Nr. 228. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Prets pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mr., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags: Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Pretstifte für 1896 unter Nr. 7277. 1 Vorwärts 13. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Hmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Was erwarten wir von den bürgerlichen Frauen? Dienstag, den 29. September 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3: auch den proletarischen Frauen zu gute zu gute kommen lassen indeß diese Frage gern auf sich beruhen als einen häuslichen Bwist der Bourgeoisie. würde. " nachfolgen und uns unterstützen. In dieser Hinsicht den geringsten Nugen versprechen Völlig falt läßt es uns ferner, wenn Bourgeoisdämchen Der internationale Kongreß für Frauenwerke und wir uns von denjenigen Bestrebungen, die der Mehr- die Bekämpfung der Prostitution durch Polizeimittel Frauenbestrebungen ist zu Ende. Geredet wurde sehr viel, zahl der Kongreßbesucherinnen augenscheinlich und auch predigen. Das heißt, den Teufel austreiben wollen durch wenigstens vielerlei; daß etwas gethan wurde, läßt sich nicht ganz natürlich am meisten am Herzen liegen: von der Er- Beelzebub. behaupten, wenn man nur das" Thaten" eines Kongresses weiterung der Erwerbsthätigkeit der bürgerlichen Frauen, Mehr Interesse erregen bei uns die Bestrebungen, nennt, was irgend eine Einzelaufgabe einer Bewegung der womöglich bis zur völligen Gleichstellung mit ihren die auf Erweiterung der öffentlichen Rechte der Frauen Lösung näher führt. Das wird aber doch von diesem Pot- männlichen Konkurrenten in den respektablen Be- in Staat und Gemeinde hinzielen. Doch haben wir pourri von 100 viertelstündigen Vorträgelchen, mit deren Anrufen. Selbst die weitgehendste Erfüllung dieser da nicht auf die bürgerlichen Frauen zu warten, wir hörung sich die versammelten Damen so trefflich eine Woche Wünsche und Hoffnungen würde kaum etwas ändern sind ihnen, wie bei Betreibung der Arbeiterschutz- Geseze für lang unterhalten haben, wohl niemand behaupten, selbst an der Gestaltung des Klassenkampfes. Sie würde prat- Arbeiterinnen, werkthätig vorangegangen. Mögen sie uns nicht Frau Lina Morgenstern, die, ein weiblicher May Hirsch, tisch nur hinauskommen auf eine Personalverschiebung es verstanden hat, ihre eigene selbstgefällige Unfähigkeit in innerhalb des Gefüges der herrschenden Klasse. Wie wenig Bleibt noch die Förderung der gewerkschaftlichen Kämpfe den Vordergrund einer unausgegohrenen Bewegung zu man aber an sich von der Universitätsbildung einzelner der arbeitenden Frauen durch ihre bürgerlichen Schwestern. drängeln und sie durch ihre Reklamemäßchen zu kompro- Frauen oder von deren Rechtsstudium eine Erschließung des Von Frau Schwerin und anderen wurde sie auf dem Kongreß mittiren. Verständnisses für die großen Fragen unserer Zeit befürwortet. Frau Kamp wies auf die thatsächliche Nicht was auf dem Kongreß geredet wurde, giebt ihm erwarten darf, dafür lieferte einen überzeugenden Unterstützung der streitenden Konfektionsarbeiterinnen in feine Bedeutung. Sondern, daß überhaupt in der Heimath des Beweis die Rechtskandidatin" Fräulein Anita Augspurg, Dresden durch bürgerliche Frauen hin. Auch wir halten Philisterthums, in der die Lehre ,,, mulier taceat in ecclesia", beren mit selbstgefälligem Applomb vorgetragene Plattheiten das für eine durchaus ersprießliche Bethätigung des das Weib schweige in öffentlichen Dingen", als ein selbst über die blutigen" Absichten der Sozialdemokratie denn Frauengemeinsinns und wir sind überzeugt, nirgends verständliches Axiom verkündet wird, zahlreiche bürgerliche doch nicht über das Niveau der durchschnittlichen Garde- würden unsere Genossinnen eine solche Unterstützung, wo Frauen zur Wahrnehmung ihrer Geschlechtsinteressen gegen- lieutenants oder Korpsburschen- Einsicht hinausragten. sie ihnen loyal angeboten wird, zurückweisen. Ja, wir über dem männerbevorzugenden Klassenstaat zusammenströmen Bezeichnend ist es nun, daß gerade für diese Ausdehnung können den Konfektionsarbeiter Streit in Berlin als fonnten, verleiht dem Kongreß Wichtigkeit. Es ist die erste der Damenberufsthätigkeit, allein unter Ablehnung aller Beweis dafür anführen, daß von unserer Seite solche Hilfe Maffenbewegung der aus dumpfer Gedrücktheit zum Be- sonstigen Frauenbestrebungen sich zwei Organe der bürgerlichen stets willkommen geheißen wird. Mehrere bürgerliche Frauen wußtsein ihrer entwürdigenden Gesellschaftsstellung er- Preffe ausgesprochen haben, denen, wenn sie einmal zu hatten sich bemüht, Gelder für die Streifenden zu sammeln. wachenden bürgerlichen Frauen in Deutschland, eine Re- sammenwirken, ein für die Durchschnittsmeinung der Als es dann darauf ankam, Kräfte für die Arbeit in den volte, wenn auch eine zahme, ihres Revoltencharakters bürgerlichen Gesellschaft repräsentativer Charakter nicht ab- Bahlstellen zu gewinnen, trat die Kommission auch an fich nicht bewußte. gesprochen werden fann: die tonservative Kreuz- Beitung" bürgerliche Frauen aus anderen Parteien mit dem Er Gar viel hätten diese Frauen durchzuführen, wenn und die liberale Bossische Zeitung". Das erklärt sich auch suchen um Uebernahme einer Zahlstellen- Verwaltung heran. fie die volle Gleichstellung mit den Männern fich erringen sehr leicht. Der respektable Bürgersmann mittleren Leider hatten aber die Damen keine Zeit. Die Streifs wollten und sie könnten dies nur erreichen, wenn sie als Ginkommens, auch der zeitungsschreibende, kann sehr kommission war ausschließlich auf Genossinnen angewiesen. Theilnehmerinnen in den Klassenkampf eintreten würden, selten noch seinen Töchtern eine solche Mitgift mitgeben, Die christlich- soziale Gruppe der Frauen weigerte sich sogar der die Beseitigung aller Klassenunterdrückung sich zum daß sie auf dem Heirathsmarkte für Karrièreschnaufer in direkt, die von ihnen gesammelten Gelder in die allgemeine Biel gesetzt hat. Doch diesen Gedanken hier weiter Uniform und Zivil begehrliche Partien werden. Und es Streiftasse zu zahlen. Sie wollten ihre Gelder nicht als auszuführen, erübrigt sich für uns, da einzelne ist ein seltener Glückszufall, wenn die höhere Tochter mit Streitgelder, sondern als christlich soziale Wohlthaten in unserer Genofsinnen auf dem Rongreß selbst und so viel Reizen des Geistes und Körpers ausgestattet ist, einem eignen Bureau an Unterstützungsbedürftige" auss in den großen Boltsversammlungen, zu denen er Anstoß daß sie auch mitgiftlos für Kommerzienräthe oder un- zahlen. So wenig dieses Verlangen mit der Grundidee des gab, bereits gründlicher, als das an dieser Stelle geschehen verschuldete Rittergutsbefizer erster Ordnung einen sicheren Gewerkschaftskampfes im Einklang stand, ist das Komitee fönnte, dargelegt haben, wie die Lösung der sogenannten Köder abgiebt. Es muß für sie eine ergiebige Stellung ge- dennoch darauf eingegangen, weil es nicht glaubte, an Frauenfrage nur ein Theil des Emanzipationstampfes des schaffen werden, und deshalb schlagen die zeitungsschreibenden gesichts der großen Noth unter den Streifenden dies Proletariats sein fann und sein wird. Und wir geben uns Gesellschaftsstüßen da mit großer Gemüthsruhe ein Loch in an sich unbillige Verlangen zurückweisen zu dürfen. auch nicht der Täuschung hin, als ob sich eine Massen- ihre Paute auf der sie von der Pflicht des Weibes, als Also, wie damals sind unsere Genossinnen auch fortan betheiligung bürgerlicher Frauen an den Bestrebungen Kindergebärerin, Dekorationsstück und Hausgeräth für den zum Zusammenwirken bereit; sie müssen allerdings er und Kämpfen der Sozialdemokratie erwarten ließe. Dazu kämpfenden und erwerbenden Mann zu dienen, eintönig zu warten, daß die hilfsbereiten bürgerlichen Frauen sich sind sie in ihrer Mehrzahl zu mollig in die Klassen- Trommeln pflegen. fünftig nicht in der Pose der Patronessen gefallen, sondern, interessen der herrschenden Gesellschaftsschichten eingebettet. Unsere Sache könnte von der Erweiterung des Ron- wenn sie wirklich erfüllt sind vom Geiste des Frauens Dennoch kann die bürgerliche Frauenbewegung, auch soweit kurrentenkreises in den respektablen Berufen durch Einstellung gemeinsinnes, als Gleiche unter Gleichen mit ihren proles fie sich abgesondert hält vom Proletariat, auf manchen neuer weiblicher Mitbewerber höchstens den Vortheil der tarischen Schwestern arbeiten werden. Gebieten nügliches leisten, das direkt oder oder indirekt rascheren Proletarisirung der gelehrten Berufe ziehen. Wir 83] Rienzi. rührte sich; und die Tribunessa schien verwundert und un- Blick auf die Gesellschaft warf. Ihr habt uns noch nicht willig über die geringe Aufmerksamkeit zu sein, welche man verlassen? Beim heiligen Kreuz, Euere Gatten erzeigen Der letzte der römischen Volkstribunen. ihr bezeigte. Als sie die anwesenden Damen überblickte, be- uns eine schmeichelhafte Ehre, indem sie uns so holde Roman von Edward Lytton Bulwer. merkte sie, daß mehrere, deren Gatten, wie sie wußte, Rienzi's Pfänder zurücklassen, oder sie müßten denn schlechte GheUnfähig, den Edelmuth des Tribunen zu würdigen, Feinde waren, mit bedeutsamen Blicken unter einander männer sein. Euer Gemahl," sagte er zu der Gattin des fühlten sich die Barone noch mehr beunruhigt, als Rienzi flüsterten, und mehr als ein schadenfrohes Lächeln entging Gianni Colonna, ist nach Balestrina entwichen; der Eurige, am nächsten Morgen fie einzeln zu sich einladen ließ, sie ihr nicht. Signora Orsini, nach Marino, Euer Bräutigam, schöne mit Geschenken überhäufte, fie bat, das Vorgefallene zu aber Sie gewann jedoch ihre Fassung bald wieder und Frangipani, ist mit ihm- ihr famt hierher, um vergessen, und ihnen neue Würden und Ehren gewährte. sagte lächelnd zu der Signora Frangipani:" Dürfen wir an ihr seid sicher, selbst vor meinen Worten." In der Thorheit eines Herzens, dem ein königlicher Eurem Scherz theilnehmen, Ihr scheint irgend einen Sinu angeboren war, glaubte er, daß es feine Mittelstraße luftigen Einfall zu haben, den Ihr uns nicht vorenthalten gebe, und daß die Feindschaft, die er durch den Tod seiner werdet." Gegner nicht bezwingen wollte, durch Zutrauen nud Die Dame, welche durch sie angeredet worden war, Gunstbezeugungen besiegt werden könne. Ein solches Be- antwortete erröthend:„ Wir dachten daran, Signora, daß, nehmen konnte, wenn ein für den Thron geborener König wenn der Tribun gegenwärtig gewesen wäre, sein Gees gegen seine Untergebenen anwendete, vielleicht mit Er- lübde der Ritterlichkeit jetzt in Anspruch genommen sein folg gekrönt werden. Aber die Großmuth eines Mannes, würde." " der plöglich über seine früheren Gebieter erhoben wurde, Und inwiefern, Signora?" wird meist nur als eine aufs tiefste kränkende Demüthigung Es wäre seine angenehme Pflicht gewesen, dem Beaufgenommen. Rienzi beging hierin einen gefährlichen drängten beizustehen." Und die Signora blickte bedeutsam Fehler der Politit, den die grausame Staatsflugheit auf das Schnupftuch, das noch auf dem Boden lag. eines Viconti, oder in späteren Zeiten die eines Borgia fich nicht würde haben zu schulden kommen lassen. Aber es war der Fehler eines großen und erhabenen Geistes! Der Tribun hielt einen Augenblick inne, um, wie es nicht zu verkennen war, seine Aufregung zu unterdrücken, als er den Schrecken bemerkte, den er erregt hatte. Seine Blicke begegneten denen Nina's, welche, die Kränkung ver geffend, die ihr kurz vorher widerfahren war, ihn besorgt und verwundert ansah. " Ja", sagte er zu ihr, in dieser schönen Versammlung wißt vielleicht Ihr allein es nicht, daß die Patrizier, die ich erst kürzlich vom schmählichen Tod errettete, zum zweiten Mal Verräther geworden sind. Sie haben in dieser Nacht fich heimlich entfernt und bereits werden sie durch die Herolde für Verräther und Rebellen erklärt. Rienzi verzeiht jest nicht mehr! . Es war also Eure Absicht, Signora's, mich zu kränken," sagte Nina, mit stolzer Majestät sich erhebend. Ich Tribun," entgegnete die Signora Frangipani, in weiß nicht, ob Eure Gatten eben so tühn gegen den beren Adern kühneres Blut floß, als in denen ihrer ganzen Tribunen sind, aber ich weiß, daß die Gemahlin des Familie, gehörte ich Eurem Geschlecht an, so würde ich Nina saß in dem großen Saal des Palastes; es war Tribunen in Zukunft Eure Anwesenheit entbehren kann. Die Worte:" Verräther und Rebell", deren Ihr Euch der Audienztag für die römischen Damen. Vor vier Jahrhunderten konnte ein Frangipani vor einem gegen meinen Gemahl bedient, auf Euch zurückweisen. Der Besuch war gegen früher so wenig zahlreich daß Roselli sich wohl beugen, jetzt dürfte das Weib eines Uebermüthiger Mann! Der Papst wird diese Pflicht bald es fie befremdete, und in den Anwesenden glaubte sie eine römischen Patriziers in dem des ersten Staatsbeamten erfüllen!" Kälte und eine Entfremdung zu bemerken, die ihre Eitelkeit Roms wohl eine Vornehmere anerkennen. Uebrigens Euer Gemahl ist mit einer Taube beglückt, schöne etwas verlegten. bin ich keineswegs geneigt, Eure Höflichkeit erzwingen zu wollen." " Ich denke, wir haben die Signora Colonna nicht beleidigt, fagte sie zu der Gemahlin des Gianni Colonna, fie pflegte uns mit ihrer Gegenwart zu beglücken, und wir vermissen sie sehr." Signora, meine Schwiegermutter ist unpäßlich." So? wir scheinen heute überhaupt wenig Besuch zu haben." Mit diesen Worten ließ sie nachlässig ihr Schnupftuch fallen, die stolze Colonna hob es nicht auf, teine Hand Wir find zu weit gegangen," flüsterte eine der Damen ihrer Nachbarin zu. Die Unternehmung könnte mißlingen, und dann" Der plögliche Eintritt des Tribunen verhinderte fernere Bemerkungen. Er trat mit großer Haft ein, und auf seiner Stirne zogen sich jene Runzeln zusammen, die immer eine schlimme Vorbedeutung hatten. " Wie, schöne Damen," sagte er, indem er einen schnellen Dame," sagte der Tribun verächtlich. Fürchtet nichts, Signora," so lange Rienzi lebt, bleibt das Weib, selbst seines heftigsten Feindes, ungekränkt und geehrt. Das Volt wird sich bald hier versammeln, unsere Wachen sollen Euch nach Hause begleiten, oder dieser Palast möge Euch als Bufluchtsort dienen, denn ich kann Euch sagen, daß Eure Gatten sich einer großen Gefahr ausgesetzt haben, und in einigen Tagen werden die Straßen Roms mit Blut getränkt sein." ( Fortseßung folgt.) (Etit„tttmerhiMssfzes" Vuveuptück. Von ehrlichen.Anarchisten", d. h. von solchen, die wirklich in unklarem Idealismus an die Zaubergewalt des bürgerlichen Freihcitsbegriffes glauben, ist uns wiederholt gesagt worden: statt die Anarchisten zu bekämpfen,. sollten wir sie doch als Bundesgenossen betrachten, die auf ihre eigene Weise, nicht in feindlichem Gegensatz zu uns, sondern nur mit anderer Taktik gegen den gemeinsamen Feind zu Feld zögen— gewissermaßen als �reischaaren, die nebe» der geschlossenen Armee der Sozialdemo- kratie auf eigene Faust, jedoch mit dem gleichen Ziel fechten. Solchen Phantasten mußten wir sagen:„Ihr kennt die Ver- bältnifse und die Menschen nicht— Sozialismus und Anarchismus hnbeii nicht das gleiche Ziel, die Anarchisten stehen auf dem Boden der heutigen bürgerlichen Gesellschaft, wenn sie auch noch so laut gegen sie leswctter»; und, weit cnlfernt uns zu unter- stützen, haben sie, ihrem Ursprung und ihrer Natur entsprechend, keine andere Aufgabe, als uns Sozialdemokraten Knüppel zwischen die Beine zu werfen und Diversionen zu gunsten der kapita- l i st r s ch e n Gesellschaft zu machen, auf deren Boden sie stehen, und aus deren Bodensatz der ganze„Anarchismus" hervor- gewachsen ist." Daß dies richtig, das haben die„Anarchisten" bei hundert Gelegenheiten bewiesen und erst jüngst in eklatanter Weise bei dem Bubenstück, das gegen den„ V o o r u i t" in Gent(Belgien) verübt wurde. Dort gab ein Anarchist, ein Freund des Nieuwenhuis. sich zu der schmutzigsten Arbeit her, welche die kapitalistische Gesellschaft für sich verrichten läßt- zur Denunziation, einer dem Kapita- lismus verhaßten Person und Sache. Dem ehrlichen Bürgerthum galt früher der Denunziant als „der größte Schuft im ganzen Land". Das durch den Kapitalismus degenerirte und korrumpirte Bürgerthum, zu dem auch die„an- archistische" Abart gehört, braucht die Denunziation und hängt ihr sogar den Mantel der Pflicht und Gesinnungstüchtigkcit um. Unsere Leser kennen die schmachvollen Vorgänge. Ein An- archist beschuldigte Anseele, im„Vooruit" das Schwitzsysteni zu siben und dessen schmutzigste Auswüchse zu dulden— außerdem seien die ganzen Arbeitseinrichtungen derart, daß sie den von den Sozialisten und speziell von Anseele in der Kammer für die Fabriken und Werkstätten geforderten Bestimmungen zum Schutze der Arbeiter schnurstracks zuwiderliefen. Unsere Leser wissen, wie Anseele die Verleumdungen Punkt für Punkt siegreich widerlegte. Und hinzufügen können wir, wie bei diesem Anlaß seine Selbstlosigkeit an den Tag kam,— daß er, die Seele und der Leiter dieses großen geschäftlichen Unter- nehmens, nur etwas über SOCK) Franks jährlich Gesammt- einnahme hat, seine Kaunnerdiäten e i n gerechnet, von denen ein Theil in die Parteikasse fließt. Das hinderte aber die kapitalistische Presse nicht, die Verleumdung voll Schadenfreude weiter zu kolportire», so daß die Behörden, an welche der anarchistische Denunziant— Pol de Witte, Anseele's eigener Schwager!— sich direkt ge- wandt hatte, eine Untersuchung der Werkstätten und Arbeits- einrichtungen des„Vooruit" anordneten. Zwei Fabrikinspektoren, die Herren de Buck und Febri, wurden mit der Untersuchung be- traut. Ihr Bericht liegt uns vor. Sie schreiben: „Wir haben festgestellt, daß die Gesellschaft„Vooruit" alle Arbeit, welche die Näherinnen in ihrem achtstündigen Arbeitstag über das Minimum hinaus produziren, vollständig bezahlt, daß von dem Ucberschuß(über das Minimum hinaus) 60 pCl. in die Hand, 1ö pCt. in die Unterstntzungskasse der Näherinne» und 2b pCt. in die Reisekasse der Näherinnen(für einen kurzen Ferienausflug) gezahlt werden, daß diese Zahlungen regelmäßig erfolgt sind, und daß die Bücher regelmäßig geprüft werden, und endlich, daß dieses System zwischen den Arbeitern und dem Exekutiv»Ausschuß der Gesellschaft„Vooruit" vereinbart worden ist. Damit sind die Behauptungen des anarchistischen Denunzianten Pol de Witte. Freund des Nieuwenhuis, auch von den Behörden als Verleumdungen gebrandmarkt. Und gerade um die Entlöhnung der Näherinnen handelte es sich bei den Anklagen und bei der Untersuchung. Wird unsere Kapitalistenpresse so viel Scham« und Ehr- gefühl haben, ihren Lesern, denen sie die Lügen so eifrig mit- getheilt, nun die Wahrheit zu sagen? politische Aebevstchk. Berlin, 28. September. Eiu französisch- cuglisches Vüudniß gilt seit einiger Zeit bei verständige» Politikern in England und Frankreich als die einzige Möglichkeit zur Beendigung des immer wirrer werdenden europäischen Wirrsals. Der Gedanke ist ja alt. Schon in den fünfziger Jahren hatten wir das Bündniß der West- mächte, das der russischen Eroberungssucht eine Zwangsjacke an- legte. Der deutsch- französische Krieg zerriß aber das Bündniß der Westmächte und die den Russen angelegte Zwangsjacke. Frankreich, das in der Krim an der Seite Englands geaen Ruß- land gekämpft hatte, wurde auf seilen Rußlands gedrängt und die ganzen Machtverhältnisse Europa's verschoben— namentlich auch in Beziehung auf die orientalische Frage. Nun fühlt man in Frankreich mehr und mehr das Un- würdige und Unnatürliche der geschriebenen oder ungeschriebenen Allianz mit Rußland. Man wird sich erinnern, daß das Kabinet Bourgeois von Rußland loszukommen und sich England zu nähern versuchte, und daß die russische Gesandlschast deshalb an seinem Sturz arbeitete— mit Erfolg. Gleichzeitig wächst in England unter den Konservativen sowohl, als unter den Liberalen die Zahl derer, die in einem Bündniß mit Frankreich den alleinigen Aus- weg aus den jetzigen Schwierigkeiten erblicke». Wir wollen hier nicht in die endlosen Gefilde der Zukunfspolitik schweifen; und begnügen uns, die bedeutsame Thalsache festzustellen, daß die „Salurday Review", das vornehmste Organ der konservativen Partei Englands, sich rückhaltlos für ein Bündniß mit Frank- reich, nach vorheriger Verständigung betreffs Egyptens, aus- spricht. Da der den Russen verschriebene Meline nach dem Wieder» zusammentritt der französischen Kammer aller Voraussicht nach einem Kabinet Bourgeois Platz machen wird, so kann die Frage des englisch-französischcn Bündnisses also sehr bald aktuel werden.— l Rußland und die„aruicuischeu Greuel". In Trapezunt am Schwarzen Meer sollen neuerdings Armenier, die dorthin exilirt waren, niedergemetzelt worden sein. Ein russisches Kriegsschiff habe den Hafen verlassen gerade als die Nachricht von den Tumulten in Konstantin opel gekommen und Tumulte auch in Trapezunt begonnen hatten— und das Schiff sei erst wieder zurückgekehrt, nachdem die Metzeleien in Trapezunt vorbei waren. So erzählt ein deutscher Schiffskapitän. Daß die„armenischen Greuel" den Russen nicht ungelegen sind, ist allerdings richtig.— Deutsches Reich. — Vor König Stumm rehabilitirt. Der„Reichs- Anzeiger" schreibt: „Die Nr. 61 der„Deutschen Volkswirthschaftlichen Kor» respondenz" hat die Mittheilung gebracht, die Militär- Verwaltung habe die Einführung eines achtstündigen Arbeitstages in den Artillerie-Werkstätten in Spandau an» geordnet, nachdem in anderen dortigen Staatsbetrieben die so verkürzte Arbeitszeit bereits früher eingeführt sei. Diese Mittheilung ist unzutreffend. Es wird nach wie vor bei allen technischen Instituten der Militär- verwallung grundsätzlich an einer zehnstündigen Arbeiiszcit fest- gehalten. In diese Zeit ist je>/r Stunde Frühstücks- bezw. Vesperpause mit einbegriffen. Versuchsweise ist— nur an den Sonnabenden und den Tagen vor Festen— eine Verkürzung der Arbeitszeit um 1 bis 2 Stunden eingeführt worden." Zur Beruhigung der Militärverwaltung können wir ver- sichern, daß wir niemals den schwarzen Verdacht hegte», daß sie mit der Einführung des Achtstundentages vorangehe» wollte.— — Der allgemeine preußische Städtetag wird, wie angekündigt, am heutigen Dienstag, mittags 12 Uhr, im Stadtverordneten- Sitzungssaale des Rathhauses zusammen- treten. Nach den eingelaufenen Meldungen steht zu erwarte», daß an den Verhandlungen, für welche bekanntlich zwei Tage in Aussicht genommen sind, die Vertreter zahlreicher Städte von 25 000 und mehr Einwohnern lheilnehmen werden. Für die Tagesordnung des allgemeinen preußischen Slädtctages hat der Stadtverordneten-Vorsteher Dr. Langerhans folgende Anträge angemeldet: 1. Das Verhältniß, in welchem zur Zeit die Stadtkreise in den gesetzgebenden Körperschaften vertreten sind, entspricht weder der gegenwärtige» Bevölkerungszahl noch der sonstigen Bedeutung dieser Städte für das Gemeinwesen. 2. Die Aufhebung der Privilegien der Beamten, Geistlichen und Lehrer in der Kommunalbesteuerung ist eine Forderung der Gerechtigkeit, deren Erfüllung länger nicht hinausgeschoben werde» darf. — Die Ratio nal»Sozialcn mit und ohne christlicher Grundlage gedachten ihr spärliches Partei- Material auch mit dem vorläufig auf eigene Faust fechtenden Oberstlieutenant a. D. v. E g i d y zu verstärken. Damit ist es aber nichts, denn Herr v. Egidy hat in seinem Blatte„Ver- söhnung" die Programmwidersprüche der Herren von der„Zeit" und„Hilfe" in folgender Kritik abgefertigt:„National- sozialistisch" ist ein gefährliches Wort; es ist, wie die ganze ge- plante Parteibildung, nur dazu angelha», neue, nutzlose Kämpfe anzufachen. Mit„national" soll jedenfalls das Unterschiedliche gegenüber der Sozialdemokratie hervorgehoben werde»; aber auch die Sozialdemokraten sind zu allermeist soweit national, als sich dies für einen Deutsch-Gcborenen von selbst versteht. Anderer- seits müssen auch diejenigen, die sich„national" nennen, die Nothivendigkeit einer Völker-Annäherung und Völker-Verbiudung anerkennen. Wollen sie aber mit„national" die A b- s ch l i e ß u u g von anderen Völkern, wollen sie damit gar das ausdrücke», was den bejubelten Schlußsatz der letzten Tagung der Evangelisch- Sozialen bildete:„und machet(Ihr Deutschen) sie(die Well) Euch unterthan", dann birgt das Wort„national" die Gefahr häßlicher Ueberhebung in sich. Entweder ist das Wort also überflüssig, oder es ist s ch ä d l i ch. In keinem Falle paßt es zu„sozialistisch". Soll mit diesei» Wort die Bekämpfung eines vermöge seiner Kraft gewaltlhätig gewordenen Kapitalis- »ins gemeint sein, so muß ein solcher Kampf von allen Völkern zugleich geführt werden, weil, wie wir wissen, auch der Kapitalismus eine internationale Macht ist. Soll mit dem Worte gar aber der volle, große, hohe Sinn gemeint sein, der in dem Worte liegt: Gemeinsamkeit, so liegt in seiner Zusammensetzung mit„national" ein Widerspruch; der Begriff„Gemeinsamkeit" ist— unter voller Festhaltung der natürlichen Gliederung: Familie, Gemeinde, Volk— ein für unseren Planeten unbegrenzter. Auch noch dies fordert ernste Bedenken heraus: die im Werde» begriffene Partei soll, wie das allenthalben betont wird, auf konfessioneller, und zwar auf der sehr weitbegrissigen christlichen Grundlage gegründet werden. Auch hierin liegt ein Widerspruch. Weder sind alle, die zur Nation gehören, Christen, noch schneidet die christliche Konfession an den Grenzen unseres Vaterlandes ab. Will man mit dieser konfessionelle» Grundlage aber andeuten, daß das nationale Bewußtsein und da? soziale Empfinden nur dem C h r i st e n t h n m eigen ist, nur aus dem Christenthum heraus geboren, nur durch Bibel und Kirchenlchre erzeugt werden kann, so ist das eiu I r r t h u m. Will man sich durch diese Klausel gegen andere Volksgenossen, die. ohne auf derselben Grundlage zu stehen, sich ihres Deutschseins nicht weniger bewußt sind und nicht weniger sozial empfinden, abschließe», so wider- spricht dieses Vorhaben dem, was wir anstrebe» und was durch das Wort„sozial" ausgedrückt ist: Zusammenschluß." — Herr Stöcker sucht sich gegen die unbequemen Mit- theilungcn des Herrn v. G e r l a ch zu wehren, indem er den von uns neulich erwähnten Stöckerstreit folgendermaßen darstellt: „Es ist unrichtig, daß ich ihn als Bettler um Wiederanstellung im Staatsdienst hätte erscheine» lassen. Nur eine einzige Per- sönlichkeit hat diese Sache geführt, und sie wußte genau, daß Herr v. Gerlach daran völlig unbetheiligt war. Die Anfrage, von der ich nicht weiß, ob sie bis an de» Minister des Innern gedrungen ist, war von uns Freunden des Herrn v. Gerlach ge- plant, die aus persönlichster Theilnahme für ihn eine Beruhigung darüber haben wollten, ob er, wenn aus der Preßtbätigkeil ge- schieden, in der Regierung wieder eine Thätigkeit finden würde. Dafür konnte ich mit gutem Gewissen mitwirken, da ich ihm von Anfang an gerathen hatte, seine Staatsstellung nicht aufzu- geben." Damit bestätigt Herr Stöcker nur in anderen Worten die Erzählung des Herrn v. Gerlach. Das Entscheidende ist, daß Serr Stöcker ohne Wissen des Herrn v. G. auf den gewohnten intertreppenwege» für ihn eine Staatsstellung zu erwirken suchte und daß er sich eines Gegners feines Schützlings wider Willen, nämlich, wie jetzt bekannt geworden ist, des Herrn v. Maat eusfel bediente. Der theuere Goltesmann ist eben immer der alte.