Social- Politisches Wochenblatt. Inhalt: Die Sozialdemokratie und die bürger- lichen Parteien.— Ucber Jnnungswcscn.— Die Arbeitslosigkeit und die lÄetverksch asten.— Fortschritte des Sozialismus-— Ans London. — Ibsen, Vjörnson und die Sozialdemokratie. — Die sächsischen Landtagswahlen. Berliner Sittenbild.— Die Arbcitsbörse in Paris.— Strafgelder nnd Lohnabzüge.— Be- trügerische Geschäftspraktiken.— Znr Frage der Kinderarbeit. Die Sozialdemokratie und die bürgerlichen Harteien in Deutschland. Wenn das politische Leben eines Volkes von einer weitblickenden, vonirtheilslosen Vernunft und nicht von blinden, einseitigen materiellen Interessen beherrscht wäre, so würde der Sozialismus vielleicht in der vorthcilhaften Lage sein, unter dem Schutze der vollsten bürgerlichen Freiheit heranzuwachsen, bis er dereinst selber zur Herrschaft berufen wäre. In den ersten Jahren seines politischen Auftretens hat er auch zweifellos auf eine derartige Entwicklung gerechnet und darum nach Kräften den bürgerlichen Libcra- lismus im Kampfe gegen den Polizei- und Militärstaat unterstützt. Er ist der Letzte, dafür Dank zu beanspruchen, den» er that es nur, weil es in seinem Vortheil lag. Um die Massen zu sich herüberzuziehen, mußte er hinaus vor die Menge treten— darum verlangte er volle Versammlungsfreiheit und trat für jene Partei ein, welche, im Gegensatz zu anderen Bourgeoisparteien, die Erhaltung und Entfaltung dieser Freiheit aus ihre Fahne geschrieben hatte. Mit seiner Presse und seiner volks- thümlichen Literatur leuchtete der Sozialismus hinein in die Nacht veralteter Anschauungen und scheuchte die lichtscheuen Vonirtheile auf, die sich bei den Massen eingenistet hatten— wer wollte es ihm verargen, daß er darum das Recht der freien Meinungsäußerung in Druck und Schrift über Alles schätzte und der Partei freundlich gesinnt war, welche dieses Recht gegen einen gemeinsamen Gegner zu vertheidigen versprach? Der Sozialismus konnte eine Verwirklichung seiner Pläne nur durch das Volk und gegen die Herrschenden hoffen— schien es da nicht nöthig, derjenigen Partei keine Verlegenheiten zu be- reiten, welche den Schutz und die Ausdehnung der Rechte des Volkes befürwortete? Man konnte dieser Partei schon damals Lässigkeit in der Vertretung ihrer Grundsätze vor- werfen, aber es wäre falsch gewesen, sie darum grundsütz- lich zu befehden. Was von ihr für uns zu gewinnen war, mußten wir natürlich für uns erobern; sonst aber hatten wir allen Grund, Frieden zu wahren. Mittlerweile haben wir nun in Deutschland eine Reihe in der Wirthschaftsgeschichte einzig dastehender ökono- mischer Umwälzungen durchgemacht, durch deren Einfluß auch die alten Partciverhältnisse wie Kartenhäuser umgc- morsen worden sind. Die politische Einigung Teutschlands, der Milliardenzufluß und dann wieder der Schutzzollsegen, fem« die offenen und versteckten Subventionen für gewisse Jndilstrien— sie haben, zusammen mit anderen wirth- schaftspolitischen Maßnahmen, in einer Weise den Unter- gang des städtischen und ländlichen Kleinbetriebes befördert und das Fortschreilen des Kapitalismus beflügelt, wie dies in keinem anderen modernen Industriestaat in so rapider Weise geschehen ist. Was für unsere Nebenbuhler auf dem Weltmarkt sich als Anschwellen der gefürchteten deutschen Konkurrenz darstellt, das heißt für unsere inneren Verhältnisse: jähes Emporwachsen des Großbetriebes, rasend rasche Venlichtung des Kleinbürgerthums und Schaffung eines gewaltigen Proletariats, das sich immer mehr in bestimmten Mittelpunkten des Verkehrs zusammendrängt und sich solidarisch fühlen und regen lernt. Und dieses Proletariat in seiner Regsamkeit und wachsenden Unabhängigkeit und Auflehnung gegen wirth- schaftliche Versklavung ist es auch, was den Anstoß zu den neuen Parteigruppirungen giebt, wie sie den neuen wirth- schaftlichen Zuständen und den damit gegebenen neuen wirthschaftlichen Interessen entsprechen und bei der gegen- seitigcn Abrechnung hat bisher der Liberalismus die Zeche zahlen müssen und er wird sie weiter zu zahlen haben. Was hat denn dem Liberalismus den Lebensnerv ab- geschnitten? Daß er schwächlicher und ängstlicher geworden ist, als er es etwa zur Konfliktszcit war? Man hört das zuweilen von rauhborstigen Demokraten noch behaupten, aber jeder Kundige wird wissen, daß gerade sein zahmes Auftreten es ist, was den Liberalismus vor seinem voll- ständigen Untergang gerettet hat, und daß die Masse der liberalen Wähler noch mehr nach rechts drängt, als die Führer heute schon stehen. Nein, was den Liberalismus lähmt und hemmt,.das ist der Umstand, daß die Ver- wirklichung seines Programms der Bourgeoisie heule ebenso gefährlich und schädlich erscheint, wie es für die- selbe Klasse nützlich und fördernd erschien, solange die Regierung und Gesetzgebung noch nicht kapita- listisch, die Masse des Volkes noch nicht sozia- listisch war. Solange die Regierung noch in feudalen Kreisen wurzelte und Anschauungen huldigte, welche den Interessen der Bourgeoisie oft zuwiderliefen, solange hatte die Bourgeoisie sehr dringenden und klingenden Anlaß, oppositionell zu sein, die Regienmgsgewalt nach Kräften zu schwächen und den Einfluß des Volkes nach Möglichkeit zu erhöhen, um so mehr, als dieser Einfluß dem Be- sitze durchaus unschädlich war. Heute, wo die Regierung mit ganzen Fluthen kapitalistischen Oels gesalbt ist, hat das Bürgerthum alles Interesse, die Regierungsgewalt bis an die Grenzen des vollsten Absolutismus und der un- umschränklesten Militärdiktatur zu erweitern, die Macht des Volkes aber einzuschränken, weil diese Macht bei der sniher ungeahnten Ausdehnung und politischen Schulung des Proletariats heute gegen den Besitz gerichtet ist. Das Bürgerthum muß heute reaktionär sein und reaktionär bleiben, weil sein Klasseninstinkt, seine materiellen Interessen es so verlangen und immer mehr verlangen werden, je höher die Fluthen des Sozialismus steigen. Die ehemaligen Wortführer des Liberalismus haben unter solchen Verhältnissen nur die Wahl, sich dieser nothwen- digen, weil in den materiellen Verhältnissen begründeten, Entmickelnng anzupassen, oder mehr und mehr zu ver- einsamen und zu Führern ohne Soldaten zu werden. Tie Bennigsen und Miqucl haben das Elftere, die Richter und Virchow das Letztere vorgezogen— der Eine sieht mehr auf den Erfolg, der Andere mehr auf seine politische Ehre, am Resultat wird hierdurch nichts geändert. Die jüngsten Wahlen haben uns nun gelehrt, daß der Umwälzungsprozeß unter den bürgerlichen Parteien bereits soweit vorgeschritten ist, daß an eine liberale bürgerliche Aera in Deutschland niemals wieder zu denken ist. Wenn heute schon von dem letzten Häuf- lein der freisinnigen Wähler ein großer Theil in der Stunde der Entscheidung lieber mittelparteilich-gouvcrne- mental als sozialistisch-oppositioncll wählt, so beweist das, daß ein noch viel größerer Theil seinen Weg in das Re- gierungslager finden wird, wenn der Sozialismus künftig noch stärker und beängstigender auftritt. Damit ist für den Sozialismus wohl die Situation nach vielen Seiten erschwert, aber auch geklärt und un- endlich vereinfacht. Erschwert ist die Situalion insofern, als wir in Zu- kunfl darauf verzichten müssen, für die parlamentarische Wirksamkeit den Rückhalt einer starken bürgerlich-demokra- tischen Fraktion zu haben. Aber dieser Rückhalt war ein- mal schon immer höchst zweifelhafter Natur, soweit es sich um wirthschaftlich-soziale Anregungen handelre— hier standen uns öfter sogar andere bürgerliche Parteien näher wie die Deutschfreisinnigen. Und zu Reformen auf politischem Gebiet hatte der linke Flügel der Bourgeoisie schon lange nickt mehr den Muth und die Kraft. Hier ist also für die Zukunft kaum noch etwas zu verlieren, was wir nicht schon verloren haben. Dazu kommt, daß die„positive" parlamentarische Thätigkeit, für die wir allerdings auf die Unterstützung anderer Fraktionen angewiesen sind, für uns gar nicht die Bedeutung hat, wie für andere Parteien, deren Bemühen sich nun einmal darin erschöpfen muß, mit neuen Flicken ein altes, zerfallendes Kleid herauszuputzen. Die gesetz- geberischen Erfolge, wie sie heute— d. h. während des Bestandes der bürgerlichen Produktionsweise überhaupt— für uns möglich sind, wird man immer, bei allem unleug- baren Nutzen, für den Fortgang unserer Bewegung, ftir die Ueberwindung des heutigen W i rt h sck a stssy st e m s, gering anschlagen müssen. Ganz unschätzbar ist für unsere Bewegung aber die„kritische" Thäligkcil in den Volks- Vertretungen, weil dieselbe in gewaltigstem Maße die Auf- kläning der Massen zu fördern vermag; und diese kritische Thätigkeit braucht selbst durch eine Verringerung der Mandate, wie sie im Februar dieses Jahres eintrat, nicht abgeschwächt zu werden. Die parlamentarische Vertretung der Sozialdemokratie ist nicht dazu da, um jeden Preis „etwas zu schaffen", sondern sie hat ihre Stimme zu er- heben, um den arbeiterfeindlichen Klassencharakter parla- mentarischer Anträge, Vorlagen und Beschlüsse zu brand- marken, um unerschrocken die Ziele auszudecken, denen unsere wirthschaftliche Entwickelung zusteuert, um die Aus- sichtslosigkeit aller Flickarbeit der Gegner zu enthüllen; sie hat für die Besitzenden und die durch den Besitz Herrschenden die Stimme des Gewissens zu bilden, die sich gerade dann um so lauter und ernster erhebt, wenn die Bourgeoisie— wie elwa beim Siege der Schutzzoll- oder Kolonialpolink— neue Triumphe errungen zu haben meint; sie hat da, wo Andere nur Licht sehen, auf die dunklen Schallen hinzuweisen, welche das Leben des Prole- tariats verdüstern; sie hat dies alles zu thun,»m durch ihr Verhalten die Abkehr der Massen von der bürgerlichen Politik, ihre Gewinnung für die Arbeiterpartei zu beschleu- lügen und um das Zielbcwußtsein der bereits sozialistisch Denkenden zu stählen und zu klären. Nach diesen beiden Richtungen ist uns aber unsere Thätigkeit im Parlament nur erleichtert, wenn die Gegensätze eine Schroffheit angenommen haben, die an sich schon jedem in die Augen sprinat und zum Nachdenken auf- fordert, und wenn mehr und mehr die Konkurrenz aller Parteien hinwegfällt, welche mit der freiheitlichen Phrase noch spielen, ohne sie jemals in Fleisch und Blut umsetzen zu wollen und zu können. Noch bei einer zweiten Gelegenheit ist uns heute die Oeffentlichkeit nicht verschlossen: in der Wahl- beweg ung, und auch hier brauchen wir uns wahrlich nicht zu härmen, wenn die Illusion von der einstigen Wiederkehr einer liberalen Aera verpflogen ist und wenn da- her keinerlei Rücksichten aus die auserkorenen künftigen Träger dieser Partei mehr geboten erscheinen. Der ganze Charakter der Wahlbewegung wird dadurch nur gewinnen. Auch die Wahlagitation hat für uns, wie man das anderwärts bisweilen beobachten kann, nickt de» Zweck, möglichst viel „positive Erfolge" zu erzielen, d. h. möglichst viel Mandate zu erschnappen und möglichst viel Dumme hineinfallen zu lassen. Vielmehr soll sie für uns ebenfalls in erster Linie ein Mittel zur Aufklärung der Massen sein, ein Mittel, das um so unschätzbarer scheint, als ganze große Bevölke- rungskreise erst bei den Wahlen sich um politische Fragen zu kümmern beginnen. Aufklärung der Massen bedeutet für den Sozialismus aber weiter nichts als Aufklärung über die Kuliurfeindlichkeit der heutigen Repressivpolitik, Aufklärung über die Hoffnungslosigkeit der kleinbürgerlich- demokratisckieit Bestrebungen, Aufklärung über die großen, heute Alles beherrschenden Klassengegensätze, und wir können uns unseres Erachtens nur Glück wünschen, wenn wir auch nack der liberalen Seite unsere Gegensätze schärfer betonen können, als wenn wir um gewisser Zukunfts- illufionen willen zarte Rücksichten müßten walten lassen; und wir können uns weiter Glück wünschen, wenn die Gegensätze bei der neuen Parteikonstellation von selber so unvermittelt und scharf hervortreten, daß bei den Massen die Ausgabe der politischen Erziehung gewaltig erleichtert wird. So wird auch der Beschluß des St. Gallener Parteitages, bei allen Wahlen von jedem Kompromiß und jeder Unter- stützung anderer Parteien abzusehen, der Sozialdemokratie ebensosehr nützen, wie er der bürgerlichen Demokratie den Todesstoß versetzen wird. Darüber mag sich eine kurzsichtige und kurzlebige Reaktion im Augenblicke freuen; es wird dereinst aber auch der Zeitpunkt eintreten, wo ihr vor den Folgen dieses Beschlusses bange wird. Ueber Innungswesen. " 1 Hand nehmen, die Pflege des Herbergswesens, des nungen, mit diesen Innungen, die ohne die Polizeikrücke Arbeitsnachweises, des Reisegeschenkes in ihre Ge- sich nicht einen einzigen Tag auf den Beinen halten Wir erhalten aus Rostock einen Zeitungsausschnitt walt bringen, natürlich um den Gesellen goldene Brücken würden! Sie sind ein spaßhafter Mann, Herr Dr. Ad. mit einem Bericht über einen Vortrag, den ein gewisser zu bauen. Brücken, die in die Verknechtung und Sklaverei Schulz, obgleich oder vielleicht auch weil sie Sekretär des Dr. Ad. Schulz aus Berlin dort über die Bedeutung führen müssen. Lehrvertrag, Lehrbrief und Arbeits- Zentralverbandes deutscher Innungen sind! des Innungswesens in der Jetztzeit" gehalten hat. Halt! buch sollen dann die Ketten sein, mit welchen man die dachten wir, der Dr. Ad. Schulz nennt sich„ Sekretär Gesellen in der Knechtschaft festhalten will. Das sind des Zentralverbandes deutscher Innungen", ist also ein wichtige Angelpunkte zum feſteren Zusammenfinden in der von den Innungen in Sold genommener gelehrter Prole- Innung, sagt Herr Dr. Ad. Schulz. Und da hat er tarier; die Innungen werden ihr Geld doch nicht an vollkommen Recht. Das ist der Angelpunkt des ganzen einen Strohkopf fortgeworfen haben, der Mann soll also Innungswesens: Vergewaltigung der Gesellen, Ausendlich einmal sagen, wie die Innungen das Handwerk beutung der Lehrlinge. " 1 Die Arbeitslosigkeit in England und die englischen Gewerkschaften. Die ganze Welt, soweit sie in den Strudel der kapitalistischen Produktion hineingerissen ist, seufzt heute heben werden, wie sie dem Druck der heutigen kapitalistischen Hand in Hand mit dem Streben, die Rechte der unter dem Drucke der Arbeitslosigkeit. Die ungeheuren Herstellungsweise, die das Handwerk vernichtet, entgegen- Innungen nach dieser Richtung zu erweitern, geht natur- technischen Fortschritte der Neuzeit haben beständig die treten werden, um der Arbeit" gegenüber dem Kapital gemäß das Streben, die Rechte der Gesellen noch weiter Arbeitsmenge vermindert, welche zur Herstellung der Güter zum Recht zu verhelfen; nun werden wir endlich erfahren, zu unterdrücken. So wie das erstere Streben sich in dem aller Art nothwendig ist, und unter dem kapitalistischen was außer der Vergewaltigung der Arbeiter die Innungen Verlangen zeigt, alle Einrichtungen, von welchen die Ge- System, wo die Arbeit beständig mit dem nothdürftigsten sonst noch anstreben. Mit wahrer Gier ergriffen wir den sellen Vortheile haben, von welchen sie abhängig sind in Lebensunterhalt bei der höchsten Arbeitsanspannung abBericht über die Rede des Herrn, um ihn sehr enttäuscht Krankheitsfällen, auf der Wanderschaft, in der Arbeits- gefunden wird, bedeutet das keine Erleichterung der Arbeit mit einem ,, Ah! weiter nichts!?" aus der Hand zu legen. losigkeit, in die Hände der Meister zu bringen, sie der Ein- und keine Ausdehnung des Konsums für alle Arbeiter, Wie unwissend Herr Dr. Ad. Schulz, Sekretär des wirkung der Gesellen zu entziehen und dann noch die Gesondern weiter nichts, als daß immer mehr und mehr Zentralverbandes deutscher Innungen, auf dem Gebiete sellen durch Arbeitsbücher beliebig maßregeln zu können, Arbeiter überflüssig" und damit brodlos werden. der Volkswirthschaft ist, zeigt die flache Behauptung: die so zeigt sich das andere Streben in dem wiederholten In England, dem industriell entwickeltesten Lande Gewerbefreiheit von 1869 habe auf den bis dahin fest Anrufen des Staates um weitere Verkürzung des Ver- Europas ist dieser Zerseßungsprozeß naturgemäß am weitegeschlossenen Handwerkerstand zerseßend eingewirkt. Der einigungsrechtes der Arbeiter. ften vorgeschritten. Wie weit, das läßt sich freilich nicht Herr Sekretär Dr. Ad. Schulz hat also von den gewerb- Der Polizeidruck, unter dem die Arbeitervereinigungen genau in Zahlen für das ganze Land feststellen; auch die lichen Verhältnissen vor 1869 nicht die leiseste Kenntniß, leiden, unter dem sie verkümmern müssen; der bekannte englische Statistik hütet sich, solchen für das herrschende nicht eine Ahnung. Er weiß nicht, daß damals die Zünfte, Streit- Erlaß, der das Vereinigungsrecht der Arbeiter zur Wirthschaftssystem höchst peinlichen Thatsachen genauer Innungen und Aemter der Handwerker