Berliner Volks- Tribüne " Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg.( frei ins Haus).- Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 837 b des 16. Nachtrages zur Zeitungspreisliste.) Redaktion und Expedition: S. O.( 26). Oranien- Straße 23. № 13. Inhalt: Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 29. Oktober 1887. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. I. Jahrgang. wirthschaftlich mehr und mehr ihre sozialreformatorischen Anklagen gegen die Bourgeoisie zu benußen. Konnte doch Allüren aufgab seit dieser Zeit preist Herr von Fechen- selber ein Rodbertus noch dem Traume nachhängen, durch Die Häutung der Konservativen.- Die bach unermüdlich die ,, einzig konsequente" Partei, welche eine Vereinigung von konservativen Grundbesißern und Entwickelung der französischen Arbeiterpar- allein die von den Konservativen im Stiche gelassene Fahne sozialistischen Arbeitern die Macht des Kapitals brechen zu teien. Die Bewegung unter den ländlichen der Sozialreform hochhalten und zum Siege führen werde! wollen. Das war der Konservativismus früherer Zeit. Vor einigen Wochen hat dieser ,, Wehwalt" die Welt Arbeitern Englands. Aus der Schweiz. Ist es nun dieser und dessen Ideenwelt, welche gegenDas christlich- soziale Flugblatt. und speziell die ,, Deutschkonservativen" wieder mit einer wärtig in der neuen konservativen Aera ihre Triumphe Ein Berliner Sittenbild. Selbsttäu- umfangreichen ,, Abrechnung" beschenkt, die zwar ein seltenes feiern, oder deckt die konservative Firma heute ganz andere schungen der Handwerker. Die amerikani- Maß von literarischer Unfähigkeit wie von politischer Ur Bestrebungen? Es würde viel Stumpffinn dazu gehören, schen Ritter der Arbeit.- Mängel der Fabrik- theilslosigkeit verräth, die aber insofern nicht ohne Werth letteres verneinen zu wollen. Wer ist denn heute konservativ? Die Bourgeoisie inspektion. Eine Statistik aus dem Buch- ist, als sie für die charakterlose Wandlungsfähigkeit unserer bindergewerbe. Ein Nothschrei der Berliner deutsch- konservativen Parteigrößen aus den letzten Jahren und das Großkapital, oder sind es die bourgeois- und Maurer. einzelne schlagende Zeugnisse nochmals zusammenfaßt. Was kapitalfeindlichen Kreise? Offenbar ist es gerade das Kleine Mittheilungen. Vereine und das oben genannte Buch hier bietet, ist zwar durchaus Kapital und man wird von ihm doch nicht voraussetzen nicht neu, aber immer wieder mit Nußen zu lesen, wenn dürfen, daß es das etwa zu Selbstmordzwecken wäre. man unsere politischen Mollusken näher studiren will. Nein, das Kapital ist in seinen wirthschaftlichen BeInteressanter jedoch als das Buch selber sind die Be- strebungen geblieben, was es war; es wird noch immer trachtungen, zu denen es unwillkürlich anregt. von den gleichen materiellen Interessen beherrscht und es Versammlungen. An unsere Leser! Aus verschiedenen Zuschriften ersehen wir, daß im Kreise unserer Abonnenten eine gewisse Unsicherheit darüber herrscht, ob die„ ,, Berliner Volkstribüne" ihre volle Selbstständigkeit als Wochenblatt behalten werde. " In einem Punkte hat nämlich der politifirende Frei- hat nicht die Absicht, sich hier beschränken zu lassen. Aber herr zweifellos Recht, und zwar darin, daß die konser- in seinen politischen Anschauungen ist es ein anderes gevative Partei kapitalistischer in ihrem ganzen worden, es hat den Kampf gegen den Absolutismus aufWesen geworden sei; und es frägt sich nur, ob dieser gegeben, weil es eine starke Regierungsgewalt zum Schuße Umwandlungsprozeß weiter fortschreiten wird, oder ob gegen das politisch regsame Proletariat wünschen muß. wie Herr von Fechenbach es wünscht über die Das ist sein Konservativismus, das ist der KonservativisUm jede Störung beim bevorstehenden Monatswechsel Bartei wieder etwas mehr von dem ,, altkonservativen", mus, wie er heute lebt und allein lebensfähig ist und wie zu vermeiden, erklären wir hiermit ausdrücklich, daß es sozialreformatorischen" Geiste kommen wird, den einst die er sich weiter auswachsen wird, bis er auch seine Grenzen durchaus irrig ist, die Berliner Volkstribüne" Huber und Wagener verzapften und der heute noch in findet; bis dahin aber wird er bleiben, was er heute werde in Zukunft als Sonntagsbeilage eines anderen Blattes einigen Gelehrten, Muckern und Junkern zu leben scheint. schon ist: kapitalistisch in seinem ganzen Wesen, in seiner erscheinen. Die Zahl der Freunde unseres Blattes ist, wir sind der Meinung, daß der Wunsch Fechenbach's allen Wirthschaftspolitik, in seiner Stellung zur„ sozialen Frage"; trotz der kurzen Zeit seines Bestehens, eine so große, daß Entwickelungstendenzen widerspricht, welche unser politisches reaktionär auf rein politischem Gebiet, in allen Fragen wir gar keinen Anlaß haben, auf unsere volle Selbst- und wirthschaftliches Dasein beherrschen und daß daher das der Verfassung und Verwaltung. ständigkeit zu verzichten. gerade Gegentheil von Allem eintreten wird, was früher Es ist ein beliebtes Schlagwort unserer Reaktionäre, auf sozialpolitischem Gebiet die Nodbertus und Wagener besonders derjenigen christlich- sozialen Schlages, daß der und heute die Fechenbach und Wagner von einer konser- Freisinn die eigentliche Partei des Großkapitals vativen Partei und einer konservativen Regierung erwarten. sei. Das ist eine Unwahrheit und wenn man sie noch Was waren die Konservativen früher und was find so oft, sogar in Arbeiterkreisen, hört oder vielmehr, es ist eine überlebte Wahrheit, eine Ansicht, die der= sie heute in unserem politischen Leben? Der Verlag der„ Berliner Volkstribüne". Die Häutung der Konservativen. Reichsfreiherr von Fechenbach- Laudenbach: Fürst Bismard und die deutsch- konservative Partei, oder eine politische Abrechnung. Frankfurt a. M. 1887. Reichsfreiherr von Fechenbach ist zweifellos als Politiker ein Original, freilich ein Original, bei dessen Anblick die Verblüffung des ersten Augenblicks sehr bald einer stillen Heiterkeit weicht. der ist Der Konservatismus war früher das Bollwerk der einst, unter ganz anderen Wirthschaftsverhältnissen, richtig gegen die fieghaften Fortschritte des Kapitalismus und war, die aber heute nicht mehr zutrifft und die in Zuder Bourgeoisie gerichteten Interessen; der Konservatismus funft immer weniger zutreffen wird. Wie dereinst in der ist heute das letzte Bollwerk für die möglichst ungestörte Bibel die Heerde der unsauberen Geister in die Säue, so ist Erhaltung des Kapitalismus und der Bourgeoisie, der Geist des Kapitalismus in die Konservativen gefahren, und aus dieser vollständig veränderten historischen Rolle erklärt der Zusammenbruch des bürgerlichen Radikalismus Der streitbare Gesellschaftsreformator gehört nämlich zu sich die in der That erstaunliche innere Umwandlung, die er süddeutschen Demokratie und der freisinnigen Partei jenen Bedauernswerthen, die mögen sie nun hin irr- durchgemacht hat und deren letzte Konsequenzen noch aus- lediglich eine Folge davon, daß dieser Radikalismus den Interessen des Kapitals nicht mehr entspricht, wie er es lichteriren, wohin sie wollen immer um eine Nasenlänge stehen. Wir wollen hierauf, zur Ergänzung mancher früheren in einer unwiderbringlich versunkenen Periode unserer zuweit zurück sind und daher stets den gewünschten Anschluß sozialen Entwickelung that. Die reaktionären Parteien versäumen, so daß sie zu ihrer Betrübniß aus den Ent- Ausführungen, nochmals furz eingehen. Der Liberalismus war das ausgesprochene Evan- aber haben ihre Kraft gerade daraus gewonnen, daß sie täuschungen niemals herauskommen. Es sind in dieser verderbten Welt derer nicht wenige, welche von diesem gelium der Bourgeoisie, solange dieselbe mit den Trümmern auf alle Velleitäten ihrer Vergangenheit verzichteten und Unglück verfolgt werden, aber sie sind meistens klug genug, der feudalen Gesellschaft noch nicht genügend aufgeräumt durch und durch kapitalistisch wurden. Und unter solchen Verhältnissen möchte Herr von ihren inneren Aerger nach außen nicht merken zu lassen. hatte. Beseitigung aller Schranken der Volksfreiheit auf Der füddeutsche Freiherr dagegen muß regelmäßig seiner politischem Gebiet, Beseitigung aller Schranken der Er- Fechenbach den Konservativeu anrathen, wieder zu ihrer Galle Luft machen, wenn ihn sein altes Mißgeschick wieder werbsfreiheit im wirthschaftlichen Leben das waren die früheren Haltung zurückzukehren? Wenn sie es nun könnten, einmal erreicht hat; und seine, für Freunde unfreiwilligen Forderungen, für welche die kapitalbesitzenden Schichten in was würde sie denn anderes erwarten als ein klägliches Humors sehr schäßbare schriftstellerische Thätigkeit erschöpft ihrem Interesse eintraten und mit deren schrittweiser Ver- Fiasko? Wo ist heute der Besiz, der nicht kapitalistisch fich zu einem großen Theil in den wiederholten Nachweisen, wirklichung fie ihrem Ziele, der politischen und wirthschaft- wäre? Und wo ist heute die Besißlosigkeit, die nicht sozialdemokratisch dächte? Wo sind also die Männer, die Herr daß er immer zur rechten Zeit am rechten Plaze gewesen lichen Herrschaft des Kapitals, näher kamen. sei und daß nur die Züge immer zu vorzeitig abgehen. Im Gegensatz zu der aufstrebenden Bourgeoisie ver- von Fechenbach für eine ,, sozial- konservatives" Programm Als die edle Frucht des Nationalliberalismus bereits traten die Konservativen die Interessen der alten Stände gewinnen könnte? Für das Proletariat giebt es heute anfing, wurmstichig zu werden, konnte Herr von Fechenbach und die alte Gesellschaftsordnung. Sie suchten den Besitz nur einen gangbaren Weg und ebenso für die Besitzenden, nicht umhin, sich von den Nationalliberalen für den Reichs- der alten Stände nach Möglichkeit vor dem zersetzenden und der Weg der Letteren ist ein ganz anderer, als ihn tag aufstellen zu lassen, wobei er gegen den ultramontanen Einfluß der liberalen Gesetzgebung zu schüßen und schaarten unser Sozial- Konservativer" anempfehlen möchte. Kandidaten- um einige Nasenlängen zurückblieb. Der daher alle Elemente um sich, welche ebenfalls durch den Was schmäht also Herr von Fechenbach seine einstigen von der Menge so schnöde Verkannte verwand seinen Sieg des Kapitals gefährdet erschienen; sie suchten den konservativen Freunde? Sie haben freilich eine GesinnungsSchmerz, ging in fich und wurde ausgesprochen sozial- alten Polizei- und Beamtenstaat nach Kräften zu stüßen, losigkeit bewiesen, die nur unser Zeitalter der Gesinnungsals die Konservativen die Sozialreform" weil dieser, durch seine ganze Tradition und Stellung, in losigkeit nicht in Erstaunen zu seßen vermag, aber sie haben bereits mit sehr sauersüßer Miene betrachteten. Jedenfalls feudalen Anschauungen aufging und in dem Liberalismus sich auf ihre Interessen verstanden und der Erfolg wird vorläufig auf ihrer Seite bleiben, während sie über war der Mehrzahl der Konservativen der neue Kämpe mit seinen Todfeind sah. Der Konservativismus kämpfte damals einen hoffnungs- Herrn von Fechenbach die Achseln zucken werden, wie sie seinen verhältnißmäßig weitgehenden staatssozialistischen Forderungen von vornherein schon lästig. Nachdem ihm losen und, seßen wir gleich hinzu, kulturfeindlichen Kampf, dieselben über den Prof. Ad. Wagner gezuckt haben, als ein schweres Geld für Bauern- und Zünftlervereine abge- aber eben in seinem Widerstande und Hasse gegen das er von ihnen wirkliche soziale Reformen erwartete. Herr knöpft worden war, stand der Sonderling wieder allein noch emporstrebende oder bereits zum Siege gelangte Kapi- Wagner ist damals gegangen; Herr von Fechenbach verund räſonnirte. Nun blieb ihm nur noch die Centrumspartei tal war er befähigt, manche fressende Schäden unseres sucht es noch mit dem Zentrum, aber auch hier wird er als Zufluchtsstätte; und richtig, seitdem diese Partei politisch Jahrhunderts wahrzunehmen und schonungslos aufzudecken, bald„ Abrechnung“ halten müssen. mehr und mehr an Konsequenz und Zusammenhalt verlor und die Noth und das Elend des Proletariates zu flammenden Konservativ " " Entwickelung und Charakter der französischen Arbeiterparteien. V. | ,, Egalité" ein, während er zu gleicher Zeit Mitarbeiter an dem ,, Prolétaire" ward, einem zweiten sozialistischen Wochenblatt. " 1 Die Bewegung unter den ländlichen Arbeitern in England.*) Es ist natürlich, daß die Landarbeiter viel später zum " Nach Paris zurückgekehrt, sah Brousse, welches große wohlverdiente Ansehen Guesde in der Partei genoß und welchen maßgebenden, überragenden Einfluß er ausübte. Bewußtsein ihrer Klassenlage gelangen mußten, als die Wir haben gesehen, welche energische Thätigkeit Diesen Thatsachen gegenüber kam die alte anarchistische Induſtriearbeiter. Das einsame Landleben, sowie das nicht Jules Guesde in einem Zeitraum von vier Jahren, Natur wieder zum Vorschein, Brousse fing damit an, bei geschlossene Zusammenarbeiten machte den Meinungsausvon 1876-1880 entfaltete. Er war die Seele der Be- den jungen Leuten aus der Bourgeoisie, die Guesde an- schaftlichen Produktion, der Uebergang zur intensiven Wirthtausch schwieriger. Die Veränderung in der landwirthwegung, er bewirkte die definitive, auf einem feſten Pro- hingen, das Feuer der Eifersucht und des Mißtrauens zu schaft, mit einem Worte, der moderne industrielle Ackergramm fußende Begründung der Partei, deren Redner, entfachen; theoretisch machte er Guesde Oppoſition, indem bau mit seinen Folgen sollte jedoch auch die bisher ruhig Theoretiker und Polemiker er war. Aber die Autorität, er die Nüßlichkeit und Nothwendigkeit einer starken Zentral dahinvegetirenden Bauern aus dahinvegetirenden Bauern aus dem Schlafe rütteln. die man ihm in Folge seiner Thätigkeit und Kraft seiner leitung bekämpfte, nach ihm sollte jedes Mitglied der Namentlich die Losreißung von der Scholle, die Lohnarbeit, überlegenen Natur beilegte, sollte nicht lange dauern. Bartei frei ſein, nach Belieben zu handeln. Die ganze die Einführung der landwirthschaftlichen Maschinen und Seine Persönlichkeit war zu bedeutend, zu stark und scharf Kampagne gegen Guesde ward hinterrücks im Stillen und die neue Armengesetzgebung mit dem entwürdigenden Workausgeprägt, um nicht in der eigenen Partei Feinde zu mit großem Geſchick geführt. Der Samen der Zwietracht finden, die nur Ehrgeiz und den Wunsch nach einer fiel bei jungen, ehrgeizigen Leuten auf guten Boden, und house( Arbeitshaus) für die brodlos Gewordenen, regten Diktatur als Triebfedern seines Handelns ansahen. diese ihrerseits zogen wiederum ihren persönlichen Anhang der Landbevölkerung allgemein beliebten Mittel der sie dermaßen auf, daß sie zu dem bekannten tückischen, bei mit in die geheime Opposition. Die Partei war noch Brandstiftung griffen, das im Winter 1830-1831 Es ist charakteristisch, daß die Franzosen stets das nicht einmal fest organisirt, als es zu offenen Zwiftigkeiten Wort„ Autonomie" im Munde führen und sich trotzdem und schließlich zu einem Bruche kam, der unheilvoll bis ganz allgemein wurde. Den Pächtern wurden die Kornbis in die Gegenwart hinein stets von Diktatoren führen heute weiterwirkt. und Heuschober auf den Feldern, ja die Scheunen und und leiten ließen. Diese Zwiespältigkeit ist auch der Das Zusammentreffen und die Ausnüßung verschiede- Ställe unter ihren Fenstern angezündet. Fast jede Nacht Grund, weshalb es sich in Frankreich besonders oft und ner Umstände verhalfen den hinterliftigen Intriguen flammten ein paar solche Feuer und verbreiteten Entin grell zu Tage tretender Weise ereignet, daß die Größen Brousse's zum Siege. Im Oktober 1880 ließ die Partei ſetzen und Schrecken unter den Pächtern und Grunddes öffentlichen Lebens heute in überschwenglichem Lobe in Lyon ein tägliches Blatt erscheinen,„ L'Emancipation eigenthümern. Die Thäter wurden nie oder sehr selten in den Himmel gehoben und morgen in den tiefsten Ab- sociale", das faum zwei Monate lebte. Die„ Egalité" entdeckt, und das Volk übertrug diese Brandstiftungen auf grund gestürzt werden. verschmolz sich mit dem Blatt, das Guesde als Mitarbeiter eine mythische Person, die es Swing nannte." Die Agrarverbrechen verschwinden nicht früher von Bei Sozialisten sollten Worte wie Diktatur und gehabt hatte, während Benoit Malon Hauptredakteur Diktator keinen Platz finden, denn Männer, welche wissen, gewesen war. Malon war es Dank seinem„ moralischen der Tagesordnung, bis die ländlichen Arbeiter aus dem was sie wollen, werden die an ihre Spize gestellten Führer, Sozialismus" möglich, mit allen Parteien und Parteichen Stumpffinn erwachen und zu einer Organisation gesolange diese es ehrlich meinen, nie verleugnen, sie werden zu paktiren und Alle zu schonen; von einem festen Pro- langen. Den ersten Anstoß zu der Bewegung gab der ihnen aber auch keine diskretionäre, antidemokratische Machi gramm als Grundlage der Partei, war bei ihm nicht die verleihen oder erlauben. Sind Genossen, mögen sie aus Rede. Guesde hingegen wollte von