Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. № 17. Inhalt: Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 28. April 1888. Hameln. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. Mittelpunkt des neuen Unternehmens uns nähere Mit- Gustav Siegle, Geh. Kommerzienrath und Mitglied des Reichstags in Stuttgart. theilungen zu machen, befindet er nicht für nöthig. Wir glied des preußischen Abgeordnetenhauses in Duisburg. Ein neues Arbeiterblatt in Sicht.- Siech erfahren da nur:„ Der in Aussicht genommene journalisti- Bygen, Kommerzienrath, Fabrikbefizer, Stadtverordneter und Mitthum und Tod unter den deutschen Stein- sche Leiter des Organs, welches als ein zentrales deutsches Dr. E. Websky, Kommerzienrath, Fabrikbesizer und Mitglied des Reichstags in Wüstewaltersdorf, Schlesien. metzen. Der Boulangismus und die Lage Beitungsunternehmen seinen Sitz in der Reichshauptstadt, Dr. Ed. S. Wittenstein, Fabrikbesizer in Barmen. in Frankreich.- Ueber die heutige Preß- in Berlin, haben soll, ist auch in der Schriftsteller- Carl Wessel, Direktor der Solvay- Werke in Bernburg. freiheit in Desterreich. Die Geschäftsordnung welt nicht unbekannt, steht in regem Verkehr mit hervor- 3. Wunnerlich, Kommerzienrath und Mitglied des Reichstags in Hof. ragenden parlamentarischen und politischen Persönlichkeiten im Reichstage. I. und kennt in Folge langjährigen Aufenthaltes in ver- Guft. Ziegler, Geh. Kommerzienrath und Mitglied des Reichstags in Dessau. Novelle aus dem Arbeiterinnenleben. schiedenen deutschen Bundesstaaten die Bedürfnisse, die Die Zu Ulrich v. Huttens Gedächtnißfeier. poffibilistischen Arbeitervertreter im Pariser politischen Verhältnisse von Nord und Süd." Nun, wir Bimmermann, Kommerzienrath, Beigeordneter und Fabrikbesitzer in Es ist eine wahre Wollust, diese stattliche Reihe stattGemeinderathe. III.- Die Zentral- Kranken- wollen gar keinen Namen wissen, denn da das Geld heute auch die Zeitungen und deren Federn regiert, so ist Herrlicher Kommerzienräthe zu mustern. Nur einmal stußten und Sterbekasse der Tischler.- Die Haus Dr. Salomon als Verleger für den Charaker der wir, als wir über die Liste der Titelgeschmückten dahinindustrie in Thüringen. ,, Deutschen Arbeiterzeitung" flogen. Wir fanden dabei auch den Namen-- Hasenclevers! Glücklicherweise war es nur der KommerzienWem dieser Name noch nicht genügt, dem mögen rath in Remscheid! die Mitauftraggeber alles sagen, deren Unterschriften den Die Tendenz des ganzen Unternehmens wird in dem Prospekt zieren. Die nationalliberalen Zeitungsgründer Empfehlungsrundschreiben folgendermaßen dargestellt:„ Das find allem Anschein nach von der Ueberzeugung ausge- lediglich der Förderung der sozialpolitischen Fragen ge= gangen, daß erst vom kommerzienrath ab die Fähigkeit widmete Unternehmen soll zunächst in Arbeiterkreisen ,, Berliner Volks- Tribüne" beginne, Arbeiterblätter ins Leben zu rufen. Wir leſen wirken, soll den Arbeitsmann durch eine ſchlichte, ſachgemäße unter dem Aufruf: Politische Nachrichten.- Gewerkschaftliches, Lohnbewegung. Vereine und Versamm lungen. Die Sozialpolitisches Wochenblatt, erscheint jeden Sonnabend früh in Berlin und sucht in gründ= lichster Weise alle auftauchenden politischen und wirthschaftlichen Fragen vom sozialistischen Standpunkte bezeichnend genug. Vorführung der wesentlichsten sozialpolitischen Prinzipien, Wilh. Dechelhäuser, Geh. Kommerzienrath und Mitglied des Reichs- soweit dieselben sich innerhalb der Grenzen des Erlaubten tags in Dessau. Guft. Böhm, Fabrikbefizer, Mitglied des Reichstages und des heffischen Landtages in Offenbach a. M. Dr. Buhl, Reichsrath der Krone Bayern, Reichstagsabgeordneter und Gutsbefizer in Deidesheim. A. Bürklin, a. Haardt. und des Erreichbaren bewegen, von dem wohl meinenden Charakter der neuesten sozialen Gesetzgebung überzeugen, soll ihn mit seinem Loose zufrieden machen, ihn mit dem leider allzu schroff betonten Gegenaus zu beleuchten. Mit derselben Entschiedenheit, mit welcher die Drachenheim Mitglied des Reichstags und Gutsbesizer in saße zwischen Kapital und Arbeitskraft aussöhnen, ſein Pet. Busch, Handelskammer- Vizepräsident und Fabrikbefizer in Hoch- Mißtrauen gegen die wohlwollende Initiative der Arbeitneukirch, Rheinproving. ,, Berliner Volks- Tribüne" demgemäß die großzen, allesbeherrschenden Gegensäße von Kapital E. und Arbeit behandelt, zieht sie auch alle Einzelheiten der Dr. Gewerkschaftsbewegung, der Fabrikgesetzgebung, der Arbeiterversicherung, der Steuer- und Parteikämpfe in den Kreis ihrer Betrachtungen. Gerade heute, wo das Vereinsleben der Arbeiter gänzlich darniederliegt, erscheint uns ein Wochenblatt, wie das unsrige als ein unentbehrliches Aufklärungsmittel des Volfes. Bei Bestellungen in Berlin wende man sich stets direkt an die Spediteure. Dieselben liefern die„ Berliner Volks- Tribüne" für 50 Pfennige monatlich jeden Sonnabend Morgen frei in's Haus. Der Verlag der Berliner Volks- Tribüne". Berlin S. O., Oranienftr. 23. Es lebe das neue Arbeiterblatt! Ein neues Arbeiterblatt? hören wir erstaunt unsere Leser fragen. Ein neues Arbeiterblatt in dieser Zeit der Confistationen und Verbote? Th. G. P. Clauß, Fabrikbefizer, Stadtrath und Mitglied des Reichstages und der 2. sächsischen Ständekammer in Chemniz. Carl Glemm, Sommerzienrath, Fabrikant und Mitglied des Reichstags in Ludwigshafen a. Rhein. tags in Magdeburg. Croon, Beigeordneter und Fabrikbefizer in M.- Gladbach. Dr. M. Dürre, Fabrikbesizer, Stadtrath und Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses in Sudenburg- Magdeburg. Duvigneau, Fabrikdirektor, Stadtrath und Mitglied des ReichsMar Erdleuß, Fabrikbefizer in M.- Gladbach. v. Eynern, Kaufmann, Mitglied des Rheinischen Provinzial- Landtages und des preußischen Abgeordnetenhauses in Barmen. Feustel, Mitglied mehrerer industrieller Gesellschaften und des Dr. Frowein, Fabrikbesizer und Assessor a. D. iu Elberfeld. Gebhard, Kommerzienrath, Konsul und Fabrikbesizer in Vohwinkel, Rheinprovinz. Dr. Fr. Hammacher, Bergwerksbefizer, Mitglied des Reichstags und preußischen Abgeordnetenhauses in Berlin. W. Hasenclever, Kommerzienrath in Remscheid. v. Heede, Fabrikbefizer und Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses in Haus Hörde bei Halver, Westfalen. Reichstags in Bayreuth. tags in Berlin. . Henneberg, Ingenieur und Fabrikbefizer, Mitglied des ReichsReinhold Hoffmann, Fabrikbesizer, Mitglied des Reichstags in Neugersdorf, Sachsen. Nun, beruhige dich, lieber Leser. Es handelt sich Eugen Holzmann, Fabrikbefizer und Mitglied des Reichstags in Breitenhof, Sachsen. vorläufig erst noch um ein Projekt, um ein schon oft Fr. Kalle, Mitglied des Reichstags in Wiesbaden. erwogenes, trotz aller lauten Reklame aber niemals ver- strafft, Kommerzienrath, Fabrikbefizer, Mitglied bes Reichstags und wirkliches Projekt; und wenn man von den Thatsachen der Vergangenheit auf die Wahrscheinlichkeiten der Zukunft Dr. schließen darf, so wird es vielleicht diesmal wieder nichts mit der ganzen Geschichte. der 2. badischen Kammer in St. Blasien. v. Kulmiz, Fabrik- und Rittergutsbefizer, Mitglied des Neichstags in Saarau, Schlesien. star Straemer, Eisenwerksbefizer und Mitglied des Reichstags in St. Ingbert, Rheinpfalz. Freilich, Rücksichten auf die Hochwohllöbliche, auf Preßprozesse und sozialistengesetzliche Netze und Fallen werden es nicht sein, welche dem Blatte den Tod bereits Dr. im Mutterleibe zufügen könnten: denn wir wollen unseren Lesern die freudige Mittheilung nicht länger ver- Alb. hehlen-es stammt aus bester Familie und wird nach oben niemals Anstoß erregen. Dr. J. Miquel, Oberbürgermeister, Mitglied des Reichstags und des preußischen Herrenhauses in Frankfurt a. M. Fr. Herm. Müller, Bergwerks- und Fabrikbefizer, Mitglied des Reichstags in Bornstedt- Neuglück bei Eisleben. Niethammer, Kommerzienrath, Fabrikbefizer, Mitglied des Reichstags und der 2. sächsischen Ständekammer in Kriebstein, Sachsen. Otto Dechelhäuser, Kommerzienrath und Fabrikbefizer in Berlin. Schon die geschäftliche Seite verbürgt das.„ Druck David Peters, Fabrikbefizer in Neviges, Rheinproving. und Verlag übernimmt auf eigene Rechnung der Dr. Reichardt, Kommerzienrath und Fabrikdirektor in Dessau. Dr. F. Salomon in Berlin." Ueber eine besondere Weis- Mar Nöffler, Fürstlicher Betriebsdirektor in Schlierbach b. Wächheit dieses modernen Salomon ist bisher noch nichts an das Licht der Oeffentlichkeit gedrungen; aber er besitzt, was heute viel mehr besagen will, Fabriken in Schlesien und Berlin und ist der Verleger der nation alliberalen Nationalzeitung- und das sagt alles! Der Verfasser des uns vorliegenden Prospektes scheint das auch gefühlt zu haben, denn über den geistigen tersbach. Rumpff, Fabrikbefizer und Mitglied des preußischen AbgeordnetenSchlittgen, Generaldirektor und Rittmeister a. D. in Marienhütte Joh. Sedlmayr, Kommerzienrath, Brauereibefizer und Mitglied des Reichstags in München. Seyffardt, Fabrikbefizer, Beigeordneter und Mitglied des preußischen hauses auf Schloß Aprath bei Elberfeld. bei Kozenau. Abgeordnetenhauses in Crefeld. geber beseitigen, ihn der verderblichen Einwirkung jener gewissenlosen, spekulativen Aufreizung entziehen, welche unter dem Namen der Sozialdemokratie eine bis zur Gemeingefährlichkeit gesteigerte Thätigkeit entfaltet, die nicht allein durch strafrechtliche Verfolgung, sondern zugleich auch durch praktische Aufklärung der Massen erfolgreich bekämpft werden kann. Das Unternehmen soll ein arbeiterfreundliches sein. Dasselbe soll gemeingefährlichen Bestrebungen, soll einer Verhezung des Arbeiters gegen den Arbeitgeber mit Ruhe und Nachdruck, gebotenen Falles aber mit überzeugender Schärfe entgegentreten." Troß dieser löblichen Fürsorge für das materielle und geistige Wohl des Arbeiters ist Freund Prospektus aber doch klug genug, mehr auf das Entgegenkommen der Arbeitgeber" wie der Arbeiter zu rechnen. Aus diesem Grunde macht er denn auch den sehr klugen Vorschlag: jeder Unternehmer Deutschlands solle auf je 25 von ihm beschäftigte Arbeiter mindestens ein Exemplar für 2 Jahre abonniren! Wir begreifen bloß nicht, warum nicht gleich weiter empfohlen wird, jeder Unternehmer solle feine Arbeiter in Kolonnen von je 25 eintheilen und für Aufgabe zufällt, nach Feierabend seine Genossen zum Appell jede Kolonne einen Vorleser ernennen, dem die erhebende antreten zu lassen und ihnen das neueste hohe Lied Salomonis auf die versöhnten Gegensätze von Kapital und Arbeit vorzutragen! Andernfalls dürfte das neue Arbeiterblatt meistentheils ungelesen den Weg alles Jrdischen antreten! Wir Sterbende grüßen dich! Für die Steinmeßen Deutschlands. Es giebt in der Industrie viele gefährliche Berufe. In manchen Geschäftszweigen stehen die Arbeiter in fortwährender Gefahr, durch plößlich eintretende, ganz unerwartete und unvermeidliche Ereignisse geschädigt, verlegt und getödtet zu werden, wie die Bergleute, die Schiffer, die Fischer und andere. In anderen Berufen haften am Material und an der Arbeitsweise Schädlichkeiten, welchen die Arbeiter unterliegen, wie die Arbeiter, die mit Phosphor, Blei und anderen schädlichen und giftigen Stoffen hantiren. Fast überall hat man in neuerer Zeit diesen Schädlichkeiten der Gewerbe durch Sicherheitsmaßregeln entgegen zu treten versucht und danach gestrebt, die Ursachen der Schädlich 1 keiten zu erkennen, sie zu verhindern. Man ist da freilich| Stein herabrieselnde Sand, er bildet ihren Grabhügel. Broschüren, Biographien, blödsinnigen Liedern, Artikeln mit immer sehr bald an einer Grenze angekommen, bei welcher Bald ist sein Maß erfüllt, die Uhr ist abgelaufen, der dem Bilde des Generals überschwemmt. Es wurden Vores hieß: mehr kann nicht geschehen zum Verhüten der Steinmez legt Eisen und Klopfholz hin. Noch eine kurze hänge mit dem Porträt Boulanger's vertheilt, Illustrationen schädlichen Einwirkungen, die mit der Ausübung des Zeit schleicht er als schwacher, fiecher Mann dahin, dann feierten ihn als Held, Märtyrer, Messias. Im Zenith Gewerbes verbunden sind, denn das verträgt die Intragen ihn seine Kameraden da hinaus, wo sie auch sehr der widersinnigen Geschmacklosigkeit steht ein Bild, das Es sind Sterbende, die auf Boulanger als Christus am Kreuz darstellt, mit dem Minidustrie nicht, d. h. der Geldgewinn der Unternehmer bald hingetragen werden. würde dadurch geschmälert werden. Da aber die Geld- den Werkpläßen der Steinmetzen ihren„ Meistern" den sterium Tirard als Römern, und Frankreich als Mater dolorosa im Vordergrund und Judas- Bismarck im Hinterrente, der Kapitalprofit in unserer heutigen Herstellungs- Verdienst zusammenklopfen. und Wirthschaftsweise die Hauptsache und das Bestimmende Hier wie nirgends ist die Neberanstrengung der Akkord- grund! Dazu wurden die unglaublichsten Legenden kolist, dem alle anderen Rücksichten weichen müssen, so war arbeit der ungeschminkte Mord des Arbeiters, hier wie poltirt; Boulanger war bald der Sohn Napoleons I., dasjenige, was zum Schutz der Arbeiter geschehen konnte, nirgends ist die überlange Arbeitszeit bei schlechter Bezahlung bald ein Sproß Napoleons III. Die bonapartistischen, monarchistischen und klerikalen Kreise arbeiteten mit Hochimmer nur sehr wenig und unzureichend. Nicht einmal geradeaus tödtlich. die Verarbeitung des gelben Phosphors, die sich sehr gut Und wie treu find sie im Beruf! Bis zur Grenze druck für die Erwählung, und sie erhielten Verstärkung vermeiden läßt, hat man bis heute beseitigen können. der letzten Möglichkeit quält sich der abgemattete Körper, durch das Lumpenproletariat von Hand- und Kopfarbeitern. Eines der Gewerbe, das mit zu den am meisten für sich und die Lieben die Nahrung herauszuschlagen. In Cambrei hatte der Erzbischof die Wahlkampagne ormörderischen für die Arbeiter gehört, ist das Steinmegen- Nur 2 Tage frank, starb der Steinmez Albert Ulrich zu ganisirt und ließ Stimmzettel mit dem Namen des Generals gewerbe. Es sind bei demselben nicht sowohl die Gefahren Halle an der Lungenschwindsucht, 26 Jahre alt, bis zum vertheilen. Die Zahl der Stimmen, welche Boulanger auf sich in Betracht zu ziehen, die mit dem Hantiren und Verlegten Ermatten sorgte er für seine Frau und fein liebes seßen der großen Steinblöcke verbunden sind, obgleich diese Kind, die er so frühe schon verlassen mußte. Manche vereinigt, macht im ersten Augenblick einen Eindruck, verauch ab und zu ihre Opfer fordern, hierbei ist das Gewerbe freilich wirft der tückische Feind schon früher nieder und liert aber bedeutend an Wichtigkeit, wenn man bedenkt, nicht gefährlicher, als das der Maurer, Zimmerer, Maschinen- fesselt sie Jahre lang an's Krankenlager. Bis zu 2 Jahren daß 1885 der bonapartistische Kandidat im Norddepartement bauer und mancher anderer Berufe. Nein, die Arbeit lang hat mancher auf den erlösenden Tod zu warten. über 160 000 Stimmen erhielt. Fügt man zu diesen noch selbst zieht den Tod mit einer ganz erschrecklichen Sicher- Jm Durchschnitt dauerte die eigentliche ,, Arbeitsunfähig die monarchistischen, klerikalen und lumpenproletarischen heit und Schnelligkeit herbei, wie nur in sehr wenigen keit", d. H. die Zeit, in der der Kranke durchaus außer Stimmen hinzu, so zeigt sich, daß der General fast gar feine republikanischen Wähler gefangen hat. anderen Gewerben. Zwar der Stein, den der Steinmetz Stande war, zu arbeiten, 36 bis 39 Wochen. Giebt es da kein Mittel, ist da kein Rath? bearbeitet, enthält