Aerkiner Social-Politisches Wochenblatt. Inhalt: Die christlich-soziale Aera.— Nationalisa- tion der Produktionsmittel.— Die sozialistische Presse in Frankreich.— Die Literatur und die Arbeiterbewegung. Das Gnadenbrod.—(sine Jdealistin.— Die ansländischc Arbeiterbewegung im Jahre 1887. Politische Nachrichten.— Kleine Mitthei- lungcn.— Maßregelungen, Prozeste.— Vermischtes.— Bereine und Versammlungen. Einladung pn Abonnement. Wir bitten die Freunde unseres Blattes, recht eifrig für seine weitere Verbreitung einzutreten. Wir haben nach besten Kräften der Sache der Arbeiter zu dienen gesucht, mögen nun die Arbeiter auch das Blatt mit voller Energie unterstützen. Aus diesem Zusammen- wirken werden beide Theile immer neue Anregung und Kraft schöpfen. Die „Berliner IWIts-Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Der Abonnements- preis beträgt für Berlin monatlich 50 Pf.(frei in's Haus). Bei Bestellungen für Berlin wende man sich stets an den nächsten Zeitungsspediteur. Ist in Deutschland eine konservative chriklich soziale Aera möglich? Als vor einigen Wochen die Adventszeit begann, da hatte Herr Stöcker nicht nur als Prediger und im engen Kreise seiner gläubigen Gemeinde eine„frohe Botschaft" zu verkünden"— auch über den Politiker und Volks- redner war die Gewißheit des Beginnes einer neuen konservativen, christlich-sozialen Aera gekommen und der zweite Luther trat wieder in die Oeffentlichkeit hinaus mit dem ganzen unerschütterlichen Selbstgefühl, das ihn im Anfange der Berliner Bewegung auszeichnete und das ihm später die undankbaren Offiziösen mit Fußtritten austrieben. Und die Adventszeit ließ sich in der That gut an für Herrn Stöcker: er brauchte sich nicht nur auf die Worte eines hohen Herrn zu stützen, vielmehr kam ihm von allen Seiten Hülfe; alle kirchlichen und politischen Reaktionäre, denen selbst die heutige Reaktion noch zu milde scheint, krochen aus ihrer ohnmächtigen Abge- schiedenheit wieder hervor und fühlten und geberdeten fich als die Herren der Situatton. Ta— gerade als ein wahrer Siegestaumel im christlich-sozialen Heerlager ausbrechen wollte— ereignete sich etwas ganz Unerwartetes. Tie Offiziösen rückten wiederum an und fie traten vom ersten Augenblick an so fest auf, daß man sofort wissen konnte, sie handelten nicht auf eigene Faust, sondern erfreuten sich der Zustimmung ihres Oberstkommandirenden� Sie fuhren einiges grobe Geschütz auf, knallten auch ein paar Schreckschüsse ab— und die Helden � der neuen Aera zerstoben in alle Winde, als wenn es sich um einen nächtlichen Teuselsspuk ge- handelt hätte. Nur in der Presse glimmt vorläufig der Streit zwischen den konservativen Ultras und den Offiziösen weiter und dieser Streit dreht sich allmählich mehr und mehr um die Frage, wer denn eigentlich die konservative Politik mehr schädige: die Männer der„Kreuzzeitung" und des„Reichsboten" durch ihre„extreme" Stellung oder die Hintermänner der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" durch ihre„mittelparteiliche" Haltung. Damit ist der Gegensatz nunmehr von allen persön- lick en Zufälligkeiten eutkleidet, denen wahrlich nur politische Kinder und Fraubascn Bedeutung zulegen konnten, und zu einem Gegensätze tiefgehender politischer Richtungen geworden, der unsere eigene Partei zwar nicht direkt be- rührt, der uns aber willkommene Gelegenheit bietet, gewisse für jede herrschende Bourgeoispolitik unbedingt maßgebende Grundsätze von neuem klarzulegen und auf ihre praktischen Folgen hin zu prüfen. Ter Konservativismus, wie ihn die„Kreuzzeitung� und Herr Stöcker vertreten, zeigt sich auf kirchlichem und politisch-sozialem Gebiet in gleicher Weise als der würdige Sohn jenes Mucker- und Junkerabsolutismus, der nach den Freiheitskriegen das deutsche Volk entwürdigt und geknechtet hat und der schrittweise seine Herrschaft an das liberale Bürgerthum verlor. Diese Niederlagen, diesen Verlust an maßgebendem Einfluß können die„Extremen" der konservativen Partei noch heute dem Liberalismus nicht verzeihen; sie können es nicht über sich bringen, zu dienen, wo sie dereinst zu herrschen gewöhnt waren; sie sind noch heute die Unversöhnlichen, wo die Mehrzahl der Konservativen bereits Frieden mit dem Liberalismus ge- schlössen hat; sie wollen mit diesem die Herrschaft nicht t heilen, sondern ihm den Fuß aus den Nacken setzen. Freilich, auch der orthodoxeste Geistliche sperrt sich nicht dagegen und hat sich nie dagegen gesperrt, der Masse das„Entbehren" als erstes Gebot zu lehren, aber für ihn kommt— wie sich das z. B. bei der Sonntagsfrage ge- zeigt hat— erst das Beten für die Kirche und dann das Arbeiten für den Unternehmer, und er will auch dem Besitzenden nicht gestatten, sich aus dem kirchlichen Bet- saal in freigeistige Nebengemächer zu verlieren, er will auch den Besitzenden gegenüber herrschen und nicht ledig- lich Werkzeug sein. Dem Besitz aber ist dieses unzeit- gemäße Verlangen im hohen Grade lästig— hat er doch in der den kirchlichen Extremen verhaßten Schule und Bourgeoiswissenschaft viel mächtigere Hülfsmittcl zur Förderung seines Einflusses erkannt, als die Kirche heute noch bieten kann; er läßt sich daher auf die orthodoxen Wünsche nicht ein, so angenehm ihm auch die Unter- stützung seitens derjenigen Geistlichen ist, die sich bescheiden mit der Rolle von Handlangern des Kapitals begnügen. Aus diesem Jnteressenkonflikt drohen täglich größere Scharmützel aufzulodern. Aehnlich verhält es sich mit den ultra-konservativen Politikern. Auch diese sind keine zuverlässigen Stützen des herrschenden und noch immer zu neuen Siegen schreitenden kapitalistischen Systems. In ihnen lebt theilweise noch der feudale Geist fort, welcher den modernen großkapital- besitzenden Bourgeois als Emporkömmling verachtet— und beneidet, welcher den Grundbesitz nicht„mobilisirt", d. h. in den kapitalistischen Strudel voll und ganz hineingezogen sehen will, welcher dem feudalen Großgrundbesitz und seinem politischen Rückhalt, dem bäuerlichen und gewerblichen Klein- betrieb zu neuer Blüthe zu verhelfen strebt— gegen das seine Fangarme unersättlich weiterstreckende Großkapital. Freilich, auch der Feudalherr, diesseits und jenseits der Oder, lebt wie der geringschätzig behandelte Schlotjunker und Textilbaron von der Ausnutzung seiner Arbeiter, aber er vertritt eine ganz bestimmte, mehr und mehr in der Auslösung und Umwandlung begriffene Befitzschichte, deren (wirkliche oder vermeintliche) Interessen sich nicht immer mit denen der modernen Produktion decken und deren Träger daher dem mobilen Kapital mancherlei Fesseln anlegen möchten. Es ist nun sofort einleuchtend, daß man bei dem heutigen Entwickelungsstande des Kapitalismus mit solchen Grundsätzen nicht regieren kann. Man kann mit ihnen kokettiren, so lange man im Schmollwinkel der Opposition sitzt, man kann als Oppositionspartei dem Kapitalismus den Fehdehandschuh hinwerfen, um Bauern und Hand- werker aufzuwiegeln und in das eigene Lager zu locken. Aber wenn man zur Herrsch aft berufen, wenn man Mehrheit spartet wird, so muß man dem Ehrgeiz entsagen, mehr sein zu wollen, als ein gehorsames Werk- zeug des Kapitals. Sträubt man sich dagegen, so wird man rasch von der allesbeherrschenden Uebermackt des Kapitals zermalmt und hinweggefegt werden. Es ist daher eine unabänderliche Nothwendigkeit, daß Parteien, die dort, wo sie in der Opposition stehen, starke antikapitalistische,„sozialresormcrische" Allüren zeigen, ganz„manchesterlich" werden, wo sie thatsächlich zur Leitung der Geschicke eines Volkes berufen sind. So lange unsere katholischen Klerikalen int Kampfe mit der Regierung lagen, gab es eine eigene deutsche katholisch- soziale Schule von Nationalökonomen, die mitunter eine ätzende Kritik an dem bestehenden Wirthschaftssystem übte; die literarischen tind agitatorischen Vertreter dieser Richtung wurden von der Parteileitung und der Partcipresse förmlich gehätschelt; und heute, wo das Zentrum seinen Frieden mit der Negierung geschlossen hat und von der herrschen- den Mehrheit nicht ausgeschlossen sein mag, sind alle die früher gepredigten Bestrebungen und deren Wortführer in den Hintergrund gedrängt und vergessen; und wo, wie in Belgien, der Klerikalismus schon lange— abwechselnd mit den Liberalen— die Regierung führt und die Gesetzgebung beherrscht, da hat er von vornherein auf alle anti-kapita- listischen Neigungen verzichtet und stets die Perms ztt seinen wirthschaftlichen Herolden gewählt. Für Parteien, welche sich auf die Besitzenden stützen, sind diese Wändlungen keine Zufälligkeiten, sondern Nothwendigkeiten. So und nicht anders ist es auch unseren Konservativen ergangen. So lange sie sich noch ausschließlich als die Vertreter der alten Stände und der alten Gesellschaftsordnung fühlten und lediglich alle diejenigen Elemente um sich schaartcn, welche ebenfalls durch den Sieg des Kapitals gefährdet erschienen, so lange konnten sie— wie es heute noch die„Christlich-Sozialen" und„Sozialkonser- vativen" thun— Forderungen gegen das Kapital erheben. Seitdem sie aber zur großen, regierenden Mittelpartei ge- hören, sind sie gezwungen, auch äußerlich auf jede Hervor- kehrung kapitalfeindlicher Anwandlungen zu verzichten. Es war daher vollständig konsequent, daß die Gründung des„Kartells" mit der vollständigen Kaltstellung des Herrn Stöcker begann. Die Konservativen hauchen diesem Kapita- listenkartcll ihren Geist der politischen und polizeilichen Volksbevormundung ein— dieser absolutistische Geist steht heute nicht mehr in Widerspruch mit der kapitalistischen Ordnung, sie bedarf seiner vielmehr zur Vertheidigung gegen das Proletariat— dafür übernahmen aber die Konservativen die Pflicht, wirthschaftlich lediglich die Förderung des Kapitals zu vertreten. Aus der anderen Seite erfreut sich die ehemals liberale Bourgeoisie des ungestörten Fortbestandes ihrer wirthschaftlichen Ausbeutungs- srciheit, dafür entsagt sie einigen politischen Illusionen, die sowieso anfangen, dem Kapital gefährlich und dem Prole- tariat nützlich zu werden. Das sind die Grundzüge der großen und heute einzig regierungsfähigen Bourg�oispartei. Auch hier handelt es sich also um politische Noth- wendigkeiten, und hätten sie sich nicht durchgesetzt auf dem Wege des Kartells und der inneren Umwandlung schon bestehender Parteien, so würden sie erreicht worden sein durch die vollständige Auslösung der alten Parteien und der Neubildung aus den zerstreuten Elementen. Und gegen solche innere Nothwendigkeiten glauben die Herren von der„Kreuzzeitung" sich auflehnen zu können? Wenn sie hier die schärfste Zurückweisung seitens des Kanzlerblattes erfuhren, so haben sie nur geerntet, was ihnen gebührt. Gerade heute, wo die große Mittelpartei noch in den ersten Anfängen steht, wo sie ferner durch den in Teutschland so selten starken Widerstreit der agrarischen und industriellen Interessen einen Keim stetigen Konfliktes in sich trägt— gerade heute müssen die Bestrebungen der Herren Stöcker und Kleist-Retzow einem klarblickenden Kapital-Konservativen doppelt unangenehm sein. Matt kann heute sein Jahrhundert wohl Arm in Arm mit Herrn Bleicbröder, aber nickt an der Seite des antisemitisch- christlick-sozialen Hofpredigers in die Schranken fordern. Und dämm betrachten wir die Aera Stöcker heute schon als abge than. Sollte sie dennoch kommen, so würde sie nur eine Eintagsherrlichkeit sein und denen am meisten schaden, welche sie hervorrufen wollen. Nationalisation der Produktionsmittel. 4. allmähliche Umwandlung des stehenden Heeres in eine Volksmiliz; 5. Abschaffung der Todesstrafe und ein durch das soziale Vertheidigungsrecht beschränktes Strafrecht; 6. Garantie der Volkssouveränität durch das besser organisirte allgemeine Stimmrecht, Sanktion aller Verfassungsänderungen durch direkte Abstimmung des Voltes, Entschädigung für alle öffentlichen Aemter; 7. progressive Emanzipation der Frau, gleiche Rechte für un8. unentgeltlichen und allseitigen Unterricht; eheliche wie eheliche Kinder; 9. Trennung der Kirche von allen öffentlichen Einrichtungen, Schulen, Spitäler 2c.; " Seitdem Julius Vallès 1883 den ,, Cri du Peuple" („ Volksschrei") in's Leben rief, schrumpfte der Leserkreis der " Bataille" immer mehr zusammen und dieselbe mußte nach langem und heftigem Kampfe ihr Erscheinen einstellen. Es hat also den Anschein, als ob es in Frankreich An anderer Stelle ist bereits wiederholt darauf hin- die ihm alle dem ,, Nationalkomitee" anhängenden Gruppen gewiesen worden, daß die französische sozialistische Presse zuführen sollten. Die„ ,, Bataille" diente nun zum TummelIn der französischen Kammer haben 18 Deputirte auf eine verhältnißmäßig noch schwache Bewegung und plaß alles Fraktionshaders und aller Koterieinteressen, eine neue selbständige Gruppe auf Grund des folgenden sehr mangelhafte Organisation schließen läßt. dazu machten die Broussisten, welche kein hervorragend Programms gebildet: Der folgende Ueberblick über die bisher erschienene journalistisches Talent in ihrer Mitte zählten, den agita1. individuelle Freiheit und kommunale Selbstoerwaltung; und noch erscheinende sozialistische Tagesliteratur zeigt deren torischen Theil der Zeitung schwerfällig und langweilig. 2. internationale Föderation der Völker; Armseligkeit, die um so mehr auffällt, wenn man sie mit Dazu kamen bald persönliche Streitigkeiten über den Ein3. Ginſezung eines Schiedsgerichtes zur Schlichtung der reichen und kräftigen sozialistischen Presse anderer fluß, den Lissagaray beanspruchte über den„ Parlamentanationaler wie individueller Streitigkeiten; rismus", den die Possibilisten in die Redaktion einführen Länder vergleicht. Seit der Kommune wurde 1877 mit Begründung wollten. Das Ganze endete schließlich mit der Vertreibung der„ Egalité" durch Jules Guesde das erste rein sozia- Brousse's und seiner Freunde aus der Redaktion. listische Blatt geschaffen, das wöchentlich erschien. Lissagaray wendete sich nun an die feindselige BruderEhe die junge Partei ihr eigenes Organ hatte, stellten partei und suchte mit der Redaktion des„ Citoyen" Veretliche Journale, welche den bürgerlichen Radi- bindungen anzuknüpfen. Da dieses Journal auch nicht talismus vertraten, wie die Vérité" von Portalis, gerade glänzend gestellt, und sein Fortbestand mehr als der anfangs von Mottu, später von S. Lacroix redigirte zweifelhaft war, so wurden Lissagaray's Vorschläge, beide ,, Radical" und ,, les Droits de l'Homme"( ,, Die Menschen- Organe unter dem Titel ,, le Citoyen et la Bataille" rechte"), den Sozialisten ihren Raum zur Verfügung. Ganz be-( ,, der Bürger und der Kampf") zu verschmelzen, günstig sonders war es das letztere Blatt, in dem Guesde und aufgenommen, sie scheiterten jedoch im letzten Augenblick 10. absolute Dent-, Rede-, Preß-, Versammlungs, seine Freunde ihre rein sozialistischen Theorien entwickelten. an der Bedingung, Lissagaray als Hauptredakteur einzuKoalitions, Assoziations, Kontrakts- und Arbeits- Je klarer sich aber dieselben herausbildeten, um so schärfer segen und Lafargue aus der Redaktion zu entfernen. Was freiheit; 11. Verwandlung aller Monopole in„ öffentliche Dienste", die trat der ganze Unterschied zu Tage, der zwischen Sozia- Lissagaray nicht bei der Redaktion erreichte, das erzielte er unter Kontrole der öffentlichen Verwaltung von den Korporationen lismus und Radikalismus besteht. Die bürgerlichen Radi- beim Eigenthümer, welcher die Kollektivisten einfach verabgerirt werden; Das neue Blatt erschien unter dem vorge= 12. progressive Nationalisation des Eigenthums; falen, welche in den Sozialisten zuerst thätige Bundes- schiedete. 13. Reform des Steuer systems; Unterdrückung der Stadt- genossen gewähnt, begriffen bald den prinzipiellen Gegen- schlagenen Titel und vertrat zuletzt durchaus anarchistische und indirekten Steuern, Einführung einer progressiven Einkommen- saß und nahmen die sozialistischen Artikel nur unter Bor- Tendenzen. steuer; Aufhebung des Erbrechtes für Seitenlinien; behalt auf.