solcher Waschlappig- Pfarrer Girdlestone, der längere Zeit in Lancashire den Reihen der Bourgeoisie oder den Arbeitermassen ent- feit nichts wissen, er vertheidigte das Programm als gelebt hatte und 1863 nach Devon übersiedelte. Der stammen, geistig und agitatorisch hervorragende Persön- festen Boden und Zusammenhalt der Partei bis aufs Unterschied in den Löhnen der ländlichen Arbeiter fiel ihm lichkeiten, so werden die Sozialisten sich nicht fürchten, die- Aeußerste und verstand es, seine Ueberzeugung bei den sogleich auf. In Lancashire, einer Manufakturgegend, felben an hervorragende Kampfesposten zu stellen, aber sie Mitarbeitern der Emancipation" zur maßgebenden zu waren die Löhne ungleich besser als in Devon, wo geradezu werden nie in undemokratischer Weise darauf verzichten, machen. B. Malon, der, viel älter als Guesde, große, unglaubliche Verhältnisse herrschten. Die Arbeiter befanden eine strenge Kontrolle zu üben. Das ist wohl Alles, aber vielfach ungeordnete und eines strengen Systems ent- sich in einem derart herabgekommenen Zustand, daß sie was wir von den Gliedern einer organisirten sozialistischen behrende Kenntnisse besitzt und wegen seiner persönlichen ihre Lage als etwas ganz Natürliches ansahen und an Partei zu erwarten haben. Ehrlichkeit und seiner Betheiligung an der Commune eine eine Besserung oder Veränderung gar nicht zu denken Trotz aller und vieler schlimmen Erfahrungen sind große Popularität genießt, fühlte sich durch das autori- wagten. Girdlestone machte den Pächtern Vorwürfe und griff die französischen Sozialisten noch nicht auf diesem Stand- täre" Auftreten Guesde's verlegt. Nachdem die„ Emancipunkte angelangt. Einerseits lassen sie fich thatsächlich mit pation" eingegangen, siedelte Malon nach Paris über und diese Zustände sogar in seinen Predigten an, wofür er auf großer Leichtigeit von ehrgeizigen, intriganten, ihnen niedrig fand sich mitten in die Intriguen gegen den„ Guesde'schen alle mögliche Weise chikanirt und selbst insultirt wurde. Autoritarismus“ gezogen. Malon und seine engeren Dem Pfarrer schlug jedoch unter seinem Rock ein muthiges schmeichelnden Männern leiten und gängeln und andrerseits genügt es, wirklich verdienstvolle, charakterfeste und prin- Freunde waren aus dem angedeuteten Grunde der Strö- Herz; er ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und verzipientreue Leute als nach einer Diktatur strebende Ehrgeizige zu mung nur zu geneigt, und der Ruf des Ersteren half ihr öffentlichte kurzer Hand die in Devon vorgefundenen Abdenunziren, damit sich die Mehrzahl mit Furcht und Haß von zum endgültigen Durchbruch. Alle Gruppen und Studien- scheulichkeiten. Die Wirkung war eine außerordentliche. den Beschuldigten wendet und ihrer Thätigkeit ſyſtematiſche Dringlicheres zu thun, als einen Kreuzzug gegen das„ Be- beſſerte, und was noch weit wichtiger die Arbeiter den Beschuldigten wendet und ihrer Thätigkeit systematische zirkel fanden mit einem Mal nichts Wichtigeres und Die Folge war, daß in Devon die Lage der Arbeiter sich Feindseligkeit entgegenbringt. Dies war auch das Schicksal, welches Jules Guesde traf. Es gelang einem ehrgeizigen Es gelang einem ehrgeizigen ſtreben Guesde's nach einer Diktatur" zu predigen und sich langsam den Schlaf aus den Augen rieben, wodurch Intriganten, welcher Guesde seine Ueberlegenheit nicht zu unternehmen. Die Führer der Kooperatiften( Genossen- der Boden für die Agitation des Tagelöhners J. Arch verzeihen konnte, diesen bei dem Gros der Partei zu verschaftsbewegung), welche sich, mit wenig Ausnahmen, der vorbereitet wurde. Girdlestone hatte bereits 1868 versucht, dächtigen und durch eine geschickte Verquickung der Umstände Partei mehr unter dem Drucke der Verhältnisse, als aus einen Landarbeiterbund zu gründen, jedoch ohne Erfolg; von seinem Platz zu verdrängen, um seine eigene Berson flarer Ueberzeugung angeschlossen und die dem modernen die Sache war den Bauern noch zu neu, und dann fehlte auf denselben zu stellen. Der Mann, der dies zu Stande Sozialismus mit bemerkenswerthem Unverständniß gegen- außer dem Muth auch die Gelegenheit, sich in größeren brachte, war Paul Brousse, das Haupt der jetzigen überstanden, schlossen sich den Gegnern Guesde's an. Der Massen zusammenzufinden. tüchtig bearbeitete Boden brachte seine Früchte: alles erhob Nun trat Arch auf den Schauplaß, dem es bei seiner possibilistischen Fraktion der Arbeiterpartei. sich gegen Guesde, fiel über ihn her und nur ein kleines Vertrautheit mit den ländlichen Verhältnissen sehr bald Brousse war mit Guesde noch von Montpellier aus Häuflein der tüchtigsten, prinzipienklarsten und überzeugungs- gelingen sollte, eine Vereinigung der ländlichen Arbeiter bekannt, wo Guesde 1870-71 Hauptredakteur der treuesten Männer blieb auf seiner Seite stehen. zu Stande zu bringen. " Droits de l'Homme" war. Brousse war damals ein Arch wurde 1826 im Dorfe Bedford in Warwick geEin anderer Umstand führte der Feindseligkeit neuen boren und begann bereits mit dem neunten Jahre auf den oppositioneller, radikal- republikanischer Student, welcher die Zündstoff zu. Bei Gründung der„ Emancipation" hatten Gütern zu arbeiten. Er eignete sich während seiner Jugend Vorstädte, die Arbeiterviertel besuchte und sich als paten- fich sämmtliche Redakteure verpflichtet, bei den nächsten Gütern zu arbeiten. Er eignete sich während seiner Jugend tirten Volksfreund aufspielte. 1872 wegen eines Zeitungs- Wahlen kein Mandat anzunehmen. Es war ihnen nämlich einiges Wissen an, las mit Vorliebe religiöse Schriften artikels zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt, entfloh der Vorwurf gemacht worden, fie begründeten ein tägliches jetzte er seine Arbeit als Tagelöhner fort. 1872 bildete und wurde mit 20 Jahren Methodistenprediger. Dabei er nach Spanien. Hier traf er mit den dort damals zahl Blatt lediglich zu dem Zwecke, sich Kandidaturen zu verfich in der Nähe seines Heimathsdorfes ein kleiner Arbeiterreich vertretenen Anarchisten der Bakuninschen Richtung schaffen. zusammen und begeisterte sich sofort für deren Hochtönende klub, der eigentlich keinen bestimmten Zweck hatte, aber Da das Blatt nach zwei Monaten, im Dezember bas, was alle am meisten intereffirte, die Lohnfrage diskurevolutionäre Phrasen. Von Spanien ging er nach der 1880, eingegangen war und die moralische Verpflichtung tirte. Die Thatsache verbreitete sich in der Nachbarschaft Schweiz, wo er Adjutant des anarchistischen Papstes selbst, nicht länger bestand, so nahm Guesde im August 1881 tirte. Die Thatsache verbreitete sich in der Nachbarschaft Batumin's, wurde. Schon in der Schweiz trat der Unter- auf ausdrückliches Drängen der Sozialisten von Roubair und ersuchte ihn auf einem einzuberufenden Meeting über und erregte großes Aufsehen. Man dachte bald an Arch schied zwischen Brousse und Guesde, der, wie man sich er eine Kandidatur in dieser Stadt an. innern wird, ebenfalls als Flüchtling hier lebte, scharf zu die Lage der ländlichen Arbeiter zu sprechen. Arch sagte Tage. Brousse that sich als enragirter Anarchist hervor, Der von Brousse, Malon 2c. redigirte Prolétaire" be- bourne unter großem Andrang unter freiem Himmel statt. Dies gab das Zeichen zum Losschlagen gegen Guesde. zu und am 14. Februar fand die Versammlung in Wellverfaßte anarchistische Broschüren und Zeitungsartikel, schuldigte Guesde, daß er seinem Ehrenwort untreu geGuesde blieb seinen ihm von der Wissenschaft diktirten worden war, obgleich die Redakteure des Blattes sehr gut keit dieser Versammlung, die mit Gründung einer ländlichen In Anbetracht der nicht zu unterschäßenden WichtigUeberzeugungen treu. wußten, daß Guesde moralisch frei war, daß er trotzdem Arbeitergewerkschaft endete also ein halbes Jahrhundert Als Guesde später in Paris die„ Egalité" redigirte, die Kandidatur nur angenommen, weil sie ihm von den später als die Gründung der industriellen Arbeiterverbände! griff Brousse das Blatt von der Schweiz aus in seiner Genossen in Roubair als Pflicht auferlegt worden, da dürfte es nicht uninteressant sein, hier die Rede Arch's Avant- Garde"( Vorhut) auf das Heftigste an. Er be- ,, er der Partei gehöre", und endlich, daß die Kandidatur in einigen Theilen wiederzugeben. schuldigte Guesde und seine Mitarbeiter des Ehrgeizes und als eine bloße Zählkandidatur sich darstellte, bei der die insbesondere der Jagd auf ein Mandat als Deputirte. zu führende Agitation Hauptsache war. Brousse zeigte sich in seinen Schriften als abgesagten Feind ,, Vor allem muß ich Euch erklären", begann er, daß ich ein Arbeiter bin, einer aus Eurer Mitte. Obwohl Unterdeß kam der Nationalkongreß von Reims( Ende mehrere Leute aus der Nachbarschaft meinten, daß es des Kollektivismus, den er auf dem internationalen Genter Oktober und Anfang November) zu Stande, auf dem beffer wäre, wenn irgend ein Gentleman die vorliegende Kongreß von 1877 heftig bekämpfte, wofür er damals 44 Delegirte, etwa 150 Gewerkschaften und Studienzirkel Frage behandeln würde, so bin ich nicht dieser Ansicht. vom Genossen Liebknecht tüchtig abgetrumpft wurde. Letzte repräsentirten. rer Umstand gehört mit zu den Gründen, weshalb Brousse die deutschen Sozialdemokraten bis heute mit seinem Haß Nationalkomités beschlossen, eines sogenannten Bor Leiden und Wünsche der Leute zu beurtheilen, denn ein GentleAuf diesem Kongreß wurde auch die Gründung des Ich denke, daß ein Mann, der selbst 20 Jahre als Tagelöhner auf den Gütern gearbeitet hat, besser befähigt ist, die beehrt. standes der Partei, welches den moralischen Einfluß man. Ich muß Euch darauf aufmerksam machen, daß Ihr keine Guesde's brechen sollte.*) feine Beredtsamkeit von mir zu erwarten habt; ich wurde, wie die meisten Eurer Kinder, mit dem 9. Jahre zur Arbeit geschickt und von der Zeit bis heute mußte ich mit Troß aller stattgehabten Reibereien stand Guesde dem Anarchisten Brousse persönlich nicht feindlich gegenüber. Als Letterer 1879 in der Schweiz wegen eines aufreizenden Artikels zu mehreren Monaten Gefängniß verurtheilt*) Das Nationalfomité sollte als Bindeglied zwischen den in wurde, schrieb Guesde sogar einen günstigen Artikel über sechs Regionen eingetheilten Federationen dienen, die als Ganzes die Partei bildeten. Das Comité sollte die Aufgabe haben: 1. die Brousse, welcher ihn mit seinem Gegner aussöhnte. Nach Bollstreckung der Beschlüsse des Nationalfongresses zu bewerkstelligen, Verbüßung seiner Strafe ward Brousse aus der Schweiz 2. Verbindungen zwischen und mit den einzelnen Federationen und ausgewiesen und begab sich nach London, wo er von den sozialistischen Parteien des Auslandes zu unterhalten, 3. statistiK. Marr freudlichst empfangen ward. Zur selben Zeit Delegirte auf ein Jahr, Siz des Nationalkomités ist Paris, jede sches Arbeitsmaterial zu sammeln. Jede Region wählt fünf vollzog sich in Brousse's Anschauungen eine große Um- Federation ist autonom. wandlung, der zu Folge er seinen anarchistischen Ideen entsagte und als Sozialisten sich erklärte. Ja, 1880 trat er sogar in die Redaktion der von ihm so geschmähten| *) Nach Kablufow's Die ländliche Arbeiterfrage". Dick, Internationale Bibliothek, Heft 11 und 12.- Wir empfehlen bei dieser Gelegenheit dieses Unternehmer unseren Lesern auf's Beste. ökonomischen Lehren von Karl Marr; Köhler, Weltschöpfung und 3. Den Arbeitern bietet sich hier eine Fülle von Belehrung in durchaus gemeinverständlicher Form. Bisher erschienen: Kautsky, Die Weltuntergang; Aveling, Die Darwin'sche Theorie. Zur Ausgabe gelangt eben: Stautsty, Thomas Morus und seine Utopie. Dar nach soll folgen: August Bebel, Charles Fourier, sein Leben und seine Theorien. meiner Hände Arbeit mein tägliches Brod verdienen. Es ist mir durch schwere Arbeit, deren ich mich nicht schäme, und durch viele Entbehrungen gelungen, sieben Kinder zu erziehen; folglich kenne ich die Noth und die Sorgen der Arbeiter aus eigener Erfahrung. oder gar zur Einstellung der Produktion führen, können des Volkes sind nach der Züricher Verfassung 5000 Unterverderblich werden, aber damit ist Polen noch lange nicht schriften erforderlich) und brachten in kürzester Zeit über verloren; mit der ihr eigenen Behendigkeit geht die In- 7000 derselben zusammen und reichten den Entwurf dustrie von einem Produktionszweig zum andern über und sammt Unterschriften bei der Regierung ein. Der in steht bald, wenn auch auf einer Unsumme von Arbeiter- seiner Majorität wiederum liberal- konservative Kantons„ Ich kenne viele gesunde und tüchtige Männer, welche elend, konkurrenz- und widerstandsfähiger wie je da. rath und die gleichgefärbte Regierung traten auf den nur 10 sh.( 1 Schilling 1 Mark) pro Woche verdienen. Anders verhält es sich mit der Landwirthschaft. Ein Entwurf gar nicht ein und empfahlen dem Volke VerNeulich kam ich in die Behausung eines alten Hirten und geschickt und zur rechten Zeit inszenirter Streik kann den werfung. Die Demokraten ihrerseits entfalten aber eine sah, daß er mit seiner Frau in einer Wohnung lebte, ganzen Jahresertrag aufs Spiel setzen und den Ruin des geradezu fieberhafte Thätigkeit, um ihrem Gesetzesvorschlage in der man kein Schwein halten würde. Und dieser Pächters herbeiführen. Der letztere wird also nachgeben Geltung zu verschaffen. Mann, der von 5 Uhr früh bis Abends 7 und 8 Uhr müssen. Der Profit wird wohl beschnitten sein, aber der Und wir, d. h. die ganze Arbeiterschaft, haben Inarbeitet, bekommt nur 5 sh. und 2 Brode wöchentlich. Bankerott wird doch für den Augenblick vermieden. Die teresse an der Annahme dieses Gesetzes. Denn auf das Gestern noch erzählte mir ein Fuhrknecht, daß er von hohen Löhne kann er aber schon deswegen auf die Dauer Wesen der Schule, der systematischen Ausbildung des 4 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends und des Sonntags nicht bezahlen, weil die unter anderen Verhältnissen ar- Volkes kommt es sehr viel an in Betreff der Ausbreitung von 5 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends arbeitet für einen beitende überseeische Konkurrenz die Waaren zu einem der Arbeiterbewegung. Ein dummes, unwissendes Volk Wochenlohn von 12 sh. 6 d.! Jetzt will ich mich mit Spottpreise liefert. Die Maschinenarbeit bietet ihm nur hat weder Bedürfniß noch Empfänglichkeit oder Verständder Frage an das erste beste vernünftige Wesen wenden, einen in engen Grenzen gehaltenen Ersatz, der in dem niß für Ideale; wer daher die Schule hat, dem gehört ob es einem Mann, der 4 und 5 Kinder hat, möglich ist, Maße abnimmt, wie das bewirthschaftete Gut sich dem die Zukunft. mit diesem Lohn auszukommen? Wenn jemand unter uns Umfang nach von einem Großgute entfernt. In dieser Nun hat man, wie fast in der ganzen Schweiz, so ist, der das kann, so möge er sprechen, wir werden ihn ernsten und bedrückenden Lage bleibt dem Pächter kein auch im Kanton Zürich nur eine sechsjährige Schulgerne hören. anderes Mittel übrig, als die Produktion einzuschränken, pflicht. Da der Unterricht ein guter und ebenso die Der Arbeiter braucht mehr und er muß auch mehr und damit ist er am Anfang vom Ende angelangt. Lehrgegenstände angemessene sind, so ist freilich dieser sechsbekommen, gleichviel, was ein gewisser Theil der Gesellschaft über uns denken mag. Zur Aufrechterhaltung des englischen Pachtsystems be- jährige Schulbesuch so hoch, durchschnittlich aber höher andarf es einer gewissen Hörigkeit der Arbeiter, die mit zuschlagen als 7 oder 8 jähriger Schulbesuch in monarchischen Man sagt, der Arbeiter sei ein Verschwender, er stecke Weib und Kind stets dem Pächter zur Verfügung stehen Ländern, wo ja das Schulwesen eine zu ausgeprägte, beewig in Schulden und viele erklären ihn für einen Tauge- müssen, ohne ihn zu verpflichten, in den Zeiten der Pausen, stimmte Tendenz trägt. Die Regierung hatte nun in ihrem nichts. Nehmen wir an, daß es ein Mann durch äußerste z. B. im Winter, für sie einzutreten. Der Pächter darf Entwurfe die Bestimmung, die Schulpflicht um ein Jahr Sparsamkeit ermöglicht, bei 12 sh. Wochenlohn ohne in seinen heutigen Verhältnissen die Arbeiter nicht anders zu verlängern und in entsprechender Weise die Volksschule Schulden zu leben. Wie wird es aber, wenn Jemand in als Geräthschaften ansehen, die hervorgeholt werden, wenn um eine siebente Klasse zu vermehren. Die Initianten der Familie erkrankt und bessere Nahrung und Medika- er sie gerade braucht. Eine erträgliche Lage der ihrerseits haben nun aber die Sache von entschieden prakmente nöthig sind? Wenn einmal ein solches Unglück Bächter und ländlichen Arbeiter zu gleicher Zeit tischer Seite aufgefaßt. Bei der Thatsache, daß die zahlüber die Familie hereingebrochen ist, so kann sie sich nur ist undenkbar. Ist der Pächter, wie Caird sich ausdrückt, reiche und bei einer Abstimmung ausschlaggebende ländliche dann von den schlimmen Folgen befreien, wenn sie später doch selbst nur das Instrument, durch welches der Landlord