Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh.- Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Neiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. No. 18. Jubalt: Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 5. Mai 1888. Ausgabe für Spediteure: „ Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. und Arbeitern und die Thatsachen, die sich im Verlauf Verhaftet und vor ein Kriegsgericht gestellt verwandelte derselben ereignen, feststellen und berichten. er sich aus einem Angeklagten in einen Ankläger und Die Gründung eines Arbeitsdepartements Das Personal des neuen Departements besteht aus schloß mit den Worten:„ Meine Herren, wenn Sie in in den Vereinigten Staaten.- Die Arbeiter einem Kommissioner( 5000 Dollars Jahresgehalt), einem meiner Gewalt wären, so hätten Sie nichts von mir zu vertreter im Pariser Gemeinderathe IV. Stellvertreter desselben( 3000 Dollars), einem Haupt- ,, Clerk" hoffen, was sollte ich also von Ihnen erbitten?" Da Die Freiheit der Arbeiterpresse in Oesterreich.-( Büreauvorsteher)( 2500 Dollars), vierzig Clerks, Stopiſten 2c. von sieben seiner Richter drei gegen das Todesurtheil Das Koalitionsrecht in Desterreich. Wichtige mit zusammen 47 440 Dollars Gehalt, zwei Scheuerfrauen(!) stimmten, lautete das Verdikt auf lebenslängliche ZwangsGedenktage der letzten Woche. Die Arbeiter mit je 240 Dollars Jahresvergütung und 20 Spezialarbeit und Deportation. Aus dem Bagno von Toulon und dem von Neukaledonien brandmarkte er seinen Freunden bewegung und die materialistische Geschichts- Agenten, für welche 24 000 Dollars ausgeworfen sind. Das ist das ständige Personal. Außerdem sollen, die unmenschliche Grausamkeit, mit der die Kommunards auffassung V. Gedicht von Freiligrath. Amerikanische wenn nothwendig, außerordentliche Sachverständige, Assistenten behandelt wurden, obgleich er wußte, daß derartige wahrheitsHumoreste. Aus dem Leben Albert Dulks. und andere Hilfsarbeiter angestellt werden, wofür der gemäße Offenbarungen mit Einzelhaft in dunkler Zelle und Zu den Berliner Stadtverordnetenwahlen. Kongreß jeweils besondere Bewilligungen zu machen hat. Bastonnade geahndet ward. Ein amerikanisches Arbeiterblatt bemerkt dazu: Sein reger Geist, seine unbezähmbare Energie ließen Politische Nachrichten.- Gewerkschaftliches, ,, Das wäre sonach die Bescheerung des 50. Kongresses ihn in Neukaledonien fortwährend auf Fluchtversuche Lohnbewegung. Vereine und Versamm für die Arbeiter des Landes. Wir sind zufrieden damit, sinnen, von denen er nicht weniger als zehn riskirte, von lungen. mit dem Vorbehalt, daß das Departement nicht als eine denen besonders der letzte von wahrhaft dramatischem politische Maschine oder gar als Fälschungs- Apparat Interesse ist. Allemane, Peyrol, Trinquet und noch zehn Wegen Raummangels mußten wir die Fortseßung der im Interesse der Kapitalisten benutzt wird. Auf die Be- andere Kommunards hatten sich durch Kampf in den BeArtikelserie über die„ Geschäftsordnung des Reichstages", setzung desselben kommt also alles an und da Herr Caroll fizz eines Bootes gesetzt und versuchten damit das Festland sowie den Beginn der„ Geschichte der Berliner Maurerbe- D. Wright( der bisherige Arbeitsstatistiker des ganzen von Australien zu erreichen. Nach einer infernalen Jagd wegung" für nächste Nummer zurückstellen. Die Gründung eines Arbeitsdepartements wird jetzt auch in den Vereinigten Staaten nicht lange mehr auf sich warten lassen. Der Rongreß hat einem dahingehenden Antrag bereits zugestimmt, und an dem Bundessenat wird der Plan, der hauptsächlich von den Rittern der Arbeit angeregt ist, kaum scheitern. " 1 Bundes und des Staates Massachusetts) auf die Dauer von 45 Meilen mitten durch die Korallenriffe und Sanddoch unmöglich in seiner Person das Amt eines Statistikers bänke des Stillen Ozeans wurden die Flüchtlinge von der für den Staat Massachusetts und für die Union verbinden Verwaltung eingeholt und zurückgebracht. Allemane wurde kann, als Republikaner auch schwerlich Aussicht hat, an in Folge des kühnen Fluchtversuches zu fünf Jahren die Spiße des erweiterten Bundesbureaus zu kommen, so Doppelkette" und fünf Jahren Strafbataillon verurtheilt. sollten sich die Arbeiter bei Zeiten auf einen tüch- Die theilweise Amnestie von 1879 nahm ihm die Ketten tigen Mann einigen, der dann nicht wohl zurückgewiesen ab und Allemane benutzte sofort dte relative Freiheit, um werden könnte. im Bagno einen Streik der Kommunards zu organisiren Im Uebrigen betrachten wir das nationale Arbeits- und durch ihn die Verwaltung zu zwingen, sie unter Departement bloß als den Embryo eines wirklichen dieselbe Haft- und Arbeitsordnung zu stellen wie die zu Die Vereinigten Staaten wären somit dem Beispiel Arbeits- Ministeriums, das auch etwas zu verwalten einfacher Deportation in einen befestigten Platz Verurtheilten. der Schweiz gefolgt, die in ihrem ,, Arbeits- Sekretariat" oder zu kontroliren und nicht bloß Auskunft zu geben Als die Amnestie von 1880 den Weg nach dem eine Art Vorbild geschaffen hat. haben wird. Der nächste Schritt muß sein, die Fabrik- Vaterland freigab, schloß sich Allemane nach seiner RückAber doch besteht ein großer, ein fundamentaler und Arbeiterschutz- Gesetzgebung unter die Kompetenz des kunft sofort an die junge Arbeiterpartei an und ward eine Unterschied in der Bedeutung beider Organisationen. In Bundes, des Reiches zu bringen und die Vorbereitung ihrer solideſten Stüßen. der Schweiz ist die Arbeitsgesetzgebung Bundesfache und Durchführung derselben dem neugebildeten Departement Abgesehen von seiner Agitation in den Gewerkschaften, Angelegenheit des Reichstages, nicht der Landtage, würden zu überweisen. in Studienzirkeln, Vereinen und Versammlungen ward er -und einem Bundes- Sekre wir in Deutschland sagen ,, Die Handhabung dieser Gewalt muß einmal endigen Mitarbeiter verschiedener sozialistischer Blätter, so besonders tariat fällt hauptsächlich die Aufgabe zu, Material als losigkeit. In " 1 Unterlage für die Arbeitergesetzgebung zu liefern und die in der Aufhebung des Gegensatzes von Besiß und Befiz- des Prolétaire", dem jezigen Prolétariat" und mehrerer Vereinigten Staaten dagegen fällt jene Gesetzgebung in abgesehen von der industriellen Entwickelung, die an Ge- ziellen Organ des Possibilismus schreibt er gegenwärtig sich dieselbe nur entweder durch eine Verfassungsänderung von der Intelligenz und Aufklärung der Arbeiter ab." Duvrier".*)( Die Arbeiterpartet), das von Angehörigen oder durch internationale Verträge sichern. Für das erste find die Aussichten sehr schwach und werden es bleiben, solange nicht einmal die organisirten Arbeiter einig darüber Die possibilistischen Arbeitervertreter im nach Algier unternommen, kurz, er hat die Energie und Pariser Gemeinderath. IV. seiner Fraktion herausgegeben wird. Er hat zahlreiche Agitationsreisen in die Provinz und im letzten Sommer Zähigkeit, die er stets bekundete, voll und ganz auf sein geworden sind, daß die 38 fache Gesetzespfuscherei auf diesem agitatorisches Wirken übertragen. Ein großer Theil seiner Gebiet ein wahres Unheil ist. Zudem scheiterte ein solches Zeit und Kraft ist der Thätigkeit innerhalb der GewerkAmendement auch an dem Einspruch etlicher Staaten, die z Als eine der besten und energischsten Kräfte der schaft der Buchdrucker zugewendet, um deren Angehorige sich ihre kostbaren Rechte" nicht nehmen lassen würden. Seiner Initiative ist in Etwas mehr Aussicht hätte man, hintenberum durch Fraktion verdient noch der Schriftfeßer Jean Allemane dem Sozialismus zuzuführen. einen Staatsvertrag zum Ziele zu kommen. Wenn furze Erwähnung. 1843 im Departement der oberen erster Linie mit die Gründung des„ Typographe" und des zum Beispiel die Vereinigten Staaten mit der Schweiz, Garonne geboren, gehörte er schon mit siebzehn Jahren Reveil typographique" zu verdanken, zweier gewerkschaftEngland oder einem anderen Staat eine Abmachung träfen, zu dem kleinen häuflein derer, welche auf den Sturz des licher Blätter, welche auf sozialistischem Standpunkte stehen, welche das Fabrikwesen in beiden Ländern regulirte, so Empire's( Kaiserreichs) ſannen. Er nahm thätigen An- im Gegensatz zu der rein gewerkschaftlichen Strömung, die wäre die Sache abgemacht denn alle internationalen theil an dem Buchdruckerstreit, ward dafür zu etlichen gerade im Buchbruckergewerbe noch viele Anhänger zählt. Verträge fallen in die Sphäre des Bundes, des Reiches Wochen Haft in Mazas verurtheilt und von den Patronen Troß starker Opposition, die er seitens seiner reaktionären würden wir sagen. Das hat die Bundesverfassung vor( Unternehmern) auf die schwarze Liste" gesetzt, so daß Kollegen erfährt, ward er zum Mitglied des Zentralgesehen. Staatsverträge können weder von den Bundes- alle Werkstätten für ihn geschlossen blieben. Bereits 1863 fomitees des Verbandes französischer Buchdrucker gewählt gerichten in Frage gestellt noch von den Staaten zurück- tämpfte er für unklare, zerflossene sozialistische Prinzipien und als Delegirter zu der Antwerpener Ausstellung entgewiesen werden; hier ist mit der Zustimmung der Bundes- und suchte mit Varlin zuſammen innerhalb der Gewerk- sendet. Dabei ist er einer der rührigsten Mitglieder des vertretung alles erledigt. Auf diese Weise käme man um schaft, welche alle bei Herſtellung von Büchern beschäftigten Buchdruckervereins, gehört dem poffibilistischen Nationaldie größte Schwierigkeit, der Zustimmung von zwei Dritteln Arbeiter vereinte, eine revolutionäre Gruppe zu bilden. komitee an u. f. f. Er ist einer der eifrigsten und bereitAls Mitglied der„ ,, revolutionären Liga" nahm er seit dem willigsten Vorkämpfer der Arbeiterbewegung in Frankreich, Das Departement soll im Allgemeinen werthvolle 4. September an allen Demonstrationen Theil und gehörte der seine Parteipflichten treu erfüllt, wenn sie ihm auch Informationen über die wichtigsten wirthschaftlichen Fragen beim Ausbruch der Kommune dem Aktionskomitee mehrerer oft undankbare Aufgaben auferlegen, und auf jeden Ruf Er wies die Kandidatur für das im Namen und im Interesse der Sache mit„ hier" anterwerben und verbreiten, namentlich über das Verhältniß Arrondissements an. *) Die Redaktion des neuen Organs, dessen erste Nummer der Arbeit zum Kapital, die Arbeitszeit, das Einkommen Zentralkomitee und die Kommune zurück, dagegen überder Arbeiter und die Mittel zur Förderung ihres materiellen, nahm er die Organisation der Streitkräfte und diejenige Sonnabend, den 7. April, erschienen, besteht aus den Possibilisten, Es der Gemeindeverwaltung des 5. Arrondissements. Die die bisher im„ Cri du Peuple" schrieben, und an die sich Allemane sozialen, geistigen und moralischen Wohlbefindens. soll mindestens von zwei zu zwei Jahren Aufnahmen über großen Ereignisse und Schläge der Kommune fanden ihn angeschlossen hat. Steines der beiden Blätter hat den emane ben allgemeinen Stand der Produktion in den wichtigsten stets und bis zuletzt auf dem Poſten, und seine unbeug- Austritts berührt. Wie es scheint, beruht derselbe auf der Frage Industrieen veranstalten und Bericht erstatten und außer- same, energische Haltung zog ihm den Haß vieler schwanken- wohl auch in den schlechten Geschäften des„ Cri", die sein Eingehen der Staaten hinweg. dem die Ursachen von Streitigkeiten zwischen Kapitalisten den und ängstlichen Elemente zu. Boulanger und Frau Séverine's zweideutiger Haltung, zum Theil erwarten ließen. mottet. Allemane ist ein gewandter und beliebter Redner, der allerdings gewöhnlich mehr schwungvolle Deklamationen als belehrenden Stoff bietet. Angesichts seiner Energie und seines guten Willens ist es doppelt zu beklagen, daß er sich nicht zur Klarheit der theoretischen Erkenmniß durch gearbeitet hat, und daß auch seinem Wirken gegenüber die Reserve am Platze ist, welche der Thätigkeit der Possi- bilisten überhaupt entgegen gebracht werden muß. Der Possibilismus zählt in seinem Lager noch Leute, wie Brousse, Marouck, Labusquiöre, welche den vor- geführten Vertretern der Fraktion an Kenntnissen und Wissen überlegen sind, deren Stellungnahme und Haltung dem Parteiprogramm und den Bruderfraktionen gegenüber deshalb nicht auf unklare Erkenntniß zurückgeführt werden kann, sondern in rein persönlichen Motiven zu suchen ist. Sie sind dafür verantwortlich, ihre Schuld ist es, wenn sich ein großer Theil der sozialistischen Kräfte, darunter so schätzenswerthe Vorkämpfer der Sache wie Dumap, Allemane, Chabert k. ihre Bemühungen aus Fragen ver- geuden, die mehr und mehr zu einer seichten und farblosen Verwässerung des wissenschaftlichen Sozialismus führen, wenn die Klärung des Klassenbewußtseins nur langsame Fortschritte macht und die Vereinigung mit den klaren und festen Kollektivisten noch immer auf sich warten läßt, obgleich diese Vereinigung die Vorstufe der weiteren Ent- Wickelung und eines imposanten Vormarsches gegen den Kapitalismus ist. Wie man in Gesterreich Arbeiterblätter umbringt, darüber äußerte sich der Abg. Kronawetter im öfter- reichischen Abgeordnetenhause: „Da habe ich eine Arbeiterzeitung,„Arbeit" genannt; diese ist zuerst in Graz, dann in Villach, in Linz, endlich in Wien herausgegeben, aber überall gemaßregelt worden. Auch wie sie in Wien herausgegeben wurde, wurde sie in jeder Nummer konfiszirt; Nummer 1, Nummer 2 und Nummer 3 wurden konfiszirt. Die Konfiskalion der