Berliner Volks- Tribüne " Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh.- Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Bfg.( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 837 b des 16. Nachtrages Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. № 19. Versammlungen. Juhalt: Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Bfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 10. Dezember 1887. Einzelne Nummer 15 Pfg. zur Zeitungspreisliste.) Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. L. Jahrgang. nen Gewerbe durchaus nothwendig wäre, nicht gelten, auch der überall herrschenden Konkurrenzjagd und dem daraus gewährt sie der Willkür der einzelnen Regierungen wie reſultirenden Druck der Preise sucht jeder seinem Konder einzelnen Unternehmer den weitesten Spielraum, und furrenten durch immer billigere Waarenpreise zuvorzuBebel über die Sonntagsarbeit in Deutsch: so braucht man sich nicht zu wundern, daß das Drängen kommen, und das einfachste und nächstliegendste Mittel land. Frauen und Kinderarbeit in den nach gleichmäßiger gesetzlicher Regelung im Sinne eines dazu ist die immer maßlosere Ausnußung der ArbeitsVereinigten Staaten.- Sozialistische Sekten möglichst umfänglichen Verbots der gewerblichen Sonntags- kräfte durch Verlängerung des Arbeitstags, durch Einin Frankreich. Die Regierung und das arbeit in den Arbeiterkreisen immer stärker wurde. Koalitionsrecht. Aus dem Reichstage. führung von Ueberstunden, Nachtarbeit, Sonntagsarbeit. ,, Hierfür macht sich noch ein anderer sehr wichtiger Wer diese Ausbeutung am gewissenlosesten betreibt, erlangt Der Vaterlose. Novelle.- Die Ausschrei- Grund geltend. Die zunehmende Verschärfung des über den gewissenhaften, humanen Unternehmer schließlich tungen des Großgrundbesitzes. Bemerkun- Konkurrenzkampfes der Unternehmerklasse unter sich, den Sieg, wenn dieser sich nicht entschließt, die ihm noch gen zu den Grundzügen der Altersversiche und namentlich seitdem die deutsche Industrie in erheblichem so widerwärtigen Praktiken gleichfalls nachzuahmen. Er rung. Eine Entscheidung der Reichskom- und stets wachsendem Umfange für den Export produzirt, mag also wollen oder nicht, er muß dem Strome folgen, mission. läßt einer großen Zahl von Unternehmern die Aus- und so wird, was Anfangs Ausnahme war, in kurzer Die Präsidentschaftswahl in Frankreich. dehnung der Arbeitszeit auf die Nächte und die Zeit Regel, aber ohne daß dadurch die Chancen der Kleine Mittheilungen. Vereine und Sonn- und Festtage als das geeignetste Mittel er- Unternehmer sich nur im Geringsten verbesserten. Das scheinen, den Konkurrenzkampf um so leichter zu bestehen. Gegentheil tritt ein, sie verschlechtern sich. Die UeberproDie Betriebskosten werden dadurch sehr wenig gesteigert, duktion wird nunmehr noch größer, die Preise sinken noch fie vertheilen sich aber auf ein bedeutend größeres Produkt, mehr, und so hat alle Berechnung der Unternehmer ein Die Sonntagsarbeit und die Gesetzgebung und diese Arbeitsweise gestattet die Ausnutzung der Ma- Loch. Die Arbeiter aber sind am schlimmsten daran, sie schinerie und der technischen Hilfsmittel bis zur äußersten werden bis auf's Aeußerste ausgenugt, ihr Lohn sinkt immer in Deutschland. Grenze. Greift die Gesetzgebung nicht ein und gebietet sie mehr. Was fie früher in sechs Tagen verdienten, verIn der Session 1884-85 beschäftigten den Reichs- nicht der wilden Konkurrenzjagd und dem Ausbeutungs- dienen sie jetzt nicht einmal in sieben. Sind sie Haustag eine Reihe von Anträgen zur Arbeiterschußgese zeifer der Unternehmerklasse ein Halt, so wird in furzer industrie- Arbeiter und können sie auch noch Weib und gebung. Zentrum, Konservative, Nationalliberale und Beit auch der Sonntag als regelmäßiger siebenter Kind sieben Tage statt sechs anspannen, um so schlimmer. Sozialdemokraten hatten je nach ihrer Eigenart Stellung Arbeitstag in der Woche figuriren und die Lohnver- Der Lohn sinkt nur um so tiefer. Daher die Erscheinung, zu der Ausbildung der Fabrikgeseße genommen, und ihre hältnisse werden sich so gestalten, daß die Arbeiter in daß in allen Gewerben und Industrien ohne Ausnahme, Anträge lagen zu Anfang des Jahres 1885 einer eigens als jetzt in sechs. Die Thatsache, daß in allen Gewerben Kinder- und Frauenarbeit die stärkste ist, die Löhne am Anträge lagen zu Anfang des Jahres 1885 einer eigensieben Tagen anstrengender Arbeit nicht mehr verdienen wo die Arbeitszeit am längsten, die Anspannung der dazu erwählten Kommission vor. Diese kam nur dazu, Diese kam nur dazu, sich mit der Frage der Sonntagsarbeit abzugeben; der und Induſtrien mit regelmäßiger oder häufig vorkommen- allertiefsten stehen. Die Verlängerung des Arbeitstags, die Gesetzentwurf, den sie als Endergebniß ihrer Berathungen der Sonntagsarbeit die Löhne durchschnittlich eher niedriger Verstärkung der Ausbeutung der Arbeitskraft, steigert vor das Haus brachte, gelangte erst am 9. Mai 1885 als höher sind wie dort, wo Sonntagsarbeit nicht üblich nicht, sondern senkt den Lohn, das ist in der bürgerlichen Welt ein ökonomisches Gesetz. zur Verhandlung, die Verhandlung wurde vertagt, aber ist, zeigt, wohin wir steuern.... nicht zu Ende geführt, weil wenige Tage darnach der ,, Es liegt also im dringendsten Interesse der Arbeiter- ,, Die Unternehmer haben aus den Vorgängen der Schluß der Session erfolgte, und man mußte sich wirklich klasse, gegen die Sonntagsarbeit als Mittel zur Lohn- letzten zehn Jahre vielfach die Lehre gezogen, daß sie mit noch wundern, daß die Regierung, die auch hier den aller- drückerei entschieden Front zu machen, wie es ihr Intereffe ihrer blinden, nach rein individueller Willkür verfahrenmanchesterlichsten Standpunkt verfochten hatte, sich wenig gebietet, dem entgegengesetzten Bestreben der Unternehmer- den Produktion sich alle gegenseitig, ins Verderben reißen. stens zu einer Enquete über die Verbreitung, die Ursache klasse gegenüber auf Verkürzung der täglichen Arbeitszeit So kam man auf die Idee einer gewissen Regulirung der und die Wirkungen der Sonntagsarbeit aufschwang. und Beseitigung der Nachtarbeit zu dringen. Die Ar- Produktion- ein seinem innersten Kerne nach sozialistizugleich das Folgende hervor: Das Ergebniß dieser zeitraubenden Enquete liegt seit beiterklasse hat kein Interesse an der Entwickelung einer scher Gedanke nur daß diese Regulirung der Produktion dem Frühjahr in drei starken Foliobänden und einem Induſtrie, die nur auf Kosten der Herabdrückung der auf dem Wege der Unternehmerkartelle, nicht aus Rückſicht Generalbericht vor, und es ist sehr dankenswerth, daß der Lebenshaltung des Arbeiters profperirt, und ist auch auf die Arbeiter und das Gesammtwohl, sondern auf das Abg. Bebel das hier aufgehäufte Material in übersichtlicher das Verbot der Sonntagsarbeit im Vergleich zu den Um- persönliche Wohl der Unternehmer geplant und beschlossen Weise zusammengestellt und mit einer fortlaufenden, kurzen geſtaltungen, welche eine Lösung der sozialen Frage noth- wurde. Ihre Idee ist, das Produktenquantum zwar zu Kritik begleitet hat.*) Indem wir unsere Leser auf diese wendig macht, eine sehr unbedeutende Verbesserung seiner vermindern, aber nicht dadurch, daß man die Arbeitszeit Bearbeitung aufmerksam machen, heben wir aus Bebel's age, so muß er sie doch nachdrücklich fordern. Denn entsprechend verkürzt, sondern dadurch, daß man die Arwie auf der absteigenden Linie eine Verschlechterung die beiterzahl beschränkt. Eine Reduktion der Produktion, einleitenden und abschließenden allgemeinen Bemerkungen andere nach sich zieht, so folgt in der aufsteigenden Linie 3. B. um 10 Prozent, hat die Folge, daß eine entsprechende eine Verbesserung seiner Lage aus der andern. Nur eine Anzahl von Arbeitern auf's Pflaster gesetzt wird, die ,, Unter den Forderungen zum Schuße der Arbeiter, die seit geraumer Zeit den deutschen Reichstag in jeder physisch und geistig kräftige und mit Energie ausgestattete übrigen arbeiten in der alten Weiſe weiter, sie werden Arbeiterklasse kann den Kampf für ihre Befreiung auf- jeßt aber in ihren Lohn- und Arbeitsbedingungen durch Legislaturperiode beschäftigen, gehört auch diejenige des Verbots der gewerblichen Sonntagsarbeit. Doch ist der nehmen. Der Staat und das Gemeindewesen sind bei die künstlich vergrößerte Reservearmee der Arbeiter beReichstag bisher über theoretische Erörterungen nicht hin- dieser Art von Arbeiterſchutzgesetzgebung gleichfalls intereſfirt. drückt und zu niedrigeren Löhnen und womöglich noch Die immer intensiver werdende Ausnußung der physischen längerer Arbeitszeit gezwungen. Auf alle Fälle ist bei ausgekommen. Breitspurige Verhandlungen, in welchen Kräfte des Arbeiters, die immer stärkere Heranziehung der dieser Manipulation, die vielfach als ein Ausfluß hoher die Frage von allen Seiten pro und kontra beleuchtet wurde, haben anläßlich von bezüglichen Anträgen und Frauen und Kinder in die Induſtrie wirken auf die De- Unternehmereinſicht gepriesen wird, der ganze Vortheil auf Interpellationen in den Jahren 1877, 1878, 1882, 1883 generation der Rasse, sie zerstören das Familienleben des Seiten der Unternehmer und der ganze Schaden auf Seiten Arbeiters und berauben ihn jedes moralischen Halts. der Arbeiter. und 1885 stattgefunden, aber zu einer befriedigenden ge- Daraus resultiren: Zunahme der Verbrechen, Massenver- Eine etwaige Produktionseinschränkung durch Verbot seßlichen Regelung ist man nicht gelangt. Von fast allen Seiten wird zugegeben, daß die Bestimmung im§ 105 armung, Untauglichkeit zum Militärdienst bei den Männern, der Sonntagsarbeit 2c. würde also unter allen Umständen der Reichsgewerbeordnung durchaus ungenügend ist. Dieſe phyſiſche Entartung für das eheliche Leben bei den Frauen, dem Arbeiter zu Gute kommen, ohne daß der Unternehmer lautet:„ Zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen können lautet:„ Zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen können Ausbreitung der Schnapspest. Letztere iſt dort am ver- merkbaren Schaden hätte. die Gewerbetreibenden die Arbeiter nicht verpflichten. breitetsten, wo die Lebensbedingungen der Arbeiterklasse Freilich muß unumgänglich mit der Regulirung der Arbeiten, welche nach der Natur des Gewerbebetriebs einen in Folge von übermäßiger Arbeitszeit bei niedrigsten Sonntagsarbeit die Regulirung der Wochenarbeitszeit vorgenommen werden. Die Berichte enthalten zahlAufschub oder eine Unterbrechung nicht gestatten, fallen Löhnen die ungünstigsten sind... " 1 unter die vorstehende Bestimmung nicht. Welche Tage als Was nun speziell die Frage der Sonntagsarbeit reiche Andeutungen über die nahen Beziehungen der SonnFesttage gelten, bestimmen die Landesregierungen." Dabei anbetrifft, so kann für Niemand, der die Ergebnisse in dem tags- zur Nachtarbeit. Nicht wenige Unternehmer, welche vom Reichsamt des Innern erstatteten Bericht nur einiger- fich für ein Verbot oder eine Einschränkung der Sonntags= ist es bis jetzt geblieben. „ Diese Gesetzesbestimmung kann als eine einheitliche maßen durchgesehen hat, der geringste Zweifel bestehen, arbeit aussprachen, trösten sich mit der Hoffnung, daß der Regelung der Frage für das Reich, wie sie schon allein daß eine reichsgesetzliche Regelung absolut noth- Ausfall dort mit Verlängerung der Wochenarbeit, durch in Rücksicht auf die Konkurrenzverhältnisse in jedem einzel- wendig ist. Es handelt sich nicht nur um einen all- Ueberstunden und Nachtarbeit, wieder eingeholt werden gemeinen, weit eingeriffenen Mißbrauch, der nicht blos in könne. Das hieße den Teufel durch Beelzebub ausden verschiedensten Gegenden, nicht blos in den verschiede- treiben. *) Die Sonntagsarbeit. Auszug aus den Ergebnissen der und Festtagen nebst kritischen Bemerkungen von August Bebel. broschirt 1 Mk. Verlag von J. H. W. Diez in Stuttgart. Er- nen Betrieben ein und desselben Gewerbe- oder Industrie- Und nicht wenige Arbeiter, die sich gegen ein Verbot zweigs im Grade sehr ungleich gehandhabt wird, sondern der Sonntagsarbeit erklärten, thaten dies wieder nur aus auch innerhalb der Betriebe ein und desselben Drts. Bei der Befürchtung, daß ihnen fünftig statt der Sonntags= Preis arbeit die Feierabend- und Nachtarbeit blühen möchte. Das ist in den Gutachten oft genug ausgesprochen worden. Daß dabei auch eine Anzahl Arbeiter sich gegen ein Ver- bot der Sonntagsarbeit erklärten, weil sie in Folge ihrer Kurzsichtigkeit die Wirkungen eines solchen Verbots nicht zu übersehen vermochten, und bei gedrückten Löhnen be- schäsligt, befürchteten, mit noch verkürztercm Verdienst sich begnügen zu müssen, ist ebenfalls in den Berichten aus- gesprochen. Wo bliebe der Rückschritt und aller Konserva- tismus, wenn er die beschränkte Masse nicht zur Stütze hätte? Haben nicht Diejenigen immer das Kreuzige! mit am lautesten geschrien, für welche die Gekreuzigten am rührigsten eintraten? Die Kunst der Erhaltung des Be- stehenden liegt darin, die Masse gegen ihr Interesse im Glauben an die Nothwendigkeit des Bestehenden zu er- halten und sie gegebenen Falles dafür zu fanatisiren. So kommt es, daß die Masse, die vernünftigerweise oftmals das Bestehende als ihren Interessen feindlich erkennen sollte, es vertheidigt und seine Gegner bekämpft. Das erleben wir auch wieder bei der Frage des Verbots der Sonntags- arbeit. Wer die Menschen und den Gang der Dinge kennt, wird über die gegentheilige Entscheidung so vieler eigentlich für ein Verbot persönlich Jnteressirter nicht ver- verwundert sein; man kann sich viel eher wundern, daß so viele, namentlich aus den Unter nehmer kreisen, für eine Neuerung sich entscheiden, die noch vor wenig Jahren fast allgemeinem Widerspruch begegnete. „Im Ganzen sind die Erhebungen für die Freunde der Sonntagsruhe günstiger ausgefallen, als man erwarten konnte, obgleich man offenbar sich bemühte, die Uebel möglichst abzuschwächen, und die Reichsregierung kann sich der Nothwendigkeit nicht entziehen, endlich gesetzgeberisch vorzugehen." Ausbreitung der Frauen- und Kinderarbeit in den Vereinigten Staaten. Die„Cincinnatier Zeitung" schreibt: „Es giebt Leute, welche bezüglich der Arbeiterfrage nicht glauben, was ihnen nicht klar mit Zahlen bewiesen wird. Ueber die Uebel, welche unser gegenwärtiges System des Produzirens zur Folge hat, ist schon so manches Treffende und Wahre geschrieben worden, aber so lange es nicht durch unbestreitbare Dokumente belegt werden kann, findet es bei der großen Masse unseres Volkes keinen Glauben. „So mit der Kinderarbeit. Während in Fabrikstädten diese moderne Ungeheuerlichkeit stetig zunimmt, begegnen wir in kapitalistischen Zeitungen noch häufig der Behauptung, daß die von den Arbeitern darüber gemachten Angaben sensationeller Natur seien und das Uebel viel schwärzer schildern, als es in Wirklichkeit sich darstelle. Und da der Journalist oder Redner der Arbeiterpartei nicht immer die nöthigen Zahlenbeweise herbeischaffen kann, so muß er nicht selten jenen Blättern das letzte Wort, d. h. anscheinend Recht lassen. „Es ist daher eines der nothwendigsten Erfordernisse einer wirksamen Besprechung der Arbeiterftage, gleichviel ob in Zeitungen oder von der Rednerbühne herab oder im Privatkreise, statistische Belege für die Arbeiter zur Hand, wenn nicht im Kopf zu haben, und allzeit schlag- fertig dem Gegner entgegentreten zu können. „Das ist leichter als Viele glauben, da trotz des kurzen Bestehens unserer statistischen Staats- und National- Bureaus(der von uns schon öfter erwähnten„Bureaus für Arbeitsstatisttk") dieselben schon eine Fülle des inter- essantesten Materials zum Verständniß der Arbeiterlage gesammelt haben; das aber wegen der Mühe und Vorbereitung, die es kostet, um die Zahlen zusammenzustellen, in den Ärbeitcrorganen leider viel weniger benutzt wird, als es im Interesse der allgemeinen Aufklärung zu wün- scheu ist. „Doch um zur Kinderarbeit zu kommen! Caroll D. Wright's, des Bundesstatistikers, letztjähriger Bericht über die in verschiedenen Industriezweigen beschäftigten Arbeiter zeigt, wie in immer größerem Maße allmählich die Weiberarbeit die des Mannes, und die der Kinder die beiden anderen verdrängt. „In der Fabrikation von Wollenwaaren sind in den von den Bureau-Beamten untersuchten Geschäften in Missouri und New-Hampshire gar keine Kinder beschäftigt; im ersteren Staat dagegen ein Fünftel aller Arbeiter erwachsene weibliche Personen und im letzteren ein Drittel. In dem gottesfürchtigen und frömmelnden Massachusetts sind in derselben Geschäftsbranche ein Achtel der Beschäftigten— Kinder, drei Achtel erwachsene Mädchen und Frauen, und nur die Hälfte Männer. Im Staate New-Pork sind drei Zehntel(also fast ein Drittel) Kinder, zwei und ein halbes Zehntel Weiber, und nicht ganz die Hälfte Männer. Aber Vermont steht mit seinen Wollen-Fabriken in der Kinder-Ausnutzung obenan, indem von den darin Angestellten drei und ein halbes Zehntel(35 Prozent!) Kinder sind, zwei Zehntel(20 Prozent!) erwachsene Frauenspersonen und vier und ein halbes Zehntel (nur 45 Prozent!) Männer. „Bei der Fabrikation von Metall und Metall- waaren fand man in Delaware, Indiana, Maryland, Massachusetts und anderen Staaten nur Männer beschäf- tigt; in Ohio dagegen waren ein Zwanzigstel der Arbeiter Kinder, in New-York ein Sechzehntel und in Illinois ein Siebentel! „Im Kutschen- und Wagengeschäst waren in den in New-Dork und Connecticut besuchten Werkstätten weder Frauen, noch Kinder beschäftigt, in Illinois dagegen ein Sechzehntel Kinder und in Ohio ein Bierzehntel der Be- fchäftigten Frauen."