an sich keine besonderen Schädlichkeiten. Die Radikalen, welche in ihren Organen mit anDie Arbeitsstelle des Steinmetzen, entweder in der freien Dja, sicher! Abkürzung der Arbeitszeit, Beseitigung erkennenswerther Schärfe gegen den plebiszithungrigen Luft oder in einem abgeschlossenen, meistens recht gut jeder Akkordarbeit! Oho! das verträgt unsere In- Boulanger donnern, haben eine ungemein schlappe und gelüfteten Raum, kann auch besondere Schädlichkeiten duſtrie nicht! Nun, dann müssen die Steinmetzen weiter miserable Haltung in der eigentlichen Wahlkampagne ge= nicht erzeugen. Aber sei es nun der scharfe Staub, der sterben in der Blüthe ihrer Jahre. Der Staat thut für zeigt. Nur die einzigen Sozialisten sind der Strömung beim Bearbeiten der Steine abgehauen wird, sei es die sie nichts, er schützt sie nicht, das wäre gegen das freie mit leidenschaftlicher Energie entgegen getreten. Guesde fortwährende Erschütterung des Brustkastens und seines Spiel der wirthschaftlichen Kräfte", das dem einen guten hat in den letzten Wochen sein ganzes Talent, seine ganze Inhaltes durch die Muskelanstrengung und das Dröhnen Verdienst und langes behäbiges Leben, dem andern frühen Thatkraft gegen Boulanger in die Wagschale geworfen, er der Arbeitsschläge des Steinmetzen, sei es beides zugleich, Tod und ein Leben in Kummer und Noth herausspielt. agitirte in allen Industriezentren des Norddepartements, ihn faßt mit entseßlicher Sicherheit die Lungen- Wenn die Steinmetzen aber ihre Lage selbst erkennen und wohin auch das possibilistische Nationalfomité drei schwindsucht und rafft ihn in der Blüthe der Jahre zur Verbesserung derselben schreiten wollen- oh, wozu Vertreter: Joffrin, Allemane und Labusquière sendete, dahin. Man möge dabei bedenken, daß dem Steinmez- find der§ 128 des Strafgesetzbuches, der§ 153 der welche im gleichen Sinne wie Guesde wirkten. Die Vossigewerbe sich in der Regel nur gesunde und kräftige junge Reichsgewerbeordnung, die Dußende von Paragraphen der bilisten haben außerdem eine„ antiboulangistische Liga" Arbeiter zuwenden, da dasselbe nicht unbedeutende Kraft Vereinsgefeße, die Streiferlasse, die Polizei, die schwarzen leistungen verlangt, wenn auch zugegeben werden muß, Listen der Herren Meister da! daß in Steinmetzfamilien sicher eine Vererbung des Schwindfuchtskeimes stattfinden mag. Der Boulangismus und die Lage in Frankreich. gebildet und suchen durch Sammlungen die Mittel zu einer regen, gut genährten Agitation zusammen zu bringen. Sämmtliche klassenbewußte Arbeiter sind entschiedene Feinde der boulangistischen Bestrebungen. geordnetenhauses: Sie wissen, daß heute nur ein Cäsarismus von der Einen Blick in dieses Grab der Gesundheit der Bourgeoisie Gnaden lebensfähig ist, daß er seine AufArbeiter gestattet eine statistische Aufnahme, die der Verband deutscher Steinmezen über die Sterbefälle, gabe darin suchen muß, die Freiheit des Proletariates zu welche in den Jahren 1886 und 1887 in einer Anzahl Die Republik ist bedroht, dies ist die Befürchtung, unterdrücken, um die schrankenlose Ausbeutungsfreiheit des Städten im Steinmeßgewerbe vorgekommen sind, zusammen- welche sich dumpf und schwer Jedes bemächtigt, welcher Kapitals zu retten und zu erhalten. Das angstgelähmte gestellt hat. Das Material stammt aus den Orten Berlin, die Lage Frankreichs in der letzten Zeit verfolgt. Wie Bürgerthum ist es, das sich an den Helden des Degens Leipzig, Hamburg, Halle a. S., Bunzlau, Breslau, Riesa, zwischen Scylla und Charybdis wird sie zwischen dem klammert, der ihm Ruhe nach innen und außen zu sichern Plauen, Stadthagen, Bremen, Freiburg i. B., Hannover, Gespenst Ferry und der Gefahr Boulanger hin- und her verspricht. Das Proletariat jedoch weiß, was es heute Rinteln und Velpke. Es kann auch in diesen Städten, geworfen. Erstere Eventualität eröffnet den Ausblick auf von einem militärischen Diktator zu erwarten hat, und besonders in den größeren Orten, vielleicht nicht alle die wildesten Ausbeutungsorgien der Bourgeoisie mit der wenn er vor der Erreichung seines Zieles die Massen Todesfälle umfassen, man ist aber bemüht gewesen, es so Krone einer orleanistischen Restauration, leßtere be noch so sehr umschmeichelt. Unsere französischen Brüder vollständig als möglich zu gestalten, so weit dies einer deutet die militärische Diktatur mit allen ihren Schrecken thun daher recht, wenn sie den Boulangismus als eine furchtbar ernste Gefahr behandeln, auch wenn er noch so Privatthätigkeit, der keine Zwangsmittel zur Verfügung und volksfeindlichen Maßregeln. stehen, überhaupt möglich ist. Es ist mit Umsicht und Die Anhänger der alten Systeme mit alten und neuen demagogisch volksfreundlich auftritt. größester Gewissenhaftigkeit verfahren worden. Prätendenten, das Gezänk der parlamentarischen Kliquen Aus den genannten 14 Orten sind in den zwei haben eine radikale Weiterentwicklung der Republik verJahren 1886 und 1887 zusammen 87 Todesfälle dem hindert, die Massen in ihren Hoffnungen getäuscht und den Ueber die heutige Preßfreiheit in Oesterreich Verbandsvorstande gemeldet worden und von diesen Glauben an die alleinseligmachende Wunderkraft der bloßen äußerte der gewiß nicht ,, revolutionär" gesinnte Jungtscheche 87 Gestorbenen sind 82, schreibe zweiundachtzig, republikanischen Staatsform erschüttert. Nur diesen Dr. Gregr in der Budgetdebatte des österreichischen Abden Lungenkrankheiten erlegen. Unter diesen Lungen Umständen ist es zuzuschreiben, daß nach den achtzehn krankheiten war wiederum nur ein Fall, der eines Jahren des Bestandes der Republik die monarchistischen 45 jährigen Mannes, in dem die Krankheit eine Erkältungs- und zäsaristischen Umtriebe Triumphe feiern und sich täglich form hatte, er starb an Lungenentzündung, in allen mehr von Intriguen zu Verschwörungen entwickeln, bestimmt, anderen 81 Fällen lautete der ärztliche Todtenschein auf die Republik zu erdrosseln. Alle Interessen und Personen, ,, Lungenschwindsucht". welche von der Republik bei Leitung und Verwaltung des Von den 87 Gestorbenen erreichte einer ein Alter staatlichen Lebens bei Seite gerückt waren, sie haben sich von 58 Jahren, einer 56, einer 55 Jahren. Sämmt- gegenwärtig um Boulanger gruppirt, um mit und durch liche 84 andere kamen nicht über das 46. Lebens- ihn zum Ziele zu gelangen. Derselbe Mann, der mit jahr hinaus. 20 Gestorbene standen zwischen dem seiner antik- republikanischen Gesinnung renommirte und vollendeten 39. und dem 46. Lebensjahr; 39 Gestorbene sich als Vollblutdemokrat gerirte, läßt sich durch die Anstanden im Alter zwischen dem vollendeten 29. und dem hänger aller reaktionären Systeme überall als Kandidat noch nicht vollendeten 39. Lebensjahr und 25 standen in aufstellen und wählen. Die am 15. April in dem Nordden zwanziger Jahren, der jüngste Gestorbene war 20 Jahre departement stattgehabte Erwählung Boulanger's durch alt geworden. Nun müssen wir noch den ältesten Mann, 172 528 Stimmen, ist das Siegel, welches das frevle den, der 58 Jahre gelebt hatte, ausscheiden, denn er war Bündniß der Reaktion gegen die Republik bescheinigt. zwar gelernter Steinmez, hatte das Gewerbe aber aufSie bestätigt die Thatsache, welche schon vor der gegeben und nährte sich als Gastwirth und Schiffer. Wahl im Departement Aisne gefühlt wurde und vor derEr hielt sich nur zu seinen früheren Kollegen und wurde jenigen in der stockbonapartistischen Dordogne über allen deshalb hier mitgezählt. Lassen wir ihn weg, so stelli 3weifel erhaben war: nämlich, daß in Boulanger alle sich das Durchschnittsalter der 86 gestorbenen Steinmetzen reaktionäre Schattirungen ihr Heil sehen und daß er auf fast genau 34 Jahre und einem Monat. Eine er von ihnen unterstützt wird. Vor Allem sind es die Bonaschrecklich niedrige Zahl. partisten, welche ihre Bestrebungen mit dem Boulangismus Die 86 Gestorbenen hinterließen 50 Ehefrauen und zusammengeschweißt haben: edle Seelen finden sich. Und 133 Kinder, von welchen die ältesten freilich bis in's Boulanger nimmt dankend jede Unterstützung an, hütet 31. Lebensjahr hinaufreichten( die Aufzeichnungen sind sich, durch ein bestimmtes Programm, irgend eine politische hier nicht erschöpfend), die größere Mehrzahl aber natür Richtung zurückzustoßen. Halb zog sie ihn, halb sank er lich im erwerbsunfähigen Alter stand. hin", dies die Charakteristik seines Verhältnisses zur ReWelch' Elend, welche Noth spricht aus diesen Zahlen. aftion. Während der„ erste" Soldat Frankreichs in seinen Es läßt sich leider keine Vergleichung mit früheren Blättern behauptete, jeder politischen Agitation fern zu Verhältnissen anstellen, da jedes Zahlenmaterial fehlt. Man stehen, beweisen die vom Matin" veröffentlichten, zwischen kann nur die Vermuthung aussprechen, daß die Sterblich Boulanger und dem Grafen Tillon gewechselten Depeschen, keit der Steinmetzen gegen früher gestiegen sein muß, denn daß der Zäsarenlehrling der Mittelpunkt der Bewegung in den letzten Jahren hat sich leider die fluchwürdige war und ist.„ Bearbeitet die Presse und die öffentliche Akkordarbeit auch in dies Gewerbe eingeschlichen. Der Meinung", war das geheime Losungswort, das die Wirkung durch unsere anarchische Wirthschaftsweise hervorgerufene seiner öffentlichen Verleugnung lähmte und aufhob. Wettlauf um den Gewinn ohne jede Rücksicht hat die Es zeigt sich immer deutlicher, daß er bereits von Ausnutzung der Arbeitskraft der Steinmeßen ganz un- Anfang an Fühlung mit den Bonapartisten gehabt geheuer gesteigert. Mit jedem Schlage aber, den der hat, und daß diese die Kosten der boulangistischen Kampagne Steinmetz mit dem Klopfholz gegen sein Eisen thut, kann deckten, welche im Norddepartement allein über 1 Million man sagen, reißt eine kleine Faser seiner Lunge. Das Franks betragen haben. Der Wahlapparat, der in Be lustige Klopfen auf den Werkpläßen der Steinmetzen, es wegung gefeßt, war riesig und grotesk. Die Bauern und ist das Ticken der Todtenuhr für die dort beschäftigten Arbeiter wurden durch unverschämte Spekulation auf die Männer, jeder Schlag ist ein Stück ihres Lebens; der vom menschliche Dummheit„ bearbeitet". Das Land war von Die Preßfreiheit ist gewiß eine der wichtigsten Freiheiten, ohne die sich ein freiheitlicher Staat heute gar nicht denken läßt. Wie ist es in Desterreich mit der Preßfreiheit unter dem Ministerium Taaffe, respektive unter dem Justizminister Prazak beschaffen? Artifel XIII der Staatsgrundgesetze sagt: ,, Jedermann hat das Recht, durch Wort, Schrift und Druck seine Meinung innerhalb der gesetzlichen Schranken frei zu äußern." Welches sind denn nun diese gesetzlichen Schranken für unsere Preßfreiheit? Objektives Strafverfahren heißen diese gesetzlichen Schranken der Freiheit. Und was bedeutet das objektive Strafverfahren? Dieses bedeutet: Die Presse in Desterreich unterliegt der Willkür des Staatsanwaltes, des Polizeibeamten, des Bezirkshauptmannes( So ist es! rechts und links.) Das ist heute das einzig geltende Gesetz für die Preßfreiheit in Desterreich.( Abgeordneter Dr. Basaty: Ganz richtig!) Es wäre lächerlich, von Preßfreiheit in einem Staate zu sprechen, in welchem es bloß des Winkes eines Ministers, eines Statthalters bedarf, um eine jede Druckschrift zu unterdrücken. Es wäre frivol, von Preßfreiheit in einem Staate zu sprechen, wo es von der Laune, von der Nancune, von der oft sehr beschränkten Einsicht( Sehr gut! und Heiterkeit links) eines untergeordneten Beamten abhängt, eine jede Nummer einer beliebigen Zeitung zu tonfisziren. Soll ich dies durch irgend welche Belege oder konkrete Fälle beweisen? Ich glaube, es wäre überflüssig. Vergeht doch faum ein einziger Tag in Oesterreich unter dem Minister Prazat, wo nicht irgend ein Blatt oder eine Druckschrift der Konfiskation anheimfällt! Es wäre unmöglich, alle Dinge aufzuzählen, die konfiszirt werden; viel leichter wäre es, zu fagen, was eigentlich nicht fonfiszirt wird. Konfiszirt wird Alles, was irgend einem Statthalter, einem Bezirkshauptmann, einem Polizeibirektor und ich weiß nicht, was für einem untergeordneten Beamten nicht fonvenirt. Ist zum Beispiel irgend ein Blatt der Meinung, daß unsere Politik auf dem besten Wege ist, Desterreich durch einen unüberlegten Krieg mit Rußland zu Grunde zu richten, wird es konfiszirt: bringt eine Zeitung einen Artikel über Deutschland und Preußen, welcher nicht in Liebe, Ergebenheit und Demuth gegen Preußen erftirbt, wird sie konfiszirt; zweifelt irgend ein Blatt, daß unser jegiger Unterrichtsminister nicht der genialste Unterrichts minister ist( Lebhafte Heiterkeit), der jemals auf einer Ministerbank saß, wird es fonfiszirt.( Erneuerte Heiterfeit.) Aber nicht nur die Handlungen der Regierung unterliegen der Konfiskation. Jeder Beamte, jeder Sicherheitswachmann, jeder Gemeindebeamte ist ein Noli me tangere( Rührmichnichtan) für unsere Presse, wie zum Beispiel eine Konfistation beweist, die in den letzten Tagen in Prag erfolgte, wo ein Blatt des wegen fonfiszirt wurde, weil es seine Verwunderung darüber aussprach, daß ein untergeordneter Gemeindebeamter von Prag fünf Monate dazu brauchte, um eine Petition an den Reichsrath zu verfassen.( Hört! Hört! rechts.) Der einfache Umstand, daß das Blatt über diese Langsamkeit des be-| Schriftführern, von denen zwei zu seiner Rechten und zwei| wird aber alles schon vorher in Aussicht genommen und treffenden Gemeindebeamten seine Verwunderung aussprach, zu seiner Linken Plaz nehmen. daher vollziehen sich die Wahlen schneller als es, wie genügte schon, um das Blatt auf Befehl des Statthalters zu Sodann erfolgt die Bildung der Abtheilungen. gesagt, nach dem hier beschriebenen Verfahren den Ankonfisziren.( Hört! Hört! rechts.) Das Empörendste bei diesen Konfiskationen aber ist, wenn die Blätter deswegen Es werden nämlich die Namen aller anwesenden Mit- schein hat. Wahr- glieder Dem Präsidenten liegt die Leitung der Verhandlungen, tonfiszirt werden, weil sie eine Notiz bringen, deren Wahr- glieder in die Urne gelegt. Dasjenige Mitglied, dessen heit über alle Zweifel erhaben ist, wenn fie ein wirkliches Namen nun zuerst wieder aus der Ürne gezogen wird, die Handhabung der Ordnung und die Vertretung des Faktum bringen, dessen Wahrheit vollkommen bewiesen ist... Solch ein Bezirkshauptmann, wenn er so eigentlich recht wird der ersten, das zweite der zweiten Abtheilung Reichstags nach außen ob. Er hat das Recht, den Sizumin die Konfiskationswuth hineingerathen ist( Lebhafte Heiter zugetheilt u. s. f. Im Ganzen werden sieben Abtheilungen gen der Abtheilungen und Kommissionen mit berathender feit), der konfiszirt Alles, was ihm unter die Hand kommt, von möglichst gleicher Mitgliederzahl gebildet, so daß der Stimme beizuwohnen. Er beschließt über die Annahme selbst Reden, welche von Abgeordneten hier im Hause ge- achte gezogene Name wiederum zur ersten, der neunte und Entlassung des für den Reichstag erforderlichen Verhalten worden sind.( Hört! Hört! links.) Aber genug solcher Beispiele. Ich habe eine sehr reich- wiederum zur zweiten Abtheilung zählt. Da der Reichstag waltungs- und Dienstpersonals, sowie über die Ausgaben haltige Sammlung solcher interessanter Stonfiskationen unter 397 Mitglieder zählt, so kommen, wenn keine Mandate zur Deckung der Bedürfnisse des Reichstags innerhalb des Er ernennt die Quästoren, der jezigen Regierung gesammelt, ich werde sie im vater- erledigt sind, auf 5 Abtheilungen je 57 und auf 2 Ab- gefeßlichen Voranschlages. ländischen Museum deponiren( Lebhafte Heiterkeit), damit ein theilungen je 56 Mitglieder. Die so durch's Loos ge- weist den Vicepräsidenten und Schriftführern ihre besonderen späterer Geschichtsschreiber einen Lorbeerkranz für unseren wählten 7 Abtheilungen bestehen für die ganze Dauer der Funktionen, z. B. Oberaufsicht über die Stenographie, die Justizminister flechte.