Nummer 3 durch die Sicherheitsbehörde am 24. November 1887 erfolgte in gesetzwidriger Weise, ehe noch die Pflichtexemplare an Ort und Stelle waren. Der Heraus- gebet wurde nämlich bei Abholung der Auflage aus der Druckerei und bei der gleichzeitigen Absendung der Pflicht- exemplare verhaftet und die Auslage nach§ 17 des Preßgesetzes konfiszirt. Nun, meine Herren, wie kann denn die Behörde, bevor sie das Pflichtexemplar in der Hand hat, wissen, was darin steht? Als nun der betreffende arretirte Herausgeber mit dem Pack Schriften auf die Polizei kam, hat man ihn dort lächelnd empfangen und gesagt, man wisse schon was darin steht; wir wissen es schon, anläßlich der Hinrichtung der Anarchisten in Chicago ist heute das Blatt mit einem schwarzen Rand gedruckt und dies wurde als Gutheißung verbotener Handlungen angesehen. Es hatte aber wieder einmal ein Spitzel die Polizei aufsitzen lassen. Wie der Polizeibeamte das Blatt ent- faltete, war keine Spur von einem schwarzen Rand daraus. Nun hat der Herausgeber geglaubt, er dürfe seine „Arbeit", das Blatt, wieder mitnehmen. Aber weit gefehlt; konfiszirt ist konfiszirt, wurde ihm gesagt. Da war zufällig am Pulte des Beamten das Strafgesetzbuch, und zwar§ 305, ausgeschlagen, der handelt von Herabwürdigung der Einrichtungen der Ehe, der Familie, des Eigenthums, Aufforderung zu unsittlicheu und strafbaren durch die Gesetze verbotenen Handlungen. Der betreffende amtirende Kommissär sagte freudig: Paßt schon. Also passen hat der§ 305 sofort auf das konfis- zirte Blatt müssen. Wer unser Strafgesetzbuch und diese vieldeutigen Ausdrücke kennt und weiß, daß sie immer in dem Sinne desjenigen ausgelegt werden können, welcher konfiszirt, der wird diesen Fall zu beurtheilen wissen.... Auf diese Weise werden die Blätter umgebracht. Jeder der Herren, welcher in der Journalistik nur ein bischen bewandert ist, weiß, daß ein Blatt, von dem jede Nummer konfiszirt wird— und das ist sehr leicht mög- lich, denn die Paragraphen des Strafgesetzbuches passen immer auf alle Meinungsäußerungen— nicht mehr erscheinen kann. Schließlich wurde aber die„Arbeit" ver- boten, und zwar aus administrativem Wege durch die Polizeibehörde unter Berufung auf die Ausnah ms- Verordnung. Sie ist nicht auf gerichtlichem Wege verboten morden, sondern auf Grund des Ausnahmegesetzes, und gegen eine solche administrative Verfügung giebt es gar keinen Schutz. Wenn die einzelne Nummer vom Staats- anwalt konfiszirt und vom Gerichte ein Erkenntniß gefüllt wird, so hat man gegen ein solches Erkenntniß das Ein- spruchsrecht, es kann dieses Einspruchsrecht, wenn es auch in der Regel nicht viel hilft, geltend gemacht werden. Auch trifft eine gerichtliche Maßregel immer nur eine einzelne Nummer. Gegen die Verfügungen im administrativem Wege auf Grund der Ausnahmegesetze giebt es aber keine Rettung, da ist einfach die Angelegenheit damit erledigt." Ueber das Koalitions- und Streikrecht in Oesterreich äußerte derselbe Abgeordnete im Laufe der erwähnten Rede: „Das Streikrecht der Arbeiter ist nichts Anderes als das Recht des Arbeiters, seine einzige Waare, die er zu verkaufen hat, nämlich seine Arbeitskraft, so hoch als möglich zu verwerthen, und zwar auf dem Wege, daß er mit anderen, die die gleiche Waare zu verkaufen haben, sich koalirt. Unsere großen Fabrikanten üben dieses Recht ganz unbehindert vor jederBehörde aus. Da mischt sich kein Polizeikommissar, kein Bezirks- Hauptmann, Statthalter oderMinister in derlei Verabredungen der Unternehmer ein. Tie Herren werden sich noch erinnern: als wir die Debatte über das Zuckersteuergesetz führten, habe ich gesagt, mit den fünf Millionen per Jahr, die das Volk aus dem Staatssäckel au die Zuckersabrikanten zahle, ist es nicht genug, sofort wird ein Kartell der Zuckersabrikanten da sein, und zu diesen fünf Millionen wird das Volk mit neuen fünf Millionen infolge des Kartells belastet werden. Und geschehen ist's. Durch ein Kartell der nickt ganz 200 Zuckersabrikanten ist der Meter-Zentner Zucker um 2 fl. theurer geworden. Wenn eine Eisenbahn eine Lieferung von Schienen ausschreibt, treten die Eisenindustrielleu— deren Produkt durch hohe Zölle geschützt ist— zusammen, machen ein Kartell und verkaufen ihre Waare an die Eisenbahn, so hoch sie nur können. Was aber bei Allen Recht ist, ist beim Arbeiter allein Unrecht, der hat auch das ganze Koalitions- und Streikrecht, aber nur aus dem Papier. Da ergreifen sofort, wenn so etwas Aehnliches nur in fernster Aussicht steht, die Behörden thatkräftig die Partei der Arbeitgeber, treten für sie ein und maßregeln in ge- radezu unglaublicher Weise die Arbeiter, welche streiken wollen." Redner schildert nun die Vorgänge beim Streik in Neusattl. „Im vorliegenden Falle haben dieStreikenden Niemanden eingeschüchtert oder es nur zu thun versucht, Niemand wurde auch an der Wiederaufnahme der Arbeit gehindert und trotzdem sind die sogenannten„Veranstalter" des Streiks gebunden nach Elbogen hinaufgeführt worden. Auch zwei Porzellanarbeiter in Alt-Rohlau, welche gar nicht die Möglichkeit hatten, sich in den Grubenftreik ein- zumischen, wurden deswegen verhaftet. Die arretirten Anstifter mußlen aber bald wieder zum größten Theile entlassen werden. Tie Behörden haben aber den Glas- und Porzellanarbeitern verboten, Sammlungen für die Streikenden einzuleiten. Meine Herren! Sammlungen für den Peterspfennig dürfen überall eingeleitet werden (Sehr gut, links), aber bei Sammlungen für streikende Arbeiter, das ist etwas Anderes, da mischt sich die hohe Behörde gleich ein. Ich frage: Der österreichische Staats- bürger ist wohl berechtigt, Peterspsennige zu schenken, aber er ist nicht einmal berechtigt, der Familie eines armen Teufels, der streikt, einen Sechser zu geben? Das wird sogar schon verboten und nicht bloß einfach verboten, sogar bestraft. In den Fabriken von Alt-Rohlau wurden von den Porzellandrehern 20 fl. für die streikenden Kohlenarbeiter gesammelt und die Männer, welche die Sammlung ein- geleitet hatten, wurden mit Verhaftung bedroht. Ein Glasarbeiter der Firma Siemens in Neusattl sammelte für die Streikenden unter seinen Kollegen. Nach kaum 24 Stunden holten ihn wegen dieser Sammlung zwei Gensdarmen um Mitternacht aus dem Bette und führten ihn in Ketten nach Elbogen. Der Staat greift also durch seine Organe auf solche Weise in einen Streik ein und stellt sich mit seiner ganzen Macht auf Seite der Unter- nehmer." Herr Dr. Kronawetter bringt unermüdlich jedes Jahr seine Anklagen gegen die Polizeileitung vor, natürlich geht die Wirthsciiaft ruhig in der alten Weise weiter, weil die österreichische Arbeiterbewegung noch nicht stark genug ist, um ein anständigeres Vorgehen zu erzwingen. Sehr richtig bemerkt die„D. Z": Dr. Kronawetter erhebt all- jährlich fast die nämlichen Anklagen, der Polizeipräsident antwortet ihm stets, theils, daß ihm die von Kronawetter zur Sprache gebrachten Fälle„nicht bekannt" seien, theils entschuldigt er von den Beamten im Diensteifer begangene „liebergriffe", theils erklärt er die von Kronawetter vor- gebrachten Thatsachen fiir„unbegründet" oder für„unrichtig aufgefaßt." Der Polizeipräsident spricht, Alles bleibt stets beim Alten und ein Jahr darauf nimmt wieder Dr. Kronawetter das Wort.— Was die Stimme des einsamen Rufers in der Wüste nickt erreicht, wird hoffent- tick aber bald den Tausenden von Stimmen zielbewußter Sozialdemokraten gelingen. Wichtigere Tage ans der verfiossenen Woche. Am 1. Mai 1886 begann die große Achtstunden- bewegung in den Vereinigten Staaten, die leider— besonders infolge des blinden Schreckens nach dem Platzen der Chikagoer Bombe— nicht zum Ziele gelaugte, aber dac- Klassengesühl des amerikanischen Proletariates doch gewaltig steigerte. Am 2. Mai 1818 ist Karl Marx, von allen genialen Sozialisten der wissenschaftlichste und konsequenteste, geboren. — Am 2. Mai 1842 überreichte Thomas Slingsby DuncombeimenglischenParlamentdie von 3 300000 Bürgern unterzeichnete Chartisten Petition. Dieselbe bildete die rste große Manifestation des englischen Proletariates. Die englischen Chartisten forderten bekanntlich: 1) Allgemeines Stimmrecht für jeden mündige» Alan», der bei gesundem Verstände und keines Vergehen» überführt ist; 2) jährlich zu erneuernde Parlamente; U) Diäten für die Parlamentsmitglieder, damit auch llubemittelte eine Wahl annehmen können; 4) Wahlen durch Ballolage, um Bestechung und Ein- schüchtcrung durch die Bourgeoisie zu vermeiden: i) gleiche Wahldistrikte, um billige Repräsentation zu sichern: und 6) Abschaffung der ausschließlichen Wählbarkeit Der- jenigen, die 300 Pfd. Sterl. im Grundbesitz haben, so daß jeder Wähler auch wählbar ist. Am 3. Mai 1748 ist der Abbö Sieyes geboren, der Verfasser des berühmten: Was ist der dritte Stand? Sieyes antwortete auf diese Frage bekanntlich: Nichts! Was soll er aber sein? Alles. Damals befand sich das Bürgerthum, der dritte Stand, ganz in derselben Lage wie heute das Proletariat, das auch so gut wie nichts ist und doch alles noch werden wird.— Am 3. Mai 1845 starb Thomas Hood, der im Mai 1799 zu London geborene Dichter des unsterblichen„Liedes vom Hemde". Das Lied lebt heute noch im Herzen aller Ausgebeuteten und schmückt auch das Denkmal des Verfassers. Am 4. Mai 1848 begann der Aufstand in München. — Am 4. Mai 1886 fand das Haymarket-Meeting in Chikago statt. Die Arbeiterbewegung im Lichte der materialistischen Geschichtsauffastung. v. y. AuS dem Widerspruch zwischen gesellschast- licher Produktion und kapitalistischer Aneig nung folgt mit Naturnothwendigkeit nicht nur der bereits erwähnte Gegensatz zwischen den am Produktionsprozeß Be- theiligten, zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat; aus ihm folgt auch der Gegensatz, welcher in der Pro- duktionsweise in Erscheinung tritt, der Gegensatz zwischen der Organisation in der Fabrik und der Produktionsanarchie in der Gesellschaft. Diese gesellschaftlichen Konflikte sind von Marx in seinem „Kapital" aufgedeckt und von Engels in seiner Streitschrift gegen Dühring ausführlich und zusammenhängend geschildert worden. Als die Arbeitsinstrumente im Mittelalter noch Träger individueller Arbeit waren, als die Maschinen noch nicht Motore für Uebertragung von Naturkräften auf das Rohmaterial, sondern auch für Uebertragung der menschlichen Arbeitskrast auf den zu bearbeitenden Gegenstand waren, da waren der Produktion als solcher bereits enge Grenzen gesetzt. Die menschliche Arbeitskrast kann nickt auf Wunsch oder nach Bedürfniß ins Millionenfache erhöht werden, wie die Arbeitskraft, welche der unerschöpflichen Natur entrissen und in den Dienst der menschlichen Produktion gezwängt wird. Schon in Folge dieses beschränkten Entwickelungsstadiums der Produktion war die Menge der Produkte beschränkt und mit nur geringem Ausdehnungs- bedürfniß versehen. In der Produktenmenge repräsenlirte sich noch die Menge der daran betheiligten menschlichen Arbeitskraft, und so kam es, daß von einem Zwiespalt zwischen Produktion und Konsumtion damals nicht die Rede sein konnte. Diese einfache Art des Produzirens brachte es naturgemäß mit sich, daß der größte Theil der menschlichen Arbeit im Mittelalter zur Befriedigung der eigenen Be- dürfnisse verwandt wurde. Die Naturalwirthschaft des Mittelalters machte eine ausgedehnte Waarensammlung, große Märkte, eine Alles umfassende Austauschs-, eine revolutionäre Produktionsweise unmöglich. Wir gewahren daher Stabilität, Harmonie, Festigkeit, aber zugleich Be- schränktheit, Abschluß, Unterordnung. Entsprechend dem stabilen und beschränkten Charakter der Produktion finden wir überall Schranken, welche sich ursprünglich aus der Produktiou herausgebildet und sich endlich gesellschaftlich krystallisirt hatten. Ans dem Lande die Markverfassnng, im Handwerkerstand die Zunft- und Jnnungsordnung, in der gesellschaftlichen Zusammensetzung, Ständeordnung und allgemeine persönliche Abhängigkeit! Nicht ein einziges Element der Produktion, nicht ein Atom deS gesellschaftlichen Körpers konnte, ohne in Konflikte zu gerathen, die Lage verlassen, in welche eS vermöge des die ganze Ge- sellschaft beherrschenden Gesetzes der Unterordnung gebannt war. Alle diese dem Elementarzustand der Produktion und de» gesellschaftlichen Zusammenhängen entspringenden Umstände gestalteten den Produktionsprozeß zu einem von Gesellschafts- und Staatsgesetzen geordneten, symmetrisch und harmonisch ausgebauten Ganzen. Seitdem jedoch diese elementaren Arbeitsbedingungen vom Produktionsmarkte verschwunden, seitdem an Selle der zusammengesetzten Einzelarbeit die durch Theilung gesellschaftlich organisirte Arbeit ge- treten, seitdem an Stelle ausschließlich menschlicher Arbeitskraft die Verbindung der Maschinen- mit Menschenkraft, an Stelle der Werkstatt die Fabrik getreten ist, entwickelten die der Waarenproduktion immanenten Gesetze eine ungeheure Macht, sprengten sie alle Fesseln, in welche in früherer Zeit die Produktion geschmiedet war, und warfen alle Traditionen, alles Alt- Ehrwürdige über den Haufen. Mit der idyllischen Ruhe auf dem Produltions- markte war es nun vorbei; dort tobt ein gewaltiger Kampf Aller gegen Alle, der Kampf der Kapitalisten gegen die Proletarier, der Kampf der Kapitalisten unter einander, der Kamps der jungen Produktionsriesen mit den alten Pro- dukiionszwergen, der Kamps der Maschinenprodukte