Bevölkerung mit ihrem Konservatismus kaum ein siebentes Schuljahr annehmen würde, haben die Demokraten in sich das Allernöthigste abdarbt. seine Grundrente aus dem Boden herausschlägt. ,, Man sagt, daß die Wohlthätigkeitsvereine dem armen Daraus geht des weiteren hervor, daß die ländlichen ihrem Entwurf die Bestimmung aufgenommen, daß die Mann bei seinen Unglücksfallen helfen. Ohne Zweifel Trades- Unions keinen wesentlichen Einfluß auf die Lage Lehrmittel und Schreibmaterialien für die sind sie in ihrer Art recht gut, aber nach meiner Meinung der Arbeiter ausüben können. Zu dieser Einsicht werden Volks- und Sekundarschule unentgeltlich auf schwerlich so gut, wie sie von einigen Leuten dargestellt die Arbeiter über kurz oder lang kommen müssen, und Kosten das Staates und der Gemeinden an die werden. Hier giebt es heute Abend keinen einzigen Mann dann werden sie den Kampf nicht mehr so sehr um die Schüler verabfolgt werden. Der Staat soll zur Deckung unter uns, der, wenn er auch noch so arm ist, nicht Lohnhöhe, als vielmehr um die Beseitigung der Lohn- dieser neuen Ausgabe einen Theil seiner Einnahmen aus dem Alkoholmonopol verwenden. wünscht, seinen eigenen Rock auf dem Leibe zu haben arbeit führen. und sein eigenes Brod zu schneiden, und wenn jemand zu seiner Mahlzeit nur einen geräucherten Häring haben kann, den er selbst zu bezahlen im Stande ist, so ist es ihm lieber als ein Geschenk. Wir wollen den Zustand der Sklaverei nicht länger ertragen, wir wollen das Joch der Tyrannei abwerfen, aber keine Barmherzigkeit! Laßt uns unsere Rechte vertheidigen mit jener unabhängigkeit, Aufrichtigkeit und dem Muth, die dem Engländer eigen sind. In einem gemeinsamen Bunde liegt daher unsere einzige Rettung. Aus der Schweiz. Durch die Unentgeltlichkeit der Lehrmittel ist dem Arbeiter eine große Last abgenommen und er kann daher seine Kinder schon eher ohne den staatlichen Zwang außer der Volksschule auch eine oder sämmtliche( 3) Klassen der r. Zürich, 23. Oktober. Ueberall in der Schweiz Sekundarschule besuchen lassen. spricht man jetzt fast ausschließlich von den am nächsten Außerdem wird in dem Gefeßentwurf verlangt die Sonntag stattfindenden Nationalrathswahlen. In Einführung der obligatorischen Fortbildungsjeder Zeitung und jedem Blättchen wird geleitartikelt und schulen für die Zeit vom 17. bis 19. Altersjahr. Die jeder politische Kannegießer verzapft seine von den Vätern Zwischenzeit vom Verlassen der Volksschule bis zum Beererbte politische Weisheit. Mancher nationalräthliche suche der obligatorischen staatlichen Fortbildungsschule soll Stuhl ist in dieser Wahlkampagne schon wackelig geworden ausgefüllt werden mit dem Besuch von falkultativen( freiund die Arbeiter tragen vielfach die Schuld daran. willigen) gewerblichen und beruflichen Fortbildungsschulen. ,, Laßt uns fest Hand in Hand vorwärts schreiten, Sie sind aber auch recht böse! Während früher die Die ganze praktische Bedeutung dieser Forderung weiß voll Zuversicht auf einen Erfolg. Erkennt, was gut ist, Herren demokratischen und liberalen Bourgeois derartige in der That nur derjenige zu ermessen, der unter dem und wenn Ihr es einmal erkannt habt, so haltet feſt Angelegenheiten hübsch unter sich schlichteten und dann Mangel einer solchen Institution gelitten. Tausende und daran, vertheidigt es um jeden Preis! Seid nicht ver- von dem Bruder Arbeiter gar kein Denken, sondern nur Millionen unserer Arbeiter wissen aus ihrer eigenen Lebenswegen, aber laßt Euch auch nicht einſchüchtern; seht nicht seinen Stimmzettel verlangten, hat es dieser diesmal geschichte zu erzählen, daß sie in der Volksschule in allen auf die Spitzen Eurer Schuhe, sondern blickt als ehrliche anders gemacht und den Herren sozusagen ins Geschäft Unterrichtsgegenständen gut gelernt haben, daß sie dann Menschen Euren„ Arbeitgebern" offen ins Geficht! Laßt gepfuscht. Den Demokraten, namentlich in den Kantonen von der Volksschule weg in die Lehre kamen zu einem Euch nicht durch Sophistereien, Bestechungen oder Drohungen Zürich und Basel, wird schwül im Kopfe, sie haben schon ausbeuterischen und wohl auch unwissenden Menschen und in Eurem Entschluß wankend machen oder Eure Reihen Konzessionen gemacht und ihre Blätter bringen süßliche daß sie da während ihrer mehrjährigen Lehrzeit Alles oder sprengen. Haltet fest zusammen und Eure Freiheit wird Artikel, in welchen den Arbeitern nach bekanntem Rezept nahezu Alles vergaßen, was sie in der Schule gelernt von Euch selbst abhängen. Honig um den Mund gestrichen wird". Die demokratische hatten. Der vieljährige Schulbesuch, die Kosten und Mühen, Partei in den genannten beiden Kantonen hat in richtiger die Eltern und Lehrer hatten, sie waren umsonst. Der Würdigung der politischen Lage je einen sozialistischen junge Mensch merkt allerdings seinen unerfeßlichen Verlust Kandidaten auf ihre Liste genommen und außerdem haben in der Regel erst dann, wenn er als junger selbstständiger, in Zürich die demokratischen Kandidaten sich auf das auf sich angewiesener Arbeiter in das praktische Leben einArbeiterprogramm verpflichtet. treten muß und nun im Umgange mit Anderen die WahrIch erkläre hiermit, daß dieses Meeting die Gründung eines Bundes der Landarbeiter billigt und sich verpflichtet, alles was in seinen Kräften steht, zu thun, um die Interessen des Bundes zu unterstüßen. Jetzt folgte Meeting auf Meeting, so daß sich der Bund bald über die wichtigsten Grafschaften erstreckte und nach einem Jahre bereits über 70 000, im Jahre 1874 über 100 000 Mitglieder zählte. Versumpfung der Bewegung erzielen. Ungeachtet dieser Zugeständnisse stellen aber die nehmung machen muß, wie zurückgeblieben er sei. Die Arbeiter im Züricher Wahlkreise doch eine eigene Liste Volksschule erhält ihren praktischen Werth erst noch durch auf, die Sozialisten Vogelsanger, Conzett, Reallehrer eine weitere Schulanstalt, welche das Wichtigste aus den Die Thätigkeit des Bundes brach in vielen Orten Itschner und die beiden Demokraten, deren Partei ihrer erlernten Kenntnissen zusammenfaßt und darauf weiter die halbfeudalen Zustände und verhinderte die weitere seits aber nur Vogelsanger auf ihrer Liſte hat. Es dürfte baut. Und nun ist gerade das Alter von 17 bis 19 Jahren, Herabdrückung des Lohnes. Die Bächter ließen es an also doch der eine oder andere Sozialdemokrat ſeinen wo man schon mehr praktischen Sinn besitzt, das geeignetſte, Gegenmaßregeln nicht fehlen und verfolgten und schuriegelten Einzug in den Nationalrath halten. Mehr als ein solcher das dann Erlernte zu behalten und so viel als möglich die Bundesmitglieder, wo sie nur konnten, aber ohne Er Erfolg bedeutet aber die Förderung, welche die Volks im Leben, im Kampfe um's Dasein zu verwerthen. folg. Der Bund blieb intakt und breitete sich mehr und bewegung im Allgemeinen durch das Auftreten der Arbeiter Weiter wird in dem Geseßentwurfe gefordert die mehr aus. Troß des wüthenden Klassenkampfes zwischen erfahren hat. Die Forderungen, die sie in ihrem Pro- Uebernahme der Lehrmittel in den Staatsverlag. Bächtern und Landarbeitern ist nicht ein einziger Fall vor gramm aufgestellt, haben die Preſſe veranlaßt, sich ein- Jedem Vernünftigen wird diese Forderung nur als eine gekommen, der an die bekannten Verbrechen früherer Jahre gehend damit zu beschäftigen und so dem Volke auch kund stelbstverständliche Konsequenz des ersten Punktes ererinnert hätte. Die Organisation wirkte also ersichtlich zu thun, was die Sozialdemokraten„ Schreckliches" an- scheinen. Anders die Liberal- Konservativen. In der„ rühmveredelnd auf die Gemüther. Das haben selbst Bourgeois- streben. Man mag daher in Bezug auf die Taktik der lichſt" bekannten„ Neuen Züricher Ztg." hat sich ein ganzes Arbeiterbewegung welchen Standpunkt immer einnehmen. Corps geriebener Sophisten Rendezvous gegeben, um unPolitiker und Gelehrte zugestehen müssen. Wir wollen hier noch kurz auf einen Unterschied Das eine ist sicher, daß die Arbeiter ihrer Sache durch widerleglich" darzuthun, daß dieses Geschäft dem Staate zwischen der induſtriellen und ländlichen Arbeiterbewegung selbstständiges Auftreten nur nüßen können, während nicht anstehe, daß er diese Aufgabe nicht in befriedigender hinweiſen und zwar in Bezug auf die Wirkung dem Kapi- fie bei Verquickung mit anderen Barteien Unklarheit und Weise lösen könne u. f. w. Wir wissen nicht, ob mit dieser Anfechtung in Verbindung steht, daß der Drucker Für die Bevölkerung des Kantons Zürich ist der und Hauptaktionär der„ N. 3. 3.", die bekannte Firma der Arbeitsverweigerung, es ist also das denkbar nächſte Sonntag auch noch insofern bedeutungsvoll, als Orell, Füßli u. Co., bisher die meisten Schulbücher verprimitivste und zugleich das einschneidendste, weil es ſich sie über ein Geſetz abzustimmen hat, das eine theilweise legte und dabei ein glänzendes Geschäft machte. um den Lohn handelt, in dessen Verkürzung der Haupt- Abänderung der bisherigen Schulzustände in sich wiz der Kapitals- Anhäufung liegt. Wenn die induſtriellen schließt. Seit Jahrzehnten hat man von demokratischer werden wird? Wir wollen uns nicht auf den Propheten arbeiter im Lohnkampf unterliegen, so sind sie auf eine und sozialistischer Seite einen weiteren Ausbau des Schul- hinausspielen und daher ruhig das Abstimmungsresultat Reihe von Jahren lahmgelegt; fiegen sie, so werden sicher gesezes verlangt, doch umsonst. Im vorigen Jahre hat abwarten. aus dem Arsenal des menschlichen Erfindungsgeistes neue endlich die Regierung dem Kantonsrathe eine bezügliche Maschinen oder Verbesserungen der Fabrikationsmethode Vorlage gemacht, die sodann einer Kommission überwiesen hervorgezaubert, die den kleinen Vortheil der Arbeiter wurde, welche in Mehrheit aus liberal- konservativen MitDas ist gemein! soll wie uns das vor acht Tagen mehr wie fraglich machen; die höheren Löhne schrecken den gliedern bestand, die anscheinend dem ganzen Unternehmen industriellen Fabrikanten daher nicht, da er die Kunſt ge- nicht freundlich gesinnt sind. Das Gesetz konnte nun ganz in Berlin verbreitete christlich- soziale Flugblatt versichert lernt hat, mit weniger Arbeitskräften mehr zu produziren. gut vom Kantonsrathe vor seiner im Mai erfolgten Er- in der Zeit der letzten Wahl ein sozialdemokratischer Die Auswanderung ist der Bourgeoisie zwar nicht ange- neuerung erledigt werden, allein die liberale Partei mag Stimmzettelvertheiler ausgerufen haben, als ihn ein christnehm, weil die Reservearmee dadurch kleiner wird, das eben keine Wohlthat dem Volke gönnen und so lehnte sie lich- sozialer Bundesbruder durch Verläumdungen dem Uebel ist jedoch zu ertragen, da der Abfluß überschüssiger denn ab, das Gesetz noch fertig zu stellen. Die Sozialisten Sozialismus abspenstig zu machen suchte. Der fromme Konjunturen, die unter Umständen zur Einschränkung melten dafür Unterſchriften( zu einem Initiativvorschlag er dieſes„ gemein!" als Urtheil nicht auf sich und seine Arbeitskraft auch seine guten Seiten hat. Sehr ungünstige und Demokraten arbeiteten nun ein Gesetz aus, sam- Biedermann gab sich offenbar einer Täuschung hin, als tal gegenüber. Das Kampfmittel der Arbeiter besteht lediglich in Ob das Schulgesetz am nächsten Sonntag angenommen Das ist gemein! Verläumdungen, sondern auf den Verläumdeten bezog. sich unter solchen Verhältnissen wahrscheinlich nicht| unter solchen Verhältnissen wahrscheinlich nicht|- es kam gerade hier zu den ersten Streiks, die sich Aehnlich scheint es jetzt der Mehrzahl der Christlich einmal mehr als„ Arbeiter" fühlen würden. Wir dann noch auf andere Etablissements ausdehnten. Sozialen zu gehen, wenn es ihnen auf ihr Flugblatt von sind zwar allmählich etwas schwarzseherisch geworden, Unter dem Tarif! Denken Sie nur Herr Stöcker! allen Seiten entgegen klingt: Das ist gemein! Um hier hoffen aber doch, daß mit der Zeit bei den sich ja beson- Welch schwärzestes Verbrechen, mit„ schlechtem" Beispiel jede Zweideutigkeit zu beseitigen, fassen wir die Urtheile, ders begnadet" fühlenden Chriftlich- Sozialen die Denk- voranzugehen, wenn es Herrn Singer schon als nie zu welche wir zu hören Gelegenheit hatten, dahin zusammen: fähigkeit soweit gestiegen sein wird, um das begreifen zu fühnendes Vergehen angerechnet wird, nicht mit gutem" Es ist gemein und feig, die Ehre eines Verbannten können, was jeder Arbeiter schon damals sofort be- Beispiel vorangegangen zu sein! Wie äußert sich doch während seiner Verbannung zu besudeln, noch dazu, wenn griffen hat. unser Flugblatt im Tone tiefster Entrüstung:„ Sich nicht ihm zur Abwehr niemals die gleichen Waffen zu Gebote Die zweite und legte, wenigstens nicht ganz unrichtige einmal um das Loos und den Lohn der Arbeiter im stehen wie seinen Gegnern. Denn daß der ausgewiesene Mittheilung, welche das rasch berüchtigt gewordene Flug- eigenen Betrieb zu kümmern und dabei ChristlichSozialdemokrat kein Flugblatt mit hoher, obrigkeitlicher blatt auf seinen zwei langen Seiten enthält, betrifft die Sozialer sein zu wollen, das ist empörend! Auf Andere Genehmigung" verbreiten lassen darf, darauf haben die Lohnverhältnisse im Singer'schen Geschäft. Nun haben schimpft man und selbst treibt man's noch schlimmer!" Christlich- sozialen Brunnenvergifter ja blos spekulirt; und uns aber gerade die christlich- sozialen Wortführer selber so Das sind nicht unsere, sondern die eigenen Worte des daß ihm auch die Presse nicht zu scharfer Abwehr zur oft mit Emphase versichert, Lohnerhöhungen und Arbeits- Flugblattes, Verfügung steht, dafür sorgt wie die letzten Tage zeitverminderungen können im Konkurrenzsystem nicht Freilich protestirten damals die Lichter der christlichgelehrt haben Herr Stöcker durch seine Verbindungen. im Einzelnen, sondern nur allgemein durchgeführt sozialen Partei dagegen, daß man sie für die enthüllten Es ist weiter gemein, einen Mann für verwerfliche werden, daß wir den Vorschlag, Herr Singer solle doch Lohnverhältnisse verantwortlich mache. Sie meinten, wie und niedrige Aeußerungen Anderer verantwortlich zu für sich allein die Löhne reguliren, nur für eine plumpe etwa jezt das Flugblatt:„ Wir haben nicht mit den machen, noch dazu, wenn man wie dies im vorliegen- Falle halten könnten, in die entweder der Leser oder Herr Arbeitern selbst, sondern mit den Zwischenpersonen zu thun!" den Fall zweifellos zutrifft von vornherein ganz Singer gehen soll.*) Unter den heutigen Verhältnissen Aber gerade das ist wieder ein Kapitalverbrechen, wie genau weiß, daß Niemand die in solchen Aeußerungen be- kann man von einem Unternehmer nicht mehr verlangen, wir in unserem Flugblatt lesen:„ Natürlich sind diese fundete Gesinnung mehr verurtheilen kann, wie der An- als daß er die Löhne nicht unter die durchschnittliche edlen Menschenfreunde zu bequem, um mit den armen gegriffene selber. Höhe herabbringt- und nach dieser Seite ist, wie selbst Arbeitern direkt zu verhandeln. Aber ändert das etwas Es ist eine Gemeinheit und treibt den Arbeitern die das Flugblatt nicht läugnen kann, Herrn Singer kein Vor- an der Sachlage? Der Plantagenbesizer peitscht auch seine Schamröthe ins Gesicht, wenn sich vor schlichten, ehrlichen wurf zu machen. Wenn Herr S. ferner einer der ersten Sklaven nicht selbst!" Da haben wir's wieder! Sozialdemokraten polizeilich konzessionirte Ehrenabschneider war, der sich verpflichtete, bei einer allgemeinen Lohn- Von wem aber sprechen wir denn? Von den beiden und Unfriedenstifter Genossen" zu nennen wagen. bewegung höhere Löhne zu zahlen und wenn er durch Organen des Herrn Stöcker, dem Reichsboten" " 1 " Es ist gemein und schimpflichster Hohn, wenn offene Gründung von mehreren Arbeitsstuben an der Beseitigung und der Kreuzzeitung", die seinerzeit, als sie unter Anhänger des Sozialistengesetes, die ohne Bedenken alle unnüßer Zwischenhändler mitgearbeitet hat, so hat er alles dem Druckerstreik litten, gegen ihre Kritiker mit der geUngerechtigkeiten dieses Gesetzes ausnuten, vor Arbeiter hin- gethan, was in seinen Kräften als Privatunternehmer harnischten Erklärung auftraten, sie ständen nicht direkt zutreten wagen mit dem Rufe:„ Es lebe die Freiheit stand. Alles Weitere kann lediglich durch allgemeine mit den Streikenden in Verbindung und es ginge sie nichts und die Selbstständigkeit deutscher Männer!" Reformen mit Hülfe der Gesetzgebung geschehen-und an, wenn die Arbeiter, die von ihren Blättern abhängig " die Damit ist der Charakter des Flugblattes zur Genüge wer hier besseres geleistet hat, Herr Stöcker oder Herr sind, schlechter wie durchschnittlich wir wiederholen: gekennzeichnet und wir könnten uns darauf beschränken, Singer, das wissen die Berliner Arbeiter zu gut, als daß schlechter wie durchschnittlich gelohnt würden. Als ein solches Machwerk einfach niedriger zu hängen", wenn wir weitere Worte zu verlieren brauchten. wenn man dem Drucker bei der Abfassung des Kontraktes es auf seinen zwei großen Seiten nicht auch zwei kleine