Berliner Volks- Tribüne. Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Bfg.( frei ins Haus). ( Einzelne Nummer 15 fg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 837 b des 16. Nachtrages zur Zeitungspreisliste.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. No. 18. Inhalt: Der Altersversicherung. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Bfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pig. Arbeitsmarkt: 10 Pig. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 3. Dezember 1887. Ausgabe für Spediteure: ,, Merkur" Zimmer- Straße 54. L. Jahrgang. Die französischen Sozialisten, welche, wie wir gezeigt, die Haltung anzuerkennen, welche die Kollektivisten an den alle mehr oder weniger auf der Marr'schen Theorie fußen, Tag legen und der Eifer, mit dem sie in Wort und predigen stets die obigen Grundsätze, bekennen sich pro- Schrift dasselbe zu verbreiten suchen. Das meiste thut Der Chauvinismus in Frankreich und grammäßig als Anhänger der internationalen Solidarität aber auch hier die Entwicklung. Die Thatsachen des die französischen Arbeiter. Die Grundzüge des Proletariats der gesammten Welt. Bei jeder Gelegen- Lebens, die Fortschritte des Industrialismus, die gesteigerte Sozialpolitische heit betonen sie den Einklang ihrer Interessen und Bestre- Schärfe des Klassenkampfes wirken mächtig darauf hin, Streifzüge. Unternehmergeständnisse. bungen mit denen der Arbeiter aller Länder und den dem französischen Proletariat die Solidarität seiner InteDie sozialdemokratischen Landtagsabgeordne Klassengegensatz, welcher sie von den oberen Zehntausend ressen mit denen des Proletariats aller Länder zur Erten in Sachsen. Aus dem Reichstage. ihres eigenen Landes und aller anderen Länder trennt. fenntniß zu bringen, es soweit zu entwickeln, daß es über Berliner Straßenbild. Lebenslauf eines Alles dies steht aber im schroffsten Widerspruche zu der die chauvinistischen Neigungen siegen wird. Der französische Schmiedegesellen. Kinderarbeit. Der üblichen Auffassung von Patriotismus und zu seinen Aus- Unternehmer und Fabrikant fühlt sich durch patriotische Kongreß der französischen Gewerkschaften. wüchsen. Besonders die Kollektivisten als die klarste und Bedenken keineswegs gehindert, seine Waaren aus dem Die Lage der Ziegelarbeiter in der Umgebung zielbewußteste der sozialistischen Fraktionen und Fraktiönchen Auslande zu beziehen, ausländische Arbeiter einzustellen, Berlins.- Die Bewegung der Posamentirer treten stets voll und ganz für die internationale Solidarität bei Streits durch Anwerbung fremder Proletarier auf in Berlin. ein, auch in Fällen, wo sie voraus wissen, daß sie durch seine Landsleute zu drücken 2c., vorausgesetzt nur, daß dies Die Rede des Abg. Bebel. Kleine Mit- Massen verleßen und daß sie eventuell dafür büßen müssen. der französische Arbeiter häufiger mit ausländischen Kame= ihre Theorie und Haltung die chauvinistischen Gefühle der seinen Profit entsprechend vermehrt. Andererseits kommt theilungen.- Vereine und Versammlungen. Bei jeder Heße, die noch bis jetzt gegen die Deutschen raden in Berührung, sieht, daß sie Opfer der gleichen begonnen wurde, bei jedem wichtigen Ereignisse auf dem Knechtschaft sind wie er, er hört über die gleichartigen sozialen Kampfplaze anderer Länder haben sie ihrem sozialen Verhältnisse in ihrer Heimath, lernt durch tausend Der Chauvinismus in Frankreich und die Internationalismus ungeschminkten Ausdruck verliehen. Thatsachen des täglichen Lebens, daß er viel mehr gemeinAber auch die übrigen Bataillone des französischen Sozia- same Interessen mit ihnen hat, als mit den Besitzenden französischen Arbeiter. listenheeres erkennen theoretisch das Prinzip der internatio- seiner eigenen Nationalität, von denen ihn eine unüber3 Der französische Chauvinismus ist so sprich- nalen Solidarität an und stellen es über den Patriotismus. brückbare Kluft der Interessen trennt. So führt ihn das wörtlich geworden, und die Worte Vaterland und Natio- In dem Programm aller sozialistischen Parteien Leben nach und nach zu der Erkenntniß, welche in der nalehre spielen im französischen Leben eine so hervorragende Frankreichs gelangt ihr internationaler Charakter zum reinen sozialistischen Theorie des Klassenkampfes und der interRolle, daß es geboten erscheint, einen Blick auf die Ausdruck. Es ist dem Wesen nach identisch mit dem Pro- nationalen Solidarität ihren Ausdruck gefunden, und die Stellungnahme zu werfen, welche die französischen Sozia- gramm der sozialistischen Arbeiterparteien der alten und sich schon jedem beobachtenden Reisenden aufdrängt, nämlisten diesen Begriffen gegenüber einnehmen. neuen Welt, bekennt sich wie diese zu dem Prinzip des lich, daß die National unterschiede immer mehr verletariats. Es sei hier voraus bemerkt, daß der Chauvinismus Klassenkampfes und der Emanzipation der Arbeit durch schwinden, und die Klassengegensäße immer schärfer herwie überall so auch in Frankreich eine künstlich groß- Vergesellschaftung der Rohstoffe und Produktionsmittel vortreten. In der That ist der Typus eines französischen gezogene Pflanze ist, welche in dem der Nation eigen- und zu allen übrigen Forderungen des zielbewußten Pro- Arbeiters von dem des deutschen oder englischen Proletariers nicht so verschieden, wie von dem Typus eines thümlichen Individualismus und Subjektivismus einen günstigen Boden fand. Seine eigentliche Entwickelung So ist die Internationale, welche der Form nach französischen Bourgeois. Und eine von klaren Männern stammt aus der Zeit her, wo die Bourgeoisie zur Herr nicht mehr existirt, dem Wesen nach lebendiger als je; sie geführte sozialistische Propaganda wird das ihrige dazu schaft gelangte, und Schritt für Schritt mit dieser Herr- athmet in dem Programm der Sozialistenparteien aller beitragen, um die von den Thatsachen geschaffene Ströschaft zusammen ist er gewachsen. Je weniger die Bour- Länder, ihr Herzschlag klopft in jeder Erklärung, jedem mung in das richtige Bett zu leiten. geoisie die Versprechungen und Hoffnungen erfüllte, welche thatsächlichen Beweise der internationalen Solidarität der sie dem Volke vor und während der Revolution gemacht gesammten Arbeiterwelt. " Die Anzeichen mehren sich, daß das Gefühl der internationalen Zusammengehörigkeit nach Durchbruch ringt. und deren Einlösung dasselbe erwartete, um so mehr war Dies über die theoretische Stellung der franzöfi- Vorgänge, wie die Einmüthigkeit, mit welcher die französifie bestrebt, durch die ihre Macht verkörpernden Erekutiv- schen Sozialisten zu dem Prinzip des Internationalismus. fchen Proletarier beim Leichenbegängniß von Vallès für die gewalten und den ganzen ihr zur Verfügung stehenden Allerdings was die Praxis, das Leben anbelangt, so Anbetracht der französischen Parteiverhältnisse bedeutsame deutschen Sozialisten eintraten, ferner die materielle, in Apparat für Volksbeeinflussung die Masse durch die äußere kämpft sich das Gefühl der internationalen Solidarität Unterſtüßung, welche die französischen Sozialisten den deut„ Gloire" zu blenden und den Nationaldünkel groß zu nur langfam, Schritt für Schritt, durch. Der Individua- schen Genossen anläßlich der Wahlen sendeten, das alles ziehen. Die Niederlage von 1870-71 hat dem franzölismus, der Chauvinismus machen ihm im harten Strauße ist von symptomatischer Bedeutung und läßt sicher ersischen Chauvinismus noch eine Mischung jenes bitteren den Boden streitig, und dies nicht nur in den außerhalb warten, daß der Internationalismus beim franzöſiſchen Stolzes beigesetzt, mit dem unverschuldetes Unglück getragen der sozialistischen Bewegung liegenden Kreiſen. Trotz aller Arbeiter den falschen Patriotismus verdrängen wird, daß warten, daß der Internationalismus beim französischen zu werden pflegt. Programme und Prinzipienerklärungen ist das Gefühl der Gerade seit dem letzten Jahre weist Deutschland die Internationalität noch nicht genug in Fleisch und der französische Proletarier lernen wird, seine Feinde nicht jenseits der Grenzen zu suchen. analoge Erscheinung zu der angeführten auf. Je weniger Blut der französischen Sozialisten übergegangen, und man das deutsche Reich die Hoffnungen verwirklichte, welche sich kann auch unter ihnen vielfach auf Aeußerungen und an seine Errichtung knüpften, um so mehr wurde von den Handlungen stoßen, welche im grellsten Widerspruche zu interessirten Kreisen Alles aufgeboten, das Volk durch dem von ihnen bekannten Programme stehen. Sogar ein Chauvinismus über die wahre Sachlage zu täuschen. Und sozialistisches Organ. wie das Prolétariat" zieht zuweilen zur wenn sich auch die eigentliche Masse nicht von der ge- gegen die Deutschen los und schürt die Erbitterung gegen schaffenen Strömung fortreißen ließ, so ist doch in dem dieselben, von dem sozialistisch sein wollenden ,, Cri du Groß- und Kleinbürgerthum ein Nationaldünkel gezüchtet Peuple" gar nicht zu reden, der gelegentlich ganz blöde worden, welcher dem französischen durchaus in nichts Hezartikel vom Stapel läßt. nachsteht und sich mindestens ebenso widerlich breit macht als dieser. " Bemerkungen zu den Grundzügen Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter. Es hat lange gedauert, aber es ist weder viel toch gut geworden, was den Arbeitern in diesen„ GrundUrsache davon, daß das Bewußtsein der internatio zügen" versprochen wird. nalen Solidarität so langsam in die Arbeiterpresse dringt, Ein Versprechen ist es erst, es gleicht so etwa dem Wie verhalten sich nun die französischen Sozialisten ist außer den angeführten Eigenthümlichkeiten des National Geduldteller, den ein dienstbeslissener Kellner dem ungeduldem Nationalgefühl und sogar dem krankhaft gesteigerten charakters und der Entwickelung in dem Umstand zu suchen, dig werdenden hungrigen Gast hinsetzt. Bis zur wirklichen Nationalgefühl gegenüber? daß der französische Arbeiter sehr schlecht über das Ausführung ist noch lange, lange Zeit. Erst kommt, wie Die Marr'sche Theorie vom Klassenkampf schließt Ausland unterrichtet ist. Für ihn ist Paris Frank- man sagt, der„ Volkswirthschaftsrath", eine ziemlich unbeden falschen Patriotismus aus. Sobald es auf der reich und Frankreich die Welt, von dem sozialen Leben rechenbare Körperschaft, dann jedenfalls nochmals der Erde nur eine einzige Kapitalistenklasse giebt, welche und Ringen jenseits der Grenzpfähle hat er nur eine Bundesrath, dann der Mann, der das„ Gesetz" ausarbeitet, efinje Arbeiterklasse ausnußt, kommt es wenig darauf an, ob höchst unklare und verworrene Vorstellung. Die franzöſi- dann wieder der Bundesrath, dann der Reichstag, dann Ausbeuter und Ausgebeutete diesseits oder jenseits der sche Tagespresse berichtet über die eigentlich sozialen Vor- die Kommission u. s. w., u. s. w. Da haben wir noch Grenzen wohnen. Alle Kapitalisten haben gemeinsame gänge des Auslandes nur dürftig und dem Interesse der einige Zeit, bis der magere Sperling vom Dache in den Interessen, sämmtliche ausgenutzte Arbeiter gleichfalls, und Herrschenden entsprechend; dazu kommt noch, daß der fran- Mund der Arbeiter fliegt. Viel verloren ist daran nicht. die Interessen beider Gruppen liegen in fortwährendem zösische Arbeiter außer seinem Leibblatt, meist radikaler Sämmtliche Kartellbrüder versichern außerdem noch, Kampfe mit einander. Wenn die Ausbeutung internatio- Richtung, nichts liest, die sozialistische Literatur nur schwach es habe gar keine Eile! Ei bewahre, es handelt sich ja nal ist, so muß auch die Solidarität der Arbeiter und entwickelt ist und das in dieser Beziehung Vorhandene nicht um Korn- oder Schutzölle für die Herren selbst, da die schließliche Umgestaltung der Gesellschaft international nicht benutzt und gewürdigt wird. hat es denn immer Zeit, viel Zeit. Um so mehr ist allen diesen Umständen gegenüber Wenn man sich die„ Grundzüge" ansieht und sich sein. KISTGING fragt, warum haben sie so lange Zeit zum Erscheinen ge-| fie männlich oder weiblich, sei sie alt oder jung, sei sie| braucht, so findet man, daß die Ursache weder in der von welcher religiösen oder sonstigen politischen Ansicht, Schwierigkeit der Aufgabe, noch in der Gründlichkeit ihrer an Alle, Alle erklinge das Aufgebot: Lösung gelegen haben kann. Sie stellen eine nette, glatte Arbeit dar, die über dasselbe Thema wohl ebenso gut das jeder einigermaßen brauchbare Hilfsarbeiter eines Ministeriums ohne Schwierigkeit leistet. Gegen den Versicherungszwang und gegen den Staatszuschuß haben wir grundsätzlich keine Einwendungen zu machen, ohne daß wir uns über Art und Form beider Einrichtungen durch das Vorliegende befriedigt zu erklären brauchen. " 1 Wir wollen keine Arbeitsbücher!" wirbelt unser Nuf. Jedes Blatt nehme ihn auf, jeder Mund spreche ihn, jede Feder schreibe ihn, in jedem Vereine, in jeder Versammlung tone er wieder, in der Familie, im Gasthause, auf der Straße, im Felde erschalle es: ,, Wir wollen keine Arbeitsbücher." Lieber, viel lieber verzichten wir auf die ganze AltersWenig einverstanden sind wir mit der schablonen- und Invalidenversicherung. mäßigen Art, wie alle Arbeiter über einen Kamm geschoren Man bereite Eingaben an den Reichstag vor. Man mache nicht viel Worte oder lange und zweckwerden, wie man den hochbezahlten Arbeiter der Großstadt in Bezug auf die Alters- und Invalidenversicherung lose Begründungen. Es genügt die kurze und deutliche dem Arbeiter der armen Moorkolonien gleichstellt. Man hat sich die Sache dadurch freilich sehr erleichtert, fie aber durchaus nicht verbessert. Erklärung: Keine Arbeitsbücher." Man schreibe zum Beispiel sot In ganz gleicher Lage wie Belgien befindet sich Holland, das zwar das Minimalalter für Kinder auf 12 Jahre festsetzt, im Uebrigen aber zum Schuße der Arbeit nicht die geringste Schranke gezogen hat. Zweifellos wird auch hier die in rascher Entwickelung fortschreitende Arbeiterbewegung die Regierung nolens volens vorwärts treiben. Die Motive, welche, abgesehen von allgemeiner Sozialpolitik, beim gesetzlichen Schuße der Kinderarbeit maßgebend erscheinen, sind die Rücksicht auf die geistige Bildung und diejenige auf die Erhaltung der physischen Kraft des Volkes. Diese Rücksichten waren es jedenfalls auch, die Ungarn veranlaßten, so etwas wie Kinderschutz einzuführen. Ungarn will ja so gerne als vorgeschrittener Staat gelten und darum muß es auch in ,, Sozialreform" machen. Es verhält sich aber damit, wie im vorigen Jahrhundert mit der Aufklärung der Despoten: sie war Modesache geworden, und darum blieb selbst die Kaiserin Katharina II. nicht zurück und mischte sich ebenfalls zu den geistreichen, aufgeklärten Alleinherrschern. Wie da, so guckt auch aus allen Fugen der Sozialreform, um mit Sokrates zu reden, die Eitelkeit hervor. Der Hinweis darauf, daß sich die höher gelohnten ,, Wir unterzeichneten Arbeiter erklären, daß wir in Arbeiter ja selbständig noch bei Privatgesellschaften ver- den Quittungsbüchern, wie sie durch die„ Grundzüge für sichern können, ist wenig angemessen. Ein Berliner Ar- die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter" vorWie gesagt, ist also in Ungarn die Sozialreform schon beiter z. B. würde als Altersversorgung, wenn die Sache geschlagen sind, eine Gefahr für die verfassungsmäßig und bis zu einem Minimalalter von 10 Jahren vorgeschritten. überhaupt des Aufhebens werth sein soll, vielleicht das gefeßlich gewährleisteten Rechte der Arbeiter erblicken, da Kinder von 10-12 Jahren dürfen nur mit Genehmigung fünffache der in den Grundzügen vorgesehenen Rente bean- sie den Unternehmern es ermöglichen, die Arbeiter zu der Gewerbebehörden in Fabriken beschäftigt werden. Die spruchen müssen. Wenn er sich mit vier Fünftel an eine fennzeichnen, sie widergefeßlich politisch, religiös und wirth Genehmigung ist nur dann zu ertheilen, wenn der ordentPrivatgesellschaft wenden will, kann er es mit dem letzten schaftlich zu beeinflussen und ihnen das Weiterkommen zu liche Schulbesuch sich mit der Beschäftigung vereinbar erFünftel auch. Da ist ihm also durch die„ Sozialreform" erschweren. weist oder wenn die Fabriken für den Unterricht der Kinder herzlich wenig geholfen. Wir fordern also den hohen Reichstag auf, einen durch Errichtung