtheilungen der Boycottcr in New-Uork wie andere Verfolgungen veranlaßte die Zcntralleitung, in Verbindung mit der New-Dorker Sektion und mit den Vereinigten Deutschen Gewerkschaften, eine Massenversamm- ltmg am 7. Juli 1886 in Cooper-Jnstitut einzuberufen- Sie gab den Anstoß zu der politischen Arbeiterbewegung und den Erfolg vom 2. November, wo in New-Iork 68 000 Stimmen für den Arbeiter-Kandidaten H. George abgegeben wurden. In Chicago und Mil- waukee, wo die Verfolgungen am heftigsten waren, entstand die Partei der Lohnarbeiter zuerst. Es folgt sodann eine Kritik der bestehenden Arbeiter- Parteien. Von der Union Labor Party wird gesagt, daß sie wesentlich kleinbürgerlich sei und die Bekämpfting der großen Kapitalsmonopole, nicht des Kapitalismus i"1 Abgemeinen, erstrebe. Die United Labor Party(wörtlich� Vereinigte Arbeiterpartei) in New-Aork habe# unter dem persönlichen Einfluß von H. George ganz ä" einer Landsteuerpartei entwickelt. Die erste Platsorw *) Diese sind seit 1880 hoffähig geworden und werden Ministerium des Innern protegirt. Diese Chinesen der Arbeitet- bewegung werden hier oft als Barbarettisten bezeichnet, nach cinew gewissen Barbarei, der an ihrer Spitze steht und sein Bureau"" Ministerium des Innern hat. t. t. t, 1, n t. It It D= b It g It 3 Er Fe g Er It t e t e e r r It ct r h 1. e C 3 3 h g f It 7. g -f = ,, 9 b . ( Programmerklärung) derselben, die von H. George ver-| mehr für Ausbreitung unserer Lehre thun können, wenn beitern gehegten Erwartungen. Nun hat in den letzten faßt war, wurde ohne jede Kritik und nur dem Kandidaten wir nicht durch unsere beschränkten Mittel gebunden drei Jahren der Sozialismus in der Schweiz ganz unbezu Liebe angenommen. In der Platform vom Januar wären. Geschäftsleute, welche mit uns sympathi- streitbare Fortschritte gemacht. Die Arbeiterorganisationen 1887, die nicht von George inspirirt war, war die siren, werden von den Kapitalisten erbarmungslos mit bestimmt sozialdemokratischem Geiste haben sich sehr Nationalisirung des Landes verlangt worden. In geboycottet. Die Föderation war troßdem im Stande, erfreulich vermehrt, die Zahl der organisirten Arbeiter ist derselben wurde auch anerkannt, daß aller Reichthum der eine erfolgreiche und gutbesuchte Konferenz in Manchester eine viel größere geworden, die sozialdemokratische Presse Arbeit zu verdanken sei und daß der Arbeiter unter dem abzuhalten, bei welcher alle Delegirten, mit einer Aus- hat ihre Abonnentenzahl zum Theil bedeutend vermehrt heutigen System um einen großen Theil seines Produktes nahme, Lohnarbeiter waren, und wir sind jetzt in der und ein neues Blatt ist im vorigen Jahre hinzugekommen. beraubt wird. Durch diese Grundsäße erhielt die George- Lage, die Bewegung in der Provinz ebenso gut wie in Was ist unter solchen Verhältnissen natürlicher, als daß Partei einen radikalen Charakter, der den Sozialisten das London in Schwung zu bringen. Bisher hatten wir vor sich auch die Zahl der Sozialdemokraten und ihrer Freunde Zusammengehen mit der neuen Partei gestattete. Aber nehmlich in der Hauptstadt agitirt. Wir waren überzeugt und Anhänger vermehrt hat? Dieses Wachsthum der gerade diese Gegensäße waren nicht George'isch und er davon, daß, so lange nicht diese Stadt von 5 000 000 sozialdemokratischen Arbeiterbewegung nach jeder Richtung und seine Anhänger ruhten nicht, bis es zum Konflikt kam. Einwohnern durchweg vom Sozialismus durchdrungen ist, hin hat unzweifelhaft den festen Entschluß der Arbeiter Die Mehrheit der New- Yorker Sozialisten hatten erwartet, ein wirklicher Fortschritt nicht gemacht werden kann und gezeitigt, nunmehr sich als selbstständige Partei zu kondaß George sich zum Sozialismus weiter entwickeln würde. daß wir, und zum größten Theil aus denselben Ursachen, stituiren und bei den Wahlen selbstständig vorzugehen, oder Sie mußten jedoch plötzlich erfahren, daß er im tiefsten unterliegen würden, wie die Chartisten. Da aber nun aber mit der demokratischen Partei als gleichwerthiger Sinne kleinbürgerlich ist, und sich der Sozialisten zu ent- gegenwärtig keine Partei in London auch nur annähernd Faktor ein befriedigendes Kompromiß abzuschließen. Die ledigen versuchte, sobald er fest im Sattel zu sein glaubte. den Einfluß unter den Arbeitern besitzt, wie die unserige, Arbeiter sind es thatsächlich müde und finden es nicht für Die darauf bezüglichen Ereignisse, welche zum Bruche führten, so konnten wir einige unserer besten Redner in die Provinz besonders würdevoll, den Schwanz der alten Parteien zu bedürfen keiner Wiederholung. abschicken, um dort unseren Genossen beizustehen. Der bilden und die mehr oder minder ausgeprägte Rolle des Erfolg, welcher diese unsere Taktik gekrönt hat, ist ein Stimmviehes zu spielen. überraschender gewesen. gründet worden. " Mit der Erlangung sozialdemokratischer Anschauungen und kritischer Beurtheilung der öffentlichen Zustände sind die Arbeiter auch an die kritische Untersuchung der gegne rischen Parteiverhältnisse herangetreten und sie haben gefunden, daß sie von der liberalen und konservativen Partei, Die Agitation ist in Wort und Schrift auf das Eifrigste betrieben worden. Die Partei erwarb den Workmen's Advocate"( Arbeitervertheidiger"), das damalige Organ 3. Italien. des Gewerkschaftsrathes von New- Haven. Bei dem Ankauf ging das Komitee von der Ansicht aus, daß ein ** Die Sozialisten stellten für die Wahl des Jahres englisches Organ nothwendig sei, nachdem in Folge 1882 eigene Kandidaten auf. In Imola in der Romagna der Aveling'schen Agitation eine Anzahl englischer Sektionen wurde der alte Internationalist Andrea Costa in die diesen eigentlichen Parteien der Neichen, nichts zu erwarten entstanden waren. Der deutsch- amerikanische Sozialist" Deputirtenkammer gewählt. In Mailand wurde ein Ar- haben und sie daher bei derselben ihr Heil nicht finden besteht schon länger als Zentralorgan. beiter, Antonio Maffi, zum Deputirten ernannt. Troß- können. Dasselbe gilt gegenüber der katholischen Partei Die Broschüren- Literatur hat einen großen Auf dem war die sozialistische Arbeiterbewegung keine starke. und da bleiben zuletzt nur noch die Demokraten übrig, schwung genommen. Von den bis jetzt erschienenen 12 Heften Cofta verdankte seine Aufstellung mehr der Sympathie, die allein noch in Betracht kommen könnten. Doch haben der„ Socialistic Library( Sozialistische Bibliothek) sind im welches sein muthiges Auftreten einflößte, als der Aus- die Arbeiter nicht übersehen, daß eigentlich auch dieſe ganzen 871 000 Exemplare gedruckt worden, während von breitung seiner Prinzipien. Maffi verdankte seine Aufstellung Partei sich in der Hauptsache aus Bourgeois zusammender„ N.-Y. Labor Library"( Arbeiterbibliothek), welche mehr der Unterſtüßung der Demokraten, welche, um die setzt und daß sie neben ehrlichen, überzeugungstreuen seit diesem Jahre die Stelle der vorigen eingenommen hat, Mailänder Arbeiter zu fangen und sich gegen die sozia- Mitgliedern auch ganz unverläßliche Elemente in ihrem bisher 17 000 Eremplare gedruckt wurden. Ein besonderes liſtiſche Propaganda zn vertheidigen, zwar einen Arbeiter Schooße beherbergt, Leute, denen der Geldsack heiliger ist bisher 17 000 Eremplare gedruckt wurden. Ein besonderes Arbeiter- Schooße Broschüren- Departement ist eingerichtet worden. Außerdem Vertreter wählten, aber Sorge trugen, daß sein Programm als die ganze Demokratie und Arbeiterschaft. Diese Aufwurden noch über 200 000 Schriften und Flugblätter in sich durch nichts von dem Programm der Radikalen fassung von der demokratischen Partei haben die Arbeiter deutscher und englischer Sprache in Umlauf gebracht. unterschied. schon am 1. Mai d. J. im Kanton Zürich gelegentlich Sektionen der Partei bestanden am Ende des Eine muthige Gruppe entschlossener Arbeiter, welche der Regierungs- und Kantonsrathswahlen in der Praxis Jahres 1885 im Ganzen 61; jetzt existiren 68. Es sind schon 1882 versuchte, ökonomische Grundsäße aufzustellen, bethätigt. Nicht ohne Einfluß auf die damalige Haltung englische Sektionen in New- Haven, Bridgeport, Boston, machte sich an die Arbeit und gründete den Verein der der Arbeiter gegenüber den Demokraten, war die Erfahrung, Philadelphia, Minneapolis, Buffalo, Providence, Clinton, Söhne der Arbeit". In Kurzem vervielfältigte sich die jene mit ihren Parteifreunden im vorigen Jahre Erie, Topeka, Toledo, Lynn, Winona und Worcester ge- Jahre 1883 gründeten sie ihr Organ, den ,, Arbeiterbund" rathe zur Behandlung stand. Nicht bloß, daß sich damals die Zahl dieser Vereine über ganz Ober- Itatien. Im machten, als der Spiller'sche Staatsstreich im KantonsDie mündliche Agitation, soweit sie von der National- Im Jahre 1884 wurde die Italienische Arbeiter die demokratischen Mitglieder des Regierungsrathes soliErekutive inscenirt wurde, besteht hauptsächlich in den partei gegründet, welche die Idee vertritt, daß die darisch mit ihren liberalen Kollegen erklärten, auch die Agitationstouren Liebknecht's und Aveling's. Emanzipation der Arbeit die Aufgabe des Volkes selbst demokratischen Kantonsräthe waren nicht einig in der Die Verbindung mit dem Ausland ist in den letzten sein muß. So vergrößerte sie sich nach und nach über die Verdammung jenes Ukases, sondern ein Theil derselben Jahren erhalten und gepflegt worden. Die 39 000 Franken, ganze Nation. Mehrere Verfolgungen dienten nur dazu, schien ebenfalls den heiligen Spiller als Retter seines welche den Weg über den Ozean nach Deutschland zur ihre Stärke zu heben. Geldsackes zu betrachten und ihm innerlich dafür dankoar Im Jahre 1886 riefen neue Wahlen zum Parlament ohne Rücksicht auf alle anderen Parteien mit ihrem Pro- Wie gesagt, gingen die Arbeiter schon am 1. Mai gramm eigene Kandidaten auf. Sie wurden mit einem in Zürich selbstständig vor und bereits damals konnte man Die sozialdemokratische Föderation von Großbritannien Schrei der Entrüstung empfangen. Die demokratischen als gewiß annehmen, daß sie bei den Nationalrathswahlen ſagt in ihrer Zuſchrift: Das Jahr 1886-1887 bezeichnet Politiker schleuderten Verleumdungen und Schmähungen ebenfalls selbstständig in die Wahlbewegung eintreten eine Epoche in der Geschichte der sozialistischen Bewegung gegen die Arbeiterpartei. Der Partei gelang es, zwei würden. Dieser Schritt der Lossagung von den alten in England. Die Arbeit von sieben Jahren begann Vertreter ins Parlament zu schicken: Moneta von Parteien, das kräftige, endliche Abschütteln des alten Früchte zu tragen von einem Ende der Insel zum andern. Mentone und Andrea Costa von Imola, von denen der Bevormundungssystems muß jeden Freund der Arbeiter Die Organisation hat 49 gutstehende Zweig- Vereine, wo- erstere bald träge wurde, der letztere stets ein guter auch in der That um so mehr Beachtung, als man nicht mit Freude und Genugthuung erfüllen und es verdient von 23 in London. Unsere Jdeen haben nicht nur die Kämpfer blieb. arbeitende Klasse in großem Maßstabe durchdrungen, son- Plößlich dekretirte die Regierung die Auflösung der vergessen darf, daß kaum ein anderes Volk so konservativ dern sie haben sich auch schon unter den Gebildeten und„ Italienischen Arbeiterpartei" und am 23. Juni 1887 beanlagt, so sehr an den alten vererbten Gewohnheiten, Reichen wahrnehmbar gemacht, ja sie haben sogar die wurden sämmtliche Redakteure des„ Arbeiterbund" ver- an den historischen Traditionen hängt, wie die Schweizer. Haltung der Ungebildetesten und der Landlords zu beein- haftet und der Verschwörung angeklagt. Der Prozeß In diese mächtige solide Mauer haben die Arbeiter Bresche flussen begonnen. Verschiedene literarische Werke, welche änderte das Aussehen der Dinge und am 31. Januar 1886 gelegt, sie wollen fortab als neue Partei mit sozialdemogroße Verbreitung in mittleren und„ höheren" Klassen wurden die Anhänger der Arbeiterpartei zu einigen Monaten kratischen Zielen neben den anderen Parteien ihren begefunden, haben die sozialistische Bewegung zum Gegen- Gefängnißstrafe und einigen tausend Franken Geldbußerechtigten Platz behaupten und unablässig neues Terrain stand der Darstellung. Viele der bekanntesten Schriftsteller, verurtheilt. Die Bewegung ist trotzdem stark geblieben. erobern. Agitation fanden, haben die Arbeiter mit Bewunderung die Italienische Arbeiterpartei in die Arena und sie stellte 3u sein. Der Geldsack siegte über die Demokratie. für die Opferfreudigkeit der Genossen erfüllt. 