mit den Handwerksprodukten. Die Gesetze der Waarenproduktion konnten naturgemäß ihre gigantische Wirksamkeit erst in einer Zeit entfalten, da die Waarenproduktion selbst zu eiueni� den ganzen Arbeitsprozeß der Menschheit beherrschenden Faktor sich entwickelt hat. So äußert sich auck das Gesetz der Expansion des Dampfes bei einem Topfe sieden- den Wassers nur sehr unscheinbar, fast unbemerkt, dagegen wird es bei dem Dampfkessel der Lokomotive zur Ursache t t t C 1 t 2 t Politisches und Sozialpolitisches. stellen. So stammt, um nur zwei Fälle herauszugreifen, die für 18 000 Marf gekaufte Jungfrau mit dem Kinde von Giovanni Bellini von einem elenden Kopisten dieses Malers; das Horoskop von Giorgione, gekauft um 14 000 Mart, ist eine alte Kopie u. s.w. Die zünftige Wissenschaft, die so hochmüthig auf den Dilettantismus herabschaut, schüßt vor Dummheit nicht; die privilegirten Besserfür die mit ungeheurer Schnelligkeit vor sich gehende dieser Gegensäße ihr Lebensnerv getödtet wird und anziehungsweise die Galeriekommission nicht nur die zum Ankauf von Fortbewegung von Millionen Zentnern. Stelle des abgestorbenen Gesellschaftskörpers der neue lebens- Bildern ausgesetzten Gelder so erschöpft, daß für 1884/85 nur ein Die Waarenproduktion, insofern sie sich frei ent- kräftige tritt, ruhend auf der Basis der Einheit zwischen Meister so erfolgreich gewesen, daß sich nach den Ermittelungen des Bild erworben werden konnte, sondern sie ist auch im Ankauf alter faltet, zeigt ihren Hauptcharakterzug darin, daß jeder Pro-| Produktion und Vertheilung, der Klassenlosigkeit und der jetzigen Direktors Karl Woermann ungeheure Verluste herausduzent nach Willkür und Gutdünken produzirt, ohne genaue vollen Entfaltung der Produktivkräfte. Kenntniß der Verdauungskraft des Marktes, aber auch ohne Kenntniß derjenigen Produktenmenge, welche von den anderen Produzenten erzeugt wird. Es ist ein Produziren ins Blaue hinein, ein tolles Wagen und Spekuliren; es ist nicht zu leugnen, daß der Produzent, welcher jedes Zu- Der internationale Gewerkschaftskongreß in wisser sind wieder einmal als Pinsel entlarvt. Die Sache wäre sammenhanges mit der Gesammtproduktion entbehrt, ein London ist nunmehr bestimmt für den 6. November recht heiter, wenn nicht die Kosten von den Steuernzahlern, vom für sich sehr gefährliches Spiel spielt und oft mit der d. J. angesetzt. Die engliſchen Einladungen sind bereits Gemälde raffinirter Kunstfälschung in den Nahmen des kapitaWaare zugleich seinen wirthschaftlichen Untergang produzirt. ausgegeben, die französischen und deutschen sollen sofort listischen Fälscher- Systems. Das einzige Gesetz, welchem der Produzent seine Aufmerk- folgen. Die Verhandlungen sollen in französischer Sprache samkeit zu widmen hat, ist das Gesetz der Konkurrenz, gepflogen werden. Jedes betheiligte Land soll einen Bed. h. das Gesetz der Gesezlosigkeit, der An- richt über die allgemeine Lage seiner Arbeiterschaft vorlegen. archie. Ju der französischen Kammer gedenken fünf der jüngsten Abgeordneten, verstimmt vom Anblick der Unfähigkeit, welche die Kammer seit Jahren bekundet, beim In den ersten Jahrhunderten des Mittelalters war Beginn der neuen Tagung einen Beschlußantrag zu stellen, die Waarenproduktion, wie oben geschildert, noch so schwäch- Mittheilungen über außergewöhnlich lange Arbeits- welchem zufolge die Kammer die Montags- und Dienstags= licher, schüchterner Natur, daß sie ihre Löwenklaue nicht zeiten finden sich wiederum in dem soeben ausgegebenen Sigung jeder Woche ausschließlich der Berathung über einmal zeigte, geschweige denn gebrauchte. Je weiter die neuesten Bericht der bayerischen Fabrikinspektoren. In Gesetze zur Verbesserung der Lage der erwerbenden Waarenproduktion sich ausdehnte, je erfolgreicher fie gegen Mittelfranken lassen 60, und in Oberfranken sogar Volksklassen widmen soll. Als solche Geseze werden die Naturalwirthschaft kämpfte, je mehr sie in Folge der 75 pt. der Betriebe 11 Stunden und weit darüber fürs Erste bezeichnet: dasjenige über Verantwortlichkeit für Entwickelung von der Einzelwerkstatt zur Manufaktur ihrer täglich arbeiten. In erster Gegend haben 2,6 pt. der Arbeiterunfälle; über den Schutz der Kinder und minderKräfte sich bewußt wurde, um so kühner reagirte sie gegen Fabriken einen 16stündigen, 4,4 pct. einen 13-16- jährigen Mädchen in den Fabriken und über die Vorsichtsdas ganze mittelalterliche Staatsgebäude, bis sie so weit stündigen, und 16 pCt.( 54 Fabriken) einen 12ftündigen maßregeln zur Wahrung der Gesundheit in Bergwerken, gediehen war, daß sie auf den Trümmern der Vergangen- Arbeitstag, in Oberfranken wird von 41 Betrieben 12stün- Werkstätten u. s. w.; über die Altersversorgung der Bergheit einen Staat erbauen konnte, welcher ihren Bedürf- digen Arbeitstag, in Oberfranken wird von 41 Betrieben leute; über die gegenseitigen Hilfstassen; über die Schiedsnissen Rechnung trug. Der Staat der Bourgeoisie ist daher 12stündig, und von 17( 13 pet.) Fabriken 12 bis 16- und Sachverständigengerichte; über die bessere Umlage der nur die Hülle der kapitalistischen Produktionsweise, nicht ständig gearbeitet! Der Beamte von Niederbayern traf direkten Abgaben; über die Abschaffung oder Umwandlung Ursache, sondern Wirkung. Das Bestreben der Innungs- freilich auf verschiedenen Sägewerken des bayerischen der Naturalleistungen; über die Verpflichtung landwirthschwärmer, den modernen Staat einer Produktionsweise Waldes sogar eine 17stündige Arbeitszeit an, und schaftlicher Arbeiter und über die Aufenthaltssteuer ausanzupassen, welche nur noch in einigen vorsündfluthlichen man kann begreifen, wie gerade er es sehr freudig ländischer Arbeiter. Das ist nicht viel, aber es zeigt doch, Ausläufern eristirt, gehört mehr in das Gebiet der Patho- begrüßen würde, wenn durch eine Verminderung der wie man auch in Frankreich gezwungen ist, Rücksichten Arbeitszeit die gleichmäßige Jahresproduktion so geregelt auf die Arbeiterklasse zu nehmen. logie der Unwissenheit, als in das der Politik. Nachdem in der Manufaktur die Theilung der Arbeit würde, daß einerseits die auf die Arbeiter so nachtheilig In Zürich beschloß der Kantonsrath, die Unentsich entwickelt, und die mechanischen Arbeitsinstrumente in wirkenden Arbeitseinstellungen für immer unterbleiben Dampfmotore umgewandelt waren, wurde die immer vor- könnten." Jedenfalls klingt das ganz anders wie die Ver- geltlichkeit der Lehrmittel( Schulbücher und Schreibwärts schreitende Umwälzung der Produktionsinstru- ficherungen unserer offiziösen Blätter: in Deutschland habe materialien) in das Unterrichtsgesetz aufzunehmen und die mente und die daraus resultirende Ersparung an Ar- fich der zehnstündige Arbeitstag von selber entwickelt und Lehrmittel, soweit sie obligatorisch, in der Regel durch den es bedürfe daher keines gesetzlichen Einschreitens, keiner Staat verlegen zu lassen, nicht aber einzelnen Privatverbeitskraft ein Zwangsgebot für die gesellschaftlich orlegern als gewinnbringendes Ausbeutungsobjekt zu überganisirte Fabrik. Verbesserung der Maschinerie, Vermin- gesetzlichen Festsetzung des Marimums der Arbeitszeit. laffen. In den deutschen Landtagen und Vertretungen derung der arbeitenden Menschenarme, Verbilligung der Auch über die Zunahme der Kinderarbeit, wie sind es bekanntlich bis jetzt einzig die Sozialdemokraten, Produktionskosten ist die Devise jedes Kapitalisten im Das Toben dieses sie das Verlangen des Kapitals nach immer billigeren welche die unentgeltlichkeit der Lehrmittel( neben der SchulKampfe mit seinen Konkurrenten. Kampfes wird von Friedrich Engels sehr treffend geschildert. Arbeitskräften herbeiführt, berichten uns die bayerischen geldfreiheit) fordern. „ Das Hauptwerkzeug, womit die kapitalistische Produktions- Fabrikinspektoren. Während z. B. im ersten Münchener weise diese Anarchie in der gesellschaftlichen Produktion Bezirke noch 1884 in 306 inspizirten Betrieben nur 712 wo Ihre Worte folgen ihnen nach, sagt man von den steigerte, war das gerade Gegentheil der Anarchie: die jugendliche Arbeiter auf 10 380 Beschäftigte überhaupt Frommen. Es giebt Staatsmänner, von welchen man sagen steigende Organisation der Produktion als gesellschaftlicher angetroffen wurden, kamen 1887 in nur 230 revidirten fann, ihre Worte gehen ihnen voran. Was war die oftin jedem einzelnen Produktionsetablissement. Mit diesem Anlagen schon 1079 jugendliche Arbeiter auf 13 747 Be afrikanische und australische Dampferlinie für eine durchHebel machte sie der alten friedlichen Stabilität ein Ende. Schäftigte überhaupt. Das Verhältniß verschob sich also aus nothwendige, weise, unübertreffliche, staatsmännische, Wo sie in einem Industriezweig eingeführt wurde, litt sie zu Ungunsten der Erwachsenen, ebenso wie in der Pfalz, gar nicht auszurühmende Sache. Wer daran nur leise keine ältere Methode des Betriebes neben sich. Wo sie o nach den Erhebungen des Aufsichtsbeamten 1884 erst zweifelte, wurde in den feurigen Pfuhl geworfen, wo keine ältere Methode des Betriebes neben sich. Wo ſie 5 fich des Handwerks bemächtigte, vernichtete sie das alte jugendliche Arbeiter auf eine Fabrik tamen, 1887 aber Heulen und Zähneklappern aller Reichsfeinde und alles Handwerk. Das Arbeitsfeld wurde ein Kampfplatz. Die schon 7, und wo im erstgenannten Jahre erst auf 10 er- vaterlandslosen Gesindels ist. Selbst die Reichsfreunde großen geographischen Entdeckungen und die ihnen folgen- wachsene Arbeiter ein jugendlicher, im letzten aber bereits wendeten sich mit Verachtung von solch einem Menschen den Kolonifirungen vervielfältigten das Absaßgebiet und auf 9 ein solcher fiel. Es ist auch der pfälzer Inspektor, ab. Und jetzt! Die unterstützte Postlinie hat ein so beschleunigten die Verwandlung des Handwerks in die welcher die Beobachtung macht, daß die geringe körperliche tolossales Fehl im Geldertrag aufzuweisen, daß außer Manufaktur. Nicht nur brach der Kampf aus zwischen den Entwicklung dieser Kinder der Fabriken" oft sogar über dem Reichszuschuß von 5 400 000 m. noch etwa 1 700 000 einzelnen Lokalproduzenten; die lokalen Kämpfe wuchsen das Alter derselben erfahrene Augen gründlich täuschen Mark von den Unternehmern zugebüßt sind. Warum? ihrerseits an zu nationalen, den Handelskriegen des 17. kann. Und dabei steifen sich die Regierungen noch immer Weil die Dampferlinie ganz überflüssig, nur sehr wenig von Passagieren und noch weniger zum Gütertransport und 18. Jahrhunderts. Die große Industrie endlich und gegen eine Fortbildung der Arbeiterschutzgesetzgebung. benußt wird. Jeder Zentner Güter, den diese Linie transdie Herstellung des Weltmarktes haben den Kampf universell Der Ausstand der Arbeiter/ in den Torflagern portirt hat, kostet dem Staate einen solchen Zuschnß, daß gemacht und gleichzeitig ihm unerhörte Heftigkeit gegeben. Zwischen einzelnen Kapitaliſten wie zwiſchen ganzen In- ser holländischen Provinz Drenthe dauert noch unge- ein Handelsblatt ganz im Ernſt meint, es wäre für den duſtrien und ganzen Ländern entscheidet die Gunst der na- schwächt fort. Die Regierung ist natürlich sofort dem Staat vielleicht vortheilhafter gewesen, die Güter zu betürlichen und geschaffenen Produktionsbedingungen über die Rapital zu Hilfe geeilt und hat die„ unruhigen" Dörfer zahlen und sie in See zu werfen, an' Stelle sie auf deutdurch Truppen besetzen lassen, Soldaten patrouilliren durch schen Dampfern nach Australien oder Ostafrika zu bringen. Eriſtenz. Der Unterliegende wird schonungslos beseitigt. die ausgedehnten Torflager und haben bereits mehrere Es ist die Sache also wieder eine glänzende Blamage der Es ist der Darwinsche Kampf ums Einzeldasein, aus der Arbeiter den Gerichten überliefert. Die Soldaten haben nationalen" kartellbrüderlichen Mehrheit und ihres ZuNatur mit potenzirter Wuth übertragen in die Gesellschaft. dabei einen„ schweren" Dienst, denn sie müssen auch noch behörs an Weisen, Volkswirthen und Staatsmännern. Der Naturstandpunkt des Thieres erscheint als Gipfelpunkt diejenigen Arbeiter, welche dem Ausstande nicht beigetreten Das Fiasko iſt ebenso handgreiflich, wie das der ganzen find, gegen die Arbeitseinsteller„ schüßen." Die Letzteren deutschen nationalen" Kolonialpolitik. Das ist aber kein gegen den Anderen greift zu immer gewaltigeren Mitteln, beharren in den meisten Dörfern bei ihrer feften Haltung Grund, daß diese Kartellbrüder nicht wieder mit Hurrah! e weiter der Umwälzungsprozeß der Maschinen vorschreitet, und daher dauern die Gesuche um militärischen Schutz" auf jeden anderen, ihnen von betreffender Stelle hingeje intensiver die gesellschaftliche Organisation in der Fabrik Seitens der Bürgermeister der Langemeinden noch immer haltenen Zopf anbeißen. fort. Der Kriegsminister hat bereits bekannt gemacht, daß Das Wahlresultat in Altena- Iserlohn, wo der menschlichen Entwickelung." Dieſer Kampf des Einen sich durchbildet. Wir sehen also, der Widerspruch zwischen geſellſchaft der gewöhnliche Frühlingsurlaub, welcher sonst win Pfingsten bekanntlich im Vorjahre das Arbeiterwahlkomitee ganz unlicher Produktion und kapitaliſtiſcher Aneignung entwickelt den Soldaten gewährt wird, jetzt unterbleibt, weil vielleicht rechtmäßig aufgelöst worden war, ist nunmehr amtlich mit Naturnothwendigkeit hinsichtlich der Produzenten den noch mehr Militär ſeitens des Kapitals verlangt wird. bekannt gegeben. Es erhielten: Langerhans( freif.) 