nur noch als Erreichung günstiger Arbeitsbedingungen ganz hinfällig nachzuforschen. Zuweilen ist aber das Geheimniß doch äußere Scheinformen bestanden, daß es damals schon in macht, die Art, wie die verschiedenen Vereinsgesetze gegen nicht streng zu wahren und es treten dann geradezu vielen Gewerben gerade so viel ,, Patentmeister" als Zunft- dieses Recht angewendet werden, alles dieses genügt den graufige Erfahrungen zu Tage. meister gab, daß die Fabriken schon damals in die Zunft- 3ünstlern noch lange nicht. Sie schreien in Petitionen So neuerdings in London. gerechtigkeiten weite Breschen gerissen hatten, daß schon nach noch weiteren Beschränkungen und könnten dadurch Mancher unserer Leser wird sich vielleicht erinnern, damals ganze handwerksmäßige Gewerbe von der Fabrik- sogar die Regierungen in einige Verlegenheit bringen. daß vor etwa Jahresfrist die„ Sozialdemokratische Föindustrie vernichtet und vom Boden hinweggefegt waren. Denn einmal legen die Zünftler dadurch klar, daß die so deration" die Zahl der Arbeitslosen in London festzuWir möchten den Herrn Dr. Ad. Schulz, Sekretär sehr begünstigten Innungen ganz unfähige und machtlose stellen oder doch zu schätzen suchte. Ihre Mittheilungen des Zentralverbandes deutscher Innungen, einmal fragen: Körperschaften sind, die selbst beim stärksten Druck auf die hielt man allgemein für übertrieben, denn danach hätten Wo sind die Nagelschmiede geblieben? War es die Ge- Arbeiter gegen dieselben nicht aufkommen können, so lange in den untersuchten Bezirken 321/2 pCt., also nahezu ein werbefreiheit, welche die selbstständigen Strumpfwirker ver- den Arbeitern überhaupt noch irgend welche Bewegungs- Drittel der Arbeiter keine Stellung gehabt. Das nichtete, oder die kapitalistische Herstellung der Waaren in fähigkeit bleibt, zum andern ist schwer zu sagen, was schien ganz unglaubhaft und es war wohl mit die HoffFabriken mit so verbesserten Maschinen, daß die Wirker- eigentlich noch geschehen solle, um die Arbeiter den mung, diese Aufsehen erregende Schäßung zu widerlegen, meister ihre Stühle, die 150 Thaler etwa gekostet hatten, Bünftlern gefügiger zu machen? Die Regierungen stehen welche den Präsidenten des Local Government Board,*) für 50 Pfennige als altes Eisen verkaufen mußten? da, wie Gretchen im Fauſt. Sie haben für die Innungen Mr. Ritchie, bewog, im März dieses Jahres für gewisse Wäre es diesen Wirkermeistern möglich gewesen, durch die so viel gethan, daß ihnen zu thun schier nichts mehr übrig Distrikte der Hauptstadt eine offizielle Untersuchung an Innungen, Innungsausschüsse und Innungsverbände ihre bleibt, und immer verlangen die Innungen noch mehr, zuordnen. Der Zeitpunkt war nicht schlecht gewählt, der Herstellungsweise so zu gestalten, daß sie den Wettbewerb weil sie von einer Hebung des Handwerks" durchaus Frühling bringt in London mit seinen riesigen Docks mit dem Großkapital, mit den Fabriken hätten aushalten noch nichts spüren. So wird es doch wohl nicht thunlich regelmäßig eine Belebung des Geschäftes mit sich, und Werden die Innungen, die Innungsverbände sein, daß die Anrede:„ Meister, wir bitten um etwas diese Belebung steigerte sich diesmal noch in besonderem und Ausschüsse, wird der Zentralverband deutscher Innungen, mehr Lohn!" die der Meister mit dem Tode des Ver- Maße, weil sich die englische Bourgeoisie bereits zur dessen Sekretär und Agitator Herr Dr. Ad. Schulz ist, hungerns, durch die Arbeitsbücher, zu bestrafen die Macht Jubiläumsfeier zu rüsten begann und darum ein ganz heute den Schuhmachern 2c. die Hilfsmittel bieten, daß der erhalten will, auch noch als Hochverrath mit dem Beile fabelhafter, sonst ungekannter Bedarf für Lurusartikel ent kleine Handwerksbetrieb gegen den immer mächtigeren gefühnt werden muß. stand. Alle Welt schmunzelte schon in Erwartung des Andrang des von immer vollkommeneren und immer koſt- Soviel über Herrn Dr. Ad. Schulz, den Sekretär günstigen Ergebnisses und man begriff Herrn Ritchie nicht, spieligeren Maschinen unterstützten fabrikmäßigen Groß- des Zentralverbandes deutscher Innungen, so weit er ernst daß er mit der Veröffentlichung seines Materials so lang betriebes aufkommen kann? Und wie soll das geschehen? zu nehmen ist. Seine Rede faßt sich in die kurzen Worte zögerte. Nachdem dies nunmehr geschehen ist, begreift m Herr Dr. Ad. Schulz, wie? Bitte, bemühen Sie sich doch, zusammen: Meister, seid nicht dumm, gründet schnell In- ihn allerdings: die Enquete spricht ein geradezu ver geben Sie uns eine Antwort. Sie sind doch dazu von nungen, denn diese geben Euch die Macht, durch Lehr- nichtendes Urtheil gegen alle wirthschaftlichen Schönfärbe dem Zentralverband deutscher Innungen in Sold genommen, vertrag, Lehrbrief und Arbeitsbücher, durch Beherrschung reien. Freilich wird uns gleich abschwächend gesagt, man um ihm Ihr Wissen zur Verfügung zu stellen. Nun zeigen des Herbergswesens, des Arbeitsnachweises, der Wander- habe die auf den Fragebogen ertheilten Antworten nicht Sie, was Sie wissen und können. unterstüßung die Gesellen vollkommen von Eurem Banner weiter auf ihre Richtigkeit hin geprüft; aber wenn man In Rostock hat sich Herr Dr. Ad. Schulz die Sache abhängig zu machen, sie ohne Hinderniß vergewaltigen zu dadurch günstigere Zahlen hätte erhalten können, man weit leichter gemacht. Er hüpfte eben über die Entwide- können.*) Gegen diese Innungsbestrebungen haben die hätte gewiß nicht darauf verzichtet. Jedenfalls liegt gat lung der Groß- Industrie, die dem Handwerk den Arbeiter sich energisch zu wenden, und besonders gegen die kein Grund zu der Annahme vor, daß die Antworten Todesstoß gab, leicht hinweg, berührte sie mit keiner Silbe. Einführung der Arbeitsbücher jeden möglichen gesetz- wahrheitswidrig ausgefallen seien. Seine Zuhörer fragten ihn auch nicht danach, denn die lichen Widerstand zu leisten. wußten sicher von der wirthschaftlichen Entwickelung der Die Sachlage ist nun folgende. Von 31 365 aus Damit aber dem Ernst auch die lustige Seite nicht gefüllten Fragebogen erwiesen sich 2184 als unverwerthbar Herstellungsweise noch weniger, wie Herr Dr. Ad. Schulz, fehle, verflocht Herr Dr. Ad. Schulz auch den Kampf die übrigbleibenden 29 451 umschließen eine Bevölkerung fie glaubten ihm, als er ihnen sagte, an dem Niedergang gegen die Sozialdemokratie mit in seine Rede. Wir von 125 000 Personen. Von den 29 451 befragten des Handwerkes ſei nur die Gewerbefreiheit schuld. Wenn sind an die Einführung des Kampfes gegen die Sozial- Männern waren 8008, oder fast 28 pCt., weit über die Innungen seit dem Inkrafttreten des Innungsgesetzes demokratie als Reklamemittel für allerlei schwache Bestre- ein Viertel arbeitslos; 5964, oder 20 pCt., d. h. ein vom Jahre 1881 noch das Handwerk nicht gehoben hätten, bungen schon hinlänglich gewöhnt. Haben wir doch ge volles Fünftel, hatten seit mindestens einem so läge dies nur an den Mängeln des Gesetzes. Jetzt hört, wie der heut moderne Humbug des sogenannten Vierteljahre keine Arbeit. Stechen diese 28 pбt. 1 aber nach den„ Verbesserungen" an diesem Gesetz, die im„ Handfertigkeitsunterrichtes" in den Schulen, in der heutigen sehr ab von den 321/2 pCt., welche die Sozialdemokratische Juli d. J. erfolgt sind, jetzt kann es dem Handwerk nicht Form eine unschädliche und nußlose Spielerei, als ein Föderation für die wesentlich ungünstigere Zeit des harten mehr fehlen. Nun, wir werden ja sehen, ob in einem Mittel zur Bekämpfung der Sozialdemokratie empfohlen Winters herausgerechnet hatte? Nein, die amtliche Unter Jahr die Herren Zünftler nicht wieder schreien, daß sie wurde; würde es uns doch nicht überraschen, wenn die suchung liefert nur eine Bestätigung des erschreckenden zu viel Pflichten und zu wenig Rechte haben, wie Herr Herren Mey und Edlich ihre Stofffragen als Mittel zur Bildes, welches die der Uebertreibung geziehenen Sozialiste Dr. Ad. Schulz behauptet, daß es bis zum Juli d. I. Bekämpfung der Sozialdemokratie anpreisen würden; ein entwarfen. gewesen sei. können? Antisozialisten- Schnaps oder ein Antifozialisten- Woll- Anzug Die Zünstler verlangen das Recht, ihre Kund- würde uns nicht mehr überraschen, so sind wir auch nicht nur einen Theil Londons. Wenn dieser Theil typis Die Enquete des Local Government Board betraf schaft zwingen zn können, beliebig hohe Preise erstaunt gewesen, wenn der Herr Dr. Ad. Schulz, Sekretär sein sollte für die Arbeiterviertel, dann würden w für die Waaren zu zahlen und selbst den Arbeitern des Zentralverbandes deutscher Innungen, am 4. Oktober etwa folgendermaßen weiter schließen können: 29 451 beliebig niedrige Löhne geben zu können. Das d. J. im Tivoli- Saale zu Rostock versprach, durch die fragte Personen stellen nach der Enquete selber mit ihre find die Haupt- und Kernforderungen der Zünfte. So Innungen der Sozialdemokratie„ den Garaus" zu machen. Angehörigen etwa eine Bevölkerung von 125 000 Personer meinen, sie haben zu viel Pflichten und zu wenig Be- eine Anzahl Männer einen kaum überwindlichen Lachreiz 2 Millionen zu schäßen ist, so wäre demnach die Bab Man sagt uns, zur selben Zeit sollen in St. Gallen dar. Da die arbeitende Bevölkerung Londons auf etwa wirklichen, ist keine Aussicht vorhanden, denn das hieße einer Anzahl perrückengeschmückter, wohlgenährter Männer, fast 28 pбt. als arbeitsos zu betrachten, sodaß London Den ersten Theil der Zünftler- Forderungen zu verschrecklichen Traum gehabt. Sie sahen sich umringt von auf eine halbe Million anzunehmen; von diesen wären lange sie diese Rechte" nicht haben, werden sie immer fugnisse. " 1 durchaus nicht die Macht und die Intelligenz hat. Der zweite Theil der Forderungen ist daher für die verspürt haben. Einige haben dort in der Nacht einen der selbstständigen Arbeiter fuchten. im Sinne der Fragebogen brotlose Arbeiter bergen würde, von deren Schicksal das Schicksal weitere Zünftler das eigentliche Feld, auf dem sie sich bewegen. einen gelungenen Scherz gemacht und eigentlich die hohen steht allerdings die heutige Gesellschaft vollständig rathlo Lieber, guter Herr Dr. Ad. Schulz, da haben Sie 372 000 Menschen abhängt! Diesen Armeen des Elend bildung an. Dies ist ja sogar von der Norddeutschen Allgemeinen Regierungen ganz respektwidrig verhöhnt. Zeitung" verschämt anerkannt, indem sie vor einiger Zeit Ausnahmegeseßen, faller Verfolgung, allen Ausweisungen, Was allen gegenüber. andeutete, wie diejenigen vielleicht nicht ganz Unrecht allen Haussuchungen, allen Verhaftungen, allen Verur- Genüge, daß es sich bei ihnen nicht etwa bloß um Die Größe der angeführten Zahlen beweist schon zu haben möchten, welche behaupten, den Innungen käme es theilungen, allen Nadelstichen und Keulenschlägen der Polizei gelernte Arbeiter, um Handlanger und Tagelöhner handel mehr auf Lehrlingsausbeutung als auf Lehrlingsaus- nicht gelungen ist, Sie lösen es spielend mit ihren Jn- Glaubt man aber noch eines Beweises zu bedürfen, ba auch die qualifizirte Arbeit dem Drucke der Arbeits Sekretär des Zentralverbandes deutscher Innungen die Innungs- man nur die Berichte der englischen Gewerkschaften. *) Wir wollen dabei nicht unbemerkt lassen, daß der Herr losigkeit mehr und mehr unrettbar erliegt, so betrad gewerbes durch das Großgewerbe leicht hinweghüpfte und trantentassen ganz unerwähnt ließ, und zur Bildung solcher englischen Gewerkschaften umfassen bekanntlich die Aristokrati dem zweiten Theile der Innungsforderungen, der Be- nicht aufforderte. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß diele der Arbeit, aber auch diese Aristokratie wird in einer Herr Dr. Ad. Schulz hatte also ganz guten Grund, wenn er über die Bedrängniß des Handwerkes, des Kleinkämpfung der Arbeiter seine Hauptaufmerksamkeit schenkte. zur Vergewaltigung der Gesellen sind, man läßt sie also stillschweigend Die Innungen müssen das Lehrlingswesen in die fallen. *) Gentralbehörde für die innere Verwaltung. Dit 3 der fich zut Ru we Jo Do 3a de wo fü gu zer jet de en la ib an 13 I 81 ba fe 6 W 6 ge sch w du G fo ei ib zu a ja li SOREREREAB VE Weise von der Arbeitslosigkeit heimgesucht, daß sie mit werden, je mehr die guten Jahre zusammenschrumpfen| Ausschluß erfolgte, doch blieben die Arbeiter nach langem den Ueberschüssen der fetten Jahre nicht mehr über die und Stockungen und Krisen dauernd zu werden beginnen. Kampfe siegreich. sich immer länger ausdehnende magere Zeit hinweg- Als Organisationen zum Lohnkampf sind die Gewerk- Im Jahre 1886, als es in Kopenhagen wenigstens zukommen vermag; auch sie steht vor dem wirthschaftlichen schaften heute schon nahezu hilflos gegen das übermächtige 12 000 arbeitslose Männer und Frauen gab, forderte die Ruin. Kapital. Als Unterstüßungskassen gehen sie, wenn die Partei für sie Hülfe. Im„ Folkething" war im Jahre Auch das mögen uns die offiziellen Zahlen beweisen, Verhältnisse sich so weiter entwickeln, ihrem Bankerott 1885 ein Gesetz angenommen worden, welches den Unbewelche in einem Blaubuche enthalten sind, das kürzlich von entgegen. Was bleibt ihnen da weiter übrig, als poli- schäftigten direkte Unterstüßung aus der Staatskasse zuJohn Burnett, dem Leiter des arbeitsstatistischen Büreaus tische Organisationen zu werden und auf die Umänderung Sprach; im Landsthing" wurde das Gesetz nach den von England, der Deffentlichkeit übergeben wurde. Die des Wirthschaftssystems hinzuwirken, das heute solche Wünschen der Regierung verworfen. Private Sammlungen Zahlenangaben, die es enthält, sind von den Beamten verhängnißvolle Folgen für die Arbeiter erzeugt? Die ergaben die Summe von 98 420 Mart, wovon 45 668 Mark der Gewerkschaften geliefert, auch John Burnett selber Gewerkschaften haben sich lange gegen das Betreten dieses von Arbeiter- Organisationen kamen. Im Jahre 1886 war einer der hervorragendsten und eifrigsten Gewerkschafts- Weges gesträubt und sie thun es noch, aber ihr eigenes brachten die Arbeitervertreter im Parlament einige Gesetzführer. Wir können daher annehmen, daß die möglichst materielle Interesse wird ihnen bald keinen anderen Weg entwürfe betreffs Unterstützung der Arbeitslosen ein, sowie günstige Lesart vorgezogen worden ist. Und trotzdem mehr offen lassen. zeigt die flüchtigste Untersuchung der gegebenen Zahlen jedem Denkfähigen, daß die britischen Gewerkschaften infolge der wachsenden Arbeitslosigkeit einer sehr schlimmen Zukunft entgegengehen. Die Gesammtzahl der Gewerkschaftsmitglieder EngFortschritte des Sozialismus. 4. Spanien. für den Bau von Arbeiterwohnungen. Die Regierung wies diese Gesetze ab; sie wollte nur Geld zur Befestigung von Kopenhagen. Versuche, Parteigenossen in den Stadtrath zu wählen, scheiterten an dem hohen Census, der an das Wahlrecht geknüpft ist. Troß beständiger Verfolgungen wurde die Agitation lands wird auf 600 000 geschäßt, über 196 341 von Für die spanische Arbeiter- Partei berichtet die Redak- der Partei energisch fortgesetzt. Die dänischen Arbeiter ihnen, die den 18 hauptsächlichsten Vereinigungen ion des„ El Revelista" in Madrid an den Kongreß der betheiligten sich auch durch 14 Delegirte an dem skandiangehören, wird in dem Bericht Mittheilung gemacht. In Sozialistischen Arbeiterpartei der Vereinigten Staaten un- navischen Arbeiterkongreß in Gothenburg. Am Ende des 13 dieser Vereinigungen überstiegen im letzten gefähr Folgendes: Jahres wurde eine dauernde Kommission für ein gemeinJahre die Ausgaben bei Weitem die Einnahmen. Unsere Partei wurde im Jahre 1878 als geheime james Vorgehen der Arbeitervereine ernannt. Und um Zum Beispiel verausgabten die Vereinigten Maschinen- Gesellschaft von ein paar Arbeitern gegründet, welche der den größtmöglichsten Vortheil unter den gegenwärtigen bauer 7000 Pfd., die Eisengießer 8000 Pfd., die Dampf- Regierung opponirten und sich ausdrücklich als sozialistische Umständen für die Partei zu erzielen, wurde eine Arbeitertesselarbeiter 16 000 Pfd. über ihre Einnahmen! Die Partei erklärten. Die Majorität dieser Gruppe unserer Bäckerei errichtet, die so gut ging, daß sehr bald eine Gewerkschaften, welche ihre Einnahmen nicht überschritten, Partei sezte sich aus der Internationalen Arbeiterpartei Vergrößerung durch einen Neubau nöthig war. waren: die Maurer- und die Schuh- und Stiefelzurichter- fort und beschloß, troß der Anfeindungen der Anarchisten Gewerkschaft, die keine Arbeitslosen- Unterstützung auf dem Kongreß zu Haya als Arbeiterpartei in die poligewähren, der Londoner Schriftsegerverein, die Vereinigten tische Aktion einzutreten. Londoner Buchbindergehilfen und die Vereinigte Gewerkschaft der Eisenbahnangestellten. Die Erklärung für die schlechte Finanzlage der Gewerkschaften findet man, wie gesagt, wenn man die Tabellen durchsieht, in denen die für Arbeitslose ausgegebenen Summen aufgezählt sind. Wir finden da unter anderem folgende riesenhafte Summen: Maschinenbauer Pfd. Stg. 86 460 Zimmerleute und Bauschreiner. 