— — Eine Zusantmenkunft der Vorsitzenden der Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalten soll in dieser Woche in Kassel behufs Berathung der Novelle zu den Ver- sicherungs-Gesetzen stattfinde».— — Hammerstein's Pi st ole. In bürgerlichen Blättern ist zu lesen: Duell. In Stargardt i. P. verurtheilte die Strafkammer den Apolhelcnbesitzer Koch aus Nörenberg, jetzt in Nordhausen wohnhaft, wegen Falschspielens und Heraus- forder nng zum Duell mit tödtlichen Waffen zu tausend Mark Geldstrafe und vier Monaten Festungshaft. Koch war beim Falschspielen ertappt worden, worauf er am nächsten Tage den, der ihn ertappt und zur Rede gestellt hatte, zum Zweikampf fordern ließ.' Man sieht— Hammerstein macht Schule, und die ramponirte Kavaliers-Ehre, auch wenn sie keinem„Herrn von" gehört, kurirt sich durch einen Mordversuch vermittelst Pistolenschießerei.— — Ein treffendes Urtheil über den groben Unfug-Paragraphen, leider nur eins aus früherer Zeit, gräbt die„Leipziger Volkszeitung" wieder aus. Wir haben dasselbe früher schon veröffentlicht, aber angesichts der neuesten Leistungen auf diesem Gebiete schadet es nichts, daran zu er- inner», daß unsere Gerichte unter Umständen auch„anders können". Festgehalten muß bei der Einschätzung dieses Urtheils freilich werden, daß es nicht gegen Arbeiter, sondern gegen Anti- femiten von dem Landgericht Leipzig ergangen ist. In dem Urtheil heißt es: Hält man sich an die engere Auslegung, so leuchtet ein, daß der Inhalt des Preßerzeugnisses den Thatbestand des Deliktes nicht hervorrufen ckann. und daß sich grobev Unfug nur in der Weise denken läßt, daß die äußere Form der Verbreitung, die Art und Weise, wie das Preßerzeugniß verbreitet wird, eine Be- helligung des Publikums enthält. Wer Flugblätter in auf» dringlicher oder den Verkehr störender Weife auf der Straße verbreiten läßt, macht sich groben Unfugs schuldig. Dann kommt es aber auf de» Charakter de» Preß« erzeugnisses überhaupt nicht an. Es ist gleich- giltig, ob es sich um eine politische Streitschrist oder um Reklame eines Fabrikanten handelt. Pflichtet nian der weiteren Aus- legung bei, so kann der Thatbestand auch durch den Inhalt der Druckschrift geschaffen werden. Der Richter muß dann den Inhalt unter die Lupe nehmen und groben Unfug statuiren, wenn ihm der Inhalt ungehörig erscheint. Die Straskammer ist nun nach reislicher Erwägung der engere» Auslegung beigetreten. Dafür sprechen die Entstehungsgeschichte, die Zusammenstellung niit der Erregung ruhestörenden Lärms, endlich auch folgende Erwägungen: Die weitere Auslegung läuft im Grunde genommen auf die Slufhebnng der Preßfreiheit hinaus. Denn der Richter braucht nur von seinem subjektiven(persönlichen) Slandpunkte aus in dem Inhalte der Druckschrift eine Ungehörigkeit zu finden und eine Behelligung des Publikums anzunehmen und das Preß- erzeugniß ist der Strafe verfallen. Der Richter ist dann nicht mehr Richter, sondern Zensor, und wird in eine iiiolle gedrängt, die seiner nicht würdig ist. Zudem ist bei der herrschenden weitere» Meinung der Satz: vulla xoena sins lege(keine Strafe ohne Gesetz) nicht gewahrt. Denn der Staatsbürger kann nicht einmal wissen, worin der Richter eine Ungehorigkeit findet. Der Grobe-Unfug-Paragraph, wie ihn die herrschende Meinung handhabt, kann leicht der Todtengräber eines offenen, ehrlichen, sreimüthigen Wortes werden.— —„Zu einem Ehrengeschenk" für den Gesellschafls- retter und Mnsterarbeiter Lorentzen in Kiel läßt der anti« semitische Abgeordnete Vielhaben den Klingelbeutel herumgehen. Nun— in der einen oder anderen Form>var dieser Bettel das unvermeidliche Ende. Gleichzeitig wird bürgerlichen Blättern aus Kiel gemeldet, ein Arbeiter Namens Geliert, der dem König von Preußen ein„Geschenk" gemacht und dafür das üb- liche Geschenk erhalten habe, sei von den Sozialdemokraten so „verfolgt" worden, daß er die Werft in Kiel verlassen und sich nach Stockholm in Arbeit begeben habe. Natürlich ist das gerade wieder so srech erlogen, wie seinerzeit die Leidensgeschichte des Lorentzen.— — Wieder ein?lntisemitenführer wegen ge- meiner Verbrechen mit dem Strafgesetz in Konflikt. In Chemnitz ward dieser Tage der Kaufmann Max Baron verbastet, weil er, der gegen die spitzbübischen Juden nicht genug losdonnern konnte, sich schwerer Unterschlagungen schuldig ge- macht und das Geschäft, für welches er arbeitete, planmäßig bestohlen hat.— — Aus Bliemchen'sVaterlande berichten sächsische Parteiblätler folgenden Akt großartiger Staalsweisheit: Ueber den Gasthof Neundorf bei Pirna ist kürzlich die Polizeistunde verhängt worden. Höchst gelungen ist die Be- gründung. Das amtliche Schriftstück lautet: Herrn Gasthofsbesiger Oehmig Neundorf. Infolge der vielen Rückstände an G e m e i n d e- anlagen und s o n st i g e n S t ö r u n g e n hat der hiesige Gemeinderath die Einführung einer Polizeistunde beschlossen und dürfe» Sie daher vom 15. August d. I. ab das Ver- weilen in Ihren Schanklokalen über nachts 12 Uhr hinaus niemanden gestatten. Zuwiderhandlung dieser Anordnung wird nach 8 365 deS Reichs-Strafgesetzbuches bestraft. Neundorf, oen 14. August 1896. Der Gemeinderath: Bähr, Gemeindevorstand. Also, w-i' die Steuern nicht eingehen, soll der Gastivirth darunter leiden. Künftig werden wohl die Gastwirthe noch ern Verzeichniß der Sienerrückstände erhalten, um beim Geld- wechseln den säumigen Staatsschuldnern abzuziehen. Was die„sonstigen Störungen" betrifft, wegen deren der Wirth um 12 Uhr schließen soll, so hat diese? Opfer polizeilicher Für- sorge keine Ahnung, was damit gemeint sein soll.— Mcerane, 27. September.(Gig. Bericht.) Wie bereits telegraphifch mitgetheilt wurde, hat auch die Amtshauptmann- schaft in Glauchau die in ihrem Gebiet« beabsichtigten Ver- fammlungen, in denen Bebel sprechen sollte, verboten, sobald sie hörte, daß unser Bürgermeister mit einem Verbot vorangegangen war. Der staatsretterische Eifer war also anfangs bei der Glauchauer Amtshauplmannschaft nicht vorhanden, er entstand erst durch das von unserem Bürgermeister gegebene Beispiel. Die Amishauptmannschaft folgerte, daß getheilter Schmerz nur halber Schmerz, getheilte Blamage nur halbe Blamage sei, und so kam sie unserem Bürgermeister als Schicksalsgenosstn zu Hilfe. Aber es war auch ein Grund nölhig, um zu verbieten, und um den Nachahmungseifer nicht zu deutlich merken zu lassen, ein anderer, als ihn unser Stadtoberhanpt in seiner Weisheit ausgetüftelt hatte. Die Versammlung sollte im Grundstück unseres Genossen Stolle in Gesa» staltfinden und zwar im Garten desselben. Daraus rückten Freitag Nachmittag von Glauchau mehrere Polizei- und Straßenbeamten mit Spieß und Stangen bewehrt aus, um auf dem Stolle'sche» Grundstück Umschau zu halten. Hier ließ sich aber nichts machen. Der Garten war groß genug, um die 2000 Personen fassen zu können, und er war auch von allen Seiten eingefriedigt. Wie aber, wen» mehr wie 2000 Personen kamen und diese auf der breiten Siaaisstraße, die an Stolle's Grundstück vorbeiführte, Platz nahmen? Zwar gehen dort nicht viel Menschen und fahren noch seltner Wagen« aber was sollte werde», wenn plötzlich ein Regenguß niederbrach und die Massen nach einem Obdach flüchteten? Dann war nicht nur alle Ordnung, sondern auch Gesundheit und Leben der Verfammlungsbesucher rn Gefahr. Sier war der Hebel des Archimedes anzusetzen und konnte der rund zu einem Verbot hergeholt werden. Und so geschah es. Stolle wurde eröffnet, daß. da er keine Garantie gegen einen plötzliche» Regenguß leisten könne und alsdann die breite Staats- straße viel zu schmal sei für die auseinander strömende» Massen, die Rücksicht auf das Wohl der V-rsammlungsbesucher das Ver- bot der Versammlung rechtfertige. Die Sachsen sind helle. Glaubst du all« Vorsichtsmaßregeln getroffen zu haben, um eine Versammlung zu ermöglichen, der sächsische Staaisretter beweist dir. daß du ei» Tölpel bist und daß Gründe billiger sind als Brombeeren, um solche für»in Ver- bot zu finden. Die erwähnten armseligen Gründe waren eS also, die das Verbot der Versammlung rechlfeiligen mußte». In bezug auf das Verbot des Kommerses schloß sich die Amtshaupt- Mannschaft Glauchau den Gründen unseres Bürgeruleiliers an: Die Rede Bebel's werde politisch sei» und dann fei der Kommers eine Volksversammlung und eine Ge- fahr für das Gemeinivohl. Die Amtshauptmaniischafl ging nur nicht so weit wie der Meeraner Bürgermeister, der wider Recht und Gesetz auch das mit dem Kommers verbundene Konzert als staatsgesährlich verbot, und so fand dasselbe unter großem An- drang Sonntag Nachmittag in der Nähe Meerane's statt, ohne daß die Existenz des sächsischen Staates in Gefahr kam. Was haben aber unsere Staatsretter mit ihre» Verboten er- reicht? In der ganze» Bevölkernng und zwar bei Fren.nd. und eind herrscht eine hochgradige Erregung und ist die schärfste erurth eilung der Maßregeln eine allgemeine. Mehr als die besten Reden Bebel's haben die Verbote gewirkt und eine Stimmung, namentlich gegen unser Sladloberhaupt er- zeugt, die himmelweit entfernt ist von Liebe und Verehrung oder Achtung. Diese Stimmung kam explosiv zum Ausdruck, als Bebel Sonntag Abend nach Berlin zurückreiste und die ans dem Bahnhof ausgestauten Massen durch frenetische Hochs sich von ihm verabschiedeten. Die Polizei, die während seiner Anwesen- beit hier ihm und seinen Begleitern auf Schritt und Tritt nachfolgte, als gelte es ein gekröntes Haupt vor einem geplante» Attentat zu schützen, war ohnmächtig gegenüber diesen Ausbrüchen der Volksstimmung.— " Gotha, 28. September.( Privatdepesche des Vorwärts".) Der elfte Landtagswahlkreis Ta mba ch wurde gleichfalls erobert. Wir haben nunmehr acht Mandate. Arras, 26. September. Eine Versammlung von Vertretern| Verständigung mit Rußland scheuen? Wegen Konstantinopel und ber landwirthschaftlichen Syndikate der Departe der Dardanellen? Mit großem Hecht sagen die Engländer, daß ments Nord, Pas de Calais, Somme, Aisne und Ardennes be- Deutschland und Desterreich mindestens ebenso großes schloß, sich der für den 14. Oktober geplanten gemeinsamen Interesse daran haben, daß Konstantinopel nicht russisch, das Mainz, 26. September.( Frankfurter Zeitung.) Am Petition an den Ministerpräsidenten anzuschließen, Schwarze Meer fein russischer Binnensee werde, wie Eng6. November v. J. war zu Hackenheim in Rheinhessen die Ge- welche bezweckt, dem französischen Zucker solche land. Und ferner kann man nicht bestreiten, daß den meinderathswahl. Wegen Wahlbeeinflussungen und Bedrohung Prämien zu sichern, die den Wettbewerb mit jetzigen Zustand in der Türkei aufrecht erhalten, die Lösung einzelner Wähler wurde die Wahl vom Kreisausschuß Alzey dem deutschem und österreichischen Zucker auf der armenischen u. s. w. Fragen hinausschieben, in weit faffirt. Gegen dieses Erkenntniß haben 14 Wähler von Hacken dem Weltmartte ermöglichen. höherem Grade für Rußland arbeiten heißt, wie den Sultan zu heim Einspruch erhoben, der jedoch heute vom Provinzialans- Auch ein Erfolg unserer Zuckersteuerpolitit, die angeblich gründlichen Reformen zwingen, oder, wenn er dazu absolut schusse verworfen wurde. Es hat demnach eine Neuwahl stattzu- auf Abschaffung aller Ausfuhrprämien für Zucker gerichtet ist.- nicht zu bewegen, durch einen fähigen, wahrhaft patriotischen finden. und reformfreundlichen Regenten zu ersehen. Dänemark. treten. 1108 Stimmen. St. Ludwig, 26. September.( Eig. Ber.) Reich 3. In diesem Lichte erscheint tausenden und abertausenden von Tändische Strafjustiz. Ein Aufsehen erregendes und dem - Das Parlament soll am 5. Dktober zusammen gut demokratisch, anti- jingoistisch gesinnten Engländern die Bewegung gewöhnlichen Publikum ganz unverständliches Urtheil fällte dieser So populär ist sie, daß selbst viele Arbeitervereine, GewerkTage die Mülhauser Strafkammer. Wegen Bluts chande- Bei den Wahlen in Helsingör wurde der schaften 2c. für sie eintreten. Von ihnen aus ist es eine Freiheitswurde daselbst der 22 jährige Sohn eines dortigen Wirthes, bei Kandidat der Sozialdemokratie Chr. Rasmussen mit und Reformbewegung, in gleicher Weise, wie England den dem die Honoratioren der Stadt verkehren, zu einem Monat Der Kandidat der Rechten erhielt Griechen, den Italienern, den Bulgaren 2c. zu ihrer nationalen 1077 Stimmen gewählt. 1058 Stimmen. Gefängniß verurtheilt. Die mitangeklagte Schwester Bei den Wahlen im April 1895 erhielt Selbständigeit geholfen hat. Es ist der Fluch der deutschen Geschichte, wurde freigesprochen. Jedermann wird noch das dra- Rasmussen nur 786 Stimmen, der Kandidat der Rechten aber daß das deutsche Bolt fast feiner dieser Bewegungen mit tonische Urtheil bekannt sein, das dieselbe Strafkammer ungetheilter Sympathie sich hat anschließen tönnen. Dennoch gegen unseren Genossen Martin Mülhausen und Genossen Schiveden. follte es möglich sein, zu der entfachten Bewegung Reßler Mannheim gefällt hatte. Dieselben waren wegen Der erste Sozialdemokratim schwedischen teine rein ablehnende Haltung einzunehmen. Kein Zweifel, daß Nachtwächter- Beleidigung angeklagt, und da der Wahrheits- Reichstage. Der 24. September 1896 wird für immer ein überall im Orient zarische Agenten am Werk find. Aber das ist allen Theilen gelang, denn die Be- großer Denktag in der Geschichte der Erfolge des skandinavischen sicher kein Grund, für einen Sultan Partei zu ergreifen, der, lastungs- und Entlastungszeugen fehlten, wurde Martin zu Sozialismus fein. An diesem Tage wurde nämlich in den blos um keine Reformen einzuführen, sich hinter den Rock des 310 ölf, Reßler zu fechs Monateu Gefängniß verurtheilt. Das schwedischen Reichstag ein Sozialist gewählt. Dieser Erfolg ist Baren verkriecht. Die Türkei hat aufgehört, ein Damm gegen Volk versteht solche Urtheile nicht, daß man wegen Nachtwächter- umso erfreulicher, weil Hjalmar Branting nicht mit russische Intriguen zu sein, in ihrer heutigen Gestalt ist sie nur Beleidigung achtzehn Monate Gefängniß und wegen knapper Majorität, sondern mit beinahe 200 Stimmen seinen noch ein Buchtbeet für dieselben. eines der größten Verbrechen, der Blutsch ande, einen Gegner übertraf. Monat Gefäugniß aussprechen kann. Das Vertrauen zur deutschen Rechtsprechung ist bei so mauchem Elsässischen ohnehin nicht groß, und niemand wird glauben, daß dasselbe durch der artige Urtheile wesentlich befestigt wird. Die Sozialdemokratie hat feine Ursache, sich über die Konsequenzen einer solchen Recht sprechung beschwert zu fühlen. beweis nicht in 3 Die Eroberung eines Reichstags- Mandats bedeutet zwar an und für sich nicht viel. Aber es handelt sich hier um den Einzug eines Vertreters unserer Partei in ein Parlament, in dem wir bisher nicht vertreten waren. Gegen die Erwählung Brantings ist von großen und mächtigen Kreisen unter andern auch von der größten liberalen Zeitung Schwedens eine sehr heftige und leidenschaftliche Agitation ins Werk gesetzt worden, deren Ueberwindung natürlich den Werth des an und für sich hochbedeutenden Wahlfieges mächtig erhöht. " Spanien. Wie lange? fragt unser spanisches Partei- Organ: El Socialista" wie lange sollen diese Menschenhekatomben in Kuba und auf den Philippinen noch dauern? Wie lange wird das spanische Volt sich noch dazu hergeben? Auch wir fragen: wie lange? - Verhandlungen über eine spanische An leihe. Man telegraphirt der Vossischen Beitung" aus Paris: Wie aus London gemeldet wird, finden daselbst gegenwärtig Verhandlungen über ein neues spanisches Anlehen im Betrage von 800 Millionen Mark statt. Das Londoner Haus Rothschild ist augenblicklich mit den Vorarbeiten für dieses Anlehen beschäftigt, welches durch die Verpfändung der Einkünfte aus den Minen von Almaden gedeckt werden soll. Ein Theil dieser Anleihe von 800 Millionen Mart soll zur Konversion der fünfprozentigen spanischen Schatzbons verwendet werden, von welchen 457 Millionen Frants in Zirkulation sind. Dadurch würde die schwebende Schuld Spaniens beseitigt sein.Serbien. Das Heirathen in den Kolonien sucht die Rolonialverwaltung zu fördern. In der Septembersihung des Ausschusses der deutschen Kolonialgesellschaft wurde ein Schreiben Was man weiter in bezug auf diese Wahl nicht zu hoch des Auswärtigen Amtes vom 21. August zur Kenntniß gebracht. schäßen kann, ist ihre moralische Bedeutung und ihr großer Werth Ju diesem wird mitgetheilt, daß bereits seit dem Jahre 1892 für die Zukunft. Denn mit Hjalmar Branting ift nicht nur ein die Kolonialverwaltung den Leuten der Schutztruppe, die sich tüchtiger Repräsentant für die sozialdemokratische Partei in den nach Ablauf ihrer Dienstzeit in Südwestafrika niedergelassen, schwedischen Reichstag eingetreten, sondern auch ein Parteiführer zur Ueberführung einer Braut von Deutschland nach dem Schuh- und Organisator ersten Ranges, der durch seine persönlichen gebiet eine Beihilfe von 350 bis 500 m. zugesichert hat. Es Eigenschaften vortrefflich dazu geeignet ist, seine Partei in einem wurde beschlossen, den Eingang des von dem Landeshauptmann aus lauter Gegnern zusammengefeßten Barlamente zu vertreten erbetenen Berichts abzuwarten. und die bis jetzt in dem schwedischen Reichstage herrschende Auf***** Defterreich.or faffung von der Sozialdemokratie als eine Gattung anarchistischer Belgrad, 27. September. Nachdem der Zar die Erlaubniß Trient, 26. September. Der Anti- Freimaurerühler und Bombenwerfer aus den ängstlichen Gehirnen der Rongreß wurde heute Vormittag durch den Fürstbischof schwedischen Bauern und Kleinbürger völlig zu verscheuchen. Er ertheilt hat, werden in russischen Waffenfabriken für Rechnung der serbischen Regierung 180 000 Repetirgewehre russischen Valuff eröffnet. Der Kongreß beschloß die Errichtung einer Dr. wird auch, dank seiner hohen rednerischen Begabung und seiner Models mit den zugehörigen Patronen angefertigt und im Frühganisation gegen die Freimaurerei mit der Zentralstelle in Stom, großen nationalökonomischen Kenntnisse, den Weg für eine jerner die Einleitung einer Propagandafür die Volksaufklärung flarere und gerechtere Auffassung des Sozialismus in dem jahr nächsten Jahres geliefert. über Freimaurerei mittels Broschüren, deren beste Medaillen und Reichstage selbst bahnen. Breise erhalten sollen. Außerdem sollen regelmäßig öffentliche Bersammlungen stattfinden. Schweiz. Die Nationalrathswahlen finden am 25. Oktober statt. Für unsere Partei steht in erster Linie die Eroberung eines Sizes im Halbtanton Basel- Stadt in Frage. Frankreich. Paris, 28. September. Der Intransigeant" spricht fich gegen die in Vorbereitung befindliche Expedition nach Tuat aus und erklärt, dieselbe werde teine friedliche Offupation sein, da General Boitard unter seinem Befehl 1600 Mann und zahlreiche Munition habe. Das Blatt glaubt, die Unternehmung werde ebenso zu Enttäuschungen führen, wie die Expedition nach Madagastar. bei denn nichts ist so schwer, niederzubrechen, als alte, eingewurzelte rechten Plaze. Türkei. ftantinopel wurden dort anläßlich der Anheftung eines aufDas eine wie das andere wird natürlich seine Zeit brauchen, Philippopel, 27. September. Nach Berichten aus RonVorurtheile in alten Staaten, aber es wird ihm doch gelingen, rührerischen Platates in der Mehemed Moschee und wegen Ents den Hjalmar Branting ist dazu der rechte. Mann auf dem deckung ähnlicher Erscheinungen in Stutari, fowie aus Anlaß der von der jungtürkischen Partei ausgegangenen Verbreitung von Branting ist noch ein Mann in seinen Besten Jahren einigen tausend Exemplaren einer in Genf gedruckten und gegen anfang der vierziger. Als Student hat er sich längere Zeit in den Sultan gerichteten Schrift zahlreiche Haussuchungen und Deutschland aufgehalten er studirte Astronomie und Sozial- Verhaftungen vorgenommen. wissenschaften. Seit seiner Rüdtehr nach Schweden hat er sich Konstantinopel, 28. September.( Frantf. 8tg.") Die in der sozialdemokratischen Bewegung mit immer steigernder Polizei schreitet jezt zur Berhaftung von reicheren Armeniern, Energie und Interesse bewegt und ist jetzt Hauptredakteur des die nach aufgefundenen Belägen dem Revolutionskomitee große Sozialdemokraten" in Stockholm. Als Parteiführer und Schrift: Summen meist unfreiwillig übergaben. Vorgestern wurde u. a. steller hat er sich stets ganz bewährt, und seine Arbeit für die Apik Effendi Dundschian, Lieferant des taiserlichen Arsenals und Partei in ganz uneigennüßiger Weise geleistet, denn Branting Mitdirektor der großen türkischen Schiffsgesellschaft Mashouse", hat einen großen Theil seines ursprünglichen Vermögens für die eingesperrt. Derselbe besißt ein Vermögen von wenigstens Partei geopfert. In ber literarischen Welt Stockholms ist 12 Millionen Frants. Branting eine sehr beliebte, geradezu populäre Persönlichkeit und bedeutenden Redner, woran in dieser Versammlung fein Der schwedische Reichstag erhält in Branting einen scharfen Ueberfluß herrscht. England. Amerika. Staaten bröckelt immer mehr ab. Gine Depesche aus New- York - Die Bimetallistenpartei in den Bereinigten meldet: " J. B. Thatcher, der zum Kandidaten der demokratischen Partei für den Gouverneurposten des Staates New- York nominirt war, hat die Nomination abgelehnt mit der Begründung, daß er den Baffus über die freie Silberprägung in dem demokratischen Programm mißbillige." Paris, 27. September.( Eig. Ber.) Das Ministerium Metine hat entschieden Bech. Selbst die Haupt- und Staatsaktion, von der es mit Sicherheit eine Befestigung seiner pretären Stellung erwartete, schlägt immer mehr zu seinem Nachtheil aus. Der grotest- byzantinische Uebereifer, mit dem die Regierung den 3aren empfang arrangirt, hat ihr mehr geschadet, als das glückliche Ereigniß" an fich ihr etwa nußen tönnte. Die gesammte Die Agitation gegen die türkische Mißunabhängige Bresse verurtheilt einstimmig das für Frankreich, wirthschaft. Unser Londoner Korrespondent, dessen Auffassung für die Republit demüthigende Bauchrutschern der Regierung in diesem Punkt wir nicht durchweg zur unserigen machen können, vor dem Autokraten. Nicht genug damit, daß die Empfangs fchreibt uns über die liberale Türtenhay: zeremonien in allen Einzelheiten von den Gastgebern dem Gaste Die Agitation gegen das Sultansregiment in der Türkei Das Frauen Stimmrecht in den Ber. zur Genehmigung unterbreitet wurden, daß der Minister wird mit wahrem Fanatismus betrieben. An der Spige steht das einigten Staaten von Amerika. Auf dem interrath unter Hintansehung alles anderen sechs oder siebenmal bei das protestantische Dissenterthum die„ Nontonformisten"-nationalen Frauenkongreß hat Frau Lockwood, die vor sich mit Beremoniellfragen beschäftigte, daß Felix Faure und das Daily Chronicle", das von den Londoner Morgen- einigen Jahren Präsidentschafts- Kandidatin war und als solche und Meline dem Baren bis nach Cherbourg entgegen blättern sich speziell als Organ dieser Richtung gerirt, es 600 000 Stimmen erhalten haben will, behauptet: reifen, daß französische Soldaten bazu gebraucht werden, ist auch der Hauptmoniteur dieses neuesten Kreuzzuges. Ganze In allen politischen Fragen haben dort der Ankunft des Baren in Baris ein fiebenthalb Spalten sind mit Berichten über Versammlungen, Komitee- die Frauen das Stimmrecht, fie sind auch für Kilometer langes Spalier zu bilden, daß die russischen und sißungen zc. gefüllt, wo Refolutionen gegen die infame", alle Aemter wahlberechtigt. Drei Frauen polnischen Flüchtlinge und Nichtflüchtlinge in widergefeßlicher schändliche", barbarische" 2c. Regierung des Sultans gefaßt fig en in Kolorado im Staatsrath, in Kansas Weise ausgeschnüffelt, verhört und mitunter in ihrer Abwerden, Absehung des Sultans verlangt und die Hilfe des giebt es Frauen als Bürgermeister und Richter. wefenheit behaussucht werden, daß Polizeiminifter Baren für die Befreiung der unterdrückten Armenier an- In Kolumbia haben die Frauen das Eigenthums- und VormundBarthon allen seinen Untergebenen in ganz Frankreich den gerufen wird. So viel Uebertreibung in allebem liegt, so darf schaftsrecht erlangt. Die Frau sei als Hauptstütze der Familie tofatischen Befehl zugeben ließ, alle Berdächtigen zu man doch zwei Dinge nicht verkennen. Mag Abdul Hamid auch auch die Hauptstütze des Staates; aber nur als freie Mutter könne verhaften,- nicht genug mit alledem, trieb die Regierung nicht das Ungeheuer sein, als das er vom„ Chronicle" und sie ein freies Geschlecht heranziehen." die Liebedienerei so weit, um dem Selbstherrscher aller Reußen geistesverwandten Blättern hingestellt wird er müßte Ueber- Hierzu schreibt uns ein Deutsch- Amerikaner: ohne Zweifel auf sein Verlangen jede Berührung mit der mensch sein, wenn er all ben gegen ihn gerichteten Intriguen Frau Lockwood( eine Advokatín aus Washington) hat da französischen Boltsvertretung ersparen zu wollen. Erst die gegenüber stets seinen Gleichmuth bewahrte so ist doch das entweder arg aufgeschnitten, oder, was wahrscheinlicher, sie ist von vielleicht Protefte der raditalen und die boshaft- lobenden Kommentare der System seiner Regierung selbst im Orient überlebt; und da, dem Berichterstatter garstig mißverstanden worden monarchistischen Presse haben die Regierung von ihrem Vorhaben aus welchen Gründen immer, er einigermaßen einer Reformation beides. Frau Lockwood( von der übrigens die eigentlichen Leiterinnen abgebracht. Ein gut unterrichtetes ministerielles Blatt meldet aus eigener Kraft nicht fähig ist, wäre eine energische der Frauenbewegung in Amerika, wie Frau Elisabeth Cady fogar, daß im legten Ministerrath, der sich mit dem Baren- Intervention der europäischen Kulturstaaten- vor allem Stanton, Fräulein Susan B. Anthony, welche der Sache thr empfang 5 bis 6 Stunden lang beschäftigte, einige einfichtigere Englands, das nach dem Cypern- Bertrag Rechte und Pflichten ganzes Leben gewidmet haben, nicht recht etwas wiffen Minister mit ihrer Demission hätten drohen müssen, um den Be- in dieser Hinsicht übernommen hat zu gunsten gründlicher wollen) hat sich allerdings vor acht oder zwölf Jahren schluß zu erzwingen, daß die Bertreter des Parlaments an den Reformen selbst im Interesse der türkischen Unterthanen des als Präsidentschafts Kandidatin ausgegeben; es sind aber offiziellen Feierlichkeiten theilnehmen sollen. Sultans gelegen. Zweitens ist die Agitation bei der großen faum irgend welche Stimmen für fie abgegeben worden. Die Sucht, dem Zaren zu lieb die Republik als eine Mon- Masse der Engländer zweifelsohne ehrlich und uneigennüßig. Es war dies auch kaum möglich, archie zu vermummen, diskreditirt das Ministerium in den Augen Wir wollen uns verpflichten, nichts für uns zu nehmen, wenn damals noch in keinem Staate der Union die Frauen Stimm aller aufrichtigen Republikaner. Die dem Zaren zugedachten nur diesen schauderhaften Zuständen ein Ende gemacht wird", recht bei Präsidentenwahlen hatten, die Wahlrichter also auch Ehrungen verlegen durch ihre Extravaganz das Nationalgefühl ist der beständig wiederkehrende Refrain der Einsendungen und feine Stimmzettel von ihnen annehmen konnten. Die 600 000 Wie vor ein paar Wochen von verschiedenen Seiten der Werth Refolutionen, und oft genug heißt es noch, daß Cypern in den Kauf Stimmen der Frau Lockwood bestehen also nur in ihrer des französisch russischen Einvernehmens bezweifelt wurde, so gegeben werden solle. Ebenso fann man nicht sagen, daß Religions. Phantasie; möglicherweise berechnet sie sich, daß sie so viel ers fragt man fich