" Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Einzelne Nummer 15 Pfg. Die Berliner Bolts- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. No. 11. Inhalt: Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 17. März 1888. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. ändert werden wird, und daß die Freisinnigen, wenn sie und auch ein liberaler Finanzminister wird diese Riesenihre oppositionelle Stellung verlassen wollten, weiter nichts ausgaben niemals anders decken wollen als durch indirekte wenn er Der Regierungswechsel und die Lage in bewirken würden, als daß dieses alte System mit einigen Steuern auf die Bedarfsartikel der Massen Deutschland. Die falsche Gleichgültigkeit nichtssagenden liberalen geseggeberischen Ornamenten ver- vielleicht auch, um sein Gewissen zu salviren, eine ,, Reform" gegen die Arbeiterbewegung.- Henri Roche- ziert oder auch verunziert würde, vielleicht auch mit einigen der Einkommensteuer, vielleicht durch Einführung der SelbstStatt eines konservativen Die vielredenden liberalen Ministern vorausgesetzt natürlich, einschäßung, ausarbeiten wird. fort und die französischen Arbeiter. daß lettere bereits den Befähigungsnachweis erbracht haben, Polizeiministers wird vielleicht wieder ein Eulenburg das Zunahme der Frauenarbeit. daß sie es gegebenen Falles im Einschwenken mit jedem Ausnahmegesez loyal handhaben", aber ohne AusnahmeHandelsNur ein Rädchen. Novelle. gefeß wird auch der regierende Liberalismus eben ein fammern und Fachvereine über den Arbeiter: Unteroffizier aufnehmen können. Für die allgemeinen inneren Zustände und anderer wie der in Opposition befindliche nicht ausschutz. Die Fortführung der Unfallver- für die wirthschaftliche und politische Lage des kommen wollen. ficherung. Gegen die StadtverordnetenVolkes wird jedoch alles beim Alten bleiben. Das ist die neue Aera, wie sie heute in Deutschland wahlen. Man darf niemals vergessen, daß wir in Deutschland allein möglich ist, wenn sie nicht sofort unter dem WiderPolitisches und Sozialpolitisches. Ge- bereits einmal eine liberale Aera, mit den Herren Bennig- stand des vereinigten ländlichen und städtischen Besitzes werkschaftliches und Arbeiterversicherung. sen- Rickert- Bamberger- Lasker an der Spize, hatten und begraben sein will. Sie mag sich liberal nennen, aber Kleine Mittheilungen. Vereine und Ver- daß diese Aera- nationalliberal war, nationalliberal, ob- dieser Liberalismus steht schon lange unter dem Zeichen sammlungen. Literarisches. wohl alle Verhältnisse damals für freiheitliche Reformen des Krebses. -günstiger lagen wie heute und wie sie jemals wieder Entweder wird also in Deutschland gar nichts ge,, Berliner Volks- Tribüne" liegen werden. Die Bourgeoisie, die im Segen des Mil- ändert werden, oder wenn etwas geschieht, so wird es in Sozialpolitisches Wochenblatt, erscheint jeden Sonnabend früh in Berlin und sucht in gründlichster Weise alle auftauchenden politischen und wirthschaftlichen Fragen vom sozialistischen Standpunkte ben Kreis ihrer Betrachtungen. liardenstromes schwamm, war damals viel eher geneigt, der Hauptsache darin bestehen, daß die Nickert und Staufdem süßen Pöbel" einige Brocken von politischen und fenberg, und vielleicht auch noch die Bamberger und wirthschaftlichen Rechten vorzuwerfen. Heute liegen überall Hänel hof- und regierungsfähig werden und das gährende Handel und Wandel darnieder, heute bedeutet der geringste Drachengift ihrer oppositionellen Gesinnung wieder in die Zufall für ganze Reihen aufgeblasener Glückspilze den Milch frommer nationalliberaler Denkungsart zurückveraus zu beleuchten. Mit derselben Entschiedenheit, mit welcher die sicheren Zusammenbruch und Ruin, heute fürchtet daher die wandeln mit der weiteren Rückbildung natürlich, welche ,, Berliner Volks- Tribüne gesammte Bourgeoisie nichts mehr, als daß den Arbeitern die veränderten wirthschaftlichen und politischen Verhältbemgemäß die großen, allesbeherrschenden Gegensätze von Kapital wieder eine gewisse Freiheit der Bewegung eingeräumt niffe heute bedingen. Die ehemaligen Sezessionisten und und Arbeit behandelt, zieht sie auch alle Einzelheiten der werden könnte, weil diese freiere Bewegung ein weiteres jetzigen Deutschfreisinnigen waren ja dereinst gesinnungsGewerkschaftsbewegung, der Fabrikgesetzgebung, der Element der Störung in das sowieso schon aus Rand und tüchtige Fraktionsgenossen des Herrn Bennigsen. Warum Arbeiterversicherung, der Steuer- und Parteikämpfe in Band gerathene Getriebe des wirthschaftlichen Lebens hin- sollten sie es nicht von neuem werden können, wenn sich ihnen Gerade heute, wo das Vereinsleben der Arbeiter gänzlich eintragen würde. Damals war das Proletariat, trotz aller die Aussicht eröffnet, wieder in Gnaden in die maßgebende barnieberliegt, erscheint uns ein Wochenblatt wie das unfrige als stürmischen Kundgebungen seines Daseins, noch keine solche Majorität und vielleicht gar in die Regierung aufgenommen ein unentbehrliches Aufklärungsmittel des Volkes. Macht wie heute und daher das allgemeine Verlangen der zu werden? Herr Richter dürfte dann freilich zu Befißenden nach einer starken Regierung kein so un- seiner nicht geringen Enttäuschung gewahr wer= widerstehliches. Heute graut es im Stillen auch jedem den, daß er, indem er seine ganze außerordentLiberalen vor den Folgen der Rückgabe der vollen Aktions- liche Kraft der Verbreitung des Märchens von der freiheit an die Arbeiterklasse. Der Klassengegensatz ist ein kommenden liberalen Regierung widmete, sich schärferer geworden und damit auch der Wunsch der Be- selbst auf das schwerste geschädigt hat, denn er erfißenden und durch ihren Besitz Herrschenden: die Rechte leichtert den ehemaligen Sezessionisten nur das Abschwenken der oberen Zehntausend zu stärken und auszudehnen, und zu den Nationalliberalen und er wird alsdann nahezu die Rechte des Volkes zu verstümmeln und zu beschränken. ganz allein dastehen, ein Führer ohne Truppen und ohne Auf welche Kreise sollte sich unter solchen Verhältnissen Einfluß. eine liberale Aera stüßen? Doch das sind Zukunftssorgen, melche die Arbeiter Nach auswärts empfiehlt sich bei Einzel- Bestellungen und Bezug von weniger als fünf Eremplaren PostAbonnement. Die" Berliner Volks- Tribüne" ist eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungs- Preisliste für 1888 und durch jede Post- Anstalt für M. 1,50 vierteljährlich zu beziehen. Prospekte und Probenummern liefern wir nach auswärts jederzeit gratis. Spediteure, welche auswärts die Verbreitung des Blattes übernehmen wollen, bitten wir, fich sofort mit uns in Verbindung zu sehen. In Berlin wende man sich stets direkt an die Spediteure. Dieselben liefern die„ Berliner Volts- Tribüne" für 50 Pfennige monatlich jeden Sonnabend Morgen frei in's Haus. Der Verlag der Berliner Volks- Tribüne". Berlin S. O., Oranienftr. 23. Zur Lage. Und welche Forderungen seines alten Programms Deutschlands weiter nicht berühren. Die Arbeiter brauchen vermöchte der Liberalismus daher heute noch durchzusetzen, sich über solche Dinge glücklicherweise nicht den Kopf zu wenn er unter so vollständig veränderten Voraussegungen zerbrechen; sie haben vielmehr in der gegenwärtigen nochmals berufen würde, der Bourgeoisie ihre Geschäfte Uebergangszeit nur auf eines zu achten, nämlich: sich vor zu besorgen? allen Illusionen zu hüten! Eine fieberhafte Erregung herrscht seit voriger Woche Das eine wäre freilich nicht zu bezweifeln, daß der Die Arbeiter dürfen sich auch in Zukunft nicht dem in der freisinnigen Partei und deren Presse. Liberalismus, wenn er mit an's Ruder käme, viel von einlullenden Glauben hingeben, daß ihnen von oben Von der rückgratlosen, von der Angst vor dem fich reden machen würde, um so mehr, als er sich von herab irgend welches Heil kommen werde. Auch wenn Proletariat gelähmten deutschen Bourgeoisie mehr und mehr Haus aus vortrefflich auf die Reklame versteht. Vielleicht die Regierung den Reichstag vielleicht von jetzt ab mit den Schwur- etwas mehr Achtung behandeln sollte, so dürfen die verlassen und die besten Kräfte in ergebnißlosem parla- würde er welch eine unerhörte That! mentarischem Kleinkrieg verzehrend soweit es Enterbten doch niemals der Meinung sein, der Parlamen- hat diese Partei zu gerichten die politischen Prozesse überweisen jeber Beit Spott und Hohn in vollen Schalen über die sich um häusliche Streitigkeiten innerhalb der Parteien der tarismus werde nunmehr auch für ihre Partei ein Häupter der Konservativen ergossen, deren ganzes Dasein besitzenden Klassen handelt. Soweit die sozialistische Partei wirksameres Werkzeug bilden. Die Arbeiter haben in langen nur auf zwei Augen" beruhe. Und nachdem sich diese und die Arbeiterpresse in Frage käme, würde man beiden Leidensjahren gelernt, daß nur ein Vertrauen niemals ge= Augen geschlossen haben, ist es dieser deutsche Freifinn natürlich weiter auf Grund des Sozialistengesetzes den täuscht wird: das Vertrauen auf die eigene Kraft. Und felber, der auf einen Mann, auf einen kranken, vielleicht Strick drehen, der sie in das bessere Jenseits, wo der alle, die ihr Leben in den Dienst der heiligen Sache des zum Tode kranken Herrscher alle seine Hoffnungen sett. christlichste Kommunismus herrscht, befördert. Man kann Proletariats gestellt haben, sollten für die Zukunft Dieselbe bürgerliche Demokratie, die vor Entrüstung die Selbstverwaltung weiter entwickeln, d. H. an Stelle möge sie sich gestalten, wie sie wolle das eine Ge= schäumte, als sich Herr Stöcker an ein jüngeres Mitglied des konservativen Beamten und der starren gesetzlichen Vor- löbniß ablegen: jegliche Erleichterung öffentlichen Wirkens des königlichen Hauses herandrängte, um es für die Zwecke schrift den liberalisirenden Großkapitalisten und dessen wechseln- nicht zu nußlosen Verhandlungen mit den Besitzenden, zu der äußersten Rechten zu gewinnen diefelbe Demo- den Willen setzen. Aber den Arbeitern wird man die kleinen Reformversuchen und parlamentarischen Scheinfratie" buhlt heute um die Gunst des Thronerben in einer Selbstverwaltung ihrer Klassenangelegenheiten niemals erfolgen zu benutzen, sondern lediglich dazu, die Massen Weise, die Jedem, der noch einen Rest von Selbstbewußt wiedergeben. Man wird vielleicht und die liberale weiter aufzuklären und fester zu organisiren, um sie immer sein und Mannesstolz in fich trägt, die Röthe des Zornes Presse wird über diesen Fortschritt außer sich gerathen! mehr zu einer unwiderstehlichen zielbewußten Macht heranund der Scham ins Gesicht treiben muß. den Innungsmeistern weniger ausschließlich das Recht der zubilden, welche im Stande sein wird, alle KulturfortVon Aeußerungen servilster Verzückung, wie sie kaum Lehrlingsausbeutung zuerkennen; man wird liberal genug schritte, welche uns die Entwicklung der modernen Brojemals konservative Blätter mit beschränktem Unterthanen- sein, das gleiche Recht der Ausnugung für alle Unter- duktion verheißt, zu verwirklichen. verstand befleckt haben, floß dieser Tage die Presse der nehmer zu proklamiren. Aber die Ausbeutung an sich Darum die Hände nicht in den Schooß gelegt, als ,, verkappten Republikaner" über und über. aufheben zu wollen, dieses Recht wird keiner der sich jetzt wenn uns von Anderen unsere Wünsche erfüllt werden Die Empfindung, welche ein derartiges Verhalten vordrängenden Liberalen den Arbeitern jemals wieder zu- könnten! Jeder ist selber seines Glückes Schmied, und wir wecken muß, ist um so quälender und niederdrückender, als erkennen. Man wird bei einigen kleinen Posten ,, weise werden in alter Weise weiter an der Befreiung des bereits Anzeichen genug dafür vorliegen, daß an dem Sparsamkeit" im Staatshaushalte üben, aber die ungeheuren Volkes arbeiten! System der inneren Politik in Deutschland nichts ge- Ausgaben für militärische Zwecke müssen weiter wachsen, Die traurige Gleichgültigkeit, playgreife! Auch wenn wir dabei auf einige winzige| Ein Artikel ,, die Quadrille der Könige" zeigte ihr plötzlich, , Erfolge" in der Gegenwart verzichten sollten, so bereiten daß Rochefort in seinen Publikationen die Politik streife", wir durch dieses Verhalten doch nur um so größere Er- und der Minister des Innern stellte daraufhin dem Befolge für später vor. gründer des Figaro den Befehl zu, Rochefort's Chroniken zu unterdrücken oder den Figaro selbst unterdrückt zu sehen. Villemessant verabschiedete seinen Chroniker, forderte ihn aber gleichzeitig auf, ein eigenes Blatt zu gründen, zu dem er selbst die nöthigen Kapitalien vorschießen wollte. Einige Zeit darauf erschien die Laterne", von Rochefort allein redigirt. Am ersten Tage wurden nicht weniger als 125 000 Eremplare abgeseßt und sprachen mit welcher noch viele Arbeiter den Bestrebungen ihrer Genossen zusehen, beweist zur Genüge, wie wenig die Arbeiter noch ihre eigenen Interessen begreifen. Wie wäre es sonst möglich, daß es noch so viele giebt, die nicht mit uns wirken zur Erreichung des schönen Zieles, das Jedem, der arbeitet, den vollen Ertrag seiner Arbeit Seine politische Laufbahn und seine Stellung zu den französischen Arbeitern. fichern will? Giebt es einen Arbeiter, der behaupten kann, daß er empfängt, was er wirklich verdient hat? entbehrt werden könnten. Jeder Arbeiter schafft einen Theil des endlosen unerschöpflichen Reichthums, der nur durch die Arbeit in's Leben gerufen wird. Es herrscht überall Ueberfluß an bracht hat. das Henri Rochefort. I. 11 Laterne" in Stücke, denn in keinem Lande hat das Wort Nein, keinen Einzigen. Alle Arbeiter erhalten nur einen Theil dessen, was sie erzeugt haben. Eine der eigenthümlichsten, durchaus isolirt stehenden dafür, wie richtig Rochefort die Verhältnisse und die Ein anderer großer Theil, häufig der größte, entfällt auf Gestalten des französischen öffentlichen Lebens ist Henri Strömung des Volksbewußtseins getroffen. Der Verfasser den Unternehmer oder auf Zwischenpersonen, von denen Rochefort. Keiner der politischen Parteien angehörend, jedoch, der ungemein schüchtern war, zweifelte so sehr an bald auf diesem, bald auf jenem radikalen oder revo- dem Werth der ,, Laterne" und ihrem Erfolge, daß man bei einer besseren Regelung der Produktion viele vollständig lutionären Standpunkt kurze Zeit verweilend, ein ebenso ihn mit Gewalt davon zurückhalten mußte, die Korrekturgesuchter, wie leicht verscherzter und gefürchteter Bundes- bogen der ersten Nummer zu zerstören. In der ,, Laterne" genosse, wandert er als Ahasverus, als ewiger Jude durch streifte Rochefort nicht bloß die Politik, sondern er trat das politische Leben, ohne sich je für die Dauer irgendwo direkt auf ihr Gebiet hinüber und zeigte sich vom ersten festzusetzen. Produkten, und doch hat der Arbeiter keinen ent- abhängigkeitsbrang mit Liebe für das Volksthümliche und Ranges, sondern auch als echten Republikaner. Da er Einen echt demokratischen Geist und Un- Augenblick an nicht nur als politischen Pamphletisten ersten sprechenden Genuß von dem, was er zu Stande ge- mit einem starken sozialen Gerechtigkeitsgefühl verbindend, ſich im Einklang mit Allen fühlte, welche in Frankreich Warum hat der Arbeiter trotz all des Ueberflusses einen sprühenden Wiß und eine schneidende Satire paarend frei im Denken und ehrlich im Handeln geblieben, so dennoch mit allerlei Entbehrungen zu kämpfen und ist des mit Leichtigkeit und Leichtfertigkeit des Urtheils, sowie mit wurde er in den folgenden Nummern immer kühner, morgigen Tages nicht sicher? Mangel an tieferer Einsicht und Kenntniß der gesellschaft- beißender, herausfordernder. Noch nie war das Kaiserreich mit seinem Gefolge von Gebrechen und Verbrechen so sehr Einfach deshalb, weil er den Werth seines Produkts lichen Struktur, ohne eine geklärte, wiſſenſchaftlich gestützte dem Fluche der Lächerlichkeit preisgegeben, so schonungslos nicht empfängt. Wenn ein Arbeiter z. B. selbst 50 Pfennige und methodisch aufgebaute Ueberzeugung, hat er eine Rolle dem Fluche der Lächerlichkeit preisgegeben, so schonungslos die Stunde erhält und wie wenig Arbeiter bekommen gespielt, wie fein zweiter Journalist unserer Zeit, und zerlegt und gerichtet worden wie in der ,, Laterne". Ein dann beläuft sich in der Regel der Werth dessen, dann beläuft sich in der Regel der Werth dessen, eine Popularität erworben, die ihm bis heute, nachdem guter Theil des Ansehens, das die Staatsstreichler so was er während dieser Zeit geschaffen, auf das Doppelte die