Dagegen dürften manche der christlich- sozialen Partei- nicht die Verpflichtung auferlegen könnte, tarifmäßig zu wirkliche Thatsachen enthielte, die wir einer kurzen Be- gänger nicht wissen, nach welchen geschäftlichen Grund- zahlen, wie dies z. B. bei allen Arbeiterblättern leuchtung unterziehen möchten. sätzen in der nächsten Nähe ihres Propheten, des Herrn auch nur Privatunternehmungen sind regelmäßig ge= Mit der einen Thatsache werden wir ebenfalls rasch Stöcker, zuweilen gehandelt wird. Und darum noch ein schicht! Wie schreibt doch unser Flugblatt in seiner unfertig sein. Es ist richtig, daß wird. H. gerade der paar Worte über einige der eifrigsten Verfechter christlich- erschöpflichen Weisheit?" Das müßte man zum wenigsten Redakteur dieses Blattes seinerzeit die Gründung einer sozialer„ Gesinnung". von einem christlich= sozialen Arbeitgeber verlangen können, daß er den Anderen mit einem guten Beispiel in der Behandlung der Arbeiter voranginge." Arbeitsstube für Frau Rosa Büge aus Geldern der All- Herr Stöcker hat ein paar sehr intime Freunde, welche gemein heit scharf tadelten. Dazu waren wir verpflichtet großen Parteigeschäften vorstehen. Vor etwa einem halben im Interesse der Arbeiter, und wenn das den christlich- Jahre hatten wir nun Gelegenheit festzustellen, daß in sozialen Bundesbrüdern heute noch nicht einleuchtet, so diesen Unternehmungen unter dem Tarif gelohnt werde fönnen wir nur wie wir das gerade bei Gegnern gern thun unser aufrichtiges Bedauern über die Leere ihrer Wir können uns von der Firma Biedermann und Compagnie, welche das Flugblatt herausgegeben hat, nunmehr wohl ruhig abwenden. Wir denken aber: wenn Herrn Aschenbrenner's Deutsches Volksblatt" von einer *) Wenn die Christlich- Sozialen das bereits wieder verschwist Gehirnkästen aussprechen; aber wir sind nicht in der Lage, haben sollten, in brauchen sie, um es rasch wieder aufzufriſchen, früheren Kritik gemeint hat, sie sei von einem„ kochenden ein Wort von dem damals Gesagten zurückzunehmen. Die nur nach den Werken ihres wissenschaftlichen Propheten, des Herrn Haß" diktirt gewesen, so wird es aus unserer Erwiderung für die Mäntelnäherinnen eingegangenen Gelder waren Prof. Ad. Wagner zu greifen. Wir blättern z. B. in dessen etwas ganz Anderes herausfühlen, nämlich eine- eisige dazu da, eine allgemeine Lohnbewegung hervorzurufen, Grundlegung" und finden sofort folgende Stelle:" Auch die Verachtung. oder doch durch Aufklärung der Massen über ihre besseren Elemente werden durch die Konkurrenz( der Gewissenlosen Und nun noch eines! Wir bitten unsere Leser, nicht nämlich) gezwungen, ähnlich zu verfahren Die Lage ist im Lage, durch rege Agitation in allen Kreisen der Betroffenen allgemeinen Verkehr oft wie in dem speziellen Falle des Schmuggels: etwa, wie die Christlich- Sozialen Herrn Singer für Herrn dazu, eine allgemeine Lohnbewegung und Lohn- auch der reelle Kaufmann wird durch die Konkurrenz gezwungen, Rosenthal, Herrn Stöcker für das Flugblatt verantwortlich verbesserung vorzubereiten. Durch das eingeschlagene Ver- ebenso zu handeln, oder er muß das Geschäft aufgeben, wo zu machen. Denn das wäre gemein! fahren ist aber Alles beim Alten geblieben und nur ein dann die Schmuggler vollends freies Spiel haben." Also, weil Zwang vorliegt, ist von einem Recht zu Vorwürfen paar, vielleicht ganz schäßenswerthe Damen sind zu einer nicht die Rede, die Aufgabe des Geschäfts würde, nach dem zweiten Arbeitsstube und damit allenfalls zu einem Mehr- Stöcker, nur schaden! Vielleicht setzt sich Herr Wagner über diesen verdienst von ein paar Mark gelangt. Das ist die Lohn- Punkt einmal mit dem Verfasser des Flugblattes gründlich ausWeiter meint Prof. Adolf Wagner noch und diese verbesserung der Mäntelnäherinnen Berlins! Alle einander! Stelle hat er wohl nur geschrieben, um sich schon vorher von dem Arbeiter werden uns hier beistimmen: wenn alle Arbeiter- Verdachte reinzuwaschen, er habe mit den Ansichten des Flugblattes groschen in so gewissenloser Weise verpulvert würden, wie etwas zu schaffen:" In England gingen Anregungen zu gesetz- Schuhmacher. Wollen Sie nicht ein anderes Mal etwas es hier unter dem Beifall und der Beihülfe der Christlich- lichem Einschreiten des Staates in Fabriksachen öfters von fürzer sein? Bedenken Sie doch, was sich im Laufe einer Woche Sozialen geschehen ist, so gäbe es heute in Deutschland humanen Fabrikanten aus, welche durch die Konkurrenz an der für eine Masse Stoff anhäufen würde, wenn alle gleich ausführüberhaupt noch keine Arbeiterbewegung, sondern nur ein freiwilligen Einführung von Reformen verhindert worden lich sein wollten. waren." Sehr richtig, und dieser Fall wiederholt sich auch in Tischlerfachverein. Wir haben eine Annonce bestimmt paar hundert besser fituirte Arbeiter mehr als sonst, die Deutschland und- auch in Berlin. nicht erhalten. Große Kommunal- Wähler- Versammlung. Dienstag, den 1. November 1887, Abends präzis 7 Uhr, in der Tonhalle, Friedrichstraße 112. Tages- Ordnung: Die Stellung der Arbeiter Berlins zur Kommunal- Wahl. Referent: Stadtverordneter Fritz Gördi. Korreferent: Schriftsteller Curt Baake. NB. Eine weitere Ankündigung dieser Versammlung findet nicht statt. Briefkasten. Allen meinen Freunden und Bekannten zur gefälligen Beachtung, daß ich aus dem von meinem Freunde Ferd. Ewald am Weinbergsweg begründeten Cigarrengeschäft ausgetreten bin und ein eigenes Geschäft Müllerstr. 183, an der Sellerstraße eröffnet habe. Gustav Splettstösser, Müllerstraße Nr. 183, an der Sellerstraße. NB. Gleichzeitig ersuche ich alle diejenigen, welche seinerzeit bei Herrn Fr. Michelsen Bücher zum Einbinden gegeben und noch nicht wieder abgeholt haben, dieselben bei mir in Empfang zu nehmen. Verein z. Wahrung d. Interessen| Möbel-, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin der Tischler. Versammlung ( Hente) Sonnabend, den 29. Oktober, Abends 82 Uhr, Michaelkirchstr. 39. Tages- Ordnung: 1. Statutenänderung. 2. Wahl eines VergnügungsComités. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Billets zu dem am 12. November in Vaurhall, Dresdenerstraße 96, stattfindenden 7. Stiftungsfest find in der Versammlung, sowie bei folgenden Herren zu haben: Lackur, Admiralstraße 26, H. 2 Tr.; Stier, Grünauerstr. 16, H. 3 Tr. Claus, Solmsstr. 38, H. 3 Tr. bei Neumann; Dänzer, Fürstenstr. 19, H. 2 Tr.; Lerche, Fruchtstraße 52, H. 3 Tr.; Pschichholz, Pallisadenstr. 16, Hof 3 Tr. Allen Freunden u. Bekannten empfehle mein Schirmgeschäft. Gustav Fritz, Josephstr. 5. Zur Aufnahme von Feuer- und Lebensversicherungen empfiehlt sich H. Bock, Dresdenerstraße 112. von Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Die Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt ihr Lager fertiger Herren- Garderobe, sowie reichhaltiges Lager in- und ausländischer Stoffe, ebenfalls Futter, Borte und Knöpfe. Herren- Garderoben jeder Art werden nach Maaß angefertigt. angefertigt. Der Vorstand. Tuch, Bukskin-, Plüsch, Krimmer- RefterCigarren u. Tabak bandig. Karle, Laufizerpl. 1, Ecke Waldemarsi. Cigarren u.Tabake von eigener Fabrik Hermann Laske. Lieferung von Club- Pfeifen zu Preisen. en gros reichhaltiges Lager von G. Splettstößer. Fachverein sämmtlicher im Drechslergewerk beschäftigten Arbeiter Berlins. Wander- Versammlung am Dienstag, d. 1. November, Abds. 82 Uhr, in Otto's Salon, Adalbertstr. 21. Tagesordnung fiehe redaktionellen Theil d. 3. Die Mitglieder werden um zahlreiches Er= scheinen ersucht. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Allgem. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter zu Hamburg Sonntag, d. 30. Oktober, Borm. 10% Uhr, ( E. S. 29). bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48 a. Versammlung der Filialen Berlin I., II., III., IV., Nirdorf, Tempelhof und Niederschönweide. Tages- Ordnung: Stellungnahme zur nächsten Generalversammlung, resp. Statutenrevis on u. Wahl einer Kommission. Die Vorstände. C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Verantwortlicher Redacteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posokel, Berlin S. O., Oranien- Straße 23. 20. Rüdersdorferstraße 20. an der Koppenstraße. № 13. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribüne". [ Nachdruck verboten.] Aus dem Sumpf der Großstadt. Berliner Sittenbild von Arthur Zapp. ( Schluß.) wurden. Sonnabend, den 29. Oktober 1887. Vergessen! I. Jahrgang. dem jungen Volk, das wieder einmal einen Tag der„ Na, Frau Berger, thun sie doch nicht so, als ob sie nicht Arbeit hinter sich und einen Abend des Vergnügens vor wüßten, daß Ihre Tochter-" sich hatte. Anna stand allein abseits, die Röthe des Nun?" Die alte Frau stieß es in qualvoller SpanFiebers auf den Wangen, Verzweiflung im Herzen. Und nung hervor, als das Mädchen eine Pause machte, um nun noch einen lezten, verzweifelten, hülfesuchenden Blick fich an der Bestürzung der vor ihr Stehenden zu weiden. nach oben und um sich. Ereignete sich denn nicht irgend" Daß Ihre Tochter Herrn Stein's Geliebte" etwas außergewöhnliches, ein Wunder, das sie vor dem Die unglückliche Frau taumelte zurück, als sei das entsetzlichen Schicksal, die Beute eines kaltherzigen Wüst- Wort ein Schlag gewesen, der sie ins Gesicht getroffen. Der Kaufmann betrachtete sie eine Weile stumm mit lings zu werden, bewahrte? Nichts! Und raftlos, un- Ohne weiter eine Aeußerung zu thun, verließ sie still das Blicken, unter denen sie erschauerte. Ihre Augen glänzten empfindlich lief das Zeitrad auch durch die nächste Stunde, Geschäft und wankte mühsam nach ihrer Wohnung. Als Anna nach Hause kam, las sie sogleich in dem fieberisch, ihre Wangen glühten, ihre Brust hob und senkte in der die zartesten Empfindungen eines unverdorbenen, sich hastig unter den schnell aufeinander folgenden Athem- keuschen Mädchenherzens brutal in den Koth getreten Gesichtsausdruck der Mutter, daß sie erfahren hatte, was sie ihr so gerne verheimlicht hätte. Und nun sank sie zügen. Auch auf den Wangen des Kaufmanns war eine Als Anna eine Stunde später nach Hause kam, mit einem erlösenden Schluchzen an die Brust der Mutter, leichte Röthe erschienen, und in seinen kleinen stechenden lohnte sie die Krankenpflegerin ab und gab der geliebten um ihr Alles zu gestehen, Alles. Augen leuchtete es vor innerer Erregung. Mutter von dem stärkenden Wein, den sie unterwegs ge- Die Aufregungen dieses Tages streckten die alte Frau ,, Sie sind schön", hob er endlich von Neuem an, sehr schön. Insbesondere Ihre herrliche Gestalt hat alle kauft hatte. Der Mutter fiel das bleiche, gebrochene Aus- von Neuem auf das Krankenbett. Der geschwächte Körper Reize, die die Bewunderung des Kenners herausfordern. sehen des jungen Mädchens auf. Sie sei übermäßig stark konnte, trotz der hingebendsten Pflege Anna's, dem ver= Ich bin von jeher ein Bewunderer weiblicher Schönheit beschäftigt gewesen, erklärte Anna, sie sei müde und wolle zehrenden Fieber nicht mehr Widerstand leisten und schon fich zeitig zur Ruhe niederlegen. Und sie legte sich nieder, nach wenigen Tagen nahm der Erlöser Tod der Unglückgewesen und ich bin es noch heute und kurz und gut, ich mache einen Strich durch Ihre Schuld und be- aber der Schlaf, den sie herbeisehnte, kam nicht. Ruhelos lichen für immer das Bewußtsein ihres Elends. wälzte sie sich in dem Bett umher, das Haupt tief in die Mit der Mutter hatte Anna ihren letzten Halt ver= willige auch Ihr heutiges Darlehnsgesuch, wenn Sie--" Er hatte dei den letzten Worten ihre Taille umfaßt und Kissen vergrabend, um nicht den Schrei des rasenden loren. Herr Stein erhielt Nachfolger in rascher Reihenversuchte jetzt sie an sich zu ziehen. Das junge Mädchen Schmerzes, des ohnmächtigen Zornes laut werden zu lassen. folge und mit ihnen durchschwelgte Anna die Nächte, um hatte einen Augenblick wie betäubt dagesessen. Der Schlag und nachdem sie ſtundenlang die Hände gerungen, das die peinigende Stimme in ihrer Brust zu ersticken. Und hatte sie zu jäh, zu unvermittelt getroffen. In der Arg- Haar zerrauft, verlangte endlich die Natur ihr Recht, und heute ist Anna Berger eine von den Tausenden von Unglücklichen, die sich ihrer Menschenwürde entäußert haben, losigkeit ihres unerfahrenen Gemüths hatte sie auch nicht ermattet schlief sie ein. Als sie am Morgen gestärkt, nicht getröstet, aufwachte, die Dreiviertel ihrer Zeit auf der Straße verbringen und im Entferntesten an ein derartiges Motiv seiner ihr bereitwillig gemachten Darlehen gedacht, wie es sich jetzt in ergriff sie der Parorismus der Wuth und der Verzweiflung für ein Stück Geld jedem Vorübergehenden zu Willen die nur noch das eine Bestreben haben: Sich seinen Worten und in seinem Wesen ihr enthüllte. Ent- noch einmal. Noch einmal kam das niederschmetternde findsett sprang sie nun empor, und die tiefste Erregung malte Gefühl ihres elenden Geschicks in seiner ganzen Bitterkeit betäuben! sich in ihren blizenden Augen und in der Geste ihrer zur über sie. Noch einmal schlug sie sich die Brust, biß sie sich in ihren blizenden Augen und in der Geste ihrer zur in die Kissen, erstickte sie fast an unterdrücktem, würgenAbwehr erhobenen Händen.„ Nie!" schrie sie mit der ganzen Entrüstung ihres schwer" gekränkten weiblichen Ehr- dem Schluchzen. Sie glaubte sterben zu müssen oder den gefühls auf.„ Nie! Viel lieber betteln gehen oder sterben!" Verstand zu verlieren. Aber der Wahnsinn packte sie nicht, Auch er war aufgestanden, ein cynisches Lächeln auf den still und ruhig: der Kampf in ihrer Brust hatte ausgetobt, die sich immer fester zusammenziehen, wenn man sie zu der Tod schonte ihrer. Nach einer Stukide erhob sie sich Die heutige Wirthschaftsweise liegt in Schlingen, häßlichen Lippen. Jetzt trat er an sie heran, um sie zu die Stille des Friedhofs war eingekehrt. Begraben für lösen versucht. Diese Schlingen erdrosseln das kleine umschlingen. Das junge Mädchen aber sprang hastig zurück und flüchtete zur Thür, nach deren Klinke sie mit immer war Alles, was sonst in ihrem Herzen sie mit der Gewerbe. Mit der unerbittlichen Folgerichtigkeit eines sorglosen, unschuldigen Kinderzeit verknüpft hatte. Sie zitternder Hand tastete. Der Kaufmann war bleich geworden, war eine andere geworden, auch äußerlich. Als sie vor betrieben aufgesaugt und vernichtet. Die Werkstatt des Naturgesezes werden die Kleinbetriebe von den Groß" Oho, mein stolzes Fräulein," rief er höhnisch,„ Sie den Spiegel trat, starrte ihr ein fremdes Bild entgegen. Handwerkers weicht der Fabrik, der kleine Laden weicht scheinen beleidigt? Mein Wunsch verletzt Sie? Gut! Waren das ihre Augen, die so kalt, so finster, so feindlich dem Bazar. Alle Versuche, diese Umformung zu verStellen wir uns auf den kalten geschäftlichen Standpunkt! blickten? Und wie nervös die Nasenflügel vibrirten, und hindern, haben das Eigenthümliche, sie nur zu beschleunigen. Dieser gordische Knoten wäre freilich zu durchschauen, Sie werden mir den Ihnen gemachten Vorschuß zurück- wie höhnisch die leicht emporgezogene Oberlippe zuckte! Anna Berger wurde nun die erklärte Favorite ihres wenn das Rezept der Zünftler durchführbar wäre: Verbot zahlen und in vierzehn Tagen mein Geschäft verlassen ich kündige Ihnen hiermit Ihre Stellung auf." Prinzipals. Ihre häufigen Besuche im Privatkomptoir des Handels mit Handwerkserzeugnissen in zweiter Hand Bei den letzten Worten hatte sie die Klinke gefaßt, des Chefs blieben natürlich von dem übrigen Personal und Verbot der fabrikmäßigen Herstellung der HandwerksGründliche Reformen" in diesem Sinne und sie war schon auf der Thürschwelle, als er ihr noch nicht unbemerkt. Herr Stein aber kümmerte sich nicht um erzeugnisse. nachrief:„ Ich lasse Ihnen bis morgen Abend Bedenkzeit. das Flüſtern und Kichern und um die boshaften Mienen würden freilich dem Kleinbetriebe Luft machen, aber sie seiner Leute. Ihm war es sehr gleichgültig, was Andere sind vollkommen unmöglich, weil sie einen erbärmlichen Nach Geschäftsschluß erwarte ich Sie hier." Er richtete sein Thun Rückschritt in der menschlichen Kultur bedeuten, der sich Sie hatte die Thür wieder hinter sich geschlossen und über ihn als Menschen dachten. verließ gesenkten Kopfes das Geschäft. Was sollte aus und Lassen so ein, daß er mit dem Gesetz nicht in Kon- so wenig machen läßt, als ein alter Mann wieder zum ihr, was sollte aus ihrer Mutter werden? Als sie nach flikt kommen konnte. Das genügte ihm. Im Besiz großen Jüngling werden kann. Wir müßten uns zwingen, Alles das zu vergessen Hause kam, war die Mutter schon zur Ruhe gegangen. Reichthums, der ihm alle Genüsse des Lebens erschloß, Die Krankenpflegerin erzählte, daß der Arzt dagewesen sei verzichtete er gern auf das Renommee eines Tugendhelden. und zu verlernen, was wir wissen und können, und das Wir wissen z. B., daß es Nähund sehr gescholten habe, daß noch kein Wein angeschafft Das Gesetz straft zwar die Erpressung von Geld und ist eben unmöglich. worden. Diese