„ Les Droits de l'Homme" erklärten z. B., Die Guesdisten versuchten einen neuen„ Citoyen" 14. Errichtung öffentlicher Wohlthätigkeitsanstalten, Klein- daß sie mit Guesde feineswegs einverstanden, daß dieser herauszugeben, derselbe ward aber wegen Annahme des Kinderbewahranstalten, Invalidenkaſſen, Unterſtützungskassen bei Un- unabhängig und für seine literarischen Beiträge allein ver- Titels, der bereits eigenthümlich einem Journal gehörte, glücksfällen 2c., Alles auf Kosten der Gesellschaft. Außer den Arbeiterdeputirten Basly, Boyer und antwortlich sei. Das Wort eines geistreichen Journalisten: durch die Behörde untersagt. Camelinat, sowie den bisher schon mit diesen stimmenden die Sozialisten werden in der bürgerlich- radikalen Presse Gilly, Brialon und Planteau gehören der neuen sozia- wie Künstler auf Gastrollen behandelt" kennzeichnet das listischen Gruppe von bekannteren Radikalen an: Laguerre, ganze damalige Verhältniß. Das Erscheinen der„ Egalité" war ein verheißungsMilleraud, Michelin, Laisant, Wickersheimer, Sufini. Uns interessirt an diesem Programm natürlich haupt- volles Anzeichen für das Leben, welches in der Partei zu sächlich der zwölfte Punkt, welchen der hervorragende pulfiren begann. Leider aber konnte das trefflich gehaltene nur genügend Leser für ein sozialistisches Tageblatt gebe. französische Marrist Gabriel Deville im„ Sozialiste" Blatt nicht recht erſtarken. Noch ehe es sich genügend Sobald zwei tägliche Zeitungen gleichzeitig herausgegeben unter den Arbeitern befestigt und einen weiten Leserkreis werden, hat bisher noch stets das eine das andere ruinirt. folgendermaßen begründet und vertheidigt: Der„ Cri du Peuple", augenblicklich das einzige Die Anhänger der neuen Partei beweisen durch die erworben hatte, begannen die persönlichen Reibereien Aufstellung der Forderung:„ Nationalisation der Pro- zwischen den späteren Führern der Kollektivisten und Possi- tägliche Blatt, welches sozialistische Tendenzen vertritt, Forderung: ,, Nationalisation bilisten. Während das erstere Blatt noch nicht seine gilt im Ausland vielfach für das Organ der Partei, duktionsmittel", daß sie sich klar sind über das Ziel der modernen ökonomischen Entwickelung und daß sie sich unterhaltungskosten deckte, wurde von einer Gruppe eine fcdoch mit großem Unrecht. Jules Vallès gründete sein dieser Entwickelung anzupassen verstehen, vielleicht unter zweite Wochenschrift Le Prolétaire" gegründet. Ab- Journal in der Absicht, eine Annäherung der verschiedenen Hintanseßung mancher persönlichen Neigungen. Die„ Natio- gesehen von dem persönlichen Gezänt, das in beiden Dr- streitenden Schulen und einen gemeinsamen Vormarsch nalisation" des Eigenthums, d. h. die Aneignung durch ganen, oft in der widerlichsten Weise zum Ausdruck kam, gegen den gemeinsamen Feind anzubahnen. Der„ Cri du die nationale Gemeinschaft ist in der That nur die no th= vertraten sie im Wesentlichen die gleiche Richtung, den Peuple" sollte sämmtlichen sozialistischen Richtungen offen wendige Folge der Erscheinungen, die sich vor unseren modernen wissenschaftlichen Sozialismus. Nur hielt sich stehen, in diesem Sinne sette Vallès sein Redaktionswendige Folge der Erscheinungen, die sich vor unseren die„ Egalité" streng an das Programm der Partei, vertrat personal zusammen. Jules Guesde und Deville hielten Augen abspielen. Wir sind heute Zeugen einer stets wachsenden Kon- deſſen einzelne Punkte mit herber Folgerichtigkeit, legte mit bewährter Prinzipientreue das Banner des Kollektivisdas Hauptgewicht auf Entwickelung der sozialistischen mus hoch, Vallès selbst verfocht den Proudhonismus, zentration( Ansammlung) der Produktionskräfte. Wir ge- Grundanschauungen und Klärung der proletarischen An- Goullé vertrat die Partei der Blanquiſten und Dumay wahren, wie der einzelne Besizer die Arbeitsmittel in schauung, auf die Verbreitung der ökonomischen Theorien. schrieb für die Poſſibilisten; daneben kämpften noch soFolge der Ausdehnung, welche lettere gewonnen haben, Das Einzige, was man ihr vorwerfen könnte, wäre, daß genannte unabhängige Sozialisten, wie Massard und Ducnicht mehr selbst verwenden kann, sondern daß es dazu einer Vereinigung von zusammenwirkenden Ar- sie vernachläffigte, Fragen des politiſchen und öffentlichen Quercy. Auch die Artikel der Anarchisten Krapotkin und Lebens in den Kreis ihrer Wirksamkeit zu ziehen, welche Réclus fanden bereitwillig Aufnahme; kurz von einer einbeitern bedarf. Wir ſehen, wie die so gewaltig ange- geeignet waren, der Masse die sozialistischen Prinzipien heitlichen Haltung des Blattes konnte keine Rede sein. schwollenen Produktionsmittel sogar dem eigentlichen Privat eigenthum entschlüpfen und zum Eigenthum einer näher zu führen. In Folge deſſen erhielt sie einen etwas Die im Leitartikel von heute entwickelten Anschauungen doktrinären Anstrich und hielt sich abseits vom Leben, dem widersprachen denen, die gestern gepredigt worden, um wie die Besitzenden nach dieser Umwandlung jeder Thätig aufmerksamkeit zuwendete. Gemeinschaft von Aktionären werden. Wir bemerken, die Menge, zumal der französischen Arbeiter, die Haupt- wieder ihrerseits morgen bestritten zu werden. Abgesehen Der Prolétaire" wiederum von der mangelnden Einheitlichkeit, der zufolge die erkeit zum Nußen der Gesellschaft entkleidet und sogar der hatte offenbar das Bestreben, durch Behandlung praktischer zieherische und aufklärende Wirkung des Blattes sehr beAllgemeinheit schädlich werden durch ihren ausschließFragen den Sozialismus den Arbeitern näher zu bringen. einträchtigt werden mußte, warder ,, Cri du Peuple" überhaupt lichen Bereicherungstrieb. In jeder Beziehung sind die Arbeitsmittel also der Aber über diesem Bestreben vergaß er oft das Endziel weit mehr darauf berechnet, gekauft zu werden, als die Maſſe rein" individuellen Beherrschung entwachsen, und der Bewegung, das Programm, welches die Partei fest- sozialistisch heranzubilden und zu belehren. Von den da die Nothwendigkeit der Maschinen, des Dampfes, der gestellt hatte. Wegen kleinlicher Tageserfolge opferte er Leitartikeln abgesehen, von denen besonders die von den Arbeitstheilung jeden Gedanken an eine Rückkehr der bald diesen, bald jenen Programmpunkt, änderte heut hier, Kollektivisten verfaßten durch ihre Klarheit und ihren inhaltProduktion zum individuellen Betriebe verbietet, so darf morgen dort, um die Masse nicht durch die revolutionären lichen Werth, und die von Vallès herrührenden durch ihre man auch nicht im Traume daran denken, die geschilderte Forderungen zu erschrecken." So wurde sein Charakter leidenschaftlich poetische Sprache hervorragten, enthielt der ,, Cri du Peuple" nur wenig für den Arbeiter und die Bewegung hemmen zu wollen. Das einzig Rathsame farblos und seicht, seine Haltung opportunistisch. ist: der Entwicklung die Erreichung desjenigen Ziels zu Als die Partei im Oktober 1880 in Lyon ein täg- Bewegung Wissenswerthes, wenig, was für Aufklärung erleichtern, das man doch nicht beseitigen kann. Die liches Blatt" L'Emancipation sociale" erscheinen der Massen wirken konnte. Der größte Theil der Tagesmateriellen Voraussetzungen der Gemeinwirthschaft ließ, vereinigte sich die„ Egalité" mit derselben. Unter den nachrichten war gewöhnliche Scheerenarbeit aus dem ,, Temps", werden durch die kapitalistische Wirthschaftsweise selbst ge- obwaltenden Umständen mußte dem von Malon und Guesde die Berichte über das Ausland waren und sind dürftig, schaffen; die volle Verwirklichung des gemeinsamen redigirten Blatte von vornherein eine lange Lebensdauer unklar und geradezu falsch, geben durchaus keine richtige Eigenthums wird, zum Nußen Aller, das natürliche Ende abgesprochen werden, und in der That ging es bereits Vorstellung über die sozialistische Bewegung in anderen Ländern. Ein bedeutender Raum der Zeitung ist überdies des Großbetriebes auf dem Gebiete der Industrie, des nach anderthalb Monaten ein. Handels und der Finanzen sein, der heute, zum Schaden mit Schundromanen der widerlichsten Art ausgefüllt, die Vorher hatte bereits Achille Secondigny in Paris die Fantasie und Intelligenz des Volkes geradezu vergiften. fast Aller, täglich rascher emporwächst. das erste tägliche sozialistische Blatt gegründet, ,, le ,, Wer die Thatsachen unparteiisch prüft, kommt Citoyen"( Der Bürger"). Dies war jedoch kein Partei-, schließlich zu der ,, Nationalisirung" des Eigenthums, und sondern ein Privatunternehmen, die Fonds zu seiner Grünmuß dazu kommen. Aber gerade, weil nach dieser Seite dung tamen von einem Privatmann her, der auf gute Die Literatur und die Arbeiterbewegung. das Programm der neuen Gruppe weiter nichts will, als Geschäfte gerechnet hatte. Das Blatt gehörte keiner was die Thatsachen vorschreiben, so kommt es auch ganz Fraktion an, stand jedoch in enger Fühlung mit Guesde y. Wie in der sozial- politischen Gedankenwelt der folgerichtig weiter dazu, den Thatsachen nicht vorauseilen und dessen Freunden, die der Redaktion angehörten. Es Menschheit sich in der Gegenwart eine gewaltige Revolution zu wollen, und spricht sich daher mit Recht für eine all- diente ihnen nicht nur zur Entwickelung der sozialistischen entwickelt, so sieht der unparteiische Beobachter auch in der mähliche ,, Nationalisirung" aus. Denn, wie Marr ge- Anschauungen, sondern auch zu Angriff und Vertheidigung Literatur eine beispiellose Umwandlung sich vollziehen, sagt hat: es ist nicht möglich, durch Dekrete die einzelnen den feindlichen Parteirichtungen gegenüber. Später ging welche in einigen Ländern bereits zu gewissen greifbaren Phasen einer natürlichen Entwickelung zu überspringen. der„ Citoyen" ganz in die Hände der Guesdisten über Erfolgen geführt hat. Gleichzeitig tritt der energische Der Sozialismus muß, um diese ,, Nationalisirung" durch- und erhielt sich am Leben, bis Lissagaray die„ Bataille" Widerspruch aller derer in die Schranken, deren gewohnheitszusetzen, mit großer Vorsicht die verschiedenen Ent- erscheinen ließ, mit der es noch einige Zeit um den sozia- mäßige Gedankenwelt oder unbesiegbarer Klassen- Instinkt wickelungsgrade des Eigenthums beachten, und er listischen Leserkreis kämpfte. sie zu Feinden einer gefunden geistigen Entwickelung macht. wird daher dem Kleingewerbetreibenden seinen kleinen Besit, Lissagaray nahm innerhalb der französischen Bewegung Die literarische Revolution ist beispiellos nicht bloß dem Zwergbauern sein Stückchen Land lassen und wird nur keinen festen Platz ein. Er stand nicht etwa über, sondern durch die Kühnheit des Denkens und Wollens, da direkt eingreifen, wo die kapitalistische Konzentration nur außerhalb der Parteistreitigkeiten, behauptete keinen sondern auch durch die positiven Leistungen, welche schon vorhanden ist." rein sozialistischen Standpunkt, sondern war in erster gleich weithin strahlenden Leuchtthürmen an der EingangsLinie Hébertist. Er war unter den französischen sozialisti- pforte der neuen literarischen Welt stehen. Werke wie schen Journalisten das, was Guesde unter den Rednern Dostojewski's Roskolnikoff" und Aus dem todten und Agitatoren, der Erste in seiner Art. Geistreich und Hause", wie Gontscharow's„ Oblomow", Jonas Lie's scharfsinnig in seiner Polemik und Klarblickend in der Lebenslänglich verurtheilt", 3ola's" Germinal" und Politik, gelangten doch seine Fähigkeiten nicht zur rechten, fprechen wir es unbekümmert um das Geschrei der deutschen 3 Ein untrügliches Anzeichen und ein sicherer Maß- die Partei fördernden Thätigkeit, weil sein Charakter nicht Philister und der Mütter„ höherer Töchter" aus Zola's stab für die Breite und Tiefe einer Bewegung, sowie für auf gleicher Höhe mit seiner Begabung stand. " Nana", Ibsen's Gespenster" u. s. w. sind glänzende die Kräftigkeit der Organisation, in welcher sich dieselbe Als Lissagaray die Bataille" herausgab, glaubte Denkmäler der Schaffenskraft des neuen Geistes, welcher krystallisirt, ist die Presse, in welcher der geistige Gehalt er dem Blatt einen weiten Leserkreis zu sichern, wenn er in den Gährungen der Arbeiterbewegung und des naturder Strömung zum Ausdruck gelangt. Brousse und dessen Freunde in die Nedaktion aufnähme, I wissenschaftlichen Zeitalters geboren wurde. Die französische sozialistische Presse. I. I. " beobachten, ihre Nothwendigkeit zu erforschen. Um eine neue Erscheinung zu verstehen, um bis zu daraus folgende Autoritätssucht auf das Schlagendste. die drastischsten Naturgrenzen anzuerkennen. Sie betrachtete ihrem inneren Lebensnerv vorzubringen, ist es nothwendig, Wollte Jemand auf dem Gebiete strenger Wissenschaft die im Laufe weiterer Jahrtausende bis in die Gegenwart sie in ihrem äußeren Sein und in ihrer lebendigen Ent- Forderung aufstellen, daß die Methode der menschlichen hinein das Menschen- und Naturleben durch das Verwickelung zu betrachten, sie einerseits aus dem Zusammen- Erkenntniß niemals die Grenzen überschreiten dürfe, welche größerungsglas und schuf in der Dichtkunst Helden und hang zu reißen, und ihre anatomisch- physiologischen Eigen- ein Aristoteles, ein Locke, ja selbst ein Darwin oder Marr Bösewichte, nicht wie die Wirklichkeit sie erzeugte, sondern schaften zu studiren, und andererseits sie im Werden, in gesetzt, ein ungeheures Hohngelächter aller Gelehrten würde einen oder mehrere Grade über dieselbe hinaus. Um die ihren Zusammenhängen mit der Vergangenheit zu als Antwort erschallen. Götter- und Heldengestalten der altgriechischen Dramatiker Die primitiven Elemente der Wissenschaft vom Ent- darzustellen, bedurften die Schauspieler des Kothurnes, eines Was uns als eine Haupteigenschaft der literarischen wickelungsgange der menschlichen Erkenntniß lehren, daß hohen Schuhes, und der Maske, wodurch die darzustellende Werke des neuen revolutionären menschheitlichen Geistes jede Epoche ihre eigene wissenschaftliche Methode besißt, Gestalt ein über die menschliche Gestalt hinausragendes in die Augen springt und wogegen der Hauptangriff der welche stets gegenüber der vorangegangenen einen Fort- Aussehen erhielt. konservativen Gegner gerichtet ist, ist der neue Kunst- schritt bezeichnet, wenn sie auch manchmal dem oberfläch= Im Laufe der Zeit mußte die Phantasie im Kampfe gedanke, welcher in den Werken der Naturalisten seine lichen Beobachter als ein Rückschritt erscheint. Die An- mit dem denkenden Verstande diese äußeren Effekte aufkünstlerische Verwirklichung findet. Wir sehen, daß in allen fangsgründe der Geschichtsphilosophie lehren bereits, daß geben und im Innern des Menschen ihren Wohnfiß aufdiesen Werken die Wirklichkeit in ihrer strengen das Alterthum in seiner ersten wissenschaftlichen Periode schlagen. Bis in die Neuzeit erzeugte die Phantasie der Wahrheit mit all' ihren Schatten- und Sonnenseiten sich der dialektischen Methode bediente, jener Methode, Dichter nicht Menschen, sondern Abstraktionen von Menschen, abkonterfeit ist, daß diese modernen Dichter ohne Scheu welche die Zusammenhänge der Theile des Weltganzen, mit Eigenschaften des Geistes und Gemüthes, welche ihre den Schleier von den mystischsten Beziehungen der Menschen das Werden und die Umwandlung der Erscheinungen in Wurzel nicht in der Wirklichkeit, sondern in dem Jdeawegziehen und ohne jede Voreingenommenheit, ohne Haß ihren Kreis zieht, daß in der zweiten Periode des Alter- lismus der Dichter hatten. und ohne Liebe, wie ein strenger Richter, alle Elemente zu thums, das Mittelalter hindurch bis in die Neuzeit hinein, Und es konnte nicht anders sein! Die menschliche einem künstlerischen Gebäude zusammentragen. Die Dichter die wissenschaftliche Betrachtung das Aeußere, das Sein Einsicht in das Wesen der Gesellschaftsentwickelung und der naturalistischen Schule haben die anmuthige Göttin der Dinge erforschte, und daß in der Neuzeit der Entwickelungs- insoforn des Werdens und Seins des einzelnen Menschen der Schönheit, die Beschüßerin der Dichtkunst in vergangenen gedanke wiederum zum Lebensprinzip der Wissenschaft ge- wurde gehemmt und gehindert durch die