2. England. wie Fred. Harrison, Herbert Spencer, Robert Louis Die Arbeiterpresse hat sehr unter Verfolgungen zu Was die sozialdemokratische Partei mit ihrem muthiStevenson, Thorold Rogers, W. H. Mallock, Edward leiden. Perioden fieberhafter Thätigkeit folgen Perioden gen Vorwärtsdringen überall erlebt hat, bleibt ihr auch Beesley, Henry Sidgwick, Walter Besant und Andere großer Erschlaffung. Gegenwärtig werden die folgenden hier nicht erspart. Die Einen suchen sie mit einigen haben sich veranlaßt gesehen, mit unserer Bewegung zu Zeitungen für Arbeiter herausgegeben:„ La Revista Italiano biffigen Redensarten und schlechten Wißen lächerlich zu rechnen und haben dieselbe in den leitenden Journalen del Sozialis", alle drei Monate; La Gastico", wöchentlich; machen und abzuthun, die Anderen bestreiten ihr jede behandelt. ,, Humanitas", anarchistisch, ebenso wie„ La Mantagne" und Eristenzberechtigung und die Dritten nehmen sie anscheinend Die Diskussionen und Vorträge über Sozialismus endlich„ La Gazeta Operario", halb sozialistisch, halb als eine gegebene Thatsache hin und rechnen mit ihr, sie find populärer als irgend welche andere in den vorge- anarchistisch; des offiziellen Organs„ La Fascio Operario" suchen sich von ihr möglichst viel Vortheil zu verschaffen. schritten politischen und sogar in den konservativen Klubs. ist schon Erwähnung gethan. Dasselbe erscheint wöchent- Die Ersteren sind geängstigte Demokraten und die Lepteren Hervorragende„ Staatsmänner", wie Lord Salisbury, Lord lich. Ferner„ Il Muratore" von Turin, sowie einige die Liberal- Konservativen, die sich von dem Streite zwischen Hartington, Lord Derby, Lord Randolph Churchill, John kleinere Zeitungen der Typographen. Aus der Schweiz. Arbeitern und Demokraten ihren schönen Weizenschnitt versprechen. Ohne Rücksicht auf Beide gehen die Arbeiter ruhig ihre Bahn. In Zürich ist bereits die Aufstellung einer eigenen Liste beschlossen, desgleichen in Bern, und andere Städte, in erster Linie Basel, werden nachfolgen. Bright, Joseph Chamberlain und Andere haben auf unsere Bewegung als auf eine wachsende Gefahr für das gegenwärtige Gesellschafts- System hingewiesen. Die täglichen Londoner wie auch die einflußreichen Provinz- Journale haben unseren Manifesten und Versammlungen die weiteste r. Im Vordergrunde des allgemeinen öffentlichen Die Zweckmäßigkeit einer selbstständigen Liste wird vielfach Veröffentlichung gegeben, während einige der hauptsächlich Interesses der kleinen Republik stehen gegenwärtig die auf in den der Arbeiterpartei nahestehenden Kreisen, bezweifelt von den Arbeitern gelesenen Wochen- Zeitungen einen mehr den 31. Oktober cr. angefeßten Nationalrathswahlen. und man ist sich auf Seite der Sozialdemokraten selbst und mehr sozialistischen Charakter annehmen. Reynold's Seit die sozialpolitische Gesetzgebung begonnen, hat das darin einig, daß man große Erfolge nicht erzielen wird. News Paper geht allen anderen im Verlassen des Kampf- eidgenössische Parlament im Vereine mit dem Ständerathe Leider liegt die Hauptursache davon im Wahlmodus. Das plages für die aussichtslose bürgerliche Demokratie voran und dem Bundesrathe an erhöhter Bedeutung gewonnen Liſtenſkrutinium, das ja auch in Frankreich besteht, hat und befürwortet sozialistische Maßregeln. Die Trades und da andererseits der Zentralismus immer mehr Fort- neben Vortheilen seine entschiedenen Schattenseiten und Unions( Gewerkschaften) vielleicht die reaktionärsten schritte macht, so liegt eigentlich der Schwerpunkt der namentlich ist es der Entwickelung einer jungen Partei Arbeiter- Organisationen in Europa find buchstäblich ganzen schweizerischen Gefeßgebung in Bern. Diese Um- oder einer Minorität sehr ungünstig. Wirkliche Erfolge durch unsere Agitation gezwungen worden, Fragen in Be- stände lassen es begreiflich erscheinen, daß die seit einigen lassen sich in den meisten Fällen nur durch Kompromisse tracht zu ziehen, welche die Führer am liebsten in den Jahren rüstig vorwärtsschreitende Arbeiterbewegung sich mit einer anderen Partei erringen. Bann gethan hätten. Selbst das kapitalistische Unterhaus auch dieser Angelegenheit bemächtigte und nun überall Es ist nun keineswegs ausgeschlossen, daß die demodes Parlaments ist bei mehr als einer Gelegenheit ge- eifrig daran ist, dieselbe zu gutem Ende zu führen. kratische Partei in richtiger Würdigung der Situation den nöthigt gewesen, anzuerkennen, daß es außerhalb aller Bei den früheren Wahlen überließ man vertrauens- Arbeitern in billiger Weise entgegenkommt und so die bestehenden politischen Organisationen eine Partei der ar- voll die ganze Leitung der Campagne den verwandten Wahlkampagne für beide Theile einen befriedigenden Abbeitenden Klassen gebe, welche eine hartnäckige, auf be- demokratischen Parteien und ging mit denselben bedingungs- schluß findet, aber man rechnet auch schon mit dem gegenstimmten Grundsäßen fußende Agitation betreibe, die in los Hand in Hand; man unterstützte die Agitation, die theiligen Falle und dem Unterliegen beim ersten Auftreten, Zukunft den Radikalen wie Konservativen verhängnißvoll man ja als eine gemeinsame betrachtete, man stimmte für was nach Lage der Dinge aber weder entmuthigend noch zu werden drohen. die empfohlenen Kandidaten und machte sich dadurch zu beschämend sein könnte. Wir hätten heißt es dann in dem Bericht weiter einer recht beliebten Gefolgschaft der alten Partei. Aber Die Arbeiter haben aber auch noch einen anderen in Großbritannien sowohl als auch anderweitig viel selten entsprachen die Leistungen den von den Ar- Ausweg gefunden, der sie eigentlich von den übrigen Sozialdemokratie und Anarchismus: Der Parteitag erklärt die anarchistische Gesellschaftstheorie, soweit dieselbe die absolute Autonomie des Individuums erstrebt, Parteien unabhängig stellt. Es giebt in der Schweiz in Arbeitersekretariat kreirt, das allerdings noch keine jeder Partei Männer, die die soziale Frage in ihrem ganzen Leistung aufzuweisen hat, jedenfalls aber in nächster Zeit Umfange erfaßt haben und die Bestrebungen der Arbeiter seine Eriſtenzberechtigung nachweiſen und der Arbeiterschaft für antisozialistisch, für nichts anderes, als eine einseitige Ausunterstüßen. An sie will man sich ohne Rücksicht auf ihre nüßlich werden wird. Ohne Zweifel, wenn jedes Jahr gestaltung der Grundgedanken des bürgerlichen Liberalismus, wenn Parteiangehörigkeit wenden und sie auf Annahme gewisser für die schweizerische Arbeiterbewegung so fruchtbar sein sie auch in ihrer Ktritit der heutigen Geſellſchaftsordnung von soziaForderungen verpflichten. So haben die Berner Arbeiter wird, wie das Jahr 1887, so können die schweizerischen Listischen Gesichtspunkten ausgeht. den konservativen Bürgermeister, Oberst von Büren und Arbeiter auf ihre Thätigkeit stolz sein. die demokratischen Parteimänner Stämpfli und Brunner in Aussicht genommen und daneben die bereits aufgestellten Sie ist vor allem mit der sozialistischen Forderung der Vergesellschaftung der Produktionsmittel und der gesellschaftlichen Regelung der Produktion unvereinbar und läuft, wenn nicht die Produktion auf den Zwergmaßstab des kleinen Handwerks zurücksozialdemokratischen Schriftsezer Riesen und Schray, beide Die Beschlüsse des St. Gallener Parteitages geführt werden soll, auf einen unlösbaren Widerſpruch hinaus. Mitglieder des Berner Stadtrathes. Freilich steht bei dieser Taktik die Eventualität offen, daß Nichtsozialisten den Arbeitern gegenüber jede Verpflichtung ablehnen und darauf verzichten, auf der Arbeiterliste zu figuriren. Der anarchistische Kultus und die ausschließliche Zulassung der der deutschen Sozialdemokratie. Gewaltpolitik beruht auf einem groben Mißverständniß der Rolle der Gewalt in der Geschichte der Völker. Die Gewalt ist Flucht von Parteigenossen: ebensogut ein reaktionärer als ein revolutionärer Faktor, ersteres Der Parteitag fordert die Genossen auf, der Flucht von Partei- jogar häufiger gewesen als das leztere. Die Taktik der individuellen genossen wegen drohender Prozesse oder Gefängnißstrafen möglichst Anwendung der Gewalt führt nicht zum Ziele und ist, insofern sie Das Programm, das die Arbeiter für den Wahl- entgegen zu treten und eventuell jede materielle Unterstützung zu das Rechtsgefühl der Masse verlegt, positiv schädlich und darum feldzug resp. für den nächsten Nationalrath aufgestellt haben, versagen. verwerflich. Die parlamentarische Thätigkeit der Partei: entspricht ganz der praktischen, realpolitischen Natur der Für einzelne individuelle Gewaltakte Verfolgter und Geächteter Schweizer. Die Einführung des Zündhölzchen-, Tabak- Der Parteitag ist der Ueberzeugung, daß nach wie vor die macht der Parteitag die Verfolger und Agents provocateurs verund Banknoten- Monopols find Forderungen, die die Volks- Stellung der Partei zu der parlamentarischen Thätigkeit der Abge- antwortlich. ordneten im Reichstag und in den Landtagen die bisherige bleiben Arbeiterpresse: abstimmung glücklich bestehen würden. Revision der muß; wie bisher ist das Hauptgewicht auf die kritische und Der Parteitag stellt an die Fraktion das Ansuchen, ihren Bundesverfassung im volksthümlichsten, weitgehendsten agitatorische Seite zu legen und die positive gesetzgeberische moralischen Einfluß bei den Herausgebern und Eigenthümern von Sinne, Volksinitiative in eidgenössischen Gesezesfragen, Thätigkeit nur in der Voraussetzung zu pflegen, daß bei dem heutigen Arbeiterblättern und sonstiger auf die Arbeiterkreise berechneten Wahl des Bundesrathes durch das Volk, find Punkte, die Bedeutung und Tragweite dieser positiven Thätigkeit im Parla- diese Art von Literatur ihrer Aufgabe, die Arbeiterklasse aufzu= Stand der Parteigruppirung und der ökonomischen Verhältnisse über Literatur in Deutschland nachdrücklich dahin geltend zu machen, daß denen ein sehr großer Theil des schweizerischen Volkes ment für die Klassenlage der Arbeiter in politischer wie öfono- flären, auch wirklich entspricht, was nicht immer der sehr sympathisch gegenübersteht. Revision des Fabrik mischer Hinsicht kein Zweifel gelassen und keine Illusion ge- Fall ist. Insbesondere aber soll die Parteivertretung ihr Augengefeßes in dem Sinne, daß der 10 stündige Marimalarbeits- weckt werden lann. merk auch darauf richten, daß der ausbeuterische und korrumpirende tag eingeführt und der Sonnabend Nachmittag freigegeben Steuerpolitik, Sozialreform, Arbeiterschutz: Charakter verschiedener dieser auf die Arbeiterkreise berechneten werde und daß der Maximalarbeitstag und soweit thun- Systems der indirekten Steuern alle wirthschaftspolitischen Maß- literarischen Erzeugnissen, von Geheimmitteln und dergleichen, sowie Der Parteitag verwirft als grundsäßlicher Gegner des Unternehmungen( marktschreierische Anpreisung von zweifelhaften lich, auch die übrigen Bestimmungen des Fabrikgesetzes nahmen, welche, wie die neuerdings in Deutschland eingeschlagene die Veröffentlichung von Schmuß- und Schwindel- Annonauf das ganze Gewerbe ausgedehnt werden; Förderung Bollgeießgebung, in der Praxis auf solche hinauslaufen. Er ver- cen 2c.) aufhört. Weigern fich die Herausgeber solcher Preßder Landwirthschaft in jeder Beziehung und eine weitere Reihe wirft auch ganz besonders die zu rein finanziellen Zwecken erstrebte erzeugnisse, den im Interesse der Arbeiterklasse ausgesprochenen Monopolisirung wichtiger Verbrauchsartikel der großen Masse Wünschen der Reichstagsfraktion nachzukommen, so soll lettere untergeordneter Forderungen bilden keineswegs ein Verlangen, und brandmarkt auf das Entschiedenste die bei der Branntwein- und öffentlich die Arbeiter vor dem Lesen und Verbreiten solcher das der Wohlfahrt des Volkes und Staates schädlich wäre. Zuckersteuergesetzgebung, sowie bei der geplanten Erhöhung der Ge- Literatur warnen. Nichtsdestoweniger hat dieses Programm schon viel Kritik über treidezölle zu Tage getretene Bestrebung, die Klasse der Grundbesizer Programmänderung: fich ergehen lassen müssen und Leute, die da glauben, die auf Kosten der nichtbesitzenden Klasse zu bereichern. In Bezug auf Der Parteitag ernennt eine Kommission von drei Personen, die sogenannte Sozialreform der Reichsregierung und die Noth- die den Auftrag erhalten, das Parteiprogramm einer Durcharbeitung ganze Welt und die ganze Menschheit seien eigentlich nur wendigkeit einer durchgreifenden Arbeiterschutzgesetzgebung hält er an zu unterziehen und den hieraus hervorgehenden Entwurf in allen ihretwegen und wegen ihres Geldsackes vorhanden, er den früher gefaßten Beschlüssen fest und erblickt in der Ablehnung, feinen Theilen in der sozialistischen Presse zur Beblicken in solchen Forderungen einen schauerlichen Anarchis- beziehungsweise Hintertreibung des von den sozialdemokratischen sprechung zu bringen. mus und schimpfen, daß die schweizerischen Arbeiter fich Abgeordneten im Reichstag eingebrachten Arbeiterschutzgesetzentwurfs von dem fremden importirten Gewächs„ Sozialismus“ land an dem guten Willen fehlt, wirklich Ernsthaftes den Beweis, daß es den herrschenden Klassen in Deutsch ( oder Anarchismus, das ist ja beim Spießer ein und das zur Hebung der Lage der Arbeiterklasse zu thun. selbe), der gar nicht auf schweizerischen Boden passe, haben verführen lassen. Dieser Sorte Politiker geht natürlich die Forderung nach Kranken- und Unfall-, Alters- und Invalidenversicherung zu weit, denn nach ihrer christlichen Nächstenliebe wirft man kranke oder invalide Arbeiter einfach auf die Straße. Reichs-, Landtags- und Gemeindewahlen: Zur Abstimmung soll der sich hieraus ergebende Entwurf auf reformbedürftig wurden ausdrücklich die Punkte, betr. Produktivden nächsten Parteitag gelangen. Als wahrscheinlich besonders genossenschaften und Frauenarbeit bezeichnet. In die Kommission wurden Bebel, Liebknecht