— Und dies sind noch lange nicht die schlimmsten Zahlen. Aber auch bei diesen kann man nicht umhin, zu fragen: wenn in einigen Staaten der nordamerikanischen Union die Produktion ohne Kinder- und Weiber-Arbeit möglich ist, warum nicht in anderen? Die Antwort lautet: weil die Konkurrenz die Fabrikanten in jenen Staaten noch nicht dazu getrieben hat. Da aber diejenigen Unternehmer, welche„am billigsten" produziren, d. h. am meisten die billigsten Arbeitskräfte ausbeuten, heute die anständigeren Konkurrenten besiegen und vernichten, so wird die Kon- kurrenz allmählich überall die gleichen verheerenden Folgen erzeugen— wenn nicht durch Gesetz die Kinderarbeit all- gemein verboten und die Frauenarbeit geschützt wird, und wenn durch starke Organisationen der Arbeilerinnen die Löhne der Frauen nicht gehoben werden. Geschieht das nicht, so werden alle Fabrikanten mehr und mehr die Kinderarbeit einführen und die Männer zwingen, zu Hause zu sitzen und von dem zu existiren, was ihre Kinder auf Kosten ihrer Gesundheit und ihrer jungen Leben verdienen. Kann irgend eine kapitalistische Zeitung vielleicht er- klären, warum das so sein muß, und ob im Angesicht dieser unleugbaren Thaffachen die Konkurrenz, die Pro- duktion auf der Basis der Trennung von Kapital und Arbeit— denn sie ist die Mutier der heutige» Kinderarbeit — ein Segen oder ein Fluch der Menschheit ist?! Sozialistische Sekten in Frankreich. i. Z Abgesehen von den Fraklionen der Possibilisten und Kollektivisten existirt in Frankreich eine wahre Unmasse von politisch- ökonomischen Kirchen und Kapellchen, welche sich, der Zeitströmung entsprechend, mit dem Titel„sozialistisch" und„revolutionär" herausputzen und ihren Doktrinen einen Tropfen reinen oder verfälschten sozialistischen Oels bei- mengen. Unter diesen„sozialistischen" Sekten verdienen die Blanquisten den ersten und hervorragendsten Platz, auf den sie sich in Folge ihrer zähen Energie und ihrer muster- gültigen Organisation emporgeschwungen haben. Dank diesen beiden Eigenschaften finden sie bei jeder Aktion, welche sie unter der Masse hervorrufen, zahlreichen Anhang, und ihre Haltung ist z. B. bei Wahlen zc. in verschiedenen Arrondissements von ausschlaggebender Be- deutung. Obgleich sie zuweilen mit den Possibilisten und sehr oft mit den Kollektivisten Hand in Hand gehen, haben sie doch ihr eigenes Programm und volle Autonomie be- wahrt. Anfangs nur eine Gruppe politischer Geheimbündler und Verschwörer, wurden sie nach und nach zu einer politischen Partei, die von den Thatsachen, von der Be- rührung mit den sozialistischen Doktrinen gedrängt, sich auch mit den ökonomischen Fragen beschäftigen mußte. Und wenn man in einer blanquistischen oder sozialistischen Versammlung die Redner der Partei hört, findet man kaum einen Unterschied zwischen Blanquisten und Sozialisten heraus, sobald es sick um die Kritik der heutigen Gesell- schaff k. handelt. Aber einen Schritt weiter, und die Differenz tritt zu Tage: die Sozialisten sind der Ansicht, daß die Emanzipation der Arbeiter das Werk des Prole- tariats und das Resultat einer geschichtlich-ökonomischen Entwickelung sein müsse; die Blanquisten dagegen find überzeugt, daß die Volksbefreiung die That eines kleinen Häufleins energischer Männer sein könne, die sich durch einen kühnen Handstreich zu Herren der politischen Gewalt gemacht, und die von dieser Stellung aus durch die„freie Gemeinde"(Kommune) das Gesammtwohl dekrctiren. Der Tradition ihres Meisters und Gründers gemäß sind die Blanquisten Staatsstreichler par excellence geblieben, nur sozusagen demokratische, revolutionäre Staatsstreichler. Blanqui war in Frankreich einer der ersten revolutio- nären Kommunisten. Während die Utopisten von einer idealen Gesellschaft träumten, welche die Interessen der Besitzenden und Nichtbesitzenden in Einklang setzen würde, zeigte Blanqui schon in seinen Jugcndschriften, daß er eine Aussöhnung der widerstreitenden Interessen für durchaus ausgeschlossen hielt, nur die„Gewalt" könnte den„sozialen Ungerechtigkeiten" ein Ende machen. Blanqui's Einfluß auf die Masse war nur gering, theils weil er bei der eigenthümlichen Richtung seiner Thätigkeit seine Kraft in jakobinistischen Komplotten ver- zehrte, sich direkt nur an einen eng beschränkten Verein wandte und die Mitwirkung der Masse erst in letzter Instanz forderte, theils auch wegen seiner langen Haft- zeiten in verschiedenen Gefängnissen. Von 1830—1880, also binnen 50 Jahren hat er nicht weniger als 37 Jahre im Gefängnisse zugebracht!— Desto größer war aber der Einfluß; man ist fast versucht zu sagen, die magische Gewalt, welche er auf seine engeren Freunde und An- Hänger ausübte, eine Gewalt, welche zusammen mir der militärischen Disziplin, die er seinem Kreis gegeben, zum absoluten blinden Gehorsam gegen seine Befehle führte. Die ersten schwachen Keime der Konstitrürung der Blanquisten als politische Partei datiren gegen Ende des Kaiserreichs. Anfangs der sechsziger Jahre, während einer Haft in St. Pölagie(Gefängniß für politische Verbrecher) machte Blanqui die Bekanntschaft mehrerer Studenten und junger Gelehrten, welche daselbst wegen geringfügiger Preßvergehen Strafen abbüßten. Blanqui verstand, die unklaren jugendlichen Köpfe und die leidenschaftlich pulsiren- den Herzen zu erobern und organisirte die jungen Leute in eine kleine aber wunderbar gut disziplinirte Truppe, die er zu einem wahren revolutionären Offizierkorps heraus- bildete. Er bediente sich der Gruppe, um 1864 auf dem Kongreß der Freidenker von Lüttich, eine revolutionäre Manifestation in Szene zu setzen. Ferner war sie es, welche die Demonstration von Menilmontant organisirte. Die Studenten, welche dabei unter dem Rufe:„Es lebe die Republik" über den Boulevard zogen, wurden ver- haftet, desgleichen auch Arbeiter, welche während des Handgemenges gegen die Polizei und für die Manifestiren- den Partei ergriffen. Im Verlaufe der Haft traten Stu- dcnten und Arbeiter in enge Beziehungen zu einander, letztere wurden bald eifrige Anhänger„der Alten", und dies war der erste Schritt, mit dem der Blanquismus aus den kleinbürgerlichen Kreisen in die Faubourgs der Arbeiter stieg. Die neue Heeresmannschaft war nicht müßig. Schon im folgenden Jahre, 1865, konnten fünf Mitglieder der blanquistischen Gruppe mit Hilfe der von den Arbeitern aufgebrachten Gelder als Delegirte zu dem Genfer Kongreß der Internationale gesandt werden, und zwar mit dem be- stimmten Auftrage, die Mitglieder der Pariser Sektion gründlich anzugreifen. Obgleich nämlich Blanqui die Gründung der Internationale mir lebhafter Genugthuung begrüßte, mißfielen ihm doch Zusammensetzung und Tendenzen der Pariser Sektion höchlich. Die Mehrzahl der in ihr vertretenen Arbeiter waren im Grunde und wie sich später zeigte harmlose Spießbürger, die sich ein und für allemal mit schwächlichen ökonomischen Reformen begnügt hätten. Dazu verhielten sie sich dem Ideal der Republik gegenüber kalt und gleichgültig. Blanqui wollte die Pariser Sektion„deparlamentarisiren und rcvolutioniren", und der Kongreß sollte ihm dazu behülflich sein. Der Kongreß verweigerte jedoch den blanquistischen Delegirten, die keine Sektion der Internationale repräsentirten, das Recht, an den Sitzungen Theil zu nehmen, und so setzten sich dieselben unter das Publikum, von da aus die Pariser Sektion auf das Heftigste angreifend. Dieses Vorgehen rief natürlich große Aufregung hervor, während welcher die Ordre vom Meister einlief, die Angriffe einzustellen. Tie Delegirten weigerten sich jedoch zu gehorchen,„da nur die Arbeiter, welche ihre Reise bezahlt, ihnen Gegen- befehle zu ertheilen hätten." Dieser Ungehorsam gegen „den Alten" war eine so unerhörte Thatsachc, daß die Delegirten bei ihrer Rückkehr von der Partei in Anklage versetzt, aber freigesprochen wurden. Mit dem kleinen Häuflein seiner Anhänger trat Blanqui wieder im August 1870 in Aknon, indem er den Posten der Pompiers-Sapeurs(soldatische Feuerwehr) von La Billette angriff und von da aus Paris revolutioniren wollte, ein Versuch, der selbstredend fehlschlagen mußte. Die blaue Septemberrepublik enttäuschte die Blanquisten gründlich, und so blieben sie während der Belagerung die Häupter und thätigsten Agenten der revolutionären Bewegung. Während der Kommune zählten die Blanquisten, die eine kleine, aber sehr energische Minorität im Zentral- komitee halten, neun der ihrigen in der Gemeindevertretung, und dieselben gehörten zu den Leitern und Organisatoren des Widerstandes bis zuletzt. Nach dem Fall der Kommune flüchteten die Blanquisten nach London, wo sie in der Hoffnung in die Jntcrationale eintraten, sich derselben bemächtigen und sie nach ihrem Sinne ummodeln zu können. Da jedoch ihre diesbezüg- lichen Pläne fehlschlugen, so zogen sie sich von der Inter- nationale zurück und gründeten die„Commune revolution- naire". Sobald die Amnestie ihre Rückkehr nach Frankreich erlaubte, stellten sie sich wieder unter ihren Meister, dem die Wahl von Bordeaux 1879 die Thore des Gefängnisses von Clairvaux geöffnet hatte. Mit den Trümmern der alten Gruppe und etlichen neuen Anhängern formirte nun Blanqui seine„revolutionären Cadres" und gründete die „revolutionäre Partei." Dieselbe hat in vielen der Pariser Arrondissements ihre Komitec's, welche sämmtlich mit dem revolutionären Zentralkomitee verbunden sind. Die Disziplin der Organisation ist äußerst stramm und wird mit militärischer Strenge gehandhabt. Die Partei hatte eine Zeit lang ein tägliches Blatt„Ni Dieu, ni Maltre" (Weder Gott noch Herrn), welches später nur noch wöchent- lich herauskam und dann ganz verschwand. Das letzte Lebensjahr Blanqui's war mit einer im- gemein thätigen Propaganda ausgefüllt, welche sich an die Arbeitermasse wendete. Aber der alte Verschwörer wurde zwar gern gehört und lebhaft applaudirt, fand jedoch nur geringen Anhang, die Strömung der Arbeiterbewegung begann bereits sich in rein sozialistischer Richtung vorwärts zu bewegen. Blanqui, der in seinem Leben fiinfmal zum Tode verurtheilt gewesen, starb friedlich an einem Schlag- flusse bei einem seiner Freunde in großer Armuth. Seine Anhänger führten die Agitation weiter, und zwar der Tradition des Meisters gemäß. Erst in den letzten Jahren haben sie sich, wie bereits bemerkt, den öko- nomischen Fragen zugewendet und dadurch die Physiogno- mie ihrer Pattei etwas verändert. Die Blanquisten sind Kommunisten und Hebertisten; als letztere wollen sie Alles durch die Gemeinde und die Diktatur der Kommune von Paris über alle Kommunen Frankreichs.„Sobald das Volk von Paris in den Besitz der Macht gelangt, wird es mit allen Mitteln revolutionär vorgehen," dies ist einer ihrer Hauptglaubenssätze. Ihr Programm ist so allgemein„revolutionär" gehalten, daß sie mit allen die jetzige Gesellschaft bekämpfenden Parteien gehen können. In die Streitfragen über Programm und Taktik der sozialistischen Fraktionen haben sich die Blanquisten nie gemischt, wenn es die Umstände forderten, haben sie Possi- bilisten wie Kollektivisten ihre Unterstützung geliehen, je nachdem die einen oder anderen Hilfstruppen benöthigt warem In den letzten Jahren jedoch, seitdem sich die Partei mehr mit ökonomischen Fragen beschäftigt, hat sie sich den Kollektivisten bedeutend genähert, deren konsequentere Haltung und Orgamsationsbestrebungen ihrem Geiste bester entsprechen. Nur mit den Anarchisten haben sie sich nie verstehen und verständigen können, und es ist zwischen beiden Parteien zu wahren Schlachten gekommen, bei denen weder Fäuste noch Stuhlbeine gespart wurden. Der bisher skizzirte Charakter der Blanquisten erklärt diese handgreif- liche Differenz zur Genüge: den Anhängern von Disziplin und Organisation muß die Partei der prinzipiellen Un- ordnung antipathisch gegenüberstehen und umgekehrt. Die Komitee's, welche dem Zentralkomitee untergc- ordnet sind, mögen nur 200 bis höchstens 300„kämpfende" Mitglieder zählen. Das erscheint als eine Handvoll Leute, aber diese Handvoll ragt durch ihre Energie und Disziplin hervor. Die Mehrzahl der Blanquisten rekrutirt sich aus energischen, thatfreudigen Männern, die stets zu einem „Handstreich" geneigt sind, mag derselbe noch so abenteuer- lich und gewagt erscheinen. Sobald die Ereigniste ein Wagniß in Aussicht stellen, sind die Blanquisten auf der Bresche und voll fieberhafter Thätigkeit. Erst jetzt, bei den letzten Pariser Vorgängen und der unsicheren Situa- tion waren sie wieder die Ersten, welche die„Republik in Gefahr" erklärten. Ihr Zentralkomitee tagt gegenwärtig in Permanenz, und unter den Manifcstirenden sind die Blanquisten zahlreich vertreten, auf das erste Zeichen des Zentralkomitee's hin zum regelrechten Ansturm bereit. Die hervorragendsten und bekanntesten Blanquisten sind: Vaillant, Gemeinderath, Rouillon, Endes, Exgeneral der Kommune, Goulle, Chauviäre, Baron Marguerilte. Dieselben treten nicht nur in den von ihrer Partei orga- nisirten, sondern auch in den sozialistischen Versammlungen als Redner auf. Ueberhaupt rücken die Blanquisten, von den Verhältnissen gedrängt, immer mehr in geschlossener Reihe mit den Sozialisten vor. In den Wahlen der jüngsten Jahre haben sie mit den Kollektivisten und un- abhängigen Gruppen zusammen die„Union socialiste" gebildet, deren Kandidaten über 20 000 Stimmen auf sich vereinigten, ein Erfolg, der nicht zum wenigsten auf die energische Agitation der Blanquisten zurückzuführen ist. Die meisten der eben genannten Männer stehen dem modernen Sozialismus durchaus nahe, erkennen seine For- derungen an, nur daß sie in Folge ihres Temperaments daneben an der Blanqui'schen Tradition festhalten. Eine eigenthümliche Stellung behauptet Vaillant. Ein Mann von tiefen und umfassenden Kenntnissen, gehört er zwar äußerlich noch zur blanquistischen Partei, vertritt jedoch mit Wort und That den reinen Marxismus und ist eine der thätigsten und gediegensten Stützen der Kollektivisten. Es steht zu erwarten, daß sein in blanquistischen Kreisen ungemein großer Einfluß die Partei immer mehr als Masse in das sozialistische Lager leiten und diesem dadurch geschulte und organisirte Kräfte zuführen wird, deren Ein- tritt in Reih und Glied nicht zu unterschätzen ist. Sonst und Ieht. Ter„Verein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer", der jetzt gegen 2000 Mitglieder zählt, feierte am Sonntag das Fest seines 25jährigen Bestehens in glänzender Weise. Der Festschrift, welche die Geschichte des Vereins von 1862 bis 1887 aus das Eingehendste behandelt, entnehmen wir die Mittheilung, daß 1864 eine eigens dazu gewählte Kommission folgende Petition dem Minister des Innern persönlich überreichte: „Hohes Königliches Ministerium! Von der Ucberzeugung durchdrungen, daß die Vcrbessenmg der sozialen Lage der arbeitenden Klassen zunächst die Beseitigung der in der gegenwärtigen Gesetzgebung gegen den Arbeiter aufgerichteten Schranken erheischt, bitten die