Berliner Volks- Tribüne " Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Bfg.( fret ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis viertel jährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 837 b des 16. Nachtrages Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. № 21. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Grpedition: Oranien- Straße 23. Zur Lage der Arbeiter Einladung zum Abonnement. Sonnabend, den 24. Dezember 1887. Einzelne Nummer 15 fg. zur Zeitungspreisliste.) Ausgabe für Spediteure: " Merfur" Zimmer- Straße 54. I. Jahrgang. Die Frauenbewegung in Frankreich. fehlte: die Umwandlung der industriellen Ver- könnten.„ Die Mutter lehrt das Kind, was es dem Staat, Keine Arbeitsbücher! Internationale Fa hältnisse, welche durch Schaffung neuer sozialer der Familie, sich selbst schuldig ist, also lehrt und erzieht brikgesetzgebung. Das Koalitionsrecht und und familiärer Zustände die Rolle der Frau erst die Mutter." Die Gerichte in Deutschland. Aus England. innerhalb der ganzen Gesellschaft verändern, Die organisirten Frauen erließen während der Revo- Aus dem Reichstage. Der Abg. Singer. den Mittelpunkt ihrer Thätigkeit aus der Fa- lution ein Manifest an die provisorische Regierung und ein Wer wird siegen? Weihnacht. milie in die Oeffentlichkeit verlegen und welche rweites an das französische Volk; beide waren von zahl= Friedrich Engels von K. Kautsky. II. ihr daher auch eine veränderte politische Stellung zeichen Frauen, hauptsächlich Künstlerinnen, Schriftstelle= Arbeiterinnenlöhne in Berlin. Aus Ber- verleihen mußte. rinnen, Lehrerinnen und Arbeiterinnen unterzeichnet. liner Maurerkreisen. Es ging in der großen Revolution mit der Frauen- Während der Epoche vor den Wahlen konstituirte sich ein in Schlesien.- Gesundheitsschädlicher Spiritus. bewegung wie mit der Proletariatsbewegung: beide waren weiblicher Wahlfub, welcher eine äußerst rührige PropaPolitische Nachrichten. Kleine Mitthei- im Reim vorhanden, konnten sich aber in Folge der un- ganda für die Erwählung des Profeffors und Frauenlungen. Vereine und Versammlungen. reifen ökonomischen Lage nicht entwickeln, verblieben in rechtlers Legonaé und der George Sand entfaltete. Letztere embryonalem Zustande. wurde als der Typus„ Einer und Eine" gefeiert, als die Die moderne Frauenbewegung datirt in Frankreich Verschmelzung aller männlichen und weiblichen Vollkommenseit der Zeit Louis Philipp's, fällt also mit der revo- heiten. Die energische Agitation warb der Sache zahlWir bitten die Freunde unseres Blattes, recht lutionären Gährung zusammen, deren Träger das Prole- reiche Anhänger, auch unter den Männern, so setzte z. B. eifrig für seine weitere Verbreitung einzutreten. tariat ist. Sie ging von Männern aus, denn es waren der Jakobinerklub George Sand auf seine Wahlliste. Die Wir haben nach besten Kräften der Sache der Arbeiter zuerst die Utopisten Owen, Cabet, Fourier, welche die gefeierte Schriftstellerin protestirte jedoch gegen ihre Kandizu dienen gesucht, mögen nun die Arbeiter auch das Blatt politische und soziale Gleichstellung beider Geschlechter datur und fand das eigenwillige Vorgehen der Gruppen von schlechtem Geschmack. Die Frauen traten in der mit voller Energie unterstüßen. Aus diesem Zusammen- predigten. Zu den ersten Aposteln der Emanzipation gewirken werden beide Theile immer neue Anregung und fellten sich bald weibliche Kämpfer, welche voll Feuer Folge für die Wahl von aufrichtigen Republikanern ein. Kurz vor der Wahl richteten die Frauen eine Petition Kraft schöpfen. für die nenen Lehren eintraten. Am schäßenswerthesten Die war die Bundesgenossenschaft von George Sand, welche an die Regierung, in welcher sie gegen den„ Helotismus“ als persönliche Freundin und unter dem Einflusse Cabet's, der Frau proteſtirten und sofortige Gewährung des Pierre Lerouse's und anderer Utopisten ihrem mächtigen Stimmrechtes an alle majorennen Wittwen und unTalent endgiltig jene Nichtung gab, auf welche sie ihr verheiratheteten Frauen forderten. Natürlich verhallte die eigenes Leben und Wesen schon hingewiesen hatte. In sich noch eine Engländerin, Miß Knight durch ihre leidenPetition wirkungslos. Neben Wittwe Riboyet zeichnete der unbestimmt sentimentalen Weise, welche der Epoche fich noch eine Engländerin, Miß Knight durch ihre leideneigen ist und welche die Utopisten insbesondere charakteriſchaftliche Thätigkeit für die Frauenemanzipation aus. sirt, trat George Sand mit dem ganzen Zauber ihrer Ueberhaupt waren die Frauen der Bewegung von 1848 ist außerdem durch jede Postanstalt des Deutschen Begabung für die„ Emanzipation der Frau" ein, aller- voller Unternehmungsgeist und Energie, sie klopften an Reiches zu beziehen unter Nr. 837b des 16. Nachtrages dings hauptsächlich die eine Seite derselben betonend, die alle Thüren, suchten in allen Schichten der Bevölkerung zur Zeitungspreisliste( Preis des Postabonnements viertel- Emanzipation des Herzens, welche am Ende doch nur Anhänger beiderlei Geschlechts zu werben, in erster Linie jährlich 1 Mt. 50 Pf.) darauf hinausläuft, der Frau das Recht zu geben, sich hervorragende Personen, die mit der Autorität und dem ihren Herrn, d. h. ihren Gebieter, selbst zu wählen und Glanz ihres Namens der Bewegung erhöhtes Ansehen verleihen sollten. eventuell zu wechseln. Aber so wenig sich auch die von ihr entwickelten For: Neben der Propaganda für das Wahlrecht wurde noch derungen mit den Bestrebungen einer wahrhaft modernen die für die Einführung der Ehescheidung geführt, außerFrauenbewegung im weitesten Sinne decken, so waren doch dem zeigten sich Bestrebungen, den Frauen den Zutritt zu ..Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Der Abonnements preis beträgt für Berlin monatlich 50 Pf.( frei in's Haus). Die Berliner Volks- Tribüne" Bei Bestellungen für Berlin wende man sich stets an den nächsten Zeitungsspediteur. Die Frauenbewegung in Frankreich. und erstreben. 3 Die Bewegung der Frauen, mag fie fich bewußt ihre Tendenzromane vom besten Einfluß: sie trugen die ben sogenennten höheren männlichen Berufen zu erschließen. oder unbewußt vollziehen, steht stets in geradem Verhält- neuen Ideen in weitere Kreise, und indem sie sich zunächst Es wurde ein medizinisches Kolleg für Frauen eröffnet, in nisse zu der intellektuellen Strömung, zu den allgemeinen an das Gefühl wendeten, rüttelten sie zum Nachdenken welchem ein Doktor Malatier Vorlesungen hielt. Alle Bestrebungen der Frauenrechtlerinnen wurden Entwicklungstendenzen, welche eine Epoche durchfluthen. auf. Sie boten viel, aber nicht Alles, jedoch ließen sie Jede Umwälzung, die in Jdeen oder Thaten erfolgt, ist mehr ahnen, regten Fragen an, die sie selbst nicht gestellt durch den Staatsstreich von 1851 mit einem Schlage von einer Aufrüttelung und Bewegung der Frauen be- hatten. Sie trugen mächtig dazu bei, daß die Frauen- lahmgelegt. Daß auf eine so rege Thätigkeit mit einem gleitet, welche bei der allgemeinen vorwärts drängenden frage sozusagen anfing, im Blute des öffentlichen Lebens Male ein so großer Stillstand folgen konnte, wie er thatsächlich eintrat, erklärt sich wohl dadurch, daß die Kämpen Stimmung auch einen Fortschritt in ihrer Lage erhoffen zu kreisen, in der Luft zu liegen. für Emanzipation den eigentlichen Kernpunkt der Frage Zwischen 1830-48 entstanden verschiedene Gruppen nicht begriffen hatten. Die bereits politisch mehr entDie gewaltige Revolution der Geister durch die von Frauen, welche unter Anregung der Utopiſten und wickelten Arbeiter täuschten sich über die Verhältnisse, Renaissance fand ihr Echo in einer ausnahmsweisen Stel- George Sand's für die Frauenrechte eintraten. 1848 grün waren sich des sozialen Zusammenhangs derselben kaum lung der Frau innerhalb der neuen Gesellschaft, eine deten sie eine eigene Beitung„ La voix des femmes" schwach bewußt, um so mehr mußte dies bei den Frauen Stellung, welche allerdings nur der gesellschaftlichen und( Die Frauenstimme), sozialistisch politische Zeitung, Organ der Fall sein. geistigen Elite zu Gute kam und die Masse nicht be- für die Interessen allei Frauen". Die Redaktion des Welch naiv- gefühlsmäßige Auffassung die Frauen rührte. Blattes ruhte in den Händen einer Wittwe Riboyet, welche über die sozialen Verhältnisse hatten, zeigt z. B. ein AufDie große französische Revolution sah gleichfalls eine bereits seit 1834 in verschiedenen von ihr gegründeten ruf der armen an die reichen Frauen, in welchem lettere Bewegung der Frauen erstehen, welche den Zweck hatte, Zeitungen journalistisch für die Emanzipation der Frauen von ersteren gebeten werden, ja ihre Ausgaben nicht eingleiche Rechte für beide Geschlechter zu erkämpfen. Be- kämpfte. Das Programm der Gruppen und ihres Organs zuschränken, damit sie genügend zu leben behalten! sonders während der eigentlich revolutionären Periode, kann man furz wie folgt zusammenfassen: innerhalb des Die gesammte 48er Frauenbewegung zeigt sich als als die Klassentendenzen der Bourgeoisie noch nicht so Vaterlandes Gleichstellung der beiden Geschlechter, Bürger- Verläuferin der Bewegung der Frauenrechtlerinnen im offen zu Tage traten, lettere sich vielmehr noch mit der recht für Männer wie Frauen, dem Ausland gegenüber engeren Sinne des Wortes. Das Ungerechte und Ungeganzen leidenden Menschheit identifizirte, hofften die Frauen, eine allgemeine Verbrüderung der Völker.- Begründet sunde in der Lage der Frau wurde wohl gefühlt, aber daß die Grundsäße der Freiheit, Gleichheit und Brüder- wird die Forderung der Gleichstellung mit den Grund- es fehlte die Einsicht in den Grund und den Zusammenlichkeit auch auf sie Auwendung finden würde. Es bilde- fäßen der universellen Freiheit, Gleichheit und Brüderlich- hang der Lage, damit auch die Mittel zu ihrer Verändeten sich Klubs, welche gleiche Rechte für beide Geschlechter feit, welche sich auch auf die Frauen erstrecken müßten, rung. So trat eine Verwechselung zwischen Zweck und forderten, und die von den Philosophen der Epoche unter- wenn nicht eine Klasse von Bevorrechteten entstehen solle, Mitteln ein, und einige der letteren, die bestenfalls brauchstüßt wurden. Es ist bekannt, wie eine Delegation der deren Dasein einen Widerspruch zu den Grundsäßen der bare Waffen sein konnten, wurden als Selbstzweck Frauen in die Nationalversammlung kam und unter aller- Demokratie bilde. Die Gleichstellung der Frau ist aber hingestellt. Die Frauenbewegung war von dem eigentlichen dings rein gefühlsmäßiger Begründung gleiche Rechte für nöthig, wenn dieselbe ſittlich und geistig dem Manne eben sozialen Leben, das in ökonomischen Verhältnissen wurzelt, die Frauen forderte, und wie diese Delegation durch eine bürtig sein und auf gleicher Höhe mit ihm stehen solle. getrennt, dadurch fehlte ihr der feste Boden und sie mußte noch bei weitem sentimentalere Entgegnung veranlaßt Vor Gottes Augen sind alle Menschen Brüder, und darauf beschränkt bleiben, von einer kleinen Schaar von wurde, sich zurückzuziehen. Die unter den Frauen der wenn es auch verfrüht wäre, eine Allianz aller Völker zu Sektirern vertreten zu werden. Revolutionsepoche herrschende Gährung dauerte noch einige proklamiren, so wäre es doch auch unklug, dieselbe nicht Zeit fort, wurde aber von den herrschenden Gewalten stets mit allen vernünftigen Mitteln vorzubereiten".- Für nur mit Mißvergnügen gesehen. Endlich schlief fie ein, die Frauen wurde eine bessere und gündlichere Erziehung weil ihr noch der eigentliche Boden zum Festwurzeln gefordert, damit sie ihren Mutterpflichten besser genügen ( Schluß folgt.) Es war wahrlich Verschwendung von Humanität möglich ist, welchen Weg wollen die Leiter der Trades Zur Frage des Arbeitsbuches seitens der Fabriksbeamten, wenn sie den Gemaßregelten Unions beschreiten? Eine zweite wichtige Frage ist auch die: Wie werden geht uns folgender Aufruf zu, dem wir gern Raum ge- versicherten, daß sie in den umliegenden Revieren mit einem solchen Arbeitsbuch keine Arbeit finden werden. fich die englischen Trades Unions zu dem Kernpunkt einer währen: Schwerlich werden ihre Mittel so weit reichen, daß sie ein internationalen Fabrikgeseßgebung, zur gesetzlichen RegeWert aufsuchen können, zu dessen Leitung keine Nachricht lung und Einschränkung der Arbeitszeit, zum von ihrer verabscheuungswürdigen Schandthat, dem Ein- Normal- Arbeitstag stellen? An alle deutschen Arbeiter! Freunde, Genossen, Arbeiter! Ihr alle, ob männlich oder weiblich, die ihr für treten für ihre Mitarbeiter, gedrungen ist. Was bleibt Auf dem Swanseaer Gewerkschafts- Rongreß kämpften färglichen Lohn Anderen Wohlstand und Wohlbehagen diesen Leuten übrig? Wohl nichts als die Wahl zwischen bekanntlich zwei Strömungen gegen einander, und das schafft, ihr alle, die ihr in Werkstuben und Fabriken, auf Vagabondage und Selbstmord, wenn sie nicht Genossen Ergebniß dieses Kampfes war die Annahme folgender verBauten und Arbeitsplägen, als Pflüger auf dem Felde, hätten, die sich ihrer Pflicht bewußt sind, solche Opfer der mittelnden Resolution: als Holzarbeiter im Wald, als Schiffer und Fischer auf Unternehmerwillkür nicht untergehen zu lassen. dem Wasser, die ihr in den Familien, in den Ställen Uns geht aber hier nur das Werkzeug an, das und den Kellern, auf den Höfen und sonstwo für Lohn man als wirksamste Hungerpeitsche über die Männer schafft, ihr seid es, an die ich mich wende. schwingt, die herrliche Errungenschaft der österreichischen Die meisten von euch haben es schon erfahren( bei Sozialreform: das Arbeitsbuch. Für die Arbeiter vollWahlen, bei Lohnbewegungen, kurz, wo irgend etwas ge- ständig werthlos, für den anständigen Arbeitgeber überschehen sollte durch euch selbst zur Verbesserung eurer Lage), flüssig, wird es in den Händen des rücksichtslosen Kapiin welcher Weise die Personen, welche sich eurer Sache talisten zur kräftigsten Waffe gegen den Arbeiter, der sich annahmen, verfolgt, aus der Arbeit, ja aus der Heimath nur zu rühren wagt. vertrieben, dem Elend und der Noth preisgegeben wurden. " Mit dem Arbeitsbuch, das den Arbeiter auch formell Um dieses noch besser betreiben zu können, wünschen sich zu einem Staatsbürger zweiter Klasse degradirt, ist dem die sogenannten Brodherren, für die wir das Brod her- Arbeitgeber" die Macht verliehen, die Arbeiter nicht nur richten und anschaffen müssen, daß jeder Arbeiter ein Buch während des Arbeitsverhältnisses auszunuzen, sondern haben müßte, in welches ihm derjenige, für den er geschafft sie auch nach der Entlassung für immerwährende Zeiten zu hat, ein Kennzeichen eintragen kann, um einem miß- schädigen. Nach der Meinung des Kongresses ist es gegenwärtig unbedingt nöthig, daß die Arbeiter zu einer Meinungsäußerung aufgefordert werden, wie sie sich zum Achtstundentag und zum freien Sonnabend stellen, und daß das parlamentarische Komitee dahin bestimmt wird, in diesem Jahre eine allgemeine Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder dieses Landes über diese Frage und auch darüber zu veranlassen, ob die Beschränkung der Arbeitszeit, wenn sie verlangt wird, von den Trades Unions selber oder durch ein Geseß, welches die Beschränkung auf acht Stunden gebietet, herbeigeführt werden soll. Das parlamentarische Komitee hat auch bereits au die einzelnen Gewerkschaften ein Rundschreiben gerichtet, liebigen Arbeiter anderswo das Fortkommen zu erschweren. Daher erklärt sich der jahrzehntelange, vor Kurzem welches leider durchaus parteiisch abgefaßt ist und eher Dadurch wurden so oft schon die muthigen Arbeiter, die erst erfolgreich geendete Kampf der französischen Arbeiter alle vermeintlichen Bedenken gegen die nächsten Forderungen für ihre Mitbrüder und Mitschwestern eintraten, in's Elend gegen das livret, das erklärt es auch, daß die deutschen der aufgeklärten Arbeiter zusammenfaßt, als unparteiisch getrieben, zum Verhungern verurtheilt und alle in die Arbeiter auf jede Alters- und Invalidenversicherung zu zur allseitigen Meinungsäußerung auffordert. So wird brückendste Abhängigkeit und Knechtschaft gebracht. verzichten bereit sind, wenn diese Maßregel mit der Ein- gleich im Beginn wahrhaft jesuitisch gefragt:„ Sind Sie führung der Arbeitsbücher verknüpft wird. Ein solches Buch erblicken wir mit gutem Grund in dem Quittungsbuch, das die geplante Alters- und Invaliden Versicherung der Arbeiter mit sich bringen würde. Es ist anerkannte Thatsache, daß dieses Quittungsbuch zu solcher Kennzeichnung benutzt werden kann. Es unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß es dazu benußt werden wird. Arbeiter, Freunde! zu verhindern. Wir wollen kein Arbeitsbuch! Wir verzichten lieber auf die geringfügige Altersund