( Lebhafte Heiterkeit.) Zu allen Zeiten hat man eine Rabinetsjustiz, das Session fort, wenn nicht der Reichstag auf einen durch Bibliothek, die Restauration, die Tribünen an, ertheilt den heißt eine Justiz, wo nicht nach Recht und Gesez, sondern 50 Unterschriften unterstützten Antrag ihre Erneuerung Mitgliedern des Reichstags bis zu 8 Tagen Urlaub( für nach den Befehlen der Regierung, des Kabinets geurtheilt beschließt. Jede Abtheilung hat ihr eigenes Zimmer, wo längere Zeit bewilligt der Reichstag den Urlaub), ist jedeswird, für ein Merkmal eines rechtlosen und despotischen sie ihre Sizungen abhält; sie wählt mit absoluter Stimmen- maliger Vorſißender der Adreßkommiſſion, ferner Mitglied Staates gehalten. Nun, meine Herren, was ist das für eine Justiz, die mehrheit einen Vorsitzenden und einen Schriftführer, sowie und Sprecher jeder Deputation. Die Vicepräsidenten vertreten den Präsidenten in Beheute unter dieser Regierung der Presse gegenüber geübt Stellvertreter für beide. wird? Ist das nicht auch Kabinetsjustiz, und zwar der Die Abtheilungen sind ohne Rücksicht auf die Zahl hinderungsfällen nach der Reihenfolge ihrer Erwählung. ärgsten Art, wo nicht nach Recht und Gesetz und Billigkeit, der anwesenden Mitglieder beschlußfähig; sie haben die Die Schriftführer haben für die Aufnahme des Einsicht untergeordneter Beamten, geurtheilt wird?( Sehr Vorprüfung der Wahlen, weshalb ihnen eine möglichst Protokolls und den Druck der Verhandlungen zu sorgen, gleiche Anzahl der einzelnen Wahlverhandlungen durch das daher auch die Revision der stenographischen Berichte zu Ich könnte stundenlang über dieses Thema reden, aber 2008 zugetheilt wird; sie vollziehen auch die Wahlen der überwachen. Sie lesen die Schriftstücke vor, halten den ich glaube, ich habe genug geſagt, um bewieſen zu haben, daß die sogenannte Preßfreiheit unter dieser Regierung eine Kommissionsmitglieder und regeln ihre Tagesordnung Namensaufruf, vermerken die Stimmen und haben den reine Zuusion ist. Ich schließe dieses traurige Kapitel mit selbst, doch ist auch der Präsident des Reichstags berechtigt, Präsidenten in der Besorgung der äußerlichen Angelegenheiten des Reichstages zu unterſtüßen. einem Zitate aus Tacitus. Der römische Geschicht für sie Sigungen anzuberaumen. schreiber, als er die Tyrannei unter einem Diokletian so recht drastisch charakterisiren wollte, wußte keinen anderen Ausdruck, als indem er sagte: Wir befanden uns auf dem Gipfel der Senechtschaft, indem uns von den Behörden sogar der Gedankenaustausch verboten war. sondern nach der Laune, der Rankune und der bornirten gut! links.) Der Reichstag ist nur dann beschlußfähig, wenn mehr Präsidenten, Schriftführer und Quästoren bilden den als die Hälfte seiner Mitglieder, also mindestens 199, Vorstand des Reichstags. Der Vorstand, mindestens anwesend find. Nur für die Bildung der Abtheilungen aber die Aemter der Präsidenten dauern auch während besteht eine Ausnahme, sie werden ohne Rücksicht auf die der sig ungsfreien Zeit fort, da immerhin AngelegenAn diesen wenigen Beispielen glaube ich gezeigt zu haben, Anzahl der anwesenden Mitglieder gebildet und es wird heiten des Reichstags auch in dieser Zeit zu erledigen sind. spektirt werden. Aber nicht genug daran, daß die Freiheit, ihnen, wie bemerkt, von den eingegangenen verlooften In der Regel werden auch die einmal gewählten Vorstandsunsere verfassungsmäßigen Grundrechte unter dieser Re- Wahlverhandlungen eine möglichst gleiche Anzahl zur Vor- mitglieder wieder gewählt, wenigstens in den Sessionen derselben Legislaturperiode, d. h. desselben Reichstags, weniger gierung mißachtet und geschädigt werden, hat die jetzige Re- prüfung zugetheilt. rechte zu annulliren, das ist die Erfindung der Aus= Die Mitglieder des Reichstags sollen als solche keine gierung noch ein Mittel gefunden, um überhaupt die Grund- Nachdem die Abtheilungen gebildet sind, wird die dagegen beim Beginn einer neuen Legislaturperiode, weil nahmsgesetze. Wir haben bereits Ausnahmsgesetze für Beschlußfähigkeit des Hauses festgestellt. Nicht selten dann gewöhnlich eine Verschiebung der Parteien nach der die Arbeiter, wir haben Ausnahmsverordnungen für Mittel- kommt es vor, daß in der ersten Sizung eine beschluß- allgemeinen Reichstagswahl stattgefunden hat. schulprofessoren, nun sollen auch Ausnahmsgeseße für Stu- fähige Anzahl der Mitglieder nicht anwesend ist. In dirende geschaffen werden, und wenn das so fort geht, meine diesem Falle beraumt der Vorsitzende eine zweite Sizung, Besoldung.( Diäten) oder Entschädigung beziehen. Demnach Herren, und wenn Gott dieser Regierung noch langes Leben schenkt, dann werden wir die schönsten freiheitlichen Gesetze ja eventuell auch wohl eine dritte und vierte an, bis die auf dem Papiere haben, aber jede Klasse von Staatsbürgern genügende Anzahl von Mitgliedern versammelt ist. wird unter eigenen Ausnahmsgesezen stehen.( Rufe links: Es ist jetzt schon so!) Da sagt man noch: Desterreich ist ein freiheitlicher, ein konstitutioneller Staat! Desterreich ist fein freiheitlicher Staat( Rufe links: Gewiß nicht!) Desterreich ist auch kein absolutistischer Staat, Desterreich ist noch etwas viel Aergeres, Desterreich ist ein Staat der ministeriellen bureaukratischen Willkür, unter den Deckmantel des Konstitutionalismus. ( Lebhafter Beifall links.) Was übrigens nicht bloß für Desterreich zutrifft. Der Reichstag und die parlamentarische Thätigkeit. I. Nun erst wird bestimmt, an welchem Tage zur Wahl des Präsidenten geschritten werden soll. Die Wahl geschieht ohne Rücksicht darauf, ob etwa diese oder jene Abgeordnetenwahl ungültig sein könnte, denn bis zur Ungültigkeitserklärung einer Wahl hat der Gewählte Siz und Stimme im Reichstage. erhalten auch die Vorstandsmitglieder für Wahrnehmung ihrer Funktion nicht die geringste Entschädigung. Nur freie Fahrt auf den Eisenbahnen ist den Reichstagsabgeordneten gewährt, dem Präsidenten auch eine( am Pariser Play in dem Fürst Blücherschen Palaste gelegene Dienstwohnung. Die preußischen Abgeordneten dagegen erhalten 15 Mark Diäten pro Tag. Nachdem die Vorstandswahlen beendet find, treten die Die Wahl des Präsidenten geht vor sich, indem Gewählten ihre Funktionen sofort an. Mit diesen Wahlen jedes Mitglied den Namen desjenigen, den es zum Präsi- ist dann die erste Tagesordnung erledigt und es wird über denten gewählt wissen will, auf einen Zettel schreibt, die nächste Sigung und deren Tagesordnung Beschluß gefaßt. welchen es bei Namensaufruf in die Urne legt. Hat sich Der Reichslag ist nun konstituirt und zu allen ihm übereine absolute Mehrheit nicht ergeben, so sind diejenigen haupt zukommenden Thätigkeiten berechtigt. fünf Kandidaten, welche die meisten Stimmen haben, auf eine engere Wahl zu bringen. Wird auch bei der engeren Wahl keine absolute Mehrheit, d. h. mehr als die Hälfte der abgegeben Stimmen, erreicht, so werden diejenigen beiden Politisches und Sozialpolitisches. Unsere Leser werden schon oft das Bedürfniß gefühlt Kandidaten, welche nunmehr die meisten Stimmen erhalten In welch kollossalem Maße die Reichsausgaben haben, Näheres zu erfahren über die Handhabung der haben, auf eine zweite engere Wahl gebracht. Tritt jetzt gewachsen sind, ergiebt folgende Zusammenstellung. Es Geschäfte im Reichstage, über die Vorschriften, welche für Stimmengleichheit ein, so entscheidet das 2003, welches betrugen in Millionen: alle Abgeordneten und damit auch für die Arbeitervertreter durch die Hand des Alterspräsidenten bezw. des Präsidenten maßgebend sind. Wie werden Anträge eingebracht? der vorigen Session gezogen wird. behandeln. Anders aber und zwar in einer einzigen Wahl1884/85 1887/88 1888/89 Mill. Mill. Mill. " " Gesammt- Ausgaben des Reichs. 600,3 Darunter fortdauernde Ausgaben. 550,6 einmalige Ausgaben. Heeresverwaltung. Marineverwaltung 921,6 1 199,7 646,9 772,0 49,7 274,3 149,7 373,6 575.3 727,7 • 38,1 47,5 48,8 + + 102,6 186,7 212,7 351,5 292,1 493,4 wie werden die Abtheilungen und Kommissionen Ganz in dieser Weise erfolgt auch die Wahl des zusammengesezt? welchen Charakter tragen die ersten und die des zweiten Vizepräsidenten. verschiedenen Lesungen? wie werden Wahlprüfungen vorgenommen? auf welche Weise behandelt man handlung erfolgt demnächst nach relativer Stimmenmehr Matrikularumlagen.. Betitionen? wie steht es mit der Führung der heit( also einfach nach der größten Stimmenzahl, ohne Bölle und Verbrauchssteuern. Rednerliste und dem Schlusse der Diskussion? daß mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen zur Es sind hiernach die Gesammtausgaben des Reichs was ist„ Hammelsprung", was, Annahme en bloc"? Wahl nöthig ist) die Wahl von acht Schriftführern. in der Zeit von 4 Jahren von 600,3 Millionen auf alle diese und noch eine ganze Reihe anderer Fragen Bei Etimmengleichheit entscheidet immer das Loos. 1199,7 Millionen, also gerade um das Doppelte gewachsen. drängen sich einem fortwährend auf, wenn man den Der Präsident und die Vizepräsidenten werden zu Die Ausgaben für das Heer sind von 373,6 Millionen Sigungsberichten folgt und wir glauben den Arbeitern Anfang einer Legislaturperiode das erste Mal auf 4 Wochen, auf 727,7 Millionen, also auch fast das Zweifache aneinen Dienst zu erweisen, wenn wir in einer zwanglosen dann aber für die übrige Dauer der Session gewählt. geschwollen. Die Marine erfordert ebenfalls 10 Millionen Serie von Artikeln die Hauptpunkte gemeinverständlich In den folgenden Sessionen einer Legislaturperiode erfolgt mehr. An Reichssteuern werden 142 Millionen mehr erWir beginnen heute mit der Darstellung derjenigen die Wahl sofort für die Dauer der Seſſion. Die Wahl hoben, wovon vielleicht ganze 20 Millionen als SteuerThätigkeiten, die sich sofort an die Eröffnung des Reichs- der Schriftführer geschieht für die Dauer jeder Session, vergütungen in die Taschen der Steuerzahler zurückfließen. tages anschließen. Wir folgen bei diesem Gegenstande der jedoch kann der Gewählte nach Ablauf von 4 Wochen Alles Uebrige geht zur Deckung der„ ordentlichen" ReichsDarstellung von Clemens Freyer in seinem„ Deutschen zurücktreten. Der Präsident ernennt für die Dauer seiner ansgaben und zur Zahlung der Zinsen für die Vermehrung Amtsführung aus der Versammlung zwei Quästoren für der Reichsschuld auf. das Kassen- und Rechnungswesen. In welcher opferbereiten Weise die dentschen Arbeiter So umständlich, wie die Wahl des Präsidenten nach für ihre Vorkämpfer eintreten, mag die Thatsache beoben Angeführtem erscheinen mag, ist sie in Wirklichkeit weisen, daß bis jetzt für die Familie des unglücklichen nicht, denn alle wichtigen Angelegenheiten des Reichstags Hasenclever 12000 Mark aufgebracht worden sind. Der werden, bevor sie zur Beschlußfassung gelangen, von allen Fond wird unter sichere Verwaltung gestellt und dafür geParteien, privatim sowohl wie amtlich, hinlänglich erörtert sorgt, daß aus den Erträgen desselben die bedauernswerte Beginnt mit diesem Zusammentritt eine neue Legislatur- und es versuchen die einzelnen Fraktionen, sich eventuelt Frau und die beiden Kinder vor Mangel geschützt werden. periode( bisher 3, später 5 Jahre dauernd, von einer gegenseitig zu verständigen. Die alten Parlamentarier, An eine Heilung Hasenclevers ist, wie gesagt, nicht mehr Reichstagswahl zur andern reichend), alsdann übernimmt die Führer der Fraktionen, treten zu einem Konvent zu zu denken. das älteste Mitglied( Alterspräsident) den Vorsiß, welchen sammen, dem Senioren- Konvent. Reichstage." 1. Zusammentritt und Konstituirung des Reichstags. Schon wenige Stunden nach Eröffnung des Reichstags durch die Throurede treten die Mitglieder desselben im Plenarsizungsfaale zusammen. Die Wahl des Präsidenten ist von größter Wichtig- In der zweiten Aprilwoche haben in Hannover es aber auf das im Lebensalter ihm am nächsten stehende Für jede fernere Session feit. Darum läßt es sich die stärkste Partei gewiß nicht umfangreiche Haussuchungen stattgefunden. Es wurden Mitglied übertragen kann. derselben Legislaturperiode, d. h. also: für jeden neuen nehmen, ihn aus ihrer Mitte oder doch einen ihr genehmen fast alle irgendwie als intelligentere Sozialdemokraten beZusammentritt desselben erwählten Reichstags, setzen die Präsidenten zu wählen. Die zweitgrößte Partei wird da- kannten Persönlichkeiten damit beehrt. Das Resultat scheint Präsidenten der vorangegangenen Session ihre Funktionen durch entschädigt, daß der erste Vizepräsident aus ihrer aber ein sehr geringes gewesen zu sein. Verhaftungen sind Mitte hervorgeht und der zweite Vizepräsident pflegt dann gar keine vorgenommen. Die deutsche Polizei huldigt bis zur vollendeten Wahl des Präsidenten fort. Der Alterspräsident bezw. der Präsident der voran- einer dritten Partei anzugehören. Jedoch sind schon manche jezt überhaupt dem Grundsatz: keine Woche ohne ein gegangenen Session eröffnet die Sitzung mit einer kurzen Vergewaltigungen, besonders gegen das Zentrum, vor Dutzend Haussuchungen. Es ist das ganz recht, da bleiben Ansprache an die Versammlung, in welcher er zunächst gekommen. Bei der Wahl des Vorstandes wird auch beide Theile in Uebung und auf dem Posten. Ein solcher auf diejenige Bestimmung der Geschäftsordnung hinweiſt, darauf Rücksicht genommen, daß die einzelnen Vorstands- Zustand ist viel angenehmer, als wenn nach langer Ruhe nach welcher er zur Uebernahme des Vorfißes legitimirt mitglieder nicht ein und demselben Bundesstaate angehören, ein plöglicher Ueberfall erfolgt! In Hameln hat man ist. Erfolgt kein Widerspruch, dann ernennt der Vorsitzende daß vielmehr möglichst viele Bundesstaaten im Vorstande auch im Auftrage des hannoverschen Staatsanwaltes geDaher pflegt der Präsident Preußen Haussucht. Reaktionäre Blätter melden, daß ,, massenhaftes" provisorisch, für die Frist bis zur Konstituirung des Reichs- vertreten sind. Dies Material gefunden ist. Wenn man aber einerseits die tags, aus der Mitte der Versammlung vier Mitglieder zu lanzugehören; der Vizepräsident Bayern u. s. f. Aufschneiderei dieser Presse kennt und andererseits in Be- Ein höchst sonderbares Wahlgesetz besteht im Arbeiter wie unser Staat trop alles praktischen Christentracht zieht, was häufig alles bei solchen Haussuchungen be- Großherzogthum Weimar. Vielleicht in keinem anderen thums". Der Bundeskongreß hat dort vor kurzem die schlagnahmt wird, dann weiß man, wie wenig auf solche Lande werden solche Minoritätswahlen vollzogen. Eine sogenannte Briefträgerbill angenommen. Sie verordnet, Nachrichten zu geben ist. Verhaftungen sollen auch dort Handvoll Wähler vollzieht die Wahl. Daran ist, wie daß acht Stunden ein Tagwerk für Briefträger sein nicht vorgekommen sein.