ehr- crbieligsr unterzeichneten Buchdrucker-Gehilfen: in Erwägung: 1) daß erfahrungsmäßig der Arbeitslohn mit den steigenden Preisen der Lebensbedürfnisse nicht Schritt hält; 2) daß das wirthschastliche Gesetz von Angebot und Nachfrage den Arbeiter der Waarc gleichstellt und ihm in seinen Konseguenzen unter Umständen nicht einmal das zur noth- dürftigsten Lebcnsfristung erforderliche Minimum von Lohn 3) daß'der einzelne Arbeiter fakttsch außer Stande ist, eine, wenn auch noch so nothwendige und gerechtfertigte Erhöhung des Arbeitslohnes herbeizuführen, und daher das Recht der Koalition im Interesse einer annäherungsweisen Aus- gleichung des Uebcrgewichts des Unternehmers über den un- bemittelten Arbeiter als eine Forderung der Gerechtigkeit und Billigkeit erscheint; >Ein Hohes Königl. Staatsministerium wolle: im Wege der Gesetzgebung die, der freien Vereinigung der Arbeiter entgegenstehenden und die Möglichkeit der Mit- besnmmung der Arbeitslöhne durch die Arbeiter ausschließen- den Bestimmungen der Gewerbeordnung von 1845(§§ 182, 183, 184) aufheben." Die Audienz beim Minister Eulenburg— heißt es dann"weiter in der Festschrift— fand am 27. Mai 1864 statt und war der Empfang ein sehr freundlicher, wie denn der Minister die Deputation auch der wärmsten Sympathien der Regierung versicherte. Der Petition schlössen sich andere Kollegenkreise an, wie sie auch Veranlassung wurde, daß andere Arbeiterverbände, z. B. der Berliner Arbeiter-Verein, die schlesischen Weber, Fühlung mit dem Verein suckten, der jetzt in aller Mund war." Das war im Jahre 1864 und unser vielgepriesener Fortschritt will es natürlich, daß wir im Jahre 1887 nicht mehr auf diesem überwundenen Standpunkt stehen. Und in der That, der Fortschritt ist ein ganz ungeheurer! Wenn heute ein Verein— ein Arbeiterverein natürlich— eine derartige Petition beschließen wollte, so würde er so- fort für einen durch und durch„politischen" erklärt werden, weil er„Einfluß auf die Gesetzgebung" zu gewinnen trachte. Würden andere Vereine— Arbeitervereine natürlich— mit ihm„Fühlung suchen", so gäbe das Anlaß zu einem recht netten Monstreprozeß in der Art so vieler Gewerk- schaftsprozesse, zur Verurtheilung aller„Führer" und zur polizeilichen Schließung so manches Vereins. Und jeder Minister würde es natürlich entrüstet ablehnen, Leute zu empfangen, die nicht in das Ministerhotel, sondern auf die Anklagebank gehören. Und das„Recht der Koalition"? Run, für die Arbeiter haben wir es allerdings beseitigt, dafür haben wir aber durch Gesetz eigene Koalitionen (Berufsgenossenschaften) der Unternehmer gebildet. Auch hier also Fortschritt nach zwei Seiten zugleich! So hat sich Preußen und Deutschland seit zwanzig Jahren entwickelt. Nur das Eine ist unverändert geblieben: nach wie vor den Ausnahmegesetzen und Streikerlassen werden die Arbeiter in gleicher Weise„der wärmsten Sympathien der Regierung versichert!" Aus dem Reichstage. Donnerstag, 1. Dezember. Die Debatte über die Erhöhung der Getreidezölle wurde vom preußischen Landwirthschaftsminister mit einer Rede eingeleitet, welche dem lerneifrigen Schüler der Agrarier alle Ehre machte. Herr Dr. Lucius hat in der That unablässig daran gearbeitet, seine alten Anschauungen von der Entwickelung des modernen internationalen Verkehrs zu„überwinden", und wenn in einem verborgenen Winkel seiner Ansichten vielleicht doch noch ein Rest freihändlerischer Ideen schlummern sollte, so ist der„Patriotismus" des fügsamen Ministers unterdeß so hoch gewachsen, daß er ihm gern diesen Rest zum Opfer bringt. Erleichtert wird dieses Opfer Herrn Lucius auch dadurch, daß er selber Großgrundbesitzer ist. Bezeichnend für die Wandlungsfähigkeit deutscher Staats- männer ist und bleibt es jedoch, daß Herr Lucius 1870, wo der„Patriotismus" doch gewiß kein geringer war, zu den Unterzeichnern eines Aufrufs gehörte, der den Schutzzöllnern gegenüber energisch betonte,„daß die rein wirthschaftlichen Interessen am gedeihlichsten entwickelt und am gerechtesten geregelt werden durch den freien Austausch (zwischen den Völkern); daß die Arbeitstheilung zwischen ver- schiedenen Ländern den Wohlstand ebenso hebt, wie die Arbeits- theilung zwischen Landesgenossen; daß die sogenannten Schutzzölle, welche die internationaleArbeitstheilung hemmen, besonders schädlich sind für Deutschland..; daß die Schutzzölle außer ihrer allgemeinen Schädlichkeit den Stempel einer offenbaren Ungerechtigkeit an sich tragen...; daß also der auf uns lastende Rest des Schutz- Zollsystems beseitigt werden müsse." Heute spricht derselbe Mann für eine Verdoppelung der Weizen- und Roggen- zölle, nachdem schon 1885 eine Versechsfachung des ur- sprünglich vorgeschlagenen Zolles stattgefunden hatte! Von diesem ursprünglich vorgeschlagenen Zoll von fünfzig Pfennigen pro 100 Kilogramm meinte damals die amt- liche Tarifkommission selber:„der Mehraufwand der Arbeiterfamilie(an Brod) würde jährlich 3,75 Mark aus- machen," damals äußerte Fürst Bismarck noch, selbst der „verrückteste Agrarier" könne nicht einen Roggenzoll von zwei Mark fordern, und heute fordert man sechs Mark, also nach der Berechnung der Tarifkommission eine Brod- steuer von 44 Mark jährlich! Und Herr Lucius, der preußische Landwirthschaftsminister war es, der in gewissem Sinne erst das Signal zu dem neuen Sturmlauf der Agrarier gab, indem er im Mai d. I., zur Ueberraschung sogar der Konservativen, im preußischen Abgeordnetenhause erklärte, der Landwirthschaft könne nur mit schleuniger Erhöhung der Zollsätze geholfen werden. Kein Wunder, daß nach dieser Aeußerung der ganze Heißhunger der Großgrundbesitzer wieder erwachte, und daß der preußische Landwirthschaftsrath ihre Wünsche alsdann zum Ausdruck brachte, die nunmehr die Gestalt einer förmlichen Regierungs- vorläge angenommen haben. Als zweiter Redner kam— seitens der Zollfteunde— der konservative Herr v. Helldorf an die Reihe, der sich die Widerlegung seiner Gegner dadurch sehr leicht machte, daß er die Klagen über neue Belastung und Ver- theuerung der nothwendigsten Lebensmittel als bloße „agitatorische Phrasen" hinzustellen wagte. Die Demagogie unseres Agrarierthums charakterisirt es auch, daß Herr v. Helldorf den Groll der Massen über die neue Ver- kümmenmg ihrer Ernährung auf die— Bäcker abzulenken suchte, eine Demagogie, die, wie die Bäckerkrawalle früherer Jahrzehnte beweisen, unter gewissen Umständen gefährlich werden könnte, wenn— nun wenn die Massen durch die Sozialdemokratie nicht bereits genügend aufgeklärt wären, woraus heute in der Hauptsache Nothstände und Ent- behrungen entspringen. Der dritte Befürworter aller agrarischen Begehrlichkeiten war der freikonservative Herr Gehlert, der volks- wirthschastliche„Struwelpeter" des Reichstages, der sich selbst im Parlamentsalmanach als„Autodidakt" und „Staatssozialist" bezeichnet, und der dieser Bezeichnung alle Ehre macht, wenn er damit sagen wollte, daß er zwar nichts gründlich verstehe, aber dem heutigen, von Jnteressenkoterien beherrschten Staate alles zu bewilligen geneigt sei, und daß er gegen denjenigen„Sozialismus" nichts einzuwenden habe, der die Taschen der Armen leert, um die Truhen der Reichen noch mehr zu füllen. Das Auftreten dieses Mannes ist um so beschämender, als er einen Wahlkreis(Zschopau-Marienberg) vertritt, der zu den ärmsten Bezirken Sachsens gehört, dessen Bevölkerung also unter der Brodvertheuerung ganz besonders zu leiden hat. Gegen die Vorlage sprach gleich nach dem Minister Peter Reichensperger, dessen Rede von seinen eigenen Parteigenossen sehr kühl aufgenommen wurde— wohl ein Zeichen dafür, daß im Zentrum die strikt ablehnende Haltung des alten Parlamentariers wenig getheilt wird, daß hier vielmehr die agrarischen Elemente vom Schlage Schorlemer's, der plötzlich im Reichstage als Gast wieder auftauchte und die„staatsmännisch vermittelnden" Leise- treter von der Art des Herrn Windthorst vollständig Ober- masser haben.— Die Nationalliberalen werden erst morgen einen Redner für die Zollerhöhung in's Feuer schicken, heute sprach der Kammergutspächter Geibel einst- weilen dagegen. Am Schlüsse der Sitzung kam noch der freisinnige Abg. Lorenzen zum Wort, ein prakttscher Landwinh und Hofbesitzer aus dem Holsteinschen, der gerade durch sein nüchtern ehrliches Auftteten manchen Ritterguts- und Fideikommißbesitzer beschämte. Freitag, 2. Dezember. Am zweiten Tage der Kornzolldebatte traten die Herren v. Frege und v. Kardorff als unverfrorenste Kämpen des egoistischen Agrarierthums auf. Herrn v. Frege war der Nationalliberale Leemann bereits mit einer Rede für die Zollerhöhung vorangegangen. Wie um zu zeigen, daß ein nationalliberaler Agrarier in jeder Beziehung doch nur eine Halbheit sei, schlug der reichsparteiliche sächsische Grundbesitzer den denkbar schärfsten Ton an. Zuckersteuer, Branntweinsteuer, alles Bisherige war noch nichts, um der Plusmacherei unserer Groß- grundbesitzer zu genügen. Deutschland schwebe noch immer in der Gefahr, daß die„Raub- und Jndustrieritter der Neuzeit die alten Familiensitze an sich reißen". Darum her mit den Getreidezöllen! Da Herr Frege weiß, daß man ohne jede Bescheidenheit am allerweitesten kommt, so stellte er gleich noch in Aussicht, daß nach den Zöllen sehr bald der Bimetallismus kommen werde— zur nochmaligen Preiserhöhung der landwirthschaftlichen Produkte. Herr v. Kardorff, der Gutsherr von Wabnitz, ritt dieses Steckenpferd dann munter weiter und war offen genug zu äußern, daß„wir" von der Doppelwährung eine„bedeutende Steigerung der Preise" erwarten.— Freiherr v. Lands- berg, ebenfalls Besitzer eines großen Landkomplexes, nahm dann, im Gegensatze zu Reichensperger, für„die große Zahl" von Zentrumsmitgliedem das Wort, welche„der Vorlage sympathisch gegenüberstehen". Gegen die Brodvertheuerung sprach in langer Rede der freisinnige Abg. Barth, einer der kenntnißreichsten Vertheidiger des Freihandelssystems, und vor ihm der Sozialdemokrat Paul Singer. Letzterer wies auf den Klassencharakter der heutigen Wirthschaftspolitik hin, auf die Bedrückung der Armen durch Lebensmittelzölle und indirekte Steuern und auf die Gefahren, welche unserer exportirenden Industrie erwüchsen, wenn das Ausland zu Repressivmaßregeln griffe. Er schloß alsdann mit den Worten: Wir stehen in diesem Augenblicke Ihrem Vorgehen machtlos gegenüber, wir können nichts weiter thun, als Ihnen immer wieder wenigstens das Eine nachzuweisen, daß die Erhöhung der Getreide- zölle den arbeitenden Klassen zum Schaden gereicht, daß die Kluft zwischen den Besitzenden und den Besitzlosen immer mehr erweitert wird, bis Sie selbst einsehen werden, auf welchen Boden Sic sich mit solchen Maßregeln gestellt haben. Auch unter den landwirthschaftlichen Arbeitern, die durch die bestehende Ge- sindeo rdnung in einer sklavischen Abhängigkeit von ihren Brod- Herren gehalten werden, findet sich jetzt schon der Wunsch, ein besseres, menschenwürdiges Dasein zu führen. Dies ist die Folge unseres Militärsystems, das die Leute vom Lande in die große Stadt fiihtt, sie dort mit den Bedürfnissen der Menschheit bekannt macht und aufklärt über das, was sie zu fordern berechtigt sind. So hat der wachsende Militarismus doch wenigstens einen Vortheil.— Die ganze Polittk, in der wir uns befinden, die ganze Sittiation, aus der Sie den Muth und die Kraft schöpfen, diese reaktionären Vorschläge zu machen, ist für das Land eine durchaus vcrhängnißvolle, und die Stunde wird kommen, in der Sie selber einsehen werden, wie sehr Sie mit dieser Maßregel das Volk belasten.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Nach Schluß der Diskussion beklagte sich noch der „eine Antisemit" des Reichstages, Herr Dr. Böckel- Capistrano, daß er nicht zum Worte gekommen sei; er würde für die Zollerhöhung Partei genommen und speziell erörtert haben,„wer denn die Leute sind, welche den Ruin des Bauernstandes herbeiführen".(Große Heiterkeit.) Das agrarische Programm des Dr. Böckel scheint demnach aus zwei Grundsätzen zu bestehen, nämlich: Kein fremdes Getreide herein! und: Juden raus! Die Vorlage wurde an eine Kommission von 28 Mitgliedern verwiesen. Sonnabend, 3. Dezember. Die Reichsboten feiern heute und so gewinnen wir Zeit, einen kritischen Blick auf den Antrag des freikonservativen Abg. Lohren zu werfen. Dieser Antrag ist für die verlogene Dema- gogie unserer Getreidezöllner ebenso bezeichnend wie die oben erwähnte Auslassung des Junkers v. Helldorf. Herr Lohren wünscht nämlich mit Unterstützung seiner Partei ein„Gesetz, betreffend die Abänderung der Gewerbe- ordnung", nach welchem die Bäcker und Verkäufer von Brod verpflichtet sein sollen, durch Anschlag am Verkaufslokal täglich den Preis und die Zusammensetzung des Arodes zur Kenntniß des Publikums zu bringen. Es kann den Arbeitern natürlich ganz gleich sein, ob dieser — übrigens uralte— Einfall Gesetz wird oder nicht; denn dadurch daß der Bäcker Preis und Zusammensetzung seiner Backwaare auf einen Zettel schreiben muß, wird natürlich das Brod weder billiger noch besser. Aber der sich geltend machten. Die freihändlerische Seite zählte wie eine Gnade zu gewähren. Der Antrag Munckel Antrag soll offenbar das Volk täuschen und den Anschein 11 Stimmen, nämlich drei Freisinnige, sechs Nationalliberale wird zugleich mit dem Antrag Rintelen( Cenir.) der mit erwecken, als ob die Brodvertheuerung lediglich von den und die beiden Zentrumsmitglieder Beckmann und Dr. der Entschädigungsfrage zugleich die Frage der EinschränBäckern ausginge und als ob es gerade die Konservativen Braubach. Entschlossene Agrarier umfaßte die Kommission fung des Wiederaufnahmeverfahrens verbindet, demnächst wären, welche den süßen Pöbel" vor einer Preissteigerung ebenfalls 11: die sechs Konservativen, einen Freikonserva- in zweiter Lesung im Hause berathen werden. der nothwendigsten Lebensmittel schüßen wollten. tiven( Herr v. Kardorff), zwei Ultramontane( die Frhrn. Politisch ungleich bedeutsamer war der weitere Antrag Das ist niedrigste Demagogie, denn das heißt sich v. Pfetten und v. Landsberg) und zwei Nationalliberale Munckels: auf Ueberweisung der politischen und nicht an die Massen wenden, um sie aufzuklären, wie es( Fischer und Leemann). Die dritte, vermittelnde" Partei, Preßvergehen an die Schwurgerichte. Die Debatte eine ehrliche Demokratie wünschen muß; daß heißt vielmehr welche zwar eine Erhöhung, aber keine Verdoppelung der darüber wurde leider der vorgerückten Stunde wegen" auf die Unwissenheit und die niedrigsten Instinkte der Getreidezölle wollte, setzte sich aus sechs Herren zusammen: abgebrochen, aber immerhin warfen die Reden Munckel's Masse spekuliren, um sie von der Spur ihrer wahren vier vom Zentrum, darunter Windthorst und merkwürdiger und Windthorst's einige grelle Schlaglichter auf die Feinde abzulenken. Weise auch Reichensperger, und die beiden Freikonservativen heutige Spruchpraris gegen Zeitungen und in politischen Glücklicherweise ist die Masse, der Arbeiter wenigstens, Lohren und v. Ow. Die Majorität erforderte mindestens Prozessen. Die aussichtslose Vertheidigung dieser Praris für solchen täppischen politischen Bauernfang nicht mehr 15 Stimmen, diese konnte keine der drei Parteien für hatte der konservative Staatsanwalt Hartmann übernommen; zugänglich. irgend einen Vorschlag erzielen. Für die höchsten Säße es gelang ihm wohl, mehrfach Ausbrüche des Unwillens traten beim Weizen und ähnlich erging es den andern zu erregen, überzeugt dürfte er jedoch kaum jemanden haben. Sonntag, 4. Dezember. Die„ Norddeutsche Getreidesorten- nur die 11 Agrarier ein, und gegen Morgen, Donnerstag, feiert der Reichstag wegen des Allgemeine Zeitung", das Blatt des Kommissionsraths die vermittelnden Vorschläge stimmten im Bunde mit den katholischen Feiertags, Freitag und Sonnabend sind für Pindter und des Fürsten Bismarck, beutet heute die Rede Freihändlern die Agrarier, so daß gar nichts herauskam. die Kornzollkommission freigelassen, sodaß erst am Montag Bebel's aus, um Stimmung für das Sozialistengeset Die Vertreter des Großgrundbefizes rechnen offenbar wieder eine Sigung stattfindet. Zur Wahl des neuen Präsidenten in Frankreich zu machen. In seinem Eifer geht das Kanzlerblatt sogar darauf, daß wenn die Kommission