besonderer Schulen gehörig sorgen. Die Darüber weiter zu reden, daß die in Aussicht ge- etwa ihm vorzulegenden Gesezentwurf, falls er die Ein- Marimalarbeitszeit für Kinder beträgt 8 Stunden. Sonnstellten Renten überhaupt zu niedrig sind, um für die führung der Quittungsbücher enthält, wie sie in den tags- und Nachtarbeit sind ausgeschlossen. Arbeiter irgendwie etwas Befriedigendes zu haben, halten Grundzügen" vorgesehen sind, oder in ähnlicher Art, wir für unnüß. Darüber sind im Grunde des Herzens abzulehnen. alle Parteien einverstanden. Die kapitalistischen und reak- Wir verzichten lieber auf die gebotene Alters- und tionären Parteien suchen diese bedauerliche Wahrheit Invalidenversicherung, als daß wir sie um den Preis auch weniger zu leugnen, als nach ihrer Art zu entschul- der durch die Quittungsbücher dargestellten Arbeitsbücher digen. Sie sind ja meistens ganz glücklich darüber, daß annehmen.' nicht mehr als dieses geringe Taschengeld verlangt wird, So oder ähnlich! Es kommt auf die Worte nicht weil so dem Kapital die Rente nicht merklich gekürzt wird. viel an. Das ist die Hauptsache bei unserer Sozialreform". aber Für die ganz ungenügende Rente erhält der Arbeiter ,, das Arbeitsbuch!" " 1 Schulbesuch in Verbindung mit 8 stündiger Arbeitszeit bei einem 10-12 jährigen Kinde, und das nennt man in Ungarn Schuß der Kinderarbeit! Eine größere Heuchelei ist doch wohl kaum denkbar. Aber noch unter der ungarischen Sozialreform" steht die italienische, In Italien wird die Ausbeutung der Kinderarbeit geradezu schwunghaft betrieben und man hat damit wirklich traurige Erfahrungen Jeder Parteiunterschied muß hier aufhören. Auch gemacht; aber die Italiener haben in Abessynien mehr zu diejenigen, welche sonst gerne zu Hause bleiben, wenn die thun, als in ihrem eigenen Lande, und darum weder Zeit anderen Arbeiter auch für sie im Kampfe stehen, sie müssen kommenheit der Nation Einhalt zu thun, und darum wird noch den Willen, der moralischen und physischen Verden Vortheil ihrer kleinen Kassen und Vereine vergessen Da steht zwar unter 36) ,, Eintragungen oder Be- und diesmal mit bei den anderen Arbeitern stehen, selbst luftig weiter ausgebeutet. Denn das kann man wohl doch faum als eine Schranke der Ausbeutung betrachten, wenn zeichnungen, welche ein Urtheil über die Führung, die Ar- wenn es einem Vereinchen das Leben kosten sollte. beitsleistung des Inhabers oder anderer Personen enthalten, Das Arbeitsbuch ist eine so drohende Gefahr, daß man in einem Geſetze das Minimalalter der Kinder für die Fabriken auf 9 und für die Minen auf 10 Jahre festsetzt. sind unstatthaft," es enthalten die Grundzüge aber da alle Arbeiter zur Abwehr bereit sein müssen. keine Strafbestimmungen gegen Unternehmer, Wenn die Alters- und Invalidenversorgung in dieser Zum Schuße der Kinder glaubte der italienische Staat die doch ,, Bezeichnungen" anbringen. Form ohne Arbeitsbuch nicht geht, oder keine ganz genug gethan zu haben, wenn er beſtimmte, daß Kinder Wie nun, wenn Unternehmerverbände erklären: Bei durchaus sichere Gewähr gegen den Mißbrauch der Quittungs- von 9-15 Jahren nur dann industriell beschäftigt werden 100 Mark Konventionalstrafe oder mehr darf keiner von bücher gegeben werden kann, was wir sehr bezweifeln, dürfen, wenn durch ein ärztliches Zeugniß nachgewiesen uns einen Arbeiter anstellen, dessen Quittungsmarken ver- dann muß eine andere Form gefunden werden, wenn man ist, daß sie gesund und für den betreffenden Beruf stark genug seien. Dies ist jedenfalls eine im eigenen Interesse kehrt eingeklebt sind, oder dessen Quittungsmarken mit die Versicherung für wichtig genug hält. Es sei nebenbei bemerkt, daß die Quittungsbücher Rechte entnommen ist, das ebenfalls die Kinderarbeit in des Staates liegende Bestimmung, die dem dänischen verkehrt gehaltenem Stempel entwerthet sind, oder der- der Krankenkassen deshalb viel weniger gefährlich sind, gleichen mehr? Es ist durch die Fabrikinspektoren festgestellt, daß die als diese der Alters- und Invalidenversorgung es werden den Fabriken von der Zustimmung des Arztes abhängig Krankenkassenbücher zu solchen Kennzeichnungen benutzt müssen, weil man sich dort im Nothfall ein Buch einer macht. Der Staat meinte durch diese Bestimmung die worden und es ist von keiner Seite dagegen eingeschritten. freien Hilfskasse besorgen kann, das der Unternehmer nicht Frage des Kinderschußes am radikalsten gelöst zu haben, Es ist nachgewiesen, daß Unternehmerverbände, wie z. B. in die Hand bekommt. Dieser Umstand begründet in der denn wenn der Arzt die Kraft und Gesundheit eines Kindes, Innungen, beschlossen haben, Konventionalstrafen gegen Hauptsache den Haß der Innungsmeister gegen die freien die Befähigung desselben zu einem bestimmten Beruf bejaht, dann müßte eigentlich jeder den ausreichenden Kinderschutz ihre Mitglieder festzusetzen, wenn dieselben so oder anders Hilfskassen und ihr Streben nach Innungskassen. Der Zweifel gekennzeichnete Arbeiter beschäftigen, und es ist nicht aus In einem folgenden Aufsatz wollen wir einmal einen in 3weifel ziehende Einwand verstummen. § 153 der Reichsgewerbeordnung gegen sie eingeschritten, Blick auf die geldwirthschaftlichen Folgen unserer so be- ist aber doch berechtigt, denn der Arzt urtheilt ja nur nach obgleich dieser Baragraph mit furchtbarer Härte gegen die nahmten Sozialreform" werfen und noch einiges andere bem augenblicklichen Befunde. Höchst selten, wenn überArbeiter angewendet wird. Es hat sich im Jahre 1885 beleuchten. Daß wir dabei auch auf die lächerliche Klein- haupt, wird er in der Lage sein, die Einwirkung einer zum Beispiel ein Bauunternehmerverein zu Berlin bilden lichkeit der sogenannten„ Selbsthilfe" kommen werden, mehrjährigen Berufsarbeit, die meistens nicht der kindlichen wollen, dessen Statut solche Bedrohung enthielt, das ist selbstredend. Gerade die Zahlen, die schon dieser mehr Kraft angepaßt wird, auf die Entwickelung des Kindes Als Fabrik wird in Italien Statut wurde deshalb nicht beanstandet. Es konnte ,, er- als schwache Versuch einer Arbeiterversicherung aufmarschiren beurtheilen zu können. örtert" werden, obgleich es eine Aufforderung zu einer läßt, zeigen den Zahlenhumbug der Selbsthilfler im kläg- Motor wirkt oder wenigstens 10 Arbeiter beschäftigt sind. jedes gewerbliche Etablissement betrachtet, in welchem ein strafbaren Handlung enthielt, und die Versammlung, die lichsten Lichte. es erörterte, also aufgelöst werden konnte. Das wäre wohl auch geschehen, wenn ein Fachverein solch' eine ,, Erörterung" vorgenommen hätte. Vertrauen?! Wir haben es nicht! Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, schließen jedes Vertrauen aus. Sozialpolitische Streifzüge. I. In Dänemark ist der Schulbesuch für Kinder, die in Fabriken beschäftigt sind, gleich wie für die anderen, nicht erwerbenden Kinder, obligatorisch. Die Arbeitszeit dieser schulpflichtigen Kinder beträgt im Maximum 61/2 Stunden einschließlich einer halbstündigen Pause pro Tag. Schweden hat ebenfalls für Kinder eine tägliche Marimalarbeitszeit von 6 Stunden mit Ruhepause gesetzlich firirt. Nachtarbeit für Kinder ist verboten. Der böse Wille bei den Betriebsunternehmern, er r. Es sind bis heute einzig zwei Staaten, in denen ist bescheinigt durch diese Innungsversammlungen, durch Kinder erst vom 14. Lebensjahre an in Gewerben und diese Maßregelungen in den Arbeiterverbänden, durch das Fabriken beschäftigt werden dürfen, und diese sind die Wort: Gebt uns die Arbeitsbücher, dann brauchen wir kleine demokratische Schweiz und das alte Osterreich. Spanien hat auch einige Schutzbestimmungen für keine schwarzen Listen," durch diese Petitionen um weitere In allen anderen Staaten steht das Minimalalter, wie die Kinderarbeit aufzuweisen. Das Minimalalter beträgt Polizeibedrückung der Arbeiter. Der böse Wille hat keine wir sehen werden, zum Theil viel tiefer, zum Theil ist 10 Jahre. Die Arbeitszeit beträgt für Knaben von 10 bestimmte und unzweideutige Abweisung bei den Behörden überhaupt noch gar nichts geschehen, weder zum Schuße bis 13 Jahren und für Mädchen von 10 bis 14 Jahren gefunden. Der bekannte Streikerlaß sagt, daß auch solchen der Kinder noch der Arbeit überhaupt. Es ist geradezu nur 5 Stunden täglich, und für Knaben vom 13. LebensHandlungen der Arbeiter, die nicht die Grenzen des Gesetzes unverständlich, wenn man einmal von der Erkenntniß der jahre an 8 Stunden pro Tag. Rußland hat ein verlassen,„ thatkräftig" entgegenzutreten ist; er hat die Nothwendigkeit und Möglichkeit solcher Schutzbestimmungen Minimalalter für Kinder von 12 Jahren festgesetzt und Unternehmer ermuthigt, weitere Bedrückungen der Arbeiter durchdrungen ist, wie andere Staaten in einer Sache zurück eine Marimalarbeitszeit von 8 Stunden normirt. von den Behörden zu verlangen. Uns fehlt also auch bleiben können, die so äußerst einfach erscheint und in der Frankreich reiht sich würdig im Kinderschutze den da das Vertrauen. Es ist uns aufgefallen, daß noch Mediziner und Pädagogen, sowie klare Nationalökonomen angeführten alten monarchischen Staaten an. Es hat kein einziges Vergehen der Unternehmer gegen den§ 153 einig sind darüber, daß die Heranziehung eines Kindes zur zwar ein Minimalalter von 12 Jahren festgesetzt, diese der Gewerbeordnung verfolgt worden ist, obgleich die industriellen Arbeit nur dann als gefahrlos erachtet werden Bestimmung aber mit so vielen Klauseln umgeben, daß Bedrohungen durch Konventionalstrafen notorisch sind. Wir kann, wenn dasselbe ein kräftiges, widerstandsfähiges Alter 12 Jahre als Altersgrenze nur die Ausnahme und 10 Jahre, haben auch da kein Vertrauen. erreicht hat. wie in Italien und Dänemark, die Regel bilden. So Aber es geht den Völkern, wie den Menschen; sie dürfen von Gesezeswegen zehnjährige Kinder in der gemüssen erst durch Schaden klug werden. Das hat sich in sammten Textilindustrie, in der Papier- und Glasindustrie Jetzt ist es Zeit, daß die Arbeiter sich erklären, laut und Belgien gezeigt, wo man zum Schuße der Arbeiter ab- beschäftigt werden. Auch ist für 12 jährige Kinder die bestimmt, ob sie für die geringen Vortheile der Alters- solut nichts that und sich erst zur Inangriffnahme sozialer Nachtarbeit gestattet in der Papier-, Zucker- und Glasund Invalidenversicherung Reformen bequemte, als das Land der Schauplatz heftiger industrie. Im Uebrigen ist die Nachtarbeit, sowie die ,, das Arbeitsbuch" Stürme geworden. Aber es scheint, als ob die so ein- Sonntagsarbeit und die Arbeit an anerkannten Festtagen dringliche Lehre noch nicht genügend sei; mehr zum Scheine, verboten. Die Marimalarbeitszeit für Kinder unter Jetzt wirbelt das Aufgebot durch alle Baupläße, als um wirklich etwas Positives zu leisten, ging man an's 12 Jahren beträgt 6 Stunden. Darüber hinaus wird Ziegeleien, alle Fabriken, alle Werkstätten, alle Steinbrüche, Werk, und darum haben die Arbeiter nur Achselzucken für 12 Stunden mit üblichen Ruhepausen gearbeitet. alle Bergwerke, alle Häfen, alle Höfe, alle Scheunen, solche Wohlthaten! Unzweifelhaft muß die belgische Re- England hat ein Minimalalter von 10 Jahren. durch den Wald, wo die Holzart klingt, über den See, gierung sammt ihrer Heerfolge weiter geschoben und gestoßen Sonntags- und Nachtarbeit für Kinder ist verboten, ebenso wo der Fischer sein Nez schleppt, durch die Torsbrüche werden, und weitere revolutionäre Kundgebungen werden die Arbeit an hohen Festtagen. Außerdem find den Kindern und Heiden, überall, wo eine thätige Hand sich regt, sei nicht ausbleiben. jährlich 8 halbe Freitage zu gewähreu. In England erWir sehen neben der winzigen Rente ,, das Arbeitsbuch!" sich wollen aufdrängen lassen. streckt sich der Schuß der kindlichen Arbeit auch auf die| Werkstätten und die Hausindustrie. Uns liegt nun sehr viel daran zu wissen, wie in den einzelnen Gemeinden diese Zuweisung der halben Grundsteuer verwendet worden ist: a) ob man das Schulgeld verringerte? oder b) die Schulanlagen ermäßigte oder c) wie sonst die Verwendung stattfand. Wir ersuchen Sie, uns möglichst bald gewissenhaft Auskunft zu geben. Namentlich liegt uns auch daran, Auskunft zu erhalten, wie es in den Dörfern mit der Angelegenheit gehalten wurde. Zum Schluffe sehen wir uns in Deutschland die bezüglichen Bestimmungen an. Im Gewerbegeseße ist das Minimalalter für Beschäftigung in Fabriken, Werkstätten mit regelmäßiger Benuzung von Dampfkraft, Hüttenwerken, Bauhöfen, Werften, Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten und unterirdisch betriebenen Brüchen und Gruben auf 12 Jahre festgesetzt. Bei Kindern ist das Verbot der Sonntags- und Festtagsarbeit ausgesprochen, desgleichen das Verbot der Nachtarbeit( 81/2 Uhr Abends Ferner fragen wir an: ob in Ihrer oder in Ihnen bis 5 Uhr Morgens). Die Marimalarbeitszeit für Kinder bekannten Gemeinden es üblich ist, daß die Liste der sobeträgt 6 Stunden, mit einhalbstündiger Ruhepause und genannten böswilligen Steuerrestanten auf Anordnung 3 Stunden Unterricht. Ein ausgedehnterer Schuß der der Gemeindebehörde auch in den Restaurationen und Kinderarbeit thäte im deutschen Reiche so sehr noth, wie Vergnügungslokalitäten öffentlich aushängt? in allen übrigen Industriestaaten, aber bekanntlich hat der Bejahenden Falles bitten wir, uns den Namen der Bundesrath darüber eine andere Meinung, die ihn zur Gemeinde und der unterzeichneten Behörde, ferner die Zahl Ablehnung der Reichstagsbeschlüsse führte. der Restanten, deren Namen anzugeben sind, mitzutheilen. Kann uns eine Originalliste übersandt werden, so ist uns dies sehr angenehm. Resümiren wir zum Schlusse, so finden wir gefeßliche Bestimmungen zum Schuße der Kinderarbeit in 14 Staaten; ein Minimalalter von 10-13 Jahren in 7 Staaten und ein solches von 14 Jahren nur in zwei Staaten. Die Marimalarbeitszeit ist in allen mit 8 bis 11 Stunden regulirt. Obligatorischer Unterricht ist nur in 9 Staaten vorgeschrieben. Mit dem Schuße der kindlichen Arbeitskraft, der Quelle der Zukunft der Völker und Staaten, ist es erbärmlich bestellt diese Ueberzeugung drängt sich Jedem bei vorstehenden Betrachtungen auf! Unternehmergeändnisse. abhängig gemacht ist. Die letztgedachte Maßregel hat sich bewährt(!), wie daraus hervorgeht, daß in dem Jahre vom 1. Juli 1886 bis zum 30. Juni 1887 in Berlin von 6265 genehmigten Versammlungen nur 26 auf Grund des§ 9 a. a. D. haben aufgelöst werden müssen, während bei 145 die Genehmigung versagt worden ist. Im Geheimen wurde aber die Agitation in zahlreichen fleinen Vereinen, welche sich sowohl in Berlin, als in der Nachbar= schaft zum Ersatz für die Bezirksvereine unter dem Namen von Rauch- und Spielklubs, Gesangs- und Vergnügungsvereinen ges bildet hatten, ferner in Werkstätten, auf geheimen Versammlungen und gemeinsamen Ausflügen noch immer eifrig betrieben. Hier wurden die verbotenen Zeitungen ausgetheilt, Gelder gesammelt, Berathungen über Partei- Angelegenheiten gepflogen und die Ver= bindungen mit der geheimen Parteileitung( Was ist das für eine geheime Parteileitung? Etwa außerhalb Berlins? D. R.) aufrecht erhalten. der Züricher Sozialdemokrat" in Berlin einen großen Leserkreis. Von Zeitungen sozialrevolutionärer Tendenz hat, wie bisher, Eine beträchtliche Anzahl der Parteigenossen hat sich aber in neuester Zeit von diesem Blatte losgesagt und hält an Stelle dessen die anarchistischen Zeitungen" Freiheit“ und„ Autonomie". Die Zahl der in Berlin lebenden Anarchisten hat sich zwar gegen früher etwas vermindert, die noch vorhandenen unterhalten aber lebhafte persönliche und briefliche Verbindungen mit ihren im Auslande lebenden Gesinnungsgerossen, vermitteln den Bezug der Ein drittes Anliegen betrifft die Betheiligung von Freiheit" und anderer anarchistischer Schriften und agitiren auch Vereinen und Verbindungen, welche als nicht politische jonst, soweit ihnen dies bei der ihnen von den Behörden gewidmeten Aufmerksamkeit möglich ist. Die Besorgniß vor neuen verbreche Vereine gelten, bei der Agitation zu den Reichs- und[ rischen Unternehmungen seitens der Anarchisten ist immer noch und Landtagswahlen. gerechtfertigt. Haben z. B. Militär- resp. Kriegervereine oder Turn- Die lettere Behauptung bedarf für unsere