Worte trafen das unglückliche junge Geldeswerth, aber die von ihm begangene schimpflichste maschinen giebt und daß ihre Konstruktion eine ziemlich Mädchen wie Stiche in's Herz. Dazu kam noch, daß die aller Erpressungen ahndet es nicht. Welche Strupel hätten einfache, leicht herzustellende ist. Wenn nun heute alle Frau erklärte, nur noch bis zum Abend des nächsten Tages also die knöcherne Geschäftsseele des Herrn Stein quälen Nähmaschinen zerstört und verboten würden, so würde es bleiben zu können, da sie eine neue Stellung angenommen sollen? Und Anna? Sie war zerfallen mit sich und der doch selbst durch die strengste Aufsicht der Schneider- Oberhabe. Man schuldete der Frau ziemlich dreißig Mark. Welt. Es kümmerte sie nicht, was um sie vorging. Sie Innungsmeister nicht zu verhüten sein, daß irgend ein Die mußten morgen bezahlt werden. Und das Geld für hörte es nicht oder wollte es nicht hören, was ihre Kame- durch das Verbot brodlos gewordener Nähmaschinenschlosser radinnen unter rohem Lachen einander zutuschelten. Nur solche Maschinen heimlich anfertigt. Er würde sich sagen: ein böser Blick traf sie aus seinen Augen. den Wein? Selbsttäuschung. In dieser Nacht kam kein Schlaf in die Augen der ein einziges edles Gefühl lebte noch in ihr: die Sorge bevor du verhungerst, übertrittst du lieber das Verbot und Unglücklichen, die bald ihr Hirn nach irgend einem retten- um die Mutter. Sie durfte nicht wissen, nicht ahnen, mit nimmst in dem Falle der Entdeckung die Strafe auf dich. den Gedanken abmarterte. Aber wie so viele Legionen welchem Preis die Tochter die Erhaltung ihres Lebens Schlimmer als der Hungertod kann sie doch nicht sein. Er wird auch sicher einen Abnehmer finden, der in einer von verzweiflungsvollen Hülfeschreien blieb auch der ihre bezahlt hatte. Es waren zwei Monate vergangen. Die Mutter war heimlichen Stube die Maschinen aufstellt und benußt. ungehört, unerfüllt. Als sie am Morgen bleich wie der Tod nach dem zwar immer noch schwach und leidend, aber doch so weit Die„ Horcher" der Schneiderinnung würden ebenso wenig Geschäft wankte, schien bereits die Sonne am lachenden hergestellt, daß sie ausgehen und nicht zu weite Strecken dem Unwesen" steuern, wie die Kaffeeriecher des alten blauen Sommerhimmel. Umfluthet von dem lärmenden zu Fuß zurücklegen konnte. Eines Nachmittags hatte sie Friz die Kaffeetrinker ausgerottet haben. Es würde zuletzt Leben der Großstadt schritt sie mit niedergeschlagenen Besorgungen gemacht, die sie in die Nähe des Stein'schen sich herausstellen, daß jeder Schneider, ganz wie heute, Blicken dahin, und mehr als einmal gerieth fie in die Confektionsgeschäftes führten. Es war gegen sieben Uhr feine Maschine hat. Man würde dies eines Tages lachend Gefahr, von einem schnell vorüberfahrenden Fleischer- und so beschloß sie, die Tochter zur gemeinschaftlichen zugestehen, man würde auch zugleich zugestehen, daß es oder Bäckerwagen überfahren zu werden. O, sie hätte es Heimkehr abzuholen. Als sie die Geschäftsräume betrat, doch heimliche Zwischenhändler giebt, man würde die nicht beklagt, von rollenden Rädern zermalmt zu werden entstand unter den dortigen Angestellten, welche die alte schnüffelnden Obermeister spottend an den Zöpfen zupfen, um ihretwillen nicht. Aber die Mutter! Die hülflose Frau von früheren gelegentlichen Besuchen her kannten, ganz so wie Schaarwerker und Schußmeister es gethan Mutter! Hunderte von Menschen gingen an ihr vorüber: eine auffallende Bewegung. Man stieß sich gegenseitig an, haben, als der Prüfungszwang für das Baugewerbe beMänner, halbwüchsige Jünglinge, Frauen und Mädchen, flüsterte einander in die Ohren und maß die Eintretende stand, und wie es wieder geschehen wird, wenn es wieder alle, wie fie, nach dem Zentrum der Stadt zur Arbeits- mit höhnischen Blicken. Die alte Frau wußte nicht, was beſteht. stätte hastend. Viele gingen allein, still wie sie. Andere sie von diesem befremdenden Gebahren halten sollte. Auf ,, national". Eine Möglichkeit, dem Handwerk in dieser Art zu wiederum zu zweien oder Dreien, plaudernd, lachend. die Frage nach ihrer Tochter, entgegnete eine der Con- helfen, ist freilich vorhanden und dem Eintritt derselben Und keiner von ihnen ahnte, daß neben ihnen ein junges feltioneusen mit verschmittem Lächeln:„ Beim Chefim wird auch gründlich vorgearbeitet. Man hält dieses Vorunverdorbenes Herz in bitterstem Kampfe rang, im Kampfe Privat- Komptoir." Dabei waren die Augen aller Uebrigen, arbeiten sogar für hoch„ patriotisch" und für sehr zwischen Kindespflicht und jungfräulicher Ehre. Und wenn die sich um die Eintretende geschaart hatten, mit einem so Wenn nämlich durch die Nänke unserer heutigen Jene ihre fürchterliche Lage gekannt hätten, würden sie eigenthümlichen Ausdruck auf sie gerichtet, daß die alte ihr geholfen haben? Würden sie es gekonnt haben? Auch Frau sich von einem plößlichen, unerklärlichen Angstgefühl Staatskünstler, durch das Heßzen der Kulturvölker gegen Um der unbehaglichen Situation ein einander es gelingen sollte, diese durch Kriege und Kriegsdie Thätigkeit im Geschäft vermochte sie nicht von ihrem ergriffen fühlte. quälerischen Grübeln abzubringen. Mit steigender Angst, Ende zu machen, bat fie die ihr zunächst Stehende, Anna rüstungen so zu schwächen, wozu ja die schönsten Anstalten gemacht werden, daß diese Kulturvölker eine Beute der mit bangem Entsetzen nahm sie wahr, wie Minute auf von der Gegenwart ihrer Mutter zu benachrichtigen. „ Ich werde mich hüten," entgegnete die Angeredete kurz. lauernden asiatischen Barbaren werden; daß über DeutschMinute, Stunde auf Stunde verrann. Zum ersten Male Was hatte diese Unfreundlichkeit zu bedeuten? Die land und Frankreich die Hunnen- und Mongolenzüge seit ihrem Eintritt in das Geschäft ereignete es sich, daß fie sich wegen grober Unachtsamkeit einen ernsteren Tadel alte Frau legte sich diese Frage in wachsender Unruhe wieder hereinbrechen; daß in langen Kämpfen wie im Sie wandte sich nun an ein anderes der jungen dreißigjährigen Kriege gerade in unserm Vaterlande wieder von dem Geschäftsführer z'zog. Und nun kam die siebente Stunde heran, und die Mädchen, die der ganze Auftritt ſehr zu belustigen schien alle Kultur zerstört wird; daß die Menschen aussterben, die Maschinen herstellen können; daß die Früchte der jungen Leute und Mädchen rüsteten sich zur Heimkehr. und fragte dasselbe, was das Alles zu bedeuten habe. Das Mädchen antwortete ihr mit frechem Lachen: Arbeit von vielen Geschlechtsfolgen vernichtet werden, das Das war ein fröhliches Plaudern und Lachen zwischen vor. verhungerte, verrohte, durch die Barbarenhorden geknechtete Zünftler beschäftigen, die aus diesem Kampf der Reaktion Also auch hier Selbsttäuschung derer, die auf ein Volk keine Bedürfnisse, keine Fähigkeiten, keine Werkzeuge, gegen die Bildung sich einen Nußen für ihre Bestrebungen Heben" des Handwerkes warten. Dem bedrängten Handkeine Materialien mehr hat: dann würde freilich das versprechen. werker bleibt keine andere Hoffnung als die, die auch der „ Handwerk" wieder in sein Recht treten, Zünfte, Ober- In Desterreich ist man in dem Kampf gegen die Arbeiter hat: auf einen baldigen siegreichen Fortschritt der und Untermeister, Lehrvertrag, Lehrbrief und Arbeitsbuch Volksbildung der Mittelklassen am schneidigsten vorgegangen. Erkenntniß von der Nothwendigkeit einer gründlichen wären dann wieder am Blaze, um aus der zertretenen Ein Ministerial- Befehl hat kurzer Hand die Real- und wirksamen sozialen Umänderung. und verwilderten Masse wieder ein arbeitendes Kulturvolk gymnasien beseitigt und sie in höhere Bürgerschulen nach zu schaffen. Sie wären dann sehr berechtigt die Innungs- unserm Styl verwandelt. lichen Körpers geworden sind. Powderly's Jahresbotschaft. bestrebungen, sie würden dann wieder blühen und gedeihen, Es interessirt uns nicht, daß auch diese Maßregel in bis sie im neuen Kreislauf ihre Schuldigkeit gethan und Desterreich nicht sachlich, sondern national" aufgefaßt wie heute ein abgestorbenes, unnüßes Glied des gesellschaft- wird. Das ist einmal eine Eigenthümlichkeit dieses zu- Die Ritter der Arbeit hielten im Anfang dieses sammengewürfelten Staatengebildes, daß dort Alles und Monats in Minneapolis ihre Jahresversammlung ab. Wir glauben indessen nicht, daß dieser Zustand ein- Jedes Zankapfel der kleineren und größeren Nationalitäten Der„ General- Werkmeister" dieser mächtigsten aller ametreten wird. Die neue Volksbewegung scheint uns eine wird, die in dem Reiche vertreten sind. Was uns angeht, rikanischen Arbeiterorganisationen, Powderly, berührte dabei Bürgschaft dafür, daß die Massen, welche vom Kriegführen ist, daß die Zünstler dieser Maßregel entgegenjubeln. in seiner Jahresbotschaft einige Punkte, die von allgeund zum Kriege rüsten nur Schaden haben, auf welche Sie sagen: das Handwerk hat hauptsächlich darunter meinstem Interesse sind. Seite der Sieg auch falle, bald erkennen werden, daß es zu leiden, daß ihm Intelligenzen fehlen, daß die„ besseren andere patriotische und nationale Ziele giebt, die höher Stände" ihre Kinder der gelehrten Bildung und nicht dem stehen als Kriegsruhm und die größere Kunst im Ver- Handwerk zuführen. Jeßt, da ihnen dieser Weg vernichten. Ueber die Köpfe der Kriegsheßer hinweg werden schlossen ist, oder mindestens sehr erschwert wird, werden die Völker sich verbrüdern und die Kultur sichern. Damit die Söhne der besseren Stände" sich dem Handwerk zu wäre dann freilich auch den armen Zünftlern die letzte wenden, und dieses wird dadurch an Intelligenz gewinnen, Aussicht genommen, das Kleingewerbe vor der Aufsaugung lebensfähiger werden. Kurz, das Handwerk wird gehoben durch das Großgewerbe zu bewahren. erscheinen. Daß die selbsthilflerischen Vorschläge der manchester- Dieser Annahme liegt ein doppelter Irrthum zu lichen Schule, die dem untergehenden Handwerk vortäuschen, Grunde. " Powderly sprach sich unter Anderem über die Stellung des Ordens zu den Anarchisten und Sozialisten folgendermaßen aus: Anarchismus mit Sozialismus verwechselt; wie jeder denkende Leser " Ich habe nie, wie so oft in der Presse behauptet wurde, 3og ich eine breite Linie zwischen diesen beiden Richtungen; ich hatte Gelegenheit, etwas über Anarchismus zu sagen; es wurde dann berichtet, daß ich den Sozialismus angegriffen; ich habe aber über beide Richtungen sehr wenig gesagt, nur von dem öffentlichen Programm, und meiner Ansicht nach hat die Presse diesem Gegenstand viel Bedeutung beigelegt. zu " daß durch Sparen" und Genossenschaftsbildungen auf Erstlich ist es falsch, anzunehmen, daß„ bessere Stände" Im Orden selbst hat die Sache bis vor kurzem wenig Aufdem kapitalistischen Boden der anarchischen Wirthschafts- und höhere Intelligenz" fich decken. Dadurch, daß dem merksamkeit erregt. Man nahm an, daß der Orden so groß und weise, beim„ freien Spiel der wirthschaftlichen Kräfte", Handwerk Söhne„ besserer Stände" zugeführt werden, einflußreich ist, daß er die Mitgliedschaft von ein paar Volldem Kleinbetrieb geholfen werden könne, nur zu dessen wenn dies wirklich der Fall sein sollte, was durchaus und habe dieſe Leute bekämpft, welche einen Versuch machten, den blut- Anarchisten vertragen fann. Ich dachte anders schnellerer Vernichtung führen müssen, haben wir schon zweifelhaft ist, folgt noch nicht, daß ihm auch höhere Arbeitsritter- Orden dem anarchistischen Element dienstbar zu früher erwiesen. Die Genossenschaftsfabriken würden sich Bildung, von Seiten des Wissens und der Einsicht be- machen, und dies that ich mehr als ein Mal. Einige unſerer her= bei der heutigen Wirthschaftsweise gegen die kapitalistischen trachtet, zugeführt wird. Die Intelligenz ist bedingt durch vorragenden Mitglieder haben nach jenen Vorfällen sich geäußert: Fabriken nicht behaupten können, sondern schnell unter- natürliche, angeborene Fähigkeit und durch eine angemessene Wenn Powderly die Anarchisten angreift, so spricht er mur als Individuum, nicht als Generalwerkmeister." Ich frage daher die liegen und dem Handwerkerstande den letzten Rest seiner Ausbildung derselben. Nun ist es entschieden falsch, an- Generalversammlung, ob ich Recht oder Unrecht gethan. Möge die Betriebsmittel nehmen. zunehmen, die angeborenen Fähigkeiten wären in den so- Generalversammlung erklären, welche Stellung der Orden gegenüber Also hier nichts und dort nichts, überall keine Hilfe. genannten„ besseren Ständen" häufiger als in den ,, niederen solchen Versuchen, wie den der Anarchisten, einnehmen soll... Jetzt ist den Zünftlern eine neue Luftspiegelung am Ständen". Wir wollen auch nicht behaupten, daß das Ich verlange, daß die Generalversammlung etwas thue, um die Horizonte erschienen, die ihnen neue Hoffnungen vorgaufelt. Gegentheil der Fall ist, aber sicher kommen bei einem Anarchisten zu verhindern, sich in die Angelegenheiten des Ordens zu mischen. Mit einem Wort: Die Generalversammlung sollte Bekanntlich ist das sogenannte„ gelehrte Proletariat" Vergleich die niederen Stände" nicht zu kurz. Die Aus eine Resolution annehmen, welche Alle, die sich zum Anarchis= der wirthschaftlichen wie der politischen Reaktion im höchsten bildung der Fähigkeiten hängt aber sehr von der Schul- mus bekennen, auszutreten zwingt oder ausweist. den Trades- Unions( den amerikanischen eigentlichen Gewerkschaften) Grade gefährlich und verhaßt. Wie der Ritter Götz von bildung ab. Sehr energische Naturen vermögen es zwar, haben wir nichts zu fürchten, dagegen sehr viel von Denen, welche Berlichingen im Haufen der kämpfenden Bauern, so zieht den Mangel an Schulbildung durch harte geistige Arbeit haben wir nichts zu fürchten, dagegen sehr viel von Denen, welche „ Zerstörung" im Namen unseres Ordens predigen und sich dabei der gelehrte Proletarier glänzend in der Rüstung des auszugleichen, bei der großen Masse steht aber die Ent- als friedliche Sozialisten ausgeben. Diese Leute ich habe die Wissens und ihr flammendes Schwert schwingend im wickelung der geistigen Fähigkeiten im geraden Verhältniß Beweise dafür und werde sie zu geeigneter Zeit vorlegen haben heutigen geistigen Proletarierkampfe vorauf. Sein Arm zur Schulbildung. Wird diese vermindert, so bleibt auch die Zerstörung unseres Ordens geplant; deshalb warne ich den Orden und verlange, daß er einen entscheidenden Schritt nach läßt die Waffe schmetternd auf die Gegner fallen und er die Intelligenz mangelhaft und von diesen halbverfümmerten jener Richtung hin thue." wird ihnen um so gefährlicher, da der anerkanntermaßen Intelligenzen wird sich das Handwerk nicht zu viel ver- Man hatte von Powderly behauptet, daß er selber etwas verlotterte wohlhabende Student seine Waffe nicht sprechen dürfen, wenn sie ihm überhaupt kommen. Da der Sozialistischen Arbeiterpartei der Vereinigten Staaten mit derselben Kraft hat führen gelernt. Dem Vorkämpfer liegt aber der andere Irrthum. als Mitglied angehört habe. Darauf erwiderte der Großzur Seite tritt dann der Heerhaufe der treuen Genossen meiſter: mit klarem Sinn und klugem Kopf sofort in die gebohrte Bresche, fie ausnutzend und erweiternd. Kein Blatt, das einen neuen Gedanken bringt, kein gesprochenes Wort, das sein Ziel trifft, ist verloren. Sie fallen befruchtend in tausend aufnahmefähige Herzen, sie zittern durch tausend dentfähige Köpfe, sie klingen wieder und werden zum Sturmruf, Neue vom Schlafe erweckend, der Reaktion neue Gegner entgegenstellend. Die besseren Stände" entziehen ihre Söhne nicht dem Handwerke, weil die Söhne eine bessere Schulbildung haben, sondern sie geben den Söhnen eine bessere Schulbildung, weil sie sie dem Handwerk entziehen wollen. Unsere gesellschaftliche Erziehung, man mag die Sache zu vertuschen suchen, wie man will, hat als Grundgedanken eine Verachtung der Handarbeit, die auf Erwerb gerichtet ist, also auch des Handwerkes. Arbeit schändet! Der richtige vornehme Mann darf Ja! Worte sind Soldateu und Reden sind Bataillone! um des Verdienstes willen gar keine Handarbeit verrichten Der heutige Kulturkampf ist ein geistiger Kampf, die und sonst nur solche Thätigkeiten ausüben, die als Sport heutigen Revolutionen sind geistige Revolutionen, die sich bezeichnet werden. vorbereiten, mächtiger wie alle früheren, wirkungsvoller Ein Offizier muß einen Burschen haben, der ihm und siegreicher als alle früheren. seine Schreibhefte zur Militärschule trägt, wie eine höhere Tochter" ihre Bonne haben muß, die ihr die Schulmappe trägt. Im Jahre 1880 war Philipp van Patten gleichzeitig NationalBoards unseres Ordens. Ich wurde mit ihm intim befreundet und diskutirte häufig mit ihm über die soziale Frage. Eines Tages im August 1880- sandte er mir eine rothe Mitgliedskarte der sozialistischen Arbeiterpartei zu; er hatte den Beitrag für mich für 3 Monate bezahlt. Ich betrachtete das als eine Artigkeit von Bruder van Patten. Da jedoch die Prinzipien- Erklärung unseres Ordens Alles das enthält, was ich ani Sozialismus für gut halte, so habe ich von der Karte weiter feinen Gebrauch gemacht und sie nur als Andenken an van Patten aufbewahrt. Außer durch diese Starte habe ich keine Beziehungen zur sozialistischen Partei unterhalten: ich habe nie einer ihrer Sektionen angehört; nie für einen ihrer Kandidaten gestimmt. Wenn der Glaube an die Prinzipien unseres Ordens mich zum Sozialismus stempelt, so habe ich nichts dagegen, aber ich bin nicht Mitglied irgend einer der in Rede stehenden Arbeiter- Gesellschaften." sekretär der Sozialiſtiſchen Arbeiterpartei und Mitglied des Exekutiv10 Um nun diesen gefährlichen, gelehrten Proletarier zu beseitigen, hat man die neueren Schulreformen ersonnen. Als dringend nöthig empfahl Powderly den versamDer gelehrte Proletarier stammt in der Mehrzahl der Fälle Wir wollen diesen Vorwurf nicht weiter ausführen, melten Delegirten die Schaffung einer täglich erscheinenden aus den Kreisen, die wir als das kleine Bürgerthum weil uns hier dazu der Raum mangelt. Zeitung unter der Kontrolle des Ordens, die Einrichtung zu bezeichnen pflegen. Die Väter der gelehrten Proletarier Der Grundsatz:„ Handarbeit schändet" wird aber von Unterstüßungskassen und endlich die Schaffung einer waren in der Regel mittlere Beamte, besser gestellte Krämer, durch das Zurückrevidiren der Schulen nicht beseitigt, er Art von Arbeitsministerium.