nicht mit bestimmten soweit, es Herrn Bebel zum hohen Vorwurf anzurechnen, Vorschlägen vor den Reichstag tritt, im Plenum leichter daß er den Heeresdienst eine- ,, Blutsteuer" genannt der Satz der Regierung durchgedrückt werden könne, daß habe als ob das nicht hunderte und tausende, oft sehr also alsdann leichter eine genügende Zahl von Nationalfonservativer Männer schon lange vor Bebel gethan hätten. servilen und Centrumsleuten zu den Agrariern übergehen schreibt man der" Frankf. Ztg.": Die französische Republik ist mit Rührt der Artikel, der voll ist von Ausbrüchen ,, nationaler" werde. Jedenfalls sind nunmehr im Plenum noch heftige zum Präsidenten in eine neue Phase ihres Daseins getreten. Sie dem erzwungenen Rücktritt Grevy's und der Wahl Sadi Carnot's Entrüftung, vielleicht wieder einmal von einem zugewanderten Auseinandersetzungen zu erwarten, und ebenso wie Herr hat zunächst einen neuen Beweis ihrer Lebenskraft gegeben, indem Ausländer her, der sich mit den Gepflogenheiten der Windthorst alles thun wird, um für seine Vermittelungs"-fie die Korruption, die im Elysée sich eingenistet hatte, von sich abdeutschen Sprache noch nicht genügend vertraut gemacht hat? vorschläge Anhänger zu werben, wird andererseits Fürst schüttelte, indem sie die Schwierigkeiten einer gleichzeitigen PräsidentJedenfalls ist der Artikel ein recht sauberes Pröbchen Bismarck( zweifellos darauf drücken, daß seine agrarischen lichen Ruhe und Ordnung sich ein neues allgemein anerkanntes und schafts- und Ministerkrisis überwand und ohne Störung der öffentdafür, wie demagogisch unsere Offiziösen in der nächsten Freunde befriedigt werden. freudig begrüßtes Oberhaupt gab. Die Freunde der Republik Zeit jedes Wort und jede Lebensäußerung der sozial- Nach Annahme der Regierungsvorlage würde übrigens haben Ursache, in diesem Ausgange einen neuen erfreulichen Bedemokratischen Partei für die Verlängerung des Ausnahme- Deutschland von Portugal abgesehen die höchsten weis von der Zuverlässigkeit und Elastizität der demokratischen Regierungsform zu sehen. Herr Sadi Carnot ist nicht nur in ethischer gesetzes zu benutzen gedenken. Getreidezölle von allen Ländern Europas besigen. Beziehung ein anderer Mann wie der Schwiegervater Wilsons, sonEs beträgt nämlich der Zoll pro 100 kg für Weizen Roggen Gerste 4,05 m. 1,21 Mt. 1,21 Mt. Montag, 5. Dezember. Die Vorlage über den Verkehr mit Wein wurde heute nach längerer Diskussion, an der sich Bamberger( freis.), v. Cuny( nat.- lib.), Lingens ( Zentr.), Bürkeln und Menzer betheiligten, an eine Kommission verwiesen. " 1 Hafer 2,43 Mt. in Frankreich Italien Spanien Deutschland( fünftig) 6,00 2,43 3,50 " " 2,43 2,59 6,00 " " 0,93 2,59 " 1,62 2,59 " " " 3,00 3,00 " " " dern er wird auch ein anderer Präsident sein. Er wurde am 11. August 1837 zu Limoges geboren, ist also jezt gerade 50 Jahre alt. Troß dieser verhältnißmäßigen Jugend hat Sadi Carnot schon eine beträchtliche Strecke politischer und staatsmännischer Laufbahn hinter sich. Er ist von Beruf Ingenieur. Er trat 1857 in die polytechnische Schule ein und wurde später zum Staatsingenieur in Annecy ernannt. Nach dem Sturz des Kaiserreichs stellte er sich Das kennzeichnet das herrschende System besser als alle der Nationalvertheidigung zur Verfügung; Gambetta ernannte ihn langen Reden! Vorher beschäftigte sich der Reichstag mit einem Gefeßzum Präfecten des Departements Seine- inferieure und übertrug entwurf der Regierung, welcher im Falle einer Mobilihm die Organisation der nationalen Vertheidigung in der Normandie. machung oder einer außerordentlichen Heeresverstärkung" Mittwoch, den 7. Dezember. Die Kornzoll- Am 8. Februar 1871 wurde er vom Departement Côte d'Or in die den Familien der in den Dienst eingetretenen kommission berieth heute die Tariffäße für die noch Linken anschloß. Nach Auflösung der National- Versammlung wurde Nationalversammlung gewählt, in der er sich der republikanischen Mannschaften eine gewisse, freilich ganz geringfügige übrigen Getreidearten, und kam hierbei ebensowenig zu er in die Kammer gewählt, deren Mitglied er bisher gewesen ist; Unterstützung sichern will( monatlich 6 Mark für eine einem Ergebniß wie gestern für Weizen, Roggen und er gehörte dem Bureau der Kammer als Sekretär an und war Ehefrau als Minimaljazz!). Von allen Seiten wurde die Hafer. Ihre weiteren Berathungen, die Aufhebung des mehrere Male Mitglied und Berichterstatter der Budget- Kommiſſion. Nothwendigkeit betont, auch für Friedens" übungen Identitätsnachweises betreffend, werden frühestens am am 3. Dezember war es z. B. gerade ein Jahr, daß er das Unter Grevys Präsidentschaft bekleidete er mehrfach hohe Würden, Unterstüßungen zu gewähren; der Kriegsminister erwiderte Freitag zum Abschluß gelangen, sodaß wir in der nächsten Finanzministerium niederlegte. Aber ein Verdienst Sadi Carnot's hierauf, daß das Material zu einem solchen Geseze noch Nummer zusammenfassend darauf zurückkommen. überlebte seinen Rücktritt vom Finanzministerium: er hielt die Hand nicht gesichtet sei". Die Anregung zu letterem hat be- Der Reichstag hielt heute Schwerinstag: er berieth fest am Staatssäckel und zeigte sich den Beeinflussungen der Comkanntlich der sozialdemokratische Abg. Harm gegeben, der über Anträge, die aus der Mitte des Hauses und zwar Glienten Dreifus auf Erstattung von 150 000 Francs Sporteln hat pagnie Grevy- Wilson unzugänglich. Den Anspruch des Grevy'schen sich mit Gen. Singer auch an der Debatte betheiligte. von der Seite der Freifinnigen gekommen waren. er abgewiesen. Als Rouvier diese Thatsache vor drei Wochen in Schon in der vorigen Session stimmte der Reichstag der Kammer erwähnte, erhielt Sadi Carnot von der gesammten Dienstag, 6. Dezember. Die Kornzoll- Kom- einem Antrag auf Entschädigung unschuldig Ver- Kammer eine stürmische Ovation. Das lenkte die allgemeine Aufmission, die gestern ihre Sitzungen begann, kam heute urtheilter zu. Diesen Antrag hatte der Abg. Munckel, überall mit Staatsgeldern und Staatseinfluß getrieben wurde, er= merksamkeit auf ihn, und gegenüber dem schmählichen Handel, der nach langer und ziemlich erregter Debatte zur Abstimmung der schon immer dieser Frage einen besonderen Eifer wid- schien er, der sparsame und unbeugjame Finanzminister, wie eine ( in erster Lesung) über die Tariffäße für Weizen, Roggen mete, wieder aufgenommen. Der Vertreter des Bundes- Buflucht der beleidigten Moral, wie ein Retter aus der Noth des und Hafer, und das Endergebniß war, daß man sich auf rathes, Geh. Rath v. Lenthe, erwiderte, daß die Stellung Standals. Dieser Umstand, der ihn, und nicht mit Unrecht, zum keinen Zollsaß zu einigen vermochte. der Regierungen die alte sei: sie lehnen jeden Rechts- dazu beigetragen, ihn auf den höchsten Posten der Republik zu Gegenbild des Wilson- Grevy'schen Paares machte, hat offenbar viel Diese Wendung war von vornherein nicht unwahr anspruch auf Entschädigung ab und stellen es den Einzel- bringen. scheinlich, da in der Kommission drei verschiedene Strömungen staaten anheim, nach eigenem Ermessen Entschädigungen Möbel-, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin von Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Märchen- und Bilderbücher empfiehlt in größter Auswahl R. Kohlhardt, Brandenburgstraße 56. Annahme von Abonnements für sämmtliche Zeitschriften. wird sauber ausgeführt. Meinem Freunde Berthold Krone zu feinem 38. Geburtstage ein donnerndes Hoch, daß die ganze Fürstenbergerstraße wackelt Jede Buchbinderarbeit Die Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. 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Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. № 19. Beiblatt zur [ Nachdruck verboten.] Der Vaterlose. Von Hans N. Krauß. Die Bewohner der engen, rußigen Gasse nannten ihn: der Meißnerin ihren Jungen. Seine Mutter kannte die ganze Stadt. Es war freilich schon ein paar Jahre her, seitdem das Unglück über sie gefahren, gleich einem Wirbel wind oder, wie der Herr Rath sich ausdrückte: seitdem der Fall sich ereignet trotzdem wußte noch jedermann ihre Lebensgeschichte. „ Berliner Volks- Tribüne". 99 Sonnabend, den 10. Dezember 1887. I. Jahrgang. durch ihrer Hände Arbeit Brod für sich und ihr Kind zu Menschen, sie erhielten Brod, Kuchen, ab und zu auch schaffen. Anfangs versuchte sie es mit Nähen und Stricken. einige Kupfermünzen. Das richtete ihren gesunkenen Muth Es schaute nicht viel heraus dabei. Die Reicheren hatten wieder etwas auf, ihre Stimmen wurden lauter, ihre ihre bestimmten Näherinnen, bei den weniger Wohlhaben- Augen begannen zu glänzen. Wenn sie zur Stelle kamen: deren gab's nichts zu verdienen; ihre Strümpfe kauften Wir fallen nieder auf uns're K( e) nie.." ließen sie sich die Meisten beim Kaufmann. Sie griff zuletzt zu dem niederfallen, daß die Dielen krachten. Nur der kleine Gewerbe einer Wäscherin. Und auch jetzt wieder standen Kaspar, Selbstschwarzer und König der schwarzen Völker ihr die Arbeiterfrauen aus der Nachbarschaft werkthätig im Morgenlande, kam aus dem Zähneklappern gar nicht zur Seite, halfen ihr, wenn die schwere Arbeit sie nieder- heraus. Er fürchtete sich vor der Polizei und glaubte zudrücken begann, fragten in den Häusern herum und jeden Augenblick, sie faffe ihn am Kragen. Dann dachte wandten ihr Arbeit und Verdienst zu. er wieder an seine Mutter, welche daheim in der elenden So vergingen einige Jahre. Katharinen's Hände Kammer krank darniederlag und sich nicht rühren konnte waren vom vielen Waschen verkrümmt, roth und mit und nichts zu essen hatte; und er würgte und schluckte und häßlichen Falten durchzogen; ihre Schönheit war verflogen, preßte die Zähne aufeinander, um die Thränen zu ver= ihr bleiches eingefallenes Gesicht verschwand unter dem beißen. Katharina Meißner war die Tochter eines Klein bauern; als ihre Mutter starb, und der Vater sich ein zweites Weib nahm, zog sie nach der Stadt, um sich fattunenen Kopftuche. Die schwere Last der mit nasser An einer Straßenkreuzung fuhren die Knaben plößlich einen Dienst zu suchen. Sie hätte zwar auch bei ihrer Wäsche gefüllten Körbe hatte ihr den Rücken gekrümmt, auseinander, wie eine Schaar Tauben, unter welche der Großmutter mütterlicherseits, welche in einem nahen Dorfe Gicht und zuckendes Reißen ihr ins Gebein gesandt. Sie Habicht stößt. Ohne daß sie zuvor etwas gemerkt hatten, lebte und dort ihren Auszug" verzehrte, eine Zuflucht glich mehr einem stillen, wandelnden Schatten als einem war ein Polizeimann unter ihnen gestanden und hatte sie gefunden, aber sie wollte dies nicht. Katharina war ein fünfundzwanzigjährigen Weibe. Und dennoch klagte sie zu wilder Flucht veranlaßt. Die Schatten der fliehenden aufgewecktes, selbstbewußtes Mädchen, das ihr Stückchen nie. Das viele Leid, die Schmerzen und Entbehrungen Knaben liefen über den Schnee hin wie ausschreitende Brod lieber selbst durch eigene Arbeit verdienen wollte, hatten sie abgeftumpft. Den andern Weibern erschien sie Riesen. Das Auge des Geseße war auf dem Gesichte des als es als Geschenk aus der Hand eines andern zu em- wie ein überirdisches Wesen, eine Dulderin, eine Märtyrerin, schwarzen Königs aus dem Morgenlande haften geblieben, pfangen. Zudem war sie schön gebaut, hatte ein hübsches, der nur der Heiligenschein noch fehlte. und begann es zu verfolgen. Der Knabe stürzte zu Boden, offenes Gesicht, war gegen Fremde, wie alle Landleute es sind, verschlossen und besatz einen etwas hartnäckigen Charafter. Sie war mit der bestimmten Absicht nach der Stadt gegangen, ihr Glück zu machen. Die größte Sorge bereitete der Wäscherin ihr Kind. raffte sich auf, fiel wieder hin. Er griff nach der Tasche, Der Kleine war von der Geburt an krank, das verdorbene in welche er das erhaltene Geld gesteckt; das Geld war Blut des Vaters kam im Sohne zur Wiedererscheinung. fort bis auf einen Kreuzer. Er nahm auch diesen und Seine Arme und Beine waren dünn, wie geknickt, der schleuderte ihn in den Schnee. Dann blieb er stehen, Die erſten zwei Jahre diente sie bei einer Beamten Körper abgezehrt, über den geschwollenen Halsdrüsen schoffen schob troßig die Unterlippe zwischen die Zähne und erfamilie als„ Mädchen für Alles." Sie hatte viel und große, lange Ohren empor und gaben dem dicken Kopfe wartete seinen Verfolger. Dieser faßte den armen, schwarzen schwer zu arbeiten, mußte Wasser und Kohlen schleppen das Aussehen eines Uhuschädels. Nur die Augen waren König am Halse und schleppte ihn mit sich fort. und wurde von der Frau den ganzen Tag über auf den schön, klar und rein wie Glaskugeln. Als er zum ersten Der Knabe sprach kein Wort, begann aber an seinen Beinen erhalten, wie ein Jagdhund. Dabei lernte sie Male zur Schule ging, neckten ihn die andern Kinder und Kleidern zu neſteln. Mit einem Male erhielt der Polizeiaber waschen, plätten, nähen und, was das beste für sie spielten mit ihm, wie mit einem jungen Hunde. Die mann einen Stoß vor die Brust, der Knabe that einen war, sie eignete sich eine Ausdrucksweise und Umgangs- ganze in der jungen Kinderseele lauernde Grausamkeit kam mächtigen Saß, Papierkrone und Hemd flogen in den formen an, daß Niemand hinter dem zierlichen, netten zur Erscheinung. Die Aelteren fragten ihn nach seinem Schnee, und im eiligen Laufe wandte sich Kaspar nach Ding ein Landmädchen vermuthet hätte. Vater, die Jüngeren zwickten ihn in die Beine, zupften dem Ende der Stadt, wo Felder und Wiesen, Gärten und Gesicht und sagte nein. Ein junger Wirth, der sie zufällig kennen gelernt, ihn an den Ohren, versuchten sein grobes, häßliches Haupt Hecken an die Häuser stießen. Seine blonden, weichen wollte sie als Kellnerin dingen, um mit einem prächtigen auf die Schiefertafeln zu zeichnen. Der Sohn eines reichen Haare flatterten im Winde, und in seiner Brust rasselte Lockvogel seinem darniederliegenden Geschäfte wieder etwas Mannes riß den kleinen Tölpel aus der Bank, zwang es, als schlüge man Ketten aneinander. Und er lief durch auf die Beine zu helfen. Erſt ſuchte er ihr durch den ihn zur Erde, packte ihn bei den Haaren, stieß ihm die die Gärten, sprang über Gräben, stolperte über die geHinweis auf ihre Schönheit zu schmeicheln, dann schilderte Hacken seiner glänzenden Schnallenschuhe in die Weichen frorenen Beete der Sturzäcker. Seine Pulſe flogen, in er das fidele Leben einer Kellnerin in den glühendſten und ritt auf ihm, wie auf einem Pferde. Der Kleine seinen Schläfen hämmerte es, wie in einem Pochwerke, Farben, sprach mit Achtung von den angesehenen, höchstertrug schweigend diese Verhöhnungen und Mißhandlungen. vor den Augen tanzten ihm feurige Ringe. achtbaren und reichen Personen, welche bei ihm verkehrten, Der Charakter der Mutter war auf den Sohn über- Weit draußen wagte er stehen zu bleiben und sich und nannte zu guter letzt als Wochenlohn eine Summe, welche beinahe dreimal so groß war als die, welche sie gegangen; er weinte nur, wenn ihn Niemand sehen konnte. umzusehen. Sein Verfolger war verschwunden; aber die Als die Noth in dem kleinen Haushalte immer größer erleuchteten Fenster der Vorstadt erschienen ihm wie ebenso von ihrem bisherigen Dienstgeber bekommen. Katharina hörte ihn ruhig an, strich sich mit der flachen Hand über wurde, ging die Meißnerin sie wurde jetzt überall nur viele rollende, rachgierige Augen, die zitternden Flammen der Laternen wie aufleuchtende Helmspißen. Das trieb bei dem einen Namen genannt um Weihnacht mit die Stirne, lächelte dem Antragsteller ganz verbindlich ins anderen Weibern Neujahrsingen" zu den wohlhabenderen ihn weiter. Sein Laufen wurde allmählich zu einem unDafür nahm sie bei der nächsten Gelegenheit Dienst Handwerkern und Geschäftsleuten, zu den Bürgern, welche regelmäßigen Springen; an der Kehle verspürte er einen in dem Hause eines reichen Patriziers; fie wurde Stuben- neben ihrem Gewerbe auch Ackerbau trieben, aufs Land ſchmerzlichen Druck, die Kiefer schlugen von Zeit zu Zeit mädchen bei der Gnädigen. Ein Jahr lebte sie dort im hinaus, in die Gegend, wo Niemand sie kannte. Ihre mit einem kurzen, scharfen Geräusch zusammen wie bei einem Hunde, welcher nach Fliegen schnappt. Eine untiefsten Seelenfrieden und blühte auf, wie eine Rose. Mit zitternde, leise klagende Stimme hob sich wehmüthig von einem Male trat der Umschwung ein.