chinesische Mauer Jahrtausenden, vom Throne gestoßen und an ihre Stelle macht wurde, aber auf dem Boden der in der voran- des Klassengedankens und Klassengefühls. So lange man die ernste Göttin der Wahrheit gesetzt. gegangenen Periode gewonnenen Erkenntnisse. das Wesen der herrschenden Klasse als Eins betrachtete mit Es ist beinahe eine triviale Erkenntniß, die nur noch Und die Kunstprinzipien sollten dazu verurtheilt sein, dem Wesen der ganzen Menschheit, so lange man der von denen, welche sich geistig über ihren eigenen Klassen- im Banne einer Gedankenwelt aus vergangenen Zeiten, herrschenden Klasse die Eigenschaften einer unendlichen horizont zu erheben nicht im Stande sind, bestritten wird, welche von den unsrigen grundverschieden sind, zu ver- Dauer nach Vergangenheit und Zukunft verlieh, so lange daß das gegenwärtige Zeitalter ein Uebergangszeitalter steinern? Auf dem Gebiete der Kunst allein sollte die war eine objektive und wahre Erkenntniß von den Einist, daß alle Bande, deren Festigkeit ein Hauptmerkmal für Menschheit sich nur von den Todten Gesetze vorschreiben wirkungen der Außenwelt auf den Menschen unmöglich. die Blüthe eines Zeitalters ist, gelöst sind und von Tag lassen und dem Gedanken einer lebendigen Entwickelung Da die Wissenschaft also die Räthsel, welche in Kopf und zu Tag in ihrer weiteren Zerseßung vorschreiten, daß die Hohn sprechen? Herz des Menschen eingeschlossen sind, nicht ganz lösen Ehe, die Religion, die alte Moral, die alten Rechts- Allerdings, es kann nicht geleugnet werden, daß der konnte, suchte die Einbildungskraft des Dichters diese anschauungen, die individuelle Eristenzsicherheit von dem Springpunkt aller Kunst in der Vergangenheit die Dar- Dunkelheit zu erhellen. Keil der neuen materiellen und geistigen Kräfte zersprengt stellung des Schönen und die Erzeugung eines harmonischen Wie die Kindeszeit des einzelnen Menschen erfüllt ist sind und sich in vollster Auflösung befinden. Gefühles gewesen ist. Aber die Kunst einer Zeit, welche mit schönen aber unwahren Einbildungen über alle ErStets gehörte ein Uebergangszeitalter zu den frucht- tief Athem schöpft, um den großen Sprung in eine klassen- scheinungen, welche in den Kreis der kindlichen Beobachtungen barsten, aber für die Menschheit unglücklichsten Perioden. lose Menschheit zu machen, wird anderen Prinzipien hul- gerathen, so auch die Kindeszeit der Menschheit, die Zeit, Die alte Welt ist in einem Widerstreit mit der neuen digen müssen, als die Kunst des vergangenen Zeitalters, in welcher durch die Theilung der Gesellschaft in Klassen Welt, die alten materiellen und geistigen Kräfte genügen in welchem, wie Friedrich Engels treffend sagt, jeder das Auge des menschlichen Geistes getrübt wird und statt nicht mehr den nach vorwärts strebenden Menschen, die Fortschritt zugleich ein relativer Rückschritt ist, in dem das der Wahrheit der Wirklichkeit der Schein der Einbildung neue Geisteswelt entbehrt noch der Macht, um allerwärts Wohl und die Entwickelung der Einen sich durchsetzt durch in den menschlichen Köpfen herrscht. zu befriedigen, es ist ein Chaos, ein Kampf derer, die das Wehe und die Zurückdrängung der Anderen." eine neue Welt zu gewinnen, mit denen, die eine alte Die Kunst der Vergangenheit wurde nur von den Welt zu verlieren haben. Unzufriedenheit hüben und herrschenden Klassen für sich selbst geschaffen. Die drüben, an Stelle des sittlichen Ernstes unfittliche Heuchelei, Sklaven des Alterthums, die Leibeigenen des Mittelalters der alte Gedanke vermodert, der neue Gedanke noch nicht und die Lohnarbeiter während der ersten Periode der Die Schweiz wird voraussichtlich wiederum einen von allen Schlacken gereinigt, die Zahl der Mißvergnügten Bourgeoisie, da sie noch zu keinem eigenen Leben erwacht Schritt weiter auf der Bahn der Sozialpolitik thun von Tag zu Tag sich mehrend, in Staat und Gesellschaft waren, befanden sich rechtlich und thatsächlich von den und damit allen andern Staaten um Haupteslänge voraus an Stelle des moralischen Bandes die nackte Gewalt auf Wohlthaten der Bildung, des allgemeinen Menschenbewußt sein. Diesmal handelt es sich um Schritte, die die der einen, die schlaue List auf der anderen Seite. scins ausgeschlossen. Die herrschenden Klassen wohnten Schweiz bei andern Staaten thun will, um durch interPolitische Nachrichten. gesez von 23. März 1877, betreffend die Arbeit in den Fabriken enthalten sind, auch auf weitere Gewerbe, insbesondere auf die Wirthschaften, ausgedehnt werden. So war es in jener Zeit, als die Kultur der alten ungestört in ihrem eigenen Hause, und da die Wirklichkeit nationale Verträge oder eine internationale Arbeitergriechisch- römischen Welt von dem Wurm der Verwesung ihnen alle angenehmen Früchte bot, welche man von dem gefeßgebung gleichartige gefeßliche Vorschriften zu erzielen zerfressen wurde und der Geist der Neugeburt der Mensch- Baume der Zeit nur pflücken konnte, so mußte die Kunst, hinsichtlich 1) des Schußes minderjähriger Personen, 2) der heit immer lauter und vernehmlicher an die Thüren pochte, um überhaupt einem gesellschaftlichen Zwecke zu dienen, sich Beschränkung(?) der Frauenarbeit, 3) der Sonntagsruhe so war es hinwiederum, als der Geist des Mittelalters dazu bequemen, der herrschenden Klaſſe Genüsse zu ver- und 4) des Normalarbeitstages. Auch wird der eines langsamen Todes während fünf Jahrhunderte, vom schaffen, welche die Wirklichkeit ihr nicht bieten konnte. Bundesrath aufgefordert, der Bundesversammlung einen 13. bis zum 17. Jahrhundert, dahinſtarb, so ist es in der Die Kunst trug zur Ausschmückung des Hauses bei, welches Gefeßentwurf vorzulegen, durch welchen die Bestimmungen die herrschenden Klassen bewohnten, sie wurde eine Dienerin zum Schuß der Frauen und Kinder, wie sie im BundesGegenwart. Doch ein Unterschied! Die zwerghaften Produktions- der Phantasie. instrumente der Vergangenheit erzeugten nur langsam und Nun unterscheidet sich die Phantasie von dem denkenweniger fühlbar die geistigen und materiellen Unterschiede den Verstande nicht dadurch, daß jene sich gegen die Außenzwischen den Ständen und Klassen der Menschheit. Die welt abschließt, vielmehr gedeihen beide geistige Thätigkeiten riesigen Produktionsräder der Neuzeit erzeugen mit der nur aus der Wirklichkeit heraus. Sehr treffend charakteri- Ueber den augenblicklichen Stand des Kampfes zwischen Macht des Dampfes und der Schnelligkeit der Elektrizität firt der Arbeiter- Philosoph Dießgen den Unterschied zwischen den Interessen der Landlords und Pächter in Irland Eigenthumsanhäufung auf der einen, Befißenteignung auf Bhantafie und gesundem Menschenverstande. Letzterer zeugt verbreitet sich folgender lehrreicher Bericht der„ Voss. 8tg.": der anderen Seite, treiben die wirthschaftlichen Macht seine Begriffe mittelst der Außenwelt, mittelst der Erfahrung, Unzufriedenheit auf beiden Seiten ist das Kennzeichen der verhältnisse der Herrschenden auf eine unglaubliche Höhe, während die Phantasie ihr Produkt aus der Tiefe des Wirkung, welche die plötzlich ganz überraschend gekommene die wirthschaftliche Schwäche des Einzelnen aus der Klasse Geistes, mit sich selbst, von innen heraus zeugt. Jedoch ist Verkündigung einer Herabseßung der gerichtlichen der Beherrschten bis auf eine unglaubliche Tiefe, verringern diese Zeugung nur scheinbar einseitig. So wenig der Pachtzinse durch die irische Landkommission in Iraber zugleich unaufhaltsamen Laufes die Zahl der im Maler überfinnliche Bilder, übersinnliche Gestalten zu er land hervorgerufen hat. Daß Alles, was auf eine zwangs= Schooße des gesellschaftlichen Glückes Ruhenden, um die finden weiß, so wenig vermag der Denker außerhalb der weise Herabseßung ihrer Einkünfte hinausläuft, den irischen Massen der vor dem Palaste der Glücksgöttin nach Brod Erfahrung liegende übersinnliche Gedanken zu denken. Wie Großgrundbesißern nicht nach Geschmack ist, bedarf und Wissen Schreienden anzuschwellen. die Phantasie aus Zusammenseßung von Mensch und Vogel kaum einer Erläuterung. Befremdend muß es indeß auf Das ist die Welt, in welcher die Phantasie des Engel schafft oder aus Fleisch und Weib Sirenen, in den ersten Blick erscheinen, daß auch in den Kreisen der modernen Dichters nach Gegenständen für ihre Darstellung derselben Art sind alle ihre anderen Produkte, obgleich irischen Nationalliga ein so heftiger Widerspruch gegen sucht und welche naturgetreu, ohne Schminke und ohne scheinbar Erzeugniß ihrer selbst, doch in der That nur den Erlaß der Landkommission laut geworden ist. Die Gewand zu malen das Kunstprinzip der naturalistischen willkürlich geordnete Eindrücke der Außenwelt. Erklärung dafür ist in der besonderen Auffassung über Schule ist. Ist es da ein Wunder, daß Zola in seiner Der Verstand, die Vernunft bindet sich an Zahl und die bei Herabfeßung der Bachtzinse anzuwendenden GrundNana", um ein wahres und naturgetreues Bild von den Ordnung, an Zeit und Maß der Erfahrung, während die fäße zu suchen, durch welche die Ligisten bereits bei BeHerrschenden Ehe- und Geschlechtsverhältnissen zu geben, in Phantasie das Erfahrene ungebunden, in willkürlicher rathung der Landgefeßnovelle von 1887 zur Bekämpfung eines Haupttheiles der Vorlage veranlaßt worden waren. eine Atmosphäre hinabsteigen muß, deren Vorhandensein Form reproduzirt." Jedermann, auch den wenigen Nichteingeweihten, bekannt Auch die Phantasie hat ihre Geschichte. Ausgehend um die zugesagte Ermäßigung der Pachtzinse in möglichst ist, deren öffentliche Analyse aber durch den guten Ton" von den Kühnsten und gewaltigsten Kombinationen, welche enge Grenzen einzuschnüren, war von ministerieller Seite und die gesellschaftliche Sitte bis dahin verboten war? das Menschen- und Thierreich miteinander vermischt und als Zusatz beantragt worden, daß die Ermäßigung genau Und wenn in den Schilderungen dieser französischen, russi- alle Erscheinungen der leblosen Natur zu einem prächtigen an das Sinken der Preise gebunden sein solle. schen, norwegischen und dänischen Dichter die Schattenseiten Mosaikbilde zusammenwirbelt, entwickelt sich die Phantasie Falls also für einen Bezirk ein Sinken des Preises der der Wirklichkeit fast den ganzen Rahmen des Gemäldes der Völker und Dichter, hart bedrängt von dem denkenden landwirthschaftlichen Erzeugnisse um durchschnittlich 10 pЄt. einnehmen und nur hin und wieder ein zitternder, Verstande und Terrain auf Terrain an den mächtigen ermittelt worden sei, solle die gerichtliche Bachtermäßigung schüchterner Sonnenstrahl das finstere Ganze durchbricht, Gegner verlierend. Die ursprüngliche Unklarheit und Un- auch 10 pCt. betragen, nicht minder und nicht mehr. liegt dann die Schuld an den Dichtern oder an der Wirt- wissenheit in allen Erscheinungen des Natur- und Gesell- Gegen diese Auffassung wurde sofort von Dillon und lichkeit selbst? schaftslebens machte die Geburt der prüfenden Kritik un- später von anderen Parnelliten geltend gemacht, man habe Nun kommen unsere ,, das Bestafeuer der wahren möglich. Die Phantasie war Königin im Reiche der bei einer derartigen Veranlagung vollständig außer Acht Kunst hütenden Oberpriester und schleudern den Bann- menschlichen Geisterwelt. Die Göttersagen der Indier, gelassen, daß der Rückgang der Preise sich dem Bauer bei strahl gegen eine ästhetische Anschauung, welche zum Lebens- Griechen und Deutschen legen ein beredtes Zeugniß ab dem ganzen Ertrage seiner Wirthschaft fühlbar macht, nerv der Kunst die Wahrheit und nicht die Schönheit über die Fülle von Phantasie, welche in den ursprünglichen nicht nur bei demjenigen Theil des Ertrages, den er zur macht. Sie rücken mit vielen, vielen großen Namen aus Beiten des Menschengeschlechtes herrschte. Je weiter die Bestreitung des Pachtzinses verkaufen muß. Da aber das dem ungeheuren literarischen Schaße der Vergangenheit Erkenntniß des Natur- und Gesellschaftslebens vorschritt, Verhältniß des Grundbesizers und Bächters zu dem Pachtheran und verlangen im Namen eines Homer, Sophokles, um so mehr bröckelte der hohe Berg der Phantasie ab, lande nach der Neuregelung von 1881 als eine Art Euripides, Petrarca, Shakespeare, Racine, Leffing, Göthe, um so fruchtbarer gedich die Ebene des klaren Denkens. gemeinschaftlichen Besizes" aufzufassen sei, müsse der Schiller u. s. w., daß die Kunst die Bahn nicht über- Die Jahrtausende, welche zwischen Kalidasa's" Sakontala" Grundbesißer seinen prozentualen Antheil von dem Verschreiten dürfe, welche diese Geister bis zurück vor 3000 Jahren und Homer's Odyssee" liegen, erklären auch den Unter- lufte am Gesammtertrage und nicht nur von dem zur der Kunst gezeichnet. schied der Phantasiefülle in beiden Werken. Je mehr der Deckung des Pachtzinses verkauften Theile übernehmen. Ein solches Verlangen charakterisirt die auf dem Ge- menschliche Verstand sich entwickelte, um so mehr mußte Nach diesem Grundsaze würde also bei einem durchschnittbiete der Kunsttheorien herrschende Unklarheit und die die Phantasie der herrschenden Klassen sich dazu bequemen, lichen Preisrückgange von 10 pCt. die Pachtverminderung um 10 pCt. ganz ungenügend sein. In den meisten| beispielsweise sämmtliche sozialistische Abgeordnete oder dem Genossenschaftsvorstande überlassen. Die Bildung eines NeFällen würde sie 20 bis 30 pt. betragen müssen, um sonst mißliebige Sozialisten auf die Halbinsel Hiddensee fervefonds haben nur drei Provinzen beschlossen: Westpreußen, Posen und Hessen- Nassau; alle anderen haben davon abgesehen. In Großgrundbesizer und Pächter gleichmäßig die Schäden auf Rügen internirt während des Kulturkampfes Schleswig- Holstein sollen die Sektionen 20, in Hessen- Nassau 25, des Preisrückganges tragen zu lassen. Dagegen wandte wurden dorthin katholische Geistliche internirt- so werden in allen übrigen Provinzen 50 pCt. des Risiko vorab tragen. Das man wiederum ein, daß die Frländer in dieser Beweis- die von dieser Maßregel Betroffenen es nnter allen Um- Gejes läßt die Freiheit, die Versicherung der Betriebsbeamten über führung wiederum zu weit gingen, da sie ganz außer Acht ständen sicher vorziehen, dem deutschen Vaterlande über- den Jahresverdienst der Arbeiter von 2000 Mt. hinaus im Statut obligatorisch vorzuschreiben; nur in Schlesien, Schleswig- Holstein ließen, daß die Pächter einen Theil des Ertrages un- haupt den Rücken zu fehren. Sie haben sich dann nach und Hessen- Nassau hat man von dieser Freiheit Gebrauch gemacht mittelbar zu ihrem Lebensunterhalt verwenden, und daß nationalliberaler Auffassung allerdings ,, freiwillig" erpatriirt. und die Versicherung den Betriebsbeamten bis zu 3000 m. Jahreses für diese selbstverbrauchten Lebensmittel ganz gleich Die Nationalliberale Korrespondenz" bemerkt in ihrem verdienst zugelassen; bei den anderen Genossenschaften bleibt es bei giltig ist, ob die Preise hoch oder niedrig stehen. Zweifellos Artikel weiter, daß die nationalliberale Reichstagsfraktion den gesetzlichen Vorschriften. Ferner sind nach§ 2 des Gesetzes die Unternehmer berechtigt, sich selbst mit einem Jahresverdienst bis aber haben die Irländer die Unzuverlässigkeit einer ganz noch keine Stellung genommen habe. Angesichts vorstehender 2000 M. zu versichern; durch Statut kann dieser Betrag erhöht schematischen Berechnung der Pachtzinsherabsetzung nach Ausführungen aber unterliegt es keinem Zweifel, daß werden. Die Genossenschaften haben sämmtlich die Versicherung gewiesen. Um gerecht zu sein, wäre es jedenfalls noth- Fürst Bismarck auch für das verschärfte Sozialisten- der Unternehmer und ihrer Ehefrauen obligatorisch gemacht und wendig gewesen, den Landkommissaren einen weiteren gesez in derjenigen Fassung, welche ihm zusagt, war Hannover bis zu 900 M., Pommern, Schleswig- Holstein und Hessen- Naſſan bis zu 1500 W., die übrigen Provinzen bis zu Spielraum bei Herabsetzung der Pachtzinse unter Berück- so viele nationalliberale Stimmen zur Verfügung, 2000 M. Jahresverdienst. Daneben steht aber in einzelnen Gefichtigung aller Elemente, die