Verhältnisse seine eigentliche Bedeutung vernichtet, treu fünstlich zuſammengeleimt, fiel vor den Lichtblißen der und Dreifache. Diefer Mehrwerth" fließt in die Taschen geblieben ist. der Unternehmer, die wenig oder gar nicht an der Arbeit Henri Rochefort ist 1831, nach anderen 1832 zu Lächerlichkeit tödtet" mehr Geltung als in Frankreich. theilnehmen. Paris geboren. Sein Vater, der Marquis Rochefort- Luçay, Mit dem kühnen Pamphletisten und seinem Blatt mußte Jeder, der sich umschaut, kann sich überzeugen, daß Baron de Courtenay, entstammte einem der ältesten Adels- man bald im politischen Leben rechnen; vor denen die gerade die, welche am wenigsten arbeiten, die größten Geschlechter Frankreichs, zählte die Bourbonen zu seinen Gegner zitterten, vor dem Mann, der mit dem Mittel des Einnahmen haben. Es giebt Tausende, welche große Ge- Verwandten und war ein Vetter der Königin von England. Spottes die Stüßen des Hofes untergrub. Der Kaiser hälter, Dividenden, Zinsen, Miethen, Gewinne beziehen Seine Mutter dagegen war plebejischer Herkunft, und die rafte vor Wuth, sowie die Rede auf die„, Laterne" kam für sozusagen Nichts, da sie für keinen Groschen Werth Mischung zwischen Rasse und Volk erklärt einen Theil und ließ durch seine richterlichen Kreaturen einen Prozeß erzeugen, sondern nur vorhanden sind, um den wirklichen der eigenartigen Individualität Rocheforts, welche den anstrengen, welcher mit Zuerkennung von 5 Jahren GeArbeiter anzutreiben und zu chikaniren. Je gefährlicher, Wiz, die Schlagfertigkeit, den demokratischen Hang des fängniß und 10 000 Francs Strafe endigte. Das Verdikt je ungesunder, je sklavischer die Arbeit, desto schlechter Pariser Gamins mit den ritterlichen Schrullen, der hoch- ließ Rochefort nach Brüssel flüchten, wo er in der ,, Laterne".. wird sie bezahlt, während häufig der Besig eines Stückchens müthigen Abwehr gegen das Parvenüeelement eines den Kampf fortsette, mit den Proskribirten vom Dezember, Papier( Aktie) ein Anrecht giebt auf hundert Mal mehr Aristokraten vereint und sein Leben und Handeln vielfach mit Viktor Hugo und dessen Söhnen in Verbindung trat Papier( Attie) ein Anrecht giebt auf hundert Mal mehr in Gegensatz zu seinen Worten, den Anfang seiner poli- und mit ihnen zuſammen ein tägliches Blatt„ le Rappel" Einkommen, als der Arbeiter erhält, welcher die nüßlichsten tischen Thätigkeit zu dem vermuthlichen Ende derselben jetzt. begründete. Unterdeß wurden in Frankreich die LegislaturBetrachtet, welche fabelhaften Gewinne die Aktien- Rochefort war 17 Jahre alt und stand im Begriff, wahlen von 1869 vorbereitet. Die ,, Laterne" und ihre befizer an Bergwerken, Fabriken und anderen Unternehmungen seine Gymnasialstudien im Kolleg St. Louis zu beenden, Verurtheilungen hatten in erster Linie Rochefort als Kandihaben! Und wer anders als der Arbeiter hat diese un- als er eine Vorahnung seiner späteren Wirksamkeit gab. daten der Opposition bezeichnet; seine Kandidatur wurde geheuren Reichthümer geschaffen, resp. der Erde abgerungen? Die Junirevolution war foeben blutig niedergeschlagen im 7. Wahlkreis aufgestellt und hätte Erfolg gehabt, wenn Wie ist es also möglich, daß es noch so viele Arbeiter worden, und der Tod des meineidigen Generals Bréa ihr nicht Jules Favre entgegengetreten und mit Hilfe der giebt, die nicht begreifen, daß sie Recht haben auf mehr, wurde durch die härtesten Verurtheilungen gerächt. Der Klerikalen und Bonapartisten Sieger geblieben wäre. Eine giebt, die nicht begreifen, daß sie Recht haben auf mehr, kaum den Knabenjahren entwachsene Nourrit wurde der Nachwahl brachte Rochefort doch noch in die Kammer. als sie in ihrem schmalen Lohn empfangen, der ihnen häufig genug obendrein noch mißgönnt wird? Galeere in den Rachen geworfen, der Feuerwehrmann Gambetta, der in Belleville und Marseille gleichzeitig geWie ist es möglich, daß der Arbeiter so blind ist, Larr mit den üblichen gesetzlichen Umständlichkeiten ermordet. wählt, nahm die Vertretung der letzteren Stadt an, und um es nicht zu begreifen, wie all' der vorhandene Reich Die Kinder der Füfilirten adoptirte Libour, der Erzbischof das sozialistisch- republikanische Wahlkomitee von Belleville thum nur seinem Fleiß zu verdanken ist? von Paris. Einige Tage nach diesen Ereignissen besuchte proklamirte Rochefort's Kandidatur. Ein junger Advokat, Wie kommt es, daß noch so Viele sind, welche die der Prälat das Kolleg St. Louis, und Rochefort war Delattre führte für den Abwesenden das Wort, als jedoch moderne Arbeiter- Bewegung nicht verstehen? Die par ordre de mufti dazu auserkoren, den hohen Gast in die Wähler darauf bestanden, Rochefort selbst zu sehen Arbeiterpartei will doch, daß der Arbeiter die volle Ver- Versen zu begrüßen. Obgleich er den Befehl annahm, und zu hören, wurde er von einem Delegirten des Wahlgeltung seiner Leiſtung empfange, so daß er sich für seine weigerte er sich doch entschieden, das Gedicht der Zensur fomitees nach Paris geholt. Auf franzöfifchem Boden ließ Thätigkeit reichliche Nahrung, gute Kleidung, gesunde für den jungen Poeten verlangte, überraschte derselbe sich warten, doch wurde er bald wieder in Freiheit gefeßt, Thätigkeit reichliche Nahrung, gute Kleidung, gesunde der Lehrer zu unterwerfen, und als der Rektor das Wort natürlich die Verhaftung des Laternenmannes nicht auf Wohnung und genügende Erholung verschaffen kann. peinlichst durch eine schwungvolle republikanische Hymne, da die Regierung ernstliche Furcht vor einem Aufstand in Giebt es, wir fragen nochmals, einen verständigen in welcher er den Erzbischof beglückwünschte, sich der Waisen Belleville hegte. Mit 18000 Stimmen wurde er zum Arbeiter, einen ehrlichen Menschen, welcher diese Forderungen der Erschoffenen angenommen zu haben. Vertreter von Paris( Viertel von Belleville) erwählt, und bekämpfen könnte? Produkte erzeugt. Wohl mehr der Noth gehorchend als dem eigenen sein Erfolg verbreitete in den leitenden Kreisen einen Und doch giebt es so Viele, welche gleichgültig zu Trieb wählte Rochefort die Beamtenkarrière, trat in die solchen Schrecken, daß die französische Rente auf der Börse sehen, wie ihre Kameraden diesem Ziele ihre Zeit widmen städtische Verwaltung ein und wurde im Hotel- de- Ville um 1 Francs 25 Cents fank. Der Kaiser zerbrach vor und für dasselbe materielle Opfer bringen. Ist es Un-( Stadthaus, Nathhaus) als Hilfsarbeiter mit 1200 Francs Wuth schäumend eine Nippsache, und die Kaiſerin, die wissenheit oder freiwillige Sklaverei? Willst Du denn, Gehalt jährlich angestellt. Wie er selbst eingesteht, brachte sich gerade in Egypten befand, fiel in Ohnmacht. In Arbeiter, nicht den vollen Ertrag Deiner Arbeit, willst Du er seine Vorgesetzten durch seinen Mangel an bureaukratischen der That war die Wahl Rochefort's von schwerwiegendster ewig der Untergebene, der Abhängige Deines ,, Herrn" und Meisters" sein? Ewig Deiner Rechte beraubt bleiben Fähigkeiten zur Verzweiflung. Da machte ihn der Zufall symptomatischer Bedeutung, sie kennzeichnete am besten den. eines Tages mit dem Eigenthümer des Charivari"( ein Umschwung, der sich in der Meinung des Landes vollund stets als Lasſtthier, ohne Genüsse, verhindert„ Mensch" Pariser Wigblatt, ungefähr dem Kladderadatsch entsprechend) zogen, und war eine Art Fehdehandschuh, den das Volk zu sein, dahin vegetiren? Wir glauben es nicht. Euer Selbstbewußtsein, das herausfühlte und ihn als Mitarbeiter engagirte. Rochefort bekannt, welcher das satirische Talent des jungen Beamten dem Empire offen hinwarf. Jedoch die von hunderterlei Formeln eingeengte solange schlummerte, wird erwachen, sobald Ihr Euren verblieb zwar anfänglich noch in seiner Stellung, schrieb parlamentarische Thätigkeit konnte Rochefort um so weniger Zustand begriffen habt, und Ihr werdet mit uns tämpfen aber fleißig Berichte für den„ Charivari" und verfaßte befriedigen, als er sich als Redner nicht in seinem Elemente für das edelste Ziel, für welches jemals auf der Erde verschiedene kleine Baudevilles," die später seine Gegner fühlte. So gründete er ein neues Kampsblatt, das er als Eselskinnbacken brauchen wollten, um Simson aus mit dem Namen der streng verpönten Nationalhymne gestritten wurde. " Denn nur die Befreiung des Volkes aus seinen der politischen Arena zu schlagen. Nachdem Rochefort„ la Marseillaise" belegte, und dessen Redaktionsbureau, wirthschaftlichen Fesseln, aus seiner Noth und Abhängigkeit noch an der Theaterchronik" und dem„ Gelben Zwerg" ein großer Saal in La Villette, gleicherweise getauft ward. von den Besizern der Produktionsmittel kann zum Resultat( le Nain Jaune) mitgearbeitet hatte, trat er in den Der Saal diente auch zu Versammlungen, besonders von haben, daß ein wahrhaft freies, auf der Höhe der Figaro" ein, der damals zweimal wöchentlich erschien, solchen, die Rochefort in nähere Beziehungen zu ſeinen Kultur stehendes Menschenthum sich entwickelt. Ohne feinen politischen Charakter trug und noch nicht das jour- Wählern bringen sollten. Kaum hatte die„ Marseillaise" dies nüßt alle Aufklärungs- und Bildungsarbeit einzelner nalistische Lumpenthum in seiner höchsten Steigerung ver- ihr Erscheinen begonnen, so wurden ihre Mitarbeiter mit edler Menschen nichts. körperte. Drei Jahre hintereinander veröffentlichte Rochefort Gefängnißstrafen, Geldbußen und Duellen förmlich über" Darum, Arbeiter, zersplittert Eure Thätigkeit nicht im Figaro Wochenchroniken, die an satirischer Schärfe, an schüttet. In Folge eines Artikels, der die kaiserliche in allen möglichen kleinen Versuchen und Thätigkeiten. schneidendem Hohn ihres gleichen suchten. Hohn ihres gleichen suchten. Dieselben Familie besonders stark angriff ,. forderte der Prinz PlonGewiß giebt es auf allen Gebieten des privaten und reichten nicht nur durch ihren unerschöpflichen kaustischen Plon( Peter Bonaparte) Rochefort heraus und ermordete öffentlichen Lebens zu bessern, zu reformiren und zu flicken. Wiß über die Tagesliteratur hinaus, sondern noch mehr in seiner Villa zu Anteuil Viktor Noir, welcher dem Prinzen Aber solange wir nicht an einem wahren Ueberfluß durch ihren Inhalt, welcher den Lächerlichkeiten und Vereine Herausforderung. Paschal Grousset's überbrachte. Die von geistigen Kräften leiden und solange in den Anschauungen derbtheiten der verkommenen Gesellschaft des Empires Ermordung des Journalisten fiel wie ein zündender Funken und Strebezielen der Massen noch soviel Ueberlebtes und( Kaiserreichs) unter höhnischem Kichern das Gewand herab- in die bereits gährende Erbitterung und Entrüstung gegen Falsches sich breit macht solange haben wir auch alle zerrte, sie in ihrer ganzen Scheußlichkeit an den Pranger das napoleonische System. Mehr als hunderttausend Pariser unsere Kräfte darauf zu konzentriren, die Massen über stellte und unbarmherzig mit Geiselhieben züchtigte. Schon führten den Ermordeten zu Grabe, und es hätte. nur eines ihre gegenwärtige Lage und deren Ursachen aufzuklären die Titel, unter denen diese Chroniken jahrgangsweise Aufrufs Rochefort's zu den Waffen bedurft, um die und ihnen die großen Ziele und die richtigen Wege für in drei Bände vereinigt sind ,, die Franzosen der Dekadenz", Flammen des Zorns in einer Insurrektion auflohen zu die Zukunft zu zeigen. Solange hier noch nicht alles die große Bohème" und Zeichen der Zeit" deuten lassen. Flourens wollte die Leiche durchaus nach Paris geschieht, was geschehen kann und geschehen muß, solange darauf hin, daß sie satirische Zeitbilder sind, denen als führen, Rochefort und Deleschuze hinderten ihn jedoch ist es nur ein Schaden für unsere Partei, in anderer geschichtlichen Jlluftrationen ein bleibender Werth innewohnt. daran, da sie die Zeit für einen Aufstand noch nicht reif Richtung diejenigen Kräfte zu zersplittern und zu vergeuden, Der Erfolg, mit denen die Chroniken von den Feinden genug hielten. Die Reserve, welche Rochefort bei diesem die uns bei zweckmäßigerer Verwendung unschäßbaren Nußen des Kaiserreichs begrüßt wurden, hatte die Regierung bald Ereignisse gezeigt, ist ihm vielfach von den Revolutionären stiften können. stußig gemacht, und sie lauerte nur auf eine Gelegenheit, vorgeworfen und auf Rechnung einer großen Furchtsamkeit, Wirke Jeder dahin, daß diese Erkenntniß allgemein um den unbequemen Lacher zum Schweigen zu bringen. wenn nicht sogar Feigheit gesetzt worden, die in verschiedenen Augenblicken seines Lebens zu Tage tritt. Rochefort da-| trägt nicht mehr als 1/174 sämmtlicher einem bestimmten Ueber den Truckunfug, unter dem die armen Korbgegen erklärt seine Haltung durch den Umstand, daß mehr Berufe angehörigen Geschlechtsgenossinnen. Die Frauen flechter in Oberfranken( am oberen Main, um Lichals zwanzig Regimenter kampfbereit standen und nur auf gelangen also noch seltener zur Selbständigkeit wie die tenfels und Kronach) leiden, giebt Dr. Sar in einer kürzOrdre warteten, Republikaner und Volk niederzumeteln. männlichen Lohnsklaven. lich erschienenen Schrift nähere Mittheilungen. Erst überTrotz all dieser warnenden Vorfälle war die Re- Hart an der Grenze des Verhungerns befinden sich vortheilt der Händler die armen Hausindustriellen durch gierung anmaßend genug, Rochefort abermals in An- die auf den Broderwerb durch die Nadel angewiesenen zu theuere Berechnung des Rohmaterials der Weiflage zu versehen und zu verurtheilen. Die Majo- unglückseligen Geschöpfe, deren von der Berufsstatistik auf den; bei der Bezahlung für die gelieferte Arbeit beginnt rität der Kammer gab ihre Einwilligung, eines ihrer 641 000 bezifferte Anzahl von F. Mabel Robinson in einer die Uebervortheilung vielfach von neuem durch Bezah Glieder zu inkarzeriren, und so wurde Rochefort im Februar der jüngsten Nummern der Fortnigthly Review" noch als lung mit Waaren, statt der baaren Ablöhnung. Schon 1870 in St. Pélagie inhaftirt, wohin ihm nach und nach viel zu gering angesezt bezeichnet wird, da in London vor Jahrzehnten mußten die Arbeiter die uusinnigsten die meisten seiner Mitarbeiter folgten. Während der allein statt der 23,000 im Census verzeichneten derzeit Waaren, welche für sie kaum einen Werth hatten, von den Monate die sie hier verbrachten hatte das Empire die 60 000 Frauen durch das Nähen ihr Leben fristen. Kaufleuten als Bezahlung für ihre Produkte annehmen, Gährung der Volksmassen durch einen Krieg mit dem AusDie von demselben Autor mitgetheilten Löhne dieser da fast jeder Verleger einen Materialladen nebenbei führte. land abzulenken gesucht, aber kraftlos und zerfressen war Sklavinnen der Nadel kommen denen in anderen Ländern an- Die Gewerbeordnung kam mit ihrem Verbot des Truckes bei Sedan in sich zusammengebrochen. Der 4. Sep- nähernd gleich. 