„ Der junge Herr" dem geschreiartigen Singen der Andern; es klang wie das geheure Angst ergriff ihn. Er sah sich wieder in der Gewalt des grimmigen Polizeimannes, spürte wieder im kam, nachdem er sich jahrelang, wer weiß wo, in der Lied eines sterbenden Vogels. Die Weiber aber nahmen Nacken den Druck der großen, kräftigen Finger. Dann Als der kleine Kaspar sechs Jahre alt war, ging er sah er sich nach einem großen Hause geschleppt: überall zurück. Noch jung, aber abgelebt, mit schlotternden mit drei anderen Jungen„ Dreikönigsingen". Mit gesenktem ſtanden Lampen, aus allen Ecken blißten Helmſpißen, in Knieen und erloschenen Augen, machte er im ersten Augen- Stopfe schritt er hinter" den„ drei Königen" einher und allen Winkeln raſſelten Säbel, klirrten Schlüssel. All das ſteckte in den kleinen Sack, den er bald auf der Schulter, verschwand wieder in einem dichten, grauen Nebel, und Die Mädchen gleichen aber alle den Mücken. bald im Arme trug, die Gaben, welche weichherzige Menschen daraus hervor tauchte das abgezehrte Gesicht der Mutter; Im Sonnenschein, unterm lachenden Himmel, wenn die Winde schlafen, ist es eine Freude, eine Seligkeit, seines Lebens den Kindern gereicht. Aber die andern Knaben nahmen ihre traurig blickenden Augen waren auf ihn gerichtet. er ihre Worte zu vernehmen: Kind, warum hast du mir kurzbemesinen Raum zu durchgaukeln. Da, plöglich, hebt das Beste an sich und ließen ihm nur die Ueberbleibsel, ihre fahlen Lippen bewegten sich, und ganz deutlich glaubte Und die armen das gethan?" eine Flamme ihr züngelndes Haupt. Mücken schwirren herbei, im wirbelnden Tanze drehen sie Einige Male war er schon zu Boden gestürzt, Angst, sich um den lohenden Satanas, kommen und schwinden, hatte sich beim Waſchen erkältet, nun lag sie, schon seit Furcht und Schrecken hatten ihn immer wieder emporeilen wieder herbei, wollen entfliehen und können es nicht; sechs Wochen auf ihrem Strohsacke, zusammengekrümmt, gerissen. Schweiß rann ihm über den ganzen Körper. und alle stürzen, die einen früher, die andern später hinab starr wie eine Todte; die Gicht hatte ihr fast den ganzen Da fiel sein Blick auf einen mit Stauden bestandenen in das glühende, qualmende Verderben; wer sich rettet, Körper gelähmt. Zu Neujahr war nicht eine Brodkrume Rain, der den Hang hinauflief. Er blieb stehen und holte verdankt es seiner Flügel Schwungkraft, einem Natur im Hauſe. Eine Nachbarin hatte dem kleinen Kaspar ein rasch hintereinander tief Athem. Dann schleppte er sich Hemd ihres verstorbenen Sohnes geschenkt. Das zog er hinter die Stauden und sant ganz erschöpft in den Schnee. geschenke. Welt herumgetrieben, in seine Heimath, in sein Vaterhaus fie gerne mit: Sie konnte hoch hinauf." blick auf Keinen einen guten Eindruck. welche sie nicht mochten. Jm nächsten Winter wurde die Wäscherin krank. Sie Sechs Monate nach der Heimkehr des jungen Herrn jetzt über seine Kleider, die mit hundert fremden Lappen Er zog die Beine an sich und schlang die Arme um die nahm die Gnädige eines Tages ihr Stubenmädchen bei und Flicken bedeckt waren, beschmierte sich Hände und Kniee. Eine ungeheure Müdigkeit und Schläfrigkeit überSeite und sprach mit ihr lange und eindringlich. Die Gesicht mit Ofenruß, ſetzte aufs Haupt eine gezackte, mit fiel ihn; zugleich hatte er das Gefühl, als städe sein Goldschaum verzierte Papierkrone und ging mit zwei anderen Er schloß die Patrizierin war eine„ seelengute"," einsichtige" Frau „ Dreikönigsingen". Starr blickte ihm die Mutter aber das war zu arg; es ging nicht. Was würden die Knaben Dreikönigsingen". Starr blickte ihm die Mutter ganzer Körper in lauwarmem Wasser. Plößlich kam ihm der Gedanke, wie schön es wäre, Leute ſagen? Am Abend desselben Tages ging Katharina nach, und große, bittere Thränen rollten ihr über's schmerz- Augen, um das Vergnügen ganz in sich aufzunehmen. wenn er einen Vater hätte. Vor Freude klatschte er in Meißner aus dem Dienste und bezog in einem engen, verzerrte Antlitz, als er die Stube verließ. Der Wind pfiff eisig durch die Gassen und wirbelte die Hände. Ja, dann würde keiner mehr ihn necken und finsteren, schmutzigen Gäßchen eine Kammer, die leer stand, weil sie selbst dem ärmsten Arbeiter zu lochartig erschien. feinen Schneestaub von den Dächern. Die drei Könige schlagen, er könnte es dann ja auch machen wie die andern Und die Leute? O, die rechtfertigten schon das in schlugen frierend die Hände über einander, drückten sich Knaben und es seinem Vater sagen, wenn ihm einer ein fie gesetzte Vertrauen. Die einen, die Wohlhabenderen, scheu an den Häusern hin, huschten um die Ecken wie Leid thäte. Und der Polizeimann? D, der würde auch schimpften über die Ueberhebung des Stubenmädchens, schwindende Schatten, blieben dann wieder stehen und schon hübsch ruhig sein, wenn er herangeschritten käme am dieser Bauerndirne,- ,, was sie sich nur gedacht haben fpähten, ob ihnen nicht ein Polizeimann folge. Es war Arme seines Vaters. mag"- die Aermeren beleuchteten den jungen, feinen ein gestrenges Verbot ergangen, daß heuer das Drei" Der kleine Dreikönigsänger drückte sich an die Stauden, Herrn Patriziersohn von allen Seiten, bis er dastand in königsingen ſtrengstens verboten sei. Zuwiderhandelnde warf den Kopf zurück und legte die Hände ineinander. seiner vollen, moralischen Fadenscheinigkeit und Nichts- würden sich die Folgen nur selbst zuzuschreiben haben." Um seine Lippen spielte ein feliges Lächeln. Vor den nußigkeit; sie alle, diese unglücklichen, gedrückten Geschöpfe, Das trieb die Knaben hinaus in die Vorstädte, wo die Augen des armen, elenden Kindes, das nie seinen Vater fühlten bas an Katharina begangene Verbrechen an sich Häuser nicht mehr in geschlossenen Reihen stehen, wo gesehen, stand das Bild eines jungen, schönen Mannes, begangen, sie fühlten sich als Stand, als Klasse; jedem weniger Laternen ihre grellen Lichtkegel auf den Boden freundlich blickten die Augen, und über die milden Lippen war es klar, daß hier der große, hündisch- unverschämte werfen, wo nicht so leicht die blißende Helmſpiße eines glitten die tröstenden Worte:„ Fürchte dich nicht. Ich bin ja bei dir. Ich will dich schüßen, will dich hegen, will Reichthum hilflose Armuth in den Koth getreten. Die Schußmannes aus dem Schatten taucht. Es war bitterkalt, die drei Könige fror jämmerlich. dich pflegen. An meiner Brust sollst du ruhen. Wenn Weiber der Arbeiter wetteiferten mit einander, Katharina Gleich im ersten Hause, in dem sie ihr Sprüchlein hersagen du schläfft, werde ich bei dir wachen, wenn du wachst, an in ihrer Bedrängniß beizustehen. Es that noth. Schon wenige Wochen nach der Geburt wollten, wurde ihnen die Thür vor der Nase zugeschlagen, deiner Seite sein. Schlafe Kind, schlafe. Niemand soll des Kleinen waren die wenigen Ersparnisse der Mutter und sie mit Schimpf und Scheltworten von der Schwelle mehr deiner höhnen, keiner dich verspotten. Schlafe nur, Dann kamen sie wieder zu gutmüthigeren schlafe!... vollständig aufgezehrt; Katharina mußte daran denken, getrieben. Wie milde Frühlingslust kam's angesäuselt. Ein leises Knistern und Rauschen zog durch die Lust. In großen, wolligen Flocken, wie in stillen Herbsttagen die Blätter der Bäume, fiel der Schnee. Und auf das Antlitz des Schlafenden senkten fich die Flocken, erst wenige, dann mehr, die ersten schmolzen und rannen als große Tropfen ihm in die Kleider. Immer dichter kamen sie herangesegelt, lautlos, wie auf Geisterftißen stiegen sie nieder, auf das Antlitz, aus die Hände, auf den ganzen Körper ließen sie sich herab, umspannten ihn mit tausend Armen und woben dem Schlafenden das Todtenhemd.... Einige Tage später fanden zwei Weiber, welche Milch zur Stadt trugen, hinter einer Haselnußstaude die Leiche eines erfrorenen Knaben. Die englischen Knndlords» die unter Gladstone's liberaler Regierung bedenkliche Ge- sichter machten, fühlen sich seit dem brutalen Torpregiment wieder als Herren der Situation und gehen in der rück- sichtslosen Ausbeutung ihrer„Herrenrechte" so weit, daß sie bald einen allgemeinen Sturm des Unwillens gegen sich heraufbeschworen haben werden. So hat in Cheshire— wir folgen hier der„Voss. Ztg."— der dort reichbegüterte Marquis of Cholmon- deley an seine sämmtlichen Pächter durch seinen Land- agenten folgendes Rundschreiben erlassen: „Gechrter Herr!— Lord Cholmondeley ersucht Sie, jedwedes Stück Drahtzaun, das sich auf den von Ihnen gepachteten Ländcreien befindet, fortnehmen zu lassen, und zwar wünscht er, daß das sofort geschieht." Zum Verständniß dieses großgrundherrlichen Ukases ist zu bemerken, daß in ganz England von Alters her die sämmtlichen Grundstücke, Ackerland und Wiesen, eingezäunt sind. Während aber stüher lebendige Hecken zur Ein- zäunung dienten, sind neuerdings die Landwirthe dazu übergegangen, der Bodenersparniß wegen diese Hecken durch Einfriedigungen von verzinktem Draht zu ersetzen. Abge- sehen davon, daß die landwirthschaftliche Schönheit einer Gegend unter der Ersetzung blühender Hecken durch nüchterne Drahtzäune leidet und daß vielen nützlichen Vögeln die Brutgelegenheiten entzogen werden, liegt der wirthschaft- liche Vortheil dieser Neuerung auf der Hand. Nur die Mitglieder einer Menschenklasse sind grimmige Feinde des Drahtzaunes: das sind die Fuchsjäger. Ueber oder durch eine lebendige Hecke kommr ein gewandter Reiter mit jedem Gaul, aber der unnachgiebige Draht hat schon manchem Reiter mit seinem Roß einen häßlichen Fall verursacht. Seit Langem hallten deshalb die Klubräume der hetzlustigen Rothröcke wieder von grimmen Klagen über das Umsich- greifen des Drahtes. Das hat den wackeren Marquis von Cholmondeley(dessen langer Name, nebenbei bemerkt, so ausgesprochen wird, als ob er sich Chumley schriebe) auf den genialen Gedanken gebracht, beim Beginn der Fuchs- Hetzsaison den lästigen Draht auf seinen Jagdgründen ein- fach hinwegzudekrcliren. Die Zumuthung Seiner Herrlichkeit an die Pächter ist nun in der That ausnehmend stark. Sie sollen nicht nur ohne Entschädigung eine wirthschaftliche Anlage beseiligen, die ihnen ihr schweres Geld gekostet, sondern müssen auch ihre Getreide- und Kohlfelder dem ungehinder- ten Eindringen des Viehes preisgeben, das auf den Weiden Cheshire's, der Heimath des bekanntesten englischen Käses, sich besonders zahlreich vorfindet. Der Ingrimm der Pächter über diesen rücksichtslosen Eingriff in ihr Er- werbsleben, nur um den reichen Gutsbesitzern bessere Ge- legenheit zu geben, ungehindert ihrem Lieblingsvergnügen, der Fuchshatz, zu stöhnen, ist erklärlich. Wenn sie sich zusammenthun und mit Entschiedenheit allesammt dem guts- herrlichen Befehl den Gehorsam verweigern, wird es ihnen voraussichtlich gelingen, den edlen Marquis zur Nachgiebig- keit zu nöthigen. Sein Verdienst bleibt es aber, auch in Cheshire die Saat der Unzustiedenheit mit dem Latistndienwescn gesäet zu haben, die vor Kurzem auf der schottischen Insel Lewis in dem Hirschkriege in so merkwürdiger Weise aufgegangen ist. Zur Beurtheilung des letzteren Vorganges hat der Edinburger Professor Stuart Glennie, der eifrige Für- sprecher seiner gälischen Landsleute, einige Akten beigebracht, die zahlenmäßig die Landlosmachung des Bauern- standes durch den grundbesitzenden Adel nachweisen. Die Insel Lewis enthält 406 000 Acres Land, deren einzige Besitzerin die Wütwe des verstorbenen Sir James Mathe- son ist. Nicht weniger als 350 000 Acres davon werden regelmäßig als Jagdland verpachtet und davon sind wieder 200 000 Acres regelrecht mit Wildgattern eingezäunt. Die Jagdgehcge von Uig und Park wurden durch Vertreibun von Pächtern geschaffen. Den Boden, den stüher du Bauern bearbeiteten, pachten dann vielfach die amerika nischen Nabobs für ihre Sportzwecke! Ein Theil der so ihres Lebensunterhaltes beraubten hochländischen Bauern(Crofters) ist zwar ausgewandert, in der Brust der anderen entstand aber um so tiefere Erbitterung, wenn sie sich und die Ihrigen in's Elend getrieben sahen, nur damit einige reiche Leute ihren Jagd- Vergnügungen ungehinderter nachgehen könnten. Als daher im vorigen Jahre ein großes Gehege auf der Insel Lewis, Park Forest genannt, außer Pacht kam und thatsächlich ein volles Jahr lang un verpacht et blieb, wandten sich die landlosen Bauern an die Besitzerin mit der Bitte, das Gebiet gegen einen angemessenen Pachtzins wieder als Bauernland jan sie zu verpachten. Die Baulichkeiten er- boten sie sich selbst zu errichten. Ihre Bitte begegnete tauben Ohren, und Park Foreft wurde wiederum als Wildgehege an einen Herrn Joseph Platt verpachtet. Da rotteten sich in ihrer Verzweiflung 2000 landlose Bauern aus dem Kirchspiele Lochs zusammen und zogen, ihre Dudelsackpfeifer voran, bei Tagesanbruch, mit Gewehren, Zelten und Proviant ausgerüstet, nach den Wildgehegen von Park und Aline hinaus, um das Wild auszurotten. So lange das Wild dort hause, sagten sie, könnten sie keine Heimstätten bekommen. Mit der Fischerei sei es schlecht gegangen und sie hätten für sich und ihre Kinder nur noch Kartoffeln zum Leben. Sie würden das Wild tödten, um es zu verzehren und sich gleichzeitig die lästigen Mitbewerber um den Grund und Boden vom Halse zu schaffen. Mehrere Tage lang lagerten sie auf den Bergen und schössen 200 Hirsche, von denen sie schmausten. Von Glasgow aus war ein Bataillon der schottischen Garde nach Lewis beordert worden. Jedoch schon vorher, ehe es zu einem Zusammenstoße zwischen den Soldaten und den zur Verzweiflung getriebenen Bauern kommen konnte, ge- lang es dem Sheriff der Graffchaft, die Bauem zur Heim- kehr zu bewegen. Nach Stuart Glennie's Bericht entstand der Feldzug zur Ausrottung des Wildes ganz unvorbereitet auf folgende Weise: In einer vor etwa drei Wochen abgehaltenen Versammlung der Bauem des Kirchspiels Lochs, in welcher der Schulmeister von Balallan den Vorsitz führte, bean- tragte der Wortführer der Häusler: da sie vor dem Hunger- tode wegen des MißergebnisseS der Fischerei ständen, solle der Abgeordnete der Graffchaft, Macdonald, ersucht werden, einen Gesetzentwurf zur Beseitigung der Wildgehege und Ueberweisung der so stet werdenden Ländereien an die besitzlosen Bauern dem Parlament vorzulegen. In der Besprechung wurde eingewandt, da eine Tory-Regierung im Amte und die Mehrheit der Abgeordneten Großgmnd- besitzer oder Sportsmänner seien, wäre an die Annahme eines derartigen Antrages nicht zu denken. Dann warf Jemand die Frage auf, wie viele Familien wohl in den Wildgehegen von Park und Aline Platz zur Ansiedelung hätten. Ein alter Crofter, Rory Mhor, meinte, 300 Fa Milien.„Wir wollen eine Deputation zur Besichtigung abschicken," schlug ein anderer vor.„Laßt uns lieber Alle gehen!" rief ein dritter.