Invalidenversorgung, als daß wir sie mit dem Arbeitsbuch annehmen. Bur internationalen Fabrikgesetzgebung. Willens, von Ihrem Wochenlohn soviel zu opfern, wie es eine solche Aenderung mit sich bringen würde?" Dank der Belehrung seitens der Sozialdemokraten weiß jetzt aber ein großer Theil der englischen Gewerkschafter, daß eine Beschränkung der Arbeitszeit die Löhne eher steigern wie verringern würde, so daß diese Art der Fragestellung hoffentlich ihren Zweck verfehlt. Auf dem St. Gallener Parteitage der deutschen Sozialdemokratie wurde bekanntlich einstimmig beschlossen, für das Jahr 1888 einen internationalen Arbeiter- Es heißt dann wieder offenbar um die Arbeiter Für eine ganz unerhebliche, nicht nur ungenü- tag zur Besprechung der einheitlichen Regelung der Arbeiter- bedenklich zu machen weiter: weiter: Behalten Sie immer gende Alters- und Invalidenversorgung, die neunzehn schußgesetzgebung einzuberufen. im Auge, daß, wenn ein Achtstundengeset durchgeht, nothZwanzigstel von uns nicht benußen werden und können, Daß es sich bei diesem Beschlusse nicht bloß um einen wendiger Weise alle Ueberstunden aufhören müssen." sollen wir alle ein solches Arbeitsbuch auf uns nehmen? flüchtigen Einfall einiger unklarer Weltverbesserer" handelt, Als ob die Ueberstunden den Arbeiter bereichern, deren Da müssen wir alle gefeßlichen Mittel einsehen, um diese sondern um ein allgemein gefühltes Bedürfniß der ge- Wegfall daher sein Einkommen schmälern könnten! schwere Schädigung des ganzen Arbeiterstandes sammten Arbeiterwelt, hat nicht nur die Zustimmung der Zum Ueberfluß heißt es dann noch:„ Wenn Sie Ich, ein einfacher Arbeiter wie ihr, bin von meinen Sozialisten aller Länder bewiesen, das haben vielmehr dazu neigen, von der Regierung ein solches Gesetz zu verGenossen und Kameraden, den Magdeburger Bauhand- schaftskongresse in Frankreich und England gezeigt. auch schlagend die in diesem Jahre stattgefundenen Gewerk- langen, so dürfen Sie nicht vergessen, daß dann das Kapital, welches viel mächtiger und besser organisirt ist werkern, beauftragt, mich an euch zu wenden, damit ihr alle mit uns eure Stimmen erhebt und einmüthig, laut Die französischen Gewerkschaften( Syndicats wie die Arbeiter, seinerseits ebenfalls das Recht erhält, und verständlich ruft: ouvriers de France) tagten vom 23. bis 30. Oftober pom Parlament die Regelung der Bedingungen zu verd. J. in Montluçon, und die dritte von ihnen angenommene langen, unter welchen Sie arbeiten und zu welchen Sie bezahlt werden." Als wenn das Kapital nicht schon Resolution lautet: längst die Klinke der Gesetzgebung in der Hand hielte und „ In Erwägung, daß das bürgerliche Eigenthum nicht alles erreicht hätte, was die Gesetzgebung in seinem auf dem Gebiete der Industrie, des Handels, der Interesse thun kann! Als ob nunmehr erst, nachdem die Finanzen und der geistigen Erzeugnisse durch inter- Arbeiter das Prinzip der Selbsthilfe aufgegeben haben, nationale Verträge geschützt ist, und daß kein das Kapital alles thun würde, den kapitalistischen Staat Grund vorliegt, diesen internationalen Schuß nicht für sich in Anspruch zu nehmen! auf die Arbeit, dieses einzige Subsistenzmittel der Hier kann kein Wahn der Herren Broadhurst und Proletarier, auszudehnen, Kompagnie vorliegen, hier kann es sich nur um einen fordert der zweite nationale Kongreß der französischen direkten Verrath an der Sache der Arbeiter handeln, um Gewerkschaften die Regierung auf, mit den anderen die unredliche Absicht, die Arbeiter zu täuschen! Mächten Unterhandlungen betreffs einer internatio= Glücklicher Weise sind die Trades Unions bereits nalen Arbeiterschußgefeßgebung anzuknüpfen. so weit mit Sozialisten durchsetzt, daß die Irreführung Diese Gesetzgebung soll enthalten: das Verbot der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren; die Leiter der englischen Gewerkschaften für die Bestrebungen der Arbeiter kaum noch gelingen dürfte. Immerhin werden die Beschränkung der Arbeitszeit auf acht Stunden eines internationalen Kongresses der fortgeschrittenen Arpro Tag, und einen obligatorischen Ruhetag in beiter Europas wenig Entgegenkommen zeigen. wird aber zweifellos der Kongreß im nächsten Jahre dazu das Verbot der Nachtarbeit, mit Ausnahme gewisser führen, die bereits wankende Autorität dieser überlebten Fälle, welche nach den Erfordernissen der modernen Bolitiker vollständig zu untergraben. Technik festzuseßen sind; Wir müssen uns mit dieser Forderung an den Reichstag wenden und versuchen, ob wir da Gehör finden. Um allen die Sache zu erleichtern, habe ich im Auftrage der Magdeburger Bauhandwerker ein Flugblatt, eine Petition und die nöthigen Unterschrifts bogen anfertigen und drucken lassen. Sie sagen, was zu thun ist; das gemeinsame Anfertigen dieser Schriften vermindert die Kosten. Ich ersuche also alle Arbeiter, welche diese wichtige Bewegung unterstüßen wollen, sich von Vogel u. Comp. zu Braunschweig das nöthige Material zu be schaffen.*) Also auf! Arbeiter, Kollegen! Seien wir nicht träge, nehmen wir allerorts diese hochwichtige Sache in die Hand, damit die Stimmen der Arbeiter, für die es keinen andern Weg giebt, sich hören zu lassen, in Achtung gebietender Art vernommen werden. Auf zur Petition an den Reichstag gegen die Arbeitsbücher! Magdeburg, im Dezember 1887. Karl Schoch, Kl. Steinernetischstr. 9. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Verbreitung dieses Aufrufs gebeten. Der Segen des Arbeitsbuches. bogener Streiks veröffentlichen. der Woche; das Verbot gewisser Industriezweige und gewisser Fabrikationsweisen, welche der Gesundheit der Arbeiter nachtheilig sind; die Festsetzung eines internationalen Minimallohnes, welcher für die Arbeiter beiderlei Geschlechts der gleiche sein soll. Dann Das Koalitionsrecht der Arbeiter und die deutschen Gerichte. Wer kann gegen einen Backofen gähnen! sagt ein altes Sprüchwort. Der Backofen hat einen größeren Mund, Der Kongreß war ferner der Meinung, daß es die es ist vergeblich, gegen ihn das Maul zu reißen. Eine Pflicht aller Arbeiterorganisationen sei, ihre Vertreter zu Gefeßesauslegung mag uns noch so widerrechtlich, noch internationalen Kongressen zu schicken", und er bestand so verfehlt erscheinen, wenn die höchsten Gerichtshöfe im darum auf der sofortigen Abschaffung des französischen Lande sie als maßgebend hinstellen, so ist es zunächst unGesezes vom Jahre 1872 gegen die Internationale möglich, etwas daran zu ändern. Arbeiter- Assoziation". Da sagt freilich der§ 152 der Reichsgewerbeordnung: Vor dem St. Gallener Parteitage hatten sich die Alle Verbote und Strafbestimmungen gegen GewerbeDer Segen des Arbeitsbuches, mit welchem die deut- englischen Trades Unions auf dem Kongreß in Swansea treibende, gewerbliche Gehilfen, Gesellen und Fabrikarbeiter schen Arbeiter von neuem beglückt werden sollen, wird uns bereits mit der Arbeiterschutzgesetzgebung beschäftigt und wegen Verabredungen und Vereinigungen zum Behufe der Erwieder einmal deutlich vor Augen geführt in dem Berichte, fie kamen, ähnlich wie die deutsche Sozialdemokratie, zu langung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, den österreichische Blätter über den Ausgang des El- dem Vorschlag auf Einberufung eines internationalen insbesondere mittelst Einstellung der Arbeit oder Entlassung Arbeitertages( für das Jahr 1889), ohne jedoch unseres der Arbeiter, werden aufgehoben." Man sollte glauben, Eine Reihe von Arbeitern, welche die Interessen ihrer Wissens dessen Aufgaben bestimmt zu formuliren. Auch dieses Gesetz wäre deutlich genug und ermögliche den Arsoweit beitern nun jede Verbindung, die sie zur Erreichung günstiger Genossen wirksam vertreten hatten, so auch die, welche im über die Art der Einberufung hat man Auftrage des kaiserlich- königlichen Bezirkshauptmannes" wir unterrichtet sind bisher nichts Bestimmtes ver- Arbeitsbedingungen für nothwendig erachten. als Vertrauensmänner gewählt wurden, dann die lauten lassen. Gerade der letzte Punkt erscheint aber be- ihnen überlassen, welchen Weg zur Erreichung ihrer Ziele Es wäre jenigen, die auf Befragen der eingeseßten Untersuchungs- sonders wichtig. sie für den zweckmäßigsten halten. kommission die Wahrheit ausgesagt hatten, wurden In England bilden die Trades Unions bekanntlich Es kann doch unmöglich geleugnet werden, wenn entlassen und ihnen in ihr Arbeitsbuch zwar die Zeit, eine aristokratische Minorität der Arbeiter. die sie in Arbeit standen, vermerkt, aber kein Wort Kontinent fallen die Gewerkschaften noch weniger in's Arbeitstag eingeführt würde, die Arbeiter dadurch eine über ihre Führung hinzugefügt, wie das sonst dort Gewicht, nach Zahl wie nach Einfluß; sie sind hier tief wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen erreichen einschneidenden Beschränkungen durch den Staat unter- würden. Um ein solches Reichsgesetz zu erzielen, ist worfen und müssen jeden Tag die Auflösung befürchten, aber nothwendig, daß man in einer Petition den Reichswenn sie irgend etwas unternehmen, was nicht im Ein- tag, den Bundesrath, kurz eine der bei der Gesetzgebung flang mit den Wünschen der Regierung steht. Einen mitwirkenden Körperschaften den Erlaß eines solchen GeRongreß der europäischen Gewerkschaften einzuberufen, feßes fordert. Es wäre also eine Vereinigung der Arbeiter würde daher einfach eine Farce sein. Aber da dies un- zum Erzielen eines solchen Gesetzes, zum Einreichen einer üblich ist. *) Es fosten 100 Stück Flugblätter 1 Mt.; 100 Stüd Beti tionen mit Unterschriftenbogen, jeder für 52 Unterschriften ausreichend, 2 Mr. Es ist nöthig, mehr Flugblätter als Betitionsbogen zu entnehmen. Auf dem durch ein Reichsgesetz z. B. ein achtstündiger höchster solchen Petition durchaus erlaubt. ES steht nirgends im Gesetz, mit welchen Mitteln, auf welchen Wegen allein den Arbeitern erlaubt sein soll, die günstigen Arbeits- bedingungen zu erreichen. Dies scheint dem Verstände der Arbeiter so folgerichtig, dem einfach denkenden Menschen so klar, aber die Gerichtshöfe sagen geschlossen: dem ist nicht so! und der einfache Verstand muß sich der richter- lichen Auffassung unterordnen. Wir glauben fteilich, daß die Arbeiter sich um die Regelung und Beschränkung der Arbeitszeit, der Frauen» arbeit, der Kinderarbeit, Beseitigung der industriellen Gefängnißarbeit, Einsetzung einer besonderen Aussichts- behörde u. s. w. nur darum bekümmern, weil sie davon eine günstige Einwirkung auf die ArbeitSbedin- gungen erwarten. Wir wissen nicht recht zu sagen, was sie sonst veranlassen sollte, sich für diese Sachen zu er- wärmen. Deshalb müssen alle Beschränkungen, die die Arbeiter verhindern sollen, sich zu diesen Zwecken zu vcr- einigen, aufgehoben sein, wie der§ 152 der Reichsgewerbeordnung es sagt. Unser Glaube hilft uns aber nichts, denn die höchsten deutschen Gerichte haben anders entschieden. Das Reichsgericht hat unterm 10. November 1887 entschieden: „Der§ 152 der Gewerbeordnung hat es absolut nicht mit irgend welchen Gegenständen allgemein politischer Natur, sondern ausschließlich mit den konkreten Arbeits- vertrügen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, mit den unmittelbar durch diese Verträge geregelten Lohn- und Arbeitsbedingungen, mit dem Gegensatz und Kamps der sozialökonomischen Interessen, unmittelbar um diese Bedingungen zu thun." Wir haben den§ 152 wieder und wieder durch- gelesen, aber eine solche Beschränkung in demselben auch nicht mit einer Silbe angedeutet gefunden, sondern nur ge- funden, daß dort alle Verbote und Strafbestimmungen ganz allgemein aufgehoben sind, daß Verabredungen und Vereinigungen zur Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen ganz allgemein erlaubt sind. Aber was hilft uns das, das Reichsgericht findet, daß der § 152 sich nur auf Arbeitsbedingungen ganz bestimmter Art, auf so und so viel Pfennige mehr oder weniger Lohn oder dergleichen bezieht. Die Arbeiter Deutschlands dürften sich also beliebig vereinigen, sich den Luxus einer über ganz Deutschland ausgedehnten„Koalition" erlauben, um etwa den Altonaer Tischlern eine Lohnzulage von einigen Pfennigen zu verschaffen. Das angezogene Er- tenntniß des Reichsgerichts sagt: „Dem Altonaer Fachverein der Tischler stand es hiernach voll- kommen frei, sowohl selbständig durch Arbeitseinstellungen und sonstige erlaubte Presfionsmittcl unmittelbar auf Verbesserung der Löhne im Tischlergewcrbe:c. hinzuwirken, als auch zu gleichen konkreten wirthschaftlichen Zwecken sich mit anderen Vereinen zu koalircn. Daß aber der Deutsche Reichstag nicht ein Organ dafür ist, den Altonaer Tischlern günstigere Arbeitsbedingungen bestimmter(ja, da liegt es! wo steht das im Gesetz?) Art von ihren Arbeitgebern zu erwirken, liegt auf der Hand. Dem Beschwerde- führcr scheint der Gedanke vorzuschweben, daß Alles, was politisch oder wirchschastlich irgendwie in inneren Zusammenhang gebracht werden kann mit der sozialen Lage der lohnarbeitendcn Klassen, Alles, was in Gesetzgebung, Verfassung und Verwaltung darauf abzielt, die materiell wirchschastlichen Verhältnisse des Arbciterstandes, insbesondere die Lohnverhältnisse desselben, aufzubessern, als bei- spielswcise die gesammtc neuere sozialpolitische Gesetzgebung Deutsch- lands. Kranken-, Unfallversicherung. Jnvalidenvcrsorgung und was sich an sonstigen Forderungen daran anknüpft(erweiterter Arbeits- schue, Normalarbeitstag:c.). von§ 152 der Gewerbeordnung betroffen wird. Da? Verfehlte diese? Gedankens liegt auf der Öand(Wir können es beim besten Willen nicht finden.) Sobald irgendwelche gewerbliche Koalitionen behufs Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen das Gebiet deS gewerblichen Lebens mit seinen konkreten Interessen v-rlass-n. sobald sie h"'ubcrgre. cn mmmßM entscheiden darüber, ob sie polstischcn Charakter an sich tragen. Wir müssen gestehe», so aus der Hand liegend, wie das Urtheil sagt, haben wir die Anschauung des Reichsgerichts durchaus nicht gefunden. Uns schien es mehr auf der Hand zu liegen, daß, wenn alle Straf- bestimmungen aufgehoben sein sollen, die den Arbeitern Verabredungen und Vereinigungen zur Erreichung günstiger Arbeitsbedingungen ohne Einschränkung ihrer Art verbieten, nicht nur einige aufgehoben sein sollen, aber alle diejenigen — und es sind die wirksameren— bestehen bleiben sollen, die dann in Kraft treten, wenn die Arbeiter in dem doch auch gut zu begründenden Glauben sind, daß zur Er- reichung günstiger Arbeitsbedingungen eine Einwirkung der Gesetzgebung nöthig wäre. Wir sind gegen die Be- wcisfühnlng, die zu solchen Aussprüchen kommt, als da sind: es liegt auf der Hand; eS ist selbstredend; es bedarf keines Beweises; es braucht nicht weiter erörtert zu werden u. s. w. sehr mißtrauisch. Es mag wohl sein, diese etwa stark ungläubige Auffassung liegt daran, daß wir durch Erziehung und Benis etwas zu sehr an wissenschaftliche Bcwcisformen gewöhnt, zu wenig juristisch gebildet sind. Die induktive Wissenschaft findet auf der Hand nichts liegen sie erwartet immer Beweise, fragt immer:„warum?" Das ist unartig von ihr, wir geben es gern zu. Wir können aber die Beweisfühning des Reichsgerichtes nicht sehr bündig finden. Wir haben noch ein Bedenken: das Erkenntniß sagt: „Sobald irgend welche gewerbliche Koalitionen behufs Erlangung günstiger Arbeitsbedingungen die Organe und die Thätigkeit des Staates für sich in Anspruch nehmen, hören sie auf gewerbliche Koalitionen zu fem und wandeln sich in politische Vereine um. Soll das ohne Einschränkung gelten? Soll nun eine Streikkommission, weil sie ein staatliches Organ, z. B. einen Polizeipräsidenten, oder ein bestehendes gewerbliches Schiedsgericht, durch die Bitte in Anspruch nimmt, in dem Streit die Vermittelung zu übernehmen, sofort politischer Verein werden? Liegt das auch auf der Hand? Wir glauben doch kaum, daß sich solch ein Satz so allgemein hinstellen läßt. Daß die Innungen hiernach alle politische Vereine sind, wäre nach diesem Ausspruch des Reichsgerichts aber jedenfalls garnicht mehr zu bezweifeln, denn diese nehmen durch Petitionen, Deputationen und dergleichen die Organe und die Thätigkeit des Staates ganz hervor- ragend in Anspruch. Wir werden nun bald sehen, wie der Staatsanwalt gegen sie einschreiten wird. Wir er- warten durchaus nicht, daß man nun den letzten Satz des mitgetheilten UrtheilsabschnitteS einfach umdrehen wird, so um zu sagen:„Nicht die Form und die Mittel, sondern zugleich die allgemeine Tendenz und das letzte Ziel ent- scheiden darüber u. s. w." Es kommt fteilich nur auf das etwas elastische Wort„zugleich" an, wie man die Sache wenden will. Einmal kommt es mehr auf den Zweck, das andere Mal