8442, Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat, hinsichtlich Die Torflager befinden sich nämlich in verschiedenen Herbers( Kartell) 8719, Schorlemer( Zentrum) 1812, des Produktionsprozesses den Gegensatz zwischen der Organi- Theilen der Provinzen Drenthe und Dveryssel und liegen Meist( Sozialiſt) 2376 Stimmen. Die Stichwahl findet sation der Produktion in der Fabrik und der Anarchie der so weit auseinander, daß, wenn die Bewegung sich noch erst am Dienstag, den 15. Mai statt, also nahezu an dem Produktion in der Geſellſchaft. Die Bourgeoisie erzeugt mehr ausbreitet, eine bedeutende Macht zur Aufrecht- Er- äußersten Termin, welcher zulässig ist( 14 Tage nach Festaus sich selbst ihr Gegentheil heraus, das Proletariat, die haltung der schönen alten Ordnung erforderlich ist. stellung des Wahlergebnisses). Die Stimmen der sozialorganisirte Fabrik ihr Gegenbild, die gesellschaftliche ProDas Zeitalter der Fälschungen kann man das neun- demokratischen Partei zeigen folgendes Wachsthum: 1884 buftionsanarchie. zehnte Jahrhundert nennen. Salz und Zucker, Kaffee und Wein, 920, 1887 1629, 1888 2376 Stimmen. Bei der nun Die erste Folge des dem Produktionsprozeß zu Grunde Mehl und Chokolade, Buckskin und Seide, Leder und Goldschmuck, erforderlichen Stichwahl wird der Kandidat der Freiſinnigen liegenden Widerspruches wird verschärft und erhöht durch die öffentliche cheinungsmarktes we für die militärpferde, die den Sieg davontragen und damit ist seit dem 21. Februar und Proletariat würde als solche noch nicht die Mittel Inseln, der Pfeffer und die eheliche Liebe, die offizielle Statistik v. J. der vierte Kartellbruder aus dem Sattel geworfen. Die Landtags- Ersagwahl in Nürnberg ist be= zur Umwälzung der Gesellschaft im Sinne und Interesse überall Surrogate, nichts Echtes, nichts Ürwüchsiges, nichts Unverdes Proletariats erzeugen. Erst der Entwicklungszustand fälschtes in Handel und Wandel, in Moral und Politit, im ganzen kanntlich durch das Nichterscheinen der Sozialisten zweimal der Produktionskräfte und jener Gegensatz zwiſchen Pro- Getriebe der bürgerlichen Weltordnung. Wen wird es darum verhindert worden. Wunder nehmen, daß auch die Staaten betrogen werden? Der eine und der französische Cognac, alles wird gefälscht. Ueberall Betrug, Die nichtsozialistischen Wahlmänner duktionsorganisation in der Fabrik und Produktionsanarchie Staat sucht den anderen zu überliſten und zu übervortheilen, das haben jetzt auch für den zweiten vereitelten Landtagswahlin der Gesellschaft verleiht dem Proletariat eine immer nennt man im Jargon der Bluntschli und Holzendorf Völkerrecht. termin eine Liquidation in der Höhe von 897 M. einmehr hervortretende aktuelle Bedeutung und stellt ihm seine und der Staat wird von Ginzelnen über's Ohr gehauen, ob sie gereicht. Bisher haben sie nichts bekommen, und es wird welthistorische Aufgabe. Die Folgen dieses Gegensatzes er- nun Eisenbahrgründer sind oder Pumpiers im großen Stil, Armee- wohl auch hier beim Alten belassen werden. gießen über den einzelnen Proletarier eine Fülle von Elend lieferanten oder Bilderhändler. Im Königreich Sachsen, berühmt durch seine hochentwickelte Arbeiterbewegung und durch seine Eine empfindliche Schlappe hat Minister von und Armuth, die Proletarierklasse jedoch saugt aus diesem Polizeiwirthschaft, ist der Monfieur Fiskus neulich schmählich Der eine ökonomische Widerspruch, welcher der kapitalisti- Steuerhinterziehungen, die von den zahlreichen sächsischen Millionären getragen. Das Haus nahm den Antrag Rickert an, in Gegensatz ihre Kraft, ihr Wachsthum, ihre Organisation. beschummelt worden. Wir werden hier nicht von den kolossalen Buttkammer im Abgeordnetenhause am Mittwoch davonschen Epoche zu Grunde liegt, erfüllt die ganze kapitalisti- Jahr für Jahr begangen werden, sondern von einem fortgesetzten welchem die Regierung aufgefordert wird, die Behörden sche Gesellschaft mit Gegensäßen, macht diese Gegenfäße zu galerie erzählen. Nach dem Berichte der Rechenschafts- Deputatation 3 einer genauen Befolgung der gesetzlichen Vorschriften ihrem Lebensprinzip und bewirkt, daß mit der Beseitigung in der zweiten sächsischen Kammer hat die frühere Verwaltung, be- bei der Bildung der Urwahlbezirke für die AbgeordnetenBetrug, ausgeübt gegen die weltbekannte Dresdener Gemälde= wahlen anzuweisen. Die Annahme des Antrages fällt um| Reichs und lobte den Fürsten Bismarck bei einem Festmahl, hülfe beschuldigt, war der Tischler Röder mitangeklagt. Das so mehr ins Gewicht, nachdem Minister von Puttkammer das dieser Tage in Berlin stattfand und zu dem auch Urtheil lautete gegen beide Betroffene auf 3 Wochen Gefängniß, sich auf das entschiedenste gegen den Antrag ausgesprochen Graf Herbert Bismarck erschienen war, nach Noten. Nun welche durch die Üntersuchungshaft als verbüßt erachtet wurden. hatte und sogar gegen den Abgeordneten Lieber persönlich kriegt der Schurz, der Revolutionär", vielleicht noch einen ausfallend geworden war, und nachdem ein freikonserva- Piepmaz!( Fränk. Tagespost). † Joseph Dietzgen. Sonntag, also vor vierzehn tiver Abgeordneter die Annahme des Antrages sogar als Tagen, starb ganz plößlich und ohne vorgängige sichtbare Mißtrauensvotum bezeichnet hatte. Herr von Putt- während der letzten acht Tage über die Berliner Sozialdemokraten sozialistischen Schriftsteller: Joseph Dieggen. Ein wahrer Platzregen von Haussuchungen hat sich Krankheit in Chicago einer der hervorragendsten deuschen kammer ist entweder sehr ärgerlich, oder fühlt sich sehr ergossen. Dieselben hängen zweifellos mit der Verbreitung eines Sein fest im Sattel-- denn so ausfallend wie am Mittwoch Flugblattes zusammen. Vorige Woche, Freitag, furz vor Mittag, Hinscheiden ist ein schwerer Verlust für die Sache des arhat er wohl schon gegen Sozialdemokraten, aber nicht überraschte, wie hiesigen Blättern gemeldet wird, die Polizei in der beitenden Volkes. Ein einfacher Lohgerber, aber ein talentWohnung eines Arbeiters in der Koppenstraße mehrere Personen, voller Mann, gelang es ihm, ohne formale Vorbildung, gegen andere Abgeordnete gesprochen. welche mit dem Falzen und Einpacken soeben gedruckter sozial- lediglich durch Selbststudium, sich ein Wissen anzueignen, demokratischer Flugblätter beschäftigt waren. Die Polizei beschlagNationalliberale Blätter haben die wenig tröstlichen nahmte dieselben, ungefähr 35 000 Stück. Außerdem fand sich die um das ihn mancher Gelehrte" beneiden durfte. Joseph Ergebnisse der Altenaer Wahl benützt, um die Aufhebung Adresse eines im 6. Reichstagswahlkreise die Stoppenstraße gehört Dieggen war ein philosophischer Kopf. Sein Verdienst ist der Stichwahlen anzuregen. Der Parole für Abschaffung zum vierten Wahlkreise- wohnenden Sozialdemokraten vor, bei es namentlich, die von Karl Marr und Friedrich Engels welchem mun sofort ebenfalls Haussuchung gehalten wurde, wobei begründete materialistische Geschichts- Auffassung in einer der Stichwahlen stimmt die Kreuzztg." natürlich ebenfalls 6000 Stück weitere Flugblätter gefunden und beschlagnahmt zu. Die wahre Volksmeinung könne immer nur durch wurden. Vier Personen sind als Theilnehmer an der Herstellung Reihe von Broschüren und vielen Zeitungsartikeln popudie Minorität zur Geltung gebracht werden. Bei Be- beziv. Verbreitung dieses neuesten Flugblattes am nächsten Tage larifirt zu haben. Seine Schreibweise war nicht immer sprechung dieses Themas leistet die„ Kreuzzeitung" eine verhaftet worden, darunter der Schuhmacher Sperber und der glatt und abgerundet. Aber der rührend bescheidene Weber Sachs. Eine fünfte Person, welche in der betreffenden interessante Enthüllung, indem sie mittheilt, daß die Wohnung während der Anwesenheit der Polizei erschien und nach Dießgen war auch weit entfernt davon, Prätensionen in Konservativen die Abschaffung der Stichwahlen der Wohnung eines dort nicht bekannten Mannes fragte, wurde Bezug auf die Form seiner literarischen Leistungen zu erheben. in Verbindung mit der Verlängerung der gleichfalls verhaftet und erst Sonnabend Abend wieder freigelassen, Er war kein Redner, hat sich persönlich an der ArbeiterWahlperiode angeregt hätten. Aber in sehr ein- nachdem sich irgend ein Anhaltspunkt für eine Theilnahme an der Bewegung nicht über lokale Mitwirkung hinaus betheiligt, Herstellung oder Verbreitung des Flugblattes nicht ergeben hatte. ist somit nur in engeren Kreisen persönlich bekannt. Aber flußreichen Kreisen der nationalliberalen Partei hätte die Sonntag Bormittag wurde bei Tischler B., Reichenbergerstr. 113a Sache keinen Anklang gefunden; man hatte schon vor den gehaussucht, ferner bei dem Arbeiter K., Nostizstraße, nachdem Frei- wer mit ihm verkehrte, rühmt an ihm das entgegenkommende geforderten fünf Jahren eine gewisse Angst und wollte tag bereits der Maurer S. und der Schuhmacher E. in der Bandel- Wesen, das dem Fernstehenden schon aus seinen Schriften seinen„ liberalen" Ruf nicht noch mehr verschlechtern. straße beglückt worden waren. Der Schneider R., Schwedter entgegenleuchtete. Daß, er auch recht ansehnliche Geldopfer straße, wurde am Dienstag sistirt und während seines mehrstünNun nehmen nationalliberale Blätter selber den Vorschlag digen Aufenthaltes auf dem Molkenmarkte bei ihm gehaussucht. für die Arbeiterbewegung brachte, soll ebenfalls nicht unwieder auf, der natürlich in erster Linie die verhaßten Am Montag traf Herrn S., Stegligerstr., das Schicksal, unwill- erwähnt bleiben. Sein Gedächtniß wird von den deutschen Sozialdemokraten treffen soll. kommenen Besuch empfangen zu müssen. Der Buchdrucker C. D., Arbeitern als das einer ihrer hervorragendsten Vorkämpfer Oranienstr. 204, wurde Sonnabend von seiner Arbeitsstätte wegge- in Ehren gehalten werden. Sein Sohn, Eugen Diezholt, nachdem bei ihm zu Hause, ohne sein Beisein, gesucht worden Karl Schurz, der berüchtigte Auch- Achtundvierziger, war, wobei man die geheime Berbindung schonungslos aufbeckte, gen in Chicago, schildert das Hinscheiden des sechzigjähder, ein Talmidemokrat vom Wirbel bis zur Zehe, in die D. mit Osdorf unterhält. Die Nacht brachte der Betroffene in rigeu Maunes in folgendem Briefe:„ Der plößliche Tod Amerika als politischer Geschäftelshuber, Gründer und den wenig gaftlichen Räumlichkeiten des Molkenmarktes zu, Sonn- traf ihn, während er mit einem Bekannten von mir über -Auch die Streiks debattirte. Seine letzten Worte galten der Phrasendrescher das Entzücken der Prozen beider Welten tag Mittag wurde er endlich verhört und dann entlassen. mit Recht hervorgerufen hat, giebt augenblicklich in Deutsch- on anderen Haussuchungen sprach man noch. Auf Grund des Sozialistengefeßes verbot der großh. Sache, für die er sein Leben gekämpft. Bei Streiks, sagte land Gastrollen und läßt sich von den Herren Deutsch- badische Landeskommissär für die Streise Lörrach, Freiburg und er, handelt es sich um die Machtfrage. Noch haben die freisinnigen und sonstigen Bundesbrüdern nach Herzensluft Offenbach die Nummern 49 und 50 des dritter Jahrgangs der Kapitalisten mehr Macht als die Arbeiter und gewinnen anhochen. Selbiger Schurz hat bekanntlich bei der Be- periodischen Druckschrift:„ Basler Arbeiterfreund, Organ des daher in der Regel die Streiks, aber in der nahen Zufreiung des Dichters Gottfried Kinkel mitgewirkt, der und Redakteur G. Wullschleger, Druck und Expedition der Vereins- funft wird sich das Blatt wenden und den Arbeitern die Macht und der Sieg zufallen. Auf den Einwand meines wegen seiner Betheiligung an der 48 er Volkserhebung zum buchdruckerei. Wollezupfen im Spandauer Zuchthaus verurtheilt worden Haftentlassung. Der Schriftsteller Baake und dessen Ehe- Bekannten, daß er das Lettere so wenig wie seine Kinder war. Für seine Beihilfe ließ sich der induſtriöse Schurz frau wurden am Dienstag nach achtzigtägiger Untersuchungshaft aus und deren Kindeskinder erleben würde, erwiederte er kopfdem Untersuchungsgefängniß in Moabit entlassen. Die Unterallerorten feiern, obwohl er hauptsächlich nur den Ruhm suchung richtete sich bekanntlich auf Verbreitung des Züricher Schüttelnd und aufgeregt:„ Ich habe schon Manches erlebt, anderer Leute exploitirte. Denn derjenige, dem das Haupt- Sozialdemokrat". schon vor 40 Jahren sah ich die heutige Arbeiterbewegung verdienst bei der Rettung Kinkel's zufällt, Dr. Löwenstein, Wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz(§ 11, voraus!" Mit diesen Worten legte er seinen Kopf zurück, wurde zu 18 Jahren Zuchthaus verurtheilt und starb im 12, 6 und 19) und gegen den§ 49 des Strafgesetzbuches stand gleichsam um Athem zu holen, sank vom Stuhle und war gestern, Freitag, der Drechsler Zimmermann vor dem LandZuchthaus, während Schurz glücklich entweichen konnte. gericht I in Moabit. 3. hatte sich deshalb vom 21. Oftober bis zwei Minuten später todt, ohne nur ein weiteres Wort geDafür glorifizirt er jetzt auch die Herrlichkeit des deutschen zum 15. Dezember v. J. in Untersuchungshaft befunden. Der Bei- äußert zu haben." Arbeiterbundes Basel", vom 24. und 26. April cr ,, Herausgeber Möbel-, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin von Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Cigarren- und Tabak- Fabrik von Ballmüller& Steinicke, Ackerstraße 22, Hof pt., neben der Markthalle. Sonntags bis 2 Uhr Nachmittags geöffnet. 