40 752 Dampfmaschinenarbeiter 5 823 Eisengießer 32 856 Kesselarbeiter 37 414 Modellirer 2 267 Londoner Schriftseger 5442 2923 Grobschmiede Summa: Pfd. Stg. 213 937 Das Programm, welches dort angenommen wurde, enthält folgende Punkte: 1) Die Nothwendigkeit der arbeitenden Klassen, in die politische Aktion einzutreten. 2) Die Umwandlung der von einzelnen Individuen besessenen Arbeits- Instrumente in gemeinschaftliches Eigenthum der Gesellschaft. Protestversammlung gegen das Chikagoer Urtheil. London, 18. Oktober. Am vorigen Freitag fand hier eine große von Anarchisten, Sozialdemokraten und Radikalen einberufene Versammlung statt, um gegen die Verurtheilung der acht Chikagoer Anarchisten zu protestiren. Den Vorsiß führte ein Pfarrer, Herr Stuart Headlem. 3) Die Organisation von kooperativen Gesellschaften, In seiner Einleitungsrede meinte er, daß sich jeder welche, wenn im Besitz von Arbeits- Instrumenten, den kollet- Radikale Englands in dieser Frage den Anarchisten tiven Betrieb in die Hand nehmen sollen. anschließen und gegen den absolut ungerechten UrtheilsDieses Programm wurde in Form eines Manifestes spruch des Chikagoer Gerichtshofes Widerspruch erheben verbreitet und es wurde eine Agitationsreise unternommen, werde. Nach seiner Ansicht handle es sich hier um eine welche die Gründung von Gruppen in vielen Orten zur internationale Frage; die freie Rede solle in Amerika Folge hatte. Trotz verschiedener Schwierigkeiten, hervor- unterdrückt werden, und dieses System werde auch in gerufen durch die absurden Ideen über„ legale" und England bald Nachahmung finden. Daher sei es Pflicht illegale" Parteien, schritt die Partei thätig vorwärts, jedes freiheitliebenden Bürgers, gegen das Urtheil zu gegenseitige Diskussionen fanden statt. protestiren. Das heißt: acht Gewerkschaften gaben im Zeitraum eines Jahres über 44 Millionen Mark aus, um ihre arbeitslosen Mitglieder vor den äußersten Entbehrungen Gegen das Ende 1885 ward der Anfang gemacht, Nachdem eine Anzahl zustimmender Briefe von radizu schützen! Bei 131 000 Mitgliedern waren in diesen einen Fonds zu gründen zur Beschaffung eines Blattes. talen englischen Klubs verlesen worden waren, ergriff acht Gewerkschaften durchschnittlich nahezu 15 000 im Vor- Broschüren wurden in Masse verbreitet und bald darauf Frau Wilson, die Führerin der englischen Anarchisten, das jahre brodlos. Und diese auf die Dauer ganz unerträg- der" El Socialiste" gegründet. Von da an wurden in Wort. Sie schilderte in geradezu großartiger Rede die lichen Verhältnisse zeigen auch nicht die Spur einer kurzer Zeit 120 neue Gruppen gegründet. Ferner wurden Vorgänge, welche den Gegenstand der Anklage bildeten, Besserung; im Gegentheil, sie sind immer trübseliger ge- Werke von Marr, Engels, Jules Guesde 2c. übersetzt. Die Gerichtsverhandlungen und das Erkenntniß des Apellworden. Folgende Zusammenstellung giebt die Zahl der Sozialistische Zeitschriften erscheinen:" La Acracio", eine gerichtes, und stellte den Antrag, die in gedruckten ExemMitglieder und der Arbeitslosen für die oben aufgeführten Revue in Buchform," El Socialismo", halbmonatlich, plaren vertheilte Resolution als Kabeltelegramm der ameriacht Organisationen wieder: ,, El Productor", Wochenschrift. Gesammtzahl der Mitglieder Arbeitslose 1876 101 845 4508 1877 105 745 1878 105 235 1879 102 318 5 605 7.794 14746 1880 103 784 7 194 1881 109 540 1882 121 698 1883 128 280 1884 131 565 1885 133 131 1886 130 845 4583 2931 3552 11 361 13 941 14 899 5. Dänemark. kanischen Anarchistenpartei zu übermitteln. Unter den übrigen Rednern traten besonders William Morris und Der Bericht der sozialdemokratischen Partei in diesem Bernhard Shaw von der Socialist League, sowie Annie Lande knüpft an die Wahl von 1884 an, bei welcher Besant, die Führerin der englischen Frauenbewegung und zwei Kandidaten der Partei erwählt und etwa 7000 Stim- die beiden Russen Fürst Peter Krapotkin und„ Stepniak", men für sie abgegeben wurden. Die Verfolgungen blieben der Verfasser des Unterirdischen Rußland" hervor. Zum auch nicht aus. Der Sozialismus breitete sich in den Schlusse wurde die von Frau Wilson vorgeschlagene ResoProvinzen aus, wo eine große Anzahl von Zweigvereinen lution einstimmig angenommen und beschlossen, dieselbe als Kabeltelegramm nach New- York zu senden. gegründet wurden. Die Das offizielle Organ der Partei ist der Sozial- Versammlung war von etwa 2000 Personen besucht, von am besten nachweist. Seine Abonnentenzahl stieg inner haben mögen. Demokraten", dessen Verbreitung den Fortschritt der Sache denen etwa hundert der anarchistischen Richtung angehört halb zweier Jahre von 12 000 auf 18 000. Eine wöchentMan sieht, daß die Zahl der Unbeschäftigten in den Jahren 1879 bis 1879 sich erhöhte und alsdann bis zum Jahre 1882 abwärts ging, von da ab aber wieder liche Zeitung in Aarhus wurde unter dem Namen„ Demo- Ibsen, Björnson und die Sozialdemokratie. stieg, bis sie im Jahre 1886 ihren Höhepunkt erreicht hat. kraten" in ein Tageblatt verwandelt, das beständig an Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Zahlen für dieses Verbreitung gewinnt. + Kopenhagen, 17. Oktober. Die wohlgesinnte" Jahr sich als noch höher erweisen. Ebenso muß beachtet Die Partei fördert die Gewerkschaften auf das Presse der skandinavischen Länder befindet sich gegenwärtig werden, daß die Zahl der Mitglieder jeßt, wie im Jahre Eifrigste und erfolgreich. Fast in allen Gewerben bestehen in einer nicht geringen Aufregung. Bisher hat sie unsere 1878, mit der Zunahme der Beschäftigungslosen zurück- solche. Der Streit der Weißgerber dauerte 4 Monate beiden Dichterheroen Björnson und Ibsen auf alle erdenkgeht und voraussichtlich weiter zurückgehen wird. und endete mit einer wesentlichen Lohnerhöhung. Die liche Weise gefeiert, und selbst der Republikanismus, den Nach dem Zenfus von 1881 sind in England bei- Rüfer wurden 6 Monate lang ausgesperrt und mußten Björnson seit einigen Jahren ostentativ zur Schau trägt, nahe 8 Millionen Personen in der Industrie beschäftigt. nachgeben. Die Weber erlangten einen kleinen Vortheil that dieser Verehrung kaum Abbruch. Denn immerhin Nun haben wir aus den offiziellen Berichten nachgewiesen, nach einem langen Kampfe. stand Björnson ja doch auf dem Boden der bestehenden daß ein Achtel der Mitglieder in acht der größten Vereine Im Jahre 1885 entfaltete die Partei eine rege pro- Staats- und Gesellschaftsordnung", war also ein sehr unbeschäftigt sind. Jedermann wird zugeben, daß der ge- pagandistische Thätigkeit. Sie hielt 242 Versammlungen schäßenswerther Mitkämpfer gegen die böse umstürzlerische lernte und organisirte Arbeiter zum mindesten eine ebenso ab und majorisirte fünf, die von Gegnern einberufen Sozialdemokratie. Und nun erst Jbsen! Er war sogar gute Aussicht auf Beschäftigung hat, als der ungelernte worden waren. Am 13. September fanden 14 Versamm- Königstreu und ein vollständig tadelloser Bourgeois. und nicht organisirte. Und so wird Niemand leugnen lungen an verschiedenen Orten statt. In 26 dieser Ver- Das heißt, so meinten die Wohlgesinnten! Aber da können, daß bei der Gesammtheit der Arbeiterschaft mindestens sammlungen waren mehr als 400, im Ganzen über kommt kürzlich Jbsen nach Stockholm, die ganze feine dasselbe Verhältniß vorausgesetzt werden muß. Demnach 200 000 Personen anwesend. In den übrigen Versamm Gesellschaft, mit dem Hof an der Spize, wetteifert, ihm ist es augenscheinlich, daß es in diesem, dem vielgerühmten lungen betrug die Zahl der Theilnehmer beläufig Ovationen zu bringen, und da läuft endlich unserm Ibsen Jubiläums- Jahr, zum mindesten eine Million unbe- 240 000 Personen. Die Zahl der Mitgliedschaften im die Galle über. Nachdem er eine Anzahl der bornirtesten schäftigter Arbeiter in England giebt, die mit ihren Lande beträgt 36. Reden hat über sich ergehen lassen, nachdem er konstatirt Angehörigen etwa eine Bevölkerung von vier Millionen Diese Fortschritte gefielen den Gegnern nicht. Sie hat, daß von all seinen Lobhudlern ihn auch kein einziger umfassen. suchten die Partei zuerst vom Katheder herab zu bekämpfen, versteht, da ergreift der sonst so schweigsame Satyrifer Kann eine Gesellschaft, die nicht in die Barbarei als dies jedoch keinen Erfolg hatte, nahmen sie ihre Zu- endlich auch einmal das Wort, um seinen erstaunten Anzurückſinken will, auf die Dauer eine solche Auflösung flucht zu provisorischen Gesezen, welche ohne Genehmigung betern rund und nett herauszusagen, wie gründlich sie sich aller geordneten Lebensverhältnisse ertragen? Und können des Parlaments in Kraft traten. Und können des Parlaments in Kraft traten. Das erste Opfer über ihn getäuscht haben. vollends gar die selbst während des besseren Geschäftsganges derselben war Genosse V. T. Holst, der in Kolding nach Er wandte sich zunächst gegen einen früheren Redner, schlechtgelohnten Arbeiter soviel in Unterstützungskassen einer Versammlung verhaftet wurde. Trotz aller Unter der erklärt hatte, daß wir endlich in der langersehnten zurücklegen, daß sie in der Periode der Stockung und des drückungen stieg die Zahl der Abonnenten des„ Sozial- und langerstrebten neuen goldenen Zeit leben, und daß Stillstandes leben können? Nein, sie können es nicht. Demokraten" auf 20.000. die alte Zeit, die wir selbst in unserer Jugend kennen Wenn selbst so wohlhabende und festgewurzelte Gewerk- Der Bericht nimmt sodann Bezug auf den bekannten gelernt, weit, weit hinter uns liege. Diese neue gegen= schaften wie die der Maschinenbauer dem immer stärkeren langen Kampf zwischen den Liberal- Demokraten und den wärtige Zeit aber habe Jbsen nach Kräften mit herbeiAnprall der Arbeitslosigkeit zu erliegen beginnen und an- Reaktionären, bei welchem die Arbeiter auf Seite der führen helfen. Auf diese sonderbaren Ausführungen erfangen, mit Defiziten zu wirthschaften, so wird bei anderen Gegner der Regierung stehen. Dafür versucht diese, die widerte Jbsen etwa Folgendes:„ Wir leben nicht in Organisationen und weniger günstig fituirten Arbeitern Organisationen derselben zu zerstören. Auf ihren Einfluß einer neuen Zeit, im Gegentheil, unsere Zeit ist eine das Mißverhältniß zwischen Einnahme und Bedarf ein hin stellten die Fabrikanten an die Metallarbeiter die Uebergangsperiode, aus der heraus sich etwas wesentlich noch viel klaffenderes sein, und es wird um so schlimmer Forderung, aus deren Organisation zu scheiden. Ein Anderes entwickeln wird. Ich glaube, daß die herrschen den politischen und sozialen Einrichtungen bald anderen| Stimmenabgabe eine so lächerlich geringe, daß die Landtagswahl| Landkreise, wo die Elite der Kartellbrüderschaft mit den gemeinſten Plaz machen werden. Und diese neuen werden besser im zum Sport für konservative Konventikel wurde. Außerdem ist die Mitteln auftrat, gezeigt, daß eine fräftigere Abwehr dieser" Noblesse" Stande sein, den Forderungen und den Bedürfnissen der wahre Stärke einer Partei bei Zensuswahlen niemals festzustellen. von allen Seiten unterstützt wird. Man sagte,„ die SozialdemoWas nun die früheren Erfolge der Sozialdemokratie bei tratie dürfe nicht Ambos sein" und half mächtig a; die Gegner Zukunft Rechnung zu tragen. Wie diese neuen Verhält den Landtagswahlen anlangt, so kann nicht bestritten werden, daß eindringen. Die Offensive stärkt immer. Was weiter die Erfolge der Sozialdemokratie bei den Wahlen nisse in den Einzelheiten sich gestalten werden, das kann die ersten Mandate nur der Lauheit ihrer Gegner zu danken sind. ich nicht voraussagen, aber ich weiß, daß sie besser sein Gine Ueberrumpelung hat niemals stattgefunden, wohl aber unter- anlangt, so ist in Folge der oben angedeuteten strengen Scheidung schäßten die Gegner die Sozialdemokratie und glaubten, bei Zensus nach rechts und links in der Beurtheilung gegen früher ein Unterwerden, als die heutigen." Zum Schluß brachte Jbsen wahlen sei für dieselbe nichts zu holen. Die Erringung eines schied zu machen. Wenn auch z. B. der Landtagsabgeordnete Vollmar mit feiner Ironie ein Hoch aus auf die neue Gestaltung Mandates spornte aber die Partei an, und während sie früher nur schon vor vier Jahren sich gegenüber nur einen gegnerischen Kandider Dinge, in welches die herumsißenden Professoren, einzelne, ihr günstig scheinende Streise bearbeitete, hat sie seit den daten jah, welchen er in Stadt Chemniz( 2. Wahlkreis) besiegte, Doktoren, Minister und„ Reichsantiquare" pflichtschuldigst Landtagswahlen im Jahre 1885 die Einsicht gewonnen, es ſeien, so zeigen doch die Phasen des Kampfes noch lange nicht die heutige wie zur Reichstagswahl, eigentlich alle Kreise mit sozialdemokratischen Schärfe. Sachsen ist die Wiege des Kartells. Hier verbündeten ,, begeistert" einstimmten. Kandidaturen zu belegen. Ein Hemmniß dagegen bietet der Zensus, sich unsere Gegner schon längst in einzelnen Streifen, konnten aber Die langen Gesichter aber, welche die Herren nachher der die Wählbarkeit davon abhängig macht, daß man 30 Mart nur mit der wachsenden Macht der Reaktion auf mehr Erfolg ob dieses kalten Wasserstrahls gemacht haben, möge sich direkter Staatssteuern zahlt, somit in Rücksicht auf das sächsische rechnen. Der gewaltige Ansturm am 21. Februar fonnte indep Einkommensteuergesetz ein jährliches Einkommen von über 1900 bis wohl die freisinnige Partei in Sachsen hinwegfegen, die Sozialjeder selbst ausmalen. 2200 Mark bezieht. Die Sozialdemokratie ist aber die Partei der demokratie jedoch wird im Kampfe diesen Ansturm brechen. Wer Aber damit war das Maß des Unglücks noch nicht minder Begüterter, ihr fällt es daher schwerer, als den besitzenden sehen will, den lehren dies die Landtagswahlen. voll. Denn einige Tage später erklärte Björnson in einem Parteien, Kandidaten aus ihren Reihen zu finden. Ebenso ist Troß aller aufgebotenen Mittel der Gegner hat die SozialZeitungsartikel, daß er mit Bezug auf den Charakter dieser materiellen Armuth das geringe Vorhandensein von Mitteln demokratie ihr Mandat für Leipzig- Land behauptet, daneben aber unserer Zeit derselben Ansicht sei wie Jbsen und daß die für die Agitation geschuldet. Es unterliegt feinem Zweifel: könnten in dieser Wahlbewegung mindestens 10 Wahlkreise, in denen sie in manchen Kreisen mehr Mittel aufgewandt werden, es würden früher niemals aufgetreten, neu in Angriff genommen und in den= Sozialdemokratie die einzige lebensfähige Partei noch mehr Mandate errungen. Man denke an die armen Gebirgs- felben im Verhältniß zu dem Vorrücken der Reaktion ansehnliche sei.