jest, nach der Bekanntgabe des offiziellen, haß das leitende Motiv ist. Man will die christlichen Glaubens- halten haben würde, wenn ihre Anhängerinnen hätten d. h. vom Zaren genehmigten Empfangsprogramm, ob die Re- genossen schüßen oder befreien, aber darum noch nicht die stimmen tönnen. Seitdem find Wyoming und Utah, wo schon, gierung einen Verbündeten oder einen Beschüßer, einen Retter Muhamedaner ausrotten. Soweit die Agitation gegen den als sie noch Territorien waren, Frauen- Stimmrecht bestand, mit Frankreichs zu begrüßen sich anschickt. Und ein ministerielles Muhamedanismus gerichtet ist, wendet sie sich gegen ihn als Berfaffungen, die den Frauen das unbeschränkte Stimmrecht Blatt versucht es, die Ueberschnapptheiten der Regierung gegen Träger politischer und sozialer Einrichtungen, nicht als religiöse geben, in den Staatenbund aufgenommen worden. Kolorado hat über den Angriffen der Opposition in Schuß zu nehmen. Sturz, Ueberzeugung. Und daß der Muhamedanismus heute ebenso der es eingeführt. In Kansas und vielleicht noch einem oder dem Meline's Hoffnung, aus dem Barenbefuch Kapital für seine Ausdruck einer zurückgebliebenen Kultur ist, wie er einst ein anderen Staate besteht das Frauen- Stimmrecht für Munizipalinnere Politik schlagen zu können, hat sich bereits als nichtig er Kulturträger war und tiefer stehenden Kulturen gegenüber viel- wahlen. wiesen. Er hat sich in seiner diplomatisch patriotischen Aktion leicht noch ist, kann wohl nicht bezweifelt werden. Kurz, will In vielen Staaten haben die Frauen das Stimme ebenso tief blamirt, wie in seiner innerpolitischen Aktion. man die Bewegung, die sich eines Theiles des englischen Volkes recht für Schulwahlen. Die Verleihung des Stimmrechts In regierungsfreundlichen Kreisen scheint man jede Jalusion und sicher nicht des schlechtesten bemächtigt hat, richtig be- ist nach der Bundes Verfassung ganz Sache über die Fortdauer des Ministeriums nach dem Wiederzufammen urtheilen, so muß man ihr, glaube ich, soviel zugestehen. Einzelstaaten, nur darf es nicht auf grund von Rasse, Farbe tritt des Parlaments aufgegeben zu haben. Der beste Beweis Ist sie eine Bewegung für Rußland? Liest man all die oder des früher bestandenen Stlavereiverhältnisses" beschränkt dafür ist die lebhafte Kampagne, die die ministerielle Bresse für Anrufungen des Baren, die Petitionen an Nicolaus II., sich werden. die Einschränkung des Interpellationsrechts der Armenier anzunehmen, die Vorschläge, türkisch Armenien In Wyoming ist das Frauen- Stimmrecht eigenthümlicher Weise führt. Die Zahl der angekündigten Interpellationen ist bereits auf unter russisches Protektorat zu ftellen, so möchte man ursprünglich aus einer Laune des Kongresses gewissermaßen als ca. 15 angeschwollen, darunter einige sehr gefährlicher Art. Die dies unbedingt folgern. Indeß darf man nicht ver- schlechter Wit eingeführt worden, als es noch Territorium war Regierungsblätter mit der„ République Française", dem Leiborgan geffen, daß die elende Politit der anderen Großstaaten den und taum einige tausend Cowboys zu Einwohnern hatte. des Herrn Meline, an der Spize möchten nun das Interpellations Engländern, sofern sie überhaupt den Appellen der Armenier, Es hat sich dann eingebürgert und ist bestehen geblieben, recht der Opposition illusorisch gemacht wissen. Sie schlagen vor, Jungtürten 2c. Folge geben wollen, gar keine Wahl läßt, als mit als das Territorium Staat wurde. In Utah wurde das Weiberdaß die Kammer jede Interpellation unendlich solle aufschieben Rußland Verständigung zu suchen. Sicher giebt es in England Stimmrecht eingeführt, weil die Herren im Kongreß damit den fönnen. Der saubere Rettungsplan ist jedoch aussichtslos. Die heute mehr Russenfreunde, als zu irgend einer Beit, aber ebenso Mormonismus und die Polygamie bekämpfen zu können glaubten. Meline'sche Kammermehrheit war von jeher zu pretär, um dem sicher ist, daß das zarische Regierungssystem in Eng. Sie rechneten darauf, daß alle Mormon nweiber gegen die Ministerium zu lieb die wichtigste Prärogative der Kammer be land fehr wenig Freunde hat. Wenn man aber in Polygamie stimmen würden. Das Gegentheil war der Fall, schneiden zu lassen. Aehnliche Bersuche wurden bereits wieder Deutschland feine Bedenten trägt, Rußlands Spiel im und man schaffte es wieder ab. Als Utah vor wenigen holt von opportunistischer Seite gemacht, aber stets ohne Erfolg. Orient zu unterstügen, warum follte man in England eine Jahren Staat wurde, ist es wieder eingeführt worden. In Kolo ber tabo,. wo das Frauen- Stimmrecht ebenfalls vor einigen Jahre» eingeführt wurde, sitzen allerdings Frauen in der Anfsichts- behörde für die Slaatsaiistalten: Gefängnisse, Irrenhäuser, Blindeninstitute u. s.>v. In Kansas wurde das Frauen-Stinun- recht von den Prohibitioniflen eingeführt, um ihre tollen Gesetze, welche das Zubereiten, den Verkauf, den Genuß, ja unter Um- ständen den Besitz aller geistigen Getränke(Wein, Bier, Brannt- wein) als Verbrechen stempeln, besser durchführen zu können und ihre deutschen Gegner zu zwiebeln, und es hat dazu Dienste geleistet. In Schulwahlen waren die Frauen meist nur dann in größerer Anzahl zum Stimmen zu briugen, wenn religiöse Fragen vorlagen und prolestanlische Fanatiker gegen die Katholiken hetzten oder umgekehrt. Bei dem ungeheuren Einfluß, den die Vfaffen über die Amerikaner im all- gemeinen und über die amerikanischen Frauen im besonderen habe», ist sehr zu fürchten, daß das Stimmrecht der Frauen zu nächst im religiös-reaktionären Sinne ausgenutzt wird.— ztavkei-ItachvichtetW Die Parteigenossen von Runttnelsbnrg und Umgegend zur Nachricht, daß Freitag, den 2. Oktober, abends 8 Uhr, in» Lokal des Herrn Piatkowsky in Runimels- bürg eine V o l k s v e r s a m m l n n g abgehallen wird. Zahl- reiches und pünktliches Erscheinen ist nothwendig. Näheres wird morgen durch Inserat bekannt gegeben. Der Vertrauensmann. Zur Eharakteristik der Wahlbeweguug im Kreise Brandenburg-Wcsthavelland. Unser Brandenburger Partei� Organ schreibt: Verboten wurde wieder einmal eine Versamm lung, die in Tieckow geplant war. Ehe wir die Versammlung eröffnen konnten, mußte uns der Gendarm etwas eröffnen, daß nämlich da? Lokal, wie schon früher, als genügende Ver- fannnlungsräumlichkeit nicht zugelassen werden könne. Es sei zu klein nnd die Thüren gingen statt nach außen nach innen auf. Wie bedauerte» wir den Mann, der uns diese Eröffnung machen mußte! Und noch viel mehr diejenigen, die sie uns machen ließen! Uns selber vermochten wir nicht zu bedauern. Denn darüber waren wir uns klar, wir hätte» in zehn Stunden nicht solche wirksame Rede halten können, als dies Verbot für uns wirksam war. Das Lokal war also zu klein? Inwiefern? In seiner Flächenausdehniing? Nun, hundert Personen konnten recht gut, selbst sitzend Platz finden, und ein gefahrbringendes Gedränge konnte die Polizei verhüten, indem sie nicht mehr zu- ließ, als bequem Platz finden konnten. Aber die Thüren gingen nach innen statt nach außen auf. Das konnte Gefahr bringen. Die Parteikonferenz für den Wahlkreis Landsberg- Sold in, die am Sonntag in Landsberg tagte, beschloß die Gründung eines Wahlvereins für den ganzen Kreis und wählte den Genossen Kaiser zum Kreisvertrauensmann. Znm Pnblikationsorgan bestimmte man die„Märk. Volksstimme". Als Reichstagskandidat wurde�Genosse Paetzel aus' Berlin wieder aufgestellt. Die Stadtverordneten- Wahle» in Mannheim werden nicht Sonntags vorgenommen werden, wie anfänglich ver- lautete. Das Gesuch unserer Parteigenossen ist vom Sladtrath ünter Berufung auf einen Erlaß des Ministeriums Eisenlohr abgelehnt worden, worin es u. a. heißt, die Wahl am Sonntag stände nicht im Einklänge mit den badischen Bestinimungen über die Sonntagshciligung. Di« Mannheimer„Volkssiimme" be- streitet, daß dies zutrifft, und hält dem nationalliberalen Ministerium u. a. vor, daß sogar die kirchlichen Wahlen Sonntags vorgenommen werden. Polizeiliches, Gerichtliches ,e. — Ueber den bereits erwähnten Prozeß, den die Reichs- P v st v e r w a l t u n g wegen der Art und Weise der Ver- dreitung des„Nordhäuser Bolksblatts* angestrengt hat, bringt dasselbe folgenden ausführlichen Bericht: Das „Nordhänser Volksblatl" hat Druck, Verlag und Redaktion in Erfurt. Dort ist es auch in die Post- Zeitungsliste eingetragen. Die Gesammtanslage wird dem Expedienten Voigt in Nord- Hausen packetweise alltäglich zugesandt, um dann durch diesen verbreitet zu werden. An ihn gelangten auch im gleichen Packet die für unsere Abonnenten im Nachbarorte Salza bestimmten Exemplare. Das Austragen in diesem Orte besorgt die Wittwe Kuhnhold. Die kaiserliche Ober- Postdirektion Erfurt hat nun in dieser Zeitungsverbreitung eine dem§ 1 des Postgesetzes vom 23. Oktober 1371 zuwiderlaufende Handlung erblickt, wonach Beförderung von Zeitungen politischen Inhalts gegen Bezahlung von Orten mit einer Postanstalt nach anderen Orlen mit Postanstalt verboten ist. Dieses Verbot erstreckt sich nicht auf Beförderung von Zeitungen innerhalb des zweimaligen Umkreises des Ursprungsortes. Genosse Stegmann als Geschäfts- führer der Druckerei von Reißhaus u. Ko. in Erfurt sowie die Zeitungsausträgerin Frau Kuhnhold in Salza erhielten wegen dieser Uebertretung von der Oberpostdirektion Erfurt Straf- Mandate zugestellt. Das hiuterzogene Porto sollte in 146 Fällen in der Zeit vom I. Oktober 13SS bis 22. März 1896 29,20 M. und die Strafe, nach§ 27 oben erwähnten Gesetzes, den vierfachen Betrag der hinterzogeuen Summe betragen. Gegen die Straf- Mandate wurde gerichtlicher Entscheid beantragt. Vor dem hiesigen Schöffengericht machten die Beklagten geltend, daß das „Nordhäuser Äolksblatt* ein selbständiges Blalt ist und nur für Stadt und Kreis Nordhausen zur Verbreitung komme; die Firma Reißhaus u. Ko., als Drucker und Verleger des Blattes, habe im übrigen nicht den geringsten Einfluß auf das Blatt und müsse auch Nordhausen im Sinne des Gesetzes als Ursprungs- ort gelten, denn es sei doch widerfinnig, Erfurt als solchen zu betrachten und i» dessen zweimaligem Umkreis die Verbreitung durch Bote» zu gestatten, wo doch kein einziges Exemplar dieser Zeitung gelesen werde. Der als Zeuge und Sachverständige geladene Postinspektor Wienhold aus Erfurt, sowie der Amtsauiöalt waren anderer Meinung. Sie fanden darin, daß in Erfurt das polizeiliche Pflichtexemplar eingereicht wird, und daß das„Nordhäuser Volksblatt" in der Postzeitungsliste in Erfurt eingetragen ist, den Beweis, daß der Ursprungsort Erfurt sei. Auch der Gerichtshof schloß sich dieser Ansicht an und veruriheilte die Angeklagten nach§ 27 des Postgesetzes zu dem vierfachen Betrage des„defraudirten" Portos. in Summa 116,30 M. event. im Nichtbeitreibungsfalle für je 10 M. 1 Tag Haft: betreffs der Beilreibung des„desraudirten" Portos habe die Postbehöroe sich an die Angeklagten selbst zn halten. Die Angeklagten meldeten gegen dieses Urtheil sofort Berufung an. — In Nienburg in Hannover wieS aus einer Volksversammlung der überwachende Beamte die Frauen aus, wie das im Amtsbereiche des obersten Hüters der„liberalen Errungen« schaflen", des Herrn v. Bennigsen, ja nichts seltenes ist. Dies- mal gelang die Entfernung der Frauen aber nicht. Der Referent der Versammlung, Reichstags-Adgeordneter Wurm, erläuterte nämlich dem Beamten das Vereinsgesetz so energisch, daß der Beamte von der Durchführung seiner Anordnung absah. GemevkMttfklirlxes. An die Buchbinder Berlins k Kollegen und Kolleginnen! Mit Genugthuung können wir auf die erste Woche seit dem Streik zurückblicken. 92 Firmen haben sämmtliche Forderungen bewilligt; nur noch in kleineren W-rkftuben stehen unsere Kollegen und Kolleginnen im Lohnkampfe. Außerdem haben sich die Arbeiter und Arbeiterinnen der Galanterie-Branche der Bewegung angeschlossen. Jetzt gilt es nun. dafür zu sorgen, daß auch die Firmen, die unsere bescheidenen Forderungen noch nicht be- willigt haben, zur Kapitulation gezwungen iverden. Deshalb ist es vor allen Dingen Pflicht derzenigen Kollegen und Kolleginnen, die bereits unter den neuen Bedingungen arbeiten, für genügende Geldmittel zu sorgen, damit unsere im Kampfe stehenden Bernfsgenossen nach Kräften unterstützt und die Be- wegung siegreich durchgeführt iverden kann. Um allen ein ge- uaues Bild von dem gegenwärtigen Stand des Streiks zu gebe», hat die Lohnkommission eine öffentliche Versa mn» lung für heute, D i e n st a g, den 29. d. M., abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, anberaumt. Wir erwarten, daß die Kollegen und Kolleginnen� vollzählig in dieser Versammlung am Platze sind. Ausständig sind die Kolleginnen und Kollegen der Firmen: Traut mann, Schönebergerstr. 4. F r e n t s ch, Wallstr. 11. Leo Simson, Spandanerstr. 72. Carl R e ch l i n, Engel- Ufer 3. S e l m a r B a i e r, Dr< denerstraße 35. Alexander Weber. Lindenstr. 53. Bern- Harb Paul, Wilbelmstr. 22». Büxen st ein, Friedrich- straße 240. L e w i n s o h n, Fehrbellinerstr. 54. A. W e i ch e r t, A ndreasslr. 32. Imberg n. L e f s o n. Alte Jacobstr. 64s. Aug. R e i m a n n, Mauerstr. 53. Einbrod t u. Kalb, Alte Jakobstr. 86. A. D e m u t h, Mohrenstr. 53. Gebrüder G r u n e r l, Junkerstr. 16. Möller, Charlottenburg, Ver- linerstraße 123s. Gertz, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 32. Ullstein, Charlottenstr. 9/10. Herm. Franz, Steglitzer- straße 7. Galanterie-Branche: Urbach u. C o., Rilterstr. 45. S t e p h a n u. S t« n g e r t, Ritterstr. 36. S ch m i tz u. V o i t, Annenstr. 14. Die Lohnkommission. An die Glaser Berlins und Umgegend. Wir bringen den Kollegen hiermit zur Kenntniß, daß laut Angabe der Personale oder wie die Unterschrift des Prinzipals ausweist, unsere Forderungen: Neunstundentag. 24 M. Minimallohn(für Bleiglaser 27 M.), in folgenden Werk- stätten bewilligt sind: Nowotni, Karlstraße. Markus, Königsbergerstraße. Salomonis, Brüderstrabe. Goßlar, Große Frankfnrlerstraße. Schneider, Stralauerstraße. Goßlar, Nene Königstraße. Garreier, Friedenau. Brandenburg(Jnh. Schmidt), Lützowstraße. Meißner, Breitestraße. Schreck, Sleglitzersiraße. Busse, Pallisadenstraße. R. Wagner, Spandau. Knobel, Adalbertstraße. Krüger, Spandau. E. Lüders, Köpnickerstraße. F. Lüders, Landsbergcrflraße. C. Liiders, Greifswalderstraße. Bleistein(Jnh. I. Schmidt), Genthinerffrabe. Gregolcit, Mark- grafenstraße. Auerbach. Halensee. R. Krempkow, Kurfürsten- straße. Souschart, Barnimstraße. Rohr, Gartenstraße. Schröder, Katzbachstraße. Jurecke, Kommandantenstraße. Tomsky, Alt- Moabit. Bothe, Dresdenerstraße. Kutsinski, Müllerstraße. Ditten». Burch, Lindenstraße. Rothe, Pallasstraße. Jessel, Zimmerstraße. Schnitze u. Jost, Krausenstraße. Dreßler, Pols- damerstraße. Fröhlich, Hollmannstraße. Rogge, Gleditschstraße. Theilwcise haben bewilligt: Spinn u. Comp., Jglisch, G. Alt, H. Bröge, Liebener u. Jarins, Prohopp. Von ca. 25 Werkstätten steht das Resultat wegen Nachlässig- keit der Kollegen noch ans. In der Werkstatt von Spinn u. Co. haben die Kollege» die Forderung auf 24 M. erst gestern, am 23. September vorgelegt; 10 Kollegen sind die Forderungen ab- geschlagen worden, weshalb sie die Arbeit niedergelegt haben. Der Kommission ist sofort Mittheilnng gemacht worden; das weitere wird morgen bekannt gemacht werden. 'Wir fordern nochmals auf, uns umgehend Mittheilung zu machen, wo unsere Forderungen bewilligt sind oder nicht, es ist fast unmöglich, eine genaue Uebersicht zu geben und Kontrolle aus- zuüben. Die Streikkommission der Glaser Berlin? und Umgegend. I. A.: W. Starke. Boeckhstr. 34. Achtung, Putzer Berlins! Seit dem in der öffentlichen Versammlung vom 23. Sept. gegebenen Bericht hat sich die Zahl der in Arbeit stehenden Kollege» bedeutend vermehrt, so daß augenblicklich an 1400 Putzer beschäftigt sind; in gleichem Ver- haltniß ist die Zahl der ausgegebenen Arbeits-Kontrollkarten auf 1000 gestiegen. Die Lohnkoinnnssion macht nun nochmals darauf aufmerksam, daß alle neu angefangenen und noch anzufangenden Putzarbeiten zu den in der erwähnten Versammlung festgesetzten Bedingungen ausgeführt werden müssen, da im anderen Falle die Arbeits- Kontrollkarten verweigert werden. Nach dem Beschluß dieser Versammlung werde» vom 5. Oktober an neue Arbeits- Berechtigungskarlen ausgegeben; alle Putzer, die noch nicht im Besitz einer Arbeits-Berechligunas- karte sind, können dieselbe in Empfang nehmen. Ausgeschlossen sind nur d i e Putzer, die bei den gewerbetreibenden Pntzmeistern und Rüstnngslieferanten in direktem Arbeitsverhältniß stehe». Der Beitrag zum Streikfonds beträgt von dieser Zeit a» pro Mann und Woche 25 Ps. Di« Kollegen werden ersucht, sich recht rege an der Sammlung zu betheiligen, da ein etwaiger Ausstand bedenkende Opfer erfmdern würde. Gleichzeitig ersuchen wir die ernannten Baudeputirten, in der Zu- sammenkunft am Mittwoch pünktlich zu erscheinen. Jeder Bau muß vertreten sein. Die Lohnkommission der Putzer Berlins und Umgegend.. �. Achtung! Präger und Prägerinne» Berlins t Durch die Einigkeit und Solidarität der gesammten Nollegen war es ermöglicht worden, in der Luxuspapierfabrik von Priester, Andresstr. 36. unsere Forderungen nach vierwöchigem Kampfe durchzusetzen. Jetzt aber sucht diese Firma Präger, die nur nachts arbeiten sollen; bei Tage will sie vermuthlich nur Frauen beschäftigen. Das würde dazu führen, daß die Männer enllassen oder nur noch zur Nachtarbeit verwandt werden. Dem- gegenüber ersuchen wir die Kollegen, nicht zu der Bedingung anzufangen, nur nachts zu arbeiten, sondern darauf zu halten. daß sie von Woche zu Woche abgelöst werden. Sie sind das sich selbst und ihren Familien schuldig, denn die Nachtarbeit ist der Gesundheit notorisch äußerst nachtheilig. I. A.: Der Vertrauensmann. Achtung, Gewerkschaften! Die bewilligten und ge- sammelten Gelder für die ausgesperrten städtischen Gasanstalts- Arbeiter sind an daS Gewerkschastsbureau( R. Miliar g) Annenstr. 16, abzuführen. Der Vertrauensmann. G. B e n s ch. Memelerstraße 52. Der Streik der Punktirer in der L a n g e n s ch e i d t'schen uchdruckerei in Berlin, Hallischettraße 17, der am Sonnabend ausbrach, ist bereit? wieder beigelegt. Die genannte Firma ersucht uns milzutheilen, daß nicht, wie vom Arbeitsnachweis der Buchdruckerei-HilfSarbeiter anaegeben worden war, Herabsetzung des lleberstundenlohns die Ursache des Aus- standes gewesen ist— Lohndifferenzen walteten überhaupt nicht ob— sondern die Differenzen hatten ihre Ursache in einem Mißverständniß. daS nun aufgeklärt ist. Gestern früh nahmen fänimtliche Punktirer die Arbeit wieder auf. In Hamburg-Altona haben die G e t r e i d e v e r l a d e r (sogenannte Schauerleute) gestern die Arbeit eingestellt, um den alten Lohnsatz von 50 Pf. pro Tonne wieder zu bekommen, der feit zwei Jahren auf 45 Pf. reduzirt war. Weiter stellen sie für Nachtarbeit eine Forderung. Nach einer Wolff'schen Depesche beträgt die Zahl der Streikenden 4—500. Der Gewerkfchaftsausschust in Hamburg hat auf An- regung der Generalkommisfion die Anstellung eines zweiten be- soldeten Beamten beschlossen. Das Amt wurde den, bisherigen Redakteur der„Holzarbeiier-Zeitung". Genossen RoeSke, über- tragen. Die Arbeiten der Generalkommisfion häufen sich der- artig, daß die Anstellung eine? zweiten Beamten nothwendig erschien. Ter Streik der Steinsetzer«nd Rammer Hamburgs dauert fort. Die Unternehmer wollen Ersatz auS Norwegen und Schweden kommen lassen. Die skandinavisch« Arbeiter- presse wird deshalb ersucht, energisch vor Zuzug nach Hamburg zu warum. AuS G nilich in Böhmen wird uns mitgetheilt, daß dort ein gewisser S e b a l d S t e i n e r, ein ehemaliger Schauspieler. der sich als Sozialdemokrat gerire, 30 Arbeiter und Arbeiterinnen für eine Textilwaarenfabrik in Bonn anzuwerben suche. Da es in der Rheinprovinz wie überhaupt in Denlschland an beschäftigungslosen Textilarbeitern und-Arbeiterinnen durch- ans nicht mangelt, ersuchen wir die ö st e r r e i ch i s ch e Arbeiterpresse, de» böhmischen Arbeitern zu rathen, unter keinen Umständen eher nach Bonn und überhaupt»ach dem Rheinland zu reisen, bevor sie sich mit den dortigen Textil« arbeitern in Verbindung darin gesetzt haben, wie dort die Ver- Hältnisse stehen, was durch die Redaktion der in Burgstädt in Sachsen erscheinenden Fachzeilschrift„Der Textilarbeiter" sehr leicht zu bewerkstelligen ist. Es sei hierbei noch darauf hin- gewiesen, daß in Köln, wohin es von Bonn nickt weit ist, ein Textilarbeiter-Streik ausgebrochen ist. Möglicherweise bandelt es sich bei den Anwerbungsversuchen in Grnlich um die Beschaffung von Ersatz für die streikenden Kölner, nicht um Bonn, was dann nur vorgeschoben wäre. Die Wiener Werkstellenarbeiter der StaatS-Eisenbabn- Gesellschaft haben de» bereits bekannten Beschluß, die Arbeit nicht einzustelle», mit 370 gegen 126 Stimmen gesaßt. Aus- schlaggebend war die Erkenntniß, daß der Streik undurchführbar sei. Die Generaldirektion hat übrigens«ine Regulirung der Löhne zugestanden. Der schweizerische Bierbohkott ist außer in Zürich und Basel nunmehr auch in St. Gallen, Arbon, Rorschach, Herisau, Utzwil und Winlerthur aufgehoben. In der Spinnerei von Jacob Holms Söhn« in Kopenhagen haben 35 Arbeiterinnen die Arbeit niedergelegt. Der Loh» betrug seit mehreren Jahren nur 7 Kr. 20 Oer« die Woche bei zehnstündiger Arbeit. Dazu kam ein ganz merk- würdiges, strenge durchgeführtes Slraffystem. Nun hatten die Frauen eine Lohnerhöhung auf 9 Kr. wöchentliche und die Abschaffung des willkürlichen Strafstistems verlangt. Der Chef des großen Geschäfts würdigte die Vorstellung des Perbandes der Arbeilerinnen keiner Antwort, einer Deputation derselben aber erklärte er, daß er auf die Forderung nicht eingflige. Dagegen wollte er Akkordarbeit einführen, durch die sie mehr verdienen könnten. Es zeigte sich aber bald, daß dies nur in ganz ver- einzellen Fällen zutraf. Das Strafsystem wurde aber noch strenger durchgeführt. Man stellte nun dem Herrn abermals die t orderungen, aber er erklärte, in Deutschland jederzeit rbeiterinnen bekommen zu können! Mit Zu- stimmung des Arbeiterinnenverbaudes wurde daher der Streik proklamirt und man erwartet, daß die deutschen?lr- beiterinnen die Hoffnung des Herrn Groß- Händlers Holm zu schänden machen werden. Die Müller der B i s p e b j a e r z- M ü h l e in K o p« n- Hagen streiken, weil die Direktion sich weigerte, de» überall anerkannten Lohntarif gleichfalls anzuerkennen. Monate lang hat die Direktion die Arbeiter damit hingehalten, daß sie sagte, sie müßte die Sache der Generalversammlung der Aktionär« vor- legen, was aber nicht geschehen ist. Soziales. In Fürstenwalde(Spree) beschloß am Sonntag ein» Gewerkschaitsversammlung nach einem Referate des Genofftn Millarg aus Berlin über die Zweckmäßigkeit und die Auf- gaben der Gewerbegerichte an den Magistrat das Ersuchen um Errichtung eines solchen Gerichts zu stellen. AnS Leipzig berichtet unser dortiges Partei-Organ:„Eine „Reform" beim P o st a m t I überraschte dieser Tage die dort in der Packet- Annahmestelle beschäftigten Post- Unlerbeamten. Aus Anweisung eines Vorgesetzten war der Gaskochapparat enlsernt worden, auf denen sich die nachts dienstthuenden Beamten Kaffee zu kochen pflegten. Die Entfernung des Apparates wird um so unliebsamer empfunden, als immer einer der in der Nacht dienstthuenden Beamten 15 Stunden hintereinander a» die Dienststelle gebunden ist. Ob zu jener Neuerung die Sparsamkeit des PostfisknS veranlaßt hat. ist unS unbekannt/' 15 Stunden Dienst hintereinander, ist das nicht ein bische» zu viel. Herr Staatssekretär v. Stephan? Die Gastwirthe Sachsens wollen auch mit kleinen Mitteln unterstützt sei». Als ein solches betrachten sie die Beseitigung des Flaschenbierhandels. Um den Vertrieb eine? billigen Nah- rungs», ittels zu hintertreiben, beschloß der am 22. September in Leipzig abgehaltene 10. Verbandstag des sächsischen Gast- wirths-Verbandes, an den deutschen Brauerbund die Forderung zu stelle», daß die Brauereien Flaschenbier nur an Gastwirthe liefern und ihnen den Kleinhandel mit Flasckenbier übertragen sollen. Mitgetheilt wurde dabei, daß da« sächsische Ministerium auf eine Eingabe des Verbandes schon 1837 verordnet habe, daß der Verkauf von Flaschenbier ohne feste Bestellung nicht euläffig sei, daß Brauereien und Händler Flaschenbier nur an Plätzen verkaufen dürfen, wo sie ansässig sind, und daß der Flaschenbier» Handel der Kontrolle der Lokalbehörde unterstehe. Ein nettes Eingeständniß wurde auf diesem Verbandstag insofern gemacht, als man, die Erfolglosigkeit der Verband?- Stellenvermittelung zugebend, ausplauderte, der Mißerfolg habe seine Ursache darin, daß über die Kellner, die«inen„Makel" haben, eine schwarze Liste geführt werde, die ans„Verlangen" den Mitgliedern zugestellt werde, weil man es doch öffentlich nickt lhnn kann. Infolge dessen benutzen die Kelluex diese» Arbeits« Nachweis selbstverständlich nur wenig. Es wurde beschloffen, an das sächsische Ministerium und au den Reichstag«ine Petition zu richten, worin verlangt wird, den Stellenvermitteliings-Agenten solle durch Gesetz verboten werden, die Bermittelung in Gast- wirthschasten zu betreibe» und Stellenlose zu beherbergen, und daß sie angehalten werden sollen, die für die Bernnttelnng beanspruchte Taxe i» großer lesbarer Schrift in ihren Bureaus anzuschlagen._ Vepefchen und lehke Ltachvichken. Schleswig, 28. September.(B. H.) Hier ist die Broschüre „Dem deutschen Volke ein Volkskaiser. Offener Brief an den Kaiser. Verlag von Wilhelm Friedrich in Leipzig" b e s ch l a g« nahmt worden._. Angsburg, 23. September.(B. H.) DaS hiesige Schwur- gericht veruriheilte heute den Anarchisten Heinrich Kilian von Mülhausen i. E. wegen Beleidigung de? deutschen Kaiser? und deSPrinzregenteu von Bayern zu vier Jahren Gefängniß. Wien, 28. Sept.(W. T. B.) In einer heute stattgehabten Versammlung der Werkstätten-Arbeiter der Staatseisenbahn-Gesell- schaft wurde einstimmig beschlossen, morgen die Arbeit einzustellen. Mailand. 23. September.(B. H.) Infolge deS gestrigen heftigen Sturmes in ganz Sardinien wurde«in bedeutender Flurschaden angerichtet. Der Telegraphenverkehr auf der Ins«» und auch die Postverbindungen mit dem Festlande sind gestört. Der Slunn war von heftigem Gewitter unterbrochen. London, 28. September.(B. H) Die englische Regierung lehnte, dem„Daily Chronicle" zufolge, die üluffo.rdernng des ottomanischen Botschafters in London ab, den Direktor«uieS Wochenblattes wegen eines direkt zur E r m o r d u» g des Sultan? auffordernden Artikels gerichtlich zu verfolgen. Brüssel, 23. September.(B. H.) Wi« d,e Jndependence beige" selbst mittbeilt, ist ihre unter dem Titel„Petit Bleu" er» scheinende Ausgabe in Metz wegen eines die franko-russisch« Allianz betreffeuden Artikels k o n f i s z i r t worden. Petersburg, 28. Septbr.(B.€>■) Der Professor der Moskauer Universität. Slaatsratb Erismann. ist wegen seiner liberalen Gesinnung seines Lehramts enthoben worden.— Gegen di« Blätter wird seit neuester Zeit seitens derZensurbehordea wieder strengstens vorgegangen. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder, Berlin. Für denJnseratentheil veranlwoUlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Babing in Berlin. Hier?« K Beilage« 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 228. rechnen. Gewerkschaftliches aus Frankreich. Dienstag, den 29. September 1896. 