Die Berliner Volks- Tribune. Social- Politisches Wochenblatt. „ Berliner Bolts Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Ginzelne Nummer 15 fg. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. №. 2. Inhalt: Inserate werden die 4 spaltige Betit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Internationale Arbeiterkongresse.- Zur Frage des Minimallohnes.- Die Gründung - Die franzö= von Produktivgenossenschaften. fische sozialistische Presse II.- UnternehmerDünkel. Die Kosten der Unfallversicherung. Novelle. Die Literatur und die Arbeiterbewegung II.- Saure Wochen, frohe Feste. Sklaven und freie Arbeiter. Die Löhne im Handwerk. Arbeiter- Fabrikinspektoren. Arbeitslosigkeit in New- York. der Schuhmacher in Berlin. Die Lage Politische Nachrichten.- Kleine MittheiVereine und Versammlungen. lungen. Für die auswärtigen Abonnenten. Da uns das Erpediren der Kreuzbandsendungen nach auswärts eine ungemein große Arbeitslast auferlegt, so bitten wir, alle Einzelbestellungen womöglich nicht bei der unterzeichneten Expedition, sondern bei der Postanstalt des Wohnortes zu bewirken. Die ,, Berliner Volfstribüne" ist durch jede Postanstalt bes für 50 Pf. monatlich zu beziehen. Sonnabend, den 14. Januar 1888. W. Ausgabe für Spediteure: „ Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. Der Kongreß darf nur aus Delegirten be- politischen Gruppen werden das Jahr darauf in Paris stehen, welche in der vorgeschriebenen Weise von vertreten sein. So zeigt sich unsere Organisation als wirklichen Gewerkschaften oder den Leitungen wahrhaft vollendet, sie entspricht jedem Vorgehen und be= ähnlicher Arbeiter- Assoziationen mögen diese friedigt jedes Bedürfniß." = heißen, wie sie wollen erwählt sind. Jeder Delegirte muß wirkliches Mitglied der Vereinigung sein, die er vertritt. * * * Nach diesen Auslassungen des Prolétariat" gewinnt es fast den Anschein, als ob die englischen Trades Unions ,, Die Vertretungskosten werden von der Gewerk- und die französischen Possibilisten sich ganz vortrefflich in schaft selbst vergütet und nicht von einzelnen die Hände zu arbeiten verständen. Jedenfalls ist es uns Privaten noch von Vereinigungen, welche außer unverständlich, wie Führer einer politischen Partei, halb der Gewerkschaften stehen. Männer, die sich selber sozialistisch nennen, den Gedanken Diese Bedingungen sollen eine Bürgschaft dafür eines rein gewerkschaftlichen Arbeiterkongresses mit gewähren, daß jeder Delegirte dem Arbeiterstande besonderem Eifer unterstüßen können, gar dann noch, wenn angehört, womöglich noch gegenwärtig oder doch dieser Kongreß wie es in London doch fast zweifellos von früher her, daß er also in dem Berufe wirklich ist ganz und gar unter dem Einflusse des Herrn gearbeitet hat, den er auf dem Kongreß vertritt; Broadhurst steht. und daß alle Delegationskosten, die persönlichen Wir wissen, Herr Brousse mag die Deutschen nicht Ausgaben mit eingeschlossen, aus den Einnahmen besonders leiden, weil er hinter jedem derselben einen der der Assoziationen bestritten werden, welche das verhaßten„ Marristen" wittert, die ihm nun einmal nichts Mandat zum Kongres verliehen haben, nicht aber zu Gefallen thun können. Aber er wird doch selber zuvom Delegirten selber oder aus den Beiträgen gestehen, daß ein internationaler Arbeitertag ohne Beisein Außenstehender. deutscher Delegirter nicht den geringsten Anspruch darauf Ein späteres Zirkular wird alle näheren Mit- erheben darf, die Bestrebungen der Arbeiter der europäischen theilungen enthalten. Industrieländer zum Ausdruck zu bringen. Wir macheu Mit brüderlichem Gruß uns wahrlich keiner Unbescheidenheit schuldig, wenn wir Deutschen Reiches( unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für 1888). Crawford, Präsident. George Shipton, Vicepräsident. einen Arbeiterkongreß ohne deutsche Vertreter von vorn= H. Slatter, Schatzmeister. T. Birtwittle. J. Mawdsley. Trades Unions ganz willkürlich aufgestellten Bedingungen Durch die von den Wem das Abholen von der Post zu umständlich ist, kann. Slatter, Schatzmeister. T. Birtwittle. J. Mawdslen. herein für eine Ruine erklären. G.-D. Kelley. fich( gegen Nachzahlung von 15 Pf. pro Vierteljahr) die„ Volks- E. Harford. J. M. Jack. J. Inglis. die ,, Volks= Tribüne" durch die Postboten direkt in's Haus bringen lassen. find aber die Proletarier unseres Landes, welches die stärkste politische Arbeiterbewegung unter allen Ländern Auch hier hat man sich an die Postanstalt des Wohnortes, der Welt besitzt, von jeder Theilnahme an dem Lon= nicht an die Berliner Expedition, zu wenden. doner Kongreß ausgeschlossen. W. Inskip. Hy. Broadhurst, Sekretär. Wir werden von heute ab auch an die Arbeiterblätter nicht mehr durch Kreuzband, sondern durch Postüberweisung übersenden. Die Expedition der ,, Berliner Volks- Tribüne zu nehmen ist. * * * Das Organ der französischen Possibilisten beEs empfiehlt sich immer, größere gemeinsame Bestellungen merkt zu diesem Rundschreiben: In Deutschland liegt die Gewerkschaftsbewegung für denselben Ort einem Spediteur zu überweisen, an den wir Alle französischen Gewerkschaften werden einen be- infolge der polizeilichen und gerichtlichen Maßregelungen dann liefern und der, billiger wie die Post, das Austragen in's fonderen Eifer entfalten, um sich auf diesem Kongreß ver- gänzlich darnieder; gerade die tüchtigsten Arbeiter Haus besorgt. treten zu sehen; und aus den Bedingungen, welche die haben sich vielfach von ihr zurückgezogen, und selbst wenn Urheber des Planes gestellt haben, ist zu entnehmen, daß die paar gewerkschaftlichen Trümmer noch als Verkörperungen jede Vertretung, die zugelassen wird, auch wirklich ernst der Allgemeinheit der deutschen Arbeiter gelten könnten, so würden sie doch kaum Delegirte nach London senden Man wird also das betrübende Schauspiel nicht wollen weil sie dieses Wagniß mit ihrem Untergange wieder erleben, das sich auf der letzten internationalen bezahlen müßten. Konferenz in Paris darbot, wo- während das Comité Internationale Arbeiterkongresse. Aber nicht bloß in Deutschland fristen die Gewerknational, die Union fédérative und alle unsere politi- schaften ein fümmerliches Dasein. In Desterreich, in Die englischen Trades Unions haben folgenden schen Gruppen, der Disziplin gehorchend, nicht vertreten Dänemark, in Schweden, in Italien, in Frankreich selbst Aufruf an die Vorstände der Gewerkschaften in den euro- waren dennoch einige Grimpe's auftraten, die ihr sind sie gleichviel ob durch Schuld der Behörden oder päischen Ländern gerichtet: Mandat nur von einer Zeitung oder von einer Handvoll der Arbeiter selbst weit davon entfernt, den Kern der Der 20. Jahreskongreß der englischen Gewerk politischer Gesinnungsgenossen erhalten hatten. Arbeiterschaft zu umfassen und alle tiefgehenden proletarischen vereine, der im September v. J. in Swansea zu Die französische Arbeiterpartei wird im Jahre 1889 Strömungen wiederzuspiegeln. fammentrat, hat folgende Resolution angenommen: während der Weltausstellung einen ganz allgemeinen „ Der Kongreß begrüßt auf das Freudigste die Zunahme Kongreß einberufen, auf dem sich alle Richtungen verdes herzlichen Einverständnisses zwischen den Arbeitern treten lassen können. Wir heißen es darum nur willkommen, Englands und des Kontinents. Er beauftragt das par- wenn unsere Kameraden von den englischen Trades Unions Führer, denn die französischen Arbeiter sind gewiß von lamentarische Stomitee, einen internationalen Stongreß ein für 1888 einen Gewerkschafts- Kongreß einberufen, und jeder Eifersüchtelei frei scheinen zu befürchten, der von zuberufen, der im nächsten Jahre zuſammentrefen soll mit dem Zweck, ein gemeinsames Vorgehen in allen Fragen wenn dieser Kongreß nur den Berufsgenossenschaften und den deutschen Sozialdemokraten angeregte internationale zu bewirken, welche die Interessen der Arbeiter angehen." ihren unmittelbaren und wirklichen Vertretern zugäng- Arbeitertag könne den„ Marristen", d. H. den wirklich Gemäß dieser Resolution hat das parlamenta- lich ist. zielbewußten Sozialisten, eine Vermehrung ihres Einflusses rische Komitee nach eingehender Erwägung der An- Man schreit zwar über ,, Reaktion" unter den Geg- auf die internationale Arbeiterbewegung verschaffen. Darum gelegenheit sich dahin entschieden, daß ein inter- nern dieses Planes; aber das geht denn doch zu weit. treten, wie es scheint, die Leiter des Prolétariat" für nationaler Kongreß in London abgehalten So haben einige Vertreter des deutschen sozialistischen zwei Kongresse ein, deren einen werden solle, und zwar im November 1888. Man Parteitages in St. Gallen Herrn Broadhurst aufgesucht, Trades Unions, deren anderen kam dahin überein, daß die englischen Delegirten um das parlamentarische Komitee der Trades Unions zu Poffibilisten beherrschen würden. von dem nächsten britischen Jahreskongreß ernannt veranlassen, seine Einladung auf ein weiteres Feld aus- Mit dieser Erwartung könnte man sich jedoch gewaltig werden sollen, der im kommenden September zu- zudehnen, damit auch die Delegirten der sozialdemokratischen verrechnen. Die Einladung, wie sie von den Trades sammentritt, sodaß die englischen Delegirten zum Partei Deutschlands dem Kongresse beiwohnen könnten. Unions ausgegangen ist, kann die in allen Ländern überinternationalen Arbeitertag die Gesammtheit der Für diesen Fall erklärte man sich bereit, die Idee eines raschend start hervorgetretenen Sympathien für den in englischen Arbeiter- Verbände, nicht die einzelnen besonderen internationalen Arbeitertages, wie er in St. Gallen beschlossenen internationalen Arbeitertag nur Gewerkschaften vertreten werden. St. Gallen beschlossen worden war, aufzugeben; man verstärken. Dieser allein wird eine wirkliche, allseitige Was soll also unter solchen Verhältnissen ein internationaler Gewerkschaftskongreß? Die französischen Possibilisten oder vielmehr ihre in London in Paris die die Das parlamentarische Komitee giebt sich die wollte also am englischen Kongreß theilnehmen, wenn er Vertretung des fortgeschrittenen Proletariates aller Länder Ehre, die organisirten Arbeiter- Verbände des Kon- nicht lediglich gewerkschaftlicher Art wäre. Diese umfassen und darum ein wirklicher Arbeitertag sein, tinents einzuladen, auch ihrerseits die Delegirten zu Bestrebungen sind jedoch fehlgeschlagen. auch wenn nicht bloß die schwielige Faust" Zutritt fordern ernennen, durch welche sie auf dem internationalen Uns, die wir sowohl als gewerkschaftliche wie auch darf. Die Beschlüsse dieses Arbeiterparlamentes" im Kongreß im November 1888 vertreten sein wollen. als politische Organisation existiren, scheint es ganz vor schönsten Sinne des Wortes werden darum doppelten Jeder Delegirte zum internationalen(!) Kon- trefflich, daß wir zwei internationale Kongresse haben Eindruck machen hoffentlich auch auf den später greß muß gemäß Art. 3 des für die britischen(?) werden: einen gewerkschaftlichen im Jahre 1888 und zusammentretenden Gewerkschaftskongreß dieses und den Kongresse giltigen Statuts folgenden Bedingungen einen politischen im Jahre 1889. Unsere Gewerkschaften Pariser Kongreß des nächsten Jahres. werden also dieses Jahr nach London gehen, und unsere genügen: Zur Frage des Minimallohnes. aber mit dem einen Vorbehalt, daß dieser Preis nicht mehr * * * ,, Die deutschen Arbeiter haben bei ihrer Klassenbe= unter die Grenze der Lebensnothdurft sinken kann. Van wegung, entsprechend dem deutschen Geiste, immer das In Frankreich und Belgien steht in der Arbeiterwelt Beveren schloß übrigens ganz richtig damit, daß das Hauptgewicht auf das gründliche theoretische Durchdenken die Forderung des Minimallohnes viel mehr im Vorder- Lohnminimum, welches durch internationale Verträge sozialpolitischer Probleme und Streitfragen gelegt. Die grunde wie in Deutschland und den nordischen Staaten. auf alle Industrieländer ausgedehnt werden müsse, kein Romanen und ihre Nachbarn, sowie die englischen Arbeiter Auf allen Kongressen, in allen Programmen kehrt dieses genügendes Mittel sei, um die Krisen der Gegenwart zu haben sich viel mit praktischen Emanzipationsversuchen Verlangen ebenso oft wieder, wie bei uns etwa der Wunsch überwinden, daß ferner auf diesen ersten Schritt der zweite, beschäftigt und haben auf dem Gebiete des Genossenschaftsnach einer gesetzlichen Beschränkung des Arbeitstages, für der der Einführung eines Normal- Arbeitstages zu folgen wesens mit Selbsthilfe nicht unbedeutende Leistungen aufwelche die französischen Sozialisten selbstverständlich gleich- habe, eines Normal- Arbeitstages, welcher die Arbeitszeit zuweisen. Man kennt die traurige, nichts destoweniger falls mit Eifer eintreten. gegen die heutige wesentlich verkürzen müsse, wenn man aber sehr interessante Geschichte der französischen ArbeiterIn Gent suchte kürzlich Van Beveren, einer der wirklich die elende Lage der Arbeiter um etwas verbessern Assoziationen aus dem Ende der vierziger und dem Anfang Gründer der vlämischen sozialistischen Partei, in längerem wolle." der fünfziger Jahre. öffentlichem Vortrage die Nothwendigkeit eines MinimalDie Franzosen hatten damals alle Hoffnungen lohnes" eingehender zu begründen und seine Darlegungen Soweit die belgische und französische Meinungs- und alle Täuschungen durchlebt. Nach den mißlungenen scheinen uns wohl einer ausführlicheren Wiedergabe werth. äußerung. Versuchen der sogenannten utopistischen Sozialisten, aus Nachdem Van Beveren erklärt hatte, daß man unter Wir müssen ganz offen gestehen, daß durch dieselbe kleinen Anfängen heraus eine Neugestaltung des sozialen einem Minimallohn denjenigen Lohnbetrag verstehe, der unsere Zweifel an der Möglichkeit eines öffentlich festge- Organismus anzubahnen, kam die Februarrevolution, welche zur Bestreitung des nothwendigen Lebensunterhaltes aus- seßten Minimallohnes nicht beseitigt worden sind. die Periode der unglückseligen Nationalwerkstätten für die reiche und unter dem zu zahlen gesetzlich verboten werden Schon die Begründung Van Beveren's macht uns Arbeiter eröffnete und mit der Junischlacht abschloß. Nachsolle, fuhr er fort: stußig, weil sie über ideologische Behauptungen nicht her warfen sich die französischen Arbeiter begierig auf Ebenso wie ein gewisses Mindestmaß von Dampf hinauskommt. Man mag an das Recht auf Existenz und genossenschaftliche Experimente: sie gründeten Produktiverforderlich ist, um eine Maschine in Bewegung zu erhalten, damit auf auskömmlichen Lohn noch so leidenschaftlich Assoziationen aller Art, Tauschbanken u. s. w., und da sie so bedarf es auch einer gewissen Menge von Nahrungs- glauben: die herrschende Wirthschaftsordnung erkennt feine Mittel hatten, so legten sie sich die größten Entund Unterhaltsmitteln, um die Lebenskräfte des Menschen dieses Recht ebensowenig an wie das Recht einer Waare behrungen auf, um die Genossenschaften lebensfähig zu zu erhalten und eine gewisse Arbeitsleistung zu ermöglichen. auf Absatz und anständigen Preis. So lange die Arbeits- machen, von denen sie ihre soziale Befreiung erwarteten. Von dem Augenblick an, wo unsere Zivilisation dem Ar- kraft eine Waare ist, wird sie bei übergroßem Angebot- Allein die Genossenschaften konnten unter der gewaltigen beiter das Recht zum Leben zuerkennt, muß sie auch die wie dieses heute beständig stattfindet im Preise geworfen Konkurrenz der Privat- Industrie zu keiner Blüthe thatsächliche Möglichkeit dazu gewähren. Wenn man also werden wie jede andere Waare, die an Ueberproduktion gelangen und die Folgen des Staatsstreich vom 2. Sepseit dem Sieg der Jdeen der französischen Revolution vom leidet. tember 1851 fielen wie ein giftiger Mehlthau auf diese Jahre 1789 von den allgemeinen Menschenrechten" spricht Den Gewerkschaften steht hier nur ein geringer Einfluß Arbeiterverbindungen. Sie gingen sämmtlich unter, trot und wenn man die individuelle Freiheit, die Freiheit der zu. Und die Gesetzgebung? Nun, so lange sie von fapi- all' der Hingabe, die man während ihres Bestandes geMeinung, die Gleichheit vor dem Gesez und Aehnliches talistischen Interessen beherrscht wird, dürfte sie keinen sehen hatte. darunter verstanden hat, so hat man ein Recht gewöhnlich Grund sehen, den Arbeitslohn künstlich hochzuhalten, d. h. Betrachtet man nach all diesen Erfahrungen das anzuerkennen vergessen, nämlich das Recht auf den die Rente der Besitzenden künstlich zu erniedrigen. Und belgische Projekt, so wird man sich sagen müssen: die Lebensunterhalt, das doch schließlich das schwerwiegendste wenn die Gesetzgebung