auf den Werth der Pachtungen erhält, daß ihm auch ohne irgend eine Zentrumsstimme nossenschaften eine höhere Versicherung frei, z. B. in Ostpreußen, Einfluß haben, zu geftatten. Da es indeß den Barnelliten eine Mehrheit selbst für dieses Ausnahmegesez in schärfster Pommern, Schlesien, Schleswig- Holstein, Hannover und Hessennicht gelang, dies durchzusehen, so konnten nach dem Wort- Form gesichert erscheint. laut des Gesetzes die Kommissare nicht umhin, sich auf eine dem Preisrückgange gleiche Herabseßung zu beschränken. Nassau bis zu 3000 M., in Brandenburg bis zu 4000 M. und in Westfalen ohne Begrenzung nach oben hin. Westpreußen, Posen, Sachsen und die Rheinproving haben eine Versicherung über 2000 M. Betreffs der Stellung der Zentrumspartei zu dem nicht zugelassen. In dem Geseze war endlich vorgesehen, daß ge= Daraus, daß nur zwei der Kommissare den Erlaß unter- neuen Sozialistengeset schreibt das in Aachen erscheinende wisse Unternehmer von Beiträgen freigelassen werden können, nämlich zeichnet haben, schließt man übrigens, daß der dritte, der ultramontane„ Echo der Gegenwart" wie folgt:„ Wenn folche, deren Betriebe mit erheblicher Unfallsgefahr nicht verbunden find. Westpreußen, Posen, Schlesien, Sachsen, Hannover und die Hauptkommissar O'Hagau, für eine weitergehende Er- hin und wieder die Befürchtung ausgesprochen wird, es Rheinprovinz haben von dieser Vorschrift keinen Gebrauch gemacht; mäßigung eingetreten sei. werde vielleicht auch ein Theil des Zentrums dafür stimmen, fie gewähren feine Befreiung von den Beiträgen. Dagegen hat so sagen wir ganz einfach: ein Zentrumsmitglied kann Ostpreußen fich für die Befreiung ausgesprochen, die Ermittelung der zu befreienden Unternehmer aber soll nach den von dem GeAm Donnerstag haben in Frankreich die Wahlen unmöglich für ein solches, dem Naturrecht widersprechen- nossenschaftsvorstande aufzustellenden Grundsägen durch den Sektionsbehufs Erneuerung des einen Drittels des Senats statt des Gesez stimmen, denn das hieße: nicht nur dem Pro- vorstand erfolgen. Brandenburg, Pommern, Westfalen und Hessengefunden. Das Ergebniß ist, bis auf dasjenige für Marti- gramme des Zentrums zuwiderhandeln, sondern auch das Nassau lassen alle Betriebe frei, für welche nicht mehr als 50 Pfennig nique, vollständig bekannt. Es sind gewählt 42 Republikaner Christenthum verleugnen; und jeder jetzt dem Zentrum Grundsteuer in Ansatz kommen, während in Schleswig- Holstein alle und 19 Ronservative, in 21 Wahlkreisen find Stichwahlen angehörende Abgeordnete, welcher für diese Vorlage stimmte, Betriebe mit weniger als 1 Mark Grundsteuer beitragsfrei bleiben. erforderlich. Die Konservativen haben 4 Size ge- würde dadurch selbst sich aus der Fraktion ausschließen; Halle a. d. S. Daß man mittelst des Sozialistengesebes wonnen, obwohl das Gesetz vom 5. April 1884 die wir wenigstens würden ihn zum Zentrum nicht mehr jede noch so harmlose Bewegung zu beseitigen sucht, beweist folgenChancen der Liberalen sehr erhöht hat. rechnen können. Im Uebrigen aber glauben wir nicht, der Fall. Vor kurzem tagte hier eine öffentliche Schloffer- und Dreherversammlung behufs Gründung eines Vereins zur Wahrung daß ein Zentrumsmitglied jemals für einen so ungeheuer- der Intereffen der Arbeiter des Gewerks. Der Einberufer, ein Wir registriren ganz unbekannter Dreher, nahm zur Deckung der TagesBei den Nationalliberalen tritt schon jetzt die lichen Gefeßentwurf stimmen wird." bekannte Beklemmung wegen des auf dem Papier bisher diese Aeußerung nur, um zu sehen, wie lange diese Tapfer- fosten freiwillige Beiträge an, was ihm aber von dem überwachenden Beamten, Kriminalfommissar Grosse, verboten zur Schau getragenen Widerstandes gegen die Verschärfungen feit vorhält, wenn es wirklich zum Treffen kommt. wurde. Auf die eingelegte Beschwerde erhielt der Einberufer die des Sozialistengesezes ein. Ein sächsisches konservaWann der Entwurf über die Alters- und Invaliden- tretenen Umständen seitens des anwesenden Polizeibeamten angeInvaliden- Antwort, daß aus verschiedenen in der Versammlung zu Tage ge= tives Blatt hatte gedroht, wenn die Nationalliberalen für das neue Sozialistengeset nicht zu haben seien, so müsse versicherung der Arbeiter die Reife zur parlamen- nommen werden mußte, daß die freiwilligen Beiträge" zur man sich mit dem Zentrum verständigen. Alsbald ent- tarischen Behandlung erreicht haben wird, ist zur Zeit, Förderung sozialistischer Tendenzen und zur Unterscheit das Verbot nach§ 16 des Gefezes gegen die gemeingefährdeckt das offizielle nationalliberale Organ, daß die Frage wie es scheint, überhaupt noch nicht abzusehen. Offiziös fügung sozialdemokratischer Agitation beſtimmt waren. Mithin ernach der Dauer der Verlängerung des Gesetzes im Grunde wird die verbreitete Annahme, daß die Vorlage den lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oftober 1878 nur eine„, politische Vertrauensfrage" sei. Dann wäre es Bundesrath in den nächsten Tagen" beschäftigen werde, gerechtfertigt." Angesichts einer solchen Antwort ist der Beweis für die Nationalliberalen wohl am einfachsten, die Ver- für unrichtig erklärt. Schon die dem Reichsamt des Innern erbracht, wozu das Gefeß vorhanden. Denn wenn solche Umstände längerung des Gefeßes auch für die ganze Amtsdauer des obliegende Aufgabe, an der Hand der Grundzüge einen vorlagen, warum löfte der überwachende Beamte die Versammlung jezigen Reichskanzlers auszusprechen. Nach diesem Be- formulirten Geſetzentwurf nebst Begründung auszuarbeiten, fenntniß wird Niemand mehr daran zweifeln, daß sei eine umfangreiche und erfordere selbst bei dem Vordie nationalliberale Partei der Verlängerung handensein eingehender Vorarbeiten eine erhebliche Zeit. des Ausnahmegefeßes auf fünf, anstatt auf drei Es komme hinzu, daß in den Berathungen des VolksJahre zustimmen wird. Nun verlangt der neue vom wirthschaftsraths, wie in den Gutachten anderer Interessenten Das Neue Wiener Tageblatt", bekanntlich eine Autorität in Allem, Rothschild„ hoffähig" geworden sei; seine Frau sei in die Zahl der Bundesrath beschloffene Gefeßentwurf bekanntlich neben und mehr oder weniger sachverständiger Kreise gegen eine was höhere Etiquette anlargt, berichtet umständlich, daß Baron der Ausweisungsbefugniß aus dem Bereich der Gebiete Reihe von Punkten in den Grundzügen mit fachlichen appartementmäßigen Damen aufgenommen worden. Die sonst für des kleinen Belagerungszustandes noch die Entziehung der Gründen unterſtüßte Erinnerungen gezogen find. Jeden diese Auszeichnung nothwendigen sechszehn writterbürtigen Staatsangehörigkeit und die Ausweisung aus dem ge Staatsangehörigkeit und die Ausweisung aus dem ge- falls werde die Ausarbeitung des Gesezentwurfs selbst bei Ahnen" habe Rothschild durch die Verdienste erſegt, welche sich has jammten Reichsgebiete, deren Zulässigkeit das Gericht denkbarster Beschleunigung noch einige Zeit in Anspruch worben habe. Aus dem Rothschildwälsch des Börsenblattes in's als Nebenstrafe, ähnlich wie die Stellung unter Polizei- nehmen, doch bestehe begründete Hoffnung, daß dies gegen Deutsche überfest, heißt das: die Familie Rothschild hat Ungarn Ende des Monats sich werde ermöglichen lassen. Von und ebenso Desterreich eine Reihe von Anlehen bermittelt", welche aufficht, Entziehung der bürgerlichen Ehrenrechte u. bergl. der Berathung des Bundesraths wird es dann abhängen, patriotische Thätigkeit ihr neben ſehr guten Zinſen, fetten Proviſionen wann der Gefeßentwurf dem Reichstage zugehen kann... verschiedene Orden, die Baronie und nun auch die„ Hoffähigkeit" eingetragen hat. Will man überhaupt Ausnahmemaßregeln, so muß man fie So melden offiziöse Blätter. auch in wirksamen Schärfen wollen; stumpfe Waffen sind ja in diesem Falle die gefährlichsten von allen. Und es läßt sich ja die Die Unfallversicherung landwirthschaftlicher Betriebe. Möglichkeit leicht fonstatiren, daß die Ausweisung eines gefährlichen In sämmtlichen preußischen Provinzen sind nunmehr die BerufsAgitators aus einem einzelnen Thätigkeitsbezirk von unzureichender genossenschaften für die Unfallversicherung der landwirthschaftlichen Wirksamkeit sein kann, wenn demselben gestattet ist, sich nach freier Betriebe gebildet. Sämmtliche Genossenschaften haben beschlossen, Wahl einen anderen geeigneten Ort für seine revolutionäre Thätig- die Verwaltung an Organe der Selbstverwaltung zu übertragen; Schuhmacher Besten Dank. In nächster Nummer. Wenn feit zu suchen... Sehr auffallend ist, daß das Auskunftsmittel nur drei: Schleswig- Holstein, Hannover und Hessen- Nassau wollen Sie Ihr Weg einmal in unsere Nähe führt, so besuchen Sie uns der Internirung in bestimmte Bezirke in diesem Zusammenhang bie Beiträge nach dem abgeschäßten Arbeitslohn umlegen, während doch einmal. nicht in Erwägung gezogen zu sein scheint." die anderen sämmtlich die Grundsteuer als Maßstab für die Umlage Alexandrinenstraße. N. Kohlhardt, Brandenburgstraße 56. Statt der Erpatriirung- das ist der Ausgangs- angenommen haben. Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesien, punkt der gewundenen Ausführnngen- wird also die Schleswig- Holstein und Westfalen wollen Gefahrenklassen bis auf Freilich fönnen wir für solche Empfehlungen teine Garantie überWeiteres nicht einführen; Sachsen, Hannover und die Rheinprovinz nehmen. Besten Gruß! Internirung der Sozialisten vorgeschlagen. In der haben die Errichtung von Gefahrentlassen beschlossen und BrandenUnfall. Die Ehefrau kann ruhig ein Geschäft anfangen, ohne Hauptsache tommt dies auf dasselbe hinaus. Wenn man burg, Posen und Hessen- Nassau haben die Beschlußfassung darüber daß der Mann Nachtheile davon hat. auszusprechen ermächtigt werden soll. Auch dafür weiß die Natlib. Korr." Rath, sie meint: Nähmaschinen sämmtlicher Systeme auch auf Theilzahlung. Reparaturen schnell und gut. E. Franke, Saarbrückerstraße 6. Freunden und Genoffen empfehle meine nicht auf? Jeder Theilnehmer derselben versichert, daß nur über Gründung eines gewerkschaftlichen Bereins gesprochen werden sollte. Die Polizei scheint aber keine Schranken gegenüber den Arbeitern zu fensten. Wie man im kapitalistischen Staat hoffähig wird. „ das Welthaus um die Hebung des ungarischen Staatskredits" erUhren- Reparaturwerkstätte zur geneigten Beachtung. Gleichzeitig empfehle mein Lager von Uhren, Uhrketten und Berloques. Nicht Vorhandenes wird besorgt. E. Rüger, Uhrmacher, Briefkasten. Fachverein sämmtlicher im Drechslergewerk beschäftigten Arbeiter Berlins. Versammlung Admiralstrasse 39.( Am Kottbuser Thor.) in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. Cigarren u. Tabake Möbel Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Zur Aufnahme von Feuer- und Lebensversicherungen empfiehlt sich H. Bock, Dresdenerstr. 112. Fachverein der Posamentirer und Berufsgenossen. Versammlung. Montag, 9. Januar, Abends 8 Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72. Tagesordnung: 1. Die Alters- und Invaliden- Versicherung der Arbeiter. Ref.: Herr Karl Müller. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Kollegen als Gäste willkommen. Der Vorstand. von Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Verlag der Berliner VolksTribüne. Buch- und Steindruckerei von F. 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Fragefasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Oranienstraße 23. № 1. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribüne". Das Gnadenbrod. ( Aus der„ Wiener Illustrirten Zeitung".) Den Schnee verstreut mit milder Hand Der Himmel über's Winterland. Ein Handwerksbursche zieht zur Stadt, Der nichts in Tasch und Magen hat. Wie dehnt der Weg sich lang und weit! Wie oft schon ging die Essenszeit! Wohl giebt es Menschen, mild und gut Heut traf er nur auf Teufelsbrut. Man weigert Speise ihm und Trank, Und nennt den trunken, der mnur frank! Verhungert halb und halb verstört, Zieht er dahin, dem nichts gehört. Die Spuren in dem weichem Schnee Deckt wieder Schnee! Sein inn'res Weh' Gräbt Furchen ihm auf Wang' und Stirn, Die nichts verlöscht! Es tobt sein Hirn. Wirthsschilder giebt's die bunte Meng! Nun ist er in der Stadt Gedräng! Auf Arbeit hat er wohl ein Recht Man weist ihn ab wie einen Knecht! Besezt sind alle Stellen längst. Da hört er wiehern einen Hengst, Am andern End', im letzten Haus Der Stadt, die er jezt zieht hinaus. Der Stall ist offen und dem Gaul Fällt Hafer aus dem lahmen Maul. Der hat zu viel, der kennt nicht Noth Und frißt vergnügt sein Gnadenbrod! Er trug den Reiter wohl zur Schlacht, Hat, was er that, recht gut gemacht! Zur Arbeit nahm man ihm die Pflicht, Er frißt noch, doch er leiftet nicht! Es ist Pietät ein schönes Ding! Doch ist mein können so gering," So denkt der Bursch, daß mir verwehrt, Was doch gegönnt dem alten Pferd?" Er klopft. Der Herr des Hauses spricht: ,, Wir brauchen Euch, den Tischler, nicht, So jung und betteln? Arbeit sucht!" Der Bursche geht! Er lacht! Er lacht! Er flucht! Der Himmel über's Winterland Verstreut den Schnee mit milder Hand. Fußstapfen wieder zugeweht, Beweisen, daß der Bursche geht! Zum nächsten Dorf noch schleppt er sich! " , Schneedecken, legt Euch über mich!" Am Morgen liegt er kalt und todt... Der Schimmel frißt sein Gnadenbrod. Alfred Friedmann. Eine Idealistin. Märchen von Schtschedrin. Aus dem Russischen übersetzt von Julie Zadek. Sonnabend, den 7. Januar 1888. II. Jahrgang. trübe ist. Dann werfen sie die Neße und fangen an, ,, Noch sind sie es nicht, aber fie werden zu Schanden mit Tauen und Stöcken das Wasser aufzuwühlen und werden- glaube mir. Und auch hier wiederum bestätigt Lärm zu machen. Die Karauschen hören den Lärm und die Geschichte meine Behauptung. Vergleiche, was einst glauben, daß er den Triumph des freien Gedankens be- war, mit dem, was ist und Du wirst mir beistimmen deute. Und sie steigen empor aus der Tiefe, um zu sehen, müssen, daß nicht nur die Aeußerungen des Bösen ob sie nicht auch irgendwie an diesem Triumphe theil- heutzutage milder geworden sind, sondern daß auch nehmen können. Und dabei gerathen sie in großen Mengen ihre Anzahl sich merklich verringert hat. Betrachte nur in das Netz, um so das Opfer menschlicher Genußsucht zu einmal unser eigenes Geschlecht, die Fische. Früher fing werden. Denn ich wiederhole es, die Karausche ist ein man uns zu allen Zeiten und mit Vorliebe zur Schonzeit, so schmackhaftes Gericht( besonders mit saurer Sahne ge- wo wir, wie die Narren, selbst geradezu in's Netz gingen; braten), daß selbst die Adelsmarschälle sie den Gouverneuren jezt aber gesteht man ein, daß es nicht gut sei, uns zur gern vorſeßen. Schonzeit zu fangen. Früher tödtete man uns, man kann Was den Kaulbarsch anbetrifft, so ist dieser Fisch wohl fagen, mit den barbarischsten Mitteln- man erzählt bereits von Stepiizismus angetränkelt und überdies sticht sich, daß im Ural, zur Zeit als man uns noch mit Haken er. Zu Fischsuppe gekocht, giebt er aber eine unvergleich- fing, das Wasser viele Werst weit roth war von unserem liche Bouillon. Blute, jezt aber keine Spur mehr davon. Neze, FischWie es geschah, daß Karausche und Kaulbarsch zu- reusen, Angeln nichts weiter. Ja, und da berathschlagen sammentamen, weiß ich nicht; ich weiß nur das Eine, daß sie noch in Komitees: welche Neze? Auf welche Weise? sie bei der ersten Begegnung sogleich in Streit geriethen. Zu welchem Zwecke?" Sie stritten einmal mit einander, sie stritten ein zweites ,, Und ist es für Dich nicht ganz gleichgiltig, auf Mal und schließlich fanden sie Geschmack daran und fingen welche Weise man Dich zu Fischsuppe verarbeitet?" an, weitere Zusammenkünfte zu verabreden. Unter irgend ,, Fischsuppe? Welche Fischsuppe?" fragte die Karausche einer Wasserpflanze stecken sie die Köpfe zusammen und halten kluge Reden. Die weißbauchige Plöße springt muthwillig um sie herum und will ihren Geist an der Weisheit der Beiden bilden. erstaunt. Ach hol' Dich der Teufel! Das nennt sich Karausche und hat nie von Fischsuppe gehört! Welches