6d., sonach in unserem Gelde etwa 50 Pfennig, systems, änderte aber, wie Sar ausführlich belegt, an dem tember, welcher die Republik erklären sah, führte die Volks- bilden in London die Untergrenze des täglichen Verdienstes sozialen Ausnahmezustande des oberfränkischen Korbflechtermassen, die Keinen vergessen, der zu seiner Vertheidigung dieser Aermsten! Und selbst dieser Hungerlohn wird von der Bezirks gar nichts. Noch im Jahre 1883 wird im Bedie Stimme erhoben, vor St. Pélagie. Die Thore noch anspruchsloseren Irländerin nicht selten unterboten, richte des Lichtenfelser Handelsrathes das große Wort wurden zertrümmert und Rochefort ward im Triumphe und nur bei ungemessener Arbeitszeit verdient. Unter gelassen ausgesprochen:„ Ein Gesez dagegen giebt es nicht!" nach dem Stadthause getragen und zum Mitglied der den Näherinnen verhältnißmäßg am besten gestellt sind die Im Jahre 1884 endlich, als sich die Arbeiter unter dem provisorischen Regierung ernannt. Er gab jedoch sehr in einer Werkstatt Arbeitenden, wogegen den um Vieles unsäglichen Druck der Verhältnisse zur Gründung eines bald, am 31. Oktober seine Entlassung, da er sich nicht schlechter entlohnten auswärts Beschäftigten noch die oft Fach vereins aufrafften, schritt die bayerische Regierung zum Mitschuldigen von Trochu's und der Regierung sehr zeitraubende Pflicht des Hin- und Hergehens zur Ab- energisch ein. Von da ab hörte zwar das Waarenzahlen Schwäche und Unentschlossenheit machen wollte. Am lieferungsstelle erwächst. Und doch muß selbst ein solch als allgemeine Plage mehr und mehr auf. Aber das 31. Oktober, wo die Pariser die Preisgabe von Bourget fümmerliches Dasein noch den Neid der Irländerin her- größere Uebel, die Abgabe der Arbeitsstoffe, blieb unbehörten, erfuhren sie auch den Verlust von Meß, den man vorrufen, die sich nach Robinson's Angaben im fummer- rührt und ist bis zur Stunde herrschender Brauch im ihnen bis dahin verheimlicht hatte. Vor Schmerz und vollen Wetteifer mit der Strickmaschine durch das Strumpf- ganzen Industriegebiet. Die Korbhändler nehmen dieselbe Grimm rasend, häufte sich die Menge vor dem Hotel stricken während der Dauer eines Sommertages nur 12 d. als ein wohlverbrieftes Recht in Anspruch, das Geſeß, de Ville, verlangte stürmisch einen Massenausfall und das( 12 Pfennige) zu erwerben vermag. welches nur bei der Abgabe von Nahrungsmitteln vorA Erscheinen der Mitglieder der provisorischen Regierung. Diese Weit besser fituirt als diejenigen, welche sich mit den schreibt, daß der Selbstanschaffungspreis nicht überschritten hatten jedoch nichts Eiligeres zu thun, als dem Sturm von Alters her dem weiblichen Geschlechte zufallenden werden darf, sanktioniert das Treiben formell und so kann aus dem Wege zu gehen, mit Ausnahme des einzigen Handarbeiten befassen, sind die in der Fabriksarbeit unser gewissenhafter Gewährsmann aus der frischesten Rochefort, welcher sich zwei Stunden lang bemühte, die ihren Erwerb Suchenden. Doch hat gerade diese Be- Wirklichkeit traurige Einzelheiten davon erzählen, wie den aufgeregten Maſſen zu beſchwichtigen und die Truppen zu schäftigungsart der Frauen die ernste Kehrseite, daß die geplagten Korbflechtern auch noch ihr karger an ihre Spize stellen zu wollen. Während dieser Zeit der Frauen immer mehr aus ihrem Berufe verdrängt Die Zwangspreise der Korbverleger differiren von den einem Ausfall zu bewegen, indem er versprach, sich selbst männlichen Arbeiter in Folge der Unterbietung seitens ohn geschmälert wird durch die Anrechnung unverhältnißmäßiger Summen für den Rohstoff. hatten seine hasenherzigen Kollegen durch die unterirdischen werden. Das Schauspiel der mit entblößten Armen Gänge, welche das Rathhaus mit der Kaserne Lobau ver Schmiedearbeit verrichtenden Frau und des statt ihrer die freien Preiſen der Rohstoffhändler, die es in den meiſten binden, reguläre Truppen in demselben eingeführt und Kleinen im Hauſe wartenden Mannes ist in England kein Dörfern giebt, mitunter um 50 pCt. Gewöhnlich bewegt ließen die Menge verrätherisch niederkartätschen. Rochefort ungewöhnliches mehr. Die Zunahme weiblicher Arbeit sich der Unterschied um 10 und 30 pCt. Es sind unproteſtirte gegen dieſe Tücke, indem er sofort aus der Re- und der jener entsprechende Rückgang der männlichen glaubliche Summen, die noch jetzt alljährlich den Arbeitern gierung ausschied und als einfacher Artillerist in die Garde Beschäftigung ist eine progressive, und in dem zwischen Lieferbuche eines Korbmachers für den Zeitraum eines auf solche Weise entzogen werden. Sax hat nach dem nationale eintrat. Zum Mitglied der Nationalversamm den beiden letzten Volkszählungen liegenden Dezennium Lieferbuche eines Korbmachers für den Zeitraum eines lung von Bordeaux erwählt, demissionirte er gleichfalls, 1871/81 haben die Frauen in mehr als 30 In den Verleger für Rohstoff bezahlen mußte, aufgestellt und Jahres die Summen, welche der betreffende Arbeiter an um die Abtretung von Elsaß- Lothringen nicht mit unter- dustriezweigen die Männer der Zahl nach überzeichnen zu müssen, und kehrte darauf nach Paris zurück, flügelt. Zur Zeit entfallen auf je 100 beschäftigte daneben die Preise gesezt, welche vom Materialienhändler wo er das„ Mot d'Ordre" gründete. Mit seinem Herzen Männer in der Stahlfedererzeugung 1138, in der Couvert für dieselben Artikel berechnet werden. Darnach reſultirt ſtand er auf Seiten der Kommune, wenn sich auch während erzeugung 1105, in der Strohflechterei 890, in der Papier, ein Unterschied von nicht weniger als 100 Mark der heroischen Erhebung wieder die oben erwähnte 3ag- Sack- und Schachtelerzeugung 800, in der Anfertigung Schaden des Arbeiters. Diese Summe, binnen Jahreszu Gunsten des Korbwaaren- Aufkäufers und zum haftigkeit seines Wesens geltend machte und ihn zu einer von Kunstblumen 639, in der Handschuh- und KnopfArt Vermittlerrolle neigen ließ, die ihm von keiner Seite fabrikation 600, in der Kiel- und Federnbereitung sowie friſt an einem Korbmacher verdient, der nur mit seiner Dank einbrachte. In seinem Organ trat er ganz ent- beim Poliren von Metallen 500, beim Zwirnen 395, beim Frau arbeitet, vervielfältigt sich natürlich mit der Zahl schieden für die Pariſer Inſurgenten" ein und richtete Spißenklöppeln 290, im Lehrberuf 240, bei der Seiden- der beschäftigten Personen und dem Umfange ihres Beheftige Angriffe gegen Thiers, Mac- Mahon und die ganze und Bandweberei 214, in der Stecknadelerzeugung 213, triebes. Hat also der Verleger 2-300 Arbeiter, so hat Sippe der Verſailler. Da er jedoch die Hinrichtung der in der Haar-, Borsten- und Modeartikel- Industrie 200, in er ebensoviel 100 Mark im Sack.„ Da ist es denn freiGeifeln bekämpft hatte, so fürchtete er von der Kommune der Hanf-, Flachs- und Leinen- Industrie 190, in der lich leicht, die Körbe fortzuschicken, wie man sie einkauft, als verdächtig verhaftet zu werden und verließ Paris am Wollstofferzeugung 180, in der Baumwollverarbeitung 164, d. b. ohne weiteren Preisaufschlag. Man macht eben sein 18. Mai 1871 um aus dem Regen in die Traufe zu in der Spielwaaren- Industrie 117, in der Strumpf- Geschäft schon mit dem Rohstoff." kommen. Schon in Meaux wurde er von den Versaillern manufaktur 114, in der Buchbinderei 111, in den Lackangehalten, vor das dritte Kriegsgericht gestellt und zur arbeiten 110, in der Deckenweberei 105, in der Tuchsische Possibilisten Mitarbeiter an dem„, Cri du Peuple" Würdig des Umstandes, daß hervorragende franzö= Deportation in eine Befestigung verurtheilt. macherei 102 Frauen, und viele andere Industriezweigend und keinen Protest erheben, wenn dieses Blatt den zeigen unverkennbar die Tendenz, Männerarbeit durch die Deutschenhaß predigt, ist die weitere Thatsache, daß der Frauen zu erseßen. dieses Blatt für den tapferen General" Boulanger Die Zunahme der Frauenarbeit. eines In denselben zehn Jahren wuchs die Proportion der Stimmung macht, und in Labruyère einen Redakteur Die Ausschließlichkeit des Berufes der Frau als Frauen zu je 100 Männern im Herrenschneidergewerbe hatte, der bereits direkt als Polizeiagent denunzirt, auf Gattin, Mutter und Hauswirthin ist in den Ländern von 33 auf 50, in der Papier- Induſtrie von 65 auf 80, alle Fälle aber ein politisch- journalistischer Landsknecht ist. höherer industrieller Entwickelung, trotz aller heuchlerischen in der Teppichweberei von 47 auf 59, in der Schuh- Um Allem die Krone aufzusetzen, scheidet der bewußte Schönredereien unserer Besitzenden, längst durchbrochen, macherei von 13 auf 20, im Papierhändlergeschäft von Labruyère gegenwärtig aus dem ,, Cri du Peuple" aus, und insofern die Gegner der Frauen- Emanzipation auf die 34 auf 53, im Buchhändler- und Verlagsgeschäfte von um Hauptredakteur der„, Cocarde" zu werden, Unvereinbarkeit des weiblichen Wirkens im Hause mit 15 auf 17 und in der Buchdruckerei von 2 auf 4. boulangistisch- zäsaristischen Blattes, das einen Staatsstreich der Ausübung öffentlicher Rechte und Pflichten sich be- Zur Illustrirung der Folgen, von denen die auf die vorbereiten soll und zwar, in Nachahmung des„ Kleinen rufen, werden sie durch die Thatsache widerlegt, daß die Spitze getriebene gewerbliche Verwendung der Frauen und Napoleon", einen solchen, der unter der Maske des Demohauswirthschaftliche Rolle des Weibes sich seit langem schon ihre Entfremdung von der Häuslichkeit heute begleitet tratismus durch und auf Kosten des Volkes ermöglicht mehr und mehr in eine volkswirthschaftliche, somit in eine find, sei hier nur eine bezeichnende Thatsache angeführt. werden soll. Der ,, Cri du Peuple" hat demgegenüber öffentlich- rechtliche im weitesten Sinne allenthalben um- Nach den Erhebungen des Hochverdienten englischen Fabrik- nicht bloß die Unverfrorenheit( das wäre noch zu gelinde gewandelt hat. inspektors Redgrave sank zu Beginn der Sechzigerjahre in gesagt!), sondern die Schamlosigkeit, der neuen Zeitung Die Frage, ob dieses Hinaustreten der Frau aus der denjenigen Distrikten, in welchen die Baumwollkrise am ein herzliches Willkommen zu wünschen! Wenn die PoffiSphäre der Konsumtion( der Hauswirthschaft) in die heftigsten wüthete, die Sterblichkeit der kleinen Kinder in bilisten nach diesem Vorgang noch Mitarbeiter am ,, Cri der Produktion einen kulturellen Gewinn bedeute, soll auffallender Weise. Die in den Zeiten industrieller An- du Peuple" bleiben und keinen Protest einlegen, so richten hier nicht erörtert werden, sondern nur der Umfang jenes spannung den Kleinen so viel wie gänzlich fehlende Pflege sie sich, d. h. die Führer, nicht etwa die ehrliche Masse Umwandlungsprozesses bilden den Gegenstand dieser Dar- tam ihnen zur Zeit totaler Geschäftsstockung zu statten. Der Fraktion, härter, als es die Worte des schärfsten legungen. Wir stüßen uns dabei auf die englische Be- Die Pflege seitens der halbverhungerten Mütter bot den Tadels vermöchten. Den Kern der französischen Sozialisten rufsstatistik, welche neben der amerikanischen wohl Kindern reichlichen Ersatz für die auch sie treffende Nahrungs- trifft dieser Vorwurf natürlich nicht im Geringsten; dieser das reichhaltigste Material bietet, um die Heuchelei zu einbuße! brandmarken, welche von der„ Erhaltung des Berufes der hat sich stets frei von allen chauvinistischen und absolutistischen Frau als Hausfrau" heute noch spricht, nachdem das Neigungen gehalten. kapitalistische System längst dieses Stück Gesellschaftsordnung untergraben hat. Politisches und Sozialpolitisches. Nach den Daten des leßten, vor sieben Jahren durch- Der Reichstag tritt am Montag zu einer Sißung geführten britischen Census hat die Zahl der einen selbst zusammen und dürfte dann Dienstag oder Mittwoch geständigen Erwerb ausübenden Frauen in Großbritannien schlossen werden. die Höhe von mehr als 42 Millionen erreicht. Und Ueber den Sozialismus in Rumänien erhält das Wiener Arbeiterblatt aus Bukarest folgende Zuſchrift: Man darf sich keinen besonderen Illusionen hingeben wegen der kürzlich erfolgten Wahl des Sozialisten Mortun ( Morgun) in's rumänische Parlament, wie man überhaupt den spezifisch rumänischen Sozialismus nicht ganz für waschecht halten darf. Mortun ist ein wohlhabender Mann in Jassy, welcher jedenfalls eine bessere Bildung genossen hat, und welcher im Vereine mit einem gewefenen Universitätsprofessor und jeßigen Inhaber eines Institutes( Privatschule für Kinder reicher Leute) 3 rumänische Zeitschriften herausgiebt, und zwar die„ Revista socialà"( foziale in dieser Zahl nicht einbegriffen sind diejenigen verheira- Der sächsische Landtag, dessen Schluß bereits für theten Frauen, auf welchen als Gattinnen von Häuslern, den 23. d. M. in Aussicht genommen war, wird seine Kleinbauern, Krämern, Gastwirthen u. A. oft die Haupt- Sizungen am Sonnabend wieder aufnehmen. Die Landlast der gemeinsamen Arbeit ruht. tagssession wird in Folge dessen vermuthlich erst nach den Fast die Hälfte jenes gewaltigen Heeres erwerbs- Osterferien geschlossen werden. thätiger Frauen ist in Fabriken, Läden und Werkstätten beschäftigt. Ein annähernd ebenso großer Theil Die Arbeiterpetitionen gegen die Grundzüge der Revue), ein wissenschaftlich gehaltenes Blatt, den„ Contemfindet in der häuslichen Arbeit( in der Hausindustrie, als Alters- und Invalidenversorgung sind, wie die poranul"( der Zeitgenosse) und den Muncitor"( Arbeiter). Gesinde u. s. w.) Verwendung, und der geringfügige Rest Hamb. Ref." erfährt, bereits mit 120 000 Unterschriften Es bleibt außerdem noch abzuwarten, ob sich bei der von nicht ganz 1/12 der Gesammtzahl wird meist von den bedeckt. Da noch Tausende von Petitionen im Lande großen Masse der Deputirten nicht ein Kniff in Anwendung " qualifizirten" Berufsarten, wie denen des Lehrens, der zirkuliren, so wird mit Sicherheit auf die Verdoppelung bringen läßt, den Sozialisten aus der Kammer zu entfernen, Krankenpflege, der Schauspielkunst und anderen gebildet. der Ziffer gerechnet. und wird wohl in Bälde die Wahlprüfungs- Kommission darüber Aufklärung schaffen. Jedenfalls ist es ein erfreu= Die Zahl der selbständigen Unternehmerinnen be Die letzte Lassallefeier in Grünau soll nun doch liches Zeichen, daß sich immerhin Männer finden, welche der Presse oder in öffentlichen Versammlungen vorgekommen| dem Handstuhl 2-3 Mt. wöchentlich, auf dem eisernen den sozialistischen Lehren auch unter dem rumänischen seien, öfters fremde Polizeiagenten Anstifter und Stuhl 8-9 Mk.! Nun ist es auch damit vorbei! Bolke Eingang verschaffen und ist dies ja schon eine recht Leiter derselben gewesen seien. Wir haben daher wiederbedeutungsvolle Thatsache. Noch wäre aber zu bemerken, holt die bestimmte Erwartung ausgesprochen, es werde die daß, da die Masse des rumänischen Volkes überhaupt kaiserliche Regierung, in Mißbilligung des Treibens solcher ein Nachspiel vor den Gerichten haben. 13 Theilnehmer jeder Bildung baar ist, unsere Lehren gerade unter den Agenten, ihren Polizeibehörden, sofern es noch nicht ge- beleidigung und wegen ähnlicher Dinge angeklagt. Neben find wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Beamtengebildeten Kreisen am meisten Eingang finden, so giebt schehen wäre, die nöthigen Befehle zur Verhütung beleidigung und wegen ähnlicher Dinge angeklagt. Neben es Professoren, Lehrer, Advokaten, Kadetten, Offiziere 2c., ähnlicher Vorgänge ertheilen....( Um der schwei- zahlreichen Entlastungszeugen sind nicht weniger als welche fich zum Sozialismus bekennen. In Bukarest find zerischen politischen Polizei die nöthige feste Organisation 27 Gendarmen und Kriminalschußleute als Belastungses vor Allem zwei Advokaten, Mille und Ganescu( ferner zu geben, handelt es sich jetzt darum), das von Herrn zeugen geladen. Termin ist noch nicht festgesetzt. der junge Rosetti), welche die Organisation der Arbeiter Nationalrath Müller( in seinem 1885 über die anarchisti- Elberfeld. Seit Wochen schon hatte die Polizei Kenntniß ziemlich energisch betreiben. So wurde vorigen Herbst ein schen Umtriebe als Generalprokurator erstatteten Gutachten) davon, daß die Sozialdemokraten die Vertheilung eines FlugVerein der Eisen- und Holzarbeiter, der Schuhmacher und in vorzüglicher Weise formulirte Programm auszuführen, blattes beabsichtigten. Die Wohnungen des Reichstagsabgeordneten ein allgemeiner Arbeiterverein ,,, Circle Muncitor", des- insbesondere uns die Möglichkeit zu verschaffen, in allen Harm und der anderen bekannten Führer waren polizeilich bewacht gleichen ein Wochenblatt, die ,, Desrobirea"= Entsflavung, Theilen des schweizerischen Gebietes die Thätigkeit der und ebenso die Druckerei des hiesigen Arbeiterorgans. Troßdem find am 10. und 11. d. M. unzählige Exemplare eines Flugblattes: gegründet. Ich fürchte allerdings, daß die Sache viel zu Spione, die gerade als solche fast naturnothwendig" Ein Gedenkblatt zum 21. Februar 1887" wie es heißt, viel in's selbsthilflerische Lager geräth allein die in agents provocateurs sich verwandeln, gründlich 20 000 Stück vertheilt worden, ohne daß die Polizei auch nur Arbeiter lernen sich vereinigen, einige von ihnen werden verfolgen zu können. Zur Verwirklichung dieses Planes einen der Vertheiler abgefangen hätte. schließlich die politische Seite in den Vordergrund zu hat unser Justiz- und Polizeidepartement die Absicht, sich bringen wissen und so wird es eben doch vorwärts gehen. mit den Polizeibehörden derjenigen Kantone in Verbindung legten Sigung beschlossen, von Zeit zu Zeit die Namen derjenigen Der Arbeiterverein zu Dresden- Neustadt hat in seiner Der schweizerische Bundesrath fordert von der zu setzen, welche in Folge der zahlreichen Bevölkerung ein- Gastwirthe und Restaurateure in den Zeitungen bekannt zu zelner Ortschaften ganz besonders den Umtrieben aus- machen, welche Sozialdemokraten aus ihren Lokalitäten ausBundes- Versammlung 20,000 Francs, hauptsächlich um gefeßt sind, die wir bekämpfen wollen. Wir studiren die gewiesen oder die Hergabe ihrer Räumlichkeiten zu Arbeiterversammdie fremden Spione und agents provocateurs zu Anordnungen, welche mit ihnen vereinbart werden müssen, wurde, haben sich einzelne Wirthe neuerdings sogar geweigert, den lungen verweigert haben. Wie in jener Versammlung