in der Hand der Arbeiter ruht, Konkurrenz der Privat- Industrie ist heute eine aller Rechte ist dann- wird es mit der Theilung in Lohn und Rente viel schärfere als früher, und die Arbeiter würden Der Staat seßt die Gehälter der Minister, der überhaupt vorbei sein. heute ganz andere Kapitalmassen aufbieten müssen, um mit Bischöfe und Geistlichen fest, er bestimmt die Bezüge der Eine Festsetzung des Lohnes bei Submissionen für der Produktion überhaupt nur beginnen zu können. DemBehörden, der Lehrer, der Post-, Telegraphen-, Steuer- den Staat und die Gemeinde scheint uns allerdings möglich gemäß halten wir es für ganz hinfällig, wenn man und Zollbeamten, der Offiziere der Armee, der Polizisten und aber man wird dabei immer finden, daß solche Fest- annimmt, das Ende der belgischen Kooperativ- GenossenGensdarmen, heißt das nicht: einen Minimallohn für segungen die Lohnhöhe nicht schaffen, sondern nur die schaften sei die ökonomische Emanzipation der Arbeiter. diese Leute festsetzen? Wenn Jemand gegen geringeren im freien Verkehr geschaffenen Lohnverhältnisse, mit geringen Daran ist gar nie zu denken. Entgelt die Stellung eines Ministers oder eines Richters aus- Schwankungen, sanktioniren. Auch die Preise von Mate= Wir glauben gerne, daß diese Genossenschaften ge= füllen wollte, so würde der Staat jeden solchen Konkurrenten rialien u. s. w. werden in Submissionskontrakten oft genug eignet sind, den Arbeitern viele Vortheile zu bieten. zurückweisen. Ist ein Posten frei, sei es in welchem festgestellt; aber auch hier werden die Waarenpreise nicht werden zunächst bewirken, daß die Arbeiter sich mit der Verwaltungszweige es wolle, so zählt man die Bewerber öffentlich regulirt; es werden vielmehr im günstigsten Verwaltung solcher Unternehmungen vertraut machen, die nicht nach Dußenden ab, man setzt mit der wachsenden Falle nur die Preise einer geradezu unanständigen feineswegs so leicht ist, wie manche glauben. Freilich ist Zahl der sich Anbietenden nicht die Gehälter herunter. Konkurrenz ausgeschlossen; die Bestimmungen der Kon- gewöhnlich der Uebelstand vorhanden, daß im Anfang, wo Wer die Stelle bekommt, hat sein festes Gehalt.... kurrenz bleiben im Grunde immer maßgebend. es gerade am nothwendigsten ist, die Verwaltung geschickt „ Für den Arbeiter aber, für den Produzenten ist Ein öffentliches Eingreifen in die Lohnfrage könnte und umsichtig und gewissenhaft zu betreiben, die geeigneten alles anders: sein Lohn, d. h. sein Brod, hängt von der daher auch höchstens eine durch die wirthschaftlichen Ver- Männer fehlen. Zahl der Unbeschäftigten ab, die sich anbieten. Haben hältnisse nicht gerechtfertigte Schmuskonkurrenz, gewisse ,, Ob die Unternehmungen selbst Erfolg haben, das doch sogar Manche offen auszusprechen gewagt, daß man Auswüchse beseitigen, aber niemals den Lohn dauernd hängt von der unter den Arbeitern selbst vorhandenen gerade die Zeit der Krisen nach Möglichkeit ausnüßen heben. Sie könnte vernünftigerweise kaum mehr sein, als Disziplin ab. Können die Arbeiter sich entschließen, sich müsse, d. h. daß die Perioden, in denen die Arbeits- eine gleichmäßigere Durchführung der von den Ge- in Masse an die von ihnen gegründeten und mit ihnen gelegenheit selten, das Angebot der Arbeiter aber überreichlich werkschaften mit den Meistern vereinbarten Tarife. Es verbundenen Genossenschaften zu halten, ihren gesammten ist, möglichst zur Herabdrückung der Löhne benutzt werden giebt ja immer einzelne Unternehmer, welche unter dem Waarenbedarf da und nur da zu entnehmen, so ist es für sollten Tarif löhnen, und diese Schmußkonkurrenz ist den voll- die Genossenschaften vielleicht möglich, in Flor zu kommen zahlenden Unternehmern selber ein Dorn im Auge; ein und von Tag zu Tag leistungsfähiger zu werden. Die Vorgehen gegen dieselbe durch öffentlichen Zwang, ohne Arbeiter können leicht einen Massenabsatz für ein bestimmtes unnüße Streiks, wäre alsdann wenigstens denkbar. Die Geschäft bewirken wenn sie wollen. Aber da gerade staatliche Erzwingung eines Minimallohnes würde in diesem ist der schwierige Punkt, an dem noch fast alle derartigen Falle ähnlich wirken wie der gesetzliche Normalarbeitstag: Unternehmungen gescheitert sind. alle Betriebe, welche nicht mit modernen technischen Hilfs-„ Die großen Privatunternehmer werden selbstverständmitteln versehen sind und sich nur durch die maßlose lich den Kampf mit solchen Arbeitergenossenschaften auf„ Es muß daher ein Lohntarif vorgeschrieben werden, Ausbeutung der Arbeitskraft durch niedrigen Lohn und nehmen und werden die Konkurrenz mit all' der Energie welcher allen beschäftigten Arbeitern das Recht auf die lange Arbeitszeit durchhelfen, würden genöthigt sein, betreiben, die in solchen Fällen von ihnen zu erwarten Eristenz sichert; der Staat und die Gemeinden müssen sich technisch besser auszurüsten oder wegen Konkurrenz- steht. Sie werden mit Schleuderpreisen auf den Markt nach dieser Seite bei allen öffentlichen Arbeiten vorangehen! unfähigkeit einzugehen. Die Möglichkeit, durch außerge- kommen. Die Arbeiterfrauen, die bei billigeren Preisen Seßen die staatlichen Lieferungs- Kontrakte nicht heute schon wöhnliche Hungerlöhne und außergewöhnliche Ueberarbeit, einige Groschen erübrigen können, kommen in schwere Verfest, daß alle verwendeten Materialien von bestimmt an- also auf Roften des Lebens der beschäftigten Arbeiter, suchung, ob sie der Genossenschaft treu bleiben oder zum gegebener bester Qualität sein müssen? Schreiben sie nicht sich konkurrenzfähig zu erhalten, wäre dann gründlich ab- billigen Privatgeschäft gehen sollen. Und gewöhnlich siegt den Preis derselben vor, ja bisweilen sogar auch die geschnitten und diese Wirkung ist an sich gewiß zu wünschen. die Versuchung. Dann aber haben die Genossenschaften Fabrik, aus der sie bezogen werden müssen? Es ist durch Aber an eine Möglichkeit, durch Minimallöhne Jedem auch einen schweren Stand. Und wenn sie erst einmal aus nicht schwieriger, auch den Lohnsatz vorzuschreiben, wenigstens das Recht auf eine leidliche Eristenz zu sichern, nach welchem die angestellten Arbeiter bezahlt werden glauben wir nicht, weil dieses Recht zunächst wieder das müssen. Mag die Zahl der sich zur Beschäftigung an Recht auf Arbeit" überhaupt vorausseßen würde bietenden Arbeiter auch noch so groß sein, so darf doch wie wollte man dieses heute verwirklichen? nicht da gespart werden, wo es sich um Menschenleben handelt. „ Mit einem so barbarischen Zustand muß man endlich aufräumen. Das Gesetz verbietet den Verkauf von gestohlenen Gegenständen; es darf auch den Unternehmern nicht die Freiheit lassen, auf das Elend der Arbeiter zu spekuliren und so den Werth der Arbeit zu stehlen( voler la valeur du travail), wie der Hehler den Werth des unterschlagenen Gegenstandes stiehlt. „ Dieser Zustand besteht, Dank den Herren Frick, Sas, und Produktiv- und Konsumgenossenschaften der Arbeiter. erschüttert sind, dann kommt gewöhnlich innere Zwietracht hinzu, welche leicht den Ruin des Ganzen herbeiführt. Das Gedeihen solcher Unternehmungen hängt von dem Maße der Disziplin in den Massen ab. Wer solche Genossenschaften gründet, muß in dieser Beziehung seiner Sache sicher sein. Diese Genossenschaften können gute und auch billige Vande und Steen, bereits in der Gemeinde St. Josse- TenWaaren liefern, sie können gute Verwaltungsleute ausNoode, er muß nur allgemein durgeführt werden. der Arbeiter handelt, wird sie, wie man weiß, im Namen und Gebrauchsgegenstände zu produziren, sondern auch den betrifft doch viel andere Dinge, als den Waarenaustausch Jedesmal, wenn es sich um eine Maßregel zu Gunsten schaften, die es unternommen haben, nicht nur Lebensmittel Richtungen fördern; aber ein Mittel zur Emanzipation In Belgien besteht eine Anzahl von Arbeitergenossen- bilden und das Zusammenleben der Arbeiter nach allen der„ Freiheit" bekämpft. Im Namen der Freiheit des Absatz und Vertrieb derselben zu vermitteln. Auf zwei und den Konsum. Die große Arbeiterbewegung hat alle sind sie schwerlich, denn die Emanzipation der Arbeiter Arbeiters" haben denn auch Einzelne die Forderung des Kongressen haben sich diese Genossenschaften zu einer * * * als„ die Assoziation der Assoziationen" bezeichnet. Die französische sozialistische Presse. II. Minimallohns zurückgewiesen. Aber der Minimallohn stößt Aber der Minimallohn stößt verschmolzen und sie lassen sich nicht in dem engen Rahmen durchaus nicht die Freiheit der Arbeiter vom Throne, und" Föderation"( einem Verband) zusammengethan, die sich politischen und sozial- ökonomischen Fragen miteinander ebenso wenig das berühmte Gesetz von Angebot und Nachfrage". Man verhindert nur, daß die niedrigen austauschen; sie wollen gemeinsame Zentral- Fabriken und Diese Genossenschaften wollen ihre Waaren untereinander von Konsum- und Produktivgenossenschaften unterbringen." Preise, welche die Unternehmer bei Submiſſionen u. s. w.-Werkstätten schaffen, sie wollen ein Zentral- Spezereigeschäft, fordern, auf Kosten der Arbeiter ermöglicht werden, die eine gemeinsame chemische Fabrik, eine gemeinsame Dampfman mit Hungerlöhnen abfindet!" mühle für die zur Föderation" gehörigen Bäckereien, sowie Schiffe zum Waarentransport beschaffen; sodann wollen sie Der Pariser, Sozialiste" fügt diesen Ausführungen eine dauernde Verbindung mit den Produktivgenossenschaften 3 Die Fehler des ,, Cri du Peuple" haben sich behinzu: Nichts ist richtiger als diese Darlegung. Aber anderer Länder herstellen. deutend gesteigert, seitdem nach Vallès' Tode die Leitung der Genter Redner hätte, um ein für alle Mal mit solchen Dies Unternehmen schreibt das„ Philadelphia in die Hände seiner Freundin Mme. Sévérine übergegangen unsinnigen Einwendungen aufzuräumen, ganz allgemein Tageblatt" ist ein sehr interessantes und wir be- ist. Dieselbe ist eine dem Sozialismus gewiß wohlgesinnte, be- iſt. bemerken können, daß, wenn man auch öffentlich einen dauern nur, daß wir keine Geschäftsberichte und sonstiges aber unklare, launenhafte, theoretisch nicht geschulte Frau, Lohn festsetzt, der sich mit dem nothwendigsten Lebens- Material zur Hand haben, aus dem wir uns über den die der Selbständigkeit ermangelt und sich stets unter unterhalt der Arbeiter deckt, diese doch immer noch freie Stand der Sache genau unterrichten könnten. Dennoch irgend einem Einfluß befinden muß. In der Person eines Hand haben, von ihren Unternehmern einen höheren wollen wir nicht verfehlen, uns über die allgemeinen gewissen Labruyère, eines Typus des journalistischen Lohn zu erzwingen. Das Gesez von Angebot und Nach- Gesichtspunkte, die sich uns bei dieser Sache darbieten, grundsatzlosen und geldgierigen Lumpenproletariats, der frage" wird auch weiter auf den Preis der Arbeit wirken, etwas zu verbreiten. vielfach als Agent der Polizei bezeichnet worden ist, gerieth " Mme. Sévérine immer mehr unter anarchistischen Einfluß,| Die Arbeiter sind aber so undankbar, in diesen| Eigennuß der Unternehmer: diese Kasse giebt den Arfand auf einmal, daß Kollektivisten( Marristen) und un- Wohlfahrtseinrichtungen" nur Fallstricke, Fesseln und beitern einen Zusammenhang, den sie möglicherweise gegen abhängige Sozialisten eine Diktatur üben wollten und Verknechtungseinrichtungen zu erblicken. Sie fürchten diese dich verwerthen können, du mußt sie verhindern. Aehnliches mehr. Aus Anlaß der Affäre Duval, wo sich Geschenke ihrer natürlichen Feinde mehr noch, als deren Der Dünkel ruft: Was, die wagen etwas zu unterMme. Sévérine zur Vertheidigerin der Theorie des Dieb- offene Angriffe. Sie haben auch sehr guten Grund dazu. nehmen, ohne daß du dabei mitzuredeu hast? Die halten stahls aufwarf, während die übrigen Mitarbeiter dieselbe Fast immer werden diese Wohlfahrtseinrichtungen fich für klug genug, ihre Angelegenheiten allein zu ordnen, entschieden als reaktionär und dem Sozialismus wider- gleichzeitig als etwas angepriesen, was die ,, Sozialdemokratie dich nicht zu fragen?! Sofort mußt die Sache untersprechend zurückwiesen, kam der bereits lange im Innern bekämpfen" soll. Hier guckt des Teufels Pferdefuß deut- drückt werden. schlummernde Streit zum Ausbruch. Fast die gesammte lich genug heraus. Was eigentlich Sozialdemokratie ist, Der Dünkel ist oft ein ebenso gefährlicher Feind der Redaktion, die an einer so zweideutigen Persönlichkeit wie davon haben die Innungsmeister und ihre Führer niemals, Arbeiter wie der Eigennut. Wenn die Hausfrau der Labruyère war, Anstoß nahm, verließ den„ Cri du Peuple" die Großindustriellen, die gebildeteren Kreisen angehören, Köchin verwehren will, einen modernen Hut zu tragen, und gründete ,, La Voie du Peuple"( der Volksweg"), nur höchst selten überhaupt einen Begriff und noch seltener thut sie ganz dasselbe wie der Fabrikant, der nicht dulden ein Blatt, das nach kurzem Bestehen der mangelnden einen richtigen Begriff. Was man bekämpfen will, das will, daß die Arbeiter einen anderen Abgeordneten wählen, Mittel wegen sein Erscheinen einstellte. ist jede Regung der Selbständigkeit der Arbeiter. als er es für gut hält; ganz dasselbe wie der Herr Krupp Mme. Sévérine entdeckte hierauf, daß sie den Possi- Sozialdemokratische Forderungen und Bestrebungen nennt in Effen that, als er den Arbeitern in ,, seinen Häusern" bilisten nicht genug Beachtung geschenkt, daß nur diese man in diesen Kreisen heute schon jedes Bestreben der verbot, Zeitungen zu lesen, die ihm nicht gefielen. Schaden und die Anarchisten den wahren Sozialismus vertreten. Arbeiter, sich auf Grund der heutigen Zustände eine hatte der letztere davon durchaus nicht zu befürchten, es Das neue Redaktionspersonal bestand ausschließlich aus bessere Lebenslage zu verschaffen. Ja, man würde handelte sich ja nicht um sozialdemokratische oder ArbeiterAnhängern beider Richtungen. Die Zerfahrenheit und wahrscheinlich den Arbeitern die eigentlichen wirklichen blätter, sondern um fromme ultramontane Zeitungen. Prinzipienlosigkeit des Blattes tritt seitdem täglich stärker sozialdemokratischen Bestrebungen, die doch noch lange Dieses Verbot war nur der Ausfluß des Dünkels, der hervor, hezte der„ Cri du Peuple" doch sogar, als nicht so weit gereift sind, daß sie der heutigen Gesellschafts- Bevormundungssucht, die aus Selbstüberschäßung her,, international- sozialistisches" Tageblatt gegen die Deutschen, ordnung in nächster Zeit wirklich ernstlich gefährlich er vorging. " 1 und stichelt er doch noch heute gelegentlich gegen dieselben. scheinen können, gerne gestatten, wenn sie dafür darauf Der Kampf gegen die zentralisirten freien Hilfs= Die Zeitung, welche unter der alten Redaktion einen verzichten wollten, das gleiche staatsbürgerliche Recht auf tassen, der von Innungsmeistern und Fabrikanten augengroßen Leserkreis hatte und denselben stetig erweiterte, Grund der heutigen Gesellschaftsordnung, das blicklich geführt wird, ist auch hauptsächlich auf den Dünkel geht jetzt sichtlich bergabwärts und hat bereits mindestens Recht, sich zur Erlangung günstigerer Lohn- und der Unternehmer zurück zu führen. Es mag ja richtig die Hälfte seiner Leser verloren und würde wahr- Arbeitsbedingungen zu vereinigen, das Streben nach sein, daß ihnen die einsichtigeren Arbeiter angehören, scheinlich die andere Hälfte rasch verlieren, wenn sich ein Abkürzung der Arbeitszeit und den Widerstand gegen die das meiste Unabhängigkeitsgefühl besitzen, es mag fräftiger sozialistischer Konkurrent fände. Herabdrückung der Löhne zu bethätigen. Sozialdemokratische auch wahr sein, daß viele von ihren Mitgliedern Sozial,, Intransigeant" ,,, la France Libre" und die ein- Forderungen heißen bei Zunftmeistern, wie bei Großfabri- demokraten sind. Offenbar unwahr ist, daß diese Kassen gegangene ,, Action" sind nur radikale Blätter, in denen kanten, alle Forderungen der Arbeiter, die den Unternehmern irgend welche agitatorische Thätigkeit in politischer die Sozialisten Gastrollen" geben. unbequem sind. Ueberhaupt ist jede Regung der Arbeiter oder wirthschaftlicher Beziehung entwickeln. So oft dies Die Bewegung hat zwei wöchentlich erscheinende verdächtig, in der sie irgendwelche Selbständigkeit zeigen. behauptet ist, immer ist man den Beweis schuldig geOrgane, le Socialiste", welche den Kollektivismus Die Herren wissen aus Erfahrung, daß jede Regung des blieben. Herr Ad. Schulz, der Innungssekretär und be( Marrismus) vertritt und mit einer Unterbrechung seit Selbstgefühles und des Nachdenkens die Arbeiter wider- zahlte Agitator, hat sich einmal sogar zu der unsinnigen 1885 