13. Jahrg. Die Arbeiter würden nämlich überall zu gleicher Zeit( natürlich Der Bau einer Nothbrücke an der Schöneberger Brücke ohne jede+++ autoritäre" Zentralleitung) in fleinen Gruppen ist gestern morgen begonnen worden. Damit ist auch die bevon den einzelnen Fabriken, Werkstätten, Waarenhäusern, Läden 2c. vorstehende Inangriffnahme der Arbeiten zu dem geplanten NeuBesitz ergreifen. Das Militär werde seine Kraft bis ins Unendliche bau der Schöneberger Brücke nunmehr endlich zur Thatsache zersplittern müssen und so selbstverständlich überall den Kürzeren geworden. " II. Der Gewertschaftstongreß zu Zour 3. Paris, 25. September 1896. ziehen. Keine Straßenschlacht, teine Barrikaden, teine den furcht- Von Herrn Prediger Souchon erhalten wir folgende Wie start war die Beschidung des Kongresses? 71 Delegirte baren Berstörungswerkzeugen des modernen Militarismus aus Buschrift: In bezug auf die Notiz des Vorwärts"( Nr. 212, vertraten 826 Gewerkschaften und 208 berufliche Gruppen gefeßten Arbeitermassen, sondern die systematische, gruppenweiſe 1. Beil.) über das Aufstehen der Konfirmanden 2c. ( Gewerkschafts- Verbände). Die Mitgliederzahl dieser Organi- vorgenommene Detail- Expropriation der Bourgeoisie... Daß erkläre ich, daß eine solche Anweisung, wie sie die Notiz erwähnt, fationen läßt sich, wie im ersten Artikel hervorgehoben, nicht bei diesem Expropriations- Verfahren eine einzige Polizeibrigade niema 13( weder früher bei den 48 Einfegnungsfeiern, die ich genau feststellen. Auf grund von ungefähren Schäßungen kann in jedem Orte vollauf genügen würde, um die expropriirenden in Berlin abgehalten habe, noch bei der letzten oder überhaupt man eine Bahl von 8-400 000 organisirter Arbeiter heraus- Gruppen nacheinander zu Paaren zu treiben, fällt dem„ General- im Konfirmanden- Unterricht) von mir gegeben worden ist. Die streit- Komitee" nicht ein. Konfirmanden halten es bei den Antworten im Unterricht und Unter den großen Berufsverbänden, die auf dem In Tours wurde von E. Guérard ein dritter General bei der Prüfung ohne Anweisung meinerseits so, wie sie es in den Kongreß vertreten waren, find zu nennen: das von E. Guérard, fireit- plan angedeutet. Er versicherte als Leiter der Eisenbahn- verschiedenen Schulen gewöhnt sind. Ich habe mich stets bemüht, dem thatkräftigsten der allemanistischen Führer, geleitete Eifen Gewerkschaft, daß diese bereit fei, die Initiative zu er Rang- oder Standesunterschiede im Unterricht nicht zur Geltung bahner Syndikat, die Nationale Föderation der Bauarbeiter und greifen und so den Generalstreit allen Arbeitern aufzuzwingen. tommen zu lassen, weil ich dies für verwerflich halte. Berlin, der Verband der Bucharbeiter. Fern blieben namentlich die Das was seine Antwort auf die vernünftigen Einwendungen 26. September 1896. Souchon, Prediger an der Sophienkirche. Landesorganisation der Bergarbeiter und die Organisationen der einiger Delegirter, die auf die schwache gewerkschaftliche Orga Wir freuen uns der entschiedenen Erklärung des Predigers, Textilarbeiter des Nordens. nisation hinwiesen. Ferner führte er für den Generalfireit das daß das verschiedenartige Benehmen der Kinder beim Antworten Neben großen Berufsverbänden umfaßt die Konföderation bei den Allemanisten besonders beliebte Argument ins Feld, daß nicht auf seine Anordnung zurückzuführen ist, und bedauern in die Nationale Föderation der Arbeitsbörsen", die politische Aktion unmöglich das Proletariat zum Siege diesem Falle selbstverständlich, daß wir einer irrthümlichen Aufin deren Zentralleitung allemanistische Gewerkschaftler die führen könnte. Unter den gegenwärtigen zirka 50 sozialistischen fassung der Eltern fonfirmirter Kinder Ausdruck gegeben haben. Oberhand haben. Die Zahl der Arbeitsbörsen, b. i. der Deputirten Frankreichs zählt Guérard blos vier wahre Arbeiterlofalen Vereinigungen der Gewerkschaften eines gegebenen vertreter, das sind selbstredend die allemanistischen Deputirten. Folgende Warnung an junge Mädchen, welche Stellungen Drtes ohne Unterschied des Berufs, beträgt nach amt- Die Guesde, Deville, Jaurès, Millerand werden in Desterreich annehmen wollen, erläßt das Departement de Justice lichen Angaben 34, insgesammt 686 Gewerkschaften also von Guérard, wie das übrigens in seiner Partei üblich et de Police des schweizerischen Kantons Waadt:„ Die Eltern, mit 199 382 Arbeitern vereinigen. In Tours ließen sich 88 Arifi, auf die gleiche Linie mit den Feinden des Proletariats welche junge Mädchen in Stellung nach Desterreich schicken, werden beitsbörsen vertreten. Diejenige von Limoges blieb fern, gestellt... Da geht natürlich den Allemanisten die Eroberung von dem Vorhandensein einer organisirten Vereinigung in Kenntweil ihre Forderung, den Generalftreit von der Tagesordnung der politischen Macht viel zu langsam. Der Generalstreit da niß gefeßt, welche die Versorgerin gewiffer schlechter Häuser ist; abzusehen, keine Beachtung gefunden hatte. Die Föderation der gegen sei ein ebenso sicheres wie schnelles Mittel zur Besiegung dieser Handel hat seinen Mittelpunkt in der Schweiz, besonders Arbeitsbörsen hatte übrigens unmittelbar vor dem Kongreß der der Bourgeoisie. in Bern und Genf. Die jungen Mädchen werden über LindauKonföderation, ebenfalls in Tours, ihren eigenen fünften Jahres- Unniß zu sagen, daß die zum xten Male erfolgte Annahme München spedirt, von da bringt man sie nach Italien nach dem fongreß abgehalten. Sie bildet innerhalb der Konföderation einen der Generalfireit- Resolution eine rein platonische Bedeutung Orient oder über Wien nach dem Baltan." Staat im Staate. Obwohl, oder vielleicht weil von den gleichen hat. Man will sich nach wie vor auf die Propaganda der Wiederum ist ein Knabe überfahren worden. Montag Tendenzen beherrscht, wie diese, strebt sie danach, ihre Generalstreik- Idee beschränken. Wie wenig aber diese Idee beim Morgen um 7 Uhr sammelte der achtjährige Sohn des Gaseigene Individualität geltend zu machen, sich ungefähr Proletariat verfängt, erhellt daraus, daß im abgelaufenen Jahre arbeiters Knoche aus der Großbeerenstr. 13a in der Schönebergerdenselben Wirkungstreis zu geben, wie die Konföderation. die Generalstreif- Raffesage und schreibe 400 Frants straße mit mehreren Altersgenossen Kohlenstücke, die von einem Und da sie über sozusagen handgreiflichere, enger mit einander 95 Ets. eingenommen hat. Dabei sind diese Gelder nicht Wagen fielen, und gerieth dabei vor dem Grundstück Nr. 20 so verbundene Organisationseinheit verfügt, so ist nicht abzusehen, etwa aus direkten Beiträgen der Generalstreifschwärmer gebildet, unglücklich unter das Fuhrwert, daß ihm ein Nad über das wie die beiden Zentralorganisationen auf die Dauer neben sondern dem zehnprozentigen Abzug, um den die allemanistischen rechte Bein ging und den Oberschenkel zerschmetterte. Ein einander bestehen bleiben tönnen. Es heißt wohl, daß die Ar- Organisationen jeden Beitrag beschneiden, der bei ihnen zwecks Schuhmann brachte den Schwerverletzten in ein Krankenhaus. beitsbörsen Föderation stets nur die den lokalen Organisations: Unterstüßung von vulgären Streits eingeht. einheiten gemeinsamen Interessen, während die Konföderation Der Rongreß berieth ferner über die Gründung eines Arbeiterrifiko im Eisenbahnbetriebe. Sonntag früh ges die allgemeinen gewertschaftlichen Interessen zu wahren allgemeinen täglichen Gewerkschaftsblattes. rieth der Eisenbahnarbeiter Georg Thebers bei der Regulirung hätte. Kommt es aber mit der fortschreitenden Verbreitung Der Berichterstatter legte einen recht verlockenden Gründungs: der Gasbeleuchtung eines zwischen dem Schlesischen Bahnhofe der Arbeitsbörsen dazu, daß die Föderation sämmtliche plan vor, der aber den fleinen Fehler hatte, das mangelnde und der Warschauerstraße stehenden Stadtbahnzuges zwischen die Gewerkschaften des Landes bezw. der in der Konföderation ver- Baargeld nicht ersetzen zu können. In diesen Plan wurde ein Puffer zweier Wagen und erlitt eine schwere Berlegung des einigten umschließt, dann müßte ja wohl die Zusammensetzung möglichst allseitiges, für das große Arbeiterpublikum berechnetes linten Borderarms. Er wurde nach Bethanien gebracht. der Föderation mit derjenigen der Konföderation sich genau Organ ins Auge gefaßt. Ein Delegirter kritisirte scharf die AbSeine Nase hat beim Rasiren der in der Bergstraße 47 deden, die gemeinsamen lokalen und die allgemein nationalen ficht, im Gewerkschaftsblatte auch Romanfeuilletons, sowie eine wohnende Konditorgehilfe Wegner eingebüßt. Der junge Mann Intereffen der Gewerkschaften identisch werden. Schon jetzt um- Sport und Börsenrubrik zu veröffentlichen, und trat seiner begab sich am Sonnabend zu einem Barbier in der Invalidenfaßt ja die Föderation von den 826 Gewerkschaften der Ron- feits mit einem Gegenplan auf. Er hatte nämlich ein straße. Während der Friseur mit dem Rafirmeffer um W. bes föderation nicht weniger als 686. fertiges Blatt mit einem angeblich bereits gesicherten, durch schäftigt war, mußte dieser plötzlich heftig niesen, wobei er mit Daß übrigens die Ronföderation während des ersten Jahres Aktion aufzubringenden Gründungsfonds in der Tasche. Es der Nase dem scharfen Instrument zu nabe fam. Der auf diese ihres Bestehens nicht gerade in zufriedenstellender Weise funktionirt stellte sich indeß heraus, daß der dienstbereite Delegirte von Bewegung nicht vorbereitete Barbier vermochte das Messer nicht hat, erhellt schon daraus, daß der Kongreß von Tours sich einem in der Gründung begriffenen Anarchistenblatte mehr rechtzeitig zurückzuziehen, und so tam es, daß dem W. die bereits mit der Revision der Organisationsstatuten zu beschäf sprach. Für ein Anarchistenblatt sind aber selbst die Allema- Nase abgeschnitten wurde. Der verloren gegangene Theil des tigen batte. Ferner betonte der Berichterstatter des Drganisations: nisten noch nicht reif. Dem Kongreß blieb somit nichts übrig, Gesichtsvorsprunges wurde mittels Nadel und Seide zwar sofort tomitees von Tours, daß zur Beftreitung der Kongreß- als dem leitenden Komitee die Gründung eines Gewerkschafts- wieder an dem gehörigen Orte befestigt, doch bleibt es zweifelToften eine Subvention seitens des Gemeinderathes der Stadt blattes zu weiterem Studium zu empfehlen. nothwendig war, und beklagte dabei neben den Umtrieben gewiffer Bolititafter"( lies: ber nicht auf den Generalstreit ein- Limoges- Beschlusses, bei den gewerkschaftlichen Organisationen Es sei noch erwähnt die Wiederholung des vorjährigen baft, ob es gelingen wird, die Nase zu erhalten, Aus der Maison de santé entwichen ist die 34 Jahre geschworenen Sozialisten und Gewerkschaftler) den Indifferen- aller Länder Umfrage zu halten über die Veranstaltung eines alte geistestranke Anna Rovinska aus Opalenika. tismus der Gewerkschaften". Desgleichen geht aus den Ver- Internationalen Gewerkschafts Rengreffes, handlungen hervor, daß die Konföderation nichts an den Miß von dem alle politischen Organisationen ausgeschlossen, wo aber ständen der französischen Gewerkschaftsbewegung geändert hat, anarchistische Elemente, mit mehr oder minder echten Mandaten welche von der finanziellen Schwäche der Organisationen versehen, mit offenen Armen aufgenommen würden. herrühren. Die Gewerkschaften mit einer wohlgefüllten Kaffe In den letzten Sigungen wurden die üblichen gewerkschaft. find äußerst dünn gesät. In der Regel bewegen sie sich lichen und sozialpolitischen Forderungen durch Erneuerung der in der Gewerbe Ausstellung verübte am Sonntag Morgen ein Einen Selbstmordversuch auf der Gendarmeriewache in dem bekannten fehlerhaften Birkel der jungen Organisationen: alten Beschlüsse erledigt. Sierher gehören: Ausdehnung der junger 16jähriger Mann, der früh morgens um 4 Uhr von einem fie üben teine ständige Anziehungskraft aus, weil Kompetenz der Gewerbegerichte, Berbot der Zwischen- Unternehmer- Gendarmen zur Wache fiftirt worden war, weil man ihn auf dem junger 16jähriger Mann, der früh morgens um 4 ühr von einem ie in gewöhnlichen Beiten den Mitgliedern nichts bieten schaft, Regelung der Lehrlingsfrage, Achtstundentag und Lohn- Ausstellungsterrain nächtigend angetroffen hatte. Als der Un tönnen, und umgefehrt, um das zu können, müssen sie eine große minimum, Schiedsgerichtsfrage u. a. m. und regelmäßig ihre Beiträge zahlende Mitgliedschaft besigen. Der nächste Kongreß wird in Man 3 tagen. glückliche gegen 9 Uhr zu seiner Bernehmung nach der Wachtstube Die Frage der Stellung der Konföderation zur Politik wurde in Tours noch einmal erörtert. Es handelte Arbeiterbewegung ist durchaus negativ. Die Wiedervereinigung der Sanitätswache telegraphisch herbeigerufenen Arzt gelang es Die Bedeutung des Kongresses von Tours für die französische geführt werden sollte, fand ihn der hiermit beauftragte Gendarm an der Thürklinke seiner Zelle aufgeknüpft vor. Dem sofort von fich darum, ob auch die einzelnen Organisationen der Konföderation der Gewerkschaften ist mindestens nicht gefördert, die politischen indeß, den Selbstmörder wieder ins Leben zurückzurufen, doch fich außerhalb jeder politischen Schule" zu halten hätten. Da ist es Gegenfäße sind dagegen verschärft worden. Die Allemanisten mußte er, da sein Zustand nicht unbedenklich erschien, mittels nun bezeichnend, daß die allemanistischen Wortführer E. Guérard betamen blos Gelegenheit, ihre demagogischen Ausfälle gegen die Droschte nach dem Krankenhaus Am Urban überführt werden. und der Depntirte Fabérot( dieser vertrat die Hutarbeiter Sozialdemokratie und die politische Aktion wieder einmal zum Er hat das Hungern wohl nicht länger ertragen mögen, das in Gewerkschaft, zu der er feinem Berufe nach gehört) dafür ein Gaudium der kapitalistischen Kreise zu erneuern. traten, daß den einzelnen Organisationen das gestattet sein soll, der besten der Welten gemeinhin des Arbeits- und Obdachlosen was der Gesammtorganisation verboten ist. Die Absicht ist tlar: Loos ist. die Allemanisten wollten sich die Möglichkeit vorbehalten, ihre schwächliche politische Organisation noch mehr wie bisher durch Namens der städtischen Bureau Hilfearbeiter ist jetzt die Heranziehung der Gewerkschaften zu stärken. Der Kongreß von einem derselben an den Minister des Innern eine sprach sich jedoch, wenn auch mit schwacher Mehrheit, gegen den Eingabe gerichtet, in welcher die unhaltbare wirthschaftliche Lage allemanistischen Vorschlag aus, dessen Annahme die Wieder- derfelben sowie auch ihre ganze unzulässige Stellung in der Stadt vereinigung der Gewerkschaften unmöglich machen und oben verwaltung, in der fie gleichsam als nichtangestellte Beamte in zum so wurde die Leiche beschlagnahmt. brein in die Ronföderation ein Element der Bwietracht hinein- theil sehr verantwortungsvollen Posten beschäftigt würden, dem tragen würde. Eine überraschende Aufklärung hat der Tod des siebzehn Minister eingehend dargestellt wird. Die Bedeutung dieses einsichtigen Botums wurde indeß gleich jährigen Paul Burow gefunden, der in der Nacht zum Freitag in der folgenden Sigung auf Null reduzirt durch die abermalige Zuge der Schwarzkopff- und Felbstraße ist fertiggestellt. Die dem ihn der Tischler Christhöfer im Ringkampfe geworfen hatte. Der Fußgänger- Tunnel unter der Stettiner Eisenbahn im auf dem Transport nach dem Lazarus- Krankenhause starb, nachAnerkennung des Generalstreit.Prinzips, das uebergabe in die städtische Verwaltung seitens der tgl. Eisenbahn- Nach dem Ergebniß der Leichenöffnung ist der junge Mann nicht ja gerade die Spaltung herbeigeführt hatte. infolge einer Verlegung, wie man zunächst annehmen mußte, Der Generalstreit ist ein ständiges Thema aller allemanisti- Direttion soll am Sonnabend den 8. Oktober er. erfolgen. schen Kongresse. Er wurde bereits wohl ein Dugend Mal in weit vorgeschritten, daß die Wache voraussichtlich am 1. Februar storben. Der Bau der Feuerwache in der Wilmsstraße ist so sondern an der Gehirnwassersucht eines natürlichen Todes ge Alemaniften und in den von ihnen beeinflußten Gewerkschafts- bie möglichst baldige Gröffnung der Wache allseitig gewünscht abtheilung der Privatpost am Spittelmarkt ist in der Sonnnächsten Jahres wird in Betrieb genommen werden können. Da Ein Einbruchsdiebstahl in die Räumlichkeiten der Expreß Kongressen behandelt. Doch getretener Quart wird breit, nicht wird, im Stat für das Feuerlöschwesen aber auf die neue Wache abendnacht ausgeführt worden. Der Dieb hat sich von dem an start. Die eifrige Beschäftigung mit dem, den Allemanisten zu einer fixen Idee gewordenen Generalstreit hat diesen nicht um nicht Rücksicht genommen ist, so müssen die Ausgaben besonders der Gertraudtenbrücke belegenen Baugrundstück aus nach dem Haaresbreite der Verwirklichung näher gebracht. Anstatt den bewilligt werden. Sie sind auf 92 941 m. veranschlagt. Hofraum des früheren Feuerwehrdepots, das jezt von der Privats Generalftreit aus den ben erhabenen Sphären der gläubigen Die Berliner freireligiöse Gemeinde hielt am Sonntag post- Gesellschaft gemiethet ist, Eingang verschafft und die in ver Phantasie in die raube Wirklichkeit herabzuziehen, werden die Vormittag unter großer Betheiligung erwachsener Personen in schlossenen Behältern befindliche Wechseltasse im Betrage von Allemanisten vielmehr durch den Generalstreit mit wachsender Keller's Festfälen ihre Jugendfeier ab. Es wurden 26 Knaben 10 M., sowie Privatpost- Marken und Karten im Werthe von Geschwindigkeit dem konkreten Boden entrückt. und 36 Mädchen aufgenommen. Dr. Bruno Wille hielt die Fest- ca. 100 M. entwendet. Der Bericht über den Generalstreit" für den Kongreß von rede und leitete den übrigen Theil der Feier. Einen tragischen Ansgang hat die Ehe des Schuhmacher Tours hat das von neuem bewiesen. Die Phantasien der Der deutsche Handwerker- und Arbeiter- Notizkalender Franz Rothe'schen Baares aus der Forsterstr. 9 genommen. Der Generalstreitler werden immer kühner, immer fonfufer, immer für das Jahr 1897 ist dieser Tage im Verlage von Wörlein u. fett 68 Jahre alte Mann war 11 Jahre lang mit einer Frau mannigfacher. Man kann beinahe sagen: so viel Generalstreikler, Ro. in Nürnberg erschienen. Das der deutschen Arbeiterschaft verheirathet, die 26 Jahre jünger war, aber froß des großen so viel Meinungen über den Charakter und die Durchführungs- wohlbekannte Büchlein bietet auch diesmal in handlichem Format Altersunterschiedes lebten die Eheleute jahrelang glücklich. Erst mittel des Generalstreits. Die zwei hauptsächlich in betracht gar viel des Interessanten und Nüglichen. Außer einem in der letzten Zeit änderte sich das Wesen der Frau Rothe, die tommenden Auffassungen geben dahin: Die eine betrachtet die Kalendarium mit ausführlichem Geschichtskalender enthält er die des alten Mannes überdrüssig zu werden und sich nach einem welterlösende Aktion als einen friedlichen Krieg der verschränkten wichtigsten Vorschriften über den Militärdienst und das Ersatz- jüngeren zu sehnen begann. Der Greis verschwand eines Tages Arme", der binnen wenigen Tagen die Bourgeoisie zur Rapi- wefen, gefeßliche Bestimmungen über das Auswanderungswesen, und ließ seit etwa einem Bierteljahre nichts mehr von sich hören. tulation swingen würde. Wie so? Die plögliche Unter- statistische Mittheilungen über Reichsschulden und Militär- Acht Tage nach dem Verschwinden des Mannes mußte man die brechung aller Produktion, alles Handels und Berkehrs würde ausgaben, die wichtigsten Mittheilungen über Zuständigkeit und Frau nach Dalldorf in die Frrenanstalt bringen. Nunmehr ist der Bourgeoisie einen solchen Schreck einjagen, daß sie nichts Bedeutung der Gewerbegerichte, das Gesetz zur Bekämpfung des Rothe wieder zum Vorschein gekommen; man fand ihn gestern Eiligeres zu thun haben werde, als das Proletariat flehentlich unlauteren Wettbewerbes, das Adressenverzeichniß der 64 im Wasser bei Haselhorst als Reiche auf. Es scheint, daß der zu bitten, ja doch die Organisation der sozialistischen Gesellschaft deutschen Berufsgenossenschaften, Mittheilungen über das Münz- Greis erst noch längere Zeit umher geirrt ist und dann den Tod in Angriff zu nehmen. Die andere quasi offizielle Auffaffung ist wesen aller Länder der Erde, den deutschen Post- und Packet im Waffer gesucht hat. infofern weniger naiv, als sie eine Gegenwehr der Bourgeoisie tarif, Rathschläge über die erste Hilfe bei Unglücksfällen, sowie Zengen gesucht. Die Personen, wel he am Dienstag voriger voraussieht, sie streift aber dafür sonst fast ans Tollhäuslerische. sonstige nüßliche Mittheilungen nüßlichen Inhalts. Selbstverständ- Woche gesehen haben, wie an der Ecke der Petersburgerstraße In einem vom Generalftreit- Romitee" gratis vertheilten Bro- lich fehlt auch in der 1897er Ausgabe nicht der Schreibkalender und Frankfurter Allee ein Kind überfahren wurde, werden geschürchen wird versichert, daß das Militär gegen das allgegen mit Anbang. Der billige Preis von 50 Pf. wird dem Buche beten, sich bei Otto Joachim, Urbanftr. 118, Hof 8 Treppen, au wärtige, generalftreifende Proletariat nichts werde ausrichten tönnen. zahlreiche Abnehmer sichern." den politischen, regionalen und allgemeinen Kongressen der " Lokales. = Selbstmordversuch. Der in der Alten Jakobftraße wohn hafte Mechaniker E. schoß sich in Gegenwart seiner Frau eine Revolverfugel in die linte Schulter. Ueber die näheren Umstände verweigern die Eheleute, Auskunft zu geben. Auf der Unfallstation in der Wilhelmstraße ist in der Nacht zum Montag gegen 1 Uhr der 38 Jahre alte Geschäftsreifende Siegfried Goldstein, der kurz vorher erkrankt aus einem Haufe der Friedrichstraße dorthin gebracht worden war, plößlich verstorben. Da die Todesursache nicht festgestellt werden konnte, meld en. " Die Feuerwehr wurde am Sonnabend Abend um 61/2 Uhr harmlofen Hypochonder" ist man jetzt zu Rean", dem alten spruche beider Bestimmungen müsse nach bekannten allgemeinen nach der Bergmannstr. 18 und gleich darauf nach der Belle spektakelvollen Sensationsstück von Dumas Bater hinabgestiegen. Rechtsgrundsätzen die ältere Verordnung durch die neuere, soweit Allianceftr. 60 alarmirt. Am ersten Orte war durch die Explosion Einige Theater, die auf die Namen befferer Bühnen Anspruch es den vorliegenden Fall betreffe, als aufgehoben angesehen von freigewordenem Gas in einem Posamentierladen ein Brand machen, sparen sich das Schauspiel mit den krassen werden. Der Gerichtshof trat diesen Ausführungen bei und entstanden, der den Schaufensterinhalt und Ladenvorräthe vernichtete. und unnatürlichen Effekten zuweilen noch für die Gaft- erkannte auf Verwerfung der staatsanwaltlichen Berufung. Die Löscharbeit konnte noch ohne Sprize bewirkt werden. spiele reisender Virtuosen auf; im Friedrich WilhelmDer Maurer Rückert, der auf einem Bau in Martinicken Mit zwei Rohren( einer Dampfspriße und einer Handdrucksprize) städtischen Theater wurde am Sonntag der Lärm veranstaltet, mußte dagegen an der anderen Stelle der auf dem Dachboden ohne daß ein erkennbarer äußerer Anlaß vorlag. Man muß felde arbeitete, war bei seinen Arbeitsgenossen in den Verdacht des Borderhauses ausgekommene Brand bekämpft werden. Es dem Künstler, der hier das Schauspielerleben nach dem Geschmad mißhandelten ihn eines Tages derart, daß er mit einem Rippens gerathen, daß er ein Polizeispiel set. Sechs Maurer ift zweifellos fehr spät entdeckt worden, da die Flammen das der Schauerromane darzustellen hatte, nachrühmen, daß er so bruch am Boden liegen blieb. Das Schöffengericht, welches Dach beim Eintreffen des ersten Löschzuges schon so mit wenig wie möglich von dem in dieser dramatischen Arbeit verFall urtheilen sollte, war de war der Ansicht, daß dem genommen hatten, daß die Fahnenstange herunterbrach. Doch brieften Recht Gebrauch machte, sich als den absoluten Herrn Mückert dauerndes Siech thum im Sinne des§ 224 des machte die Löscharbeit nicht solche Schwierigkeiten wie sonst der Bühne und seine Kollegen als gnädig geduldete Staffage zu Straf Gesetzbuchs beigebracht worden und verwies daher die meist bei Dachbodenbränden. Ein großer Theil des Dachgeschosses betrachten. Herr Ottomeyer spielte mit soviel natürlichem ift verbrannt. Ferner fanden noch Alarmirungen um 6 Uhr Empfinden, als in dem Stück überhaupt zulässig ist, und erzielte Sache an die Straffammer zur Aburtheilung. 11 und 11/2 Uhr abends nach Lehrterstr. 37 und nach Friedrich- denn auch einen verdienten Erfolg. Ueberhaupt bewegte sich das Antisemiten unter sich. Zwiftigkeiten innerhalb des antistraße 122 statt, die beiderorts durch irrthümliche Feuer- Spiel der Künstlerschaft zumeist in den Grenzen wohlangebrachter semitischen Deutsch- sozialen Reformvereing" be befürchtungen hervorgerufen worden waren. Der Sonntag be- Natürlichkeit, und die altberühmten wäfferigen Redekünfte schäftigten gestern die 8. Strafkammer des Landgerichts I als gann furz vor 7 Uhr morgens mit einem Brande Wrangelstr. 123; sprudelten nur aus den Lippen des Fräulein Lina Doppel, welche Berufungsinstanz. Der Redakteur Karl Sedlaget, Herauss nachmittags um 31/2 Uhr wurde durch einen Unfug mit dem die Gräfin Gosvill spielte, hervor. geber des Deutschen General- Anzeigers", war Mitglied des ge öffentlichen Feuermelder Reinickendorferstr. 20, deffen Urheber Im Schiller Theater kommt Anfang nächster Woche nannten Vereins, scheint aber in dieſem manche Gegner gehabt leider entkommen ist, ein Löschzug unnöthig in Bewegung Friedrich Halms„ Der Sohn der Wildniß" zum ersten zu haben. Auf grund von Mittheilungen von Vereins gefeßt. Kaiserstraße 82 gab es zwischen sieben und acht Uhr Male zur Aufführung. Heute findet eine Wiederholung des mitgliedern war der Vorstand zu der Ueberzeugung ges abends in einer im Keller liegenden Tapezierwerkstatt die Schal Wichert'schen Lustspieles„ Ein Schritt vom Wege" statt. tommen, daß Herr Sedlazet feine Mitgliedschaft dazu decke und Balkenlage abzulöschen, und kurz vor 10 Uhr abends benutzte, um Vereinsmitglieder auszubeuten, von ihnen Zeitungsmußte nach der Dunckerstr. 8 ausgerückt werden, wo auf dem Bulaffung von Frauen auf preußischen Universitäten. inferate zu erlangen und ihnen diese theuer zu berechnen. Der dortigen freien Felde umherliegendes Stroh aus Unfug in Brand Das September- Heft des Zentralblattes für die gesammte Borstand hatte Herrn S. ganz furz seinen erfolgten Ausschluß mitgesetzt worden war. Alarmirungen um 6/2 Uhr abends nach der Unterrichts.Verwaltung in Preußen" veröffentlicht den Erlaß getheilt und dieser hatte brieflich seiner Verwunderung Belle- Allianceftr. 