mehr auf die Form an. Die Fachvereine thun dasselbe, was die Innungen thun, die Fachvercine werden durch die Form politische Vereine, während die Innungen durch den Zweck nicht politische Vereine bleiben. Das ist der Januskopf unserer modernen Rechtsprechnng. Wir sehen in dem sozialökonomischen Kampf zwischen Kapital und Arbeit die gesetzlichen Rechte der Arbeiter durch die Handhabung und Auslegung der Gesetze bis auf das überhaupt erreichbare Mindestmaß eingeschränkt, und die gesetzlichen Rechte der Unternehmer bis auf das erreichbare Höchstenmaß erweitert. Wir wissen, daß den Arbeitern auch dann„thatkräftig" entgegen getreten werden muß, wenn sie sich innerhalb der Gesetze halten, die ihnen nach dem Ausspruch des Reichsgerichts wenigstens das Recht gewährleistet, sich zur Erreichung konkreter Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu vereinigen. Man unterdrückt dann diese Vereinigungen einfach. Wenden sich die Arbeiter dann an die Organe des Staates, so sind sie aus der Scilla in die Garibdis gefallen, man löst ihre Vereine auf. Also konkret unterdrückt, abstrakt verboten, das ist das Endergebniß, das den Arbeitern als Koalitionsfreiheit aus dem§ 152 der Gewerbeordnung erblüht. Noch eine weitere Einschränkung erfährt übrigens das Koalitionsrccht der Arbeiter durch das vorliegende Erkennt- niß. Es stellt dasselbe einen neuen Begriff„halbpolitische Vereine" her. Im preußischen Vereinsgesetz§ 8 ist von „politischen Vereinen" die Rede. Dieser Ausdruck hat sich schon als dehnbar genug erwiesen, nun sagt das Erkenntniß vom 10. November 1887 aber weiter:„Das Gesetz verbietet in der That aber auch jede Koalition zwischen politischen oder halbpolitischen Vereinen„zu gemeinsamen Zwecken", ohne zu unterscheiden, welcher besonderen Art diese gemeinsamen Zwecke sind." Der § 8 lautet:„Für Vereine, welche bezwecken, politische Gegenstände in Versammlungen zu erörtern u. s. w. Wußte man bisher schon kaum, was„politische" Gegenstände sind, so kommen jetzt noch„halbpolitische" dazu. Nach allem diesen ziehen wir aus den thatsächlichen Rechtsverhältnissen in Deutschland die Lehre, da, wo den Vereinen, die politische Angelegenheiten erörtern, verboten ist, mit einander in Verbindung zu treten,— das ist in Preußen(§ 8 des Gesetzes vom 11. März 1850); Bayern (§ 17 des Gesetzes vom 26. Februar 1850); Sachsen (§ 24 des Gesetzes vom 22. November 1850); Hessen (Bundesbeschluß vom 13. Juli 1854,§ 4); Braunschweig (§ 4, 2. Gesetz vom 4. Juli 1855); Reuß j. L.(§ 11 des Gesetzes vom 5. Juli 1852)— ist es am klügsten, wenn die Vereine jede Verbindung mit anderen Vereinen auf das Aengstlichste und Vollständigste vermeiden. Es läßt sich dies, wie die Erfahrung gelehrt hat, auch ganz gut durchführen, wenn nicht wiederum eine neue Gesetzesauslegung vielleicht auch eine„ideale" Verbindung als verboten bezeichnet, die vielleicht darin gefunden wird, daß Mitglieder beider Vereine dasselbe Buch oder dieselbe Zeitung lesen, der Versuch dazu ist schon gemacht. Möglich ist in Deutschland nach dieser Richtung hin Alles! Auf der Hand läßt sich sehr viel finden. Dagegen lege man sich bei der„Erörterung" von Gegenständen keinen Zwang auf, denn es erscheint uns für einen Verein, der nicht einfach ein Vergnügungs- oder Strcik-Verein ist, ganz unmöglich, nach der bestehenden Gesetzesauslcgung politische Angelegenheiten zu vermeiden, und dennoch eine Thätigkeit auszuüben, die sich überhaupt der Mühe verlohnt. Es ist das das beste Mittel, die Vereine vor Versumpfung zu bewahren, in die sie ohne Zweifel und naturgemäß verfallen müssen, wenn sie sich vom Leben des Staates und der Gesellschaft abwenden und weiter nur kleinlichen Pfennig-Jnteressen dienen, oder ihre Kraft allein auf den Guerillakrieg mit den Unter- nehmern vergeuden wollen. Nur den Muth nicht verlieren! Wenn man auch gegen einen Backofen nicht gähnen kann, so hat man ihm gegenüber doch die Beweglichkeit voraus. Er erschnappt nur das, was hineinfällt. Aus England. G London, 20. Dezember. Am Sonntag fand die feierliche Beerdigung des am 13. November auf dem Trafalgarplatz getödteten Arbeiters Alfred Linne ll statt. Er war von einem Konstabler nieder- geritten worden und starb infolge der erlittenen Wunden nach dreiwöchentlichem, schmerzvollem Leiden im Hospital. Die Beerdigung war ursprünglich auf den 11. Dezember festgesetzt worden, und die Sozialdemokraten und Radikalen hatten beschlossen, das Arrangement für die Feierlichkeit in die Hand zu nehmen. Die Polizei jedoch, die eine allgemeine Betheiligung an der Beerdigung zu verhindern strebte, erklärte ein paar Tage vorher, daß dieselbe an dem genannten Sonntage nicht stattfinden könne, da der Leichnam an dem darauffolgenden Montag noch einmal der Todtenschaujury vorgelegt werden müßte. Selbst- verständlich hatte man dabei den Hintergedanken, die Be- erdigung an einem Wochentage nothwendig zu machen. Aber der Plan mißlang; es wurde ein luftdicht verschließ- barer Metallsarg angeschafft, und die Feierlichkeit konnte infolge dessen bis zum folgenden Sonntag verschoben werden. Die Betheiligung war eine großartige. Seit dem Tode Wellington's soll ein derartiger Leichen- zug in London nicht vorgekommen sein. Und Wellington war ein berühmter General, während Alfted Linnell ein Unbekannter war, von dem Niemand etwas weiteres wußte, als daß er bei der Vertheidigung der Redefteiheit von einem Polizisten niedergeritten und infolge dessen gestorben war. Einer politischen Organisation hatte er nicht angehört, keine Partei konnte ihn als ihren Helden reklamiren. Es war ein überwältigender Anblick, den gewaltigen Zug durch die Straßen marschiren zu sehen. Etwa zwanzig- bis dreißigtausend Arbeiter wanderten ernst und schweigend hinter dem schwarz überzogenen und mit rothen Bannern belegten Sarge her, und durch die ganze un- geheure Stadt hindurch bildeten drei Stunden weit Hundert- tausende Spalier. Sobald der Leichenwagen sich blicken ließ, entblößten die Zuschauer das Haupt, und die Sym- pathie für den Todten, wie der Unmuth über die Polizei fanden mehr als einmal beredten Ausdruck. Durch diese Demonstration hat die in letzter Zeit beliebte Gewaltherrschaft einen Schlag erhalten, den sie nicht so leicht verwinden wird.— Und trotzdem liegt die Hauptbedeutung der Kund- gebung auf einem ganz anderen Gebiete! Vor zehn Jahren hätte man unter solchen Umständen kaum tausend Mann zusammengebracht; am Sonntag belief sich das Gefolg« allein auf allerwenigstens 20 000 Mann. Und das, ob- wohl alle Führer des Radikalismus durch ihre Abwesen- heit glänzten. Und darin liegt unseres Erachtens die Hauptbedeutung des letzten Sonntags! Derselbe zeigt uns, daß die Arbeitermassen anfangen, sich von ihren bürgerlichen Leithämmeln zu emanzipiren, daß sie begonnen haben, sich als Klasse zu fühlen und als Klasse zu handeln. Sie folgten dem Sarge des Unbekannten, der für ihre Sache gestorben war, weil sie fühlten, daß er Fleisch von ihrem Fleisch und Bein von ihrem Bein sei, sie folgten, weil sie wußten, daß sein Schicksal schon morgen das ihrige sein kann. Und dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit ist in unseren Augen hundert- und tausendmal mehr werth, als all' die Fahnen, die vor ihnen einherflattern und all' die schönen Reden, die am Grabe gehalten wurden. Denn dieses Gefühl zeigt, daß der gegenwärtige Kampf auch von den englischen Arbeitern als ein Klassenkampf aufgefaßt wird, in welchem sie lediglich auf sich selbst und ihre eigene Kraft zu vertrauen haben. And darum möge der Arbeitslose, der nun ausge- hungert hat, noch so unbekannt sein: sein Bcgräbnißtag wird trotzdem in der Geschichte des emporstrebenden Pro- letariats mit unvergänglichen Lettern verzeichnet sein. Die Schlußfitzungen des Reichstages. Freitag, 16. Dezember. Eine resignirte Stimmung lag über den heutigen Verhandlungen des Reichstages. Das Wehrpflichtgesetz stand zur ersten Lesung, und selbst die Deutsch-Freisinnigen konnten nicht umhin, ohne weiteres Widerstreben die bittere Frucht eines Systems hinunterzuwürgen, dessen Grundlagen keine Bourgeois- partei— und sei sie noch so oppositionell— antasten darf. Herr Richter bedauerte zwar, daß das neue Gesetz alle bei der früheren Reorganisation des Heeres geschaffenen Erleichterungen beseitige, er sprach auch— mit einer sonst bei ihm seltenen Schüchternheit— von der Verkürzung der Dienstzeit als Kompensation der Steigerung der Kriegs- pflicht, aber die Gnindzüge der Vorlage wagte er nicht mit der alten Schärfe anzugreifen. Herr Wind Ihorst erging sich in„nationalen" Deklamationen wie nur je ein Kartellbruder, Herr v. Bennigsen und selbst der Welse Langwerth v. Simmern vertraten den gleichen Standpunkt, der Konservative behandelte es gar wie eine Gnade, daß die Vorlage noch an eine Kommission ver- wiesen werde— und somit ist heute schon der Sieg der Regierung entschieden, obwohl der Kriegsminister offen eingestand, daß die Durchführung des Gesetzes„gewiß nicht unerhebliche einmalige Kosten" erfordern werde und daß das zweite Aufgebot der Landwehr in der That bei einer Mobilmachung sofort eingezogen und in's Feld gestellt werden solle. Nur die Sozialdemokratie— in ihrem Namen sprach Bebel— protestirte gegen das ganze System, das„um den Frieden zu erhalten", die Kräfte der Nation schon im Frieden erschöpft und das die end- liche Katastrophe nur um so rascher herbeiführt, weil ein Friedenszustand, welcher alle Kräfte sichtbar verzehrt, schließlich lästiger erscheint wie ein Krieg, der immer noch die Chance eines Gewinnes und einer Beendigung des mahn- sinnigen heutigen Zustandcs bietet. Die Worte Bebel'S werden zweifellos in der Arbeiterwelt ebenso lauten Wider- hall finden, wie sie der offiziösen Presse Stoff zu Schimpfe- reien bieten werden ein Beweis, daß sie das Richtige in der heutigen Gesellschaft liegt an der Produktions- troßdem aus dem Geschäft schied, das er begründet und form, bafirt auf der anarchischen Produktionsweise, der lange Jahre geleitet hat, so erscheint uns das zwar als trafen. nothwendigen Folge des Privateigenthums an Grund Sonnabend, den 17. Dezember. Der dritte und und Boden und an Arbeitsmitteln. Daraus sind die Klaffen- eine übergroße Feinfühligkeit, aber sie ehrt den Mann letzte Akt der Getreidez olldebatten und zugleich die gegensätze entſtanden, daher haben die Beſißer des Grund und und sie wird einen dankbaren Widerhall in den Herzen Bodens alle in der Gewalt, die nur ihre körperliche Arbeit ver- der Berliner Arbeiter finden. legte Sigung vor den Ferien! Das Tempo der Ver- kaufen können. Sie werden diesen Gegensatz verschärfen und gerade Und wenn in Zukunft Herr Singer, wie er beabhandlungen ist infolge dessen ein sehr lebhaftes. Es wird das herbeiführen, was Sie verhüten wollen, Sie werden dem sichtigt, seine ganze Kraft und Zeit uneingeschränkt der nicht lange mehr gefeilscht, die Großgrundbefizer sagen, Schritt, den Sie vorhaben, wird ein wesentlicher Schritt zu der Sache des Proletariates widmet, so wird das Band zwischen Sozialismus mit Nothwendigkeit Thür und Thor öffnen! Der was sie verlangen und die Majorität zieht den Beutel Erkenntniß sein, daß, wenn die ganze heutige Gesellschaft nicht mehr ihm und seinen Parteigenossen bald ein noch viel engeres des Volkes und bezahlt die Rechnung. Ueber die Höhe im Stande ist, dem modernen Kulturbedürfniß zu genügen, dann und unzerreißbareres sein, als es jetzt schon ist. der letzteren ist nach unserem Berichte über die zweite eine neue Gesellschaft an ihre Stelle treten muß: die sozialistische. Lesung kein Wort weiter zu verlieren bei den Wahlen( Beifall bei den Sozialdemokraten.) wird das Volk darüber zu urtheilen haben, ob es diese Politik der allgemeinen Beutelschneiderei billigt oder nicht. Es d Der Reichstagsabgeordnete Singer werden sich alsdann hoffentlich nicht wieder 203 Ab- hat seinen Austritt aus der Firma„ Gebrüder Singer" ergeordnete finden, welche das Brod des Volkes vertheuern, flärt und wird sich in Zukunft ausschließlich der politischen um einigen Grundbesißern aus der Verlegenheit zu helfen. Thätigkeit widmen. Für die Sozialdemokratie sprach abermals der daß So wird auch hier das Gegentheil von dem eintreten, was die christlich- sozialen Biedermänner erreichen wollten. Politische Nachrichten. Staate nach dem anderen expatriirt". wird; statt mit einem Male aus dem Reiche, wird er aus einem Die geplante Verschärfung des Sozialistengesetzes. Wie in auswärtigen Blättern verlautet, hat sich die Regierung, die Diese Nachricht läuft ohne weiteren Kommentar durch auf Widerspruch gegen die Verschärfung des Sozialistengeſetzes auch Abg. Bebel und wir wollen wenigstens die Anfangs- und die Presse, und doch wäre keine mehr geeignet, höchst ernſte, bei den ihr freundlichen" Parteien im Reichstage gefaßt sei, geSchlußworte seiner Rede hier wiedergeben, für weitere freilich auch höchst unerquickliche Betrachtungen über die bührend vorbereitet; sie werde an der Hand ſehr reichen Materials Mittheilungen fehlt uns leider der Raum. Bebel äußerte: Wenn man sich auf den Standpunkt ſtellen wollte, das ganze Troftlosigkeit unseres öffentlichen Lebens die Vorlage in einer Weise begründen, burch welche sie die Gegner schließlich auf ihre Seite zu bringen hoffe." Allerdings darf die Regierung solche Hoffnung hinsichtlich der Nationalliberalen das schließliche Resultat ber Kornzollerhöhungen nach den bisherigen in Deutschland zu wecken. In Staaten, in denen das Volk seit vielen Generationen und der Reichspartei wohl um jo mehr hegen, als, wie es heißt, Abstimmungen doch feststeht, so brauchte man kein Wort mehr über die Sache zu verlieren. Aber was uns hier beschäftigt, erregt in Freiheit erzogen und darum politisch gebildet ist, weiß Fürst Bismarck selbst bei der Berathung des Gesetzes im Reichsdas ganze deutsche Volk auf's tiefste, und ich glaube auch, man auch den Vertreter einer anderen Richtung zu ehren, tage zugegen sein will. Nach einer unverbürgten Mittheilung der „ Köln. Volksztg." soll der neue Entwurf die Bundesstaaten zu daß dieselbe Frage das deutsche Volt im nächsten Jahr noch mehr beschäftigen wird. Da ist es wohl angebracht, von dieser Tribüne, man bekämpft in ihm die gegnerische Ansicht, aber man usweisungen aus ihren Gebieten ermächtigen; dagegen soll von der aus wir in's Land sprechen, die Sache eingehend zu er- läßt der Person jede Gerechtigkeit widerfahren. In Deutsch- eine Ausweisung aus dem Reichsgebiet nicht stattfinden.