erscheint, und ,, le Prolétariat", das Organ der strebender in den Lohnfragen macht. Behauptung verstiegen, er habe hierfür Beweise, hat sie Possibilisten. Diese aus Gründen des Eigennußes fließende Ab- aber nicht vorgebracht, als er dazu aufgefordert wurde. Es könnte den Unternehmern also ganz einerlei sein, ,, Le Socialiste" ist eine Fortsetzung der ,, Egalité", neigung gegen jede Regung der Selbständigkeit der Arbeiter hat alle ihre Vorzüge bewahrt und besitzt in Guesde, wird noch verstärkt durch Gründe, die ihre Quelle in dem ob diese Kassen bestehen oder nicht. Selbst wenn sich Lafargue und Deville treffliche Redakteure. Aber der Dünkel der Unternehmer haben. Man hat sich in die wirklich alle Sozialdemokraten diesen Kassen anschließen Leserkreis des Blattes ist beschränkt, und obgleich Redaktion, Redensarten von der Untergeordnetheit, der Blind- würden, so haben doch diese Kassen die Sozialdemokraten Verlag und Vertrieb unentgeltlich geschehen, kann es sich heit der Massen so hineingeredet, daß man wirklich glaubt, nicht gemacht und das Beseitigen der Kassen beseitigt die nur durch die Opferfreudigkeit eines Genossen erhalten. die sogenannten gebildeten Stände" hätten auf Einsicht Sozialdemokraten nicht, ja behindert sie nicht einmal. Sie Als Erkennungszeichen Der in ,, le Prolétariat" umgetaufte ,, Prolétaire" und Erkenntniß nicht nur, sondern auch auf Ehrenhaftigkeit bleiben, was und wo sie sind. ist nach der Zahl seiner Abonnenten nicht besser daran; und moralische Selbständigkeit ein Vorrecht vor den Ar- brauchen sie das Kassenbuch auch nicht. Es würde nur dies ist auch der Grund, weshalb der im Sommer 1883 beitern. Man verwechselt den angelernten Formenkram Spott hervorrufen, wenn jemand seine Zugehörigkeit zur gemachte Versuch, das Blatt zu einem täglichen zu machen, und das oft sehr mangelhafte Schulwissen der sogenannten Sozialdemokratie den Genossen durch solch ein Kassenbuch scheiterte. Seine hervorragendsten Mitarbeiter sind außer gebildeten Stände mit der wahren Bildung des Verstandes beweisen wollte. Brousse: Victor Marouck, Joffrin und Allemane. und Herzens, die da fähig machen, den rechten Zusammen- Aber die Kassen sind gut verwaltet, sicher begründet, Im Laufe der Zeit hat das possibilistische Organ weder hang der Dinge ohne Vorurtheile zu erfassen und zu von den Unternehmern ganz unabhängig, von den seine prinzipiell schwankende Haltung, noch seinen persönlich begreifen, Menschen und Verhältnisse richtig zu beurtheilen Behörden nur wenig abhängig! Nein, solch einen Federangreifenden Charakter verloren. Bemerkenswerth ist, daß und aus dem Erkannten die rechten praktisch verwendbaren hut darf die Köchin nicht tragen! es sich gern in Angriffen gegen die deutsche Bewegung Schlüsse zu ziehen. Diese Verstandesschärfe wird unab- Deshalb sind die Kassen den Innungsmeistern, und dessen Beseitigung sie ergeht, was sich durch das gelegentlich über Brousse Ge- hängig von jeder Schule, besonders durch das Leben Unternehmern ein Gräuel, um fagte erklärt. gewonnen, ja, die Schule, die bei uns vielfach auf Vor- petitioniren, die sie durch ungeseßlichen Zwang, den sie Die von Malen und Freunden redigirte Monatsschrift, urtheilen aufgebaut ist, trübt oft genug den Blick. Wahrlich, auf die Arbeiter ausüben, zu schädigen suchen. , la Revue socialiste", soll das wissenschaftliche wir unterschätzen die regelmäßige geistige Schulung nicht, Einen wahrhaft drastischen Beweis von diesem UnterOrgan der Bewegung bilden. Wir sagen absichtlich soll", wenn sie wirklich darnach trachtet, den Geist frei und nehmer- Dünkel liefert die Maßregelung einiger denn in Wirklichkeit verficht sie nur einen kautschukartigen flar zu machen; wir wissen, welche Vortheile eine gute Arbeitervertreter zum Reichs VersicherungsGefühlssozialismus, der auf der Grundlage der Moral" Schulbildung gewährt, wir wissen aber auch, wie überaus Amte. Die materiellen Gründe sind hier ohne Zweifel sich selbst gern in Gegensatz zu dem deutschen" Sozialis- selten selbst unter den sogenannten Gebildeten eine solche nebensächlich. Daß ein Arbeiter einige Tage die Arbeit mus bringt. gute Schulbildung ist, wie sie bei der überwältigenden versäumt, fommt in jeder Fabrik vor. Dadurch kommt " 1 = Außerdem erschienen und erscheinen in den letzten Mehrzahl derselben nicht über das mechanische Anlernen Niemand in Verlegenheit, besonders dann nicht, wenn die Jahren eine große Anzahl sozialistischer Blättchen, die einiger Formeln hinausgekommen ist, ohne Eindringen in Zeit der Versäumniß länger vorher bekannt ist, ist es ganz ohne Bedeutung sind. Der Sektirergeist, welcher der den Sinn und den Zusammenhang der Dinge. immer leicht die erforderlichen Einrichtungen zu treffen. französischen Bewegung vielfach noch anhaftet, veranlaßt In dieser förmlichen Verstandesbildung sind die Vor- 2 andwehr- und Reserve- Uebungen rufen jährlich jede Gruppe, ihr eigenes Organ zu gründen, das im züge der sogenannten gebildeten Stände vor den Prole- in allen Fabriken und Werkstätten viel größere Störungen günstigen Falle etliche Monate lang ein Scheindasein tariern durchaus nicht so weitgehend, daß der Arbeiter hervor und müssen getragen werden. Auch die Ausrede, fristet und nur zu unnützer Verschleuderung von Kraft mit klarem Verstand sich nicht dreist neben die überwiegende daß diese Arbeitervertreter die Sozialdemokratie fördern und Mitteln führt. Besonders die Anarchisten sind mit Mehrzahl der Unternehmer stellen dürfte, ohne zu fürchten, oder ihr angehören, ist hier nicht anzubringen. Die Mitglieder der freien Hilfskassen wirken nicht mit bei der Gründung derartiger Zeitungen schnell bei der Hand und, von ihnen verdunkelt zu werden. wie bewiesen, spielen die Fonds der Polizei dabei oft Was die Bildung des Charakters, das Gefühl für Wahl dieser Vertreter, nur gutgesinnte" Orts-, FabritWas die Bildung des Charakters, das Gefühl für und Innungskrankenkassen sind stimmberechtigt. Wähler eine Rolle. Ehre, anbetrifft, da wird heute wohl Niemand mehr bewähnt: la Révolution sociale"," le Droit social", anderen Stände nachsteht. Der Charakter ist bei solchen die Theilnahme an den Sigungen des ReichsversicherungsUnter solchen verstorbenen Eintagsfliegen feien er zweifeln, daß der Proletarier darin keiner Person der wie Gewählte sind von jedem Verdacht frei. Was hat nun die Unternehmer bewogen, diesen Arbeiterabgeordneten ,, la Question sociale" ,,, le Forçat"," le Reveil ouvrier", Männern besser geschult, die im härteren Kampf des ,, le Drapéau Noir", ferner auch ,, la Revanche" von Lebens stehen. Es ist leicht, kein Dieb sein, wenn man im Solch einen Federhut darf die Köchin nicht tragen. Secondigny und ,, la Commune" von Felix Piat, der jeßt Ueberfluß lebt, aber schwer, den ehrlichen Namen zu be- Darin liegt es. Daß Arbeiter, verachtete Arbeiter, zu den Mitarbeitern des ,, Cri du Peuple" gehört.„, L'Ami haupten, wenn der Hunger, nicht nur der eigene, der wäre du Peuple" ,,, le Cinquième Arrondissement", l'Insurge" manchmal noch zu tragen, aber der von Weib und Kind zu solchen Ehrenämtern berufen werden, die den betreffenerscheinen noch zur Zeit, find aber ohne Einfluß. Dasselbe den Mann treibt. Und auch für die mehr förmliche, letteren erbost; daß überhaupt Arbeiter als den Unterden Herren Fabrikanten verschlossen sind, das hat die gilt auch von den in der Provinz erscheinenden sozialistischen äußere Ehre ist der Proletarier mindestens ebenso empfind- nehmern gleichberechtigte Staatsbürger betrachtet werden, Blättchen, die weder Kraft noch Saft haben. lich, wie irgend eine Person eines anderen Standes. Seine das hat sie in Wuth gesetzt. amtes zu verwehren? Fassen wir zum Schluß die Ergebnisse unseres Ueber- Sprache ist freilich derber, die Worte haben öfters für ihn blickes zusammen, so stellt sich heraus, daß die der sozia- nicht die harte Bedeutung, die sie in anderen Kreisen haben. welchem Grunde vielfach selbständige Regungen der Arbeiter So mußte es fommen! Nun weiß man doch, aus liftischen Bewegung bisher dienende Presse Frankreichs ein Es ist deshalb ganz falsch, wenn Richter in Urtheilen, wie verfolgt werden. Die Sozialdemokratenfurcht ist nur eine treues Spiegelbild der in der Bewegung herrschenden sie besonders in den Streikprozessen gefällt worden, den verfolgt werden. Die Sozialdemokratenfurcht ist nur eine Settirerei und Uneinigkeit und der Ausdruck der noch im unter Arbeitern gewechselten Worten die beleidigende oder die freien Hilfskaffen verfolgt werden, so werden die dem modernen Geschmack angepaßte leere Ausrede. Wie Argen liegenden Organisation ist. bedrohende Kraft beilegen, die sie in perfeinerten Gesell- Arbeitervertreter zum Reichsversicherungsamt gemaßregelt: Auf andere Ursachen der so schwach entwickelten schaftskreisen haben. Gegen wirklich bewiesene NichtWeil die Köchin solch einen Federhut nicht tragen französischen sozialistischen Tagespresse ist bereits an anderer achtung ist der Arbeiter viel empfindlicher, als mancher Stelle hingewiesen worden. Fabrikpascha glaubt, wenn er seinem Aerger Luft macht oder wenn er den Arbeitern seine höhere" Stellung zu Gemüthe führen will. So muß es kommen! Solche falsche Anschauungen der Unternehmer über die Einsicht und die Ehrenhaftigkeit der Arbeiter sind darf! Die Kosten der Unfallversicherung. Die Freis. 3tg." schreibt: worden. " Endlich ist dem Reichstage eine Nachweisung über Wohlfahrtseinrichtungen für die Arbeiter! vielfach für sie bei ihren Maßnahmen gegen die Arbeiter die vollständigen Rechnungsergebnisse der Berufs= So tönt es oft aus dem Munde der Herren Großfabrikanten leitend. Sie wollen, wie es ja von dummen Zünftlern genossenschaften für das Jahr 1886 mitgetheilt und Innungsmeister. Herr Dechelhäuser ist aus, Vereine ausgesprochen wird, von gebildeteren Fabrikanten im zu gründen, um die Arbeiter zu beglücken, so wie die Innern gedacht und äußerlich bethätigt wird, die Arbeiter" Zum ersten Mal liegt damit eine solche JahresInnungen sich anschicken, für die Gesellen Herbergen, nicht als gleichberechtigte Staatsbürger anerkennen, aus rechnung vor. Bekanntlich trat das UnfallversicherungsWanderunterstügung und Arbeitsnachweis zu schaffen. Man Dünkel. gesetz am 1. Oktober 1885 in Kraft. Die im vorigen ist schier erstaunt über den Eifer, mit welchem die Herren Eigennutz und Dünkel stellen sich also den Arbeitern Jahre mitgetheilte Uebersicht konnte daher nur die RechUnternehmer sich allerseits bemüht zeigen, das Wohl ihrer bei jeder Regung ihrer Selbständigkeit entgegen. Soll eine nungsergebnisse für das vierte Quartal des Jahres 1885 Arbeiter zu fördern. Unterstüßungskaffe gegründet werden, sofort ruft der umfassen. ,, Die Unfallversicherung im Jahre 1886 erstreckte sich| Brauerei- und Mälzerei- Berufsgenossenschaft, an welche sich raschung über diese Forderung, sie wurde aber natürlich auf 62 Berufsgenossenschaften; die 5 neuen Berufsgenossen- die Eisen-, Holz- und Baugewerks-, sowie die Papiermacher- ohne Abstrich bewilligt. Derselbe Vorgang wird sich auch schaften, darunter für die Binnenschifffahrt, das Fuhrwerk, und Mülleret- Berufsgenossenschaft anschließen. diesmal wiederholen. Nachdem einmal die Verweigerung, Speditiou, Speicherei und Kellerei waren erst am 1. Juli Wahrhaft kläglich ist, daß sich unter den 10 540 mit ja selbst die Kritik militärischer Forderungen als ein natiodes Rechnungsjahres in Wirksamkeit getreten. In diesen Renten bedachten Verlegten die hohe Zahl von 283 jugend- nales Vergehen gebrandmarkt und ihre umgehende Be62 Berufsgenossenschaften beliefen sich die lichen Personen( unter 16 Jahren) befindet. 283 jugend- willigung für patriotische Pflicht erklärt worden ist, giebt Entschädigungsbeträge auf 1 711 699 Mr., liche Unfallrentner in einem einzigen Jahre! Das spricht es für einen Reichstag, der dieser neuen Lehre seine Entein vernichtendes Urtheil über die in Deutschland bestehen- stehung verdankt, überhaupt keinen Widerstand mehr. Die den gesetzlichen Vorschriften über Kinderarbeit und deren Militärverwaltung kann fordern, was sie für nothwendig Handhabung. hält. Eine Ueberraschung von 330 Millionen im vorigen Jahr, die laufenden Verwaltungskosten dagegen auf 2324 299 Mart. Die laufenden Verwaltungskosten, welche sich für das erste Quartal der Wirksamkeit( viertes Quartal 1885) auf 572 751 Mt. beliefen, haben sich mithin im Laufe des Jahres nicht ermäßigt. " Unter den 100 159 Berlegten des Jahres 1886 eine von 100-200 Millionen in diesem Jahr, das wird, waren 89 619 Verlegte mit vorübergehender Erwerbs- bis dieser Reichstag sein natürliches Ende erreicht, eine unfähigkeit von weniger als 13 Wochen. Für diese Gesammtsumme ergeben, wie sie noch keiner seiner VorVon den laufenden Verwaltungskosten entfielen auf liegt die Unfallentschädigung bekanntlich den Kranken- gänger überhaupt bewilligt hat, und deren auch nur anGehälter der Beamten und Bediensteten 1 118 319 M., tassen ob, also zum weitaus größten Theil den Arbeitern. nähernde Andeutung bei den Wahlen im vorigen Februar also nahezu die Hälfte, auf Reisekosten und Tagegelder Nur für etwa ein Zehntel der Verlegten, nämlich vermuthlich als eine verleumderische Entstellung der Abder Personen im Ehrenamt 458 752 Mt.; die Reisekosten 10 540, wird nach Maßgabe des Gesetzes über die Unfall- sichten der Regierung gerichtlicher Verfolgung verfallen und Tagegelder der Beamten betrugen 31 342 Mt.; der versicherung, also direkt seitens der Unternehmer, die wäre. Reft entfällt auf sachliche Verwaltungskosten. Entschädigung aufgebracht. Zu den Verwaltungskosten treten noch hinzu Kosten Wir müssen gestehen, daß der Eindruck dieses JahresIn Desterreich ist ein Unfallversicherungsder Unfalluntersuchung und der Festsetzung der Entschädi- berichtes über die bisherige Wirksamkeit der Unfallver- geseg mit dem Neujahrstage publizirt worden. In der gungen an Schiedsgerichte, Unfallverhütungskosten im Ge- ficherung gerade kein erhebender ist! sammtbetrage von 277 247 Mr. Die laufenden Kosten überstiegen somit um etwa 50 Prozent die Entschädigungsbe= träge. Politische Nachrichten. ,, Die Uebersicht des Reichsversicherungsamts tröstet sich damit, daß der Kapitalwerth der gezahlten Renten ein Die Eröffnung des preußischen Landtages wird Vielfaches der letzteren selbst darstellt, daß aber anderer- heute, Sonnabend, in der üblichen Weise stattfinden; der seits die Höhe der laufenden Verwaltungskosten in Zukunft Reichstag Dienstag seine Sigungen eine im Wesentlichen gleichbleibende sein wird. Deshalb wieder auf. sei der Betrag der Verwaltungskosten als günstig anzunimmt am Regel wird in jedem Kronlande eine Versicherungsanstalt auf Gegenseitigkeit unter staatlicher Aufsicht gebildet. Die Verwaltung geschieht durch ein Kollegium zu einem Drittel aus Betriebsunternehmern, zu einem Drittel aus versicherten Arbeitern, zu einem Drittel aus orts- und fachkundigen Personen des Bezirks. Die Umlagen werden nach dem Kapitaldeckungsverfahren berechnet. Eine Reichsgarantie ist im österreichischen Gesetz nicht vorgesehen, auch ein Reichsversicherungsamt ist zur Aufsicht nicht bestellt. Das österreichische Gesetz findet nur Anwendung auf die Arbeiter in Fabriken, Bergwerken, Hüttensehen. Wenn es auch richtig ist, daß infolge der erwähn- Die offizielle Ankündigung, daß dem Reichstag als und Grubenwerken, Bauten und auf solchen Betrieben, in ten Umstände das Prozentverhältniß zwischen den Ausgaben Folge des neuen Militärgefeßes über die Landwehr denen Kraftmaschinen verwendet werden. Zu den Verfür die eigentliche Unfallversicherung und den Verwaltungs- und den Landsturm ein Nachtragsetat von etwa hundert sicherungsprämien haben die Arbeiter 10 pt. aufzubringen. fosten sich günstiger stellen wird, so kommt doch anderer- Millionen Mark zugehen soll die Hamburger Das österreichische Gesetz kennt nur eine vierwöchentſcits in Betracht, daß die Thätigkeit der Berufsgenossen- Nachrichten" sprechen sogar von 200 Millionen, hat wegen liche Karenzzeit( das deutsche bekanntlich eine dreizehnschaften im Wesentlichen nur in der ersten Feststellung der der Höhe dieser Forderung allgemein überrascht. Als die wöchentliche). Bis zum Erlaß eines Gesetzes über die Unfälle und der Entschädigungsbeträge beruht, während Einbringung des Gefeßes bekannt wurde, hieß es in einer der Krankenversicherung haben die Unternehmer auch während die spätere Zahlung der Entschädigungsrenten seitens der ersten offiziösen Notizen darüber, daß eine finanzielle Mehr- der ersten vier Wochen die Fürsorge zu übernehmen. Reichpost unentgeltlich zu vermitteln ist. Indem nun belastung dadurch nur in geringem Umfange verursacht Der Zeitpunkt, mit welchem die Wirksamkeit der Versicheaber die Zahl der Rentenempfänger mit jedem Jahre werden würde, und in den Motiven des Geseßentwurfs rung beginnen soll, wird erst nachträglich im Verordnugswächst, erhöhen sich auch die Ausgaben der Reichspost für wurde dann die Höhe der dadurch entstehenden dauern- wege festgestellt werden. die Durchführung der Unfallversicherung. Freilich erscheinen den Mehrkosten auf etwa 250 000 Mt. jährlich verandiese Ausgaben nicht auf dem Konto der Berufsgenossen- schlagt. Damit soll nach der Frankf. 