„ Ich glaube zu einigem Wohlstand gelangte Handwerker und kleine ist unserem Bürgerthum, unseren besseren Ständen in äußerte er für die Ritter der Arbeit ist die Zeit geBauern. Fleisch und Blut übergegangen. Durch das Abschneiden kommen, vom Kongreß die Annahme eines Gesetzes zu Durch Verminderung der höheren Schulen kann man des Kleinbürgerthums von der Gelehrtenlaufbahn wird es verlangen, durch welches ein Arbeits- Departement am erreichen, daß ein Theil der diesen Kreisen entsprossenen sich nicht dem Handwerk zuwenden, wenigstens nicht in Regierungssiz geschaffen wird. Haben wir doch ein KriegsSöhne nicht die Reise für die Universitäten und Akademien höherem Maße als heute, sondern andere Zweige über- Departement, das im Vergleich zu einem Ackerbau- Departeerhalten können. Die Aufnahmefähigkeit der unteren Klassen füllen, die so zwischen dem Handwerk und den gelehrten ment ganz überflüssig ist. Das Wohlergehen des ganzen der Gymnasien ist beschränkt, es müssen viele Schüler, die Berufen stehen. Der Andrang zur Laufbahn als Apotheker, Landes ruht auf den breiten Schultern der Jünger der sich anmelden, zurückgewiesen werden, weil die Klassen unterer Forstmann, Landwirth, Kaufmannsgehilfe, Schreiber, Arbeit und Nichts ist für die Nation und für die Welt überfüllt sind, außerdem können die genannten mittleren Bureaubeamter und dergleichen wird größer werden. so wichtig, als die Arbeiterfrage. Nahezu jeder heutzutage Stände meistens ihre Kinder nicht von ihrem Wohnorte Vielleicht werden auch diese wenigen Handwerke, die heute von der Gesetzgebung oder von den Behörden gefaßte fortgeben, weil ihnen dazu die Mittel fehlen. Werden schon von den im Wissen zurückgebliebenen Söhnen des Beschluß berührt die Frage der Arbeit; ihre Verzweigungen diese Schulen also vermindert, so vermindert sich dement- mittleren Bürgerstandes, wenn es nicht anders geht, auf- erstrecken sich überall hin, ihre Macht gelangt überall zur sprechend die Zahl der ärmeren Studenten. gesucht werden, weil ihre Gehilfen sich gerne Künstler Geltung, ihre Nothwendigkeit und Nüglichkeit wird überall Man hat dabei noch besonders die Art der Gymnasien nennen lassen, einigen größeren Zulauf haben, mit Volon- anerkannt." im Auge, die der Mittelstand besonders bevorzugt, weil tären" noch mehr gesegnet werden, was freilich bis heute Soweit der offenbar noch sehr in kleinbürgerlich- versie seinen Anschauungen von Bildung mehr entsprechen, nicht zum Heben dieser Gewerbe beigetragen hat, wie föhnlichen Vorstellungen steckende Großmeister. Aus den die sogenannten Realgymnasien. Man beginnt sie vielen jeder bezeugen wird, der die Verhältnisse kennt. vorliegenden Berichten ist noch nicht ersichtlich, wie weit Orts aufzulösen und durch lateinische höhere Bürgerschulen, Anzunehmen, daß jetzt der dünkelhafte Kleinbürger die Gesammtheit des Ordens den Standpunkt Powderly's zu ersetzen, die dem Schüler eine weit geringere Reife seinen Sohn, der bis zum 17. Lebensjahre fich durch die theilte. Sowie uns hier ein Ueberblick möglich ist, werden geben, als die Realgymnasien und ihn dadurch vom höheren höhere Bürgerschule durchgesessen hat, nun zum Schneider, wir darauf und auf die ganze Stellung des Ordens in Studium für die meisten Fälle absperren, ihm die Pforten Schuhmacher, Grobschmied, Blechschmied oder sonst der der amerikanischen Arbeiterbewegung näher zurückkommen. einer vollen wissenschaftlichen Bildung vollständig ver- gleichen in die Lehre geben wird; dazu gehört denn doch schließen. Wie weit es mit diesen Maßregeln gelingen ein vollkommenes Verkennen des verkehrten und verbohrten wird, das gelehrte Proletariat zu vermindern, mag dies- Geistes, der in diesen, die Vornehmen gerne nachäffenden mal unerörtert bleiben. Den gewünschten Zweck erreicht Kreisen herrscht. Fabrikaufsicht, Polizeibehörden und Gerichte. man sicher nicht, und dann ziehen aus dem Vorhandensein Der Kampf gegen das gelehrte Proletariat wird dem des gelehrten Proletariats doch nicht nur die freiheitlichen Handwerk nichts nüßen, vielleicht aber insofern noch schaden, und fortschreitenden Bestrebungen Nußen, die Innungs- als dann doch wohl dieser oder jener kapitalfräftigere Ueber die Ausführung der gesetzlichen Bestimmunausschüsse beziehen aus demselben doch auch ihre Sekretäre, Vater sich veranlaßt sieht, seinen Sohn, wenn auch nicht gen über Kinderarbeit in der Praris äußerte sich der die reaktionäre Preffe erhält aus ihrer Mitte ihre Sold- zum„ Handwerker", so doch zum„ Fabrikanten" von Hand- Fabrikinspektor Bernouilli aus Aachen auf dem schreiber. Die gelehrten Proletarier im Dienſte der Frei- werkserzeugnissen zu machen, weil ihm die Gelehrtenlaufbahn hygienischen Kongreß in Wien unter Anderem wie folgt: heit sind doch immer nur Ausnahmen gewesen. Der große verschlossen ist. Die Zersetzung des Handwerkes würde" In Deutschland ist die Kinderarbeit derart geregelt, daß Kinder Troß stand immer auf der anderen Seite, wo mehr Geld also dadurch noch beschleunigt werden, die Schlinge, die der Kapitalismus um das Handwerk geworfen, würde sich zu holen oder doch zu erhoffen ist. Uns soll heute nur eine neue Selbsttäuschung der noch fester ziehen. vor dem vollendeten 12. Jahre überhaupt nicht arbeiten diren Anzahl von Stunden und zwar nur dann, wenn nachgewiesen zwischen dem 12. bis 14. Jahre nur eine ganz bestimmte, beschränkte wird, daß sie gleichzeitig die Volksschule regelmäßig besuchen. Nachtarbeit fällt fort. Aber, meine Herren, die Sache sieht 12 Mark- Arbeiter nur in besserer Geschäftszeit Arbeit|( 77 Seber- und 19 Druckerlehrlinge). Von den Buchdruckereien, die aus der Lehrlingszucht ein Gewerbe zu machen scheinen, sind hervorschön auf dem Papier aus, die Fabriks- Aufsichtsbeamten sind finden. feineswegs immer an Ort und Stelle, sie haben große Bezirke und Die letzte, äußerst bezeichnende Mittheilung sollte be- 16 Gehilfen und 25 Lehrlingen, Schwiering( Herausgeber der be- zuheben: Knickmeyer( Herausgeber der„ Gerichtszeitung") mit sie müssen sie haben, sonst verlieren sie den allgemeinen Ueberblick, fie müssen die Polizei- Aufsichtsbeamten kontroliren, und da sieht sonders von denen beachtet werden, welche so gerne aus Wohnungszeitung" und des" Deutschen Blattes) mit 5 Gehilfen man dann, wie kolossal gesündigt wird. Die ganzen Polizei- dem Steigen beliebig zusammengeraffter Durchschnittslöhne und 19 Lehrlingen, die Vereinsdruckerei( Besizer Mar Cohn) mit behörden stehen naturgemäß in einem Abhängigkeitsverhält- auf eine Besserung der Wirthschaftslage schließen. Diese 1 Gehilfen und 10 Lehrlingen. Wie legtgenannter Herr dazu kommt, seinem Kunstinstitut den Titel„ Vereinsdruckerei" beizulegen, nisse von den betreffenden Industriellen, sei es nun moralisch oder urmoralisch, aber es ist der Fall; dieses Abhängig- Leute haben sich wohl noch nie träumen lassen, daß wurde nicht festgestellt. Außerdem figuriren noch eine Anzahl andere feitsverhältniß veranlaßt sie, darüber hinwegzusehen und die höhere Durchschnittslöhne auch mit einer Verschlechte- Geschäfte in dieser Statiſtif, welche allerdings weniger frasse Ziffern Schäden, die sie finden, nicht aufzudecken." rung der Lage der Arbeiter zusammenfallen können bei der Lehrlingszahl angeben, aber doch noch weit davon entfernt Wir wünschen diesem offiziellen Beleg für die ganze indem nämlich die ungelernten, schlechtgelohnten Arbeiter, Heuchelei unseres Arbeiterschutes die gebührende die man alle Tage wieder zu Dußenden haben kann, alle mit weiteste Verbreitung. Schöne Versprechungen auf dem einander entlassen sind und das Durchschnittsergebniß nicht Papiere zu machen, ihre Verwirklichung aber zu vereiteln, mehr herabdrücken. Wir empfehlen diese Thatsache allen indem man gar keine oder vollständig ungeeignete und Schönfärbern zum ernstesten Nachdenken. ungenügende Ausführungsorgane schuf das ist immer der Arbeiterschuß gewesen, wie ihn die Bourgeoisie verstanden wissen möchte, und wenn es doch zuweilen anders gekommen ist, so haben es die Arbeiter erzwungen. - Das ist die Arbeiterfreundlichkeit der besißenden Klassen in Wirklichkeit! Und von dem guten Willen dieser Klassen erwarten noch heute viele die Durchführung aller im Interesse der Arbeiter liegenden Reformen! Die Dresdener Buchbinder haben eine Lohnstatistik fertiggestellt, welche äußerst trübselige Zustände in diesem Gewerbszweige enthüllt. Die Maurer Berlins haben an den Reichstag folgende Petition, die vielleicht 10 000 Unterschriften gefunden hat, gerichtet: find, normale genannt zu werden. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch mittheilen, daß die Reichsdruckerei, wie ein vor Kurzem erschienenes Verzeichniß der tarifzahlenden Druckereien angiebt, als Anfangsgehalt 24 M. wöchentliches Salär zahlt, während die Privatdruckereien nach dem vereinbarten Tarif 24 Mt. 60 Pfg. ihren Gehilfen zahlen müssen. Ist auch der Unterschied kleinlich, so ist er immerhin für ein Reichsinstitut bezeichnend. Das Schulfuratorium der Bäckerinnung ,, Concordia" ersucht die Bäckermeister, die Lehrlinge, wenn irgend möglich, vor dem Besuch der Fortbildungsschule, Mittwochs von 3 bis 5 Uhr, einige Stunden schlafen zu lassen. Was wird damit zuge= standen? Daß im gewöhnlichen Laufe der Dinge die Bäckerlehrlinge so über ihre Kraft ausgenugt werden, daß sie nicht einmal " Die Bourgeoisie hat sich hier überall als dieselbe entpuppt und ein seltsamer Zufall hat es gewollt, daß dem einfachsten Unterricht zu folgen vermögen; die Lehrlinge konnten uns in diesen Tagen auch eine Notiz aus England zu Im Jahre 1885 fahen wir uns genöthigt, in Berlin die Arbeit nichts lernen, weil die Meister fleißig ausbeuten mußten. Ob das ging, die zeigt, welchem Widerstand auch in diesem Lande Ersuchen" des Schulfuratoriums hieran etwas ändern wird? Wir einzustellen, weil die hiesigen Baugeschäftsinhaber uns eine verdie Arbeitergeseze noch immer begegnen. Die Cotton langte kleine Lohnaufbesserung vorenthielten, die in ihrer Anfangs- bezweifeln es. Der Mehrverdienst für die eigene Tasche wird jedem Factory Times schreibt nämlich, indem sie auf einige forderung so bescheiden war, daß durch Gewährung derselben Meister mehr am Herzen liegen, wie die Bildung" der Lehrlinge. skandalöse Gerichtsfälle der letzten Zeit hinweist: der Berliner Lohn noch nicht dem Hamburger gleich ge= Ueber die Lage der deutschen Schuhmacher finden wir „ Jahrelang haben wir gekämpft, um ein Fabrikinspektorat zu tommen wäre, und obgleich die bekannte glänzende Lage des folgende trübe Schilderung in der allen Fachgenossen beſtens zu schaffen, das seines Namens würdig ist, und als es da war, be- Baugeschäftes in Berlin die Gewährung dieses geforderten Lohnes empfehlenden„ Gothaischen Schuhmacherzeitung":" Da ist sie wieder mühten wir uns, alle Voraussetzungen zu erfüllen, daß es seines ohne Zweifel erlaubte, auch die steigenden Preise der Lebensbedürf- da, die für den Schuhmacher so öde und traurige Zeit, in welcher Amtes mit Befriedigung walten könne. Nachdem wir nun eine niffe, und der Wohnungsmiethen die Lohnerhöhung unabweislich die Lichtarbeit beginnt. Die Lichtarbeit an sich hat ja nichts ubschreckendes, denn die Mehrzahl der Gewerke nimmt in den kurzen mäßige Anzahl tüchtiger Leute haben, sehen wir uns zu unserem nöthig machten. Der Ausstand verlief nach hartem Widerstand zu unseren Tagen das Licht zur Ausübung des Berufes zur Hilfe, sondern die größten Bedauern einer neuen Gefahr gegenüber. Diese Gefahr besteht darin, daß die Behörden, welche über die von den In- Gunsten, wir ſetzten in den Hauptsachen einen höheren Lohn durch, Art, wie die Schuhmacher infolge ihres geringen Verdienstes ge= als er anfangs gefordert war. Wir können uns auf das Zeugniß zwungen find zu arbeiten, macht die Lichtarbeit für den Schuhspektoren gemachten Anzeigen zu berathen und entscheiden haben, der hiesigen Behörden berufen, daß während dieses hartnäckigen macher fürchterlich. In jedem Bureau, in jeder Werkstatt wird die mit den Gesezesübertretern im Bunde zu sein scheinen, um die Bestimmungen illusorisch zu machen, die vom Parlament Ausstandes die Ordnung von uns in musterhafter Weise aufrecht Lampe nur für ein paar Stunden angezündet und um sieben Uhr erhalten wurde und daß Ruheſtörungen während des ganzen Aus- Abends, der Feierabendstunde, wird sie wieder ausgelöscht, während der zum Schuße der Frauen und Kinder getroffen wurden." standes nicht vorgekommen sind, außer einigen kleinen Ausschreitungen, Schuhmacher die Nacht zum Tage macht, denn er arbeitet in die wir beklagen, die aber bei der großen Zahl der hier beschäftigten den kurzen Tagen soviel bei Licht als bei Tage. Während Maurer und den verschiedenen Glementen unter denselben wir beim der Winter überhaupt den menschlichen Verkehr erschwert, ist der besten Willen nicht verhindern konnten, die auch über den Umfang Schuhmacher in dieser Zeit gerade wie abgeschlossen. Er steht ganz untergeordneter Rempeleien, bei welchem die Schuld durchaus morgens auf, setzt sich auf seinen Schemel und arbeitet ohne Unternicht immer auf Seiten der Streifenden lag, nicht hinausgingen. brechung bis Abends 10, auch 11 Uhr und legt sich zu Bett. So Besonders, worauf wir hier Gewicht legen, verliefen die öffent- geht es die ganze Woche mit Ausnahme Sonnabends, wo bis lichen Versammlungen der streikenden Maurer in der größten 12 und 1 Uhr gearbeitet wird, und auch am Sonntag finden Ordnung und Ruhe, troß der großen Erregung, in welcher sich wir den Schuhmacher bis Nachmittags 3 und 4 Uhr noch die Gemüther begreiflicher Weise befanden. Wiederholt haben die arbeitend in der Werkstatt. Ist an diesem Tage gerade stürmisches überwachenden Polizeibeamten dies ausgesprochen, wie vortheilhaft oder unfreundliches Wetter, so wird Toilette gemacht, eine Pfeife sich die Maurergesellen- Versammlungen von anderen, z. B. von den Tabak oder eine Cigarre angezündet, der Schemel umgedreht und damals öfter vorkommenden antisemitischen Versammlungen unter- mit dem Rücken an die Wand der Werkstatt gelehnt, je nach dem schieden. geistigen Bedürfniß ein Buch gelesen, oder wenn mehrere Gesellen Das Jahr 1886 brachte den Maurergesellen zwar kleine Nach- da sind, ein Kartenspiel arrangirt. Die Schuhmacher sind unstreitig kämpfe in der Lohnfrage, aber eine größere Arbeitseinstellung war Musterarbeiter", wie sie sich ein stapitalistenherz wünschen kann. Es ist leicht begreiflich, daß unsere großen Sozialreformer an dieser weder in Aussicht noch lag sie in der Absicht der Maurer. Trotzdem wurde uns höchst unerwartet eine größere Anzahl Idylle nicht rütteln mögen und durch ein gesezliches Verbot unserer besseren Stollegen aus Berlin auf Grund des Sozialisten- der Sonntagsarbeit grausam in diese natürlichen Rechte" gesetzes ausgewiesen, obgleich dieselben sämmtlich der politischen Be- der Schuhmacher eingreifen wollen. Doch Scherz bei Seite, der wegung fern standen und sich durch ihre Arbeit redlich ernährten. Gegenstand ist zu ernst, indem das Lebens glück von ca. 300 000 Es wurde der Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Arbeitern und Arbeiterinnen unserer Branche und deren ganze Maurer" auf Grund des preußischen Vereinsgesetzes vorläufig Bukunft durch diesen trostlosen Zustand verfümmert wird. Denn geschlossen und der Vorstand in einen Prozeß verwickelt, der mit der aufreibenden Arbeit geht eine Verschlechterung der Er= fest, nach fast anderthalbjähriger Voruntersuchung, noch nährungsweise, infolge des geringen Verdienstes und der Bertheuenicht das Material zur Erhebung einer Anklage geliefert rung der Lebensmittel, Hand in Hand. Daß troß aller bisher zu haben scheint. Der Verein bleibt aber trotzdem„ vorläufig" ge- geleisteten Sozialreform" und der noch in Aussicht stehenden der schlossen. Arbeiter physisch und damit auch moralisch zu Gründe gehen kann, Dann, und das fühlen wir am schwersten, wurde uns seit ist für jeden Kollegen, der offene Augen hat, klar. Für Kranke und einem Jahre eine jede öffentliche Versammlung fortgesetzt verboten, Berunglückte ist mangelhaft gesorgt und den Invaliden der Arbeit so oft wir solche auch anmeldeten, selbst wenn die Tagesordnung winft, wenn auch noch in weiter Ferne, eine„ Reichsrente" von derselben sich nur auf rein gewerkschaftlichem, aller und jeder Politik 3 bis 5 Pfg. pro Tag! Der arbeitsfähige Arbeiter aber wird fernstehendem Gebiete bewegte. vergeblich auf eine Erleichterung seines harten Looses durch die Gesetzgebung warten können. Es gilt deshalb, selbst Hand an's Werf zu legen und nach Möglichkeit die schreiendsten Uebelſtände zu beseitigen. Ein solcher ist für das Schuhmachergewerbe die ungeregelte endlose Arbeitszeit. Karger Verdienst, Gleichgiltigkeit und Gewohnheit haben das lebel tief einwurzeln lassen; es ist aber nicht unabwendbar. Einigkeit und Energie der Kollegen sind im der Meinung, daß alle Kraft, auf die Verkürzung und Rege= lung der Arbeitszeit verwendet, von weit größerer Bedeutung für unser Gewerbe ist, als eine nothdürftig erftrittene Lohnerhöhung, die schon bei der kleinsten Geschäftsstockung wieder verloren geht. Von 167 untersuchten Werkstätten beschäftigten nämlich 153: 364 Gehilfen, davon 269 ledige, 95 verheirathete; ferner 73 männliche Hilfsarbeiter( also ganz ungelernte Kräfte, Tagelöhner), 144 Lehrlinge und 498 weibliche Hilfsarbeiter. Auf 364 männliche Gehilfen kamen sonach 642 Lehrlinge und weibliche Hilfsarbeiter, d. h. Kräfte, die gar nicht oder ganz erbärmlich gelohnt werden! 