- Das örtern. Die Herren haben mit den Kornzollerhöhungen dem deutschen land muß sich jeder, der öffentlich thätig sein will, auf würde natürlich weiter nichts besagen, als daß die Ausweisung für Volfe ein Weihnachtsgeschenk bereitet, welches je nach der sozialen die gröbsten verleumderischen Schmähungen seines Charat- den Betroffenen dieselbe bleibt, aber etwas umständlicher gemacht Lage des Einzelnen verschieden aufgefaßt wird. Die Grundbesizer, welche so und so viel Zentner Getreide verkaufen, können schon jetzt ters gefaßt machen; er mag sich noch so frei von jeglichem Verbot eines Arbeiterwahlkomitees und Ungiltigkeit ihren Gewinn voraus berechnen. Denjenigen aber, die genöthigt Makel fühlen, er mag nach Bildung, Gesinnung und find, das Brod zu kaufen, wird mit den höheren Getreidepreisen Handlungsweise noch so hoch über seinen Feinden stehen der Wahl. Der Beschluß der Wahlprüfungs- Kommission des nothwendigerweise auch das Brod vertheuert. Es ist merkwürdig, man wird seine Person mit Schmutz bewerfen und ihn Reichstages, die Wahl des Abg. Richter in Hagen für ungiltig daß, wie ich aus den Liſten entdeckt habe, gerade diejenigen Leute, mit solchen kläglichen und erbärmlichen Mitteln unmöglich war beanstandet, weil der Landrath in Hagen das Arbeiterwahlzu erklären, hat lebhaftes Interesse hervorgerufen. Richter's Wahl die berufsmäßig lehren: Herr, gieb uns unser täglich Brod", diefelben Leute, die von der Kanzel im Frühjahr eine gute Ernte zu machen suchen. komitee verboten hat. Das Verbot von Comitees oder Versammerflehen und im Herbst dieselbe segnen, jezt die gute Ernte für Die Beispiele liegen jedem nahe. Aber der traurige lungen lediglich, weil sie von vornherein für sozialdemokratisch ein nationales Unglück erklären und für höhere Getreidezölle Ruhm, diesen Meuchelmord vermittelst vergifteter Waffen gelten, ist genügend für die Ungiltigkeit der Wahl. Durch die stimmen. Vielleicht hängt damit zusammen, wenn Herr Stöcker vor in der vorigen Session beschlossene Erhebung ist konstatirt worden, einigen Tagen das Thema erörterte:„ Er machet die Armen reich bis zur Virtuoſität ausgebildet zu haben, gebührt den doß das Arbeiterwahlkomitee im Kreise Hagen eine kurze Zeit veran Gütern und läßt die Reichen leer ausgehen." Das war doch Biedermännern der Berliner Antisemiten und Christlich- boten war, und deshalb hat dem Prinzip getreu selbst das freiein starker Widerspruch mit seiner eigenen Abstimmung; denn er Sozialen. Sie speziell sind es auch gewesen, welche den sinnige Mitglied der Wahlprüfungs- Kommission für die Ungiltigkeit hat gerade für den höchsten Zoll geſtimmt, allerdings hat er selbst allseits geachteten Namen des Abg. Singer tagtäglich der Wahl gestimmt. Die nationalliberalen Mitglieder ſtimmten zum einen Theil seines Vermögens in Grundbesitzt angelegt Theil für die Giltigkeit, die Conservativen aber wurden ihrem Herr Gehlert hat den Ausspruch gethan, wir leben in einer unver- durch den Koth geschleift haben, als sie einsahen, daß fie Prinzip, weil es sich um den Abgeordneten Richter handelte, untreu nünftigen Welt. Nie hat mir ein Wort mehr gefallen als in reinlichem Kampfe nichts auszurichten vermochten. und stimmten mit den Centrumsmitgliedern für Ungiltigkeit. Dendieses( Heiterkeit), ich stimme dem Herrn vollständig zu. Ich be- Heute schämen wir uns fast, daß wir Anfangs die selben Beschluß wird wahrscheinlich das Plenum faffen. trachte es in der That als eine unvernünftige Welt, wenn ich sehe, sauberen Flugblätter der Chriftlich- Sozialen zu widerlegen bleiben vom Wahlatt die Landtagserjazwahl unmöglich gemacht. Millionen Menschen giebt, die sich nicht satt essen können, wenn versuchten, daß wir darauf hinwiesen, es sei ein unerhörtes Die Sozialdemokraten hatten in einem Schreiben an den Wahldie Landwirthe über billige Fleischpreise flagen, und wenn es Mil- Bubenstück, Jemanden für Aeußerungen Anderer verant- fommissar erklärt, sich so lange der Wahl enthalten zu wollen, bis lionen Menschen giebt, die sich kein Fleisch kaufen können, wenn in wortlich zu machen, wenn man ganz genau wisse, daß ihr Protest gegen die Landtagswahl im Bezirk Nürnberg- Altdorf der Induſtrie alle Läger überfüllt sind und über zu große Vorräthe niemand mehr, wie der Angegriffene selber, solche Aeuße- von der Kammer erledigt ist. Die" Fränk. Tagesp." schildert geflagt wird, und dabei Millionen von Menschen eristiren, die trob den Hergang folgendermaßen: Zu dem Termine, der behufs Vorschwerer Arbeit sich nicht die nothwendigsten Bedarfsartikel ver- rungen verurtheile; wir haben uns wirklich etwas vergeben, nahme der Grsagwahl für den verstorbenen Landtags- Abgeordneten schaffen können. Das ist sogar eine verrückte Welt.( Seiterkeit.) als wir diese Ehrenabschneider zu belehren suchten, daß lebler auf heute, den 21. Dezember, Vormittags zehn Uhr im Aber ist diese Welt aus sich heraus unvernünftig, ist der Einzelne im heutigen wirthschaftlichen Getriebe ohn- kleinen Rathhaussaale anberaumt war, hatten sich 162 Wahlmänner ihr das immanent? Sie ist unvernünftig, weil die mächtig und nicht im Stande sei, dem Zwange der eingefunden, 2 Wahlmänner waren wegen Krankheit entschuldigt, 92 ohne Entschuldigung" ausgeblieben. Da 256 Wahlmänner Menschen sie unvernünftig machen, und die Freunde des Herrn Gehlert gehören auch dazu und Herr Gehlert mit ihnen. Konkurrenz auszuweichen. Als ob das die Verleumder vorhanden, so beträgt die zur Giltigkeit erforderliche Zweibrittelzahl ( Heiterkeit.) Es freut mich, aus dem Munde eines Ihrer Anhänger nicht von Anfang an gewußt hätten und nicht hätten 171. Nachdem der Herr Wahlkommissär, Regierungsrath Gareis, ( nach rechts) dieses Urtheil fonstatiren zu können. Die Zölle werden verleumden wollen, damit doch etwas hängen bliebe. diese Thatsache konstatirt, perlas er den Artikel 21 des Landtags= feine andere Wirkung haben und haben können, als eine Ver= Es wird freilich nichts hängen bleiben, nachdem Herr wahlgesetzes, wonach zu einer giltigen Wahl mindestens 2 Drittel Dem einen schiebung der Einkommensverhältnisse. anwesend sein müssen. Der Wahlkommissär erklärte hierauf, daß wird genommen, dem anderen wird gegeben. Ich erkenne an, daß Singer seine Verleumder vor Gericht gefordert hat, damit die Wahl nicht stattfinden könne; einen neuen Termin werde er es eine Aufgabe des Staates ist, nach dieser Richtung hin zu wirken. fie gezwungen werden, ihre Aussagen zu beweisen oder sich noch bekannt geben." Aber ich fann mich nicht für eine Gefeßgebung erklären, welche dem selber als Lügner zu brandmarken. Armen nimmt, um dem Reichen oder denjenigen, die sich in günſti- Mit dieser gerichtlichen Rechtfertigung hätte dann die gerer Lage befinden, zu geben. Sie werden nur das erreichen: den Stallengegenjas in der Geſellſchaft zu schärfen, die Beſizverhältnisse Sache für den Berliner Arbeitervertreter wohl erledigt ſein nur noch ungleicher zu gestalten als gegenwärtig. Wir haben ge- können. Wenn er nun trotzdem, um von sich auch den sehen, daß die Zollgesezgebung für die Industrie leisesten Schein einer Zweideutigkeit in seiner Stellung diese in noch höherem Maße, als es sonst der Fall gewesen wäre, zu dem Arbeiterstande fernzuhalten, vielleicht auch mit aus konzentrirt hat: die Fabriken suchen überall den kleinen Hand- einem leicht erklärlichen Ekel, ferner mit so verächtlichen werksbetrieb zu ersetzen. Dieselbe Richtung werden Sie auf dem landwirthschaftlichen Gebiete fördern. Der ganze Uebelstand Machinationen kämpfen zu müssen-wenn er, sagen wir, daß wir Ueberfluß an Getreide haben, und wenn es daneben Märchen- und Bilderbücher empfiehlt in größter Auswahl R. Kohlhardt, Brandenburgstraße 56. Annahme von Abonnements für sämmtliche Zeitschriften. Jede Buchbinderarbeit wird sauber ausgeführt. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager bon C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) 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December findet der elfte Wahlgang statt, das Dugend ist sonach beinahe voll und wenn es in diesem Tempo so weiter geht, auf ein halbes Hundert und mehr Wahlhandlungen bringen. fann man es während der laufenden sechsjährigen Legistaturperiode von Möbel, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Weihnacht 1887. Geschenk empfiehlt der Unterzeichnete folgende um mehr als die Als billiges Hälfte im Preise herabgesezte Bücher- Kollektion: Bebel, Die mohamedanisch- arabische Kulturperiode. werden diefe. Einzeln Bücher nur zum Ladenpreis abgegeben. Becker, Geschichte der Arbeiter- Agitation Ferdinand Lassalle's. Brunnemann, Stizzen und Studien zur französischen Revolutionsgeschichte. Dult, Der Jrrgang des Lebens Jesu. 2 Bände. Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats. König, Schwarze Kabinette. Mary, Das Elend der Philosophie. Quard, Die Arbeiterschutzgesetzgebung. Stamm, Die Erlösung der darbenden Menschheit. Wedde, Grüße des Werdenden. Gedichte nebst Anhang. Edelsteine deutscher Dichtung. Otto Walster, Braunschweiger Tage. Roman. Strante Herzen. Zwei Novellen. Eine mittelalterliche Internationale. Historische Novelle. Sämmtliche Bücher sind gut gebunden und mit Goldtitel auf dem Rücken versehen. nur zum Ladenpreis abgegeben. wieder ein. Die Preisermäßigung ist nur für den Monat Dezember 1887 giltig. Der Preis beträgt für die gesammte Kollektion Mr. 15,-. Einzeln werden die oben angezeigten Bücher Die Preisermäßigung gilt nur für den Monat Dezember 1887. Später treten die alten Preise Bei Bestellungen wolle man gefl. ,, Bücher- Kollektion", Preis Mt. 15,-, verlangen. Zu beziehen vom unterzeichneten Berlag gegen Einsendung des Betrags. Ferner empfehle als geeignete Weihnachts- Geschenke: Liebknecht, Ein Blick in die Neue Welt, Elegant gebunden. Mr. 3,-. Fremdwörterbuch. Gebunden. Wif. 1,80. Dulk, Gedichte. Prachtband. Mr. 1,50. 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Dezember, ferner am Sonnabend, den 31. Dezember und Sonntag, den 1. Januar, keine Adressen an Arbeitsuchende ausgegeben. Vom 28. bis inklusive 30. Dezember, desgleichen vom Montag, den 2. Januar, ab, ist der Arbeitsnachweis wie gewöhnlich geöffnet. Gesuche um Zuschickung von Gesellen werden auch an den Tagen, an welchen feine Adressenausgabe erfolgt, entgegengenommen und können in den am Eingange des ArbeitsnachDer Vorstand. J. H. W. Dick in Stuttgart. weiselokals befindlichen Briefkasten gelegt werden. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Aeiötatt zur„Mertiner Holks-Triküne". Jfä 21. Sonnabend, den 24. Dezember 1887. I. Jahrgang. Mer wird hegen? Ihr habt de» besten Willen von der Welt, Zu tobten ihn mit Hanl und Haaren— Ihr wollt, daß er euch werde unterstellt, Daß frei mit ihm ihr könnt verfahren— So schreckenlos und jeden Rechtes baar, Ihr wollt, daß er gefesselt in die Schranken Soll treten, denn es kämpfet der Barbar Gewalt mit seinem Todfeind, dem Gedanken! Der Kampf ist alt; euch hat er nichts genutzt, Ihr folgt noch immer nicht Beweisen; Die früh're Kriegskunst, etwas aufgeputzt, Fahrt ihr stets in den alten Gleisen. Ihr seht noch nicht, daß seinen Weg sich bahnt Das Frühroth, kämpfend, leuchtend jeden Morgen; Und immer noch habt ihr es nichr geahnt, Daß jede Pflanze Keime treibt verborgen. Versucht es doch, verseh'n mit eurer Macht, Dem Mond dort oben zu gebieten: Er dürfe nicht mehr wandelnd jede Nacht Mit seinem Schein die Welt behüten.— Und macht die Probe, ob der starke Fluß Durch eure Dämme sich wird hemmen lassen, Ob er verheerender nicht wirken muß, Hat er nur erst die alte Bahn verlassen. Und wenn ihr das zu schaffen nicht vermögt, Wie wollt ihr trotzig ihn ersticken Den Lichlgedanken, der stets neu sich regt, Wie diesen mit Gewalt erdrücken? Ja, häuft auf ihn nur Elend, Jammer, Schmach Ihr Thoren, scheinbar kann er unterliegen, Doch einst wird auch die Faust von Eisen schwach, Und der Gedanke wird Euch dann besiegen! Albert Auerbach. INachdruck berSottn.) Weihnacht. Von F. M. Dostojewski. Saht ihr kleine Jungen zur Weihnachtszeit im schneidenden Frost aus der Straße betteln? Fast sommerlich ist ihre Kleidung, um den Hals haben sie einen alten Lappen gebunden, und sie drehen sich vor euren Füßen und plappern auswendig gelernte Worte. Auch ihr friert und beeilt euch in die warme Stube zu kommen, und des- halb seid ihr ärgerlich ans die Betteljungen, die vor euren Füßen laufen...- Von solchem Knaben wollte ich euch erzählen; nicht gerade von so einem, den man schon betteln ausschickr, denn er ist noch sehr klein, sechs Jahre alt, vielleicht noch jünger; aber von so einem, den man sicherlich in einem Jahre,' in zwei Jahren geschickt hätte. Es war früh am Morgen. In einem feuchten, kalten Kellerloch erwachte er. Sein Röckchen war dünn, er zitterte vor Kälte; in der Ecke ans dem Kasten sitzend, vergnügte er sich, aus Langerweile zuzusehen, wie der Athem aus dem Munde flog-... Aber er war sehr hungrig... und die Stunden verrannen... und er trat immer wieder an die Pritsche heran, auf welcher sein krankes Mütterchen lag; dünn war die Streu, statt des Kissens halte sie unter ihrem Kopf irgend ein Bündel. Welches Schicksal führte sie hierher? Wahrscheinlich war sie mit ihrem Knaben aus einer anderen Stadt gekommen und plötzlich er- krankt, schwer, ans den Tod erkrankt.... Feienag ist vor der Thür, deshalb haben sich die anderen Kellerbewohner entfernt; nur fern im Winkel stöhnt, von rheumatischem Schmerz gefoltert, eine achtzig- jährige Frau; früher einmal halte sie irgendwo als Kinder- wänerin gedient, jetzt lag sie einsam sterbend; sie ächzte und bnimmle und schalt aus den Knaben, so daß derselbe sich fürchtete, ihr nahe zu kommen. Zu trinken hatte er sich im Hausflur verschafft, aber nirgends konnte er ein Stück Brod finden; und immer wieder trat er an die Pritsche heran, auf welcher seine Mutter lag, um sie zu wecken. Es war ihm so ängstlich in der Dämmerung; schon längst hatte der Abend angefangen; Licht zündete man nicht an. Er betastete das Geficht der Mutter und wun- derte sich, daß sie sich gar nicht regte und so kalt wie die Wand war. Wie kalt ist es hier, dachte er, indem seine Hand aus der Schulter der Todten ruhte.... Dann hauchte er auf seine Fingerchen, um sie zu erwärmen, und als er jetzt sein Mützchen aus der Pritsche fand, schlich er tappend und leise aus dem Keller. Er wäre schon früher gegangen, aber er fürchtete sich vor dem großen Hunde auf der Treppe, welcher den ganzen Tag an der Nachbarthür heulte. Jetzt war der Hund nicht mehr da. Und der Kleine huschte auf die Straße. Himmel, was für eine Stadt! So etwas hatte er sein Lebtag nicht gesehen. Wie dunkel war dagegen die Nacht in dem Ort, aus welchem er kam, dort hatte die ganze Straße nur eine Lateme. Die niedrigen Holzhäus chen wurden dort mit Läden verschlossen; wie es nur kaum zu dämmern beginnt, ist keiner mehr auf der Straße, alle verschließen sich in den Häusern und nur die Hunde schaaren sich zusammen, wohl zu Dutzenden, zu Hunderten, heulen und bellen die lange Nacht. Aber dafür war es dort in der Heimath so warm und man gab ihm zu essen. Aber hier... Ach! hätte er nur ein Krustchen Brot, um den Hunger zu stillen! Wie es hier durcheinander schwirrt und lärmt! Die vielen Lichter und die vielen Menschen, Pferde und Wagen. Und der Frost! Aus den Nüstern der gehetzten Pferde fliegt der Athem und gefriert im Ringeln, die Hufe schlagen durch den lockeren Schnee an die Steine und die Leute stoßen sich so und... Ach! wie gem möchte er essen, wenn auch nur irgend ein kleines Stückchen! Und plötzlich thun ihm die Finger- chen so weh. Und wieder eine Straße; ach, was für eine breite Hier wird man gewiß zertreten. Wie sie alle schreien, laufen, fahren... und Licht, so viel Licht! Was ist das? Ach! was für ein großes Fenster! und hinter dem Fenster eine Stube! und in der Stube ein Baum bis zur Decke — das ist ein Weihnachtsbaum mit vielen goldenen Papierchcn und Acpfeln! Um den Weihnachtsbaum liegen Püppchen und kleine Pferdchen. In der Stube lausen die Kinder, geputzt, reinlich... und sie lachen und sie spielen und essen und trinken. Da— ein Mädchen tanzt mit einem Knaben, was für ein hübsches Mädchen! Auch Musik ist da, durch das Fenster ist's zu hören. Der arme Knabe sieht das alles, wundert sich und lacht. Jetzt aber fangen ihm die Zchchen an den Füßchen zu schmerzen an und die Händchen sind ganz roth gewor- den, die Fingerchen biegen sich schon nicht mehr und schmerzen beim Bewegen. Da fängt der Knabe bitterlich zu weinen an und läuft weiter. Durch ein anderes Fenster sieht er einen Laden mit Weihnachtsbäumen ausgeschmückt; auf den Tischen liegen Kuchen allerlei Art, Mandelkuchen, rothe, gelbe Kuchen; es fitzen da vier geputzte Damen— jedem, der kommt, geben sie Kuchen und die Thür geht fortwährend auf und es kommen von der Straße viele Herrschaften herein! Der Kleine schleicht sich an die Thür, öffnet, tritt in den Laden. Hu! wie man ihn anschreit, ihm zuwinkt, daß er fortgehen solle. Eine der Damen tritt schnell an ihn heran, steckt ihm eine Kupfermünze zu und macht ihm die Thür zur Straße aus. Wie der Kleine da erschrickt. Das Geldstück rollt auf die Stufen: er kann ja, um es zu halten, seine Fingerchcn nicht biegen. Schnell, schnell läuft er fort— wohin, weiß er selbst nicht. Und er läuft, läuft und pustet in die Händchen. Aber was ist das! Die Leute stehen und drängen sich: am Fenster hinter den Scheiben sind drei kleine Puppen ausgestellt, geputzt in rothe und grüne Kleider und ganz wie lebendig. Ein altes Puppenmännchen sitzt auf einem Stuhl und fuchtelt mit dem Arm, als spiele es auf einer großen Geige; zwei andere stehen dabei und streichen auf kleinen Violinen, nicken im Takt mit ihren Köpfchen, sehen einander an, ihre Lippen bewegen sich, sie sprechen, ordentlich sprechen sie, nur hört man's nicht wegen der Scheiben. Der Kleine denkt erst, sie seien lebendig. Wie es ihm aber plötzlich klar wird, daß es Puppen seien, lacht er. Noch nie in seinem Leben hat er solche Püppchen gesehen. Wohl ist ihm das Weinen nahe, wie er aber auf die Puppen sieht, wird ihm wieder ganz lächerlich zu Muth. Plötzlich scheint es ihm, als ob jemand von hinten an sein Röckchen greife, und da steht auf einmal ein großer böser Bengcl neben ihm, schlägt ihn auf den Kops, reißt ihm die Mütze ab und stellt ihm ein Bein. Er fällt aus die Erde. Die Leute schreien aus. Und da erschrickt er, springt in die Höhe und läuft, läuft— wohin, weiß er selbst nicht— auf einen ftemden Hof und verbirgt sich hinter das aufgestapelte Holz. Hier ist's dunkel, denkt er, hier findet man mich nicht. Er kauert sich zusammen, vor Angst kann er kaum athmen .. auf einmal wird ihm so leicht, so wundersam leicht. Händchen und Füßchen schmerzen nicht mehr, Wärme durchdringt seinen Körper, so warm fühlt er sich, wie auf dem Ofen. Und jetzt wieder schauert er zusammen... er ist ja eingeschlafen.. Wie gut es hier ist, zu schlafen... ich werde ein wenig sitzen und dann wieder zu den Püppchen gehen. Und wie ihm der Traum die Püppchen zeigt, lächelt der Kleine... Ganz wie lebendig... während die Puppen geigen, wird es ihm, als singe über ihm seine Mutter ein Wiegenlied. Mütterchen, ich schlafe. Ach, es ist hier so gut zu schlafen.