3tg." die durch bekanntlich seit nahezu drei Monaten in einer Privat- Frrenanstalt Der Reichstagsabgeordnete Hafenclever, welcher sich schaften; darum aber müssen sie doch in Betracht gezogen Vermehrung der Kontrole entstehende Bureauarbeit und in der Nähe von Berlin befindet, wird, der„ Germ." zufolge, am werden, wenn es darauf ankommt, den gesammten Auf- Verstärkung des Beamtenmaterials bestritten werden. Von 16. Januar entmündigt, da auf seine Genesung nicht mehr zu wand zu ermessen, welchen die Organisation der Uufall- den Kosten, die durch die Beschaffung der Ausrüstung und hoffen sei. Es würde dadurch eine Neuwahl im 6. Berliner Reichstags- Wahlkreise erforderlich werden. Personen, welche unter versicherung mit sich bringt. Equipirung der verstärkten Landwehr und des Landsturms Vormundschaft oder Sturatel stehen, verlieren bekanntlich nach§ 3 Die Thätigkeit der Berufsgenossenschaften besteht entstehen müssen, war in den Motiven keine Rede. des Wahlgefezes für den deutschen Reichstag die Berechtigung zum wesentlich in der Feststellung der Unfälle und der Der Kriegsminister erwähnte nur bei der ersten Lesung Wählen und damit auch die Wählbarkeit zum Abgeordneten. Entschädigungsbeträge. Die Zahl der den Berufs- des Gefeßentwurfs, daß sich der Reichstag auf einen Nachgenossenschaften( nicht den Krankenkassen) zur Last tragsetat zu diesem Zwecke werde gefaßt machen müssen. fallenden Unfälle aber hat im Jahre 1886 nur 9723 be- Dieser Nachtragsetat soll nun ,, ungefähr 100 Millionen" tragen. Hieraus ergiebt sich, daß jeder Unfall den betragen. Wenn davon wirklich nur die Ausrüstung und Berufsgenossenschaften durchschnittlich 260 Mk. Equipirung der neu herangezogenen Klassen der Landwehr giebt, so ist immer binzuzufügen: i. Schl.( in Schlesien), i. Br. A. B. Da es verschiedene Städte mit dem Namen„ Freiburg" Verwaltungskosten verursachte." und des Landsturms bestritten werden soll, so kann man( im Breisgau) u. f. f. Briefkasten. Die Anzahl aller neuen Unfälle, welche im Berichts- aus der Höhe dieser Summe schließen, in welchem Um- Schriftführer. Wir bitten, immer nur eine Seite des jahre zur Anmeldung gelangten, beläuft sich für die fange thatsächlich die Militärverwaltung im Falle eines Manuskriptes zu beschreiben. Das Wort ist bekanntEa Brivatbetriebe auf 92 319, für die staatlichen Unternehmungen Krieges an die Einziehung der älteren Jahrgänge„ Genoffe" nicht zurückschreden soll. Genosse. Wir sind der Meinung. daß man vor der Anrede auf 7840, insgesammt also auf 100 159. Da diese Un- der Landwehr und des Landsturmes denkt. Sei dem nun, lich immer schon gebraucht worden, wie die Sozialdemokratie noch fälle, die nach der Denkschrift selber noch nicht einmal die wie ihm wolle, charakteristisch ist und bleibt auch die neue in vollster Oeffentlich feit wirkte; es ist heute noch ständige Anvollständige Summe aller überhaupt im Berichtsjahre vor Forderung für die leichte Art, mit welcher man sich heute rede, wo wie in Desterreich- die Richter noch keine„ geheimen gekommenen umfassen, sich auf rund 3,7 Mill. Versicherte in Militärsachen über Berge von Millionen hinwegsetzt. dürfte sich daher in Deutschland nicht leicht ein zweiter Nichter sozialdemokratischen Verbindungen" haben entdecken können. vertheilen, so wurde im Jahre 1886 allemal der 37. Ver- Als die Septennatsvorlage berathen und bewilligt wurde, finden, der Unkenntniß genug besäße, in dieser Anrede ein sicheres sicherte von einem Unfall betroffen ein Zustand wußte man auch, daß ein Nachtragsetat dadurch veranlaßt Erkennungszeichen für„ Geheimbündler" zu sehen. in unseren Fabriken, der anzeigt, daß nach der Richtung werden würde; man veranschlagte denselben auf etwa Zimmerer. M. 1,80. des Arbeiterschußes und der Fabrikgesetzgebung 20 Millionen dauernde und etwa 40 Millionen einmalige noch sehr viel zu thun ist. Ausgaben; statt dessen kam dann bekanntlich ,, zu allgeDie verhältnißmäßig wenigsten schweren Unfälle kamen meiner Ueberraschung" ein Nachtragsetat und ein Anleihenach der Frankf. Ztg." vor in der Straßenbahn-, gesetz, die insgesammt ,, ungefähr 330 Millionen" ver- F. S. Tischler Grimpe ist identisch mit dem aus Berlin Bekleidungs-," Seiden- und Tabakberufsgenossenschaft, die langten. Sämmtliche Redner, die in der ersten Lesung die deutschen Sozialisten von Paris auf dem Pariser Internationalen Ausgewiesenen. Er vertrat den Züricher Sozialdemokrat" und verhältnißmäßig meisten bei der Knappschafts-, Steinbruchs-, darüber sprachen, begannen mit dem Ausdruck der Ueber- Arbeiterfongreß. Große öffentliche Veriammlung des Verbandes deutscher Zimmerleute Lokal- Verband Berlin Nord. Sonntag, d. 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, in Zimmermann's Gesellschaftshaus, Köslinerstraße 17. T.- D.: 1. Die Alters- und Invalidenver= sorgung, Ref. M. Pankow. 2. Verschiedenes. Der Vorstand, J. A.: Meißner, Schwedenstr. 14. Verein der Sattler und Fachgenossen. Generalversammlung am Sonnabend, 14. Januar, Abends 81/2 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten= ftraße 77-79. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes über die Thätigkeit des Vereins. 2. Abrechnung. 3. Wahl des gesammten Vorstandes, der Revisoren und eines Arbeitsvermittlers. 4. Verschiedenes. Mitliebsbuch legitimirt. Der Aufgang ist im Hofe links eine Treppe. Der Vorstand. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Dafelbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) regelmäßiger Zustellung sofort bei der Postanstalt Ihres Ortes. Auswärtiger Abonnent. Beschweren Sie sich wegen unAngebotener Bericht sehr willkommen. Petition. In nächster Nummer. Zur pünktlichen Lieferung der Volks- Tribüne, der Neuen Zeit, Internationalen- und Volksbibliothek und sämmtl. anderen Zeit schriften und Mode- Journale empfiehlt sich R. Kohlhardt, Brandenburgstr. 56. Auch wird daselbst jede Buchbinderarbeit angefertigt. Freunden und Genoffen empfehle meine Uhren- Reparatur- Werkstatt zur geneigten Beachtung. Gleichzeitig empfehle mein Lager von Uhren, Uhrketten und Berloques. E. Rüger, Admiralstraße 39, part. Möbel-, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin von Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Carl Habicht, Hollmannstraße 22, empfiehlt allen Freunden und Genossen sein Bairisch- und Weißbier- Lokal. Auch wird Zahlstelle angenommen. Nähmaschinen sämmtlicher Systeme auch auf Theilzahlung. Reparaturen schnell und gut. E. Franke, Saarbrückerstraße 6. " Fachverein sämmtlicher im Drechslergewerk beschäftigten Arbeiter Berlins. Versammlung Montag, den 16. Januar, Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. Tagesordnung:" Gewerkschaftliches" 1. Abrech nung und Diskussion der Nöhll'schen; 2. desgl. der Siegel'schen Arbeitseinstellung; 3. Vortrag und Diskussion über den Streit in der Schirmstockfabrik von M. Gebauer. „ Verschiedenes und Fragekasten." Zu recht zahlreichem ErDer Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbekasse der Töpfer und verw. Berufsgenossen Deutschlands. ( E. 5.) Mitglieder- Versammlung Arbeitsnachweis für Tischler. für die örtliche Berwaltung Berlin, am Sonntag Der vom Fachberein der Tischler begründete ben 15. d. M., Vormitt. 10 Uhr, im Restaurant Arbeitsnachweis befindet sich Alte Jakobstr. 38 Weick, Alexanderstraße 31. im Restaurant Schumann. Die Arbeitsvermitte- Generalversammlung. 2. Der Sanitätsverein und T.- O.: 1. Berichterstattung von der 2. ordentl lung geschieht für Meister und Gesellen( auch sein Werth für Mitglieder freier Hülfskaffen. Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen 3. Verschiedene Kaffenangelegeheiten. Um zahl von 8 bis 10 Uhr Abends, Sonntags reiches Erscheinen der Mitglieder bittet die örtliche von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da sich Verwaltung. die vier kaffirer der„ Ortstrankenkasse der Tischler Die beste Weisse und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, fich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, giebt es bei ersuchen wir, nur den obengenannten Ar: beitsnachweis zu benutzen. Der Vorstand. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. W. Prodöhl, Staligerstraße 18 im Keller. t № 2. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Das Geheimniß. Aus dem Amerikanischen. Sonnabend, den 14. Januar 1888. II. Jahrgang. Jener, als er die Neuigkeit hörte, hielt sie für durchaus geknüpft worden war? Diese zweifelhaften Einzelheiten, wahrscheinlich, da sein früherer Herr gewöhnlich mit Geld wie auch des Fremden Erstaunen und Schrecken, bewogen und Werthpapieren in der Tasche Abends durch den den Haufirer fast, Alarm zu schlagen und ihm nachzuseßen Obstgarten heimkehrte. Der frühere Kommis zeigte als einem Mitschuldigen beim Morde, denn ein solcher wenig Kummer über Higginbatham's Katastrophe und schien jedenfalls verübt worden zu sein. Unter solchen Betrachtungen fuhr Dominicus in Ein junger Mensch, seines Zeichens ein haufirender deutete an, was der Haufirer im Handel auch schon gesehen hatte, daß der Alte ein mürrischer, geiziger Filz Parkers Falls ein, das ein so lebhaftes Städtchen ist, Tabakshändler, war unterwegs von Morristown, wo er viel mit dem Vorsteher der Kommunistenansiedelung gewesen sei, deſſen Nachlaß jeßt einer hübschen Nichte zu- wie drei Kattunfabriken mit allem Zubehör es machen gehandelt hatte, nach dem Städtchen Parkers Falls. fallen würde, welche Lehrerin in der Kimballtownschule sei. können. Die Maschinen waren noch nicht in Bewegung Er hatte einen kleinen netten Wagen, grün angestrichen; Durch das Verbreiten seiner Neuigkeiten für's öffent- und nur wenige Läden geöffnet, als er im Gasthaus ab= auf jeder Seite desselben war eine hübsche gemalte Zigarren Dominicus auf seiner Reise so aufgehalten worden, daß er Hafer für sein Pferd zu bestellen. Seine zweite war auf jeder Seite desselben war eine hübsche gemalte Zigarren- liche und den Tabakshandel für sein eigen Wohl, war stieg und es zu seiner ersten Pflicht machte, vier Duart kiste, und die Rückwand schmückte ein Indianerhäuptling, dessen eine Hand eine Pfeife, die andere eine goldene ich entschloß, in einem Wirthshaus, etwa eine Stunde natürlich, dem Stallknecht die Higginbatham- Katastrophe Tabatspflanze präsentirte. Der Hauſirer hatte ein flinkes Weges vor Parkers Falls, zu übernachten. Nach dem mitzutheilen. Doch hielt er es für rathsam, in Betreff kleines Pferd; er selbst war ein junger Mann von vor- Abendessen setzte er sich mit einer guten Eigarre zwischen des Datums der schrecklichen That nicht zu bestimmt zu kleines Pferd; er ſelbſt war ein junger Mann von vor züglichen Grundsäßen, scharf und gewißigt im Handel, den Zähnen in die Schänkstube und erzählte die ganze sein; ebenso ließ er auch noch ungewißheit darüber herrschen, aber nichtsdestoweniger selbst bei den Handel treibenden Mordgeschichte, die so rasch gewachsen war, daß sie etwa ob sie von einem Irländer und einem Mulatten verübt Yankees beliebt, die sich, wie ich sie oft sagen hörte, lieber eine halbe Stunde in Anspruch nahm. Von den zwanzig worden sei, oder nur von einem Sprößling der„ Grünen mit einem scharfen als stumpfen Messer rasiren lassen, Buhörern, die er hatte, nahmen neunzehn ſeine Worte Insel". Auch gab er nicht vor, es auf seine eigene oder wenn sie doch ihre Haare lassen müßten. Besonders be- wie ein Evangelium auf; der zwanzigste war ein ältlicher eines anderen Verantwortlichkeit zu erzählen, sondern liebt war er bei den hübschen Mädchen am Connecticut- Landmann, welcher, kurz vorher zu Pferde angelangt, wiederholte es als ein allgemein verbreitetes Gerücht. flusse, um deren Gunst er sich durch kleine Geschenke des ruhig, ein Pfeifchen rauchend, in der Ecke saß. Als die Die Nachricht lief durch das Städtchen wie Feuer durch feinsten, leichten Tabates bewarb, wohl wissend, wie hoch Erzählung beendet war, erhob er sich, brachte seinen Stuhl dürres Laub, und wurde bald zum allgemeinen Gespräch, feinsten, leichten Tabakes bewarb, wohl wissend, wie hoch dicht vor Dominicus, starrte ihm in's Geficht und paffte doch konnte Niemand sagen, wo sie eigentlich ihren Urdie Landmädchen Neuenglands ein gutes Pfeifchen zu dabei den nichtswürdigsten Knafter, den der Haufirer je sprung hatte. Herr Higginbatham war in Parkers Falls schäzen wußten. Außerdem, wie sich's bald zeigen wird, so gut bekannt, als ob er dort gelebt hätte, da er be= war unser Hausirer neugierig und ein gutmüthiger Schwäger, eine wahre Saug- und Druckpumpe aller Neuig- rief er im Tone eines inquirirenden Landesgerichtsbeamten, die Einwohner ihre eigene Wohlfahrt mit seinem Schicksal ,, Sind Sie Willens, eine eidliche Aussage abzugeben," deutend in den Aktien der Fabriken betheiligt war und Nach frühem Frühstück in Morristown war der daß der alte Herr Higginbatham zu Kimballtown vor- in Verbindung brachten. So groß war die Aufregung, letzte Nacht in seinem Obstgarten ermordet und am Aste daß die Parkers Falls Gazette", das Wochenblatt des eine gute Ortes, ihrem regelmäßigen Veröffentlichungstage vorgriff Stunde durch einsame Waldung gefahren, ohne ein Wort feines großen Birnbaumes hängend gefunden wurde?" Ich erzähle die Geschichte, wie ich sie gehört habe, und einen halben Bogen herausgab, in großem Druck zu irgend Jemand, außer sich selbst und dem Pferde zu Meister," entgegnete Dominicus, seine halbgerauchte Cigarre mit doppeltgroßen Anfangslettern und über dem Ganzen, sprechen. Es war fast fieben Uhr und er war so unge- fallen lassend; ich sage nicht, daß ich zugegen war und breit gedruckt: duldig, Jemanden zu sehen und zu sprechen, wie ein Stadtmensch, der auf seine Morgenzeitung wartet. Bald es gesehen habe. Natürlich kann ich also keinen Eid abschien sich eine Gelegenheit zu zeigen: er hatte sich eben legen, daß er genau in der beschriebenen Weise ermordet wurde!" feiten. Hausirer er hieß Dominicus Peik mit einiger Mühe mittelst eines Sonnenglases eine Zigarre gerochen. " Schrecklicher Mord des Herrn Higginbatham! Unter anderen Einzelheiten beschrieb dieser gedruckte Bericht die Eindrücke des Stricks am Halse des Leichnams, angezündet, als er über den Hügel, an deſſen Fuße er Landmann, daß, wenn Herr Higginbatham vorgestern viel Pathos war auch in der Beschreibung des tiefen ,, Aber ich kann meinen Eid darauf ablegen," rief der gab an, wie viel Tausend Dollars ihm beraubt worden; mit seinem grünen Wägelchen hielt, einen Mann kommen sah. Abend ermordet worden ist, ich heute früh ein Gläschen Schmerzes der Nichte, die aus einer Ohnmacht in die Dominicus beobachtete ihn und bemerkte, daß er ein Magenbitter mit seinem Geiste getrunken habe. Wir sind andere gefallen und nicht aus den Ohnmachten herausBündel trug, das am Ende eines über die Schulter ruhen Nachbarn; er rief mich in seinen Laden, als ich vorbei gekommen war, seit ihr Onkel am St. Michaels- Birnbaum den Knüppels befestigt war, und daß er scheinbar müde, ritt, forderte mich auf, eins mit ihm zu trinken und bat hängend gefunden worden, und gar mit herausgekehrten mich, auf dem Wege eine Kleinigkeit für ihn zu besorgen. Taschen. Der Dorfpoet verewigte den Kummer der jungen ,, Guten Morgen, Meister," rief Dominicus, als er nahe genug war, Ihr haltet einen guten Schritt. Was Er schien nicht mehr von seiner eigenen Ermordung zu Dame in einer siebzehnversigen Ballade. Die Behörde hielt eine Sigung und beschloß, in Betracht der bedeutengiebt's Neues in Barkers Falls?" Der Mann zog die wissen, als ich!" breite Krämpe seines Hutes über die Augen und sagte ,, Dann wäre es also keine Thatsache!" rief Do- den Stellung des Herrn Higginbatham, Plakate anzu= mürrisch, daß er nicht dorther fäme.