82 und gleich nach 9 Uhr nach der Waldemar des Kultusministers an sämmtliche preußischen Universitäts- über dieses Vorgehen Ausdruck verliehen. Ju straße 61 lag blinder Lärm zu grunde. Kuratoren vom 16. Juli d. J., betreffend die Zulassung von Versammlung des deutsch= sozialen Reformvereins hatte Frauen zum gaftweisen Besuche von Universitätsvorlesungen. alsdann der Droguist Weber als Vorstandsmitglied auf Derselbe lautet, wie folgt: Der gaftweise Besuch von Universitäts eine Anfrage nach dem Grunde des Ausscheidens des Herrn vorlesungen durch Frauen in Abweichung von dem Erlasse meines Sedlazek mitgetheilt, daß dieser Vereinsmitglieder ausgebeutet In bezug auf die Sonntagsruhe im Gewerbebetriebe Herrn Amtsvorgängers vom 9. August 1886 ist auf Antrag im habe. In einer Erwiderung hatte Herr S. gegen das von dem hat der Landrath Stubenrauch für den Kreis Teltow bestimmt, Sinzelfalle bisher von hier aus gestattet worden, indem die zu Borstande beobachtete Verfahren protestirt und erklärt, er werde daß den Bäckereien und Konditoreien für die Weihnachts- und ständige akademische Behörde veranlaßt worden ist, bei der es nicht leiden, daß dumme Jungen mit seiner Ehre Schindluder Neujahrszeit die Ueberarbeit an den Tagen vom 19. bis 24. Frage wegen Zulassung der Antragstellerin zu bestimmten be- spielen." Wegen der Aeußerung des Herrn Weber in jener fowie am 29. und 30. Dezember zu gestatten sei. Mit Auszeichneten Borlesungen vorbehaltlich der Prüfung aller sonstigen Bereinsversammlung strengte Seblazet gegen diesen die Privatnahme des Tages vor dem Weihnachtsfeste muß jedoch auch an Erfordernisse, insbesondere auch der genügenden Vorbildung, flage an, worauf Herr Weber mit einer Widerklage den für Ueberarbeit freigegebenen Tagen zwischen den Arbeits- und vorbehaltlich des Einverständnisses der betreffenden Lehrer antwortete. Das Schöffengericht erkannte nach erfolgter schichten den Gehilfen eine ununterbrochene Ruhe von mindestens aus der Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht ein Bedenken Beweisaufnahme an, daß daß die Behauptung, der Kläger acht Stunden, den Lehrlingen eine folge von mindestens zehn nicht herzuleiten. Euer Hochwohlgeboren ermächtige ich hierdurch, habe die Vereinsmitglieder ausgebeutet, durch nichts erwiesen, Stunden im ersten Lehrjahre und von mindestens neun Stunden fünftig in gleichem Sinne von dort aus Verfügung zu treffen, vielmehr dargethan sei, daß er die Interessenten ganz foulant im zweiten Lehrjahre gewährt werden. ohne daß es der Einholung meiner Genehmigung im Einzelfalle behandelt habe. Dem Beklagten wurde aber der Schuß des§ 193 bedarf. Euer Hochwohlgeboren ersuche ich ergebenst, gefälligst zugebilligt und auf seine Freisprechung erkannt. Auf die Wider hiernach das Erforderliche zu veranlassen. Wegen Einreichung flage hin verurtheilte das Schöffengericht Herrn Sedlazek bei meinem Erlasse vom 17. März d. J. eines Verzeichnisses der zugelassenen Hofpitantinnen bewendet es zu 20 Mark Geldstrafe. In der Berufungsinstang machte Seblazet geltend, daß er mit den dummen Jungen" nicht Herrn Weber oder die Vorstandsmitglieder, sondern die jüdische Presse" gemeint habe, die durch ihre Organe ein solches Bor Der Gerichtshof hielt tommniß weiblich ausbeuten würde. Berufung. dies nicht für wahrscheinlich und erkannte auf Verwerfung der Aus den Nachbarorten. Ju Spandau sollen einige staatstreue Bäckermeister sehr verblüfft sein. Die königliche Domäne Ruhleben, die verpachtet ist, hat eine Bäckerei in großem Stile eingerichtet und liefert Backwaare an Truppentheile in Spandau; Bäckermeister, die bisher Lieferanten waren, sind aus dem Geschäft verdrängt worden. Die Bäckerei dieser königlichen Domäne liefert auch an den Offizierverein in Berlin. Hoffentlich leidet die Staatstreue teinerlei Schaden. Gewerbe- Ausstellung 1896. Jutereffante Entdeckungen werden jetzt in der GewerbeAusstellung gemacht. Es ist nämlich ein Revisionsbureau inftallirt worden, welches nachzuprüfen hat, ob die von den Ausftellern belegten Flächen den von ihnen bezahlten Preisen auch ents sprechen. Da fommen nun ganz absonderliche Dinge zum Vorschein. So soll z. B. eine Firma 400 Quadratmeter bezahlt, dagegen in aller Gemüthsruhe 900 Quadratmeter belegt haben. Da die Firma sich weigert, die einige tausend Mart betragende Differenz zu begleichen, so soll der Arbeitsausschuß Klage gegen Die letzten Vorträge im Chemiegebände der Ausstellung, Die letten Vorträge im Chemiegebände der Ausstellung, welche am 30. September ihr Ende erreichen, sind wie folgt fest gesetzt: Dienstag, 29. September: Dr. Karl Neumann:„ Historien malerei"; Mittwoch, 30. September: Dr. jur. Oskar Schanze, taiserlicher Regierungsrath a. D.: Patent-, Muster- und Marken Schub". Gerichts- Beitung. " einer der verdrängten Bäckermeister durch diesen kleinen Borfallbearbeitungsfabriken hatte für einen der Streifenden, namens Der Streik der Arbeiter in den Berliner Holz: Hannemann, unangenehme Folgen. Er wurde angeklagt, weil Ein früherer Gendarm wegen Raubes und Todter entgegen den Vorschriften des§ 153 der Gewerbe- Ordnung einen Kollegen durch Ehrverlegung zu bestimmen versucht haben schlages verurtheilt. Aus Zweibrüden in der Pfalz follte, an einer Verabredung zum Zwecke der Erlangung befferer meldet man dem„ Berl. Tagbl.": Nach zweitägiger Verhandlung Lohn- und Arbeitsbedingungen theilzunehmen. Das Schöffengericht wurde der frühere Gendarm Jakob Schäffer vom Schwurgericht verurtheilte ihn denn auch zu einer Woche Gefängniß und wegen Raubes und Todtschlags, begangen an der 71 jährigen das Landgericht wies die Berufung zurüd. Es wurde Lehrerswittwe Heupel aus Edenkoben, zu lebenslänglicher Buchthausstrafe verurtheilt. als thatsächlich festgestellt erachtet, daß Hannemann, als er nach dem Ausbruch des Streits seine Sachen aus der verlassenen Aus dem Laude der wiedergewonnenen Brüder. Beim Fabrik holen wollte, zu einem stehen gebliebenen Kollegen ge- Schöffengericht in Diedenhofen( Lothringen) ereignete sich äußert habe, ob er sich nicht schäme, und daß er ihm dann auch fürzlich der auch sonst nicht vereinzelt dastehende Fall, daß beide hieraus, daß H. auf den Kollegen einen moralischen Druck habe Demzufolge waren auch beide Herren, da nur in deutscher Sprache ins Gesicht gespien und ihn gestoßen hätte. Das Gericht schloß amtirenden Schöffen der deutschen Sprache nicht mächtig waren. ausüben und ihn bestimmen wollen, fich dem Streit anzu verhandelt wurde, naturgemäß nicht in der Lage, das Beweisschließen. Der Verurtheilte legte demnächst Revision ein, und material zu würdigen und sich so selbst persönlich ein richtiges betonte, daß er den fraglichen Kollegen nicht zum Streit hätte und abgeklärtes Bild des Sachverhalts zu verschaffen. Da bei verleiten wollen, sondern mit ihm nur einen persönlichen Streit dieser Sachlage der vorsitzende Amtsrichter entgegen dem Willen ausgefochten habe. Der Oberstaatsanwalt am Kammergericht des Gesetzgebers der alleinige Träger der Urtheilsfindung ist, fo verwies demgegenüber im Termin am 24. September auf die müssen Mittel gefunden werden, um solchen Vorkommnissen vorthatsächlichen Feststellungen der Vorinstanzen, und der Straf- aubeugen. senat wies die Revision mit der Begründung zurück, es sei ohne Rechtsirrthum vom Vorderrichter angenommen worden, daß der Revisionstläger durch sein Verhalten zu dem Kolleger. Borchardt diesen zur Theilnahme am Streit bewegen wollte. dieselbe eingeleitet haben. angeordnet worden. " Kunst und Wissenschaft. indem er Basel, um sich wegen versuchten Betruges zu verantworten. Flora Gaß ftand dieser Tage vor dem Strafgericht in Sie sollte sich einen Blumenkranz aus einer Gärtnerei er schwindelt haben. Während der Staatsanwalt drei Tage Ges fängniß beantragte, erkannte das Gericht auf Freisprechung, doch mußte Flora Gaß die Gerichtstoften übernehmen. Die Kränze hatte die ehemalige Freundin des Freiherrn von Hammerstein während der Vorstellungen des Sommertheaters ihrem Geliebten zugeworfen. Pastor Nauh vor den Geschworenen. Aus Stettin wird uns vom 28. September berichtet: Ein höchft bedauerlicher Exzek spielte sich einem hiesigen Blatt zufolge am Sonntag Nachmittag gegen 5 Uhr in der Kolonial Ausstellung ab. Als die Eingeborenen nach beendeter Vorstellung aus der überfüllten Sansibarstadt in das Dorf zurücktehrten, herrschte auf der großen Verbindungstreppe ein überaus starker Verkehr. Die Eingeborenen drängten sich daselbst etwas Der Streik bei dem Aufbau der Stufenbahn in der ungestüm durch das Publikum, wobei es zu Streitigkeiten tam, Gewerbe- Ausstellung zu Treptow beschäftigte gestern die die einen Ausstellungsbesucher veranlaßten, einem der Afrikaner 3. Straftammer des Landgerichts II. Jm April d. J. befanden einen Schlag in das Gesicht zu geben. Dies war das Signal zu sich die Arbeiter des Zimmermeisters Bartsch wegen Lohneinem nun losbrechenden Kampfe zwischen den Eingeborenen, die differenzen im Ausstande mit Ausnahme von 2 alten Zimmer für ihren Gefährten Partei nahmen, und einem Theile des leuten, denen wegen ihres Alters von den Gesellen empfohlen war Bublifums. Es entstand eine wüthende Rauferei, bei der Blut die Arbeit fortzusetzen. Am 13. April nun kam der 3 immer floß und mehrere Personen verwundet wurden. Hunderte von mann Schöning auf den Bau des Bartsch und als er von Ein Aufsehen erregender Prozeß gelangt heute vor dem Personen, namentlich Frauen und Kinder, drängten in wilder dem Streit hörte und die beiden älteren Männer arbeiten fah, Flucht die Treppe hinab, so daß ein Chaos sondergleichen ent- spie er vor einem derselben, dem Zimmermann Thiele, aus und Schwurgericht des hiesigen tgl. Landgerichts zur Verhandlung. stand und weithin das Gefchrei der Streitenden und Fliehenden rief ihm zu, er folle fich schämen, für so einen Lumpenlohn zu in evangelischer Geistlicher, der sich selbst bei seinen politischen Gegnern allgemeiner Achtung erfreute, wird aus der Unterertönte. Erst den energischen Anstrengungen der herbeigeeilten arbeiten. Das Schöffengericht II erblickte hierin ein Bergehen Gegnern allgemeiner Achtung erfreute, wird aus ber UnterGendarmen gelang es, dem Exzeß ein Ende zu machen und die gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung und erkannte auf 6 och en ſuchungshaft auf die Anklagebant geführt, um sich wegen eines Verbrechens Zu das das Strafgesetzbuch Streitenden zu trennen. Eine strenge Untersuchung ist sofort Gefängniß. Gegen dieses Urtheil legte Sch. Berufung ein, mit langjährigem Zuchthaus bedroht. Paftor Rauh war vor der Straftammer die ihm zur Laft gelegte Aeußerung beftritt. Die Beweisaufnahme beseitigte die Angabe zunächst Geistlicher in einem kleinen Orte Hinterpommerns. er Bor mehreren Jahren wurde als Pfarrer nach dem des Angeklagten jedoch nicht. Der Vertheidiger Rechtswalt Heine führte aus, in den Worten des Angeklagten sei zwar Die Pfarrei soll eine sehr einträgliche gewesen sein, denn die Dorfe Cladow, Kreis Greifenhagen in Pommern gewählt. Im Leffing- Theater giebt es nur einen General- eine Beleidigung des Thiele enthalten, aber nicht der Versuch Gemeindemitglieder von Cladow sind zumeist sehr wohlhabende gewaltigen: es ist der gefeierte Komiter Georg Engels. Ihm einer Nöthigung auf grund des§ 153 der Gewerbe- Ordnung. Leute. Rauh, der bereits das zweite Mal verheirathet und Bater zu Ehren hat Direktor Blumenthal eigenhändig und ohne Mit- Schöning habe jene Worte geäußert, nicht, damit Thiele sich zweier Kinder ist, war nicht nur ein sehr guter Kanzelredner, verfaffer sein neues Lustspiel„ Einmaleins" geschrieben, das am am Streit betheiligen solle, sondern weil er sich nicht daran Sonnabend zum ersten Male aufgeführt wurde. Das Publikum betheiligt habe. Aber wenn man auch der gegentheiligen Ansicht sei, sondern auch ein sehr geschickter Volksredner. Er gehörte der war diesmal merkwürdig ungeberdig. So oft hat es Blumen- fo läge doch der Fall so äußerst milde, daß eine Herabsetzung der Strafe Chriftlich- sozialen Partei Naumann'scher Richtung an und unterthal'sche Wigelei für die höchste Offenbarung von Geistreichig- geboten erscheine. Wenn man so leichte Fälle wie den vor abm für diese vielfach Agitationsreifen. Anfangs Mai dieses teit gehalten; so oft hat man das ftolze Unser Blumenthal" ge- liegenden mit so hohen Strafen ahnden wolle, so wiffe er nicht, Jahres zeigte Superintendent Gehrke in Greifenhagen dem hört; so oft hat man die banalste, rohefte Philistrosität in Blumen- welche Strafe dann noch für die schweren Verstöße übrig bleibe. Pastor Rauh an, daß er an einem bestimmten Tage um die Kirchenkasse und thal's Handlungen hinuntergeschluckt, der„ töftlichen Wige Er beantrage Freisprechung event. eine ganz gelinde Strafe. Der nach Cladow kommen werde, so weiter zu revidiren. Raub ersuchte den Superinten wegen". Und nun auf einmal wollte man nicht mitthun und Gerichtshof schloß sich jedoch in allen Punkten der Ansicht des die Visitation noch etwas hinauszuschieben, da zischte nach dem Schlußakt ganz nachdrücklich. Blumenthal ist Vorderrichters an und erkannte auf Verwerfung der Beer, aus Anlaß verschiedener Reisen, die Kaffenbücher noch nicht der Alte geblieben; er hat sich nicht verändert. Er schäfert noch rufung. Der Superintendent entsprach dieser immer in seiner Weise über die ernstesten Dinge der Welt. Ihm Die Arbeiterschaft wird nicht versäumen, dies harte Urtheil ganz in Ordnung habe. ist die Ehe ein Pferdehandel, seine edlen Damen bewegen sich mit der Milde zu vergleichen, welche die Berufungsinstanz vor Bitte. Nach etwa 14 Tagen wiederholte Superintendent Gehrke wie Dirnen, und er findet das alles in Ordnung. Seine persön einigen Tagen an dem Schuhwaaren- Fabrikanten& rpel übte. feine Anzeige, daß er behufs Visitation nach Gladow kommen werde. Eine nochmalige Bitte um Hinausschiebung der Visitation liche Note ist in solchen Dingen ja die Pomadigkeit. Hat sich Unter den vielen Prozessen wegen Uebertretung der Be- war unmöglich. Raub schrieb an den Superintendenten: er müffe das Publikum plöglich seines Blumenthal geschämt? Ich traue ſtimmungen über die Sonntagsruhe ist der folgende von ihm das Geständniß machen, daß er die Kirchenkasse um viele dieser Raffe nicht viel Werschämtheit zu. Sie erwarteten eben allgemeinerem Interesse. Der Kaufmann B. war angeklagt tausend Mark bestohlen habe. Superintendent Gehrke reifte eine volle Mandel von Wizen und Blumenthal schüttete worden, am Sonntag vor Pfingsten d. J. Verkaufsgegenstände, nun unverzüglich nach Cladow und fand hier das Geständniß ihnen nur etwa ein halbes Dugend zu, und darüber wurden die von der Straße aus sichtbar waren, an den Schaufenstern des Pastors Rauh mehr als bestätigt. Nicht nur fehlten in der die guten Leute empört. Das Lustspiel Einmaleins" hat im feines Geschäftstotals ausgestellt zu haben. Er hatte gegen den Kirchentaffe 35 000 M., Rauh hatte außerdem die Unterschriften übrigen sogar eine Moral, eine richtige Moral. Eine junge, polizeilichen Strafbefehl Einspruch erhoben und das Schöffen- feiner Kirchenältesten gefälscht und sich mittels derselben von der verschwenderische Hausfrau, die täglich gegen das Einmaleins gericht hatte unter Aufhebung des Strafbefehls auf seine Frei- Kreditbank in Greifenhagen, woselbst das Hauptkirchenvermögen fündigt, indem sie dreimal so viel ausgiebt, als sie dürfte, prechung erkannt. Gegen dieses Urtheil hatte der Staats- der Gemeinde Gladow deponirt war, verschiedene größere Be wird nach Kleinen ehelichen Zwiftigkeiten über Nacht von anwalt Berufung eingelegt und diese darauf gegründet, träge auszahlen lassen. Bu der Kirchenkaffe, die er auch nicht ihrem Wahn geheilt. Die junge Frau spielte Fräulein daß die Verordnung vom Jahre 1844, auf welche allein öffnen durfte, soll er einen Duplikatschlüssel besessen haben. Groß in ihrer üblichen Manier, die das Berlinische der Strafbefehl sich stützte, in seiner Rechtswirksamkeit nicht Er gab an, die Beträge nach und nach und zwar in der festen Frauenwort mit:„ Einfach füß!" bezeichnet Auf die berührt worden sei durch die Reichs- Gewerbe- Ordnung und die Absicht entwendet zu haben, diese sobald als möglich wieder zu Dauer wird die Süßigkeit efel genug. Georg Engels in Ausführung derselben erlaffene Verordnung des Polizeipräfidii erfeßen. Als jedoch schließlich der entwendete Betrag zu groß gab, um im Jargon seines Eichelberg im Stücke zu vom 20. Juni 1892. In der Verhandlung vor der Berufungs- war, so daß von einem Ersatz keine Rede mehr fein konnte, bleiben, eine Berlinische Schaute, einen Mann, der auf seinen fammer machte Rechtsanwalt Georg Meyer geltend, daß babe er seine Zuflucht zu der Lotterie genommen. Er habe eine Großstadt- Wiz eingebildet ist, und dabei überall, wo er eingreift, zweifellos die Berordnung von 1844 neben und trop der Wer große Anzahl von Loosen nicht nur in der preußischen, sondern die größten Dummheiten begeht. Man kann sich denken, welch ordnung von 1892 formell und materiell rechtsgiltig sei. Dies auch in anderen Lotterien gespielt, in der Hoffnung, es werde föstlichen Berlinisch mauschelnden Jargon Engels' sich zurecht hindere aber nicht, daß die Nr. 1 der Verordnung vom ihm ein Gewinn in den Schoß fallen und er werde dadurch in legte; aber selbst die verblüffend echt hervorgerufenen Zwischen Jahre 1844, welche das Ausstellen von Waaren in den Schau- die Lage tommen, den angerichteten Schaden wieder gut zu bemerkungen, wie:„ Nu, Spaß!" halfen nicht viel. Die Nieder- fenstern an Sonn- und Festtagen nach 10 Uhr vormittags allen machen. Durch die vielen Lotteriegelder, die er zu zahlen hatte, lage tam dennoch. Gewerbetreibenden verbiete, in direktem Widerspruch stehe mit wurden seine Ausgaben nur noch größer. Als er sah, daß die machte er feinem SuperIm Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater giebt die neue den§§ 2 und 4 der Verordnung vom Jahre 1892. In Katastrophe unvermeidlich war, volles Geständniß. Der Superintendent Direttion Samft sich alle Mühe, bie Erinnerung an die hoch- letterer fei es direkt hervorgehoben, daß an den Sonntagen intendenten ein Aus diesem Aulaß wurde Ranh am fliegende That, die sie sich um des Scheins willen im Anfang vor Pfingsten um den es sich hier handleder Gewerbe- erstattete Anzeige. zu schulden kommen ließ, vergessen zu machen. Ueber Mofer's betrieb in offenen Werkaufsstellen erlaubt sei. Bei dem Wider Sonntag, den 17. Mai dieses Jahres in früher MorgenB " benten, " weil stunde im Pfarrhause zu Cladow verhaftet und zunächst bisher. nichts bekannt geworden ist. In einer vom Fachverein Für Mordspatrioten. Aus dem russischen Feldzuge vo in das Untersuchungsgefängniß nach Greifenhagen abgeführt. einberufenen Wertstubenversammlung ist vielmehr von unseren 1812 bringt das jetzt veröffentlichte Tagebuch des Marschalls Das königl. Konsistorium der Provinz Pommern hat ihn auf Arbeitern und Arbeiterinnen öffentlich erklärt worden, daß sie Castellane eine Reihe Aufzeichnungen, welche die Zustände im grund feines eigenen Geständnisses sofort seines geistlichen Amtes mit den Löhnen und sonstigen Verhältnissen bei uns durchaus damaligen französischen Heere, sowie die Berthierung, welche der entsegt, sodaß er also heute, wo er sich wegen Unterschlagung zufrieden seien. C. Kirchner u. Schwedhelm. Krieg im Gefolge hatte, in knappen und packenden Bildern ihm amtlich anvertrauter Gelder und Fälschung öffentlicher Ur Von betheiligter Seite erhalten wir zu obiger Berichtigung stizziren. Bis anfang Dezember hatte der französische Offizier, funden vor oben bezeichnetem Gerichtshofe zu verantworten hat, folgende Entgegnung: Die Herren Kirchner und Schwedhelm wie wir einem in der Tägl. Rundschau" erschienenen Auszuge nicht mehr als Geistlicher auf der Auflagebank erscheint. Raub geben in ihrer Berichtigung Löhne an, die als gute gelten könnten, entnehmen, es troß der schrecklichen Kälte keinen Tag unterlassen, heißt mit Vornamen Hermann, er steht im Anfang der vierziger fofern diefelben unter regulären Verhältnissen erzielt würden, dem seine Erlebnisse und die wichtigsten Ereignisse im Heere mit Jahre. ist aber nicht so. Geflissentlich wird nicht angegeben, daß diese wenigen Worten aufzuzeichnen, aber nach einem fürchter In der Verhandlung suchte der Angeklagte sein Verschulden Löhne nur erreicht wurden durch Mitnahme von Arbeit nach lichen Tage, dem 7. Dezember, fonnte er sein Tagebuch durch den Schaden zu erklären, den er durch die nebenher be- Hause und anhaltender Ueberzeitarbeit in der Fabrit, für die ein nicht fotrsehen, ihm Die triebene Ackerwirthschaft erlitten habe. Als er nach Gladow fam, prozentualer Aufschlag eine Forderung, die gegenwärtig die letzten Worte, welche er an diesem Datum niederschrieb, Eine habe er eine Schuldenlast von 12 000 m. gehabt. Sein Gehalt in diesem Beruf thätigen Arbeiter und Arbeiterinnen stellten lauten: Ein grauenhafter Tag, 27 Grad Kälte. in Cladow habe sich auf 1700 Thaler belaufen, hiervon feien nicht gezahlt wird. Die Erzielung genannter Löhne ist überhaupt schreckliche Zahl von Soldaten bleibt auf dem Wege todt liegen. jedoch verschiedene Pfründegelder abgegangen, sodaß seine eigent nur durch das schändlichste der Affordsysteme, der Kolonnenarbeit, Wir haben sehr viele Leichen von der neapolitanischen Division liche Einnahme nur 2600 M. betragen hätte. Der Angeklagte möglich, und zwar auf Kosten der Gesundheit jüngerer Arbeite- gesehen. Die Soldaten fallen einfach nieder; zunächst tritt ihnen bemerkt noch auf Befragen, daß er außer seinem Gehalt freie rinnen, die von ihren Arbeitskollegen dürftig entlohnt werden. ein wenig Blut auf die Lippen, dann ist es gleich mit ihnen zu Wohnung hatte. Er betam aber sein Gehalt nicht vollständig Diese müssen für Wochenlöhne im Betrage von 4,50 m. bis Ende. Wenn ihre Kameraden dieses Todeszeichen auf ihrem in baarem Gelde, sondern zum theil auch in Naturalien, ganz böchstens 10 m. älteren Arbeitern und Arbeiterinnen angestrengt Munde bemerken, geben sie ihnen einen Stoß und werfen sie zu besonders in Roggen. Dieser sei ihm aber zu höheren als den Handreichungen machen. Ohne die Fertigkeiten dieser wäre es Boden nieder, um ihnen die Kleider vom Leibe zu reißen, bevor Marktpreisen angerechnet worden. Der Angeklagte ist in vollem unmöglich, die Löhne zu erlangen, mit welchen die Firma sie noch ihren legten Seufzer ausgestoßen haben." Was er sonst Umfange geständig, etwas über 43 000 m. unterschlagen zu paradirt. Daß aber derartige Verhältnisse, unter welchen die noch über den Rückzug berichtet, fügte er später aus der Gr haben; das Geld sei von ihm zur Tilgung der Schulden, sowie jüngeren Arbeiterinnen schwer zu leiden haben, nicht schlechte innerung seinem Tagebuch hinzu. Es ist noch schrecklicher, als in seinem Hausstande verbraucht worden. In letterer Zeit sei find, das können nur die Herren Kirchner und Schwedhelm und das, was er an Ort und Stelle niederschrieb. er voller Unruhe viel auf Reisen gewesen und ist die ganze Woche diejenigen Berufsangehörigen behaupten, welche durch eine solche nicht nach Hause gekommen. Ausbeutung jüngerer Arbeitskräfte Bortheile für sich ziehen. Arbeiter- Bildungsfdjule. Dienstag Abend von 9-10% uhr: Süd oft- Schule Waldemarfir. 14: Oeffentliche Gefundheitspflege ( Nahrungs- und Genußmittel, Wohnung und Gesundheit, öffentlicher Kinderfchuh, Schulgesundheitspflege, Fabritgefeggebung, Fürsorge für Arbeiterinnen). Herr Dr. Gustav Heymann. Nordschule: geschlossen. Wiedereröffnung Anfang Oftober Brunnenstraße 25, erster of links, 1 Tr. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. 110b Die Verhandlungen zogen sich bis in die späten Abend. stunden hin. Den Geschworenen wurden 14 Schuldfragen vorgelegt. Der Staatsanwalt beantragt das Schuldig in vollem Umfange unter Verneinung mildernder Umstände. Der Vertheidiger trat für mildernde Umstände ein. Gegen 91/2 Uhr abends zogen sich die Geschworenen zur Berathung zurüd. Versammlungen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Pafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender stud zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Vermischtes. Der englische Dampfer ,, Ashford" ist bei Nebel auf der Höhe des Hafens von Kronstadt auf Grund gerathen. Mit der Entladung des Dampfers ist begonnen worden. Am Sonntag wurden in Magione bei Perugia die Ars beiten für den Bau eines neuen Ableitungskanal für den Trasimenischen See feierlich eröffnet. Der Kanal ist bestimmt, das Wasser des Sees auf gleicher Höhe zu erhalten und die gesundheitlichen Verhältnisse zu bessern, etan Sprechfaal. Die Reballion ftellt die Benuzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. " Arbeiter Rancherbund Berlins und Umgegend. Nenderungen im Bereinsfalender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine Frankfurter In der Monatsversammlung des Zentralverband e 3 fraße Nr. 7, 1 Tr. deutscher Brauer und verwandten Berufsalle Buschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Hermann genossen sprach Dr. t. Joël in einem, interessanten Bortrag Jahn, Schönhauser Alee 177 c. über die Entwickelung der Astronomie in der Neuzeit. Zum Auf die fo zweiten Punkt der Tagesordnung: Abrechnung über das letzte Auf die so persönlich gehaltenen Ausführungen des Genossen Stiftungsfest und Urania wurde auf Antrag Krieg der UeberStadthagen in der Sonntagsnummer des Borwärts" bin ich Schuß vom Stiftungsfest nach Abzug der Unkosten des Bergnügungsleider gezwungen, noch einmal zu antworten. Ich habe mich fomitees dem Gesangverein ,, Gerstenähre" überwiesen. Preuß gab die Abrechnung von der Urania- Borstellung; diefelbe ergab ein lich gemeldet: Am Sonnabend Nachmittag gegen 1 Uhr ent- richtigen, Ausführungen auf der Parteikonferenz richtig gestellt. Ueber einen Eisenbahn- Unfall wird aus Flensburg amt- teineswegs zum Benfor" über die Aufmerksamkeit des Genossen Stadthagen aufgespielt, sondern nur die, meiner Ansicht nach unDefizit von 17,60 M.( 196 Billets waren übrig geblieben.) Troß gleisten im Güterzüge 2552 auf der Station Bollersleben infolge Wenn in meinen Auslassungen das Wort„ wir", das der Genosse des schlechten Abschlusses war Bauer der Meinung, daß sich der falscher Weichenstellung mehrere Güterwagen und ein leerer Stadthagen als ein majestätisch- bureaukratisches bezeichnet, stand, Verein in kürze wieder mit der Urania- Direktion für eine weitere Personenwagen, Menschen sind nicht verletzt. Drei Wagen sind so erklärt sich dies daraus, daß das Eingesandt ursprünglich als Vorstellung in Verbindung setzen soll, dem auch die Versammlung start beschädigt. Der Personenverkehr wurde durch Umsteigen eine Berichtigung, und zwar mit sechs Unterschriften versehen, zustimmte. Unter Vereinsangelegenheiten machte der Vorsitzende an der Unfallstelle aufrecht erhalten. Um 6 Uhr nachmittags dem Vorwärts" eingeschickt wurde. befaint, daß Mitglieder, die nach Amerika auswandern, sich mit was das durchgehende Geleis für die Züge wieder pafsirbar. Die Anordnung als den vereinbarten internationalen Ueberweisungskarten zu versehen Sprechsaal- Artikel hat aber die Redaktion getroffen. Daß ich in haben, um auf grund dieser in die dortige Brauer- Union als Arzt und Maler. Von dem Dichter des Struwelpeter, der Sache an sich recht habe, beweist außer dem Bericht des gleichberechtigtes Mitglied Aufnahme zu finden und in die Union- dem Arzt Heinrich Hoffmann, wird in der Franff. 