„Dann wollen wir aber für unsere Mühen uns gleich etwas Wild mitbringen," wurde nun eingeworfen, und so ging es weiter, bis schließlich ein Redner unter tosendem Beifall erklärte:„Das Wild hat zu lange schon unser Gras und Korn gegessen, jetzt wollen wir das Wild essen." Dann wurde einmüthig der Beschluß gefaßt, eine allgemeine Hirschjagd zu veranstalten und dazu aus jedem Dorfe des Kirchspiels Vertreter zu entsenden. Das ist zur Ausfühmng gekommen und wird seine Wirkung nicht verfehlen. Mangel und das brennende Gefühl erlittenen Unrechts haben den Ausbruch zu Wege gebracht, der so unerwartet und unvorbereitet kam, wie jede Entzündung lang angesammelten Zündstoffs überraschend zu kommen pflegt. Herr v. Frege äußerte vorige Woche im Reichstage, die kleinbesitzenden Bauern liefen Gefahr, von den„moder- nen Raubriltem" verschluckt zu werden. Von der köstlichen Naivetät abgesehen, daß hier ein Vertreter des Besitzes „wohlerworbenes" kapitalistisches Eigenthum als Dieb- stahl bezeichnet, möchten wir Herrn Frege doch darauf aufmerksam machen, daß die ganze moderne Kapitalistenklasse nur fortsetzt, was die„alten Raubritter" begonnen haben. Mit der— meist sogar gewaltsamen— Expropriation früherer Besitzer oder Mitbesitzer des Landes hat die kapitalistische Wirthschaft begonnen, lediglich hierdurch hat sie sich die ersten billigen Arbeitskräfte, ein besitzloses Proletariat geschaffen. Und die ganze Entwickelung unserer Wirthschaft ist nichts als ein einziger großer Expropriationsprozeß. Wir haben heute noch viel Kleinbesitz, aber tagtäglich werden große Theile desselben aufgesaugt; der Handwerker büßt sein Eigenthum ein und verliert es an das Großkapital, der kleine Bauer verliert sein Land an den Großgrundbesitz. Will Herr Frege also von Raubrittern sprechen, so muß er sie schon nicht allein auf dem Gebiete des Handels und der Industrie suchen; und die mitgetheilten Beispiele aus England könnten ihm zeigen, daß die grundbesitzenden, konservativen„Expropriateurs" den liberalen, geldkapitalbesitzenden„Raub- rittern" in Nichts nachstehen. Wettere Bemerkungen zu den GrundzSgen für die Atters- und Anualidenuerficherung der Ardetter. □ Die„Grundzüge haben in der Presse eine sehr -eingehende Würdigung gesunden, aber eigentlich etwas Gutes hat ihnen Niemand nachgerühmt. Wir nehmen natürlich diejenigen Blätter aus, die dazu da sind, daß sie jede That und jede Aeußerung aus Regierungskeiseu mit überschwenglichen Lobliedern ansingen, die Alles, was von dort kommt, erhaben und höchst geistreich höchst weise, höchst zweckmäßig, höchst nützlich, durchaus' nothwendig, gar nicht anders möglich finden müssen, bis sie, wenn der Wind umschlägt, gerade das Gegentheil mit denselben Worten feiern. Diese Presse ist ja bekannt in ihren großen Blättem wie in den kleinen landräthlichen Erzeugnissen in den einzelnen Kreisen. Von ihr reden wir nicht. Die kartellbrüderliche Presse zeiqt einen höchst kennzeichnenden Widerstreit der Gefühle Sie lächelt den Grundzügen mit dem verbindlichsten und freundschaftlichsten Lächeln entgegen und läßt im Weiteren an ihnen eigentlich kein gutes Haar. Es ist keine einzige Bestimmung in den ganzen„Grundsätzen", die wir nicht in kartest- brüderlichen Blättern angegriffen und deren Unzweckmäßig- keit wir nicht, oft recht scharf bewiesen gefunden haben. Es ist das echt nationalliberal, und ist aus diesen Kritiken garnichts über die fernere Haltung dieser Quallen gegen die Alters- und Jnvalidenversorgung zu entnehmen. Noch geheimnißvoller benehmen sich die Blätter der priesterherrschaftlichen Kreise. Sie haben aus die Arbeitermassen dieselbe Rücksicht zu nehmen wie auf die herrschenden Klassen, und da begreift man leicht ihre ganz zuwartende Stellung. Es könnte für sie leicht verhängniß- voll werden, wenn sie zu früh ihre Ansichten aufdeckten, die im Grunde sicher nicht arbeiterfreundlich sind, das lehrte der„Arbeitgeber mit der eisernen Faust" bei der Unfallversicherung, der stets der Vorsitzende in Arbeiterorganisationen sein muß, und der Ruf:„Sie wollen Arbeiterorganisationen?! Die werden wir nie bewilligen!" von Herrn Windthorst und seinen schwarzen Freunden. Solchen Aeußerungen gegenüber ist jede arbeiter- steundliche Maske leicht zu durchschauen. Von dieser Seite hat der Arbeiter auch nichts zu erwarten, das ist selbst- redend. Die Deutschfreisinnigen machen sich das kindliche Vergnügen, den etwas lahmen Hengst„Selbsthilfe" als Schulpferd vorzureiten. Sie haben ja damit so„glänzende" Erfolge erzielt. Von den 14 Millionen Arbeitern sind wohl einige wenige Tausend auf ihren Leim gegangen, und von den Milliarden Mark, die jede ganz ungenügende Alters- und Jnvalidenversorgung doch schon in Bewegung setzt, verschrumpfen die Pfennige, welche die Gewerkvereine zusammengebracht haben, verschwindet der ganze Humbug der Selbsthilfe in Nichts. Ja, es sind kolossale Kapitalien, die diese Alters- und Jnvalidenversorgung bewegt und auffpeichert. Um so mehr ist zu verwundern, daß über ihre Anlage, Verwendung und Verwaltung in den Grundzügen kein Wort gesagt ist. Nach den statistischen Materialien, die auch von der kartell- brüderlichen Presse als am besten begründet angenommen werden, beträgt die Zahl der Arbeiter, die unter die Alters- und Invalidenversicherung fallen würden, in runden Zahlen 10 Millionen Männer und 4 Millionen Weiber. Und zwar setzen sich diese Zahlen so zusammen: Männer. Weiber. Land- und Forftwirthschaft 5 899 456 2 515 873 Industrie...... 3 826 464 909 432 Handel und Verkehr.. 682 885 344 377 Häusliche Dienstleistungen. 213 746 183 836 10 622 551 3 953 518 Diese Zahlen sind freilich nur annäherild, aber es sind die genauesten, die zur Verfügung stehen. Die über 10 Millionen überschießenden Männer haben wir als „Ausfall" weggelegt. Jeder männliche Arbeiter bringt, vom Reichszuschuß abgesehen, jährlich 12 Mark, jede Arbeiterin 8 Mark für die Alters- und Invalidenversicherung auf, und zwar die Hälfte davon als Lohnabzug, die andere Hälfte als Zuschuß des Unternehmers. Das macht jährlich 12 X 10 4- 8 X 4— 152 Millionen Mark. Nun besteht eine Wartezeit für die Altersrente von 30 Jahren, für die Invalidenrente von 5 Jahren. Der Vollbezug der letzteren tritt aber auch erst nach 48 Jahren Wartezeit ein. Selbstredend ist also der Verbrauch an Rente in den ersten Jahren sehr gering und steigt erst nach vielleicht 30 Jahren frühestens zur vollen Höhe. Er wird für das erste Jahr nur auf etwa 2 Millionen Mark geschätzt. Zahlen lassen sich über das Anwachsen der Rente nicht genauer angeben, es fehlt darüber durchaus jedes Material. Wir nehmen wohl nahezu richtig an, wenn wir eine ziemlich gleichmäßige Steigerung der jährlich zu zahlenden Renten annehmen, etwa in arithmetischer Reche. Es sammelt sich also bis zu einer gewissen Zeit von Jahr zu Jahr ein größeres Kapital an. Der Zuwachs wird jährlich kleiner und in 30 Jahren ist der Abfluß gleich dem Zuwachs. Das angesammelte reine Kapital beträgt dann 152 X 15— 2280 Millionen Mark, also mehr als 21/* Milliarden. Rechnet man dazu den Zinseszins und fügt zu dieser Zahl noch die Reserven, die die Kranken- kassen und die Unfallversicherung ansammeln müssen, so erhalten wir eine Kapitalansammlung, die drei Mlliarden wohl erreichen möchte. Wir meinen, das giebt denn doch zu denken! wie man zu sagen pflegt, wenn man vor einem Räthsel steht. Die erste Frage ist: Wer verwaltet die kolossalen Geld- summen? Die Berufsgcnossenschaften! wenigstens in den Haupt- fachen. Wer sind die Berufsgenossenschasten? Mechanisch nach Provinzen oder Ländern mit der Feder zusammen- gefügte, zusammenhanglose Unternehmerverbände der gleichen Industriezweige, ohne inneres selbständiges Leben, ohne organische Entwickelung, ohne Geschichte, ohne Erfahrung, ohne gemeinsamen Gedanken, ohne jeden tieferen Zusammen- halt. Sie werden verwaltet in der Mehrzahl der Fälle von einem Vorstände, den der Zufall einer ganz unvor- bereiteten Wahl aus dem Dunkel an's Tageslicht gebracht hat, dem es in der Regel sehr an fähigen Personen fehlt und in welchem also die Arbeiten voni unteren bezahlten Bureaupersonal erledigt werden. t M. Aicjc Vorstände, die ungeheuer kostsplelig arbeiten, haben sich mit vieler Mühe die nothwendig, te Erfahrung, man kann nur saqen„angequält", damit jetzt die verun- glückten Arbeiter nicht mehr Monate lang ohne Antwort, ohne Bescheid, ohne jede Hilft �aben, obgleich dieses Geld in ihre Raufen geschüttet werden! Was für Hand nicht mehr als das Wegwerfen werth, die Taube teurs gegen den Herrn Reichskanzler wegen der Reichstagsrede vom Garantie für gute Verwaltung und für ausreichende Kontrole würde noch wenig genug sein, und der Sperling in der 13. Januar d. J. gleichfalls wegen Unzuständigkeit zurückgewieſen hatten. In Folge jenes Kammergerichtsbeschlusses unterbreiten wir ist gegeben? Gar keine. Hand könnte ihn ungeschickt machen, die Taube zu erhalten. unseren Strafantrag gegen den Fürsten Bismarck dem Militärgericht. Werden die Berufsgenossenschafts- Beamten ihre Auf- Daß die gebotenen Renten irgendwie genügend sind, um alle Kompetenzbedenken abzuschneiden, reichten wir denselben bei sichtspflicht beffer erfüllen, als die Aufsichtsräthe der be- ist von keiner Seite behauptet worden. Diese ungenügende dem Generalauditoriat ein, dem höchsten Militärgerichtshof, der rüchtigt gewordenen Leipziger Bank? Werden die Kassirer Rente ist dabei als Altersrente an eine so lange Warte- gemäß§ 87 der Militär- Strafgerichtsordnung auch zur Entscheidung Warte- ber Stompetenzfragen berufen ist. Wir haben darauf den nach= der Genossenschaften und ihre Direktoren nicht die Wege zeit geknüpft und an das zurückgelegte 70. Lebensjahr, ftehenden Bescheid des kommandirenden Generals des dritten Armeegehen, wie die Direktoren dieser Bank? Wer trägt dann das nur Wenige, und diese nur durchschnittlich 7/2 Jahre forps erhalten: den Schaden, wenn in einigen Jahren das Ausreißen unter lang in den Genuß derselben kommen. Besonders da das III. Armeekorps den Genossenschaftsbeamten eintritt? Wie viel Jahre ist Jahr" der Wartezeit nicht nach Kalenderjahren, sondern General- Kommando. es denn her, daß sogar eine Schußmannspensionskasse nach Arbeitsjahren zu 300 Arbeitstagen gezählt, verlängert Euer Wohlgeboren gereicht auf Ihren an das Königliche verschwunden war? Eine ganze Reihe von Veruntreuungen fich die Wartezeit für viele Arbeiter bis auf 40 und mehr Strafantrag vom 22./23. Oktober d. 3. gegen den Reichskanzler General- Auditoriat gerichteten und hierher ressortmäßig abgegebenen von Kassenbeamten bringt die Regierung heut auf einmal Kalenderjahre, weil sie in gewiffen Jahreszeiten nie Arbeit Fürst von Bismarck zum Bescheide, daß zu einem strafrechtvor den Reichstag, und um welche lumpige Summen haben. Dies beeinträchtigt den Werth der Altersrente ichen Einschreiten wider denselben wegen Beleidigung handelt es sich da! Die Alters- und Invalidenversorgung noch ganz erheblich. der Arbeiter bietet Summen dar, die sogar einem Dr. Jerusalem mitnehmenswerth erscheinen könnten. Wie soll das Geld angelegt werden? Berlin, den 17. November 1887. feine Veranlassung vorliegt. Denn die angeblich beleidigen Die Invalidenrente hat zwar eine kürzere Warte- den Aeußerungen find von dem Reichskarzler Fürst von Bismarc zeit, ist dann aber ebenso ungenügend wie die Altersrente politik gegen Angriffe der Tagespresse, also zweifellos in Wahrin einer Sigung des Reichstags zur Vertheidigung der Regierungsund erspart dem Invaliden der Arbeit nicht die Schande nehmung berechtigter Intereffen§ 193 Allg. StrafgesetzbuchsEs geradezu der Industrie zuzuführen, die es ja auch der Armenpflege, die er doch aufsuchen muß. gemacht worden. Nach dem eben zitirten Gesetz würden diese nur zum Theil aufgebracht hat, ist unmöglich, weil dieselbe Von anderen die Arbeiter noch mehr beeinträchtigenden Aeußerungen nur insofern strafbar sein können, als das Vorhandenbei den Wechselfällen des Marktes nicht die Sicherheit Bedingungen, wie z. B. daß die Rente in Naturalienbezug Umständen, unter welchen sie geschah, hervorgeht. Dies vorliegend sein einer Beleidigung aus der Form der Aeußerung oder aus den bietet, die für solche Gelderanlagen nothwendig ist. Staats- umgesetzt werden kann, wollen wir ganz absehen. anzunehmen, ist aber vollkommen ausgeschlossen. Denn der Reichs= papiere wären auch auszuschließen, denn kein Staat steht Ebenso wollen wir der ungenügenden Arbeiter- kanzler Fürst von Bismarck hat sich in seiner Rede ausdrücklich heute so sicher, daß seine Papiere eine dauernd genügende vertretung nur nebenbei erwähnen, sie ist nur eine dagegen verwahrt, daß er etwa den Schreibern der betreffenden Artikel, insbesondere des hier in Nede stehenden, vom Antragsteller Deckung für das Geld gewähren, das den Aermſten des Scheinvertretung ohne Werth für die Arbeiter, kann aber verfaßten Artikels den Vorwurf machen wolle, finanziell beeinflußt Volkes gehört. Ein unglücklicher Feldzug würde die Er- freilich sich zu einem Bespionirsystem ausbilden. zu sein. Die Schlußworte der von dem Antragsteller wortgetreu sparnisse vieler Jahre zerstören und die Würfel des Krieges Wir halten eine Alters- und Invalidenversicherung wiedergegebenen Rede find hiernach gar nicht auf Letzteren zu be= fallen nicht immer nach Wunsch. für nothwendig, glauben auch, daß sie nur durch staat ziehen und es ist mithin weder aus der Form der Aeußerung noch Es bleiben da nur die Anlagen in durchaus sicheren lichen Zwang durchgeführt werden kann, weil die„ Selbst- us den Umständen, unter denen sie geschehen, die Absicht zu be= leidigen, zu entnehmen. Grundpfandbriefen, so daß bei zufällig eintretender größt- hilfe" dabei vollkommen Bankbruch erlitten hat. Was möglicher Entwerthung des Bodens in langen Kriegen den Arbeitern hier aber geboten wird, kann sie nur wünschen oder durch sonstige Zufälle, das Geld noch nicht verloren, laffen, die Alters- und Invalidenversorgung nach diesen wenn auch vielleicht etwas schwer einziehbar ist. Grundsäßen komme nicht zu Stande. Dadurch wird aber der Erfolg eintreten, daß die Wir glauben aber dennoch, daß sie mit geringfügigen Kapitalbelastung des Bodens erleichtert, der Grundwerth Aenderungen zum großen Schaden der Arbeiter Gesez künstlich gesteigert wird und eine neue sogenannte„ Noth" werden wird. Wir gründen diesen Glauben nicht sowohl der Landwirthschaft, d. h. ein leichtsinniges Ueberschulden auf die Widerstandslosigkeit des gegenwärtigen Reichstages, des Grundbefizes entsteht, daß neue Brod und Fleisch- als auf den Umstand, daß das Kapital wohl einfieht: steuern verlangt und durchgesezt werden, die Lebenshaltung billiger ist nicht abzukommen! der Arbeiter sich also wieder verschlechtert. " 1 Das ist ja eben das Verhängniß bei unserer heutigen in die Hand zu drücken, so meint es, dann hat es wohl Und wenn es gelingt, den Arbeitern diesen Sperling" Wirthschaftsweise, daß jede Maßregel, für die Arbeiter noch einige Zeit, bis auch die Taube vom Dache" daran geplant, so gut fie gemeint sein mag, durch die unerbitt kommt. Das ist das Zeichen, in welchem geftritten wird liche Folgerichtigkeit der Thatsachen sich zu einer Ver- vom Freifinn bis zur hintersten Reaktion. schlechterung der Lage der Arbeiter umzugestalten die unwiderstehliche Neigung hat. Andererseits müssen wir des Wortes des Eisenkönigs Herrn Stumm gedenken, welcher vor einiger Zeit unsere wirthschaftliche Nothlage damit in Zusammenhang brachte, daß wir zu viel gespart haben. Fortsetzung verbotener Blätter. Der kommandirende General. Graf Wartensleben. Dem Epilog, den die Volkszeitung" diesem Bescheid beifügt, entnehmen wir noch nachstehende Säße:" Aus diesem Bescheid können feinerlei Stompetenzbedenken angeregt werden. Nachdem das Generalwir viel lernen. Bemerkenswerth ist zunächst, daß in demselben auditoriat„ ressortmäßig“ verfügt hat, kann es feinem Zweifel mehr unterliegen: der Vorgesezte des Fürsten Bismarck, vor dem Fürst Bismarc nunmehr in allen Straffachen Recht nehmen muß, ist gefunden: es ist der General der Kavallerie Graf Wartensleben, kommandirender General des dritten Armeekorps Als Ergebnisse unseres Strafantrages haben sich nach den des Reichs, hat aber vor einem Korpsgeneral in Strafsachen Bescheiden des Kammergerichts und des Militärgerichts folgende Säße ergeben: Der Herr Reichskanzler ist höchster 3ivilbeamter Recht zu nehmen. Er ist zwar im Zivildienste dauernd angestellt, ist aber dennoch aktiver General. Obwohl er aktiver General ist, übt er doch das Wahlrecht aus. Er ist aktiver General, obwohl er im Militärdienste keine Funktion hat, auch keinen Gehalt bezieht. Er ist zwar Chef des Magdeburgischen Landwehrregiments Nr. 26 und steht à la suite des Magdeburgischen Kürasfierregiments Nr. 7; trotzdem ist er dem dritten Brandenburgischen Armeekorps unterstellt, obwohl er nicht Landwehr-, sondern aktiver Offizier ist. Soviel Säße, soviel Widersprüche! Wir können es unsern Rechtsgelehrten überlassen, mit denselben fertig zu werden; es ist ihnen schon Schwierigeres gelungen." Schon früher einmal war durch gerichtliches Erkennt Wieder soll nun jeder Arbeiter 6 Mark jährlich dem niß der Begriff der ,, Fortsetzung eines verbotenen Blattes" ziemVerbrauch entziehen, wieder werden diese 6 Mark mit lich enge festgefeßt und besonders bestimmt worden, daß als neulich ein sozialdemokratischer Abgeordneter im Reichstage Wie das Einkommen der befizenden Klassen entsteht. weiteren 6 zu Kapitalien angehäuft, die andere Kapitalien ein Blatt, das von demselben Herausgeber, Redakteur und darauf hinwies, das Einkommen der Besitzenden werde ja doch nur von ihrer Stelle in der landwirthschaftlichen Industrie Drucker hergestellt