biederen vereine, Feuerwehrvereine, Innungen 2c. sich offiziell bei Kartellbrüder natürlich gar keines Beweises und so werden der Wahlagitation in Ihrem Wahlkreis betheiligt? sie der Regierung zweifellos ohne weitere Bedenken ihre allerunterthänigste Zustimmung zu allen Berliner Ausnahmemaßregeln ausdrücken, bis hinab zu dem Ukas, die Verbreitung von Druckschriften auf öffentlichen Wegen, Straßen, Pläßen oder anderen öffentlichen Orten betreffend. Höchstens einige Ertrablattspekulanten werden gehorsamst, im Interesse des Volkes, das sie vertreten, um die Zuſicherung bitten, daß nur sozialdemokratische Druckschriften in Zukunft mit der„ Versagung der Genehmigung" be= helligt werden sollen; mehr wird man nicht verlangen, und die Regierung wird ihre loyale Gesinnung in glänzendster Beleuchtung erscheinen lassen, indem sie sich zu dieser Zusicherung ausdrücklich versteht. Jm bejahenden Falle: wie heißen diese Vereine und sind Ihnen Aufrufe oder Beschlüsse dieser Vereine bekannt? Können Sie uns Aufrufe oder dergleichen im Original einsenden, so bitten wir darum. auf Wir ersuchen Sie, die Beantwortung dieser Fragen J. S. Moore, ein fanatischer amerikanischer Freihändler, an einen der Unterzeichneten einzusenden. Wir rechnen plaidirt in der New- Yorker„ Times" für die Abschaffung streng sachliche und wahrheitsgetreue Berichterstattung. der Zölle auf Wolle und Wollstoffe und begründet seine Mit sozialdemokratischem Gruß Dresden, im November 1887. Forderung haarscharf mit dem Nachweis, daß der VorA. Bebel. Fr. Geyer. theil des Zolles sehr ungleich zwischen Kapitalist und W. Stolle. Arbeiter getheilt wird, oder vielmehr: damit, daß der Arbeiter den leeren Knochen, der Kapitalist das Fleisch erhält. A. Kaden. G. v. Vollmar. Aus dem Reichstage. " 1 Bezüglich Hamburgs wird die Nothwendigkeit der Die Rechnung ist sehr einfach. Der Zoll auf WollenVerlängerung begründet, indem auf die durchgeführte waaren beträgt in den Vereinigten Staaten 67,29 pбt. Parteiorganisation" hingewiesen wird, welche die sozialNach dem letzten Zensus, zu welcher Zeit, wie Moore Donnerstag, den 24. November. Eröffnung des demokratische Bewegung in Hamburg, Altona und Harburg sagt, der Arbeiter besser bezahlt war, als jezt, betrug Reichstages. Die Thronrede betont den friedlichen im Gange erhalten habe und welche durch den aufgefundenen der Werth der im Jahre 1880 produzirten Wollenwaaren Charakter der europäischen Gesammtlage, zugleich aber Organisationsplan klargelegt worden sei. Weiter werden 160 606 721 Dollars. Das Rohmaterial foftete 100 845 611 nimmt sie eine wesentliche Erhöhung der Wehrkraft" die verschiedenen Verurtheilungen erwähnt ,,, welche erfolgt, Dollars. Es blieb ein Ueberschuß von 59 761 110 Dollars. durch einen Gefeßentwurf, welcher die Landwehr und den als in einer Wirthschaft zu St. Pauli im Auguſt v. J. Dieser wurde wie folgt, getheilt": Landsturm betrifft, in Aussicht. Der durch die neue 8 Agitatoren ergriffen wurden, die unter dem Vorgeben, Branntwein- und Zuckersteuer erzielte, den ärmeren Klassen über Angelegenheiten der Altonaer Krankenkasse verhandeln abgerungene Ueberschuß aus dem Reichshaushalte, soll zu wollen, alle 14 Tage geheime Zusammenkünfte zu von den militärischen Ausgaben abgesehen zur sozialdemokratischen Zwecken" abgehalten hätten. Aufhebung der Wittwen- und Waisengeldbeiträge der 5 Agitatoren wurden gerichtlich verurtheilt, nachdem bei Woll- Offiziere und Beamten verwendet werden. Auch den einer im März in Hamburg vorgenommenen Haussuchung Agrariern, den ,, nothleidenden" Rittergutsbesitzern, wird ein großes Lager verbotener sozialdemokratischer Drucknatürlich, wie in jeder Session, wieder ein Geschenk aus schriften 2c. entdeckt worden. Auch zahlreiche Fach vereine den Taschen der ,, wohlfituirten" steuerzahlenden Massen verdienten nach wie vor der sozialdemokratischen Agitation in sprochen: die bestehenden Getreidezölle haben sich Hamburg und Umgebung." trotz der Versechsfachung des ursprünglichen Zolles " " Die Arbeiter erhielten 25 836 292 Dollars. Die Kapitalisten 33 924 818 Zusammen 59 761 110 Dollars. Beschäftigt waren im Jahre 1880 in den fabriken: Männer über 16 Jahre alt 46 978 Frauen Kinder 16 " 1 " 1 " 1 29 372 10 154 Zusammen 86 504 . • als Weitere Auch die sächsische Regierung berichtet über VorkommEs trifft also auf den Kopf etwas weniger als nicht ausreichend erwiesen, die weitere Erhöhung wird nisse, welche erkennen lassen, daß innerhalb der sozial300 Dollars Lohn per Jahr. also als eine der ersten Aufgaben der reaktionären Mehr- demokratischen Partei Leipzigs und seiner Umgegend die So viel für die Arbeiter. heit bezeichnet. Bezüglich der Alters- und Invaliden- Vertreter der ertremen, der bestehenden Staats- und Die Fabrikanten hatten, nach eigener, wie Moore versicherung der Arbeiter wird vorläufig nur die Hoff Gesellschaftsordnung feindlichen Richtung die Oberhand sagt, gewiß nicht zu niedriger Angabe, in ihren Fabriken nung" ausgesprochen, daß ein Entwurf noch in dieser behaupten und eine ebenso umfassende, wie erfolgreiche ein Kapital von 96 095 564 Dollars angelegt. Sie er- Session zur Vorlage werde kommen können. Im Uebrigen Thätigkeit entwickeln." hielten für je 1000 Dollars Anlage 350 Dollars Profit. werde sich der Reichstag mit weniger bedeutsamen Gegen- Die vorgebrachten Thatsachen, wie die Logik dieser Es handelt sich jetzt noch um den Prozentsaß, der ständen zu beschäftigen haben so mit einer Verbesserung Begründungen" können gleich wenig Anspruch auf Neuden Arbeitern vom Werth des Produktes zukommt. Der des Nahrungsmittelgesetzes, einer Verlängerung des Handels- heit machen. Legen wir das Aktenstück also einstweilen in den„ Wollen- Mills" zusätzlich geschaffene Werth betrug vertrages mit Desterreich und einer Aenderung des Gesetzes zu dem Uebrigen, bis sich der Reichstag selber damit wenn wir die Abnußung der Maschinen u. s. f. mit über die Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften, um befaßt. 9 Millionen berechnen über 50 Millionen Dollars, die beschränkte Haftpflicht der Mitglieder zu ermöglichen. Der erste Antrag, welcher den Reichstag in öffent= Es ist allgemein aufgefallen, daß die Thronrede die licher Sitzung beschäftigte, war übrigens ebenfalls davon erhielten die 86 000 Arbeiter die Hälfte, die paar unthätigen Kapitalisten den gleichen Antheil! Würden Verlängerung des Sozialistengeſetzes, welches im sozialistischer. Der Abg. Singer wies auf das gegen die Arbeiter selber die Produktionsmittel besitzen, so würde nächsten Jahre abläuft, nicht erwähnt. Daß dieser Ver- Grillenberger schwebende Verfahren wegen Vergehens gegen ihr Einkommen bei allen Abzügen für Instandhaltung längerung, welche über die politische und wirthschaftliche das Sozialistengesetz hin, sowie auf die schmähliche Beder Maschinen und Werkzeuge das Doppelte des Bewegungsfreiheit und damit über das ganze politische und handlung Kräckers, der am Schluß der vorigen Session wirthschaftliche Wohlergehen des deutschen Arbeiterstandes beim Verlassen des Reichstagsgebäudes auf offener Straße heutigen Einkommens erreichen. ein Sonst wurde die heutige Sigung mit Präsidenten= Ein gleichfalls recht charakteristisches Eingeständniß entscheidet, auch nur ein Mitglied der Regierung eine ge- verhaftet wurde, 5 Monate zu Breslau in Untersuchung finden wir zu derselben Zeit in der Philadelphia Preß". ringere Bedeutung beimeſſen könnte, wie etwa der Ver- saß und dann, ohne Anrechnung der Untersuchungshaft, zu Der Preß" zufolge sind seit 1880 in den Vereinigten längerung des österreichischen Handelsvertrages, der nur 7 Monaten Gefängniß wegen ,, Geheimbündelei" verurtheilt Staaten 4,700 000 000 Dollars in Gebäuden und Eiſen- die Rente von ein paar Besitzenden berührt das wird wurde. Gegen diese Verurtheilung hat Kräcker beim ReichsDas Stöcker'sche gericht Revision eingelegt, und der Reichstag beschließt bahnen angelegt worden. Der Werth derselben im ge- gewiß Niemand annehmen wollen. nannten Jahre war im Zensus auf 15 381 000 000 Dollars Deutsche Volksblatt", das durch seinen Herrn und Meister nunmehr auf Antrag Singer ohne Debatte, daß für die angegeben worden. Sonach wäre in sieben Jahren bloß mancherlei aus den Kreiſen des Herrn v. Puttkamer er- Dauer der gegenwärtigen Session das Verfahren gegen auf diesem Gebiet ein Werthzuwachs von fast einem fährt, dürfte somit Recht haben, wenn es das eigenthüm- Grillenberger und Kräcker eingestellt werde. Drittel geschaffen. Das ist phänomenal! In derselben liche Stillschweigen darauf zurückführt ,,, daß Erweiterungen Zeit ist die Kohlenförderung von 70 auf 106 Millionen des Sozialistengefeßes in Aussicht genommen sind, Tonnen gestiegen; die Produktion von Kupfer von 27 auf über welche sich die verbündeten Regierungen indeß noch und Bureauwahlen ausgefüllt. Wie im März d. J. haben auch jetzt die Kartellparteien das ganze Präsidium 70 Millionen und so durchgängig in der ganzen Industrie. nicht schlüssig werden konnten." Ober hielt man es nur für gut, neben dem Zucker- des Reichstags für sich in Anspruch genommen. Was man Aber was haben die Massen davon, die dies alles das. Das Centrum erneuerte seinen Anspruch an die erarbeitet haben. Gehören ihnen die Häuser und Eisen- brod der Alters- und Invalidenversicherung nicht zu gleicher fann, muß man auch wollen; ihre Mittel erlauben ihnen Zeit die Peitsche des Ausnahme- und Belagerungszustandes zweite Stelle im Präsidium, worin es von den Freisinnigen zu zeigen? und Sozialdemokraten unterstüßt wurde, aber es fand auf der Rechten gar keine Gegenliebe. Es muß dessen von vornherein gewiß gewesen sein, denn sonst würde es gewiß nicht gegen die Wahl des Herrn von Wedell- Piesdorf zum ersten Präsidenten durch weiße Zettel demonstrirt haben. Bei der Wahl des ersten Vicepräsidenten stimmten Centrum An der sozialdemokratischen Bewegung in Berlin und Linke für Herrn von Franckenstein, bei der dritten wird gerügt, daß sie immer radikaler geworden sei. Es Wahl bekundeten abermals weiße Zettel das Vorhandensein einer Opposition gegen die ausschließliche Leitung des Hauses heißt dann wörtlich weiter: In der Oeffentlichkeit ist die Agitation erheblich beschränkt, durch die Kartellparteien. Die gewählten Herren Herr Wie ihnen nicht unbekannt sein wird, beschloß vor 2 Jahren der Landtag auf Vorschlag der Regierung, die seitdem die beinahe ausschließlich aus sozialdemokratischen Elementen v. Wedell- Piesdorf( tons.) als Präsident, Herr Buhl Hälfte des Grundsteuerertrages den Schulverbänden bestehenden und ebensolchen Impulsen folgenden Arbeiter bezirts( nat.- lib.) als erster, Herr v. Unruhe- Bomst( tons.) als beschränkten, sich bei der Erklärung zu überweisen und liegt auch dem gegenwärtigen Landtag Maßnahmen gegen die Fach vereine getroffen sind und die Abhal- zweiter Vicepräsident ein gleicher Antrag für die Jahre 1888 und 1889 vor. tung von Versammlungen von der polizeilichen Genehmigung über die Annahme der Würde auf die üblichen Worte des bahnen, ist ihr Konsum entsprechend gestiegen? Sag', o Mensch, was Du gewinnst! Die sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten in Sachsen haben ein Zirkular versandt, dessen Inhalt von allgemeinem Interesse ist. Eines Kommentars bedarf es nicht. Es lautet: Freitag, den 25. November. Man kommt um die Erwähnung des Sozialisten gesetzes nicht herum. Dem Reichstage ist soeben der Rechenschaftsbericht der Behörden zugegangen, die nur mit dem Belagerungszustand regieren können. vereine theils zwangweise, theils freiwillig aufgelöst, sowie strengere Die Stärke der einzelnen Parteien in unserem Reichsparlamente ist gegenwärtig die folgende: Die Fraktion der Deutsch- Konservativen zählt 76 Mitglieder und 2 Hospitanten; die Reichspartei zählt 39 Mitglieder; die Centrumsfraktion 98 Mitglieder und 3 Hospitanten; zur Fraktion der Polen gehören 13 Mitglieder; die nationalliberale Fraktion hat 95 Mitglieder und 3 Hospitanten; " Dankes und der Bitte um Nachsicht. Wir wollen wünschen, deutschen Reiches. In Bayern sind nach der letzten Zählung neue Kritik der kanzlerischen Steuerreform" und Zollpolitik bemerkt die ,, Franks. 3tg." dazu, daß Herrn Buhl so selten unter 681 521 landwirthschaftlichen Betrieben 427 772 seitens des freisinnigen Abg. Rickert, die gewöhnliche als möglich die Gelegenheit geboten werden möge, die unter 5 Hektaren. In Württemberg, wo eine andere konservative Rede des Freih. v. Malzahn- Gülz und gütige Nachsicht des Hause in Anspruch zu nehmen oder, 3ählung vorliegt, betragen die Ziffern der Betriebe mit eine höchst unbedeutende Darlegung des Standpunktes was bei ihm dasselbe ist, die Verhandlungen des Reichstags einem Areal von 10 Hektaren oder darüber 25 620, die der Nationalliberalen seitens Bennigsen's- darin erzu leiten. Zahl aller landwirthschaftlichen Betriebe aber 300 818 und schöpfte sich die heutige Debatte. diejenige der Betriebe unter 2 Hektar 165 135. In Baden Erwähnenswerth scheint nur, daß Bennigsen sich find unter 220 746 landwirthschaftlichen Haushaltungen als Gegner der Getreidezölle vorstellte und daß sämmt= nur 7300 ermittelt worden, welche von einer Erhöhung liche Redner die Undurchsichtigkeit und die ganz unüberder Getreidezölle Vortheil zu erwarten hätten. Im König- sichtliche Aufstellung des Etats beklagten. Man reich Sachsen sind unter den 192921 landwirthschaftlichen geht wohl nicht fehl, wenn man diese Methode der ZuBetrieben 146 128 kleiner als 5 hektar und 60 pCt. aller sammenstellung und Bearbeitung als Theil eines ganzen, Betriebe sogar kleiner als 2 Hektar. Angesichts dieser wohlberechneten Systems auffaßt. Weßhalb sollte eine Ziffern ist die Behauptung, daß von einer Erhöhung der Regierung, die stets bestrebt ist, das Mitbestimmungsrecht Getreidezölle nur eine Minderheit von Landwirthen Vortheil, des Reichstages auf dem Gebiete der Reichsfinanzen so die überwältigende Mehrheit aber Nachtheil zu erwarten viel wie möglich zu schmälern, der Volksvertretung die habe, unbestreitbar. Und wenn man schon das Recht zu Einsicht in den Etat besonders erleichtern? haben glaubt, die Konsumenten zu Gunsten der Unternehmer gewisser Berufszweige zu belasten, bedürfen denn Mittwoch, den 30. November. Die heutige gerade die Leute mit Rittergütern von fünftausend Morgen Fortsetzung der Etatsdebatte bot, nach einigen vollständig und darüber nationalen Schutz" und nicht die kleinen bedeutungslosen Ausführungen des reichsparteilichen Grafen Leute, welche genöthigt sind, von der Hand in der Mund Behr, dem Abg. Bebel Gelegenheit, eine wahrhaft verzu leben? nichtende Kritik an dem ganzen heute herrschenden poliSonnabend, den 26. November. Die Reichsboten Die Agrarier mögen sich, um eine schlechte Sache in tischen und wirthschaftlichen System zu üben. Wir bringen feiern heute und auch noch den Montag, dafür ist ihnen möglichst günstigem Licht erscheinen zu lassen, drehen und diese Rede, soweit es der Play erlaubt, in der Beilage. aber die Getreidezollvorlage zugegangen, welche selbst wenden wie sie wollen: die Erhöhung der Getreidezölle hier heben wir nur Folgendes hervor. Bebel wies zuden bewilligungseifrigsten Nationalliberalen einige Kopf- bedeutet weiter nichts als eine Verkümmerung und nächst darauf hin, wie unwesentlich die Kritik der bürgerschmerzen bereiten dürfte natürlich nur vorübergehend, Erschwerung der Ernährung des Volkes zum Vortheil lichen Opposition sei und sein müsse, weil keine bürgerliche denn die Kraft des ,, nationalen Gedankens" wird schließ einer bereits in jeder Weise bevorrechteten und staatlich Partei die Grundzüge des heutigen Syſtems bekämpfen lich alles Widerstreben gegen weitere Brodvertheuerung subventionirten Kaste von Großunternehmern! könne, aus diesen Grundzügen aber die ganze furchtbare überwinden. Last von Guts- und Blutssteuern mit Nothwendigkeit die deutschfreisinnige Partei 34 Mitglieder; die Sozialdemokraten zählen gegenwärtig 11 Mitglieder. Bei keiner Fraktion sind die 14 elsaß- lothringischen Abgeordneten, der 15.