berichtet überwachen. Aus der Begründung der Forderung heben damit wir immer und so genau als möglich orientirt seien. freien Hilfstassen ihre Räumlichkeiten zur Verfügung zu wir Folgendes hervor: Mit Beschluß vom 27. Januar Wir werden die erhaltenen Aufschlüsse sammeln und uns stellen. haben wir Ehrenberg, Schopen und Megler den Auf- bereit halten, jederzeit den Umständen gemäß handeln zu Die Bernauer Arbeiter wollten vorigen Sonnabend in enthalt auf Schweizer Gebiet verboten, den Spion Haupt können, um die Landesinteressen und unsere innere und öffentlicher Versammlung Stellung zu der Alters- und Inva= des Landes verwiesen und, weil bei Schröder das Bunäußere Sicherheit zu wahren." Die Schweiz ist also desstrafrecht nicht anwendbar war, es der Regierung von wirklich dabei, ihre Polizei zu vermehren, um die PolizeiZürich anheimgestellt, gegen denselben das kantonale Strafverfahren eintreten zu lassen. Gleichzeitig haben wir die agenten anderer Staaten zu überwachen! Ein herrlicher Zustand fürwahr! Fortseßung des Untersuchungsverfahrens gegen verschiedene andere Personen angeordnet. Im Weitern lidenversicherung der Arbeiter nehmen, etwa in der Art, wie es das Flugblatt des Herrn Schoch- Magdeburg andeutet. Der Einberufer, Herr Schibolsky, erhielt darauf folgende Antwort: Bernau, den 7. März 1888. Auf Ihren Antrag vom 4. d. Mts. theilen wir Ihnen hierdurch mit, daß die Genehmigung zur Abhaltung der am 10. d. Mts., Abends 8½ Uhr, im Schüßenhause, beabsichtigten Arbeiterversammlung nicht ertheilt wird. Die PoliDas preußische allgemeine Ehrenzeichen, welches zei- Berwaltung( Unterschrift des Bürgermeisters) Paezold. nichts mehr zu fürchten, wie das Urtheil der Arbeiter. Der Wirth Bei hatte schon kurz vorher sein Lokal zurückgezogen, naturlich aus diesem Zweig der Arbeiterverſicherung scheint man in Bernau alſo eigenem Antrieb. Der Regierungspräsident von Wiesbaden verbietet die in Zürich herausdarüber zu wachen, daß die aus dem Büreau des„ Sozial- Naporra und Ihring- Mahlow als eklatante Genugthuung ist die Regierung des Kantons Zürich eingeladen worden, auf Antrag des Staatsministers von Buttkamer die Herren darüber zu wachen, daß die aus dem Büreau des„ Sozial bemokrat hervorgehenden Publikationen künftig keine Aufreizungen und feine beschimpfenden oder beleidigenden erhielten, haben vier preußische Lehrer, welche die gleiche Verbote auf Grund des Sozialistengeſehes. Ausfälle gegen befreundete Nationen, deren Staatsober- Auszeichnung empfangen sollten, nämlich die Herren Kudinghäupter und Regierungen enthalten, widrigenfalls wir Bromberg, Wirtson- Gumbinnen, Jeschke- Schwiebus und gegebene nichtperiodische Druckschrift„ Sturm".- Die Regierung ernftere Maßnahmen treffen müffen. Gleichen Tags haben Wiehle- Brieg dankend abgelehnt. von Düsseldorf verbietet die nichtperiodische Druckschrift„ Gedenk wir die deutsche Gesandtschaft in Bern mündlich davon blatt an den 21. Februar 1887. Arbeiter, Handwerker, Bürger" beginnend: Als vor Jahresfrist in Deutschland der Wahlin Kenntniß gefeßt, daß die am meisten kompromitir- Unter den Hausarbeitern der Strumpfwirkerbranche ten Personen bezahlte Agenten der deutschen Ge- in Krummhermersdorf bei Flöha( Sachsen) ist neuerdings fampf 2c." schließend mit den Worten:„ Dann wird das Banner der Freiheit wehen und die Sozialdemokratie wird triumphiren." heimpolizei seien, und gleichzeitig die Erwartung aus ein furchtbarer Nothstand ausgebrochen, in Folge dessen Weiter verbot die Kreishauptmannschaft zu Dresden die Druckgesprochen, es möchten ähnliche Erscheinungen, die unsere von den 2 400 Einwohnern von Krummhermersdorf nicht schrift: Amselrufe." Neue Strophen von Karl Hendell. Zürich. Aufgabe wesentlich erschweren, sich in Zukunft nicht wieder- weniger als 600 der öffentlichen Unterstüßung anheim Verlagsmagazin.( J. Schabeliz.) 1888, fowie nochmals( doppelt holen... Es habe sich übrigens herausgestellt, daß, gefallen sind, unter denen sich 166 Familienväter befinden! hält besser) die Druckschrift:" Sturm." Zürich 1888. Berlagsmagazin.( J. Schabeliz.) wenn Erscheinungen dieser( völkerrechtswidrigen) Art, in Bisher verdiente nach der Frankf. 3tg." ein Weber auf Oigarren u. Tabako Möbel, Spiegel- u. Volflerwaaren- Magazin Oeffentliche Versammlung reichhaltiges Lager bon C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Dafelbft Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Umzugshalber empfiehlt Jähmaschinen aller Systeme auch auf Theilzahlung zu bedeutend herabgesetzten Preisen Gotthold Apelt, Berlin S.O., Skalitzerstr. 24a, Bur Anfertigung jeder Buchbinderarbeit in fauberster Ausführung bei soliden Preisen empfiehlt fich A. Brandt, Adalbertstr. 14, 1 Tr. Aufträge werden auf Wunsch abgeholt. Meinen werthen Kunden und Freunden zur Nachricht, daß fich meine Glaserei, Spiegelund Bildereinrahmung vom 1. April ab Wrangelstraße 32 part. befindet. Karl Scholz, bisher Eisenbahnstr. 36b. I. Für Halle a. S. Bei Bedarf gediegener und geistreicher Lektüre feze man sich mit der unterzeichneten Kolportage- Buchhandlung in Verbindung, von welcher folgende Zeitschriften angenommen werden: 1. Berliner Volkstribüne à Mr. Mt. 0,15. Vierteljährl. Abonnement 13 Nr. 1,50. 2. Bnr guten Stunde" à Heft 0,50. 3. Internationale Bibliothet 4. ,, Neue Zeit" " " " 0,50. 0,50. von Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Die Münchener Post". " Unabhängige Zeitung für Jedermann aus dem Volke, herausgegeben von 2. Viereck, bringt täglich Leitartikel über politische und soziale Tagesfragen, eine wohlgeordnete politische Uebersicht der wichtigsten Ereignisse im In- und Auslande, fortlaufende Nachrichten über die deutsche Arbeiterbewegung, ausführlichste Berichte aus dem deutschen Reichstage und über die wichtigsten Vorgänge im preußischen und sächsischen Landtage, interessante Feuilletons, Plaudereien und Schilderungen des Münchener Lebens. Die Schreibweise der Münchener Post" ist entschieden, kernig und populär. Probes nummern auf Verlangen gratis und franko. Die ,, Münchener Post" erscheint täglich in Stärke von 8 Seiten Tegt und bringt ihren Befern zugleich allwöchentlich die illustrirten, humoristisch- satyrischen Gratisbeilagen ,, Der schwarze Radi" und ,, Münchener Postillon" mit Beiträgen aus den Federn unserer beliebtesten Humoristen. Diese Beilagen, wie fie feine andere deutsche Zeitung ihren Lesern zu bieten vermag, sollten allein einen Jeden zu einem Probe: Abonnement veranlassen, zumal der überaus billige Preis von nur DM. 2,10 bei eigener Abholung, M. 2,55 bei fr. Zustellung in's Haus pr. II. Quartal wohl von jedem Zeitungsleser aufgebracht werden kann. Die ,, Münchener Post" ist im bayerischen Post- Zeitungskatalog unter Nr. 491a, im Reichspostkatalog unter 3866 a. II. Nachtrag eingetragen, worauf Jeder achten wolle, falls seitens der betreffenden Post- Expedition das Abonnement nicht angenommen werden sollte. Recht zahlreichen Abonnements sehen entgegen Redaktion und Verlag der Münchener Post", München. Allen Freunden und Genossen empfehlen wir unsere Cigarren- und Tabak- Fabrik und Handlung. Ballmüller& Steinicke, Ackerstraße 22, Hof part., neben der Markthalle. Sonntags bis 2 Uhr geöffnet. überhaupt alle in Kolportagegeſchäfte ein: Die beste Weisse greifende Schriften ( mit Ausnahme Räubergeschichten). Ersuche meine werthen Freunde dem oben Angeführten die größte Verbreitung zu Theil werden zu laffen. Hochachtungsvoll G. Richter, Kolportagebuchhandlung. 5. Vereinsstraße 6. Luckenwalde. Abonnenten für die„ Berliner Volks- Tribüne" nimmt stets entgegen Wilhelm Struck, Stift- Straße 4. giebt es bei W. Prodöhl, Skalitzerstraße 18 im Keller. Sämmtlichen Klavierarbeitern zur Nachricht, daß die Kollegen der Werkstätte Hubischt& Neises( jezt Gude u. Neises), ReichenbergerGauverein der Maler Berlins. Vereins- Versammlung. Dienstag, den 20. d. M., Abends 8 Uhr, im Restaurant Reyer, Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht über die Fachschule. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. fämmtlicher Steinmehen Berlins, am Mittwoch, d. 21. März 1888, in Ahlgrimms Salon, Sophienstr. 34. Tagesordnung: Wahl zweier Delegirten zum Kongreß nach Hannover. Diskussion. Fragetasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Fachverein der Tischler. Montag, den 19. März, Abends 8% Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünftr. 28, Versammlung. Tagesordnung: 1. Der Maschinenbetrieb im Tischlergewerbe. Referent Herr Millarg. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die neuen Kataloge der Vereinsbibliothek werden ausgegeben. Mitglieder, welche noch Bücher aus der Bibliothek in Händen haben, werden ersucht, dieselben in die Versammlung mitzubringen. Der Vorstand. Verband deutscher Zimmerleute. Lokal- Verband Berlin Nord, Versammlung. Mittwoch, d. 21. d. M. Abends 8 Uhr, Cöslinerstr. 17. Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Denken und Handeln", Herr Dr. Bendendorf. 2. Wahl eines Hülfskassierers. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste find willkommen. Der Vorftand. Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter heute, Sonnabend, 17. März, Abends 8½ Uhr, Gratweil'sche Bierhallen, Kommandanten ftraße 77-79, Saal 1. Treppe. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Statutenberathung. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. An Spediteure und Kolporteure liefern wir die vollständigen Reden der sozialAbgeordneten( Beilagen ftraße 124, wegen Lohndifferenzen die Arbeit Freie Vereinigung der Vergolder demokratischen niedergelegt haben. Wir erfuchen, den Zuzug fernzuhalten. Im Namen des Vereins zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter. Der Vorstand. und Fachgenoffen. Die Genehmigung zu unserer Versammlung am Montag, den 19. März ist versagt. Siehe Vereinsnachrichten. Nr. 5, 6, 7) zum Preise von 20 Pf. Wir bitten um umgehende Bestellungen. Einzelverkauf 30 Pf. Expedition der ,, Berliner Volkstribüne". Beren wortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23 Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". № 11.st opening in znp da [ Nachdruck verboten.] Nur ein Rädchen. Von Bruno Wille. Sonnabend, den 17. März 1888. II. Jahrgang. der Geruch von Medikamenten daran schuld, welcher die Gut! Was thut nun ein vernünftiger Maschinenmeister, Nähe der Krankheit verkündet? Oder die trübe Beleuchtung? wenn ein Rädchen schadhaft geworden ist? Er nimmt es Dder die Stille, die nur zuweilen unterbrochen wurde durch heraus und seßt ein neues ein; ganz einfach! Was also einen Seufzer oder durch das Wimmern eines Knaben Ihren Urlaub betrifft( nun wurde die Stimme frostig), mit verbundenen Augen, welcher auf dem Schooß seiner so bleiben Sie immerhin aus dem Geschäft, so lange Sie In einem Kontor arbeiteten beim zitternden Lichte Mutter saß! Und nun kamen allerlei trübselige Ge- wollen; aber wundern Sie sich nicht, wenn später Ihre Das ist's, was ich Ihnen sagen des Gases mehrere Handlungsgehilfen. Alle zeigten große danken, deren einer flüsterte:„ Warum lebst du eigentlich? Stelle besetzt ist. Und der junge Mann über- wollte." Hiermit ergriff er die Feder, um seine Arbeit Emsigkeit; mit nervöser Haft wurden die Federn von Was hast du vom Leben? Zeile zu Zeile geführt und ungestüm in die Tinte getaucht, schaute sein Leben." Die Vergangenheit dehnte sich hinter fortzusetzen. damit kein Atom der kostbaren Zeit verloren ginge. Das ihm so einförmig grau, wie eine öde, abgestorbene Steppe; Das Gesicht des jungen Mannes hatte sich vor EntKrizeln der Federn, das Zischen der Flammen, Papier- und von dem, was vor ihm lag, vermochte er nichts setzen verzerrt. Ihm war zu Muth, wie einem Ertrinkengeraschel und unterdrücktes Husten waren das einzige Ge- anderes zu unterscheiden, als ein Pult, Papier mit Reihen den. Sein Geist griff krampfhaft umher nach Halt, nach von Zahlen und eine zitternde Gasflamme. Ja, wozu Rettung. Aber nirgends Halt, nirgends Rettung. Ver= lebte er eigentlich? Der blasse Mensch seufzte und das zweifelt starrte er in die grausamen Züge des Geschäftsführers. Dann", schrie er heftig und schlug mit der augenkranke Knäblein wimmerte. Faust auf das Pult... ,, dann arbeite ich, bis ich..." Die Stimme brach ab, und schluchzend stürzte der Gequälte hinaus. räusch im Zimmer. idi Einen der Schreiber schien die Arbeit besonders anzuſtrengen. Es war ein hagerer junger Mann mit zartem Gesicht, dessen Blässe durch blaue Augengläser noch gehoben wurde. Das weiche blonde Haupthaar war über Stirn und Schläfe gelichtet; die peinliche Nähe der Gasflamme mochte daran schuld sein. Der junge Mann blätterte in einem großen Buche, schrieb und blätterte wieder, durchstöberte einen Stoß Papiere, schrieb und wühlte von neuem, mit der bangen Haft eines geheßten Wildes. Plötzlich hielt er mit dem Suchen inne, anscheinend rathlos vor Verwirrung, und starrte trübe vor sich hin. Dann strich er mit der Hand über sein Gesicht, so daß der blaue Kneifer abfiel, und ließ mit einem schweren Seufzer den Kopf auf beide Arme sinken. „ Ich Da öffnete sich die Thür, und der Handlungsgehilfe wurde in das Untersuchungszimmer geladen. den Der Arzt saß im Lehnstuhl und betrachtete prüfend Eintretenden. Was sind Sie?" „ Handlungsgehilfe. "' " Wie lange schreiben Sie täglich?" Leise weinend irrte er durch die Straßen. Die Leute strömten achtlos an ihm vorbei; ein jeder hatte sein eigenes Glück im Kopfe und fand keine Zeit, sich um des Nächsten Von acht bis eins und von drei bis nach acht; jetzt Wohl und Wehe zu kümmern. Der junge Kaufmann es auch wohl neun." wurde ruhiger; aber es war eine schlimme Ruhe, die Der Arzt machte eine Geberde des Unwillens. Zeigen Ruhe des gebrochenen Herzens. Er sah und hörte, was um ihn vorging; aber sein Auge war starr, sein Ohr Sie Ihre Augen!" wird " 11 Der Arzt untersuchte aufmerksam und lange; schließ- stumpf, seine Seele müde, abwesend. Mechanisch senkte er lich sagte er:„ Es steht schlimm mit Ihnen. Sie dürfen den Schritt nach seiner Wohnung, stieg die vier Treppen Ein alter Mann wandte sich nach dem Seufzenden für längere Zeit keine Zeile schreiben. Lassen Sie sich empor und trat in das dunkle Stübchen. Hier blieb er eine Weile in dumpfes Brüten versunken stehen; dann um und betrachtete ihn eine Weile; es schien, als wollten einen Urlaub von sechs Wochen geben. Jäher Schreck durchzuckte den jungen Mann. Er warf er sich in den Kleidern auf das Bett. Allerlei seine grauen Augen aus dem rungligen Gesicht herausspringen, um den blassen Menschen zu peinigen. Nun?" ſtand eine Weile starr und sprachlos. Endlich stammelte sonderbare Vorstellungen zogen an ihm vorüber: Ein Mann fegte einen Marktplaß; deutlich war zu sehen, wie rief er mit schwächlicher und doch harter Stimme:" warum er:„ Ich bekomme keinen Urlaub." Sie müssen", entgegnete der Arzt streng. ,, Wenn der Besen Kohlblätter, Strohhalme und Hühnerfedern zuarbeiten Sie nicht?" hr Der junge Mann richtete sich müde empor, drehte Sie nicht die Energie haben, den Urlaub durchzuseßen, sammenkehrte; in dem Stroh regte sich etwas; eine Ratte sich halb nach dem Alten um und sagte kleinlaut: Ich werden Sie ohne Gnade blind." schlüpfte hervor; sie sah einen Augenblick wie der Geschäftskann nicht mehr." Ein schmerzliches Zucken ging über Blind: Ein Schwindel erfaßte den Augenkranken. führer aus; dann wurde sie undeutlicher und verschwamm sein Gesicht. Die Augen waren roth umzogen und thränten. tam ihm vor, als fluthe ein unheimlich schwarzer zu einer dunklen Masse. Und damit war der HandlungsNebel über die Welt dahin und verschlinge mit graufiger gehilfe eingeschlafen. Gier alle die prangenden Formen und Farben, die ganze Mitten in der Nacht wachte er auf. Seine Glieder Meine Augen thun so weh." " Ihre Augen thun weh?" höhnte der Alte. Denken Welt. Diese Vorstellung hatte etwas so Furchtbares, daß waren kalt. Frierend erhob er sich, legte die Kleider ab Sie etwa, daß die meinigen angenehm jucken? Das heißt der Patient unfähig war, die weiteren Worte des Arztes und kroch unter die Bettdecke. Vor dem Fenster saufte eben arbeiten. Kümmern Sie sich nicht um ihre Augen, zu vernehmen. Er starrte ihn an und verließ dann ver- ein starker Wind. Ein Mondstrahl fiel aus zerrissenen wirrt und taumelnd die Klinik. Sinnlos eilte er über die Wolken in's Zimmer. Irgendwo in der Ferne erklang sondern arbeiten Sie! Ihre Augen gehn das Geschäft garnichts an; das Geschäft fragt nur nach Ihrer Arbeit; Straße; ein Wagen drohte ihn zu überfahren; ein Gepäck ein sanfter Ton. Den Schläfer durchdrang ein süßer Er lauschte auf den schönen Ton, welcher es bezahlt regelmäßig und kann auch regelmäßige Arbeit träger stieß mit Wucht an seinen Kopf, der arme Mensch Schauer. ftöhnte vor Schmerz. immer weiter klang, und dann kam es ihm vor, als verlangen." 