-Nach Allem dem scheint es, gesagt, das Wahlgesetz schuld, welches die Wähler in soll und daß sie dabei denselben Lohn bekommen sollen, als ob Massenprozesse vorbereitet werden, um bei der 4 Klassen theilt, nämlich in die ehemaligen Reichsritter- den sie jetzt für längere Arbeitszeit erhalten. nächsten Reichstagswahl nicht nur 9, sondern etwa 90 schaftlichen, in die der Grundbesitzer mit mindestens 3000 M. „ Führer" und Redner im Loche zu haben. Man wird jährlicher Rente, in die der anderen Höchstbesteuerten mit gut thun, diesen Umstand recht bald ins Auge zu fassen, mindestens 3000 M. Einkommen und die übrigen Wähler, damit dadurch keine Verwirrung eintritt. welche wieder nicht direkt, sondern durch Wahlmänner wählen. In Belgien beginnt demnächst die Wahlzeit. Das Die Leiter des„ Sozialdemokrat" hätten nicht ihre eigene Organ der Sozialisten, der„ Peuple" in Brüssel erscheint Konvenienz zu Rathe gezogen, wie der Bundesrath be- zur energischeren Förderung der Arbeitersache binnen kurzem hauptet, sondern sie hätten sich ausdrücklich zu größerer in vergrößertem Format. Sorgfalt und zur Vermeidung grob anstößiger Wendungen " rde am Der Reichstagsabgeordnete Grillenberge 19. April in Nürnberg von der Anklage freigesprod.n, nach dem Verbot das bekannte Manifest des sozialdemokratischen Zentralwahl- Komitees verbreitet zu haben. Der Maurer Wilschke in Berlin wurde bekanntlich am Die ausgewiesenen Züricher Genossen haben 18. März von der Polizei lange Stunden in Gewahrsam behalten. in einem Flugblatt eine Erklärung an alle Freunde der Wie dem Buchdrucker- Unterstüßungsvereine sind von Auf seine Beschwerde ist ihm jezt der Bescheid zu Theil geworden, Schweiz gerichtet, worin sie im Interesse der Sache konsta- Seite der Behörde jetzt auch dem Verbande deutscher daß die Sistirung durchaus gerechtfertigt war und daß die be= tiren, daß ihre Ausweisung wegen Meinungsäußerung Hutmacher ähnliche Zumuthungen betreffs Statutengench- theiligten Beamten sich durchaus ihren dienſtlichen Verschriften entverhalten haben." durch die Presse erfolgt sei. Nicht eine einzige Handlung migung, Vorstandsangelegenheiten 2c. gemacht worden. Wir In Crefeld wurde auch Herr Carl Wesch mit Haushätte ihnen nachgewiesen werden können, die einen Verstoß hoffen, daß die deutschen Hutmacher etwas mehr Rückgrat suchungen bedacht. Am 3. d. M., Morgens 7 Uhr, wurden sämmtgegen das gemeine Recht enthalte, weder Vorbereitung, zeigen und es auf das Aeußerste ankommen lassen werden. liche Wohn-, Geschäfts- und Schlafräume durchsucht, ſelbſt alle noch Aufforderung, noch auch nur Ermunterung zu gewaltRücksichten auf die frank darniederliegende Frau wurden beiseite thätigen beziehungsweise hochverrätherischen Unternehmungen. gelassen. Ein Poſtbuch mit dem Verzeichniß der Nachnahmesendungen, eine Reihe Postquittungen wurden mitgenommen. 18. April wiederholte man das Verfahren, diesmal Abends, aber auch hier war außer einem St. Gallener Protokoll und einigen " Sozialdemokraten" nichts zu beschlagnahmen. Gegen den Sozialdemokraten Zuber, Berlin, Fehrbelverpflichtet, den prinzipiellen Standpunkt aber gewahrt. Die irische Nationalliga hat am Sonntag den linerstr. 38, war gestern, Freitag, Termin angefest auf Grund des § 19 des Sozialistengesetzes und des§ 49 des Strafgesetzbuches. Jedes politische Blatt sei ein„ Kampforgan", ein jedes Beweis geliefert, daß sie die Leidenschaften ihrer Anhänger ueber das Resultat ist uns zur Stunde noch nichts bekannt. führe eine mehr oder minder aufreizende Sprache, doch vollständig im Zaum zu halten vermag, falls nicht seitens Die Anklage stammt von einer Haussuchung her, die am 18. Desei jeder Streit darüber überflüssig, da der Schlag von der Regierung, der Polizei oder des Militärs eine Heraus- zember v. I. stattfand und bei der sechs Eremplare des SozialBerlin ausgehe und die Antwort sei auf die Enthüllungen forderung erfolgt. In den Grafschaften Cork und West- bemokrat gefunden wurden. Als Z. die Vorladung erhalten hatte, tam sonderbarer Weise ein Schußmann zu ihm, der ihn endlos über das schmachvolle Treiben des Lockspißelwesens.-meath waren von der Liga große Volksversammlungen an- ausfrug: ob er die Kosten des Prozesses zahlen werde, ob er überWir tragen übrigens zu unseren Bemerkungen in der gekündigt worden, die von der Regierung diesmal nicht haupt bezahlen wolle, ob in Raten, in Raten von welcher Höhe, ob legten Nummer berichtigend nach, daß keiner der vier verboten wurden. Die Versammlungen, in denen die Ab- bie Frau mitarbeite, ob er Vermögen habe, für wen er seine Waaren Genossen aus Deutschland ausgewiesen ist. Bernstein geordneten O'Brien und Dillon Reden hielten, sind ohne Pantoffeln) liefere. Zu solchen Fragen hat natürlich niemand ein befand sich bereits vor dem Erlaß des Sozialistengefeßes Ruheſtörungen in bester Ordnung verlaufen. Polizei und Recht und es iſt ganz richtig, wenn von vornherein von den Betroffenen die Antwort verweigert wird, in der Schweiz, und Motteler hatte Leipzig verlassen, Truppen waren zwar in großer Stärke am Plaze, behelligbevor es mit dem Belagerungszustande beglückt wurde. ten aber die Kundgebungen nicht. In mehreren Volksversammlungen haben Schweizer Meyer. Ist Scheidungsgrund. Natürlich müssen Sie Attest Arbeiter und Bürger bereits die schärfste Mißbilligung des Die„ manchesterliche" Regierung der Vereinigten und alles haben. Sie müssen einen Rechtsanwalt haben und thun bundesräthlichen Vorgehens ausgesprochen. Staaten thut zuweilen mehr für ihre Beamten und daher am besten, die nähereu Erkundigungen einzuziehen. Cigarren- und Tabaks- Fabrik vou H. Gumpel, Berin N. O., Barnimstr. 42. Lager von Rauch, Kau- und Schnupftabat, sowie russischer und türkischer Gigarretten. Allen Männern der Arbeit empfehle mein Grosse öffentliche Tischler- Versammlung Montag, den 30. April, Abends 81% Uhr, in Nieft's Festsaal, Weberstr. 17. Tages- Ordnung: 1. Die Lohnbewegung der Tischler in den verschiedenen Städten Deutschlands und wie verhalten sich die Berliner Tischler dazu. Referent Wilhelm Schmidt. 2. Bericht der Kommission über ihre bisherige Thätigkeit. 3. Wahl einiger Kollegen zur Entgegennahme freiwilliger Beiträge auf den noch Das Erscheinen Aller ist Pflicht. Weiss- u. Bairisch- Bier- Lokal. näher zu bestimmenden Stellen. W. Haugk, Weinstraße 22. C. Wildberger Tapezierer und Dekorateur Berlin S., Rommandantenstr. 60, empfiehlt sich zur Anfertigung von Polster- und Dekorationsarbeiten in der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung, sowie zum Umpolstern 2c. und Neuarrangiren von Gardinen unter Zusicherung solid. Arbeit bei bill. Preisen. Cigarren- und Tabak- Fabrik von Ballmüller& Steinicke, Ackerstraße 22, Hof pt., neben der Markthalle. Sonntags bis 2 Uhr Nachmittags geöffnet. 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Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich Alte Jakobstr. 38 im Restaurant Schumann. Die Arbeitsvermitte= lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 10 1hr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da sich die vier Kassirer der Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, Der Einberufer. Die von Mitgliedern des Fachvereins gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt sich einem geehrten Publikum zur Anfertigung von Herren- Garderoben jeder Art. Reichliche Auswahl in- und ausländischer Stoffe. Reelle Bedienung, guten Siz, solide Preise garantirt der Vorstand. Gleichzeitig machen wir auf unser reichhaltiges Lager: Frühjahr- und Sommerpaletots, aufmerksam. Um zu räumen herabgesezte Preise! Achtung! Briefkasten. E. 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Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Huber: ,, Aites und Neues aus der Naturgeschichte". Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. Fachverein der Rohrleger. Versammlung am Sonntag, den 29. April, Vormittags 10 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakob Straße 75. Tagesordnung: 1. Vortrag. Welche Vortheile bietet uns der Großbetrieb 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes, Fragekasten und Aufnahme neuer Mitglieder. NB. Das Stiftungsfest, verbunden mit Familiens kränzchen, findet Sonnabend, den 5. Mai cr., Abends 8 Uhr, im obigen Lokal statt. Gönner und Freunde des Vereins find willkommen. Billets sind in der Versammlung zu haben. Der Vorstand. Gotthold Apelt, Reichenbergerstr. 124 part. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin 8. O., Dranienstraße 25. 11 T 1 t en= die tet, ein en, am a ch : al= am ten. > eu, be= ent= us= mt= ille cite ne= Am ber gen jel= des jes. int. De= ial= tte, 108 Jer= ob ren ein Be= teſt Jun el) en Bf. en. g. hr, vie vie itt. d. er hr, tt. fe, mt, te, le, Lift ift r r, 2. asi r, 8 11 T e . No. 17. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Bornehmer Wettbewerb. Aus dem Arbeiterinnenleben. Von Bernhard Westenberger. ( Deutsche Blätter".) ( Fortsegung und Schluß.) Djetzt weiß fic, warum sie hier überflüssig ist: diese vornehmen Damen arbeiten zum Vergnügen sie tragen ja keine Angst um ein paar Mark für Miethe und Brod was wissen die von Hunger und durchwachten Arbeitsnächten! Sonnabend, den 28. April 1888. Es ist wahr wenn man uns sähe!" Melanie lachte belustigt auf. II. Jahrgang. glocke, und gleich bewegte sich die schwerfällige Gestalt der Frau Nouchelle durch die Thür. " 1 " Meine Damen ,, Zahlen, bitte." wünschen?" " ,, ihr Gänschen seht doch, diese Scheiben sind wohlweislich so eingerichtet, daß man gut hinaus, aber feineswegs hereinsehen kann. Nein, da müßte die Konditorei Frau Nouchelle rechnete sechs Mark zusammen, und Ronchelle nicht die erste der Stadt sein, wenn sie nicht Melanie und Friederike schauten sich lächelnd mit demselben einmal mit so einfachen Maßregeln gegen unbefugte Blicke Gedanken an, als die zwei Thalerstücke, die Michel vor ausgestattet wäre. Wir sind hier ganz sicher: Frau zwei Stunden gespendet hatte, weiter wanderten. Rouchelle läßt gar Niemand in unser Kneipstübchen, dafür Bertha stand immer noch am Fenster; sie hörte nichts kennt sie ihre Leute." von der Unterhaltung, wandte sich aber jetzt der Frau zu Bertha schien von dieser Auseinandersetzung nur ober- und fragte: Haben Sie nichts gehört von dem Mädchen, flächlich beruhigt; die großen dunklen Augen eilten scheu das da vorhin in's Wasser sprang?" Mit zuckenden Wimpern starrt sie vor sich hin. Diese und hastig von einem Gegenstand zum anderen, manchmal ,, Ach, das arme Ding hat sicher seinen Zweck erreicht; Damen liefern drei Decken für sechs Mark, und sie hat fuhr sie rasch über die leicht geröthete Stirne, und ein die Leute suchen noch immer, bis jetzt hat man nur ein nur eine und will ebenso viel! Sie weiß jetzt, daß man deutlicher Zug um den Mund verrieth, daß sie sich hier Päckchen aufgefischt, das sie bei sich hatte. Es war eine sie abweisen wird, und was dann? Der Vermietherin nicht recht behaglich fühlte. große fertige Stickerei drin Friederike hatte alle Aengstlichkeit überwunden; fie„ Da hast du's", fiel Melanie ein, von Selbstmord jagen: Ich habe nichts. Sie wird sie aus dem Kämmerchen jagen, und dann, was dann? Von neuem auf die Suche bemühte sich wenigstens, vor Melanie nicht mehr lächerlich aus Noth fann schon in diesem Falle keine Rede sein, eine nach einem Obdach und dann nach Arbeit, tagelang, wochen zu erscheinen, und als diese ihr zierliches Täschchen öffnete, Stickerei läßt sich verwerthen, verkaufen, mit Sticken kann lang vielleicht. Und sie geht so schlecht in den alten demselben eine Zigarette entnahm und es ihr anbot, griff man sich sogar, wenn man nur will und fleißig ist, erdünnen Schuhen mit den abgelaufenen Absätzen-und sie herzhaft zu, während Bertha dankend ablehnte und nähren. das Stechen in der Brust! Nein wenn sie ihre Arbeit gedankenvoll vor sich hinsah. Bertha hört nichts von dem Meinungsaustausch der nicht los wird, geht sie nicht nach Haus Behaglich rauchend, auf den Ellbogen gestützt, musterte Freundinnen, sie schaut starren Anges durch die Scheiben cher sterben. Sie hört nicht, wie Herr Michel die Damen unter Melanie die Vorübergehenden. Die Brücke über den Fluß, auf den Flußß, in dem sich die farbensprühende Gluth des Lachen und Höflichkeiten an die Thür geleitet, sie merkt die fast gradenwegs auf die Konditorei zuführte, war Abendhimmels spiegelt. Von dem jenseitigen Ufer werfen nicht, wie sich der Laden allmählich leert, und daß sie ziemlich belebt, und so fehlte es denn nicht an Unter- die Fenster der Häuser blendende Lichter, dann und wann endlich allein steht. haltungsstoff; dort wurde an einen etwas auffälligen wieder verdeckt durch die schwer und düster dahinziehenden Sonnenschirm, da an die orangegelben Handschuhe eines Rauchwolken eines nahen Fabrikschornsteins. dahinschlendernden Herrn angeknüpft. Endlich fiel den Brücke sammeln sich wieder die Leute und schauen hinab. beiden die Theilnahmslosigkeit Bertha's auf, die mit dem Der von den zwei Männern geführte Nachen kommt stromMesser spielend, die Krümchen auf ihrem Teller in kleine aufwärts; jedesmal, wenn sich die Ruder aus dem Wasser Häuschen zusammentrug. Melanie tupfte ihr nach einer heben, blizen die Wassertropfen wie helles leuchtendes Gold, funkelnd und glißernd gleiten die Wellen wie im Weile leicht auf die Hand: neckischen Spiele dahin, im Nachen aber liegt ausgestreckt eine weibliche Gestalt starr, regungslos, still. " Was wollen Sie?" Die Frage, womit sie der junge Ladenmensch anmäfelt, schreckt sie auf. Stotternd, verlegen bringt sie ihr Anliegen vor, und ihre Hände fahren zitternd und ungeschickt hin und her, bis sie die gestickte Decke ausgebreitet haben, die er, ohne einen Blick darauf zu werfen, mit einer lässigen Bewegung vom Tisch nimmt und hinein ins Bureau trägt, wo Herr Michel wieder vor seiner Kasse Platz genommen hatte. Sie stüßt sich krampfhaft auf den Tisch, die brennenden matten Augen auf das Gesicht Michel's gerichtet, der sich jetzt mit einer leichten Kopfdrehung ihrer Arbeit zu wendet. Er wehrt mit der Hand: Nichts, nichts wir brauchen keine Arbeiterinnen mehr wird nichts mehr angenommen." Der junge Mann fommt zurück und schiebt ihr die Decke über den Tisch. Ist nicht", sagte er, haben keine Verwendung". Sie rafft sich auf und drängt mit einer gewaltigen Anstrengung die Thränen zurück. 