„ Die Zukunft gehört der Sozialdemokratie, selbst freife. Zehn- und mehrfach find die Mittel der Sozialdemokratie Stimmenzahlen errungen. Ein guter Fingerzeig für fünftige Wahlen. dann, wenn sie in diesem oder jenem Punkte irren sollte." geringer, als die der Gegner, die gegenüber ihrer früheren Lauheit Das Wahlgesez hat die Landtagswahlkreise in 35 städtische Nun ging der Lärm in den Zeitungen natürlich erst und Knauserei von ihren so leicht errungenen Gütern etwas mehr und 45 ländliche Streise eingetheilt, doch sowohl ländliche als städtifür die Wahlen aufwenden. Trotzdem erreichen diese" Opfer" im sche Kreise bleiben von der Sozialdemokratie nicht verschont. Nach recht los. Aber immerhin, von Björnson, dem Republikaner Verhältniß bei Weitem nicht die Höhe der Opfer sozialdemokratischer ieder Landtagssession scheidet ein Drittel der Abgeordneten aus, so und Atheisten, konnte man ja derartiges noch erwarten, Parteigänger. daß alle zwei Jahre in bestimmten Theilen des Landes Neuwahlen so weh es auch thut, aber Jbsen Durch die Aufwendung größerer agitatorischer Mittel gestaltet| stattfinden. Daher kommt es, daß alle zwei Jahre neue Kreise von Jbsen konnte doch unmöglich das gemeint haben. Das war wenigstens ein sich die Wahlbewegung lebhafter, die abgegebenen Stimmenzahlen der Sozialdemokratie bearbeitet wurden, die sie früher bei Seite wachsen mit jeder Neuwahl und wenn sonst die Gegner von Wahl- liegen ließ. Wir wollen durchaus nicht verhehlen, daß diese neue Trost, wenn auch nur ein ziemlich geringer. Angesichts müdigkeit sprachen, so geht es diesen Reaktionären heute schon zu Taktik durch das Sozialistengesetz mit herbeigeführt wurde, denn dieser Sachlage entschloß sich indessen ein Journalist, lebhaft her. Die Erweckung der Geister ist also der nur die Wahlen eröffnen ja noch der Sozialdemokratie einen Weg Ibsen regelrecht zu interwieven und ihn direkt über seine Sozialdemokratie zu danken, deren Stimmenzahl bei den für ihre Thätigkeit im öffentlichen Leben. Zwar werden in dieser Landtagswahlen geringer sein muß, als bei den Reichstagswahlen, Zeit noch genug Versammlungen unmöglich gemacht auf die eine Ansicht mit Bezug auf die Sozialdemokratie zu befragen. Da das schon beregte Wahlgesetz für die Berechtigung, an der oder andere Weise, allein alle können nicht unterdrückt werden. SoUnd, o weh, auch der„ königtreue" Ibsen erklärte, Sozial- Wahl theilnehmen zu können, einen Zensus von 3 Mark direkter dann wirkt die Verbreitung von Flugblättern, die nach unserer demokrat zu sein. Staatssteuern feststellt, also ein jährliches Einkommen von über 600 Ansicht in noch zu geringer Zahl ausgegeben werden. Kleinere, Wer die skandinavischen Verhältnisse einigermaßen bis 700 Mark erfordert, das besonders in den Gebirgsgegenden taktisch den gegnerischen angepaßte Flugblätter würden zuweilen kennt, kann sich die Wirkung dieses Schlages ausmalen. fratie noch die Bestimmung des Wahlgesetzes günstig, daß die rela- fönnen. Legtere müssen natürlich immer beibehalten werden und viele Reichstagswähler nicht haben. Sonst war der Sozialdemo- mehr thun, als die größeren, programmatischen allein thun Die beiden größten Geister Skandinaviens, die Heroen, tive Stimmenmehrheit zur Wahl genügte. Jezt, d. h. seit die sollen die Campagne eröffnen. Die Vortheile dieses Verfahrens zu denen in Norwegen, Schweden und Dänemark Jung eine reaktionäre Masse" sich in der Kartellpartei gesammelt hat, werden Manchem einleuchten und steigt darum die Hoffnung, es und Alt mit Bewunderung emporblickt, diese beiden kommt dieſe Beſtimmung faum mehr in Betracht. Durch dieses werde dies fünftig mehr beobachtet werden. Nun, für die am 9. November d. J. zu eröffnende Session ist Männer im Lager der Sozialdemokratie! Entseßlich! gesinnungslose Parteibündniß wird in der Regel die Aufstellung von drei und mehr Kandidaten, wie sie früher oft stattfand, in die Zahl der Sozialdemokraten im Landtage die gleiche Was soll nun aus Norwegen, Schweden und Dänemark einem Wahlkreise ausgeschlossen und bei zwei Kandidaten kann von geblieben. Bebel rückt wieder mit ein, sonach haben wir fünf relativer Mehrheit nicht mehr die Rede sein, da entscheidet nur die Abgeordnete. Ihre Thätigkeit im Landtage wird sich bald beabsolute. merkbar machen. Jeder dieser Fünf kämpft schon lange in den Diese Gestaltung der Dinge mag die Vermehrung der sozial- Reihen der Sozialdemokratie und ist erprobt. Bebel, Stolle und Die Sächsischen Landtagswahlen demokratischen Abgeordneten sehr hindern, aber in Wahrheit gereicht Vollmar gehörten längere Zeit dem Reichstage an, Geyer wurde diese Lage der Sozialdemokratie zum Vortheile. Das Volk muß im Jahre 1886 anläßlich einer Nachwahl im 19. sächsischen Wahlhaben durch das Eingreifen der Sozialdemokratie eine Bedeutung dadurch mehr und mehr erkennen, daß die Sozialdemokratie freise ebenfalls zum Reichstagsabgeordneten gewählt. Seit dem gewonnen, hinter welcher die Landtagswahlen aller anderen Parti- die einzige, prinzipielle Oppositionspartei ist, wie ja Februar d. J. fizt unn Bebel noch im Reichstag. Die Lebenskularstaaten des deutschen Reiches weit zurückbleiben. Die maß- die Vorgänge im Reichstage und sächsischen Landtage längst bewiesen, stellung der drei Ersteren ist hinlänglich bekannt, nur die beiden gebende deutsche Presse erkennt dies freiwillig oder gezwungen an. die Februarwahlen dieses Jahres, mehr noch die Landtagswahlen anderen dürften unbekannter sein. Geyer und Kaden stammen aus Zwar suchen einzelne Preßstimmen, deren Ausspruch durch Partei- am 18. Oktober in Sachsen dies aber erst recht anschaulich gemacht dem Arbeiterstande und sind jetzt Mitbefizer von fleinen Cigarrenfanatismus gefälscht ist, diese Bedeutung herabzumindern und die haben. fabriken. Man kann ruhig sagen, daß sie durch die Verfolgungen diesjährige Wahlbewegung als das künstliche Wert einiger Führer Bekanntlich sind die sächsischen„ Kammer fortschrittler", seitens ihrer Gegner ebenso erging es Stolle- zu dieser hinzustellen, die den Verlust der sächsischen Reichstagsmandate ge- eine besondere Spezies politischer Mollusken, unter die Fittiche der Stellung gedrängt wurden, die früheren„ Arbeitgeber" dieser Herren wissermaßen rächen wollten, doch findet dieses geradezu kindische Kartellfippe genommen worden und haben nun diesem Umstande die sahen sich veranlaßt, die Wühler", wie man die Sozialdemokraten Urtheil keine Beachtung. Wiedererringung ihrer Mandate zu verdanken. Nur in einigen bezeichnet, nicht mehr zu beschäftigen. Um im Lande zu bleiben, Wer die Verhältnisse unseres Königreichs kennt, weiß, daß Kreisen wagten die Deutschfreifinnigen, die bei den Februarwahlen machten fie Anstrengungen, selbstständig zu arbeiten und es ist ihnen hier, in einem klassischen Industrielande, die wirthschaftliche Ent- in Sachsen wie zwischen zwei Mühlsteinen Kartell hier, Sozial- gelungen. Auch hierin könnte man sagen, daß die verwerfliche Verwickelung rapide vorwärts schreitet und jeder politischen Bewegung demokratie dort zerrieben wurden, Kandidaten aufzustellen. folgungssucht der Gegner die Kraft ist, die das Böse will und einen besonderen Charakter aufdrückt. Je mehr die ökonomische Aber auch diese Landtagswahlen zeigen die vollständigste Niederlage. Doch das Gute schafft." Man hat denjenigen, deren man sich früher Entwickelung das Aufschießen der Sozialdemokratie ermöglicht, desto Von einer Stüßung dieser Partei durch das Bürgerthum ist keine entledigen wollte, wider Willen die Möglichkeit zu einer freieren intensiver wird diese Partei sich Geltung zu verschaffen suchen. Spur mehr. Wo das Bürgerthum nicht zur Sozialdemokratie neigt, Thätigkeit bereitet und Niemand kann leugnen, daß sie die verant Für die Gegner der Sozialdemokratie müßte gerade die Thätigkeit ist es vollständig reaktionär und wählt kartellistisch. wortliche Stellung als Abgeordnete auszufüllen wacker bestrebt derselben bei den Landtagswahlen beweisen, daß die Partei nach Der geschlossenen Macht der Reaktion gegenüber muß die sind und ihre Ueberlegenheit gegenüber manchem Gegner bewiesen dem 21. Februar d. J. entschieden nicht schwächer geworden ist, Thätigkeit der Sozialdemokratie eine fräftigere werden, es bedingt haben. sondern wie auch der Parteitag in St. Gallen bewiesen hat diese strenge Scheidung in rechts und links also eine taktische Aende- Noch eins möchten wir anfügen. Auch die sächsischen Landeinmüthiger und darum stärker dasteht. Auch wenn man die am rung, die sich denn auch bereits in dieser Wahlperiode bemerkbar tagswahlen haben zum guten Theil je nach der Beschaffenheit 21. Februar in Sachsen abgegebenen Stimmenzahlen nach dem machte. In manchen Kreisen( Leipzig, Dresden 2c.) unterschied sich der Streise gezeigt, daß die demagogische, schwindelhafte Thätigfrüheren Stärkeverhältniß der Einzelparteien des Kartellmischmasches die Landtagswahlagitation in Nichts von der für die Reichstagswahl. feit unserer Gegner bei den diesjährigen Reichstagswahlen nachbertheilt, so blieb die Sozialdemokratie mit ihren ca. Den Schimpfereien und sonstigen Gemeinheiten der Kartell- träglich vielen die Augen geöffnet hat. Hoffentlich wird die ver150 000 Stimmen als Einzelpartei immer noch die agitatoren hat die Sozialdemokratie ein fräftiges Paroli geboten. übte und weiter in Aussicht stehende, volksverderbliche Thätigkeit stärkste. Nach den bei Landtagswahlen abgegebenen Stimmen ist Es wäre sehr untaktisch, wollte die Partei die Unmasse der gegen der Kartellparteien im Reichstage und Landtage, die wir dem Volke die Veränderung des Stärkeverhältnisses der Parteien nicht fest- fie und ihre Kandidaten verübten Schmußereien mit einer Anstands- im rechten Lichte zu zeigen uns bestreben müssen, ein Weiteres für zustellen, einmal, weil die Sozialdemokratie früher nur einzelne phrase übergehen. Darauf haben unsere Gegner bisher gerechnet. Die Zukunft thun. Wahlkreise in ihre Bewegung zog, und zweitens war die Wahl- Ein guter Theil der sozialdemokratischen Wählerschaft versteht betheiligung, ehe die Sozialdemokratie eingriff, eine so laue, die übrigens eine solche Taktik nicht und es hat sich gerade im Leipziger werden? Allen Freunden und Genossen empfehle mein Schuh- u. Stiefelwaaren Geschäft in großer Auswahl von Winterartikeln. Reelle Arbeit. Solide Preise. Louis Zaake, Schuhmachermſtr. Küftriner Platz 8. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Dafelbft Zahlstelle der Gürtleru.Broeceure( E.H.60.) Ein möblirtes Zimmer für 1 od. 2 Herren sof. zu vermiethen. Manteuffelstr. 117, II. Kranken- und Begräbnißkaffe der Gürtler u. Bronceure. ( E.$. 60.) Außerordentliche Generalversammlung. Sonntag, d. 23. Oktober, im Louisenstädt. Concertbans, Alte Jakobstr. 37, Vorm. 10/2 Uhr. T.- O.: 1. Rechnungslegung des Rendanten. 2. Verschiedenes. Das Quittungsbuch legitimirt. Verein der Sattler und Fachgenollen. 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Fachverein der Former Versammlung und verwandten Berufsgenossen. am Sonntag, den 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, in Faustmann's Lokal, Invalidenstraße 144. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bohn über Entdeckungsreisen und Kolonien in Afrika. 2. Disfuffion. 3. Schriftführerwahl, Anträge betreffs Stiftungsfest, Verschiedenes, Fragetaften. Um regen und pünktlichen Besuch bittet Der Vorstand. Als Schuhmacher empfehle ich mich bei allen Arbeiten in dieser Branche. Reparaturen schnell, gut und nicht zu theuer. Ferdinand Will, Admiralstr. 36, of I. Die beste Weisse giebt es bei W. Schulz, Admiralstraße 40( früher Alte Linde.) Verantwortlicher Redacteur: Max Schippel, Berlin. Drud und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Oranien- Straße 23. № 12 Beiblatt zur„ Berliner Bolks- Tribüne". [ Nachdruck verboten.] Aus dem Sumpf der Großstadt. Sonnabend, den 22. Oktober 1887. I. Jahrgang. zu Hause, um die geliebte Kranke mit der liebevollsten Mit der Elastizität der Jugend kam sie über den Sorgfalt zu pflegen. Dann aber ließ man ihr vom Vorfall, der anfangs ihr Scham- und Ehrgefühl tief erregt Geschäft ans sagen, daß ihr ihre Stellung nicht länger hatte, schon nach wenigen Tagen hinweg und nach dem offen gehalten werden könne und daß sie ihre Thätigkeit Verlauf einer Woche dachte sie kaum noch daran. Dazu im Geschäft unverzüglich wieder aufnehmen müsse, wollte kam, daß das Befinden ihrer Mutter sie in die freudigste sie nicht, daß an ihrer Stelle ein anderes junges Mädchen Stimmung versette. Wenn auch bis zur völligen Wiederengagirt werde. Anna mußte sich wohl oder übel dazu herstellung noch manche Woche vergehen würde, so war Es leben in Berlin viertausend jener unglücklichen verstehen, ihren Platz am Krankenbett der Mutter einer doch jede Gefahr vollkommen geschwunden und die Kranke Mädchen und Frauen, deren Namen in die polizeiliche professionellen Krankenpflegerin abzutreten und ihre Be- auf dem Wege der Genesung. Zwei Wochen später verListe der Prostituirten eingetragen sind. Für diese un- schäftigung als Probirmamsell, welche sie und die Mutter ließ die Rekonvaleszentin das Krankenlager zum ersten Male und Anna konnte an die Entlassung der Krankenglücklichen Geschöpfe hat das gewöhnliche Recht keine nährte, wieder zu übernehmen. Berliner Sittenbild von Arthur Zapp. Giltigkeit: sie stehen außerhalb des Gesetzes, sie sind recht- Aber die Sorge um das Wohl der theuren Kranken, wärterin denken. Sie war noch mit einer Woche ihres los, der Willkür von Subaltern- Beamten der„ Sitten- die sie nun fremden, bezahlten Händen anvertrauen mußte, Salairs im Rückstande, dazu kam die Rechnung des Arztes, polizei" preisgegeben. Aber neben dieser öffentlichen Prosti- war nicht die einzige, welche das junge Mädchen bedrückte. die nun auch bezahlt werden mußte. Und die Hühnersuppe, tution besteht in Berlin eine geheime, deren Angehörige Eine Woche war vergangen seit der Erkrankung der Mutter: das Kompot, der Wein, welche Stärkungsmittel der Arzt wohl zehnmal so zahlreich sind. Das sind Nähterinnen, es war Zahltag, sie erhielt ihr Salair im Geschäft und für die Genesende als ganz unentbehrlich verordnet hatte? Laden- Mamsells, Confectioneusen, die Leichtsinn, Vergnü- sie hatte beim Nachhausekommen die Krankenpflegerin zu Das Alles kostete Geld. gungssucht, gewöhnlich aber die nackte Noth und die durch bezahlen. Der von dieser geforderte Lohn betrug aber Anna entschloß sich nothgedrungen, noch einmal, zum die Noth der Eltern bewirkte schlechte Erziehung und ebensoviel als sie im Geschäft für ihre Thätigkeit erhalten. leßten Male, an die Güte ihres Prinzipals zu appelliren. mangelnde Beaufsichtigung auf einen bösen Weg geführt Woher nun die zur Bestreitung des Lebensunterhaltes und Ein letztes Darlehen von fünfzig Mark würde genügen. haben. Jeder, der das Berliner Pflaster einige Zeit ge- der Kurkosten erforderlichen Mittel nehmen? Die wenigen Von der künftigen Woche an wolle sie sich dann jeden treten hat, weiß, wie leicht hier Bekanntschaften zwischen Schmuckgegenstände, welche sie von ihrer Kindheit und ihrer Sonnabend ein paar Mark von ihrem Salair kürzen lassen jungen Männern und jungen Mädchen angeknüpft werden. Konfirmation her besaß, wurden nun zum Pfandleiher und so nach und nach ihre Schuld abtragen. Ein mehr oder auch nur einmaliges Begegnen auf der getragen: aber die paar Mark, die sie dafür erhalten hatte, Als sie dem Chef, nachdem sie sein Privatcomptoir Straße, der Austausch einiger zärtlicher Blicke, eine keck reichten kaum für eine halbe Woche. Und so stand sie betreten, ihre Bitte vorgetragen hatte, wobei sie einen geflüsterte Einladung das genügt oft, um ein junges eines Abends klopfenden Herzens vor der Thür des besonderen Nachdruck auf das zum letzten Male" legte, Mädchen zu veranlassen, sich für eine oder mehrere Stun- Privat- Comptoirs ihres Chefs, das hinter den Geschäfs- stand er von seinem Platz am Schreibtisch auf und nöthigte den einem ihm vollkommen unbekannten Herrn anzuschließen, räumen lag. Auf ihr mehrmaliges schüchternes Anklopfen das junge Mädchen, auf dem weichgepolsterten Sopha vor dem es voll Entsetzen fliehen würde, wüßte es seine ertönte endlich ein mit heiserer Stimme gerufenes Herein. Platz zu nehmen. Er habe mit ihr etwas zu besprechen, Vergangenheit, könnte es die in ihm verborgenen Gedanken Der Chef, ein Mann Anfang der Fünfziger, mit fleischigen, ihr einen Vorschlag zu machen. Mit einem peinlichen und Wünsche errathen. Solch ein junges Mädchen ist verschwommenen Zügen, kleinen, stechenden Augen und Gefühle angſtvoller Beklemmung folgte sie seiner Einladung, nicht selten durch ein widriges Geschick aus einer kleinen dicken, sinnlichen Lippen, saß an seinem Pulte emsig worauf er sich neben sie seßte. Sie hielt die Augen geProvinzstadt nach dem großen Babel an der Spree ver- schreibend. Anna blieb bescheiden an der Thür stehen, ihre fenkt, in fiebernder Spannung seine Anrede erwartend und schlagen worden. Die Unglückliche hofft, nachdem vielleicht ängstlichen Augen bewundernd über die prunkvolle Aus- so konnte sie nicht wahrnehmen, mit welch einem widerdie Eltern gestorben, sich in der Metropole leichter eine ſtattung des Zimmers ſchweiſen laſſend. Jetzt blickte der wärtigen Ausdruck von Triumph, Gier und wolluftEriſtenz gründen zu können. In der Kleinstadt unter den Chef von seiner Arbeit auf und ein grinsendes Lächeln athmender Bewunderung seine Blicke auf sie gerichtet Augen einer sorgsamen Mutter aufgewachsen, sieht sie sich lief über sein gewöhnliches Gesicht, als er des jungen waren. plößlich in das lármende, brausende, bacchanalische Treiben Mädchens ansichtig wurde. Er hieß sie näher treten und ,, Fräulein Berger", begann der Prinzipal endlich mit des Weltstadtlebens versetzt, dessen Gefahren sie nicht kennt. fragte sie dann mit süßlichem Tone nach ihrem Begehren. seiner" heiseren Stimme, ich hoffe, daß sie ebenso verWie von einer Schaar gieriger Wölfe wird sie von den Anna trug stammelnd ihre Bitte vor, Herr Stein nünftig sein werden wie sie hübsch sind und daß Sie Männern umdrängt, denen Gesetz und gesellschaftliche möge ihr in Berücksichtigung des über sie unverschuldet daher meinem Verlangen keinen unnüßen Widerstand entMoral ihr Don Juan- Handwerk so bequem und gefahr- hereingebrochenen Unglücks einen kleinen Vorschuß von gegenseßen werden. Sie kennen ja das Berliner Leben: los macht, und wenn die Unerfahrene, die schußlos und dreißig Mark gewähren, den sie später, wenn die Mutter das unablässige Jagen nach dem Erwerb und nach dem allein Dastehende in dem doppelten Kampfe um ihre wieder wohlauf, in kleinen Raten von ihrem Salair ab- Genuß und so wird sie das, was ich Ihnen zu sagen habe, Existenz und um ihre Tugend