390 Als er vor dem Geschäftshause angelangt war, über schleiche etwas Holdes, unendlich Gütiges zu ihm heran fiel ihn solche Angst, daß er zögerte einzutreten. Bitternd und lege eine milde, kühle Hand auf seine Stirn. Mit seligem Gefühl fühlte er sein Bewußtsein zerrinnen. öffnete er die Thür des Kontors. 11 11 Sie können nicht? Ha, warum denn nicht?" Der Handlungsgehilfe hatte sich mit Ergebung die Augengläser wieder aufgesetzt und fuhr fort zu schreiben. Der Geschäftsführer betrachtete ihn noch immer mit bösartigen Blicken und schien zu überlegen. Schließlich fagte er:„ Kommen Sie einmal her! Lassen Sie Ihre Augen sehen!" Der Schreiber kam und ließ seine entzündeten Augen besichtigen. Sie sahen wirklich schlimm aus m " Sie kommen sehr spät!" sagte der Geschäftsführer mit scharfer Stimme. Sie haben viel nachzuholen. Nun? Haben Sie Salbe?" Ein Wagen rollte durch die Straße. Der Handlungsgehilfe erwachte und sah, daß es Morgen war. Durch sein Herz ging ein Stich, und mit Haß schaute er auf Stimme,„ der Arzt meinte, ich müßte Urlaub bekommen." Augen und versuchte weiter zu träumen. Aber der böse „ Der Arzt," stammelte der junge Mann mit matter den gerötheten Himmel. Dann schloß er seufzend die ,, Urlaub?" sagte er grimmig Wurm in seiner Brust war erwacht und ließ ihn nicht weise noch krank werden! Jezt, unmittelbar vor Weih- und warf die Feder hin. Sind Sie verrückt? Jetzt wieder einschlafen. So erhob er sich mit finsterer Stirn. nachten, wo uns die Arbeit über dem Kopf zusammen- unmittelbar vor Weihnachten Urlaub? Ein solches Opfer schlägt! Und da thun Sie nichts für Ihre Augen, salben unterstehen Sie sich dem Geschäfte zuzumuthen?" Sie nicht? Sie Pflichtvergessener, Sie!" Der Geschäftsführer fuhr grimmig auf. MöglicherDer Handlungsgehilfe entgegnete ſchüchtern: möchte wohl zum Arzt gehen; aber wir haben ja keine Beit." dong dos ,, Was? Ich soll Ihnen wohl noch frei geben? Das wäre Ihnen gerade recht! Und dann Und dann... zum Arzt gehen! Mensch, das kostet ja Geld! Sie wollen ein Raufmann sein? Da geht man zur Poliklinik, wo man Der Alte fuhr zurück. " Aber der Arzt..." 11 " ( Fortsetzung folgt.) Handelskammer und Fachverein. Zur Arbeiterschutzgesetzgebung. „ Ich ,, Zum Teufel mit dem Arzt! Was fragt ein Arzt nach dem Geschäft! Er sieht nur seinen Kranken, aber nicht, was damit zusammenhängt, die höheren Interessen." Bald nach Einbringung des Arbeiterschußgesez- EntDa rief der Augenkranke mit Seelenangst: ,, Dann wurfes seitens der Sozialdemokraten und der Anträge werde ich ja blind!" Hertling und Genossen im Jahre 1885 hat die Handels: Der Alte stuzte. Wie so?- Ja, was hat denn und Gewerbekammer zu Plauen in Sachsen eigentlich der Arzt gefagt? Erzählen Sie doch einmal?" eine Art Enquete in ihrem Bezirke veranstaltet und so,, Er hat gesagt, wenn ich nicht Ruhe bekäme... wohl bei Fabrikanten- und Arbeitervereinen als auch bei ach, nur ein paar Wochen... seien Sie barmherzig. seien Sie barmherzig... einzelnen Gewerbetreibenden aller Art Gutachten über sonst muß ich ja erblinden... bedenken Sie doch, erblinden!" Dauer der Arbeitszeit, Einschränkung der KinderDer Handlungsgehilfe betrachtete den Geschäftsführer mit und Frauenarbeit in Fabriken, gänzliches Verbct insbesondere der Nachtarbeit weiblicher ArDunentgeltlich untersucht wird!( Der Alte sah nach der Uhr). Noch nicht sieben! Die Poliklinik ist noch geöffnet. Machen Sie, daß Sie fortkommen!" de Der junge Mann fuhr hastig in seinen Ueberzieher und eilte hinaus. Der Alte sah sich mit den Blicken qualvoller Spannung. eines Raubvogels im Kontor um. Die übrigen Schreiber Dieser starrte den Augenkranken an, spißte die Lippen beiter, Einführung eines Marimalarbeitstages duckten sich und krigelten emsig. Ein Kälteschauer ging zu einem hauchenden Pfiff und schien zu überlegen. Dann u. s. w. eingeholt. dauert, In dem vorliegenden Bericht genannter Handels- und Gewerbekammer treten aber wir folgen hier den Deutschen Worten" des Abg. Pernerstorfer( Wien) weiter noch zwei diametral entgegengesetzte Weltanschauungen sich gegenüber. durch den Raum. Der Alte hüftelte vor Erregung. warf er einen Blick auf die übrigen Schreiber, räusperte Es ist hierdurch das, was durch die Berichte der Der Handlungsgehilfe trat auf die Straße, wo ihn sich und sagte mit ruhiger kalter Stimme: Ja, was Fabriks- Inspektoren längst bekannt, aber nichtsdestoweniger sogleich das Treiben der Großstadt umfing. Wagen glauben diese jungen Leute eigentlich? Wofür halten sie doch hier und da immer noch bestritten wurde, auf's Neue raffelten, Hufe klapperten, eine bunte Menge bewegte sich sich denn? Da meint jede Schreiberseele, wunders wie bestätigt worden, daß, nämlich die Lage der Arbeiter eine durcheinander. Aus allen Läden strömte Licht und lockte werthvoll sie sei.. ganz unentbehrlich für's Geschäft, höchst traurige ist, daß, die Arbeitszeit 13, 14, ja die Leute herbei zur Besichtigung der ausgestellten Gegen- nicht wahr? D, Sie irren sich gewaltig! Heutzutage 15 Stunden täglich Frauen eingeschlossen isestände. Vor einem wohl ausgeschmückten Schaufenster bedeuten sie gar nichts mehr; heutzutage ist alles Maschine, daß Arbeiterinnen in wöchentlich abwechselnden Schichten standen viel Kinder und Frauen mit heitern Gesichtern und sie sind bloß Rädchen; ja, ganz recht, Maschinen- im Nachtbetriebe beschäftigt werden u. s. w. und Augen, die vor Weihnachtshoffnung glänzten. Der rädchen! Der eine kopirt, der andere schreibt Adressen, Handlungsgehilfe eilte an ihnen vorbei mit bittern Gefühlen. kurz jeder hat eine einzige mechanische Verrichtung; weiter 37 Šie mochten sich wohl freuen, aber er! Was ihre Augen hat er nichts gelernt. Sie sind gar keine Kaufleute, Sie verklärte, erfüllte sein Herz mit Bekümmerniß. Denn für sind Mädchen. Und an solchen Rädchen ist ja, Gott sei ihn brachte das Feſt nur erdrückende Arbeit; ja wirklich, Dank, kein Mangel. Hundert für eins kann man heut sonst nichts. Worüber sollte er sich wohl freuen am zutage haben. Versuchen Sie es doch, gehen Sie zu Der Gewerbeverein zu Crimmitschau läßt sich heiligen Abend? Er besaß keine Familie mehr, nicht ein- andern Geschäften! Da hat man keine Lücke, da ist alles unter anderem wie folgt vernehmen:„ Rücksichten auf das mal einen Freund, der mit ihm zusammen ein Glas besetzt." Der Geschäftsführer ließ seine Augen hämisch sittliche Wohl(!) der Kinder sprechen nicht für eine Bunsch hätte trinken können. Die Wehmuth allein würde umhergehen, während die Schreiber vor Demuth fast in weitere Einschränkung, sondern für eine Ausdehnung ihm Gesellschaft leisten in seinem ärmlichen Stübchen. fich selbst hineinkrochen. Dann wandte er sich zu dem der Kinderarbeit. Wer erzieht die Kinder, wenn Vater Die Klinik für Augenkranke war erreicht. Der bleichen jungen Manne: Ja, was ich sagen wollte... und Mutter auf Arbeit gehen? Die Schule nimmt sie Handlungsgehilfe stieg die Treppe empor und betrat das und Sie sind auch solch ein Rädchen, nur ein kleines, kaum den halben Tag in Anspruch; die häuslichen SchulWartezimmer. In demselben befanden sich mehrere unbedeutendes Rädchen. Und jetzt noch dazu lädirt, ab- arbeiten sind bei den Schulen untersten Grades gleich Null. Patienten ärmlichen Standes, welche alle Augenbinden oder genußt! Es stimmt doch, habe ich nicht Recht? Und nun Da liegt denn doch die Gefahr nahe, daß die Kinder, Brillen trugen. Der Ankömmling grüßte und nahm be- verlangen Sie, daß sich die ganze Maschine nach Ihnen wenn sie keine Arbeit haben, sich zwecklos herumtreiben scheiden Plaz.p richten soll? Ist das nicht Vermessenheit? Seien Sie und auf Müßiggang und schlechte Streiche verfallen, Wie er so saß, beschlich ihn schwere Bangigkeit. War einmal ehrlich!( Hier klang die Stimme ganz väterlich). wohl gar von gewissenlosen Eltern, denen sie mit ehrlicher Erweiterung der Unfallversicherung. Arbeit nichts mehr verdienen können, zur Bettelei und in ihren Hauptpunkten und nicht erschöpfend beantworten kennen geben und so tritt er in verschiedenen Masken auf: Unredlichkeit angehalten werden. Man wendet ein: es können. Die Arbeit der Kinder unter 14 Jahren als Sorge für den Nachwuchs der Arbeiter, als löbliche kann auch außerhalb der Fabrik Arbeit gesucht werden. dürfte gänzlich zu verbieten sein, weil ein Mangel an Absicht, der Arbeiterfamilie zu höherem Verdienst zu ver= Aber in Fabrikdistrikten ist eben die Fabrikarbeit die lohnende, erwachsenen Arbeitern nicht besteht und legteren durch helfen, oder gar als patriotisches Bemühen um die Erleichte und für die Kinder der Fabrikarbeiter besonders die Frauen- und Kinderarbeit in den Fabriken die Möglich haltung der gefährdeten ,, nationalen" Industrie. passende Arbeit. Sie hat vor anderer Arbeit den Vorzug feit, lohnende Arbeit zu erhalten, benommen ist. Der Die Arbeiter haben heute diese Heuchelei durchschaut einer streng geregelten, unter steter Aufsicht, oft sogar der Vagabondage wird hierdurch nur Vorschub geleistet. Das und verlangen daher energisch die Ausdehnung des gesetzEltern selbst, sich vollziehenden Thätigkeit, und gewährt Zusammenarbeiten von Kindern und Erwachsenen aller lichen Arbeiterschußes. Sie wissen, daß Ueberarbeit den dem Kinde, das dem Beruf der Eltern folgt, die beste Altersklassen dürfte aber auch die Sittlichkeit nicht fördern, Lohn nicht steigert, sondern mindert, weil der geringere Vorbereitung für seine zukünftige Laufbahn. Wenn daher und ist überhaupt der dem Kinde aus der Fabrikarbeit er- Bedarf an Arbeitskräften die Konkurrenz auf dem Arbeitsüberhaupt eine Aenderung des bestehenden Zustandes er- wachsende Verlust an Sittlichkeit und Moral nicht in Ein- markt verstärkt und damit den Lohn drückt. Sie wissen, folgen soll, so würden wir, im Gegensatz zu den Antrag flang mit dessen materiellem Verdienst zu bringen. Mir daß die Frauenarbeit das Einkommen der Familie nicht stellern, eine Erweiterung der Kinderarbeit, etwa vom welch' bitterem Gefühle muß ein Kind in die Fabrik treten, vermehrt, sondern oft vermindert, daß sie jedenfalls jedes 10. Lebensjahre an, sei es allgemein, sei es für gewisse während seine Altersgenossen sich auf Wiesen und Feldern geordnete und innige Familienleben zerrüttet. Sie wollen, Fabrikationszweige, insbesondere für die Vigogne- und tummeln, welch' tiefen Eindruck auf das so leicht empfäng- daß ihre Kinder die Schulen besuchen, um etwas zu lernen, Streichgarnspinnerei, befürworten müssen, und wir wissen liche Gemüth eines Kindes muß die Thatsache bewirken, aber nicht die Fabriken, nm dort ausgebeutet zu werden. uns in dieser Ansicht einverstanden mit der Mehrzahl un- daß es schon in seinen jungen Jahren gezwungen wird, Darüber sind sich alle Arbeiter vollständig klar, und wenn serer Arbeiter." sein Brot zu verdienen, gleichsam den Kampf ums Dasein sie hier noch etwas zu lernen haben, so tann es nur das In solcher und ähnlicher Weise wird der Kinder- mitzukämpfen. Wir sind der Ueberzeugung, daß das Kind Eine sein: sich immer mehr lediglich auf ihre eigene Kraft, arbeit noch manches Loblied gesungen, wobei verschiedent- in seinen Jugendjahren lernen soll, aber nicht in der auf die Stärke ihrer politischen und wirthschaftlichen lich der Satz, daß Müßiggang aller Laster Anfang ist, Fabrik, sondern in der Schule. Gerade die letzten Organisationen zu verlassen, und nichts von dem guten besonders stark betont wird. Ein Bürstenfabrikant, Jahre der Schule sind aber hier besonders von Bedeutung Willen der Befißenden zu erwarten, der immer schwächer Flemming, ist ebenfalls sehr geneigt für weitere Frei- und von den günstigsten Folgen. Wir können deshalb sein wird wie der Eigennutz und die Sorge für den eigenen gabe der Ausnüßung der Frauen- und Kinderarbeit zu die Kinderarbeit als in ihren Folgen verderben- Geldbeutel. plädiren. Er sagt ,,, es liegt in der Billigkeit der Kinder- bringend bezeichnen. und Frauenarbeit ein so wichtiges Moment der Konkurrenz- ,, b) und c) Was die Arbeit der Frauen in den fähigkeit, daß dem Arbeitgeber eher erweiterte gesetzliche Fabriken anlangt, so find wir prinzipiell gegen jede BeBefugnisse in Bezug auf Beschäftigung zugestanden werden schäftigung der verheiratheten Frauen, stimmen aber möchten. Nicht nur aber, daß speziell die jugendlichen übergangsweise dem Antrage Hertling und Genossen zu, Arbeiter billige Arbeitskräfte bilden, nicht nur, daß den welcher die Beschäftigung verheiratheter Frauen auf täglich versicherungsgesetz gehen beide von dem ganz richtigen und Eltern durch die früh eintretende Erwerbsfähigkeit der 6 Stunden normirt. Werfen wir einen Blick auf die Be- bei der heutigen Wirthschaftsweise unabweislich nothwenKinder eine wesentliche Stüße geboten wird, so liegt auch schäftigung der Frauen in den Fabriken selbst, so muß digen Grundsaße aus, daß solchen Personen, deren Einin dem Heranziehen der Kinder zu ernster angesagt werden, daß dieselbe eine anstrengende, ja geradezu kommen es ausschließt, daß sie sich von selber einen einigerdauernder Arbeit die Wiege des künftigen ge- aufreibende ist. Insbesondere ist die Lage der Droussirerin- maßen erheblichen Fonds aus ihrem Einkommen ansammeln, diegenen Arbeiters und somit ein unendlich wichtiger nen eine traurige. Die Arbeitszeit erstreckt sich in um beim Eintritt von Krankheit und Unfall gegen Noth Faktor der Entwickelung unserer Bürstenindustrie. Wir den meisten Fabriken von Morgens 26 Uhr bis geschüßt zu sein, vermittelst Organisation seitens des Staates glauben Herr Flemming nämlich daß in der Aus- Abends 1/28 Uhr, meist ohne jede Unterbrechung, ja es und der Gesellschaft ein Schuß gegen die wirthschaftlichen dehnung der Kinderarbeit auf die Arbeits- ist sogar vorgekommen, daß die Arbeiter einiger Fabriken Folgen von Krankheit und Unfall gewährt werden muß. zeiten erwachsener Arbeiter ein sittliches Förderniß(!) gezwungen waren, von Morgens 1/26 Uhr bis Nachts Während das Krankenversicherungsgeseß diese Auffür die jugendlichen Arbeiter liegt, als die 10 oft gegen 12 Uhr mit einer nur 1/2 stündigen Pause, welche erlaubt, gabe für den Kreis, für welchen es in Wirksamkeit ge= die Kinderarbeit ausgesprochene demoralisirende Wirkung. Das Wittagsmahl einzunehmen, zu arbeiten. Stellt doch treten ist, oder noch in Wirksamkeit treten wird, ziemlich Der Geist für Zucht und Sitte(!) wird in den Kindern schon eine tägliche Arbeitszeit von 13, 14, ja 15 Stunden fonsequent löst und nur ganz geringe Ausnahmen zuläßt, durch die meist strengen Bestimmungen über das Ver- eine übermäßige Ausnußung der menschlichen Arbeitskraft zeigt das Unfallversicherungsgeseß für den Kreis der Perhalten in den Arbeitssälen gefestigt, wogegen er durch die dar, so muß man auch die großen sozialen Gefahren ersonen, auf welche es Anwendung findet, ganz erhebliche Freiheit der Kinder, welche meist aller Zucht und Obacht kennen, die eine derartige Ausnußung der Frauen und und sehr schädliche Lücken, indem es sich nur auf Beledig sind, sobald sie die Schwelle des Hauses hinter sich Mütter mit sich im Gefolge hat. Es ist doch nicht der triebsunfälle erstreckt. Der Begriff der Betriebsunfälle" haben, gelockert und mancher Keim späterer zügelloser Beruf des Weibes, von früh Worgen bis spät Abends sich ist ein sehr dehnbarer und schlecht abgrenzbar. Man kann Leidenschaften genährt wird." in den Arbeitsräumen aufzuopfern, während die unerzoge zulegt sagen: Ein Betriebsunfall ist ein solcher Unfall, Dagegen faßte der Maschinensticker- Verein zu Neu- nen Kinder ohne jede Leitung und mütterliche Pflege oft den das Reichsversicherungsamt dafür hä.t. städtel eine Resolution, in der er sagt: fremder, ungenügender Aufsicht anvertraut sind. Ein jeder Wir wollen im Allgemeinen dem Heichsversicherungs" In Erwägung, daß die übermäßige Arbeitszeit, wie sie jetzt Menschenfreund wird anerkennen, daß das nimmer ein amte nicht zu nahe treten. Wir wollen anerkennen, daß vielfach von den Stickern geübt wird, im Zusammenhang mit den Vortheil der menschlichen Gesellschaft sein kann, vielmehr viele