11 Auf der „ Na, Berth'chen du rechnest wohl aus, ob der schnöde Verdienst, den uns dieser Knaufer von einem Michel heute zukommen ließ, für die Rechnung der Frau Nouchelle Bertha schaudert, wie vom frostigen Hauch berührt, nur unbesorgt, es bleibt nichts übrig. leise zusammen sie kann den Blick nicht abwenden von reichen wird Ich kenne die Preise. Morgen aber ninunt jede wieder dem bleichen, von nassen Haarsträhnen umzogenen Gesicht, etwas ordentliches in Arbeit, damit wir wieder bei diesem dessen Züge sie vergebens genauer zu erkennen sucht. Michel auftauchen können. Echade, daß er so schlau ist Schwer und dumpf legt sich's auf ihre Brust, es ist ihr, er giebt, was er will, und wir nehmen, was er giebt. als trügen sie alle Schuld an der Todten, alle die da Weiß er doch immer geschickt anzubringen: Wenn Ihnen gaffen, deuten, die Hälse recken und sie selbst mit; es die Arbeit nur Vergnügen macht, meine Damen! Natür ist ihr, als läge in diesem Nachen eine schreckliche Wahrlich kann unsereins nichts darauf erwidern." heit und alles andere um sie her, die ganze Welt, sei Schein, Heuchelei, Lüge. Friederike stieß einen Seufzer aus: -Ulrich von Hutten. " Freilich, so ist's und dem Papa mag man doch ,, Ach nehmen Sie mir's doch ab ich gebe sie auch nicht mit jeder Kleinigkeit auf dem Halse liegen ja gern billig ab- ich gebe sie ja gern billig. Bitte, er muß oft genug mit dem lieben Gelde herhalten." bitte, fagen Sie doch Herrn Michel, nur diese eine Arbeit Melanie warf den Kopf zurück, daß die hohe weiße noch nur die eine möge er nehmen, seien Sie doch Marabutfeder auf dem Hute noch geraume Zeit nachzitterte: 3ur Erinnerung an feinen 400 jährigen Geburtstag. so gut-" ,, Bah, was ist Geld, wenn es nicht dazu dienen soll, Janssen macht in seiner Geschichte des deutschen Volkes, Der Kommis wirft einen prüfenden Blick auf die das Leben angenehm zu machen. Unsere Arbeit ist Zeit einem katholischen Tendenzwerke, Ulrich v. Hutten den VorBittstellerin. Er sieht in cin unschönes mageres Gesicht, vertreib, ich weiß bestimmt, daß für Michel die wurf, daß ihn niemals eine große Idee bewegt habe. auf eingefallene, gelblich blasse Wangen, in ein paar glanz feinsten Damen arbeiten; die einen, um etwas mehr Es ist dies die unverschämteste Geschichtslüge, die jemals lose Augen, die Lider geschwollen, die Lippen so welk und für den Puzz aufzuwenden; die anderen, weil es ihnen gedruckt worden ist. schlaff-er zuckt die Achseln und wendet sich ab. Spaß macht, andere, um ihr Extra- Konditorſtündchen Auch einen Revolutionär nennt Janssen Ulrich Noch einen Augenblick schaut sie hilfesuchend umher. herauszuschlagen, und zu diesen gehöre ich was ist v. Hutten. Die Ladenmädchen räumen auf und reihen die Schachteln babei?" ein, der Kommis spißt seiuen Bleistift, steckt ihn hinter's Ohr, stellt sich vor den kleinen Spiegel und streicht mit einem Taschenbürstchen seinen Scheitel glatt, Herr Michel dem zählt drin im Geschäftszimmer den Kassenbestand, Niemand alles bekümmert sich um sie und ihre Arbeit, nur ein kleiner Junge, der mit dem Auflesen der Papierschnitzeln und Fäden beschäftigt ist, sieht einmal zu ihr auf und bittet vor sie, nachdem er rings alles aufgelesen, leise, zur Seite zu treten und ihm Plaz zu machen. Hastig schlägt sie die zerfeßte Zeitung um ihre Stickerei, knüpft den Faden drum, wirft noch einen Blick umher Ein Schrei von der Brücke her scholl über die Straße. Getümmel erhob sich, Leute eilten vom Fußweg nach Flußufer zu, auf der Brücke blieb man stehen, und blickte über das Geländer. Ein Mann, der ebenfalls dem Ufer zueilte, wurde ihrem Fenster von einem Kutscher angehalten. ,, Was giebt's?" rief der eine dem andern zu. " Ein Mädchen ist in's Wasser gesprungen!" Sie sahen, wie ein paar Schiffer einen Kahn lösten und nach der Mitte des Flußes ſteuerten. Von oben deutete man da und dort hin- es schien vergebens. Sie fühlt nicht das Reißen und Stechen in der Brust, Nach einer Weile fuhren sie unter der Brücke her abwärts, sie spürt nicht den quälenden Hunger, sie denkt nur: und die Menge zerstreute sich allmählich bis auf einzelne, Morgen ist der Erfte, du hast kein Geld wenn du die als Zuschauer keine Zeit zu verlieren hatten. Melanie trat vom Fenster zurück. nur sterben könntest; sie denkt an den Fluß, an die ,, kommt, Kinder glitzernden Wellen, die so rasch dahineilen.... und schleicht dann hinaus. Die Konditorei Rouchelle ist sehr beliebt; sie hat so Tage." Darin mag er Recht haben! Aber was konnte Hutten zu seiner Zeit und mit seinem Temperament anderes sein?! Das 15. Jahrhundert und mit ihm jener ganze Zeitabschnitt, den wir Mittelalter neunen, hatte sein Ende erreicht! Als ein schier unausrottbarer Wuft von Uebelständen, Vorurtheilen und Ungerechtigkeiten lagen die Errungenschaften eines Jahrtausends auf dem deutschen Vaterlande. Die Religion war zu einem von habgierigen Prieſtern arrangirten Gößendienst herabgefunken. Pfäffischer Druck tödtete den freien Gedanken, verbot das freie Wort. Das Deutsche Reich drohte auseinanderzufallen, die einzelnen Fürſten und Herren bekämpften einander. Die Kosten dieses Kampfes hatte der niedere Adel, der Bürger und Bauer zu tragen. Der Bürger war wenigstens politisch frei, insoweit nicht ein tyrannisches Stadtregiment ihm Fesseln anlegte, ihm stand auch die Macht des Geldes zur Seite. hübsche Sonderstübchen, wo man ungestört den süßen Lecker- Schrecklich-puh, das kalte Wasser!" meinte Friederike waltung der öffentlichen Angelegenheiten ausgeschlossen. bissen huldigen kann. " Er war aber, so wie der niedere Adel von der VerLetzterer befand sich übrigens in einem wirthschaftlichen Nothstande, den nur der des Bauern übertraf. Er war mit wenigen Ausnahmen gänzlich verschuldet. so etwas ereignet sich hier alle Hörst du, sie sagen, es wäre ein junges Mädchen. und schüttelte sich. Ich begreife überhaupt nicht, wie Melanie schnellte mit einer Zuckung der Nasenmuskeln Jemand. auf Selbstmordgedanken gerathen kann." Melanie zündete sich ihre Zigarette auf's neue an. den feinen goldumränderten Zwider von seinem Siß und Es ist nicht so schrecklich, wie man sichs vorstellt. Der Bauer hatte nur das Recht Steuern zu zahlen, ließ sich mit einem schrecklichen Seufzer in die Polsterlehne Neulich brachte ja das Meier'sche Familienblatt über die Zehent und Frohnde zu leisten. des Seffels zurückfallen. Die Wissenschaft war leerer Formelkram, von der „ Ah, bin ich satt! Nein, diese Nahmtorte bringt Sache einen famosen Artikel von einem berühmten ProSelbstmörder handeln alle im Wahnsinn; die Erde, ihrer Beschaffenheit, ihren Gesetzen, ihren Bewohnern mich noch um's Leben- ich kann nicht genug bekommen. feffor. Gehirnpartikelchen nehmen eine gewisse Lage an, und dann wußten selbst die Gebildeten nichts, mit astrologischen Ah, köstlich, köstlich!" iſt's eben vorbei mit der Vernunft- ſie ſpringen in's Albernheiten und alchymistischer Geheimnißthuerei suchten Waffer, hängen sich, legen sich über die Schienen u. s. f." sie die Räthsel der Natur zu ergründen. Nur die Kunst Man sagt aber doch, daß so viele die Noth in's und das Kunsthandwerk leisteten Bedeutendes. Doch dieser eine Lichtpunkt konnte die allgemeine Nacht nicht erhellen. Wer aber dieses Elend erkannte, sich über dessen Urdie Leute, welche einmal ,, Pah, das ist Unsinn Die zwei jungen Freundinnen blickten lachend von ihrer Arbeit, einem Teller voll Schneegebäck, auf und betrachteten Melanie, welche die Füße weit von sich streckend und die Arme hängen lassend, ihre volle üppige Gestalt Wasser treibt." auf dem Stuhle wiegte. Bertha bob mit recht mädchenhafter Geberde das eine fehlerhafte Gehirnkonstruktion haben, begehen ihren sachen klar war, dessen Aenderung wünschte und sie mit schmale Händchen vor die frischen, mit einem leichten Selbstmord, ob sie Mittags sechs Gänge bei der Tafel, allen Kräften anstrebte, der pries die neue Wissenschaft Sieh da, da geht einer längst vergangenen Zeit, die über die Alpen kommend, Streifchen Schneeschaum gezierten Lippen, warf einen un- oder nur ein Stück Brod verzehren. der paßt auch den deutschen Gelehrten schöne Tage versprach, der gefünftelt ängstlichen Blick nach dem großen Fenster, vor der hübsche Husarenlieutenant von neulich gewiß wieder auf uns. Wir wollen machen, daß wir ergößte sich an dem Fortschritt, den das wiedererwachte Interesse an der Natur zu versprechen schien, der stimmte " noch ein bischen auf die Straße kommen." Mit diesen Worten drückte Melanie auf die Tisch- mit ein in den Gesang der Freiheit des Glaubens -wenn man dich so sähe dem sie saßen, und sagte: Aber nein- Melanie Friederike wurde ebenfalls unruhig: und des Gewissens, der ringsum erschallte und hoffte gekommen war, so hatte sie in erster Linie die Verbreitung| die Gegner und stets auch die passende Form dazu. Heute wohl auch, daß der so plötzlich gewordene Umschwung auf weltbürgerlicher Bildung und die Pflege des Freiheits- stritt er in Prosa, morgen in Versen, heute deutsch, morgen geistigem Gebiete die Zustände des materiellen Lebens interesses zum Ziele. lateinisch, heute war es eine Epistel an die Nation, welche bessern werde. Auch Hutten war begeistert für Aufklärung und die Geister in ihren Tiefen aufrüttelte, morgen ein Pasquill, eine zugespitzte Streitschrift, welches die zahmsten seiner Wer aber ein warmes Herz für das Leiden des Freiheit. Wenn er die praktische Weisheit, die die Schriften Feinde bis ins innerste Mark erregte, oder ein Dialog, Volkes in der Brust trug, wem das Blut der Zeit in den Adern quoll, wem überschäumender Thatendrang und der alten Griechen und Römer enthielten, in's Deutsche welcher sie mit beißendem Hohn überschüttete. himmelstürmender Titanismus den Geist erfüllte, dem be- übersetzte, wenn er die Dummheit und Bosheit seiner Ihm war einerseits jene Ungebundenheit und göttliche hagte der bedächtige Schritt nicht, den die Dinge zu nehmen Gegner durch die Herausgabe der Dunkelmännerbriefe an Grobheit eigen, welche sich nicht an die Regel bindet, die drohten, der versuchte, den Gang der Weltgeschichte zu be- den öffentlichen Pranger stellte, so war seine Absicht, die Worte nicht auf die Wagschale legt, wo es sich darum schleunigen und suchte sich hierzu seine Helfer, wo er sie Bildung des Volkes zu heben, es von Aberglauben und handelt, einen guten Zweck zu erreichen und jene Richtung fand. Vorurtheilen zu befreien, es zu belehren, wo es seine Feinde, nach Innen, jene an das Gefühl appellirende und deshalb Das that Ulrich v. Hutten und so mag er ein Re- wo seine Freunde zu suchen habe. die Massen packende Kampfesweise, jene Ueberzeugungstreue volutionär sein! War doch schon seine Erziehung darauf Wenn er den Verband aller bedrückten Stände, und Begeisterung, welche an die deutsche Mystik anknüpfte, angelegt ihn dazu zu machen. der kleinen Edelleute, Bürger und Bauern anstrebte, um die Reformation vorbereitete und dadurch das Bindeglied Er war als der Sproße eines fränkischen Ritter- sich dem Joche der weltlichen und geistlichen Fürsten zu zwischen beiden geworden ist, in hohem Maße eigen. Um von Allen verstanden zu werden und dadurch auf geschlechts am 21. April 1488 auf der Burg Steckelberg entziehen und sich zu diesem Behufe mit Franz v. Sickingen geboren. Ein frommes Gelübde seiner Eltern hatte ihn verband, so meinte er damit der politischen und wirth- Alle zu wirken, trat er ins Volk hinaus, befließ sich eines für den geistlichen Stand bestimmt. Die Klosterschule von schaftlichen Freiheit einen Dienst zu erweisen. volksthümlichen Tones, schrieb für die Gebildeten lateinisch, Ulrich v. Hutten war während seines 38jährigen Lebens für die Ungebildeten deutsch, für poetische Naturen in Fulda sollte ihn dazu vorbereiten. Der junge Ulrich aber konnte der mönchischen Zucht keinen Geschmack abgewinnen. zweimal in Italien. Beide Male führte ihn die Absicht, Versen, für Hausbackene in Prosa, fesselte die Einen durch Den elterlichen Zorn mißachtend entzog er sich, unter die humanistische Bildung an ihrer Quelle zu schöpfen, seinen Wiß, die Anderen durch seinen Ernst, legte aber stützt von dem Ritter Eitelwolf von Stein( einem frei- dahin. Der zweite Aufenthalt in Italien war für ihn stets das Hauptgewicht auf den Inhalt und behandelte die sinnigen und hochgebildeten Manne im Dienste des bran=| deshalb von weittragender Bedeutung, weil er ihn nach Form als Nebensache. denburgischen Hofes) dem verhaßten Zwang durch die Flucht. Rom führte und er daselbst die Wirthschaft am päpst= Er wandte sich vorerst nach Erfurt, von dort mit Crotus Rubianus nach Köln. Daß Hutten's Bildung von hier aus ihren Aus gangspunkt nahm, ist für seine ganze spätere Entwicklung von entscheidendem Einfluß gewesen. In Köln waren gerade damals die zwei die Zeit bewegenden Strömungen, die scholastisch- kirchliche und humanistisch- weltliche scharf aneinander gerathen. Führer im Streit auf der einen Seite waren die Dominikaner, an ihrer Spitze Hochstraten, der gewaltige Rezerrichter. Dagegen scharte sich das kleine, aber muthige und mit reichen Gaben des Wissens ausgerüstete Häuflein der Humanisten um Mutianus Rufus, den geistreichen, feingebildeten Kanonikus von Gotha. lichen Hofe mit eigenen Augen schaute. Auf dem päpstlichen Throne saß damals( 1515-1517) Leo X. aus dem fürstlichen Haufe der Medici. Insofern aber sein Leben und seine Schicksale mit seinen literarischen, politischen und nationalen Strebungen in überraschendem Einklange standen, glich er jenen Heroen der Renaissance- Zeit, einem Lorenzo Medici, Leonardo da Vinci und Michael Angelo, welche, Kunstwerken vergleichbar, die Ideen der Menschheit nach allen ihren Seiten zum Ausdruck brachten. Brachtliebend, freigebig, den Künsten und Wissenschaften hold, dabei selbst von auserlesener Bildung, hielt er an seinem Hof stets einen Kreis der berühmtesten Dichter, Denker und Künstler um sich versammelt. Edle Frauen, Es gibt im menschlichen Leben kein Ungemach, das gleich hervorragend durch Schönheit und Geist, bildeten Hutten nicht getroffen, aber auch keines, das ihn gebeugt den Mittelpunkt, um den sich diese Geistes- Aristokratie hätte. Aus Best und Schiffbruch, Armuth und Mißgruppirte. Gesellschaften, geistige Wettkämpfe, Feste aller achtung geht er stets gerüstet zu neuem Kampfe fiegreich Art boten den Anlaß, alle Gaben in reichem Maße zu hervor, nichts beugt seinen Muth, seine Zuversicht, daß die entfalten und vor der staunenden Menge glänzen zu lassen. Vernunft über die Beschränktheit siegen werde. Mitten im Daß ein Mann von solcher Gesinnung die Aufgabe, Lärm des Kampfes, im Jammer der Noth ertönt sein die ihm die Stellung als„ Statthalter Christi" auf Erden Ruf:„ Es ist eine Lust zu leben." anwies, nicht im Geiste des„ Evangeliums" erfüllte, versteht sich von selbst! " In Allem was er dachte, sprach, schrieb und that, Ein großer Theil der Universitätsjugend, Ulrich war er der gerade, für das Recht begeisterte, die Furcht von Hutten mit ihr, stand auf dieser Seite. Damals- Noch war aber in Rom auch die Erinnerung an das verachtende, konsequent und rücksichtslos seinem Ziele zuman schrieb 1505 behielten die Pfaffen die Oberhand. Scheusal Sirtus IV. lebendig. Er war durch Bestechung strebende deutsche Rittersmann und Demagoge zugleich, Aesti Campianus, der Vertreter der humanistischen Richtung zur Herrschaft gelangt und 1487 gestorben. Die Mittel, eine erfreuende, herzerquickende Erscheinung. an der Universität, mußte die Stadt verlassen und mit seine Privatrache an den adeligen Geschlechtern Italiens Und so sagen wir's denn noch einmal: Nur Tendenzihm ging auch Hutten. zu befriedigen, hatte er sich durch eine schrankenlose Simonie lüge kann von Hutten behaupten, ihn habe niemals eine ( Annahme von Bestechungsgeldern) verschafft, der er Alles, große Idee bewegt. von der Kardinalsernennung angefangen, bis auf die kleinsten Gnaden und Bewilligungen unterworfen hat. Er war mit dem Plane umgegangen, seinem Nepoten und Die Günstling, dem Kardinal Pietro Niario, einem Menschen, das dessen ungeheurer Lurus, Unmoral und politische Intriguen ganz Italien beschäftigten, noch bei Lebzeiten seinen päpstlichen Thron abzutreten und diesen dadurch zu säkularisiren. Wir finden ihn bald darauf wieder in Erfurt, dann an der eben entstandenen Universität Frankfurt an der Oder, deren Gründungsfeier er mit einem lateinischen Gedichte, dem ersten uns bekannten, verherrlicht hat. Eifrig hat Hutten die humanistischen Studien gepflegt, nicht um damit Amt und Würde sich zu erwerben verbot die Standesehre des Humanisten um ihrer selbst willen mußten die Studien geliebt und betrieben, nur im Gewande freier Schriftsteller durften sie fruchtbringend verwerthet werden. Die Wirthschaft der Renaissance- Päpste hat ungeheuere Summen verschlungen, sie flossen zum großen Theil aus Deutschland, das von der päpstlichen Politik mit unglaublichem Erfolge ausgesaugt