— Komm zu mir zum Weihnachtsbaum, Knabe, sagt über ihm eine sanfte Stimme.— Ter Kleine denkt, seine Mutter rufe ihm zu, aber nein— sie ist es nicht. Jemand beugt sich zu ihm und umschlingt ihn in der Dunkelheit. Und was für ein Licht glänzt ihm ent- gegen! O, was für ein Weihnachtsbaum! Aber nein, es ist kein Weihnachtsbaum. Noch nie hat er solch einen Baum gesehen. Alles glänzt, alles blitzt und rings herum lauter Püppchen. Aber nein, das sind Knaben und Mäd- chen in lichten Gewändern, sie fliegen zu ihm, küssen ihn, nehmen ihn mit sich... Seine Mutter sieht ihn an und lächelt freudig. Mutter! Mutter! Ach, wie gut ist es hier, Mutter! Und wieder küssen ihn die Kinder und er erzählt ihnen von den Püppchen hinter dem Fenster. Wer seid ihr, Knaben? und wer seid ihr, Mädchen? fragt er, lächelnd und sie liebkosend. Es ist Weihnachtsfest, antworten sie ihm. Und der Kleine träumt, daß die Knaben und Mädchen solche Kinder gewesen sind wie er selbst. Die einen waren ge- storben vor Kälte, vor Hunger die anderen, die dritten vor Schlägen, die vierten, weil sie keine Pflege fanden, sogar in solchen Krankheiten, die bei der geringsten Hilfe glücklich verlaufen wären. Und alle waren sie jetzt bei ihm und fröhlich zusammen, alle... Und die Mütter stehen beiseite, erkennen ihre Knaben und Mädchen, fliegen zu ihnen heran, küssen sie, wischen ihnen die Thränen ab und flehen sie an, nicht zu weinen, denn nun sei alles gut... Am Morgen fanden die Hausknechte die kleine Leiche des erfrorenen Knaben hinter dem Holze. Friedrich Cngels. Von Karl Kautsky. n. Die„Lage der arbeitenden Klassen in England" war nach der Rückkehr von Manchester in Barmen ausgearbeitet worden. Aber gleichzeitig überzeugte sich Engels, daß mit seinen jetzigen Ansichten ein Aufenthalt in dem pietistischen Barmen, in dem Schooße einer strenggläubigen und hochkonservativen Familie unver- träglich war. Er hing also die Kaufmannschaft einst- weilen an den Nagel und ging nach Brüssel, wohin auch Marx sich begeben, nachdem er auf Veranlassung der preußischen Regierung aus Frankreich ausgewiesen worden. Und nun begann eine rege, gemeinsame Arbeit Beider. Die theoretischen Grundlagen ihres Wirkens waren ge- mannen; es galt jetzt einerseits auf ihnen ein neues wissen- schastliches System aufzubauen, andererseits aber die that- sächlich vor ihren Augen vor sich gehende proletarische Bewegung aus diese Grundlage zu stellen und zum Selbst- bewußtsein zu bringen. Die für Marx und Engels so bezeichnende innige Vereinigung praktischen und theoretischen Wirkens, eines das andere fördernd, bekam nun ein be- stimmtes Ziel, welches das Ziel ihrer Lebensarbeit geblieben ist, auf das hin sie von nun an alle ihre Kräfte planmäßig konzentrirten. Ihre erste wissenschaftliche Aufgabe war die Schluß- abrechnung mit der gleichzeitigen deutschen Philosophie, also mit den Ausläufern der Junghegelschen Schule. Sie arbeiteten gemeinsam eine Kritik der nachhcgelschen Philo- sophie aus(Stirner, Feuerbach, Bauer), die indeß nicht veröffentlicht wurde. Aber, wie Engels schreibt,„wir waren keineswegs der Absicht, die neuen wissenschaftlichen Resultate in dicken Büchern ausschließlich der„gelehrten" Welt zuzuflüstern. Im Gegentheil. Wir saßen beide schon tief in der politischen Bewegung; hatten unter der gebildeten Welt, namentlich Westdeutschlands, einen gewissen Anhang, und reichliche Fühlung mit dem organisirten Proletariat. Wir waren verpflichtet, unsere Ansicht wissen- schaftlich zu begründen; ebenso wichtig aber war es auch für uns, das europäische und zunächst das deutsche Prole- tariat für unsere Ueberzeugung zu gewinnen. Sobald wir erst mit uns selbst im Reinen, gings an die Arbeit. In Brüssel stifteten wir einen deutschen Arbeiterverein und bemächtigten uns der„Deutschen Brüsseler Zeitung". Ebenso standen wir in einer Art Kartell mit den Brüsseler Demokraten(Marx war Vizepräsident der demokratischen Gesellschaft) und den französischen Sozialdemokraten von der„Reforme", der ich Nachrichten über die englische und deutscheArbüterbewcgung lieferte. Kurz, unsere Verbindungen mit den radikalen und politischen Organisationen und Preß- organen waren ganz nach Wunsch." Am wichtigsten wurde aber die Verbindung von Marx und Engels mit dem internationalen„Bund der Gerechten", dem späteren Kommunistenbund, den sie zum Vorläufer der Internationale machten. Dieser Bund, unter den da- maligen politischen Verhältnissen nothwendig ein Geheim- bund innerhalb öffentlicher Arbeitervereine, wie z. B. des kommunistischen Arbeiter-Bildungsvereins in London, war eine Gründung deutscher Revolutionäre— meist Arbeiter — in Paris, halb Propaganda-, halb Verschwörungs- gesellschast, unter dem Einflüsse des französischen Arbeiter- Kommunismus. Er wuchs rasch an, bald bildeten sich Sektionen in England und der Schweiz. London wurde nach 1839 der Mittelpunkt des Bundes, der bald auch in Belgien und Deutschland Sektionen bildete. Ans einem Verein deutscher Emigranten in Paris wurde er ein inter- nationaler kommunistischer Verein. Aber nicht nur an Ausdehnung nahm er zu, sondern auch an Klarheit. Der urwüchsige französische Arbeiter- Kommunismus genügte den leitenden Köpfen immer weniger; auch der Weitling'sche sektirerische Kommunismus nützte sich rasch ab. Gleichzeitig wuchs der Einfluß von Marx und Engels auf die sozialistischen und demokratischen Be- wegungen, ihr neuer Standpunkt wurde in deren Kreisen bekannt. So tam es, daß im Frühjahr 1847 Mary in Brüssel der Rheinprovinz, die Hauptorte des bergisch- märkischen bei schrieb er für die„ New York Tribüne", deren euround Engels in Paris, wohin er sich von Brüssel begeben, Industriebezirkes, Elberfeld, Düsseldorf, Solingen 2c., erhob päischer Redakteur er thatsächlich fast 20 Jahre war. von dem Uhrmacher Moll aufgesucht wurden, einem hervor sich im Mai 1849, um der einbrechenden Reaktion Wider- Engels ging 1850 nach Manchester, wurde wieder Kommis ragenden Mitgliede des Bundes, den Engels bereits 1843 stand zu leisten; Engels eilte auf die Nachricht davon in der Baumwollfabrik, in der sein Vater Theilhaber war, in London kennen gelernt hatte. Moll forderte sie im augenblicklich von Köln nach Elberfeld, aber nur um zu er wurde 1864 selbst Associé und gab 1869 das Geschäft Namen seiner Genossen zum Eintritt in den Bund auf sehen, wie der Aufstand rasch zusammenbrach. Die Arbeiter endgiltig auf. Durch die Firma„ Ermen und Engels" unter der Versicherung, daß man bereit sei, den konspira- wurden vom Bürgerthum überall im Stich gelassen und auf den Nähgarnspulen dürfte sein Name mancher Arbeitertorischen Charakter des Bundes fallen zu lassen und die verrathen. frau bekannt geworden sein, der sein Wirken für die Arneuen theoretischen Gesichtspunkte anzunehmen. Beide Damit war auch das Schicksal der„ Neuen Rheinischen beiterklasse unbekannt geblieben. folgten dem Rufe. Im Sommer 1847 fand der erste Beitung" entschieden. Sie wurde am 19. Mai verboten, Zwanzig Jahre lang waren die beiden Freunde mit Bundeskongreß in London statt, auf dem Engels die Pariser Marr ausgewiesen. Auch Engels, der wegen seiner Theil- furzen Unterbrechungen getrennt, aber ihr geistiger Verkehr Mitglieder vertrat. Der Bund erhielt auf diesem Kongreßnahme am rheinländischen Aufstand verfolgt wurde, mußte wurde dadurch nicht unterbrochen. Fast täglich schrieben nicht nur einen neuen Namen- Bund der Kommunisten Köln verlassen, wohin er von Elberfeld zurückgekehrt war sie einander und tauschten ihre Ansichten über die Vorsondern auch eine völlig neue Organisation. Aus und wo er fich verborgen hielt. Mary ging mit einem gänge auf den Gebieten der Politik, des Wirthschaftseiner Verschwörergesellschaft wurde eine Propagandagesell- Mandat des demokratischen Zentral- Ausschusses nach Paris, lebens und der Wissenschaft aus. Dieser Briefwechsel schaft. wo sich eine neue Entscheidung vorbereitete, die auch für ist erhalten; er wird nach seiner Veröffentlichung und Der zweite Kongreß fand Ende November und An- die deutsche Bewegung von Wichtigkeit war; Engels ging eines der wichtigsten Quellenwerke für das Verfang Dezember desselben Jahres statt. An diesem nahm in die Pfalz, die sich neben Baden zum Schuße der Reichs- ständnis der Zeit von 1850-1870 bilden. nicht nur Engels, sondern auch Mary Theil. Die Um- verfassung erhoben hatte und schloß sich einem Freischaaren- In Manchester sette Engels neben dem Geschäft seine wandlung, die der erste Kongreß angebahnt, wurde vollendet, Korps an, in dem er die Stelle eines Adjutanten des Studien fort. Vor Allem betrieb er Kriegsgeschichte und die letzten Widersprüche und Zweifel erledigt, die neuen Kommandanten Willich bekleidete; er nahm an drei Ge- Militärwissenschaften, deren Unentbehrlichkeit ihm die Grundsäße einstimmig angenommen und Marr und Engels fechten Theil, sowie an dem Entscheidungstreffen an der Kampagne von 1849 klar gemacht hatte, und für die ihm wurden beauftragt, das Manifest des Bundes auszuarbeiten. Murg. 13 000, meist schlecht geführte und schlecht dis- seine Dienstzeit in der Artillerie( als Einjährig- Freiwilliger) Damit begann eine neue Epoche in dem Leben von ziplinirte Revolutionssoldaten standen dort 60 000 Preußen eine praktische Grundlage bot. Dann vergleichende Mary und Engels. Sie eilten sofort nach Paris und von und Reichstruppen gegenüber, troßdem fiegten diese nur Sprachlehre von jeher seine Lieblingswissenschaft da nach Deutschland und übernahmen in Köln die Leitung durch die Verlegung der Neutralität Württembergs, was Naturwissenschaften. Während des italienischen Krieges eines täglichen Blattes, der„ Neuen Rheinischen Zeitung". ihnen eine Umgehung ermöglichte. Das Schicksal des von 1859 veröffentlichte er anonym eine militärische Die Geschichte von Engels in dieser Zeit ist die der badisch- pfälzischen Aufstandes war damit entschieden, das Broschüre" Po und Rhein", worin er einerseits der öftergenannten Zeitung. Deren Geschichte erzählen, hieße aber von vornherein kaum zweifelhaft gewesen. Seine Seele reichischen Theorie entgegentrat, der Rhein müsse am Po die Geschichte des Jahres 1848 mit seinen Ausläufern hatte die süddeutsche Demokratie gebildet, eine fast aus- vertheidigt werden, anderseits den„ kleindeutschen" preußischen erzählen. Darauf können wir uns natürlich nicht einlassen. schließlich kleinbürgerliche Partei, und alle die Lächerlichkeit Liberalen, die der Niederlage Desterreichs entgegenjubelten Genug, zu feiner Periode ihres Lebens haben vielleicht und Jämmerlichkeit des Kleinbürgerthums kam in diesem und nicht sahen, daß Bonaparte der gemeinsame Feind „ Sa= Engels und Mary so offenkundig ihre bereits erwähnte Aufstande zum Vorschein. war. Eine zweite Broschüre ähnlichen Inhalts Eigenthümlichkeit an den Tag gelegt, wie damals: die Engels war einer der letzten der geschlagenen Armee, voyen, Nizza und der Rhein", folgte nach dem Krieg. innige Vereinigung praktischen und theoretischen Wirkens, die auf Schweizer Gebiet übertraten, nachdem Alles verloren Während des preußischen Militärkonflikts( 1865) gab er die Vereinigung des Gelehrten mit dem Politiker, des war( 11. Juli 1849). Er blieb einige Monate in der eine weitere Broschüre heraus, die preußische Militärfrage und die deutsche Arbeiterpartei", worin die Widersprüche Kämpfers mit dem Kritiker. Niemand hat an den poli- Schweiz. tischen Kämpfen entschiedener Antheil genommen als sie, Da sich hier jedoch keine Aussicht auf befriedigende und Halbheiten der Liberalen und Fortschrittler gegeißelt Niemand hat sich in diesen Kämpfen freier von Illufionen Thätigkeit bot, begab sich Engels wie kurz vorher und ausgesprochen wurden, eine wirkliche Lösung der Miligehalten als sie. auch Marr von Paris aus nach England. Da aber tärfrage wie aller andern ernstlichen Fragen könne nur Und niemals vielleicht war eine Bewegung so voll der Weg durch Frankreich zu gefährlich geworden war, durch die Arbeiterpartei erfolgen. Während des deutschvon Illusionen, wie die von 1848, namentlich in dem die französische Regierung schickte nach London durchreisende französischen Kriegs schrieb er eine Reihe militärisch- kritipolitisch und ökonomisch so unreifen Deutschland: der deutsche Flüchtlinge manchmal ohne Weiteres über Havre scher Artikel in die Londoner„ Pall- Mall- Gazette", worin revolutionäre Theil der Bourgeoisie, das Kleinbürgerthum nach Amerika nahm er den Weg über Genua und er unter Anderem so glücklich war, bereits am 25. August und die Arbeiter glaubten, mit dem Sturze der reaktionären von da auf einem Segelschiff über Gibraltar nach die Schlacht von Sedan( 2. September) und den UnterRegierungen sei das Himmelreich auf die Erde gekommen; London. gang der französischen Armee vorherzusagen. fie hatten keine Idee davon, daß der Sturz dieser Regie- Die Mehrzahl der leitenden Mitglieder des Kommu- Hatte während dieser Zeit bereits eine Arbeitstheilung rungen bloß der Anfang und nicht das Ende der Kämpfe nistenbundes, sowie die Mehrzahl der deutschen„ großen der Studien zwischen Marr und Engels stattgefunden, so war, daß die errungene bürgerliche Freiheit den Boden Männer" von 1848 fand sich im Herbst dort zusammen. entwickelte sich nach Engels Uebersiedlung nach London bildete, auf dem sich der große Klaffenkampf zwischen Man ging an eine Neuorganisation, um die propagandi-( 1870) jene eigenthümliche Arbeitstheilung zwischen den Bourgeoisie und Proletariat abspielen sollte, daß die Frei- stische Thätigkeit von Neuem wieder aufzunehmen. Noch Beiden, die ihr Schaffen so sehr gefördert hat. Während heit nicht den sozialen Frieden, sondern neue soziale hatte sich die revolutionäre Aufregung nicht gelegt, noch Marr fortfuhr, die gemeinsam gefundene Theorie syste= Kämpfe brachte. schien es nothwendig, auf eine neue Erhebung vorbereitet matisch für die wissenschaftliche Welt auszuarbeiten und Man ist vielfach der Ansicht, die Revolution zu sein. Aber wie ganz anders faßten Mary und Engels darzulegen, setzte Engels sich die Aufgabe, einerseits die von 1848 sei gescheitert. Was in Wahrheit damals diese Vorbereitung auf, als die Mehrheit der demokratischen Theorie polemisch zu vertreten, wenn sich Gegner fanden, Schiffbruch litt, waren die Illusionen, welche die Gegen- Emigration! Während dieser die Lösung der Aufgabe, die der Mühe werth waren und anderseits die großen fäße innerhalb der oppositionellen Klassen ver- an der fie eben gescheitert, ein Kinderspiel erschien, während Fragen der Gegenwart an der Hand dieser Theorie zu deckten, welche die Leute glauben machten, daß Arbeiter, ihre Illusionen immer chimärischer wurden und ihre Mani- untersuchen und die Stellung des Proletariats ihnen gegenFabrikanten und Handwerker Brüder seien mit gemeinsamen festationen immer bombastischer, je mehr sie die Fühlung über zu begründen. Natürlich war diese Scheidung der Intereffen, gemeinsamen Zielen. Diese Gemeinsamkeit mit den thatsächlichen Verhältnissen der Heimath verloren, Arbeitsgebiete keine pedantische; oft arbeiteten sie zusammen, erstreckte sich aber bloß auf die Opposition gegen das arbeiteten Marr und Engels ruhig, aber unermüdlich stets tauschten sie ihre Ideen aus.*) herrschende absolutistische System; die Revolution hat den daran, die Organisation des Kommunistenbundes zu festigen, Der erwähnten Arbeitstheilung ist es wohl zum Gegensatz zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat und propagandistisch wie kritisch auf Deutschland zu wirken, größten Theil zuzuschreiben, daß, während die Marr'schen enthüllt, gleichzeitig aber auch die politische Unfähigkeit daneben aber auch ihre eigene geistige Entwickelung zu Studien in einem Hauptwerk, dem„ Kapital", konzentrirt des Kleinbürgerthums. fördern. sind, das Ergebniß der Engels'schen Forschungen in zahlDas Kleinbürgerthum war die Eeele der Bewegung Die Resultate ihrer damaligen kritischen und wissen- reichen, meist kleineren Schriften zerstreut ist. So ist von 1848, ihre Niederlage war vor allem die feine. Das schaftlichen Thätigkeit sind in einer Monatsschrift nieder- es aber auch gekommen, daß, während man über die UnJahr 1848 bedeutete seinen politischen Bankerott. Ueberall gelegt, die sie 1850 herausgaben und der sie den Namen verständlichkeit von Marr klagt und die meiſten Leute trat das Proletariat für das Kleinbürgerthum ein, überall ihres verbotenen Kölner Blattes gaben, der„ Neuen mehr über das„ Kapital" lesen als dieses selbst, Engels wurde es von diesem schließlich verrathen. Rheinischen Zeitung"; fie erschien in Hamburg. Marr als Meister, der populären Darstellung gilt, seine Die Arbeiterklasse war damals aber noch zu jung, veröffentlichte darin eine kritische Geschichte der französischen Schriften von allen denkenden Proletariern gelesen werden, zu unreif, zu zersplittert, um eine Politik auf eigene Faust Bewegungen von 1848 und 1849, bie die Grundlage und die Mehrzahl derjenigen, die sich mit dem Sozialismachen zu können. Wo sie das versuchte, nnterlag fie. bildete für seine spätere Schrift:„ Der 18. Brumaire". mus befassen, aus diesen Schriften die Kenntniß und das Die Bourgeoisie scheiterte nicht in ihren Bestrebungen Engels beschrieb in einer Reihe von Artikeln die deutsche Verständniß der Marr- Engels'schen Theorie schöpft.