in dem Vertrauen, welches sie von Anfang an dieser übermäßigen Anstrengungen der Kinder, in physischer, ge- der Ruin der Sittlichkeit und der edlen Gesinnung, die Behörde entgegen gebracht haben der einzigen vertrauenssundheitsschädlicher sowohl wie in moralischer Beziehung, alle im Stickereigewerbe beschäftigten Arbeiter an den Rand des Ver- einem jeden Menschen in die Brust gelegt ist, aber durch werthen Einrichtung des ganzen weitläufigen Dienstes der derbens bringt, in weiterer Erwägung, daß die übermäßig lange ein derartiges Anstrengen der physischen Kräfte erstickt Unfallversicherung nicht wankend geworden sind, wenn auch manche Entscheidung nicht allgemeinere Zustimmung Arbeitszeit die Produktion steigert und mithin durch starkes An- wird. gebot den Preis der Waare sowohl als auch den Lohn der Ar" Das Reichs- Krankenversicherungs- und das Unfall" beiter herabdrückt, erklärt sich die heutige Extra- Hauptver=„ Die Nachtarbeit der Männer" ist auf einige finden konnte. Der Fehler liegt da eben in der Unvollſammlung des Vereins der Maschinensticker zu Plauen mit den An- durch das Gefeß zu bestimmende Ausnahmen zu beschränken, fommenheit des Gesezes, das so viele verschiedene Austrägen des Freiherrn v. Hertling und Genossen einverstanden und weil dieselbe die Gesundheit schädigt, indem die Nacht für legungen zuläßt. wünscht, daß dieselben im Sinne des von dem Abg. Bebel und den Körper die geeignete Zeit der Ruhe ist. Auch der eben veröffentlichte Auszug aus dem VerGenossen eingebrachten Arbeiterschutzgesetzes erweitert werden möchten." waltungsbericht für das legt verflossene Jahr hat die gute Ein anderer Fabrikant in Neßschkau sagt dagegen ,, Es erscheint uns ferner dringend nöthig, daß eine Seite, daß das Reichsversicherungsamt nicht über die Folgendes:„ In unserer Fabrik z. B. find in überwiegen- gesetzliche Grenze des Arbeitstages geschaffen steigende Zahl der ihm zur Entscheidung von den Arder Mehrzahl weibliche Arbeiter beschäftigt, welche Er werde. Wir haben schon angeführt, daß die Arbeitszeit beitern vorgelegten Fälle Klage führt, sondern im Gegennährer der ganzen Familie sind; ich müßte es also als in den Fabriken eine verschiedene, im Allgemeinen aber theil ausdrücklich anerkennt, daß noch taum ein Drittel eine Schädigung für den ganzen Volkswohlstand, für den eine zu lange iſt. Wenn in irgend einer Fabrikation, bei der Fälle ihm unterbreitet werden, die eine Nenderung Ruin zahlreicher Familien(!) betrachten, wenn diesen weib- welcher eine große Rachfrage nach ihren Produkten vor der Vorentscheidungen erfordern würden, daß es also noch lichen Arbeiterinnen nicht gestattet sein sollte, die volle handen ist, die Arbeiter die Sonntage und einen Theil die Erhöhung der Zahl der Beschwerden zu wünschen scheint. Arbeitszeit, wie sie jetzt in unserer Fabrik üblich ist, aus der Nächte zu Hilfe nehmen müssen, um die gewünschte Welch' Gegensatz zwischen dieser Behörde und den nußen zu können.. Der von mir aufgeführte Fall, Waarenmenge herzustellen, so erhalten sie allerdings für zünstlerischen Heßern, die das Beschwerberecht der Arbeiter daß die weiblichen Arbeiter ihre Familien absolut allein die Nachtarbeit eine entsprechende Entschädigung. Die erschwert und beschränkt sehen wollen! ernähren müssen, steht nicht etwa als Ausnahme da, baldige Folge aber wird immer die sein, daß durch die Indem das Unfallversicherungsgesetz aber zwischen sondern bildet die Regel; ich selbst habe in meiner Fabrit Ueberfüllung des Arbeitsmarktes entstehen Handelskrisen, nur für die ersteren Fürsorge trifft, läßt es eine ganz erhöhte Arbeit Ueberproduktion entsteht. Durch diese Betriebsunfällen und anderen Unfällen unterscheidet und Weberinnen, die viel geschickter sind als Männer und pro und sind es nun wieder die Arbeiter, die für unermüdliche erhebliche und fühlbare Lücke offen. Wir können nicht Woche bis(!) zu 15 Mark(!!) verdienen, während ihre Männer zu Hause die häuslichen Arbeiten, Arbeit damit büßen müssen, daß Arbeitsverminderungen, angeben, wie es auf die wirthschaftliche Lage eines Ardie sonst der Frau zukämen, verrichten." Arbeiterentlassungen und geringere Löhne eintreten und beiters anders wirkt, ob er im Betriebe verunglückt oder Er wird Ein anderer Fabrikant, der 11/12 weibliche Arbeiter, erfahrungsmäßig dauert dann die Lohnverminderung viel nicht. Die Noth und das Elend, die natürlichen Folgen wovon die Hälfte verheirathet, und nur 1/12 Männer be- längere Zeit, als der Lohnzuschlag gedauert hat. Eine des Unfalles, find in beiden Fällen ganz gleich. Ein schäftigt, pfeift auf demselben Loche und klagt, daß, wenn gütliche Einigung der Fabrikanten und Arbeiter behufs Arbeiter geht z. B. in seiner Beschäftigung auf einem ihm nicht gestattet sei, während 4-5 Monaten im Jahre Regelung der Produktionsweise ist erfahrungsmäßig nich: Bau umher und wird von einem Stein verlegt, der von die Arbeitszeit 14-15 Stunden auf den Tag auszudehnen, möglich. Hier muß der Staat soweit als thunlich durch dem Bau fiel, auf dem er beschäftigt war. er den an ihn gestellten Ansprüchen nicht genügen könnte die Gesetzgebung eingreifen. Regelmäßigkeit in den Er entschädigt, weil er durch einen Unfall verunglückt ist, der Die Einführung einer Marimalarbeitszeit für erwachsene Familienordnung, Familienordnung aber bedeutet gute Ein anderer Arbeiter auf demselben Bau wird von werbsverhältnissen heißt, besonders bei den Arbeitern, in dem Betriebe sich zugetragen hat, dem er angehört. männliche Arbeiter hält er nur auf Grund internatio- Kindererziehung, gute Kindererziehung wiederum bedeutet einem Maschinentheil verlegt, der von einem Nachbarnaler Vereinbarungen für durchführbar." Ein mit einem? benamseter Fabrikant aus Zwickau eine gesunde Entwickelung aller gesellschaftlichen Verhält- betriebe herkommt. Er erhält keine Entschädigung, weil thut erstaunt und fragt:„ Warum? Wieso? Weshalb soll nisse für die Zukunft. Einen weiteren Grund für Ein in dem Betriebe, in welchen er versichert war, ein Unfall der Fabrikant nicht Gelegenheit haben, eine günstige Kon- führung der Marimalarbeitszeit geben die jetzt massenhaft nicht stattgefunden hat, und er in dem Betriebe, in weljunktur durch zeitweilige Verlängerung der Arbeitszeit vorkommenden Streiks, welche alle die Herabsetzung der chem der Unfall stattfand, nicht versichert war. besser ausnußen zu können?" Nach seiner Meinung sorgen Arbeitszeit fordern. Aus allen diesen Gründen sind wir Man denke sich die bitteren Gefühle, die dadurch in der für Verhütung von Uebertreibung in der Anzahl der Ar- für Einführung einer Marimalarbeitszeit, und wenn man Bruſt des Mannes erweckt werden, der nothwendig diese beitsstunden natürliche Verhältnisse mehr regulirend als hierbei von Seiten der Industriellen einwendet, daß die ihm kaum begreiflich zu machende Ungleichheit als UnGesezesparagraphen. Geseze hält der Mann also für Industrie geſchädigt werde, für eine Regelung auf inter- gerechtigkeit empfindet. Es ist dem Verunglückten ganz gleichgültig, ob BeAllen diesen Auslassungen gegenüber sei es gestattet, Die Enquete der sächsischen Handelskammer bietet triebsunfall oder nicht, die Wirkungen des Unfalles find eine Arbeiterkorporation über diese Fragen zum Worte somit ganz dasselbe Bild, das uns schon aus früheren für ihn dieselben. Hat der Staat und die Gesellschaft die zu lassen. Meinungsäußerungen sattsam bekannt ist. Die Unter- Verpflichtung anerkannt, in dem einen Falle für den VerDer Fachverein der Weber und verwandter Be- nehmer wollen die billige Frauen- und Kinderarbeit, die unglückten sorgen zu lassen, so werden sie sich im anderen rufsgenossen läßt sich darüber wie folgt aus: lange Arbeitszeit und die Sonntagsbeschäftigung nicht ent- Falle dieser Verpflichtung kaum lange entziehen können. ,, a) Indem wir unser Gutachten betreffs des behren, weil dies alles Mittel sind, ihre„ Rente", ihr Die Unfallversicherung ist eine Verbesserung der Armenarbeitsloses Einkommen zu steigern. Dieser gewinn- pflege, wir haben das nie abgeleugnet, aber sie ist selbst Familienleben der Arbeiter zu vernichten und das„ dritte und natürliche Folge, daß wir verlangen müſſen: süchtige Eigennut, der nicht davor zurückscheut, das als solche zu wenig weitgehend. Es ist eine nothwendige Gebot" der Bibel umzustoßen, darf sich der Deffentlichkeit gegenüber natürlich nicht in seiner wahren Gestalt zu erDie Unfallversicherung ist wie die Kranken= versicherung auf alle Unfälle auszudehnen. etwas unnatürliches! Punktes 2: „ Soll die Kinder- und Frauer arbeit in den Fabriken eingeschränkt, insbesondere die Nachtarbeit der weiblichen Arbeiter verboten werden?" abgeben, bemerken wir zugleich, daß wir diese Frage nur nationalem Wege. Für diese Ausdehnung ist freilich die heut geschaffene| Gedanken um, der Durchführung dieses neuen Systems Kämpfenden einnimmt, ist, daß er die Verachtung jedes gerechten Einrichtung der Berufsgenossenschaften als Träge mit einer allgemeinen Arbeitseinstellung zu begegnen. Menschen verdient Es ist wahr, daß Mitglieder der jetzt streifenrinnen der Unfallversicherung nicht geeignet. Diese Be- Wir begreifen vollkommen die Aufregung der Arbeiter Stnights of Labor eingenommen haben. Es ist wahr, daß im Anrufsgenossenschaften sind ein Fehler der ganzen und bewundern den Opfermuth derselben, mit welchem sie fang der siebziger Jahre die Brüderschaft auf Geheiß ihres Chefs Anordnung, sie bedingen die Beschränkung und die Ein- für ihre Interessen zu kämpfen wissen. Wir versprechen dasselbe den Maschinisten und Schmieden gegenüber gethan hat. feitigkeit, die Lückenhaftigkeit dieser Maßregel zur Verbesse- uns aber jim vorliegenden Falle keinen Erfolg. Schon Es ist wahr, daß die Brüderſchaft an den Knights of Labor beim rung der Armenpflege. Es ist aber durchaus gar kein der Umstand allein, daß es mit der Einführung der Es ist wahr, daß die Männer der Brüderschaft die Stellen der Streit im Südwesten Verrath übte durch Besetzung ihrer Stellen. Grund vorhanden, diese Berufsgenossenschaften, da sie dem Maschine eines fach gewerblichen Arbeiters nach heutigem Reading Streifer besetzten. Es gereicht den Männern der BrüderBefferen im Wege stehen, beizubehalten. Mit Ausnahme System nicht mehr bedarf, wirft jeden Widerstand gegen- fchaft zur ewigen Schande, daß sie sich zu solch' gemeinen und vervon den Genossenschaftsvorständen wird ihnen nicht leicht über der allmächtigen Gewalt des Kapitals über den rätherischen Handlungen erniedrigen. Aber zweimal Unrecht macht eine Thräne nachgeweint werden. Sie werden ganz sicher Haufen. Man wird die Maschine einfach mit außerhalb Lokomotivführer gemein und ehrlos ist, kann nicht schön und edel kein Recht und was von einem Mitglied der Brüderschaft der als verfehlte Einrichtungen, welchen ein gegliedertes Leben der Union( Gewerkschaft) stehenden Personen bedienen seitens eines Mitgliedes der Ritter der Arbeit sein. Stein Knight in der Regel nicht beizubringen sein möchte, über kurz lassen. Nun kommt die allgemeine Arbeitseinstellung über sollte es seiner Männlichkeit anthun, sich zu solch schmuziger oder lang auch beseitigt werden. Die Krankenkassen und das ganze Land und- seßt die Firma in den Stand, Brüderschaft war, die Stellen von Streifern einzunehmen, dann Arbeit zu erniedrigen. Wenn es der Gebrauch der Männer der die politischen Gemeinden können die Geschäfte der Ge- sämmtliche Aufträge an sich zu reißen und mit Hochdruck lasset sie ums Himmels Willen diesen Gebrauch für sich mononossenschaftsvorstände ganz ohne Zweifel billiger verwalten. die Einführung ihres Systems zur Geltung zu bringen. polisiren. Ritter der Arbeit, wenn ihr meinen Rath annehmen Die Schiedsgerichte, die Vertretungen der Unternehmer Ja, es liegt die Gefahr nahe, daß, wenn die Mittel der wollt, werdet ihr diesem Stampf ruhig zuschauen. Lasset bei dieſem und Arbeiter bei der Verwaltung und der Ausübung des Union erschöpft sind und der Widerstand gebrochen wird, Gefühle gegen diese Männer sein mögen, Bedenkt, daß diese Streif das Vergangene vergessen sein, wie erbittert auch Eure Gesetzes sind auch ohne die Genossenschaftsvorstände in das Angebot von Arbeitskräften dennoch stattfindet und Männer noch nicht aus dem Sumpf der Selbst sucht gestiegen ganz ähnlicher Art gut und besser einzurichten als jeßt. so die Lage nur verschlechtert. Die englischen Kollegen sind und daß das Beste, um ihnen zu lehren, was Männlichkeit Es stellen sich auch schon jetzt erhebliche Uebelstände mögen sich den berühmten Kampf der Baumwollweber bedeutet, darin liegt, daß wir die Hände vom Chicago, Burlington heraus. Die räumlich zu große Ausdehnung sehr vieler gegen die Einführung der Maschinen vergegenwärtigen, der und Quincy- Streit lassen. Die Arbeit wird so lange an Hand und Fuß gefesselt vor den Füßen des Kapitals liegen, als es Genossenschaften erzeugt ohne Zweifel ganz erhebliche Mängel, troß seiner langen Dauer oder gerade deswegen scheitern möglich ist, Arbeiter gegen einander in's Feld zu führen. die schon öfters hervorgehoben sind. Die häufig sehr mußte. Die Entbehrlichmachung der Arbeiter auf allen Stein Streit sollte eingeleitet werden, bis der letzte mit der Mannesweite Entfernung der Arbeiter von dem Ort des Schieds- Gebieten schreitet mit Riesenschritten vorwärts, das ist ehre vereinbare Versuch der Versöhnung gemacht wurde, bis die gerichtes ist ohne Zweifel ein schwerer Uebelstand. Es ist schlimm, aber sie erleichtert den Schritt von der alten in legte Brücke verbrannt wurde. Dann, wenn entschieden wurde, daß das Leßtmögliche gethar worden ist, um die Wirren abzuwen= gar kein Grund vorhanden, weshalb diese Schiedsgerichte die neue Wirthschaftsordnung ganz gewaltig; wenn auch den, sollte jede Abtheilung der großen Arbeiterarmee, Kavallerie, nach Berufsgenossenschaften gegliedert sein müssen. Es ist einzelne Existenzen hart damit betroffen werden, für die Infanterie und Artillerie in Schlachtordnung rücken, um die Rechte ganz einerlei, ob ein Arbeiter im Holzbearbeitungs- Be- Gesammtheit ist die dadurch nothwendig gewordene der in der Bresche stehenden Männer gemeinsam zu vertheidigen. triebe sich in den Fuß gehauen hat oder als Zimmer- baldige Umkehr zu einer geregelten Wirthschaftsordnung Rührt nicht an, haltet Gure Hände ab; laffet das Geses der WieKnights of Labor, von Maine bis Californien, haltet Euch zurück! mann im Baubetriebe oder als Maschinenbauer. Verliert nothwendig und heilsam. Sich gegen die Verbesserung dervergeltung unbeachtet und lasset die Männer der Chicago, Bur er den Fuß durch den Unfall, so ist er hier wie dort der modernen Technik sträuben, heißt den Todeskampf der lington und Quincy- Bahn diesen Streit gewinnen!" gleich arbeitsunfähig. Ebenso ist es in allen anderen Be- alten Ordnung" nur verlängern. trieben. Wo besondere Sachkenntniß erforderlich ist, sind Streiks. Die Tischler der Strobelberg'schen Möbelfabrik Kaum ist in den Vereinigten Staaten der große Tapezierer befinden sich im Lohnkampfe. Anfragen sind an den in Rostock bitten Zuzug fernzuhalten. Die Hamburger an jedem Drte genug Personen da, um aus ihnen das Schiedsgericht zu bilden. Streik an dem Reading- Bahn- System und den Kohlen- ersten Borsigenden des Fachvereins Th. Meier, Große Rosenstr. 35 Der Staat zahlt durch die Post schon heut die Rente. bergwerken im Schuylkill- und im Lehigh- Thale vorüber, Hamburg zu richten. In Nürnberg streiten die TafelglasGut, er übernehme durch die Kommunen auch die Ein- und schon ist wieder ein Streit an einem andern großen arbeiter der Wieder'schen Fabrik. Siebzig Arbeiter und Arbeiziehung der Beiträge, die dann die Form einer gleich- Eisenbahn- System im Gange. Vor drei Wochen stellte die terinnen der Cigarrenfabrik von Pladeck und Geist in Goldmäßigeren Steuer annehmen würden. Da ist auch keine Brüderschaft der Lokomotiv- Ingenieure", welcher Ver- Wickelmacherinnen sich durch das gelieferte Material im Verdienst berg( Schlesien) haben am 1. März die Arbeit eingestellt, weil die Schwierigkeit dabei. Ein besonderer Ausschuß in jeder bindung nicht nur Lokomotivführer, sondern auch die Heizer benachtheiligt glauben. Von den Breslauer Drechslern Kreisstadt vielleicht wäre die erste Instanz bei Festseßung der meisten Eisenbahnen in den Vereinigten Staaten an- haben alle Diejenigen, welche in der Steinnußknopffabrik von Streuder Unfallrente, das Schiedsgericht sei an demselben Orte, gehören, die Forderung an die Chikago- Burlington- siger, Fürstenstraße, arbeiteten, am 6. d. M. die Arbeit niedergelegt. Alle Buſchriften sind an den Vorſizenden Fr. Bobreck, oder vielleicht auch für etwas größere Kreise gebildet; es und Quincy- Bahn, daß die Lokomotivführer eine gleich- Breslau, Uferstraße 38, zu senden, alle Geldsendungen an den bleibe aber dem verlegten Arbeiter persönlich erreichbar; mäßige Löhnung von 3/2 Cent die englische Meile erhalten staffirer W. Bernert, Breslau, Fürstenstraße 52, zu adressiren. bas Reichsversicherungsamt bleibt als letzte Instanz. sollten. Nach einer Berathung der Beamten der Eisenbahn- Die Zahlstelle für Berlin befindet sich Reichenbergerſtraße 16 bei Verfahren und alles Andere ist nicht viel zu tadeln, bis gesellschaft erklärte der Generaldirektor, daß man die For- Päzold, wo die gesammelten Gelder zur weiteren Beförde= rung an die Streifenden angenommen werden. derung nicht bewilligen könne, weil sie ein Unrecht gegen Differenzen mit dem Zuschneider haben die Schneider im auf Kleinigkeiten, möge es also erhalten bleiben. 