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Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mitglieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Die Arbeitsvermittelungs- Kommission. Brateur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Drantenstraße 23 № 18. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Anna Marie. Von Ferd. Freiligrath. Zertrümmert ist ihr Fen... rlein, Kein Meister will es verglasen; Sie leimt davor ein weißes Blatt, Der Regen schäumet und macht es satt, Die Stürme blasen und rasen. Ach, Anna Maric, sie fann nicht mehr In Kränze die Nöselein binden, Denn ihre Schmach ist laut und groß! Ein Knäblein wimmert in ihrem Schooß Der Vater, wer will ihn finden? Was trug sie das Lärvchen so stolz zur Schau?" So eifert die Wittwe hüben; " Was trug sie die Blumen von Haus zu Haus?" Kam selber geknickt und zerpflückt heraus So geifert die Jungfer drüben. Sie hat ihn geliebt, den leichten Mann, Nun lebt er im fernen Lande; Dort ruht er an dieser und jener Brust und hat die Luft Die Mädchen haben die Schande. Und liebet und schwört O, dies geborstene Fensterlein, Um das die Wetter grollen, Die Armuth, die so ehrlich blieb Sie hätten dem frechen Ehrendieb Zum Herzen sprechen sollen. Es kam des geadelten Wechslers Frau Mit einem Junker nieder, Sie suchte die Amme mit reichem Gespinn, Mit sorglichem Blick, mit Huld im Sinn Und auf den Lippen die Lieder. Nun, Anna Marie war jung und mild: An Liedern wird's nicht fehlen: " Sie hat ja geliebt, drum kennt sie den Traum Vom Feenpalast, vom singenden Baum Und von den bezauberten Seelen. Sie giebt ihr sprudelnd gesundes Blut Dem fleinen durstigen Prasser; Die Frucht von ihrem eigenen Leib Erzieht ein ärmliches Bauernweib Mit Schlägen und mit Wasser. Der Junker gedeiht, die Mutter jauchzt, In Thränen lächelt die Amme; Eie fauft mit ihrem geringen Lohn Das Hemd und das Kleid dem fernen Sohn, Dem hingeopferten Lamme. Und darf sie des Sonntags zum Kind heraus, Den Säugling an den Brüsten; Und sieht das bleiche verfümmerte Bild; Daun ist's ihr, ob alle Guten wild Und ewig sie strafen müßten! Sie streichelt und füffet mit zitternder Gier Und wecket auf den Kleinen Der kennt und will die Mutter nicht Ach, und an ihre traurige Pflicht Mahnt sie des Junkers Weinen. Die Wochen gehn, das Jahr ist um Und um ist ihre Pflege. Man schreibt ihr in's Zeugniß: ehrlich und gut, Man schenkt ihr einen verwitterten Hut Kann gehen ihrer Wege. Ihr Kind ist todt. Nic will sie mehr In Kränze die Röselein flechten. Da kommt ein altes Weib daher: Mein Töchterlein, dienen ist gar so schwer Was willst Du bei den Schlechten? Ich hab' ein niedliches Kämmerlein, Hab' Perlen für die Haare. An Essen und Trinken fehlt es nie, Die Lust ist groß!" O, Anna Marie, - Das ist der Weg zu der Bahre. Herzenspflaster. Humoreske aus den New- Yorker Gerichtsfälen. ( Nach dem Amerikanischen.) Sonnabend, den 5. Mai 1888. II. Jahrgang. Unsere junge Damen vertrauern ihre Jugend nicht merklicher hervortreten ließ, dieses schüchterne ängstliche in Einsamkeit, flüchten sich nicht nach Gefilden hin, wo Auftreten das mußte auch die skeptischste Jury von feine Treulosigkeit mehr herrscht, zücken auch den Dolch dem tiefen Gram überzeugen, der zerstörend über dieses nicht, wie in manchen Ländern Mode ist, auf die Brust junge Wesen hereingebrochen und mußte ihr eine bedeutende des Verräthers, sie schäßen ihren Schmerz nach Dollars Summe einbringen. und Cents ab und strengen eine Schadenersatzklage an, ,, Sie sehen entzückend aus," flüsterte Herr Klick ihr in dem sichern Bewußtsein, dadurch den Treulofen auf das in's Ohr, während er ihre Hand ermuthigend schüttelte. Empfindlichste zu treffen. " Ihre Erscheinung allein genügt, den Prozeß zu gewinnen." " Wie oft hatte Mar Holzdorf über die Idee, für eine Es waren viele Damen" im Gerichtssaal anwesend, rückgängig gemachte Verlobung seien so und so viele hundert die gekommen waren, um über etwaige pikante Details oder tausend Dollars zu bezahlen, gelacht und gewißzelt, bei den Verhandlungen in moralische Entrüstung zu gerathen oder sich in schneidigen Ausdrücken dagegen ereifert als und nun mit gespanntester Aufmerksamkeit auf jedes er aber eines Morgens erwachte und einen Mann des sensationelle Moment lauschten, das etwa zu Tage gefördert Gesetzes mit einer gerichtlichen Vorladung wegen Bruchs würde. Aber zur großen und schlecht verhehlten Entdes Eheversprechens vor sich sah, da lachte und wißelte er täuschung für diese hatten sich die Beziehungen zwischen nicht mehr, da ereiferte sich Mar nur noch in schneidigen Mar und Louischen in anständigen Grenzen bewegt. Ausdrücken. Da erschien ihm plötzlich die republikanische Pikante Enthüllungen gab es nicht, und die großen Fächer, Regierungsform als miserables Fiasko, die vielgerühmte hinter denen sich die„ Damen" verkriechen, wenn haarFreiheit der Sitten und Gebräuche für nichts anderes, als kleine Schilderungen interessanter Vorfälle von den Zeugen eine verkappte Halsabschneiderei und die Liebe als Urquell gemacht worden, blieben unbenutzt liegen. Was Wunder, alles irdischen Elends. daß nach der ersten halben Stunde der Gerichtssaal so gut Haarklein erzählte er dem Gerichtsdiener alle Einzel- wie leer war. heiten seiner Verlobung und fragte ihn, ob die Klage Das Zeugenverhör zeigte sich ganz als das unnicht unerhört sei, und jener, voll des edlen Mitgefühls, entwirrbare Gewebe von Widersprüchen, durch die man das die Gerichtsbeamten noch stets auszeichnet, ertheilte nur dann einigermaßen zum wirklichen Sachverhalt gelangt, ihm den wohlmeinenden Rath, seinen Schirm mitzubringen, wenn man so wenig wie möglich glaubt und annimmt, da es wie Regen aussehe. daß alle Zeugen nach besten Kräften die Unwahrheit Seit mehreren Monaten war Mar der Verlobte der gesagt haben. blondhaarigen Louise Bender gewesen; da er aber nach Aber Mar hatte eine Dummheit begangen, die sich Verlauf der Zeit die ehrliche Ueberzeugung gewonnen jeßt furchtbar rächte, und die allen Verlobten als warnen( wenigstens schwor er, dieselbe sei ehrlich), daß eine glück des Beispiel gelten sollte: er hatte Liebesbriefe an die liche Ehe zwischen ihnen undenkbar sei, so hatte er einen Erwählte seines Herzens gerichtet, in denen er ihr unverhöflichen Absagebrief an Louischen gerichtet, ihre Geschenke brüchliche Treue gelobte und die ewigen Sterne als Zeugen sämmtlich zurückgesandt und zugleich durchblicken lassen, für die Tiefe und Unendlichkeit seiner Empfindungen an= daß es ihm recht sein würde, wenn sie es mit seinen rief. Mehr als das, er hatte sogar eine Anzahl Gedichte Geschenken ähnlich mache. verfaßt, und jeẞt wandte sich die Göttin der Poesie selbst gegen ihn, um ihn für die Sünden, die er in ihrem Namen begangen, zu bestrafen. Er hatte sich eingebildet, wie ein Mann von Takt und Bildung gehandelt zu haben und sich überraschend schnell wieder in dem Junggesellenstand zurechtgefunden. Als einziges Andenken an den kurzen Traum seiner Verlobung war das Hochgefühl geblieben, nun wieder ein freier Mann zu sein. Diese unseligen Gefühlsschwelgereien auf schwarz und weiß, welche der gegnerische Advokat triumphirend vorlas, verdarben seine Vertheidigung; der Strom drehte sich zu Louischen's Gunsten und deutlich sah man es auf den Aber Mar hatte ganz vergessen, daß die Verlobungs- Gesichtern der Geschworenen ausgeprägt, daß ein Mann, feier feinerzeit mit einiger Ostentation in's Werk gesetzt der Gedichte schreibt, schon deshalb Schadenersatz an seine worden und also Geld gekostet hatte, daß Louise während Braut, auch wenn er sie noch nicht verlassen hat, zahlen der Monate, wo sie ganz nußlos mit ihm verlobt gewesen, sollte. andere etwaige Heirathsanträge eingebüßt hatte, daß durch Nachdem alles Zeugenmaterial gesammelt, begann ihre Beziehungen zu ihm ihr guter Ruf geschädigt, da bei der klägerische Anwalt sein Resumee ein wahres Meistersolchen Affairen bekanntlich immer etwas hängen bleibe werk von Verschrobenheit und Rechtsverdrehung. Während und ihre Aftien für eine rasche und zweite Verlobung er der Jury glaubhaft machte, daß zweimal zwei fünf tief im Kourse gefallen waren und endlich, daß seine ist, nannte er sie eine intelligente Körperschaft und schroffe Handlungsweise in ihr eine bedenkliche Nerven beglückwünschte New- York, daß in seinen Mauern noch Gerechtigkeit zu finden sei, da sonst Seine Ehren nicht auf erschütterung hervorgerufen hatte. Für diese allgemeine Vergeßlichkeit berechnete sie ihm dem Richterstuhl süßen würde. Mit vor Bewegung zitterndas der Stimme wies er auf die verlassene Braut hin, deren die runde Summe von fünftausend Dollars cinst blühend rothe Wangen jetzt von Gram gebleicht seien, sind so beiläufig zwanzigtausend Mark. deren Glück auf immerdar vernichtet. Vernichtet wodurch? Durch das frevle Spiel eines Ungeheuers. Eine recht hübsche Summe, wenn man kleiner Kommis in einem kleinen Geschäft ist, sich eines gefunden Appetits erfreut und einen zum wenigsten„ normalen" Durst hat. ,, Unsere sogenannte Zivilisation," rief er,„ gebietet Mar fühlte bald, daß man mit Protesten und Be- es den jungen Mädchen zu warten, bis der Mann kommt theuerungen keine Prozesse gewinnt, sondern daß man, um und ihnen seine Hand anträgt, aber eine Weile später zu ſeinem Recht zu gelangen, die Sache durch einen entdeckt er, daß er sich getäuscht hat, daß es ihm nicht Advokaten auf eine hübsche Art verdrehen lassen muß. paßt, das Mädchen zu heirathen, welches sein ganzes Glück Und wie er hin und her überlegte, fiel ihm der eminente in ihn gefeßt, weil- nun weil ihm die Farbe ihres Rechtsanwalt Markus Brüller ein, der ihm fabelhafte Haares nicht gefällt, oder weil er sich besinnt, daß, wenn Dinge von Prozessen, die er zu einem glücklichen Abschluß er noch eine Zeitlang wartet, er möglicherweise eine gebracht, und von seiner Eigenschaft, nie einen Prozeß zu reichere Partie machen kann, oder aus irgend einem andern verlieren, der zu gewinnen war, erzählte. Markus Brüller Grunde. Denn es giebt für einen Mann keinen Grund, erſchien auch bei dem kleinsten Fall stets mit einem un der ihm zu trivial dünkte, um ein Mädchenherz zu brechen. geheuren Aktenbündel unter dem Arm und verfiel jedes- ,, Sie, meine Herren Geschworenen, die Sie zum Theil mal, wenn das Pech Jemanden in seine Hände warf, in selbst Töchter besitzen, Sie haben es in der Gewalt, diesem eine an Tobsucht grenzende Aufregung. Von Morgens ruchlosen Spiel Ihr Veto entgegenzurufen. Statuiren Sie bis Abends trieb er sich vor und in den Gerichtsfälen ein Beispiel, zeigen Sie der Welt, daß die„ Herren der herum, auf Beute lauernd, hatte seine„ Office", seine Schöpfung" das zartere Geschlecht nicht ungestraft als gesammten Büreauutensilien in seinem Zylinder, und da Spielball ihrer Launen benußen dürfen, daß es eine Niemand wußte, wo er wohnte, war behauptet worden, Gerechtigkeit auch für die Schwachen giebt, zeigen Sie es, daß er in diesem alten Inventarstück auch übernachte. indem Sie meiner Klientin den vollen Betrag der Klage Nachdem Mar ihm seine Situation mitgetheilt, gratulirte zusprechen." derselbe ihm, daß er sich gerade an ihn gewandt und Ein Beifallsmurmeln gab sich zu erkennen, nachdem hielt ihm sogleich eine Standrede, die drei Stunden dauerte. Klick geendet, und Louischen, die sich erst jetzt ganz überLouischen hatte die Sache geschickter eingefädelt. zeugt hatte, wie tief ihr Schmerz war, schenkte ihm einen Advokat Albert Klick, der ihre Partei vertrat, war dankbaren Blick. ein Spezialist für solche Fälle und ähnlich gewissen amerika- Brüller's Rede dagegen war eine Katastrophe. Wie nischen Schauspielern, die jahraus, jahrein auf derselben ein Besessener sprang er im Saal herum, schlug mit der Rolle herummimen, verstand er es, eine solche Menge Faust auf den Tisch und schimpfte auf den gegnerischen wirksamer Nuancen bei den Verhandlungen anzubringen Advokaten. und die Effekte in so virtuosenhafter Manier zu berechnen, Die drei Geschworenen, welche bei Klick's Rede in daß noch kein Fall vorgekommen, wo er nicht das Gerade ſauften Schlummer verfallen waren, wurden in unliebſamer schief, das Schiefe gerade gemacht hatte. Weise aufgeweckt und schossen wüthende Blicke auf den Als der große Tag heranbrach, erschien Louischen Friedensstörer, der sich durch nichts irre machen ließ. Was Es giebt heutzutage noch bedauernswerthe Länder, im Gerichtssaal in Begleitung ihrer Mutter eigentlich er eigentlich wollte, war Niemandem und ihm selbst am wo ein junges Mädchen, wenn es von seinem Geliebten eine schlechte Taktik, da deren Anblick hinreichte, es begreiflich wenigsten klar, und als er schließlich den Antrag stellte, verlassen wird, seinen Schmerz stumm und tief vor der finden zu lassen, daß Mar sich noch rechtzeitig zurück- die Klage abzuweisen, entfuhr einem der wenigen noch Welt verbirgt, oder wenn es gar schlimm kommt, sich ein gezogen, aber die verlassene Braut rief dafür einen um dafüßenden Zuhörer der Ausruf:„ Ist der Mensch wahnLeids anthut. Daß solche Länder noch weit in der Kultur so wirkungsvolleren Eindruck hervor. Dieser angeborene finnig?" zurück sind, wird Niemand in Zweifel ziehen, der mit den Liebreiz, über welchen jetzt der Schmerz eines tiefverwundeten Nur eine kurze Zeit blieben die Geschworenen in schönen Gebräuchen dieses Landes( d. h. also Amerikas), Herzens wie ein Trauerflor