wurde. possibilistischen Arbeitervertreter im Pariser Gemeinderath. III. z Trotz manches Fortschritts und trotz seines ehrlichen Wollens ist der Chabert'sche Sozialismus ein eigenes Ding geblieben, bei dem der ehemalige Gwerkschaftler, der Kleinmeister hier und da zum Vorschein kommt und sich im Gegensatz zu den wissenschaftlichen Grundlehren des Sozialismus stellt, der, je der augenblicklichen Lage entsprechend, bald dem Anarchismus, bald dem GenossenSolche Ansichten waren nicht geeignet, den Groll seiner am Alten hängenden, Eltern zu versöhnen, sie trieben ihn hinaus in die Fremde. Denn nicht nur aus Grammatik Die Triebfedern dieses Aussaugungssystems, die Mittel und Lerikon, aus dem Buche der Natur hat der Humanist und die Persönlichkeiten, mit denen und durch die es in zu schöpfen, Himmel und Erde muß er beobachten, Länder Szene gesetzt wurde, hat nun Ulrich v. Hutten während schaftssystem oder einer sonstigen Schule zulächelt. Diese und Menschen kennen lernen, ihre Zustände und Sitten feines Aufenthaltes in Rom kennen gelernt und ein un: Eigenthümlichkeiten erklären von selbst, weshalb er sich dem studiren! auslöschlicher Haß gegen Nom und Alles, was von possibilistischen Heercorps angeschlossen; das opportunistisch dort her kam, war die begreifliche und wohl auch berech- dehnbare Programm und dessen noch opportunistischere tigte Folge. Vertretung passen zu seiner Unklarheit und Biegsamkeit, So zog denn der muthige Rittersmann ohne Geld und sonstige Habe, nichts als seine Bücher und einige Manuskripte selbst verfaßter Gedichte mit sich führend, als fahrender Schüler in deutschen Landen umher. Das offene Auftreten Hutten's gegen den Papst und und dies um so mehr, da er troß großer geistiger Fähig= die katholische Kirche rief Gegenmaßregeln von der anderen keit einer gründlichen sozialistischen Bildung ermangelt. Seite hervor, welche um so drohender auftraten, als auch Seit seinem Anschluß an die Arbeiterpartei hat seine der Kaiser und dessen Sohn Ferdinand, die anfänglich für aufopfernde und rege Thätigkeit keine Unterbrechung erFreunde der Reformation gehalten wurden, offen sich gegen fahren; er dient der Sache mit Leib und Seele, wenn auch sie ausgesprochen hatten. oft in so verkehrter Weise, daß seine Absicht in ihr GegenEisenbahnen und Dampfschiffe gab es noch keine! Zu Wagen, oder was gebräuchlicher, zu Pferde reisen, war zu theuer; wäre auch ein einzelner Klepper vielleicht zu er schwingen gewesen, man durfte sich mit dem Anschen des berittenen Mannes kaum außer die Stadtmauer wagen Wenn ihn auch wohlwollende Freunde( so zuerst Albrecht, theil verkehrt wird. Er hat im Laufe der Jahre seine ohne des Ueberfalls von Seite eines erlauchten Standes- Erzbischof von Mainz, dessen Dienste Hutten vorüber- Vorzüge, aber auch seine Mängel bewahrt, beide machen genossen oder eines wegelagernden Abenteurers gewärtig gehend genommen hatte, und dann Franz von Sickingen, ihn zu einem der erfolgreichsten Agitatoren der poſſibilistizu sein! So trat denn Ulrich zu Fuß, aber frohen auf dessen Schloß, der Ebernburg am Rhein, Hutten ein schen Partei. Muthes in bester Hoffnung die Reise an. Da und dort sicheres Asyl für lange Zeit gefunden hatte, und von der 1884 als Klassenkandidat in den Stadtrath gewählt, gab's ja schon humanistische Universitäten, schon war die aus er in steter Verbindung mit Luther und den übrigen hielt Chabert in der darauf folgenden Zeit mehr die RichZahl der Gesinnungsgenossen in Deutschland beträchtlich Förderern der Reformation blieb, ja die ganze Bewegung tung ein, die ihm durch Vaillant's zielbewußte Haltung angewachsen, schon hatten die Städte, insbesondere die leitete und lenkte) vor den päpstlichen Nachstellungen vorgezeichnet wurde. Seitdem aber die Wahlen von 1887 großen Mittelpunkte des Handels und der Industrie, der man forderte von dem Erzbischof von Mainz geradezu, daß ein so starkes possibilistisches Element in den Pariser Conneuen Lehre gastfreundlich ihre Thore geöffnet. Das er sich seines Dienstmannen bemächtige und ihn gebunden seil municipal gebracht, hat der alte gewerkschaftliche und Ziel der Reise Hutten's war in erster Linie der Norden nach Rom ausliefere- ficherten; auf die Dauer war seines kleinbürgerliche Geist wieder die Oberhand in ihm geDeutschlands. Greifswalde, Rostock und andere deutsche Bleibens in Deutschland nicht mehr. Nachdem Sickingen wonnen, und seine prinzipielle Unklarheit, sowie seine oft Städte, aber auch solche in Böhmen und Mähren, zuletzt bei der Belagerung seines Schlosses im Kampfe mit dem schwankende, unkorrekte Haltung treten wieder schärfer Wien, sind uns als Stationen dieser Reise bekannt. Erzbisthum Trier tödtlich verwundet, seine Burg aber ge- hervor. So unermüdlich und wohlgemeint seine WirksamHutten hat auf dieser Reise viel Mißgeschick erfahren, schleift worden war, floh Hutten nach der Schweiz, wo feit auch ist, so fehlt ihr doch in der Folge der eigentliche er hat Schiffbruch gelitten, er wurde seiner ganzen Habe, ihm zuerst Basel, dann Zürich in freimüthiger Weise ihre Schwerpunkt für die moderne sozialistische Bewegung, seiner Bücher und Manuskripte beraubt, Strapazen und Thore öffneten. Nicht lange jedoch aß er das Brot der der er Tirailleurdienste leisten, aber für die er nicht metho Entbehrungen aller Art haben ihn auf das Krankenbett Verbannung! disch geschulte Kräfte erziehen und führen kann. Es ist geworfen und wohl auf dieser Reise hat er sich den Keim Er starb Ende August oder Anfangs Oftober 1526 dies der Fluch, der dem Possibilismus überhaupt anhaftet, jener französischen Krankheit", welche er Zeit seines an den Folgen seiner Jugendkrankheit, ohne sein heiß er- und der bei der Thätigkeit aller der Männer hervortritt, Lebens nicht los gebracht hat, geholt. fchntes Ziel erlebt zu haben. welche die Partei im Stadtrath vertreten. Während Aber auch Ruhm und Ehre hat ihm die Reise ge- Sein Nachlaß bestand aus einer Feder. Gold und Vaillant mit Verschmähung kleiner praktischer Erbracht und den Grund zu seiner literarischen und politi- Habe besaß er nicht, seine Bibliothek war bei Zerstörung folge seine Thätigkeit auf Fragen zusammenfaßt, welche tischen Zukunft gelegt. Indem er, überall Vorlesungen der Ebernburg, in der er sie bei seiner Flucht zurückgelassen, nur von einer klassenbewußten Arbeiterpartei aufgeworfen haltend und die Ideen der neuen Zeit verkündend, von 31 Grunde gegangen. werden können, deren Erörterung mithin über den GeStadt zu Stadt, von Schule zu Schule, von Burg zu Hutten verhält sich um ein Bild seiner Zeit zu meinderath hinaus agitatorisch und erzieherisch wirkt, Burg pilgerte, ist er mit allen Größen der humaniſtiſchen gebrauchen zu dieser Zeit, wie Mikro- und Makrokosmus. klammern sich die poffibilistischen Stadträthe an ForGeistesrichtung in Verbindung getreten, hat mit vielen Die Zeit spiegelt sich in ihm, er ist der eigentlichste Re- derungen, welche von irgend einer einigermaßen derselben Freundschaft geschlossen und ist so, um uns eines präsentant des humanistischen Zeitalters in Deutschland, verständigen bürgerlichen Partei nicht nur zugeAusdrucks David Strauß' zu bedienen, in die Mode" ge- der thatkräftigste Verfechter des Neuen, aber auch die standen, sondern sogar erhoben werden können. originellste Gestalt der beginnenden Reformationsepoche. Die Behandlung derartiger Forderungen ist aber " kommen. -Ihrem innersten Wesen nach war die humanistische Große Gelehrsamkeit und Tiefe des Wissens waren nicht der sozialistischen Agitation und Aufklärung nicht Bildung kosmopolitisch. Sowie sie nicht der Heimath ent- fein eigen, aber vielseitig war er und unermüdlich und förderlich, im Gegentheil kann sie nur dazu dienen, die sproffen, sondern aus fremdem Lande zu uns herüber- raftlos. Stets fand er neue Seiten des Angriffs wider Situation der Arbeiterschaft und deren Urtheil zu trüben. 2 D er 111 w 31 p D pi ti ſe 10 d rt ei bi g bi fe b น 11 a a 11 31 a 2 Б 11 4 e P b b i D ලි e 11 11 a D a f 11 1 1 11 g 3 I S ม 9 3 r i S t а I Während z. B. Vaillant die Aufhebung der Stadtschuld Nachdem Dumay bei verschiedenen Legislativ- und immerhin die ansehnliche Summe von 112835 Mr. 84 Pf. verlangte, trat Brousse für eine Conversion derselben ein, Kommunalwahlen als Klassenkandidat aufgestellt worden, und hatte die Kasse am Schlusse des Jahres 1887 ein er verlangte, daß sämmtliche Stadtschuldscheine auf einen erhielt er im Mai 1887 das Mandat als Stadtrath. Er Vermögen von 506427 Mt. 87 Pf. aufzuweisen, also und denselben und zwar etwas niedrigeren Zinsfuß gesetzt erfüllt die Pflichten seines Vertrauenspostens mit dem Eifer, über eine halbe Million, so daß auf jedes Mitglied würden! Das eine Beispiel mag genügen, den Unterschied mit welchem er stets für die Interessen der Arbeiter ein- der Betrag von 7 Mt. entfällt. Wir glauben kühn be= zu zeigen. Gerade das, was sich die Possibilisten vom getreten ist. Für die prinzipielle Seite seines Wirkens haupten zu können, daß es im Verhältniß wenig Zwangspraktischen Standpunkt aus als Verdienst anrechnen, das gilt dieselbe Kritik, die sich an Joffrin's Thätigkeit knüpfte, fassen giebt, welche einen gleichen oder besseren Vermögensverurtheilt sie vom theoretischen, prinzipiellen Stand- und die für alle Possibilisten gilt. stand aufzuweisen im Stande sind. punkte aus, nimmt dem aufopfernden Wirken vieler tüchtigen Vorkämpfer eine größere Bedeutung und schiebt dieselben nach und nach abseits von der eigentlichen BeDumay's agitatorische Thätigkeit wird durch seine ,, Hoffentlich sind wir von jetzt an derartigen VerfolBegabung als Redner unterstüßt. Er spricht einfach, gungen enthoben, indem wir in unserem jetzigen Statut schlicht und überzeugend, er macht nicht klingende Phrasen, ein Rechtsmittel besigen, um Anschuldigungen wie solche läßt aber stets einen richtigen Gedanken zurück. Seinem vorgekommen, mit Erfolg abweisen zu können. Wir können The wir zum nächsten der hervorragenderen Vertreter Leben und Wirken, das einen steten Kampf für die Emanzi- also in dieser Beziehung ruhig sein und uns sagen, daß des Possibilismus übergehen, sei es uns gestattet, die Nach- pation des Proletariats darstellt, noch Worte des Lobes wir endlich doch gesiegt haben, wenn auch mit großen richten über Dumay in letter Nummer zu ergänzen. hinzufügen, hieße Eulen nach Athen tragen. wegung. Wir hatten das echte Proletarierleben dieses. Sohnes eines Grubenarbeiters, der schon in frühester Jugend in die Kämpfe seiner Klasse hineingerissen wurde, der heute gegen die Dynastie der Familie Schneider, morgen gegen die Uebergriffe soldatischer Vorgeseßter auftrat bis zu seiner Erwählung zum Maire seiner Heimathskommune geschildert. Die Bentralkranken- und Sterbekaffe der Tischler ( E. H. Nr. 3 in Hamburg) Opsern. Daß dieses auch von anderer Seite eingesehen wird, beweist uns, daß die Zwangskassenfreunde jetzt einen anderen Weg einschlagen, um die freien Hilfskassen zu vernichten. Man wendet sich an den Gesetzgeber mit dem Ersuchen, schärfere Bestimmungen für die freien Hilfskaffen zu erlassen, hoffentlich aber wird dem heute nicht Folge gegeben. Wir aber wollen an dem inneren Ausbau unserer Er gestaltete die Verwaltung nach republikanischen und 36 stattlichen Folioseiten. versendet soeben ihren Bericht für das Jahr 1887 in Raffe in aller Ruhe weiter arbeiten und rechnen hierbei auf die thätigste Mitwirkung unserer Ortsverwaltungen. sozialistischen Grundsäßen um, und organisirte 6000 ArDie Aussichten in diesem Jahre sind, troß des strenDie Mitgliederzahl betrug danach Ende 1887 71 664, gen Winters bedeutend bessere wie im Vorjahre. Es ist beiter als Nationalgarde, für die er von Gambetta Waffen und Munition forderte. Der Diktator von Tours wollte die Zahl der Erkrankungsfälle im Berichtsjahre 36 066, nicht zu leugnen, daß die auf der außerordentlichen Generales jedoch mit dem Bonapartisten, Großkapitaliſten Schneider die Zahl der Krankheitstage 603 079. Das Verhältniß versammlung in Hamburg vorgenommene Statutenänderung nicht verderben, auch fürchtete er wohl selbst im Geheimen der Krankentage auf den einzelnen Krankheitsfall ist 1 zu schon jetzt ihre Wirkung äußert. Wir hegen die bestimmte die Macht des bewaffneten Volks, so schlug er das Gesuch 16, die Krankheitsdauer iſt demnach im Durchschnitt um Hoffnung, daß es uns in diesem Jahre gelingen wird, Geschick gezeigt, schloß sich darauf an die„ Liga des Südens" Krankheitstag entfällt im Durchschnitt ein Krankengeld von Theil zu erübrigen, sondern, daß wir auch noch einen Theil an und erhielt durch Garibaldi's Vermittelung 3000 Ge-. 9 Pf. oder wöchentlich 12 Mr. 54 Pf. Für jeden der bisherigen Rückstände ergänzen können. Wir dürfen wehre, sowie entsprechende Munition. Selbstverständlich Sterbefall wurde im Durchschnitt ein Sterbegeld von 73 Mt. aber in keiner Weise, gestützt auf diese Hoffnung, erlahmen, 30g ihm sein Auftreten den Haß aller Reaktionäre zu, 60 Pf. gezahlt. Die Leiſtungen sind, wie man hieraus sondern müssen mit aller gewohnten Energie nicht allein für zog ihm sein Auftreten den Haß aller Reaktionäre zu allein trotz deren Opposition und Machination erhielt er ersieht, recht hohe zu nennen, und es sind wohl wenige die Erhaltung, sondern auch für die Ausbreitung unim Februar 1871 bei den Generalwahlen 40 000 Stimmen. Kaſſen zu finden, welche in dieſer Beziehung der Tischler- serer Kasse Sorge tragen; es ist noch immer ein dankbares Feld zu beackern, indem der Wille vieler Arbeiter, Um die demokratische und unruhige Bevölkerung des fasse gleichzustellen sind. Leider, und vielleicht gerade darum, war die Zentral- ihre Angelegenheiten selbst zu besorgen, noch nicht Creuzot im Zaum zu halten, hatte Thiers bereitwilligst dem kasse den schwersten Beeinträchtigungen seitens zur vollen Ausführung gelangt ist. Mit dem Anwachsen Anfinnen Schneiders nachgegeben und ein Detachement der Unternehmer und Behörden ausgesetzt. Wir Truppen in die Gegend geschickt. Die Reaktion suchte lesen darüber in dem trefflichen Bericht: des Kassenvermögens wächst das Vertrauen zu der Kasse; mit der vollendeten Thatsache, daß der Resevefonds voll den Bürgermeister vom Creuzot der Erhebung, die sich vorInsbesondere ist es ein Theil der Ortskranken- und ganz vorhanden ist, wachsen die Leistungen, und alle bereitete abwendig zu machen und Thiers telegraphirte am kassen- Vorstände, welche durch ein rigoroses Vorgehen Diejenigen, namentlich die alte Garde, welche in dieser 20. März an den Präfekten von Sâone- et- Loire:" Sagen gegen unsere Kasse sich auszeichnen, indem dieſelben die Weise für unsere Kasse gestrebt und gewirkt haben, können Sie Herrn Dumay, daß ihn die Regierung dafür belohnen geringfügigsten Verstöße gegen das Krankenkassengeset, welche mit Stolz zurückblicken auf das größte freie Arbeiterinstitut, wird, wenn im Greuzot Nichts vorfällt, und daß ich per- das frühere Statut enthalten sollte, benußten, um die Mit welches Deutſchland aufzuweiſen hat." glieder zum Beitritt in die Ortskassen zu zwingen. Daß sönlich ihm sehr dankbar sein werde." im April abermals zu ihrem Bürgermeister. " Also immer vorwärts! Zu den schauerlichsten Gewerbekrankheiten gehört die Phoszu Tage tritt. Zuweilen stößt viel häufiger hilft nur eine Operation, durch die oft ein großer Theil des Unter- und Oberkiefers, oft beide, ja ſelbſt angrenzende Theile weggenommen werden müssen. Unterbleibt der ärztliche Eingriff, so