wird und sich an denselben Leserkreis durch die Arbeit der Befitlosen geschaffen und alle fogenannten verdrängen und zur fabrikmäßigen Industrie hintreiben; wendet, wie das verbotene, noch nicht als Fortseßung Unternehmerbeiträge" seien daher schließlich ebenfalls den Arbeidem verminderten Verbrauch steht also wieder eine ver- deffelben zu betrachten sei, sondern daß es auf die im der wohlbegründeten Ueberzeugung dagegen. Wir wollen die Frage tern abgenommen da protestirte die Rechte im vollen Bruftton mehrte Herstellung entgegen. Um den Markt zu beherrschen, Programm des Blattes ausgesprochene Richtung des der Entstehung des„ Mehrwerths" hier nicht weiter erörtern, ba fie damit die deutsche Industrie weiter der billigste Mann" Blattes auch mit ankomme. Wenn also z. B. ein Blatt für die Mehrzahl unserer Befer längst entschieden ist. Aber ein Beispiel bleibt, muß wieder der Arbeiter herhalten. Neue auf Grund des Sozialistengefeßes verboten ist und das dafür wollen wir mittheilen, daß jedenfalls die Vergrößerung Maschinen werden entstehen, die Arbeitslosigkeit wird bei neue Blatt erklärt, es werde sozialistischen Bestrebungen, des Einkommens der Kapitalisten unter sonst gleichen Umständen lediglich aus einer Steigerung der Arbeitslast der Prolevermehrter Herstellung größer werden, die Arbeitslöhne die auf den Umsturz von Staat und Gesellschaft gerichtet tarier herstammt. Wir lesen nämlich soeben in verschiedenen Blättern: werden gedrückt werden. Der Kapitalist gleicht durch find", nicht huldigen, so muß ihm erst bewiesen werden, Bremen. Die Direktion der hiesigen Pferdeeisenbahn- Gesellschaft billigere Löhne und vergrößerte Herstellung seinen Verlust daß es solche Bestrebungen doch fördert. Es muß also hatte herausgerechnet, daß fie zirka 7000 bis 8000 Mart„ ersparen" aus, der Arbeiter zahlt die Zeche. jedes neue Blatt, das äußerlich durch Titel und innerlich fönnte, wenn sie ihren Angestellten statt alle fünf nur alle neun Tage einen freien Tag gewährte und hatte deshalb beschlossen, die durch die Erklärung, daß es von dem verbotenen Blatt lettere Aenderung einzuführen. Die schon so wie so schwer geplagten verschiedene Richtung befolgen will, als ein besonderes Kondukteure und Kutscher wollten jedoch darauf nicht eingehen und Blatt betrachtet werden, selbst wenn es von denselben ließen es auf einen Streik ankommen, der jedoch bald zu ihren Ungunsten beendet werden mußte, und zwar wegen mangelnden ZuAbonnenten gelesen wird, als das verbotene Blatt. fammenhaltens der betreffenden Angestellten. Die Direktion hat Die Reichskommission hat in neuester Zeit dieses noch also ihren Willen durchgesetzt und kann mun auf Kosten der Ge= günstiger für die Presse ausgesprochen. sundheit ihrer Bediensteten eine größere Dividende an die Aktionäre der Gesellschaft vertheilen. Die Rädelsführer" bei dem Streik wurden selbstverständlich entlassen. Man wird uns in diesem Falle wohl zugestehen, daß das Kaptital hier gar nichts thut, es rührt keinen Finger, es wendet für Betriebsmittel und Aehnliches feinen Pfennig mehr auf wie früher. Aus Nichts wird nun befanntlich Nichts, die 7000 bis 8000 Mark Mehrgewinn können also auf diese Weise nicht entstanden sein. Sie sind vielmehr wie das die Direktion ja selber zugesteht einzig und allein die Frucht der Arbeit der Pferdebahnarbeiter, die Frucht der Arbeit während der früher freien Tage. Was von diesen Theureres Brod, billigere Löhne, das wird nach einem kurzen scheinbaren Aufschwung" für den Arbeiter die Folge des neuen Milliarden- Segens sein. Gerade im Augenblick, als wir dies schreiben, geht uns aus Berlin die Nachricht zu, daß der Ausschuß des Zentralverbandes deutscher Industrieller sich mit dieser Frage der Kapitalanhäufung auch beschäftigt hat Unterm 25. Oktober 1887 ist in dem Entscheid auf und ungefähr zu ähnlichen Zahlen gekommen ist; ebenso die Beschwerde des früheren Reichstagsabgeordneten W. Bock hat er das sehr Bedenkliche einer solchen Kapitalaufhäufung in Gotha wegen Verbotes des Schuhmacher- Fachblattes" betont. Im Urtheil über die Verwaltung durch die Berufs- folgender Grundsatz ausgesprochen: wurde anerkannt. des Befizes ebenfalls zutreffen?- Und auch hier, welche tiefe, unergründliche Harmonie der Interessen von Kapital und Arbeit: " Ersparung" bekommen die Unternehmer 8000 Mark- Entbehrungslohn! die Arbeiter müssen ihre freien Tage entbehren, und für ihre genossenschaften find dort ebenfalls Bedenken geäußert, Es unterliegt keinem Bedenken, daß ein einmal gegen und auch der„ polizeiliche Charakter" des Quittungsbuches eine periodische Druckschrift erlassenes Verbot auch die periodischen Druckschriften trifft, welche im Sinne des GeWir hielten es für gut, dieses hier einzuschalten. setzes vom 21. Oktober 1878, wie solche insbesondere der 8000 Mart Rente gilt, sollte das nicht für die gesammte Rente Wenn wir uns die„ Grundzüge" ansehen, so finden§ 19 deffelben im Auge hat, als Fortsetzung der bereits wir, daß es für die Arbeiter nicht nur nicht vortheilhaft, verbotenen betrachtet werden müssen. Als eine Fortsetzung sondern höchst bedenklich wäre, wenn die Alters- und kann aber nur diejenige angesehen werden, welche in Invalidenversorgung nach diesen Grundsäßen geregelt würde. direkter Zuwiderhandlung gegen das bestehende Verbot Sie bringen dem Arbeiter ficher: unter demselben Titel, in der bisherigen Form, 1. das Quittungsbuch, das den polizeilichen z. B. in einer geheimen Druckerei hergestellt wird." Charakter eines Arbeitsbuches hat, das Kennzeichnungen Die fachliche" Fortsetzung des Blattes bedarf eines der mißliebigen Arbeiter und also die Beeinträchtigung besonderen, selbständig begründeten Verbots, es genügt ihrer gesellschaftlichen und staatsbürgerlichen Rechte zuläßt; bazu nicht die allgemeine Hinweisung auf die gleiche Ten 2. eine neue Steuer von 6 Mark jährlich, die an denz der Blätter, so wird weiter ausgeführt. und für sich zwar nicht erheblich sein mag, aber zu den Es liegen hiermit also im Grunde gleichlautende Beandern, schon jetzt zu zahlenden Abzügen hinzugerechnet, scheide vor, der gerichtliche sagt, was nicht als Fortsetzung diese doch merklich erhöht, übrigens in Gegenden mit niedrigen Löhnen auch an und für sich als Last empfunden zu betrachten ist, der Entscheid der Kommission sagt, was nur als Fortsetzung zu betrachten ist und damit ist der 3. die Aussicht auf weiteres Sinken der Löhne Arbeiterpreffe eine gewisse Erleichterung gewährt. durch die Kapitalanhäufung, welche fich nothwendig durch die Ausführung der Versicherung nach den vorliegenden Grundsäßen ergeben muß. werden wird; " " Das Verbot des Schuhmacher- Fachblatt", das in Gotha erschien, ist durch die Reichs- Beschwerde- Kommission bekanntder alten Weise weiter und die Redaktion wendet sich mit einem lich wieder aufgehoben worden. Das Blatt erscheint nunmehr in Aufruf an die Kollegen, dem wir besten Erfolg wünschen. Der Aufruf befagt Folgendes:" Durch das Verbot des„ Schuhmacher" und des Schuhmacher- Fachblatt" ist das Abonnement natürlich zurückgegangen, denn das ist der Erfolg jedes Verbotes. Da mun unser Organ wieder freigegeben, so ist es doppelte Pflicht der Kollegen, diesen Nachtheil burch verdoppelten Eifer weltzumachen, zumal das wöchentliche Erscheinen mit neuen, nicht unbedeutenden Stoften verknüpft ist. Das Schuhmacher- Fachblatt" wird seine bis zu dem Verbot vertretene Tendenz streng innehalten und weder darüber hinaus, noch davon zurückgehen. Um nun den alten Abonnentenstand und noch mehr zu erreichen, empfehlen wir die Verbreitung älterer Nummern unserer Fachblätter und zwar systematisch von Werkstatt zu Werkstatt. Noch giebt es tausende Kollegen, die von dem Bestand eines Fachorgans gar keine Kenntniß haben und Tenten wir dadurch deren Aufmerksamkeit auf unsere Presse. Sind Dem steht als Vortheil gegenüber: eine Rente, deren die Nummern auch theilweise ein Jahr alt, so enthält doch jedes Geringfügigkeit selbst von den der Regierung ganz-Fürst Bismarck und die Gerichte. Das Schlußkapitel Einzeleremplar irgend eine nüßliche Anregung. Darum, Kollegen, nahestehenden Breßstimmen nur durch den leidigen Troft der Geschichte ihres Versuches, den Fürsten Bismard wegen Be- verbreitet in Massen unsere Fachpresse und ladet die Kollegen zum beschönigt werden kann, daß Wenig besser ist als Nichts, leidigung zu verflagen, theilt die demokratische Berliner„ Bolts- Abonnement ein. Wir stellen ältere und neuere Eremplare zur Verfügung. Ein einziger und träftiger Wille der Kollegen und das ein Sperling in der Hand beffer ist, als eine Taube zeitung" wie folgt mit: auf dem Dache, und was sonst solche billigen und unzu barkeit unterworfen. Der Reichstanzler Fürst Bismarck ist der Militärgerichts- der Schaden ist bald reparirt." Die Redaktion des„ SchuhmacherDiesen Rechtsgrundsaz hatte früher das Fachblatt". treffenden Phrasen mehr sind. Wenig ist hier ebenso gut stammergericht als lehte Instanz festgestellt, nachdem Staatsanwalt Mildernde Umstände! Varel, 3. Dezember. Mehrere eg elmeister hiesiger Gegend hatten sich am als Nichts, und einem Hungrigen ist der Sperling in derund Oberstaatsanwalt den Strafantrag unseres verantwortlichen Nedak- Ziegeleibesizer und Kleine Mittheilungen. " Mittwoch vor dem Landgericht in Oldenburg zu verantworten, weil| Mund. Wie schwierig ist es, in Zeiten der Arbeit durchzukommen, sie, den Bestimmungen des Arbeiterschutzgesetzes zuwider, unter wieviel schwieriger ist es gar in Zeiten solch unfreiwilligen Feierns. arbeiter Berlins am Dienstag, den 13. Dezember, Abends 8 Uhr, Große öffentliche Versamlung sämmtlicher Stock16 Jahr alte Arbeiter über 10 Stunden täglich beschäftigt Ihr gabt uns bei Deigmüller in der Versammlung durch Guern in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstraße 48a. hatten. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde für jeden einzelnen Beschluß die Versicherung, für uns eintreten zu wollen. Wohlan, Fall eine Strafe von 30 Mt. beantragt. Die Beklagten versicherten, die Hälfte von uns feiert 1/2 Wochen, und nun fordern wir Euch den 11. d. M., Vormittags 11 Uhr, Versammlung in Scheffer's Fachverein der Steinträger Berlins. Sonntag, daß die geschundenen Arbeiter auf ihren eigenen Wunsch länger auf, helft uns den hierdurch entstandenen Schaden wenigstens zum Salon, Inselstr. 10. Tagesordnung: Besprechung über den Lohnwie 10 Stunden gearbeitet hätten; es wurden demnach mildernde Theil zu tragen, bringt durch Sammlung am Sonnabend in den tarif 1888. Grfagwahl des Vorstandes. Verschiedenes und FrageUmstände" angenommen und die Arbeitgeber" in eine Strafe von Werkstätten eine Summe zusammen, die es uns ermöglicht, eine fasten. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht der 10 Mt. genommen. Man kann über derartige Entscheidungen kleine Unterstützung zahlen zu können, damit wenigstens die während Mitglieder zahlreich zu erscheinen. Billets à 30 Pf. werden zu nur staunen, denn es ist offenbar für jeden Unternehmer eine des Streifs gemachten Schulden beglichen werden können. Wir der am zweiten Weihnachtsfeiertag im Eden- Theater stattfindenden Kleinigkeit, junge Arbeiter zu dem Wunsch" zu veranlassen, Ueber- haben uns nicht gescheut, für Euch einzutreten, also verlaßt auch Großen Matinee ausgegeben. stunden zu arbeiten. Gerade weil jugendliche Personen sich selber Ihr uns nicht. Mit kollegialischem Gruß! Die Kommission der nicht vor Ueberarbeit bewahren können und öfter auch, wegen un- Arbeiter der Eckersdorf'schen Schirmstockfabrik. Die Zahlstellen begenügender Erfahrung, nicht bewahren wollen, deshalb hat das finden sich bei Winzer, Naunynstr. 78( Restaurant) und bei Appel, Gesetz Schranken gezogen. Es hat das dürftig genug gethan, und Brandenburgstr. 42( Restaurant). Auskunft wird ertheilt im zuletzt nun wollen die Gerichte durch Annahme mildernder Umstände", angeführten Lokal, Mittags von 12-1 und Abends von 7-9 Uhr." die von jedem Unternehmer behauptet werden können, den dürftigen Arbeiterschuß noch kläglicher gestalten? Herr Dopp und Herr Singer. In der letzten Stadtverordnetensizung nahm Herr Singer vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort zu folgender persönlicher Bemerkung:„ M. H.! In der letzten Sigung hat der St.-V. Dopp während meiner Abwesenheit eine persönliche Bemerkung dazu benust, um gegen mich die Anschuldigung zu erheben, daß ich die verderbliche Hausindustrie ausbeutend benutzt habe, um mich reich zu machen. Ich verzichte darauf, an dieser Stelle Herrn Dopp zu widerlegen, und will hier nur bemerken, daß Herr Dopp Gelegenheit haben wird, die Richtig feit seiner Behauptung vor dem Strafrichter zu erweisen." Vor den Strafrichter hat auch Herr Singer die„ Staatsbürgerztg." zitirt, die ihn neulich gleichfalls beschimpfte. " Zum Eckersdorf'schen Streik. Vereine und Veriammlungen. Verein zur Tischler. Versammlung Sonnabend, den 10. Dezember, Abends Wahrung der Interessen der 81/2 Uhr, Michaelfirchstr. 39. Tagesordnung: 1. Vortrag des Hrn. Dr. Baumgart über: 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Die Mitglieder Die Jdee des ewigen Völkerfriedens." werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Es wird gebeten, die Billets vom Stiftungsfest abzurechnen. Billets zu dem am 25. Dezember( zweiten Weihnachtsfeiertag) im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72, stattfindenden Konzert sind in der Versammlung, sowie bei folgenden Herren zu haben: Lackur, AdmiDer Bund der Maurer- und Zimmermeister zu Berlin ralstr. 26; Stier, Grünauerstr. 16; Claus, Solmsstr. 38, Hof scheint sich wieder einmal als Herr der Situation zu fühlen, nach- 3 Tr. bei Neumann; Dänzer, Fürstenstr. 19, 2 Tr.; Lerche, Fruchtdem den Arbeitern jede freie Lebensregung untersagt ist. Man straße 52, Hof 3 Tr.; Pschichholz, Pallisadenstr. 16, Hof 3 Tr.; will jetzt endlich die Ernennung eines Innungs- Gesellenausschusses Werschke, Adalbertstr. 16, part. zu Stande bringen, nachdem das Manöver früher so kläglich ge= Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasserscheitert ist. Morgen, Sonntag, Vormittag 9 Uhr, soll die Komödie und Dampfarmaturen. Sonnabend, den 10. d. M., Abends bei Buggenhagen beginnen. Denn eine Komödie ist es doch, wenn 81/2 Uhr, bei Jordan, Neue Grünstr. 28, Mitgliederversammlung. man schreibt, alle Gesellen über 21 Jahre hätten Zutritt, während Tagesordnung: Vortrag des Herrn Gerich über:„ Der Golfstrom thatsächlich die Eintrittskarten nur an Auserwählte vertheilt werden. und seine Bedeutung für Europa." Vierteljahresabrechnung. VerHaussuchungen und Siftirungen. Am 5. d. M. wurde fiimmig eine solche Zumuthung ab. Wollen die Meister eine haben Zutritt. Der unentgeltliche Arbeits nachweis befindet sich Hoffentlich lehnen auch die mit Karten versehenen Arbeiter ein- schiedenes und Fragekasten. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, bei dem Wirker Herrn H. Mühler, Koppenstr. 35, gehaussucht. Der wirkliche Gesellenvertretung, feine Scheinvertretung, so mögen sie beim Vorsitzenden, Herrn Carl Prinz, Wienerstr. 62, Hof 1 Tr. Betroffene berichtet darüber: Am 5. d. M. wurde ich, Mittags von eine öffentliche Versammlung einberufen, in der alle Theile Verein der Parquetboden leger Berlins. Montag, Arbeit kommend, vor meiner Wohnung von zwei Kriminalbeamten gleichmäßig zum Wort und zur Geltung kommen. Das wäre dann den 12. Dezember, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Herms, empfangen und nach dem Molkenmarkt ſiſtirt. Hier wurde ich eine ernste Wahl, alles andere ist ein Possenspiel, das die Arbeiter Mauerstr. 86, Versammlung. Tagesordnung: 1. Innere Vereinswegen einer Kiste Patentstifte, welche aus Nürnberg gekommen sei, mit Entrüstung von sich weisen. Möge das morgen die Versamm- angelegenheiten. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. befragt. Nachdem ich zu Protokoll vernommen war, wurde ich lung unzweideutig zeigen. Mögen morgen die Arbeiter eine Probe Fachverein der Metallschrauben-, Façondreher entlassen. Während meines Aufenthalts auf dem Molkenmarkt ihres Solidaritätsgefühls ablegen, welche die Meister nicht vergessen und Berufsgenossen Berlins. Sonntag, den 11. Dezember, Vorwurde in meiner Wohnung nach sozialistischen Schriften gehaussucht. werden. Gefunden wurde ein Eremplar Marseillaise des Christenthums" mittags 10% Uhr, im Lokale des Herrn Böttcher, Köpnickerstr. 