niederzuwallen schien, dieses Berathung dann brachten sie eines jener Urtheile ein, speziell aber in solchen Fällen bekannt ist. schlichte dunkle Kostüm, das die Blässe des Antliges noch die keine der Parteien je zufriedenstellen, nämlich zwei hundertundfünfzig Dollars( 1000 Mark) zu Gunsten der einem Eifer und einer Konsequenz thätig, die selbst die der ägyptischen Bauern in eine Barke ein, dann fuhr er Klägerin. ,, Ich appellire!" schrie Brüller. „ Ich bekenne mich schuldig", knirschte Mar. Louischen zog ein schiefes Gesicht. Nur Klick rieb sich vergnügt die Hände. Die erste Hälfte des Betrages gehörte kontraktgemäß ihm, und die wollte er schon bekommen; die andere Hälfte würde wahrscheinlich, wie das meistens der Fall ist, überhaupt nicht aufgebracht werden. allen Dr. Albert Dulk. Ein Gedenkblatt von Franz Goldhausen. Nach der Bremer Volkszeitung". tündet. Bewunderung seiner Gegner hervorrufen mußte. Nachdem den Nil hinauf bis an die ersten Katarakte. Von da er im Jahre 1880 aus einer längeren Haft entlassen| kam er wieder zurück nach Kairo. Darauf zog er nach wurde, die er sich wegen angeblicher Schmähung von Ge- Arabien, wo er sich in einer Felsenhöhle am Berge Sinai bräuchen der christlichen Kirche zugezogen hatte, begann er völlig abgeschlossen von der Welt seinen Studien hingab. sofort wieder in einem Cyclus von religionswissenschaft- Nach Europa zurückgekehrt, lebte er acht volle Jahre in lichen Vorträgen den Kampf gegen die unduldsamen und der größten Einsamkeit in einer Sennhütte am Genfersee, herrschsüchtigen Orthodoren. Im Jahre 1881 gründete er seine Zeit mit philosophischen, historischen und religionsin Gemeinschaft mit Professor Dr. Ludwig Büchner, Otto geschichtlichen Studien ausfüllend. Seine letzte größere von Corvin und Anderen den allgemeinen deutschen Frei- Reise unternahm er im pre 1872. Diesmal zog es denkerbund, und kurze Zeit darauf einen Zweigverein des- den Unermüdlichen und trotz seines hohen Alters noch immer selben, die Freidenkergemeinde in Stuttgart, an deren Fort- Jugendfrischen, nach den Skandinavischen Lappenmarken. entwickelung er bis zu seinem Tode mit allem Eifer und Welchen tiefen Eindruck diese stille nordische Einöde auf in selbstlosester Weise arbeitete. Hier lehrte er sein neues sein empfängnißvolles Gemüth ausübte, geht aus einem Evangelium des allgemeinen Humanismus als das einzige Briefe hervor, den er damals schrieb.„ Eine Einsamkeit," wahre Gesetz der vollkommenen Menschennatur. Seine heißt es darin, die doch noch ergreifender für das Herz Als am 31. Oktober 1884 die Tagespresse eine kurze Beredsamkeit, verbunden mit einem ungewöhnlichen Gewar, als die in der arabischen Wüste. Denn von dieser telegraphische Mittheilung über den plöglichen Tod des dankenreichthum und einer tiefen Gemüthswärme, wirkte Stille in der großartigen nordischen Eisnatur kann sich Sozialdemokraten und Freireligiösen" mächtig und fesselnd auf die Zuhörer, und so fanden nur der einen Begriff machen, der sie erlebt und empfunden wohl bekannten philosophischen und dramatischen Schrift- feine Vorträge, die er ohne Ausnahme fast jeden Sonntag hat. Selbst der Auerhahn schwingt hier seine Flügel so stellers Dr. Albert Dulk brachte, folgten auch gleichzeitig hielt, stets ein zahlreiches und aufmerksames Auditorium. unhörbar, daß er wie ein stiller Geist Einem über dem längere biographische Notizen über den bedeutsamen Ge- Die hohe edle Gestalt mit den schönen Zügen und den Haupte schwebt. Hier erst begriff ich die nordischen Sagen, lehrten, die je nach der Färbung der Blätter, dessen Ver- hellen funkelnden Augen erschien dann wie ein Prophet, der hier erst fühlte ich mich ganz, ganz allein in der großen dienst um Wissenschaft und Kunst in das richtige Licht zu dem Volke das Herannahen einer glücklichen Zukunft ver unabsehbaren Natur, und das war ein unsäglich hohes Gefühl!" stellen suchten. Doch nicht allein auf religionswissenschaftlichem Ge- Das Verlangen nach einem solchen stillen Innenleben, Es kann daher meine Absicht nicht die sein, hier wiederholt über den Werth des Philosophen und Dichters biete erstreckte sich Dull's Thätigkeit; auch an der poli- welches den ernsten Denker bis an sein Ende so oft in die zu schreiben, dies muß die Aufgabe unparteiischer Literar- tischen Bewegung seiner Zeit hat derselbe regen Antheil Einsamkeit trieb die Sommermonate der letzten Jahre historiker bleiben. Nur von dem merkwürdigen und eigen genommen. Dulk war ein Reformator, einer jener Men- und einen Theil des Herbstes verbrachte er in einem kleinen thümlichen Menschen als solchem möchte ich in kurzen schen, die mit scharfem Auge die Schwächen und Schäden Häuschen in dem Eßlinger Bergwald hatte ihn keinesStrichen ein Bild entwerfen, und fühle mich um so mehr der Gesellschaft sofort zu erkennen vermögen, und durch wegs, wie man dies anzunehmen berechtigt wäre, abgedazu berufen, als ich lange Zeit vielfach mit ihm und im einen instinktiven Gerechtigkeitssinn getrieben gegen alle stumpft für die frohen und heiteren Genüsse des Lebens. Im Gegentheil, Dulk war ein munterer und fröhlicher Kreise seiner Familie verkehrte, wo ich so oft Gelegenheit Uebelstände und deren Urheber zu Felde ziehn. Bereits im Jahre 1845, faum 26 Jahre alt, trat Gesellschafter, der es nicht allein verstand, angenehm zu hatte, den Gelehrten auch als Menschen genau kennen zu er in die damalige freie politische Bewegung ein. Als ein unterhalten, sondern auch gleichzeitig geistig anzuregen. lernen. Dulk's Ehrgeiz war ein ganz anderer als der bei geistiger Vorkämpfer für die freie Entwickelung des Volkes Die imposante, dabei aber höchst bescheidene Erscheinung, Tagesgrößen übliche. Sein Wirkungskreis lag im Volke, hatte er sich vorher durch sein geniales Drama„ Orla", mit der hohen gewölbten Stirn und den überaus menschenan dessen Ausbildung er zeitlebens uneigennüßig und unwelches 1844 in der Schweiz erschien, bemerkbar gemacht. freundlichen Zügen, wirkte in unerklärlicher Weise anermüdlich gearbeitet hat, aber er hat sich auch hier niemals Als nun die Reaktion, die jeden geistigen und politischen ziehend und fesselnd auf die Umgebenden. Man muß der Hoffnung hingegeben, volle Anerkennung und Würdi- Fortschritt einzudämmen fuchte, mit neuem Muthe ihr Dult im Kreise seiner Familie gesehen haben, um sich eine gung erwarten zu dürfen. Es ist daher falsch, wenn Haupt erhob, war Dulk einer der ersten, der muthig den Vorstellung von dem eigenthümlichen Zauber machen zu Dem können, den er unbewußt und unabsichtlich um sich verGottschall in einer Besprechung annimmt, daß Dulk's freiheitsfeindlichen Dunkelmännern entgegentrat. geniale Kraft durch Enttäuschungen gelähmt und, daß er Prinzen Johann von Sachsen, der allgemein als ein breitete. Hier in seinem Heim war er stets der aufdadurch in seinem Streben entmuthigt worden sei. Das Schüßer reaktionärer Bestrebungen galt, wurden am merksame, liebenswürdige und gastfreundliche Wirth, und geht am besten aus nachstehendem Bekenntniß hervor, 12. August 1845 in Leipzig bei einer Inspektion der gleichzeitig das anregende Element zu allerlei Scherzen und welches Dulk in dem Vorwort zu seinem letzten Werk: Kommunalgarde von der aufgeregten Volksmenge die Frohsinn, welche er immer mit einer geistigen Würze zu Der Jrrgang des Lebens Jesu") an dem er bis zu Fenster in seinem Hotel eingeworfen. Hierbei gab eine spicken wußte. Die ungezwungene Unterhaltung- jede seinem Tode mit einem wahren Feuereifer arbeitete, in der Polizei zu Hilfe kommende Schüßenabtheilung Feuer, steife Form und jeden gesellschaftlichen Zwang wußte er wodurch fieben Menschen getödtet und Viele verwundet aus seiner Nähe zu bannen das herzige und innige folgenden Worten niedergelegt: lautet: ,, Auf, auf, ihr Denker! ungeschliffen Bleibt der Demant der Wissenschaft, So lang nicht euer Volk begriffen Sein Selbst und seine Schöpferkraft. Ihr aber, Dichter, ihr„ Propheten", Zum Volt nur singt und sprechet wieder: Erkenntniß nur sei euer Beten Und Geistessänge Eure Lieder." Ist es nicht ein hehrer Gedanke, der den jungen " So lange man an einer neuen Erkenntniß herumtaftet, wurden. Dulk, der mit Robert Blum und Wilhelm Jordan Familienleben, welches hier herrschte, machten auch den hat bescheidenes Lernen seine Zeit, ist Ehrfurcht gegen die von der Studentenschaft als Redner am Grabe. der Ge- Freunden das Dull'sche Haus zum eigenen Heim. Autorität der alten Erkenntniß ein wissenschaftlicher Zug fallenen gewählt wurde, mußte darauf, in Folge eines Dulk war kein Demagoge, keiner von den Politikern, und eine Vertiefung des herrschenden Zweifels. Ist aber der umfassende Standpunkt gewonnen und das herrschende Ausweisungsdekrets, welches die Regierung ihm als Ant- wie sie leider allzu häufig im Parteileben auftauchen, die Alte liegt erkannt, überschaut zu unseren Füßen, dann wort auf diese Demonstration zustellte, Leipzig verlassen. aus persönlicher Eitelkeit und selbst um jeden Preis nach wird Bescheidenheit so recht nach dem Göthe'schen Wort, Er begab sich nun nach Halle, wurde aber dort auf Befehl Volksgunst buhlen, um sich durch dieselbe an die Spize geistige Berlumpung. Und wiederum, so lange die der preußischen Regierung gefänglich eingezogen. Als der politischen Bewegung stellen zu können. Seine aktive Kraft, kindlich erwachend, vom Brode des Gehorsams leben muß, schändet, auch wenn sie es widerwillig trägt, das Joch Grund hierfür galt ein Besuch, den Dulk bei der Tochter Betheiligung am öffentlichen Leben entsprang einem edlern sie nicht. Ist sie aber stark geworden, selbständig das des Bürgermeisters Tschech gemacht hatte( Tschech verübte Drange, dem nach zweckentsprechender Reform, und darum Brod der Freiheit zu bauen und bricht, träge oder feige, bekanntlich 1844 ein Attentat auf Friedrich Wilhelm IV.), wird Dulk's Name als ein heller Stern unter den Kämpfern das Joch nicht so verkommt oder entartet fie. In diesem um hier Näheres über das Leben ihres Vaters zu erfahren, für Wahrheit und Recht dauernd glänzen. Den Weg, den Falle sind heut Tausende und aber Tausende." Das ist doch wahrhaftig nicht die Sprache eines Er welches er als Material zu einem Drama:„ Heinrich Dulk sich vorgezeichnet, und von dem er auch bis zum schlafften, eines Entmuthigten. Klingt dies doch mehr wie Ludwig Tschech," welches unvollendet geblieben ist, ver- Ende seines Lebens niemais abgewichen ist, zeigt uns folein Heroldsruf zum Kampfe. Nein, Dulk war troz aller werthen wollte. Nach wochenlanger Untersuchungshaft gender Schlußvers eines seiner Jugendgedichte; derselbe Kämpfe weder entmuthigt noch erschlafft. Er war einer wurde er jedoch ohne erfolgten Rechtsspruch freigelassen. von den wenigen Männern, die das, was sie als Wahrheit Diese Maßregel sollte auf Dulk's ferneren Lebensgang und Recht erkannt, auch frei und ohne Scheu bekennen von großem Einfluß sein. Von der Haller Universität, und mit einer Energie verfechten, wie sie nur denen eigen wo er zu promoviren gedachte, wurde der politisch Komsein kann, die voll und ganz von der Richtigkeit ihrer An- promittirte zurückgewiesen. Auch in Breslau, wo er den Softor gemacht hatte, wurde sein Vorhaben, sich daselbst schauungen durchdrungen sind. Man mag über Dulk's Lehren, wie er sie in seinen als Privatdozent zu habilitiren, vereitelt. Der Minister zahlreichen Schriften und in seinen öffentlichen Vorträgen Eichhorn wies sein Gesuch mit dem Bemerken zurück, daß kund gab, denken, wie man will, eins steht fest, daß die- er zuvor überzeugende Beweise von Gesinnungsänderung" selben aus einem inneren Wahrheitsdrange und aus einer geben müsse. Dulk's Charaktereigenschaften waren jedoch tiefen Ueberzeugung hervorgegangen sind. Und nur die nicht so nachgiebig, um durch solche Maßregelungen um Sänger beseelte, als er diesen Mahnruf an die Geister felsenfeste Ueberzeugung von der Wahrheit und der Heil- geformt werden zu können. Im Gegentheil, mit jeder seiner Zeit richtete? Daß derselbe nur allzuwenig Widersamkeit seiner Lehre war es, die ihm den Muth verlieh, geistigen und politischen Beschränkung steigerte sich sein hall gefunden hat, beweist das noch geringere Verständniß unentwegt gegen jede Reaktion anzukämpfen, die sich Stampfesmuth, und so sehen wir ihn auch an den hoch- unserer Zeit für das allgemeine Volksleben, sowie die dem mächtigen Flügelschlage des freien Geistes entgegen gehenden Bewegungen des Jahres 1848 den regsten Antheil innere politische Zerklüftung desselben. Ja, Dulk war ein stemmte. Und diesen Kampf hat er bis zu seiner letzten nehmen. Der Jubelrausch, hervorgerufen durch die politi- Mann, dessen ganzes Ringen und Streben dem Wohle Lebensstunde unentwegt durchgefochten. Wie hat die Seele schen Errungenschaften, dem sich die deutsche Nation nach der Menschheit galt, der sich nach jeder Richtung hin mit des Dichters sich nach dem Ideale gesehnt, nach der höchsten der Revolution hingab, und dem bereits nach kurzer Zeit den Edelsten seiner Zeit zu messen vermochte. Wie er Vollkommenheit des Menschen, wie der Geist des Forschers eine vollständige Ernüchterung durch die eingetretene Re- unter Männern stets ein Mann war, so war er unter gerungen und gestrebt, um das Gesez des Ganzen zu aktion folgte, konnte Dulf nicht begeistern. Er suchte nun Jünglingen ein Jüngling, unter Kindern ein Kind. finden, den