3nfolge von Die Unzweckmäßigkeit der heutigen Berufsgenossen- einige Lokomotivführer(!!) und eine unverdiente(?) Be- Garderobengeschäft von Weihe in Braunschweig die schaften zeigt sich noch in einer anderen Art. Nämlich die günstigung Anderer enthalte, indem die Einen auf schwerem Arbeit niedergelegt. Die Bemühungen der genannten Firma, von jenigen Berufsgenossenschaften, die über einen großen und verantwortlichem, die Anderen auf leichterem Boſten dieselbe auf den Ausweg, Kleinmeiſter in Berlin zu engagiren, hier Arbeiter nach dort herüberzuziehen, mißlangen, und so verfiel räumlichen Kreis sich ausdehnen und eine größere Anzahl ständen. Die Beamten der Arbeiter- Verbindung gaben welche die Arbeit anfertigen sollen. Sollte außer Herrn Ernst, fleiner Betriebe umschließen, haben kein Mittel und keine darauf der Gesellschaft 36 Stunden Bedenkzeit mit der hier, Zimmerstraße 61 und Bomme, Kochstraße 20, noch Jemand Organe sich mit den einzelnen kleineren Betriebsunter- Warnung, daß wenn die Gesellschaft nach Ablauf dieser für die Firma Arbeit angenommen haben, so bittet Unterzeichneter, ihm die betreffende Adresse anzugeben. Beide Genannte haben er nehmern wirksam in Verbindung zu setzen. Frist auf ihrer Weigerung beharre, ein Streik erfolgen lärt, die Arbeit zurücksenden zu wollen. H. Jeschonneck, Berlin, Als Beispiel können wir auf die Nordöstliche Bau- werde. Zur bestimmten Stunde nahm denn auch der Münzstraße 28, 3 Tr. Berufsgenossenschaft verweisen, die den ungeheuren Kreis Streit seinen Anfang. Die Kompagnie hatte vorher die von vier Provinzen umfaßt, die beiden Altpreußen, Pom- Frachtversender benachrichtigt, daß sie vorläufig keine Frachten dorf bei Kiel ist ein Streit ausgebrocher, weil Herr§. einige mern und Brandenburg. Die Sektionen, in die sie sich annehmen könne, und sie ersucht, Frachten, soweit thunlich, hervorragendere Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Schiffbauergetheilt hat, verbessern die Sache nicht sehr. Noch heut auf parallel laufenden Bahnen zu versenden. Die Zahl vereins chikanirte und maßregelte, offenbar um durch diese Maßgiebt es in diesen vier Provinzen eine große Anzahl von der streikenden Lokomotivführer und Heizer beträgt in regelungen alle Mitglieder des Vereins einzuschüchtern und von fleinen Betriebsunternehmern, die von dem Bestehen der runder Zahl 1600. Berufsgenossenschaft auch nicht die leiseste Ahnung haben, die Genossenschaft besitzt keine Mittel, sie ausfindig zu unſeligen Zwijtigkeiten, an denen die franzöſiſche Arbeiterbewegung gehaltenes Zirkular, zu deſſen Schluß es heißt:„ Wir glauben im Streitigkeiten an der Pariser Arbeitsbörse. Die machen. Noch viele andere entziehen sich böswillig dem bank etlicher Intriguanten krankt, brohen die Arbeitsbörse zu einem Borſtehenden den Beweis der Gerechtigkeit unserer Sache, der Beitrage, und können nur durch Zufall abgefaßt werden. Basta el machen Organiſation des framlischen Profeta ater Mäßigkeit unſerer Wünsche dargethan zu haben. Wir werden jezt nichten, die sich für Proletariats an unsere bisherigen Wünsche als Forderungen formuliren, die sieg= Nun hat diese Genossenschaft eine Statutenbestimmung die Errichtung dieses nüßlichen Inſtitutes fnüpfen konnten( vergl. reiche Beendigung des uns aufgedrungenen Stampfes mit allen zuaufgenommen, die sich auf die sehr große Zahl der kleinen barüber die Artikel„ Berl. Boltstribüne 1887, 10, 12 ſtehenden gesetzlichen Mitteln erstreben und wir dürfen uns mit und fleinsten Betriebs unternehmer bezieht, wenn man aber Arbeitsbörse, die allen Arbeitern ohne Unterschied offen Rücksicht auf den vortrefflichen Geist unter den streikenden Kollegen bie kleinen Schaarwerker, die allein ohne Gehülfen arbeiten, sämpfe um die Oberherrschaft zwischen einfachen Gewerkschaftlern, Deutſchlands, leiht uns Eure Unterſtützung in unserem gerechten steht, in der sie sich heimisch fühlen sollten, wüthen erbitterte der kühnsten Hoffnung hingeben. Ihr aber, Kollegen und Arbeiter so nennen darf, aber sie befißt kein Mittel, diesen betroffenen unabhängigen Sozialisten, Stollektivisten( Marristen) und PoſſiPersonen die Statutenbestimmung bekannt zu machen. Wir bilisten. Der Unparteiische muß zugeben, daß die bei weitem größte Stampfe; haltet den Zuzug fremder Arbeitskräfte von hier fern, und sendet uns nach Möglichkeit materielle Unterstüßung. Bedenkt, daß wollen davon absehen, daß die Genossenschaft den verhäng- Schuld auf Seiten der Boſſibilisten liegt. Seit Gröffnung der unser Sieg der Eure, unsere Niederlage auch die Eure ist. Wir Arbeitsbörse haben sie sich durch die unlautersten Manöver zu sind voll der besten Hoffnungen, für den Ausgang unserer Sache, nisvollen Fehler begangen hat, ein verhältnißmäßig wenig alleinigen Herren zu machen gesucht, die Ernennung eines ganz im Hinblick auf unsere Straft und Einigkeit, in der Zuversicht auf geleſenes und ziemlich theueres Privatblatt zum amt überflüssigen Erekutivkomitees durchgefeßt und aus demſelben nach Eure Solidarität mit uns in unserer Sache. Laßt die Zuversicht lichen Organ zu machen, das in diese Kreise eindringen und nach alle Andersdenkenden herausgedrängt. Alles dies zu dem nicht zu Schanden werden und seid überzeugt, daß Diedrichsdorf kann, denn es würde auch ein zweckmäßiger gewähltes wurde in masse der Gewerkschaften, die mehr und mehr zu Le arch für die Folge Euch gegenüber sich stets ſeiner Pflicht bewußt Stollettivismus zu neigen anfangen, unter possibilistischer Bot- bleiben wird. Wit kollegialischem Gruß und Handschlag J. A.; Organ nicht viel besseren Erfolg haben. Diese Männer mäßigkeit zu halten. Die Intriguen scheinen jedoch nicht mehr aus- Das Streit- Komitee. Briefe sind zu richten an H. Lensch, Auguſtenlesen höchstens das Amts- oder Kreisblatt. Was da nicht zureichen und man greift zu brutalen Mitteln. Die Gewerkschaft steht, ist für fie nicht vorhanden. Es ist aber selbst der französischen Zimmermaler versendet ein Zirkular, in welchem straße 103. Gelder sind zu richten an J. Schünemann, Auguſtenrebend der Genossenschaft nicht zuzumuthen, nun die An- fie zur Kenntniß bringt, daß das Erekutivkomitee in der Nacht straße 103. Neu- Dietrichsdorf bei Kiel. zeigen in allen Kreisblättern zu bezahlen. Die Organi schaft in der Arbeitsbörse eingebrochen ist und Alles zerstört hat. ist ernst; der Ausstand dauert unverändert fort. Von Leipzig. Zur Lage der Steinmetzen. Die Situation sation der Genossenschaften ist eben unzweckmäßig, wo man Bücher, Archive, die Listen für Arbeitsangebot und Nachfrage, die Seiten der Meisterschaft werden alle Mittel aufgeboten, um die fie auch prüfen mag. Also weg mit ihnen, so schnell wie| Bilder, ia jogar die Sammelbüchse für die Strankenunterstüßung Arbeiter zu besiegen. Durch Annoncenschwindel und Entstellungen möglich, weg mit ihnen. Organisationen, den Kranken- find zertrümmert worden. Die Gewerkschaft ſagt, daß diese Expe- des Sachverhalts sucht man auswärtige Arbeiter, die mit tassen entsprechend, mit Anlehnung an die politischen als„ vandalisch" bezeichnet werden könne. Ein zweites Zirkular, Süddeutschland, Böhmen, die Schweiz u. f. w. wurden von den bition an die schlimmsten Tage des Kaiserreichs erinnere und nur den hiesigen Verhältnissen gar nicht vertraut sind, herbeizulocken. Gemeinden werden billiger und zweckmäßiger arbeiten und das von den Gewerkschaften der Fleischergeſellen, Bauhandwerker, Meistern bereist und den Steinhauern plausibel gemacht, daß kein eine Vervollständigung der Unfallversicherung im Sinne Gasthauskellner und Tagelöhner unterzeichnet ist, bestätigt die That- Streit wäre, es würden vielmehr größere Staatsbauten ausgeführt der Gerechtigkeit und Billigkeit erleichtern und ermöglichen. sache, proteſtirt energiſch gegen den" Bandalismus“ und fordert und hätten 1000 Steinmetzen 5 Jahre Beschäftigung bei einem Erst wenn dies geschehen ist, wird die Armenpflege durch Abschaffung des Erekutivkomitees. Die Ränke, die sich in der Durchschnittslohn von 45-50 Mart pro Woche, wo in Wirklichkeit die Unfallversicherung so verbessert sein, wie die Möglich im Besonderen, sind der Leute würdig, welche den Ehrennamen werden und der Durchschnittslohn beträgt noch lange nicht keit dazu in dem durch das Gefeß angeregten Gedanken Sozialiſt" zum Hohn Arm in Arm mit den englischen Gewerk die Hälfte. Eine schwarze Liste von sämmtlichen Steinmeßen, umgrenzt ist, heute ist selbst diese kleine Reform Stück verenlern Broadhurst, Shipton und anderen Berräthern des Prole- die einmal in Leipzig gearbeitet haben, ist in Circulation und tariats einen„ internationalen" Gewerkschaftskongreß vorbereiten, haben bereits schon Maßregelungen stattgefunden. Gegen 40 Mann wert ohne folgerichtigen Zusammenhang. von dem unter dem fadenscheinigen Vorwand des streng gewerk- fremde Steinhauer sind auf den Leim gegangen und haben die schaftlichen Charat.ers die Vertreter der deutschen Sozialdemokratie Arbeit begonnen, doch ist diese Zahl gegenüber der der Gemaßausgeschlossen sein sollen. regelten nur ein Bruchtheil und können uns nicht beirren. Die Angekommenen werden per Droschke in Logis gebracht und mit vom 2. bis 3. März gewaltsam in das Bureau dieser Gewerkund das letzte Auf der G. Howaldt'schen Werft in Neudiedrichs= ihren Bestrebungen abzuhalten, und weil er, als die Arbeiter durch ein mit 175 Unterschriften versehenes Schreiben ihre Wünsche vorbrachten, das Ehrgefühl und die Würde der Arbeiter aufs Schwerste beleidigte. Die Streifenden versenden jetzt ein ernst und würdig Gewerkschaftliches, Arbeiterversicherung. Einen warmen Appell an das Solidaritätsgefühl der Polizei bewacht. Die Innungsmeister versuchen es, die Arbeit zum Vergeblichen Widerstand Arbeiter richtete anläßlich des oben erwähnten ausgedehnten Streits Theil mit Nichtsteinmeßen fertig zu stellen. Der Versuch, die schreibt der Glaser- der Brüderschaft der Lokomotivführer" ander Chicago, Burling- Arbeiterorganisationen mit Maßregelungen zu unterdrücken, soll Fachgenosse" müssen wir das Bestreben nennen, welches ton- und Quincybahn, der„ Großmeister" Bowderly an die ameri- nicht gelingen. Die Zahl der zu unterstützenden Kollegen bie Trades Unions( Gewerkschaften) der Glasarbeiter fanischen Ritter der Arbeit." Es war früher cft vorgekommen, beträgt noch 151, viele Verheirathete sind abgereist. Die HandEnglands anwenden, um die Einführung der neuerfundenen daß Mitglieder von Gewerkschaften sich nicht gescheut hatten, die lungsweise der Steinmeßen ist eine korrekte und muß zum Siege Glasblasemaschine, über welche die Blätter bereits Stellen von streikenden Rittern der Arbeit zu befeßen. Powderly gelangen. Wir bitten alle Freunde, den Zuzug fernzuhalten, unſeren forbert jest seine Leute auf, nicht Gleiches mit Gleichem zu ver- Streit zu begünstigen und nicht eher nach Leipzig zu kommen, bis berichteten, zu hintertreiben. Wie uns von dort berichtet gelten. Meine Ansicht von einem Menschen," heißt es in dem wir den Streit für geschlichtet erklären. wird, geht die Vereinigung der Glasarbeiter mit dem Kundschreiben„ der die Stelle eines Anderen für seine Rechte I selbst kann ich nur sagen, daß wir uns an den Stadtverordnetenwahlen| tommission. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste, durch Mitglieder Gegen die Betheiligung der Berliner betheiligen sollten. Der Erfolg oder Mißerfolg darf bei einer poli- eingeführt, haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Sozialisten an den Kommunalwahlen tischen Partei niemals maßgebend sein. Wenn wir gegen das gegenOeffentliche Versammlung für Männer und wärtige Kommunal- Wahlsystem protestiren wollen, dann müssen Frauen am Montag, den 19. März, Abends 8 Uhr in Habel's sprach sich am Montag eine große, von mindestens wir diesem Protest durch lebhafte Wahlbetheiligung, dadurch daß Brauerei, Bergmannſte. 5/6. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn 1500 Arbeitern besuchte Volksversammlung( Sanssouci, wir unsere gewaltige Macht zeigen, Ausdruck geben. Eine Nicht- Dr. Bernstein über Verhütung von Krankheiten. 2. Die freien betheiligung ist ein todter Protest und würde nur als Zeichen der eingeschriebenen Hilfskassen, insbesondere der Sanitätsverein Kottbuserstr. 4a) aus. Schwäche angesehen werden.( Beifall und Widerspruch.) für Arbeiter beiderlei Geschlechts in Berlin. Referent Herr Die Einberufung war von den Freunden der Wahl- Buchdrucker Werner schilderte dann eingehend, daß für die Paul Hundt. 3. Verschiedenes. Aufnahme von Mitgliedern finbetheiligung in die Hand genommen worden und nach Verbreitung sozialistischer Ideen in der Stadtverwaltung nichts det nach der Versammlung, sowie Abends von 7 bis 8 Uhr und dieser Seite verdient es unbedingte Anerkennung, daß man geschehen könne. Den Kommunen sei ihr Wirkungskreis sehr eng Sonntags Vormittags bei Kirschke, Arndtstr. 25 3 Tr. und bei durch Anmeldung einer allgemeinen öffentlichen Ver- eingegrenzt, sie seien Verwaltungsförper, die politischen Ertel, Bergmannstr. 14, H, 4 Tr. statt. Gegensätze kämen hier wenig zum Ausdruck und stumpften sich da= sammlung die Frage richtig angefaßt, das heißt: als eine her ab, anstatt sich wie wir es zur Aufrüttelung der Massen Nicht genehmigt wurde unsere Versammlung zu Montag, 13. März Freie Vereinigung der Vergolder und Fachgenossen. Frage der Berliner Gesammtpartei anerkannt, nicht wünschen müßten scharf entgegenzutreten. Weder agita- mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Huber als eine Frage eines bestimmten Stadtbezirkes behandelt torische, noch praktische Erfolge seien daher zu erzielen. Es sei ge- über Darwin'sche Weltanschauung. 2. Diskussion. 3. Verhat. Damit ist der alte Fehler, den man seinerzeit im radezu Ironie, von sozialdemokratischen" Stadtverordneten zu schiedenes. Unsere nächste Versammlung findet deshalb am Monsprechen; Sozialdemokraten könnten sie überall sonst sein, nur in tag, den 16. April 1888 statt. Beiträge und neue Mitglieder wer37. Bezirk beging, wieder gut gemacht, und er wird der Stadtverwaltung biete sich dazu feine Gelegenheit. Sie seien den aufgenommen am 19. März im Lokal des Herrn Köpenid, zweifellos niemals wieder begangen werden. Wie man hier einfach humane Flickreformer, die lauter Vorschläge machen Magazin- und Schillingstraßen- Ecke. weiß, hat der Züricher Sozialdemokrat" diese Kirchthums- müßten, die schließlich auch ein„ wohlgefinnter" Freifinniger unterpolitik" damals entschieden gemißbilligt, auch alle Reichstags- stüßen könne. Wir wollen aber nicht flicken, weil dadurch das und anderer gewerblicher Arbeiter( E. H. 48). Verwaltungsstelle Auge der Massen auf Nebensächlichkeiten gelenkt und von den Berlin A". Die Auszahlung des Kranken- und Medizingeldes abgeordneten, die Gelegenheit hatten, ihr Urtheil abzugeben, großen Zielen unserer Bewegung abgezogen werde. Aehnlich sprach findet vom Mittwoch, den 14. d. M., bis auf weiteres beim jetsprachen sich auch wenn sie eine Wahlbetheiligung viel- fich Tischler Thierbach aus, der ebenfalls gewisse gute Seiten vertretenden Kassirer, Herrn A. Werdermann, Langestr. 68 v. 2 T., in diesem Sinne aus. Nun- der Stadtverordnetenthätigkeit anerkannte, der aber betonte, man Mittags zwischen 122 und 1/2 Uhr statt. Kranken- und Medizinleicht gern gesehen hätten in diesem Sinne aus. mehr haben sich durch die Art ihrer Einberufung die müsse Nußen und Schaden gegeneinander abwägen, und nach scheine stellt aus für den Often Herr Gerlach, Kl. Andreasstr. 