150 und ein Flugblatt. bis 151, Generalversammlung. Tagesordnung: Antrag des VorDie Berliner Maurer haben sich einen Verein gegründet, standes wegen Verlegung des Vereinslokales. Die fernere Tagesder den Namen„ Verein zur Unterstügung erkrankter Mitglieder der ordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Maurer Berlins" führt. Das Statut des Vereins hat die staatFachverein der Buchbinder und verwandter liche Genehmigung erhalten, und so hielt derselbe am Dienstag, den Berufsgenossen( Verbandsverein). Sonnabend, 10. Dezember, Zur Besprechung der infolge von Lohnreduktionen in der Stock- erste Mitgliederversammlung ab. Zweck dieser Versammlung war Jakobstraße 83. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Benken29. v. M. in dem Konzerthause Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, seine Abends 82 Uhr, Versammlung im Restaurant Reyer, Alte fabrik von Eckersdorf eingetretenen Arbeitseinstellung wurde am die Wahl des Vorstandes und die Klarlegung der Zwecke und Ziele dorff über:„ Die inneren Vorgänge beim Denken und Handeln der 6. d. M. im Deigmüller'schen Saale eine öffentliche Versam- des Vereins. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Krieg Menschen." 2. Antrag, den nächsten Geselligen Abend betreffend. Yung der Berliner Stockarbeiter und Drechsler abgehalten. Die( Vorfizender), Deumiechen( Stellvertreter), Müller( Saffirer), 3. Verschiedens und Fragekasten. Gäste willkommen. Um recht Versammlung war außerordentlich zahlreich besucht und wohnten Wilhelm( Stellvertreter); zum Schriftführer wurde gewählt Herr zahlreichen Besuch bittet der Vorstand. derselben auch mehrere hiesige Fabrikanten persönlich, sowie Ver- Wernau und als deffen Stellvertreter Herr Fiedler. Ferner wurden treter hiesiger Fabriken und auch ein Vertreter des Herrn Eckers- zu Revisoren ernannt die Herren Gräschte und Grube. Des Weiteren Maskenball, von Mitgliedern der Lokalverbände„ Berlin Ost" und Verband deutscher Zimmerleute. Ein großer Wiener dorf bei. Herr Hildebrandt, Vorsitzender der Streikkommission und wurden von Herrn Heinze die Zwecke und Ziele des Vereins er- Berlin Süd" veranstaltet, findet am 19. Januar 1888 in der vormaliger Arbeiter der Eckersdorf'schen Fabrik, referirte in aus- läutert. Danach hat der Verein den Zweck, seine Mitglieder oder Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57, zum Besten verunglückter führlicher Weise über den Verlauf des Streifs. Den gemachten deren Familie bei Krankheits- oder Unglücksfällen fräftig zu unter- und kranker Zimmerer statt. Eintrittskarten für Herren 50 Pf., Mittheilungen zufolge haben bereits in den Monaten Mai und stüßen, sowie durch Vorträge über Entstehung und Verhütung von für Damen 25 Pf. find bei sämmtlichen Lokalkassirern des BerAugust d. J. Lohnreduktionen in der gedachten Fabrik stattgefunden. Strankheiten das Wohl der Mitglieder zu fördern. Die moralische bandes, bei den Staffirern der Krankenkassen der Zimmerleute, sowie Der größte Lohnabzug( 6-25 pCt. oder 2-5 M. pro Woche nach Pflicht erheische es, daß ein jeder Maurer sich dieser Vereinigung bei den Herren Germis, Alte Jakobstraßen- und Küraſſirſtraßen- Ecke den verschiedenen Spezialarbeiten) sollte kurz vor Weihnachten, am anschließe. Nach Schluß der Versammlung wurde festgestellt, daß( Destillation); Gustav Dietrich, Zoffenerstr. 31; Joseph Schmidt, 1. Dezember d. J. in Kraft treten. Da, wie ein Vergleich mit den mehr denn 300 Maurer sich als Mitglieder hatten eintragen lassen. Lausitzerstr. 3, und F. Jürgens, Landsbergerstr. 85, zu haben. von anderen Fabrikanten für die gleichen Artikel gezahlten Löhnen ergab, die Löhne der Eckersdorf'schen Fabrik an sich schon ganz ieder Maurer die Nüßlichkeit des Vereins erkennen und dafür sorgen ligung gebeten. Wir wollen dem weiter nichts mehr hinzufügen, als daß ein Des wohlthätigen Zweckes wegen wird um recht zahlreiche Betheibedeutend niedriger waren, so würde ein derartiger Lohnabzug die möge, daß derselbe groß werde, denn nur dann ist ein Verein wie Arbeiter völlig eristenzunfähig gemacht haben. Es gelang den Ar- dieser im Stande, seiner Aufgabe voll und ganz gewachsen zu sein. abend, den 10. Dezember, Abends 82 Uhr, in Nieft's Lokal, Fachverein der Schlosser und Berufsgenossen. Sonnbeitern, mit Herrn Eckersdorf in Unterhandlung zu treten, doch Wie uns ferner mitgetheilt wird, soll am Dienstag oder Mittwoch Kommandantenstr. 71-72, Versammlung. Tagesordnung: 1. Verwurde feine Einigung erzielt, indem die von den Arbeitern gestellten der nächsten Woche eine Versammlung im Norden Berlins ftatt einsangelegenheiten. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. VerschieBedingungen: 1. Schriftliche Versicherung, daß die bisher gezahlten finden, wozu sämmtliche Maurer, welche gewillt sind, dem Verein denes und Fragen. Löhne weitergezahlt werden; 2. desgl., alle Streifenden wieder in beizutreten, freundlichst eingeladen sind.( Man achte am Sonntag Arbeit zu nehmen, 3. desgl., wegen des Streits nachträglich Niemand auf den Säulenanschlag.) - Verband deutscher Zimmerleute( Lokalverband Berzu maßregeln; 4. desgl., der Meister Waltenbronn, über den die lin West und Umgegend). Versammlung am Montag, den 12. d. Arbeiter sehr zu flagen haben, zu entlassen, keine Annahme fanden. 5. Dezember, Herr Heymann einen Vortrag über Baukunst und ordnung: 1. Vortrag über Dachausmittelung. 2. Wie verhalten sich Im Fachverein der Tischler hielt am Montag, den M., Abends 71/2 Uhr, in Sange's Salon, Steglizerstr. 27. TagesBesonders hart wurden von der Lohnherabsetzung die Polirer be- Buchdruckerfunst". Einleitend schilderte Redner in fesselnder Weise die Meister jetzt zu dem Stundenlohn von 50 Pf. 3. Verschiedenes troffen. Außerdem wurde diesen mur bis Weihnachten Arbeit in die Entwickelung der Ideen und Sprachen verschiedener Völker und und Fragekasten. Quittungsbuch legitimirt. Aussicht gestellt, da Herr Eckersdorf nach dieser Zeit an deren Stelle früherer Zeiten und besprach dann in eingehender Weise die mittelbilligere jugendliche Arbeiter treten lassen zu wollen erklärte. Hier- alterliche Baukunst, welche er als die Denkmäler des menschlichen die arbeitslosen Kameraden nochmals, sich im Arbeitsnachweis - Arbeitsnachweis für Zimmerleute. Wir ersuchen gegen, sowie gegen die Lohnabzüge energisch Front zu machen, sahen Denkens früherer Nationen darstellte, und ging sodann zu der Er- Beuthstraße 10, Abends von 8-9 Uhr, Sonntags Vormittags sich nunmehr die Arbeiter veranlaßt und so erfolgte am Sonnabend, findung der Buchdruckerkunst über, welche zwar von der Bourgeoisie von 9-12 Uhr zu melden, da Arbeit täglich gemeldet wird. den 3. Dezember, einmüthig die Arbeitsniederlegung. Es streifen in reaktionärer Weise ausgenutzt wurde, doch dazu beitragen wird, 25 Arbeiter( Polirer, Bieger, Feiler, Schleifer 2c.), einer von diesen die Unterdrückten in dem Kampfe um die gleichen Menschenrechte arbeiter befindet sich Waldemarstr. 61. bei Pfister. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis für Klavierhat andere Arbeit. Die Arbeiter sind entschlossen, von ihren ge- zu unterstützen. Die Versammlung spendete dem Redner, welcher stellten Bedingungen nicht abzulassen und anderwärts Arbeit zu zum Schluß noch einige Fragen beantwortet hatte, lebhaften Beifall. licher Berufsklassen. Berlin I. Sonnabend, den 10. d. M., nehmen, wenn sich Gelegenheit dazu bietet. Es ist Aussicht vor- Sodann wurde 2 Mitgliedern, welche ihre Arbeitgeber verklagen Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78, Mitgliederversammlung. Tages- Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins sämmt= handen, daß die Hälfte anderwärts Arbeit findet. In der langen wollten, der Rechtsschutz bewilligt. Hierauf erledigte die Verſamm- ordnung: Wahl der Delegirten zur Generalversammlung und des Diskussion wurde den Streifenden allseitige Unterstützung sowohl lung noch einige interne Vereinsangelegenheiten. der Berufsgenossen als der Berliner Arbeiter zugesagt. Auch die Herren Fabrikanten wurden aufgefordert, im eigenen Intereffe die fuchte Schuhmacher Versammlung tagte Montag, den 5. d. M., Saffe, Hasenhaide 48, und beim Kassirer Schilling, Koppenstr. 48, Eine öffentliche von ungefähr 400 Personen be- Ausschusses für das Jahr 1888. Beitrittserklärungen werden in Streikenden moralisch und finanziell nach Kräften zu unterſtüßen. im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Zu Punkt 1 jeder Versammlung, sowie zu jeder Tageszeit beim Vorsitzender Auf ein gestelltes Ansuchen, ein Gutachten abzugeben über den der Tagesordnung sprach als Referent R. Baginski über die traurigen Streit, erklärten zwei Fabrikanten, daß die Arbeiter der Eckersdorf- Verhältnisse im Schuhmacher- Gewerbe. Derselbe betonte, daß die arbeiter( G. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 7. Sonnabend, Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallschen Fabrik durchaus korrekt gehandelt hätten, sowie, daß durchaus Gesetzgebung in erster Linie dazu berufen sei, durch Regelung der den 10. Dezember, Abends 8½½ Uhr, Lindowerstr. 26 bei Jakob tein Grund zu einer Lohnreduktion als Folge schlechter Konjunktur Produktion bessere Verhältnisse herbeizuführen. Bei der jeßigen Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Neuwahl vorhanden sei. Der Vertreter des Herrn Eckersdorf suchte diesen Zusammensetzung der gesetzgebenden Körperschaft sei aber absolut des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Die Zahlstellen bleiben für nach Möglichkeit zu rechtfertigen. Die bisherige Streiffommission nichts zu erwarten. Deshalb müßten wir uns in einer großen diesen Abend geschlossen, jedoch werden Beiträge in der Versammlegte ihr Amt nieder. Die Streifenden werden, nachdem im allge Organisation zuſammenthun, um gemeinſam unsere Interessen zu lung entgegengenommen. meinen Interesse Herr Hildebrandt aus der Kommission gänzlich berathen. Redner empfahl allen Anwesenden in den Verein zur den 11. Dezember, Vormittags 10 Uhr, im Restaurant Krüger, ausgeschieden ist, sich eine neue Kommission bilden. Herr Sünder- Wahrung der Interessen der Schuhmacher und verwandten Gartenstr. 123, eine Versammlung ab mit der Tagesordnung: Die Filiale Berlin 6 hält am Sonntag, mann, Herr Hartmann u. A. plädirten für Anschluß an die be- Berufsgenossen einzutreten. Mehrere Redner schlossen sich seinen 1. Wahl der Ortsverwaltung. 2. Verschiedenes. stehenden Fachvereinigungen, doch wurde ein derartiges Abschweifen Ausführungen an und legten die Vortheile der Vereinigung klar. von der Tagesordnung schließlich polizeilicherseits für unstatthaft Alsdann wurde folgende Resolution angenominten: erklärt. In einer angenommenen Resolution erklärten sich die An- den 5. Dezember, im Louisenstädtischen Konzerthaus tagende öffent- den 11. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. H. Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, wesenden solidarisch mit den Arbeitern der Eckersdorfschen Stock- liche Schuhmacher- Versammlung beschließt: 1. In Erwägung, daß Spazier über:" Die Religion des Mohamed." Damen und fabrik, sowie, um ein derartiges Vorgehen eines Fabrikanten für die die Lohn- und Arbeitsverhältnisse im Schuhmachergewerbe von Herren als Gäſte willkommen. Zukunft unmöglich zu machen, Mann für Mann sich der bestehenden Tag zu Tag schlechtere werden, dagegen die Preise der Wohnungs- Versammlung, in welcher ein Vortrag des Herrn Prof. Dr. B. Abends 8 Uhr daselbst Gesellige Fachorganisation( Vereinigung der Drechsler Deutschlands, Ham- miethen und Lebensmittel im steten Steigen begriffen find, Mann Meyer über:" Burgen und Schlösser des Mittelalters" stattfindet. burg) anzuschließen. für Mann dem„ Verein zur Wahrung der Interessen der Schuh-( Die Bilder werden mit Hilfe des Projektionsapparates vorgeführt.) Die Streifenden erlassen nunmehr folgenden Aufruf: macher und verwandten Berufsgenossen Berling" beizutreten, um Von 6 Uhr ab und nach dem Vortrag findet, von der Gemeinde „ Kollegen aller Branchen! In Folge der Dienstags- Versammlung so durch die Macht der Vereinigung die Uebelſtände in unserem zum Besten hilfsbedürftiger Mitglieder veranstaltet, ein Bazar statt. sah Herr Eckersdorf sich veranlaßt, mit den Arbeitern in Unter- Gewerbe zu bekämpfen und für die Schuhmacher bessere Lebens- Gäste durch Mitglieder eingeführt haben Zutritt. handlung zu treten, durch welche vereinbart wurde, daß die Arbeit bedingungen zu erringen. 2. Proteſtirt die Versammlung gegen die den 12. d. M., findet ebendaselbst Abends 81 Uhr eine beschließende Am Montag, wieder aufgenommen wird zu den in der Versammlung festgefeßten von den Zünstlern und sonstigen arbeiterfeindlichen Korporationen Versammlung der Mitglieder statt. Tagesordnung: Wahl der KaffenBedingungen. Sämmtliche Arbeiter, mit Ausschluß des jüngsten in neuerer Zeit wieder in Anregung gebrachte Einführung der revisoren u. 5. w. Bolirers, nehmen die Arbeit wieder auf. Letzterer kann deswegen obligatorischen Arbeitsbücher, weil die Arbeiter durch Einführung nicht wieder mit anfangen, weil schon vor Beginn des Streiks nur derfelben zu Staatsbürgern II. Klasse degradirt werden und ihren für 3 Polierer genügend Arbeit war. Mehrere andere der Kollegen, Arbeitgeber gewissermaßen als Vormund über sich erhalten, dieses Langner, Suchland und Hildebrandt, welche bereits anderweitig in aber mit der Würde und Intelligenz des arbeitenden Volkes unArbeit stehen, verzichten darauf, in der Eckersdorfschen Fabrik verträglich ist. Die folgenden Redner sprachen sich einstimmig wieder anzufangen. Der Meister, der jedenfalls monatliche Kündigung gegen die Arbeitsbücher, sowie gegen die in den Grundzügen der hat, verläßt am 1. Februar das Geschäft, gleichfalls ist demselben Alters- und Invalidenversorgung erwähnten Quittungsbücher aus das Recht der Arbeiter- Entlassung abgenommen. Ferner hat mit der Motivirung, lieber feine derartige Altersversorgung zu Herr Eckersdorf sich verpflichtet, die vor dem 1. Dezember gezahlten haben, als sich auf diese Weise das obligatorische Arbeitsbuch aufBreise fernerhin zahlen zu wollen. Während die Bieger und ein drängen zu lassen." Theil der Feiler und Polirer, ca. 12 Mann, bereits am Donnerstag früh die Arbeit aufgenommen haben, beginnen die Uebrigen erst Fachverein sämmtlicher im Drechslergewerk beam Montag früh wieder ihre Thätigkeit. Kollegen, wir haben schäftigten Arbeiter Berlins. Versammlung am Dienstag, Guch gezeigt, daß wir verstanden, für unsere und Eure Interessen den 13. d. M., Abends 8½ Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte in jeder Weise einzutreten. Wir sind erfreut, daß dieſe ſo ernſte Jakobstr. 48a. Tagesordnung: 1. Vortrag über:„ Die Lohnkrisen Angelegenheit in solch kurzer Zeit in so befriedigender Weise ihren innerhalb der Gewerkschaft und wie schaffen wir Abhilfe." 2. DisAbschluß gefunden hat. Unser Eintreten für die allgemeinen In- fussion. 3. Verschiedenes und Fragefasten. Aufnahme neuer bestimmt. tereffen der Branche ist für uns mit bedeutenden Opfern verknüpft. Mitglieder. Gäste willkommen. Die Abrechnung der Billets vom Als Arbeiter lebt, wie dies ja von der großen Masse unserer Ge- Stiftungsfest ersucht der Vorstand spätestens in der Versammlung brieflich antworten. nossen gilt, auch von uns die Mehrzahl nur von der Hand in den zu veranlassen. -" Die heute, entgegengenommen. Briefkasten. Alle Bestellungen bitten wir direkt an den nächsten Spediteur zu richten. Herr Stuckateur Heindorf versichert in einer Erklärung, daß er sich sofort, ohne Eingreifen Anderer, erboten habe, die von ihm verlorenen Billets zu bezahlen, daß ihn also ein Vorwurf, wie ihn der Bericht in Nr. 17 enthält, nicht treffen könne. flärung vollständig aufrecht, sodaß wir bitten müſſen, die Sache Fritz G. Herr F. erhielt gestern uns gegenüber seine Eruntereinander abzumache Maurer B. Der alte Raummangel. In nächster Nummer Straßenabonner im Norden. Erhalten, wir werden Kaufmann A.a nächster Nummer! Gruß und Dank! Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.