inneren Einklang des Menschen mit sich selber der politischen Niederlage dadurch einen Damm entgegen Mann da, wo es galt, muthig und unerschrocken sür und mit der Welt, und so versucht, das Edle einzufügen zu stellen, daß er durch Bildungen von Arbeiterassozia Volkswohl und Geistesfreiheit in die Schranken zu treten, in den realen Rahmen unseres allgemeinen Daseins. Von ionen den Verlust der politischen Reform durch eine ein Jüngling im Turnen, Schwimmen, Fechten und Reiten, dieser hohen Jdee getragen, sehen wir den eigenartigen, soziale Vereinigung aller Arbeiter zu ersetzen strebte. überhaupt ein Meister in Allem, was Kraftaufwand eroriginellen Menschen sich vom Jüngling zum Mann ent Er gründete zu diesem Zwecke mit bedeutenden Geld- forderte, weil derfelbe nach seiner Auffassung gesund für wickeln, inimer dieses eine Ziel ins Auge fassend. opfern ein sozialistisches Arbeiterblatt„ Der Hand- Herz und Körper sei; ein Kind unter den Kindern, denen Wie er in seinen Jugendjahren voll schwärmerischer werker", in welchem er es sich zur Aufgabe machte, dem er tändelnd und spielend die ersten ethischen Begriffe beiFrömmigkeit für die protestantische Kirchenlehre eintrat, so Belle in der Vereinigung, in der Solidarität Aller den zubringen suchte. Welch ein erhebender Anblick, wenn der wurde er in reiferem Alter durch das Studium der Natur Weg zu zeigen, wie der Reaktion entgegen zu arbeiten sei. greise Kinderfreund und Lehrer seine kleinen Schüler auf wissenschaften und infolge selbständiger Beschäftigung mit Er entwickelte dann in diesem Organ ein vollständiges den Knieen schaukelte und dieselben ihm Bart und Haare der Bibel, sowie später mit den Werken von Strauß, Programm einer Arbeitervereinigung, bis in die kleinsten zerzausten. Eine innere Befriedigung glitt dann über sein Feuerbach und Bauer in entschieden freisinnige Bahnen Einzelheiten der Organisation unserer heutigen Gewerk männlich schönes Antlitz. getrieben. Bereits im Jahre 1849 erklärte er öffentlich schaften entsprechend. Doch schien der großen Masse der Auffallend muß es erscheinen, daß ein so aufmerksamer seinen Austritt aus der Landeskirche. Daß damals damaligen Arbeiter das rechte Verständniß für die Beden- und feiner Beobachter, wie Dult wirklich war, in seinem ein großer persönlicher Muth zu solchem Schritte erforderung einer solchen Verbindung abzugehen, und so mußte Leben so wenig über seine merkwürdigen Reisen veröffentlich war, braucht denen gegenüber nicht hervorgehoben zu das Blatt wegen Theilnahmlosigkeit schon nach dem Erlicht hat. Auch in Freundeskreisen hat er dies Thema werden, die die Zustände jener Zeit aus eigener An- scheinen von nur fünf Nummern eingehen. selten berührt. Wenn zufällig die Rede darauf gelenkt wurde, so wußte er sich immer mit einer gewissen Flüch tigkeit darüber hinwegzusetzen. Uns will bedünken, daß schauung kennen gelernt haben. Von da ab war er un- Nach dieser keineswegs ermuthigenden Erfahrung fand abläßlich in Wort und Schrift in freireligiöfem Sinne mit Dult es für gerathen, Deutschland zu verlassen. Es be bie Ein Italien, schiffte von Neapel nach Alexandrien, *) Der zweite Theil dieses Werkes:„ Der Messiasgang und gann nun für ihn ein raftloses Wanderleben. Er bereiste Dulk bei seinen Reisen weniger dem Wissensdrange nach erlernte die arabische Sprache, und miethete sich nach Art kunde, als vielmehr dem Hange nach Einsamkeit gefolgt ist, Schweichel hat erst fürzlich die Presse verlassen. in der er sich von seinen schweren Geisteskämpfen zu er=| Parteigegensätze ganz anderer Art verflochten| Nein, meine Herren, ich bringe keine Autoritäten zur Beeinflussung holen gedachte. Dulks einfaches Wesen, seine wirklich und Gegner, die sich sonst sorgfältig aus dem Wege gingen, der Abstimmung, sondern lediglich Zeugen zur Feststellung von rührende Bescheidenheit, mit der er sein eigenes Ich stets glaubten einen Zusammenstoß auf dem Felde der kommu- öffentlich und unter der vollen Verantwortlichkeit der öffent= Thatsachen! Einer der angesehensten Parteigenossen schrieb also in den Hintergrund stellte, die Selbstlosigkeit und Bereit- nalen Wahlfrage nicht fürchten zu sollen. Das war von lichen Meinungsäußerung: willigkeit, mit der er belehrte, die Duldsamkeit, mit der er der einen Seite zweifellos ganz klug gehandelt, und wir selbst die schwersten Kränkungen über sich ergehen ließ, die hoffen, jetzt größere Billigung für den dereinst ertheilten Nachsicht, mit der er die Fehler seiner Mitmenschen zu be- Nath zu finden: den Kampf auf diesem ungünstigen urtheilen pflegte, dies alles sind so edle Züge, wie sie Terrain nicht aufzunehmen. Doch ist daran ja nichts wohl selten bei einem Menschen vereint gefunden werden. mehr zu ändern. Bei ihm war die allgemeine Menschenliebe kein leerer Jedenfalls werden jetzt die Beschlüsse der beiden BeWortschwall, und seine neue Lehre von der durch die zirksversammlungen mindestens ebenso loyal gehalten werWissenschaft offenbarten natur- und gesetzmäßigen Welt- den wie seiner Zeit der Beschluß in der großen öffentlichen anschauung auf Grund einer vollkommenen Humanität Volksversammlung in Sanssouci und unseres Erachtens war nur der Refler seines eigenen Herzens. können die Gegner der bisherigen kommunalen Thätigkeit Es würde zu weit führen, wollten wir all die ein- das um so eher, als ihnen von der anderen Seite bereits zelnen Charakterzüge dieses interessanten Mannes auf- 3ugeständnisse wesentlich ster Art gemacht werden. zählen, die als weitere Belege des hier Gesagten dienen Wenn Herr Kunert, der unseres Erachtens die agitatorische könnten. Zur Abrundung unseres flüchtigen Bildes möge Bedeutung der Thätigkeit auf kommunalem Gebiete ganz bees uns noch gestattet sein, eine Schilderung über sein denklich überschätzt, doch offen am Dienstag eingestand, daß die Lebensende und über seine Leichenbestattung hier folgen Stellung zu einzelnen kommunalen Fragen: zu den kommuzu lassen. nalen Monopolen, zum Submissionswesen u. s. f. in der That eine ganz haltlose gewesen sei und in Zukunft gründlich geändert werden müsse so ist das ein Erfolg der Diskussion, wie er binnen weniger Wochen kaum schöner und größer erzielt werden konnte. Frau Else Dulk schreibt an den Verfasser dieses Artikels über seinen Tod:„ Er starb wie er sich gewünscht, in voller Kraft und in frohestem Lebensgefühl des immer neu sich entwickelnden Fortgangs seiner Bestrebungen. Wir kamen am Abend des 29. Oktober aus dem Frauenverein Wir treten also nochmals dafür ein und alle der Stuttgarter Freidenkergemeinde, der gerade selten reich unsere Freunde stimmen uns auf jeden Fall darin zu: besucht gewesen, innerlich erregt und befriedigt. Albert nach Kräften zur Durchführung der Dienstagsbeschlüsse hatte noch allerlei zu besprechen, und so gingen wir vor- beizutragen. aus dem Bahnhofe zu, ihn auf dem Perron erwartend. In diesem Augenbicke kann es nur noch unsere AufIch sah ihn unten ganz langsam ankommen, ging dann gabe sein, die Entwicklung der Stadtverordnetenfrage mit ihm noch ein wenig auf und ab, während ich über nochmals kurz darzulegen und damit zugleich die immer den Abend mit ihm sprach. Als wir in den bereitstehen- wiederkehrende Anschuldigung zu widerlegen, einzelne den Zug, der uns nach unserm stillen Untertürkheim bringen Personen und gar einzelne persönliche Ereignisse der sollte, einsteigen wollten, äußerte Albert: Nein, da geh letzten Zeit hätten den Streit aufgerührt und seien darum ich nicht hinein, wir wollen in den Rauchwagen." Kaum für ihn verantwortlich zu machen. Wir glauben das in zwei Minuten darauf stürzte er todt vor mir nieder. kürzester Weise dadurch thun zu können, daß wir, soweit Wenn ich an diesen Moment zurückdenke, zieht sich mein unser Gedächtniß es erlaubt, einzelne Ausführungen, die Herz krampfhaft zusammen, denn dieser Augenblick, der wir in Wohlhaupts Saal machten, an dieser Stelle wiederfrohes Leben und bitteren Tod in sich barg, war zu ent- holen. setzlich." " 1 Wir legten etwa das Folgende dar: unterzuordnen. " Als im Jahre 1883 das damals bestehende Stadtverordnetenkollegium aufgelöst wurde, weil die alte Wahlfreiseintheilung bei der raschen Vergrößerung der Stadt zu den größten Ungleichheiten in der Vertretung führte, be= schloß die Sozialdemokratie zum ersten Male, sich bei den allgemeinen Neuwahlen zu betheiligen. Dieser Beschluß wurde mit getheilten Gefühlen aufgenommen, weil das Wahlrecht der Arbeiterpartei möglichst ungünstig ist. Es besteht nämlich in Berlin für die Gemeindewahlen das Dreiklassenwahlsystem, und zwar dergestalt, daß sämmtliche Steuerzahler nach der Höhe der gezahlten Steuer in drei Klassen eingetheilt werden, von denen jede Klasse ein Drittel der Stadtverordneten, deren Gesammtzahl 126 beträgt, wählt. Da die Gesammtsteuersumme für jede Klasse dieselbe ist, so ergiebt sich hieraus, daß die erste Klasse eine kleine Minorität, die dritte Klasse hingegen die große Majorität der Gemeindewähler umfaßt. Eine weitere Bestimmung schreibt vor, daß die Hälfte der Gewählten in jeder Klasse Hausbesizer sein müssen, außerdem ist die Stimmabgabe eine öffentliche. Wahlberechtigt ist, wer das 25. Lebensjahr überschritten, einen selbständigen Hausstand hat und mindestens in die zweite Klassensteuerstufe eingeschäßt ist, d. h. eine Staatssteuer von wenigstens 6 Mark bezahlt, die einem jähr= lichen Einkommen von 600-900 Mt. entspricht. Obgleich also die Wahlrechtsbestimmungen für die Arbeiter möglichst ungünstige sind, gelang es der energischen Agitation 5 Size von 42 in der 3. Klasse zu erobern. Unter den Gewählten befand sich der Reichstagsabgeordnete Singer. ,, Vernünftigerweise wird sich Niemand über die Bedeutung einer solchen Wahl täuschen. Die Thätigkeit der gewählten Vertreter der Arbeiter kann in der Hauptsache nur eine kritisirende sein... Es ist unbestreitbar, daß die Arbeitervertretung, namentlich so lange Singer mit im Stadtverordnetenkollegium war, nüßlich wirkte und sich einen gewissen Respekt verschaffte. Nach Ansicht eines größeren Theils der Berliner Sozialisten änderte sich das aber, als Singer in Folge seiner Ausweisung aus Berlin nicht mehr die Führerrolle seiner Gesinnungsgenossen im Stadthaus übernehmen konnte. Man warf den übrig gebliebenen Vier vor, sie seieu schlimme Opportunisten geworden, sie hätten vergessen, wessen Interessen sie zu vertreten hätten und kam dadurch zu dem Schluß, daß die Vertretung im Rathhaussaal überhaupt muzlos und darum überflüssig, wenn nicht gar direkt schäd= lich sei.... Ferner will man die Erfahrung gemacht haben, daß die Gewählten, einmal in bürgerlich unabhängiger Stellung, anfingen, sich mehr als Bürger, denn als Arbeitervertreter zu fühlen, daß sie sich um die eigentlichen proletarischen Bestrebungen nicht mehr fümmerten, ihnen hie und da sogar gegnerisch gegenübergetreten seien. Daraus entstand eine lebhafte und weit um sich greifende Mißstimmung und der Ruf wurde laut, sich unter solchen Umstän= den an den Stadtverordnetenwahlen überhaupt nicht mehr zu betheiligen.... Thatsache ist also, daß der von Jahr zu Jahr, ob mit Recht oder Unrecht, lassen wir dahingestellt sein, da wir nur referiren wollen, gesteigerte Unwille dieses Jahr( 1887) besonders lebhaft ausbrach und bei Vielen der Entschluß reifte, öffentlich gegen die Wahlbetheiligung vorzugehen." Die Leichenfeierlichkeit Dulk's am Sonntag, den 2. No- ruhigster Weise entschieden werden. Durch den Eifer, den man Die Frage, die uns hier beschäftigt, sollte und könnte in vember 1884 lieferte den Beweis, wie nahe der Verstor- von manchen Seiten entfaltet, weckt man nur nach außen den Anbene dem Volke gestanden; es war ein förmliches Volksschein, als ob es sich in der Berliner Partei um Gegenfäße prinaufgebot, welches dem Verblichenen die letzte Ehre erwies.zipieller Art handle. Das ist aber keineswegs der Fall. Sowie bisher fast jeder Redner seinen Vorredner seinen Freund" nannte, Von auswärts waren zahlreiche Deputationen erschienen, so möchte ich, daß wir alle hier uns als einen großen Freundesdie kostbare Kränze mit Schleifen überbrachten; die Stadt- freis fühlten, in dem jeder zwar bestrebt ist, seine Meinung ruhig direktion" Stuttgarts, durch solch großen Auflauf beun- und fachlich zu vertreten, aber ebensosehr auch willens, sich bei der ruhigt, hatte außerordentliche Vorsichtsmaßregeln getroffen. schließlichen Entscheidung ohne Empfindlichkeit der Mehrheit Viele Polizeidiener und Landjäger gaben dem Leichenzuge, Gerade darum bedauere ich es, wenn von einigen Vorrednern der sich vom äußersten Ende der Stadt nach dem Bahn- statt des Gewichtes der eigenen Gründe so sehr das Gewicht der hofe bewegte, das Geleit. Selbst das Militär war in den Autoritäten in die Wagschale geworfen worden ist. Das wirkt Sie hören also: gleich zu Anfang nahm man die Entscheidung Kasernen konfignirt, und vor Abend durfte kein Soldat immer verbitternd und verlegend, und Sie können mir glauben, für Betheiligung mitgetheilten Gefühlen" anf; der Unwille dieselbe verlassen. auch gerade für Männer von Einfluß giebt es gar nichts Un- wuchs von Jahr zu Jahr" und ich wiederhole darum nochEs kam jedoch zu keiner Störung. angenehmeres, als so mir nichts dir nichts infolge irgend einer zu- mals, meine Herren: wer mich und die Volkstribüne als UnheilAls der Eisenbahnwagen abfuhr, der die Leiche nach Gotha fälligen