14 Werkstuben sind ohne alle fremde Arbeitskraft. Der Durchschnittsverdienst der Verheiratheten beträgt: mit 29 Gehilfen 17,17 M. bei Innungsmeistern " " 11 " 1 16,65 17,90 " 1 11 " 1 Nichtinnungsmeistern, 5 Nichtfachmännern*) 61 Ergiebt bei 95 Verheiratheten einen Durchschnitt von 17,63 M. inkl. einiger Akkordarbeiter. Diese 95 VerDie Berliner Maurergeseller find so nicht nur des nach dem heiratheten haben mit ihren 17,63 M. wöchentlich preußischen Vereinsgesetze ihnen zustehenden Versammlungsrechtes, eine Gesammtkopfzahl von 389 Personen zu er- sondern auch des durch die Reichsgewerbeordnung ihnen gewähr nähren. Die Frau muß unter solchen Umständen natürlich mit aushelfen. Von 83 Frauen verheiratheter Gehilfen haben 68 Nebenverdienst, 15 haben keine Nebenbeschäftigung zum Zweck des Verdienens. Von 9 war es nicht zu ermitteln und 3 Gehilfen sind Wittwer. Wochenlohn: Weibliche Hilfsarbeiter haben einen durchschnittlichen bei Innungsmeistern Nichtinnungsmeistern Nicht- Fachmännern 423 11 11 70 mit 6,96 M. 5 7,30" 7,58" 1 " " leisteten Rechtes, sich zur Erreichung günstiger Arbeitsbedingungen zu vereinigen, thatsächlich benommen. Hiergegen erhobene Beschwerden im vorgeschriebenen Instanzen- Stande, die schlimmsten Auswüchse zu beseitigen. Wir huldigen zuge, der erschöpft wurde, haben eine Abhilfe nicht gebracht. Zu einer solchen Behandlung glauben wir nach dem Vorstehenden den Behörden durchaus keine Veranlassung gegeben zu haben, wir fühlen sie als ein uns zugefügtes Unrecht. Wir leiden darunter Daß es möglich ist, die Arbeitszeit zu reguliren, haben die Leipziger erheblich. Ganz abgesehen davon, daß wir des Vereinigungsrechtes Kollegen bewiesen, welche mit Hilfe eines Theiles der Unternehmer zur Erzielung besserer Arbeitsbedingungen beraubt, den vereinigten die Arbeitszeits durch eine von beiden Theilen angenommene WerkBaugeschäftsinhabern gegenüber wehrlos sind und nicht solche Löhne stattordnung, im Sommer von 7 bis 7 Uhr und im Winter von erreichen können, wie sie uns nach der Geschäftslage werden müßten, 8 bis 8 Uhr festgesetzt haben. Wenn diese Werkstattordnung streng sind wir behindert, unsere reisenden Kameraden und die durch Krank- innegehalten wird und die Gesellen sich entschieden weigern, bei geMithin verdienen die 498 weiblichen Hilfsarbeiter im heit oder andere Unglücksfälle in Bedrängniß gerathenen Familien stelltem Verlangen dieselbe zu durchbrechen, so ist dieselbe als ein unserer Berufsgenossen zu unterstüßen, wie wir es früher mit offener nicht zu unterschätzender Fortschritt zu bezeichnen. Wir gratuliren Durchschnitt wöchentlich noch nicht 6½ Mark. Hand stets gethan haben. Wir können ohne öffentliche Bersamm den Leipziger Kollegen zu denselben und rufen den Kollegen in Durch diesen Hungerlohn wird vielfach das Familienleben lungen die Mittel weder dazu aufbringen, noch die vorhandenen anderen Städten zu:„ Gehet hin und thuet desgleichen", wenn dann zerrissen, das ganze Leben die Lichtarbeit auch für Euch dung u. s. w. mehr von Fremden bezogen werden muß! lindert und manche Familie geht zu Grunde, die wir anderenfalls nichts mehr so Erschreckliches haben." " Für den Kapitalisten hat die Rechnung allerdings eine andere und weit angenehmere Seite! gerettet hätten. Denn Wohlthun war eine der Hauptaufgaben unserer Vereinigungen und Versammlungen. Wir bitten also den Reichstag: derselbe wolle dahin wirken, daß uns das, uns gesetzlich zustehende Bereinigungs- und Versammlungsrecht, das wir nie gemißbraucht haben, voll und ganz in den gesetzlichen Grenzen wiedergegeben werde. Die Berliner Maurergesellen." * * Die Einführung der Selbstlieferung des Handwerkszenges ist in vielen Arbeitszweigen seitens der Unternehmer ein Mittel gewesen, um versteckte Lohnkürzungen herbeizuführen. Die Arbeitszeit beträgt bei den Meistern in der leber die Ausbildung dieses stillen Raubgeschäftes im Hutmachergewerbe schreibt der„ Correspondent" in Altenburg:" Fangen wir Regel 11 Stunden, bei Nicht- Fachmännern im Durchschnitt beim Kesselarbeiter an, derselbe muß sich Charirmesser, Pußenzieher, 104 Stunden. Während der statistischen Aufnahme Handbretter, auch Streichbrett nebst Maßstock selbst kaufen. Es giebt arbeiteten insgesammt 9 Werkstuben mit 41 Gehilfen noch einige Fabriken, wo einiges von dem angeführten Handwerkszeug geliefert wird, doch das meiste muß von dem Arbeiter selbst Sonntags und Ueberzeit. Bei Meistern ist eine MehrEs gekauft werden. Einzelne Petitionslisten stehen noch immer aus. zahlung für Ueberstunden nicht gebräuchlich und Die Zurichter sind genöthigt, sich Bügelgriffe, -da die Eröffnung des Reichs- chiedenes zu kaufen. Anstatt den Fabrikanten zu zwingen, praktisches, Schutzblech, Scheeren, Liswar, Bridéhobel und noch Verbei Nicht- Fachmännern erhält nur ca. der vierte Theil fofort abzuliefern an den Maurer gutes Handwerkszeug zu liefern, waren die Arbeiter nachgiebig oder bei Ueberstunden mehr. Dasselbe gilt von Bezahlung der wird gebeten, dieselben tages bevorsteht mußten es wegen ihrer Schwäche sein, und der Fabrikant benutzte Wochenfeiertage. die günstige Gelegenheit, sich gänzlich von der Anschaffung des Nimmt man alle 364 Gehilfen, welche die Statistik Herrn H. Bock, Dresdenerstr. 112. Handwerkszeuges mit der Losung: Kauft sich's der Eine, fann's der aufweist, zusammen, so ergiebt sich ein Durchschnittsverdienst Andere auch kaufen! zu befreien. Kreide zum Zeichnen, Stahl zum von wöchentlich 15,80 M. Hierzu ist zu bemerken, daß Messerschärfen, Auslage für Schleifen der Messer und Scheere und dergleichen wurde in den meisten Fabriken dem Arbeiter zum Be3. B. bei Jnnungsmeistern( außer 2 Werkstütten) sämmtzahlen aufgehalst. Bedenkt man, daß das unbrauchbar gewordene liche Werkführerlöhne hier mit verzeichnet sind. Handwerkszeug wieder durch neues ersetzt werden muß, so ergiebt Sonst wäre der Durchschnittslohn noch niedriger! Ueber die Verhältnisse in den Berliner Buchdrucke sich ein ganz erkleckliches Sümmchen für Anschaffung desselben, Und außerdem würden die Durchschnittslöhne sich noch niedriger gestalten, wenn die Statistik nicht gerade in reien gab in einer lezthin stattgefundenen allgemeinen Buchdrucker- welches für den betreffenden Arbeiter eine Lohnreduktion bedeutet, versammlung der Referent folgende statistische Mittheilungen: In weil es bei Aufstellung unserer Stücklohn- Tarife als selbstverständlich der, für Meister wenigstens, schlechtesten Geschäftszeit 291 Betrieben wurden insgesammt 137 Faktore, 2599 Setzer, galt, der Unternehmer habe das Handwerkszeug anzuschaffen und aufgestellt worden wäre. Das klingt zwar parador, aber 370 Drucker und 1073 Lehrlinge( 872 Seber- und 165 Drucker- nicht der Arbeiter. Als früher der Kleinbetrieb, die Meiſter, in es bleibt Thatsache, denn die dauernd beschäftigten Arbeiter lehrlinge) beschäftigt. Hiervon beschäftigen 142 nach Tarif zahlende unserem Gewerbe noch dominirten, fiel es feinem Gesellen ein, sich find meist auch die besser bezahlten, während die sogenannten Firmen: 83 Faftore, 1733 Sezer, 225 Drucker und 569 Lehrlinge sein Handwerkszeug zu kaufen, und umgekehrt keinem Meister, sich *) Hauptsächlich Kartonnagefabriken, aber auch eine Anzahl Buch-, Licht- und Steindruckereien, sowie verschiedene Branchen, in denen Buchbinderarbeit vorkommt. Kleine Mittheilungen. ( 463 Seger- und 106 Druckerlehrlinge); 136 nicht nach Tarif zu weigern, es zu thun. Der Fabrikant hat doch in seinen Büchern zahlende Firmen beschäftigen: 22 Fattore, 283 Sezer, 65 Drucker ein Conto für Abnutzung des Werkzeuges, welches doch voraussetzt, und 372 Lehrlinge( 332 Seber- und 40 Druckerlehrlinge); 12 Firmen, daß er es auch anschafft. All das Angeführte zeigt, das wir Streben wir mehr, unsere Arvon denen nicht festzustellen war, ob dieſelben tarifmäßig zahlen, be- Manches selber verbummelt haben. schäftigen: 32 Faftore, 583 Sezer, 80 Drucker und 96 Lehrlinge beiterinteressen zu wahren." Ueber die Korruption der französischen Bourgeoisie| sellen einen Verdienst" von 21-33 M. hätten". Thatsächlich| Arbeit heimkehrend, sich überstürzen müßten, um pünktlich in der Lesen wir in einem österreichischen Arbeiterblatte:„ Die Korruption hätten aber die Arbeiter keinen solchen„ Verdienst". In der Fabrik Versammlung zu erscheinen. Nachdem ein Antrag, den bevollfängt bei den adeligen Konservativen an und hört bei den radi- von Asch bekäme der beste Walker nicht ganz 21 M. und in anderen mächtigten zu ersuchen, in Form einer Eingabe resp. einer persöntalen Phrasenhelden auf. Die Letzteren haben ihre Lefèbre- Roncier Fabriken 13-16 M.; namentlich zahle Herr Asch für einzelne Ar- lichen Vorstellung beim Polizeipräsidium dahin zu wirken, daß und Marsoulan, die ihre Stellung als Stadtverordnete dazu be- beiten sehr geringe Preise. Er habe bis jetzt Jahr für Jahr be- Obiges zur Durchführung gelangt, angenommen war, wurde die nuzten, um für Geld und Aktien die schwindelhaftesten Gründungen deutende Abzüge gemacht; und nun beschweren sich die Fabrikanten Versammlung geschlossen. zu unterstützen. Und wenn dieselben bei ihrem sauberen Handel in der Roßlederbranche, daß sie durch die Konkurrenz der Fabriendlich auf die Finger geklopft wurden, so ist es noch gar manchen kanten aus der Provinz gedrückt werden. Das liege aber an der - Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, ihrer Kollegen bange geworden, die, wie sie, das Zuchthaus mit dem schlechten Gerbung; denn, so äußerte sich ein Redner, das wäre den 30. d. M., Vorm. 10 Uhr. Vortrag des Herrn Dr. H. Spazier Aermel streifen. Freilich heißt es auch mit Bezug hierauf: die fein Gerben mehr, sondern eine Kocherei. Der betreffende Redner über„ Der Mensch im Kampfe mit den Leidenschaften". Damen fleinen Diebe hängt man, die großen läßt man laufen". Lefèbre- sagte weiter, daß, wenn ihm ein Berliner Roßlederfabrikant das und Herren als Gäste willkommen. Roncier, der radikale Stadtrath, hat sich nur durch 10,000 Francs Leder schenken und den Arbeitslohn bezahlen wollte, er sich doch Fachverein der Buchbinder und verwandter Berufs= bestechen lassen, und die Dummheit, seinen Einfluß so billig ver- noch befinnen würde, die Stiefel zu tragen. Weiter hatten die genossen( Verbandsverein). Sonnabend, den 29. Oktober, Abends schachert zu haben, ist gestraft worden. Hätte er mittelst seiner Fabrikanten beschlossen, die Streikenden nicht in Arbeit 812 Uhr, Versammlung im Restaurant Reyer, Alte Jakobstr. 83. Talente" ein Milliönchen oder zwei einsacken können, er wäre noch zu nehmen und die" Rädelsführer", die namhaft gemacht sind, Tagesordnung: 1. Werth und Bedeutung der Statistik. 2. Geschäftsheute„ ein sehr ehrenwerther" conseiller municipal( Stadtverordneter). auch in Zukunft nicht zu beschäftigen. Da nun die meisten Fabrifen maripulationen in der Schrägschnittmacherei. 3. Verschiedenes und Im Haushalte der Opportunisten geht es nicht besser zu. Der die zehnstündige Arbeitszeit eingeführt haben, so versucht namentlich Fragekasten. Gäste willkommen! Um recht zahlreichen Besuch bittet Schaßmeister der republikanischen Journalistengesellschaft fonnte in Herr Asch, das Errungene wieder illusorisch zu machen, trotzdem die der Vorstand. sechs Jahren 200,000 Francs unterschlagen, die er in Saus und meisten und größten Fabrikanten die Forderungen der Arbeiter als Interessen- Verein der Kistenmacher. MitgliederBraus mit Kokotten verpulverte. Der Ehrenmann, er heißt Grouzet gerechte anerkannt haben. Die meisten hätten mit der zehnstündigen versammlung am Sonnabend, den 29. d. M., in den Arminhallen, und war Hauptredakteur des opportunistischen Blattes„ L'Estafette", Arbeitszeit auch eine Lohnerhöhung bewilligt. Zum Schluß wurde, Sommandantenstraße 20. Anfang Abends 82 Uhr. Tagesordnung: denunzirte täglich in seinen Artikeln die Sozialisten als Mörder, nachdem die Forderung der Gesellen als eine gerechte auch von den 1. Vortrag des Herrn Sperling, Lehrer der Naturheilkunde, über: Räuber und Diebe. Als eine Revision der Gelder den Unterschleif beiden anwesenden Meistern anerkannt wurde und der Streit mit" Ursachen der epidemischen Volkskrankheiten". 2. Verschiedenes. an den Tag brachte, verduftete Crouzet, ward aber in Bordeaux allen gefeßlichen Mitteln durchgeführt werden soll, folgende Resolution Ausgabe der Billets zum Stiftungsfest, welches am Sonnabend, verhaftet und sitzt jezt in Mazas. Auch er hat noch unter einer einstimmig angenommen:„ Um den Beschlüssen der Arbeitgeber, den 12. November, im Lokale Königsbank", Große FrankfurterMillion gestohlen, ergo ist er strafbar. Die skandalöse Affaire betreffs Maßregelung der Streikenden und der„ Rädelsführer" straße 117, stattfindet. Die Karten für Mitglieder werden nur vom Caffarel endlich hat Alles in dieser Beziehung Dagewesene über- wirksam entgegen zu treten, beschließt die heutige Versammlung, in Stassirer ausgegeben. trumpft. Vor Allem ist der Schwiegersohn des Präsidenten der denjenigen Werkstätten und Fabriken, wo die Arbeitgeber die beVerein zur Wahrung der Interessen der Tischler. Republik kompromittirt, Wilson, ein Mann, der aus Allem Waare treffenden Beschlüsse praktisch zur Anwendung bringen, sind die Versammlung am Sonnabend, den 29. Oktober, Abends 8 Uhr, macht und Geld schlägt; Stellen vermittelt, Stonzessionen erwirkt, Kollegen verpflichtet, sofort den Vorstand davon zu benachrichtigen." Michaelfirchstr. 39. Tagesordnung: 1. Statutenänderung. 2. Wahl große Finanzspekulationen betreibt, kurz Alles thut, was fette Profite Mit einem Hoch auf die Vereinigung wurde die von ca. 300 Per- eines Vergnügungskomitees. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder Billets zu dem am 12. November in einbringt. Seinen Geschäften giebt er durch den Titel„ Monsieur sonen besuchte Versammlung geschlossen. werden aufgenommen. le Gendre"( Der Herr Schwiegersohn) besonderen Schwung. Als Der Verein deutscher Schuhmacher tagte am Montag, Vaurhall, Dresdenerstr. 96, stattfindenden 7. Stiftungsfest find Helfershelfer bedient er sich der verkommenſten Subjekte, Männer den 24. d. M., in Gratweil's Bierhallen, Beuthstr. 8. Auf der in der Versammlung, sowie bei folgenden Herren zu haben. Lackur, wie Frauen, wie der Damen Ratazzi, Limouzin 2c. Die in die Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Naturheillehrers Herrn Sper- Admiralstr. 26, H. 2 Tr.; Stier, Grünauerstr. 16, H. 3 Tr.; Affaire verwickelten Damen der„ Demimonde" waren die Gimpel- ling, Die Ursachen der epidemischen Volkskrankheiten"; 2. Geschäft Claus, Solmsstr. 38, H. 3 Tr. bei Neumann; Dänzer, Fürstenfänger, in ihren Salons versammelten sich die Industrieritter der liches und Fragekasten. Zum ersten Punkt führte Herr Sperling straße 19, H. 2 Tr.; Lerche, Fruchtstr. 52, H. 3 Tr.; Pschichholz, modernen Gesellschaft und trafen hier mit den blöden Käuzen zu- ungefähr folgendes aus: Die epidemischen Krankheiten wurden von Pallisadenstr. 