und Auer gewäht. Ferner wurde die Kommission beauftragt, zu dem Programm, resp. den einzelnen Punkten desselben einen leicht verständlichen Sommentar zu veröffentlichen. Der Parteitag empfiehlt den Parteigenossen, überall da, wo Erfolge in Aussicht stehen, in die Wahlagitation einzutreten, sei es doch ist insbesondere in Bezug auf die lesteren sorgfür den Reichstag, die Landtage oder die Gemeindevertretungen, Das Wegbleiben einzelner Abgeordneter vom Parteitag: fältigste Erwägung geboten. Bei den Reichstagswahlen ist Der Parteitag spricht seine entschiedene Mißbilligung über das es Pflicht der Genossen, in jedem Wahlkreis, wo Stimmen zu er- Verhalten der Genossen aus, welche ohne triftige Gründe der Barteitag spricht ferner die bestimmte Erwartung aus, daß die Par- des Parteitags nicht nachgekommen sind; ferner spricht der Parteilangen sind, wenigstens einen Zählkandidaten aufzustellen. Der an fie ergangenen Aufforderung zur Unterzeichnung der Einberufung teigenossen in allen diesen Agitationen, gestützt auf die eigenen Kräfte tag die sichere Erwartung aus, daß die Genossen diesen Persönlichund unter Zurückweisung eines jeden, wie immer gear- feiten eine Vertrauensstellung innerhalb der Partei nicht teten Kompromisses, selbstständig vorgehen. Im Fall v mehr übertragen werden. engeren Wahlen empfiehlt der Parteitag, gestützt auf die bisher gemachten Erfahrungen, Stimmenenthaltung. Im Zusammenhang mit dieser Resolution beschloß der Parteitag das Amendement:" Der Parteitag verlangt von dem fünftigen Central- Wahlkomitee der Partei, daß dasselbe den Vielkandidaturen einzelner Gennssen möglichst entgegentritt." Ferner stimmte der Parteitag der Resolution zu, daß es un zulässig und mit den Prinzipien der Sozialdemokratie unvereinbar ist, wenn Abgeordnete der Einzellandtage sich erlauben, in einem anderen Lande zu gleicher Zeit noch ein Mandat zum Landtag zu erwerben, wie es thatsächlich bei den letzten bayerischen Landtagswahlen zu Tage getreten ist." Mit an Einstimmigkeit grenzender Majorität beschloß der Parteitag, daß diese Resolution auf die früheren Abgeordneten Viereck und Geiser anzuwenden sei. Arbeitsbücher: Das Bestreben der reaktionären Parteien in Deutschland, der Arbeiterklasse die obligatorischen Arbeitsbücher aufzuzwingen, ist auf das Entschiedenste zurückzuweisen. Die Arbeitsbücher verlegen das Ehr- und Selbstgefühl der Arbeiter; sie übertragen die ökonomische Abhängigkeit der Fabrik und Werkstatt auf das politische Gebiet und überliefern die Arbeiter wehrlos der Willkür und Nachsucht der Arbeitgeber. Was wird uns nun der 30. Oktober bringen? Wir wollen uns nicht in Vermuthungen ergehen, sondern dessen Resultate ruhig abwarten, denn wie sie auch ausfallen mögen, die Arbeiterbewegung in der Schweiz marschirt auf jeden Fall vorwärts, die Garantie dafür bieten allein die Errungenschaften des letzten Jahres. Die Gründung der Reserve( oder auch Streik-) Kasse im vorigen Jahre erwies fich als ein sehr glückliches Unternehmen. Es hat bisher seinen Zweck vollkommen erreicht und sich bei Schlichtung und Regelung von Konflikten zwischen Arbeitern und Unternehmern gut bewährt. In diesem Jahre sind von 9 Streits 7 gewonnen worden, die insgesammt wohl 25 000 Francs an Unterstützungen gekostet haben. Dem fernstehenden Arbeiter wird durch solche wirthschaftliche ErEndlich beschloß der Parteitag noch bei diesem Gegenstand der folge die Nothwendigkeit und Nüßlichkeit der Organisation Tagesordnung:„ Es dürfen nur solche Kandidaten bei einer Wahl aufgestellt werden, die voll und ganz auf dem Boden unseres Proam besten bewiesen. Im Frühjahr wurde, wie bekannt, der Arbeiter- gramms stehen und sich als Sozialdemokraten offen bekennen." Internationaler Arbeiterkongreß: Ein Amendement zu diesem Antrag empfahl denselben dem Fraktionsvorstand zu baldiger Berücksichtigung. bund gegründet, der bislang allerdings noch keine prak- Der Parteitag beschließt, die Parteivertretung aufzufordern, tische Bedeutung für die Arbeiterbewegung erlangt hat, im Verein mit den Arbeiterverbindungen anderer Länder für den Zwiftigkeiten unter Parteigenossen: aber immerhin eine Verbindung zwischen sozialistischen und Herbst 1888 einen internationalen Arbeiterkongreß einzuberufen zu durch die Presse, sondern baldmöglichst durch ein zu bildendes Zwiftigkeiten, die unter Parteigenossen ausbrechen, sollen nicht katholischen Vereinigungen hergestellt hat, die in der Folge dem Zweck, gemeinsame Schritte der Arbeiter aller Länder zur Ver- urch die Presse, sondern baldmöglichst durch ein zu bildendes wirklichung einer internationalen Arbeiterschußgesetzgebung herbei- Schiedsgericht zum Austrag gebracht werden. vielleicht noch gute Früchte trägt. Auch wurde das zuführen. Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. General- Versammlung ( Hente) Sonnabend, d. 15. Oktober, Abends 82 Uhr, Michaelkirchstraße 39. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Hrn. Dr. Zadeck. 2. VierteljahresAbrechnung. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Statutenänderung. 5. Wahl eines VergnügungsComités. 6. Verschiedenes. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist nothwendig. Billets zu dem am 12. November in Vauxhall stattfindenden 7. Stiftungsfest find in der Versammlung zu haben. Verein d. Sattler u. Fachgenollen. Sonnabend, d. 15. Oktober, Abds. 81/2 Uhr, in Gratweils Bierhallen, Beuthstraße 8. Geschlossene " Arbeitsnachweis für Gemaßregelte und Verfolgte: Gunsten verfolgter und gemaßregelter Genossen für Deutschland ins Der Parteitag beschließt, ein Bureau für Arbeitsnachweis zu Leben zu rufen. Cigarren- und Tabakhandlung. en gros. Fritz Goercki. en detail. Berlin SO., Admiralstraße 40 a.( am Cottbuser Platz). Specialität: vorzügliche 5 und 6 Pfennig Cigarren. Reichhaltiges Lager in allen Rauchrequifiten. Winterpaletots, von 30 Mark an nach Maß gut fitend angefertigt, empfiehlt Christoph Fuchs, Kleidermacher, Weberstraße 9. Freunden und Genossen empfehle meine Cigarren und Tabake eigener Fabrik Carl Bösenberg, Friedenstraße 36. Die beste Weisse giebt es bei zu ein dief fon ein Ha ein gel red hab un Ab etm tan Ab fie bef me Fa AH uni des zur Au hin off fter hat bis Er gen fie, Eri W fra der Ve in thu nic Fa สิน ปี he Bu dr 3n wi AL we da wa tru hö Fa un Ja mi fre jet de gie de ref ful un Robert Volmerhaus, be Waldemarstr. 52. gr ich fü un fid fel de A за re fr fid W. Schulz, Admiralstraße 40( früher Alte Linde.) Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß ich Waldemarstr. 52 ein Schankgeschäft eröffnet habe; es wird mein Be zu tragen. Meinen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß sich mein streben sein, für gute Speisen und Getränke Sorge „ Neu eröffnetes" Tabak- und Cigarren- Lager seit 1. Oktober Rüdersdorferstraße 20 befindet. Es wird mein Bestreben sein, meine anerkannt besten 5 und 6 Pfennig Cigarren auch Mitglieder- Versammlung weiter zu führen. Nachweislich nur eigenes, kein Zuchthaus- Fabrikat. Tages- Ordnung: 1. Wahl der Arbeitsvermittler und der Revisoren. 2. Antrag des Vorstandes über Erniedrigung der Beiträge. 3. Verschiedenes.-Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. NB. Zu dem am 29. Oftober bei Kellers, Andreasstr. Nr. 21, stattfindenden Kränzchen, find Billets am Vereinsabend und Neue Jakobstr. 11 zu haben. Achtungsvoll Hermann Laske, Rüdersdorferstr. 20. Die Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 Jeden Dienstag frische Wurst. Jeden Sonnabend Münchener Bier Ausschank, à Seidel 10 Pf. = Central- Kranken- u. Begräbnisskasse für Frauen und Mädohen ( E. H. 26 in Offenbach) Am Sonnabend, den 22. Oktober d. I 3. Stiftungsfeit, verbunden mit Ball Eine freundl. Schlafstelle ist zu vermiethen empfiehlt ihr Lager fertiger Herren- Garderobe, sowie reichhaltiges Lager sind in folgenden Zahlstellen zu haben: Th.Bielefeld, Eine freundl. Schlafstelle ist zu vermiethen in- und ausländischer Stoffe, ebenfalls Futter, Borte und Knöpfe. Herren- Garderoben jeder Art werden nach Maaß angefertigt. bei Baarß, Waßmannstr. 36, 4 Tr. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager bon C. Klein. Damenmäntel jeden Genres Der Vorstand. Frau Pötting, Ackerstraße 89. neuester Moden fertigt an, alte modernisirt 15. Ritterstraße 15. Verantwortlicher Redacteur: Max Schippel, Berlin. im City- Hôtel, Dresdenerstr. 52-53. Billets für ren 50 Pf., für Damen 30 Pf straße 154, 5. 3 Tr., Fr. Grothmann, Bernauer Brückenstr. 4 im Laden, G. Schieff, Friedrich straße 76 i. K., Fr. M. Schneider, Blumenstr. 29, Fr. Strauß, Mehnerstr. 1, 3 Tr., Fr. E. Schneider, Naunynstr. 60 i. R.- Rege Betheiligung erwünscht. Der Reinertrag ist zu einem Unterstütungs fonds für ausgesteuerte hilfsbedürftige Mitglieder beſtimmt. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Oranien- Straße 23. Meibl-tt zur„Aerliuer Halks-Hrie»««-. M 11. Sonnabend, den 15. Ottober 1887. I. Jahrgang. INachdruck verboten.I „Weine arme Maria." Erzählung von Jul. O. Binder. (Schluß.) Den ersten Erfolg wußte der Verführer gut genug zu benutzen. Ohne sich aufzudrängen, fuckte er täglich eine Gelegenheit zu einer Unterredung mit Marien. Daß dieselben in der Fabrik nur kurze, minutenlange sein konnten, ließ deu Wunsch des jungen Mädchens nach einer eingehenderen Unterhaltung immer glühender werden. Hatte ihr Edwin doch mit wenigen Worten die Pforte zu einer Welt erschlossen, von der sie bisher kaum eine Ahnung gehabt— hatte er ihr doch gesagt, daß sie auch das Anrecht auf Glück und Freude habe, wenn sie nur den Muth habe, die Hand darnach auszustrecken. Marie war jung, unwissend, unschuldig. Von der Welt wußte sie nichts. Aber sie sehnte sich darnach, etwas davon kennen zu lernen, etwas davon lieben zu dürfen. Und mit der Sehnsucht kamen neue Träume, neue Wünsche, neue Hoffnungen. Als Edwin nach Wochen erst sie aufforderte, ihn Abends auf einem Spaziergange zu begleiten, da willigte sie mit Freuden ein. König hatte die ihm versprochene besser besoldete Stellung erhalten, aber damit auch vermehrte Arbeit, die ihn fast bis in die späte Nacht an die Fabrik bannle. Noch ehe die Witlwe Franke oder Franz König eine Ahnung davon hatten, flüsterten sich die Nachbarinnen und die Arbeilerinnen schon zu, daß Marie die Geliebte des Herrn Edwin sei. Franz König hatte darauf gehofft, daß er Marien zur Ostcrzeit als seine Frau heimführen könne. Durch Ausflüchte aller Art wußte diese die Hochzeit immer wieder hinauszuschieben; es fehlte ihr doch der Muth zu einem offenen Geständniß. Auch als Edwin ihr in den glühend- sten Worten seine Liebe erklärt hatte, schwieg sie noch; hatte sie diesem doch gelobt, das Geheimniß zu bewahren, bis er selbst den Schleier lüften, sie dem Oheim als seine Erwählte zuführen könne. Ihr Verhältniß zu Edwin gewann durch das Geheimnißvolle einen neuen Reiz für sie, umwob sich mit einem märchenhaften Zauber, der die Erinnerungen aus der Kindheil wieder aufleben ließ. War auch ihr Wesen ein vollkommen verändertes, so fragte doch weder die Mutter noch der Werksührer nach dem Grunde. Beide waren wie blind in unbegrenztem Vertrauen und Franz König hätte es nie wieder gewagt, in sie zu dringen, daß sie ihm einen Blick in ihr Inneres thun lasse, seit sie ihm stolz gesagt, er habe dazu jetzt noch nicht das Recht. Eines Abends verließ der Werkführer auch spät die Fabrik, um, von der Arbeit ermattet, seine Wohnung auf- zusuchen. Das Gefühl der Vereinsamung beschlich ihn heute stärker denn je, und als er sich Hoffnungsrcich die Zukunft ausmalen wollte, da wurde diese wie durch drohendes Gewölk verfinstert; zum ersten Mal stiegen Zweifel in ihm auf, ob denn seine Liebe von Marien wirklich erwidert werde, zum ersten Mal sagte er sich, daß Alles anders werden müsse, wenn seine Ehe eine glückliche werden solle. Ein in Lumpen gehülltes Weib kreuzte seinen Weg, das taumelnd und stolpernd durch die nachtdunkle Straße wankte. Voll Abscheu wandte sich König ab— eine trunkene Frau schien ihm der widerwärtigste Anblick. Da hörte er, daß diese mit einem Fluch seinen Namen rief. Fast gegen den eigenen Willen sah er sich nun doch um und erkannte in der Trunkenen die Arbeiterin, die er vor Jahresfrist aus der Fabrik entlassen hatte. „Ja, ich bin's, die Schnapslicse!" sagte das Weib mit schwerer Zunge und sah ihn mit den glasigen Augen frech an.„Hier kann mir Niemand den Mund verbieten!" König wollte weiter gehen, aber die Liese vertrat ihm jetzt den Weg und brach in ein höhnisches Lachen aus. „Wo steckt denn die feine, hochnäsige Braut, daß der Herr Bräutigam immer allein geht?" fragte sie.„Was giebt mir der Herr Meister, wenn ich ihm verrathe, wo der alten Franken ihre schöne Marie sitzt und sich kar- ressiren läßt?" „Nehmt den Namen nicht in Euern schamlosen Mund," fuhr König in Hellem Zorn auf.„Geht lieber nach Haus und verschlaft Euer« Rausch!" „Rausch hin— Rausch her!— Wenn ich auch so betrunken wäre, daß ich glaubte, der Meister trüge zwei große Hörner auf dem Kopf, statt seines Hutes, so weiß ich doch, daß seine Prinzessin ihn an der Nase herum- führt.