Recht haft Du denn da, mit mir zu streiten? Ja wohl, um mitImmer ist es die Karausche, die anfängt. sprechen und eine Meinung aufstellen zu dürfen, muß man „ Ich glaube es nicht," sagt sie, daß Kampf und doch zum Mindesten sich vorher mit den Verhältnissen Streit das Naturgesetz sind, unter dessen Herrschaft die vertraut gemacht haben. Wie darfst Du mitreden, wenn Entwickelung alles Dessen, was in der Welt lebt, sich voll- Du nicht einmal eine so einfache Wahrheit weißt: daß die ziehen muß. Ich glaube an den unblutigen Fortschritt, Bestimmung jeder Karausche ein für allemal die Fischsuppe ich glaube an die Harmonie und ich bin der festen Ueber- ist? Mach', daß Du fortkommst oder es geht Dir schlecht!" zeugung, daß das Glück nicht ein müßiges Hirngespinnst schmärmerischer Geister ist, sondern daß es früher oder später Allen zu Theil wird." ,, Warten wir's ab!" spöttelte der Kaulbarsch. Der Kaulbarsch sprach abgerissen und unruhig, wenn er disputirte. Er ist ein nervöser Fisch, der jede Beleidigung lange nachträgt. In seinem Herzen brennt es... ach, und wie sehr! Noch ist die Flamme des Hasses nicht daraus emporgeschlagen. Aber wie weit liegen Glauben und Vertrauen hinter ihm, wie weit! An Stelle des Friedens sieht er allenthalben Kampf, an Stelle des Fortschritts allgemeine Verderbtheit. Und er behauptet, daß, wer leben will, mit dieser Thatsache rechnen müsse. Die Karausche hält er für sehr einfältig, obschon er gleich zeitig zugiebt, daß ihm nur im Gespräche mit ihr das Herz aufgeht. Der Kaulbarsch war außer sich vor Wuth und die Karausche machte, daß sie so schnell, als es ihre Plumpheit zuließ, in die Tiefe tauchte. Aber schon nach Verlauf von vierundzwanzig Stunden saßen die feindlichen Brüder wieder beieinander und begannen von Neuem. ,, Vor einigen Tagen hat sich in unserer Bucht ein Hecht sehen lassen", erzählte der Kaulbarsch. ,, Derselbe, von dem Du neulich sprachst?" ,, Derselbe. Er schwamm heran und sagte: Hier ist's aber schon gar zu ſtill! Hier giebt's gewiß Karauschen? Und damit schwamm er fort." ,, Und was soll ich nun thun?" ,, Dich bereit halten nichts weiter. Wenn er herankommt und Dich angloßt, drück Deine Schuppen und Flossen so fest als möglich zusammen und lauf ihm direkt in's Maul." ,, Warum soll ich ihm denn in's Maul laufen? Was habe ich denn verbrochen?" ,, Ein solches Gesetz kann es nicht geben!" rief die Ich will's auch abwarten," rief die Karausche ,,, und nicht ich allein, sondern wir Alle. Die Finsterniß, die uns umgiebt, ist das Werk eines unseligen geschichtlichen ,, Du bist dumm das ist Dein Verbrechen. Und Zufalls, da wir aber heutzutage, Dank der neuesten Unter- obendrein bist Du fett. Und den Dummen und Fetten suchungen, diesen Zufall bis in die feinsten Fäserchen zer- befiehlt das Gesetz, den Hechten in's Maul zu laufen!" legen können, so ist es uns auch möglich, zu vermeiden, was ihn hervorgerufen. Die Finsterniß ist gewesen, das Licht aber- wird sein. Und es wird, es muß Karausche in offener Empörung. ,, und kein Hecht hat das Recht, Einen ohne Weiteres zu verschlingen, Licht werden!" sich zu rechtfertigen. Ich werde mich schon rechtfertigen; sondern muß Einem vorher Gelegenheit geben, ich will ihm die Wahrheit sagen. Ich werde ihm die Schamröthe in's Geficht treiben." „ Das heißt, Du bist überzeugt, es wird eine Zeit kommen, in welcher es keine Hechte mehr giebt?" ,, Ich habe Dir's ja bereits gesagt, daß Du ein Einfaltspinsel bist und kann nur wiederholen: Einfaltspinsel! Einfaltspinsel!" „ Hechte? Was für Hechte?" fragte die Karausche erstaunt. Denn sie war so naiv, daß, wenn man in ihrer Gegenwart sagte:„ Der Hecht lebt im Meere, damit die Karausche nicht schläft," sie allen Ernstes glauben würde, der Hecht sei ein Wesen, etwa nach Art der Niren und Undinen, mit welchen man die kleinen Kinder schreckt und Der Kaulbarsch war sehr ärgerlich und gelobte sich, daher auch nicht eine Spur von Furcht empfinden würde. in Zukunft jeden Verkehr mit der Karausche aufzugeben. ,, Ach, Du Einfaltspinsel! Du willst die Räthsel des Aber nach Verlauf weniger Tage schon siegte die Gewohnheit. Lebens lösen und weißt nicht einmal, was ein Hecht ist!" ,, Ja, wenn alle Fische untereinander einig wären..." Der Kaulbarsch bewegte verächtlich seine Flossen und begann die Karausche. schwamm nach Hause. Aber nach kurzer Zeit schon tamen Das ging dem Kaulbarsch denn doch über den Spaß. Die Karausche behauptete, man könne in der Welt mit die Gefährten in einem einsamen Winkel wieder zusammen ,, Was glaubt denn die Närrin?" dachte er, sie redet und der Wahrheit allein auskommen und der Kaulbarsch ließ( denn im Wasser ist's langweilig) und der Streit begann redet und dabei treibt sich der Thurmfisch ganz in ihrer Nähe herum. Sie aber thut, als wenn dies sie gar nichts es fich nun einmal nicht ausreden, daß es ohne Schlau- von Neuem. heit und Hinterlist nicht ginge. Was der Kaulbarsch Die erste, vornehmste Rolle im Leben spielt das anginge und verdreht die Augen und berauscht sich an eigentlich unter diesen Worten verstand, weiß ich nicht; so Gute" sagte die Karausche ,, das Böse, das geschieht ihren eigenen Worten." oft er sie aber aussprach, rief die Karausche unwillig: nur irrthümlich, aber die eigentliche Lebenskraft ist das Gute." Aber das ist ja eine Gemeinheit!" Worauf der Kaulbarsch entgegnete: " Du wirst schon sehen!" Karausche und Kaulbarsch stritten mit einander. 11 Gieb Acht auf Deine Taschen!" ,, Du mußt nicht gleich Alles sagen, was Dir durch den Sinn fährt!" redete er auf die Karausche ein. Man braucht auch nicht immer gleich das Maul soweit aufzuAch, Kaulbarsch, welch' abscheulicher vulgärer Aus- sperren und kann, was man zu sagen hat, auch leise sagen." „ Ich will nicht leise reden," fuhr die Karausche un= Die Karausche ist ein friedliebender Fisch, der zum drücke bedienst Du Dich doch! Gieb Acht auf Deine Idealismus neigt: es ist kein Zufall, daß die Mönche sie Taschen. Soll das vielleicht eine Antwort sein?" gerührt fort. Ich sage es gerade heraus: wenn alle Fische so lieben. Am liebsten liegt sie auf dem tiefsten Grunde Dir dürfte man von Rechtswegen gar nicht antworten. fich vereinigten, so..." Hier unterbrach der Kaulbarsch seinen Freund rauh. der Buchten oder Teiche, da wo es am ruhigsten ist und Du bist ein Dummkopf- das ist die einzig richtige Antwort." „ Nein, aber so höre doch, was ich Dir sage. Daß gräbt sich ganz und gar in den Schlamm ein, in welchem Mit Dir muß man, wie ich sehe, anders umgehen," schrie er die Karausche an und machte sich Hals über Kopf sie mikroskopisch kleine Muscheln zu ihrer Nahrung zu- das Böse nie und nirgends die treibende Kraft war sammenfucht. Und während sie so Tag aus, Tag ein beweist auch die Geschichte. Das Böse erstickte, erschlug, auf den Heimweg. still daliegt, gehen ihr natürlich allerhand Gedanken durch verheerte, verwüstete mit Feuer und Schwert, und nur das Er ärgerte sich über die Karausche und zugleich that den Kopf. Mitunter sogar sehr freie Gedanken. Da die Gute war die schöpferische Kraft. Das Gute ist es, was fie ihm leid. Sie war zwar dumm, aber doch war sie Karauschen indessen ihre Gedanken weder der Zensur vor- den Unterdrückten zu helfen strebte; es zerbrach Ketten und die Einzige, mit der er reden konnte, wie ihm um's Herz zulegen noch zu Protokoll zu geben brauchen, so tommen sprengte Fesseln; in den Herzen weckte es befruchtende Ge- war. Sie erzählt nichts weiter, sie verräth ihn sie auch nicht in den Verdacht politischer Umsturzgedanken. danken und beschwingte den Flug des Geistes. Und wäre nicht wie felten trifft man diese Eigenschaft Wenn wir trotzdem sehen, daß von Zeit zu Zeit Jagd es nicht in Wahrheit die schöpferische Kraft im Leben, so heutzutage an. Die Zeiten sind schlimm, s' ist eine Zeit auf sie gemacht wird, so geschieht dies keineswegs ihres hätten wir auch keine Geschichte. Denn sieh', was ist denn der Schwäche man darf kaum den eigenen Eltern ist die Erzählung trauen. Da ist z. B. die Plöße, man kann ihr eigentlich Freisinns wegen, sondern weil sie überaus schmackhaft sind. eigentlich Geschichte? Die Geschichte Man fängt die Karauschen vornehmlich im Netze; von der Befreiung, von dem Triumphe des Guten und nichts Böses nachsagen, aber ehe man sich dessen versieht, plaudert sie in ihrer Dummheit Alles aus. Von den damit der Fang aber lohnend sei, muß man gewisse Kunst- Vernünftigen über Bosheit und Unvernunft." griffe anwenden. Erfahrene Fischer gehen unmittelbar Und bist Du dessen so gewiß, daß Bosheit und Thurmfischen, den Rothaugen und anderem Gesindel nun nachdem es geregnet hat an den Fang, wenn das Wasser Unvernunft zu Schanden werden?" höhnte der Kaulbarsch. gar nicht zu reden. Für ein paar Würmer sind Die bereit, Alles zu beschwören. Arme Karausche! Sie rausche unbeirrt fort ,,, welches, wenn er es hört, den Alle glücklich seien. Daß es allen Fischen freistehe, in ist verloren, wenn sie Jenen in die Hände fällt. Hecht augenblicklich dahin bringen wird, die Karausche zu lieben." ,, Das möchte ich aber doch' mal wissen! Sieh' Dich doch nur an," sagte er zur Karausche, ,, wie kannst Du denn gegen sie aufkommen? Mit Deinem dicken Bauche, Deinem kleinen Kopfe, der nicht sehr er-„ Ich werde ihn einfach fragen: Weißt Du auch, Hecht, finderisch ist, und Deinem winzigen Maule! Selbst Deine was Tugend ist und welche Pflichten sie uns auferlegt in Schuppen sind kaum ernsthaft zu nehmen. Du bist weder unseren Beziehungen zu unseren Nächsten?" schlau, noch bist Du flink im Untertauchen, im Gegentheil, Das wird ihn allerdings stußig machen! Aber wenn Du bist schwerfällig und plump. Wer nur immer will, Du willst, schliße ich Dir als Antwort auf Deine Frage kann Dich haben und fressen!" mit meinem Stachel den Bauch auf." ,, Warum sollte man mich aber fressen wollen, wenn ich nichts Böses gethan habe?" kam die Rarausche auf ihren früheren Einwand zurück. Warum, warum, Du närrisches Ding? Frißt man etwa, um einen Anderen zu strafen? Mau frißt, weil man eben fressen will- nur deshalb. Du frißt ja auch. Du steckst doch nicht umsonst die Nase in den Schlamm, sondern fängst Muscheln. Die Muscheln möchten auch gern leben und Du, Dummkopf, stopfst Dir von früh bis spät mit ihnen den Bauch voll. Sage doch, was haben sie Dir gethan, daß Du sie beständig strafft? Erinnerst Du Dich, wie Du eben sagtest: Wenn alle Fische sich vercinigten..." Wie wäre es aber, wenn die Muscheln sich vereinigten- würdest Du, Einfaltspinsel, wohl damit zufrieden sein?" 11 Die Frage war so einfach, so unangenehm einfach gestellt, daß die Karausche verwirrt wurde und leicht erröthete. ,, Aber die Muscheln.... das ist doch..." murmelte sie verwirrt. ,, Muscheln sind Muscheln und Karauschen Karauschen. Die Muscheln sind ein Leckerbissen für die Karauschen und die Karauschen ein Leckerbissen für die Hechte. Die Muscheln haben nichts Böses gethan und ebensowenig die Karauschen und die Einen wie die Anderen müssen eben stillhalten. Und wenn Du hundert Jahre darüber nachdenkst, so wirst Du darum noch nicht klüger daraus werden." Nach diesen Worten versteckte sich die Karausche in dem Schlamme, wo er am tiefsten ist, um mit Muße über das Gehörte nachzudenken. Sie dachte und dachte und dazwischen fraß sie immer weitere Muscheln. Und je mehr sie fraß, desto mehr wollte sie haben. Endlich hatte sie sich in ihren Gedanken die Sache zurechtgelegt. ,, Ach, um Himmelswillen, scherze doch nicht mit jo Oder: etwas!" ,, Wir Fische werden uns erst unserer Rechte bewußt werden, wenn man uns schon in jungen Jahren lehrt, uns als Bürger zu fühlen!" „ Und was, zum Henker, nüßt es Dir, Dich als Bürger zu fühlen?" „ Immerhin.. „ Ja, ja ,, immerhin'. Sich als Bürger fühlen, ist nur dann etwas nüß, wenn man freien Spielraum zur Bethätigung dieser Gefühle hat. Was aber willst Du mit ihnen anfangen, der Du im Schlamme liegst?" ,, Nicht im Schlamme, aber überhaupt..." „ Zum Beispiel?" Ja wohl, und er wird Dich wegen Deiner Frechheit entweder in die Bratpfanne oder in glühende Asche legen... Nein, mein Freund! Wer im Schlamme lebt, soll sich nicht als Bürger fühlen, sondern als Tölpel das ist die Wahrheit. Vergrab Du Dich immer tiefer in Deinen Schlamm und halt's Maul, Tölpel!" jedem Gewässer herumzuschwimmen und daß Denjenigen, die sich in den Schlamm vergraben wollen, auch vergönnt sei, im Schlamme zu liegen." „ Hm.. und Du glaubst, daß dies möglich sei?" Ich glaube es nicht nur, ich erwarte von Stunde zu Stunde, daß es geschehe." ,, Nehmen wir zum Beispiel an: ich schwimme und neben mir die Karausche?" ,, Nun, was ist dabei?" „ Das höre ich zum ersten Male. Und wenn ich mich umwende und die Karausche fresse?" ,, Solch' ein Gesez, Hoheit, giebt es nicht. Das Gesetz sagt ganz klar: Muscheln, Mücken und Fliegen dienen den Fischen zur Nahrung. Und außer diesen Thieren sind in späteren Verordnungen der Nahrung zugezählt worden: Wasserflöhe, Spinnen, Würmer, Käfer, Frösche, Krebse und andere Wasserbewohner. Die Fische indessen ausgenommen." Was geht das mich an! Thurmfisch, eristirt wirklich solch ein Gesez?" wandte der Hecht sich an diesen. „ Es ist längst in Vergessenheit gerathen, Hoheit!" umging der Thurmsisch geschickt die Frage. „ Ich wußte es ja, daß solch' ein Gesez nicht eristiren kann. Nun, und worauf wartest Du, Karausche, noch von Stunde zu Stunde?" " Zum Beispiel, wenn der Mönch mich zu Fischsuppe kochen will, so werde ich ihm sagen: Du hast nicht das„ Ich warte darauf, daß die Gerechtigkeit triumphire, Recht, mein Vater, ohne gerichtliche Untersuchung eine so daß die Starken nicht die Schwachen bedrücken, die Reichen nicht die Armen. Daß die Solidarität Aller verkündet furchtbare Strafe an mir zu vollziehen." werde, die allen Fischen gleiche Rechte und gleiche Pflichten giebt. Du, Hecht, bist stärker und gewandter als Alle Du mußt die schwerste Arbeit auf Dich nehmen, mir fällt, nach Maßgabe meiner geringen Fähigkeiten, nur geringe Arbeit zu. Einer für Alle und Alle für Einen- so wird es sein. Sind wir vereint, so kann uns Niemand etwas anhaben. Zeigt sich ein Neß, so werden wir uns ,, Die Fische sollten einander nicht fressen," träumte schon zu helfen wissen. Der Eine verbirgt sich unter einem die Karausche mit offenen Augen. Die Natur hat den Stein, ein anderer im Schlamme, wo er am tiefsten ist, Fischen auch ohnedies eine Menge schmackhafter Gerichte ein Dritter im Loch oder unter einer Baumwurzel. Dann zur Nahrung bereitet. Muscheln, Fliegen, Würmer, werden sie schon darauf verzichten müssen, Fischsuppe zu Spinnen, Wasserflöhe; außerdem Krebse, Schlangen, Frösche. machen." Alles dies schmeckt gut und entspricht allen Bedürfnissen." ,, Den Bedürfnissen des Hechtes entspricht aber die Karausche", warf der Kaulbarsch trocken ein. Dder ein ander Mal: ,, Nein, die Karausche ist um ihrer selbst willen da. Wenn die Natur ihr nicht die Mittel gab, sich zu vertheidigen, wie sie sie Dir z. B. gegeben, so folgt daraus, daß es eines besonderen Gesetzes bedarf, um ihre persönliche Sicherheit zu gewährleisten!" ,, Und wenn dieses Gesez nicht beobachtet wird?" So muß ein Manifest veröffentlicht werden: besser gar keine Gesetze erlassen, als die bestehenden nicht be,, Das wird viel helfen." Ich weiß nicht, die Menschen verzichten nicht gern auf etwas, was ihnen schmeckt. Uebrigens, mag sein, daß es einmal so wird. Aber höre einmal: heißt das vielleicht, daß, Deiner Ansicht nach, auch ich werde arbeiten müssen?" ,, Du so gut wie die Anderen?" „ Das höre ich zum ersten Male. Nun aber gehe schlafen." Mochte nun die Karausche geschlafen haben oder nicht, jedenfalls war sie während dieser Zeit nicht anderen Sinnes geworden. Um die Mittagszeit stellte sie sich wieder zum Dispute ein und sie war durchaus nicht furchtsamer geworden, sondern ganz im Gegentheil heiterer als zuvor. " " „ Ich fresse die Muscheln nicht deshalb, weil sie mir Böses gethan haben darin hast Du allerdings Recht," erklärte sie dem Kaulbarsch, ,, ich fresse sie, weil