schreitet unter immer gräßlicheren Symptomer die Zerstörung der Gesichtsknochen fort, bis schließlich der Tod die Erlösung bringt." Zu diesem fürchterlichen Leiden kommen in Folge der EinTroßdem erklärte sich Dumay an der Spiße von dieses Vorgehen zu dem Zwecke, unseren Mitgliedern zu 4000 Arbeitern für die Revolution vom 20. März und ihrem Rechte zu verhelfen", geschah, ist aus dem Grunde entschied, der Kommune von Paris zu Hilfe zu eilen. Die nicht anzunehmen, weil unsere Kasse in allen Theilen bepreußischen Truppen jedoch, welche den Weg nach Paris deutend mehr leistet, als diejenigen Ortskassen, welche Aus der Thüringischen Hausindustrie. besetzt hielten, sowie die französischen Armeekorps, die in unsere Statuten„ als dem Gesetze nicht genügend" bezeich- phorvergiftung, die in den verschiedenartigsten Krankheitsformen der Gegend lagerten, hielten die Bewegung auf und erneten. Leider ist unsere Kasse hierdurch und speziell im Leider ist unsere Kasse hierdurch und speziell im stickten sie im Keime. Da finden wir Knochenerkrankung des Gesichts, Entzündung, Dumay ward darauf verhaftet, aber angesichts der vergangenen Jahre im hohen Grade geschädigt worden, insbesondere durch die Maßregelung seitens der Leipziger Vereiterung, Berjauchung und brandiges nekrotisches Absterben des drohenden Haltung der Bevölkerung freigelassen, so daß er Drtskrankenkasse, was wir im Nachstehenden durch Zahlen haben die Aerzte Phosphornetrose, Stieferbrand, getauft. In einer Ober- und Unterfiefers. Diese charakteristische Gewerbekrankheit Gelegenheit hatte, nach der Schweiz zu entkommen und beweisen werden. Unsere Kasse zählt in der Amtshaupt vom schweizerischen Fabrikinspektorate verfaßten Anleitung für Zündin contumaciam zu Zwangsarbeit auf Lebenszeit mannschaft Leipzig 31 Verwaltungsstellen, in welchen sich holzfabrikanten und-Arbeiter wird der Verlauf der Krankheit verurtheilt ward. Troß seiner Abwesenheit und der am Schlusse des Jahres 1886 5874 Mitglieder befanden; folgendermaßen geschildert:" Sie beginnt ganz unscheinbar. Es Schreckensherrschaft der Reaktion erwählten ihn die Grenzotiner von diesen wurden alle diejenigen, welche versicherungsscheint gut zu sein. Aber die Schmerzen kehren zurück, das Zahnsich Zahnschmerz ein. Der Zahn wird ausgezogen: alles pflichtig waren und keiner anderen dem Gesetze genügenden fleisch entzündet sich, es entleeren sich aus den kranken Stellen beAuch im Eril blieb Dumay der eifrige Agitator, der Kasse sonst noch angehörten, gezwungen, der Ortskasse bei deutende Mengen Eiter. Alles Einschneiden, Zahnausziehen fruchtet er gewesen und sobald die Amnestie die Rückkehr erlaubte, zutreten und ihre Beiträge an diese zu entrichten. Die nichts, die Backen werden geschwollen, das Zahnfleisch entfärbt sich, die Zähne wackeln, fallen oft ganz gesund aus. Es entstehen nahm er den alten Kampf gegen die industrielle Feudalität Folge davon war, daß ein großer Theil unserer Mitglieder, Fiſteln. Aus ihnen und aus den Zahnfächern bricht Eiter hervor wieder auf. Die Kapitalisten seiner Gegend, mit Schneider welche die doppelten Beiträge nicht aufzubringen im ja bald nicht mehr Eitern, sonder stinkende blutgemischte Jauche, an der Spiße, suchten sich den unbequemen Gegner dadurch Stande waren, aus unserer Kasse ausschieden oder wegen der oft Stnochenstücke beigemengt find. Der Knochen ist angefreſſen; vom Halse zu schaffen, daß sie ihn erst kaufen, dann Zahlungssäumniß gestrichen werden mußten, so daß am er ragt oft ganz nackt in die Mundhöhle hinein. aushungern wollten. Die Buch- und Papierhandlung, Schlusse des Jahres 1887 in den genannten 31 Ver- die Natur ſelbſt das Krante ab und es kann Heilung eintreten sowie später der Weinausschant, den Dumay eröffnet, waltungsstellen nur noch 3435 Mitglieder übrig blieben, wurden auf die„ schwarze Lifte" gefeßt, ferner allen Klein- mithin die Zahl derselben sich in dem einen Jahre um meistern, die für die Kompagnie Schneider arbeiteten, 2439 verringert hatte. Welchen Einfluß diese Maßregelung aber auf das verboten, demselben Beschäftigung zu geben. Dumay widerstand auch der Noth, und dies, obgleich seine zahl- finanzielle Ergebniß der Kasse ausgeübt hat, mögen folreiche Familie dieselbe aufs Höchste steigen ließ. Er gründete gende Zahlen beweisen. Im Jahre 1886 erhielten die an athmung der Giftdämpfe auch schleichende und akute Lungen- fund die Arbeiterfederation der Sãone- et- Loire, die aus vier geführten Verwaltungsstellen aus der Hauptkasse an Zuschuß Magenübel, Athem- und Verdauungsbeschwerden. Dr. Custer, ein zehn Gewerkschaften und Studienzirkeln besteht und treff die Summe von 7710 Mt., an die Hauptkasse eingesendet um die Bekämpfung der Phosphorzündholzfabrikation hochverdienter Ueberschußt jagt:„ Es trift Abmagerung und eine Art von Zehrfieber ein, lich organisirt ist. Die Regierung wollte ihn in den Prozeß wurden indeſſen 34 328 Mt. 63 Pf., so daß ein Ueberschuß manchmal kommt es zu schmerzhafter Anſchwellung der Gelenke, die Monceau- les- Mines verwickeln, ließ den Plan aber fallen, von 26 618 Mt. 20 Pf. verzeichnet werden konnte. Im Sträfte schwinden immer mehr und mehr und in kürzerer oder lända der tendenziöse Charakter des Prozesses zu stark hervor Jahre 1887 erhielten dieselben Verwaltungsstellen an Zu- gerer Zeit erfolgt der Tod. Einzelne werden in direktem Zuſam= schuß aus der Hauptkasse die Summe von 21 235 Mt., menhang mit der Knocheneiterung im Gesicht an Hirnleiden und unjäglichen Schmerzen dahingerafft. Die Phosphorkrankheiten Mit regstem Eifer sich der agitatorischen Thätigkeit während nur 9335 Mt. 20 Pf. an die Hauptkasse ab- liefern Beiträge zu den allertraurigsten Bildern in der menschlichen hingebend, unternahm Dumay Organisationsreisen in den geführt werden konnten, so daß diese Orte eine Mehr- Passionsgeschichte. östlichen Departements, hielt in allen dortigen Industrie- ausgabe von 11 899 Mt. 80 Pf. erforderten. zentren Zusammenkünfte ab und legte den Grund zu zahl- Schaden, welcher der Kasse hierdurch erwachsen ist, betragt Sar bemerkt hierüber in seiner neuesten Schrift über die Hausreichen Vereinen. Agitatorisch wirkte er auch durch seine also in dem einen Jahre( gegenüber dem Vorjahre) industie in Thüringen":" Die Verborgenheit, welche ber Hausindustrie an und für sich eigen ist, nun gar, wenn sie an Broschüre„ Un fief capitaliste"( ein kapitalistisches Lehen), 38 518 Mt. 43 Pf. Diese eine Thatsache beweist uns, welch unge- einem so abgelegenen, verlorenen Orte, wie Neustadt betrieben in welcher er die Schlotbarone des Creuzot an den Pranger heuren Schaden die freien Kassen durch die wird, mochte die Ursache sein, daß die Phosphor- Hausindustrie so lange den Blicken der Meininger Behörden entzogen blieb, obwohl Die franken und leidenden Personen sind uns will man nur ein wenig die ärgsten Einwirkungen des Phosphorseine materielle Eristenz vernichtet hatte, mußte er den hatten. da ja der gifts abschwächen, so muß für sehr gute Ventilation und peinliche Kreis seiner Wirksamkeit verlassen. Er ging nach Paris, selbstverständlich als Mitglieder verblieben dei denen in einem Raum gearbeitet, gewohnt, gekocht und wo er Arbeit als Mechaniker fand. Er hatte sich bereits Beitritt zur Ortskasse von dem Eintritt oder in diesem Reinlichkeit gesorgt werden. Wie ist das möglich bei Heimarbeitern, auf dem Kongreß zu St. Etienne an die Poſſibiliſten an- Falle von dem Beſtehen eines Arbeitsverhältnisses abhängig oft auch geschlafen wird. Der Herd, auf welchem das färgliche geschlossen und blieb auch in Paris eine der thätigsten und ist!!! Aehnlich ist es unserer Kaffe in Dresden und in Mahl bereitet wird, dient als Schwefelofen und Phosphorofen. Die tüchtigsten Stüßen dieser Fraktion. Troßdem hielt er sich anderen deutschen Städten ergangen, nur ist das Verhältniß Stickluft, die sich unter solchen Umständen bildet, ist unerträglich. abseits von den Personenstreitigkeiten, seine Parteinahme in Betreff des Ausscheidens der Mitglieder nirgend ein Die Fenster find feſt verſchloſſen, um die zum Trocknen der Phos= erklärt sich wohl durch die hervorragend praktische Seite, gleich großes wie in Leipzig und Umgegend gewesen, nirgend Rahmen den oberen Theil der Stube. Am Arbeitstisch wird eifrig durch das Organisationsbedürfniß seiner Natur, die inner- anders ist die Behörde auch schonungsloser als gerade dort getunkt; die Masse darf nicht kalt werden, weil sie nicht mit Gun, sondern der Wohlfeilheit wegen mit thierischem Leim versezt ist, halb der Possibilisten mehr Spielraum fand, als bei den, vorgegangen. Taß das finanzielle Ergebniß der Kaffe im ver- und so dampft sie beständig, verderbenschwangere Dünste entsendend. An einem anderen Tische und auf dem Stubenboden ſind Kinder theoretische Fragen entwickelnden und klärenden Kollektivisten. -Papierhülsen beschäftigt, während ein älteres Familienmitglied sowie die verschwommene Auffassung der Verhältnisse, war, wie es hätte sein sollen, wird ein jedes denkende Papierhülsen Daß bei einer solchen Arbeitsweise der Mangel auch der allerDank der Opferwilligkeit einfachsten Schutzmittel selbstverständlich ist, daß Alles im Hause welche an den meisten französischen Sozialisten haften ge- Mitglied sich selbst sagen müssen; trotzdem können wir mit die Schachteln packt und zuflebt. getreten wäre. " " Der Bereits in den vierziger Jahren wurden von verschiedenen deutschen Regierungen polizeiliche Schutzvorschriften erlassen. Dr. stellt. Da das Aushungerungsabkommen der Unternehmer Verfolgung seitens der Zwangskaffen zu erleiden gerade in Neustadt sich die schlimmiſten Zustände entwickeln mußten," phorhölzchen nöthige Wärme zu halten: die Hölzchen füllen auf Dazu spielt noch mit der kleinbürgerliche Individualismus, gangenen Jahre schon aus diesem Grunde nicht ein solches mit dem Ausnehmen und Einfasseu der Zündhölzchen in Patronen mittelbar an die alte Ueberlieferung und die Utopisten unserer Mitglieder mit dem Ergebnisse des vergangenen die Gegenstände und die Menschen phosphorbeschmuzt sind, daß anknüpften. Jahres wohl zufrieden sein. Der Reingewinn beträgt selbst die zarten, noch nicht arbeitsfähigen Kinder, die in der Stube Filiale herumkriechen, durch den in den Dielenrißen verzettelten Phosphor| Anträge resp. Abänderungen müssen nach§ 19 des Statuts min- ordnung: Neuwahl der Delegirten, Verschiedenes. bergiftet werden, ist einleuchtend.„ Es ist ein wahres Pandä- destens 6 Wochen vorher eingereicht werden. Als spätesten Termin Berlin IV. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß durch Beschluß monium, in das man hier schaudernd einen Einblick thut." zur Einsendung aller Anträge sezt die Leitung den 15. Juni dieses des Vorstandes die gesammte Wahl der Wahlabtheilung für un= giltig erklärt worden ist; es findet deshalb Sonntag, den 29. April, Nach jahrelangen Erörterungen ist bekanntlich am 13. Mai Jahres fest. 1884 ein Reichsgesez erlassen worden, das die Phosphorzünd= Zum Streif der Lackirer. Alle Diejenigen, die noch im Vormittags 11 Uhr, Andreasstr. 21 bei Steller die Neuwahl der Filiale Berlin VI: Sonntag, den 29. d. M., hölzchenindustrie als Heimarbeit, als Hausindustrie verbot, und Besiz von Sammellisten von den im Streif befindlichen Lackirern Delegirten statt. die Herstellung von Zündhölzern aus weißem Phosphor nur in sind, werden gebeten, selbige so bald wie möglich behufs Abrech- Vorm. 10/2 Uhr, Gartenstr. 123 bei Krüger MitgliederversammFiliale Anlagen, welche ausschließlich Arbeitsräume sind, also allein in nung an Heinr. Rautenhaus, Gitschinerstraße 87a, II., resp. an lung. Tagesordnung: 1. Stichwahl. 2. Verschiedenes. fabrikmäßigen Betrieben gestattete. Die Hygienifer fordern jedoch das Bureau Breslauerstraße 27 bei Tempel, Abend von 7/2 bis Berlin VII: Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 28. April, Abends 82 Uhr, Lindowerstr. 26. Tagesordnung: Delegirtenmit Recht das Verbot der Phosphorzündholzfabrikation überhaupt. 912 Uhr, einzuschicken. Die Filiale Berlin VIII hält Lohubewegung und Streiks. Die Hamburger Schiff Stichwahl und Verschiedenes. bauer wollen in eine Lohnbewegung eintreten. Die Geraer am Sonntag, Vormittags 10 Uhr, in Gottschalk's Lokal, Badstr. 22, Der Berliner Schuhmacherstreik. Maurer haben nunmehr die Arbeit eingestellt. Der Vertrauens- eine Mitgliederversammlung ab mit der Tagesordnung: Delegirtenmann der deutschen Maurer hat den Streik gebilligt. Alle Sen- Stichwahl. Das Mitgliedsbuch legitimirt. An die Arbeiter Berlins und Deutschlands! Die von mehreren großen Massenversammlungen der Schuh- straße 1.- Die Modelltischler Hamburgs, Altonas und finer Gürtler- und Bronceurgewerbe beschäftigten Schuh- dungen richte man direkt an Maurer C. Toundorf, Gera, Mittelmacher Berlins beschlossene Arbeitseinstellung ist am Montag, den Ottensens wollen vom 30. April ab streiken, wenn ihnen nicht fol- Berfonen( E. H. 60). Sonntag, den 29. April, Vormittags 23. April, zur Thatsache geworden. Die Versammlung, welche an diesem Tage in der Tonhalle gende Forderungen bewilligt werden: Minimallohn von 40 Pf. pro 10 Uhr, in Baumbach's Kasino, Prinzenstraße 94, außerordentliche tagte, beschloß einstimmig, in den Streif einzutreten, weil die Lohn- Stunde, für Ueberstunden bis Abends 10 Uhr 25 pCt., für Nacht- Generalversammlung der großzjährigen Mitglieder. Tagesordnung: tagte, beschloß einstimmig, in den Streik einzutreten, weil die Lohn- und Sonntagsarbeit 50 pCt. Zuschlag. Zuzug ist fernzuhalten. 1. Rechnungslegung. 2. Statutenänderung der§§ 4, 6, 23. 3. Ver= und Arbeitsverhältnisse in der Schuhmacherei derartig herunterge Briefe und sonstige Sendungen sind zu senden an die Lohnkommiffion, schiedenes.- Das Quittungsbuch legitimirt. kommen sind, daß sie nicht mehr als menschenwürdig betrachtet im Klublokal des Herrn C. Wenzel, Eimsbüttle straße 13, Sanft werden können. Wir glauben nun, die Arbeiter Berlins und Deutschlands auf fordern zu dürfen, uns nicht im Stiche zu lassen. Wir geben uns der Ueberzeugung hin, daß die Arbeiter der anderen Branchen die ärmsten ihrer Arbeitsbrüder, und das sind die Schuhmacher in der That, durchdrungen von dem Prinzip der Solidarität, thatkräftig unterstügen werden. Bedenkt Arbeiter, daß, wenn ihr zu unserem Sieg mithelft, ihr eine große Branche vor gänzlicher Versumpfung bewahrt. Denn, tritt in unserer Branche keine Wendung zum Bessern ein, müssen wir unter den unerträglich gewordenen Verhältnissen weiter vegetiren, so sind die Schuhmacher überwilligen, werden öffentlich bekannt gegeben werden. Pauli( Hamburg). - Kranken- und Begräbnißkasse für die im BerUnterstügungsverein der Maurer im Westen Die Tischler Bremens streifen ebenfalls. Berlins. Am Sonnabend, den 5. Mai, Abends 8 Uhr, findet Freiwillige Beiträge zur Unterstützung der Streikenden nimmt ent- ein Tanzt änzchen in Rennefahrt's Salon, Dennewisser. 13, ſtatt. gegen Heinrich Schmidt, Bremen, Taubenstr. 6. Anfragen 2c. find Billets find zu haben bei den Herren: Jänice, Steinmegstr. 33; zu richten an Oswald Röhnisch, Molkenſtr. 56,„ Meine's Gasthaus" Bäumler, Ziethenstr. 3; Freidank, Bülowstr. 64; Franke, Landgrafenstr. 4; Läume, Derfflingerstr. 6, jewie in unserer Zahlstelle, Bülowstr. 60, bei Küster; außerden im Zigarrengeschäft von Keller, Dennewigstr. 13, und im Zigarrengeschäft von Fischer, Schwerinstr. 