( Dr. Petri) ist Hospitant der nationalliberalen Fraktion. Alle Wir wollen den nationalen Gedanken hier nicht in Montag, den 28. November. Die Agrarier fühlen hervorgehe. Steigende Militärausgaben, wachsende VerVerruf bringen, aber es ist jedenfalls ein rührendes Spiel fich offenbar als Beherrscher der parlamentarischen Situation. schuldung, fortwährende und sich stetig steigernde Kriegsdes Zufalls, daß er sich seit zehn Jahren stets mit den" Entweder- oder" ruft die„ Kreuzzeitung", das Organ gefahr diesen Fluch hätte der Militarismus nicht nur Geldbeutelinteressen einer kleinen Grundbesizergesellschaft des preußischen Junkerthums, ganz unverblümt den Natio- auf Deutschland, sondern auf ganz Europa herabbeschworen; im schönsten Einklang befand. Selbstverständlich thut es nalliberalen zu: entweder Zustimmung zur Verdoppelung und je furchtbarer die Rüstungen der Staaten würden, der Hohheit dieses Gedankens ferner auch nicht den geringsten der Getreidezölle oder Ausschluß aus dem Kartell. Der desto drohender erhebe sich die Gefahr blutiger Kriege, Abbruch, daß die Mehrheit der Nation sich immer stärker freikonservative Abgeordnete Lohren hatte in einem Artikel wie sie die Welt bisher noch nie gesehen habe. gegen seine täglich schärfer zu Tage tretenden Wirkungen der„ Post" sich die bescheidene Anfrage erlaubt, ob sich die Lasten wälze man auf die armen Leute ab, welche schon auflehnt— das iſt nur kompromittirend für das verständniß- konservativen Rittergutsbesitzer denn nicht mit einer 50 pro- von der Blutsteuer so schwer getroffen würden; die direkten lose Volt, aber nicht für unsere nationale Wirthschaftspolitik. zentigen Erhöhung der Zölle begnügen könnten. Diese Steuern ließe man in Preußen ruhig verfallen, während Immerhin möchten wir aber für die Zukunft dem natio- unerhörte Zumuthung versetzt die Kreuzzeitung ebenfalls in indirekte Steuern und Lebensmittelzölle dem armen Mann nalen Gedanken wünschen, daß er seinen klingenden Segen Wuth; sie räth, lieber gegen jede Erhöhung zu stimmen, noch jeden kärglichen Biſſen Brod vertheuern. Ueber die etwas gleichmäßiger über Arme und Reiche ausschüttet. als für die halbe Maßregel Lohren's. zielbewußten Arbeiter seien auch noch die Qualen des Wer hat denn Vortheil von einer weiteren Vertheue- Auf den artigen politischen Eiertanz, den Zentrum Sozialistengesetzes verhängt- und in die andere Seite rung der nothwendigsten Lebensmittel des Volkes? Frei- und National liberale aufführen werden, um, scheinbar der Wagschale habe die Regierung nur die Altersversicherung finnige Blätter stellen zur Entscheidung dieser Frage ganz widerstrebend, der Regierungsvorlage doch die Annahme zu werfen, die Pfennigrente auf Grund des Arbeitsbuches! richtig folgende Berechnung auf: Nach ſtatiſtiſchen Ermitte zu sichern, darf man mit Recht gespannt sein. Im Jahre Man habe früher mit der Einführung der Altersversicherung lungen zählt eine Familie in Deutschland durchschnittlich 1885 stimmte das Zentrum in seiner überwiegenden Mehr- zugleich das Sozialistengefeß aufzuheben versprochen fünf Köpfe. Ebenso ist ermittelt, daß auf jede Familie heit für die Zollerhöhung. Die Gründe, welche seine damalige heute komme man sich so hilflos vor, daß an eine Verdurchschnittlich ein Jahresverbrauch von mindestens zwanzig Haltung bestimmten, sind für die Partei auch heute noch schärfung des härtesten aller Ausnahmegeseze gegangen Zentnern Getreide kommt. Zur Gewinnung dieser Masse maßgebend. Reichensperger stand schon damals wie heute werden solle.„ Das ist die offizielle Bankerotterklärung", Getreides einschließlich der erforderlichen Aussaat gehört außerhalb der Mehrheit mit seiner Meinung über die urtheilte der Redner, der schließlich erklärte, die Sozialwiederum nach statistischen Ermittelungen durchschnittlich„ Gemeinschädlichkeit" der Getreidezölle, und um die That- demokraten würden gegen den ganzen Etat stimmen. eine Fläche von 1,12 Hettaren. Da nun aber ein land- sache, daß es sich diesmal um eine Verdoppelung der Zoll- Mit einer Rede des ultramontanen Abg. Windthorst wirthschaftlicher Betrieb sich nicht auf Getreidebau beschränkt, fäße handelt, hat sich das Zentralorgan der Ultramontanen, schloß die Debatte. Das gesammte Extraordinarium und sondern auch allerlei andere Erzeugnisse, wie Gemüse, Rüben, die„ Germania", mit der bekannten„ Objektivität“ herum- diejenigen Theile des Ordinariums, welche Neuforderungen Hülsenfrüchte, Kartoffeln umfaßt, ferner Wiese und Brach gedrückt. Die Nationalliberalen sind seit 1885 weit zahl- enthalten, werden, dem Brauche des Hauses entsprechend, land beansprucht, endlich Kornfutter für das Gespann und reicher, aber auch gefügiger und machtloser geworden. der Budgetkommission zur Vorberathung überwiesen; der überdies Nahrungsmittel für ständige oder zeitweise Hilfs- Damals spalteten sie sich fast genau in zwei Hälften für Rest soll bald im Plenum zur zweiten Lesung kommen. leute erfordert, so wird durchschnittlich in der deutschen und wider die Getreidezölle. Jetzt wird ihre Abstimmung Landwirthschaft angenommen, daß ein Besitz von über zweifellos dem zweifachen„ Fortschritte" entsprechen, welchen und heute fortgesetzte Debatte über die Erhöhung der Freitag, den 2. Dezember. Die gestern begonnene fünf Hektaren nothwendig sei, um mehr Getreide zu fie inzwischen machten. Sie werden in größerer Zahl bauen, als in der eigenen Wirthschaft in irgendwelcher direkt für die Zollnovelle stimmen, in genügender Menge Getreidezölle ist beim Schluſse dieses Blattes noch nicht Form verzehrt wird. Vorzügliche Sachkenner sprechen aus Patriotismus fehlen und zu einem kleinen Bruchtheil zu Ende gekommen. Wir gedenken daher in nächster sogar von 7½ Hektaren! Nun giebt es ist Preußen nach vielleicht sogar Nein! sagen. Herr Miquel wird wahr Nummer zusammenfassend darauf einzugehen. der Zählung vom 5. Juni 1882: 3040 106 landwirthscheinlich Nein! sagen und mit Ja! stimmen und seine Dem Reichstage ist ein Antrag der Abgg. Graf schaftliche Betriebe, unter denen nur 681 784 Beſigungen Fraktion wird ihm dafür ihre besondere Anerkennung und über 5 Hektar, mit anderen Worten: mindestens 2354412 Bewunderung aussprechen. Landwirthschaftsbetriebe haben von der Erhöhung der landwirthschaftlichen Zölle entweder keinen Dienstag, den 29. November. Die Etats Nußen oder aber Schaden. Beispielsweise in der berathung hat begonnen und bisher ganz den gewöhnProvinz Sachsen sind nicht weniger als 79 pCt. aller lichen Verlauf genommen. Eine trockene Uebersicht über Landwirthe im Besize von je 5 Hektaren oder darunter. den Stand der Finanzen seitens des Staatssekretärs Aehnlich liegen die Verhältnisse in allen Einzelstaaten des Jakobi, eine mehrfach treffende, aber in keinem Bunkt ". Behr, v. Bennigsen und v. Helldorf zugegaugen, nach welchem unter Abänderung des Art. 24 der Reichsverfassung die Legislaturperiode des Reichstags auf fünf Jahre verlängert werden soll. Gesetz soll mit Ablauf der gegenwärtigen Legislaturperiode in Kraft treten. Das Fachverein der Tischler. Möbel, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin Verein d. Sattler u. Fachgenoſſen. Montag, d. 5. Dezember, Abends 82 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Heymann über: ,, Baufunst und Buchdruckerkunst". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Billets zu der am 25. Dezember in der Berliner Ressource" stattfindenden Weihnachtsfeier des Vereins sind in der Versammlung zu haben. Der Vorstand. Fachverein Berliner Stuckateure. Montag, den 5. Dezember, Abends 8 Uhr, in Nieft's Salon, Kommandantenstr. 72, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. NB. Das Arbeitsnachweis- Büreau befindet sich bei W. Laue, Granseerstr. 4, Arkonaplag. mein Allen Freunden und Bekannten empfehle Weiß- und Bairisch- Bier- Lokal. Robert Nürnberg, Anklamerstr. 49. von Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Verlag der Berliner VolksTribüne. OX Buch- und Steindruckerei von F. POSEKEL Berlin S.O., Oranien- Strasse 23, empfiehlt sich zur prompten und saubersten Ausführung aller Drucksachen. Für Vereine fertige ich zu mässigsten Preisen: Aufrufe, Jahresberichte, Kassenabschlüsse, Statuten, Cirkulare, Mitgliedsbücher, Plakate, Programme, Billets etc. Kollegen, Genossen! Arbeitseinstellung in der Schirmstockfabrik von Eckersdorf, Oranienstraße 65. 30 Streifende. Näheres durch Aufruf. Bitte Zuzug fernzuhalten. Sonnabend, d. 3. Dezemb., Abends 8/2 Uhr, inden Armin- Hallen, Kommandantenstr.20, Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Heymann über ,, Baukunst und Buchdruckerkunst". 2. Diskussion und Frage= fasten. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Den eingeschriebenen Mitgliedern des Verbandes deutscher Tischler( mit dem Sig in Stuttgart) zur Nachricht, daß am Sonntag, den 4. Dezember, Vormittags 11 Uhr, im Lokal Adalbertstraße 21 bei Otto eine Mitglieder- Versammlung stattfindet. Tagesordnung: Anträge behufs Abänderung des Statuts. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung des Quittungsbuches gestattet. Das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder erwünscht. J. A.: Der Bevollmächtigte. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Die Kommiffion. J. A.: Stellmacher. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. № 18 Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribüne". [ Nachdruck verboten.] Der ist nicht von hier! Sonnabend, den 3. Dezember 1887. I. Jahrgang. bei der gleichmäßigen Theilung ihres Freibeutergutes in nett gekleidetes Mädchen allein an einem Hause stehen. einen Streit geriethen und sich zum Gaudium der Zuschauer Er auf offener Straße gegenseitig durchprügelten. richtete dieselbe Frage von vorhin an die Kleine. ,, Die suchen hier Arbeit," bekam er zur Antwort. ,, Also hier bekommt man Arbeit?" Hätte Gotthold Feierlich zu jenen unselbständigen Ein Berliner Straßenbild von Mar Kreger.*) Naturen gehört, die bei jeder geringsten Gelegenheit den Nein, das nicht, aber um vier Uhr kommt das Gotthold Feierlich stand an einer Straßenecke und Muth verlieren, so hätte ihm die Verhöhnung seitens der Intelligenzblatt heraus, und da stehen die meisten Stellen überlegte soeben zum hundertsten Male, ob er sich rechts beiden Gassenjungen Veranlassung genug geben können, die drin. Wollen sie das nachher lesen? Das können Sie oder links wenden sollte. Eigentlich fand er dieses lange Ohren, wie der Volksmund sagt, hängen zu lassen, denn bei meiner Mutter, die muß gleich kommen mit den Ueberlegen selber zwecklos, denn die Perspektive rechts nichts verlegt einen feinfühlenden Menschen mehr, als die Blättern. Das Lesen kostet aber fünf Pfennige." Feierlich zuckte zusammen. Seine Hände durchwühlten schien ihm ebenso trostlos, wie sie ihm links Grau in Verspottung seiner Person auf Kosten seines äußeren Adam. Grau vor Augen lag. Und doch erinnerte ihn ein Etwas Aber unser Held besaß die kostbarste Perle menschlichen die Taschen, wie schon oft während der letten Stunden, fortwährend daran, daß es endlich Zeit sei, einen Ent- Strebens: er besaß wirklichen Muth, er besaß die Kühn- vergebens, er fand diese fünf Pfennige nicht, von denen schluß zu fassen, und dieses Etwas war das Knurren heit, ohne die geringsten materiellen Mittel den Kampf es möglicherweise abhing, ob er heute noch zu einem seines Magens. Gotthold Feierlich hatte Hunger. Er mit dem Dasein aufnehmen zu wollen, denn er nannte Nachtlager kommen sollte oder nicht. konnte sich nicht entsinnen, je eine ähnliche Leere in seinem einen kostbaren Talisman sein eigen, und das war der fortMagen verspürt zu haben, denn es war das erste Mal währende Gedanke an die letzten Worte seines Vaters: in seinem Leben, daß er einsam in einer großen Stadt Hilf Dir selber." stand, ohne Freund, ohne Heim und ohne Pfennig Geld, ohne eine liebende Seele, an die er sich in seiner Noth hätte wenden können. Das kleine Mädchen beobachtete jede seiner Bewegungen und sah ihn dann fragend mit so treuherzigen guten Augen an, daß Feierlich ordentlich von der Reinheit, welche aus ihnen leuchtete, gerührt wurde. Plößlich stand er vor einer Anschlagsäule und las ,, Sie haben wohl kein Geld zum Lesen? Dann einen großen, rothen Zettel: Zehn Mark Belohnung. Ein Portemonnaie mit werde ich ihnen fünf Pfennige leihen, und Sie geben sie Gotthold Feierlich war der Sohn eines armen Dorf- hundert Mark ist gestern Abend auf dem Wege vom mir nachher wieder zurück, nicht wahr? Dann merkt schulmeisters in der Uckermark, der vor drei Tagen sich Zentral- Theater bis nach der Burgstraße verloren worden. meine Mutter nichts davon." Feierlich war es auf ein=> mal, als müßte er seine Hände ausstrecken, um einen schweigend nach der Wand umdrehte, um den Ausspruch Abzugeben dort und gegen obige Belohnung." seines großen Lehrmeisters Pestalozzi zu bewahrheiten: Wie, wenn er dieses Portemonnaie zufällig fände? Segen über das blonde, unschuldige Kindeshaupt zu sprechen. ,, Der Tod ist ein Augenblick, der vorübergeht." Wie wäre ihm geholfen! Auf acht Tage wäre er der Aber er that es nicht, er hätte jezt nicht sprechen können, ohne mit seiner Stimme zu zittern. Sorgen ledig, und dann kommt Zeit, kommt Rath. Gotthold Feierlich wollte verdienen. Das war sein erster Gedanke, als er am frühen Morgen die Residenz betrat, in der er sich seinen Lebensunterhalt zu erringen hoffte. wurde. " Gotthold Feierlich beschloß also, auf die Suche zu Eine halbe Stunde später sehen wir ihn mit einem gehen. Aber wo war das Zentral- Theater, wo war die beschriebenen Zettel in der Hand auf die Entdeckungsreise Burgstraße? Schnell handeln war hier die Hauptsache. seiner nächsten Zukunft ausgehen. Die erste Stelle war Er mußte verdienen, das war eine natürliche Folge= ,, Können Sie mir wohl sagen, wo man nach dem die eines Bierabziehers. Als ihn aber der betreffende rung des Magenknurrens, das immer lauter und rebellischer Zentral- Theater kommt und von dort nach der Burgstraße?" Kellereibesiger mit vielfagendem Blick fragte, ob er schon fragte er einen Dienstmann, der in der Nähe einer Destil- Kohlrüben gepflanzt habe, machte er schweigend Kehrt, nicht ohne noch die Worte hinter seinem Rücken zu hören: Aus den geöffneten Kellerfenstern einer Speisewirth- lation stand. schaft zu seinen Füßen drang Bratengeruch zu ihm heraus ,, Der ist nicht von hier," dachte dieser und warf Der ist nicht von hier." Dann suchte er die nächste Adresse auf.