unterliegt, wer möchte den ziehen lassen wolle. nicht überraschen." " Stein auf sie werfen? Bei der Berlinerin, die natürlich In Herrn Stein's kleinen Augen leuchtete es bei Hier machte der Sprechende eine Pause. Das junge in viel weniger Fällen den Gefahren, vor denen sie von diesen Worten des jungen Mädchens blißartig auf. Dann Mädchen saß immer noch mit niedergeschlagenen Augen Kindheit an gewarnt ist, zum Opfer fällt, ist es in den überflogen seine Blicke prüfend die schlanke und doch volle, regungslos da. Nur in ihrem Innern herrschte eine meisten Fällen der nach dem Vergnügen der Großstadt jugendfrische Gestalt der vor ihm Stehenden und seine qualvolle Erregung. Worauf ging das hinaus? Was lechzende Sinn, der sie auf die abschüssige Bahn des wulstigen Lippen zogen sich zusammen, als schlürften sie würde er von ihr verlangen? Bevor der Kaufmann die Lasters führt. Die Eltern können oder wollen diesen in einen köstlichen Trank. Anna senkte verschüchtert die unterbrochene Rede wieder aufnahm, rückte er dicht an die ihr gährenden Hang nach Zerstreuung nicht befriedigen, Angen und wartete mit qualvollem Herzklopfen die Ent- neben ihm Sizende heran, seine plumpe Hand auf ihren die Brüder gehen ihre eigenen Wege und dem jungen scheidung ihres Prinzipals ab, von der vielleicht das Leben Nacken legend. Sie erzitterte unter dieser Berührung, Mädchen bleibt nichts Anderes übrig, als eine„ Bekannt ihrer Mutter abhing. Herr Stein sprach nichts, er krigelte wagte jedoch nicht, sich seiner Hand, die wie ein glühenschaft" zu suchen, will es mit den vielen an den„ Litfaß- rasch ein paar Zeilen auf ein Stück Papier und reichte des Eisen auf ihr lastete, zu entziehen. säulen" angepriesenen Genüssen nicht ganz unbekannt ihr dann das Blatt. Sie überlas es mit flimmernden bleiben. Und da sitzen sie dann oft bis spät in die Augen: es war eine Anweisung auf Fünfzig Mart. Sie fort," bie Frage vorgelegt haben, aus welchem Grunde ich Sie werden sich wohl schon selbst," fuhr Herr Stein Nacht hinein in einem der eleganten Reſtaurants im wäre fast in die Kniee gesunken und hätte ihm die Hände Ihnen die beiden von Ihnen beanspruchten Darlehen in Centrum der Stadt, diese Pärchen, die ihre Bekanntschaft gefüßt, ein so überquellendes Dankgefühl wallte in ihrem so bereitwilliger Weise gewährt habe. Nicht wahr?" auf der Straße geschlossen: sechszehnjährige junge Mädchen Herzen auf. Der Prinzipal streichelte ihr freundlich die Das junge Mädchen blickte erschreckt und erstaunt zu und Männer in den verschiedensten Altersklassen. Die glühenden Wangen und hob ihr das Kinn ermunternd ihm auf. Weil Sie meine Noth kannten und weil Sie lebhaft geführte Konversation bewegt sich zumeist im empor. Flüsterton. Dabei zucken die Lippen, glänzen die Augen ,, Es ist gut, mein hübsches Kind," sagte er. Und ein gutes Herz haben," antwortete sie hastig. und unter dem Tisch wird von Zeit zu Zeit ein zärtlicher nicht genirt, wiederzukommen, sobald das Geld zu Ende!" ,, Es giebt so viele Noth in der Welt," entgegnete er falt. Die Kraukheit war eine langwierige. So peinlich es Händedruck getauscht. Inzwischen wird Glas auf Glas , Es ist nicht mein Beruf, dieselbe zu lindern. Das geleert, und wenn das Pärchen um Mitternacht oder dem jungen Mädchen auch war, sie mußte die Güte ihres ist Sache der städtischen Armen- Kommissions- Vorsteher und später das Lokal verläßt, so ist es oft noch nicht der Chefs noch einmal in Anspruch nehmen, denn die Kran- der wohlthätigen Vereine. Und was das Herz betrifft, Weg nach der elterlichen Wohnung, der eingeschlagen wird. tenwärterin war noch nicht zu entbehren und die theueren das hat in Geldsachen und in Angelegenheiten des GeDas junge Mädchen, das den Tag über vielleicht wenig Arzneien mußten mehrmals erneuert werden. Auch dies- schäftes nicht dreinzureden." konsistente Nahrung zu sich genommen hat, hat nach dem mal war Herr Stein freundlich und sofort zur Hilfe bereit. Das geänstigte Mädchen starrte dem Sprechenden Genuß von drei oder vier Glas starken Bieres die Herr Nachdem er ihr die neue Anweisung diesmal auf verwirrt in's Gesicht. Seine Worte klangen so räthselhaft. schaft über sich verloren und willenlos folgt es den Lockun- vierzig Mark- überreicht hatte, trat er dicht an sie heran, um mich noch mehr an Ihr Geschäft zu fesseln," stammelte gen des gewissenlosen Begleiters, der mit seiner Einladung legte seine fleischige, große Hand auf ihre Schulter und sie nach einigem Nachdenken. einen ganz anderen Zweck verfolgt hat, als den, ein paar ließ dieselbe langsam über ihren Oberkörper bis zur der Kaufmann.„ Sie wissen, daß Sie bei mir für eine " Ihr eigenes Interesse fesselt Sie daran," erwiderte Stunden mit dem jungen Mädchen zu verplaudern. Taille, die er einen Augenblick umspannte, hinabgleiten. Das ist die gewöhnliche Praris, welche von den gewohn-„ Prachtvolle Büste!" murmelte er und als ob er sie nur nicht besonders anstrengende Thätigkeit ein gutes Salair junge Mädchen ihren Begierden dienstbar zu machen. In wollen, fügte er hinzu:„ Zur Probirmamsell wie ge- bleiben zu dürfen? Ihr eigenes Interesse erfordert es, heitsmäßigen Don Juans angewandt wird, um unerfahrene auf ihre Verwendbarkeit für ihren Beruf hin habe prüfen erhalten, warum sollten Sie also sich nicht glücklich schätzen, so lange als nur irgend möglich in Ihrer Stellung verseltenen Fällen greift auch ein anderes Verfahren Plaß, schaffen!" wie es durch die nachfolgende aus dem Leben gegriffene Anna erzitterte unter dieser unkeuschen Berührung Ihre Pflicht in vollem Umfange zu thun." Seine Stimme, Erzählung veranschaulicht wird. und eine Thräne trat ihr vor innerer Empörung ins die einen harten Ton gehabt hatte, nahm jetzt eine Anna Berger war ein frisches, hübsches Mädchen von Auge. Aber sie wagte nicht, durch eine Bewegung oder weichere Klangfärbung an. achtzehn Jahren. Ihr Vater hatte, als er vor einem ein Wort dagegen zu protestiren. Glücklicherweise entließ Nein", fuhr er fort ,,, meine Absicht war eine andere. Jahre gestorben war, sie und die Mutter völlig mittellos Herr Stein sie jetzt und so eilte sie beflügelten Schrittes Können Sie dieselbe denn wirklich nicht errathen?" Eine Das Herz zurückgelassen. Die Mutter war schwach und kränklich nach Hause, um sich in der Küche ihrer nur aus zwei unbestimmte Furcht schüttelte ihre Glieder. und so ruhte die Sorge um den Erwerb der für den Piècen bestehenden Wohnung auszuweinen, bevor sie der schlug ihr fast schmerzhaft in der Brust, ihre Pulse kleinen Haushalt erforderlichen Mittel auf Anna's jugend- Mutter unter die Augen trat. Am nächsten Morgen sah hämmerten in fieberhafter Haft. Sie sprang jählings auf, als wolle sie entfliehen. Er aber hielt sie an den Händen lichen Schultern. Anna besaß eine hohe, ebenmäßig ent- sie die Handlungsweise ihres Prinzipals viel ruhiger an. wickelte Figur, und diesem Vorzuge, sowie ihrem gewandten, Sie erinnerte sich der Worte, welche er gesagt hatte. Sie zurück und zog sie wieder auf ihren Sitz nieder. gewinnenden Wesen hatte sie es zu verdanken, daß sie hatte für ihn sicherlich keine andere Bedeutung als die ,, Nur keine Furcht, liebes Kind!" beruhigte er sie. sehr bald in einem der größeren Confectionsgeschäfte eine eines gut gebauten Modells, das seinem Geschäfte von„ Es kann Ihnen nichts geschehen, wozu Sie nicht selbst Stellung als Probirmamsell" - auch Confectioneuse Nußen war. Und der Grund seiner Güte gegen sie? Der einwilligen." genannt fand. Diese Beschäftigung war mit einem war zu leicht zu finden. Bei aller Bescheidenheit mußte Einkommen verbunden, das gerade für die Befriedigung sie sich doch sagen, daß sie bei dem kaufenden Publikum der bescheidenen Ansprüche von Mutter und Tochter hin- beliebter war, als irgend eine andere ihrer Kolleginnen. reichte. So lebten die Beiden glücklich und zufrieden, als Der Chef wollte sie an sein Geschäft fesseln und ihren plöglich ihr Stilleben durch eine ernste Krankheit der Mntter Eifer, seinen geschäftlichen Interessen zu dienen, wach erunterbrochen wurde. Während der ersten Tage blieb Anna halten. " 1 ,, Mein Gott!" stieß sie in verzehrender Angst heraus. Was können Sie von mir verlangen?" ( Schluß folgt.) Die Arbeitsbörse in Paris. Eine Errungenschaft der Gewerkschaften III. nicht bloß in gewerkschaftlicher Hinsicht. Dann erst werden daß die von der Firma angekündigten Regeln nur für einen die Proletarier im Stande sein, ihre Interessen mit Er- geringen Theil der Strafen Erklärungen geben und dieselben in Frankreich. folg zu vertheidigen, ihre Rechte mit Nachdruck zu fordern. zumeist willkürlich verhängt werden müßten.„ Die ArUm einen Anfang mit der Verwirklichung des vom beiterinnen geben an, daß unter den gegenwärtigen Be= Stadtrath am 1. Dezember 1886 angenommenen Beschlusses dingungen auch die Tüchtigsten von ihnen nicht mehr als Der der Mehrzahl seiner Mitglieder nach radikalere einer Arbeitsbörse zu machen, beschloß der Gemeinderath, 50 Cents bis zu 1 Dollar verdienen können. Hiervon Gemeinderath von Paris führt stets große Phrasen im vorläufig eine Filiale zu eröffnen. Diese wurde feierlicht kommen die Strafen, die„ Anrechnungen“ u. ſ. w. in Abzug. Munde, wie sich dies für einen Radikalen geziemt, aber den 4. Februar I. J. eröffnet und zwar in dem hinter Ein Herr, welcher mit den Verhältnissen vertraut zu ſein sobald es sich um Umsetzung der Theorie in Praris, um der Zentralpoſt, in der Rue Jean Jacques Rousseau behauptete, sagte, daß die Strafen in diesem Etablissement ökonomische Reformen handelt, welche den Arbeitern zu liegenden Gebäude,„ Salle de la Redoute" genannt. fich auf 100 Dollars per Woche beliefen. Er versicherte dem Gute kommen würden, tritt er kopfschen und beutelbesorgt Viele Stadträthe, sowie Deputirte wohnten der Feierlich- Kommissär, daß sich am letzten Zahltage die Zahlliſte auf zurück, bezeugend, daß er dem aufstrebenden Proletariat feit bei, welche unter den Klängen der Marsellaise eröffnet 6500 Dollars belaufen habe, die Strafen aber hätten gegenüber zu der einen kompakten reaktionären Masse ge- wurde. Der Vorsitzende Mesureur, Präsident des Stadt- 200 Dollars betragen." Die Arbeiterinnen sind einstimmig hört. Die sozialistischen Stadtverordneten, hauptsächlich rathes und Berichterstatter über die Arbeitsbörse, hielt eine der in ökonomischen Fragen trefflich bewanderte Ed. Vaillant, Ansprache an die anwesenden Gewerkschaften. hielten jedoch mit solcher Zähigkeit an ihrem Vorschlag der Ansicht, daß die Strafen wöchentlich gegen 10% von dem Lohne jeder einzelnen Angestellten ausmachen. Ein Mädchen sagte aus, sie hätte zwei Wochen lang für , Eure Gegenwart", wandte er sich an die Arbeiter, fest und wußten ihn durch eine gut geführte Propaganda„ drückt dieser Feierlichkeit ihren wahren Charakter auf, diese Geſellſchaft gearbeitet und in der Zeit 8 Dollars verund Unterstüßung von Außen her derart zu befürworten, nämlich den der Solidarität und des sozialen Friedens( sic!). dient. Nachdem sie aber ,, Zwirn, Reparaturen und Strafen" daß der Stadtrath, ob er wollte oder nicht, moralisch ge- Die Arbeit feiern, heißt den Krieg brandmarken. Dieses bezahlt hätte, seien ihr 13 Gents übrig geblieben! zwungen war, das Projekt anzunehmen standen doch kommunale Haus, in welchem wir Euch heute die Honneurs In dem Bericht werden dann eine Anzahl ähnlicher statistischer Angaben über mehrere Fabriken und die Andie Wahlen vor der Thür. Es wurde ein Ausschuß von 12 Mitgliedern eingesetzt, an deren Spite als Präsident machen, gehört Euch." Es sollen in dieser Filiale 21 Bureaur eingerichtet sichten mehrerer Fabrikanten gebracht, nach denen das der sozialistische Stadtverordnete, der Arbeiter Chabert, ein alter bekannter Kämpe des Proletariats, stand. Natürlich werden, die für die Korporationen solcher Erwerbszweige Strafenfyftem einen demoralisirenden Einfluß auf die Bewaren alle sozialistischen Stadtverordneten in dem Aus- bestimmt sind, welche sich mit Transport, Handel und ziehungen zwischen Fabrikanten und Arbeitern hat. Die Mäntel- Fabrikanten haben eine Union, zu welcher schusse vertreten. Zum Berichterstatter wurde der jetzige Herstellung von Nahrungsmitteln befassen. Diese ErwerbsPräsident des Gemeinderathes, der Radikale Meſureur de la Redoute" in der Nähe der Zentralhallen, dem der Angestellten entlassen oder geht er in Folge von DiffePräsident des Gemeinderathes, der Radikale Mefureur zweige haben hier ihr natürliches Zentrum, da die„ Salle nur zmei von ihnen nicht gehören. Wird irgend einer gewählt, dessen Bericht, eine vortreffliche gediegene Arbeit, in schneidiger Weise die Idee einer Arbeitsbörse vertheidigt." Bauch von Paris", gelegen ist. Hier, in diesem Viertel renzen mit dem Arbeitgeber freiwillig aus der Arbeit, so in schneidiger Weise die Idee einer Arbeitsbörse vertheidigt. Der Hallen, befinden sich die Bureaur und Gewerkschaften kann dieser, falls es ihm paßt, alle anderen Mitglieder Er entwickelte in seinem Berichte, daß die Arbeits- der Bäckergehilfen, der Köche, Kellner, Dienstmädchen, einen solchen Arbeiter beschäftigt, ohne vom Präsidenten der Union davon benachrichtigen; wer von diesen nun börse in der Zukunft berufen ist, die Organisation der Zuckerbäcker, Fleischer, Gemüse- und Mehlhändler, Hotel einen solchen Arbeiter beschäftigt, ohne vom Präsidenten Arbeit zu befördern; daß sie momentan den Arbeitern fellner, Tagelöhner, Ablader 2c. 2c. Nächstens sollen noch der Union Erlaubniß dazu zu haben, macht sich einer eine Waffe im Kampfe mit dem Kapital liefert. Ohne Filialen der Arbeitsbörse im Faubourg St. Antoine für Strafe von 500 Dollars schuldig. Da hätten wir den eine Arbeitsbörse, meinte er, werden die Gewerkschaften die verschiedenen Zweige der Möbeltischlerei, im Viertel Boycott gegen die Arbeiter. nur eine schwache Scheineristenz führen, da die schweren des Schlachthofes für die Fleischer, in der Glacière für In einem Kohlenbergwerk streikten die Arbeiter vor materiellen Abgaben und Kosten viele Arbeiter von der die Gerber errichtet werden. etlichen Jahren. Der Streik schlug fehl. Als die Streiker zahlen! gewerkschaftlichen Organisation zurückschrecken. So z. B. Das Proletariat", Organ der Possibilisten, sagt, aber an die Arbeit zurückkehren wollten, da wurde ihnen giebt es in Paris 6000 Sattlerarbeiter, von denen nur daß die Einweihung der ersten Filiale der Arbeitsbörse in aller Gemüthsruhe mitgetheilt, daß sie nicht glauben 200 in einer Gewerkschaft organisirt sind, und von diesen ein wichtiges Ereigniß für die Zukunft der Arbeiterklasse dürften, man würde ihnen die Sache so ruhig hingehen 200 Mitgliedern zahlen wiederum kaum 30 Mann ihre sei. Das Ergebnis hat die französische Arbeiterpartei als laſſen. Sie müßten jeder erſt 25 Dollar( 100 Mark) Beiträge. Ebenso gehören von den 6000 Pariser Typo- großen Erfolg zu verzeichnen, denn der Vorschlag zur Er- Strafe zahlen, ehe man ihnen wieder Arbeit geben werde. grapheu etwa 1800 bis 2000 einer Organisation an, die richtung einer Arbeitsbörse ging neuerdinds von ging neuerdinds von den und richtig, die armen Leute mußten dieses Wuchergeld Beiträge aber werden nur von der Hälfte gezahlt. Sozialisten aus und wurde auch von den Sozialisten Es ist Pflicht der Gemeinde, den Gewerkschaften durchgefeßt. Deshalb war es für die französischen Partei- Sklaverei sei abgeschafft. Und da giebt es noch Leute, welche meinen, die Lokalitäten unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, genossen eine wahre Freude, dieser Einweihung beizuwohnen, in denen sich die Arbeiter heimisch fühlen, in denen sie die man eine proletarische und sozialistische Feierlichkeit im sich über die vielen Fragen, welche sie am meisten interessiren, wahren Sinne des Wortes nennen darf. aussprechen und aufklären, wo sie außerdem alle diese Mit der Errichtung der Arbeitsbörse ist ein Stein Fragen betreffenden Informationen finden können. Mit zum Bau der Arbeiterorganisation im weitesten Sinne ge- Die immer heftiger werdende Konkurrenz der Kapitaeinem Worte, die Arbeitsbörse soll ein Mittel- und Knoten- legt worden, ein solider tüchtiger Grundstein, der sicher listen untereinander, der immer erbittertere Kampf um den punkt für das gesammte ökonomische und soziale Leben dazu beitragen wird, daß sich das stolze Gebäude einer Absatz hat zu immer betrügerischeren Geschäftsdes Arbeiters sein. Organisation der Arbeit schnell, fest und prächtig erhebt. praktiken der Besitzenden geführt. Ein englischer Zu diesem Behuse soll eine Zentralarbeitsbörse und angesichts der großen Ausdehnung von Paris Filialen allen Bezirken der Stadt gegründet werden. Die Filialen sollen derart eingerichtet sein, daß sie je nach den in Strafgelder und Lohnabzüge. 