10. in Bremen. Vereine und Versammlungen. Zutritt. - Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband„ Berlin Ost" feiert sein Stiftungsfest, welches am 10. März nicht stattfinden founte, am Sonnabend, den 5. Mai. Die alten Billets behalten ihre Giltigkeit. arbeiter befindet sich Waldemarſtr. 61. bei Pfister. Fachverein der Steindrucker und Lithographen. Am Himmelfahrtstage Herrenpartie nach den Rüdersdorfer KalfAn die Tischler Berlius. Die in der öffentlichen Tischler- bergen. Treffpunkt ein halb 7 Uhr früh am Schlesischen Bahnhof. haupt für die Arbeiterbewegung verloren, denn ihr wißt, versammlung am 9. April gewählte Kommission macht bekannt, daß Das diesjährige Sommerfest findet am Sonnabend, den 26. Mai, daß ein Arbeiter, wenn er wirthschaftlich zu tief heruntergedrückt ist, nicht mehr so, wie es sein sollte, seinen Platz in der Arbeiter- Liſten zur Einzeichnung freiwilliger Beiträge zur Unterstützung der bei Buhlmann, Schönhauser Allee 148. ftatt. Verein der Sattler und Fachgenossen. Zur Feier bewegung einnehmen kann. Helft uns also, Arbeiter, die Schuh- im Streik befindlichen Tischlergeſellen Halberstadt's und anderer des 7. Stiftungsfestes am Sonnabend, den 28. April, Abends macher auf ein höheres Niveau zu stellen, nuterstützt die Strei- Städte bei den Kommissionsmitgliedern G. Ritter, Josephstr. 4, vorn 8 Uhr, in Keller's großem Saal, Andreasar. 21, großes Familienkenden nach Kräften. 4 Tr., Fr. Haseleph, Sfaligerstr. 127, 1. Quergeb. 4 Tr., Neumann, fränzchen mit Theater und Vorträgen. Mitglieder haben gegen Die Namen derjenigen Arbeitgeber", welche den Tarif be- Arudtstr. 16, 1 Tr., W. Schmidt, Manteuffelstr. 96, Hof 2 Tr., Vorzeigung ihres Mitgliedsbuches für sich und eine Dame freien Die Streitbureaus sind von Morgens 8 Uhr bis Abends 6 Uhr Fr. Zubeil, Waldemarstr. 73, v. 2 Tr., sowie jeden Sonnabend geöffnet und können daselbst alle Berichte über den Stand des Abend von 8-10 Uhr in den Lokalen Friedrichsbergerstr. 25 bei Streiks angebracht werden. Daselbst sind auch Sammelliſten in Christen und Belleallianceplay 6 bei Hilscher in Empfang genommen in Empfang zu nehmen und abzuliefern. Das Zentralbureau be= findet sich Weinstr. 11; die Filialbureaus find; 1. im Restaurant werden können. Die auf Listen gesammelten freiwilligen Beiträge - Der unentgeltliche Arbeitsnachweis für KlavierKüster, Bülowstr. 60; 2. bei Haugf, Weinstr. 22; 3. bei Papke, fönnen jeden Sonnabend und Montag Abend von 8-10 Uhr, sowie Oranienſtr. 197( am Heinrichsplay); 4. bei Nürnberg, Anklamer- jeden Sonntag Vormittag von 10-12 Uhr auf der Zentralstelle im - Freireligiöse Gemeinde, Rosenthaleritr. 38. Sonntag, Straße 49; 5. bei Bukow, Neumannsgaffe 9; 6. Tilgner, Wilhelm- Lokale von Schuhmann, Alte Jakobjir. 38, gegen Quittung ab- den 29. April, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. H. Spazier straße 37; 7. bei Luhm, Brandenburgstr. 11. Die Zahl der Meister, welche bewilligt haben, wird von Stunde geliefert werden. Auch nimmt jedes der vorgenannten Kommissions- über: Kant's Ansichten über Religion." Damen und Herren als zu Stunde größer, und ist zu bedauern, daß viele Arbeiter, welche mitglieder freiwillige Beiträge entgegen. Die Kommission der Gäste willkommen. den Tarif bewilligt erhalten haben, dieses nicht auf dem Zentral- Tischlergesellen Berlins. Im Auftrage: Fr. Zubeil. bureau anzeigen. Wir müssen", heißt es in einem Rundschreiben, Den Zimmerleuten Berlins und Umgegend zur Nach„ durchaus darauf bestehen, daß dieses entweder von dem Meister, richt, daß eine Feststellung aller derjenigen Kameraden stattzufinden hat, welcher bewilligt hat, oder seinen Arbeitern geschieht. Das Zentral- welche seit September 1887 regelrecht die freiwilligen Beiträge zum Volks Bibliothek des gesammten menschlichen Wissens, bureau zeichnet grundsäßlich nur solche Werkstätten als„ bewilligt" Arbeitsnachweis der Zimmerer Berlins und Umgegend gezahlt haben, herausgegeben von Wilhelm Liebknecht. Stommiſſionsverlag ein, aus denen der durch den Meister unterschriebene Lohntarif also im Besize einer in Ordnung sich befindenden Kontrolkarte sind. von R. Schnabel in Dresden( Bartholomäistraße 3). Erscheint vorliegt. Die Stimmung der Streifenden ist eine sehr hoffnungs- Grund dessen ersuchen wir alle diese Kameraden, innerhalb 8 Tagen in Wochenheften zu 10 Pf.- Die joeben zur Ausgabe gelangten volle; dieses ging namentlich daraus hervor, daß auf den Zentral- im Bureau des Nachweises Beuthstr. 10, Abends 8-9 Uhr, Sonn- Hefte 35 und 36 enthalten: 35. Volksernährung, bearbeitet von bureau viele Fälle gemeldet wurden, wo der Meister 15-20 pGt. tags Vormittags von 9-12 Uhr sich zu melden. Wir bemerken, Emanuel Wurm( Fortsetzung). 36. Neueste Geschichte, fortgeführt zulegen wollte. Die Arbeiter der betreffenden Werkstellen erklärten daß spätestens am 6. Mai cr.( Sonntag) die Meldung geschlossen von Bruno Geiser( Fortsetzung). Zu beziehen durch alle Buchaber regelmäßig, den ganzen Lohntarif durchsetzen zu wollen. Die Zahl der streikenden Berliner Schuhmacher betragt nach Da besondere Bestimmungen, welche Denjenigen zu Gute kommen, wird, alle noch später eingehenden Meldungen haben keine Giltigkeit. handlungen und Kolporteure. vorläufiger Schätzung 3500-4000, während 500-600 Gesellen schon für den neuen Lohntarif weiter arbeiten. Diese haben sich verpflichtet, mindestens 2 Mark die Woche zum Streiffonds beizu tragen. Eine große Zahl der ledigen Gesellen hat bereits Berlin Die Schuhmacher richten auch an das Berliner Publikum die Bitte, bei vorkommendem Bedarf durch Einkäufe diejenigen Geschäfte zu berücksichtigen, welche den Lohntarif bewilligt haben. Arbeiter- und Lohnbewegung. Eine öffentliche Versammlung von Schmiedegesellen hatte am Dienstag Abend das Mundt'sche Lokal, Stöpnickerstr. 100, bis auf den letzten Plaz gefüllt. In einer vorhergegangenen Versammlung war, wie berichtet, der Beschluß gefaßt worden, in eine Lohnbewegung einzutreten und folgende Forderungen an die Meisterschaft zu stellen: 1. Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit. Literarisches. Briefkasten. Stadtverordneter. Natürlich haben die Burschen wieder welche eine ordnungsmäßige Kontrolkarte besigen, zur Einführung gelangen, so machen wir auf Vorstehendes genau aufmerksam. Inhaber von Starten, welche nicht mehr als zwei Monate rückständig find, sowie Diejenigen, welche glauben, Berechtigte zur Meldung zu sein, werden ebenfalls aufgefordert, ihre Meldung geltend zu machen einmal auf das Frechſte gelogen. Wir haben nicht nur den Stonzum Kassirer gewählt. Als Hilfskassirer für den Norden Berlins flift nicht gewollt, sondern sind im entscheidenden Moment sogar wurde Herr Liebeskind, Invalidenstr. 32, Hof 4 Tr. und als Hilfs- dafür gewesen, trotz aller, von uns ausdrücklich betonten Be= fajfirer für Moabit Herr Nitschke gewählt. Die Zahlstellen der benken gegen die bisher übliche kommunale Thätigkeit und AgitaVereinigung befinden sich bei folgenden Herren: 1. Hoffmann, " Vereinigung deutscher Schmiede. Herr Sandmann ist Blumenthalstraße; 2. Tempel, Breslauerstr. 27; 3. Friedrich, tion, der anderen Seite entgegenzukommen und in die Wahl Möckernstr. 100, 3 Tr.; 4. Wandelt, Reichenbergerstr. 114, Quer- einzutreten. Maßgebend war für uns dabei, daß die ganze gebäude 3 Tr. Auf den Zahlstellen wird auch das Vereinsorgan Sache noch nicht genügend in der Masse ausgereift war Bruder Schmied" ausgegeben. die Gründe gegen die Wahlbetheiligung waren ja bis dahin öffentOeffentliche Versammlung der Möbelpolirer lich faum berührt worden und daß persönliche Gegensäge in Sonnabend, den 28. April, Abends 8 Uhr, im Andreasgarten, An- die Frage hineinspielten, die leicht zu einer anderen Entscheidung dreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Die Ergebnisse unserer Berufs- führen konnten wie bei einer rein sachlichen Diskussion. Bei jeder statistik genau und ziffernmäßig zusammengestellt. Referent: Herr neu auftauchenden Frage vertreten wir immer den Grundsatz: ausWeber; Korreferent: Herr Kurth. 2. Die Durchführung der reifen lassen und nichts übereilen, und rein erhalten von allen 91/2 stündigen Arbeitszeit und des einheitlichen Lohntarifs, sowie störenden, zur Sache nicht gehörigen Nebeneinflüssen. Sind letztere dessen Erläuterung. Referent: Herr Reuter. 3. Wahl der Revi- nicht auszuscheiden, so hat man, so gut wie aus dem ersten Grunde, 4. Wegfall des Zwanges zum Beitritt zur Jnnungskrankenkasse. foren zum Unterstützungsfonds. die Sache zu vertagen: das kann man nie bereuen. Sie sehen 5. Ueberlassung des Herbergswesens an die Gesellenschaft. - Der Fachverein der Tischler hält seine ordentliche also, mit welchen Mitteln die Burschen kämpfen und werden uns Um den Gesellen zuvorzukommen und ihnen das„ Streifen" zu Generalversammlung morgen, Sonnabend, Abends 82 Uhr, in nunmehr wohl zugestehen, daß wenn die andere Seite auch nur verleiden, haben die Meister über Nacht eine„ Werkstattordnung" Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28, ab. Näheres siehe Inserat. Die Hälfte des Geistes der Versöhnlichkeit und der AnFachverein der Buchbinder und verwandten Herr Walter ging in der Versammlung etwas näher darauf ein. Berufsgenossen. Sonnabend, den 28. d. M., Abends 8/2 Es ist aber trotzdem noch immer Aussicht vorhanden, die Sache Uhr, hätte, worden 2. Einführung eines Minimallohnes von 21 M. pro Woche. 3. Abschaffung der Sonntagsarbeit. Wie derselbe mittheilte, umfaßt der von den Meistern in derselben Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Berathung in humanster" Weise festgesetzte ,, Normalarbeitstag" nur die Zeit über das neue Vereinsstatut. 3. Ergänzungswahl zum Vorstand. von 5 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends, während die Arbeitszeit 4. Verschiedenes und Fragekasten. Quittungsbuch legitimirt. Um von 9 Uhr Abends bis 5 Uhr Morgens als„ Nachtarbeit" gerechnet der Verein Annenstr. 16, bei Sahms. zahlreichen Besuch bittet der Vorstand. Vom 12. Mai ab tagt werden soll. Die Meister wollen den Anschein erwecken, als würde Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. ein„ Stundenlohn" gezahlt. Obgleich dies schon abgelehnt werden Versammlung am Sonnabend, den 28. April, Abends 81% Uhr, müßte, so wäre das„ nach Bedarf arbeiten" doch zu durchsichtig, im Lokal Michaelkirchstraße 39. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadek. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Wahl eines um irgend welchen Zweifel über die Absichten der Meister auf- 2. Vorsißenden. 4. Verschiedenes. kommen zu lassen. Redner bezeichnete dieses Vorgehen der Meister Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierals einen Ausfluß der Reaktion, um die Gesellen wieder in die arbeiter. Versammlung am Sonnabend, den 28. April, präzise frühere Botmäßigkeit zu versetzen und wieder vollständig von den 9 Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79 ( oberer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. BernMeistern abhängig zu machen. Wie schon so mancher reaktionäre ſtein über: Krankheitsursachen. 2 Werkstattsangelegenheiten. 3. AufSchlag kraftvoll parirt worden sei, müsse auch dieser energischnahme neuer Mitglieder. 4. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. zurückgewiesen werden. Redner ermahnte daher die Schmiedegesellen, Mitgliedsbuch legitimirt. Fachverein der Rohrleger Berlins. Versammlung fleißig zum Streitfonds zu steuern und sich der bestehenden sammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes auf. Gedankenvoll ging die stattliche Versammlung auseinander. Der Reiseunterstützungsverband der Schneider, am haben. 1. beizulegen. Bis dahin Nuhe! 5. W. 10. 1. Jeder Wirth hat das Recht, wenn er nicht etwa kontraktlich verpflichtet ist, Ihnen mehrere Hausschlüssel zur Verfügung. zu stellen. 2. Am 13. Dezember 1799 in Düsseldorf, 1856 in Paris. G. Sch. Wir glauben es, können aber erst dann bestimmte Antwort geben, wenn wir wissen, auf Grund welcher Paragraphen die Verurtheilung erfolgte. Strafgesetzbuch§ 110, 113-116, 123, 130, 131, 196 und 197 sind frei; ferner alle Strafen von unter sechs Wochen bei Militärs. Abonnent. Mikro- und Makrokosmos= Welt im Kleinen und Großen. Postbriefkasten geworfen Freireligiöse. Mit Packetfahrtmarken frankirt und in den lebe der gute Zweck! foftet uns 20 Pfg. Strafporto. Es Paris. Chabert sprich: Schabähr; Dumay: Dümäi( das i ist ganz kurz.) Abonnent. Dem Vereinigten Staaten- Kongreß steht die Be für Mann anzuschließen. In diesen skizzirten Ausführungen fand uns der Großbetrieb. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3. Ver- tages, sondern der Landtage, würden wir in Deutschland fagen. Fachorganisation, der Vereinigung der deutschen Schmiede, Mann am 29. April, Vormittags 10 Uhr, in Feuerstein's Tunnel, Alte fugniß der Gewerbe- Gesetzgebung( Fabrifgejege, Arbeiterschutz u. f. f.) der überwachende Polizeilieutenant einen Verstoß gegen die Bestim schiedenes, Fragekasten und Aufnahme neuer Mitglieder. Das Natürlich kann der Bundeskongres aber als Arbeitgeber bie Bestim- schiedenes, mungen des Sozialistengesezes und löste infolge dessen die Ver- Stiftungsfest, verbunden mit Familienkränzchen, findet Sonnabend, Verhältnisse der von der Bundesregierung Beschäftigten den 5, Mai, Abends 8 Uhr, in obigem Lokal statt. Gönner und regeln. So weit geht die Befugniß des Kongresses und wenn er Freunde find willkommen. Billets find in der Versammlung zu darüber hinausschreitet, arbeitet er für den Papierforb. So lange Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall- wird, kann der Stongreß nur für den„ Distrikt" Golumbia und also nicht ein entsprechendes Verfassungs- Amendement angenommen 1. September 1886 gegründet, beruft für die erſte Woche des arbeiter( G. 5. 29, Samburg). Filiale Berlin L. Montag, die" Territorien" Gewerbegejeze erlassen, nicht für die Einzelſtaaten. Auguit die regelmäßige Generalversammlung ein. Wir machen den 30. April, Abends 9½ Uhr, außerordentliche Mitgliederversamm Das Achtstundengejeg von 1868 gilt in der That nur für die von die Mitgliedschaften darauf aufmerksam, daß die Generalversammlung im Restaurant Rothacker( Glassalon) Teltowerstr. 3 11. 4 vor der Bundesregierung beschäftigten Arbeiter. Es wurde außerdem ung unter keinen Umständen an dem Orte stattfinden kann, wo der dem Halleschen Thor. Tagesordnung: Delegirtenwahl. ongreß der deutschen Schneider abgehalten wird, wie es Wahl beginnt Buuft 10 Uhr und endet 11 Uhr. Diese Zeit Die von fast allen Administrationen nach Grant mit Füßen getreten. Richon einige Mitgliedschaften vorgeschlagen haben. Es könnte von und muß jedes Mitglied anwesend ſein.( Die bereits stattgefundene Flotten- Sekretär Thompson offiziell den zehn stündigen Arbeitstag indigen Bersonen, an denen unsere Zeit ja nicht arm iſt und mög- Delegitenwahl ist yang Hanhevorſtand in Hamburg Umstände lich zum Schaden der Schneider eine Verbindung daraus gesucht tafsirt worden.) Das Nähere in der Versammlung. werden. Gewiß werden sich zwei, nicht zu weit von einander Berlin II. Montag, den 30. April, Abends 8 Uhr, Versammlung Arthur hielt es ebenso und erst in neuerer Zeit soll das Gefes liegende Städte finden, wo dieſelben tagen können. Sämmtliche| Waſſerthorſtr. 68 bei Krüger. Das Lokal iſt räumlich! Tages- ſtrikter eingehalten werden. Filiale dem Gesetz bestanden. Sci: Nachfolger Chandler unter Präfitent Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: I. Posekel, Berlin 8. O., Dranienstraße 23.