4, seinem Dafürhalten sei der Schaden, der durch die Verwässerung. 3 Tr., Abends von 7-8/ 2 Uhr, für den Südosten Herr Berliner Freunde der Wahlbetheiligung selber dieser Auf- unserer Ideen und durch Flickversuche und übergroße Nachgiebigkeit Stein, Muskauerstr. 14 v. 3 Tr., Abends von 7-9 Uhr. Der fassung angeschlossen, die ja in der That sofort jedem angerichtet werde, weitaus überwiegend. Inzwischen waren zwei Bevollmächtigte, Fr. Schrader, wohnt Bücklerstr. 7 v. 3 Tr. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metalldemokratisch Denkenden einleuchten muß, der die eine Resolutionen eingegangen. Die eine lautet: 1. Die Versammlung Berliner Gesammtpartei mit einheitlichem Willen nicht in erklärt, daß eine Betheiligung der Arbeiter an den Stadtverord- arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 5. Versammlung eine Reihe von Gruppen aufgelöst sehen möchte, von denen netenwahlen geboten erscheint." Die zweite hatte folgende Fassung: am Sonnabend, den 17. März, Abends 8 Uhr, bei Aldermann, jede, einzelne Gruppe ihren eigenen Willen und ihre eigene Politik hat. Das wäre die reinste Anarchie. Hierüber herrscht also nunmehr vollste Uebereinstimmung und es wird sich zweifellos auch Niemand wieder finden, der diese Uebereinstimmung stören wollte. " H Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Drechsler " In Erwägung, daß bei einer Betheiligung an den Kom- Lothringerstr. 81. munalwahlen der Aufwand an intellektuellen und materiellen Kräften zu den möglicherweise erwachsenden Vortheilen in keinem Verhältniß steht, in fernerer Erwägung, daß durch die Erfahrung hinlänglich erwiesen ist, daß die Eroberung einiger Size in der Stadtverordneten- Versammlung die aufsteigende Entwickelung der Arbeiterpartei in feiner Weise gefördert hat, dagegen durch sich breit machendes Streberthum und Autoritätshascherei die Partei korrumpirt wird, S beschließt die Versammlung, die Betheiligung an den Kommunalwahlen abzulehnen." Ueber die Bedeutung der Kommunalwahlen selber kam es freilich am Montag noch zu den lebhaftesten Auseinandersetzungen, sodaß die schließliche Entscheidung so gefällt werden mußte, wie sie in jeder demokratischen Partei erzielt wird, wenn zwei Richtungen vorhanden sind: durch Abstimmung, deren Resultat sich alsdann jeder Demokrat zu fügen hat mag er nun Bei der Abstimmung über diese zwei Resolutionen erhob der zur Majorität oder zur Minorität gestanden haben. Herr Referent Zweifel, drei als Schiedsrichter ernannte Freunde der Gottfried Schulz, der Redner der Wahlfreunde, ist hier Wahlbetheiligung bestätigten dann selber nach nochmaliger Abstimmung mit richtigem Beispiel vorangegangen. Nachdem er sich daß die überwiegende Mojorität sich gegen die Wahl erklärt habe, als Schiedsrichter selber von dem Ausfall der Abstimmung und forderten dann ihre eigenen Freunde auf, demgemäß zu hanüberzeugt hatte, betonte er in einem kurzen Schlußworte, deln, da für einen Demokraten das Votnm der Versammlung entdaß für ihn als Mitglied der Arbeiterpartei selbstverständ- scheidend sei. lich die Majorität einer öffentlichen Volksversammlung maßgebend sei. Das war demokratisch und um so anerkennenswerther, als Herr Schulz von vielen Arbeitern als Kandidat für den 13. Bezirk in Aussicht genommen war. Mögen alle Arbeiter in gleicher Weise zeigen, daß sie sich nicht bloß Demokraten nennen, sondern Demofraten sind, daß sie Disziplin zu halten wissen, und daß ihnen die Entscheidung der Gesammtheit über ihren persönlichen Neigungen steht. Vereine und Versammlungen. Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins sämmtSonnabend, den 17. d. M., Abends 9 Uhr, bei Bartel, Flottwelllicher Berufsklassen( E. H.) Berlin 2. Versammlung am straße 5. Neue Mitglieder werden daselbst und beim Kassirer M. Zeifig, Teltowerstr. 45, 3 Tr., aufgenommen. Zentral- Krankenkasse der Maurer 2c.( Brundstein zur Einigkeit.) Die ordentliche Mitgliederversammlung, Sonntag, 18. März, fällt wegen der ungünstigen Witterung aus und ist die nächste Versammlung Sonntag, 15. April.d Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 1. SonnTagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Abrechnung vom Maskenball. abend, den 17. März, Abends 8½ Ühr, Mitgliederversammlung. 3. Verschiedenes. Die Zahlstelle Gneisenau- und Mittenwalder= straßen- Ecke( Destillation von Pahl) ist nach der Solmsstraße 52, Restauration von Faulseit, verlegt worden. macht bekannt, daß das Stiftungsfest am 17. März nicht statt- Der Fachverein der Former und Berufsgenossen findet, sondern am 14. April. Die Billets behalten ihre Gültigfeit. Gleichzeitig fordern wir die Mitglieder auf, ihren Pflichten an den Zahlstellen, bei Herrn Sodtke, Ritterstr. 123 und bei Herrn Wolf, Chausseestr. 73, nachzukommen. Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 18. März, Vormittags 10% Uhr, Vortrag des Herrn Dr. H. Spazier über„ Die Grundzüge der Lehre Spinoza's." Damen und Herren als Gäste willkommen. Am Montag, den 19. März, Abends 8 Uhr daselbst beschließende Versammlung der Mitglieder. Die Luther'sche Fabrik in Braunschweig bemüht fich Es ist fortgesetzt, Arbeiter aus anderen Städten heranzuziehen. davor nur zu warnen, da die Versprechungen der Firma nicht gehalten werden, wenn die Arbeiter erst einmal in Braunschweig p sind. Die Streif- Stommission. F& Briefkasten. Schriftführer. Ein Inserat ist uns nicht zugegangen. " Die Centralfrankenkasse der Maurer, Steinhauer 2c., wählte am 8. d. M. die Delegirten zur Generalversammlung. find dies folgende Herren: Pankow, Dennewigstr. 31, Dietrich, Hier wird überhaupt zu wenig Gifer gezeigt. Ueber die Versammlung glauben wir kurz berichten Fürstenbergerstr. 10, Müller, Solmsstr 24, Krieg, StraßburgerFür Elberfeld und Hagen suchen wir zum Vertrieb dieses zu können, da ihr Gang den meisten Lesern bekannt traße 25, Fiedler, Oderbergerstraße 13, Weiße, Triftstraße 40 a, Blattes geeignete Persönlichkeiten. Ebenso für Forst. E. B. Eine Auslieferung erfolgt nicht. Ueber die zweite sein wird. Heinze, Forsterstr. 10, Freidant, Bülowstr. 64 und H. Raschke, In das Bureau wurden die Herren Tischler Glocke( 1. Vor- Wiesenstr. 8. Zum Schluß sprach Herr Dietrich noch den Wunsch Frage sind wir nicht orientirt. Abonnent Sebastianstraße. Uns nicht bekannt. Adressiren fizender), Buchdrucker Werner( 2. Vorsitzender) und Klavierarbeiter aus, daß die Mitglieder, wenn sie noch formelle Aenderungen der Barresel( Schriftführer) gewählt. Der Referent, Herr Liefländer, einzelnen Paragraphen des Statuts wünschten, diese dann den ein- Sie doch einfach: An den Gerichtsvollzieher für D." Die Post wird ihn schon finden. Sie können sich dann bei Ankunft erkun befürwortete in längerer Rede die Betheiligung an den Stadt zelnen Delegirten unterbreiten mögen. Die Vereinigung der Drechsler Deutschlands, Orts- digen. verordnetenwahlen. Der Redner bemerkte: Das Hemd ist uns G. Sch. In manchen amerikanischen Städten werden thatnäher als der Rock, deshalb empfiehlt sich die Betheiligung an den verwaltung Berlin II( Stockbranche), hielt am 6. d. M. in den Arminhallen", Kommandantenstraße 20, eine Versammlung ab. sächlich die Pferde" bahnen elektrisch betrieben. Soeben ging die Sadtverordnetenwahlen. Die Arbeiter haben ein wesentliches In- Der Kassirer gab einen furzen Ueberblick über die Kassenverhält- Nachricht wieder von St. Joseph( in Missouri) durch die Blätter. teresse an der Besserung der städtischen Einrichtungen, wie Sanitätsnisse. Herr Hildebrandt referirte hierauf über die Ursachen und bok. Boß ist der amerikanische Ausdruck für Meister, Unterwachen, Krankenpflege, Badeanstalten, Schulwesen, Pferdebahnwesen, Folgen des legten Streits in der Stockbranche. Zum Schluß wies nehmer. Er stammt wohl aus dem Holländisch- Plattdeutschen, wo Beleuchtungswesen und dergl. mehr. Es muß dahin gewirkt werden, stedner auf die bestehende Vereinigung hin und hob hervor, daß der Unternehmer baas heißt. Auch in Frankreich spricht man jetzt daß in allen Stadttheilen auf Kosten der Stadt unentgeltliche Sanitätswachen geschaffen, daß in die Kommissionen für Stranken- ur durch eine starke Organisation der Berufsgenossen die schlechten öfter you bosses statt patrons". Lohn- und Arbeitsverhältnisse gebessert werden können. Jeder Produktivgenossenschaft. Besten Dank für Ihr Schreiben. häuſer Arbeiter gewählt, daß die städtische Armenpflege eine beſſere Stockarbeiter sei daher in seinem eigenen Interesse moralisch ver- Unsere Gründe halten wir damit aber nicht für widerlegt. Soviel Regelung erhalte, daß die Arbeiter bei ihren Fahrten von und aus pflichtet, sich der Vereinigung als Mitglied anzuschließen. Am wir wissen, hat Herr Benjamin Ramp al die Schulze- Deliz'schen den Fabriken und Werkstätten billigere Fahrpreise auf den Pferde- 20. Marz soll ein gemüthliches Zusammensein mit Damen in Deig- Schriften in's Franzöſiſche überſetzt, und der Stadt Paris zur bahnen erhalten, daß die städtischen Submissionen an die Arbeitermüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a, stattfinden. Unterstügung von Arbeitergenossenschaften( Konsumvereinen, ProduktivFachvereine vergeben werden. Es muß ferner für eine gerechtere Vertheilung der Steuerlast, für eine Aufbesserung der Löhne der Der Verein zur Unterſtügung erkrankter und ver- genossenschaften) aller Art mehr als eine Million Francs vermacht. städtischen Arbeiter, für unentgeltlichen Unterricht auch in den glückter Mitglieder der Maurer des Westens Berlins Ueber die nähere Verwendung der Summe ist uns nichts bekannt. Abonnent. Henri Nochefort wird gesprochen: Ang- ri Roschfohr. höheren Schulen gewirkt werden. Um dies zu erreichen, ist es aber hielt am 6. d. M. in Rennefahrt's Lokal, Dennewigstr. 13, eine Schlaukopf. Sie haben vollständig Recht. Wenn die Zahl nothwendig, daß die Berliner Arbeiter sich an den Stadtverordneten- Mitgliederversammlung ab und beschloß u. A., am Charfreitag eine wahlen betheiligen. Es ist richtig, wir können angesichts des Verren- Fußpartie zu veranstalten. Ferner beschloß die Verjamm- der erworbenen Reichstagssige genau der Zahl der abgegebenen Dreiklassen- Wahlsystems niemals die Majorität in der Stadt- ung, den erkrankten Mitgliedern fünftig, so lange die Kassenver- Stimmen entspräche, so wäre die„ Kartellmehrheit" nicht die verordneten- Versammlung erreichen, allein wir sind wenigstens in bältnisse dies gestatten, an Unterſtügung pro Woche 6 Wt. zu Mehrheit. Sie würde vielmehr nur über 183 und nicht über 211 der Lage, in der Stadtverordneten- Versammlung unsere Stimme zu zahlen. Mitgetheilt wurde, daß für verloren gegangene und durch Abgeordnete verfügen. Wettender. Unter Nickelblech versteht man im gewerb= erheben und die Herren daran zu mahnen, daß sie auch die In- neue ersetzte Statutenbücher 10 Pfg. zu zahlen sind. Am 5. Mai teressen der besiglosen Klassen zu wahren haben. Es ist sehr billig soll ein Tanzkränzchen stattfinden und wurde hierzu ein Komitee lichen Gebrauch für gewöhnlich auf galvanischem Wege vernickeltes zu sagen: man ist radikal und deshalb wolle man sich an der gewählt. Zum Schluß wurde zu recht zahlreichem Besuch der Zinkblech. Das Nickel besitzt eine ungeheure Decktraft, so daß man Stadtverordnetenwahl nicht betheiligen. Man kann radikal sein vernickeltes Zinkblech von vernickeltem Neufilber oder Eisenblech Bereinsversammlungen aufgefordert. Die Schuhmacher Berlins hielten am Montag eine öffent faum unterscheiden kann. Die außerordentliche Deckungskraft des und deshalb doch das Gute nehmen, so weit man es bekommen tann. Die Schmollpolitik hat noch niemals etwas Gutes geschaffen. liche Versammlung ab, welche zum Schlusse einstimmig folgende Nickels ist der Grund, warum das vernickelte Zinkblech so große ( Beifall und Widerspruch.) Schlosser Birch: Ich verkenne Resolution annahm:" Die heutige öffentliche Versammlung der Ausdehnung und Verbreitung gefunden hat, wie es faktisch der Fall feineswegs, daß in der Stadtverwaltung vieles zu bessern iſt, Schuhmacher Berlins erklärt es für nothwendig, daß für die ist. Zu allen Sachen, wozu früher Neufilber und Messing einem Dreiklassen- Wahlsystem und mit einer öffentlichen von der Innung feſtgeſetzten Lohn hinausgeht. Die Versammlung also zu Beschlägen für Lederwaaren, für Musikinstrumente, für die andererseits dürfen wir doch aber nicht vergessen, daß wir es mit Militärstiefel ein Minim all ohn feſtgeſetzt werde, der über den verwendet wurde, und wozu die Qualität des Nickels ausreicht, Stimmabgabe zu thun haben, also mit dem undemokratischsten spricht die Erwartung aus, daß der Verein zur Wahrung der In- Knopffabrikation werden jetzt Nickelbleche in ungeheuren Mengen System, das sich denken läßt. Das, was wir durch die Stadt- teressen der Schuhmacher die Sache in die Hand nimmt und in der produzirt. verordnetenwahlen erreichen können, ist ein bloßes Flickwerk. Wir nächsten öffentlichen Schuhmacherversammlung einen Lohntarif nach Wie Herr Klinger mittheilt, in wollen nichts Halbes und im übrigen verstößt es gegen das sozial- dieser Richtung hin vorlegt." demokratische Programm, wenn wir uns an einer Klassenwahl mit der gedachte Verein bereits dabei, einen Tarif auszuarbeiten. offener Abstimmung betheiligen, an einer Wahl, von der ein sehr Bersammlung war von 600 Personen besucht. großer Theil der Arbeiter vollständig ausgeschlossen ist.( Beifall und Widerspruch.) Verband deutscher Zimmerleute. Generalversamm Gelbgießer Gottfried Schulz: Es ist sehr betrübend, daß ein so heftiger Zwiespalt unter den Berliner Sozial- lung sämmtlicher Berliner Lokalverbände am Sonntag, den 18. März, demokraten herrscht. Wie wollen Sie denn höhere Löhne für die Vormittags 10/2 Uhr, Kommandantenstr. 72, im Neuen Klub- Haus. städtischen Arbeiter erzielen, wenn Sie sich an den Stadtverordneten- Tagesordnung: 1. Wahl der Delegirten. 2. Vorlage, betreffs Die Miether. Beim bevorstehenden Wohnungswechsel in Berlin der diesmal am 3. April beginnt, muß der Umzug bei kleinen, aus höchstens 2/ 3immern mit Zubehör bestehendenden Wohnungen an demselben Tage, bei mittleren, aus 3 bis 4 Zimmern bestehenden Wohnungen am 4. April Mittags 12 Uhr, bei großen Wohnungen aber am 5. April, Mittags 12 Uhr beendet sein. Unsere auswärtigen Abonnenten wahlen nicht betheiligen wollen? Wir können in städtischen Dingen Bildung nur eines Lokalverbandes. 3. Verschiedenes. Quittung müssen wir für dieses Mal um Entverordneten- Versammlung haben. Wir müssen darauf hinarbeiten, Fachverein der Buchbinder und verwandten schuldigung bitten, wenn ihnen die nur etwas erlangen, wenn wir unsere Vertreter in der Stadt- buch legitimirt. verspätet daß das allgemeine gleiche, direkte und geheime Wahlrecht auch bei Berufsgenossen( Verbandsverein). Sonnabend, den 17. März, cr., Nummern den Kommunalwahlen eingeführt werde. Dies ist aber nur zu er- Abends 82 Uhr, im Restaurant Reyer, Alte Jakobstr. 83., Vereinsreichen, wenn wir jedes uns gegebene, wenn auch noch so geringe versammlung. Tagesordnung: 1. Zur Geschichte der PapierRecht ausbeuten. Nur auf parlamentarischem und gesetzlichem Wege fabrikation. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest. 8. Verschiedenes Gäste willkommen. Aufnahme neuer mit zugehen. Eine Störung im Betrieb verkönnen wir unsere Ziele erreichen.( Beifall und heftiger Wider- und Fragekasten. spruch.) Herr Görcki, ehemaliger Stadtverordneter: Ich will glieder. hinderte uns, einen Theil rechtzeitig zur Ihnen zunächst mittheilen, daß ich infolge der Differenzen, die bezüglich der Betheiligung an den Stadtverordnetenwahlen entstanden und Dampfarmaturen. Sonnabend, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, Post zu liefern. find, derartig in meiner wirthschaftlichen Stellung erschüttert worven bei Heidrick, Beuthstr. 22( Industriegebäude), Mitgliederversammlung. bin, daß ich mich veranlaßt sah, mein Stadtverordnetenmandat Vortrag des Herrn Gottfried Schulz über: Die Steigerung der niederzulegen.( Rufe: Das ist nicht wahr! Lärm.) zur Sache Metallpreise und deren Wirkung". Bericht der VergnügungsFachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasser" Expedition der ,, Berliner Volkstribüne." Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: T. Posekel, Berlin 8. O., Dranienstraße 23.