— Einen reicheil Liebhaber hat die sich angeschafft und der dumme Bräutigam ist hernach gut genug, um—" Sie konnte nicht weiter sprechen; Königs Hand legte sich wie ein Schraubstock um ihren Arm und preßte den- selben, bis sie einen Wes.läut ausstieß. Dadurch schien der Meister wieder zur Besinnung zu kommen; er ließ den Arm fahren, trat einen Schritt zurück. „Verzeiht mir," sagte er,„ich vergaß mich.— Erzählt was ihr wißt, ich will Euch ruhig anhören. Aber redet die Wahrheit, ich bitte Euch!" „Nun packt Sie doch wohl die Neugier, Meister?" fragte das Weib in vollem Hohn.„Ja, die Zeiten ändern sich— die Schnapsliese wird jetzt höflichst gebeten— manch einer würde ihr viel Geld geben, fürs Reden oder fürs Schweigen.—" Franz König griff auch in die Tasche, um der Frau eine Gabe zu reichen; aber diese hob abwehrend die Hände. „Ich will Ihr Geld nicht," rief sie,„ich bin Ihnen ja noch Dank und Lohn schuldig, daß Sie mir Arbeit und Brod genommen haben. Heute bezahle ich, Ihnen und der Prinzessin.— Sie wissen doch, wo der junge Herr wohnt, der Herr Edwin? Zu dem gehen Sie nur, wenn Sie Sehnsucht nach Ihrer Braut haben!" Der Meister wandte sich um und stürmte davon; ein schadenfrohes, heiseres Lachen folgte ihm. Kurz vor der Fabrik erst hemmte er seine eiligen Schritte. Außerhalb der Umfassungs-Mauern lag ein kleines, aber behaglich und anheimelnd gebautes Haus, in dem ein oder zwei der höheren Angestellten ihre Wohnungen hatten. Gegen den Willen des Oheims, der den Neffen lieber in den vornehmen Räumen seiner schloßartigen Villa gesehen, hatte Edwin in diesem Hause sich einquartirt und alle Einwendungen mit dem Hinweis beantwortet, daß er von hier aus seine geschäftlichen Pflichten schneller erfüllen könne. Die Läden der Fenster zu ebener Erde waren ge- schloffen, aber durch die Fugen fielen helle Lichtstreifen auf den Platz. König hatte eine Weile horchend und lauschend unter einem dieser Fenster gestanden, jetzt stieg er die Steinstufen vor der Hausthür hinan und riß, wie mit einem schnellen Entschluß, ein paar Mal ruckweise an dem Glockenzug. Ein Diener öffnete, ehe er aber nach des späten Besuchers Begehr hatte fragen können, war dieser schon in das Haus und durch eine zweite Thür in eins der Zimmer getreten. Wie gebannt blieb König auf der Schwelle stehen. Dem einfachen Mann schien der Raum mit der glänzen- den Einrichtung und der tageshellen Beleuchtung den Muth zu nehmen. Und da, vor dem Kamin, in einen der schwellenden Sessel geschmiegt, saß die, die er suchte, Marie Franke, seine Braut. Sie trug noch das ärmliche Kattunkleid, das so gar nicht zu der Umgebung paßte, aber sie schien doch eine ganz andere. „Was wünschen Sie, König?" ftagte jetzt eine Stimme, in der Verlegenheit und Spott mit einander kämpften. Edwin war von einem anderen Sessel aufgesprungen und dicht vor den Werkführer getreten. Eine Weile maßen sich die beiden Männer mit den Blicken, wie zwei Kämpfer, die gegenseitig ihre Kraft abschätzen. König hatte seine besonnene Ruhe wiedergefunden; er reckte sich höher auf und schob Edwin bei Seite. „Für mich nichts mehr, am wenigsten etwas von Ihnen!" sagte er.„Aber Sie, Marie, bitte ich, an Ihre Mutter zu denken! Kommen Sie mit mir, damit Sie nicht ganz eine Verlorene werden. Wenn auch zwischen uns Beiden Alles zu Ende ist, so möchte ich Sie doch retten, vor Schmach und Schande bewahren, um der Liebe willen, mit der ich Sie wie eine Todtc beweine. Wenn ich zu spät gekommen bin, dann— dann vertrauen Sie mir, wie einem Bruder!" Marie war zitternd zusammengesunken. Jetzt erst kam ihr der Gedanke, daß sie ein Unrecht begangen. Aber sie konnte den Mann, der so zu ihr gesprochen, doch noch offen ansehen. Wie umgewandelt schien ihr derselbe; er hatte nichts mehr von der schüchternen, ungelenken Be- fangenheit, seine grauen Augen ruhten so bittend und doch so_ bestimmt auf ihr. Sie wollte seine Hand fassen, ihn anflehen, daß er sie mit sich nehme, sie anhöre und ihr glaube, wenn sie ihm betheure, daß sie seiner Achtung noch wcrth sei, ob sie schon einen Anderen liebe. „Ich verzeihe Ihnen, aber Sie werden— fuhr König fort. „Was haben Sie mir zu verzeihen?" loderte da Marie auf.„Trage ich die Schuld, wenn ich Ihr Weib werden wollte, ohne daß ich wußte, was Liebe ist? Trage ich die Schuld, wenn ich thöricht genug war, um zu glauben, daß die dankbare Freundschaft, die ich für Sie habe, schon genüge, zwei Menschen für das ganze Leben glücklich zu machen, ein Herz ganz auszufüllen? Ist es eine Schande für mich, daß ein Mann, der höher steht wie ich, mir seine Hand und seinen Namen geben will?" Sie hatte Edwins Hand gesaßt und stand stolz da; übermächtig, mehr denn je, fühlte sie sich zu ihm hinge- rissen und ihre Liebe, ihr unbedingtes Vertrauen ließ sie alles andere vergessen. Edwin schien zuerst von dem leidenschaftlichen Aus- bruch des bis dahin so stillen jungen Mädchens überrascht. Aber die Gewißheit, einen Sieg errungen zu haben, wie er ihn so lange erhofft, schlug alle Bedenken nieder. Er zog Marien dichter an sich, sah den Werkführer, der sprachlos und verlegen auf die Beiden hinstarrte, triumphirend an und fragte mit schneidender Schärfe: „Haben Sie sonst noch irgend etwas zu wünschen, was nicht bis morgen Zeit hätte?— Im Uebrigen werden Sie wohl einsehen, daß Sie hier überflüssig sind!" „Ja— ich bin überflüssig!" wiederholte Franz wie aus einem tiefen Traum erwachend und wandte sich der Thür zu. Er hatte die Hand schon auf die Klinke gelegt, als er hinter sich ein heiteres Auflachen hörte; sich umsehend, gewahrte er, wie Marie mit der Hand Edwins Mund berührte. „Nicht so!" bat sie dabei in kindlich rührendem Ton. „Nicht so!— Ich wollte, Franz König ginge weniger traurig von uns Glücklichen fort!" Am nächsten Morgen war der Werkführer zur ge- wohnten Zeit in der Fabrik wieder bei der Arbeit. Selbst das schärfste Auge hätte wohl nichts von den Kämpfen wahrgenommen, die der Mann während der Nacht durch- gemacht, die jetzt noch in seinem Inneren tobten. Nur als er Marie sah, die mit glücklichem Gesicht an ihrem Webestuhl saß, da zuckte es wie ein Wetterstrahl durch seine Züge, der starke Mann erbleichte und wankte. Aber eben so schnell hatte er sich auch schon wieder gefaßt. Um halb neun Uhr gab die Dampfpfeise den Ar- beitern das Signal zur Frühstückspause. König machte während derselben einen Rundgang durch die Säle, um sich zu überzeugen, ob Alles in der gehörigen Ordnung sei. Sonst hatte er dabei immer mit dem einen oder dem anderen ein Gespräch angeknüpft; heute sah er achtlos über die bunt zusammengewürfelten Gruppen hin. Er schien es auch nicht zu bemerken, daß von den jüngeren Leuten spöttische Bemerkungen ausgetauscht wurden, daß sein Erscheinen überall zu Flüstern und Tuscheln Veran- lassung gab. In einer Ecke des Spinnereisaales saß ein alter weiß- haariger Mann, früher einer der geschicktesten Arbeiter, jetzt in seiner Unterwürfigkeit dem Fabrikherrn noch dank- bar, daß er sich in den warmen Räumen aufhalten und ein Geringes durch das Sammeln der Abfälle verdienen konnte. Königs Interesse für den alten Veit war immer ein reges gewesen, er hatte manchen Versuch gemacht, um dem Invaliden der Arbeit eine feste Unterstützung zuzu- wenden, die ihn wenigstens vor dem Verhungern schützte. Aber mit eiserner Konsequenz hatte der Fabrikbesitzer jede Verpflichtung von sich gewiesen,„um nicht einen Präzedenz- Fall zu schaffen", wie er sagte. Der Werkführer fühlte sich heute mehr denn je zu dem Alten hingezogen; hatte er doch nie so gefühlt, was es heißt, einsam, verlassen sein; sah er doch in dem armen Veit ein Bild von dem, der er selbst in der Zukunft sein würde. So bot er ihm denn einen freundlichen Gruß, den der redselige und geschwätze Alte als eine Aufforderung zu einer längeren Unterhaltung ansah. Veit erzählte dem Werkführer, daß der Todestag seiner Frau sei, die er schon vor fünfundzwanzig Jahren begraben, und fuhr dann fort: „Das war ein schwerer Tag für mich und ich hätt's nimmer geglaubt, daß ich's noch so lange überleben würde. Aber todt und begraben ist immer noch besser, als das Liebste, das man hat, an Seele und Leib verderben sehen. Ich hab's an meiner Tochter, meinem einzigen Kinde, er- fahren und weiß, was Sie jetzt für Kummer und Gram haben um die Marie Franke. Wer hätt's je gedacht, daß so ein Mädchen Sie betrügen könnte. Aber ich sag's und bleibe dabei, die Schande fällt nicht auf Sie, wenn auch die ganze Stadt sagt, daß Sie mit darum gewußt hätten!" König starrte den Alten sprachlos an; es flimmerte ihm vor den Augen, an seine Ohren schlug es wie ein dumpfes Dröhnen. Veit faßte treuherzig seine Hand und meinte tröstend: „Wer so viel erlebt hat, wie ich alter Kerl, der sieht alles mit anderen Augen au. Sie werden auch noch dahin kommen, daß Sie sagen, es ist partout egal, wie die Leute von einem reden, wenn man nur selbst weiß, daß man recht thut. Ich habe mein eigen Kind nicht hüten können— kann da einer verlangen, daß ein Mann von einem Mädchen, das er liebt, sich nicht täuschen läßt?" König erwiderte kein Wort. Dann sah er sich um nach den anderen Arbeitern, sein Auge traf nur auf spöckisch lachende Gesichter. Unerträglich däuchte es ihm, noch länger der Gegenstand ihrer Verdächtigungen zu sein. Nur für einen Moment allein, in Ruhe sich sammeln können! Er ging aus dem Saal, stieg die Treppe nach dem Bodenraum hinauf und öffnete dort eine der thür- ähnlichen, auf den Hof führenden Luken, die zum Hinein- ziehen der Wollballen dienten. Er wollte in der ein- strömenden frischen Luft den fieberheißen Kopf kühlen und beugte sich weit vor, um die Labung mehr zu genießen. Erfaßte ihn dabei ein Schwindel, oder lockte ihn der Ge- danke, Allem mit einem Mal ein Ende zu machen, Ber- gessen im Tode zu suchen? Seine Hand ließ plötzlich den schützenden Halt, den ein Balken an der Seite bot, los — in den unteren Stockwerken sah man vor den unter der Luke liegenden Fenstern einen dunklen Schatten blitz- schnell vorübergleiten— ein dumpfer, klatschender Ton ließ sich hören— der Werkführer König lag mit zer- schmetterten Glieden aus dem granitgepflasterten Hofe der Fabrik. Die Maschinen rasselten und stampften weiter, aber ihr Getöse wurde von einem gellenden Hülferuf übertönt. Marie war es, die ihn ausstieß; ihr hatte einer der auf dem Hofe beschäftigten Arbeiter zuerst die Kunde von dem Unglück gebracht. Sie schwankte hin zu dem leblos da- liegenden, die sich schnell sammelnden Neugierigen traten scheu vor ihr zurück, machten ihr Platz wie einer Ver- fehmten. Der Sterbende wurde ihrer gewahr, mahnend richtete während Molinari die Ueberweisung von Lokalen von Meinung, damit(!) eine friedliche Lösung der sozialen fich sein brechendes Auge auf sie. demselben verlangt hatte. Frage herbeiführen zu können. „ Franz Erst mit der Entwickelung der GewerkschaftsorganiFranz vergieb mir!" jammerte das Dieselbe Funktion wie dem statistischen Arbeitsbureau Mädchen in namenlosem Weh. fationen konnte auch die Idee einer Arbeitsbörse konkretere soll nun der unlängst gegründeten Arbeitsbörse von Paris Gestalt annehmen. Mit der Bildung und Entwickelung zufallen: sie soll stets unterrichtet sein über die Arbeitsder Arbeiterassoziationen verschwindet die individualistische löhne, die Arbeitsstatistik, den Preis der Nahrungsmittel Tendenz, und an ihre Stelle tritt das kollektivistische Inter- und der Wohnungen und über die Gesammtausgaben einer esse, das solidarische Vorgehen, welches die Quintessenz Durchschnittsfamilie 2c. Schon 1848, vor den Junitagen jeder Arbeiterorganisation ausmacht. ( am 8. und 10. März), wurden in allen Mairien NachDes Meisters Lippen bewegten sich, aber kein Lout kam über dieselben, wie ein Krampf ging es durch seinen zuckenden Körper, ein Blutstrom entquoll seinem Munde. Marie Franke brach ohnmächtig zusammen. und ging in der Richtung nach der Fabrik weiter. und zu leiten. Branche. Sowohl in Frankreich wie in Belgien ist die Union weisebureaus für Arbeitsuchende eingerichtet, dieselben beDie Todtenglocken, die dem verunglückten Meister zu Grabe läuteten, hörte Marie nicht. Ein hißiges Nerven- der Gewerkschaften bestrebt, eine den englischen Trades standen jedoch nicht lange. Darauf wurde 1851 ein Prozu Grabe läuteten, hörte Marie nicht. Ein hitziges Nerven- Unions ähnliche Organisation zu bilden, d. h. eine zen- jekt für eine Arbeitsbörse ausgearbeitet, wie sie jetzt vom Fieber umnachtete wochenlang ihre Sinne. Als sie zum tralisirte Organisation, welche ihre Verzweigung über Pariser Stadtrath mit wesentlichen und entsprechenden ersten Mal wieder denken, ihre Umgebung erkennen konnte, das ganze Land erstreckt. Jede einzelne Organisation Veränderungen in's Leben gerufen worden ist. Dasselbe sah sie ihre Mutter schlafend vor ihrem Bett fißen. Mit Aufbietung aller Kräfte erhob sie sich, hüllte sich in ein hat wenigstens einmal monatlich einen Bericht über all ward der Nationalversammlung vorgelegt, aber von dieser großes Tuch und schlich leise aus der Dachkammer. An gemeine Lage, Lohnfäße, lokale Verhältnisse der Industrie abgelehnt, da die Arbeitsbörse, heißt es, eine