11 Betrügerische Geschäftspraktiken. Die - ein Malteserkreuz Kommissionsbericht über die Fälschung der Handelsmarken giebt darüber mancherlei zu lesen. Wir wollen nur auf Folgendes hinweisen. Es werden häufig deutsche Eisenund Stahlwaaren ohne Fabrikzeichen in England eingeführt Vierteln gewisse Industrieen zentralisiren, welche in dem( Aus dem Bericht des arbeitsſtatiſtiſchen Bureaus von Illinois.) und daselbst in kaltem Zustande( gewöhnlich geschieht es betreffenden Stadtviertel ihren Siß haben. In Paris Der Bericht des Arbeits- Statistikers von Illinois im heißen) mit der Marke eines Sheffielder Hauses verhaben bekanntlich gewisse Viertel seit Jahrhunderten be- scheint eine tüchtige, gründliche Arbeit zu sein. Wir wollen sehen und so auf heimathlichen und fremden Märkten zu ftimmte Produktionszweige in sich konzentrirt, so ist 3. B. hier ein Kapitel daraus berühren, das die Freiheit" des hohen Preisen als britisches Erzeugniß verkauft. der Faubourg St. Antoine der Hauptsitz für die Möbel- amerikanischen Arbeiters glänzend illustrirt. Es handelt Thatsache ist im Handel so bekannt, daß neulich ein Kaufschreinerei und. Tischlerarbeit überhaupt. fich nämlich um die Strafen", Lohnabzüge und sonstige mann in Bombay eine Ordre auf Messerwaaren nach SoVorläufig sollen die Filialen eröffnet werden und der Maßregelungen, welche von den Fabrikanten mit cynischer lingen mit der Bemerkung überschrieb, solche„ Warranted Gemeinderath hat als erste Rate zur Einrichtung eine Frechheit eingetrieben werden. Sheffield" zu stempeln. Die ausgeübte Täuschung wird Million Francs bewilligt. Die ganze Summe, welche für Von den 37 Fabriken, über welche Berichte vorliegen, übrigens auch noch in anderer Weise betrieben; ganz die Arbeitsbörse verwendet werden soll, beträgt 12 Millionen, wenden 14 das Strafsystem zugestandenermaßen an, 23 ordinäre Waare ist gewöhnlich mit englischen Firmen ver zu welcher Summe auch der Staat seinen Theil beitragen dagegen thun es nicht. Letztere 23 beschäftigen 2605 Per- sehen, die thatsächlich nicht eristiren. Scheeren sind„ Stahl" wird. Ueberhaupt soll die Arbeitsbörse und ihre Filialen fonen, darunter 2086 weiblichen, 413 männlichen Geschlechts markirt, während sie aus Eisen hergestellt, und Feilen jährlich von Gemeinde und Staat unterstützt werden. und 106„ Kinder". Natürlich sind unter den nicht als werden als mit der Hand gearbeitet bezeichnet, obgleich Von diesen 12 Millionen soll ein monumentales Gebäude Kinder" bezeichneten Angestellten viele ebenfalls noch nicht sie mit Maschinen gefertigt sind. Dann kommen gewisse als Arbeitsbörse errichtet werden und binnen 2 Jahren 16 Jahre alt. Die 14 Fabriken, in welchen Geldstrafen Produzenten den Handelsmarken gut renommirter Firmen vollendet sein. auferlegt werden, beschäftigen 3225 Personen, wovon 2463 so nahe, daß die aufmerkſamſte Beobachtung nöthig ist, Der Bau ist aus Eisen und gebraunten Ziegeln ge- weiblichen Geschlechts und 281,, Kinder" sind. um den Unterschied zu entdecken. So ist z. B. ,, Rogers, plant: das Erdgeschoß wird eine helle und im Winter gut In einer Corset Fabrik, welche 787 Personen, dar- Sheffield" eine bekannte Marke und wird von einem geheizte Zentralhalle von 1280 Meter Größe enthalten, unter 750 Frauen" beschäftigt, eristirt eine Sammlung Deutschen, Namens„ Rotgens" täuschend kopirt, indem welche als„ Arbeitsmarkt" zur Anwerbung von Arbeitern drakonischer Regeln, durch deren Anwendung an den An- das Handelszeichen des Engländers bestimmt ist; ferner 5 Versammlungssäle, jeder 200 Meter gestellten unaufhörlich Erpressungen verübt werden. Die und Stern Die und Stern dem Namen beigefügt ist. Der Betrug, groß, zur Abhaltung der Generalversammlungen der Gewerk- Stückarbeiter werden wegen Abwesenheit gestraft, die im der von englischen Baumwollenwaaren- Fabrikanten ausgeschaften, endlich 5 große Bureaur zu je 120 Meter für Tagelohn beschäftigten Personen müssen bluten, wenn sie übt wird, ist noch viel toller. Das System, Garne sowie den Dienst der angestellten Beamten. nach Ansicht der Werkführer nicht ein genügendes Arbeits- Stückwaaren mit unrichtigem Längenmaaß auszu Der erste und zweite Stock sollen wenigstens 80 gut quantum geliefert haben. Für ein„ Lachen" wird 10 bis zeichnen, hat so überhand genommen, daß Häuser, die sich heizbare und helle Zimmer enthalten, in denen die Bureaur 25 Cents( der Cent etwa 4 Pf.) berechnet; irgend aus Grundfäßen der Ehrlichkeit dagegen sträuben, schließ der verschiedenen Gewerkschaften eingerichtet werden. ein ungewöhnliches Geräusch" kostet die Verüberin je lich gezwungen sind, das schlechte Beispiel nachzuahmen, Die Zentralbörse soll alle Statistik die Arbeit be- nach Laune der Werkführerin 5 bis 15 Gents. Ferner weil sie anderenfalls ihre Kundschaft verlieren. Diese treffend zentralisiren, sowohl für Paris und Fankreich, müssen die Arbeiterinnen Zwirn und Nadeln von der Täuschung findet besonders im Geschäfte mit Indien statt. wie für das Ausland: sie soll ferner Fach- Bibliotheken Gesellschaft kaufen und zwar zu Preisen, welche von dieser Natürlich sind die Fabrikanten, Manchester Exporthäuser, und Archive für die Gewerkschaften enthalten. Endlich nach Belieben festgesetzt werden. Für eine Spule Zwirn, sowie die Grossisten in Bombay, Kalkutta oder Madras soll sie Säle bieten, wo Arbeiter und Unternehmer ein die fie anderswo für 14 Cents taufen können, müssen sie mit dem Kniffe bekannt und der Schaden fällt demnach eigens zu dem Zweck geführtes Register über Angebot und der Gesellschaft 38 Cents zahlen. Es wird den Ar- lediglich auf den Detaillisten und das Privatpublikum. Nachfrage von Arbett finden. beiterinnen nicht gestattet, ihr Arbeits- Material während Ein anderer offener Mißbrauch wird durch absichtliche AnEd. Vaillant meinte, allerdings in der Freude über das der Arbeitszeit einzukaufen, und obschon sie für die be- wendung irriger Bezeichnungen geübt, wie bei Zigarren, gelungene Werk stark übertreibend, daß eine derartige treffenden Gegenstände noch höhere Preise zahlen müssen die meistens als„ Havana" beschrieben sind, obgleich sie Arbeitsbörse nicht nur einen lokalen oder europäischen als sonst, wenn sie dieselben während der Arbeitszeit holen, in England oder Deutschland von Tabak gemacht wurden, Charakter trägt, sondern von allgemein internationaler so wird ihnen für dieses schwere Vergehen doch auch noch der nie von Havana kam. Es werden sogar wirkliche Bedeutung ist für alle modernen Staaten mit kapitalistischer eine Ertra- Strafe auferlegt; innerhalb der Arbeitsstunden Havanakisten zu hohen Preisen angekauft, um darin die Produktionsweise. gehört jede Sekunde dem„ Herrn". Aber, abgesehen von imitirten Zigarren zu paden und auf diese Weise die Die Arbeitsbörse wird jedoch nicht nur den organi- allen diefen„ Regeln“ und„ Bestimmungen", können die Täuschung noch weiter zu führen. Mit Meerschaum- und firten Arbeitern, sondern auch allen noch nicht organisirten Angestellten beim besten Willen in den meisten Fällen nicht anderen Pfeifen und Bernsteinwaaren wird ein gleicher uuentgeltlich zur Verfügung gestellt sie wird allen erfahren, weshalb sie Strafe zahlen müssen. Mitgliedern der Arbeiterklasse offen stehen; jedoch soll ihre den meisten Fällen nämlich werden die Strafen willkür- Niemand mehr mit Sicherheit darauf rechnen kann, die In Unfug getrieben, der eine solche Höhe erreicht hat, daß Leitung und Verwaltung den Gewerkschaften bezw. lich verhängt. Eine Arbeiterin erklärte dem Kommissär jenigen Artikel zu bekommen, die er zu kaufen beabsichtigt, ihren Delegirten überlassen bleiben. Alle Ausgaben gegenüber, sie hätte die 27 Dollars( 1 Dollar etwa wenn er nicht eine gründliche Sachkenntniß von allen sollen vom Stadtrath bestritten werden. Es ist zu hoffen, 4 M.) betragende Summe ihrer Strafen aus dem Conto Waaren befißt. Die gerühmte„ Ehrlichkeit im Handel" bak die nichtorganisirten Arbeiter bald die Vortheile der ihrer Einnahmen gestrichen und dem Hasse ihrer Werk ist derart, daß man in London keine unverfälschte Butter Organisation erkennen, sich gruppiren und organisiren, und führerin gut geschrieben." Der Kommissär selber erklärt, oder Milch kaufen könnte, wenn das Gesetz zum Schuße der erla wür Han verk das briti unte sold mu Rei mo fest am ist feft hin scho Sy Ar schr fich in sch auf Ja der ind Ki un ge In tag art für fie ger die Ki gu Di or ba Un ge 8 al 8 iſt bo au di un U ge al ri di bi 8 88 ste ล ละ re sch N 18 in RHEQURUZACEAERASCADE de K ft de श p ro di bi t t t f t J 0 2 r = 20 TT r r M 0 It It r It r It It It D 94 ie IF n = r 11 f ct 3 e 3 11 1 1 3 t t = würde. Industrie der Steine und Erden. Knab. Mädch. 6,6 der Käufer, das im Interesse der öffentlichen Gesundheit| nächstfolgende Reichstag kann aber verlangen, daß solche| In den einzelnen Industriegruppen gestaltet sich das erlassen wurde, nicht mit äußerster Strenge gehandhabt Verordnungen aufgehoben werden. Von dieser Befugniß Verhältniß folgendermaßen. In der Gruppe Seitdem große Quantitäten von ausländischem hat der Bundesrath nach beiden Richtungen( der SchutzHammel- und Rindfleisch nach England geschickt werden, Erweiterung und-Beschränkung) Gebrauch gemacht durch Bergbau, Hütten- und Salinenwesen, Torfgräberei. 93,4 verkaufen die Mehrzahl Londoner Metzger derartigs Fleisch, die Verordnungen vom 23. April 1879 betr. Walz- und Metallverarbeitung das kaum den halben Preis des englischen werth ist, als Hammerwerke, vom 23. April 1879 betr. Glashütten, Maschinen, Instrumente und Apparate britisches und betrügen dadurch das Volk, das indeß vom 20. Mai 1878 betr. Spinnereien, vom 10. Juli unter den heutigen Verhältnissen kein Mittel hat, fich gegen 1881 betr. Steinkohlenwerke. solche Gemeinheiten zu schützen. Gesetzliche Bestimmungen, betreffend die Kinderarbeit in verschiedenen Staaten. * + Chemische Induſtrie.. Forstwirthschaftl. Nebenprodukte, Fruchtstoffe, Fette, Dele und Firnisse Textilindustrie Papier und Leder Holz- und Schnitzstoffe Nahrungs- und Genußmittel Bekleidung und Reinigung Polygraphische Gewerbe. In sonstigen Industriezweigen. 4 90,2 9,8 79,3 20,7 92,6 7,4 61,1 32,3 72,3 27,7 + 50,6 49,4 63,1 36,9 79,6 20,4 60,3 39,7 40,0 60,0 81,2 18,8 71,7 28,3 Wir wollen dieser Zusammenstellung übrigens gleich die neuesten Mittheilungen anschließen, welche sich in den eben erschienenen Berichten der Fabrikinspektoren Deutschlands über die industrielle Beschäftigung der Kinder und jugendBei den jugendlichen Arbeitern ist dieses VerIn England ist nach den allgemeinen Bestim- lichen Arbeiter finden. Wir sind hier allerdings auf die mungen, welche für einzelne Gewerbszweige durch eine Auszüge anderer Blätter angewiesen, da die Inspektions- hältniß wesentlich anders. Dem Geschlecht nach nahmen die jugendlichen Arbeiter männlichen Geschlechts um 1,3 pt. Reihe von Spezialbestimmungen theils ergänzt, theils berichte selber uns noch nicht zugegangen sind. Das Verhältniß modifizirt worden, das Minimal alter auf 10 Jahre Hier erhalten wir nun sofort wieder die alte traurige ab, die weiblichen um 0,3 pбt. zu. festgesetzt, Sonntags- und Nachtarbeit, ferner die Arbeit Beobachtung bestätigt: die Zahl der 1886 in den Fabriken der Geschlechter gestaltete sich 1884 so, daß von je 100 am Weihnachtstag und Charfreitag ist verboten, außerdem und diesen gleichstehnden gewerklichen Anlagen beschäftigten beschäftigten jungen Leuten 64,3 männlichen, 35,7 weibist die Gewährung von acht halben Feiertagen im Jahre Kinder hat sich nach Ausweis der in den Berichten mit- lichen Geschlechts waren. 1886 verschob sich das Verhältfestgestellt. Es bestehen zahlreiche Vorschriften zur Vergetheilten Uebersichten gegenüber 1884 von 18 882 auf niß auf 63,9 und 36,1. Schlüsse aus diesen Mittheilungen zu ziehen, unterlassen hinderung gesundheitsschädlicher oder sonst gefährlicher Be- 21 053, also um 2171 Köpfe vermehrt, der Kapitaschäftigungen. Die Beschäftigung ist geregelt nach dem lismus hat auch hier wieder ein Stück ehemals freien wir, bis die Inspektionsberichte selber in unserem Besitz System der täglichen Reihenarbeit oder dem System der Lebens der Arbeiterfamilien für seine Ausbeutungszwecke Arbeit an unschichtigen Tagen, worüber detaillirte Vor- in Beschlag genommen. schriften bestehen. Die schüßenden Bestimmungen beziehen sich auch auf die Werkstätten und die Haus industrie. Eine Abnahme der Kinderarbeit fand statt in deu Bezirken Breslau- Liegnis, Arnsberg, Köln- Koblenz, Hohenzollern, im Königreich Bayern, in Hessen, Anhalt und Bremen, besonders aber in den preußischen Bergwerken und Aufbereitungsanstalten. In Frankreich ist das Minimalalter für die Beschäftigung in Fabriken, Hüttenwerkstätten und Bauhöfen auf 12 Jahre festgestellt. Kinder dürfen aber vom 10. An der Znnahme waren hauptsächlich betheiligt die Jahr ab, auf Grund von Ausnahmebestimungen, fast in Bezirke Potsdam- Frankfurt a. D., Minden- Münster, Dresder gesammten Textilindustrie, in der Papier- und Glas- den, Chemniß, Zwickau, Plauen und Württemberg; die industrie beschäftigt werden. Auch die Nachtarbeit für andern in unbedeutenderem Umfange. Sawarzburg- SonKinder von 12 bis 14 Jahren ist in der Papier-, Zucker- dershausen hatte nach den Berichten gar keine Kinderund Glasindustrie und in der„, metallurgischen Industrie" arbeit aufzuweisen.(?) gestattet, sofern dieselben mit permanenter Feuerung arbeiten. sind. Kleine Mittheilungen. Der Skandal Caffarel in Paris giebt der Fränk. Tgsp." Anlaß zu folgenden treffenden Bemerkungen: Ein französischer General ist dieser Tage verhaftet worden, weil er einen schwunghaften Ordenshandel betrieben haben soll. Die deutsche chauvinistische Bresse jubelt. Es sei, wird erklärt, eine gerechte Strafe des Schickfals für die Spionenhete, daß nunmehr ein General in einer der vertrauenvollsten Stellungen sich unter solch schmählicher Anklage befinde. Gut, wenn der Caffarel mit Deforationen geschachert hat, so verdient er eine gehörige Strafe. Aber warum giebt es überhaupt solche Dekorationen? Nichts beweist mehr, daß Frankreich eine Bourgeois- Republik ist, daß in ihr die Besitzenden, Der Bericht aus Berlin- Charlottenburg findet die die Männer des mobilen und des immobilen Kapitals, die erſte Im Uebrigen ist die Nachtarbeit und die Arbeit am Sonntag und an anerkannten Feiertagen verboten. Die Marimal- Vermehrung der in den Fabriken beschäftigten Kinder von Geige spielen, als dieses Stokettiren mit buntem Flitter. Unsere arbeitszeit für Kinder unter 12 Jahren beträgt 6 Stunden, 12-14 Jahren selber bedenklich, und es wird der Ver- Bourgeoisie ist ordenslüstern. Der Markt der Eitelkeiten, auf dem für Kinder von 12 bis 14 Jahren auch 6 Stunden, wenn schulpflichtigen Knaben durch das unkontrollirte und un- demokratisch ist die Sitte, durch Orden Verdienste" auszuzeichnen. dacht ausgesprochen, daß die in Ziegeleien arbeitenden sich die Leute der besseren" Gesellschaft drängen, zeigt uns die Ordensnarren unter den Gitelsten der Eitelen. Durchaus un= sie nicht nachweisen, daß sie den ersten Elementarunterricht beaufsichtigte Zusammensein mit den älteren Arbeitern auch Der Bürger, der sich um die Wohlfahrt des Gemeinwesens verdient genossen haben, sonst 12 Stunden mit Erholungspausen. fittlich Schaden nehmen können. Ebenso wird aus Ost- macht, erfüllt nur seine 2ürgerpflicht. Die Achtung seiner MitIn Rußland ist das Minimalalter auf 12 Jahre, und Westpreußen, Pommern und Posen über Verwendung wird dekorirt? Der Großindustrielle, der reiche Grundbesitzer, der bürger soll ihm die einzige Belohnung sein, die er erstrebt. Wer die Marimalarbeitszeit auf 8 Stunden festgesetzt. von Kindern in Ziegeleien berichtet. Im Allgemeinen Börsenfürst, sie ruhen nicht, bis ihnen ein rothes oder blaues oder In Ungarn beträgt das Minimalalter 10 Jahre. wird aus Ost- und Westpreußen eine Abnahme der Kinder- sonstwie gefärbtes Bändchen die Oede des Knopfloches angenehm Kinder von 10 bis 12 Jahren dürfen nur mit Genehmi- arbeit in Folge strengerer Schulaufsicht, also in belebt. Monsieur Pantagruel beschäftigt dreitausend Arbeiter, er gung der Gewerbebehörden in Fabriken beschäftigt werden. Folge eines indirekten staatlichen Eingreifens gemeldet. In häuft Reichthum auf durch seine Arbeiter, Pantagruel dird dekorirt, weil er exploitirt, ausbeutet. Monsieur Fainéant beſiẞt so und Die Genehmigung ist nur dann zu ertheilen, wenn der Pommern nehmen die jugendlichen Arbeiter männlichen so viel Tausend Tagwerk Land, viele Dutzende von Bächtern plagen ordentliche Schulbesuch sich mit der Beschäftigung verein- Geschlechts nicht unerheblich an Zahl zu. Im Bezirk fich im Schweiße ihres Angesichts, um dem Eigenthümer