„ Hier und rief eine heiße, stille Sehnsucht bei ihm hervor, dort einen mißtrauischen Blick auf das Packet unter Feierlich's unten im tiefen Grunde sein ganzes augenblickliches Leid Arm. Natürlich witterte er sofort einen Konkurrenten. werden Leichen besorgt," las er an der Thür unter dem bei einem guten Stück von einer Hammelkeule vergessen Die Folge davon war, daß er Gotthold Feierlich nach Namen, den er sich notirt hatte. Wie konnte man von zu machen. einem ganz falschen Theater wies und die Burgstraße, in Feierlich verlangen, daß er unter diesem„ besorgt" das D, Hammelbraten Gotthold hätte sein Leben deren Nähe sie sich gerade befanden, nach einem ganz Waschen und Anziehen von Todten zu verstehen habe. dafür gelassen! Und hier war er so billig Ein Schauer durchrieselte ihn daher und er ließ die Thür-die ganze entgegengesetzten Stadttheil verlegte. Portion nur vierzig Pfennige; wie große, rothe Zettel Die Brüder vom Lande kennt man," philosophirte klinke wieder los. Bei einem Advokaten wurde ein es besagten. Aber er hatte die vierzig Pfennig nicht, der der Mann mit der rothen Müße in seinen Bart hinein, Schreiber verlangt; als er aber, dort angelangt, die Feierlich einen geriebenen Blick nachsendend; sind hier Treppen vom Parterre bis zum zweiten Stockwerk von Arme! Wie unser Freund so dastand in seinem blauen, alt- faum warm jeworden in Berlin und schnappen einem lauter unheimlichen, verhungert aussehenden Gestalten fränkischen Gehrock, ein gelbes, geblümtes Tuch um den ileich det bisken Brot vor die Nase fort, der kann lange beseßt fand, gewann seine Bescheidenheit die Oberhand Hals, die Müße mit großem Schirm auf dem Kopf, sein suchen, haben's mit mir ebenso den ersten Tag jemacht. und ließ ihn den Vortritt Anderen nicht streitig machen. kleines Päckchen, das die geringen Habseligkeiten enthielt, Heute wieder nischt zu verdienen, macht Allens die ville So irrte er wohl ein paar Stunden umher, und überall, wo er hinkam, musterte man ihn von oben bis unten unter dem Arm, muß er einen gar kläglichen Eindruck Konferenz!" gemacht haben, der wohl im Stande war, die Lachmuskeln Mit diesem Konferenz" recte Konkurrenz meinte und vernahm sein Ohr die unheilschweren Worte:„ Der eines theilnamlosen Spötters in Bewegung zu setzen. er wahrscheinlich die vielen Destillationen, denn er stattete ist nicht von hier." Hungrig, elend und verzweifelt, sich seines Zieles Zwei halbwüchsige Burschen gingen soeben pfeifend, der nächsten sofort einen Besuch ab. die Hände in den Hosentaschen und mit ihren Stiefeln Gotthold Feierlich war auf dem Wege zum Zentral- nicht mehr recht bewußt, durchlief er die Straßen. Eine das Trottoir schlorrend, an ihm vorüber. Als sie ihn Theater, oder vielmehr, er kehrte demselben, Dank der Equipage kam dahergerollt, gerade als eine Frau aus erblickten, fingen sie wie auf Kommando an zu lachen. Menschenfreundlichkeit des Dienstmannes, den Rücken, als dem Volke mit einem kleinen Mädchen an der Hand kurz Du, der ist nicht von hier," begann der Eine, plötzlich ein nobler Herr, nachdem er ihn mit einem raschen vor den Pferden den Straßendamm passiren wollte. Ein lauter Schrei ertönte, die Mutter schreckte zurück, das Kind Feierlich von unten bis oben musternd. Blick gemustert hatte, auf ihn zutrat und ihn anredete: „ Hurrjeh, sieh' doch bloß die Müße an," fiel der Lieber Freund, können Sie mir vielleicht gegen die stolperte und fiel zu Boden. Ein Mann sprang plößlich hinzu; gerade als die Zweite ein, und den langen Hackenwärmer, der stammt kleine Vergütung von fünfzig Pfennigen einen kleinen noch vom„ ollen Frißen". Sie Männeken," fuhr er in Dienst erweisen, indem Sie diesen Brief dort drüben in Hufe der Pferde das Kind berühren wollten, zog er einem Tone fort, der so ehrbar klang, daß ein Tauber jenem Hause drei Treppen, bei Fräulein Werner ab- dasselbe zurück, die Räder packten ihn dabei und gingen über seine Brust. Die Menschen stauten sich, und Einige dem Sprecher die Fopperei von den Lippen abgelesen hätte, geben?" ,, wie sieht's denn jetzt eigentlich unter'm Mühlendamm aus, D, Feierlich, wie jubelte Dein Herz! Der erste Ver- beugten fich über- Gotthold Feierlich, der die Hand he? Was hat der Maier Levi für die Karrirten" ge dienst harrte jeßt seiner. Und zwar fünfzig Pfennig! Eine des kleinen Mädchens hielt und mit schwacher Stimme gedienst nommen? Die grüne Sturmhaube da auf Ihrem Kopf Angst befiel ihn plöglich, daß der Hammelbraten in jener hauchte:„ Die fünf Pfennige haben schlechte Zinsen gewir sind quitt, Gott segne habe ich noch gestern beim Samuel Schmuhl hängen sehen, Speisewirthschaft seinem Ende entgegengehen könne. Er bracht, Du kleines Mädchen Dich mir ist geholfen!" nachdem seine Katze lange genug drinnen gejungt hatte. stotterte etwas hervor, aus dem der Herr vor ihm sechsGotthold Feierlich hatte sein Ziel erreicht: der Tod Lassen Sie sich die oberste Etage abnehmen und eine Weste mal das Wort„ Dant" entnahm, und erklärte sich zu dem war sein erster Verdienst. Im nahen Hospital durchsah d'raus machen, dann behalten Sie noch immer soviel zu Dienst bereit. einem Paar Hosen, wenn Sie den Frack herausgeschnitten Nun gut, dann gehen Sie, ich werde hier auf Ant- man seine Papiere, die er bei sich trug, und als der Ärzt wort warten und inzwischen„ wechseln" gehen. Geben Sie das Aufnahmejournal zur Hand nahm und den Wärter Die Bengel lachten aufs Neue, ihrem Opfer die ganze mir Ihr Packet einstweilen, ich werde es so lange halten." nach Feierlich's Heimath fragte, bekam er die Antwort: Ueberlegenheit ihres Straßenwißes fühlen lassend. Feierlich flog auf Flügeln der Eilfertigkeit nach dem" Der ist nicht von hier." bezeichneten Hause hinüber und der noble Herr ging wechseln", das heißt, er verschwand mit Feierlich's ganzer abseligkeit um die nächste Straßenecke auf Nimmerwiedersehen. haben. " Lebenslauf eines Schmiedegesellen, wohnhaft z. 3. in Berlin, Blumenthalstr. 5. Gotthold Feierlich war starr vor Entseßen. So etwas von frechem Uebermuth war ihm noch nicht vorgekommen. Er wurde über und über roth, vermochte aber tein Wort hervorzubringen. Er sah, wie die beiden Rangen, wahrscheinlich in Folge seines Echweigens, fich einen beEine ganze Stunde lang stand Feierlich noch auf Ich, Heinrich Hugo Hoffmann, geboren am 17. Nodeutsamen Blick zuwarfen mit der Deutung ihrer Zeige- derselben Stelle des Trottoirs und harrte auf die Rückfinger nach einer bestimmten Stelle des Kopfes, von der kehr des Fremden. Als er nicht kam, ging er erleichtert" vember 1841 zu Weißenspring bei Frankfurt a. D., ging man sagt, daß der Verstand dort seinen Wohnsitz habe, in des Wortes wörtlichster Bedeutung die Straße weiter. von meinem 6. bis zu meinem 14. Jahre daselbst in die und hörte dann den einen Jungen zum andern noch Die Thränen standen ihm in den Augen, aber er schämte Schule, mußte aber, da mein Vater als Weber nicht so sich, irgend Jemandem etwas von seinem Unglück zu sagen. viel verdienen konnte, wie zur Ernährung unserer fünf sagen: Komm doch man, der hat Hunger und will nassauern. Wo sollte er auch wohl eine mitleidige Seele finden, er, Geschwister nothwendig war, schon von meinem 10. Jahre Jetzt zieht er den Bratenduft da aus dem Keller ein und der nur da zu sein schien, daß man ihn nach Herzenslust an in eine Wollspinnereifabrik gehen für den hohen Lohn von drei Pfennigen pro Stunde. Dahin ging ich von ißt' ne Dreierschrippe zu, dann ist er wieder fertig für foppen zu können glaubte! So kam er in eine Nebenstraße, in der in langen Morgens 5 bis 8 Uhr, dann ging's nach der Schule. heute. Die Brüder vom Lande muß man kennen." Sie faßten sich wieder unter und schlenderten ihres Reihen Menschen standen, die anscheinend auf etwas Kaum aus der Schule zu Hause, die Stulle in der Hand, mußte ich wieder nach der Fabrik und nun ging es bis Weges weiter, ihre alte Beschäftigung wieder aufnehmend, warteten. Auf was warten die Leute denn hier?" fragte Feier- Abends 8 auch 10 Uhr; ja, es war nicht selten, daß, das heißt: der Eine pfiff die Arie aus Martha" und der Andere den Fatinizamarsch, was so lange fortdauerte, lich einen Mann, der mit einem Anderen an einer Laterne wenn mal ein Transport schlechter Wolle angekommen war, ich bis des Nachts um 12 Uhr habe an der Maschine bis sie an der nächsten Straßenecke den umgestülpten stand und grimmig dreinschaute. Der ist nicht von hier," hörte er den Angeredeten fißen müssen und die Wolle anfeuchten, sonst konnten sie Birnenkorb einer Höferin bemerkten und sich sofort darüber hermachten, der Frau beim Einsammeln behilflich zu sein, gleich darauf halblaut dem Zweiten zuraunen, dann kehrten die Spinner nicht verarbeiten. Im Jahre 1856 wurde ich in Lossow, denn in Weißenspring war keine Kirche, wobei sie merkwürdiger Weise das meiſte Obst in ihren sie ihm den Rücken und ließen ihn stehen. Die Brüder vom Lande muß man kennen," vernahm mit aller kirchlichen Würde eingesegnet; den Katechismus weiten Taschen verschwinden ließen, bis sie zum Schluß sein Ohr noch von einem der Beiden; ,, die verderben bloß und die Bibelsprüche hatten sie mir ja genug eingepaukt, aber mit dem Andern war es nur schlecht bestellt. Im *) Mit Genehmigung des Verfassers aus dessen Sammlung: Berliner Stizzen" entnommen, die wir unsern Lesern auf das Sie ganzen Preise." Beste empfehlen. Feierlich sah ein kleines bildhübsches, armselig aber Juni desselben Jahres starb mein Vater. Nun wollte ich gerne das Schlossergewerbe lernen, konnte aber keinen Gaunergesellschaft in die Hände gefallen, denn die hatten beglänzten Triften, nach den Kähnen, die sich auf dem Meister bekommen, bei dem ich mich freilernen konnte, es von vornherein darauf abgesehen, mir meine sauer blauen Spiegel des See's herumtummeln. denn meine Mutter konnte mich nicht kleiden, die hatte ersparten Groschen sozusagen abzuschwindeln, denn in der mid Ist die sechsstündige Arbeitszeit vorüber, so folgt der selber nichts. Darauf wollte ich Schiffer werden, aber Zeit von einem halben Jahr war ich Alles wieder los. dreistündige Schulunterricht, womöglich in der Fabrikschule. das ließ mein Vormund wieder nicht zu, infolge dessen Da zog ich wieder nach der großen Hauptstadt Berlin, um Jezt soll die müde Aufmerksamkeit in der Geographieich noch bis 1858 in die Fabrik ging und meine Mutter mir meine Existenz wieder von Neuem zu gründen, denn stunde nach fernen Ländern schweifen, in der Geschichtsmit den paar Pfennigen unterstützte, denn ich bekam schon meine ganze Wirthschaft war zum Teufel gegangen. Erst stunde die Thaten vergangener Zeiten bewundern oder sich 6 Pfennige pro Stunde, weil ich aus der Schule war, arbeitete ich von 1872-1874 wieder auf mehreren Stellen im Rechnen üben. mußte aber auch selbständig die Maschine versehen. als Gefelle. Im Jahre 1874 kam ich nach der Pots- Ja, vor allen Dingen rechnen lernen, damit die Schließlich hatte ich aber doch gar keine Lust mehr, damerstraße 128-130 in's Fuhrgeschäft des Central- kleinen Köpfe genau dahinter kommen, was sie verdienen... in der Fabrik zu arbeiten. Ich ging deshalb nach Frank- Bazars für Fuhrwesen, vormals Gebrüder Loskow. Nach- Wieviel verdient denn ein solch armes Kind wöchentfurt und sah mich nochmals nach einem Meister um, fand dem ich dort bis vor Kurzem, also über 12 Jahre ge- lich? Wenn es hoch kommt, so sind es drei Mark auch dann richtig einen, der Mitleid mit mir hatte und arbeitet, sollte ich haben annehmen können, daß meine Drei Mark! Die Herrlichkeit der Jugend, so viel echter mir für eine fünfjährige Lehrzeit die Kleidung, Bett und Stelle auch für die Zukunft eine dauernde sein würde, Frohsinn, so viel herzige Freude kostet alles zusammen was sonst Alles dazu gehörte, versprach. Es war dieses aber ich habe mich sehr geirrt. Am Sonnabend, den wöchentlich nur drei Mark! aber nicht mal ein Schlosser, sondern ein Grobschmied, 10. September 1887, sagte mir der Buchhalter, Herr So die in Fabriken beschäftigten Kinder. Ihr nämlich Meister Dettmer in der Großen Scharnstraße. Schmidt, daß der Verwalter, Herr Krüger, ihm gesagt trauriges Loos ist insofern noch ein erträgliches, weil die Ich mußte aber auch schon Morgens um 4 Uhr raus hätte, daß meine Kündigung von heute ab anginge und Dauer ihrer täglichen Arbeitszeit vom Auge des Gesetzes und bis Abends 8 und 9 Uhr arbeiten, denn vor 9 durfte am 24. September 1887 abgelaufen sei. Auf Befragen überwacht wird. Aber weit schlimmer sind ihre Altersich nicht aus der Schmiede, ich wurde auch schon garnicht warum? wurde mir der Bescheid: Veränderungshalber! genossen daran, welche im Banne der Hausindustrie eher fertig, denn wir waren damals 5 Burschen und Darauf hatte ich bei der Königl. Eisenbahn- stehen, daheim in den engen, dumpfen Zimmern, kom10 Gesellen. Heute ist die Schmiede ganz eingegangen werkstatt der Anhalter Bahn angefragt, ob ich da mandirt von Leuten, über die eine Aufsicht nicht ausgeübt und eine Schlächterei darin. 1863 wurde ich glücklich vielleicht noch könnte ankommen, aber was wurde mir wird. D, es ist traurig, daß es Kindern, wenn sie, um Geselle, arbeitete aber noch bei meinem Lehrmeister bis da für Bescheid: ich sei schon 46 Jahre und über 40 Jahre der Noth der Eltern willen, in der eigenen Familie zu Februar 1864. dürfe Keiner mehr angenommen werden! arbeiten haben, viel trüber ergeht, wie in Fabriken! Ich habe versucht, meinen Lebenslauf in Kürze mit- Beim Verfertigen von Spielsachen, die später unter zutheilen. Mögen doch die Kollegen allerorts aus dieser dem strahlenden Christbaum andere Kinder in helles Enteinfachen Schilderung ersehen, was einem Schmiedegesellen, zücken bringen, beim Anstreichen kleiner Holzsoldaten, beim Nun ging es in die Fremde, es war gerade recht der alt geworden, bevorsteht. Ich hätte sollen sparen, Busammensetzen künstlicher Blumen, welche den Duft der viel Schnee gefallen, das hinderte mich aber nicht, ich ging sagen Manche; ja, gewiß, ich wäre auch gern ein Rentier Kinderfröhlichkeit rauben, heißt es: unermüdlich arbeiten. los. Mein Lehrmeister wollte mir noch Eins mit dem geworden. Wenn ich aber mit meinem verdienten Lohne Ja, arbeiten und arbeiten, während andere Kinder Besen geben, daß ich gerade während der Messe fort wollte, Miethe, Steuern, sowie alle Lebensbedürfnisse für mich sich im blinkendsten Sonnenschein ergehen, arbeiten und aber ich ließ mich nicht mehr halten. und meine Familie ich habe drei Kinderbestritten arbeiten, wenn draußen der Frühling lacht, arbeiten und Bei der Stellung zum Militär kam ich glücklicherweise zur Ersatzreserve, sonst hätte ich wahrhaftig von meiner Jugend garnichts gehabt. Ich arbeitete dann in mehreren Städten und Dörfern, hatte, dann war das Geld alle, es hat immer noch überall arbeiten, wenn der Winterfrost starrt, arbeiten und arbeiteu doch wollte ich gerne in's Ausland. 1865 arbeitete ich Etwas gefehlt, und doch, wenn Einer solide gewesen, so bis in die tiefe Nacht hinein, wenn Alles schläft.. in Burg beim Schmiedemeister Bruchmüller in der langen war ich's. Ein paar Nothpfennige haben noch nicht mal O, ihr Schlemmer, ihr Tagediebe, ihr Roue's, während Oberstraße. Dahin ließ ich mir einen Auslandspaß hingereicht, den Doktor zu bezahlen. Und nun? Sechs- ihr endlich eure seidenen Nachtmüßen auf die Glazköpfe schicken, wurde aber, während dieser Zeit an den Pocken undvierzig Jahre alt, ausgenußt und mürbe gedrückt und eure Lichter auspuftet, wachen Kinder, welche frank, welches mehrere Wochen dauerte. Meister Bruch- macht, hat mich das Kapital auf die Straße ge- Helden find! müller hat mich sehr unterstützt, daß ich nur bald wieder worfen. Kollegen, lernt von mir, wie es dem größten Ob angesichts so trüber Situationen nicht das vollsollte gesund werden. Nach meiner Genesung wollte ich Theil von Euch noch ergehen wird. Nur ein einziges ständige Aufhören der Kinderarbeit am Plaze wäre? wieder zu gern in's Ausland, mein Meister hatte aber Mittel giebt's dagegen: Wir müssen uns Alle mit Eine Masse lauter Stimmen sind dagegen. Vom Standso viel zu thun und bat mich, ich sollte noch bleiben. einander vereinigen. Nur dann ist auf Abhilfe zu punkt des nach Gewinn keuchenden Geschäftes aus meinen Ich hatte ja nun auch ein gutes Herz und blieb bis 1866 rechnen. Tretet zusammen, Mann für Mann zu einer fie, daß nur durch die billige Kinderarbeit der Konkurrenz zu Ostern noch bei ihm. Organisation und dann berathet und entschließt Euch, daß zu begegnen sei. Aber wenn es wahr ist, daß eine Ines anders werden soll. dustrie nur durch die Beihilfe der Kleinen konkurrenzfähig bleiben kann, ob es da nicht besser wäre, daß dieser Industriezweig ganz aufhörte, als daß man die Kinder schädigt, um den Industriezweig zu erhalten? Denn, wie fürzlich auch im Reichstage ausgeführt wurde ,,, eine um solchen Preis erhaltene Industrie kann unmöglich auf die Dauer dem Lande von Vortheil sein; die schlimmen Folgen Dann ließ ich mir wieder von meinen Kollegen zureden und ging nach Berlin, bekam da Arbeit und blieb figen bis 1869. Ich arbeitete damals beim Schmiedemeister und Hoflieferant Gustav Pietsch in der Behrenstraße. Als der Streik in Berlin 1869 losging, weil wir nicht mehr Kinderarbeit.