wesentlich der Treppe blieb sie lauschend stehen; erst als sie sich an den Zentralrath einzusenden. Dieser wird dadurch in kommunale( der Gemeinde zufallende) Einrichtung sei. so überzeugt, daß sie ungesehen weiter gehen könne, stieg den Stand gesetzt, über die Interessen aller ihm ange- Erst 25 Jahre später, 1875, wurde dies Projekt vom hörenden Gewerkschaften bis zu einem gewissen Grade zu Stadtrath im Prinzip angenommen, aber dabei blieb es fie langsam die Stufen hinab. Auf der Straße empfing sie ein feiner Sprühregen, wachen, die Mitglieder derselben aufzuklären, zu kontrolliren zunächst, denn die Arbeiter können ja warten, dachten die aber die Luft war milde und warm. Die Kranke vergaß So organisirt, können die Gewerkschaften Radikalen vom Gemeinderath. Erst 1883 wurde aberfast ihr Vorhaben, als sie sah, daß der halbvermorschte die beste Statiſtik über den Stand der Industrie und mals ein Ausschuß eingesetzt, welcher sich mit Untersuchung fast ihr Vorhaben, als sie sah, daß der halbvermorschte des Arbeitsmarktes liefern, und zwar für jede einzelne der Frage über die Organisation einer Arbeitsbörse, der und verkrüppelte Kastanienbaum vor dem Nachbarhause Betheiligung der Arbeiter bei öffentlichen Arbeitsvergebunseine Zweige mit saftig grünen Blättern und weißen Die Arbeitsbörse ist berufen, hierbei eine der wichtig- gen( Submissionen) zu beschäftigen hatte. Viele GewerkBlüthendolden geschmückt hatte. Es war also Frühling sten Rollen zu spielen; in Folge ihrer Mittheilungen wird schaften, sowohl der Arbeiter wie auch der Arbeitgeber geworden, während sie da oben unter dem Dache gelegen. Der einzelne Arbeiter nicht mehr über Arbeitslohn und( syndicats des patrons), wurden eingeladen, um vor der Sie suchte ihre Gedanken, ihre Erinnerungen zu ordnen, Arbeitsbedingungen zu verhandeln haben, der Zentralrath Kommission ihre Meinung über die fraglichen Punkte absie lehnte sich, neue Kräfte sammelnd, an den Thürpfosten. Dann aber raffte sie sich wie in schnellem Entschluß auf besorgt alles darauf Bezügliche. Den Vorständen einer zugeben. jeden Gewerkschaft, welche zusammen den Generalrath bilden, Der Delegirte der Gewerkschaft der Holzbildhauer erDie Straßen der kleinen Stadt waren öde und leer; liegt es ob, mit den Unternehmern zu verhandeln; die klärte sich mit der Errichtung einer Arbeitsbörse einverDie Straßen der kleinen Stadt waren öde und leer; Arbeitslöhne werden periodisch nach dem Verkaufspreis standen, denn, meint er, sonst gehen die Arbeiter plannur ein paar Arbeiter kehrten mit schweren, müden Schritten der Produkte festgesetzt und für eine gewisse Zeit und los vor, da nichts ihre Interessen regelt". Er sagt ferner, heim und sahen erstaunt der wunderlichen Geſtalt nach, einen bestimmten Ort in einheitlicher Weise geregelt. daß die Arbeitsbörse für eine einheitliche Gestaltung der ihnen vorbeihuschte. Die erste Voraussetzung einer derartigen Einrichtung Arbeit von großer Wichtigkeit sein würde. Derselben Meinung war auch der Delegirte der ZinkBei dem kleinen Hause vor der Fabrik hielt Marie ist also eine starke gewerkschaftliche Organisation; an, tief aufathmend klopfte sie mit zitternder Hand an jeder einzelne Arbeitszweig muß erst fest organisirt sein, arbeiter, die sich jeden Morgen auf einem öffentlichen eine der Fensterläden. Vergebens horchte sie auf ein alle zu ihr gehörenden Arbeiter umfassen, und die ver- Platz versammeln und dort abwarten, daß sie eingestellt ,, Die Schaffung einer Arbeitsbörse würde in Geräusch in dem ihr wohl bekannten Zimmer. Nochmals schiedenen Organisationen müssen wieder untereinander werden. wiederholte sie das Zeichen, aber das Fenster wurde nicht eine Föderation bilden. In dieser Hinsicht bleibt den jeder Hinsicht von großem Nußen sein", fügte er hinzu. französischen Arbeitern noch viel zu thun übrig, denn Die Delegirten der Bautischler und Zimmerleute geöffnet. Fröftelnd zog sie das Tuch dichter um die Schultern leider ist hier die gewerkschaftliche Organisation noch sehr sagten aus, daß ihre Korporationen die Errichtung einer und tastete sich nach der Thür hin. Bebend zog sie den schwach. In Paris z. B. giebt es Industriezweige, in Arbeitsbörse mit Vergnügen annehmen werden. Die Delegirten der Tapezierer drücken ihre große glänzenden Klingelgriff; nur ein schwacher, wie klagender denen 10 000 Arbeiter thätig sind, von denen nur 2300 Ton wurde in dem Hause laut, dann ein schlurfender der Gewerkschaft angehören. Wenn dies in einer Stadt Freude über die Arbeitsbörse aus, da der Miethzins eines Schritt und das Knarren des Schlüssels im Schlosse. allein schon vorkommt, wie muß es dann um die Organi- Lokales für ihre Korporation alle ihre Geldmittel verAber nicht der erwartete Diener Edwins öffnete die Thür, sation des betreffenden Arbeitszweiges in einer Gegend schlingt. Eine unentgeltlich zu ihrer Verfügung gestellte statt seiner zeigte sich, von dem Licht einer flackernden oder gar im ganzen Lande stehen? Noch schlimmer sieht Lokalität würde allein schon von ungeheurem Nußen für Kerze beleuchtet, das Gesicht einer Marien unbekannten es bei einer ganzen Reihe von Arbeitsbranchen aus, die sie sein. Derselben Ausicht waren auch die Delegirten der jeder Organisation ermangeln. Zwar hat der Gewerk- Maurer. Die alte Furcht, welche das Pariser Proletariat 1848 Mit mürrischer Stimme fragte diese nach dem Grunde schaftskongreß von Lyon versprochen, diesem Uebelstande der späten Störung. abzuhelfen, aber bei der tief eingewurzelten Abneigung der vor einer Arbeitsbörse empfunden hatte, war also gänz Franzosen gegen feste Organisation wird dieses Ziel nur lich verschwunden, die Arbeiter sahen in ihrer Errichtung nach langen und schweren Kämpfen erreicht werden. Bis ein treffliches Plazirungsbureau, begrüßten sie mit Freuden jetzt können sich nicht einmal die praktischen englischen als ein Bindemittel, welches zur Einigung und AneinanderTrades Unions eines vollen derartigen Erfolges rühmen; schließung der Arbeiterreihen beitragen sollte. Dank dem regen Eifer, mit welchem die sozialistischen am meisten nähern sich vielleicht die amerikanischen ,, Knights die mit verhülltem Kopf zu so später Abendstunde an alten Frau. Marie konnte nicht gleich antworten. Stammelnd stellte sie endlich die Gegenfrage: Edwins kam Der Herr?" lachte die Frau auf. Der Herr ist weit weg, mit der schönen, jungen Gnädigen auf der Hochzeitsreise. Für die Mamsellen, mit denen der Herr früher seine Liebschaften hatte, giebt's hier nichts mehr zu holen!" ,, Wo ist der Herr-?" Der Name doch nicht über die zuckenden Lippen. gerathen, sagte der Arzt. So kam diese doch zu einem ehrlichen Begräbniß. Maria. in den Vordergrund tritt. Die Arbeitsbörse ist also bestimmt: of Labor" und die ,, Central Labour Union" von Nord- Stadträthe die Angelegenheit verfolgten, die betreffenden amerika dem wahrhaft großartigen Ideale einer Organi- Behörden zur Eile anfeuerten, unter der Masse der Arſation, die alle Arbeiter eines Landes umfaßt. Wie be- beiter, sowie in den Gewerkschaftskammern und Vereinsreits gesagt, stehen die Franzosen diesem Ziele noch ziemlich gruppen Propaganda betrieben, nahm das Projekt der Die Thür fiel krachend ins Schloß. Nur einen leisen fern, und da wird die Arbeiterbörse, abgesehen von ihren Arbeitsbörse endlich Fleisch und Blut an. Seufzer stieß die verhüllte Gestalt aus und wankte dann praktischen Vortheilen, berufen sein, der Entwickelung der Und wie sich seit Auftauchung des ersten Planes einer in Nacht und Regen weiter. Arbeiter- Assoziationen in Paris und dem ganzen Arbeitsbörse die Verhältnisse verändert haben, so hat auch Lande den Weg zu bahnen, eine Organisation jedes gleicherweise der Charakter, die Einrichtung, die Wirksameinzelnen Arbeitszweiges, sowie die Vereinigung aller zu keit der Institution eine Veränderung und Erweiterung Am nächsten Morgen zog man eine Leiche aus dem einer Zentral- Union zu beschleunigen. erfahren. Weiher neben der Fabrik. Die alte Wittwe Franke hatte, Die öffentliche Gewalt, die Gewerkschaften, die Presse vom Nachtwachen erschöpft, ihre Tochter außer Acht ge- spielen in Bezug auf die Statistik der Arbeit, welche jetzt Behörde liefert die günstigst materiellen Bedingungen zur Die Arbeitsbörse hat ferner eine wichtige Rolle zu find in den Kreis der Arbeitsbörse gezogen worden. Die lassen und diese war im Fieberwahn in das Wasser in allen modernen industriellen Staaten mehr und mehr Organisation der Arbeitsstatistik und des Arbeitsmarktes, Die Arbeitsbörse muß in die Gewerkschaften bilden das regulirende, hauptsächlichste diesem Punkte von Staat und Gemeinde unterstützt werden, und dauernde Element; die Presse bildet das Organ der Als es hieß, die alte Franken sei ob des Verlustes da beide das größte Interesse daran haben, in dem modernen Verbreitung, der Bekanntmachung der Arbeitsstatistik. ihrer Tochter um den Verstand gekommen, da erbot sich internationalen Konkurrenzkampfe den Stand der Produktion Verbreitung, der Bekanntmachung der Arbeitsstatiſtik. Herr Edwin, der jetzige Besitzer der Fabrik, ihr monatlich der konkurrirenden Länder genau kennen zu lernen, ferner eine Unterstützung zu geben, damit sie der Gemeinde nicht aber auch behufs Durchführung sozialer, ökonomischer 1. Einen öffentlichen Saal von genügender Auszur Last falle. Lange wird der edle Wohlthäter die Zahlung wohl Vereinigten Staaten haben in dieser Hinsicht mit ihrem Reformen, sobald dieselben ernstlich gemeint sind. Die dehnung zum direkten Engagement von Arbeitern zu liefern. nicht mehr zu leisten haben; noch mehr wie das Alter statistischen Arbeitsbureau den Anfang gemacht und Europa 2. Den Arbeitern jeder Profession die nothwendigen zehrt an der Wittwe die Sehnsucht nach ihrer armen den Weg gezeigt. Natürlich waren es in Nordamerika Lokale für ihre Versammlungen zur Verfügung zu stellen. die Arbeiterorganisationen, welche die statistischen Arbeits- 3. Aemter einzurichten, welche dazu bestimmt sind, bureaus durchgesetzt haben, und zwar zuerst 1869 im Nachfrage und Angebot von Arbeit in besondere Register Die Arbeitsbörse in Paris. Staate Massachusetts. An der Spitze dieser Einrichtung einzutragen und die betreffenden Thatsachen den InteressenEine Errungenschaft der Gewerkschaften in Frankreich. steht von dem genannten Jahre an der bekannte Statistiker ten mitzutheilen. Diese Aemter müssen von der Direktion Wright; er hat jährlich den Kammern einen Bericht ein- der Arbeitsbörse unterhalten werden. zureichen und damit gleichsam den Rahmen für eine be- 4. Wöchentlich die Hauptpreise der Arbeit" zu ver ständige Enquete über die Arbeitsverhältnisse zu zeichnen. öffentlichen, und zwar sowohl die von Paris, wie auch In Deutschland war es der bekannte Freihändler Seine Untersuchungen erstrecken sich auf den körperlichen, die von großen industriellen und kommerziellen Zentren Mar Wirth, der für eine Arbeitsbörse eintrat. 1856 geistigen und moralischen Zustand der Arbeiter, den Ein- Frankreichs und des Auslands. gründete er eine Zeitung,„ Der Arbeitgeber", die der fluß, den die Natur der Arbeit auf denselben ausübt; 5. Alle Interessenten aufzuklären über Angebot und praktischen Statistik der Arbeit dienen sollte. Wie Moli- die Hygiene der Arbeitslokalitäten, die Zahl der Arbeits- Nachfrage nach Arbeit in den industriellen Hauptzentren nari wollte auch er die Arbeiter über den Stand des stunden, die Arbeitslöhne, die Ablöhnungsweise, das jäbr- Frankreichs und des Auslandes besonders aber hervorzuökonomischen Marktes aufklären. Seinem Unternehmen liche Einkommen und die jährlichen Ausgaben des Arbeiters, heben, wo Mangel an Arbeitern, wo starke Nachfrage ist. lag die Absicht zu Grunde, die Zahl der Arbeitslosen zu die Aſſoziationen, die Streiks, Schiedsgerichte, die ver- die Hände der Gewerkschaften gelegt werden. 