von Grund barlich erweist, oder wenn von Seiten der Fabriken für den Minden ist die Zahl der jugendlichen Arbeiter bezüglich und Boden die Pacht und sich ein Stückchen Brod zu scha en. Unterricht der Kinder durch Errichtung besonderer Schulen der Textilindustrie zurückgegangen, in der Zigarrenfabrikation Fainéant wird dekorirt, weil er die Grundrente einkafsirt, Monsieur Dorante spielt an der Börse, gründet und scheert dabei seine gehörig gesorgt wird. Die Marimalarbeitszeit beträgt dagegen gewachsen. Es werden 56 pCt. der jugendlichen Schäfchen nach Herzenslust. Dorante wird dekorirt, weil er 8 Stunden. Sonntags- und Nachtarbeit ist ausgeschlossen. Arbeiter, von denen 879 über und 1200 unter 14 Jahren Italien läßt die Kinderarbeit schon bei einem Minimal- find, in der Zigarrenfabrikation beschäftigt. Der Bericht alter von 9 Jahren mit einer Marimalarbeitszeit von beklagt dies und frägt selber, ob nicht ein Verbot der 8 Stunden zu. Für Arbeiten unter Tag in Bergwerken Kinderarbeit oder eine weitere Kürzung der Arbeitsdauer ist die Beschäftigung von Kindern unter 10 Jahren ver- durchführbar sei. boten. spekulirt. Man hat es zu thun mit einem Skandal, der sich in den Salons der Reichen und Vornehmen abspielt, mit einem Skandal, der seine Quelle hat in der blinden Renommiſterei ge= dankenarmer eitler Tröpfe, die die Hohlheit ihres Innern durch den Glanz eines Ordenkreuzes mastiren wollen. Eine interne Streitfrage der„ höheren" Gesellschaft ist's, so recht geeignet, das Näder= in Bewegung jest. Dekoration auf Dekoration schüttelt Herr Grévy werf bloßzulegen, das den Mechanismus dieser sozialen Schichten aus seinem Aermel, der Bürger- Präsident, der Schwiegervater des leichtfüßigen Herrn Wilson. Aber die Welt ist rasch vertheilt, das Ordensbudget wird für gewöhnlich nicht überschritten, und es giebt noch so viele Leute, die nach einem Orden schmachten, wie das Mädchen nach dem Geliebten, der Lieutenant nach Beförderung, ein Nationalliberaler nach einem Blick von JHM, wie ein Münchener die Kinder täglich neun Stunden und in der Woche nach einer Hofbräuhaus- Maß. Diese Ordenshungrigen mit dem Dänemark hat 10 Jahre als Minimalalter fest andere Schulkinder lediglich in der Schule beschäftigt werden, moralisches Deutschland, entrüfte Dich sittlich, so etwas kommt bei 54 Stunden beschäftigt werden. Die Zeit, in welcher unbefriedigten Appetit gehen die Schleichwege, treiben die Hintertreppenpolitik, mit welcher der Caffarel sich befaßt haben soll. gejezt und 61/2 Stunden inkl. eine halbe Stunde Pause was tommt bei als Marimalarbeitszeit. Auch da ist obligatorischer Unter- beträgt in der Woche nur 32 Stunden, so daß die in den uns nicht vor Nur schade, daß der Inseratentheil des„ Kladderaricht für beschäftigte Kinder vorgeschrieben. Aus Lüdenscheid im Bezirk Arnsberg meldet der AufDie Niederlande haben nur das Minimalalter fichtsbeamte:„ Es ist zugegeben, daß die den Kindern zuauf 12 Jahre festgestellt. gewiesene Arbeit allein die Kräfte derselben nicht überIn Schweden beträgt das Minimalalter 12 Jahre, mäßig in Anspruch nimmt. Man muß aber berücksichtigen, die Marimalarbeitszeit 6 Stunden, mit Ruhepause. Arbeit daß zu der sechsstündigen Fabrikarbeit noch ein unter Tag und Nachtarbeit ist verboten. Obligatorischer dreistündiger Schulunterricht hinzukommt, so daß Unterricht für beschäftigte Kinder ist vorgeschrieben. Fabriken arbeitenden Kinder 22 Stunden länger geistig datsch" und anderer„ Gentlemen"-Blätter Annoncen aufweist, in und körperlich angestrengt werden." Erheblich war die welchen diskrete Vermittelung denen angeboten wird, die einen In Spanien beträgt das Minimalalter 10 Jahre, Abnahme der Kinderarbeit im Regierungsbezirk Köln; Streite, wer der größte Lump ist, General Caffarel oder Herr Orden haben möchten denen, die nicht alle werden." Bei dem die Marimalarbeitszeit 5 Stunden für Knaben von 10 1884 waren deren 102 in Fabriken thätig, 1886 nur Wilson, der Schwiegersohn Grévy's, wird natürlich die ganze bis 13 Jahren und für Mädchen von 10 bis 14 Jahren, noch 16, und zwar sind dies meist aus der Schule bereits Storruption unserer Bourgeoisie, die Geldgier und schmutzige Ge8 Stunden für Knaben vom 13. Jahre ab. entlassene Kinder unter 14 Jahren. Die schärfere Kon- finnung der Bourgeoisgrößen mitunter auf das Beschämendste bloßIn den Vereinigten Staaten von Amerika be- trolle, welche über die Einhaltung der gefeßlichen Bestim- gestellt. Von Herrn Wilson erfährt man z. B.:" Im vergangenen Winter, schreibt die„ Voss. 3tg.", als der Schnäbele- Fall Europa stehen gesetzliche Beschränkungen in 14 Staaten; ein mungen, über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Striegsangst verseste, ließ er sich zu gewaltigen BörsenMinimalalter von 10 bis 13 Jahren in 7 Staaten; die geübt wird, hat an manchen Bläßen bei den Industriellen spekulationen à la baisse verleiten, die gegen ihn ausschlugen Marimalarbeitszeit ist in allen mit 8 bis 11 Stunden eine Abneigung gegen die Einstellung derselben zur Folge und bei denen er Hunderttausende verlor. Der" Syndikus der Pariser Börsenmakler", Herr Hart, mußte zwar damals öffentlich regulirt. Obligatorischer Unterricht ist nur in 9 Staaten gehabt. Dies beklagt" die Bergdirektion Saarbrücken, erklären, an den umlaufenden Gerüchten sei kein wahres Wort, Herr vorgeschrieben, Nachtarbeit nur in Rhode- Jsland ausge- weil erfahrungsmäßig diejenigen jungen Leute, welche Wilson babe nicht gespielt und nicht verloren; aber auf der Börse schlossen. schon frühzeitig zur regelmäßigen Beschäftigung herange- nannte man einander die Vermittler, welche für Herrn Wilson gear" 1 Deutschland. Gewerbe- Ordnung von 1869 und 30gen werden können, später die geschicktesten Bergleute beitet hatten, mit Vor- und Zunamen und gab genau an, in welchen Papieren er gespielt und wie viel er verloren habe. Dußende von Novelle vom 17. Juli 1878( jetzt G.-D. vom 1. Juli werden," d. h. Bergleute, welche für das Kapital am Bersonen in allen Stellungen konnten gebruckte Briefe des Herrn 1883)§ 135 ff.§ 154. Minimalalter der Beschäftigung meiſten Profit abwerfen. Aber schon die zweifellos ganz Wilson zeigen, in denen er, auf irgend ein Gesuch oder Aufrage in Fabriken, Werkstätten mit regelmäßiger Benußung von minimale Beeinträchtigung des Profites in Folge des antwortend, versprach, in ihrer Angelegenheit das Gewünschte zu Dampfkraft, Hüttenwerken, Bauhöfen, Werften, Bergwerken, Kinderschutzes ist dem Kapital zu viel. Aus Schwarzburg- thun," und ihnen gleichzeitig empfahl, sich auf sein Blatt„ La petite France", das in Tours erscheint und in zahlreichen anderen ProvinzSalinen, Aufbereitungsanstalten und unterirdisch betriebenen Sondershausen wird berichtet, daß im Jahre 1886 zwar städten Ableger hat, zu abonniren. Man weiß, daß er, ohne dazu Brüchen und Gruben 12 Jahre(§ 135). Verbot der gar keine Kinder in den Porzellanfabriken beschäftigt wur- ein gesetzliches Recht zu haben, seine sämmtlichen Privatbriefe Sonntags- und Festtagsarbeit und Nachtarbeit( 82 Uhr den, daß aber dafür etwa 50 Kinder im Alter von 7 bis mit dem Namenszuge des Präsidenten der Republik Abends bis 51/2 Uhr Morgens) und während der von 13 Jahren in 27 Privathäusern für die Fabrik stempelt und ihnen dadurch Portofreiheit(!) verschafft. Man erzählt sich schon lange, daß er an Militär- und anderen Lieferungen dem ordentlichen Seelsorger für den Katechumenen- und arbeiten. Da gerade die Behandlung trockener, aber un- Antheil hat, und es ist unmöglich, nicht zu bemerken, daß er in allen Konfirmanden-, Beicht- und Kommunionsunterricht be- gebrannter Porzellangegenstände mit gefährlicher Staub- Miniſterien zahllose Angelegenheiten betreibt, Personen empfiehlt und stimmten Stunden(§ 136). Marimalarbeitszeit 6 Stun- erzeugung verbunden ist, so wirft der Aufsichtsbeamte die Begünstigungen verlangt, die ihm natürlich nur als dem Schwiegerben mit Unterbrechung von 1/2 Stunde neben 3 Stunden Frage auf, ob diese Art der Haus industrie nicht sohn des Herrn Grévy gewährt werden. Man nimmt nun an, daß Unterricht( 135). Beschäftigung auf Grund einer reichsgesetzlich zu verbieten sei, und ist der Ueber- Wilson dieſe Thätigkeit für alle möglichen Bittsteller nicht blos wegen eines einfachen Abonnements auf seine sehr billige„ Petite Arbeitskarte( 137) und schriftlicher Anzeige an die Orts- zeugung, daß durch ein solches Verbot einem frühzeitigen France" entfalte, sondern dazu durch gewichtigere Beweggründe bepolizeibehörde(§ 138). Nach§ 139 a tann der Bundes- Siechthum der betreffenden Kinder vorgebeugt werden stimmt wurde. Es wird ihm vorgeworfen, er habe ungefähr alle rath für gewisse Fabrikationszweige, welche mit besonderen würde. Unternehmer, welche an seinem prächtigten Wohnhause mitgearbeitet haben, mit der Ehrenlegion auszeichnen lassen, statt ihre Gefahren für Gesundheit oder Sittlichkeit verbunden sind, Dem Geschlechte nach ergiebt sich gegen 1884 eine Rechnungen zu bezahlen. In diesem Falle sollen sich befinden: die Arbeit gänzlich untersagen oder von besonderen Be- Zunahme der Knaben um 13,8 pCt., der Mädchen um dingungen abhängig machen, ferner für Spinnereien und 7,5 pt.; 1884 waren von 100 beschäftigten Kindern Fabriken, welche einen ununterbrochenen Betrieb erfordern, 63,0 Knaben und 37,0 Mädchen. 1886 hat sich das Ausnahmen von den§§ 135 und 136 gestatten. Der Verhältniß auf 64,3 und 35,7 verschoben. der Bauunternehmer Bachellery; der Stunftschloffer Bernard, der für ein Treppengeländer aus geschmiedetem Eisen im Werthe von 30 000 Francs kein Geld, sondern das rothe Bändchen bekommen habe; ber Ziergärtner Denys, der mit dem mérite agricole", genannt „ Grünkram- Orden", abgefunden worden sei; der Elektriker Boivin und der Steinmez P. I. Cantini aus Marsaille, der für alle Kamine| Internationaler Bibliothek und ein Deklamatorenalbum wurden Kranken- und Begräbnißkasse der Gürtler und und sonstigen Marmorarbeiten blos 14 000 Francs verlangt habe, mitgenommen, aber auf dem Molkenmarkt nach fünfstündiger Ver- Bronzeure( E. H. 60). Die nächste außerordentliche Generalwährend seine Mitbewerber 48 000 und 52 000 Francs forderten. nehmung wieder zurückgegeben. 2. verweigerte jede Auskunft und Versammlung findet am Sonntag, den 23. Oktober, Vormittags Herr Wilson leugnet natürlich die Wahrheit dieser Beschuldigungen, erhielt tros seines Verlangens nicht einmal eine Bescheinigung 10% Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobstr. 37, aber eine auffallende Thatsache bleibt es immerhin, daß die ge- über das Beschlagnahmte. statt. Beiträge werden entgegengenommen und neue Mitglieder nannten Gewerbetreibenden kurz nach Vollendung des Wilson'schen Auch in der Grünauer Affäre finden, wie wir erfahren, aufgenommen vom Rendanten Miesterfeld, Oranienstr. 201, vorn Baues Orden erhielten." Man weiß wirklich nicht, worüber man fortwährend Sistirungen und Verhöre statt. Man schätzt die Zahl 3 Tr., an Wochentagen von 7-10 Uhr Vorm. und 12-2 Uhr mehr staunen soll: über die geschäftliche Geriebenheit der Ordens- der Vernommenen bereits auf über Hundert und diese Bahl wächst Nachm., Sonntags nur von 8-9 Uhr Vorm., sowie in der Zahlverleiher oder über die blöde Beschränktheit der Ordensempfänger. täglich. Man darf darnach wohl auf einen Monstre prozeß von stelle von Fleischmann, Dresdenerstr. 80, Montags und Sonnabends Jedenfalls brauchen die Arbeiter nicht betrübt darüber zu sein, daß größter Ausdehnung gefaßt sein. von 7-9 Uhr Abends, außerdem täglich in folgenden Zahlstellen: fie nicht zu dieser guten Gesellschaft" gehören. A. Ballwitz, Restaurant, Prinzen- und Morißstraßen- Ecke; 6. Klein, Cigarrengeschäft, Ritterstr. 15; Fr. Röhl, Cigarrengeschäft, Bergmannstr. 105; Fohrholz, Restaurant, Weberstr. 13; Knappe, Restaurant, Ackerstr. 69 und P. Fleischmann, Reſtaurant, Dresdenerstr. 80. Beschwerden sind schriftlich an den Vorsitzenden, Herrn Otto Klein, Ritterstr. 15. rechts part. zu richten. Vereine und Versammlungen. Streik. Den Schrauben-, Façondrehern und Berufs: genossen hiermit zur Kenntniß, daß wir sämmtlich die Arbeit bei Der Firma F. Rosenbaum, Fennstr. 50/51, wegen Preisreduzirung niedergelegt haben. Wir ersuchen alle Kollegen, den Zuzug fernzuhalten. Die Kollegen von der Firma F. Rosenbaum. Der ReinVer= Der verschwundene Beitragsammler der TischlerWie Fabrikinspektoren mitunter ,, berichten". Jede Er behauptet, man habe ihm das Geld gestohlen. Centralkasse, Herr Schier, ist am Dienstag verhaftet worden. für die Arbeiter bestimmte Einrichtung und Behörde läuft unter dem Drucke des Unternehmerthums Gefahr, ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren und mehr oder minder zu einem Werkzeug des Kapitalismus zu werden. Auch die Fabrikinspektoren unter= liegen leider häufig dieser Gefahr, indem sie zu wenig Fühlung Die Versammlung der Metallschleifer Berlins, welche am Sonntag in Nieft's Lokal, Kommandantenstr. 71/72, mit den Arbeitern unterhalten und ohne Prüfung die Meinung einberufen war, fonnte nicht stattfinden, weil die polizeiliche der Unternehmer annehmen und mit ihrer ganzen Autorität weiter Genehmigung hierzu nicht ertheilt worden ist. verbreiten. Der Arbeitersache ist dadurch schon viel geschadet worden. theilt die Fachkommission der Metallschleifer Berlins mit, daß Ferner Zu welchen Einseitigkeiten es mitunter führt, wenn der zur Verdieselbe sich mit dem heutigen Tage selbst auflöst, weil es der tretung der Arbeiter interessen berufene Beamte seine Informationen beim„ Herrn Chef" holt, dafür heute nur ein Beispiel. Im eben Kommission nicht möglich sei, nach den Bestimmungen des Statuts Warnung für Klavierarbeiter. Unterzeichneter Vorstand zu arbeiten. In einer demnächst einzuberufenden Versammlung erschienenen Bericht des sächsischen Gewerberathes Siebdrath( für ersucht die Mitglieder des Vereins zur Wahrung der Interessen der beabsichtigt der Kassirer Bericht zu erstatten. das Jahr 1886) heißt es über den Streik der Siemens'schen Klavierarbeiter, die Piano- Fabrik von Balinger u. Co., WasserCentral- Kranken- u. Begräbnißkasse für Frauen Glasmacher in Dresden:" Da ein Glasmacher der Siemens- thorstr. 9, zu meiden und den Zuzug fernzuhalten. Die Kollegen und Mädchen( E. H. 26 in Offenbach). Sonnabend, den schen Glashütten im Jahre 1884 im Durchschnitt 2287 M. und in dieser Fabrik sind mit der Firma in Differenzen gerathen, weil 22. Oktober, 3. Stiftungsfest, verbunden mit Ball im City- Hotel, nach Abzug der Löhne für die Gehilfen mindestens 1600-1800 M. fie es mit den Ansichten eines rechtlich denkenden Arbeiters für un- Dresdenerstr. 52/53. Billets für Herren 50 Pf., für Damen 30 Pf. verdiente, so muß die durch Heßereien gewissenloser Agita- vereinbar halten, unter den gestellten Bedingungen zu arbeiten. sind in folgenden Zahlstellen zu haben: Th. Bielefeld, Brückentoren herbeigeführte Arbeitseinstellung der Siemens'schen Glas- H. Schaar, Vorsitzender, Neichenbergerstr. 125. straße 4 im Laden, G. Schiesst, Friedrichstraße 154, H. 3 Tr., macher im Sommer 1886 nicht nur als Undankbarkeit gegen die Arbeitgeber, sondern auch als ein frivoles Spiel mit dem Die Offenbacher Central- Kranken- und Begräbniß- Fr. Grothmann, Bernauerstr. 76 i. K., Fr. M. Schneider, BlumenWohl und Wehe einer Menge von Familien gelten, welche lange kaffe für Frauen und Mädchen( E. H. 26) hielt am Montag straße 29, Fr. Strauß, Mehnerstr. 1, 3 Tr., Fr. E. Schneider, Rege Betheiligung erwünscht. Zeit nur von Streikunterſtügungen leben konnten. Die Folge dieser in Gratweil's Bierhallen eine Haupt- Versammlung ab. Zu Punkt i Naunynſtr. 60 i. K. Arbeitseinstellung war, daß viele Arbeiter von Auswärts zuzogen, der Tagesordnung wurde vom Kassirer Herrn Schiesst der Kassen- ertrag iſt zu einem Unterſtüßungsfonds für ausgesteuerte hilfsdie jüngeren Glasmacher von Dresden weggingen, die Verheiratheten bericht vom 3. Quartal verlesen. Darnach betrug die Gesammt- bedürftige Mitglieder beſtimmt. aber erst nach vollständig beendetem Streif, theilweise nach langem einnahme 5899,10 M., die Ausgaben 5792,44 M.; der Kassenbestand den 23. 8. M., Borm. 10 Uhr. Vortrag des Herrn Dr. Huber Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, Bitten und bitteren Erfahrungen, wieder angenommen wurden." am Schluß des 2. Quartals 676,22 M., bleibt ein Kassenbestand Nach dieser Berichterstattung" zu urtheilen, muß sich der Herr von 782,78 M. Darauf wird dem Kassirer Decharge ertheilt. Gin über" Ist der Unsterblichkeitsglaube nothwendig zur Glückseligkeit?" Fabrikinspektor sehr eingehend mit dem Dresdener Streife befaßt aus der Versammlung gestellter Antrag, den Männern das Wort Damen und Herren als Gäste willkommen. haben, vielleicht mehr als nöthig; daß er sich hierüber seine Infor- zu ertheilen, deren Frauen Mitglieder der Ktasse sind, wurde ange- Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Beuthstr. 