3tg." einiges Vorwärts" dessen Berichterstatter, der ebenfalls im Bureau faß, brauereien ohne unnöthige Verzögerung Arbeit erhalten zu können. erzählt. Ueber seine Beziehungen zu Moris Schwind wußte und den Antrag als mit großer Majorität angenommen erklärte. Weiter forderte er zur baldigen Zeichnung und Ablieferung der Hoffmann selbst zu berichten: Hören Sie mal, lieber Dottor," Ferner Genosse Stadthagen's eigene Auslaffungen, indem er jetzt für die Flensburger Werftarbeiter ausgegebenen Sammel begann eines Tages der treffliche Künstler, als ich ihn in seinem schon die Zahl der Gegner des Antrages auf zwanzig vermindert liften auf. Atelier besuchte," Sie haben meine Familie in mannichfachen hat. Aber auch diese Zahl ist nicht richtig; es sind in der That - a Fällen von allerlei Gebresten und Leiden befreit, und ich fühle nur zehn gewesen. Außerdem ist zu erwähnen, daß die nochDer Arbeiter- Bildungsverein für Adlershof und Um- mich tief in Ihrer Schuld, aber eine Rechnung habe ich von malige Abstimmung über den Antrag der Handelshilfsarbeiter gegend hatte am 24. September seine Generalversammlung an- Ihnen bis heute nicht zu sehen gekriegt. Wenn ich ein Verlangen des Genossen Stadthagen war. gelagt. Jedoch kaum 24 Stunden vor dem Versammlungstermin auch einer vom pinselnden Künstlervolte bin, das ge= erhielt der Vorstand von Herrn Göhte, der sein Lokal zu diesem wöhnlich keine großen Schäße sammelt, großen Schätze sammelt, so möchte ich Zwecke zur Verfügung gestellt hatte, die briefliche Mittheilung, doch auch keine Schulden machen und bitt' Sie um daß er fein Versprechen zurücknehmen müsse, da ihm von dem Amtsvorsteher, Herrn v. Oppen, mit der Polizeistunde gedroht sei. Alle weiteren Versuche zur ordnungsmäßigen Regelung der Angelegenheit blieben erfolglos. Der Einfluß des Herrn v. Oppen war stärker, als der Geschäftsfinn des Wirthes. Um uun ganz ficher zu sein, daß niemand von den Vereinsmitgliedern das Lokal betritt, hatte Herr Göhte dasselbe schon um 4 Uhr nachmittags geschlossen. Und als die Vereinsmitglieder, die alle rechtzeitig am Gie bas eingeladen waren, sich am Abend zur Versammlung einfanden, ftrahlte ihnen von der geschlossenen Thür in deutlicher Schrift die überaus findige Ankündigung entgegen: Mein Lotal bleibt heut des Feiertags wegen geschlossen. Johannes Hoffmann, Höchstestr. 48. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend von 7/ 2-8% Uhr abends statt. lokal Neues Klubhaus, Kommandantenstr." 72. Straßen: Abonnent. Ruderflub Vorwärts". Vereins. getheilt worden, daß es sich um die Oltener Lagwacht" Sozialdemokrat, Bern. Es ist schon berichtigend mithandelte. Ihre Rechnung, ehe sie lawinenartig anschwillt." Ich vertröstete den Maler, die Sache sei nicht so schlimm und die Rechnung nicht groß, er möge sich darüber teine Sorgen machen; aber er bestand darauf, und so schlug ich ihm vor, er möge mir nur ein paar Federstriche auf ein Blatt Papier machen, da würde ich auf die ungeschriebene Rechnung Dankbar erhalten" schreiben und die Sache wäre damit ausgeglichen.„ Na, wenn Sie meinem Gepinsel einen solchen Werth beilegen," meinte der bescheidene Künstler, so nehmen Sie das als Ausgleichung und Andenken", und damit überreichte er mir die Farbenstizze- zum Bilde Der Sängerkrieg auf der Wartburg". Das schien blattes" das feinen Charakter erst jüngst durch die Verherr Dr. D. Gegen einen Feuilletonisten des Berl. Tages mir wiederum zu fostbar und ich verweigerte die Annahme. Nach lichung eines politischen Denunzianten in Konstantinopel doku Ein jeder, dem diese Inschrift zu Gesicht tam, fragte sich vielem Hin- und Herreden siegte des Malers Ueberredungskunst, mentirt hat, auch nur ein Wort der Polemik über die Frauenerstaunt, was der 24. September 1896 wohl für ein Feiertag ich willigte ein, bemerkte ihm jedoch:" Jeht haben Sie aber noch frage zu schreiben, lohnt sich wirkich nicht. sei, der noch dazu einen Restaurateur veranlassen könnte, sein ein kleines Nervenfieber zu gut." Wollen Sie wohl schweigen Lokal zu schließen. Schließlich mußte sich doch jeder damit zu mit Ihren höllischen Bedingungen," schrie der Maler in C.$. in B. Die Adresse von E. M. Scaevola ist uns unbekannt. frieden geben, und war es nur zu bedauern, daß auch komischem Born, bleiben Sie mir vom Leibe mit Ihrem NervenVereinsmitglieder aus Rönigswusterhausen, die die Roften fieber." Ich machte, daß ich fortkam und ließ ihn wettern und Agitationsreise in Württemberg. Hector. Genosse Stadthagen befindet sich auf einer nicht gescheut hatten, underrichteter Sache wieder um- fluchen. Die Stizze ist aber noch heute in meinem Besitz und tehren mußten. Nun, wenn uns auch bei dieser Ge- war seinerzeit eine Bierde der Schwind- Ausstellung des deutschen legenheit durch Herrn von Oppen ein Strich durch die Rechnung Hochstifts." gemacht worden ist, so soll damit doch dieses Herrn Tüchtigkeit " Briefkasten der Expedition. I als Agitator für unsere Sache nicht ungewürdigt bleiben, und In Leipzig ist gestern die von der Stadt erbaute neue J. H. 42. Der Spediteur Hempel erhält allerdings keine wir verfehlen nicht, Herrn v. Oppen an dieser Stelle den verehrerbildungsanstalt für Knabenhandarbeit eingeweiht worden. Beitungen mehr von uns, da er die für diesen Monat entdienten Dank auszusprechen. Den Mitgliedern des Arbeiter Aus Frankreich sind auch am Sonntag eine Reihe Sturm- nommenen Exemplare nicht bezahlt hat. Wir werden Ihnen die Bildungsvereins fei noch bemerkt, daß die verhinderte General na chrichten eingelaufen: In Marseille wurden 30 Schiffe Beitung durch einen anderen Spediteur zusenden. versammlung mit derselben Tagesordnung am Mittwoch, den 30. September, abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn Wölftein stattfindet. " Witterungsübersicht vom 28. September 1896. tation von den Unterketten losgeriffen. Zum Schuße der gefährdeten Schiffe haben die Hafenbehörden von Marseille und Toulon außerordentliche Sicherheitsmaßregeln getroffen. Auf der EisenBerichtigung. In Nr. 225 des Vorwärts" wird unter der bahnstrecke Honfleur- Trouville wurde der Betrieb eingestellt. mitgetheilt, baß bie Arbeiter ber girma G. Kirchner u. Schwed- hadi ben einigen ha Ueberschrift Die Papier- Galanterie- Arbeiter und Arbeiterinnen" n Limoges hat der Sturm die Blumenausstellung sehr be= schädigt. An einigen Hafenpläßen ist auch der Verlust an Stationen. Wie aus Cherbourg gemeldet helm nicht den Muth hätten, sich der Bewegung anzuschließen, wird, wüthet baselbst der Sturm fort. Gestern Abend wurde obwohl die Löhne und auch die sonstigen Berhältnisse gerade in der Leuchtthurm des Hafens von Dialette umgeriffen. Aus diesem Betriebe äußerst schlechte feien. Demgegenüber erklären wir, daß sämmtliche Gehilfen, die Honfleur wird der Untergang des englischen Dampfers bei uns seit 1. Januar 1896 in Arbeit stehen, in der Werkstube 2600 Tonnen Getreide an Bord und sant, nachdem er gegen Sommerian" gemeldet. Derselbe tam von New Orleans, hatte felbft 24 m. bis 86 M. und mehr pro Woche verdienen mit einen Felsen geschleudert worden war. afferen Ausnahme eines älteren Arbeiters, der gesundheitlich verhindert Swinemünde Hamburg Berlin Wiesbaden ist, eine volle Arbeit zu leisten, trotzdem aber von uns beschäftigt Die große Weberei von Rohlepot ist, wie aus Acras ge- München wird. Auch der Durchschnittsverdienst dieser Arbeiter beträgt meldet wird, niedergebrannt. 150 Arbeiter sind beschäftigungslos. Wien. feit 1. Januar 1896- obgleich wir nur ein Saisongeschäft in unferer Branche machen und z. B. im Januar d. J. nur halbe Aus Bordeaux wird berichtet: In St. Mariens erfolgte Haparanda Tage gearbeitet haben überall mehr, zum theil erheblich mehr, am Sonnabend zwischen dem von Blaye kommenden Personen- Petersburg als die Lohnkommission jetzt als Mindestwochenlohn verlangt. uge und mehreren leeren Wagen infolge falscher Weichen- Aberdeen. Berhältnismäßig eben so gut sind die Löhne unserer Ar- ftellung ein Zusammenstoß, bei dem 14 Personen leicht verlegt beiterinnen. wurden. Cort Baris. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke NOAIAION( Stala 1-12) Wetter Temperatur ( 50 G. 4° R.) SOFIEEE nach Gelsius 755 S • woltig 11 753 WSW 755 GSD Regen bedeckt 18 11 757 Still bedeckt 14 761 bedeckt 10 761 Still heiter 9 756 halb bedeckt 10 763 752 NW 4 halb bedeckt 11 SM 3 761 SM 2 10 heiter bedeckt Was ferner damit gefagt werden soll, daß auch die sonstigen Neues Mordmittel? Der Pariser Justice" zufolge hätte Wetter- Prognose für Dienstag, den 29. September 1896. Verhältnisse äußerst schlechte seien", wissen wir nicht, da das ein neu erfundener Explosivstoff, mit welchem auf dem Polygon Ein wenig fühler, zeitweise aufklärend, vorwiegend trübe Einvernehmen mit unsern Arbeitern bisher stets ein gutes bei von Lydd in aller Stille Versuche angestellt wurden, einen noch und regnerisch mit mäßigen bis frischen westlichen Winden. uns gewesen ist und uns von diesen sonstigen Verhältnissen" I nie dagewesenen Erfolg erzielt. Berliner Wetterbureau. Arbeitsmarkt. tung, Drechsler! Simsmacher, Folgende Wertstellen haben unsere zirka 50 Mann, werden bei Weltener Forderung nicht bewilligt: Lohntarif sofort verlangt und finden Fritsche, Dranieustr. 85. d dauernde Beschäftigung auf Mücke's Schmidt, Reichenbergerstr. 155. Werke, Lindow i. d. Mark, BahnSchmidt, in Firma Mester, Man- station. Fahrpreis hin u. zurück 2,20 m. teuffelstraße 54. Heptner, Seydelstr. 29. Buzug fernzuhalten. 282 11/12 Die Lohukommission. Plafferarbeiter! Für Hamburg gesucht ein durchaus tüchtiger selbständiger Pflasterarbeiter, Werth besonders auf gestrichene und Kautschuckpflaster gelegt. Antritt sofort. Gefl. Offerten sub A. B. an Károly & Liebmann, Hamburg. Tapezier- Lehrling 680b verl. G. F. Längerich, Brandenburgfir. 60. Lehrling für Goldleisten Fabrit verl. Achtung, Tischler! Hugo Naucke u. Co., Fichteftr. 3. 682b Die Differenzen bei Kiehle, Burschen zum Abnehmen von Gold- Schwebterstr. 5, find noch nicht leisten verlangen Hugo Nauce u. Co., beigelegt. go Sauce u. 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Dienstag, den 29. September 1896: Zum ersten Male: Gebildete Menschen. Boltsstück in 3 Atten v. Viktor Léon. Mittwoch: Gebildete Menschen. Donnerstag: Gebildete Messchen. Alt- Berlin. Bei günstiger Witterung nachmittags 3, 4 und 5 Uhr: 3 große historische Umzüge 1 altdeutsches Musikkorps 1 Elite- Kapelle Süddeutscher Sänger- Chor ,, Alemania". 8 Damen u. 8 Herren in schwäbisch. Kostüm. Eintritt: 25 Pig. Central- Theater. Alte Jakobstr. 80. Direttion: Richard Schultz. Emil Thomas a. G. Eduard Steinberger a. G. Zum 10. Male: Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von M. Mannstädt und J. Freund. Musit von J. Einödshofer. Anfang 1,8 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. Böhmisches Brauhaus Landsberger Allee.. Heute sowie jed. Dienstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 f. Vorverkauf 40 Pf. in d. Bigarrenhandlung von Möhl& Neumann ( Landsberger Thor). Mittwoch: Moabit. Stadttheater. Donnerstag: Concerthaus Sanssouci. Volksstück mit Gesang in 4 Atten von R. Kneisel. Anfang 71/2 Uhr. Rasseneröffnung 6 Uhr. Volks- Theater. 84 Reichenberger Straße 84. Direkte Bahnlinien( Rottbuser Thor): a) Elektr. Bahn: Mauerstraße Treptow. Dönhoffsplay Glogauerstr. Dönhoffsplay Treptow. Zoolog. Garten- Treptow. b) Pferdebahn: Kottbuser Thor- MüllerStraße. Rigdorf Schönhauser Allee. Ackerstraße. Moritplatz- Hermannplay Otto Reuter. Troubadours. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Am 1. Oftober 1896 vollständig neues Programm. Mile. Fougère. Zum ersten Male in Deutschland. Signor C. Bernardi genannt: Jl Camalconte". Spezial- Ausstellung KAIRO von 7 Uhr ohne GewerbeAusstellungs- Billet zugänglich. Schaustellungen in der Arena: 5 u. 8 Uhr nachm. Entrée 50 Pf. Kinder die Hälfte. Circus Busch. ( Bahnhof Börse.) Dienstag, 29. September 1896, Abends 71/2 Uhr: Grosse ausserordentl. Vorstellung. Hafenhaide- Behrenstraße. Fichtestraße Sensationeller Erfolg! 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Anträge und Beschlüsse, welche nur in der Parteipresse veröffentlicht, aber nicht an das Bureau des geschäftsführenden Ausschusses( Adresse: W. Pfannkuch, Hamburg- Eimsbüttel, Eichenſtr. 4) eingesandt wurden, find in das nachstehende Verzeichniß nicht aufgenommen worden. Hamburg Eimsbüttel, den 25. September 1896. Eichenstraße 4. = Der geschäftsführende Ausschuß. Tagesordnung: 1. Parteigenossen des 5. sächsischen Reichstag 3- Wahlkreises und des Kreises Kassel- Melsungen: Die Tagesordnung des Parteitages in folgender Ordnung aufzustellen: 1. Bericht des geschäftsführenden Ausschusses und der Kontrolleure; 2. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit; 3. die Erringung des Achtstundentages: 4. der Kampf gegen die hausindustrielle Ausbeutung; 5. die Koalitionsfreiheit; 6. die Organisation der Partei; 7. die Parteipresse und die sozialistische Propaganda; 8. die Frauenagitation; 9. das Proportional- Wahlrecht; 10. Be richt über den Londoner Kongreß; 11. sonstige Anträge und Wahl der Parteileitung. 2. Parteigenossen in Barmen: Die Tagesordnung wie folgt festzusehen: 1. Geschäftsbericht des geschäftsführenden Ausschusses. 2. Bericht über stattgefundene Kontrolle. 3. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit. 4. Die Erringung des Achtstundentages, der Kampf gegen die Hausindustrie und die industrielle Ausbeutung, das Koalitionsrecht. 5. Die Organisation der Partei. 6. Maifeier. 7. Berichterstattung vom internationalen Arbeiter und Gewerkschaftstongreß. 8. Frauen agitation. 9. Das Proportional- Wahlrecht. 10. Anträge zum Parteiprogramm. 11. Sonstige Anträge. 12. Wahl der Parteileitung. Dienstag, den 29. September 1896. Allgemeines. Allgemeines. 13. Jahrg. 27. Parteigenossen des 5. Berliner Wahlkreises: 47. Parteigenossen des 4. Berliner Kreises: Die Dem§ 9 unseres Organisations statuts Absatz 4 ein- Partei- Organe dürfen Annoncen von boykottirten oder gesperrten zufügen: Der Parteitag setzt die Diäten für die Delegirten fest Lokalen nicht aufnehmen. und sind dieselben aus der Parteikasse zu zahlen. 48. Parteigenossen in Breslau: Der Parteitag möge die 28. Parteigenoffen des Kreises Niederbarnim: Wahl einer Kommission beschließen, die gemeinsam mit dem ParteiDem§ 9 Absatz 1 des Organisationsstatutes folgende Faffung Ausschuß Mittel und Wege beräth, wie die kleineren Parteiblätter zu geben: Zur Theilnahme an den Parteitagen sind berechtigt inhaltlich besser gestaltet und finanziell gehoben werden können. die Delegirten aus den einzelnen Wahlkreisen, mit der Eins 49. Genosse Schneider in Damm: Eine kleine, billige, schränkung, daß kein Wahlkreis durch mehr als einen Delegirten landwirthschaftliche Beitung herauszugeben, die leicht verständlich, vertreten sein darf; ferner als Absatz 4 demselben Paragraphen den Kenntnissen der Landbevölkerung angepaßt ist, über die Ver einzufügen: Der Parteitag setzt die Diäten für die Delegirten hältnisse der Landwirthschaft auch in technischer und wissenschaftfest und sind dieselben aus der Parteikasse zu zahlen, jedoch ist licher Hinsicht Aufklärung giebt. jeder Wahlkreis verpflichtet, die für diesen Zweck durch Samm- 50. Parteigenossen in Karlsruhe und des 9. badischen lungen aufzubringenden Gelder an die Parteitasse abzuführen. Wahlkreises: Der bisher im Privatbesiz des Genossen Adolf 29. Parteigenossen in Magdeburg. Die Wahl der Geck in Offenburg dreimal wöchentlich erscheinende„ Volksfreund" sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten bedeutet in hervorgeht vom 1. April 1897 ab in den Besitz der sozialdemokratischen ragender Weise einen Protest gegen die bestehenden staatlichen und Partei Deutschlands über und erscheint von da ab täglich und gesellschaftlichen Verhältnisse. Von diesem Standpunkte aus zwar in Karlsruhe. gehend haben sich diese Abgeordneten an den Verhandlungen des Reichstages nur insoweit zu betheiligen, als es das Interesse des Proletariats erfordert. Auch sind dieselben verpflichtet, sich in möglichst reger Weise der Agitation zu widmen. Rechtsbureau. 30. Parteigenossen des Saargebiets. Den geschäftsführenden Ausschuß zu beauftragen, die Errichtung eines Bureaus zur Ertheilung von Rath in Rechtsangelegenheiten im Saar: revier auf Parteikosten vorzunehmen. Prelle. Zentral- Organ. Die Redaktion des Vorwärts" hat zu allen für die Partei 31. Parteigenossen des dritten Berliner Kreises: wichtigen Fragen Stellung zu nehmen. Der Vorwärts" ist zu verbilligen. 32. Parteigenoffen des Niederbarnimer Kreises: " 33. Genosse Wernicke in Berlin: Borwärts", dem Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei I. Das sozialdemokratische Programm wöchentlich einmal im Deutchlands", gleich unter dem Titel, gewissermaßen mit als Titel zu veröffentlichen, oder durch üblichen Stern*): 51. Parteigenossen in Met: Der Parteitag wolle die Gründung eines Partei- Organs, womöglich in deutscher und französischer Sprache, für Elsaß- Lothringen beschließen. Ferner wolle der Parteitag den Parteivorstand beauftragen, geeignete Literatur in französischer Sprache für das französische Sprachgebiet Elsaß- Lothringens zu beschaffen. 52. Parteigenoffen in Magdeburg: Die Parteipresse ist verpflichten, Inserate von Unternehmern, welche mit ihren Arbeitern in Differenzen stehen, während der Dauer dieser Differenz nicht aufzunehmen. Agitation und Taktik. 53. Parteigenossen des 1. Hamburger Kreises: In den politisch rückständigen Gegenden ist die politische Agitation mehr zu betreiben. rode Oschersleben und Calbe- Aschersleben: Der 54. Parteigenossen der Kreise Halberstadt- Wernigedeutsche Parteitag möge den geschäftsführenden Ausschuß be auftragen, im Laufe des nächsten Jahres eine gleichmäßige Agitation im ganzen Lande und besonders unter den ländlichen Arbeitern für Abschaffung der Gesinde Ordnungen und sonstigen bedrücken, sowie für Gleichstellung der ländlichen Arbeiter mit Ausnahmebestimmungen, welche die landwirthschaftlichen Arbeiter den gewerblichen zu veranstalten ähnlich wie bei der Umsturzeinschließlich der Geburtshilfe und der Heilmittel. Unentgeltlichvorlage und hiermit gleich die schärfere Betonung der Programmforderung:„ Unentgeltlichkeit der ärztlichen Hilfeleistung zu feit der Todtenbestattung" au verbinden. 3. Parteigenoffen des 6. sächsischen Reichstags= Wahltreises: Der Tagesordnung des Parteitages einzufügen: Die Erringung des Achtstundentages. Der Kampf gegen die hausindustrielle Ausbeutung. Die Koalitionsfreiheit. 4. Parteigenossen des 2. Hamburger und des Niederbarnimer Kreises: Unsere Presse" auf die Tagesordnung als Beilage in kleiner Buchform mit im Vorwärts", dem II. Das fozialdemokratische Programm wöchentlich einmal zu setzen. " Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands", 5. Die Barteigenoffen in Breslau, Elberfeld, herauszugeben, mit folgender Hinweisung zu beiden Anträgen Halberstadt, Frankfurt a. M., des 5. Berliner, Gleichzeitig möge der Parteitag den Wunsch aussprechen, des Niederbarnimer, des 3. Hamburger und des 12. und 18. fächsischen Reichstags Wahltreises: schließen: Bur leichteren und schnelleren Orientirung über die wesen auf dem Lande hervorgehenden Mißständen mehr Beachtung 34. Parteigenoffen in Iserlohn: Der Parteitag wolle be- daß die Presse den Gesinde- Ordnungen, sowie der Handhabung 12. derfelben, sowie den aus dem heutigen Aerzte- und ApothekenStellungnahme zum Achtuhr- Ladenschluß auf die Tagesordnung parlamentarische Thätigkeit sämmtlicher Reichstags- Fraktionen, widmet und mehr Werth beilegt als bisher. zu setzen. 6. Parteigenoffen des 4., 12. und 13. sächsischen Reichstags allmonatlich" eine Beilage beizugeben, in welcher in entfalten, durch welche die Forderung„ die Vereinheitlichung der ist dem Zentralorgan Vorwärts" während der Tagung des 55. Parteigenossen in Ladenburg: Eine Agitation zu Reichstags Wahlkreises: Der Tagesordnung einzufügen: furzen Bügen über die parlamentarische Thätigkeit sämmtlicher Arbeiterversicherung unter Mitwirkung der Arbeiterklasse" ge Wie erringen wir den Achtstundentag? 7. Parteigenoffen des 2. Hamburger Kreises: Die Stellung jeder einzelnen Fraktion zu den zur Verhandlung an Reichstags- Fraktionen berichtet wird. Die Beilage soll die fördert wird. Arbeiterschutz- Gesetzgebung unter besonderer Berücksichtigung der gestandenen Gesegesvorlagen, sowie die markantesten Stellen aus Unfallverhütung auf die Tagesordnung zu sehen. den Reden der Redner von belang zu den Vorlagen enthalten. Protokoll. B " 8. Parteigenoffen des 2. Berliner Kreises: Das Unfallversicherungs- Gefeß auf die Tagesordnung zu setzen. " 9. Parteigenossen in Halle a. S.: In die Tagesordnung des Parteitags ist ein Referat über Die Währungsfrage" auf zunehmen. 10. Parteigenossen des 2. Berliner Kreises: Revifion des Arbeiterschuh- Anhanges des Erfurter Programms auf die Tagesordnung zu setzen. " Herausgabe eines vollständigen und mit Inhaltsverzeichniß ver35. Parteigenoffen des Kreises Niederbarnim: Die sehenen Parteitags- Protokolls. Broschüren. meine Agitation einzuleiten für folgende Forderungen: 1. Ver 56. Parteigenossen in Barmen: Eine sofortige allge wirklichung des Punkt 4 des Parteiprogramms, 2. Durchführung des Achtstundentages, 3. durchgreifende Maßnahme gegen die Ausbeutung der Arbeiterklasse durch Haußindustrie und Schwiz fyftem." 57. Dieselben Genossen: Spätestens bis zum Oktober 1. J. eine sich über ganz Deutschland erstreckende Agitation zu ent falten, durch welche die Frage: Was wollen die Sozialdemokraten und welchen Werth hat das allgemeine Wahlrecht 11. Parteigenossen in Elberfeld: Die Arbeiterschuß barnimer Kreises: Die Herausgabe einer Broschüre, die für die Arbeiterklasse?" propagirt wird. Gesetzgebung Deutschlands in die Tagesordnung einzustellen. 12. Genossin 2öwenhers in Neuwied: Die Frauenbewegung soll bis auf weiteres auf der Tagesordnung der Parteitage bleiben. Geschäftsordnung: 13. Parteigenossen des 11., 12. und 13. hannoverschen Wahltreises: Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages ein Referat über den Schutz der bäuerlichen Arbeiter zu feßen. 14. Parteigenossen in Apolda: Auf jedem Parteitage findet eine Separat.( Abend-) Sigung unserer anwesenden Ber theter in den Landtagen, Bezirks- und Kreis- Ausschüssen behus Berathung dort einschlägiger Fragen statt. Programm. 15. Parteigenossen des 1. Hamburger Kreises: Das Proportional- Wahlrecht ist im Programm zu belassen und möglichst näher zu bestimmen. 36. Parteigenoffen des 2. Berliner und des Nieder Barteitage enthält. die Beschlüsse und ihre Entstehung der seither stattgefundenen 37. Parteigenoffen des 11., 12. und 13. hannoverschen Wahltreises: Die Herausgabe einer Broschüre, in welcher die in Deutschland geltenden Gesinde- Ordnungen enthalten sind. 38. Parteigenoffen in Barmen: Herausgabe einer furzen Broschüre, die das Thema behandelt: Was wollen die Sozialdemokraten und welchen Werth hat das allgemeine Wahlrecht für die Arbeiterklasse?" Kalender. 58. Parteigenoffen des 2. Hamburger Kreises: Ein Flugblatt, zu dessen Abfassung eventuell einige Eisenbahnarbeiter heranzuziehen wären, für die Eisenbahnarbeiter Deutschlands herauszugeben. wirken, daß die Parteigenoffen mehr dazu angehalten werden, 59. Parteigenossen in Kassel: Der Parteitag möge dahin dem Beschluß des Kölner Parteitages entsprechend, in eine träf tige Agitation für die Erringung des allgemeinen, gleichen und tige Agitation für die Erringung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts mit geheimer Abstimmung für alle Körperschaften einzutreten. 60. Parteigenossen des Kreises Delisch Bitters organisationen ins Leben zu rufen. be- feld: Der Parteitag möge Mittel und Wege finden, um Frauens auftragt den Parteivorstand mit der Herausgabe eines zur 39. Parteigenoffen in Arnstadt: Der Parteitag Landagitation geeigneten billigen Kalenders. Frauenzeitung. 40. Parteigenoffen des Kreises Mayen, Ahrweiler und Kochem und Zell: G3 soll eine durchaus gemeinverständlich und volksthümlich gehaltene Frauenzeitung gegründet und von unseren Tagesblättern gegen eine Erhöhung des Abonnementspreises von 5. Pf. pro Monat als Sonntagsbeilage 16. Die Parteigenossen Müller, Hansen und Schröder in Flensburg: Dem Punkt 6 Absay 2 des Programms ist eine präzisere Fassung zu geben, die jedes Mißverständniß aus- gebracht werden. schließt. 17. Genosse Hahn in Offenbach: Die sozialdemo fratische Partei Deutschlands verlangt in Zukunft für die Reichstags Wahlen das Proportional- Wahlsystem und zwar in folgender Weise. Eintheilung Deutschlands in einen Wahlkreis. Be seitigung der Personenwahl. Abgabe der Stimmzettel, versehen mit der politischen Anschauung. Abstimmung an einem gesetzlichen Ruhetag. In bezug auf die Vertreter, Selbstbestimmungsrecht der einzelnen Parteien. Entschädigung für die von der Partei bestimmten Bertreter. Organisation. Parteitag. 18. Parteigenoffen des 1. und 3. Hamburger Kreise 3: Den nächsten Parteitag in Hamburg stattfinden zu lassen. tag in Darmstadt stattfinden zu lassen. 20. Parteigenossen in Halberstadt: Den nächsten Parteitag in Halberstadt stattfinden zu lassen. Unterhaltungsliteratur. 41. Parteigenossen in Altona: Der Parteitag möge befchließen, die Neue Welt" als Gratisbeilage für alle Partei blätter abzuschaffen. " 42. Parteigenoffen in Wand 3 bed: Die ,, Neue Welt" in der Weise zu gestalten, daß mehr Artikel volksthümlichen Inhalts und beffere Unterhaltungs- Lektüre geboten wird. Inhalt der Neuen Welt" ist zu verbessern. 43. Parteigenossen des 1. Hamburger Kreises: Der 44. Parteigenossen des 2. Hamburger Rreises: 1. Die„ Neue Welt" ist auf acht Seiten zu reduziren. 2. Die Leitung derselben hat mehr als bisher darauf zu achten, daß ein populäres Unterhaltungsblatt statt eines Tummelplates für literarische Experimente daraus wird. 8. Die Redaktion soll sich am Druckorte des Blattes befinden. 45. Parteigenoffen in Karlsruhe: Die Reichstags61. Parteigenossen des 6. Berliner Wahlkreises: Da in den meisten Staaten Deutschlands die Vereinsgefeße es nicht gestatten, daß Frauen resp. Genossinnen sich aktiv an der politischen Bewegung betheiligen, so empfiehlt der Parteitag den Senoffinnen, sich mehr als bisher an der gewerkschaftlichen Agis tation zu bethätigen und den bestehenden Organisationen als Mitglieder beizutreten. siger Genossen in der Wahlrechtsfrage nach dem Parteitag der 62. Parteigenoffen in Barmen: Das Verhalten der Leip sächsischen Genossen muß als ein Verstoß gegen die Disziplin der Partei und deshalb tadelnswerth bezeichnet werden. 63. Parteigenossen des 16. sächsischen Wahl. reises: Der Parteitag wolle den Leipziger Genossen wegen ihres Verhaltens in bezug auf die Wahlrechtsfrage und Mandats niederlegung nach der Landesversammlung das Mißfallen der Partei aussprechen. Maifeier. 64. Parteigenoffen in Frankfurt a. M. und in Wandsbeck: In Uebereinstimmung mit den Beschlüssen der internationalen Arbeiterkongreffe zu Paris 1889, Brüffel 1891, Bürich 1893 und London 1896 feiert die deutsche Sozialdemo fratie den 1. Mai als das Weltfest der Arbeit, gewidmet den Klaffenforderungen des Proletariats, der Verbrüderung und dem Weltfrieden. Als würdigste Feier des 1. Mai betrachtet die 19. Parteigenoffen in Darmstadt: Den nächsten Parte berichte des Vorwärts" werden bei wichtigeren Debatten ver- Partei die allgemeine Arbeitsruhe. Der Parteitag macht es daher vielfältigt und der Parteipreffe zum Selbstkostenpreis abgegeben. Den Arbeitern und Arbeiterorganisationen zur Pflicht, mehr 46. Genosse Pezold in Breslau: Die Verleger als wie bisher, neben den anderen Rundgebungen, für die allges unserer Presse werden beauftragt, zum 1. Dezember 1896 meine Arbeitsruhe am 1. Mai einzutreten, und überall da, wo die Möglichkeit zur Arbeitsruhe vorhanden ist, die Arbeit am Annoncenbeilagen für unsere Wigblätter zu schaffen. 1. Mai ruhen zu lassen. 21. Parteigenoffen in Verden: Den nächsten Parteitag in Hannover stattfinden zu lasseu. 22. Parteigenoffen in Bochum: Den nächsten Parteitag in Bochum stattfinden zu lassen. 