*) Morgens um fünf, sondern erst um sechs Uhr anfangen Es ist ein großes, soziales Panorama des Elends wollten und ebenfalls die Sonntagsarbeit abgeschafft mit tausend düsteren, kaleidoskopartigen Bildern, mein werden sollte, da waren ja mehrere Meister, die das Leser, das sich bei Betrachtung dieses Themas vor deinen werden sich später unter allen Umständen zeigen.... Dann gleich bewilligten. Mein Meister hatte uns auch gleich Augen aufthut. Wenn du siehst, wie ein rauhes Schicksal wird gesagt, daß die Beibehaltung der Kinderarbeit nothdie 11 stündige Arbeitszeit bewilligt. Nun wurde aber über den Frühling knospender Jugend schwarzes Ungemach wendig sei im Interesse der Arbeiter selbst. Es wird anin der öffentlichen Versammlung beschlossen, es sollte bei verhängt dein ganzes Mitgefühl wallt auf, das zarteste geführt, das Kind müsse zu den Bedürfnissen der Familie sämmtlichen Meistern nochmals die Arbeit niedergelegt Gefaser deines Empfindens kommt in Erregung, und die werden, damit die Meister, welche eingewilligt hatten, die Entrüstung möchte sich bäumen. andern zwingen sollten, auch die 11 stündige Arbeitszeit Aber wir wollen nach dieser düsteren Gegend schärfer einzuführen. Wir trugen nun Plakate in sämmtliche blicken. beitragen. Wo das der Fall ist, wird damit weiter nichts bewiesen, als daß der erwachsene Arbeiter zu schlecht bezahlt ist. Eine gut entwickelte Industrie kann und muß den Arbeiter so bezahlen, daß die Kinderarbeit unnöthig erscheint." Der Kongreß der französischen Gewerkschaften. Schmiedewerkstellen, damit die Gesellen es alle wußten, Nichts Erhebenderes im Menschenleben als das Kindeswas beschlossen war. Da kam ich unter Anderm nach der alter, dieses Aufgehen einer Blume, dieses Duftathmen In Industriegegenden, welche keine Kinderarbeit kennen, Potsdamer Straße zum Schmiedemeister Vester. Wir einer frischen Seele! Wer von beiden rosiger prangt: ein verdient der Arbeiter nicht weniger, als in Orten, wo trafen da 14 Mann zusammen. Der Meister hatte an- Kinderfüßchen oder der junge Morgen, es läßt sich schwer auch die Kinder arbeiten müssen. Im Gegentheil, es sind geschrieben: Fremden Schmiedegesellen ist der Zutritt sagen. Kindergeplauder, Vogelgesangbeides dieselbe durchschnittlich im deutschen Reiche die Arbeitszustände nicht gestattet." Man konnte von zwei Höfen nach der Herzfassende Melodie. Nicht ein Busen würde im späteren nirgends elender als da, wo die Kinder mitarbeiten. Bude kommen. Zwei Mann gingen nun von hinten nach Leben in heller Begeisterung wogen, nicht ein Herz tief der Schmiede. Der Meister hatte gerade Mittagsruhe innig lieben, wenn nicht das nebellose Frühroth des Kindergehalten, und kam in voller Wuth mit einem Gewehr frühlings vorausgestrahlt hätte. Fanny Lewald hat nur auf uns los und drohte uns zu erschießen. Er hatte aber zu recht, wenn sie sagt: In der engsten Enge wissen zum Glück nicht geladen. Nun kam es zur Keilerei. Der die Kinder eine fie beglückende Welt hervorzuzaubern, von Meister schickte den Burschen nach der Polizei, die denn deren Schönheit sie oft noch spät im Leben träumen und Der Kongreß der französischen Gewerkschaften, welcher auch bald erschien. Wer nicht ausrücken konnte, wurde sprechen. Sie sind schöpferische Dichter, bis die unausgefeßte Ende Oktober( vom 23. bis 30.) in Montluçon getagt verhaftet und zur Wache gebracht. Ich war natürlich Berührung mit der Wirklichkeit die Schwingen ihrer hat, bedeutet eine weitere Etappe auf der Bahn zur Drauch einer von diesen Dummen. Es wurden acht Mann Phantasie erlahmen macht! Laßt sie träumen! denn ganiſation der französischen Arbeiter, während er zugleich festgenommen. Als nun überall hintelegraphirt war, ob sie sind selbst herrlich im Traume und weckt sie nicht ein Gradmesser dafür ist, wie die sozialistischen Ideen mehr unsere Wohnungen stimmten, da konnten wir gehen. Doch zu früh!" und mehr in das Proletariat eindringen. dauerte dieses von Nachmittags zwei bis Abends acht Uhr, Ja, weckt sie nicht zu früh! Der erste französische Gewerkschaftskongreß hat im bis wir' runter kamen. Aber was geschah da, der grüne Wenn sie nur nicht das rauhe Leben weckte! Wenn vorigen Jahre in Lyon stattgefunden. Obgleich damals Wagen stand da und wir wurden höflichst nach dem nur nicht das düstere Menschenloos seine Schatten wie Regierung und Bourgeoisie mit Geld und allen Arten von Moltenmarkt gefahren, wo wir uns drei und eine halbe Steinwürfe in das Jugendparadies schleuderte! Begünstigungen nicht knauferten( weshalb auch der Kongreß Woche besinnen konnten, ehe wir beim ordentlichen Richter Lenau beklagt einmal jene Kinder, welche inmitten so stark besucht war), um recht viele ,, vernünftige und gevorgeladen wurden. des Lenzes Blumen verkaufen müssen. Wie würde es dem mäßigte" Leute auf den Kongreß zu bringen und diesem Nach der Verhandlung wurden wir denselben Tag edlen Dichter das Herz zusammenschnüren, wenn er heutigen dadurch einen reaktionären Charakter zu verleihen, so hatte noch entlassen. Meine Sachen, Geld, Uhr und Schlüssel Tages so viele Kinder im zartesten Alter dem härtesten sich doch die Versammlung in den Kardinalfragen für den bekam ich erst sieben Monate nach meiner Untersuchungs- Kampf ums Dasein ausgefeßt sähe, wenn er beobachtete, modernen Sozialismus erklärt. haft in Frankfurt wieder zurück. Ich wanderte nämlich wie sie herumspringen im Dunst der Fabriken, im Räder- Diesmal aber, wenn auch die Kongreßbetheiligung wieder aus Berlin, da ich keine Arbeit bekam, so wie sausen der Maschinen, im Qualm der Dampfschlote!... nicht so stark war nicht so start war es waren zirka 200 Gewerkschaften unsere Forderung gestellt war. Ebenso machte es mein Hier gilt es, vor dem Walzwerk auf einen langen aus allen Theilen des Landes vertreten- trug der Geist, Kollege, mit dem ich zuſammen bei Meister Pietsch ge- Hebel zu drücken, damit die nackten, muskulösen Arme die Bestrebungen, welche die Delegirten belebten, ein noch arbeitet hatte. Wir gingen nun Beide los. Ich hatte eines Arbeiters eine weißglühende Eisenmasse mit einer entschiedeneres sozialistisches Gepräge, das in der Hauptgerade noch 12 Sgr. in der Tasche und mußte mich so 3ange auffangen können; dort heißt es, scharf Achtung resolution zum deutlichen Ausdruck gelangt, welche fordert: burchfechten. In Stettin bekam ich Arbeit beim Schmiede- geben, wenn bei den Hunderten von Spulen eines Web Expropriation der Kapitalisten und Sozialisirung meister Hesse, mein Kollege auf einem Dorfe bei Stettin. stuhls ein Faden reißt, damit er sofort wieder geknüpft der Produktionsmittel. Von Stettin machte ich nach Königsberg, und kam 1870 werde; drüben in der Druckerei müssen die kleinen Hände Die erste Frage, die zur Erörterung kam, bezog sich gleich nach Neujahr nach Frankfurt a. D., arbeitete da bis die Foliobogen in die Presse schieben. auf Bildung einer nationalen Föderation( VerOstern und ging dann wieder nach Berlin. Hier arbeitete Was blüht bei solchem stundenlangen Arbeiten nicht einigung) der französischen Gewerkschaften, ferner ich bis 1871 beim Hof- Schmiedemeister Siebert, Tauben- Alles in der Kinderseele! Wie mögen sich in dem kleinen auf eine nationale und internationale Organisation straße 8, und in der Schadowstraße 9 beim Schmiede- Gehirn die Gedanken zerseßen und wieder verketten! Wie der Arbeiter nach Gewerkschaften behufs ihrer gemeister Koch. Der verkaufte sein Grundstück, die Schmiede oft an schönen Sommertagen wird die Sehnsucht hinaus- meinsamen Aktion. Der Kongreß forderte die baldmögging ein und so kam es, daß, als ich mich jetzt verstreben nach dem Wipfelrauschen des Waldes, nach sonnen- lichste Errichtung von nationalen und internationalen VerHeirathet hatte, ich mir zureden ließ und wieder nach Frankfurt a. D. zog. Dort pachtete ich dem Ackerbürger Bollack und seinem Sohn, dem Schmiedemeister Pollack,*) Aus Karl Böttcher's: Sünden unserer Zeit. Der Verdie Schmiede ab. Da war ich aber einer richtigen faffer steht sonst auf einem gänzlich anderen Standpunkt wie wir. einigungen nach Gewerken, um dadurch die einzelnen Gewerkschaften aus ihrer jeßigen Ohnmacht zu reißen. Angesichts der heute in Bezug auf die Löhne und die Arbeitszeit herrschenden Ungleichheit, ist dies das einzige Mittel, die niedrigsten Löhne und die längste Arbeitszeit zu ver- prasins" und will den Kampf gegen dieselben mit allen in Afford gearbeitet, während bei den kleinen Meistern meist Zeithindern, welche in Folge der Konkurrenz zwischen den Fa- gesetzlichen Mitteln fortgesetzt wiffen. Dies wurde mit lohn gezahlt wird. Letterer beträgt, wenige besser bezahlte Stellen brikanten in allen Industriezweigen immer mehr die allge- 49 gegen 18 Stimmen beschlossen. Auf dem Kongresse meine Regel zu werden drohen. von 1885 sprachen sich nur 4 Stimmen zu Gunsten der Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die Be- Frauen aus, so daß ein gewisser Fortschritt ja immerhin dingungen für Befreiung der Arbeit und die sofort zu er- unverkennbar ist. greifenden Schuhmaßregeln für Arbeiter. Die diesbezüglichen Resolutionen des Kongresses lauten dahin, nisse entspricht. 2. Einen achtstündigen Normalarbeitstag. 3. Gleiche Löhne für beide Geschlechter. 4. Unentgeltlicher Unterhalt und Unterricht aller Kinder bis zum Eintritt in das produktive Leben durch Staat und Gemeinde. 5. Ueberwachung der Lehrlinge und Kinder durch eine von den Gewerkschaften gewählte Kommission. 6. Unterhalt der Invaliden, Kranken und Alten durch Staat und Gemeinde. 7. Verantwortlichkeit der Unternehmer bei in ihrem Dienste geschehenden Unglücksfällen. Umgegend Berlins ausgenommen, 20-21 Mart, oft genug kommt es jedoch vor, daß Leute gezwungen find, für 18 Mark zu arbeiten. Der Durchschnittslohn stellt sich jedoch noch bedeutend niedriger, wenn man bedenkt, daß in der flauen Zeit die Herren Prinzipale gleich mit Aussehen und Halbtagsarbeit bei der Hand find. Bei den Akkordarbeitern ist ganz dasselbe Verhältniß. Wenn dieselben auch hin und wieder 24-27 Mark verdienen, so kommen doch oft genug Wochen vor, wo faum 10-15 Mark verdient werden. Ja, es giebt sogar die Stückpreise kürzen. Nach beendigter Saison werden natürlich eine ganze Anzahl entlassen, die dann das zweifelhafte Glück genießen, verschiedene Wochen zu feiern. bestehen der heutigen Verhältnisse unser Geschäft in späteren Jahren nur noch vom weiblichen Geschlecht verrichtet wird. Nicht allein, daß die Knopfmacherarbeit, welche früher nur von Männern gemacht wurde, heute schon ganz in die Hände der Frauen übergegangen ist, nein, auch fangen die geriebensten der Fabrikanten schon an, die Stuhlarbeit( Weben von Franzen, Gimpen u. dgl.) von Mädchen verrichten zu lassen. Und hierbei sei bemerkt, daß diese Beschäftigung eine ganz gesundheitswidrige für die Mädchen ist; man ist nämlich bei Verrichtung derselben gezwungen, sich mit der Brust nach vorn anzulehnen. Kinder werden hier in Berlin in unserm Fach nicht beschäf= fabrikation zu Hause ist. daß die Arbeit nur dann von Sklaverei und Elend befreit eber die Lage der Ziegelarbeiter in der Arbeitgeber, welche, sobald über 24 Mart verdient wird, werden kann, wenn Arbeitsmittel und Rohstoffe( Werkzeuge, Maschinen, Eisenbahnen 2c.) aufhören, Monopol der befizenden Klasse zu sein und gemeinschaftliches Eigenthum schreibt man dem Vereinsblatt für Bauhandwerker" aus Daß dem Gehilfen vom Meister Kost und Logis gegeben wird, kommt nur in seltenen Fällen vor, auch daß Arbeiter die des ganzen Volkes werden. Zu diesem Zwecke fordert der Velten: Gewerkschaftskongreß alle französischen Arbeiter auf, in die Berlin braucht jährlich ungefähr 500 Millionen Aufträge bei sich zu Hause ausführen, ist nur in wenigen Fällen zu verzeichnen. Es giebt jedoch verschiedene sich selbständig nennende ,, korporative Föderation" einzutreten, um gemeinsam als Ziegelsteine, und einen guten Theil gebraucht noch die Individuen, welche sich Arbeit, die von Mädchen gemacht wird, von starke, ihrer Mission bewußte Arbeiterarmee die soziale Umgegend. Fast 80 pCt. dieser Summe liefern die nach verschiedenen Arbeitgebern zusammenholen, sich dann einige LehrUmgestaltung herbeizuführen, welche alle Produktionsmittel Hunderten zählenden Ziegeleien auf beiden Seiten der mädchen annehmen und von diesen die Arbeit machen lassen. Legtere vergesellschaften wird. unteren Havel von Potsdam bis Brandenburg, Palzow, werden dann natürlich sehr gering gelohnt. Im Allgemeinen ist im Möbelfach( Passementrie für ZimmerIn Erwartung dieser unvermeidlichen Umgestaltung Glindow, Werder, Kezin, Lehnir, dazu kommen die großen und Möbeldekoration) die Zahl der Großbetriebe überwiegend, empfiehlt der Kongreß als vorläufig unbedingt zu erstre- Biegeleien von Köpnick bis Storkow und Mittenwalde an während jedoch im Konfektionsfach( Passementrie für Damenmäntei bende Reformen folgende: der Dahme, Notte, Kienitz, Rüdersdorfer See, ferner die und-Kleider) die kleinen Betriebe mit feinem oder einem und zwel Gehilfen und den nöthigen Lehrlingen" am meisten vertreten 1. Einen Minimallohn, welcher dem Preise der Ziegeleien von Herzfelde und Rehfelde. Nun geht es an find. Grade was die letzteren anbetrifft, so haben wir in unserm für die Existenz der Arbeiter nothwendigen Lebensbedürf- die obere Havel nach Hernsdorf und Henningsdorf, wo Gewerbe ganz dieselben Mißstände, wie sie von anderen geschildert jährlich sechs Millionen Steine aller Art fabrizirt werden, wurden. Es giebt Werkstätten, wo die Anzahl der Lehrlinge in Velten, Birkenwerder, Oranienburg, Cremen, am Finow- gar feinem Verhältniß zu der Zahl der beschäftigten Gehilfen steht Kanal und Werbelliner See, Schöpfurth, Heyermühle, find namentlich die Herren Innungsmeister groß. und viele Prinzipale arbeiten überhaupt nur mit Lehrlingen; darin Johannesthal, Eberswalde, Hohenfinow. Dazu kommen Nun etwas über die Frauen arbeit. Man kann annehmen, die Ziegeleien in der an die Havel anstoßenden Elbmedung, daß im Baffementriegewerbe ungefähr 2500-3000 Frauen und welche die sogenannten Rathenower Steine liefern und Mädchen beschäftigt und wir möchten fast behaupten, daß bei Fortdann die weltbekannten Bellicken- Steine. Daran schließen sich die Ziegeleien auf den Braunkohlenthonlagern von Magdeburg nach Havelberg nur bis nach Wittenberg u. s. w. 3u 100 000 3iegeln gehören 10 Ziegler, die gewöhnlich zwei und zwei Mann zusammenarbeiten. Sie haben drei Ziegeleiarbeiter nöthig und dazu kommen dann die 8. Strenge Durchführung des Gesetzes von 1848, Abrüster, Plazarbeiter, Einräumer. Dann gehts nach dem welches die Zwischenunternehmer verbietet. Ofen. Es gehören zwei Einkarrer, ein Sezer, zwei AusWas die Frage einer internationalen Arbeits: farrer und ein Brenner zu jedem Ringofen. Die Arbeitsund Fabriksgesetzgebung, sowie den für nächstes zeit ist auf den meisten Ziegeleien eine außerordentlichtigt, dagegen aber um so mehr im Erzgebirge, wo die PosamentenJahr bestimmten internationalen Kongreß anbetrifft, so lange. Es wird in der Regel von drei Uhr früh bis beschließt der Kongreß: die Regierung der französischen Abends 9 Uhr mit kaum einstündiger Mittagszeit Folge Einführung der Mädchenstuhlarbeit fanden es einige Stollegen Republik aufzufordern, mit den übrigen Regierungen in gearbeitet und verdienen die Ziegler für den Tag 2,50 an der Zeit, Stellung zu nehmen und gründeten zu dem Zwecke im Verbindung zu treten, um eine internationale Arbeiter- bis 3 Mt. in 17stündiger Arbeitszeit. Es ist also vermehrten sich dieselben bald auf 100, welche 3ahl jedoch auch schutz-, resp. Fabrikgesetzgebung auszuarbeiten. Diese inter- wirklich an der Zeit, daß sich hier auch eine gewerkschaft- bisher nicht, wenigstens nicht in bedeutendem Maße überschritten wurde. Der erste Schritt, welchen der Verein unternahm, war die nationale Gesetzgebung soll bezwecken: Verbot der Arbeit liche Organisation bildet. von Kindern unter 14 Jahren, Beschränkung der Arbeit 18 Mt. ab Ziegelei abgegeben; die Ziegler erhalten in dem Stuhle beschäftigte. Leider war jedoch der Streik erfolglos, da Der Ziegelstein wird in gewöhnlichen Zeiten mit etwa Broklamirung eines partiellen Streits bei der Firma W. und G. Keßler, weil dieselbe namentlich viel schlechtbezahlte Mädchen auf Erwachsener auf 8 Stunden per Tag und Festsetzung eines Afford 1 Mf. auch wohl 1,15 Mt. bis 1,25 Mt. für für die Streikenden andere an deren Stelle traten, die entweder obligatorischen Ruhetages pro Woche, Verbot der Nachtarbeit, außer in gewissen zu bestimmenden Fällen, wo sie das Tausend. Wenn aber, wie bei jetziger Zeit, die von der modernen Produktionsweise unbedingt erfordert Ziegelpreise sehr viel höher stehen und das Tausend ab wird; Verbot gewisser Arbeitszweige, welche die Gesund- Ziegelei 36 Mt. im Durchschnitt bringt, dann sehen sich heit des Arbeiters schädigen; endlich Festsetzung eines inter- die Beſizer durchaus nicht veranlaßt, nun auch den Zieglern nationalen Minimallohnes, welcher für beide Geschlechter entsprechend zuzulegen. Die Brenner für den Ningofen, die jeder sieben Tage