**) in der Revolution. Die Reaktion übernahm die Durch- Reichsverfassungskampagne. Von seinen übrigen Beiträgen führung der meisten ihrer Absichten. Das Proletariat ist zu erwähnen einer über die englische Zehnstunden( auf dem Kontinent) lernte seine Freunde und Feinde bill", der heute freilich nur noch von historischem Inkennen, es erkannte zuerst seinen Gegensatz zur Bourgeoisie, teresse ist, da eine Reihe von Voraussetzungen, von denen Ueber die Löhne der Arbeiterinnen in der Berliner Bekleidungsindustrie die Unzuverlässigkeit des Kleinbürgerthums. Es lernte sich er ausging, heute nicht mehr existirt. Wenn man den zuerst fühlen, es gewann ein Klassenbewußtsein, ein Selbst- Artikel liest, kommt man so recht zum Bewußtsein der inbewußtsein. Von der Februar- Revolution datirt diese dustriellen Nevolution, die wir seitdem durchgemacht. schreibt uns ein wohlunterrichteter Freund unseres Blattes: seine Entwickelung zur bewußt kämpfenden Klasse, namentBekanntlich herrscht unter den weiblichen Angehörigen Alle Jene, die da glaubten, daß zu einer Revolution lich in Deutschland. Die einzige Klasse, die in jeder Beziehung verlor, alle Jene, die glaubten, man könne eine Revolution nach vatten- oder Weißwaarengeschäfte„ nebenbei" zu arbeiten, nichts nöthig sei, als eine gehörige Dosis guten Willens, eines großen Theiles unserer bürgerlichen und BeamtenFamilien die Unfitte, für Wollwaaren-, Tapisserie-, Kraökonomisch, politisch, moralisch, das war das Kleinbürger- Belieben machen, wenn man Lust dazu verspüre thum. Dieses scheiterte wirklich in der Niederlage der kurz, die weitaus größere Mehrheit der revolutionären durch diese mit einem Spottpreise bezahlte Nebenbeschäftigung um sich Taschengeld zu verdienen, ohne zu bedenken, daß Revolution. Flüchtlinge in England, die damals die radikale bürgerliche Tausenden hungernder und darbender Berufsarbeiterinnen Alles das ist heute, ein Menschenalter nach dem Opposition gegen die europäische Reaktion repräsentirten, der letzte Bissen Brod entzogen wird. Kampf, ziemlich klar. Im Jahre 1848 war die Neue fie Alle erhoben sich gegen Marr und Engels. Die Neue Rheinische Zeitung" das einzige Blatt, waren die Männer Rheinische Zeitung" verlor ihre Leser und mußte ihr Erder Neuen Rheinischen Zeitung" die Einzigen, die das scheinen einstellen; im Kommunistenbund brach eine Spalist folgende Stelle aus einem Brivatbrief von ihm an einen alten, *) Charakteristisch für Engels und sein Verhältniß zu Marg klar erkannten, die sich's zur Aufgabe machten, nicht die tung aus, seine thätigsten Mitglieder in Deutschland kamen treuen Genossen, der im vergangenen Jahre verstorben ist. Er sagt Illusionen der Massen durch hohle Phrasen zu nähren, durch die Stieber'schen Machinationen für Jahre hinaus da:" Ich habe mein Lebenlang zweite Bioline gespielt und glaube sondern durch unbarmherzige Kritik zu vernichten, die die in's Gefängniß: mit der Aussicht auf eine baldige Erhe- es zu einiger Virtuosität darin gebracht zu haben, und ich war Kleinbürgerlichen Schwäßer im Frankfurter Parlament bung brach für einige Zeit auch die sozialistische Propa- verdammt froh, daß ich dabei eine so gute erste Bioline hatte wie ebenso mit der Lauge ihres Hohnes übergossen, wie die ganda zusammen. Mary. Jest aber, wo ich in Vertretung der Theorie selbst erste Reaktion und deren Landsknechte à la Lichnowsky. Nicht Mit der politischen Aktion war es für längere Zeit nicht blamire." Bioline spielen soll, muß ich mich sehr in Acht nehmen, daß ich mich etwa, daß sie mit ihrer Kritik Muthlosigkeit und Hemm zu Ende. Von 1850 an war Beiden jede literarische**) Bei dieser Gelegenheit eine kleine Bemerkung. Die meisen nisse erzeugt hätten. Im Gegentheil, kein Blatt trieb Thätigkeit in Deutschland abgeschnitten, der Bann der unserer Freunde, sobald sie einmal zur Erkenntniß gekommen, daß energischer zum Handeln an als die Neue Rheinische Demokraten lastete auf ihnen ebenso wie der der Regierun- Wissenschaft ist, zu deren Verständniß nicht bloß guter Wille, fontZeitung", zu entschiedenem und raschem Handeln, so lange gen. Kein Verleger hätte ein Werk von ihnen angenom- dern auch eine gewisse Dosis von Kenntnissen gehört, werfen sich der Gegner noch am Boden lag, zur rücksichtslosen Nieder- men, keine Zeitung ihre Mitarbeiterschaft. Marr zog sich mit Feuereifer sogleich auf das Kapital", beißen sich an der Weth werfung aller Stüßen des Alten, die noch geblieben waren. auf's britische Museum zurück, begann seine ökonomisch theorie die Zähne aus und laffen dann das Ganze stehen. Sie Indeß waren die Umstände stärker, als die„ Neue geschichtlichen Studien wieder von vorne und legte den werden ein ganz anderes Resultat erzielen, wenn sie zunächst die Rheinische Zeitung". Die Reaktion siegte. Ein Theil Grund zu seinem großen Werk„ Das Kapital". Neben- gründlich durchstudirt, sich an's„ Kapital" heranmachen. Engels'schen Broschüren vornehmen und erst, nachdem sie piese Wie diese Unfitte von den Berliner Geschäftsleuten ständlich mit offenen Armen empfangen, d. h. mit der Bedingung| ficht beffer daran, weil sie 5 oder höchstens 6 Stunden, wenn auch ausgebeutet wird, spottet jeder Beschreibung. Hat doch natürlich, daß sie dasjenige, was sie bisher in Gemeinschaft mit nicht immer leichte, so doch gesunde Beschäftigung haben. Alsdann ihren Kollegen vertheidigt haben, von jetzt ab verleugnen. So hat kommen die mit Arbeitskarte versehenen, im Fabrikbetriebe be= die Tochter eines höheren Beamten für ein hiesiges Weiß sich in letzter Zeit unter den Akkord- so gut wie unter den Nacht- schäftigten Kinder. Zu bemerken ist, daß in sehr vielen Fällen waarengeschäft sogenannte Languetten gearbeitet, von früh arbeitern eine Anzahl sehr bekannter Kollegen breit gemacht, was über die gesetzlich für Kinder festgesetzte Arbeitszeit( 6 Stunden) hinausgegangen wird, daß nicht selten 8 ja sogar 9 Stunden pró bis spät, in drei Wochen, 1 Dugend Damenbeinkleider ihnen allerdings nicht zum Ruhme gereicht. Möge man nie vergessen, daß die Zeit der Arbeitslosigkeit einst Tag und während der Ferien bis 11 Stunden pro Tag gearbeitet und 21 Damenunterröcke mit Languetten versehen und an jeden herannaht, hauptsächlich dann, wenn er nicht mehr im wird. Der Lohn der Kinder beträgt ungefähr 3 bis 6 Pf. pro dafür die Bezahlung von 5 Mark 12 Pfennigen erhalten. Stande ist, mit der jugendlichen Straft sich zu messen. Dann heißt Stunde. Die Schul verhältnisse sind infolge dessen nicht die du Da kann es kein Wunder nehmen, wenn bei solcher es: Mohr, du hast deine Schuldigkeit gethan, bu fannst gehen! besten. Von 20 Stunden wöchentlich wird außerdem der dritte Konkurrenz aus den höheren Ständen" der Gesellschaft Darum: weg mit der Afford- und Nachtarbeit im Baufach! H. B. Theil mit ,, Religion" ausgefüllt. den armen Näherinnen, welche, um nicht zu verhungern, auf Kosten ihrer Gesundheit von Tagesanbruch bis in die tiefe Nacht hinein die Nadel führen müssen, unerhörte Preise geboten werden, die es ihnen unmöglich machen, mehr wie 6-7 Mark wöchentlich zu verdienen. Und die das verdienen, können sich noch glücklich schäßen! Man muß sich nun aber erst die Löhne ansehen, wenn diese armen Mädchen gezwungen sind, aus zweiter Hand zu arbeiten. Werden doch in der Weißwaarenbranche für Herrenkragen 35 und 40 Pf. per Dutzend, für Manschetten: zweitheilige 40 Pf. und eintheilige, vorgenäht, 35 Pf., hier und dort auch 40 Pf., für die schwersten Herrenfragen 50, 60, 65, 70 Pf., für Knabenkragen 20 und 25 Pf., für Tollenkragen 20 und für doppelte Tollen 25 Pf. per Dußend bezahlt! Nehmen wir nun die Kravattenbranche. Auch dort find die Löhne im Laufe von 3 Jahren auf die Hälfte heruntergegangen. Die Arbeiterin erhielt vor 3 Jahren für Kravatten, Westenform, per Dußend 3,30, 3,00 und 2,50 M. Heute, bei einer weit besseren Ausführung, 1,70, 1,50, 1,20 und 1,00 M. Bei Schleifen und den anderen Artikeln ist es dasselbe Verhältniß. Ebenso werden bei Tapisserie- und Wollwaarengeschäften Löhne gezahlt, die zum Verhungern zu viel und zum Leben zu gering find. " " Die Lage der Arbeiter in Schlesien. Von H. Krause, Schuhmacher. II. Kleine Mittheilungen. Die Wohlthätigkeit des Kapitals. Wir wiesen neulich schon darauf hin, wie alle Wohlthaten des Kapitals, selbst wenn sie Wir kommen nun zu dem industriellen Proletariat. gar keine Hintergebanken und feine sonstigen Nachtheile haben, nichts Wie überall, so haben auch in Schlesien, oder infolge billiger find als verschwindend kleine Rückerstattungen dessen, was das Arbeitskraft gerade hier, verschiedene Industrien rasch Play gegriffen. Stapital vorher den Arbeitern abgenommen hat. Jules Guesde führt dies in der letzten Nummer des Pariser In erster Linie ist zu nennen Leinen- und Halbleinenfabrikation, nächst diesen die Bleichen, mit bis zu 1000 Arbeitern und Arbei- Socialiste" sehr treffend in größerer Breite aus. Die Besizerin terinnen; außerdem die Wollen- Spinnerei und-Weberei, ferner find des großen Magazins Au bon Marché hat bekanntlich von den natürlich auch allerhand damit verbundene Industrien, ebenso andere 50 bis 60 Millionen Francs, die sie hinterläßt, 16 Millionen den sich immer mehr und mehr fabrikmäßig gestaltende Gewerbe vor- gegenwärtig in ihrem Geschäft Angestellten testamentarisch vermacht. handen. Nach der ersten Nichtung sind z. B. die Färbereien zu Auf die Lobeserhebungen der kapitalistischen Presse erwidert nur verstehen, nach der letteren die Möbelfabrikation. Thonwaaren- das Haupt der französischen Kollektivisten sehr fühl: Indem Frau fabriken bilden sich nicht selten aus gewöhnlichen Ziegeleien. Stärke- Boucicaut den in ihrem Geschäft angestellten 3000 Personen beiderlei fabriken und solche Etabliſſements, welche Braunkohlenstaub zu Geschlechts einen Theil dessen zurückgab, was sie ihnen früher ababer einen sehr unvollkommenen. Denn nicht allein die 16 Millionen, Breßkohlen verarbeiten, wurden in den letzten Jahren auch mehrere genommen, hat sie allerdings einen Aft der Gerechtigkeit vollzogen, über welche sie zu Gunsten ihres Personals verfügt hat, sondern die 30 oder 40 Millionen, welche sie zu anderen ihr zusagenden Zwecken hinterläßt, sind das Produkt fremder Arbeit. Sie stammen aus einem dreifachen Abzug her; dieser traf: 1. die Produzenten der Waaren, welche in die Magazine zum aus einem dreifachen Abzug her; dieser traf: Verkauf gingen, gegründet. 2. die Käufer der Waaren, 3. die bei der Distribution, dem Verkauf Beschäftigten. und Maler In allen diesen Betrieben ist der Lohn ziemlich gleich hoch oder richtiger gleich niedrig. Einzelne kleine Unterschiede kommen vor, doch sind dieselben gewöhnlich unbedeutend. Selten geht der Wochenlohn der männlichen Arbeiter über 9 Mart pro Woche hinaus. Nur in Städten über 10000 Einwohnern ist der Lohn manchmal etwas höher. Weibliche Arbeiter haben als Durch= schnittslohn taum 5 Mart aufzuweisen, jugendliche noch bedeutend weniger. Die Arbeitszeit ist meiſtens mit 11-12 Stunden pro Dieses toloffale Vermögen, welches durch einen sonderbaren Einfall Tag bemessen, doch werden, wenn Bestellungen vorliegen, immer noch Ueberstunden gemacht. In einer Wollwarenfabrik( Cachemir zum Theil den zulegt Genannten, also nur einem Bruchtheil der wie wir zugestehen durchaus seine Quelle in einem dreifachen Daß bei einem derartigen Lohn die Arbeiterinnen u. bergl.) wurde vor einigen Jahren schon längere Zeit 7 Stunden Berechtigten, zurückgegeben wird, dieses kolossale Bermögen hat nicht bestehen können, bedarf keines weiteren Beweises. täglich mit einem Wochenverdienst der Männer von 6 Mark, der legalen- Diebstahl, der viele Jahre voll Elend, voll Hunger, voll Und damit nicht genug, viele Arbeitgeber" wissen noch Frauen und Mädchen von 4,50 Mark durchschnittlich gearbeitet. langsamen Hinsterbens für Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen bedeutet, die man mit Hungerlöhnen abgefunden hat. Diese einen besonderen Gewinn daraus zu ziehen, daß sie neu noch mehr gekürzt werden. Dieses war den sonst widerstandslosen, einen besonderen Gewinn daraus zu ziehen, daß sie neu Da sollten die„ Stücke" noch verlängert werden, also der Verdienst langsamen Hinsterbens für Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen eintretende Arbeiterinnen verpflichten, 6 Wochen unorganisirten Arbeitern und Arbeiterinnen doch zu viel; die Arbeit Männer und Weiber, diese Weber, Schneider, Stepper, Drechsler mit einem Wort: alle ungenannten Arbeiter, die lang zu lernen", d. h. ganz unentgeltlich, und dann wurde niedergelegt, aber da dieselben nicht organisirt waren, haben heute in einem Unternehmen nicht mehr zählen wie die Triebfräfte noch wochenlang für den halben Verdienst zu arbeiten. sie zwar durchgesezt, daß nach einigen Wochen unter den früheren und Schmiere der Maschinen und auf deren Leiden sich das Glüd Diese Mädchen stehen sich dann wöchentlich auf 3 bis Bebingungen weiter gearbeitet wurde, aber eine Anzahl Maßrege- eines Bon Marché aufbaut, alle diese Armen haben nichts, gar lungen hatte dieses doch zur Folge, und außerdem war es bereits 4 Mark. Und diese armen Berufsnäherinnen müssen nur dem Umstande, daß die Besiger, Gebr. Woller, noch einen nichts von der schließlichen Vertheilung, von der Rückerstattung nach dem Tode! Und nicht bloß das, was die Frau jezt hinterläßt, für solche Hungerlöhne arbeiten, denn für jede Wider- Funken Humanität in sich verspürten, zuzuschreiben, daß der Betrieb sondern alles das, was sie in den 70 Jahren ihres Lebens ver= in Marklissa nicht ganz eingestellt wurde. Die Besitzer haben braucht hat, ihre Pferde und Karossen, ihre Häuser in Cannes, strebende find sofort zehn andere zu haben. Es ist eine nur zu traurige Thatsache, daß den Ar- nämlich in Bunzlau noch ähnliche Fabriken, welche zu gleicher Zeit Bellevue und Fontenay, alles bis auf die Verschwendungen und nur kurze Arbeitszeit mit wenig Verdienst aufwiesen. Es hätte Ausschweifungen ihres Sohnes, alles ist aus dem Ertrage fremder beiterinnen auf jede Art von ihrem sauer verdienten Lohn also nur da volle Zeit gearbeitet zu werden brauchen und Arbeit bezahlt worden! Will man eine Lehre aus der jezigen großen abgezwackt wird, damit der Entbehrungslohn des armen 400 Arbeiter und Arbeiterinnen wären gänzlich brodios gewesen, Wohlthat" entnehmen, so kann sich diese nur auf die ungeheure hätten auch kaum Aussicht gehabt, in irgend einer anderen und noch Produktionsfähigkeit der assoziirten und organisirten Arbeit beziehen. Kapitalisten nicht zu gering ausfällt. viel weniger in der gleichen Induſtrie in der nächsten Umgebung Die Millionen, welche ein Bon Marché bei seinem großen GeschäftsBeschäftigung zu erhalten. betrieb verdient hat, sind ein schlagendes Zeugniß dafür, welch' ein Von den in den verschiedenen Industrien beschäftigten Arbeiter reiches Leben dereinst Jeder wird führen können, wenn, nach Aufhaben hin und wieder welche etwas Acker, der von der Frau und hebung des Privateigenthums in Industrie und Handel, der Ertrag den Kindern bestellt wird. Bei den in Städten Wohnenden ist der Arbeit sich nicht mehr bei dem Einzelnen aufhäuft, um ihn dieses natürlich ausgeschlossen. Auf dem Lande, wo zu gleicher erst beim Tode wieder zu verlassen, sondern wenn vielmehr die Beit häufig eine Induſtrie inmitten ackerbauender Bevölkerung sich Produkte den Produzenten ohne Abzug zufließen, um in deren befindet, kann man die Unterschiede der Landbevölkerung, Land- eigenen Genuß einzugehen." arbeiter, oder auf der anderen Seite der industriellen Arbeiter sehr leicht wahrnehmen in der Länge des Lebens. Arbeiterinnen sterben in der