8. Verein deutscher Schuhmacher. Montag, d. 24. d. M., mationen aber nicht bei den Arbeitern geholt hat, geht deutlich nommen und betheiligten sich mehrere Herren an der Debatte. Der genug aus der Fassung des Berichts hervor. Nach dem„ Fach- zweite Punkt der Tagesordnung wird gestrichen, da eine Ergänzungs- sammlung. Tagesordnung:„ Die Ursachen der epidemischen Volksgenossen", dem sehr tüchtigen Organ für die Interessen des Glas- wahl zum Vorstande nicht als nothwendig erachtet wird, indem im frankheiten", Ref.: Herr Sperling. 2. Geschäftliches. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. arbeitergewerbes", verhält sich die Sache nämlich folgendermaßen: Januar die Neuwahl des Gesammtvorstandes stattfindet. Zu Punkt 3 Die Kranken- und Begräbnißkasse der chirur " Nach dem offiziellen Bericht hat ein Glasmacher ohne Gehilfen, der Tagesordnung wird Frau Schulz als zweite Vorsitzende gewählt, also für sich, 1600-1800 m. verdient. Möglich, daß diese Summe da es das Bestreben des Vorstandes ist, daß eine Frauenkasse auch gischen Instrumentenmacher, Bandagisten u. verwandter von einem Glasarbeiter verdient wurde, aber dies von allen im zum größten Theil von Frauen verwaltet werden müsse. Alsdann Berufsgenossen feiert ihr 4. Stiftungsfest am Sonnabend, den Durchschnitt zu behaupten, ist mindestens sehr gewagt. Doch wird das Stiftungsfest berührt, welches Sonnabend, den 22. Oftober, 22. Oftober, im" Elsasser Salon", Elsasserstr. 15. Billets sind beim Kassirer zu haben. lassen wir das. Was aber der 1884er Arbeitslohn mit der Arbeits- im City- Hotel stattfindet, und zu reger Betheiligung aufgefordert. Die vom Central- Vorstand eingesandten Abrechnungen und FlugInteressen- Verein der Kistenmacher. Mitgliedereinstellung von 1886 zu thun haben soll, ist absolut unbegreiflich. Der 1886er Streit ist den Arbeitern durch eine drakonische blätter werden in der Versammlung vertheilt und knüpfte sich hieran Versammlung. Montag, den 24. d. M., in den Arminhallen, Arbeitsordnung oftroyrt worden, die nichts weiter als einen eine recht lebhafte Debatte, auf welche Weise der Kasse mehr Mit- Kommandantenstraße 20. Anfang Abends 834 Uhr. Tagesordnung: Minderverdienst zur Folge haben mußte. Und seit dem Jahre glieder zugeführt werden könnten. Es wurde von Herrn Röwer 1. Vortrag des Herrn Meßner über wirthschaftliche Verhältnisse im 1874 find die Dresdener Glasmacher theils durch Lohnkürzungen, empfohlen, beim Central- Vorſtande eine Geldbewilligung zu erwirken Mittelalter und jetzt. 2. Verschiedenes. NB. Ausgabe der Billets theils durch andere, ihren Interessen schädigende Anordnungen in und dann durch Ertrabeilagen in einigen größeren Tageszeitungen zum Stiftungsfeste, welches Sonnabend, den 12. November, im steter Aufregung erhalten worden. Die gewissenlosen Agitatoren, die Kassenverhältnisse den größeren Schichten der Arbeiter Berlins Etabliſſement Königsbank, Große Frankfurterstraße 117, stattfindet. welche ein frivoles Spiel mit dem Wohl und Wehe der Arbeiter zu schildern und wurde ein dahingehender Antrag angenommen. Auch sind im Arbeitsnachweise- Bureau, Köpniferstraße 55 a, bei und ihrer Familien treiben", sind ganz wo anders zu suchen, als in Hierauf ersuchte Herr Karge die Anwesenden, recht zahlreich dem H. Kuhla von den Mitgliedern desselben Billets zu haben. Der Berliner Sanitäts- Verein für Arbeiter den Kreisen, denen man aus vollständiger Unkenntniß der Verhält- Sanitätsverein beizutreten. Frau Luz sprach sich mißbilligend nisse, die Schuld an dem Widerstande der Arbeiter beizumessen sich gegen das Verhalten des Vereins aus, indem sie anführte, daß beiderlei Geschlechts veranstaltet am Sonntag den 23. Oktober cr. in berufen fühlt. Daß es um das Loos der Arbeiter vor dem 1886er weiblichen Mitgliedern genannten Vereins der Zutritt zu den Ver- Kaufmann's Varieté am Stadtbahnhof Alexanderplatz, Vormittags Streit nicht glänzend bestellt war, geht ja schon genügend daraus sammlungen verweigert werde, im Uebrigen aber empfahl sie den 11 Uhr, eine große Matinée, verbunden mit Concert und Theaterhervor, daß die Arbeiter von den Streikgeldern lehen mußten, Verein und meinte, wenn die Damen recht zahlreich demselben vorstellung, zum Besten des Vereins; wobei das gesammte Künstlerd. h. also, daß sie vorher" Ersparnisse" nicht machen konnten. beitreten, dann würden auch diese Umstände beseitigt werden. Neue Personal von Kaufmanns Varieté auftreten wird. Billets hierzu Ebenso wenig läßt die Thatsache, daß die jüngeren Glasmacher Mitglieder zur Gentral- Kranken- und Begräbnißkaffe werden aufge- fosten nur 30 Pf., und sind bei sämmtlichen Vertrauensmännern fortzogen, auf ein vorher bestandenes günstiges Verhältniß schließen. nommen: beim Vorsitzenden, Herrn Th. Bielefeld, Brückenſtr. 4 im des Vereins, sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen vorher Daß die Verheiratheten, bezw. älteren Glasmacher erst nach Laden, beim Kassirer, Herrn Georg Schiesst, Friedrichstr. 154, S. III, 3u haben; an der Stasse 50 Pf. Um recht rege Betheiligung bittet der Vorstand. würdige Existenz derselben, als für die vielgerühmte Arbeiterfreund- Blumenstr. 29, Frau Strauß, Mehnerstr. 1, III, Frau J. Schneider,( E. H. 48), örtl. Verwaltungsstelle Berlin B, Sonntag, den 23. d. M., langem Bitten angenommen wurden, zeugt ebenso für die frag- Frau Grothman, Bernauerstr. 76 im Keller, Frau M. Schneider, Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Drechsler lichkeit, deren die Arbeiter theilhaftig wurden. Um sich von der Naunynstr. 60 im Keller. " günstigen Situation", in welche sich die zugezogenen Arbeiter und auch Im Fachverein der Gas-, Wasser und Heizungs: Industriehallen. Vormittags 11 Uhr, Mitglieder- Versammlung, Mariannenſtr. 31/32, diejenigen, welche wieder in Graden" aufgenommen wurden, begaben, rohrleger referirte in der legten Versammlung bei Nieft, Komman- bericht. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Kassenzu überzeugen, hätten wir es für unerläßlich gehalten, daß sich der dantenstr. 71/72, Herr Pirsch über das Thema:" Wie stellen wir Bahlreiches Erscheinen ist dringend nothwendig. 3. Vortrag des Herrn Dr. Zadek. 4. Verschiedenes. Herr Fabrikinspektor bei den betr. Arbeitern erkundigt hätte, dann uns zum Arbeitsnachweis der Meister?" In der jüngsten Zeit hätten wäre er sicherlich nicht zu Schlüssen gekommen, die vom Stand- die Arbeiter, in der richtigen Erkenntniß, daß das„ wilde Arbeit den 22. d. M., Abends 82 Uhr, wird ein mit großartigem ProUnterstützungsverein der Buchbinder. Am Sonnabend, punkte der Objektivität ein für allemal nicht gebilligt werden können." suchen" des Einzelnen durchaus nicht den Interessen der Gesammtheit Auch gegen die sehr rosige Schilderung der sanitären Ver- entspräche, die Regelung des Arbeitsnachweiſes in die Hand genommen. burgerstraße 22/23 a, zum Besten franker und arbeitsloser Kollegen gramm ausgestattetes Vergnügen in der Philharmonie, Bernhältnisse in den Etablissements der Glasindustrie wendet sich der Auch der Fachverein der Rohrleger habe einen unentgeltlichen Arbeits- veranstaltet. Angesichts des guten Zweckes sind Freunde und Be" Fachgenoffe" in sehr scharfer Weise, indem er folgende Fragen an nachweis errichtet, welchem große Schwierigkeiten durch den Meister- fannte zu recht reger Theilnahme freundlichst eingeladen. Billets den Fabrikinspektor richtet:„ Haben Sie einmal die Arbeiter( an Arbeitsnachweis bereitet würden. Von dem Rohrleger, der vom für Herren 75 Pf., für Damen 50 Pf., sind zu haben bei den den reuen Wannenöfen) in voller Thätigkeit, eingeengt auf einen Meisterverein Arbeit erhält, verlange man, daß er den Fachverein Herren Paul Schneider, Blumenstr. 29; Otto Schneider, Naunynder erforderlichen Bewegungsfreiheit hinderlichen Arbeitsraum ar- verleugne. Hierauf nahm die Versammlung folgende Resolution traße 60; Georg Bäßeler, Elisabethufer 42; Born, Königſtr. 64; beiten sehen? Haben Sie den Grad der Wärme, welche der Ofen an:" Die heutige Versammlung des Fachvereins der Rohrleger ver- Raupach, Oranienſtr. 197, 4 Tr.; Woller, Alexandrinenstr. 116; und die denselben umgebenden Nebenöfen ausströmen und die durch pflichtet sich, nur für den Arbeitsnachweis des Fachvereins der Fr. Freudenreich, Reichenbergerstr. 3, Hof 3 Tr.; Teubner, Laufiber die Einwirkung der Atmosphäre von außen, bei warmen Tagen, Rohrleger zu agitiren und denselben nach wie vor aufrecht zu er Blaz 1; Kerlhoff, Fehrbellinerstr. 52a; ferner in sämmtlichen Zahlnoch besonders erhöht wird, bei voller Arbeit gemessen? Haben halten." Nachdem der Referent noch alle Anwesenden aufgefordert, stellen der Zentral- Strankenkasse, sowie in allen mit Plakaten beSie sich vergewissert, woher es kommt, daß die Arbeiter es oft nur füchtige Agitatoren für den Fachverein zu sein, damit derselbe auch legten Handlungen. höchstens 5 Minuten auf ihrer Werkstelle auszuhalten vermögen das leisten könne, was er sich vorgenommen, schloß er mit einem und sich gleich badenden Mäusen in die kühlenden Winkel der Die Liedertafel der Maler Berlins feiert ihr erstes Glück auf zur Agitation.!" Fabrik verkriechen? Haben Sie gesehen, wie diese Arbeiter durch Die Vereinigung der Drechsler Deutschlands- Orts- Kommandantenstr. 71-72. Großes Instrumental- und VokalStiftungsfest am Sonnabend, den 22. Oktober, in Nieft's Salon, Rauch, Staub und Gase, welche durch Füllung der Oefen mit verwaltung Berlin hielt am 18. Oktober in Deigmüller's Salon, Konzert, verbunden mit komischen Vorträgen. Anfang des Konzerts Kohlen oder deren Reinigung entstehen, in ihrer angestrengten Arbeit Alte Jakobstraße 48 a, ihre erste ordentliche Versammlung ab. Das präzise 82 Uhr Abends. Entree 30 Pf. belästigt werden? Haben Sie auch die sogenannten Stanäle, welche Referat über weck und Ziele der Vereinigung" hatte der Delegirte zur Reinigung der Feuerungsanlagen dienen, einer Revision unter- der Berliner Gewerkskollegen auf dem deutschen Drechlerkongreß Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasser= zogen und auch diese in gesundheitlicher Beziehung allen gerechten" übernommen. Derselbe entledigte sich seiner Aufgabe in sachlicher, und Dampfarmaturen. Die zum Sonnabend, den 22. d. M., Anforderungen entsprechend befunden? Und endlich, haben Sie sich eingehender Weise. Nach einer Diskussion richtete sodann die Ver- bei Jordan, Neue Grünſtr. 28, anberaumte Versammlung kann vielleicht über all diese Dinge, auch bei den Arbeitern dieser sammlung in einer Reſolution an alle Gewerkskollegen die dringende nicht stattfinden, da die polizeiliche Genehmigung nicht ertheilt Fabrit etwa in deren Behausungen Aufschluß geholt? Wir ver- Aufforderung, der„ Vereinigung" beizutreten. Die Versammlung worden ist. muthen, daß dies nicht der Fall ist, denn sonst müßten Sie auch erledigte sodann den Bericht des Vorstandes der hiesigen Ortsver= Krankengeld Zuschuß- und Begräbnißkasse der etwas über die gesundheitlichen Verhältnisse der Arbeiter in Er- waltung, betr. die Verfügung des Polizeipräsidiums, wonach die Berliner Knopfarbeiter. Außerordentliche Generalversammlung fahrung gebracht haben." Hier werden die Fabrikinspektoren in" Vereinigung", weil sie auch bestimmte Unterſtügungen arbeitsloser am Sonntag, den 23. Oktober, Vormittags 10% Uhr, im Restaurant Zukunft Vieles an sich bess rn müssen, wenn sie es mit ihrem und reisender Mitglieder bezwecke, als Versicherungsanstalt Matthies, Andreasstr. 26( Andreasgarten). Tagesordnung: 1. ViertelBerufe ernst nehmen. Freilich ist damit noch lange nicht alles in der staatlichen Genehmigung bedürfe. Die Versamm- jahresbericht. 2. Vorberathung zur Abänderung der Statuten. unserer Fabrikaufsicht gebessert. In legter Linie kann dieselbe allein lung beschloß hierzu, in Erwägung der für das fernere Bestehen 3. Verschiedenes. Mitgliedskarte legitimirt. Neue Mitglieder wirksam doch nur von den betheiligten Arbeitern selber der Vereinigung der Drechsler Deutschlands, insbesondere deren werden vorher aufgenommen. Diejenigen Mitglieder, welche die geübt werden, die nicht, wie die Aufsichtsbeamten, jedes Jahr ein- Ortsverwaltungen in Preußen durchaus nothwendigen Abänderungen Stammrolle noch nicht unterschrieben haben, müssen in der Vermal ein paar Stunden, sondern den ganzen Tag in den Fabriken des Statuts: Der Vorstand in Einverständniß mit dem Ausschuß ſammlung erscheinen, da dieselbe behufs Revision der Behörde vorstecken und die daher jeden Mißstand täglich und stündlich empfinden. möge beschließen: a) die sofort durch Beschluß zu veranlassende gelegt werden muß. Leider dürfen sich heute die Arbeiter nicht einmal über ihre eingenſten thatsächliche Streichung der Bestimmungen der§§ 8, 9 und 10 des Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der MetallAngelegenheiten berathen und besprechen, und so wird selbst der Statuts, betreffend die Pflichten der Vereinigigung gegenüber deren arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 5. Versammlung geringe Arbeiterschuß, den das Gesez bisher gewährt, zum großen Mitgliedern bei eintretender Arbeitslosigkeit und Wanderschaft( Reise- am Sonnabend, den 22. Oktober, Abends 8½ Uhr, bei Ackermann, Theil auf dem Papier stehen bleiben. Wann wird das anders unterstützung); b) im Anschluß hieran, eine Abänderung des Statuts Lothringerstr. 81. Fachverein der Former und verwandten Berufsgenossen. werden? " " der Vereinigung der Drechsler Deutschlands" zu vollziehen und Auf Maffenhaussuchungen scheinen sich die Berliuer Ar- zuständigen Orts zur Genehmigung einzureichen!" Die vorstehende Versammlung am Sonntag, den 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, beiter gefaßt machen zu müssen. Während im Anfang dieser Resolution wurde im Besonderen damit motivirt, daß die Verfügung in Faustmann's Lokal, Invalidenstr. 144. Tagesordnung: 1. VorWoche im 5. Reichstagswahlkreise nicht weniger als sechs Haus- von Seiten der Behörde nur darauf zurückzuführen sei, daß die trag des Herrn Dr. Bohn über Entdeckungsreifen und Kolonien in suchungen stattfanden, erfahren wir heute wiederum von zwei Vereinigung unter der ſtatutarischen Bestimmung einer Karrenzzeit Afrika. 2. Diskussion. 3. Schriftführerwahl, Anträge betreffs suchungen stattfanden, erfahren wir heute wiederum von zwei von 26 Wochen die angezogene Unterstüßung gewährt in barem. Stiftungsfest, Verschiedenes, Fragekasten. Um regen und pünktlichen neuen. Die eine galt Herrn Baulekun, Rüdersdorferstr. 12; neuen. Die eine galt Herrn Baulekun, Rüdersdorferstr. 12; Gelde nach fest statutarisch normirten Säßen. Diese Form Besuch bittet der Vorstand. die Beamten sollen mit Personen und Sachen gerade nicht sehr der Unterstützung sei nach Ansicht der Behörde eine der staatlichen Gefreundlich umgesprungen sein. Fast zur gleichen Zeit- nach -Verein zur Wahrung der Interessen der Klavier8 Uhr früh wurde der Arbeiter Labikke, Waldemarstr. 37 nehmigung bedürfende versicherungspflichtige Kaffeneinrichtung. Eine arbeiter, Versammlung am Sonnabend, den 22. Oktober, in wohnhaft, in der Dranienstraße von zwei Geheimen" zur Wache Regelung ist wohl um so eher zu erwarten, indem die durch den Gratweil's Bierhallen, Beuthstr. 8. Tagesordnung: 1. Vortrag fiftirt, wo man 1 Sozialdemokrat und für M. 2,50 Sammelbons Songreß- Beschluß bereits vorgesehenen Statutenabänderungen eine des Herrn Lehrers Kunert über Rückschritt, Stillstand und Vorbei ihm fand. Die beiden Beamten nahmen alsdann auch eine durchaus freiwillige Gewährung der Unterſtüßung schaffen, zu schreiten in der welthistorischen Erziehung der Menschheit. 2. ViertelHaussuchung vor, ohne daß der Wunsch des 2., daß ein höherer der eine staatliche Genehmigung wohl nicht verlangt werden kann. iahres- Abrechnung. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Beamter zugezogen werde, erfüllt wurde. Gefunden wurden: Die nächste Versammlung der Ortsverwaltung Berlin„ Bereini- Mitgliedsbuch legitimirt. 5 Exemplare von Bebel's" Die Frau", 7 Märchen, 1 Bastille am gung der Drechsler Deutschlands" findet am Dienstag, den 8. NoPlößensee, 1 Anti- Syllabus, 20 Ceterum Censeo, etwa 35 Exem- bember, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a, statt. plare von ,, Was die Sozialdemokraten wollen", 40-50 Programme, 14 Nummern des„ Sozialdemokrat". Selbst Hefte von Diet' Verein der Parquetbodenleger Berlins. Sonntag, den 23. Oktober, Abends 6 Uhr, gemüthliche Zusammenkunft im Vereinslokal, Mauerstr. 86. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. 1 f C 1