gleich sein muß. Der Kongreß erklärt ferner, daß jede Arbeiterorgani- oder sieben Nächte arbeiten, erhalten für die Woche in Der Kongreß erklärt ferner, daß jede Arbeiterorgani- Belten 19 Mt. 50 Pf., in Birkenwerder 15 Mt., in sation die Pflicht habe, sich an allen internationalen ArGera erscheinende Deutsche Manufakturarbeiterzeitung" als Fachbeiterkongressen zu betheiligen und fordert deshalb Auf- Henningsdorf 14 Mr. Die Arbeiter auf der Ziegelei in Velten erhalten den blatt anerkannt. hebung des Gesetzes von 1872 gegen die Interationale. Um nun auch die vom Verein abseits stehenden Kollegen auf Nach Erledigung der Tagesordnung und vor Schluß Spottlohn von 1 Mt. 75 Pf. für den langen Arbeits- den Verein aufmerksam zu machen, faßte die Lohnkommiſſion im des Kongresses sendet derfelbe den Arbeitern aller Länder, tag von Morgens 6 Uhr bis Abends 7 Uhr. Die vorigen Jahre den Entschluß, verschiedene öffentliche Versammlungen die für die Emanzipation des Proletariats kämpfen, feine Attienziegelei Birkenwerder ist noch etwas besser auf Divi- einzuberufen, wo über Lohnverhältnisse und dgl. diskutirt werden brüderlichen Grüße und versichert sie seiner Solidarität. dende bedacht, sie zahlt nur 1 Mt. 50 Pf. Dort kommen sollte. Hier hatten wir aber Gelegenheit, den hemmenden Einfluß Ueberzeugt davon," sagt der Beschluß, daß die soziale übrigens auf drei Arbeiter so ziemlich ein Meiſter als Frage eine internationale Frage ist und nur durch gegen- Treiber. Henningsdorf giebt 1 Mt. 60 Pf. Tagelohn. seitiges Einvernehmen und gemeinschaftliche Thätigkeit ge- Krankengeld wird 27 Pf. abgezogen! löst werden kann, protestiren die französischen GewerkAngesichts der oben angeführten Mißstände und speziell in Jahre 1883 den Fachverein. Im Anfang nur 20 Mitglieder, von auswärts kamen und die Verhältnisse nicht kannten oder solche, welche indifferent waren. Im weiteren Verlauf gründete dann nachdem sie ins Leben getreten, Gelegenheit, in einer größeren Fabrik, wo schlechte Affordpreise gezahlt wurden, energisch vorstellig zu werden, und wurde hier auch ein Erfolg erzielt, indem diese Preise um etwas aufgebessert wurden. Ferner ließ es sich der Verein angelegen sein, einen Arbeitsnachweis einzurichten, welcher bisher von Arbeitgebern sowohl, als auch von Arbeitnehmern ziemlich stark in Anspruch genommen wurde. Auch wurde die in der Verein eine Lohnkommission. Dieselbe fand auch, bald des Puttkamer'schen Streiferlasses auf die Gewerkschaftsbewegung kennen zu lernen, denn zwei von der Lohnkommission anberaumte Versammlungen wurden nicht genehmigt. Infolge deſſen war es dem Verein bisher auch nicht möglich, größere Erfolge zu erzielen. Erst in neueſter Zeit wieder wurde eine Versammlung des Fachvereins nicht genehmigt, in welcher der Schuhmachermstr. Mehner sprechen sollte und die leste wurde aufgelöst, weil ein Mitglied bieſen Umstand out web die leite wurde in seiner Rede erwähnte. Hinzugefügt fönnte schließlich noch werden, daß ein Versuch den Gesellen vereitelt wurde. der Innung, einen Gesellenausschuß wählen zu laſſen, von Kleine Mittheilungen. leber den ,, arbeiterfreundlichen Staatsbetrieb", wie Dabei ist es vorgekommen, daß in Velten eine schaften gegen die unter dem Vorwande des Patriotismus Wohnung für Arbeiter um 30 Mt. gesteigert worden ist. zwischen den Völkern genährten Spaltungen; sie denun- Auch sind die Lebensmittelpreise in Velten recht hoch. ziren laut den Rüstungswahnsinn, der sich der europäischen Ein Brod zu 9 Pfd. kostet 1 Mk., Rindfleisch, ziemlich Regierungen bemächtigt hat und brandmarken als eines schlechte Sorte, 60 Pf., besseres 75 Pf. das Pfund. Schweinefleisch mit Knochen 60 Pf., ohne Knochen 70 Pf. der größten Verbrechen den Krieg, den eben diese Regie- Hammelfleisch 50 bis 60 Bf. Stalbfleisch 50 bis 60 Pf. rungen vorbereiten und den mit allen Mitteln zu verHieraus mag man ersehen, welches Glück den Zieglern hindern, Pflicht der Arbeiterklassen ist." Wir fügen dieser Mittheilung eines Wiener Arbeiter- und Ziegeleiarbeitern erblüht. Es ist Hunger und Elend! blattes gleich bei, daß wie der„ Correspondent für Da wäre es wirklich an der Zeit, daß auch für die Ziegler wie der„, Correspondent für etwas geschieht, daß sie erwachen und sich vereinigen, Deutschlands Buchdrucker" nachträglich noch berichtet vom 14. bis 17. September der 4. französische Buch- um dieser trostlosen Lage abzuhelfen, soweit es geht. In er in Wirklichkeit ist, nicht wie ihn Staatssozialisten von der Richtung diesem Jahre sind die Ziegel in Berlin ganz kolossal hoch des Professors Ad. Wagner ausmalen, finden wir wiederum eine drucker kongreß in Paris tagte und sich hauptsächlich recht bezeichnende Mittheilung und zwar in der" Fränk. Tagespost". mit der Frauenfrage, der Erhöhung der Beiträge, der bezahlt, aber für die Arbeiter ist keine Verbesserung ein- Der Dienst und das Einkommen eines„ niederen Postbeamten" in Bayern wird da folgendermaßen geschildert: Nehmen wir einmal Gründung von Genossenschaftsbuchdruckereien und der Lehr- getreten, auch nicht die geringste. Wir bitten alle Ziegler und Ziegeleiarbeiter, die sich die Klasse der Packetfahrer, von denen so viele Leute meinen, lingsfrage beschäftigte, leider meist in noch recht rückstän- für die Verbesserung ihrer Lage erwärmen können, sich daß sie es doch eigentlich recht schön haben müßten, da ſie früher diger Weise. So war die Behandlung der Frauenfrage an C. Hennig, Ziegler, Belten, Karlstraße 10 zu den Fourgons" selbst gefahren werden. Der Dienſt eines solchen die Karren in der Stadt herumschieben mußten, während sie jetzt in eine durchaus einseitige. Die Redner der Minorität führten wenden. Man möge überall Vereine gründen. Es Angestellten beginnt Morgens 6 Uhr im Bahnhof mit der Ueberzwar aus, daß die Frage der Beschäftigung und der Kon- ist für alle Bauhandwerker, die auf Ziegeleien kommen, nahme; um 28 Uhr findet die Abfahrt von der Hauptpoſt ſtatt kurrenz der Frauen keine Frage eines besonderen Berufes, eine Pflicht, diese Sache im Auge zu hehalten und eine und es dauert dann der Beſtelldienſt in jetziger Zeit bis Mittags sondern eine soziale Frage sei, die nicht nur vom engen Aufklärung dieser armen, meistens etwas zurückgebliebenen Bureau und Umladedienst. Sodann zur Vermittelung der LokalBuchdruckerstandpunkt ins Auge gefaßt werden dürfe; daß Menschen zu versuchen. man auch nicht unter den heutigen Konkurrenzverhältnissen, geschweige denn für immer den Frauen ihr Recht auf eine selbständige Eristenz, auf volle wirthschaftliche Unabhängigkeit, nicht verkümmern dürfe; was man fordern könne, das wäre lediglich, daß sich die Frauen Die Bewegung der Posamentirer in Berlin. nicht als Konkurrenzwerkzeuge der Prinzipale gebrauchen A. A. Nach ungefähren Schäzungen beträgt die Zahl der in lassen, um uns, gegen geringere Bezahlung, in unseren Plätzen zu erseßen;" man schlug vor, die Frauen entweder Berlin beschäftigten Bosamentirer( Stublarbeiter, Knopfmacher und in die eristirenden Vereine als gleichberechtigte Mit- Schnurdreher) 4-500. Aus der Berliner Arbeiterbewegung. 122 Uhr. Dann„ Beidienst", Verbringung der Poststücke in's sendungen an sämmtliche Bestellbezirke, Abfahrt am Bahnhof um 1/24 Uhr bis Abends 6, auch 1/27 Uhr, je nach der Zahl der Sendungen. Hierauf Beginn des Nachtdienstes, bei welchem kein Betheiligter mehr daran denken kann, nach Hause zu kommen. Der Nachtdienst besteht darin, bei jedem Zug, welcher Postbeförderung für Lokal- oder Transitverkehr hat, das Aus- und Einladen zu besorgen, eine Beschäftigung, wie sie in uralter Zeit, als noch die Sklaverei bestand, auch nicht härter gewesen sein kann. Der Nachtdienst hört Morgens um 28 Uhr auf; dann wieder Abfahrt und Bestelldienst wie oben bis Abends 6, auch 1/27 Uhr. Die nädre Nacht ist frei". So geht es Jahr aus, Jahr ein, Sommer und Was die Arbeitszeit anbetrifft, so ist zu bemerken, daß in Winter, im Monat, einschließlich Nachtdienst, zweiundvierzig Dienstglieder aufzunehmen, sobald sie zum Tarif arbeiten oder der Mehrzahl der Werkstellen 10 stündige Arbeitszeit eingeführt ist, tage! Hierfür giebt es das" hohe" Salär von 73, mit Worten aber denselben bei Gründung von Frauenvereinen be- es sind jedoch auch Ausnahmen zu verzeichnen, wo noch 102 Stunden dreiundfiebenzig Reichsmark, macht pro Tag wirklich geleisteter Arbeit hilflich zu sein; anstatt die Setzerinnen mit allen Mitteln gearbeitet wird und wiederum auch solche, wo eine Arbeitszeit von eine Mark fünfzig Pfennig! Dabei wird den Leuten von Seiten 91/2 Stunden eingeführt ist. Ebenso gut wie mum in anderen Ge- der Vorgesetzten fortwährend das Bischen Trinkgeld vorgeworfen, zu bekämpfen, solle man sie für unsere Sache zu gewinnen werben erst eine 10ftündige Arbeitszeit angestrebt wird, würde für das sie von einzelnen Geschäftsleuten erhalten, während sie thatsuchen und den Prinzipalen zeigen, daß sie sich geirrt, als die Posamentirer eine Marimalarbeitszeit von 8-9 Stunden für fächlich auf dasselbe angewiesen sind, wenn sie nicht körperlich versie die Frauen als Konkurrentinnen in das Buchdruckge- die heutigen Verhältnisse durchaus genügen, denn leider giebt es kommen sollen. Der Gehalt ist zwar 1879 vom bayerischen Landwerbe warfen. Alle Konsequenzen der einzuschlagenden bei noch so flottem Geschäftsgang immer noch Arbeitslose genug tage auf 80 Mart festgesetzt worden; das Amt zieht aber dem und in der stillen Zeit in allerdings noch viel größerer Anzahl. Bestellboten 5 Mark ab gegenüber denjenigen, die im Bureaudienst Taktik wurden erwogen, indessen war alles umsonst; die Die Löhne sind sehr verschieden und werden im Allgemeinen verwendet werden, dazu kommen noch 2 Mark Krankengeld, so daß Mehrheit stellte die Frauen auf eine Stufe mit den ,, Sar- immer geringer. In den größeren Fabriken wird in der Regel also thatsächlich 73 Mark verbleiben. Dazu kommt noch die hohe Verantwortung des Boten. Von derselben hört man natürlich nicht| mir lieber, wenn Sie mich widerlegten. Ich bin sehr neugierig| Punkte des§ 1 ausführlich. Zum 2. Punkt der T.-O. wurde ein Antrag, Mitglieder des Vereins deutscher Schuhmacher ohne Eineher, als bis etwas fehlt, dann heißt es bloß: bezahlen, und wenn darauf, wie diese Widerlegegung ausfallen mag. es auch Hunderte von Mark ausmacht! Die freien" Tage sind Nun entsteht die Frage: wie soll dieser Zustand endigen? schreibegeld in den Verein aufzunehmen, angenommen. Alsdann auch mit der Laterne zu suchen. Sie bestehen in fünfzehn halben Immer wieder wird versichert, je stärker wir uns rüsten, desto wurde bekannt gemacht, daß am 1. Weihnachtsfeiertag ein VerSonntagen jährlich, jedesmal Nachmittags. Bei der deutschen sicherer ist der Friede. Ich sage das Gegentheil: Je mehr die gnügen stattfindet und Billets hierzu bei allen Vorstandsmitgliedern Reichspost soll dem Mann immer mindestens der dritte Sonntag Nationen gegenseitig rüsten, um so ferner ist der zu haben sind. Die nächste Versammlung soll am 12. Dezember freigegeben werden; wenn bei uns Einer den Sonntagmorgen frei- Friede. Für diese meine Anschauung habe ich eine Autorität, die stattfinden. bekommen will, muß er beim Amt darum nachsuchen und im Falle Sie gewiß auch als solche anerkennen werden. Ich erinnere an die Der Fachverein der Former und Berufsgenossen der Bewilligung 2 Mart 50 Pf. für Stellvertretung bezahlen! Worte des Grafen Moltke in der Sigung vom 4. Dezember 1886 hielt am 21. November in Krüger's Salon, Waſſerthorstraße 68, Trifft es sich einmal, daß man Familienverhältnisse halber den bei der Berathung der Vorlage der Verstärkung der Armee. Er eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Stollege Rörsten hielt Nachtdienst nicht machen kann, so sind gleichfalls 2 Mark 50 Pf. fagte damals:" Ganz Europa starrt in Waffen. Wir mögen uns einen interessanten Vortrag über das immense Steigen der Metallfür Stellvertretung zu entrichten. Zum Schluß noch ein Wort über nach rechts oder nach links wenden, sehen wir unsere Nachbaren in die„ guten Aussichten" zur Beförderung. Wenn der Mann nach voller Rüstung. Dies Alles drängt mit Nothwendigkeit auf eine preiſe. Redner führte an, daß dieſes Steigen wohl die brennendste Frage sei, da es auf den Former einen Druck ausübt, unter welchem allen Dimensionen ausgenügt ist, bringt er es nach 15-16 Jahren baldige Entscheidung hin." Auf dieser Bahn schreiten wir nun er pekuniär zu leiden hat. Das Kupfer, welches wir vom Ural, zum Bureaudienergehilfen. Das ist die höchste„ Charge", die er zu immer weiter. Dte Folge davon wird sein, unsere benachbarten von Schweden, Amerika, und Mannsfeld beziehen, ist besonders in erreichen pflegt. In seinem bisherigen Beruf ist er gewöhnlich Nationen werden uns auf derselben Bahn folgen; troz aller Frie- Folge der Choleraepidemie in Chile gestiegen, da das dortige Stupfer schon so heruntergekommen, daß er häufig krank wird und infolge densversicherungen werden die Dinge immer weiter gehen bis zum das beste ist, die Bergwerke dort sehr ergiebig sind und demnach dessen eine anderweitige Beförderung nicht mehr zu erwarten hat. Aeußersten. Eins aber möchte ich noch bemerken: Der nächste Strieg, Chile den Weltmarkt beherrscht. Die Epidemie wurde vor einigen Das sind die„ glänzenden Verhältnisse" und die„ guten Aussichten" der aus allen diesen Dingen hervorgehen wird, wird von einer Monaten von Indien nach Chile eingeschleppt. Anstatt durch ärztbei den Verkehrsanstalten! furchtbaren Heftigkeit sein, es wird ein Krieg sein, wie wir ihn noch liche Hülfe die Epidemie zu bekämpfen, griffen die Jesuiten zu dem nie erlebt haben. bekannten Mittel, dies für ein Gottesgericht zu erklären, welches Ueber die Sozialdemokratie in Sachsen und Bei allen diesen Verhältnissen sieht man immer deutlich das nur durch Prozessionen und Kaſteien zu mildern sei. Die Arbeiter die sächsischen Landtagswahlen schreibt man der„ Voss. Ztg.": Bestreben, die Lasten möglichst auf die Masse abzuwälzen. verließen in ihrer Angst die Bergwerke und folgten der Fahne der Ein interessantes Ergebniß liefert die Statistik der sächsi- Die Masse hat nicht nur die Blutssteuer in der Hauptsache zu leisten, Jesuiten. Da nun die Erze in den Gruben blieben, so kam wenig Es sondern auch die Gutssteuer. oder gar nichts auf den Markt und die Preise stiegen. Dasselbe schen Landtagswahlen für sämmtliche Wahlkreise. Troß aller dieser Belastungen stehen wir abermals einer be= stellt sich nämlich dabei heraus, daß, sofern man die Zahl deutenden Erhöhung der Getreidezölle gegenüber. Es wird paſſirte Ende der 70er Jahre durch den chilenisch- peruanischen Krieg ebenfalls. Redner äußerte zum Schluß: Man sollte dem Volke der Mandate im Verhältniß zu der Zahl der für die ja jetzt schon offen zugegeben, daß wenigstens diese neue Verdoppe- gesunde Anschaungen geben, so würden manchmal kleine Ursachen keine einzelnen Parteien abgegebenen Stimmen vertheilen lung der Steuer ausschließlich von den Getreidekonsumenten getragen so große Wirkung haben. Reicher Beifall lohnte den Redner. An wollte, alle Parteien und vornehmlich die Konservativen werde, und wenn ich mich nur auf dieses eine Zugeständniß beziehe, der Diskussion nahmen mehrere Stollegen theil, welche sich im Sinne dann ist die der arbeitenden Bevölkerung zugemuthete Belastung des Herrn Körsten aussprachen. Zum Punkt: Verschiednes referirte eine nicht unbeträchtliche Einbuße zu Gunsten der So doch so bedeutend, daß man in der That nicht begreifen Stollege Stein als Komiteemitglied über unser Stiftungsfest, welches zialdemokraten erleiden müßten, und daß die Zahl kann, wie eine Regierung, die seit Jahren versichert, am 17. März 1888 in den früheren Buggenhagen'schen Sälen am der letzteren alsdann von 5 auf 16 steigen würde. Von daß sie auf das Wohl der arbeitenden Klassen bedacht Morigplay stattfindet. Ferner sprach Kollege Behrnd über den den 80 Landtagswahlkreisen Sachsens haben 24 im Jahre sei, eine solche Vorlage bringen kann. Ich erinnere Sie an Arbeitsnachweis und fordert die Kollegen auf, Mann für Mann eine Rechnung, die ein früheres Mitglied des Reichstags, Herr von mitzuwirken an der großen Aufgabe, welche der Verein sich gestellt 1883, 27 im Jahre 1885 und 29 in diesem Jahre zum Minnigerode, seiner Zeit aufstellte. Danach giebt ein Zentner Korn hat. Nach Beantwortung mehrerer Fragen schloß der Vorsitzende letzten Male gewählt, und zwar sind bei diesen Wahlen exkl. Kleie 63 Pfund Mehl und hieraus bäckt der Bäcker 90 Pfund die Versammlung. in Hunderten abgerundet insgesammt 160 800 Stimmen Brod. Nun wird Niemand bestreiten, daß die Brodration, welche - Eine große öffentliche Schuhmacher- Versammabgegeben worden, während bei der letzten Reichstagswahl der Gefangene und der Soldat bekommt, täglich mindestens 1/2 Pfund Brod betragen muß, daß also auch diese Summe jeder Mensch mit bei einer Wahlbetheiligung von etwa 79 pet. 519 358 gutem Appetit verbraucht, der sonst kein besonderes Nahrungsmittel lung findet am Montag, den 5. Dezember, im Luisenstädtischen Wähler von ihrem Wahlrechte Gebrauch gemacht haben. zur Verfügung hat. Ein solcher täglicher Brodbedarf ergiebt pro Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, statt. Der wichtigen Tagesordnung Nimmt man nun an, daß die Wahlbetheiligung bei den Jahr 52 Zentner, und wenn wir rechnen, daß auch die neue Er- halber ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in derselben zu erscheinen. Fachverein der Buchbinder und verwandter höhung des Zolles auf das Brod geschlagen wird, so hat der ArLandtagswahlen durchschnittlich 40 pCt. betragen habe beiter 71/2 Mark allein an Steuer für das Brod zu zahlen. Bei Berufsgenossen( Verbandsverein). Sonnabend, 3. Dezember, diesmal betrug sie bei sehr reger Betheiligung etwa 46 pСt. einer Familie von nur vier Stöpfen, wie sie in einer großen Zahl Abends 8½ Uhr, Versammlung im Reſtaurant Reyer, Alte so würden den 656 214 Wahlberechtigten zum Reichstage von Fällen vorkommt, würde die jährliche Steuer des Arbei- Jakobstraße 83. Tagesordnung: 1. Ueber Legitimationswesen der etwa 402 000 Wahlberechtigte zum Landtage gegenüber- ters allein für Brod demnach 30 Mart betragen bei einem Arbeitsbücher. 