Blüthe ihrer Jugend, Männer werden selten über 40 Jahre. Die, welche älter find, haben nicht ihre ganze Lebenszeit als Fabritarbeiter gelebt. Dies ist in Baumwollspinnereien ebenso wie in Webereien, Färbereien, Bleichen u. f. w. der Fall. Die schlechte Lebensweise, welche fast nur Kaffee und vegetabilische Stoffe als Nahrung fennt, läßt wohl Landarbeiter, welche wenigstens frische Luft haben, ein noch etwas höheres Alter erreichen, der Fabrikslave aber unterliegt bald. Bei den Kornzoll debatten im Reichstag wäre es wohl angebracht gewesen, einen Blick auf die Löhne der Arbeiterinnen zu werfen, deren hauptsächliche Nahrungsmittel durch die neuen Gefeße abermals vertheuert werden sollen, denn unbestritten ernährt sich der größte Theil der Näherinnen, überhaupt der Arbeiterinnen, von Brod und Kaffee. Durch die Erhöhung des Kornzolles wird den Arbeiterinnen abermals der Brodkorb höher gehängt. Aber trotzdem leben wir ja in der gepriesenen Zeit, wo jeder Arbeiter sein Huhn im Topf haben- fönnte, wenn, nun ja, wenn! Es ist wirklich rührend, die Fürsorge der armen Kapitalisten und Junker für die reichen Arbeiter und Arbeiterinnen zu sehen. Maurer wird uns aus dem Kreise unserer Leser geschrieben:*) Die Ein amerikanisches Bourgeoisblatt über die Kartelle und Privatmonopole der Gegenwart. Der„ New- York erald" scheint zu ahnen, wie sehr die heute überall emporsprießenden Startelle dem Gedanken der Ueberführung der Produktions= mittel in Gemeinbesig vorarbeiten und bezeichnet daher die Kapitalskombinationen" mit ihrer Aufhebung jeglicher Konkurrenz und ihrer Ausplünderung der Konsumenten für den Bestand der heutigen Wirthschaftsordnung als weit gefährlicher, wie alle Anarchisten und Sozialisten zusammen. Hier übertreibt das„ Weltblatt", aber sein Urtheil verdient immerhin Beachtung und wir zitiren daher Wir wollen einmal zugeben, es gäbe eine gefährliche Klasse" Unter ganz erbärmlichen Verhältnissen lehen und vegetiren auch die im Handwerksbetriebe beschäftigen Arbeiter der folgende Stellen: Ueber die Arbeitsverhältnisse der Berliner Kleinstädte dahin. Zunächſt ſind dieſelben bei dem betreffenden in diesem Lande, wo sollen wir sie finden? Wundert Guch nicht, Arbeitgeber in Kost und Logis. Diese Beiden lassen aber ungemein viel zu wünschen übrig, der Arbeiter aber muß, wenn er nicht der wenn wir sie an einem wunderbaren Orte suchen. ,, Sie besteht nicht aus den Anarchisten. Diese bedeuten Arbeit ganz verlustig gehen will, ohne ein Wort zu verlieren, damit nicht mehr als ein Blik in der Pfanne. Ihr Einfluß auf den Bezufrieden sein. Da ist die Schlafstelle häufig auf dem Boden, wo stand unserer Institutionen hat keiner Feder Gewicht. Ein Tausend Die Arbeitsverhältnisse der Maurer find gegenwärtig in Berlin im Winter nicht selten ebenso großes Schneegestöber als im Freien Mann, zehn Tausend Mann auf einer Seite und sechszig Millionen traurige. Viele Stameraden laufen arbeitslos umher und neue herrscht, oder in einem dunklen Naume, in den das ganze Jahr Menschen auf der andern! Was, unsere Furcht ist Narrheit. " Sie besteht nicht aus den unzufriedenen Lohnarbeitern, welche Bauten find in den letzten Wochen sehr wenig in Angriff genommen auf direktem Wege keine frische Luft hineinkommen kann. worden. Auch ist bekannt, daß die Akkordarbeit in diesem Jahre Löhnung besteht in winzig niedrigen Affordsäßen, so daß pro Woche, legther ziemlich ernste Dinge zu sagen hatten. Sie wollen nicht verbreiteter war wie jemals in den lezten zehn Jahren, und der je nachdem welches Geschäft es ist, von 4( und noch weniger) bis zertrümmern, sondern verbessern. Was sie sagen, mag nicht auge= Lohn ist per 1000 bis auf 7,50 M. herabgesunken. Elf- und 8 Mark verdient wird. Bei diesem hohen Verdienst müssen einzelne nehmer zu hören sein, als eine Dofis Salz und Senf dem Geschmack Arbeiter( z. B. Schuhmacher) noch Kleinigkeiten sich selbst stellen. zwölfftündige Arbeitszeit kommt daher vor. Man glaubte, mit Anbruch des Herbstes werde von selber die Die Preise für Kost sind dann ungefähr folgende: Mittagessen proft, aber ihr zweck ist, gesunde Zustände der Gesellschaft herbeiaber das hat nichts auf sich. Sie sind kein gefährliches Element, Arbeitszeit in billiger Weise beschränkt werden, aber der Arbeiter Woche 1,50 bis 2,10 Mark, Kaffee pro Woche 20 bis 50 Pf. zuführen. Mitunter werden sie hißig und begehen große Irrthümer, denkt und das Kapital lenkt- natürlich mit Unterstützung derjenigen Außerdem kommt dann dazu noch etwas Brod und Butter, welches weil ihr Ziel Reform ist, nicht Zerstörung. Wo sollen wir denn nun nach den gefährlichen Klassen aus„ Kollegen", für die es ein Solidaritätsgefühl nicht giebt. Unter- sich der Arbeiter oder, wie man da noch sagt, Geselle" selbst halten man bes Abends bei Mond- und Sternenlicht eine Rundreise muß, dann Krankengeld, Wäsche, Steuer u. f. w. Man braucht schauen? Wir haben nach unten geschaut und nichts gefunden; in unserer Metropole, so fällt das Auge häufig auf ein Lichtmeer, dann niemals zu rechnen, um herauszubekommen, daß nichts übrig wollen einmal nach oben sehen. Es herrscht heute eine stark e man eilt darauf zu und sieht zu seinem Erstaunen, daß es elektrische bleibt. Natürlich wird dann ein Geſchrei gemacht, wenn sich der Tendenz, Monopole zu schaffen. Dies ist eine der schlimmsten Sonnen sind, bei denen die Maurer Stein auf Stein thürmen zu Arbeiter mit Hilfe des" Fuſels" einige Augenblicke über seine Lage Erscheinungen der Zeit. Das Monopol konzentrirt in den Händen des Palastes ragendem Bau". So wird selbst die Erfindung des hinwegseßt. Dafür floriren daselbst katholische Gesellen- und evan- Weniger das Geschäft, das Bielen zustehen sollte. Die Luft ist voll sogenannter Trusts", und ein Trust ist einfach ein unheiliges Lichts ein Mithelfer der Arbeitslosigkeit und als bitterer Feind dem gelische Jünglingsvereine, welche wenigstens den" Frommen" im Weniger das Geschäft, das Vielen zustehen sollte. Die Luft ist voll Bündniß, eine gegebene Art der Produktion oder Fabrikation in Ernährer einer Familie gegenübergestellt, zu einem Förderer der Jenseits" ein besseres und viel schöneres Leben versprechen. Vagabondage, und das alles in einem Zeitalter, wo die Bauzäune Für die örtlichen Verhältnisse etwas besser gestellt sind die Beschlag zu nehmen und zu kontroliren. ftets von einer Anzahl Arbeitsuchender belagert sind, welche auf über 400 Arbeiter der Hauptwerkstatt der schlessischen Gebirgsbahn ihre Anfrage betreffs der Arbeit das allbekannte Nein erhalten. in Lauban. Dieselben erreichen einen Lohn von 18 Mart, d. h. Die Fälle der Lichtarbeit sind nicht vereinzelt. Ich will nur in den günstigen Wochen. Dagegen giebt es auch da noch Arbeiter einige der Palastbauten nennen, welche des Abends bei diesen fünft- mit 10,50 Mark und darunter pro Woche. Ueberhaupt gelten in lichen Sonnen das Angebot der Arbeit in so schröder Weise ver- Schlesien alle auch noch so schlecht bezahlten Stellen an der Eisenmehren. Da ist der Bau der Firma Spindler in der Neuen bahn als lohnende. Grünstraße, ebenso im Industriegebäude, ferner Georgen- und Friedrichstraßen- Ecke, Friedrichsstraße 100-101, Unterbaumstraße am Zirkus Kremser und Louisenstraße 36, bei Gaslampen. " Mit Millionen hinter sich zermahlen sie alle Opposition zu Pulver. Die Konkurrenz, die Lebensbedingung des Handels, wehrt fich eine Weile, erliegt aber schließlich dem Bankerott. Das Feld wird von solchen Hindernissen gesäubert, indem man im Markte unter dem Preise verkauft und die kleineren Händler abthut. Das Volk leidet, denn es ist darnach von der Gnade von Leuten abhängig, welche eine ganze Reihe von Waaren eignen, die zum Lebensunterhalt nothwendig sind. wenn diese Die Kinderarbeit spielt natürlich in diesen Gegenden eine große Rolle. Mit Ausnahme der Sprößlinge der Gutsbefizer und sonstigen vermögenden oder verhältnißmäßig besser gestellten ,, Hono-" Wenn die Geschichte der verschiedenen jetzt bestehenden„ KombiWie glücklich würden sich die arbeitslosen Kameraden Berlins ratioren"( z. B. der Inspektoren, Direktoren 2c.), werden in den länd- nationen" zum Kornern" und Kontroliren der Lebensbedürfnisse, fühlen, wenn sie das in den nächsten Jahren nur erreichten, was lichen Distritten allestinder, in den meisten Fällen vom achten, mindestens welche von Leuten eingegangen werden, die bereits ein Vermögen die Bauhandwerker Frankfurts im Jahre 1848 mit einem Schlage aber vom zehnten Jahre an, zur Arbeit herangezogen. Ein großer Theil besitzen, deren Zweck es ist, die Preise zu erhöhen und die Truhen gewannen, was aber durch ihre Schlaffheit bald wieder verloren derselben ist in der Hausindustrie als Hilfspersonal beschäftigt, z. B. der Reichen zu füllen, ohne Rücksicht, wieviel Elend dadurch verur= ging. Dort war auf der Polizei folgende gedruckte Bekanntmachung in der Weberei mit Spulen. Solche Kinder sind gewissermaßen am sacht wird und wer darunter zu leiden haben mag, ausgehängt: Die Arbeitszeit der Bauhandwerker Frankfurts ist Schlimmsten daran, denn weder die Arbeitszeit noch die Räume, Geschichte in ihrer ganzen Nacktheit mit allen Einzelheiten erzählt von Morgens 6 Uhr bis Abends 6 Uhr, mit den üblichen Frei- in denen sie arbeiten, unterliegen irgendwelcher Kontrole. In zweiter werden fönnte, man brauchte nicht zum zweiten Male zu fragen: stunden, festgesetzt." Linie dürften diejenigen, welche bei ihren Eltern in der Landwirth- Welche ist die gefährliche Klasse in Amerika? Man würde sehen, Ein zweites Uebel ist, daß eine Anzahl Kollegen, welche bei schaft beschäftigt werden, anzuführen sein. Es giebt eine große daß es nicht die Armen sind, nicht der Anarchist, nicht der Lohnjeder Bewegung sich in den Vordergrund drängen und sich selbst Anzahl Barzellen- Besizer, welche gerade so mit Familie ihr Feld arbeiter, sondern das reiche Syndikat und gierige Monopol, als eifrige Vertheidiger der wahren Menschenrechte proklamiren, bei bestellen und Vieh und was sonst dazu gehört besorgen. Da müssen welche die Konkurrenz vernichten und den Profit höherer Preise einder geringsten Kleinigkeit das Hasenpannier ergreifen und mit der die Kinder früh um 5 oder 6 Uhr spätestens aufstehen, füttern facken, ohne Gewissensbisse und ohne eine Spur von Mitleid." felben Geschwindigkeit, wie sie aufgetaucht sind, fich dem Unternehmer helfen, dann 3 Stunden nach der Schule, dann wieder füttern Soweit das große amerikanische Blatt. Bei uns in Deutschland ist es bekanntlich gerade die Elite der versöhnt in die Arme werfen. Von diesem werden sie selbstver- helfen, dann auf dem Felde arbeiten, um erst spät zu Bett zu *) Wegen Raummangels leider sehr verspätet. D. Ned. tommen. Diejenigen, welche vom neunten Jahre an auf den Ritter- staatserhaltenden Elemente", ist es der konservative Schnapsbrenner, gütern zu Feldarbeiten mit verwendet werden, sind oft in dieser Hin- der nationalliberale Kohlenlord und der freikonservative Hüttenkönig, welcher die Anregung zu den Kartellen und Privatmonopolen giebt und welcher daher in weiteste Kreise den Gedanken hinausträgt, ob denn nach der thatsächlichen Beseitigung der freien Konkurrenz das Privat kapital noch irgendwelche unerseßliche Bedeutung für den Produktionsprozeß hat, oder ob es nicht vielmehr heute schon sein Einkommen wie der unthätige irische Landlord für nichts und wieder nichts bezieht. Die Aufklärung der Massen, welche durch das Sozialistengesez verhindert werden sollte, tragen die ,, Kartellbrüder" jezt selber in das Volk hinein. So arbeiten nicht nur die Sozialdemokraten an der Untergrabung der heutigen Wirthschafts- und Gesellschaftsordnung. zu sehen. Es wurde denn auch folgende Resolution einstimmig| Kopmann, Wollinerstr. 69; Reimann, Bellermannstr. 15; Peschmann, angenommen:„ Die heutige Versammlung des Fachvereins der Tischler Christinenstr. 40; Kohl, Weinbergsweg 15b( 3igarrengeschäft) spricht sich mit aller Entschiedenheit gegen die Einführung obligato- und Splettstößer, Müllerstr. 183; ferner bei allen Vorstandsmitrischer Arbeitsbücher aus, da durch Einführung dieser Bücher das gliedern sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen. durch die heutige Produktionsweise bedingte sklavische Verhältniß Die Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins der Arbeitnehmer zum Arbeitgeber nur noch drückender wird, und sämmtlicher Berufsklassen( E. H.) hat nach dem letzten die Einführung lediglich dazu bestimmt ist, unter den Arbeitern jede Monatsbericht einen Vermögensstand von 14 856,82 M. oder pro freie Regung in wirthschaftlicher wie politischer Hinsicht zu unter- Mitglied 23,39 M. Tie Kasse nimmt Personen ohne Unterschied drücken. Die Versammlung spricht sich um so entschiedener gegen des Berufes und Geschlechts im Alter von 14-45 Jahren jederzeit diese Arbeitsbücher aus, da noch von keinem Arbeiter und keiner auf und bestehen verschiedene Versicherungsklassen. Für die geleisteten Arbeiterforporation diese Bücher verlangt wurden und die Ver- Wochenbeiträge von 18-60 Pf. wird bei Erkrankungsfällen eine sammlung in dem Arbeiter den Produzenten, den Hervorbringer Unterstützung von 4,50 bis 15 M. pro Woche gewährt; bei etwaigem aller Reichthümer anerkennt, der als solcher ein Recht hat, über Todesfall wird den Hinterbliebenen ein Begräbnißgeld von 45 bis seine eigenen Interessen selbst zu berathen. Sie weist deshalb alle 150 M. gezahlt. Für Berlin sind vier örtliche Verwaltungsstellen Denaturirter Spiritus und die Gesundheit Einmischung in die Interessen der Arbeiter seitens der Innungs- errichtet, wo jederzeit Beitrittserklärungen entgegengenommen werden, der Arbeiter. meister und aller sich so nennenden Arbeiterfreunde zurück, da die und zwar:" Berlin I", Saffirer E. Schilling, Koppenstr. 48; Arbeiter ihre Interessen selbst zu vertreten gewillt sind." Nach Er-„ Berlin II", Kassirer J. Schuhmacher, Mariannenstr. 8; Berlin III", ledigung einiger Unterstüßungsanträge wurde noch bekannt gegeben, Stassirer H. Rudolph, Koloniestr. 150 a;" Berlin IV", Kassirer M. daß die Zahlstellen des Vereins vom Sonnabend, 24. Dezember, Beifig, Teltowerstr. 45; außerdem beim Vorſizenden W. Saſſe, bis zum Sonnabend nach dem neuen Jahre geschlossen sind. Auch Hasenhaide 48, u..d beim Hauptkassirer Ed. Kühnelt, Kreuzbergstr. 63, der Arbeitsnachweis ist vom Sonabend, 24. Dezember, bis Dienstag, wo auch jede gewünschte Auskunft ertheilt wird. 27. Dezember, sowie am 31. Dezember und 1. Januar geschlossen. Den zureisenden Kollegen wurde wie alljährlich 1,50 Mark zu Weihnachten zu schenken beschlossen. Der Verband der Möbelpolirer von Berlin und Umgegend hielt vor einigen Tagen eine Versammlung im Andreasgarten, Andreasstraße 26, ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Ist der mit Pyrithin Zentral- Kranken- und Sterkekasse der Tischler 2c. denaturirte Spiritus der Gesundheit nachtheilig? Und wenn ja, Den Mitgliedern hierdurch zur Nachricht, daß laut Beschluß der welche Schritte unternehmen wir hiergegen?" führte der Vorsitzende legten außerordentlichen Generalversammlung zur Ansammlung resp. folgendes aus: Der Verein zur Wahrung der Interessen der Schuh- Ergänzung des Reservefonds im Dezember d. J. eine Ertrajteuer Seit Oktober wären überall unter den Möbelpolirern Klagen macher und verwandten Berufsgenossen Berlins tagte am Montag, in der Höhe eines gewöhnlichen Wochenbeitrages erhoben wird. laut geworden, daß die mit Pyrithinspiritus" arbeitenden Kollegen krank werden von dem penetranten Geruch, welchen dieser Spiritus 19. Dezember, in Nieft's Lokal, Kommandantenstr. 71/72. Auf der Diese Steuer ist nur eine einmalige und nicht, wie sich die irrige verbreite. Ebenso hätten schon mehrere Kollegen schlimme Augen Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Dr. Baumgart über Meinung verbreitet hat, eine ständige. Die Beitragsammler find verbreite. Ebenso hätten schon mehrere Kollegen schlimme Augen" Die mittelalterliche Bestrafung der Verbrechen." 2. Verschiedenes. angewiesen, für den Monat Januar nächsten Jahres keine Marken bekommen und namentlich des Abends ſtellten sich Uebelteiten, 3. Fragefaften. Zum Punkt 2 wurde darauf aufmerksam gemacht, einzukleben, bevor nicht dieser einmalige Extrabeitrag bezahlt iſt. Erbrechen, Athemnoth und Augenflimmern bei den= selben ein. In den Werkstätten könne man es nicht anshalten vor daß am dritten Weihnachtsfeiertage eine öffentliche Versammlung H. Noeste, Manteuffeljtr. 96. der Schuhmacher in Mundt's Lokal, Köpnickerstr. 100, stattfinde. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Drechsler 2c. Gestank und mittelst der Kleidung verpeste man auch seine Wohnungs- Alsdann machte der Vorsitzende bekannt, daß am ersten Weihnachts-( E. H. Nr. 48, Hamburg), örtliche Verwaltungsstelle Berlin B." räume, wenn man nach Hause komme. Durch Zuſchriften von Seiten der Arbeitgeber" und Arbeiter ermuthigt, sche sich nun feiertage, Abends 7 Uhr, in Mundt's Lokal ein größeres Vergnügen, Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 31. d. m ,,. bestehend aus Konzert und komischen Vorträgen, sowie nach dem die Zahlstellen geschlossen sind, dafür nimmt am 1. Januar 1888, der Verband veranlaßt, hiergegen vorzugehen. Herr Milbrodt bestätigte ebenfalls, daß überall, wo der mit ſelben Ball, arrangirt sei, wozu um rege Betheiligung gebeten wird. Vormittags von 9-11 Uhr, der Kassirer, Herr Böttcher, in seiner Pyrithin denaturirte Spiritus verarbeitet wird, die Gehilfen frank Billets find bei folgenden Herren zu haben: W. Papke, Restau- Wohnung, Adalbertstr. 11, 2 Tr., Beiträge entgegen. Die nächste werden. In der Werkstatt, wo er( Redner) arbeite, müsse der Ofen rant, Oranienſtr. 197, E. Stunze, Ruppinerstr. 2, Adamczak, Loth- Mitgliederversammlung findet am 22. Januar 1888, Vormittags ringerstr. 99, H. Krause, Alexandrinenstr. 116 a, Seitenfl. 4 Tr. 11 Uhr, Mariannenstr. 31/32 statt. Tagesordnung: 1. Geschäftden Tag über roth glühend sein und alle Fenster müßten offen gehalten werden, sonst halte man es nicht aus vor diesem PyrithinNächste Versammlung den 16. Januar 1888 bei Keller, Andreas- liches. 2. Kassenbericht. 3. Verschiedenes. Kranten Unterstützungsbund der Schneider. geruch. Redner empfahl, den Vorstand zu beauftragen, sich brief- straße 21. Fachverein sämmtlicher an Holzbearbeitungs- Dienstag, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag) in der Berliner lich an das Reichsgesundheitsamt zu wenden und um Abhilfe der angeführten Mißstände zu bitten. maschinen beschäftigter Arbeiter. Am Montag sprach unter Ressource, Kommandantenstr. 52, großes Instrument- Konzert, verDie bunden mit komischen und Gesangsvorträgen. Nach dem Konzert Kurth führte ebenfalls aus, daß in der Werkstatt, wo er arbeite, großem Beifall Herr Kunert über Shakespeare's Hamlet. die Kollegen mit dem genannten Spiritus nicht mehr weiter arbeiten Weihnachtsbescheerung des Vereins fiudet am 28. Dezember im großer Ball in beiden Sälen. Herren, welche am Tanz theilnehmen, konnten. Trotzdem die Fenster geöffnet wurden, litten die Arbeiter Lokale des Herrn Säger, Grüner Weg 29, statt. Mitglieder haben zahlen 50 Pf. nach. Billets à 30 Pf. vorher in den Zahlstellen an Athemnoth, Kopfschmerz und Brustbeklemmung. Redner empfahl, freien Zutritt, eingeführte Gäste( Herren) zahlen 50 Pf., Damen Strauſenſtr. 11, Grenadierstr. 33 und Annenſtr. 9. find ebenfalls frei. Der Arbeitsnachweis des Vereins ist vom dem Reichsgesundheitsamt dieses zu unterbreiten. 25. bis einschließlich 28. Dezember und am Neujahrstage geschlossen. Die nächste Versammlung findet am 16. Januar statt. Herr Müller erklärte, daß er mit seinen 5 Gehilfen fast gar nicht bei Licht arbeiten könne, denn grade des Abends sei der Geruch so intensiv, daß man Schwindelanfälle bekäme. Er empfahl ebenfalls, daß der Vorstand diese Angelegenheit dem Reichsgesundheitsamt unterbreite. Die Herren Reuter, Richter, Gräber und Christoph sprachen in demselben Sinne. Die beiden leztgenannten Redner wünschten, daß die anderen mit Spiritns arbeitenden Gewerkschaften zu einer öffentlichen Versammlung eingeladen werden sollen, um gemeinsam vorgehen zu können. Um keine Zeit zu verlieren, wurde dieser Vorschlag abgelehnt und eine von Herrn Echtermeier eingebrachte Resolution, nachdem Herr Milbrodt dieselbe warm befürwortet, angenommen. Hiernach wurde der Vorstand beauftragt, Schritte beim Reichsgesundheitsamt zu thun, um baldige Abhilfe der angeführten Mißstände herbeizuführen. ( Eingesandt.) Der Fachverein der Rohrleger hielt am 18. d. M. eine Versammlung ab, welche aber auf Antrag des Herrn Hirsch, wegen zu schwachen Besuches, vertagt wurde. Die nächste Versammlung findet in dem neuen Lokale des Herrn Nieft, Weberſtr. 17, am 8. Januar 1888, statt. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 3. Die Mitglieder werden ersucht, ihre für dieses Jahr fälligen Beiträge am Sonnabend, den 24. d. M., in den Zahlstellen zu entrichten, da am Sonnabend, den 31. d. M., feine Beiträge entgegengenommen werden. Bevollmächtigter der Filiale ist vom 2. Januar 1888 ab Herr Schindler, Adalbertstr. 22, vorn 3 Tr.; Kassfrer Herr Sippel, Straße 5, Nr. 17, vorn 2 Tr. Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Am 1. Weihnachtsfeiertag, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Große öffentliche Schuhmacher Versammlung in Huber über" Wahrer Völkerfrieden und wirkliches Völkerheil". Mundt's Lokal, Köpnickerstr. 100, am Dienstag, den 27. d. M., Am 2. Feiertag, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. H. Vormittags 10 Uhr. Tagesordnung: 1. Die Alters- und Inva- Spazier über" Weihnachtspoesie und Wirklichkeit". Damen und lidenversorgung der Arbeiter. 2. Die Lohnverhältnisse der Schuh- Herren als Gäste willkommen. macher Berlins und wie sind dieselben zu bessern. Referent: Friz Runge. Literarisches. Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin Zentrum. Dienstag, den 27. Dezember, Abends 8 Uhr, Kommandantenstr. 72, Nieft's Salon, Versammlung. Ferner theilen wir Von der ,, Neuen Zeit" Verlag von J. H. W. Diez, ist mit, daß Zentrum" am 31. Dezember, Abends 82 Uhr, in soeben das erste Heft des 6. Jahrgangs erschienen. Inhalt: AbHildebrandt's Prachtsälen, Weherstr. 17, Sylvester feiert. Billets handlungen: Die neue Ethit. Von E. Belfort Bar.- Kamerun. Die Dresdener Arbeiter haben angesichts des bevorstehenden à 30 Pf. inkl. Tanz sind bei allen Vorstandsmitgliedern, sowie Von Karl Kautsky.- Statistische Schönfärberei. Dunst. Weihnachtsfestes eine sehr bemerkenswerthe Kundgebung ver- Beuthstr. 10 im Nachweis, zu haben. Wir ersuchen um Betheiligung Zur Charakteriſtik unserer modernen deutschen Nomanliteratur. anstaltet. Sie vertheilten nämlich massenhaft rothe Zettel, in welchen aller Stameraden mit Familie, bemerken jedoch, daß dieselben die Die Gentilverfassung der Südslaven. Notizen: Der Islam und aufgefordert wird, bei Einkäufen alle diejenigen Geschäftsleute zu Billets jofort lösen mögen, da nur eine bestimmte Zahl zur Aus- das Christenthum. Städtische und ländliche Bevölkerung in Die Finanzen Rußlands. meiden, die bei den letzten Wahlen die Sozialdemokraten beschimpften gabe gelangt. Gingeladen ist der Haupt- Vorstand. Zur Aufführung Deutschland. Internationale Bibliothek." Der neueste fünfte Band und maßregelten, und dafür die Geschäfte ehrlicher und gelangt das Sciopticon, Nebelbilder, komische Vorträge, Tanz u.j. w. tüchtiger Parteigenossen zu unterstützen. Fachverein der Buchbinder und verwandter dieses allen ernst denkenden deutschen Arbeitern ungemein zu em= Im letzten Punkt schließen wir uns dem Dresdener Aufruf Berufsgenossen. Sonntag( 1. Weihnachtsfeiertag), große pfehlenden Unternehmens enthält: Thomas More und seine vollständig an. Ueberall giebt es so viele gemaßregelte Genossen, Matinee im Eden- Theater, Dresdenerstr. 72/73. Freunde und Utopie. Der Verfasser ist Karl Kautsky, gegenwärtig zweifellos die, um sich ernähren und der Sache der Arbeiter ferner nügen zu Bekannte werden hierzu eingeladen. Billets sind im Vereinslokal, der kenntnißreichste und gewandteste deutsche Verfasser der Theorie von Marr und Engels, von dem unsere Leser an anderer Stelle können, sich selbständig machen mußten. Sie verdienen gewiß zum Alte Jakobstr. 83, zu haben. größten Theil die lebhafteste Unterstützung, um so mehr, als diese Der Fachverein der Tischler veranstaltet am Sonntag, dieses Blattes einen Aufsaz über Friedrich Engels finden.- DemUnterstügung ja niemandem ein wirkliches Opfer auferlegt. Den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfei rtag), in der Berliner Ressource, nächst gelangt zur Ausgabe: Charles Fourier, sein Leben und Wenn ich bei einem tüchtigen Genossen kaufe, so zahle ich darum Kommandantenstr. 57, eine Festlichkeit, bestehend aus großem seine Theorien. Von August Bebel. nicht einen Pfennig mehr, als wenn ich in ein anderes Geschäft Konzert, Theatervorstellung, Gesangs- und humoristischen Vorträgen, gehe. Aber der Genosse hat den Gewinn, den sonst vielleicht ein Gratisverloosung für Kinder und Ball. Arbeiter feind einstreicht. Und geht das Geschäft des Genossen besser, so stellt er wieder einen nothleidenden Genossen an, der sonst vielleicht von der Partei unterstützt werden müßte. So kann hier vielen geholfen werden, ohne daß ein Pfennig ausgegeben wird, den es sonst nicht auch gekostet hätte. Die Arbeiter sollten darum unseres Erachtens mehr darauf sehen, bei Einkäufen tüchtige Parteigenossen zuerst zu berücksichtigen. Das Solidaritätsgefühl muß sich auch auf diesem Gebiete lebhafter bekunden. Hier bleibt den Arbeitern noch recht viel zu thun übrig. Vereine und Versammlungen. * * Briefkasten. - Fachverein der Schlosser und Berufsgenossen. Große Weihnachtsfeier im Grand Hotel Alexanderplat am 1. Weihnachtsfeiertag, Abends 7/2 Uhr, bestehend in Stonzert, Vor- Gesundbrunnen. Wenn ein junger Mann von 16 Jahren trägen, Christbaum- Verloosung und Tanz. Billets à 30 Pf. find allgemein vom Vater die Erlaubniß erhalten hat, sich zu vermiethen, vorher bei folgenden Herren zu haben: Schwerdt, Grenadierstr. 28, so tann er selbständig jede derartige Stellung annehmen, ohne vorn 2 Tr.; Kube, Zionskirchstr. 55, v. 4 Tr.; Miethe, Alexandrinen- gerade dafür besonderen Erlaubniß zu bedürfen. Hatte ihm dagegen straße 118 a, Quergeb. 4 Tr.; Buldmann, Blücherstr. 24, H. 1 Tr. ( bei Maier), sowie bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern und bei Herrn Rösch im Hotel. NB. Kollegen, welche sich gegenseitig beschenken wollen, können Gaben, verpackt und mit genauer Namens aufschrift versehen, beim Eingang, Neue Königstraße, Portal 2, bei der Garderobe an den Vorstand abgeben, welcher dieselben bei dazu passender Zeit vertheilen wird. Freunde des Vereins sind zu diesen Festlichkeiten freundlichst eingeladen. der Vater eine allgemeine Erlaubniß nicht ertheilt, so ist der minderjährige Sohn durch einen selbständig abgeschlossenen Dienstvertrag nicht verpflichtet und kann denselben jederzeit lösen, resp. fann sein Vater ihn aus dem Dienst holen. Aber weder der Vermittler ( Miethskomptoir) noch die Herrschaft haben sich strafbar gemacht. 2. H. Wir halten es allerdings für nicht unmöglich, daß Sie wegen Hausfriedensbruchs bestraft werden. Wir würden Ihnen rathen, der Direktion der Stadt- und Ringbahn den ganzen Vorbeantragen. Es ist sehr wohl möglich, daß dann die Stellung des fall wahrheitsgetreu mitzutheilen und Bestrafung des Portiers zu Strafantrages gegen Sie unterbleibt. Streif. Sämmtliche Feiler, Schleifer, Bieger und Polierer staltet am 2. Weihnachtsfeiertag zum Besten der Hinterbliebenen Der Fachverein der Steinträger Berlins verander Gebauer'schen Stockfabrik, Dresdenerstraße 79, haben am Donnerstag früh die Arbeit niedergelegt. Es feiern große Matinee im Eden- Theater, Dresdenerstr. 72/73. der beim Bau des städtischen Siechenhauses Verunglückten eine Billets Arbeiterinnenlöhne. Besten Dank. Leider gaben Sie 70-80 Mann. Wir bitten unsere Kollegen, uns in unserem à 30 Pf. sind vorher zu haben bei Noack, Lausigerstr. 35; Stein- Ihre Adresse nicht an, sonst würden wir Sie gebeten haben, immer schweren Kampf zu unterstützen. Mit kollegialischem Gruß die streifenden Arbeiter. berg, Prenzlauerstr. 3; Klinge, Kulmstr. 16; Heck, Gr. Frankfurter- die Zeit mit anzugeben, innerhalb welcher ein Dußend Kragen u. s. w. Der Streik der Plattenschneider in der Knopffabrik straße 3a; Weigt, Oppelnerstr. 24; Rüßtow, Straußbergerstr. 37; fertig gestellt wird. Erst so wird natürlich das Bild von dem von C. H. Röhl ist beendet; die gestellten Forderungen Beierling, Schwerinstr. 6; Horliz, Rirdorf, Berlinerstr. 119; wöchentlichen Verdienst, von der Anstrengung, um eine gewisse sind bewilligt. Wir bitten nun alle diejenigen, welche noch Listen Böhland, Fürbringerstr. 7; Sterling, Moabit, Stromstr. 44; Kroll, Summe zu verdienen, ein vollständiges. Ließe sich das nicht noch Ihre Ausführungen über die Schuld der Unternehmer in Händen haben, dieselben an den Kollegen A. Dehne, SO. Grünauer- Rnheplasstr. 14; Reichard, Wiesenstr. 4 und Wallenthin, Lieben- nachholen? straße 20, 4 Tr., sobald wie möglich einzusenden. Ferner sagen walderstr. 51. Billets an der Kasse 40 Pf. Anfang der Matinee mußten wir weglassen, weil wir sie für irrig halten. Natürlich gehen bei Lohnherabſegungen immer ein paar schmutzige Burschen wir allen Kollegen für ihre thatkräftige Unterstützung unsern auf- präzise 11 Uhr Vormittags. Verband deutscher Zimmerleute( Lokalverband Ber- voran, aber diese zwingen dann die anderen, wenn sie den Abrichtigsten Dank. Die Plattenschneider der Röhll'schen Fabrik. lin Nord). Die Zahlstelle des Lokalverbands ist bei Herrn Reinhold saß ihrer Waaren nicht an die Schmutzkonkurrenten verlieren wollen, Wilke, Hochstr. 32, im Restaurant. Geöffnet jeden Sonntag Vor- ihrerseits auch mit den Löhnen herabzugehen. Daraus, daß die Der Fachverein der Tischler beschäftigte sich in seiner mittag. Arbeiterinnen an den Lohnverhältnissen nicht schuld sind, folgt also letzten Versammlung mit der von den Innungsmeistern angestrebten-Verein Berliner Portiers und Berufsgenossen. nicht, daß die Person des Unternehmers die Schuld trägt. Das Einführung obligatorischer Arbeitsbücher. In schärfster Der Stellennachweis befindet sich bei den Herren Ruprecht, König- System ist verantwortlich zu machen, die wirthschaftliche GesetzWeise wurde von einer ganzen Reihe von Rednern die Dreistigkeit gräßerstr. 53; Brandshagen, Steinmetstr. 12; Albrecht, Kupfer- gebung. Hier ist einzusetzen. und das Gebahren der Innungsmeister gegeißelt, die auf der einen graben 6 und Wahrmann, Manteuffelstr. 115, 1 Tr. 5. P. Alle Postanstalten sind verpflichtet, den bisherigen Seite die alleinige Ausnutzung der Lehrlinge beanspruchen und Der Verein der Berliner Parquetboden leger hält Postabonnenten der Berliner Volkstribüne" ein Quittungsformular andererseits durch Legung von Zöllen auf die Arbeiten ihrer Neben- sein diesjähriges Weihnachtsvergnügen, verbunden mit Tanz und mit der Aufforderung zur Erneuerung des Postabonnements rechtmeister sich deren leidige Konkurrenz vom Halse schaffen möchten, Vorträgen, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, am Donnerstag, zeitig zuzustellen. Im Falle wider Erwarten einzelne Postämter die zu feige und zu dumm, in richtiger Erkenntniß der heutigen den 29. Dezember, ab. Anfang Abends 6 Uhr. Billets sind zu dieser Verpflichtung nicht nachkommen sollten, bitten wir, uns davon Verhältnisse gegen ihren eigentlichen Vernichter, das Großkapital, haben bei den Herren Schubert, Hollmannstr. 14 und Saß, Acker- Mittheilung zu machen. geschlossen zu kämpfen- ihre ganze, ihnen noch gebliebene Macht straße 170, 4 Tr. M. A. Alle eingeschriebenen Briefe, Geldsendungen u. s. w. auf die Unterdrückung und Knebelung der Arbeiter richten, deren Der Sanitätsverein für Arbeiter beiderlei Ge- bitten wir immer mit einem Namen, entweder des Verlegers oder Reihen sie täglich durch ihresgleichen, auf Grund des heutigen Zer- schlechts veranstaltet am 2. Weihnachtsfeiertage im Eiskeller- des Redakteurs, zu versehen. reibungsprozesses, vermehren. Das fortwährende Schreien nach Etablissement", Chausseestr. 88, zum Besten der Kasse eine große F. G. Liebknecht ist 1826 geboren und vertrat 1884-87 Einführung der Arbeitsbücher, das in der letzten Zeit auch Gehör Matinee, bestehend aus Konzert und Vorstellung des gesammten im Reichstag Offenbach- Dieburg. 1887 unterlag er dort dem bei der Regierung gefunden zu haben scheint, beweise, daß die Künstlerpersonals des Eiskeller- Etablissements. Anfang Vormittags nationalliberalen Gegenkandidaten Böhm. Wir theilen vollständig Innungsmeister unfähig seien, ihre eigene erbärmliche Lage zu er 11 Uhr. Billets à 30 Pf. sind vorher zu haben bei den Herren: Ihre Meinung, daß, wenn irgendwo im Reiche für uns ein Mandat kennen, und verwahrten sich jämmtliche Redner entschieden dagegen, Faist, Neue Hochstr. 48; Hilgenfeld, Ackerstr. 133, Hof 2 Tr.; zu erringen ist, dieser im Kampf ergraute Borkämpfer der Sozialvon solchen Leuten durch die Arbeitsbücher sich unter Kuratel gestellt Lehmann, Borsigstr. 15; Prüssel, Schwedterstr. 24; Weise, Triftstr.40a; demokratie unbedingt der Kandidat der Arbeiter zu sein hat. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.