6. Die ganze Verwaltung der Arbeitsbörse soll in vermindern und dadurch die Verzehrung von Ersparnissen, schiedenen Formen von Produktiv- und Konsumgenossen- die Hände der Gewerkschaften gelegt werden. von Kassenunterstüßungen einzuschränken; ferner die Ge- schaften u. s. w. ( Schluß folgt.) sammtproduktion und somit auch die Arbeitslöhne zu heben. Dieses berühmt gewordene statistische Arbeitsbureau Eine naiv kleinbürgerliche Absicht. von Boston( Bureau of Statistics of Labor) dehnte Auch Mar Wirth fand bei den Arbeitern Deutschlands bald seine Thätigkeit nicht nur über den Staat von keine Sympathie, sein Unternehmen trug zu sehr den Massachusetts aus, sondern auch über ganz Amerika und Stempel der Charlatanerie an sich. Darauf gelangte er Europa, indem es eine vergleichende Statiſtik der Arbeit Großindustrie aufgesogen wird, ist nicht weg zu leugnen. Die Thatsache, daß das kleine Handwerk von der zu der Ueberzeugung, daß nur Staat und Kommune im in allen Staaten von Nordamerika und Europa publizirt. Die Handwerker merken es am eignen Leibe und selbst reakStande sei, eine solche Arbeitsbörse einzurichten und lebens- Die Schaffung derartiger statistischer Arbeitsbureaus tionäre Kreise, soweit sie in das Volksleben sich einen freieren fähig zu machen. Freilich forderte Mar Wirth nur die für ganz Deutschland wurde 1871 in einer Broschüre: Blick gewahrt haben, wagen nicht mehr es abzuleugnen, Einmischung des Staates als Organ für Bekanntmachungen,„ Die Arbeitsämter", von Schönberg vorgeschlagen, in der daß ganz gewiß und sicher an die Stelle der Werkstatt II. ( Fortsetzung.) Kann das Handwerk gehoben werden? allm Läd sächs dem „ De die! der könn täuf Dat wird werk der Wiel Läde Herf verli derei hant da 1 der wirk größ waa gewe klein die i fach der weite oder hund in 1 Waa Leitu fann Zwei DI hand Dai der und aufb begri feher dene viel zich Lebe gefe sich vorg die Men Jou seitig licher gefet die hau män ihrer ein die Zun auch verke sicht der n ler e Haifi Mee beka ganz einzig Beut Welt und bilde einer veru daß seine und hat, Inn Zün gehe aber ich a hand Hau deru bot allmählich die Fabriken treten, und daß die heutigen Läden von den großen Bazaren verdrängt werden. Ein in letzter Zeit über diese Frage leitartikelndes sächsisches Regierungsblatt allerkonservativster Richtung singt dem Verschwinden des Zwischenhandels folgendes Loblied: „Der unnütze und unfruchtbare Zwischenhandel wird durch die Bazare sehr vermindert, schon dadurch leisten sie der Allgemeinheit wesentliche Dienste. Außerdem können sie auch billigere Preise stellen und bieten bei Ein- käufen irgend welcher Art unleugbare Bequemlichkeiten. Dank der stetig sich vervollkommnenden Verkehrsmittel wird der Zwischenhandel inimer mehr und mehr vermieden werden und die großen Bazars im Verhältniß aufblühen." Verminderung des Zwischenhandels, Verminderung der kleinen Läden, Vermindenmg der Preise der Waarcn, Wiedergewinnung der im Zwischenhandel und in den Läden nicht waarenerzeugend verwendeten Kräfte für die Herstellung von Waaren, das klingt so wirthschaftlich verlockend, daß es lohnt, das Bild auch nach der an- deren Seite, nach der Seite der Verminderung des kleinen handwerksmäßigen Betriebes auszumalen, um zu sehen, ob da nicht dieselben Vortheile zu Tage treten. Ist es denn wegzuleugnen, daß die Zusammenziehung der Kleinbetriebe in große Fabriken nicht ganz genau ebenso wirkt, wie die Aufsaugung der kleinen Läden durch die größeren Bazare? Sicher werden auch dadurch viele nicht waarenerzeugende Kräfte für die Herstellung von Waarcn gewonnen. Tie Abhaltungen und Laufereien, die den kleinen Meister von der Arbeit fern halten, die Besorgungen, die ihn kaufmännisch in Anspruch nehmen und ihn viel- sack, ganz der Arbeit entziehen, stellen ohne Zweifel einen der herstellenden Arbeit entzogenen Zeitverlust dar, der bei weitem geringer ausfällt, wenn die Handwerksmeister alle, oder zum größten Theil Arbeiter sind, und für viele hundert kleine Werkstätten einige riesige Fabriken bestehen, in welchen viel weniger Personen zur Besorgung der Waarenerzeugung, der Beaufsichtigung und kaufmännischen Leitung der Geschäfte erforderlich sind. Daß der Fabrikbetrieb billigere Preise stellen kann, als der handwerksmäßige Betrieb, ist ohne allen Zweifel richtig. Wir könnten also ausrufen, wie das „Dresdener Journal" über die Aufsaugung des Kleinhandels, auch über die Verdrängung des Kleinbetriebes: Dank den stetig sich vervollkommiienden Maschinen wird der Kleinbetrieb immer mehr und mehr vermieden werden und die großen Fabriken werden im gleichen Verhältniß aufblühen. Ob wir dies Verhältniß aber loben und mit Tank begrüßen, oder ob wir es beklagen und mit Trauer an- sehen, so viel ist gewiß, und das giebt auch das„Trcs- dener Journal" ausdrücklich zu, die Verschmelzung vieler Kleinbetriebe zu einem Großbetrieb voll- zieht sich auf allen Gebieten des wir thschaftlichcu Lebens mit der Unfehlbarkeit eines Natur- gesetzes. Mit Naturgesetzen zu hadern, ist Thorheit, man muß nch mit ihnen abfinden. Man muß an den von ihnen her- vorgerufenen Ereignissen die Seite zu befördern suchen, die es ernröglicht, die Wirkungen der Naturgesetze der Menschheit zum Nutzen zu gestalte». Mit dem von konservativer Seite im„Dresdener Journal" ausgesprochenen Zugeständniß, daß die Be- seitigung des Kleinbetriebes eine Folge von wirthschast- lichcn Gesetzen ist, die so ununistößlich sind wie Natur- gesetzt, welchem Urlheil wir voll und ganz zustimmen, ist die Frage beantwortet, ob sich das Handwerk über- Haupt heben läßt. Ob aus den Bestrebungen der Zünftler, der Acker- männer, der Bichl, der Brandes, ihrer hohen Gönner und ihrer kleinen Nachfolger dem handwerksmäßigen Kleinbetrieb ein wesentlicher Nutzen erwachsen kann? Ein ganz entschiedenes und energisches„Nein!" ist die nicht mißzuverstchende Antwort. Mit dem ganzen Zunftapparat ist nichts zu erreichen, diese Einsicht sängt auch in der Gefolgschaft der Zünftler an, sich in nicht zu verkennender Weise auszubreiten. Tie Folgen dieser Ein- ficht sind zwar ganz eigenthümliche, aber dem Charakter der wenig einsichtigen, selbstsüchtigen und beschränkten Zünft- ler entsprechend. Der Zünftler ist in dem Bilde eines Haifisches, der die Absicht hat, der einzige Haifisch des Meeres zu sein, um allein schlucken zu dürfen, durch ein bekanntes Witzblatt sehr richtig gekennzeichnet. Tie ganze Volkswirthschast der Zünftler faßt sich in die eine einzige Frage zusammen: Wie ist es möglich, meinen Beutel bester zu ftillcn? Was aus der ganzen übrigen Welt wird, ob Tansende und Abertausende verhungern und verkommen müssen, wenn des Zünstlers Gedanken- bilder durchgeführt werden sollten, das ist ihm vollkommen einerlei und hat ihm noch nie eine Stunde Nachdenken verursacht. Ihm genügt es, wenn irgendwie erreicht wird, daß er seiner Kundschaft beliebig hohe Preise abverlangen, seinen Gesellen möglichtt niedrige Löhne nach Willkür zahlen und Lehrlinge ausbeuten kann. Da nun die Erfahrung z. B. in Oesterreich gelehrt hat, daß mit den bekannten„Zunftforderungen" nach Innung und Prüfung gar nichts erreicht ist, so dehnt der Zünftler seine„Forderungen" aus. Einige der weiter gehenden Ansprüche sind freilich schon älterer Natur, andere aber sind erst in neuester Zeit hinzugekommen. Zu den ersteren rechnen wir die Forderung nach Ab- schaffung der Beschäftigung der Gefangenen mit handwerksmäßiger Arbeit und nach dem Verbot des Hausirhandels. Zu den letzteren, weitergehenden For- derungen sind zu rechnen, das Verlangen nach dem Ver- bot des Zwischenhandels mit Handwerkserzeug- nissen überhaupt und das Verbot von Fabriken, die Handwerkserzeugniste herstellen. Während die ersteren Forderungen noch eine gewisse Bescheidenheit zeigen und sich mit den augenblicklichen Culturzuständen vielleicht, wenn auch nicht ohne schwere Störung der Rechte anderer, durchführen lassen würden, so sind die neueren Forderungen geradezu gegen die heutige Wirthschaftsordnung gerichtet und zwar derartig, daß sie auf ein Zerstören all der technischen und mechanischen Fortschritte hinauslaufen, die seit etwa zwei Jahrhunderten gemacht sind. Es gehört die ganze wirthschaftliche Unbildung der Zünftler dazu, um so rohe Maßregeln zu befürworten, die Alles das in Trümmer schlagen sollen, was ohne Zweifel bei richtiger Verwendung zum Heile der Mensch- heit dienen kau». Müßte nicht die Erfüllung solcher For- derungen, die im Wesentlichen dahin gehen, daß der ver- schwundene zünftige Nagelschmied sein Gewerbe wieder mit Nutzen betreiben kann, eine Zerstörung aller Fabriken, Maschinen, Eisenbahnen, Telegraphen und aller ähnlicher Einrichtungen, kurz eine wirthschaftliche Revolution hervor- rufen, welche alles hinwegfegt, was an Kultur in vielen Jahrhunderten geschaffen ist? Und das Alles um einigen Haifischen zu gestatten, daß sie allein schlucken können, um den Geldbeutel einiger Jnnungsmeister zu füllen! Tie Jnnungsbestrebungen und die Jnnungsforderungen laufen ans so absurde Ziele hinaus, daß sie von Nie- mandem ernst genommen werden können. Tie Politiker und Staatsmänner, welche sie augenblicklich zu unter- stützen scheinen, erkennen dies auch ohne Zweifel. Aus den Reden verschiedener hoher Beamter in den Jnnungs- Versammlungen geht ohne Zweideutigkeit hervor, daß die Regierungen nicht daran denken, von den Hauptforderungen der Zünftler ihnen irgend etwas zu bewilligen, schon aus dem einfachen Grunde nicht, weil das hieße, den heutigen Staat und die heutige Gesellschaft vom Grund ans zer- stören, nicht um des Fortschrittes willen, sondern um die Menschheit in die mittelalterliche Barbarei auch wirth- schastlich zurückzuführen. Davor hat man aber doch ein Grauen, und das mächtige Großkapital, das festgelegte, wie das bewegliche, würden einen solchen Unsinn nicht zu- lassen. Man hüll die Zünftler durch kleine, im Ganzen unwesentliche Bewilligungen und durch uugreifbare Ver- sprechungen hin, um die Kleiu-Bürger an den Wagen der Reaktion zu spannen, was auch mit Erfolg erreicht ist. Wenn aber aus dem Wege, den die Zünftler wandeln, zur„Hebung der Handwerker" garnichts zu erreichen ist, und das auch von den einsichtigeren Volkswirthen der alten Schule eingesehen und halb und halb sogar zuge- standen wird, wie denken diese einsichtigeren Kreise sich dann dasjenige, was zu geschehen hat, um dieses wirth- schaftliche Gesetz, das so unabänderlich wie ein Natur- gesetz die Kleinbetriebe durch die Großbetriebe aufzehren macht, zum Wohle der Menschheit zu lenken? Wir begegnen da leider derselben Gedankenannuth, derselben Rathlosigkeit, wie bei den Zünftlern. Die Vor- schlüge, die von dieser Seite kommen, haben zwar nicht die rohe Rücksichtslosigkeit wie die der Zünftler, an Wirkungs- losigkeit und Unaussührbarkeit stehen sie ihnen aber voll- kommen gleich. Auch das„Dresdener Journal" vermag nur Vorschläge zu machen, deren Nutzlosigkeit auf der Hand liegt. Diese Vorschläge kommen darauf hinaus, Innungen und Handiverkerverbände sollen sich zu Genossenschaften verbinden, gemeinsame Fabriken und gemeinsame Bazare anlegen, um es dem Großkapital gleich zu thun. Dieser Vorschlag ist nicht von Vortheil für das Handwerk, weil aus dem Zusammenschluß der kleinen Gewcrbtreiben- den zu Aktiengesellschaften— denn anders wäre es doch nichts, wie man das Ding auch nennen wollte— sich keine so starken Gesellschaften ergeben würden, die den Kampf mit dem Großkapital, das sich dann, den Kampf aufnehmend, auch noch stärker als heute verbinden würde, mit Erfolg bestehen könnten. Ter Vorrheil des Großkapitals liegt nicht zum Wenigsten darin, daß der Besitzer einer Million zum Beispiel von einer Rente von drei Prozent eine ganz genügende Einnahme haben kann, während der Besitzer von einigen Tausenden von einer solchen Rente nicht zu leben vermag. Nun denke mau sich die Meister eines bestimmten Gewerbes, nehmen wir die Schuhmacher an, in einer Stadt zu einer Genossenschaft vereint. Sie haben, was sie an Kapital besitzen, zusammen geworfen und eine Schuhfabrik nach neuestem Fortschritt der Technik gegründet. Die wohlhabenderen haben mehr, die ärmeren weniger beigesteuert. Eine große, sehr große Zahl hat aber außer! seinem nicht besonders hoch bewertheten Werk- zeug durchaus nichts besessen, ist also von vorn herein von dieser Genossenschaft ausgeschlossen. Es würde wohl die starke Hälfte aller Handwerker sein, die von solcher Wirthschaftsreform ausgeschlossen wären, auf die sich also diese„Selbsthilfe" nicht er- strecken könnte. Sie sind ohne Gnade dem weiteren Ver- kommen preis gegeben. Nun nehmen wir an, die andere Hälfte hat durch Einlage ihres ganzen frei zu machenden Kapitals und durch Kredite, die sie erhalten hat, eine Schuhfabrik ge- gründet. Sie besitzen Antheilsscheine für ihre Einlagen. Die Fabrik beginnt ihre Arbeit. Das erste was sich herausstellt ist, daß die Fabrik, wenn sie mit Nutzen arbeiten soll, unter einer gewissen Größe nicht bestehen kann, da sonst die Unkosten gegenüber den großen Fabriken des Großkapitals zu hoch werden und den Gewinn zu sehr verringern. Die Fabrik der Innung ist gezwungen, wenn sie im Wettbewerb sich behaupten soll, nach denselben Grund- sähen zu arbeiten, wie die Fabrik des Großkapitals. Sie muß an Arbeitslöhnen möglichst sparen, die Zahl der Arbeiter möglichst verringern, die Maschinenarbeit möglichst ausdehnen, die Arbeiter möglichst drücken und ausnutzen und den Betrieb möglichst ausdehnen, um auf dem Markte die möglichst niedrigen Preise stellen zu können. Die Fabrik wird also gezwungen sein, viel mehr Arbeil zu liefern, als früher in den Werkstätten der ein- zelnen Meister geliefert wurde und wird dazu erheblich weniger Arbeiter gebrauchen. Ter Antheilschein, den der Meister in der Hand hat, wird in der Regel nicht so hoch sein, daß der Meister von der Dividende leben kann, wenn es eine solche überhaupt giebt, es werden aber auch nicht einmal alle mit Antheilscheinen versehenen Meister in der Fabrik Arbeit finden können. Von den Meistern, die keine Autheilscheine, wegen zu großer Armuth, haben nehmen können, und von den Gesellen ist dabei gar keine Rede, sie sind von vorn herein bei dieser selbsthilflerischen Sozial- resorm, die Produktion und Konsumtion nicht regeln, son- der» dem freien Spiel der wirthschaftlichen Kräfte über- lassen wird, zum Untergange, zur