2. Antrag des Vorstandes, das Stiftungsfest bestehen. Von jenen 160 800 Stimmen, welche bei den Einkommen, das in vielen Fällen nicht über 500 oder 600, in den treffend. 3. Antrag auf Gewährung einer Entschädigung des Besuch bittet der Vorstand. Gäste willkommen. Landtagswahlen abgegeben wurden, entfallen in runder meisten Fällen nicht über 700 Mart geht. Ich denke denn doch, Kassirers. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um recht zahlreichen daß das ein Schritt ist, den Sie sich sehr überlegen müssen. - Versammlung des Verbandes deutscher ZimmerSumme 77 500 oder 48,2 pt. auf die konservative, Für diese Abwälzung der Lasten auf die ärmere Bevölkerung 22 300 oder 13,9 pCt. auf die nationalliberale, 28 000 will man dieser das Geschenk der Alters- und Invaliden- leute. Lokalverband Berlin Moabit. Montag, den 5. Dezember, oder 17,4 pCt. auf die erfortschrittliche und freisinnige persicherung geben. Ja, wenn die Invalidenversicherung, so wie Abends 8/2 Uhr, im Lokal Stromstr. 28. Tagesordnung: 1. PrakVerband deutscher Zimmerleute.( Lokalverband und 33 000 oder 20,5 pet. auf die sozialdemokratische fie in ihren Grundzügen uns vorliegt, durchgeführt wird, dann hat tisch gewerblicher Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. der Arbeiter im Falle der vollständigen Arbeitsunfähigkeit das, was Partei. Hinsichtlich der erfortschrittlichen und der freier jest von der Gemeinde erhält, in vielen Fällen erhält er Berlin Nord) Mittwoch, den 7. d. M., Abends 8 Uhr, in Zimmermann's Restaurant, Cöslinerstr. 17, Versammlung. Tagesordnung: sinnigen Stimmen läßt sich zur Zeit eine Trennung noch jest mehr; und wer trägt die Opfer dieser ersicherung 1. Wie feiert der Lokalverband Berlin Nord ſein 2. Stiftungsfeſt? in Wahrheit? Nur der Arbeiter allein. Allerdings heißt nicht ermöglichen. Demnach müßten bei einer der obigenes, er soll nur ein Drittel bezahlen, während das zweite Drittel 2. Die Kaffenverhältnisse des Lokalverbandes. 3. Verschiedenes. Stimmenzahl proportionalen Vertheilung der Mandate das Reich und das dritte Drittel der Unternehmer geben soll. Wir 4. Fragekasten. Fachverein der Puzzer. Sonntag, den 4. Dezember, den Konservativen 39 zufallen, während dieselben that- wissen aber, daß das zweite Drittel in Wirklichkeit der Arbeiter sächlich über 46 verfügen. Die Nationalliberalen würden allein zahlt, denn was das Reich giebt, hat er an indirekten Steuern Vorm. 11 Uhr, im Lokale des Herrn Scheffer, Inselstr. 10, Mitstatt 12 nur 11; die Exfortschrittler und Freifinnigen statt zehn Mal bezahlen müssen. Sie geben aus der linken Reichstasche glieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorlesung und Gesammtnur das, was in die rechte Reichstasche zehn Mal hineingekommen Abstimmung über das revidirte Statut. 2. Wahl zur Ergänzung 17 mur 14, die Sozialdemokraten aber statt 5 nicht ist. Auch das letzte Drittel, welches der Unternehmer tragen soll, des Vergnügungs- Komitees zum Maskenball. 3. Sonſtige Vereinsweniger als 16 Mandate erhalten. Wie erheblich kommt in Wirklichkeit vom Arbeiter, denn erst aus dem Arbeits- angelegenheiten und Fragefaſten. Um recht zahlreiche und pünktliche übrigens gerade die Sozialdemokraten von dem 3 Mark- ertrage der Arbeiter hat der Unternehmer sein Einkommen. In Betheiligung ersucht der Vorstand. Zensus betroffen werden, geht daraus hervor, daß dieselben dieser Form ſtellt sich dem Arbeiter bereits die ganze soziale Reform vor. Ein jeder weiß ja, wie ein Unternehmer in der Lage ist, dem sogar bei der letzten Reichstagswahl, wo die Verhältnisse Arbeiter indirekt doppelt das abzunehmen, was er direkt von Staatsbesonders ungünstig für dieselben lagen, über 29 pCt. der wegen für ihn zahlen muß. Wenn wir also einen Zweifel hätten, Fachverein der Rohrleger. Sonntag, den 4. d. M., abgegebenen Stimmen verfügten, während dieser Prozent- so brauchen wir nur die Haltung der rheinisch- westfälischen Großindustriellen zu beobachten, welche daran sind, die freien Hilfskaffen, Vormittags 10 Uhr, bei Nieft, Kommandantenstraße 71-72, Versatz bei den Landtagswahlen nur 20,5 beträgt. obgleich sie zu deren Unterhalt nicht das mindeste beizutragen haben, sammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Neckner über als sozialdemokratische Einrichtungen zu denunziren und zu Grunde Dampf- Niederdruck- Heizung, System Nahrun u. Petsch. 2. AbAus der Rede des Abg. Bebel zum Etat. zu richten, weil sie eben wollen, daß die ganze Organisation rechnung von der Landpartie und vom Wintervergnügen. 3. Verder Sozialreform in die Hände der Unternehmer kommt schiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. und zu einem wesentlichen Unterdrückungsmittel der Freiheit durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Der Arbeitsnachweis Abg. Bebel( Soz.): Die Kritik, welche der freisinnige der Arbeiter wird. Dieses Gefühl herrscht in den weitesten Streisen befindet sich Dresdenerstr. 48 bei Herrn Genrich. Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Abg. Rickert gestern an dem Etat übte, betraf im Wesentlichen nur der Arbeiter über die ganze Sozialreform. Hand in Hand damit Kleine Etatposten, und wenn alle seine Einwendungen berück- gehen die Maßregeln auf dem Gebiete des Fach vereinswesens, Versammlung am Sonntag, den 4. Dezember, Vormittags 10% Uhr, sichtigt würden, so würde der Etat kaum wesentlich verändert werden. Die Auflösung, die Streikerlasse, welche dem Arbeiter die Oranienstr. 51 bei Preuß. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der MetallSeine Haltung ist auch zu verstehen aus der ganzen Stellung, die Erlangung von Lohnerhöhungen unmöglich machen. Im selben er und seine Partei im Hause und im Lande einnimmt, meine Freunde Augenblicke, wo Sie daran sind, die Krönung des Gebäudes durch arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 4. Sonnabend, und ich stehen aber auf einem anderen Standpunkte. Wir haben die Reichsinvalidenversicherung vorzunehmen, kommen Sie nicht blos den 3. d. M., Abends 8½ Uhr, im Reſtaurant Matthies, Andreasvon jeher das ganze hier verfolgte System auf das Entschie- mit Erneuerung, nein mit Verlängerung und Verschärfung straße 26, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. denste bekämpft, vor allen Dingen soweit es den Militäretat be- des Sozialiste ngesezes. Das ist die offizielle Bankerotter- 2. Neuwahl der gesammten Ortsverwaltung für das Jahr 1888. 3. Fortsetzung der Statutenberathung. 4. Verschiedenes. trifft. Derselbe hat in einem Zeitraum von 4 Jahren eine Steigerung flärung der ganzen Reformgefeßgebung. Allgemeine Kranken- und Sterbefasse der MetallVor sieben Jahren noch schrieb die„ Norddeutsche Allgemeine um 8 pCt., der Marineetat in derselben Zeit um 35 pCt. erfahren. Sonntag, Bei dem Pensionsfonds findet sich eine Steigerung der Ausgaben Zeitung", wenn die Invalidenversicherung als Strömung des Ge- arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin II. um 42 pCt. Während vor 12 Jahren das deutsche Reich keine bäudes da sein werde, dann sei die Zeit gekommen, das Sozialisten- den 4. Dezember, Vormittags 10% Uhr, Mitgliederversammlung Schulden besaß, ist die Schuldenlast jetzt bereits sehr erheblich gesez aufzuheben. Das Gegentheil ist eingetroffen. Nun, wir sind bei Deigmüller, Alte Jakobstraße 48 a. Tagesordnung: 1. Kassenangewachsen. 1874 wurde durch das erste Septennat der Militär- bis heute damit fertig geworden und werden auch fünftig damit bericht, 2. Vorstandswahl, 3. Verschiedenes. Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins sämmtetat auf 401 000 Mann festgesezt. 1880 auf 426 000 Mann, im fertig werden. Sie arbeiten in einer Weise auf den Umsturz der Laufe des letzten Jahres auf 467 000 Mann. Durch das Land- bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung hin, daß uns eigentlicher Berufsklassen. Berlin III. Sonnabend, den 3. d. M., sturmgesetz von 1875 erhielt die Reichsregierung Vollmacht, ge- lich auf diesem Gebiete nichts mehr übrig bleibt( sehr wahr! bei Abends 8/2 Uhr, Brunnenſtr. 38 bei Schmidt, Mitgliederversammgebenen Falls auch die Landsturmmannschaften unter gewissen Be- den Sozialdemokraten), und wir unsererseits geben unser Wort, wir lung. Tagesordnung: Wahl der Delegirten zur GeneralversammSingungen in die reguläre Armee einzufügen. Dann tam im Jahre werden diese Maßregeln in genügendem Maße auszubeuten wiffen. lung. Beitrittserklärungen werden in der Versammlung sowie in 1881 die bekannte Vorlage über die Ausbildung der Reservemann- unzufriedenheit herrscht bereits an allen Ecken und Enden angesichts seiner Wohnung vom Kassirer H. Rudolph, Koloniestr. 150a, entschaften erster Klasse, die wiederum eine wesentliche Verstärkung der dieser Zustände, und die Unzufriedenheit wird bleiben und wachsen, gegengenommen. militärischen Kräfte bewirkte, und endlich wird uns, nachdem alle mögen Sie auch noch zu ganz anderen außerordentlichen Maßdiese verschiedenen Bewilligungen ausgesprochen worden sind und nahmen in der inneren und äußeren Politik greifen. nachdem von Jahr zu Jahr eine Steigerung der militärischen Wir werden unserer Stellungnahme zu dem gegenwärtigen Rüstungen vorgenommen wurde, diesmal in der Thronrede ver- System dadurch Ausdruck geben, daß wir gegen den Etat stimmen fündigt, daß abermals ein Gesezentwurf eingebracht werden soll, der werden.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) wahrscheinlich eine neue Organisation der Landwehr und des LandSturms im Sinne einer neuen Verstärkung der Armee herbeiführen wird. Nach den offiziösen Blättern soll diese neue Vorlage zunächst keine bedeutende finanzielle Belastung mit sich bringen; das steht Verein der Sattler und Fachgenossen. Sonnabend, aber doch fest, daß im Falle eines Krieges die Blutsteuer wiederum den 3. Dezember, Abends 82 Uhr, in den Arminhallen, Kommanbedeutend vermehrt wird. Und das alles in einem Augenblicke, wo man uns wiederum versichert, daß man mit den benachbarten Den Maurern Berlins zur Nachricht, daß das Statut dantenſtr. 20, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Staaten auf freundschaftlichstem Fuße stehe, daß Bündnisse mit des Vereins zur Unterstützung erkrankter und verunglückter Maurer Heymann über: Bau- und Buchdruckerkunst". 2. Diskussion und anderen Nationen hergestellt werden konnten, die eben für den Kriegs- Berlins die staatliche Genehmigung erhalten hat. Zweck des neuen Fragekasten. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht fall ihre eigene Macht der deutschen zur Verfügung stellten und eine Vereins ist, erkrankte und verunglückte Mitglieder, bezw. deren der Vorstand. - Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, Angriffspolitik der uns feindlichen Staaten unmöglich machen. Familien nach Kräften zu unterstüßen, sowie durch Belehrung über Ich glaube, es ist da angebracht, nach der eigentlichen die Entstehung und Verhütung von Krankheitsfällen das Wohl der den 4. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Vogtherr Ursache einmal zu fragen, die uns seit 1877 in diese stete Kriegs- Mitglieder zu fördern. Mitglied kann jeder in Berlin wohnende, über„ Die Begriffe des Lebensglücks." Damen und Herren als gefahr gebracht hat. Es ist das die Annexion von Elsaß- Lothringen im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindliche Maurer werden. Gäste willkommen. Die Gemeinde veranstaltet am 11. Dezember ( Oho!), die Frankreich nicht vergessen kann und nicht vergessen wird, Das Eintrittsgeld beträgt 30 Pf., der monatliche Beitrag 20 Pf. einen Bazar. Geeignete Gegenstände zum Verkauf wie auch Geld und die uns andererseits auch Rußland gegenüber in eine ganz be- Die Höhe der zu zahlenden Unterstüßung, welche von der zweiten nehmen die Vorstandsmitglieder entgegen. denkliche Situation gebracht hat. Als ich im Jahre 1871 im ersten Woche der Erkrankung ab gezahlt wird, wird von der Mitgliederdeutschen Reichstage auf diese Situation hinzuweisen mir erlaubte versammlung bestimmt, darf jedoch die Höhe von 6 Mark pro Woche Wir erhalten folgende Zuschrift mit der Bitte um Aufnahme: und auf die Folgen hinwies, die nothwendig daraus hervorgehen nicht übersteigen. Ueber die Dauer der Unterstüßung soll ebenfalls Der Aufruf für die Stadtverordnetenwahl im Berliner Volksmüßten, und die uns damals bestimmten, gegen die Annerion von die Mitgliederversammlung Beschluß fassen. Elsaß- Lothringen als einen großen politischen Fehler uns auszu- Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Schuh- blatt" enthielt auch meine Unterschrift. Ich erkläre hiermit, daß sprechen, da hat man uns als unreife Politiker verlacht, die keine macher und verw. Berufsgenossen tagte am Montag, den 28. v. M., man mich um die Erlaubniß meiner Unterschrift gar nicht ersucht Einsicht in das Wesen der Dinge hätten, und heute sehen wir nun, in Mundt's Lokal, Köpnickerstr. 100. Auf der Tagesordnung stand hat und daß ich auch, selbst wenn letzteres geschehen sein würde, Die meinen Namen für jenen Aufruf nicht hergegeben hätte. daß die Annerion von Elsaß- Lothringen allein die ganze politische 1. Statuten- Erörterung. 2. Verschiedenes. 3. Fragekaften. Hans Fischer, Admiralstr. 38. Lage Europas beherrscht( Lachen rechts). Sie lachen! Es wäre Kollegen Klinger, Baginski und Krause besprachen die einzelnen Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. ( Mittwoch, den 30. November 1887.) Vereine und Versammlungen. Verein der Parquetboden leger Berlins. Sonntag, den 4. Dezember, Abends 6 Uhr, gemüthliche Zusammenkunft im Vereinslokal, Mauerstraße 86. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Das Vergnügungsfomitee. Gäste Kranken- und Begräbnißkasse der Bau- und Fabrikarbeiter Berlins.( E. H. 13.) Außerordentliche Generalversammlung der Mitglieder am Sonntag, den 4. Dezember, Vormittag 10% Uhr, im Lokale des Herrn Saeger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: Vorstandswahl. Das Quittungsbuch legitimirt. Sanitäts- Verein für Arbeiter beiderlei Geschlechts( E. H. 85) zu Berlin. Der Statuten- Nachtrag ist von der Aufsichtsbehörde genehmigt und ist derselbe am 1. Dez. a. cr. in Kraft getreten. J. A.: P. Hundt, Vorsitzender.