die Natur selbst sie mir zur Nahrung bestimmt hat." , Wer hat Dir dies gesagt?" ,, Niemand hat es mir gesagt, ich bin darauf gekommen auf Grund eigener Beobachtungen. Die Muscheln haben feinen Geist; Du frißt sie und sie wissen nicht, was ihnen geschieht. Ja, und sie sind auch so geformt, daß es un möglich ist, sie nicht zu verschlingen. Ich brauche nur obachten." einen Schluck Wasser zu mir zu nehmen, so wimmelt es in meinem Maule auch schon von Muscheln. Ich fange ,, D, ich bin sicher, daß Viele sich schämen werden." Du nimmst also an, daß ich arbeiten werde und sie gar nicht sie laufen mir von selbst in's Maul. Und so verging ein Tag nach dem anderen und die daß Du Dir auf Kosten meiner Arbeit gütlich thun wirst?" Die Karausche das ist etwas ganz Anderes. Es giebt Karausche hing ihren Träumen immer weiter nach. Ein fragte der Hecht ohne Umschweife. ,, Alle gemeinsam... in gemeinschaftlicher, gegenKarauschen, Freund, die zehn Werschok lang sind mit Anderer hätte dafür einen derben Verweis bekommen solch' achtungswerthen Leuten muß man sich erst aus ihr aber ging das so hin. Und es würde in alle Ewig- seitiger Arbeit..." „ Ich verstehe; gemeinsam'... und unter Anderen einanderseßen, wenn man sie nun einmal schon fressen feit so fortgegangen sein, wenn sie sich nur ein ganz klein hm! Mir scheint, daß Du verdächtige will. Solch' Eine muß dann aber auch wirklich was recht wenig in Acht genommen hätte. Aber sie hatte allmählich auch ich Schlimmes gethan haben dann natürlich... eine so hohe Meinung von sich bekommen, daß ihr darüber Reden führst. Thurmfisch! Wie nennt man heutzutage Warte, bis der Hecht Dich verschlingt, dann wirst die Klarheit des Urtheils ganz abhanden gekommen, war. solche Reden?" Du schon erfahren, was man gethan haben muß. So Sie redete und redete, bis endlich eines schönen Tages lange solltest Du aber lieber das Maul halten." der Thurmfisch zu ihr kam mit der Bekanntmachung: daß ,, Dachte ich mir's doch! Jch höre schon lange, daß ,, Nein, ich will aber nicht das Maul halten. Ob- der Hecht geruhen werde, morgen in der Bucht zu er- die Karausche aufreizende Neden führt. Ich dachte mir schon ich in meinem Leben noch keinen Hecht gesehen habe, scheinen. Und nun, Karausche, sich zu, daß Du bei nur: Ach was, besser, Du hörst sie mal selbst... So steht es also mit Dir!" so bin ich doch überzeugt, daß auch der Hecht der Tagesanbruch zur Stelle bist, Rede zu stehen! Bei diesen Worten fuchtelte der Hecht so energisch Stimme der Wahrheit nicht sein Ohr verschließt. Die Karausche aber fürchtete sich nicht. Erstens hatte Ich bitte Dich um Alles in der Welt: ist solche Nichts- fie so Vielerlei von dem Hechte erzählen hören, daß sie mit dem Schwanze im Waffer herum, daß selbst der würdigkeit denn denkbar? Die Karausche liegt still da, begierig war, ihn kennen zu lernen. Und dann war sie Karausche, trotz ihrer Einfalt ein Licht aufging. „ Hoheit verzeihen," stotterte sie verlegen ,,, wenn ich ohne Jemandem zu nahe zu treten und nun auf einmal, sich ja bewußt, im Besitze des magischen Wortes zu sein, in meiner Dummheit.." mir nichts dir nichts, sollte sie in den Magen des Hechtes das sie nur auszusprechen brauchte, um den reißendsten hineinspazieren! Sage, was Du willst, ich glaube das Hecht in eine sanftmüthige Karausche zu verwandeln. Und im Leben nicht." auf dieses Wort baute sie. ,, Sozialismus, Hoheit!" ,, Schon gut. Die Dummen sind am gefährlichsten, sagt das Sprichwort. Wenn man die Narren gewähren Du wunderlicher Kauz! Erinnerst Du Dich nicht, Selbst der Kaulbarsch fing, Angesichts dieses felsen- ließe, würde es bald keine Klugen mehr in der Welt wie neulich vor Deinen Augen ein Mönch zwei Schlepp- festen Glaubens, an zu zweifeln, ob er in seiner Ver- geben. Man hat mir so viel von Dir erzählt und schließ= neße, angefüllt mit Deinesgleichen, aus der Bucht hervor- neinung am Ende nicht doch zu weit gehe. Wer weiß, lich bist Du doch nichts als eine Karausche zog? Glaubst Du vielleicht, daß er sich damit begnügen vielleicht erwartet der Hecht wirklich nur, daß man ihn weiter. Kaum fünf Minuten habe ich mit Dir gesprochen wird, sie anzusehen?" liebe, daß man ihm zum Guten rathe, ihm Geist und und Du langweilst mich bereits tödtlich". leben." nichts Das weiß ich nicht. Aber ich erinnere mich, daß Gemüth erleuchte? Vielleicht ist er wirklich gar nicht so Der Hecht versant in Nachdenken und sah dabei die meine Großmutter erzählte, was aus ihnen wurde: einen schlimm...? Und die Karausche ist am Ende gar nicht Karausche so sonderbar an, daß dieser jeder Zweifel Theil aßen die Mönche und die übrigen setzten sie in den so dumm, wie sie aussieht, sondern ist ganz im Gegen- schwinden mußte. Der Hecht mochte aber wohl noch von Fischkasten, wo sie nun vergnügt auf Kosten der Mönche theil, in weiser Berechnung, auf dem besten Wege, Karrière seinem gestrigen Fraße satt sein, denn er gähnte und in zu machen? Morgen wird sie dem Hecht entgegentreten wenigen Augenblicken schnarchte er bereits. ,, Nun, meinetwegen lebe auch Du so, Leichtsinn!" und ihm ohne Umschweise die Wahrheit in's Gesicht Diesmal aber kam die Karausche schon nicht mehr so Und so gingen die Tage dahin und es war gar nicht sagen, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, die er, leichten Kaufes davon. Sowie der Hecht zu reden aufabzusehen, daß der Streit der Beiden jemals ein Ende so lange er lebt, noch nie zu hören bekommen. Und der gehört, hatten die Thurmfische die Karausche von allen nehmen würde. Es ging ganz still her in dem Winkel, Hecht wird ihr zuhören, und wird sagen: Weil Du mir Seiten umstellt und führten sie in Arrest. in welchem sie zusammenkamen, so still, daß sogar eine unerschrocken die Wahrheit gesagt hast, Karausche, so sei Abends, die liebe Sonne war kaum untergegangen, leichte, grüne Schimmeldecke sich darüber gelegt hatte und Dir diese Bucht geschenkt. Du sollst ihr Chef sein! erschien die Karausche zum dritten Male vor dem Hechte der Ort wie geschaffen schien zum Disputiren. Sie mochten Am andern Morgen, ganz in der Frühe, kam der zum Disput. Aber diesmal kam sie unter Bewachung schwaßen, was sie wollten; sie konnten allen möglichen Hecht geschwommen. Die Karausche sieht ihn an und staunt: und zudem einigermaßen verstümmelt. Denn beim Verhör Träumen nachhängen: hier konnte das Alles ungestraft was für albernes Zeug hat doch das Gerücht ihm nach hatte der Barsch ihr einen Theil des Rückens und Schwanzes geschehen. Infolge dessen wuchs der Karausche der Muth gesagt und dabei ist er ein Fisch so gut wie alle an- abgebissen. dermaßen, daß sie bei ihren Exkursionen in das Gebiet deren! Nur sein Maul, das von einem Ohr zum anderen Aber trotzdem verzagte sie nicht, weil sie sich ja beihrer Erfahrungen mit jeder Sigung einen selbstgewisseren reicht, ist so groß, daß sie, die Karausche, in aller Be- wußt war, für den Nothfall das magische Wort in BeTon anschlug. quemlichkeit hineinschlüpfen könnte. reitschaft zu haben. „ Die Fische müssen sich untereinander lieben!" be= Man hat mir gesagt, Karausche, daß Du sehr klug ,, Wir sind zwar Gegner," begann wiederum der gann sie pathetisch,„ Einer für Alle und Alle für Einen bist und meisterhaft zu reden verstehst," sprach der Hecht. Hecht ,,, aber das ist eben mein Unglück: daß ich für mein dann wird Frieden und Eintracht herrschen auf Erden!"" Ich will mich mit Dir in einen Disput einlassen. Be- Leben gern disputire. Also frisch d'rauf los, fange an!" Bei diesen Worten fühlte die Karausche plößlich ihr „ Ich möchte mal sehen, was aus Deiner Liebe wird, ginne!" wenn Du dem Hecht zu nahe kommst!" spöttelte der Kaul- Mehr als über alles Andere, denke ich nach über Herz höher schwellen. Sie warf sich in die Brust, erbarsch kühl. das Glück," antwortete die Karausche bescheiden, aber mit bebte, fuhr mit dem Restchen Schwanz, das ihr noch ge" Ich kenne ein Wort, mein Freund," fuhr die Ka- Würde. Ich möchte, daß nicht ich allein, sondern daß blieben war, im Wasser herum und während sie dem Hecht " gerade in die Augen sah, rief fie mit Aufgebot ihrer besonderen Werth auf die Wahl von sechs neuen Abge- rücken. Die ökonomische Entwickelung ist bei uns aber ganzen Kraft: ordneten zu dem Pariser Gemeinderath zu legen sind weiter vorgeschritten wie anderswo, so daß die ersten auch zahlreiche Gemeinderathswahlen in den Provinzen praktischen Erfolge vielleicht in England zu verzeichnen günstig für die Anhänger der Föderation der sozialisti- sein werden. Weißt Du, Hecht, was Tugend ist?" Der Hecht riß vor Verwunderung das Maul weit auf. Mechanisch schlürfte er ein Maul voll Wasser und verschluckte dabei die Karausche, ohne daß er dies irgendwie beabsichtigt hätte. Die Fische, die diesen Vorfall mitangesehen, waren einen Augenblick ganz betroffen. Sie kamen aber bald wieder zu sich und beeilten sich, Erkundigungen einzuziehen, ob der Hecht geruht habe, gut zu Abend zu speisen und ob er sich auch nicht verschluckt habe. Der Kaulbarsch aber, der das alles vorausgesehen, tauchte an die Oberfläche und sagte triumphirend: ,, Da habt Ihr sie, unsere Dispute!" ( Aus der Monatsschrift:„ Neue Zeit.") Rückblicke auf die Arbeiterbewegung des Auslandes im Jahre 1887. 1. Oesterreich. schen Arbeiter" ausgefallen. Das ist ein ermuthigendes So haben wir guten Grund, ein glückliches neues Zeichen für die Zukunft und fordert uns auf, unsere Kraft Jahr zu erwarten, ein Jahr, welches uns rasch und sicher und Energie zu verdoppeln, damit kommende Ereignisse, unserem Ziele entgegen führen wird, troß alles Nationalimögen sie auch noch so schwierig sich gestalten, uns bei tätenhaders, wie er von den besißenden Klassen künstlich ihrem Eintritt vorbereitet treffen. großgezogen wird. Natürlich haben diese Fortschritte nicht hindern können, daß auch das verflossene Jahr eine Reihe von Versuchen zur Unterdrückung und Ausbeutung des Volkes aufweist, und sie werden vielleicht auch in Zukunft nicht hindern, daß auf das unsaubere Treiben der KupferSpekulanten und Ordensschwindler auch noch eine Aera des Getreidewuchers folgen mag. Das wird so weiter gehen, bis das Volk, müde, länger zu dulden und sich ausnußen zu lassen, diesem Treiben ein Halt gebietet. 3. England. Ueber die Fortschritte der Arbeiterbewegung in England schreibt in der Justice"( Gerechtigkeit) Herr Hyndman, das Haupt der„ Socialdemocratic Federation": Kleine Mittheilungen. pesteter. Dabei ist die Parole ausgegeben, daß an jedem Sonntag der englischen Hauptstadt hat sich in jüngster Zeit, infolge des von Die Stellung der Londoner Arbeiter zu der Polizei den Behörden eingeschlagenen Unterdrückungssystems, wesentlich geändert. Wir lesen darüber in einem österreichischen Arbeiterblatt: Bisher standen die Arbeiter Londons mit der Polizei auf dem beftem Fuße und halfen ihr, wo sie nur konnten. Die Polizei er= schien ihnen in erster Linie als Mittel, das Lumpenproletariat niederzuhalten; sie selbst rechneten sich mit zu den herrschenden Klassen. Jezt thut sich plötzlich zwischen ihnen und der Bourgeoisie ein Abgrund auf und die Polizei entpuppt sich als der Diener der Bourgeoisie gegen das gesammte Proletariat. Damit hört natürlich die Freundschaft zwischen den Arbeitern und den Polizisten auf. Die Arbeiter versuchen jetzt eine Waffe gegen ihre Feinde: den Die österreichische Sozialdemokratie schreibt Dr. Wer vor drei Wochen hinter Linnell's Sarg die Boykott. Kein Arbeiter will mehr mit einem Polizisten etwas Viktor Adler zur Jahreswende hat ein Jahr ernsten glänzende Massen- Entfaltung der Zweig- Organisationen zu thun haben; diese werden aus Arbeitervereinen, in denen sie Kampfes hinter sich. Was ist sein Resultat? Was ist der der sozialdemokratischen Föderation" sah, wer es gewahrte, Mitglieder waren, ausgeschlossen; an den Fenstern der radikalen Arbeiterklubs hängt jetzt ein Plakat, das mit großen Buchstaben Kampfpreis? mit welcher Selbstaufopferung und welcher unbemerkten besagt, daß die Einführung von Polizisten verboten ist. Betritt ein Wir können nicht auf Errungenschaften hin- aber fauren Arbeit dieses Resultat seitens der Führer der Polizist ein Wirthshaus, so wird dasselbe von den anwesenden Arweisen, auf zugeständnisse, die wir den befizenden sozialdemokratischen Föderation erreicht worden ist, kann beitern verlassen, kurz: der Polizist wird gemieden wie ein VerKlassen abgetroẞt. Was wir aus dem Kampfe davon nur mit Stolz auf die Vergangenheit und mit froher ein Versuch gemacht werden wird, auf dem Square zu sprechen, so getragen, sind nichts als Wunden, nichts als Opfer. Hoffnung auf die Zukunft blicken. daß die Polizisten keinen Sonntag frei haben werden. Auf diese Unzählige unserer Genossen sind erlegen, unzählige sind Unsere gleichzeitigen Demonstrationen am 4. Dezember Weise hofft man es schließlich so weit zu bringen, daß die Polizeikampfunfähig geworden. Und trotzdem haben wir Alle zu Gunsten der Arbeitslosen an allen Orten Großbritanniens, leute selbst des jetzigen Regimes müde werden und streiken. Ob das Gefühl: es war ein gutes Jahr! Denn nicht um unser Massen- Aufgebot am 18. Dezember bei Linnell's diese Absicht erreicht wird, ob sich der Boykott der Polizisten über= einen Preis ringen wir, den Andere zu vergeben haben; Leichenbegängniß, die fortwährende Verbesserung unserer burchführen läßt und welche Folgen er haben dürfte, ist schwer unser Ziel liegt in der Arbeiterklasse selber. Diese Organisation in London wie in den Provinzen, die stetig vorauszusehen. Genug; die Londoner Arbeiter sind in einen Stampf aber hat es längst verlernt, von den Herrschenden etwas wachsende Anzahl von Versammlungen, welche wir ab- eingetreten, in dem sie noch Neulinge sind, ebenso wie ihre Gegner, anderes zu erwarten als Verfolgung! Sie weiß, daß halten, und- nicht zu vergessen endlich die hart- in den Kampf mit der Polizei. Noch sind sie nicht einig darüber, ihre Zukunft in ihrer eigenen Hand ruht, und setzt alle näckigen und feigen Unterdrückungsversuche der kon heraus haben. Eines steht auf jeden Fall fest: welche Form des welche Form desselben für sie die beste; aber das werden sie bald Hoffnung auf sich selber. servativen Regierung, das alles legt vor aller Welt Stampfes immer schließlich als die praktischste sich herausstellen mag, Als wichtigsten und werthvollsten Erfolg hat uns das flar, daß die sozialdemokratische Föderation eine Macht vom Kampfe selbst lassen die Arbeiter Londons nicht eher, als bis verflossene Jahr die Wiedergewinnung der Solidari- in unserem Lande ist. Wenn unser Wachsthum trotzdem fie gefiegt haben." tät der gesammten sozialdemokratischen Partei langsam erscheinen könnte, so war es doch ein ununter-( f. vor. Nummer d. 3tg.) hat am letzten Tage auch verschiedene Der Kongreß der ,, American Federation of Labor" Desterreichs gebracht. Wer es ehrlich meint mit der brochenes, und keine Macht der Erde kann den schließlichen Resolutionen gegen das lebergewicht riesiger Kapitals= Sache der Arbeiterschaft wird sich dessen freuen und wird Sieg des Sozialismus in Großbritannien verhindern! mit Ernst und Selbstverleugnung das Einigungswerk zu fördern trachten. den Feinden unserer Sache! haupt jezt schon, im Anfange des Kampfes mit der Polizei, monopole angenommen. Diese Beschlüsse fordern, daß die Vereinigten Staaten fernerhin Mineral- Ländereien nicht mehr an Privatleute Bei dieser Sachlage muß es jetzt unsere erste Auf- verkaufen, sondern an Arbeiter- Genossenschaften verpachten gabe sein, durch Agitation, Aufklärung und Organisation und ferner, daß solchen Assoziationen Darlehen aus der Bundes= Das Fest des Arbeiter- Bildungsvereins in Wien, der die Massen für ihre Emanzipation zu schulen, bis sie taise- Reichstasie würden wir in Deutschland sagen-beslavische Kongreß in Brünn bezeichnen Wendepunkte in mächtig und zielbewußt genug sind, die genossenschaftliche willigt werden sollen. Das ist jedenfalls der wichtigste Beſchluß der Geschichte unserer Partei und machen das Jahr 1887 Zeitung der Produktion