23. Parteigenossen in Karlsruhe: Den nächsten Parteitag in Karlsruhe stattfinden zu laffen. 65. Parteigenossen des Kreises Niederbarnim: Dies, jenigen Referenten, die am 1. Mai über die Bedeutung des Bur besseren Information über das Programm ist folgendes Tages sprechen, haben dies unentgeltlich zu thun. sehr zu empfehlen: 1. Was die Sozialdemokraten sind und was 66. Genosse Fintin Wiesbaden: Jn Uebereinstimmung 24. Parteigenossen des Kreises Niederbarnim: Den sie wollen, mit dem Eisenacher, Gothaer und Erfurter Programm, mit den Beschlüssen der internationalen Arbeiterkongresse zu Parteitag zwischen Weihnachten und Neujahr stattfinden zu von M. Liebknecht, Breis 25 Pf. 2. Grundfäße und Forde Paris 1889 1. f. 1. macht es der Parteitag den Arbeitern laffen. rungen der Sozialdemokratie, Erläuterungen zum Erfurter Pro- und Arbeiterorganisationen zur Pflicht, den Versuch zu machen, Parteileitung. gramm von R. Kautsky und B. Schoenlant, Preis 10 Pf. mit der Forderung an die Unternehmer heranzutreten, am 1. Mat 25. Parteigenossen in Wandsbeck: Als Siz der Partei- 3. Das Erfurter Programm in seinem grundsäßlichen Theil, die Arbeitsruhe eintreten zu laffen. leitung ist Hamburg zu bestimmen. erläutert von K. Kautsky, Preis geh. 1,50 m. und geb. 2 M. 26. Parteigenoffen des 3. Berliner und 2. Ham 4. Die Frau und der Sozialismus von A. Bebel, Preis geh. burger Kreises: Die Kontrolleure sind möglichst von den 2 M. und geb. 2,50 M. Dieselben sind in der Partei- BuchGenoffen der Umgegend des Ortes, wo der Parteivorstand( oder handlung Vorwärts, sowie in allen Partei- Buchhandlungen und Ausschuß) seinen Siz bat, zu wählen. bei allen Parteispediteuren zu haben. 67. Parteigenoffen des 4. sächsischen Reichstags. Wahlkreises: Daß für die Arbeitsrub am 1. Mai 1897 in nachdrücklichster Weise agitirt und auch für dieses Jahr darauf hingewiesen wird, daß alle, die in der Lage find den 1. Mai burch Arbeitsruhe zu begehen, dies durchführen. Parlamentarisches. möglichst schon zu Beginn der Wintersession im Reichstage ein- 1 für Frauen ganz verboten oder die Arbeitszeit sehr bedeutend zubringen. Zugleich sollen besondere Anträge gestellt werden eingeschränkt werden. Wir verlangen für alle weiblichen Arbeiter 68. Parteigenossen in Striegau: Die Reichstags um Einführung des Achtstundentages in der Reichs- Post- und mindestens den Achtstundentag, Schuh der weiblichen Jugend. Fraktion hat einen Antrag einzubringen, der die Herabseßung Telegraphenverwaltung, bei den Reichseisenbahnen, auf den Die Schulpflicht soll erst mit Der Altersgrenze bei der Alters- und Invaliden- Versicherung Marinewverften, mit dem 16. Jahre enden; in der Reichsdruckerei, in sämmtlichen von 16 bis 18 Jahren foll nur 16 bis 18 Jahren soll nur eine beschränkte Zahl bezweckt. Desgleichen einen weiteren Antrag, der verlangt, daß Militärwerkstätten. Ferner soll beantragt werden, daß die von Stunden gearbeitet werden. Wir fordern weib fämmtliche aus Unfällen entstehende Kosten vom Tage des Unfalls Militärverwaltung und alle anderen unter Kontrolle des liche an den Berufsgenossenschaften zur Last fallen. Reichs stehenden Betriebsverwaltungen nur mit solchen Unter nehmern Geschäftsverträge abzuschließen haben, welche ihren Arbeitern den achtstündigen Arbeitstag gewähren. Fabrik- Inspektoren, und ferner soll eine Frau nicht durch die Vereinsgefeße abgehalten werden, sich nach ihrem Gutdünken zu organisiren. Wir fordern dies alles, um eine gesunde und starte Generation heranzubilden, die auch die Kraft haben wird, an stelle der alten kapitalistischen Gesellschaft eine neue und bessere zu gründen.( Lebhafter Beifall.) 69. Parteigenossen in Sangerhausen: Die Reichs tags- Fraktion zu beauftragen, bei Berathung der Alters- und Invaliditätsversicherungs- Novelle zu beantragen, daß die Alters- Desgleichen sollen in allen Landtagen, in denen es eine grenze bei der Altersrente auf 60 Jahre herabgesetzt werde, sowie sozialdemokratische Vertretung giebt, Anträge gestellt werden auf daß der Nachweis der Beschäftigung vor dem Jukrafttreten des Einführung des Achtstundentages in den Staatsbetrieben und in Gesetzes in Wegfall kommt. Ferner, daß die Invalidenrente den mit dem Staat in geschäftlicher Verbindung stehenden Privat- Ueber den zweiten Punkt der Tagesordnung: gezahlt wird, wenn sich die Erwerbsfähigkeit um 25 pet. ver- unternehmungen. Besonders sollen dabei die Eisenbahnarbeiter mindert hat, sowie wenn eine weitere Verminderung der Er- berücksichtigt werden. Aehnliche Anträge sollen in den Staatswerbsfähigkeit eingetreten ist, daß dann die Rente um so viel Verwaltungskörperschaften respektive Gemeinderäthen eingebracht Prozente erhöht wird, als sich die Erwerbsfähigkeit vermindert werden. hat. Die Vollrente soll 75 pt. des bei völliger Erwersfähigkeit erzielten Lohnes betragen. 0 " Die Sittlichkeitsfrage" hielt Frau Clara Zetkin mit bekannter Verve einen ausgezeichneten Vortrag, der bei der Versammlung das regste Interesse fand und fortgesetzt zu den lebhaftesten Beifalls- KundEs soll mit aller Energie die gewerkschaftliche Organisation gebungen Veranlassung gab. Sie führte etwa folgendes aus: der Arbeiter der Gemeinde- und Staatsbetriebe erstrebt werden. 70. Parteigenossen in Krefeld: Die Fraktion hat im Es ist zugleich, um den gesetzgeberischen Vorschlägen Nach- wirthschaftliche Selbständigkeit der Frau sei das Auf dem bürgerlichen Frauentongreß wurde geäußert, die Reichstag zu beantragen: Es besteht keinerlei Kündigung zwischen druck zu verschaffen, eine planmäßige Propaganda durch öffent- befte Mittel, der Prostitution entgegenzuwirken. Diese AufArbeitern und Arbeitgebern, gleich viel welcher Branche. liche Versammlungen und in der Presse zu entwickeln. Es sollen fassung ist irrig. Auch die Ursache der Prostitution geht, wie 71. Parteigenossen des Kreises 3 auch Belzig Agitationstouren der bekannten Redner veranstaltet und Flug die meisten anderen Uebelstände unferer Zeit, zurück auf das Luckenwalde Jüterbog: Die Reichstagsfraktion soll blätter herausgegeben werden. Neben der parlamentarischen Vorhandensein von arm und reich. Die Unfittlichkeit hat ihren dahin wirken, daß die Bundesraths- Verordnung vom 1. Januar Aktion muß bei dieser Agitation mit Nachdruck auf die Noth- Charakter gewechselt, so wie die Gesellschaft des Privateigenthums 1894( die verlängerte Arbeitszeit jugendlicher Arbeiter und Ar- wendigkeit des gewerkschaftlichen Kampfes hingewiesen werden. beiterinnen in den Ziegeleien)§ 189 a der Reichs- Gewerbe- Ordnung den ihren gewechselt hat. Die moderne Unittlichkeit unterIm Falle der Auflösung des Reichstags soll der gefeßliche scheidet sich von der antiken so viel, wie sich der moderne betreffend, nicht erneuert wird. achtstündige Normal Arbeitstag zur Losung für die kommenden Großbetrieb von der alten Naturalwirthschaft unterscheidet. Reichstags- Wahlen gemacht werden. Das kolossale Anschwellen der Unsittlichkeit hat die bürger Der Parteitag empfiehlt, bei allen Streitigkeiten zwischen Arliche Gesellschaft zur Gegenwehr gepeitscht, aber nicht der beitern und Unternehmern die Reduktion der Arbeitszeit besonders Sittlichkeit wegen, sondern weil die Begleiterscheinungen der zu berücksichtigen und sie bei allen Streits unter die Arbeiter Prostitution, besonders die Geschlechtstrantheiten, forderungen mit aufzunehmen. nicht bei den sich prostituirenden Proletariermädchen stehen bleiben, sondern hineinschlagen auch in die durch Staat und Geldsack dreimal geschützte bürgerliche Familie. 72. Parteigenoffen in Elberfeld: Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages wird beauftragt, alljährlich einen Antrag auf Einführung des Achtstundentages und die Beseitigung der mittelalterlich- reaktionären Gesinde- Ordnungen einzubringen. Refolutionen. 73. Parteigenoffen des 5. und 6. sächsischen Reichs- Sethffe Generalversammlung des Die Prostitution ist heute eine ökonomische, eine tags Wahlkreises: Die sozialdemokratische Fraktion im Brotfrage. Durch die wirthschaftlichen Verhältnisse wird eine Reichstage wird beauftragt, aus ihrer Mitte einen ständigen Vereins deutscher Schuhmacher. Nachfrage nach Prostituirten geschaffen. Das Großkapital zerAusschuß für Arbeiterschuh Gesetzgebung zu wählen. Dieser Ausschuß hat im besonderen die vom Parteitag des Ausschusses( fiebe Freitagnummer des Vorwärts") reicht oder zu unsicher ist, um den„ standesgemäßen" Unterhalt einer Die Debatte über den Bericht des Vorstandes und schmettert heute tausende von Existenzen. Die wirthschaftlich Gefährdeten unterlassen die Eheschließung, weil ihr Einkommen nicht hinbezüglich der Erringung des Achtstundentages gefaßten Beschlüsse endete mit dem Beschluß, beiden Instanzen Decharge zu erreicht oder zu unsicher ist, um den„ standesgemäßen" Unterhalt einer auszuführen. Der Ausschuß für Arbeiterschuß- Gesetzgebung hat theilen. Es folgte der Punkt Statutenänderung. In Familie zu gewähren, und auf das Niveau einer Proletarierfür die Ausarbeitung und Einbringung der einschlägigen gefeß der Generaldiskussion erhält zunächst Simon- Offenbach das familie wollen sie nicht herabsteigen. Ueberall nehmen die Ehegeberischen Anträge im Reichstag, fowie, im Einverständniß mit Wort. Er erörtert die Frage der obligatorischen Einführung des schließungen ab, oder sie erfolgen doch erst in höheren Altern. den respektiven Spezialvertretungen, in den Landtagen und in Fachblattes und das Aufbringen der Mittel dazu, berechnet, daß Diese Verhältnisse erzeugen aber eine Nachfrage nach Prosti den Stadtverwaltungen, zu sorgen. Der Ausschuß entwirft den allgemeinen Agitationsplan für den Achtstundentag und verschafft Schluß, daß es nicht so zur Durchführung 16 000 M. gehören, und kommt zu dem tuirten, denn die Natur läßt sich nicht unterdrücken, das zeigt die nöthigen rednerischen Kräfte. Er veröffentlicht Broschüren, ist. Alsdann kommt Redner auf die Arbeitslosen Unter tarismus, der tausende junge Männer im fräftigſten Alter abnicht so leicht mit der Durchführung die Geschichte des katholischen Bölibats. Dazu kommt der Mili Flugblätter und bedient fich des Vorwärts" und der Neuenstützung zu sprechen; besonders die Unterstützung von Ver- hält, eine Ehe zu schließen. Ebenso wie dies wirkt auf den BeBeit", um durch Artikel und Notizen die Erörterung heiratheten werde dem Verbande von großem Nußen sein. Er darf an Prostituirten das Zusammendrängen zahlreicher junger der einschlägigen Fragen zu zu fördern und der Partei beruft sich auf das Beispiel der Zahlstelle Offenbach, die bei Leute im Dienste des Kapitals in den großen Städten. Dazu preffe Agitationsmaterial zu verschaffen. Besonders ist auf die 5 Pf. Eritrasteuer an Mitglieder, die 13 Wochen gesteuert haben, wird noch der Geschlechtstrieb der Männer durch Tingeltangel, Berarbeitung des bereits vorhandenen Materials über Arbeits- in der zweiten Woche der Arbeitslosigkeit& M., an solche, Ballets, Ausstellungsveranstaltungen krankhaft gereizt und ins zeit, Lohn, Hausindustrie und die sonstigen Arbeiterverhältniffe die 26 Wochen gesteuert haben, 6 M. und an Mitglieder, die ungemessene gesteigert. " # U in Deutschland zu achten und die periodische amtliche Statistik 52 Wochen gesteuert haben, 8 M. Unterstützung bezahlt. Die zu verfolgen. Auch sind die Ergebnisse der ausländischen Vergleiche Unterstützung bei derfelben Karrenzzeit zahlt sie an franke wirthschaftliche Verhältnisse erzeugt. Bereits vor bald zehn öffentlichungen über Arbeiterverhältnisse, gewerkschaftlichen Kampf Mitglieder u. f. w. und sozialpolitische Maßnahmen der Parteipreffe zugänglich zu Jentsch Chemnitz hält die Erhebung eines Extra Beimachen.- Der Ausschuß hat sich durch Vermittelung der Gewert- trags oder die Erhöhung des ordentlichen Beitrags, von denen schaften und der Parteipreffe Material über die Durchführung eines oder das andere bei der Einführung des Fachblatt- Obligatoriums der Arbeiterschutz Gefeße und die Fabrikinspektion resp. die nöthig ist, für bedenklich. Zustände in den Fabriken und Werkstätten zu verschaffen, dieses Material zu fichten, zu revidiren und parlamentarisch zu verwerthen. Dem nächsten Parteitag hat der Ausschuß Rechen schaft abzulegen von seiner Thätigkeit und Bericht zu erstatten über den Stand der Arbeiterschutz Gesetzgebung und die Achtstunden- Bewegung. = Ebenso wird auch das Angebot an Prostituirten durch Jahren wurde im Reichstag konstatirt, daß tausende von Nähe rinnen sich prostituiren müssen, um leben zu können. Das wurde seitdem von den Fabrikinspektoren für Posen, Erfurt, Düffeldorf, Berlin 2c. bestätigt. Aber die bürgerliche Gesellschaft und Gesetzgebung hat den Schlaf der guten Verdauung geschlafen, und Kölle Hamburg erörtert das Für und Wider der erst als sich die Berliner Näherinnen dieses Jahr des Spruches obligatorischen Einführung des Fachblattes und erinnert dabei selbst ist der Mann" erinnerten und dachten, selbst ist an die Erfahrungen, die mit der vor zwei Jahren beschlossenen sache, daß unzählige Arbeiterinnen aus Noth zur Prostitution ge auch die Frau!" da gedachte man auch wieder der ThatErhöhung des Beitrages um 5 Pf. gemacht worden sind. Beschlossen wird schließlich, die Mitglieder durch Urwungen werden. Hier sehen wir, wie falsch es ist, daß die abstimmung über die obligatorische Einführung des Fach- Selbständigkeit der Frau die Unfittlichkeit aus der Welt schaffen soll. 74. Parteigenossen des Wahlkreises Merseburg- blattes beziehentlich darüber entscheiden zu lassen, daß für diesen Ganze Induſtriezweige find auf die Prostitution zugeschnitten Querfurt: Meinungsverschiedenheiten der Genossen unter Zweck jedes Vierteljahr ein Extra Beitrag von 30 Pf. erhoben und verdanken dem Umstand ihre Blüthe, daß ihre Arbeiterinnen einander, die in der Preffe zum Austrag kommen, dürfen nicht wird. Fält die Urabstimmung zu gunsten des Projekts aus, so in der Prostitution einen Nebenerwerb suchen, um den unin einem Tone geführt werden, der persönlich verlegend wirkt, tritt das Obligatorium am 1. Januar 1897 in fraft. genügenden Lohn zu ergänzen. Hierher gehört 3. B. ein großer da nur die Polemik der Partei förderlich ist, die in ruhiger Weiter erklärte sich die Generalversammlung im Prinzip Arbeiterinnen wird als ganz selbstverständlich betrachtet. Theil der Berliner Konfektion. Und diese Prostituiring von fachlicher Weise geführt wird. 75. Genosse Steinigans in Solingen: Der Gothaer it ü Bung. Vor der Einführung durch den Verband ist jedoch für die Einführung der Arbeitslosen Unter Auf dem Kongreß wurde gesagt, auch die bessere Er. Parteitag erkennt den Beschluß des sozialistischen Kongreßes in für diesmal noch Abstand genommen, es bleibt den Filialen iehung der Mädchen könne der Unfittlichkeit entgegenwirken. London in betreff der Feststellung des schulpflichtigen Alters auf überlassen, die Arbeitslosen- Unterstüßung lokal einzuführen. Welche Erziehung wird aber der Arbeiterin zu theil? Vater und 16 Jahre für richtig an und beschließt, auch in Deutschland mit Nach lebhafter Debatte beschloß man, das Verhältniß das Schicksal der Mädchen dem Zufall überlassend. Das SchlafMutter find vielleicht von morgens bis abends in der Fabrik, allen Kräften noch diesem Ziele hinzuftreben. Da sich indessen der unvermittelten Einführung eines diesbezüglichen zur Generaltommission aufzulösen. In Beziehung auf die Agitation empfahl die General- gängerwesen wirkt entsittlichend; alles wirkt beim ProletarierGesetzes Schwierigkeiten in den Weg stellen würden, so stellt die versammlung die Errichtung von provinzialen Agi= mädchen in dieser Richtung, die Wohnung, die Umgebung, die sozialdemokratische Partei als vorläufige Forderung die Ein- tations Rommissionen. Noth, die Verführung. Das junge Mädchen aus guter führung der obligatorischen Fortbildungsschule für Knaben und Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Familie" wird dagegen von Jugend auf gehütet und bewahrt, Mädchen bis zum vollendeten 16. Jahre auf. Die Unterrichts. Nachdem noch Mainz zum Ort der nächsten General- um ihm, wenn auch nicht die Jungfräulichkeit der Seele, ſtunden dürfen jedoch nicht nach den Arbeitsstunden, sondern versammlung bestimmt war, wurde die Generalversammlung o doch die des Körpers zu bewahren, weil es nur müssen während der Arbeitsstunden stattfinden. Der Parteitag geschloffen. legt unseren Vertretern in den gesetzgebenden Körperschaften, sei eš des Reichstages, sei es der Landtage oder der Gemeindevertretung, die Pflicht auf, für diese Forderung mit aller Energie einzutreten. Die drikke Versammlung dadurch für bürgerlichen Heirathsmarkt abfabfähig bleibt. Für die Fehltritte aber, die troh der guten Gr ziehung auch in diesen Kreisen sehr häufig vorkommen, wird in jeder Nummer der bürgerlichen Zeitungen Rath und Hilfe in diskreten Frauenangelegenheiten" angepriesen. Die Damen der Bourgeoisie können sich auf diese Weise aus der Klemme ziehen, während die Proletarierin im gleichen Falle in die Prostitution gestoßen wird. 76. Von dem Genossen Pezold in Breslau: Allen der Tozialdemokratischen Frauen Parteigenoffen, denen die freiheitliche Erziehung der Jugend am fand am Sonntag Bormittag wieder in der Brauerei Herzen liegt, wird empfohlen, die hierzu erforderlichen und gefeßlich Friedrichshain statt. Geplant waren ursprünglich nur erlaubten Schritte( Austritt aus der Kirche u. f. w.) zu verzwei Versammlungen, in denen der von dem bürgerlichen Frauen fongresses, die Unfittlichkeit durch gesetzliches Berbot und durch Die Rednerin geißelt sodann die Bestrebungen des Frauen anlaffen. 77. Parteigenossen des Kreises Delisch. Bitterfeld. fongreß abweichende Standpunkt der proletarischen Frauen ver- Petitionen an den Kaiser aus der Welt zu schaffen. Die UnDer Kreistag des Delitzsch- Bitterfelder Wahlkreises, welcher am treten werden sollte; infolge der Ueberfüllung der Bersammlung fittlichkeit beruht auf der wirthschaftlichen Struktur der Gesell13. September in Delißsch stattfand, stellt hiermit der deutschen auf Sonntag vertagt. im Marten'schen Saal wurde diese jedoch vorzeitig abgebrochen und Auch diese Versammlung war sehr gut Sittlichkeit emporblühen. schaft. Nur aus einer gesunden Wurzel wird eine gesunde Delegation des Internationalen Kongreffes in London ein Ver- besucht und der große schöne Saal fast ganz gefüllt. Das äußer- Bourgeoisie für uns nur sehr wenig. Das Bolt kann nur ſelbſt Wir erwarten aus dem Wirken der trauensvotum aus, für die von derselben eingebrachte Resolution, liche Gepräge der Versammlung war diesmal insofern etwas ver: sein eigener Heiland sein. Solange es eine wirthschaft: welche die fernere Theilnahme der Anarchisten an sozialistischen ändert, als das leicht kenntliche bürgerliche Frauenelement nichtliche Knechtung des Proletariats giebt, bleibt auch die fitt Kongressen unmöglich macht. 78. Parteigenossen in Karlsruhe, Riel und des ganz so zahlreich, wenn auch immerhin noch sehr reichlich ver- tiche Knechtung. Von der bürgerlichen Gesellschaft der vierten fächsischen Reichstags- Wahlkreises: In Erwägung, daß eine Einführung des gesetzlichen Achtuhr- stetten und Gerndt gebildet. Den Bortrag über den ersten Punkt Das Bureau wurde von den Genoffinnen Rohrlack, Hof: Ladenschlusses nicht nur für die im Handelsgewerbe Angestellten der Tagesordnung, allein, sondern für die gesammte Arbeiterschaft ganz bedeutende Vortheile mit sich bringen würde, erachten wir, daß der dies-, Der gesegliche Schuh der Arbeiterinnen", jährige Parteitag in Gotha fich mit den Vorschlägen der Reichs hielt Fräulein Ottilie Baader. Sie wies darauf hin, daß Kommission für Arbeiterstatistit beschäftigt und die Genossen sich die Damen des internationalen Rongreffes vielfach mit sehr aller Orte verpflichtet werden, die im Handelsgewerbe Angestellten nebensächlichen Bunften, aber nicht mit solchen beschäftigt haben, im Kampfe um den Achtuhr- Ladenschluß zu unterstüßen und selbst thatkräftig in die Agitation einzutreten. treten war. " lichen Gesellschaft muß erst der Strom der sozialen Umwälzung Waar en produktion ist die Prostitution, die die Liebe zu einer Baare macht, unzertrennlich. Durch den Augiasstall der bürger geleitet werden, dann werden wir auch eine sittliche Gesell schaft bekommen.( Braufender Beifall.) Für die Diskussion wird den bürgerlichen Frauen das Vorrecht eingeräumt, es meldet sich jedoch keine zum Wort. Ein Herr Gottgetreu, der den anwesenden Herren und die auf das Leben der großen Mehrzahl der Frauen von größten Damen aus einem unbekannten Grunde mittheilt, daß sie schon Einfluß find. Hierzu gehört vor allem der gefeßliche Schuß zum alten Geschlecht gehören", was mit schallender Heiterkeit 79. Parteigenoffen des 5. und 6. fächsischen Reich 3 der Arbeiterinnen. 54 Millionen Arbeiterinnen tommen hier aufgenommen wird, glaubt, daß durch ein gesetzliches Verbot der tags Wahlkreises: in betracht, ungerechnet die vielen Millionen, die in Industrie- und Frauenarbeit oder doch der Arbeit verheiratheter Frauen bessere Der industrielle Aufschwung, der jetzt in der Steigerung der sonstiger Lohnarbeit einen Nebenerwerb finden. Die Frauen, soziale Verhältnisse geschaffen werden können. Er wird von Frau deutschen Ausfuhr und der raschen Erweiterung der Produktion die manchen Berufen ebensoviel oder noch mehr Bettin glänzend abgeführt, die ihm nachweist, daß weder die durch neue Gründungen zum Ausdruck kommt, ist zwar, wie die leisten, als wie Männer, bekommen doch allgemein nur 1/ 3-1/ 2 Industrie auf die billige Frauenarbeit, noch die ProleProfperitätsperiode der 70er Jahre, nur der Vorläufer der des Lohnes der Männer. Die Frau ist infolge des Uebermaßes tarierinnen auf Erwerb verzichten können; daß es auch großen Handelskrise, er führt aber für die nächste Zeit zu großen von Arbeit als Frau, Mutter und Arbeiterin ebenso wie infolge in unserem eigenen Interesse unferem eigenen Interesse liegt, die Frau in den Anhäufungen von Kapital, zur Steigerung der kapitalistischen ihres geringen Verdienstes vielfach außer stande, sich durch Reihen des arbeitenden Proletariats zu haben, weil Profite und zu gleicher Zeit damit zur größeren produktiven An- Organisation selbst zu helfen. Die Frauen bedürfen des st a at sie nur dadurch für den sozialen Befreiungskampf erzogen und Spannung der Arbeiterklasse, die dem Kapital die Reichthümer zu lichen Schutzes umsomehr, als sie die Mütter der künftigen zu unserer Wiittämpferin wird. Die Vorfigende, Frau verschaffen hat. Aufgabe der Sozialdemokratie ist es, diese Generation find, förperlich ruinirte Frauen aber keine gefunden Rohrlack, erklärt noch, sie fasse das Echweigen der bürgerlichen wirthschaftliche Situation dazu auszunutzen, um den Arbeitern, Rinder gebären können. Der geringe bestehende Schuß ist von Frauen so auf, daß diese durch persönliche Gründe am öffent anstatt verschärfter Ausbeutung, verkürzte Arbeitszeit und erhöhte der Sozialdemokratie erkämpft, er tommt aber nicht voll zur lichen Reden hier verhindert feien, innerlich aber den in den Arbeitslöhne zu erringen. Geltung, weil er z. B. die ganze Hausindustrie gar nicht betrifft. fozialdemokratischen Franenversammlungen vorgetragenen Prins Der Parteitag hält den Zeitpunkt für geeignet, um eine all- Die Rednerin geißelt sodann die einzelnen Punkte des in Deutsch zipien zustimmten. Mit einem brausend aufgenommenen Hoch gemeine Agitation für den gefeßlichen achtstündigen Normal- land geltenden gesetzlichen Arbeiterinnenschutzes und kommt zu auf die sozialdemokratische Frauenbewegung wird die Versamm arbeitstag zu eröffnen. dem Schluß, daß dieser vollkommen ungenügend und die Ursache lung um 2 Uhr nachmittags geschlossen. Die Erringung des Achtstundentages ist undenkbar, ohne ist, daß die Frauen ſiech und dit on the geborenen Der in Nr. 225 des Vorwärts" enthaltene Bericht über ihnen gleichzeitiges Zusammenwirken der Gewerkschaften und der Kinder lebensunfähig find, so daß lettere zu einem sehr großen politischen Arbeiterpartei. Deshalb verweist der Parteitag die Prozentsaz im Säuglingsalter sterben. Der Frauenkongreß hätte mein Referat, Die Lage der Arbeiterinnen" enthält einen, vielleicht fozialdemokratischen Arbeiter auf ihre Pflicht, sich den gewert sich mit solchen Fragen und nicht beispielsweise mit der„ Kostüm- durch ein Mißverständniß hervorgerufenen, Irrthum. schaftlichen Organisationen anzuschließen und für die Füllung frage" beschäftigen sollen. Es muß ein wirklicher durchgreifender der Streitfassen zu sorgen. gesetzlicher Arbeiterinnenschutz geschaffen werden. So ein wirk Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird beauftragt, licher Schuh für Wöchnerinnen; die Arbeit in Industrien, die einen Gesezentwurf bezüglich Einführung des Achtstundentages auf den weiblichen Organismus besonders schädlich einwirken, muß Nach dem Bericht hätte ich mich über Anschauungen der Frau Gnauck- Kühne geäußert, die ihr unbedingt zu einer in der Sonntags- Nummer des Vorwärts" abgedruckten Buschrift Ver anlassung geben mußten. Ich habe aber nur Frau G.-R. als den würden aus # = " M den Zengin dafür zitirt, daß unsere Behauptungen über die Lage der Recht ein, in gewiffem Maße in der Innung mitzureden. Die die Haltung der Hilfearbeiter, die sich von den Brauern zuric Arbeiterinnen keine übertriebenen sind. Das, worüber Frau G.