Vagabundage ver- urtheilt. Was bei den Schustern zutrifft, würde bei allen ähnlichen Gewerben ebenso eintreten. Eine kleinere Zahl von Meistern würden durch die Jnnungsfabriken zu Ar- beilern derselben gemacht, und die größere Zahl von Meistern und Gesellen noch weit schneller als heut im natürlichen Lauf der Verhältnisse zu Vagabunden hinab gebracht. Das wäre eine herrliche Sozialreform, die den selbstständigen Gewerbebetrieb beseitigt unter dem Vorgeben, ihm zu helfen. Dabei wäre der Kamps dieser schwachen Jnnungs- genosienschaften gegen das Großkapital ein ganz aussichts- loser schon aus dem Grunde, weil nun jede größere Innung nothweudig auch versuchen müßte, eine solche Fabrik an- zulegen, dadurch aber bei Verminderung des Marktes durch die von dieser Sozialreform verursachte Herabsetzung der Zahl der beschäftigten Arbeiter, und also auch ihrer Löhne, ein Preisrückgang der Waare eintreten müßte, der nur ganz großen und kapitalstarkcn Unternehmungen noch einen Wettbewerb gestatten würde. Das Handwerk wäre durch diesen selbsthilf- lerischen Hebungsvorschlag also mit einem Schlage beseitigt. Man sieht, die zünftlerischen Bestrc- bungen können zu keinem Heben des Handwerkes führen und die liberalen und konservativen selbsthilflerischen Vor- schlüge auch nicht. Wir müssen also die Wahrheit aner- kennen, bei der heutigen Wirthschastsweise ist das.Hand- werk dem unzweifelhaften Untergange versallen. Wir weinen ihm auch keine Thränc nach. Das Handwerk ist ein Uebcrbleibsel einer zurückliegenden Zeit, die die heutigen Fortschritte der Gewerbe, Künste und Wissenschaften nicht kannte, es verträgt sich mit diesen Fortschritten nicht. Wir wollen aber auf diese Fort- schritte keineswegs verzichten, damit ein Paar Zünftler einen sicheren und guten Verdienst haben, wir wollen vielmehr, daß durch gesunde und durchgrci- sende wirthschaftliche Umformungen die Vortheile dieser Fortschritte von Gewerben, Künsten und Wissenschaft ten ein Gemeingut werden, daß sie nicht nur einigen Wenigen zu Nutzen kommen, sondern Allen dienen. Das ist unser Streben, das ist unser Ziel, dem wir bewußt und unentwegt eiitgegenschreitcn, das wir unbeirrt durch Verfolgungen und Anfeindungen verfolgen und verfolgen werden. Unsere beste Verbündete, die uns unbedingt zum Siege führt, ist die Wucht der unableugbaren That- fache, die auch das reaktionäre„Dresdener Journal" anerkennt:„Die Verschmelzung vieler kleiner Betriebe zu einem großen vollzieht sich auf allen Gebieten des wirth- schaftlichen Lebens mit der Unfehlbarkeit eines Naturgesetzes" und:„So gewiß an die Stelle der Werkstatt allmählich die Fabriken treten, werden unsere heutigen Läden von den großen Bazaren verdrängt werden." Nuit denn, ebenso gewiß mit der Unfehlbarkeit eines Naturgesetzes wird die heutige Lohnarbeit durch die genossenschaftliche Arbeit verdrängt werden, ebenso gewiß wird das Kapital aufhören, nur für Einzelne zu arbeiten, sondem wird beginnen, der Gcsammtheit zu dienen, ebenso gewiß werden Herstellung und Ver- brauch von der Gemeinschaft geregelt werden, kurz ebenso gewiß werden alle unsere Forderungen, unsere allein richtigen und allein vernünftigen Bestrebungen nach wirth- schaftlicher Umformung verwirklicht werden. Sie werden um so eher verwirklicht werden und um so ruhiger werden sich die Umformungen vollziehen, ein je größeres Verständ- niß die großeil Volksmassen, die Arbeiter, für die politi- scheu und wirthschaftlichen Fragen haben werden. Wir finden also nicht, daß die Arbeitervereinigungen zu sehr den politischen Boden betreten, wie man gegnerischerseits ausspricht, sondern wir glauben, sie können diesen Boden gar nicht fest genug betreten, mir halten eine jede Arbeiter- Vereinigung, die diesen politischen Boden nickt bettitt, für zwecklose Spielerei, an deren Bestehen wir kein Interesse haben. Die Arbeitslosen in London. G London, 11. Oktober. Obwohl vom Winter hier noch sehr wenig zu spüren ist, hat doch schon die Arbeitslosigkeit bedenkliche Dimensionen angenommen. Am vergangenen Sonüabend zogen bereits einige Hundert Arbeits- und Obdachlose vor das Lokal Gouvernement Board, um durch eine Demonstration der Regierung die Vereine und Versammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Rosenthalerstr. 38. Sonntag, Noth vor Augen zu führen. Sie trugen eine schwarze| besage, Zweck des Verbandes sei die Beschaffung eines fräftigen Fahne mit der Inschrift:„ Wir wollen Arbeit oder Brot!" Lebensunterhaltes für den Gesellen und dessen Familie. den 16. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Waldeckund gingen ihres Weges," ohne ein Wort zu sprechen. Um dieſen Zweck zu erreichen, sei ein solidarisches Zuſammenwirken Manasse über„ Die Stellung der Frauen zur freireligiösen Beder gesammten Arbeiter durchaus erforderlich. Er( Redner) sei wegung". Damen und Herren als Gäste willkommen. Am Ziel angekommen, wurde eine Deputation von drei fein Freund von Streits; denn die Lohnerhöhung würde von Fachverein der Buchbinder und verwandter BerufsMitgliedern hineingeschickt, die durch einen Hilfssekretär selbst kommen, wenn nur stets Arbeitsgelegenheit vorhanden wäre. genossen( Verbandsverein). Sonnabend, den 15. Oktober, Abends empfangen wurde. Demselben wurde eine Resolution Sei das Angebot von Arbeitskräften größer als die Nachfrage nach 8 Uhr, im Restaurant Reyer, Alte Jakobstr. 83. Geselliger folgenden Inhalts überreicht:„ Diese Versammlung obdach- solchen, so würde ein Sinken der Arbeitslöhne die unausbleibliche Abend. Damen und Herren als Gäste willkommen! Um recht Folge davon sein. Aus diesem Grunde sei die Bestimmung des zahlreichen Besuch bittet der Vorstand. Loser Männer und Frauen verlangt das Recht, durch§ 1 Absaz b( Verkürzung der Arbeitszeit) von großer Bedeutung. Verein deutscher Schuhmacher. Sonntag, d. 16. d. M., ehrliche Arbeit ihr Leben fristen zu dürfen und fordert die Was durch Streits zu erreichen sei, das beweise am besten die Abends 7 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Beuthstr. 8, Hof 2 Tr. Regierung auf, ihr ohne Verzug Arbeit zu anständigem Streitbewegung in England, dem" Mutterlande des Streiks". Dort Gesellige Abendunterhaltung der Mitglieder mit Damen. Rege waren in einem Jahrzehnt, 1870-80, 2352 Streiks, welche insge- Betheiligung erwünscht. Lohn zu verschaffen. Sollte dies nicht geschehen, dann sammt 9027 Wochen dauerten und durch welche eine Lohnerhöhung von Verein zur Wahrung der Interessen der Ladirerzc. erklärt die Versammlung, daß es ihr fester Entschluß ist, 10000 000 m. erzielt wurde, ausgebrochen. Von diesen 2352 Streits Die Vereinsversammlung am 10. Oftober, in der Herr Mehner kein Mittel unversucht zu lassen, um dem Elend und der wurden nur 71 von den Arbeitern gewonnen, 91 wurden durch einen Vortrag halten sollte, fonnte nicht stattfinden, weil die poliNoth Einhalt zu thun, unter welcher Tausende von ar- Vereinbarung geschlichtet, während 2190 zu Ungunfien der Arbeiter zeiliche Genehmigung versagt wurde. Fachverein sämmtlicher an Holzbearbeitungsausfielen. Immerhin könne durch die Vereinigung der Arbeiter beitenden Männern, Frauen und Kindern leiden, wie dies mancher Erfolg erzielt werden; so zählte die 1860 gegründete„ Ver- Maschinen beschäftigter Arbeiter. General- Versammlung jede Nacht auf dem Trafalgar Square konstatirt werden einigte Gewerkschaft der Zimmerer und Tischler in England" im Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, bei Säger, Grüner fann."*) Die Deputation schilderte dann des weiteren Jahre 1879 eine Mitgliederzahl von 17034. Die Einnahmen dieser Weg 29. Tagesordnung: 1. Vierteljahres- Bericht. 2. Ergänzungsdas herrschende Elend und erklärte, daß es nach ihrer Gewerkschaft betrugen in dem genannten Jahre 797 100 M., der wahl des Vorstandes des Arbeitsnachweis- Komitee. 3. VorstandsStaffenbestand 1 071 920 M. Die Unterſtüßung an arbeitslose Mit- Anträge. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Ansicht die Pflicht der Regierung sei, sofort die geplanten glieder betrug im Jahre 1879 775 140 M. Noch günstiger hätten Neue Mitglieder werden aufgenommen. öffentlichen Arbeiten in Angriff nehmen zu lassen. Der sich die Verhältnisse der im Jahre 1821 gegründeten Organisation Die Liedertafel der Maler Berlins feiert ihr erstes Sekretär erklärte, daß die Regierung vorläufig leider nichts der englischen Maschinenbauer gestaltet; dieselbe zählte 1880 44 692 Stiftungsfest am Sonnabend, den 22. Oftober, in Nieft's Salon, Großes Instrumental- und Vokalfür sie thun könne. Der Zug setzte sich daraufhin wieder Mitglieder und erzielte eine Jahreseinnahme von 2560 140 M., Kommandantenſtr. 71-72. welcher eine Ausgabe von 2 781 800 M. gegenüber stand. Der Konzert, verbunden mit komischen Vorträgen. Billets hierzu find in Bewegung und marschirte durch mehrere Straßen des Kassenbestand dieser Organisation betrug am Schlusse des Jahres vorher an allen Abenden bei Sodtke, Nitterstr. 123, in Empfang vornehmen Westens nach dem Trafalgar Square, wo man 1880 2 600 184 m., während die Kasse im Jahre 1877 sogar einen zu nehmen. Anfang des Konzerts präzise 8 Uhr Abends. den Beschluß faßte, von nun an jeden Tag derartige Um- Bestand von 5505 400 M. aufzuweisen hatte. In der Zeit von Entree 30 Pf. Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 15. Oftober, züge zu veranstalten und dieselben so lange fortzuseßen, bis 1871-80 hätte diese Kasse über 10 Millionen Mark an Unterftübungen ausbezahlt. Hieraus könne man ersehen, was durch in Keller's Gesellschaftsfälen, Andreasstr. 21( an der Ringbahn.) endlich Abhilfe geschaffen werde. Ich sahlsie heute Morgen mit festes Busammenhalten geleistet werden kann. Eine möglichst Vereins- Ball. Anfang Abends 82 Uhr. Billets sind nur vorher ihrem schwarzen Banner, und ich muß gestehen, daß ich selten dauernde Lohnerhöhung sei nur durch Herabsetzung der täg bei folgenden Vereinsmitgliedern zu haben: Apelt( Möbelhandlung); einen so erschütternden Anblick gehabt habe. Schlotternd lichen Arbeitszeit zu erreichen; je mehr die Arbeitszeit verkürzt Sebaftianstraße 27-28; Fest, Hollmannstr. 1, 1 Tr.; Grünwald, vor Kälte und Hunger hatten sich etwa 2000 Personen werde, desto weniger hätte man unter der Konkurrenz arbeitsloser Prinzenstr. 110, Hof 3 Tr., bei Schlüter; Georgi, Moritstr. 2; Kameraden, welche die Löhne herabdrücken, zu leiden. Würden Schulz, Brizerstraße 42; Merkel, Zossenerstr. 33, Hof 2 Tr.; Niemann, dem Zuge angeschlossen, und diese Zahl wird sich natür sämmtliche Zimmerleute Berlins täglich nur acht Stunden arbeiten, Belle- Alliancestr. 77; Witte, Möckernftr. 95; Meinz, Manteuffelstr. 97, lich von Tag zu Tag steigern. Wenn der Winter nicht so wäre für ca. 750 Mann mehr, als gegenwärtig beschäftigt Hof 3 Tr.; Glocke, Wrangelstr. 30; Palme, Andreasstr. 17; Grabert, ungewöhnlich milde wird, gehen hier Hunderttausende von werden, Arbeit vorhanden; wenn eine derart verkürzte Arbeitszeit Ballisadenstraße 43; Thierbach, Neue Königstraße 72; Bielstein, Arbeitern einer entsetzlichen Zeit entgegen, denn der nicht nur in Berlin, sondern überall, in allen Induſtrieſtaaten, Gartenstr. 3, 4 Tr., bei Biedermann; Millarg, Lehrterstr. 22; desdurchgeführt würde, so müßte dies unzweifelhaft eine ganz be- gleichen am Sonnabend Abend auf den Zahlstellen des Vereins. Sommerverdienst ist geringer gewesen, als seit Jahren, deutende Steigerung der Arbeitslöhne zur Folge haben. Zum An der Kasse des Lokals werden keine Billets ausgegeben. und die gegenwärtige konservative Regierung wird wahr Schluß seines Vortrages forderte der Redner alle Kameraden zu Der Verein zur Wahrung der Interessen der scheinlich nichts Nennenswerthes zur Linderung der Noth unablässiger Agitation für den Verband auf, da nur durch eine Korbmacher Berlins u. Umgegend feiert sein viertes Stiftungsmöglichst starke Organisation die Lage der Berufsgenossen den fest am Sonnabend, den 15. Oktober, in Feuerstein's Salon, thun. heutigen Verhältnissen entsprechend verbessert werden könne. Als- Alte Jakobstr. 75, bestehend in Tanzkränzchen und Gesangsvorträgen. dann sprachen noch einige Redner über die schädlichen Wirkungen Beginn 8 Uhr. Billets, für Herren 50 Pf., für Damen 25 Pf., der Affordarbeit. Schluß der Versammlung Abends 11 Uhr. sind vorher zu haben bei den Herren Friedrich Jungnickel, Wienerstraße 11, und Reinh. Schulz, Lottumstr. 1 b. Freunde und Gönner des Vereins find freundlichst eingeladen. Central- Kranken- und Sterbekasse der Tischler. Fachverein der Metallschrauben-, Facondreher Fachverein der Buchbinder. Am vergangenen Sonnabend Große Mitglieder- Versammlung sämmtlicher hiesiger Filialen am und verwandter Berufsgenossen Berlins. Sonntag, den 16. d. M., hielt Herr Hieke, Lehrer der Naturheilkunde, im Fachverein der Sonntag, den 16. Oktober, Vormittags 10 Uhr, im Saale des Vormittags 10% Uhr, Generalversammlung in Böttcher's Solon, Buchbinder einen Vortrag über Medizinismus und Natur- Handwerker- Vereins, Sophienstraße 15. Tagesordnung: 1. Dis- Stöpenickerstr. 150/151. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kaffenheilkunde. Den zweiten Punkt der Versammlung bildete ein fussion über die vom Vorstand gestellten Anträge behufs Ab- bericht. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest. 3. Wahl des VerVorkommniß in der Schrägschnittmacherei von Krapped u. Co. Daselbst waren verschiedene Mißstände eingetreten und sahen sich die änderung des Statuts. 2. Wahl von 3 Delegirten zu der am gnügungskomitees zum nächsten Maskenball. 4. Verschiedenes. Zentral- Kranken- und Sterkekasse der deutschen dortigen Kollegen daher veranlaßt, die Arbeit einzustellen und 6. November in Hamburg stattfindenden außerordentlichen GeneralVersammlung. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Wagenbauer. Bezirk Berlin 4. Sonntag, den 16. d. M., Vorwurden die Vereinskollegen daher ersucht, dieser Werkstube fern- und pünktliches Erscheinen ersuchen die Ortsverwaltungen. J. A.: mittags 10 Uhr, Dresdenerstr. 10, bei Kloth, Versammlung. Tageszubleiben. H. Nöske. ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Innere StassenVersammlung der Central- Kranken- und SterbeCentral- Kranken- u. Begräbnißkasse für Frauen angelegenheiten. Unterstützungskaffe der deutschen Zimmerer( E. H. Nr. 2, und Mädchen( E. H. 26 in Offenbach). Hauptversammlung am Der Fachverein der Steinträger Berlins macht Hamburg), Verwaltungsstelle Berlin. Tagesordnung: 1. Abrechnung Montag, den 17. Oktober, Abends 81/2 Uhr, in Gratweil's Bier- bekannt, daß am 30. Oktober eine Versammlung für die im Befis pro 3. Quartal 1887. 2. Wahl der Bevollmächtigten zur Theil- hallen, Beuthstr. 8, Hof 1 Tr. Tagesordnung: Kassenbericht des einer rothen Karte befindlichen Mitglieder und am 13. November nahme an den Unfallversicherungen. 3. Zweck und Ziele des 3. Quartals, Ergänzungswahl zum Vorstande und Verschiedenes. die nächste ordentliche Mitgliederversammlung stattfindet. NB.: Den MitSanitätsvereins. 4. Verschiedenes. Die Abrechnungen wurden Um zahlreiches Erscheinen bittet der Vorstand. Verein zur Wahrung der in der Hutfabrikation ohne Einwendungen anerkannt und somit dem Kassirer Decharge er- gliedern die Mittheilung, daß der Kassirer Herr Georg Schiesst jetzt beschäftigten Arbeiter. Die regelmäßige Monatsversammlung theilt. Als erster Bevollmächtigter wurde Herr Jul. Darge, Friedrichstr. 154, Hof 3. Tr. wohnt. am Montag, den 17. Oktober, fällt aus, und findet dafür am Cöslinerstr. 3, als Stellvertreter Herr Loß, Schillstr. 14, und Herr Central- Kranken- u. Begräbnißkasse für Frauen Montag, den 24. Oftober, eine Generalversammlung statt. Tages Adolph Pöschmann, Chriſtinenstr. 41, gewählt. Zu dem Vortrage und Mädchen( E. H. 26 in Offenbach). Sonnabend, den ordnung: 1. Auflösung des Vereins. 2. Diskussion. Mit erhielt Herr Hundt das Wort. Derfelbe gab ein flares Bild über 22. Oftober, 3. Stiftungsfest im City- Hotel, Dresdenerstr. 52/53. gliedsbuch legitimirt. Wer länger als drei Monate( laut Statut den Vortheil, welchen speziell Hilfskaffenmitglieder haben, wenn sie Billets für Herren 50 Pf., für Damen 30 Pf. find in allen Zahl-§5) mit seinen Beiträgen im Rückstande ist, hat keinen Zutritt. dem Sanitätsverein angehören. Redner erläuterte in beredten stellen zu haben.( Siehe Inserat.) Der Reinertrag ist zu einem Verein der Sattler und Fachgenossen. Sonnabend, Worten den Nugen aller freien Hilfskaffen, denn in diesen sei das Unterstützungsfonds für ausgesteuerte hilfsbedürftige Mitglieder den 15. Oktober, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Selbstbestimmungsrecht der Arbeiter gewährt, es werde die Auf- bestimmt und ist deshalb recht rege Betheiligung erwünscht. Beuthstr. 8, Geschlossene Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: flärung der Arbeiter in einer für dieselben gewiß nüßlicher Weise Kranken- und Begräbnißkasse der Gürtler und 1. Wahl der Arbeitsvermittler und der Revisoren. 2. Antrag des alle Zeit gefördert. Völlig unklar sei es, wie Arbeiter um den Bronzeure( E. H. 60). Die nächste außerordentliche General- Vorstandes über Erniedrigung der Beiträge. 3. Verschiedenes. Bortheil weniger Pfennige halber diese ihre tiefsten Interessen hint Bersammlung findet am Sonntag, den 23 Oftober, im Louiſen- ftand. NB. Zu dem am 29. Oktober bei Steller, Andreasftr. 21, General- Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreichen Besuch ersucht der Vors ansetten, indem sie Mitglieder von Ortskassen würden resp. wären. Durch den Beitritt zum Sanitätsverein sei ein jeder gegen einen städtischen Konzerthause, Alte Jakobstr. 37, statt. geringen monatlichen Beitrag von 25 Pfg. vollständig sicher, einen 16. Oftober in der Berliner Reſſource: Tanzkränzchen, zu welchem Jakobstraße Nr. 11 zu haben. Kranken- Unterstüßungsbund der Schneider. Am stattfindenden Kränzchen sind Billets am Vereinsabend und Neue Arzt zu jeder Zeit und nach eigener Wahl zur Verfügung zu haben, Billets in den Zahlstellen Krauſenſtr. 11, Grenadierſtr. 33 und General- Bersammlung am Sonnabend, den 15. Oktober, Abends Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. ohne, wie früher, womöglich für Arzt- Honorar das halbe Krankengeld zu opfern. Für Familien sei der Vortheil ein ebenso großer, 8/2 Uhr, Michaelfirchstraße 39. Tagesordnung: 1. Vortrag des indem die Vereinsärzte bereitwilligst selbst dem Unbemitteltſten zu Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall- Herrn Dr. Zadet. 2. Vierteljahrsbericht. 3. Aufnahme neuer folgen verpflichtet wären, wenn dieser Mieglied sei. Auch die Bearbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin I. Den Mit- Mitglieder. 4. Antrag auf Statutenänderung. 5. Wahl eines handlung sei eine vollkommene, da jede Leistung dem Arzte bezahlt gliedern zur Kenntniß, daß die Zahlstelle Möckernſtr. und Tempel- Bergnügungs- Komitees. 6. Verschiedenes. Billets zu bem am würde. Die Zusammenstellung ergiebt, daß ca. 200 000 Ortskrantenhofer- Ufer- Ecke bei Moses nach der Lankwizſtr. und Teltowerstr.- 12. November in Vaurhall stattfindenden 7. Stiftungsfest sind in tassenmitglieder nur 86 Aerzte, der Sanitätsverein bei 2000 Mit- Ecke bei Nichter verlegt worden iſt. Ferner findet eine allgemeine der Versammlung zu haben. Das Mitgliedsbuch legitimirt. gliedern 50 Aerzte zur Verfügung habe, auch die Honorirung sei Versammlung der Filialen I, II, III, IV, Nirdorf, Tempelhof und Die Vereinigung der Drechsler Deutschlands( Orts verschieden, indem erstere per Mitglied ca. 3½ Pfg. das Jahr, der Schönweide am Sonntag, den 30. Oktober, Vormittags 10 Uhr, verwaltung Berlin) hält am Dienstag, den 18. Oktober, Abends Sanitätsverein jedoch pro Mitglied 50 Pfg. für jede Behandlung Alte Jakobstraße bei Deigmüller statt. Es ist Pflicht jedes Mit- 8 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstraße 48a, eine öffent zahle. Die ärztliche Hilfe wird den Mitgliedern des Sanitäts- gliedes in dieser Versammlung zu erscheinen. liche Versammlung ab. Tagesordnung; 1. Vortrag über„ Zweck und bereins 26 auf einander folgende Wochen gewährt, desgleichen 25% Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall- Ziele der Vereinigung. 2. die Verfügung des Königlichen Polizei Ermäßigung des Arzneipreises in bestimmten Apotheken, ferner arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Berlin Filiale 3. Verſamm- Präsidiums an den Vorstand der hiesigen Verwaltungsstelle, betr. stehen ein Zahnarzt, zwei Heilgehülfen, ein Naturheilarzt den Mit- lung, Dienstag, den 18. Oktober, Abends 8 Uhr, Manteuffelstr. 90. einiger Bestimmungen des Statuts( Unterſtügungskassen). 3. Be gliedern zur Verfügung. Das Einschreibegeld beträgt für eine Aagesordnung: 1. Innere Kassenangelegenheit. 2. Das Verhalten schlußfassung hierzu. 4. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Familie 1 M., Beitrag für den Erwachsenen 25 Pfg., für ein Kind der arbeitsfähigen Stranken den neuen Bestimmungen gegenüber. Alle Gewerfskollegen haben in dieser Versammlung Zutritt. unter zwei Jahren 20 Pfg., über zwei Jahre 10 Pfg. pro Monat. 3. Verschiedenes. Am Sonnabend, den 15. Oftober, werden in nachfolgenden Lokalen Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Drechsler Bahlstellen der Ortsverwaltung errichtet: 1. C. Fischerstraße 24; Zur Aufnahme wie zur Entgegennahme von Beiträgen find für Berlin 23 Vertrauensmänner bestimmt. Im Verschiedenen gab Herr Engler und anderer gewerblicher Arbeiter Deutschlands( E. H. 48, Ham- 2. S. Reichenbergerstraße 16; 3. N. Stleine Hamburger- und Elfaffer den Gesammt- Kaffen- Bestand des 3. Quartals bekannt. Derselbe ist: burg). Den Mitgliedern der örtlichen Verwaltungsstelle Berlin A" straßen- Ece.- Diese Zahlstellen sind jeden Sonnabend, Abends von im Bezirk I. Ginn. 860,00 M., Ausg. 623,24 M., Bestand 196,76 M. zur Nachricht, daß die Sonntagszahlstelle in der Naunynstraße ein- 8-10 Uhr geöffnet. gegangen ist und die Auszahlung des Krankengeldes dort ebenfalls Der Verband deutscher Mechaniker und verwandter nicht mehr stattfindet. Das Krankengeld, sowie die für Medikamente Berufsgenossen hält am Mittwoch, den 19. Oktober, bei Nieft, Gesammt- Bestand 840,43 m. verausgabten Gelder sind von jetzt ab nur noch beim Ortskassirer Kommandantenstr. 71/72 eine Versammlung ab. Tagesordnung: Zahlende Mitglieder: I. Bezirk 161, II. Bezirk 171, III. Bezirk 183; Herrn Alfred Moench, Wienerstr. 17 v. St. L.( Plättanſtalt), an 1. Vortrag des Herrn Vogtherr über Idealiſten und Waterialiſten zusammen 515. Ein Antrag, zur nächsten Versammlung die Mit- Wochentagen Abends von 7-8 Uhr und Sonntags von 10-11 Uhr im Kulturfortschritt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Frage glieder per Karte zu laden, wurde angenommen, auch soll ein zu erheben. Daselbst werden auch die Wochenbeiträge entgegenge- tasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Referat über Zweck und Ziele des Sanitätsvereins in der nächsten nommen und neue Mitglieder aufgenommen. Die Zahlstelle Nr. 1, Arbeitsnachweis befindet sich bei Spieß, Adalbertstraße 71. Gäste willkommen, der Versammlung gehalten werden. Naunynstr. 78, im Lokale des Herrn Winzer und Zahlstelle Nr. 2, Streit. An die Metallschleifer Berlins! Die Kollegen Verband deutscher Mechaniker und verwandter Be- angestr. 34, im Lokale des Herrn Lange, find nach wie vor jeden der Welt'schen Werkstelle, Adalbertstraße 53, haben die Arbeit rufsgenossen. Die Zahlſtelle Berlin sendet uns folgenden Aufruf Sonnabend, Abendz von 8-10 Uhr geöffnet und werden dort vom niedergelegt. Zuzug fernzuhalten. Die Kommission. J. A.: A. Techow. aus Stuttgart an die Mechaniker Deutschlands mit der Bitte um Bahlstelleninhaber Wochenbeiträge entgegengenommen und Scheine Veröffentlichung zu: An die Kollegen Deutschlands! Infolge einer ur ärztlichen Untersuchung für neue Mitglieder ausgestellt. Im Differenz zwischen der Firma C. E. Fein, hier, und den organi- wohnen, zuerst bei Herrn Adolf Gerlach, Kleine Andreasstr. 4 III I., Falle einer Erkrankung haben sich die Mitglieder, welche im Osten firten Kollegen bitten wir, den Zuzug nach hier unter allen Um jedoch nur an den Wochentagen in der Zeit von 7 bis 8 1hr ständen fern zu halten, bis wir an dieser Stelle weitere Nachricht und kaffe gegeben haben. Gleichzeitig bitten wir, dies in allen Werkstätten II. " " " III. 961,90 1100,60 740,62 221,28 " " " " " " " " " " 678,11 422,49 " " " Annenstr. 9 zu haben sind. Achtung! Der Beitragsammler der Central- Kranken- und Sterbe bekannt zu machen. Stuttgart, den 1. Oftober 1887. Die Orts- Drechslermeister Herrn Emil Köppen, Manteuffelstr. 27, Hof rechts I, der Dreher Paul Schier, Antonstr. 9, III Tr. verwaltung des Verbandes. melden. Ferner macht die Ortsverwaltung die Mitglieder auf§ 9, Eine lehrreiche Versammlung der Zimmerer, Lokal- Abs. 4 und 11 bes Statuts aufmerksam. Alle ehemaligen Wit feit Sonnabend Nacht verschwunden. Um 11 1hr ift Berbang Berlin De fand türzlich statt. Herr 3. Darge hielt glieder, welche aus der Klasse ausgeschieden sind, ohne ihren Austritt ging er mit etwa 127 Mart von der Zahlstelle in der einen Bortrag über§ 1 des Verbandsstatuts. Dieser Paragraph, dem Bevollmächtigten schriftlich angezeigt zu haben($ 7), haben die Antonſtraße( Häring's Lokal) weg, ohne wieder gesehen meinte Redner, erthalte sehr wichtige Bestimmungen, welche leider reftirenden Beiträge bei Vermeidung der Klage nachzuzahlen. meine theilen Mitgliedern nur wenig beachtet würden. Abfaz a Kranken- und Begräbnißlaffe des Vereins sämmt Na worden zu sein. Da ein Unfall oder ein Verbrechen nicht licher Berufsklassen( E. H.). Versammlung jeden dritten *) Wo jede Nacht Tausende dieser Unglücklichen auf den Sonnabend im Monat, 9 Uhr Abends bei Bartelt, Flottwellstr. 5. richt über den Verbleib des Schier der Behörde ober der Neue Mitglieder werden daselbst aufgenommen. Kaffe mitzutheilen. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. von nackten Steinfliesen übernachten. li P tr De Di we bli fo La Fr ber hat rec lis unt den hin vol wel Er gef thi die sche nift dar und gefi Ge ton Vo nich reit des dan wer lich wa hat Rei mis aud wo der fern Ind scha gan und dies rap auf deu Ver ras eine best und wac scha neu scha wir