16, H. 3 Tr. sammen, die gerupft werden sollten. In diesen Salons wurde Alles den Menschen selbst großgezogen, und durch despotische Gewalthaber Fachverein der Schlosser und Berufsgenossen. verschachert, Örden, Ehre( nicht die der Händler, denn diese befizen oder religiöse Fanatiker verdummte Nationen können in Folge ihrer Sonnabend, den 29. d. M., Abends 81/2 Uhr, bei Gratweil's, feine), Staatsgeheimnisse, Gut und Blut der arbeitenden Klasse. niedrigen Bildung viel leichter Epidemien zum Opfer fallen als Beuthstr. 8, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsmehr fultivirte, weil lettere vernünftiger leben und sich sanitäre Gin- bericht. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Ergänzungswahlen Die ganze Angelegenheit gleicht einem Räuberroman." 5. Verschiedenes und Ausgewiesen aus Berlin wurde der Tischler Stauffer richtungen zu Nußen gezogen haben, was bei erſteren nicht der Fall. des Vorstandes. 4. Antrag Neumann. und zwar auf Grund des Freizügigkeitsgefeßes". Die Gefähr- Schüßen könne man sich nur durch naturgemäße Gesundheitspflege. Fragen. Das Quittungsbuch ist mitzubringen. Verband deutscher Zimmerleute. Lokal- Verband lichkeit" des Herrn St. bestand darin, daß er früher einige Male Stalte Abreibungen, Bäder, Lungengymnastik seien zur Erhaltung der auf Grund des Sozialistengefeßes bestraft worden war. St. befand Gesundheit nothwendig. Nachdem noch von verschiedenen Kollegen an- Berlin Centrum, Versammlung Montag, den 31. Oftober, Abends sich seit 5 Wochen in Berlin und hatte sich hier von jedem Verkehr geführt, daß die Schuld, seine Gesundheit nicht nach Vorschrift zu 8 Uhr, Beuthstr. 8, Gratweil's Bierhallen. T.- O.: 1. Vortrag. pflegen, weniger an den Arbeitern selbst, als an den Verhält 2. Wahl eines Revisors. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Aufmit Sozialdemokraten ferngehalten. nissen liege und etliche im Fragekasten befindliche Fragen beant- nahme neuer Mitglieder findet statt. wortet waren, war der erste Punkt der Tagesordnung erledigt. Zum Vereine und Versammlungen. Der Verein der Parquetbodenleger Berlins hält 2. Punkt verlas der Vorsitzende ein vom Polizei- Präsidium am Montag, den 31. Oktober. Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn auf eine diesbezügliche Beschwerde zugegangenes Schriftstück, welches Herms, Mauerstr. 86, eine außerordentliche Generalversammlung besagt, daß der Verein nunmehr nicht mehr als Versiche ab. Tagesordnung: 1. Vierteljahres= Abrechnung. 2. Innere Möbelpolirerstreik. Die Fachkommission des Verbandes rungsanstalt angesehen werden könne, daß aber sofern eine Vereinsangelegenheiten. 3. Fragekasten. Der Fachverein der Steinträger Berlins hält am der Möbelpolirer Berlins und Umgegend macht bekannt, daß die Unterstützung ausgezahlt wird, gegen den Vorstand auf Grund Arbeiter der Werkstatt des Herrn Elgert, Manteuffelstr. 80, des§ 360 des S. G. B. strafrechtlich vorgegangen wird!! Nachdem Sonntag, den 30. d. M., Vormittags 11 Uhr, in Scheffel's Salon, wegen zu niedriger Arbeitspreise die Arbeit eingestellt haben. Es der Vorsitzende noch in kürzesten Ausführungen die gegenwärtige Inselstr. 10, eine Versammlung ab, in welcher nur diejenigen MitLage des Vereins vorgeführt und erklärt, daß der Verein unter glieder Zutritt haben, welche zum Generalfonds beisteuern. Tageswird gebeten, bis auf Weiteres den Zuzug fern zu halten. Die Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler solchen Umständen bereits unmöglich geworden sei, machte derselbe ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Stahn über Gesundheitspflege. noch bekannt, daß die nächste Versammlung nach drei Wochen in 2. Bekanntmachung des Reglements des Generalfonds. 3. Frageveröffentlicht soeben ihre Abrechnung für das zweite Quartal dieses einem anderen Lokal stattfinden würde und daß am 12. November fasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Vorstand. Jahres. Darnach betrug die Einnahme im zweiten Quartal 1887 im Vorstädtischen Kasino, Ackerstr. 144, ein Tanzkränzchen stattfindet, M. 383 435,35, die Ausgabe 354 958,39, ergiebt einen Ueberschuß wozu alle Kollegen eingeladen werden. Billets sind zu haben bei von 28 476,96. Die Mitgliederzahl betrug 73 028 und hat demnach den Herren Papke, Oranienſtr. 196, Laginsky, Schönholzerstr. 7, in dem zweiten Quartal um 247 abgenommen. Hoffentlich weßen Seitenflügel 3 Tr., Kunze, Ruppinerstr. 2, sowie beim Kassirer die Tischler diese Scharte rasch wieder aus. Haben sie doch selber Adamcak und in sämmtlichen Zahlstellen. den größten Vortheil davon, weil mit jeder Mitgliederzunahme die Finanzlage günstiger wird. Fachverein sämmtlicher im Drechslergewerk be= schäftigten Arbeiter Berlins. Wanderversammlung am Dienstag, den 1. November, Abends 81/2 Uhr, in Otto's Salon, Adalbertstraße 21. Tagesordnung: 1. Wissenschaftlicher Vortrag. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen.- Billets zum Stiftungsfest werden in der Versammlung ausgegeben. = Die Kranken- und Begräbnißkaffe des Vereins sämmt Im Verein zur Wahrung der Interessen der Lackirer licher Berufsklaſſen( E. H. Nr. 2) hat nach dem letzten Monatsabschluß einen Vermögensbestand von 13 937,89 M. oder pro Mit- Den Mitgliedern der Zentral- Kranken- und hielt Herr Dr. Bohn am Montag einen Vortrag über„ Afrika- glied 19,79 M. Diese Kasse nimmt Personen ohne Unterschied des reiſen und Koloniſation", in welchem derselbe nach einer geolo- Berufes und Geschlechts im Alter von 14 bis 45 Jahren jederzeit Sterbe- Kasse der Drechsler und anderer gewerblichen Arbeiter gischen Beschreibung dieses Erdtheils die Beschwerden und Müh auf und bestehen verschiedene Versicherungsklassen. Für die ge- Deutschlands( E. H. 48, Hamburg), Verwaltungsstelle Berlin A, feligkeiten des Handels früherer Jahrhunderte im Austausch jener leisteten Wochenbeiträge von 18 bis 60 Pf. wird bei Erkrankungs- zur Nachricht, daß am Sonntag, den 30. d. M., Vormittags 11 Uhr, tropischen Produkte, wie Gewürze, Elfenbein 2c., klarlegte. Redner fällen eine Unterstützung von 4,50 bis 15 M. gewährt, bei etwaigem im Lokale Manteuffelstr. 90( Louiſenſtädtische Reſſource), eine Miterläuterte sodann die Art und Weise des Reiſens in Afrika und Todesfall den Hinterbliebenen ein Begräbnißgeld von 45 bis 150 M. glieder- Versammlung mit folgender Tagesordnung stattfindet: ging zu der heutigen Kolonisation in Afrika über. Er schilderte die Ursachen und Zwecke der beiden in Deutschland bestehenden gezahlt. Für Berlin sind 4 örtliche Verwaltungsstellen errichtet, wo 1. Vierteljähriger Kassenbericht. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches jederzeit Beitrittserklärungen entgegengenommen werden, und zwar: Erscheinen ersucht der Vorstand. Quittungsbuch legitimirt. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler Ost- und Westafrikanischen Gesellschaften und äußerte zum Schluß, Berlin I, Kassirer E. Schilling, Soppenſtr. 48; Berlin II, Kassirer daß keinem Europäer zu rathen wäre, sich dem heimtückischen Klima J. Schumacher, Mariannenstr. 8; Berlin III, Kassirer H. Rudolph, und anderer gewerblicher Arbeiter( E. H. 3, Hamburg), Verwaldieses Erdtheils längere Zeit auszuseßen. An den Vortrag schloß Solonieftr. 150a; Berlin IV, Kassirer M. Zeifig, Teltowerstr. 45. tung Berlin E. Mitglieder- Versammlung am Montag, den 30. d. M., sich eine lebhafte Diskussion. Hierauf folgte der Quartals- Ferner bericht. Derselbe ergab einen Kassenbestand von 161,70 M. Ferner werden Beitrittserklärungen entgegengenommen beim Vor- Abends 82 Uhr, im Weddingpart, Müllerstr. 178. Tagesordnung: ſizenden, Herrn Sasse, Blücherstr. 34/35, und beim Hauptkassirer, 1. Vierteljahresbericht vom 3. Quartal. 2. Mittheilung über die Nach Bestätigung des Berichts seitens der Revisoren wurde dem Herrn Gd. Kühnelt, Kreuzbergstr. 63, wo auch jede gewünschte Aus- Vorlage des Vorstandes betr. Statuten- Aenderung. 3. Verschiedene Kassirer Decharge ertheilt. Hierauf wurden alle Vereinsmitglieder, funft ertheilt wird. Kassenangelegenheiten. - Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins sämmtwelche etwa noch Mitglieder der Ortskrankenkasse sind, auf- Die Kranken- und Begräbnißkasse für die im Berliner gefordert, bei der im November stattfindenden Generalversammlung Gürtler- und Bronceur- Gewerbe beschäftigten Personenlicher Berufsklassen, Berlin I". Sonnabend, den 29. d. M., Die Mitglieder der Kasse im eigensten Interesse zu erscheinen. ( E. H. Nr. 60), welche dem§ 75 des Gesetzes vom 15. Juni 1883 Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78 Versammlung. Die Fachkommission der Perlmutterarbeiter hielt am Freitag, den 21. d. M., eine Versammlung ab und wurde hierbei genügt, hielt am Sonntag eine Generalversammlung ab. Nach dem werden ersucht, in der Versammlung zahlreich zu erscheinen, da die Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallder Rechenschaftsbericht vom Kassirer verlesen. Indem die Kommission Kassenbericht des Rendanten und dem Bericht des Vorsitzenden kann Anmeldung zur Weihnachtsbescheerung beginnt. allen Gewerkschaften, welche den Streik unterstützten, besten Dank man mit Recht sagen, daß die Kasse seit ihrem 23/4 jahrigen Beſtehen sich als ein segensreiches Institut erwiesen hat. Sie wurde arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Sonntag, den 30. Oktober, Vorfagt, fordert sie zugleich alle Diejenigen, die noch im Beſize von im November 1884 ohne Vermögen in's Leben gerufen und hat in mittags 10 Uhr, Versammlung der Filialen I, II, III, IV, Nixdorf, Liſten und Bons sind, dringend auf, dieselben binnen fürzester Frist dieser kurzen Zeit bei 1030 Mitgliedern ein Vermögen von 8000 M. Tempelhof und Niederschönweide, Alte Jakobstraße bei Deigmüller. abzuliefern. Reinsch, Kassirer, Reichenbergerstr. 163, H. Querg. 4 Tr. zur Begründung des Reservefonds zurücklegen können. Der Eintritt Tagesordnung: Stellungnahme zur nächsten Generalversammlung, Der Verband deutscher Mechaniker und verwandter steht allen gesunden Berufsgenossen, welche das 17. Lebensjahr, bezw. Statutenrevision und Wahl einer Kommission. Die Sterbekasse der Maschinenbauarbeiter und Berufsgenossen( Bahlstelle Berlin) hielt am 19. d. M. eine gut jedoch nicht das 50. überschritten haben, frei. Das Eintrittsgeld verwandten Berufsgenossen zu Berlin nimmt neue Mitglieder, sobesuchte Versammlung ab im Lokal von Nieft, Kommandanten beträgt 1,20 M., wofür Quittungs- und Statutenbuch verabfolgt straße 61-72. Herr Vogtherr hielt einen äußerst beifällig auf- wird. Der Beitrag beträgt pro Woche 40 Pf. Für diesen niedrigen wohl Frauen als Männer, welche gesund sind und das 45. Lebensgenommenen Vortrag über" Idealisten und Realiſten im Kultur- Beitrag wird im Erkrankungsfalle dem Mitgliede 52 Wochen lang jahr nicht überschritten haben, auf. Die Sterbekasse besteht seit fortschritt". Bei Verschiedenes" drehte sich die Debatte um wöchentlich 12 M. gewährt. Geht ein Mitglied nach einer Heil- dem Jahre 1850 und befizt ein Vermögen von 179 000 m. bei einen schon oft berührten Gegenstand: Die Stellung des Herrn anstalt, so werden für dasselbe ebenfalls 52 Wochen lang die Kur- einer Mitgliederzahl von 14 000. Der monatliche Beitrag beträgt Bremer zur Metallarbeiterkasse. kosten und wöchentlich 3,60 M. Extraunterstüßung gewährt, selbst 45 Pf. bei einer Prämie von: 1) Bei einer Mitgliedschaft bis Der Fachverein der Former und verwandten Berufs- in Fällen wie Geisteskrankheit 2c., trotzdem die Kosten für derartige 2 Jahren 90 M. 2) Bei einer Mitgliedschaft bis 6 Jahren 120 M. genossen hielt am Sonntag, den 23. d. M., in Fauſtmann's Lokal, Strankheiten bedeutend höher sind. Im Falle des Todes wird an die Ueber diese Zeit hinaus 150 M. Die Aufnahme neuer Mitglieder Invalidenſtr. 144, eine zahlreich besuchte Mitgliederversammlung ab. Hinterbliebenen ein Sterbegeld entrichtet, welches bei einer Mit- findet ſtatt an den Wochentagen: Vormittags von 8 bis 11 Uhr, Herr Dr. Bohn hielt einen Vortrag über" Entdeckungsreisen und gliedschaft bis zu 2 Jahren 60 M., bei einer solchen über 2 bis zu Nachmittags von 4 bis 7 Uhr. Sonntags Vormittags von 8 bis Kolonien in Afrika". Derselbe schilderte die allgemeine Lage und 4 Jahren 75 M. und über 4 Jahren 90 M. beträgt; auch haben 10 Uhr, Neue Schönhauserstr. 16, Hof rechts part. die Unannehmlichkeiten des Landes, die Strapazen der Forscher die Mitglieder das Recht, sich von jedem beliebigen Arzt kuriren zu Die Eröffnung der Fachschule des Gauvereins Livingstone, Stanley, Dr. Nachtigall 2c., die Sitten der Eingeborenen, laffen. Es wäre wünschenswerth, daß diejenigen Kollegen, welche der Maler Berlins findet beſtimmt am 31. Oktober, Abends die Sklavenjagden, das Klima und dessen Nachtheile für die Euro- der Kasse noch fernstehen, derselben beitreten, denn nur dadurch 7 Uhr, in der Aula der Gemeindeschule, Brigerstr. 17/18, statt. päer. Die Versammlung nahm den 1/ 2- stündigen Vortrag mit fann eine geschaffene Sache groß und mächtig werden. Neue Mit- Anmeldungen von Theilnehmern am Unterricht werden jeden Abend großem Beifall auf. Hierauf wurde Herr Paul Behrend als glieder werden vom Rendanten, den Vorstandsmitgliedern und in im Vereinslokal, Ritterstr. 123, bei Sodtke, und bei Ernst Herzog, erster Schriftführer an Stelle des Herrn Scharrn gewählt. Legterer den Zahlstellen aufgenommen. Daselbst werden auch Billets zu Josephstr. 8, vorn 4 Treppen, entgegengenommen. hatte sich, wie mitgetheilt wurde, vor seiner Ausschließung, welche unserem 3. Stiftungsfest, welches am 12. November in der PhilharDer Fach verein der Rohrleger feiert sein diesjähriges wegen Bergehens gegen das Vereinsstatut erfolgen sollte, noch recht- monie stattfindet, ausgegeben. Winter- Vergnügen in Nieft's Salon, Kommandantenſtr. 71/72 zeitig selbst abgemeldet. Alsdann erfolgte die Wahl eines Ver- Die Zentralfrankenkasse der Maurer, Steinhauer 2c. parterre, am Sonnabend, den 12. November 1887, wozu Freunde gnügungskomitees zum nächsten Stiftungsfeste. Darauf wurde Deutschlands, Grundstein zur Einigkeit, hielt in Scheffer's Salon, und Gönner des Vereins hiermit herzlichst eingeladen sind. Billets Bericht erstattet über die Thätigkeit des Arbeitsnachweises. Nach Inselstr. 10, eine Mitgliederversammlung ab, in welcher zunächst Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. inkl. Tanz find in der Versammlung Erledigung einiger Fragen wurde die Versammlung geschlossen. Herr Kerstan die Abrechnung vom 3. Quartal verlas. Dieselbe und beim Vergnügungs- Komitee zu haben. E. Karpentiel, NaunynDie Freie Vereinigung der Lohgerber und Leder- ergab eine Einnahme von 23 192,04 M. Die Ausgabe inkl. der straße 87, Hof 4 Tr.; F. Krebs, Chauffeestr. 73; Frisch, Kirchzurichter Berlins hielt am 20. d. M. eine Versammlung ab an die Hauptkasse gesandten 10 800 m. betrug 23 175,83 M., so bachstr. 9; Reichner, Bandelstr. 2; E. Glawe, Kastanien- Allee 57. -Verein der Sattler und Fachgenossen. Großes mit der Tagesordnung:" Der gegenwärtige Stand der Lohn- daß am Schlusse des Quartals ein Baarbestand von 16,21 M. am bewegung der Lohgerber und Lederzurichter Berlins". Der Vor- Orte verblieb. Nachdem die Bestätigung der Abrechnung durch die Familien- Kränzchen mit musikalisch- deklamatorischer Abendunterhaltung fizende, Herr Busse, bemerkte, daß diese Versammlung auf Wunsch Revisoren erfolgt war, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Bei am 29. Oftober in Keller's großem Saal, Andreasstr. 21. Beieiniger Fabrikanten einberufen worden sei. Es hatten sich in der der hierauf vorgenommenen Wahl der Hilfskassirer wurden die bis- trag für Herren 50 Pf., für Damen 30 Pf. Billets sind im selben jedoch nur zwei Kleinmeister eingefunden, trozdem durch herigen Hilfskassirer wiedergewählt. Für den Osten Berlins wurde Restaurant, Neue Jakobstr. 11, zu haben. Anfang 8% Uhr. Säulenanschlag und Karten die Herren eingeladen waren. Das eine neue Zahlstelle errichtet und Herr Schulz als Beitragsammler Das Komitee. Verband deutscher Mechaniker und verwandter zeige, meinte der Vorsitzende, daß die Herren nicht gewillt wären, für dieselbe gewählt. Ferner wurde die Frage angeregt, ob es Stiftungsfest am mit den Arbeitern ordnungsmäßig zu verhandeln. Hierauf verlas nicht möglich wäre, die Versammlungen wieder Sonntags abzu- Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Herr Busse einen Artikel aus der Günther'schen Gerberzeitung", halten. Vom moralischen wie vom gesundheitlichen Standpunkte 3. Dezember im Gesellschaftshaus der Freunde, Neue Friedrichworin den Gesellen vorgeworfen wird, daß sie den Streit in aus betrachtet, wäre dies nicht mehr wie recht und billig. Es würde straße 35. Billets hierzu sind Sonnabend, den 29. Oktober, Abends ungerechtfertigter Weise angefangen hätten, da die besseren" Ge- der Gesundheit nie vortheilhaft sein, wenn die Kollegen, von der 18 Uhr im Restaurant Lehmann, Naunynstr. zu haben. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. ·