-K. Vertretung der Gesellen sei jedoch in einer Weise festgesetzt, gefeßt fühlten, nur in dem Sinne habe er auch die von den berichtigt, sagte ich im allgemeinen von den bürgerlichen Frauen. welche den Meistern in allen Fällen die Mehrheit und damit Hilfsarbeitern vorgenommene Wahl einer Ausgleichskommission Marie Greifenberg. bie Macht sichert, auch sei es ja befannt, daß gebilligt. Schapper sucht den Austritt der Hilfsarbeiter man Gesellen, die sich etwa durch Opposition in aus der Kommission damit zu rechtfertigen, daß dieselben Soziale Rechtspflege. Innungs Versammlungen mißliebig machen würden, von machen würden, von den Brauern sich vernachlässigt fühlten, trotzdem durch Entlaffung unschädlich zu machen pflege. Was aber nicht gewillt wären, gegen die Brauer aufzutreten. Einen intereffanten Rechtsstreit erledigte dieser Tage das den Gesellen zugestanden werde, sei nur ein Scheinrecht, daher Neumann hält die Ursachen des Austritts nicht für Reichs- Versicherungsamt. Die Picherei der Münchener Salvator habe die Vorlage für die Arbeiter gar keinen Werth. Aber auch gerechtfertigt, da die Hilfsarbeiter, auf sich allein gestützt, Brauerei hat ein Dach aus Wellblech, das von den Brau- den Handwerkern werde sie nichts nutzen, selbst wenn ihnen nichts ausrichten fönnen. Daß die Vorkommnisse im Münchener burschen, wie in Bayern die Brauereigehilfen genannt werden, außer den Zwangsinnungen auch noch der Befähigungsnachweis Brauhaus daran schuld seien, hält Kröpke nicht für zutreffend. öfter als Erholungsstätte benußt wurde. Als der Brauer Schabet zugestanden werde. Im günstigsten Falle tönnten einige größere Ueber das Verhalten der Hilfsarbeiter entspinnt sich nun eine am 10. Mai 1895 in der Mittagspause das Dach ebenfalls aus Meister Vortheil von solchen Einrichtungen haben, wogegen die längere und lebhafte Diskussion, an der sich abwechselnd Tröger, einem der darüber liegenden Fenster wie üblich betrat, brach er kleinen dem Konkurrenzdruck der kapitalistischen Betriebe rettungslos Eiermann, Klappschuß, Wiedemann, Preuß, durch und Schabet stürzte mit einem Stück Wellblech in die erliegen müßten. Diese hätten also nicht in einer Zunftorganisation, Neumann und eine Anzahl anderer betheiligten. Ein Antrag Tiefe. Auf dem granitnen Boden Pichraums zer fondern nur im Anschluß an die Sozialdemokratie ihr Heil zu Klappschuß( Böttcher), zunächst besondere Versammlungen der fchmetterte er sich den einen Arm, außerdem trug er fuchen, welche danach strebt, daß aller Segen der Arbeit auch den Brauer, Böttcher und Hilfsarbeiter einzuberufen, um Vorschläge zur noch andere Verlegungen davon. Sein Anspruch auf Arbeitenden zu theil werde. Den Handwerkern müsse man also Wahl für die Agitationskommission zu machen, wurde nach längerer Unfallrente wurde von der Brauerei und Mälzerei- Berufs- rathen: nicht Anschluß an die reaktionären Bunftbestrebungen, Distuffton abgelehnt und die Wahl der neuen Kommission genossenschaft nicht anerkannt und auch das Schiedsgericht wies sondern Fortschritt zum Sozialismus. aus sechs Mitgliedern bestehend, sofort vollzogen. Gewählt ibu ab. Das Reichs- Versicherungsamt, welches sich dann mit der In der Debatte nahmen die Genossen Klammed und wurden von den Böttchern Neumann, Gilbinger, Sache zu befassen hatte, veranstaltete eine umfangreiche Beweis- Knoll das Wort. Sie schilderten einzelne Borgänge, die sie cert; von den Brauern: Gandorfer, Holz und erhebung. Die Direktion der Brauerei gab dem Amte die als Mitglieder des Gesellenausschusses in der Bäckers resp. Richter. Als Revistonskommission: Hodapp, O. 28olf Auskunft, daß ihr von dem Unfug" der Benutzung des Steinfeger- Innung erlebt haben, und kamen zu dem Schluß, daß und E. Wolf. Als Delegirter zur Gewerkschaftskommission Daches nichts bekannt gewesen sei und daß fie diese die Gesellenvertretung in den Innungen nur ein Schein wird Preuß gewählt. Auf Anregung durch Eiermann im anderen Falle entschieden verboten haben würde, recht sei. wird hierauf folgende von Krieg gestellte Resolution gegen wie es auch einem Dienstmädchen untersagt worden sei, awei Stimmen angenommen: Die Versammlung beauftragt das auf dem Dache Betten zu sonnen. Das Dach hätte nur den Zweck, das Thema, mit dem sich am Sonntag Vormittag eine öffentliche nachweises der Ringbrauereien in Verbindung zu setzen und Stellungnahme zu dem Streik der Buchbinder lautete Bureau der Versammlung, sich mit dem Kuratorium des Arbeitsdie darunter befindlichen Fässer und Maschinen und die an diesen Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der dasselbe zu ersuchen, in furzer Zeit und zwar an einem Sonn beschäftigten Arbeiter vor den Unbilden der Witterung zu schüßen. Karton- Branche in Keller's Gaal, Roppenstraße 29, tag eine Versammlung einzuberufen und in dieser Versammlung Einige Brauer bestätigten, daß sie sich häufig in den Pausen auf das beschäftigte. Einleitend bedauert Jo ft den schwachen Besuch der Bericht über die während der letzten 2 Jahre erfolgten Thätig Dach gefeht hätten, während der Braumeister aussagte, es habe darauf Versammlung, welches den Anschein erwecke, als sei in den feit des Kuratoriums zu erstatten." Nach Erledigung einer niemand etwas zu thun gehabt. Das Urtheil des Rekursgerichts Reihen der Kartonarbeiter wenig Intereffe für die Bewegung Reihe von persönlichen Bemerkungen wurden die ziemlich leb lautete auf Abweisung und wurde folgendermaßen begründet der Buchbinder vorhanden. Alsdann schilderte Redner die Erfolge haften Verhandlungen geschlossen. Wenn ein Arbeiter ein ungeschüttes Dach, das sich außerdem auch der Buchbinder und Lederarbeiter, daraus den Schluß ziehend, daß wegen seines schrägen Abfalles zum Aufenthalt von Menschen nicht durch gemeinsames, planmäßiges Handeln gleichfalls ein Sieg eignet und das keinen Bugang hat, dennoch durch ein Fenster der Kartonarbeiter als gesichert erscheine. Nur sei Vorbedingung tag in den Arminhallen tagte, beschäftigte sich mit dem bisherigen Eine öffentliche Versammlung der Glaser, die am Sonn besteigt, dann müsse man annehmen, daß er sich außerhalb des der feste Zusammenschluß in Betriebes gesetzt habe. Zu gunsten des Klägers hätte indeffen habe geglaubt, der Organisation. Man Verlauf der Lohnbewegung. Nach den Ausführungen von in betracht kommen können, wenn die Benutzung des Daches erdie Angehörigen in der Kartonbranche Starte sind die Forderungen bis zur Zeit in 32 Werkstätten laubt gewesen oder doch geduldet worden wäre. Die Beweiseigener Initiative die augenblicklich günstige mit 160 Kollegen vollständig, in 8 Werkstätten mit ca. 70 Kol erhebung habe jedoch dies nicht ergeben. Die beklagte Berufs- Konjunktur für sich auszunuzen suchen, jedoch scheint die Ent legen theilweise bewilligt worden. Der Redner bezeichnete diesen erhebung habe jedoch dies nicht ergeben. Die beklagte Berufs- muthigung genossenschaft sei deshalb nicht verpflichtet, dem Kläger eine Rente noch die Oberhand zu haben. Dies sei tief bedauerlich. Redner Werkstätten der Branche sind, genossenschaft sei deshalb nicht verpflichtet, dem Kläger eine Rente muthigung über den vor sechs Jahren verlorenen Streit immer Grfolg als einen glänzenden, um so mehr, als es die maßgebendsten zu gewähren. in welchen unter beleuchtet nun an der Hand statistischen Materials die Lage neuen Bedingungen gearbeitet wird. Durch den partiellen Streik Der im großen und ganzen segensreichen Pragis des der Arbeiterinnen in der Kartonbranche bei den einzelnen soll versucht werden, auch in denjenigen Geschäften, die sich bis Gewerbegerichts haften hier und da noch allerlei Schlacken Punkten, als Lohn- und Arbeitsverhältnisse, Arbeitszeit, jetzt ablehnend verhalten haben, die Forderungen durchzudrücken. an, zumeist Ausflüsse des juristischen Drills der Vorsitzenden. Sanitäre und sittliche Zustände in den Betrieben 2c. Des Jn mehreren Werkstätten haben sich die Kollegen entschlossen, Dazu ist z. B. die Uebung zu zählen, ein kurz nach Belängeren verweilend. Energisch fordert er die Anwesenden auf, nachträglich die Forderungen zu stellen. Von verschiedenen endigung eines Arbeitsverhältnisses von denselben Personen endlich sich zu ermannen und das Beispiel der Buchbinder- und Rednern, von denen eine Anzahl Werkstätten namhaft gemacht geschlossenes neues Arbeitsverhältniß als Fortseßung des ersteren Lederarbeiter nachzuahmen.( Beifall.) In der Diskussion be- wurden, in welchen die Forderungen noch nicht bewilligt zu betrachten und darauf alle früher verabredeten Engagements- merkt Greifenberg, daß in mehr denn 90 Prozent der sind, mitunter noch gar nicht gestellt worden waren, bedingungen, wozu ja auch die Bedingungen der Lösung der Kartonfabriken die vorgeschriebenen Pausen nicht inne gehalten wurde die Flauheit und Gleichgiltigkeit, wovon die gegenseitigen Beziehungen gehören, mit einem juristischen werden, ebenso wenig Achtung schenke man den Arbeitsordnungen. So schwache Betheiligung an den Wertstätten Konferenzen Sprunge zu übertragen. Auch die Kammer IV hat hieran in arbeiten Arbeiterinnen z. B. im Betriebe von Erdmann, zeugt, eines Theils der Kollegen scharf gerügt. Ueber die Firma der Klagesache des Drechslers F. gegen den Meister Geisler Beuthstraße, von morgens 6 bis 8 Uhr abends, und trotz der Wahl u. Sohn, die jetzt die Forderungen bewilligt hat, wurde neuerdings festgehalten. Der Kläger verlangte eine Lohn langen Arbeitszeit werden Pausen nicht regelrecht als solche ge- die Sperre aufgehoben. Der Streitkommission wurde anheim entschädigung für 14 Tage, wogegen der Beklagte geltend machte, halten. Daß in der Kartenbranche sehr leicht etwas zu erreichen gegeben, denjenigen Arbeitgebern, welche bisher noch nicht bedie gefeßliche Kündigungsfrist sei ausgeschloffen gewesen. Im ist, dafür zeuge, daß durch eine einzige Wertstubenversammlung willigt haben, die Forderungen noch einmal schriftlich zu unterLaufe der Verhandlung wurde dann festgestellt, daß der Kläger die Firma Jacobson sich gemüßigt fühlte, von selbst die breiten und bei Nichtbewilligung bis nach der verflossenen zweimal bei Geisler in Arbeit geftander hatte, daß nur beim Löhne zu erhöhen. Man möge weiter bedenken, daß Bedenkzeit über dieselben die Sperre zu verhängen. Gleichersten Engagement die Kündigung ausgeschlossen worden Kaitonarbeiterinnen augenblicklich in allen Zeitungen gesucht falls soll auch weiterhin die Kommission die Verbindung war und daß zwischen beiden Arbeitsverhältnissen neun werden, jeder Vorstoß der Kartonbranchen müsse unausbleiblich mit den Kollegen in den einzelnen Werkstätten aufrecht er= Tage lagen. Trotz dieses Thatbestandes und obwohl das mit dem Siege derselben enden. Er ersucht schließlich, überall halten und Werkstätten Konferenzen einberufen. Gewünscht erste Arbeitsverhältniß durch ausdrückliche Entlassung Werkstätten- Delegirte zu ernennen. Im Sinne der Vorredner wurde, daß der Kommission die Berichte über das Resultat des Klägers beendet worden war, sab der Gerichtshof in dem äußern sich gleichfalls mehrere Arbeiterinnen und wurde geklagt, der Verhandlungen präziser als bisher zugesandt werden, zweiten Arbeitsverhältniß eine Fortsetzung des ersten und wies daß man bereits versuche, an den Maschinen ungelernte Ar- um stets von den Verhältnissen unterrichtet zu sein. Beschlossen die Klage mit der Begründung ab, daß der vormalige Kündigungs- beiterinnen unter 16 Jahren zu beschäftigen. Nach einem wurde ferner, zur Feier des errungenen Neunstundentages ein ausschluß in traft geblieben sei.--Ist es schon verfehlt, fernigen Schlußwort Joft's unterzieht Greifenberg das Vergnügen am 28. November in den Arminhallen abzuhalten. überhaupt ein in sich abgeschlossenes Vertragsverhältniß als Treiben der Unternehmer einer längeren Betrachtung, wonach die Nachdem Schulz und Rochow in längeren Ausführungen Fortsetzung eines anderen, gleichfalls scharf begrenzten zu be- gefeßlichen Bestimmungen für die Beschäftigung ihrer Arbeite- zum Anschluß an den Zentralverband aufgefordert hatten, era trachten, so ist es dieses aber noch weit mehr, wenn die Zwischen rinnen stets umgangen werden. Er hält dafür, daß die Kontrolle folgte der Schluß der Versammlung mit einem Hoch auf die zeit so groß ist, wie im vorliegenden Falle. der Betriebe durch nichtuniformirte Beamte vorzunehmen sei. Sozialdemokratie. So arbeite bei Jacobson ein Mädchen unter 16 Jahren an en einer Maschine selbst auch die Pausen hindurch, und trotzdem Die Lithographiesteinschleifer waren in mäßiger Bahl am sinden Behörde und Fabrikinspektor alles in bester Ordnung; Sonntag Vormittag in Buste's Lokal in der Grenadienstr. 33 Ueber die Jnnungs- und Handwerker- Vorlage hielt der nach dem Betriebe fich da einfach düpirt, der Portier jeden, versammelt, um, wie der Einberufer Rose erklärte, unter sich Genosse Schippel am Sonntag in einer Volksversammlung dem Komptoir verweist. dem Betriebe sich zu begeben wünscht, nach Klärung zu schaffen, wie sich die Branchenangehörigen zu einer Solches treffe für viele andere Lohnbewegung stellen würden. Seinem Referat fandte er voraus, des ersten Wahlkreises einen interessanten, mit Beifall auf Fabriken gleichfalls zu. Nachdem man Nachdem man von verschiedenen daß diese Versammlung auf speziellen Wunsch einer ganzen Reihe genommenen Vortrag. Noch in den sechziger Jahren so fagte Seiten ersucht hatte, die Zeichnungen auf den zirkuliren engerer Berufskollegen stattfände; er jedoch zu seinem Bedauern Der Redner bewegte sich die Handwerfer- Agitation in freiheit den Listen der Buchbinder recht rege vorzunehmen rege vorzunehmen und vergessen habe, vorerst mit dem Vertrauensmann darüber Nücklichen Bahnen und war auf die Erlangung der vollen Gewerbefreiheit gerichtet, worauf dann die Einführung einer diesem Ber- auf die Dienstagversammlung der Buchbinder aufmerksam ge- sprache zu nehmen. Definitive Beschlüsse seien in der Versamm langen entsprechenden Gewerbe- Ordnung im Norddeutschen Bunde macht war, trat Schluß der Versammlung ein, die sich während lung indessen nicht zu fassen. Richtig sei, daß in Betrieben, wo Drucker und Lithographen ihre Forderungen bewilligt ererfolgte. Gleichzeitig entwickelte sich aber in Deutschland der Debatte noch verhältnißmäßig gut gefüllt hatte. hielten, sie sich auch mit den Schleifern solidarisch zu erklären der kapitalistische Großbetrieb mehr und mehr, die Kleinbetriebe In einer öffentlichen Versammlung der Brauer und hätten, bis deren Forderungen ebenfalls bewilligt seien. Analog fchmolzen zusammen und die Lage der Handwerker wurde infolge Böttcher am Sonntag Nachmittag referirte Genoffe Wagner dem Steigen der Löhne der Lithographen und Drucker müßten der Konkurrenz des Großbetriebes eine sehr bedrängte. Die über Religion in der Boltsschule". Eine Diskussion fand wegen die Löhne der Schleifer fich ebenfalls steigern, im Minimum zu Handwerker, welche wohl merkten, daß es ihnen schlecht ging, der vorgerückten Zeit und der reichhaltigen Tagesordnung nicht der Höhe, die ein menschliches Dasein einer Familie ermöglicht. erkannten jedoch nicht den Kapitalismus als ihren Freund, statt. Eiermann erstattete hierauf den Kassenbericht der Mit dem maschinellen Fortschritt würden gerade an die sondern firebten vielmehr nach Wiedereinführung der Agitationskommission vom 2. Februar bis 27. September ds. Js. physischen Leistungen der Schleifer fietig größere Analten Zunftverfaffung, in der Hoffnung, mit ihr auch Der frühere Best and betrug 25 M., die Einnahmen ins- sprüche gestellt, dadurch, daß sie mit immer größeren die guten Zeiten des Handwerts wieder aufleben aufleben zu gesammt 692,25 M.; die Ausgaben 558 m., fo daß ein Steinen zu hantiren hätten. Begreiflich sei, daß die Drucker sehen. Dieser reaktionäre Bug Der Handwerkerbewegung Best and von 134,25 m. verbleibt. Redner bedauert hierbei, als gelernte Arbeiter die schwerere physische Arbeit von wurde vom Fürsten Bismarck dazu benutzt, die Hand- daß leider immer noch nicht sämmtliche Sammellisten vom sich weisen, doch geschähe dieses auf Kosten der ungelernten Arwerker für die konservative Partei einzufangen und sie als Wert verflossenen Ausstand eingegangen seien. Wenn die immer noch beiter; andererseits lehrten Erfahrungen, daß viele Drucker sehr zeuge bei der Durchführung seiner reaktionären Politik zu be ausstehenden Listen troß aller Mahnung nicht eingehen sollten, wenig Solidarität bewiesen, in Fällen, wo sie die Schleifer bei nußen. Hätte er die Wünsche der Bünstler voll befriedigt, dann müsse man einfach die Namen der Inhaber veröffentlichen und ihren Forderungen unterstüßen müßten, weshalb ein gewisser würden diese bald zu der Einsicht gekommen sein, daß auch die das weitere veranlassen. Neumann( Böttcher) wünscht, daß Mißmuth und äußerst mangelhafte Betheiligung an den Sammschönste Zunftordnung mit Zwangsinnung und Befähigungs- zur Prüfung des Kaffenberichts Revisoren gewählt werden mögen, lungen zum Kampffonds Plaß gegriffen hätten. Aeußerst nothnachweis fie nicht Dor der übermächtigen Konkurrenz während Eiermann der Ansicht ist, daß man die Prüfung wendig sei aber eine recht eifrige Betheiligung an den Samm des Großbetriebes schützen könne. Daher wurden die Mittel, die ruhig der neuen Agitationsfommission überlassen könne. Neumann lungen und an der Agitation zu der bevorstehenden Lohndem darniederliegenden Handwerk helfen sollten, demselben nach erstattet nunmehr, bevor die Neuwahl stattfindet, Bericht über die bewegung; hierzu seien vor allen Dingen schleunige werkund nach verabreicht; die Arznei wurde dem franken Manne Thätigkeit der Agitationskommission, die leider nicht allen stattbesprechungen erforderlich, deren Resultate dem Vertheelöffelweise eingegeben, um ihn bei guter Laune zu erhalten. Wünschen gerecht werden konnte, weil eine Zersplitterung trauensmann sofort mitzutheilen feien. Hauptsächlich Auf diese Weise konnte man die Bünftler, wenn sich das eine der Kräfte durch das Ausscheiden der Hilfsarbeiter, die sei das Erscheinen aller Brauchenangehörigen in den nächsten Mittel als unwirksam erwies, auf das nächste verträsten und sich auf eigene Füße stellen wollten, eintrat. Jedenfalls öffentlichen Bersammlungen ungefäunite Pflicht derselben. In sie in der Hoffnung auf endliche Erfüllung ihrer Wünsche sei dies zu bedauern, da den Ringbrauereien gegenüber der nun folgenden recht regen Diskussion wurden theils die Ausim Lager der Regierungspartei halten. So wurden ein geschlossenes und einheitliches Vorgehen aller in Frage führungen Rose's ergänzt, allgemein wurde eine Lohnaufbesserung denn in den Jahren 1881-87 die verschiedenen Abänderungen kommenden Arbeiter nothwendig sei. Es sei demnach mit Be- als dringend nothwendig befunden. Fälle wurden angeführt, in der Gewerbe- Ordnung im Sinne der Handwerkerbestrebungen ge- ftimmtheit zu erwarten, daß die Hilfsarbeiter, wenn alle Miß- benen Schleifern bis zu 12 W., aber auch Steindruckern bis zu geben, wodurch man die Zünstler sechs Jahre lang hinhielt. verständnisse aufgeklärt und Mißbelligkeiten beseitigt, fich mit 14 M. herab gezahlt würden. Die Minimalgrenze Endlich mußten aber doch, um die Geduld der Handwerker nicht den Brauern wieder zu gemeinsamer Arbeit vereinigen und an wurde verschiedentfach verlangt, und zwar in der Höhe zu erschöpfen, auch ihre weitergehenden Wünsche befriedigt werden, der Agitationskommission theilnehmen werden, denn hätte man von 21 M., 18 M. und 22,50 M. Auch wurde behauptet, daß und so brachte denn Herr v. Bötticher, nachdem die große Handwerker von Anfang an eine Aufklärung gegeben, dann wären die Hilfs die geforderten Minimallöhne von den Unternehmern schlankweg Tonferenz 1891 und der Kongreß der Bünstler 1892 getagt hatte, seinen arbeiter nicht ausgeschieden. Jetzt werde man unbedingt darauf als Normallöhne betrachtet würden, und es vorgekommen sei, Entwurf, betreffend Handwerkerkammern ein. Da in diesen fehen müssen, den Hilfsarbeitern die Theilnahme an der Kom- daß bei solcher, ob wissentlich oder unwissentlich, verkehrten Ans Kammern nicht nur die organisirten, sondern auch die außerhalb mission zu sichern. Auch die Brauer und Böttcher müßten in schauung jede Lohnaufbesserung abgelehnt wurde, mit dem Hin der Innungen stehenden Handwerker vertreten sein sollten, so Bukunft wieder gefchloffen zusammen gehen, da es voraussichtlich weiß, daß die Gewerkschaft ja den Lohn festgesetzt habe. Nach fürchteten die Bünftler wohl mit recht, daß fie hier in der sehr viel Arbeit geben würde. Denn es sei nothwendig ge- längerer Debatte war das einstimmige Ergebniß der Verhand Minorität bleiben würden, und der Entwurf tam daher nicht worden, daß man dem ganzen Verhalten der Ringbrauereien lungen folgendes:" Die Versammlung ist mit den Ausführungen zur Annahme. Die gegenwärtige Vorlage erfüllt ja nun einen gegenüber namentlich in bezug auf den Arbeitsnachweis des Referenten einverstanden betreffs Festsetzung eines Minimal lange gehegten Wunsch der Zünstler, indem sie die Zwangs eine andere Tattit einschlage als bisher, daß der Arbeitsnachweis lohnes, überläßt jedoch alle weiteren Schritte wegen Einleitung innung einführt, der jeder Handwerker, welcher eins von den nicht blos auf dem Papier, sondern auch in Wirklichkeit bestehe. der Bewegung hierzu der bestehenden Organisation." aufgeführten 80 Gewerben betreibt, angehören muß. Es wird Damit werde man nicht nur eine Anzahl Mißstände beseitigen, barin offen eingestanden, daß den bisherigen freiwilligen sondern der ganzen Brauer- und Böttcherbewegung wieder einen Berichtigung. Im Versammlungsbericht des Vereins der Junungen nur ein Zehntel der Handwerker angehören, und daß träftigen Impuls geben zum ferueren Gedeihen. Da auch die graphischen Arbeiter und Arbeiterinnen ist eine Erklärung von daher auf dem Boden der Freiwilligkeit ein Aufblühen des Organisation seit dem Boykott zurückging, glaubte das Kura- mir mit bezug auf die Buchbinderbewegung nicht genau wiederInnungswesens nicht zu erwarten ist. Der Nebner behandelte torium der Ringbrauereien, den Arbeitsnachweis zu umgehen, gegeben. Der Sachverhalt war folgender: Ein Mitglied der eingehend die einzelnen Bestimmungen der Vorlage und er um nicht nur Lohnbrückereien vorzunehmen, sondern nament Firma Littauer und Boysen stellte die Anfrage, ob es wahr sei, läuterte deren Bedeutung. Es laffe fich nicht verkennen, daß lich von auswärts tommende unorganisirte Arbeiter einzu daß ich die Lithographen und Steindrucker dieser Firma, in einer der Entwurf feine Spize gegen die Arbeiterbewegung richte. ftellen. In einigen Fällen aber seien auf Veranlassung der Kartellsigung dem Vertrauensmann der Buchbinder gegenüber, Die Einrichtung der der Gewerbegerichte, wir endlich Brauer die betreffenden wieder entlassen, bezw. zum Ein- verpflichtet habe, mit den Buchbindern gem infam in eine Lohnnach langen Bemühungen erreicht haben, werde durchbrochen tritt in die Organisation veranlaßt worden. die Organisation veranlaßt worden. Es werde bewegung einzutreten. Diese Anfrage wurde von mir verund die gewerbliche Rechtsprechung ihres einheitlichen Charakters in Zukunft überhaupt nothwendig werden, mit dem Kuratorium neint. Eine bejahende Antwort konnte nicht gegeben werden, entkleidet, indem sie zum theil in die Hände der Jnnungs- Schieds- ein ernſtes Wort zu reden, worüber die heutige Versammlung weil eine solche Sache zunächst Angelegenheit der Kollegen selbst gerichte gelegt werde. Nun enthalte ja die Vorlage auch einige einen Beschluß herbeiführen möge. Steiner begründet hierauf und in zweiter Linie Sache der Lokalverwaltung ist. Otto liberal aussehende Bestimmungen; sie räumt den Gesellen das sein und Schüler's Ausscheiden aus der Kommission durch Sillier. Versammlungen. werden fte Sozialdemokratischer Verein Verband aller in der MetallAchtung! Achtung! für den 2. Berl. Reichstaga- Wahlkreis. Juustie beschäftigten Arbeiter Genosfinnen«. Genossen! General- Versammlung am Dienstag, den 29. September, abends 1/29 Uhr, bei Herrn Martens, Friedrichstr. 236. A Zages Ordnung: 1. Bericht des provisorischen Vorstandes. 2. Bericht des Kassirers. 8. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 4. Vereinsangelegenheiten event. Anträge. Induſtrie Berlins n. Umgegend. Todes- Anzeige. Am 25. Sept. starb unser Mitglied der Schlosser Volksversammlung Theod. Beierle. am Dienstag, den 29. September 1896, abends 81, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, 5. Vortrag des Genossen O. Antridt über: Was lehrt uns der Prozeß den 29. Sept., nachm. 4 Uhr, von der Hinge und Genossen. Die Mitglieder werden ersucht zahlreich zu erscheinen. Achtung! 238/16 Der Vorstand. Achtung! Gasanstalts- und Kohlenarbeiter. O Charitee nach dem Elisabeth Kirchhof, Prinzen Allee statt. Um rege Be theiligung ersucht 110/4 Der Vorstand. Hiermit sage allen Freunden und Bekannten, welche sich an der Beerdigung meines lieben Mannes betheiligt haben, insbesondere seinen Dienstag, 29. Sept., abends 8, Uhr, in Meyer's Fettsälen, Kollegen der Fabrik Bechstein, Müllerstr. 7: Große öffentliche Versammlung. Tages Drdnung: 1. Wie stellen wir uns zur jetzigen Gasanstaltsarbeiter- Bewegung. 2. Diskussion. Die Streikkommission. Verband aller in der 42/4 Tages Ordnung: 1. Die Bedeutung des Parteitages für die Frauen. Referentin Frau Lily Brann( v. Giczycki). 2. Wahl der Delegirtinnen zum Gothaer Parteitag. 3. Berichterstattung der Revisorinnen in Sachen des geschlossenen Frauen- und Mädchen- Bildungsvereins. Alle gewesenen Mitglieder des geschlossenen Bildungsvereins werden dringend ersucht, in dieser Versammlung zu erscheinen. 2/19 Die Vertrauensperson: Frau Gerndt. Achtung! Achtung! Genossinnen, Genossen! sowie auch dem Musikverein meinen Mittwochy, den 30. September, abends 81/2 Uhr, bei Herrn Schneider, innigften Dant. 688b Belforterstr. 15: Wwe. Aug. Gaffer. Achtung. Meine Frau Helene geb. Kind zu Große öffentliche Boltsversammlung. Steglig hat mich verlassen. Ich warne jedermann, ihr auf meinen Namen zu über: borgen, da ich für nichts aufkomme. Karl Bennewitz, Schöneberg, Sedanstraße 49. 6876 Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Für nur 4', Mark Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 30. September 1896, abends 8 Uhr: Große Versammlung der Gürtler, Drücker und verwandten Berufsgenossen in Henke's Salon", Naunynstraße 27. Tagesordnung: 1. Der Stand unserer Bewegung und unsere weiteren Maßnahmen. 2. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Es ist Pflicht aller Kollegen zu erscheinen. Alle auf die Lohnbewegung bezüglichen Mittheilungen, Anfragen etc. find an das Verbandsbureau, Berlin S, Annenstr. 39, zu richten. Der Vorstand. 110/5 Achtung! Schlosser! In nachstehenden Werkstellen befinden sich die Kollegen noch im Aus: stande: Bothmann, Neue Jakobstr. 5; de la Vari, Rastanien- Allee 10; Rössemann, Rafianien- Allee; Wilh. Donner, Rixdorf, Mariendorfer: Weg 66; Jean Violet, Kronenftr. 8; Pinnow, Ballisadenstr. 34. 116/5 Der Vertrauensmann der Berliner Schlosser: Baul Quast, Höchstestr. 4. Möbel- Magazin Berlin NW., Bremerstrasse 67. liefere e. vorzüglich gestimmtes Accordeon m. 3fachem Balg, Stahleckenschonern, großart. 3/1 Tagesordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Genossen Heinrich Schulz Wider unsere Prügelpädagogen." 2. Diskussion. Die Frauen und Mädchen sind besonders eingeladen. Die Einberuferin: Frau Schädlich. Achtung! Bilderrahmenmacher! Dienstag, 29. Sept., abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Große öffentliche Versammlung Ton, beste und billigste aller in der Bilderrahmenbranche beschäftigten Arbeiter Ziehharmonita- Schulez. Selbstlernen nebſt prächt. Delbild gratis. Da selbst Fabrikant, liefere alle Sorten und Arbeiterinnen. Der Einberufer. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht und ist Musikinstrum., Accordzitbern, Guitarren, es unbedingte Pflicht eines jeden Kollegen in dieser Bersammlung zu erscheinen. Musikwerke, Violinen, Spezialität: 44/13 Konzert Ziehharmonika zu Fabrikpreisen geg. Nachn. oder Voreinsend. d. Betrages. F. W. Oertel, Klingenthal in Sachfen. Straußfedern, Blumen * Sattler, Niemer und Täschner! Mittwoch, 30. September, abends 8 Uhr, bei Cohn's, Benthar. 20: Oeffentl. Versammlung. besondere Spezialität, zu Engrospreisen d. h. die Hälfte billiger als anderswo. Phantastefedern, Hutblumen, sowie hoch& ölln am Wasser 23, 1 r., eben- 2. Bericht der Gewerbegerichts- Beisiger. 3. Verschiedenes. garnirte Köpfe 2c. B. Leutge, Neu- Tagesordnung: 1. Was lehren uns unsere bisherigen Lohnkämpfe. 268/12 daselbst Waschfedern 25 Pf.. Krause1r., Die Agitations- Kommission. daselbst Waschfedern 25 Pf.. Krausefedern 10 Pf. J. A.: Bruno Pörsch, Staligerstr. 141a IV. Künstl. Zähne Nervtödten 1 Möbel Oftbabi- Gebäude. beita. Plomb.1,50.Theilzahlg. Rep. sof. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 9-6 Uhr. Otto& Slotawa, Lischlermeister. Hackescher Markt 4 J. Brünn ( Ecke Neue Promenade) Sarg- Magazin 2. Geschäft: Gotzkowskystr. 3.( 58002) und Beerdigungs- Comtoir. Am Stadtbahnhof Aeltere zurückgesehte Lagerbestände meiner Börse. Teppiche! Gardinen! Steppdecken! Fertige Wäsche! Leinenwaaren! gelangen nunmehr zu ganz außergewöhnlich billigen Preisen zum Ausverkauf. Vereinsgeschäft. 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