- Reineswegs durch schlagen, welche eine Belohnung von fünfhundert Dollars diese Antwort entmuthigt, fragte Dominicus weiter: ,, Na, ,, Er hätte es mir doch wahrscheinlich mitgetheilt, für Entdeckung der Mörder und des geraubten Geldes was giebt's denn Neuestes just da, wo Ihr herkommt? wenn es wahr wäre," sagte der Landmann, ſezte seinen versprachen. Ich bin nicht besonders auf Parkers Falls versessen, ein Stuhl wieder in die Ecke und überließ den etwas verlegen gewordenen Hauſirer seinen eigenen Gedanken. doch entschlossen dahinschritt. anderer Ort thut's auch." minicus. ( Schluß folgt.) II. Der Wanderer, ein unbehaglich aussehender Kerl, als Das war eine unverhoffte Auferstehung des alten man gern im einsamen Walde trifft, schien, so mit Fragen Higginbatham! Der Hauſirer mochte sich nicht mehr in Die Literatur und die Arbeiterbewegung. bedrängt, etwas zu zögern, als ob er entweder ſein Ge- und ging zu Bette, wo er die ganze Nacht träumte am die Gesellschaft mischen, tröstete sich mit einem Schnaps bächtniß nach etwas Renem durchstöberte oder überlegte, St. Michaels- Birnbaum zu hängen. Um dem alten Land- in ihren Wohnhäusern ruhig, und sicher fühlten, diese y. Die Zeit, in welcher die herrschenden Klassen sich auf den Wagentritt und flüsterte in Dominicus' Ohr, ob- mann nicht zu begegnen( der ihm so zuwider geworden, idyllische Zeit verknorpelter Stände- und Klasseninstitutionen wohl er hätte laut aufbrüllen können, ohne daß sonst daß er lieber ihn, als den alten Higginbatham erhängt ist in Folge der Entwickelung der Produktionsfaktoren ob es rathsam wäre, es auszusprechen. Endlich stieg er Jemand ihn gehört hätte. sich nicht einmal um, als Dominicus ihn aufforderte, eine gewußt hätte), stand der Haufirer schon beim Morgen„ Etwas weiß ich, was Euch wohl neu sein dürfte," grauen auf, spannte sein Pferd ein und trabte damit rasch dahin; kein Gewalthaber, kein Gesetz kann sie zurückrufen. Von dem Augenblick an, da die Bourgeoisie den sagte er.„ Der alte Higginbatham in Kimballtown nach Barkers Falls. Die friſche Briſe, der bethaute es wurde gestern Abend um acht Uhr von einem Irländer und die schöne Sommermorgendämmerung erfrischten sein absteigenden Aft ihrer Entwickelung betreten, wurde der und einem Neger ermordet. Sie haben ihn an den Ast Gemüth und hätten ihn vielleicht ermuthigt, die alte Ge- Darwin'sche Kampf um's Dasein nicht nur das Lebenseines St. Michael- Birnbaumes aufgehängt, wo ihn Nie- schichte wieder zu erzählen, wäre irgend Jemand so früh prinzip der beherrschten, sondern auch der herrschenden wach gewesen, um ihm zuzuhören. Doch ihm begegnete Klaſſe; die Gesellschaft ein Schlachtfeld, auf welchem Klaffe mand vor Tagesanbruch finden konnte." gegen Klasse, Individuum gegen Individuum kämpft, der weber Ochsengespann, noch Frachtwagen, weder Wägelchen, Staat eine Arena, in welcher die Unterdrückten mit den Sobald diese gräßliche Nachricht ausgesprochen war, noch Reiter, nicht einmal ein Fußgänger, bis, just als er Machthabern ringen! machte sich der Fremde rasch auf den Weg, und wandte noch Reiter, nicht einmal ein Fußgänger, bis, just als er über den Fluß wollte, ein Mann ihm entgegen kam, der Seitdem im wirthschaftlichen Leben der Grundsatz spanische Cigarre mit ihm zu rauchen und das Genauere ein Bündel am Ende eines Knüppels über seiner Schulter durchdrang: sauve qui peut( Rette sich, wer kann), begann zu berichten. Der Hauſirer pfiff seinem Pferdchen zu und , Guten Morgen, Meister," rief der Hauſirer, ſein lebhaften Strome der materiellen Entwickelung stiegen neue für Kunst und Wissenschaft eine neue Aera. Aus dem grübelte über das traurige Schicksal des alten Higginbatham, Pferd anhaltend. Wenn Ihr von Kimballtown kommt, den er im Handel gut gekannt und gar manches Pfund könnt Ihr mir vielleicht Genaueres über diese Affaire des Ideen in die Köpfe der Menschheit und erzeugten eine Tabak, manche Kiste Cigarren an ihn verkauft hatte. Er alten Higginbatham berichten. Ist der Alte wirklich vor und Gesellschaftswissenschaft. Bald aber traten diese Revoweltgeschichtliche Revolution auf dem Gebiete der Naturwar etwas erstaunt über die Schnelligkeit, mit der sich die Neuigkeit verbreitet hatte. Rimballtown war gute zehn zwei oder drei Aoenden von einem Jrländer und Neger lutionen, welche sich an die Namen Charles Darwin und Stunden Weges für Fuhrwerk vom Orte, wo er war, entfernt; der Mord war um acht Uhr Abends vorher ver- bemerken, daß der Fremde mindestens ein Mulatte war. und Denkens. Der Gedanke der Entwickelung im NaturDominicus hatte zu eilig gesprochen, um gleich zu und befruchteten alle anderen Gebiete menschlichen Wissens Karl Marr knüpfen, aus ihrem eigentlichen Bette heraus übt worden; dennoch hatte Dominicus um sieben am Bei dieser plötzlichen Frage schien des Aethiopiers Haut- und Gesellschaftsleben trug eine Menge kostbaren Materials nächsten Morgen davon gehört, also zu einer Zeit, da Bei dieſer plößlichen Frage schien des Aethiopiers Hautnächsten Morgen davon gehört, also zu einer Zeit, da farbe um einige Schattirungen heller zu werden, während für die Erkenntniß der Einzelmenschen bei. wohl Higginbatham's eigene Familie erst seinen Leichnam, trug. ermordet worden?" am Birnbaum hängend, gefunden. Der Fremde mußte er zitternd und stotternd antwortete: Die Wissenschaft von der Einwirkung der Außenwelt in Siebenmeilenstiefeln marschirt sein. Es heißt ja: ,, Nein! nein! kein Neger war da! Es war ein Jr auf die menschliche Seele war bis dahin eine, so weit sie „ Schlimme Botschat reist rasch", dachte Dominicus, aber länder, der ihn um acht Uhr gestern Abend aufgehängt richtig war, sehr primitive. So lange man keinen Einblick bies stellt selbst die kürzlich bei Boston erbaute erste Eisen- hat. Ich ging um sieben fort! Die Seinigen haben in das Werden der Natur und der Gesellschaft hatte, zog bahn in den Schatten. Der Kerl dürfte als Erpreßcourier ihn vielleicht noch nicht im Obstgarten gefunden!" man es vor, den Menschen auf sich selbst zu beschränken, fungiren." Dominicus erklärte sich die Sache damit, daß Kaum hatte er die Worte heraus, als er plöglich ihn individuell zu betrachten, seine guten und bösen Eigender Fremde im Eifer ein Versehen von einem Tage ge- abbrach und, obwohl er erst müde genug ausgesehen, so schaften aus ihm allein zu erklären. Die ganze Literatur, macht habe und zögerte darum nicht, das Ereigniß in rasch davon rannte, daß des Haufirers Pferdchen hätte von den frühesten Zeiten an bis in die Gegenwart hinein, dieser Weise in jedem Wirthshaus am Wege wieder zu flink traben müssen, um mit ihm Schritt zu halten. hat den gemeinsamen Charakterzug, daß sie die Menschen erzählen, wobei er auch eine ganze Masse seiner Waare Dominicus sah ihm verdußt nach. Wenn der Mord nicht isolirt von der Umgebung darstellte. Wie die Religion unter den aufgeregten Zuhörern an den Mann brachte. vor Dienstag Abend verübt worden war, wer war der den Menschen allein verantwortlich machte für alle seine Er fand, daß er überall der erste Bote der Neuigkeit Prophet, der ihn am Dienstag Morgen mit allen Einzel- guten Thaten und seine Sünden, so auch die Kunst. war, und da er stets mit Fragen bestürmt wurde, konnte heiten vorausgesagt hatte? Wenn Higginbatham's Leich- man aber mit einer solchen Darstellung der Wirklichkeit zu er es nicht vermeiden, die Umrisse auszufüllen, bis eine nam noch nicht von den Seinigen gefunden war, wie sehr in's Gesicht schlug, bediente man sich der sichtbaren ganz respektable Geschichte daraus wurde. Auch fand er konnte der Mulatte, dreißig( englische) Meilen entfernt, Einwirkung überirdischer Mächte. Mau verstand eben noch ein bestätigendes Zeugniß in der Aussage eines jungen wissen, daß er im Obstgarten hing, besonders da er Kim- nichts oder zu wenig von dem Geburtsaft des menschlichen Mannes, der früher in Higginbatham's Dienst gestanden. balltown verlassen, bevor der Unglückliche überhaupt auf- Geistes und seinem Wachsthum. Wo die Thatsachen und Wo die aus ihr emporwachsenden Ideen fehlten, da stellte sich zur rechten Zeit die Phantasie ein. Wie die griechische Literatur ihre Helden ohne Einwirkung der Götter nicht darzustellen vermochte, so griff die Literatur während der ganzen christlichen Periode entweder zu dem modernisirten Mittel eines Schicksals, Traumes und einer Geistererscheinung oder, wenn sie Bedenken trug, den Menschen als Marionette darzustellen, schnitt sie die Seile durch, welche ihn mit der Natur und den Neben menschen verbanden. ist, nimmt man ihr den idealen Charakter, den sie bis guten alten Zeit mit ihren Ungeheuerlichkeiten zurück. dahin besessen hat. Sie bedarf nicht mehr der Gattin Allein die Arbeiter entbehren doch vieles, was sie an der Schönheit, da sie nicht mehr ein harmonisches Gefühl guten Einrichtungen und Gebräuchen zu bieten hatte. erwecken und auf das Denken und Fühlen der Menschen Der Arbeiter und Handwerksgeselle des Mittelalters, ersichtlich wirken will. so streng auch die Zunftordnungen sein mochten, vor Erst die Konsequenz der zweiten Errungenschaft denen er sich beugen mußte, hatte eine Menge lustiger modernen Wissens füllt das leere Gefäß mit positivem In- Tage, an denen er sich von seiner Arbeit erholen konnte. halt an. Da die Fackel der Wissenschaft das Dunkel, Die Kirche war schlau genug, eine große Zahl von welches in dem Innern des Menschen herrschte, zu erhellen Feiertagen einzuführen und so die Menge, welcher diese beginnt, da die Einwirkungen der Natur und der Gesell- Feiertage willkommen waren, an sich zu fesseln. Daraus Bei der Unkenntniß der Faktoren, welche die Entschaft auf das menschliche Gehirn und Herz immer klarer erklärt sich zu einem guten Theil der Widerstand der wickelung des menschlichen Denkens, Fühlens und Wollens und durchsichtiger werden, so bedarf es nicht mehr der Masse gegen die lutherische Kirchenreform, die den beeinträchtigen, hätte der Versuch, den Menschen in seiner Phantasie im Reiche der Kunst. Die Mutter ist mit der größten Theil dieser Feiertage beseitigte. ganzen Nacktheit darzustellen, zu einem Fiasko geführt. Tochter entthront. In Stadt und Land ergab sich an Sonn- und FeierMan hätte nicht mehr vermocht, als das grob Sinnliche, Die neue Kunstgöttin, die Wahrheit, aus dem tagen das Volk dem harmlosen Vergnügen des Tanzes, in die Augen Springende wahr und naturgetreu zu schildern. fruchtbaren Schooß der Wissenschaft geboren, hat bereits zu dem man sich lustige Weisen aufspielen ließ. Auf dem Um alle Regungen und Wallungen im menschlichen Herzen mit großem Erfolge ihr Reich angetreten. Der Dichter, Lande war sogar die Sitte eingeführt, daß der Grundherr zu verstehen und zu begreifen, gab es damals noch kein welcher dem modernen Geiste gerecht werden will, schließt einen lustigen Tanz veranstalten ließ, wenn der Bauer anderes Mittel, als sie aus den Handlungen zu erklären. sich nicht mehr, wie seine Vorgänger, von der Wirklichkeit ihm den Zehnten oder andere Abgaben einbrachte. Das Doch diese Handlungen sind ein sehr getrübter Spiegel für ab, um aus seinem Inneren mit Hilfe der Phantasie Volk vergaß bei diesen kleinen Vergnügungen die harte die Geister und Gemüthsströmungen im menschlichen ideale Gestalten an's Licht zu bringen, sondern er taucht Arbeit, die es an den anderen Tagen zu leisten hatte. Innern. In der Wirklichkeit stoßen sich die Willens- in dem Volksleben der Wirklichkeit unter und spaltet„ Saure Wochen, frohe Feste!" war damals die Losung. thätigkeiten der verschiedenen Menschen aneinander und mit dem Schwerte moderner Wissenschaft die Schale, in Es gab zwar immer schon Leute, welche zu den erhalten sowohl in ihrem Aeußeren als auch in ihren welcher die Geheimnisse der menschlichen Seele eingeschlossen Volksvernügungen saure Gesichter schnitten und mit MoralWirkungen ein von der Absicht sehr verschiedenes Gesicht. find. Feine Beobachtungs-, klare Darstellungs- predigten anrückten. Namentlich mit den„ wüthigen Das fühlte jeder Denkende an sich selbst, er wußte, daß gabe, rücksichtslose Wahrheitsliebe, echt moderne Schlemmereien" der Bauern hatte man schon damals viel die Handlung nicht nur ein unsicherer, sondern in den Bildung charakterisiren den Dichter der natura- zu thun. Auch die Gesetzgebung machte sich damit zu meisten Fällen ein falscher Maßstab für die Geister- und liftischen Schule. schaffen. Man schrieb dem„ gemeinen Volk" die Kleidung Gefühlswelt der Menschen ist. Welche Stellung soll nun die Dichtkunst in der neuen vor, die es zu tragen hatte, und die Landesgesetzgebung Da nun die Phantasie und je weiter die Mensch- Zeit einnehmen, welchem Gesellschaftszwecke soll sie dienen? sorgte dafür, daß die Vergnügungen nicht ausarteten". heit sich entwickelte, in so höherem Grade die Räthsel Eine Literatur, welche der Wahrheit dient und der Im Ganzen aber machte man sich aus diesen Dingen nicht des Menschendaseins als ihr Herrschaftsgebiet betrachtete, Wirklichkeit ihr Recht läßt, wird denjenigen Menschen, viel und es gab Schriftsteller genug, welche den Junkern übernahm sie die Rolle, aus welcher sie erst in der Gegen- welche von Mutter Natur nicht mit der Beobachtungsgabe und Pfaffen zu Gemüth führten, daß man dem Volke wart durch die Naturwissenschaften und den wissenschaft- eines Dichters beschenkt sind, die Geheimnisse anfdecken, nach seiner schweren Arbeit auch sein Vergnügen zu lichen Sozialismus verdrängt wurde. Sie suchte aus dem welche in der Tiefe des menschlichen Herzens und der gönnen habe. Dilemma, das Innere des Menschen zu schildern, einen Volkskraft ruhen. Der Blick der gewöhnlichen Sterblichen, Heute ist es ganz anders. Ueberall herrscht die TenAusweg und fand ihn. Sie schilderte den Menschen nicht welcher nicht im Stande ist, die feinen Nüancirungen in denz, dem Volke seine geringen und harmlosen Luftbarwie er ist, sondern wie er entsprechend ihrer idealen Auf- dem Farbenspiele der Volksentwickelung wahrzunehmen, feiten zu versagen und die Trübseligkeit von Staatswegen fassung sein sollte. Da nun aber diese ideale Auffassung wird durch die moderne Literatur geschärft, der Gesichts- zu organisiren. Die wohlklingendsten Redensarten von nicht eine absolute, über Zeit und Raum hinausfliegende, freis erweitert, die Auffassung humanisirt und zivilisirt. Förderung der Genußsucht und Unsittlichkeit" sind von sondern dem Banne der Kulturentwickelung unterworfen Und insofern ist die Literatur, welche aus den äthe- den modernen Ausbeutern geschickt verwerthet worden, um ist, so kann man aus diesen Idealen des Guten und rischen Höhen des Olymp zu den Menschen herabgestiegen, das„ gemeine Volk" in Zucht zu halten, dieweil sie selber Bösen die Zeit erkennen, in welcher sie entstanden sind. eine gesunde ideale Macht. Sie schließt sich nicht, wie sich zu entschädigen wissen. Die Kunst sollte, wie noch am Ende des vorigen die Muse Göthe's, ängstlich von der Gegenwart ab, In einer Zeit des wachsenden Klassengegensazes kann Jahrhunderts Schiller vermeinte, die Menschheit für das nein, die Gegenwart ist ihr eigentliches Schaffensfeld. Sie es auch keine Gemeinsamkeit des Vergnügens und fröhlichen goldene Zeitalter erziehen, das dieser philosophische Dichter greift fühn und muthig ein in das Schlachtengetobe der Lebensgenusses geben. Da bleiben die Reichen unter sich im Schooße der Zukunft ahnte. Der Kunsttempel sei eine Gegenwart und das Wort„ Partei" ist nicht im Stande, und die Armen auch. Für die leßteren sind einfach die Schule der Menschheit, das war die unabweisbare For- fie von dem Schlachtfelde zu verscheuchen. meisten Gelegenheiten gar nicht da, die jenen zu Gebote derung, welche alle denkenden Geister während vieler Wenn sie die Wirklichkeit getreu und wahr schildert, stehen, weil sie mit zu großem Geldaufwand verknüpft Jahrtausende an die Künstler gestellt. Bildung, Humanität, wenn sie sich nicht scheut, in die Tiefe der Verzweiflung, find. Das Reisen überhaupt, der Besuch von Ausstellungen, Schönheitssinn, umflatterten nach der Meinung der Ver- in die Höhle des Elends, in den Sumpf der Prostitution guten Theatern, Opern, gar nicht zu sprechen von der begangenheit den Wagen der Kunstgöttin. Wie nach der hinabzusteigen, wenn sie Alles, was die Menschheit bis haglichen Sommerruhe im Gebirge oder in Seebädern, Sage der Griechen die Anwesenheit der Ceres von schwel- dahin ängstlich verborgen hat, mit idealer Rücksichtslosigkeit sind unerreichbare Dinge für die Massen. lender Fruchtbarkeit der Gefilde gefolgt ist, so besitzt, wie aufdeckt, um gleichsam dem Menschen zuzurufen: Seht, so Die herrschende Klasse ist genußsüchtiger als je. Sie vergangene Jahrtausende