und Vertheilung der Güter zu schen Gewerkschaften prinzipiell wenigstens zu der Höhe, auf welcher Stonvention. Weit ihm erhebt sich der Berichtigſte zu einem wichtigen für dieselbe. Wir wissen es wohl, übernehmen. Unser letztes Ziel ist es, in den Gemein- der Allgemeine deutsche Arbeiterverein" vor 25 Jahren stand, und viel bleibt noch zu thun und raftloser Arbeit wird es be- besitz das Eigenthum derer überzuführen, die heute, ob- auf welche die amerikanische Ritter der Arbeit" sich bis auf den dürfen, bis die Folgen der unseligen Spaltung wohl sie eine verschwindende Minorität bilden, der heutigen Tag nicht zu schwingen vermochten. Mit dieser Forderung endgiltig beseitigt sind. Aber so viel ist heute schon ge großen Masse des Volkes Wohlergehen und Glück entschafts- Bewegung ein. Zwar haben die„ Ritter der Arbeit" längst zieht der Sozialismus offiziell in die englisch- amerikanische Gewerf wonnen: wir Alle sind entschlossen, energisch und aufziehen, und diesen Besitz zum Vortheil des ganzen Gein ihrer Prinzipienerklärung die Forderung der Abschaffung der richtig Freund zu sein den Freunden und Feind zu sein meinwesens zu verwenden. In der Zwischenzeit aber Lohnarbeit durch Einführung eines genossenschaftlichen Syſtems Was aber unsere Gegner anlangt, so erwarten wir Gebiet anwenden, um wenigstens einen Theil desjenigen auf ihre Selbsthilfe". Für sie, die sich soviel auf ihre Ueberlegenmüssen wir jedes Mittel auf politischem und sonstigem der Industrie erhoben. Allein sie verzichteten darauf, diese Forderung zu einer sozialpolitischen Frage zu machen und verließen sich sie kühlen Herzens. Sie können uns keinerlei Ueberzu erreichen, was das Volk fordern darf. heit gegenüber den Gewerkschaften zu Gute thaten, ist es ordentlich raschungen bieten; es giebt Nichts, worauf wir nicht von ihrer Seite gefaßt wären. Aber darüber sollten doch die Gegenwärtig ist die sozialdemokratische Föderation beschämend, daß sie nun von denselben auch prinzipiell überholt sind. Kurzsichtigen schon klar sein: ihre Kampfmittel find die zweifellos die einflußreichste, thätigste und bekannteste sozia- offen wir, daß sie nicht mehr lange zurückbleiben werden. Die billigen Arbeitskräfte aus der Provinz machen denkbar schlechtesten. Sie treffen den einzelnen Genossen listische Organisation in Großbritannien. Zu gleicher Zeit auch in den Bereinigten Staaten den organisirten Aroft hart, vernichten einzelne Existenzen aber für jeden baut sie sich auf der demokratischsten Verfassung auf, jeder beitern der Großstädte eine empfindliche Stonkurrenz, welche die Gefallenen stehen zehn neuen Kämpfer auf und den Sieg Wann und jede Frau sind in ihren Zweigvereinen will- Lebenshaltung der ganzen Klasse herabdrückt. Aus einer Rede Henry Skeffington's in Milwaukee, des Werkmeisters" des Nationalunserer Sache vermögen sie nicht einen Tag aufzuhalten. kommen. Einfluß kann bei uns nur durch rege Arbeit, distrikts der Schuhmacher, entnehmen wir darüber Folgendes:„ Noch durch Selbstaufopferung und durch das Wirken für unsere hat die Organisation der Schuh- und Stiefelmacher in diesem Sache erzielt werden. Keiner wird vorgezogen oder zurück- Lande nicht überall ihren gewaltigen Arm hingestreckt; aber lang= In dem„ Prolétariat", dem Organ der Possibi- gesetzt, wir haben keinen ständigen Vorsitzenden oder Präst- sam und sicher geht es voran, wir brauchen nur den guten Willen denten, weder bei der Organisation der Gesammtheit noch es, daß mit einer Weigerung, für niedrige Löhne zu arbeiten, nicht der Arbeiter und das Werk geht gut von Statten. Woher kommt listen, lesen wir: Das Jahr, welches wir beenden, war mehr ein Jahr bei einem einzelnen Zweige. Der Generalrath wird nur des Elends als des Heils; schmachten doch unsre armen aus Delegirten zusammengesetzt, die von den Mitgliedern Freunde in Decazeville, in Vierzon und an anderen der einzelnen Zweigvereine gewählt werden; seine BefugOrten noch immer in den Kerkern, und giebt es doch in Stadt und Land noch Tausende von Menschen ohne Obdach und Brod! 2. Frankreich.: viel erreicht wird? Vor nicht langer Zeit wurde ich nach einer Stadt in Massachusetts gerufen, wo die Unternehmer einen seit langer Zeit beſtehenden Lohnsas her abdrücken wollten. Man jagte mir, als ich um die Ursache dieses Vorgehens fragte, daß in einem nisse können ihm ebenso gut entzogen werden, wie sie ihm mir, als ich um die Ursache dieses Vorgehens fragte, daß in einem benachbarten Orte von Konkurrenten, zu weit niedrigeren Löhnen übertragen worden sind; die überwältigende Majorität der gearbeitet werde, man daher diese einführen müsse, um nicht ganz Mitglieder der sozialistischen Föderation gehört der Arbeiter zu Grunde zu gehen. Ich ging dorthin, und siehe da, man wies Wenn wir einen raschen Blick auf die jüngste Ver- laffe an; unsere Fonds werden aus den Groschen des mich zu anderen Städten, wo man noch billiger arbeitete. Weiter Volkes gebildet. Unser Wochenblatt Justice" wurde von kommen, die nicht bloß keinen Arbeitslohn beanspruchen, sondern wollte ich nicht gehen, denn ich befürchtete, ich wäre zu Leuten ge= gangenheit zurückwerfen was gewahren wir da? Eine beständige Vermehrung der Lasten, welche auf den früheren Inhabern aus freien Stücken an ein Komitee der Arbeiterklasse ruhen, eine stetig wachsende Ausbeutung von Vertrauensmännern übertragen, es wird heute von dürfen, bezahlten. Arbeiter, schuld daran ist die gräßliche Zer= seitens der Kapitalisten und den Ausbruch zahlreicher Arbeitern für Arbeiter herausgegeben.*) Streiks! ihren„ Boffen" noch obendrein für das Privilegium, arbeiten zu rissenheit unter den Arbeitern selbst. Auf meinem Wege von Boston nach Milwaukee ist mir überall auf meine Frage: Wir treten nunmehr in ein Jahr ein, welches für Wie geht's Geschäft? die Antwort geworden:„ Schlecht, wir haben Im Norden, im Often, im Süden und im Westen unsere Sache ein höchft ereignißvolles zu werden verspricht. nicht beständig Arbeit." Und je weiter ich nach dem Westen fam, reibt sich die bedrückte Arbeiterklasse den Schlaf aus den Es ist kein Geheimniß, daß die sozialdemokratische Föderation desto öfter wurde mir der Bescheid: Es kommt von der Konkurrenz im Osten. Die Konkurrenz im Osten! Ich kann Ihnen sagen, Augen und rafft sich zur Erkenntniß ihrer Stellung im bereits Anstalten getroffen hat, in diesem Jahre die Sozial- wo wir die Stonkurrenz zu suchen haben. Nicht in den großen wirthschaftlichen und im öffentlichen Leben auf. In den demokraten aller Länder bei sich in London zu beherbergen. Schuhfabriken von Massachusetts und Connecticut, sondern in den Ardennen rührt man sich nach dieser Seite am meisten, Seitens unserer französischen Kameraden von der sozialisti- sogenannten Hinterwalddistriften, wo der Schuhmacher neben und zum großen Schrecken der Eisenbarone hat sich dort schen Arbeiterpartei, die so manches ihrer Mitglieder in seinem Handwerk noch Farmerei betreibt; wo er, wenn er Abends von der Arbeit heimgekehrt, Schweine füttert, eine große sozialistische Organisation über die ganze den Gemeinderath von Paris gewählt hat, ging uns eine Felder bebaut ut. 1. w. Dort arbeitet der Schuhmacher Gegend ausgebreitet. Einladung nach Frankreich zu, um an der Säkularfeier des für Löhne, bei denen der Schuhmacher in einer Stadt In Paris sind durch das Unternehmerthum eben- Beginnes der großen französischen Revolution von 1789 nicht sein Leben fristen kann. Die Schuhfabrikanten wissen falls zahlreiche Schilderhebungen des Proletariats hervor- Theil zu nehmen. sich solche entlegene Gegenden zu Nußen zu machen. Erst kürzlich gerufen worden und, vom Streik der Militärsattler ganz hat einer derselben, namens Breed, ein neues Fabrikgebäude mitten Bis vor Kurzem war Großbritannien der Stein, in einem kleinen ländlichen Orte erbauen laffen, und die Behörde abgesehen, haben viele Gewerkschaften starke Anstrengungen welcher der internationalen Einigkeit des Proletariats im der Ortschaft hat ihm den Grund und Boden steuerfrei machen müssen, um einer Verringerung des Lohnes und Wege lag; jest zeigt sich bei den englischen, schottischen, übermacht, vorausgeseßt, daß er 10 Jahre lang seine einer Verlängerung der Arbeitszeit vorzubeugen. Fabrik nur von Personen betreiben läßt, die keine walisischen und selbst bei den irischen Arbeitern ein ganz Knights of Labor"( Ritter der Arbeit) sind. Dort werden die Das organisirte Proletariat hat mit einer bewun- anderer Geist wie früher. Die Art und Weise, wie die Farmer und Landjungen und Farmermädchen eingelernt, fie müſſen dernswerthen Zähigkeit die Errichtung der Arbeitsbörse Arbeiter unseres Inselreiches die Agitation unter den Ar- für's Lernen bezahlen und später erhalten sie anderthalb Dollars in die Hand genommen und trotz aller Umtriebe und In- beitslosen geführt haben, ohne jede Hilfe seitens der Mittel- per Woche. Ich besuchte einmal eine Fabrit, wo man einen Austriguen kann man heute, Dank der Energie des Aus- klassen, zeigt, daß unser Proletariat bereit ist, an die Seite stand erwartete. Der Besitzer zeigte mir einen Papierkorb voll Briefe, welche er erhalten und die alle das Angebot enthielten, für führungs- Komitee's und Dank der Unterstüßung der ihrer sozialpolitischen Kameraden in anderen Ländern zu einen Schinderlohn zu arbeiten, Sie tamen aus den HinterGemeinderäthe unserer Partei, ohne Uebertreibung sagen, wald Distrikten." Auch die Weiber- und Kinderarbeit daß das Werk über alle Schwierigkeiten hinweg ist. *) Das Wochenblatt Justice" erscheint seit Kurzem in doppeltem graffirt unter den nichtorganisirten Arbeitern mehr als anderUmfange( 8 Seiten, früher 4). Es bedurfte früher regelmäßiger wärts. Steffington äußerte hierüber:" Dem Werkmeister Powderly Das Jahr, welches soeben zu Ende gegangen, hat zuschüsse, die längere Zeit wöchentlich 4 Pfund Sterling( 80 M.) wurde einmal, als er Differenzen zwischen amerikanischen Arbeitern den Einfluß der Arbeiterpartei in staunens- betrugen ein Zeichen der damaligen Schwäche der Partei. Jetzt und Arbeitgebern in den Koats- Regionen schlichten sollte, von einem werthem Maße wachsen sehen und ohne weiter soll sich das Blatt decken, trotz der Erweiterung. der letzteren gesagt, daß der Ungar unter seinen Arbeitern viel = 33 150 Millionen Francs, nicht fünfzig Millionen, hat Frau Boucicaut vom Pariser Bon Marché" hinterlassen. Welche Entbehrungen muß die Aermste gelitten haber, um diesen Entbehrungslohn zu verdienen. = mehr Koats schaufle, als irgend ein Mann einer anderen Nation| ausgeschlossen. Die Verhandlung wird voraus| Vorstand der hiesigen Orts- Verwaltung war; doch, nachdem nun und sich mit weniger Lohn begnüge; es sollten fortan nur Ungarn sichtlich zwei Wochen in Anspruch nehmen. Für die endgiltig alle Schwierigkeiten beseitigt sind, ergeht an alle Drechsler bei ihm angestellt werden. Pawderly ging nach dem Arbeitsplatz selben sind sämmtliche Polizei- Inspektoren, Revier- und und verwandte Berufsgenossen Berlins der Weckruf:„ Vorwärts! und fand nicht den Ungar allein, sondern ebenfalls seine Kriminal- Rommissarien in hervorragender Weise als Zeugen be- Hinein in die Vereinigung der Drechsler Deutschlands!" Nur im Frau und sein Kind; die erstere nur mit einem Hemd, langen schäftigt, und zwar: 2 Polizei- Inspektoren, 5 Revier- Kommissarien opferfreudigen Schaffen jedes Einzelnen an dem großen Werke, im Stiefeln und einem Filzhut bekleidet und fleißig bei der Arbeit, das und 1 Kriminal- Kommissarius. Dem einen Revier- Kommissarius steten Ringen nach hohem, edlem Ziele, wie solches die Vereinigung lettere in einem Schiebkarren liegend und schreiend. Welcher Mutter, liegt neben zahlreichen Schuzleuten die Ueberwachung der Ange- sich gestellt hat, werden die Drechsler Deutschlands ein Werk erwelcher Gattin eines intelligenten Arbeiters wäre dies wohl zuzu- flagten, sowie die Aufrechterhaltung der Ordnung im Gerichts- schaffen, daß„ lohnend die Arbeit!" frei den Geist!" wird muthen? In den Fabrik- Distrikten von Massachu= saale" ob, es bleibt demnach, wie die" Pos. 3tg." meldet, nur machen. Darum Drechsler Berlins, schließt Euch der Vereinigung setts ist die Sklaverei noch großartiger. Man hat neben den noch ein Beamter, Kriminal- Kommissarius Mißbach, disponibel, an! Die nächste Versammlung, welche eine Generalversammlung Mills Häuser errichtet, sogenannte" Nurserieurs", in denen die welchem die Vertretung des Polizei- Juspektors Glasemann während ist, findet am Dienstag den 24. Januar in demselben Lokale statt. Mütter ihre Kinder lassen, wenn sie an die Arbeit gehen. Zu des Prozesses übertragen worden ist. Mit Ausnahme des Haupt- Zutritt haben dann nur Diejenigen, welche sich als Mitglieder aufgewissen Zeiten des Tages, ich glaube drei oder angeklagten, des in Rußland geborenen Genfer Studenten Slowinski nehmen lassen. vier Mal, ist es den Müttern gestattet, an ein und des Buchbinders Janiszewski sind die übrigen BeschulSchiebfenster zu kommen, ihr Kind zu empfangen digten vorwiegend Schuhmacher und Tischlergesellen. Die seit mehr und es zu säugen. Sobald die Glocke schlägt, muß sie davon- denn einem halben Jahre in Untersuchung befindlichen Angeklagten Fachverein sämmtlicher im Drechslergewerk beeilen, ihr Kind wieder durch's Schalter den herzlosen Wärterinnen sollen seit dem Jahre 1885 einer geheimen Verbindung schäftigten Arbeiter Berlins. Versammlung am Dienstag, übergeben. Ist das nicht brutal und schändlich?" angehört haben, deren Bestreben es gewesen sei, die Vollziehung den 10. d. M., Abends 8/2 Uhr, in Deigmüller's Salon, Mte von Gesezen durch ungefeßliche Mittel zu entkräften und zu ver- Jakobstr. 48a. Tagesordnung: 1. Vortrag über Shakespeare's hindern. Unter den siebzehn Angeklagten befindet sich die unver-" Hamlet" von Herrn Friz Kunert. 2. Diskussion. 3. Abrechnung ehelichte Michalina Franziska Zielonacka aus Posen. Alle Ange- a) der Röhl'schen Arbeitseinstellung, b) des Siegel'schen Streifs. flagten gehören ausschließlich der polnischen Nationalität an. Die 4. Der Streit der Arbeiter der Schirmstockfabrik von M. Gebauer. Was die Konkurrenz verschlingt. Man rühmt dem Vertheidigung führen die Rechtsanwalte Meschelsohn und 5. Verschiedenes und Fragekasten. In Anbetracht der außer= freien Konkurrenzsystem bekanntlich immer wenigstens den einen Flatau aus Berlin. Türkheim- Hamburg, Dziembowsfi- Posen. ordentlich wichtigen Tagesordnung werden die Mitglieder um zahlVortheil nach, daß es alle Waaren, alle Bedarfsartikel mit den Zwei Posener Kriminalbeamte und der französische Dolmetscher des reiches Erscheinen ersucht. Ferner ist allen Gewerksgenossen in überhaupt möglichen geringsten Kosten herstelle. Dagegen Bosener Gerichts fungiren als Sachverständige; es find 28 Zeugen dieser Versammlung der Zutritt gestattet. haben die Sozialisten mit Recht nachgewiesen, daß durch Aufhebung geladen. Die Verhandlungen werden unter Zuziehung eines polVerband deutscher Mechaniker und verwandter der heutigen Planlosigkeit der Produktion, durch eine geregelte nischen Dolmetschers geführt. Berufsgenossen.( Zahlstelle Berlin.) Die Versammlung am und organisirte Gütererzeugung Ersparnisse von Sozialistenprozeß in Freiburg i. Br., 30. Dezember. 4. Januar fiel aus; dafür findet am 18. Januar im alten Vereinsenormem Umfang gemacht werden könnten. Wer das nicht vor der hiesigen Straffammer wurde heute ein Sozialistenprozeß lokal, Kommandantenstr. 71-72, eine Versammlung mit wichtiger glaubt, der wird vielleicht durch folgendes Beispiel eines Besseren verhandelt. Angeklagt waren Schuhmacher Haug, Schreiner Fuchs, Tagesordnung statt. belehrt, das uns im Kleinen die heute im Großen herrschende Ver- die Arbeiter Fluck und Böhle und die beiden Bremser Boll Verein zur Unterstügung erkrankter Mitglieder. schwendung zeigt. In Berlin erschien die Deutsche Illustrirte und Jörger wegen Verbreitung verbotener sozia- der Maurer Berlins. Mitgliederversammlung am 10. d. M., Zeitung. Nach etwa über einem Jahre hatte dieselbe ca. Tistischer Schriften, Haug und Fuchs außerdem wegen Theil- Abends 8 Uhr, im Salon Wulf's Königsbank, Gr. Frankfurter1 Million zugesezt und man konnte noch immer nicht absehen, nahme an einer geheimen Verbindung(§ 129 S. G. B.). Seit straße 117. Tagesordnung: 1. Zweck und Ziele des Vereins. wann endlich eine Rente eintreten würde. Die Gesellschaft Deutsche Spätherbst 1886 schmuggelten die beiden Bremser sozialistische 2. Abrechnung des Kassirers. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Illustrirte Zeitung entschloß sich daher zu einem Verkauf ihres Schriften, namentlich den ,, Sozialdemokrat", die ihnen jeweils in 4. Vereinsangelegenheiten. Gäſte( Maurer), welche geneigt find, Verlages. Der Bazar, die bekannte Frauenzeitung, erwarb die Basel von einem Restaurateur Mößner in den sogenannten„ langen dem Verein als Mitglieder beizutreten, haben Zutritt. Deutsche Illustrirte Zeitung für den Betrag von 450 000 Mt. baar. Erlen" übergeben worden waren, über die Grenze, lieferten sie hier Statuten können gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte in der VerUeber Land und Meer resp. die Deutsche Verlagsanstalt sah an Haug und später an Fuchs ab, die sie dann hier und nach ſammlung in Empfang genommen werden. sich infolge dieser Transaktion um so mehr bedroht, als der Bazar Auswärts weiter verbreiteten. Um halb 7 Uhr Abends wurde das Verein zur Wahrung der Interessen der einer sehr kapitalfräftigen Gesellschaft gehört. Flugs gab Ueber Urtheil verkündet. Die Angeklagten wurden im vollen Umfange Tischler. Generalversammlung Sonnabend, den 7. Januar, Land und Meer zur Konkurrenz gegen den Bazar und dessen der Anklage für schuldig erklärt und Haug zu 8, Fuchs zu 5, Boll Abends 8 Uhr, Michaelfirchstr. 39. Tagesordnung: VierteljahrsDeutsche Illustrirte Zeitung, die Ueber Land und Meer start be- zu 4, Jörger zu 3, Fluck und Böhle zu je 2 Monaten Gefängniß abrechnung. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Die drohte, eine Modezeitung heraus. Die im Verlage des sehr reichen verurtheilt unter Anrechnung der seit dem 15. November v. J. Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Herrn Franz Lipperheide in Berlin erscheinende Ilustrirte verbüßten Untersuchungshaft. Außerdem wird gebeten, die Billets vom Weihnachtsvergnügen abFrauenzeitung und Modenwelt wiederum sah sich durch zurechnen. Billets zu dem am 28. Januar im Neuen Gesellschaftsbeide Institute bedroht und gründete theils als Beilage zur Frauenhaus, Hasenhaide 57, stattfindenden Maskenball sind in der Verzeitung, theils als selbständige Zeitschrift Die Illustrirte Zeit. So fammlung zu haben. wogte der Kampf einige Monate hin und her! Hunderttausende wurden von allen Theilen geopfert, um die Konkurrenz zu besiegen, und nun, als sich dies als für alle Theile zu fost- Die Arbeiter und die Zunahme der Geisteskrank spielig erwiesen hatte, geschah das Unerhörte Unerwartete, aber heiten. Es ist allgemein die Ansicht verbreitet, daß die Ueberanallein Vernünftige. Die Parteien einigten sich unter einander strengung bei rein geistigen Arbeiten die nächste Ursache der und schlossen einen Frieden, wie er kostspieliger auf diesem Gebiete Geisteskrankheiten, und demnach der Gelehrte, der bei seinem ernsten noch nicht geschlossen wurde. Der Bazar ließ seine um 450 000 Mr. Studium sein Gehirn stark in Anwendung nimmt, am ehesten dem getaufte und mit Opfern weitergeführte Deutsche Illustrirte Zeitung bösen Lebensfeinde ausgesezt ist. Mehrere neuere statistische Unterohne jedes Aequivalent seitens der anderen Gegner eingehen und fuchungen haben aber das keineswegs überraschende Ergebniß geverlor mit der Aufgabe dieses Verlages mindestens 600 000 Mr. habt, daß das im heutigen Wirthschaftsleben begründete Haften und Fachverein der Gas-, Wasser und Heizungs= Die Verlagsanstalt in Stuttgart gab als Aequivalent ihre Mode- Drängen, die Unsicherheit der Eristenz und die verzweifelte Konfur- Rohrleger. Versammlung am 8. Januar im neuen Nieft'schen zeitung, an der sie einige 100 000 Mt. verloren hatte, wieder auf renz auf allen Gebieten die meisten Keime zu Nerven- und Geistes- Salon, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Vortrag: Ueber die und der Verlag der Illustrirten Frauenzeitung und Modenwelt ließ frankheiten legen. Die statistischen Erhebungen bei der Allgemeinen heutige Nothlage im Rohrlegerfach.( Referent wird in der Verseine Illustrirte Zeit mit ebenfalls einigen 100 000 Mt. Verlust Arbeiter- Kranken- und Invalidenkasse haben z. B. ergeben, daß, sammlung bekannt gemacht.) 2. Freie Diskussion. 3. Fragekasten. wieder vom Schauplaze verschwinden. Diese immenſen Opfer während sich die Mitgliederzahl nur veracht fachte in den Jahren Aufnahme neuer Mitglieder. Der wichtigen Tagesordnung halber waren also erforderlich, um wenigstens einigermaßen die„ Ordnung" von 1868-1885, die Zahl der an Gehirn- und Nervenkrankheiten ist es Pflicht eines jeden Rohrlegers, zu erscheinen. Gäste willzu schaffen, die leicht von vornherein hätte erzielt werden können in diesem Zeitraume Gestorbenen sich verzwanzig facht hat, so daß kommen. Der Arbeitsnachweis befindet sich Dresdenerstr. 48 bei wenn eben die heutige Konkurrenzanarchie nicht bestände. sich die Thatsache herausstellt, daß auch die gewerblichen Arbeiter, Herrn Genrich. welche vor Allem den verzweifeltesten Konkurrenzkampf fämpfen und hierdurch zu übermenschlichen Anstrengungen gezwungen werden, von der herrschenden Epidemie schwer betroffen sind. Maßregelungen, Prozesse. Bezüglich des Unterstüßungsvereins Deutscher Buchdrucker ist noch vor Ablauf des Jahres 1887 der längst erwartete Entscheid des Preußischen Ministeriums des Innern eingetroffen, welcher folgendermaßen lautet: Vermischtes. Vereine und Versammlungen. Die Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter. Versammlung am Sonnabend, den 7. Januar, Abends 82 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Beuthstr. 18, Aufgang Treppe E. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Heymann über die Abstammung des Menschen. 2. Beschlußfassung über den diesjährigen Maskenball. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Diejenigen Kollegen, welche noch Billets vom Kommers haben, werden ersucht, so schnell als möglich mit Kollege Hahn abzurechnen. durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Gäste, Fachverein der Puzzer. Sonntag, den 8. Januar, Vormittags 11 Uhr, Inselstr. 10, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Kassen- Abrechnung. Vereinsangelegenheiten. Fragekasten. Ausgabe der Billets zum Waskenball am 4. Februar. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Versammlung am Sonntag, den 8. Januar, Vormittags 10 Uhr, Oranienſtr. 51 bei Preuß. Quittungsbuch legitimirt. Amerikanische Reklame. Ein amerikanischer Zahnkünstler" empfiehlt seine Musterzähne tagtäglich durch Annoncen folgender In dem Prozeß gegen den Vorstand des Ber- Art: Ein interessanter Anblick. Eine egyptische Mumie, 3000 Jahre liner Maurer- Fach vereins und die sogenannte alt, ist gegenwärtig in New- York ausgestellt. Bemerkenswerth an Maurer- Preßkommission ist jetzt den einzelnen der dem alten Burschen ist die Thatsache, daß seine Zähne mit Gold gefüllt sind und daß diese Füllung noch so gut hält wie an dem Der Verein der Berliner Parquetboden leger hält Angeschuldigten eine Anklageſchrift von sehr großem Umfange Lage, an welchem dieselbe ausgeführt wurde. Die Arbeit ist in- Montag, den 9. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn zugegangen. Der Prozeß umfaßt 40 Personen, den deffen auf ziemlich rohe Weise ausgeführt, wenn man sie mit der Herms, Mauerstr. 86, eine Generalversammlung ab. Tagesordnung: Vorstand des Fachvereins, die Berliner Preßkommission, Bollkommenheit vergleicht, welche die zahnärztliche Kunft zu Stande 1. Neuwahl des Kassirers. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. den Redakteur des Bauhandwerkers, die Maurer- Lohn- gebracht hat in den Händen so berühmter Dentisten wie Drs. Neall Verband deutscher Zimmerleute( Lokalverband Berund Cassidy von Nr. 1011 Vine Straße, deren Spezialität das lin West und Umgegend). Montag, den 9. Januar, Abends 8 Uhr, kommission in Berlin und die sogenannte Agitations- Einsetzen künstlicher Zähne ist. Unsere niedrigen Preise und unsere in Sange's Salon, Stegligerstr. 27, Generalversammlung. Tageskommission in Hamburg. Wie man sieht, wird die An- schöne Arbeit überraschen Jedermann."- ,, Das Wort gefiel ihm ordnung: 1. Quartalsabrechnung. 2. Vortrag des Herrn Kaniz klagebank in diesem Prozeß einen ganzen Maurerkongreß nicht. Napoleon übergab einst einem seiner Generäle einen Befehl. über Naturheilkunde. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Neue darstellen. Es werden sich da Freunde wiederfinden, die Lesterer sagte:„ Mein Herr, was Sie verlangen, ist unmöglich." Mitglieder werden aufgenommen. " Unmöglich," rief Napoleon, machen Sie nie wieder mir gegenFachverein der Buchbinder und verwandten durch die Ausweisungen lange von einander getrennt ge- über Gebrauch von diesem Worte. Nichts ist unmöglich." In Berufsgenossen( Verbandsverein). Sonnabend, den 7. Januar, lebt haben.- Auf die Anklageschrift näher einzugehen, diesem Sinne denken auch die Zahnärzte Dr. Neall u. Cassidy, Abends 82 Uhr, Versammlung im Reſtaurant Reyer, Alte Jakobverbietet das Preßgesez. 1011 Vine Straße, wenn sie schwierige Fälle in Einfeßung fünft- straße 83. Tagesordnung: 1. Ueber die Leipziger Tarif- Bewegung. licher Zähne übernehmen, welche Andere vergeblich behandelten. 2. Bericht und Antrag der Kommission für Arbeitsnachweis und Sie müssen noch den ersten Mund finden, für den sie nicht ein Herberge. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Ausgabe der Billets passendes Gebiß oder einen künstlichen Zahn einpassen könnten." zum Stiftungsfest. Gäste willkommen. Um recht zahlreichen Bejuch bittet der Vorstand. Verband deutscher Zimmerleute( Lokalverband Berlin Zentrum). Versammlung am Dienstag, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Hannover, 28. Dezember 1887. Auf die Tagesordnung: Abrechnung. Verschiedenes und Fragekasten. Eingabe vom 30. Juli d. J. eröffne ich Ihnen R. S. Die Vereinigung der Drechsler Deutschlands Allgemeine Stranken- und Sterbekasse der Metallnamens des Herrn Ministers des Innern, an welchen Orts- Verwaltung Berlin hielt am Donnerstag den 5. Januar arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 4. Sonnabend, dieselbe gerichtet ist, daß dem Antrage des Unter- in Deigmüllers Salon, Alte Jakobstraße 48 a, eine Versammlung ab; den 7. Januar, Abends 82 Uhr, Versammlung, Andreasstr. 26, stüßungsvereins Deutscher Buchdrucker zu Stuttgart es wurde in erster Reihe die Mittheilung vom Vorſtande gemacht, bei Matthies. Tagesordnung: Raffenbericht. Bericht über bas daß die abgeänderten Statuten der Vereinigung jezt den vom hiesigen verflossene Jahr. Verschiedenes. auf Zulassung zum Geschäftsbetrieb in Polizei- Präsidium gestellten Forderungen Genüge leisten. Die dies- Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Drechsler Preußen mit dem Siz in Hannover nicht statt- bezügliche, dem Vorstande der hiesigen Ortsverwaltung zugestellte und anderer gewerblichen Arbeiter Deutschlands( E. H. 48, Hamburg.) Verwaltungsstelle Berlin A." Den Mitgliedern zur gefälligen gegeben werden kann. Der Regierungspräsident Bescheinigung hat folgenden Wortlaut: Der Polizei- Präsident. Berlin, den 2. Januar 1888. Renntnißnahme, daß am Sonnabend, den 7. Januar, in Schröders v. Cranach." Der Vorstand erhält auf die Eingabe vom 9. Nov. 1887 Salon( früher Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9, das 4. Stiftungsfeft hiermit zum Bescheid, daß das abgeänderte und unterm durch einen großen Wiener Maskenball gefeiert wird, und werden 30. Dezember 1887 vorgelegte Verbandsstatut der staat- die Mitglieder zu diesem Feste ganz besonders von dem unten anlichen Genehmigung nicht mehr bedarf, nachdem geführten Vergnügungskomitee freundlichst eingeladen und ersucht, durch Ausscheidung der bezüglichen Bestimmungen fund recht zahlreich sich an dem Feste zu betheiligen. Billets à 50 Pf. gethan ist, daß der fernere Betrieb der in der Verfügung sind zu haben bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern sowie bei folgenvom 9. Oftober 1887 P. J. III. D. 3000 bezeichneten den Herren vom Vergnügungskomitee: Ad. Gerlach, Kleine AndreasDer Redakteur dieses Blattes hatte sich in der letzten Versicherungszweige endgiltig aufgegeben worden ist. Sollte straße 4, Hof 3 Tr.; Paul Bartsch, Markusstr. 29, Hof 2 Tr. und Zeit wegen zweier Anklagen vor Gericht zu verantworten. der vorgedachte Betrieb gleichwohl etwa auf Grund be: Otto Schaffer, Straußbergerstr. 23, vorn 2 Tr. Die erste lautete auf Beleidigung eines Fabrikanten, in sonderer Geschäftsordnungen bezw. Reglements oder auf Stranten und Begräbnißkasse der Bau- und dessen Etablissement sich ein schwerer Unglücksfall zugetragen hatte. Grund mündlicher Vereinbarungen wiederaufgenommen Fabrikarbeiter Berlins.( E. H. 13.) Generalversammlung Obwohl der Vertreter des Klägers sogar Aufreizung zum Klaffenbezw. fortgesetzt werden, so würden die gefeßlichen Folgen, der Mitglieder am Sonntag, den 8. Januar, Vormittags 10% Uhr, haß" in dem Artikel des Beklagten erblicken wollte, erkannte das d. h. die strafrechtliche Verfolgung der Betheiligten im Lokale des Herrn Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: Schöffengericht auf Freisprechung. Im zweiten Falle hatte und die zwangsweise Schließung der Orts- Verwaltung 1. Stassenbericht. 2. Innere Sassenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. sich der bayrische Kriegsminister beleidigt gefühlt durch eintreten. Der Polizei- Präsident v. Richthofen." Das Quittungsbuch legitimirt. einen Artikel, welcher, anläßlich einer militärischen Ausschreitung in Obiger Bescheid wird ohne weitere Diskussion durch Kenntniß-- Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, Nürnberg, den Militarismus im Allgemeinen einer durchaus sach- nahme erledigt. Hierauf wurde eine lebhafte Diskussion eingeleitet den 8. Januar 1888, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn lichen Kritik unterzog. Der Staatsanwalt beantragte über eine durchaus nothwendige Agitation nach Außen resp. Dr. Huber über„ Giebt es für uns Menschen sittliche Verpflichtungen?" einen Monat Gefängniß, der Gerichtshof erkannte abermals in den Werkstätten, um auf dieser Basis das Interesse der Damen und Herren als Gäste willkommen. Abends 7 Uhr daauf Freisprechung. Vivat sequens! Berliner Drechsler und verwandten Berufsgenossen für den Anschluß selbst gesellige Zusammenkunft. Vortrag des Herrn Dr. Wislicemus Der Vorstand hat nunmehr an Stelle der projektirt gewesenen außerordentlichen Generalversammlung gemäß § 23 des Statuts eine ordentliche für Anfang März in Hamburg veranlaßt. Der große Sozialistenprozeß in Pofen begann am an die Vereinigung der Drechsler Deutschlands" wachzurufen, zu über Praktische Nächstenliebe". Am Dienstag, den 10. b. M., 2. Januar wider den Studenten Bronislaw Slowinski und Ge- fördern. Die zur Zeit noch schwache Betheiligung der hiesigen Abends 8/4 Uhr, findet Rosenthalerstr. 38 eine beschließende Vernossen wegen Theilnahme an geheimen Verbindungen und wegen Kollegen wurde in erster Reihe und wohl mit Recht darauf zurück- sammlung der Mitglieder statt. Tagesordnung: Stassenbericht, Anreizung verschiedener Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätig geführt, daß während eines Zeitraumes von zirka 10 Wochen die Bericht der Revisoren, Neuwahl des Vorstandes u. s. w. feiten gegen einander(§§ 128, 129, 130 des Strafgesezbuches)." Agitation für den Anschluß durch die von Seiten der Behörde er= Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde die Oeffentlichkeit gangenen Verfügungen ziemlich lahmgelegt resp. sehr fritisch für den Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.