wähnten, die Kunst den Zauber- sieht eure Welt aus, so viel Thränen, so viel Hunger, kommt aus dem Taumel der Vergnügungen gar nicht stab, um das von dem Unkraut der Unwissenheit, des so viel Habsucht, so viel Grausamkeit wüthet in ihr heraus. Ueberall giebt es eine Menge Leute, die sich nur Aberglaubens, der Rohheit zerstörte Feld in einen von erzeugt sie da nicht in dem Leser, welchem ein fühlendes auf's Bummeln verlegen. Aber Hand in Hand damit der Sonne der Menschenliebe beschienenen Acker zu ver- Herz in der Brust klopft, den energischen Willen, mit- geht die Sucht, den arbeitenden Klassen den Sonntag. wandeln, auf welchem Aufklärung, Tugend und Bildung zuarbeiten an der welthistorischen Aufgabe der Wieder zu verkümmern. Sonntags sollen die Proletarier entüppig emporschießen. geburt der Menschheit? Wenn sich die Dichtkunst an den weder weiter arbeiten was vielen Unternehmern Diese pädagogischen Rücksichten zwangen dazu, nur Verstand des Menschen wendet und ihm das Keimen natürlich das Liebste wäre oder sie sollen trübselig die Schönheit auf den Thron der Kunst zu seßen, die neuer Gedanken, die Strömungen neuer Wünsche und zu Hause fißen, um sich neue Kraft zum Arbeiten an Tochter der üppigen Phantasie. Ideale in der Tiefe des Volkes aufdeckt, wirkt sie nicht zuschlafen und um kein Geld auszugeben, wodurch am Aber die Zeit lehrt denken. Man sah ein, daß troß zugleich aufklärend und befreiend? Ende gar die Lohnansprüche steigen könnten. des immer mehr anschwellenden Kunstschazes die Mensch- Man wird vielleicht einwenden, daß diejenigen, deren Wenn die Besitzenden, die selber auf keinen Genuß heit noch weit von jenem Jdeale entfernt sei, und zu je historische Mission es ist, die Gesellschaft von dem Klassen- verzichten, daher den Besitzlosen jeden Genuß zu ver grelleren Gegensäßen sich die in Kapitalisten und Lohn- joch zu befreien, in Folge ihres sozialen Elends der Kunst wehren suchen, so wissen sie, was sie wollen: je anspruchssklaven getheilte Menschheit des neunzehnten Jahrhunderts zu fern stehen, als daß die Dichtkunst bei dem Geburtsakt voller die Lebenshaltung der Arbeiter, je höher daher ihr entwickelte, um so mehr drängten sich die bis dahin mehr der neuen Zeit Hebeammendienste leisten könnte. Lohn, desto geringer wird die Rente des Unternehmers; verborgenen Ursachen, die pädagogischen Mißerfolge der Allerdings, man darf sich nicht dem naiven Wahne je größer die Entbehrungen der Armen, desto höher steigt Kunst an die Oberfläche. Man lernte einsehen ,, daß Bil- hingeben, als ob die Dichtkunst auf die Arbeiter als Klasse der Entbehrungslohn" der Reichen. Es paßt also ganz dung und Humanität von den sozialpolitischen Gesell- wirke. Die Entwickelung der sozialen Verhältnisse selbst zu dem heutigen wirthschaftlichen System, wenn man schaftsverhältnissen abhängen, daß die Bildung ein Ge- ist der beste Agitator in der unterdrückten Klasse. Dazu überall auch die Vergnügungen des Volkes zu beschneiden schent guter Nahrung, gesunder Luft und erquickender bedarf es nicht erst der Dichtkunst. Aber denjenigen, sucht. Muße, Unbildung die Folge schlechter Nahrung, quälen- welchen ein wohlwollenderes Schicksal Muße und Bildung den Hungers und marternder Existenzunsicherheit ist. geschenkt hat, redet sie eine begeisterte Sprache, deren Die freien Arbeiter in den ehemaligen Je weiter diese Anschauung sich ausbildete, je mehr Inneres wühlt sie erbarmungslos auf, an deren Humanität sie sich in das Innerste des Menschen versenkte und neue, und Denkkraft appellirt sie mit unerschöpflicher Energie Sklavenstaaten der amerikanischen Union. wenn auch nicht so funkelnde Perlen, wie die Phantasie, sie ist die Sirene der neuen Zeit. an das Tageslicht brachte, um so mehr drängte sich den Mr. Barry, ein Mitglied des ,, General- Erekutiv- Boards" Nicht fern ist mehr die Zeit, da sie Allen sprechen( der Zentralleitung) der Arbeitsritter, ist kürzlich von einer Denkern die Wahrnehmung auf, daß der viele Jahr wird, da sie nicht mehr nöthig haben wird, die Kriegs- Reise aus dem Süden zurückgekehrt, wo er im Intereſſe tausende alte Erziehungsplan der Menschheit ein großer trompete erschallen zu lassen, da sie vielmehr begeisterte des Ordens thätig war. Seine Schilderung der ZuständeIrrthum gewesen sei, daß in vergangenen Zeiten ebenso Siegesgesänge in die Lande schmettern und dem Glühen in den alten Sklavenstaaten Virginia, den Karolina's und wie in der Gegenwart die Völker sich nicht durch den des neuen geschichtlichen Sonnenaufganges zujauchzen wird. Georgia's, die man wohl als glaubwürdig annehmen darf, Zauberstab der Kunst, sondern durch die Zuchtruthe des Klaffenkampfes zu höheren Formen entwickelt haben. Saure Wochen, frohe Feste? bestätigt nur, was auch sonst verlautet ist, nämlich: daß an die Stelle der Sklaverei ein System getreten, das in vieler Hinsicht noch schlechter, selten besser ist als jene. Das Schulwesen ist erbärmlich, tägliche Zeitungen Dieselbe Zeit, welche die Religion aus den eingebildeten Höhen des Himmels auf die Erde herabstürzte, Es giebt heute wenig Leute mehr unter der Sonne, und sie dadurch zu neuen veredelten Formen umwandelte, die es wirklich gut haben und sich sonach auch veran- find für die Arbeiter, weiße und farbige, fast unbekannt. dieselbe Zeit hat auch die Kunst von den eingebildeten laßt sehen könnten, sich ihres Daseins vollauf zu freuen. Der Hochmuth der Plantagenlords gegenüber dem Arbeiter Höhen einer absoluten ausschließlichen Lehrmeisterin der Hunderttausende, ja Millionen verbringen ihr Leben in besteht unverändert. Die Wahlen find unwürdige Komödien; Menschheit herabgestürzt und ihr einen gleichberechtigten dem einförmigen und ermüdenden Kampf um den täglichen entweder wird die Stimmenabgabe ganz verhindert oder Plaz neben anderen gesellschaftlichen Faktoren angewiesen. Erwerb, und die nagende Sorge verfolgt sie sogar bis in das Votum wird nicht gezählt, wenn es der herrschenden Die moderne Natur- und Gesellschaftswissenschaft hat jene Stunden, die sie dem Schlaf oder doch der Erholung Klasse nicht genehm ist. das Sphynrräthsel, welches die Erziehungsfrage der widmen sollten. Und diese Stunden sind so kurz! In der Landwirthschaft herrscht das Pacht- oder Menschheit behandelte, vollständig gelöst. Sie hat ferner Es giebt vielleicht in der ganzen Geschichte keinen Antheilsystem. Die einschlägige Gesetzgebung ist empörend die Strömungen, welche von der Außenwelt zum Menschen Zeitabschnitt, in dem das Volk so ganz von seiner Arbeit ungerecht gegenüber dem Bächter. Die Ernten sind gehen und in seinem Inneren mit Hilfe der menschlichen und seinem Erwerb in Anspruch genommen worden ist, verpfändet, ehe sie reifen. Der Bauer bekommt Organe sich in Denken, Fühlen und Wollen umseßen, im als die gegenwärtige Epoche des Kapitalismus und In- selten oder nie Geld zu sehen; er ist immer beim LandGanzen und Großen aufgefunden. dustrialismus. Unsere Vorfahren arbeiteten vielfach schwie- lord und Krämer, beides oft in einer Person vereinigt, Die Konsequenz jener ersten Errungenschaft, welche riger mit ihren einfacheren Arbeitswerkzeugen, aber sie tief verschuldet. uns die wissenschaftliche Revolution gebracht hat, ist für litten auch nicht unter der Fieberhize, die eine Eigenthüm- In den neu entstandenen kleineren Industrieplägen die Kunst eine negative. Von dem Augenblicke an, da lichkeit der modernen Schnell- und Maffenproduktion ist ist häufig die Fabrikgesellschaft ausschließliche Landbefizerin. man erkennt, daß sie für die Erziehung der Menschheit und die Nerven und Muskeln so sehr angreift und so Das Trucksystem herrscht allgemein. Die Löhne in den von sehr untergeordneter und erst sekundärer Bedeutung bald verzehrt. Wir sehnen uns nicht nach der sogenannten Baumwoll- Spinnereien und Webereien find kläglich; die Arbeitszeit beträgt 122 Stunden. Kinder von fünf bis sechs Jahren sind in den Fabriken beschäftigt, die noch obendrein häufig von Aufsehern auf das Brutalste behandelt werden. Mr. Barry bringt darüber Einzelheiten und beschreibt den körperlichen und geistigen Zustand dieser Fabrikfinder in einer Weise, die an Engels' Schrift über die Lage der arbeitenden Klassen in England vor 45 Jahren erinnert. Arbeiter, die zu einer Organisation gehören, setzen sich nicht etwa bloß der Maßregelung, sondern bei dem dort herrschenden Faustrecht sogar der Ermordung Diese Arbeiter- Inspektoren sollen das Recht und| bei diesem Beispiel ein glattes Stück Arbeit und ein flotter Arbeiter die Vollmacht haben, alle wünschenswerthen Auskünfte vorausgesetzt. Ist das Gegentheil der Fall- und wie oft ist es zu verlangen, alle Fabriken und Werkstätten zu be- so stellt sich der Verdienst um 50 Prozent und noch mehr niedriger. Was aber, wenn bei Geschäftskrisen der Arbeiter oft suchen gleichviel, ob sie dem Staat, den Gemeinden, tagelang warten muß, ehe er neue Arbeit mitbekommt. der Privat- Industrie angehören oder mit Wohlthätigteits- Anstalten und Gefängnissen verbunden sind und jeden Mißbrauch, jedes Vergehen gegen Geseze und Verordnungen festzustellen. Die Anzahl dieser Inspektoren soll groß genug sein, um eine genaue und wiederholte Revision aller Arbeitsstätten des Landes zu sichern. Die Berichte dieser Inspektoren sollen veröffentlicht werden. " Das sogenannte ,, Warten" auf Arbeit ist in der Schuhmacherei wohl am meisten geradezu systematisch ausgebildet. Die meisten der größeren Geschäfte, welche ihre Arbeiter außer dem Hause" beschäftigten, haben, wenn sie auch nur einen Arbeiter brauchen, doch mindestens zwei auch drei zur Verfügung. Wenn dann gerade verschiedene Stunden zu gleicher Zeit Bestellungen machen, dann werden alle Arbeiter sofort auf die Beine gebracht, dann müssen diese mitunter Nächte hindurch arbeiten, um ein Stück zur gewünschten Zeit fertig zu haben. Ist es dann fertig, dann kann der arme Schuhmacher wieder mehrere Tage warten bis dasselbe unwürdige Spiel wieder von vorn anfängt. Aus diesem Grunde kann sich fast feiner, auch bei noch so großer Bedürfnißlosigkeit, auf ein Geschäft allein verlassen; entweder er muß sich noch ein Geschäft nebenbei sichern oder er muß neben der Arbeit für Geschäfte noch etwas eigene Kundschaft haben. Barry erzählt, in Fishing Creek( Nord- Carolina), einem Städtchen von 2000 Einwohnern, habe der Superintendent der Cotton Rills( der Direktor der Baumwollfabriken) den etwa 60 Mitgliedern des Ordens der Arbeits- Hunderttausend Arbeitslose in New- York. ritter die Wahl zwischen Austritt binnen 24 Stunden Die New- Yorker„ World"(„ Welt"), also ein großes kapitaoder Verlust der Arbeit gelassen. Sie traten aus dem listisches Organ, ist es, welche behauptet, daß sich in New- York Drden. Manche der Schuhwaarengeschäfte treiben die ArbeiterausDarauf organisirte er aus dem unwiffendsten zur Zeit wenigstens 100 000 Arbeitslose und Beschäftigung suchende beutung mit besonderem Raffinement. Sie suchen sich bei der EinVolk eine Bande mit dem Auftrag, den Werkmeister" Personen befinden. Einem Blatt ihrer Tendenz ist eine Uebertreibung darin schon stellung von Arbeitern womöglich nur soche aus, die mit den hiesigen und den Sekretär der Assembly aus dem Wege zu schaffen. um so weniger zuzutrauen, als es schon aus patriotischen Gründen Verhältnissen nicht vertraut sind. Solche Arbeitgeber" bestellen Die Armen im Geiste machten sich wirklich, mit Stricken Ursache hätte, die Sachlage in möglichst rosigem Lichte darzustellen. dann in allen Arbeitsnachweis- Bureaus der Branche nur zuge= ausgerüstet, auf die Suche, um die Beiden aufzuhängen, 200 000 induſtrielle Lohnarbeiter und dürfte jegt 300 000 haben. man in Berlin zum Leben braucht, erlangen sie mehr Lohn, weil Nach dem Zensus von 1880 hatte nun New- York etwas über reifte Arbeiter. Sind diese dann etwas dahinter gekommen, was die sich aber durch Flucht in die Wälder retteten. Ein Es wäre somit ein Drittel der ganzen Arbeiterschaft mit dem ersten Verdienst nicht auszukommen ist, dann tritt EntArbeitsritter sei seines Lebens nicht sicher in beschäftigungslos. lassung ein und es wiederholt sich das alte Spiel: der Arbeitjenen Gegenden. Das sieht sicherlich sehr übertrieben aus, allein die World" geber" verlangt wieder Zugereiste. Die Lehrlings züchterei dürfte kaum in einem anderen Eine Dase in dieser barbarischen Wildniß ist Lynch sucht ihre Angaben mit Zahlen zu bekräftigen. Nun entfällt allerburg( im Staate Virginia) mit seinen großen Tabak- bings ein sehr bedeutender Theil der Beschäftigungslosen auf Bau- Gewerbe so schamlos betrieben werden wie in der Schuhmacherei. gewerkarbeiter, deren Arbeit regelmäßig um diese Zeit ruht. Allein Viele Meister, welche nur zeitweise einen, meistens aber überhaupt fabriken. Dort stehen die weißen und schwarzen es feiern nach der" World" außerdem wenigstens 1000 Möbel- gar feinen Gehilfen beschäftigen, haben zwei bis drei Lehrlinge. Arbeiter ohne Unterschied der Race fest zusammen, arbeiter, 30 000 Arbeiter in der Bekleidungsindustrie, 5000 Hafen- Ueberhaupt wird nur in wenig Werkstellen ohne Lehrlinge ge= haben auch einen Vertreter im Kongreß( Hopkins) und arbeiter, 3000 Gigarrenmacher, 1500 Seger, Drucker, Schriftgießer arbeitet. und Buchbinder, 700 Schuhmacher, 500 Maschinisten, ebenso viele Eine Spezialbranche in der Schuhmacherei bilden die Stepper, im letzten Frühjahr elf von den fünfzehn Mitgliedern des Messing- und Eisenarbeiter, 500 Bäcker, 1000 Kellner, 500 Seiden- Vorrichter und Zuschneider. Dieselben gehen zum größten Stadtraths erwählt. In der Konzentration größerer Massen weber 2c. Dazu kommen noch 20 000 beschäftigungslose Frauen. Theil aus gelernten Schuhmachern hervor. Dieselben verdienen von Arbeiter, besseres Schulwesen und überhaupt Gelegen- Von der zunehmenden Arbeitslosigkeit zeugt auch, daß im Monat scheinbar etwas mehr, aber dieses ehemalige Mehrverdienen hat heit zu geistiger Ausbildung liegt die Erklärung für diesen November vorigen Jahres 14104 Personen Unterkunft in den Polizei- bald eine derartige Ueberfüllung hervorgerufen, daß jetzt nicht allein Stationshäusern gesucht haben, gegen 11 905 im selben Monat des bereits die Hälfte dieser Leute arbeitslos ist, sondern auch Fortschritt. Vorjahres. die Löhne derselben kaum noch höher als die eines gewöhnlichen" Schuhmachers sind. " Zeit, Unterricht und Organisation der Massen" Alles das bestätigt nur, daß die kurze Periode der ,, Prosperität" sind nach Barry' nothwendig, um bessere Zustände im in Amerika wieder einmal vorbei ist. Die weichenden Preise in Süden zu schaffen. Das ist zweifellos richtig; in der einer Anzahl großer Industrie- Artikel deuten ebenfalls darauf hin. Hauptsache müssen sich dort, wie überall, die Arbeiter In den Eisenwerken in welchen Nicht- Gewerkschafter arbeiten, hat man auch bereits mit Lohnreduktionen begonnen und damit den selbst helfen. Allein diese Selbsthilfe sollte auch auf Anfang zu weiteren Verschlechterungen gemacht. Um die Ueberpolitischem Gebiete geübt werden, und zwar könnte zu- produktion zu bekämpfen, macht man die Arbeit weniger konsumnächst zweierlei geschehen, um die Besserung zu beschleunigen fähig, das ist die Weisheit des kapitalistischen Syſtems. und das wäre: die Durchsetzung der Bill des Senators Blair oder einer ähnlichen Vorlage zur Förderung des Schulwesens und die Uebertragung der Fabrikgeset- Ueber die Lage der Schuhmacher Berlias. gebung, die heute in das Belieben der Einzelstaaten ge= stellt ist, an die Union. Auch von den Schuhmachern im Allgemeinen ist immerwährend eine größere Zahl arbeitslos, welche in schlechten Zeiten, d. h. wenn die Geschäfte ſtocken, oft monatelang trog allen Bemühungen keine Arbeit erhält. * * * Lohnnachweis für die einzelnen Quartale und Wochen des Jahres 1886. Quartal: I. Mr. 123456 II. III. IV. Mt. Mt. Mr. 1. Woche 14,80 17, 14,15 11,90 2. 14,80 12,75 " 10,30 16,25 3. " 10,10 16,90 9,45 15,50 4. 10,30 17,55 10,60 13,55 " 1 5. 12,25 " 10, 12, 16, 6. 10,40 13,75 9,75 " 14,55 7. 11,25 13,50 10,40 " 16,50 8. 12,30 " 10, 8,15 18,50 9. 13,05 12,65 13,70 15,50 " 10. 13,85 12,50 9,50 14,05 " 11. 13, 15,10 7,45 " 14,10 12. 14,25 7,30 14,65 13,70 13. 12,40 11,55 9,80 " 9, 170,55 139,90 189,10 13,11 10,76 14,54 189,55 14,58 174,80 13,44 Es ist wohl jedem Leser der„ Berliner Volkstribüne" bekannt, daß das Loos des Schuhmachers nicht das glücklichste ist. Aber in Die Zuweisung der Fabrikgesetzgebung an die Union seiner ganzen Ausdehnung fennen es nur Wenige und deshalb unternimmt es Schreiber dieses, selbst ein Angehöriger dieses Berufs, werden die Fabrikanten bald selbst befürworten müssen, die Lage der Schuhmacher etwas zu beleuchten. weil die Ungleichheit der staatlichen Vorschriften in Bezug Die Schuhmacherei ist in Berlin gewissermaßen noch etwas auf Kinderarbeit 2c. auch Nachtheile für das Unter- zurück: während an anderen Orten bereits der industrielle Betrieb nehmerthum hat. Schon klagen zum Beispiel die Fabri- vorherrschend und die Zahl der in demselben beschäftigten Arbeiter fanten in Massachusetts darüber, daß ihre Konkurrenten bereits größer ist als die Zahl der im handwerksmäßigen Betrieb Beschäftigten, ist hier in Berlin das Gegentheil der Fall: die Zahl in Connecticut, New Hampshire und Rhode Island nicht der Arbeiter im Handwerksbetrieb ist größer als die der im Fabrikdenselben Beschränkungen unterworfen sind wie sie. Wenn betrieb Beschäftigten. Eine große Anzahl von dahinvegetirenden Gesammtverdienſt 144,95 nun erst der durch billigere Arbeitskräfte und größere selbständigen Kleinmeistern" bringt es nämlich fertig, jo in je 1 Vierteljahr) Ausbeutung gefährliche Mitbewerb südlicher Spinnereien, niedrige Löhne zu zahlen, daß sie, wenn auch erbärmlich genug. Also durchschnittlich mit der mit allen technischen Hilfsmitteln ausgestatteten Schuh- pro Woche 1886 Webereien und Eisenwerke sich gehörig geltend macht, dann fabrikation fonfurriren fönnen; und da viele, vielleicht die meisten In der gleichen Zeit 1885 werden die Fabrikanten des Nordens sicherlich auf der Arbeiter Handarbeit der Maschinenarbeit vorziehen, so ist es möglich, Einheitlichkeit dieser Gesetzgebung bestehen. Denn rück- daß eine so große Anzahl der sogenannten Keller- Schuhmacher eine gängig machen läßt sich die Arbeiterschutzgesetzgebung nicht, Scheineristenz fristen kann. wo sie einmal besteht. Dafür sorgen schon die starken Arbeiterorganisationen Amerikas, die eine von allen Parteien respektirte Macht bilden. " 11,38 Vierteljahr: 161,65 Durchschnittlich 12,43 177,30 13,63 pro Woche Die Gesammteinnahme betrug somit 1886: M 647,50 1885: 703,30 " Im Jahre 1885 war fast ohne Ausnahme eine Sonntags= arbeit von 4-6 Stunden mit inbegriffen, während dieselbe 1886 nur sehr ausnahmsweise vorkam. Der Unterschied in den einzelnen Beitabschnitten erklärt sich hauptsächlich aus dem Unterschied der Kundschaft. Während in dem Geschäft von 1885, dessen Kundschaft größtentheils aus Arbeitern bestand, das 3. Quartal das beste war, zeigte sich 1886, bei sogenannter besserer" Kundschaft, das gleiche fumfähigkeit der Arbeiter in den verschiedenen Jahreszeiten! Der durchschnittliche Wochen Verdienst betrug auf das ganze Jahr 1886 Mr. 12,45 13,52. Wenn man sich vorstellt, daß, wie gesagt, in manchen Geschäften nur 50 und noch weniger Prozent von dem Stücklohn gezahlt werden, der hier erzielt wurde, dann kann man sich, wenn auch dann diese Arbeiter die Arbeitszeit bis auf 18 Stunden pro Tag ausdeh.en, eine Vorstellung von den wirthschaftlichen Verhältnissen der Schuhmacher Berlins machen! In Wirklichkeit stehen 90 pбt. dieser Selbständigen" kaum beffer da wie die Arbeiter. Daß fie trotzdem so zähe an der Selbständigkeit festhalten, hat mancherlei Gründe. Erstens meinen sie immer: ich bin wenigstens freier Herr, und zweitens glaubt jeder, durch längeres Sparen oder glückliche Geschäfte sich doch einmal noch zum großen Geschäftsmanne emporarbeiten zu können. Wie wenig das letztere in Erfüllung geht, weiß jeder, der beobachtet hat, wie einer nach dem anderen, der es mit dem Selbständigsein Die Löhne im untergehenden Handwerk. versucht hat, die Selbständigkeit an den Nagel hängt. Einzelne Für die Innungsschwärmer und Handwerksapostel bringen es etwas vorwärts, die meistens dagegen gehen zu Grunde. wird die nachstehende kleine Uebersicht recht abkühlend des patriarchalischen" Verhältnisses zwischen Meister und Quartal als das schlechteste: ein Beweis für die verschiedene StonDer Arbeiter genießt bei den Kleinmeistern alle Wohlthaten wirken, die klar beweist, daß der untergehende Klein- Geſelle, und nur durch dieſes ſchöne" Verhältniß ist es der Mehrbetrieb einzig und allein durch allerintensivste Ausnüßung zahl möglich, sich über Wasser zu halten. Der Lohn des Arbeiters der Arbeiter, durch allerniedrigste Löhne, längste Arbeitszeit, eriſtirt wohl dann bis zu einer bestimmten Höhe oder Niedrigkeit auf dem Papier, allein die Abzüge für Kost und Logis durch Lehrlingszüchterei u. dgl. den aussichtslosen Kampf lassen diesen Lohn fast ganz verschwinden. Gin derartige Ausnuzung gegen die kapitalkräftige, mit allen Mitteln der maschinellen und Ausbeutung kann und darf sich der Fabrikant dem Ginzelnen Technik wirthschaftende Großproduktion noch eine Spanne gegenüber nicht erlauben. Die Arbeitszeit fennt faft gar keine Zeit fortführen kann. Schranken: sie beginnt früh, je nach der Jahreszeit, bei Tagesgrauen, im inter natürlich vor Tage, fie reicht Abends bis 10 und 12 Uhr und noch weiter hinaus, Sonntags bis Nachmittags 2 Uhr oder bis Abends. Dann muß es als glücklicher Umstand be= zeichnet werden, wenn der Meister nicht gerade einen nöthigen Geschäftsgang" hat, also am„ Rechnen" verhindert ist. Der Lohn beläuft sich dann auf 10-12 Mark, selten steht er höher, häufiger darunter. Alsdann kommt 1,50 Mark für Schlafstelle, 3 Mark für Mittag, Kaffee, Krankengeld u. s. m. Nach den„ Ermittelungen über die Lohnverhältnisse in Breslau", welche der Statistiker Dr. Neefe veröffentlichte, ergiebt sich folgendes Resultat: Gesellen. Schloffer. . Schmiede. Kupferschmiede Gürtler . Durchschnittlicher Wochenverdienst im Kleinbetriebe. Großbetriebe. Mt. Mt. 10,67 16,16 13,58 14,78 13,78 • 14,83 11,50 14,25 . . • 10,34 15,49 12,00 13,65 Tischler Stellmacher Aus dieser Tabelle lernen wir, daß zwar der Großbetrieb schlecht, der von der Großproduktion bedrohte Kleinbetrieb aber noch um Vieles schlechter bezahlt: um fich noch eine Spanne Zeit vor seinem Untergange zu sichern! Arbeiter- Fabrik- Inspektoren. Der Pariser Gemeinderath hat durch eine Resolution den Wunsch ausgesprochen: daß die französischen Kammern durch Gesetz eine Anzahl von Fabrik- Inspektoren aus dem Arbeiterstande einsetzen, welche durch die Höhe ihres jährlichen Gehaltes vom Unternehmerthum vollständig unabhängig zu stellen sind. 1885 " H. K. Kleine Mittheilungen. Nach den Begriffen des Meisters ist die Schlafstelle vorzüglich, Die Arbeiterpresse in Oesterreich. Auf dem chechischen welche sich in der Werkstelle befindet und nicht allemal auf Reinlich- Arbeitertage in Prag( 25. und 26. Dezember 1887) erklärte der feit Anspruch machen darf; auch Kost und Staffee lassen nach der Referent namens der sozialdemokratischen Partei die drei bisher er= Meinung des Meisters nie etwas zu wünschen übrig, obwohl man scheinenden Arbeiterblätter„ Hlas Lidu"( Volksstimme) in Proßniz, die Kost in der Restauration bedeutend beffer, qualitativ wie qanti- Rovnost"( Gleichheit) in Brünn und„ Vek Svobody"( das Jahrtativ, erhält. Man möchte fast vor Wuth über derartige Verhält- hundert der Freiheit) in Prag als Parteiblätter; den chechischen niffe in Verzweiflung gerathen, wenn man nicht wüßte, daß die Genoffen, die auch der deutschen Sprache mächtig sind, wurden betreffenden Kleinmeister meistens selbst nicht besser daran sind wie weiters der Volksfreund" und die Arbeiterstimme" in Brünn, fie, und, um nur nicht ganz zu Grunde zu gehen, zu derartigen die ,, Gleichheit" und die" Bäcker- Zeitung" in Wien empfohlen. Dingen ihre Zuflucht nehmen müssen. Wie häufig wird Sonntags Ein neues Arbeiterblatt in Oesterreich. Am 1. Januar erst zu Stunden mahnen" gegangen, um den winzigen Lohn, welchen ist in Prabl bei Innsbruck die erste Nummer eines neuen sozialder Arbeiter erhält, zuſammen zu bekommen, andere Meister ver- demokratischen Blattes, der„ Volksstimme", erschienen. buften" gerade in dem Augenblick, wo der„ Geſelle" glaubt, Geld Erwerb ohne Arbeit, bloß auf Grund des Besizes. zu erhalten. Manche sind aber fürzer angebunden und werfen den- Am 2. Januar werden in Philadelphia regelmäßig, wie ein dortiges jenigen, welcher Lohn haben will, einfach hinaus. bürgerliches Blatt ausrechnet, elf Millionen Dollars, 45 Millionen Um dem Leser ein flares Bild über die Lohnverhältnisse der Mart, an Dividenden, Zinsen für Staatspapiere u. s. w. ausgezahlt. Schuhmacher zu verschaffen, soll eine Tabelle des Lohnes eines Das ist ein Theil dessen, was die Sozialisten Früchte des arbeitsSchuhmachers, welcher unter sehr günstigen Lohnbedingungen losen Erwerbs" nennen und was es nicht mehr geben wird, wenn arbeitet, unten beigefügt werden. Erwähnt jei noch, daß es Ge- Recht und Gerechtigkeit dereinst herrschen. Oder will man etwa schäfte giebt, welche noch nicht 50 pt. von dem Stücklohn zahlen, behaupten, daß der Aktionär mit arbeiten hilft an der Erzeugung unter welchem in dem angeführten Falle gearbeitet wurde. der Waarenmassen, welche diejenigen Fabriken liefern die der Ein Beispiel möge gleich hier folgen. Der mittlere Lohn für Aftieninhaber vielleicht nie gesehen, geschweige denn jemals betreten Damen- Randſtiefel beträgt bei Arbeiten für Geschäfte ungefähr hat? Nein, er thut hier gar nichts dazu; sein Einkommen besteht 1,80 mt. Ein flotter Arbeiter braucht ungefähr 10 Stunden zu lediglich aus dem, was den wirklichen Erzeugern aller Werthe, einem Paar Boden. Hätte der Betreffende nun 3 Paar auf ein- den Arbeitern, entzogen wird vom Produkte ihrer Arbeit. Giebt auf Versäumniß beim Liefern gerechnet, so kämen auf jedes Paar mehr, so wird dieser Millionen- und Milliardenabzug auch ganz mal aus dem Geschäfte mit nach Hause erhalten, und 3 Stunden es keinen Privatbesiz an Ländereien, Fabriken und Maschinen 11 Stunden, also 16 Pfg. pro Stunde. Wie schon erwähnt, war von selbst verschwinden und den Arbeitern zufallen. Das Schicksal eines altgewordenen Arbeiters. Der breitung verbotener Druckschriften. Der Gerichtshof schloß| Verein für die Reform der Schule und Erziehung. Arbeiter Millbradt, Berlin, Prinzessinnenstr. 16, war zwei und sich der höchst instanzlichen Entscheidung an und verur- Donnerstag, den 12. d. M., Abends 8 Uhr, fand Kommandantenzwanzig Jahre ohne Unterbrechung in derselben Werk- theilte den Angeklagten im Sinne des Staatsanwalts ftraße 72, bei Lammers, eine Generalversammlung statt, die zur stätte treu und geschickt als Tischler thätig. Vor Jahresfrist zu 30 Mt. Geldstrafe event. 5 Tagen Gefängniß. Er Wahl eines neuen Vorstandes führte und damit allen Auflösungseröffnete der Chef des M. dem 65 jährigen, verheiratheten Manne, ging davon aus, daß die Erpedition des Sozialdemokrat" in bestrebungen ein Ende bereitete. daß er fortan nicht den gleichen Wochenlohn wie die übrigen Zürich, welche notorisch massenhaft Nummern des verbotenen Blattes " - jüngeren Arbeitsgenossen erhalten werde, sondern daß ihm nur hier einschmuggele, zweifellos sich der Verbreitung verbotener DrudVerband deutscher Zimmerleute( Lokalverband Berlin 15 Mart verabfolgt werden würden. M. schluckte stillschweigend schriften schuldig mache und der Angeklagte dieses Vergehen durch Nord). Große öffentliche Versammlung, Sonntag, den die bittere Pille herunter und arbeitete weiter. Da er nun im sein Abonnement begünstigt habe, indem er dadurch der Expedition 15. 6. M., Vormittags 10 Uhr, in Zimmermann's Gesellschaftshaus, Verlauf eines Jahres sah, daß seine Durchschnittsleistungen denen Gelegenheit gab, die Zahl der hier abzuseßenden Eremplare noch Röslinerstr. 17. Tagesordnung: 1. Die Alters- und Invalidender anderen Hilfskräfte keineswegs nachstanden was alle Mit- um eins zu erweitern. Da jedoch die Reichsgerichts- Entscheidung Versorgung. Referent: E. Pankow. 2. Verschiedenes. arbeiter des M. der Wahrheit gemäß gern bezeugen aber seine neu ist und der Angeklagte bis dahin der Meinung sein konnte, Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Bitte um Erhöhung des Wochenlohnes rundweg abgewiesen wurde daß ein Einzelabonnement nicht als Verbreitung anzusehen sei, so Schmiede, Stellmacher, Lacirer, Schloffer, Sattler( Wagenbauer) 2c. und er auf die Dauer bei solchem Lohne zu Grunde gehen mußte, habe der Gerichtshof auf eine verhältnißmäßig milde" Strafe am Dienstag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, im großen Saale so war er gezwungen, eine Arbeitsstätte zu verlassen, der er fast erkannt. bei Nieft( früher Hildebrand), Weberstr. 17. Tagesordnung: Die ein Vierteljahrhundert seine besten Kräfte gewidmet hatte. Der Ueber den Posener Sozialistenprozeß werden wir in Alters- und Invalideuversorgung der Arbeiter. Edle aber, welcher sich nicht gescheut hat, einen alternden Arbeiter nächster Nummer einen zusammenfassenden Bericht bringen. in schwerer Zeit auf's Pflaster zu werfen, ist ein rabiater Antisemit, Herr Bormann, Alte Jakobstr. 132, dessen Stolz es ist, als Vorstandsmitglied der Tischlerinnung zu fungiren! Maßregelungen, Prozee. Vereine und Versammlungen. * * * * Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen( Verbandsverein). Sonnabend, den 14. Januar, Abends 82 Uhr, Versammlung im Restaurant Reyer, Alte Jakobstraße 83. Tagesordnung: 1. Vorlesung über Erfindung der Photographie. 2. Ergänzungswahl zur Arbeitsnachweis- Kommission. Zur Beachtung für Krankenkassen. Das Oberverwal- 3. Verschiedenes und Fragekasten. Ausgabe der Billets zum tungsgericht hat in einem besonderen Falle entschieden, daß auch Stiftungsfest. Gäste willkommen. Um recht zahlreichen Besuch in Beziehung auf solche Leistungen der Kasse, welche über das bittet der Vorstand. gefeßliche Mindestmaß hinausreichen, das Statut die - Fachverein der Steinträger Berlins. Versammlung Ein Grund zu einem Versammlungsverbot. In Gewährung nicht von einem im Einzelnfalle zu übenden Ermessen am Sonntag, den 15. Januar, Vormittags 11 Uhr, in Scheffer's Prettin bei Torgau wollten am vorigen Sonntag die Maurer des Kassenvorstandes abhängig machen darf. Es darf also in einem Salon, Inselstr. 10, 2 Tr. Tagesordnung: 1. Stellungnahme eine Versammlung abhalten. Der Einberufer, Maurer Krüger zu Krankenkassenstatut z. B. nicht bestimmt werden, daß der Vorstand Hintersee, erhielt jedoch von der Polizeiverwaltung folgenden Utas: ermächtigt ist, einem Kranken über die dreizehnte Woche hinaus zum Tarif für 1888. 2. Abrechnung vom letzten Quartal 1887. 3. Wahl eines Mitgliedes zur Fachkommission. 4. Wahl eines " Auf Ihr Gesuch vom 31. Dezember v. Is. erhalten Sie hierdurch Unterstützung zu zahlen, wenn er das Recht hierauf durch nicht Beitragsammlers für die Zahlstelle im Westen. 5. Verschiedenes zum Bescheide, daß wir die Ihrerseits angemeldete Versammlung, pünktliche Zahlung seiner Beiträge verwirkt hat, wie es in einigen und Fragekasten. welche am Sonntag, den 8. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr im hiesigen Kassen üblich ist. Das Statut muß die Rechte der Mitglieder von Fachberein sämmtlicher an HolzbearbeitungsSchützenhause stattfinden soll, hiermit verbieten, da dieselbe, in dem Willen des Vorstandes ganz unabhängig feststellen. Maschinen beschäftigter Arbeiter. General- Versammlung welcher Seitens eines gewissen Rever und Bock aus Berlin über Zur Alters- und Invalidenversorgung. In Magde am Montag, 16. Januar, Abends 8 Uhr, bei Saeger, Grüner die vergangene, gegenwärtige und zukünftige, und burg fand am Montag Abend im großen Saale des„ Schloßgartens" Weg 29. Tagesordnung: 1. Vierteljahrs- Kassenbericht. 2. Verjedenfalls materielle( Lage des Maurergesellenstandes eine öffentliche Versammlung der Bauhandwerker von schiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Vorträge gehalten werden sollen, zweifellos keinen anderen Magdeburg und Umgegend statt, in welcher der Regierungsbaumeister um zahlreiches Erscheinen ersucht der Vorstand. 3wed hat, als sozialdemokratische Lehren zu verbreiten, resp. Se ßler über die dem Reichstage vorliegenden Grundzüge der Verband deutscher Mechaniker und verwandter sozialdemokratische Angelegenheiten zu erörtern. Gegen diesen Alters- und Invalidenversorgung der Arbeiter referirte. Es wurde Berufsgenossen.( 3ahlstelle Berlin.) Generalversammlung am Bescheid steht Ihnen das Recht der Beschwerde bei dem Herrn folgende Resolution angenommen:" Die heute im Schloßgarten Mittwoch, 18. Januar, Abends 8 Uhr, bei Lammers, KommanRegierungs- Präsidenten zu Merseburg zu. Die Polizei- Verwaltung: tagende Versammlung der Bauarbeiter von Magdeburg erklärt sich dantenstr. 71/72. Tagesordnung: 1. Jahres-, Situations- und Triebel. An den Maurer Herrn August Krüger zu Hintersee." damit einverstanden, daß die Vortheile, welche die ganz ungenügende Kaffenbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Bericht der RechtsschutzIn Prettin ist also die„ Lage des Maurerstandes" lediglich eine Alters- und Invalidenversorgung den Arbeitern bietet, durch den kommission. 4. Vorstandswahl. 5. Wahl der Rechtsschutzkommission. sozialdemokratische Angelegenheit" was der Arbeiterfürsorge Schaden, welchen die Quittungsbücher als Arbeitsbücher anrichten 6. Verschiedenes. 7. Fragetasten. Mitgliedsbuch legitimirt. der anderen Parteien freilich ein sehr schlechtes polizeiliches Zeug- müssen, ganz in den Schatten gestellt werden und beschließt, die Gauverein der Maler Berlins. Dienstag, den niß ausstellen heißt. Kollege Bock hielt übrigens seine Rede Petition gegen die Einführung der Quittungsbücher resp. Arbeits- 17. Jamuar, Ahends 8 Uhr, bei Reyer, Alte Jakobfir. 83, GeneralAbends in einer anderen Maurerversammlung an dem gleichen bücher mit allen Kräften zu unterstüßen." Versammlung. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Verlesung der Orte ganz unbehelligt. neuaufgenommenen Mitglieder. 3. Berathung der Tagesordnung R. S. Dem Fachverein sämmtlicher im Drechslergewerk Streiks. Die Hutmacher ersuchen, den Zuzug fernzuhalten zur Generalversammlung in Braunschweig. 4. Statistik der Arbeitsbeschäftigten Arbeiter Berlins wurde die nachgesuchte Geneh von der Trumpfschen Hutfabrik in Altenburg, wo 17 Vereins- vermittlungskommission. 5. Neuwahl der Arbeitsvermittlungsmigung zu der Versammlung, welche am Dienstag, 10. Januar, mitglieder wegen ungenügenden Lohres fündigten und von der kommission. 6. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedskarte bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a, stattfinden sollte, versagt. Meier'scher Hutfabrik in Eupen, wo 62 Hutmacher und 10 Hut- legitimirt. Gründe hierzu waren, wie üblich, nicht genannt. Auf der Tages- wollspinnerinnen wegen einer Lohnreduktion von 33% Prozent die Fachverein der Schlosser und Berufsgenossen. ordnung der Versammlung stand zunächst ein Vortrag des Herrn Arbeit einstellten. Die Zigarrenarbeiter aus der Holzapfel'schen Generalversammlung am Montag, den 16. d. M., Abends 81 Uhr, Friz Kunert über:" Hamlet" von Shakespeare; ferner nur Fabrik in Eschwege liegen noch immer im Streif. im Restaurant Reyer, Alte Jakobjtr. 83. Tagesordnung: 1. Kaffenrein gewerkschaftliche Angelegenheiten, wie Abrechnungen über An die Uhrmacher Berlins wendet sich folgender Aufruf bericht, sowie Bericht der Revisoren vom 4. Quartal 1887, einige bereits beendigte Arbeitseinstellungen und ferner zum Schluß aus Freiburg i. Schl.: Arbeiter! Kollegen! Seit Montag, den 2. Jahresbericht des Vorstandes, der Bibliothekare, der Arbeitseine Diskussion über den Streit in der Schirmstockfabrik von M. 8. d. M., ist in der Werke- Fabrik der Uhren- Fabrik von A. Will- nachweiskommission. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Wahl des Gebauer. Warum erfolgte nun die Nicht- Genehmigung? Nach mann u. Co. ein Streit ausgebrochen. Veranlassung dazu gab Vorstandes, sowie der Revisoren( laut Statut). 5. Verschiedenes der Ueberzeugung des Vorstandes ist die Versagung der Genehmigung ein Lohnabzug von 10-15 Prozent. Betheiligt sind 36 Mann, und Fragen. nicht gerechtfertigt, da 1. der oben genannte Vortrag hierorts be- der größte Theil verheirathet. Da der Streit ein sehr ernsthafter Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhreits in zwei Fachvereinen gehalten wurde, von demselben Referenten, zu werden droht, und es den Arbeitern von hier nicht möglich sein macher und verwandten Berufsgenossen Berlins. Montag, den ohne auch nur einmal zur Auflösung zu führen. 2. Können doch wird, die Mittel aufzubringen, werden alle Kollegen und alle 16. Januar, Versammlung in Keller's Lokal, Andreasstraße 21. Abrechnungen und Diskussionen über Arbeitseinstellungen, also that- Freunde der Arbeitersache gebeten, nach besten Sträften zu helfen Tagesordnung: 1. Die Lohnverhältnisse der Schuhmacher Berlins sächlich rein gewerkschaftliche Angelegenheiten, die zu erörtern der und sich als solidarisch mit den streikenden Arbeitern zu betrachten. und wie verhält sich der Verein gegenüber einer Lohnbewegung? Fachberein ein unbedigtes Recht hat, nicht allein den Grund abgeben, Gelder sind zu senden an E. Michaelis, Uhrmacher, Schweidniger- 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Fachverein der Metallschrauben-, Façondreher um eine Versammlung zu versagen". Auch nach dem bekannten straße 2. ,, Streiferlaß des Ministers kann nur dann die nachgesuchte Ge- An die Schneider Berlins. Kollegen! Endlich ist es und Berufsgenossen Berlins. Sonntag, den 15. Januar, Bornehmigung einer Versammlung versagt werden, wenn Thatsachen wohl an der Zeil, aus der Ruhe, welche sich seit Monaten unserer mittags 10% Uhr, im„ Königstadt- Kasino", Holzmarktstraße 72, fich ergeben, welche den Umsturz" der bestehenden Gesellschafts- bemächtigt hat, herauszutreten und sich wieder mehr mit unserem Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Jahreskassenbericht. 2. Beordnung bezwecken oder befördern. Derartige ,, Thatsachen" kann nun und unserer Kollegen Wohl zu beschäftigen. Es tragen sich deshalb richterstattung über die Arbeitsverhältnisse bei der Firma Hülle und der Vorstand des Vereins weder in dem Vortrag( aus den oben die Unterzeichneten mit dem Gedanken, eine Filiale des Reise- Weise. 3. Vereinsangelegenheiten. angeführten Gründen), geschweige denn in den Diskussionen rein unterstüßungs- Verbandes, welcher schon jetzt in 85 größeren- Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallgewerkschaftlicher Angelegenheiten entdecken! Oder sollten obige und fleineren Städten Deutschlands vertreten ist, zu gründen. arbeiter( E. 5. 29, Hamburg). Filiale Berlin I. Sonnabend Thatsachen doch vorhanden sein?? Nun, darüber wird hoffentlich Am 18. d. M., Abends 8 Uhr, findet dieserhalb im Louisenstädtischen den 14. Januar, Abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung ,, Lichterdie von dem Vorstande eingereichte Beschwerde genügende Aufklärung Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, eine öffentliche Versammlung felderstr. 7 u. 8( Wilhelmshöhe). In dieser Versammlung werden schaffen!( Bezweifeln wir sehr! D. Red.) statt, zu welcher die Unterzeichneten alle Schneider Berlins einladen. die Billets zu dem am 4. Februar in den Gesammträumen der Berliner Bockbrauerei am Tempelhoferberg stattfindenden großen Am Montag, den 16. Januar, Abends 8 Uhr, findet in I. Weinand. N. Zilm. R. Tit. J. Jeschonnet. demselben Lokale wiederum eine Fachvereins- Versammlung Aufruf an die Stockarbeiter Berlins zur Gründung Wiener- Maskenball ausgegeben, wozu alle Freunde und Gönner statt mit derselben Tagesordnung, welche nur im ersten Punkte eine einer Ortsverwaltung Berlin I., Stockbranche der Vereinigung der eingeladen sind. Um recht rege Betheiligung bittet die Ortsverwaltung. - Allgemeine Kranken- und Sterbetasse der MetallAbänderung erhält, da an diesem Tage der Vortrag nicht gehalten Drechsler Deutschlands, Six Hamburg. Kollegen! Die letzte Zeit werden kann wegen Behinderung des Referenten!( Siehe Inserat.) hat uns bewiesen, wie nothwendig wir einer Organisation bedürfen, arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin II. Sonntag, Die freien Hilfskaffen bedroht! Eine offiziöse Notiz um der fortgesezt sich steigernden Uebervortheilung und Herabfegung den 15. Januar; Vormittags 10 Uhr, Versammlung bei Deigmüller, theilt Folgendes mit: Die fürzlich zur Berathung über Abände der Löhne seitens der Fabrikanten in unserer Branche, wodurch die Alte Jakobstr. 48a. Das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist Arbeiter auf die niedrigste Stufe der Lebenshaltung herabgedrückt nothwendig. rung des Krankenversicherungsgesezes im Reichsamt des werden, einen Damm entgegenzusetzen. Die heutigen Verhältnisse-Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins sämmtInneren unter Vorsitz des Geheimen Ober- Regierungsraths Herrn legen uns die Pflicht auf, uns immer enger zusammenzuschließen, licher Berufsklassen. Berlin I. Sonnabend, den 14. d. M., Lohmann zusammengetretene Kommission hat, wie jest verlautet, gemeinsam der unberechtigten Anmaßung der Arbeitgeber nach Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78, Versammlung. Neue Mitglieder zahlreiche zum Theil recht weittragende Beschlüsse gefaßt. jeder Seite entgegentreten zu können. Der§ 152 der Gewerbeordnung werden in jeder Versammlung, sowie zu jeder Tageszeit beim VorZunächst ist die Befugniß der Gemeinde, den Kreis der versicherungsräumt uns das Recht ein, behufs Erlangung günstigerer Lohn- fizenden Sasse, Hafenhaide 48, und beim Staffirer Schilling, Koppenpflichtigen Personen durch statutarische Bestimmung zu erweitern ( 82 des Gesetzes vom 15. Juni 1883), erheblich ausgedehnt worden. bedingungen uns zu vereinigen. Wohlan, Arbeiter, gründen wir, straße 48, aufgenommen. - Zentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Sodann ist eine Aenderung des§ 58 des Gesetzes angeregt worden. gestützt auf dieses Recht, unsern Verein, schließen wir uns der beBekanntlich hat über Streitigkeiten zwischen den Arbeitnehmern stehenoen Vereinigung der Drechsler Deutschlands an, damit wir Wagenbauer. Bezirk„ Berlin I." Sonntag, den 15. d. M., oder den Arbeitgebern einerseits und den Kassen andererseits die einen fräftigen Rückhalt an unseren organisirten Stollegen haben, Vormittags 10% Uhr, Mitgliederversammlung bei Saeger, Grüner Aufsichtsbehörde, in Preußen der Gemeindevorstand, zu entscheiden, und dann wollen wir versuchen, die gegen uns geführten Angriffe Weg 29. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Stafsenangelegenheiten. Der Bezirk„ Berlin IV" hält ebenfalls am Sonntag, Vorund es findet gegen diese Entscheidung das Rechtsmittel der Be- zu pariren, dann sind wir im Stande, den Versuchen weiteren rufung an die zuständigen ordentlichen Gerichte binnen zwei Wochen Lohndrucks ein energisches Halt entgegen zu rufen, zu unserem eige- mittags 10 Uhr, bei Kloth, Dresdenerstr. 10, eine Versammlung statt. Es herrscht nun die Neigung, die Appellationsinstanz an die nen und unserer Kollegen Besten. Unser Mahnruf ist: Organisirt ab. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1887. 2. Innere Verwaltungsgerichte zu verlegen, welche man für qualifizirter hierzu Guch! Es handelt sich um unsere Existenz, unser Ansehen und Kaſſenangelegenheiten. Kranken- und Sterbe Unterstüßungskasse der unsere Standesehre; darum, schaaren wir uns um das gemeinsame erachtet, und von deren Rechtsprechung man eine konstantere Praxis Banner der Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Unsere Losung Vergolder und Berufsgenossen( E. H. 19). General- Vererwartet. Endlich hat man u. A. beschlossen, Abänderungen sei: Einer für Alle und Alle für Einen. Kollegen! Ihr hab't ſammlung am Sonntag, den 29. Januar, Vormittags 10½ Uhr, betreffend die Hilfskassen, zu empfehlen. Nach§ 75 des betreffend die Hilfskassen, zu empfehlen. Nach§ 75 des Gesetzes befreit die Zugehörigkeit zu einer Hilfskaffe von dem bisher unserm Bestreben sympathisch gegenüber gestanden; Ihr hab't im Lokale des Herrn Rautenberg, Wasserthorstraße 54. TagesBeitritt zu einer anderen Kasse, wenn erstere mindestens die Leistungen uns, der unterzeichneten Kommiſſion, das Vertrauen geschenkt und ordnung: 1. Jährlicher Kassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. der betreffenden Gemeindekrankenkasse gewährt. Hierdurch werden uns mit den Vorarbeiten zur Gründung eines Vereins beauftragt; 3. Anträge der Mitglieder. 4. Verschiedenes. Um pünktliches Er( nach der offiziösen Versicherung) die Hilfskassen stark bevorzugt(?!), iet richten wir an Euch die Auffordung, Eurer Sympathie Aus- scheinen bittet der Vorstand. druck zu geben, indem Ihr der von uns empfohlenen Gründung Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Töpfer da fie richt so viel zu leiſten brauchen wie die meiſten anderen burch Guren Beitritt die nothwendige Unterlage gebt, auf welcher und verwandter Berufsgenossen Deutschlands( E. H.), Rassen, und trotzdem die Arbeiter aus den bekannten politischen Wohlan, Kollegen! Kommt örtliche Verwaltung Berlin. Mitgliederversammlung am Sonntag, Gründen in Masse zu sich heranziehen. Man ist deshalb bestrebt, sich ein feſter Bau errichten läßt. Sonne und Wind unter den Kassen fortan etwas(?!) zu vertheilen." dieser moralischen Pflicht nach, und dann vorwärts, dem Muthigen den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, Alexanderstr. 31, im Restaurant -Die freien Hilfskaffen" wissen also, was ihnen bevorsteht, denn gehört die Welt! Die Kommission: J. Meisner, Sänger, Dümler, Weid. Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der 2. ordentlichen Generalversammlung. 2. Der Sanitätsverein und sein Werth für es ist nicht daran zu zweifeln, daß der jezige Reichstag diese Verbesserungen" schon aus Gerechtigkeitsgründen" zum Gesez erhebt. Der Fachverein der Rohrleger tagte am Sonntag, den Mitglieder freier Hilfskaffen. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Gilt es doch, eine selbständige Arbeiterorganisation zu ruiniren und 8. d. M. im neuen Vereinslokals, Weberstr. 17, bei gutem Besuch Um zahlreichen Besuch der Mitglieder bittet die örtliche Verwaltung. dafür ist der Reichstag stets zu haben. Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins sämmtmit folgender Tagesordnung: Vortrag über die heutige Nothlage im Rohrlegerfach( Referent: Herr Beckner) und freie Diskussion. licher Berufsklassen.( E. 5. 2). Berlin II. Versammlung, Ein Abonnent des Züricher Sozialdemokrat" vor zu ersterem Punkt stellt Referent sehr niederdrückende Vergleiche heute, Sonnabend, den 14 b. M., bei Löskow, Prinzenstr. 79. Gericht. Die fürzlich vom Reichsgericht gefällte Entscheidung, an zwischen den heutigen Verhältnissen und denen der sechsziger Neue Mitglieder werden in dieser Versammlung, sowie beim Kassirer daß jeder Abonnent einer verbotenen sozialdemokratischen Druck- Jahre. Die Rohrleger hätten vor 20 Jahren 12 bis 15 Thaler J. Schuhmacher, Mariannenſtr. 8, Hof 3 Tr., täglich von 8 bis schrift sich dadurch der Beihilfe zur Verbreitung derselben pro Woche erhalten, bei niedriger Wohnungsmiethe, wohingegen 9 Uhr Abends und Sonntags von 12-1 Uhr Mittags aufgenommen. schnldig macht, war zum ersten Male für die Beurtheilung einer heute nur noch 15 bis 24 Mark gezahlt werden, bei cinem zwei- bis Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, Anklagesache maßgebend, welche am Donnerstag die dritte Straf- dreifach höheren Miethspreis, ohne des Wachsens der Steuern zu den 15. Januar, 1888, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn kammer des Landgerichts I. beschäftigte. Bei dem der sozialdemo- gedenken. Namentlich wunderte sich Referent, wie es die armen Dr. v. Eye über„ Ist die gegenwärtige Welt die beste Welt?" fratischen Partei angehörigen Arbeiter Mathias waren zwei Arbeitgeber" verständen, bei ihren immerwährenden Klagen über Damen und Herren als Gäste willkommen.- Am Montag, den Exemplare des Züricher Sozialdemokrat" gefunden und beschlag-" Geldzujeßen" und„ Nichtsverdienen" in ungefähr zehn Jahren sich 16. b. M., Abends 8 Uhr, findet Rosenthalerstr. 38 eine beschließende nahmt worden, und da man annahm, daß Mathias sich die Ver- Haus und Hof nebst Equipage anzuschaffen, wie es nicht nur in Versammlung der Mitglieder statt. Tagesordnung: Kaffenbericht, breitung dieser verbotenen Zeitung angelegen sein ließ, wurde er einzelnen, sondern in vielen Fällen vorgekommen ist. Er ermahnte Bericht der Revisoren, Neuwahl des Vorstandes u. s. w. Dienstag, dieserhalb unter Anklage gestellt. Der Angeklagte bestrilt dies im alsdann die Kollegen, sich rege an der Organisation zu betheiligen, den 17. Januar, zur selben Zeit, nöthigenfalls Fortsetzung der vorgestrigen Termin, er habe die Zeitung nur für sich gehalten. dann müßten die Arbeitgeber doch einen anderen Begriff von den Wahlen und Berathung über die vom Bundesvorstand gesandten Da ihm das Gegentheil nicht bewiesen werden konnte, so beantragte Arbeitern bekommen und oft nachgeben. An der Diskussion be- Fragebogen. der Staataanwalt nur seine Bestrafung wegen Beihilfe zur Ver- theiligten sich die Herren Becker, Glave und Breitholzer. " " " " um Pindric. = Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.