Aeußerung sofort auf einen bestimmten Standpunkt festge- stifter hinstellt, ohne den niemals in Berlin an Wahlenthaltung überbringen sollte, brach die Menge in ein donnerndes nagelt zu werden. gedacht worden wäre, hat Sie einfach angelogen! Am allerwenigsten aber kann ich es billigen, wenn Herr Gott- Redner schildert nun, unter sortwährenden Unterbrechungen, Hoch auf Dult aus, das wie ein brausendes Meer dahin- fried Schulz aus einigen Aeußerungen des Mißmuthes, die ein wie die Entscheidung für Wahlenthaltung bereits vorgelegen rollte. Am 4. November Nachmittags 3 Uhr wurde Dull's Gegner der kommunalen Wahlen über den Abg. Singer gemacht hätte, ehe er irgend etwas mit der Sache zu schaffen gehabt habe; Leiche in Gotha dem Feuerofen übergeben. Die Verbrennung haben soll, sofort schließt, der Betreffende sei auch Gegner der wie er nach der Veröffentlichung des Protestaufrufes zu vermitteln dauerte 2 Stunden. Seine Asche ruht nun in einer Reichstagswahlen und ähnlich werde es wohl noch bei den gesucht habe, wie die Versuche aber im letzten Augenblicke an der Seit wann ist es denn in unserer Partei nicht mehr gestattet, Stritit Bor der Entscheidung in Sanssouci habe er sich öffentlich vollmeisten Freunden der Wahlenthaltung bei Kommunalwahlen liegen. plötzlichen Sinnesänderung des Vertreters der Gegenseite scheiterten. an den Vertretern zu üben? Seit wann gilt denn die bescheidenste ständig neutral verhalten, auch nach der Entscheidung sich unbeKritik als ein Zeichen dafür, daß man überhaupt jede Parteiver- dingtes Schweigen auferlegt, bis das Volksblatt" die Frage tretung und jede Wahl verwerfe? Und wenn einer noch so sehr wieder aufgeworfen habe. Auch dann habe er den Streit ohne für Reichstagswahlen schwärmt, so ist er doch gewiß nicht ver- jede persönliche Spize geführt, während es auf der anderen Seite pflichtet, jeder Kritif, wie sie bisher in demokratischen Parteien Verdächtigungen nur so geregnet hätte. üblich war, zu entsagen. Billigung der Neichstagswahlen schließt An der Form, in der wir für Wahlenthaltung eingetreten doch gewiß nicht ein, daß wir gezwungen sind, immer eine und sind, können Sie also wahrlich nichts ausseßen. Nun bestreitet dieselbe Person zu wählen.( Furchtbarer Lärm. Rufe: Oho! man uns aber neuerdings überhaupt das sachliche Recht, WahlentPfui!) haltung zu üben und zwar auf Grund des St. Gallener Ja, meine Herren, ich verstehe Ihre Entrüstung nicht. Ich Beschlusses. selber habe ja absolut keine Neigung, über die Thätigkeit des Herrn Dieser Beschluß hat ja heute auch hier eine große Rolle in Singer ein derartiges Urtheil, wie das gehörte, zu fällen. Aber der Debatte gespielt, aber wenn ich die Freunde der Wahlbetheiliich halte es für meine Pflicht, jeden Genossen in Schuß gung darüber höre, dann zweifle ich immer, ob sie ihn zu nehmen, wenn man ihm sein einfaches Recht verkümmern und überhaupt kennen( Unruhe). Meine Herren, wie lautet denn den durchaus zulässigen Gebrauch dieses Rechtes gar noch zu der Beschluß, der die Gemeindewahlen betrifft? Wörtlich folgender= maßen: schlimmen Vorwürfen gegen ihn ausnußen will. prächtigen Urne auf dem Piedestal in der Säulenhalle des Verbrennungshauses. Das Piedestal enthält folgendes, von Dulk selbst verfaßtes Memento: „ Der Phönix Ich stürzt sich in Opferflammen, Dahin ihn Lieb' zu Mensch und Menschheit zieht, Sie schlagen leuchtend über ihm zusammen, Doch sie verzehren nur, was selbstisch glüht! Und jeglichen Liebesopfers Brand Erschafft ihm ein neu und ein reiner Gewand, Verjüngt ihn zu allmenschlicherem Triebe. Oso erfaß mich ganz mit Deiner Kraft, Die aus dem kleinen Ich den Gott erschafft, Du Todesengel: süße, heilige Liebe!" Dulk's Freunde haben im September 1885 in jenem lieben Waldesheim, dem stillen Asyl seines ruhelosen geistigen Schaffens, an dem sogenannten Dulkhäuschen im Eßlingerwalde, wo er sein letztes Werk: Der Irrgang des Lebens Jesu" vollendete, eine Gedenktafel angebracht. " 1 Aus ähnlichen Gründen bedauere ich es auch, daß Herr Kunert zuletzt den Trumpf ausspielt: Bebel und Liebknecht sind dafür, und Hinz und Kunz sind nicht Bebel und Liebknecht. Meine Herren, ich schäße die Herren Bebel und Liebknecht gewiß sehr hoch: aber solange wir noch eine demokratische Partei sind, müssen wir stets den Muth haben, einfach nach bestem Wissen und Gewissen Dieselbe zeigt das sprechend ähnliche Brustbild Albert zu handeln auch gegen die Anschauung Einzelner. Haben wir Dulks in Medaillonform, umgeben von einem prachtvollen den Muth nicht, so sind wir eben nur eine Schein demokrati:, Wenn Eichenkranze und der Inschrift:„ Albert Dulk, geboren den jogut wie ein Reichstag nur zum Scheine eine souveraine Bolts- es 17. Juni 1819, gestorben den 29. Oktober 1884. Ge- vertretung ist, wenn er immer nur zustimmen, aber niemals opponiren darf.( Widerspruch, Zustimmung.) widmet von seinen Freunden." ,, Der Parteitag empfiehlt den Parteigenossen überall da, wo Erfolge in Aussicht stehen, in die Wahlagitation einzutreten, sei es für den Neichstag, die Landtage oder die Gemeindevertretungen. Doch ist insbesondere in Bezug auf die letzteren( d. h. also: die Gemeindevertretungen) sorgfältigste Erwägung geboten." Bei Gemeindewahlen sorgfältigste Erwägung geboten! man Sie hört, meine Herren, so möchte man fast glauben, hätte in St. Gallen nicht so geheißen; sondern vielmehr: doch ist besonders bei Gemeindewahlen jede Erwägung sorg= fältigst verboten! Ich halte es also für angemessener, alles Hereinzerren von einWas sagt nun der wirkliche Beschluß? Nun, zunächst soviel, Wie Dulk sich hier ein bleibendes Andenken in den zelnen Namen hier zu unterlassen, und lediglich sachlich zu disku- daß zwischen Reichstags- und Landtagswahlen einerseits und Herzen seiner Freunde gegründet hat, so wird auch die tiren und nach eigenem befſtem Ermessen zu entscheiden. Ent- Kommunalwahlen andererseits ein himmelweiter Unterschied scheidet sich die Majorität für die Wahlbetheiligung, so kann ich ist. Er wiederlegt also schon durch seinen Wortlaut die heute so Nachwelt dem merkwürdigen und interessanten Menschen Sie jetzt schon versichern, daß der Beschluß von uns in oft gehörte Behauptung, Wählen und Wählen sei ganz einerlei und niemals ihre Achtung versagen können. Denn wie ver- loyalster Weise geachtet werden wird; das Gleiche hoffen was von den Kommunalwahlen gelte, müsse ohne weiteres auch für Neichstagswahlen zutreffen. Nein, meine Herren, gerade in schiedenartig auch die Urtheile sein mögen, die über den wir von Ihnen, wenn die Würfel anders fallen( Buſtimmung). selben gefällt wurden, in dem einen Punkte müssen sie Ganz leicht wird uns freilich diese Versöhnlichkeit nicht ge- St. Gallen wurde hier scharf unterschieden, und während die Neichsmacht. Denn leider hat vorhin Herr Mezner wiederholt von tagswahlen unbedingt empfohlen wurden, wurde den Kommunal= sich alle vereinigen, daß er ein hochedler Mensch war, und" Störenfrieden" in der Bewegung gesprochen, welche die Partei zu wählen eine Warnung mit auf den Weg gegeben: hier darum allein wird sein Name nimmer der Vergessenheit schädigen suchten- und da das auf mich und meine Gesinnungs- wird, im Gegenſaze zu anderen Wahlen, sorgfältige Erwägung anheimfallen., genossen bezogen werden könnte,*) so sehe ich mich genöthigt, vor- anbefohlen. erst mit einigen Worten die Entwickelung der ganzen Stadt= verordnetenfrage zu berühren. Zu den Stadtverordnetenwahlen. Es ist neuerdings fast Sitte geworden, die„ Bolfstribüne" als Urheberin des Streites, als Zarkapfel in der Partei zu bezeichnen. Meine Herren, wer die Berliner Verhältnisse einigermaßen fennt Mit den Entscheidungen der beiden Bezirksversamm- und Ihnen dennoch derartiges jagt, hat einfach die Absicht, lungen am Dienstag ist auch eine Erörterung vorläufig er- Sie anzufügen( Unruhe). Mir selber werden Sie das vielleicht ledigt, die in den letzten Wochen mehr Staub aufge- nicht ohne weiteres glauben, so erlauben Sie mir denn, Ihnen wirbelt hat, als man es nach ihrem rein sachlichen das Gesagte durch das zu erhärten, was einer der angesehenſten und fachkundigsten Parteigenoffen bereits im Herbste vorigen Jahres Kern hätte vermuthen sollen. öffentlich schrieb.( Unruhe, Zurufe: Sie bringen auch Autoritäten!) Wie schon einmal im vorigen Jahre, so hatten sich *) Wir fügen der Gerechtigkeit wegen sogleich bei, daß Herr Auch hier befinde ich mich durchaus im Einverständniß mit dem Parteigenossen, den ich vorher zitirte. Derselbe legt den Be= schluß nämlich folgendermaßen aus: " Die Frage der Betheiligung in Bezug auf die Kommunalwahlen hängt allein von der Meinung der Genossen aus den einzelnen Orten ab. Daß der Parteitag der Meinung war, hier auf diesem Gebiete liege die Sache besonders schwierig, beweist der in Bezug hierauf gefaßte Zusaß, und zwar wurde derselbe angenommen, in Rücksicht auf die schlimmen Erfahrungen, die man vielfach mit den sozialistischerseits gewählten Gemeindevertretern schon gemacht haben will." Ehe ich auf diese schlimmen Erfahrungen" zu sprechen komme, Kommunalwahlen sprach; die wichtigeren Wahlen nahmen das Interesse fast ausschließlich in Anspruch. Geschah es aber doch, so auch diesmal mit dem ziemlich belanglosen Gegensaß, Megner in seiner Erwiederung diese Absicht durchaus bestritt: er möchte ich noch einschalten, daß man in St. Gallen wenig von ob in diesem oder jenem vereinzelten der vielen Wahlbezirke habe nur solche Leute gemeint, wie sie im Reichstage cutlarvt worden Berlins in die Wahl einzutreten sei, Interessen und den seien. Vereine und Versammlungen. vernahm man nichts als Klagen; Klagen aus Nord- und Süd-| uns irgendwie als„ Autorität“ oder„ Führer" aufspielten. deutschland, Klagen aus Darmstadt, Klagen aus Mannheim, Klagen Wie gesagt, wir würden es begreifen, wenn sich die aus Berlin, und sie alle gingen dahin: daß die kommunale Thätig: Berliner Arbeiter darüber beklagten, daß wir uns von Belten i. d. Mark. Die für Sonntag zur Gründung feit theils sich als positiv schädlich erwiesen habe, indem sie die Vertreter verbourgeoisire", theils als mindestens bedenklich, allen so zurückgezogen halten und da stellt man sich, einer Strankenkasse für Frauen und Mädchen einberufene Frauen- Versammlung, zu der auch deren Männern der Zutritt ge= indem sie um das oben gebrauchte Wort anzuwenden einen als ob wir alles in unsere Hand zu bekommen suchten?! stattet war, war recht gut besucht. Da vom Berliner Vorstand der ganz fläglichen Opportunismus großgezogen, die Vertreter von Und weiter haben wir niemals eine andere Autorität Offenbacher Kasse Niemand erschienen war, übernahm es Frau energischer, wirklich sozialdemokratischer Haltung abgezogen habe. Und, meine Herren, das Emporkommen dieses Opportunismus für uns beansprucht, als das Recht, das jeder Genosse Shrer, welche Mitglied vorgenannter Kasse ist, in furzem Referat ist nicht die Schuld der einzelnen Vertreter- ich ver- für sich beanspruchen darf: Kritik zu üben und nach dem die Nüßlichkeit und Nothwendigkeit einer solchen am hiesigen Orte mit überwiegender Arbeiterbevölkerung klar zu legen. Die erschienenen wahre mich überhaupt dagegen, daß man die Frage in der per- Gewicht der vorgebrachten Gründe ohne Vorurtheile und Frauen brachten der Sache recht reges Interesse entgegen und ersönlichen Weise behandelt, wie man es gerade von der Gegen persönliche Gereiztheit beurtheilt zu werden. klärten sich mit den Statuten einverstanden. In die ausgelegten seite gerne thut- die Schuld liegt vielmehr an dem schlüpfListen zeichneten sich gleich 50 Frauen zum Beitritt. Das provirigen Boden, auf den wir unsere Vertreter in den Ge= sorische Komitee, aus den Herren Bräuer, Krämer und Günther meinderäthen stellen, und wenn Sie wollen, so will ich ganz bestehend, wurde beauftragt, den Zentral- Vorstand von den Beoffen gestehen, daß ich wahrscheinlich den gleichen Fehlern verfallen schlüssen in Kenntniß zu jezen und bereits am 9. Mai die konwürde, wenn ich in ähnliche Verhältnisse käme. Wer die„ schlimmen stituirende Versammlung einzuberufen. Erfahrungen" in der Kommune und die ganz anderen Erfahrungen im Reichstag einzig und allein auf Personen unterschiede zurück führt, verkennt ganz und gar den fundamentalen Unterschied zwischen Reich und Staat einerseits und Gemeinde andererseits. Reich und Staat sind auf den ihnen zugewiesenen Gebieten souverän, sie können alles ordnen, wie sie wollen; in Folge dessen kann die sozialdemokratische Kritik auch alles besser geordnet verlangen: sie hat das weiteste Feld der Thätigkeit und kann überall eine Regelung in ihrem Sinne verlangen, dafür agitiren und schließlich auch praktisch dafür wirken. wie das Gesetz es verlangt. Kleine Mittheilungen. Für den Das Kantinenunwesen in den Fabriken. Die soAn die Tischler Berlins. Die in der öffentlichen Tischlergenannten Fabriks- Kantinen, in welchen an die Arbeiter zumeist Bier, Branntwein, Wurst, Käse, Brod, Gurken 2c. verabreicht wird, versammlung am 9. April gewählte Kommission macht bekannt, daß find angeblich zu diesem Zwecke eingerichtet, um den Arbeitern Listen zur Einzeichnung freiwilliger Beiträge zur Unterſtützung der gute und billige" Lebensbedürfuiſſe zuzuführen. Sie sind eine im Streit befindlichen Tischlergesellen Halberstadt's und anderer Schöpfung„ humaner und wohlwollender" Arbeitgeber, an welchen gerade unsere jetzige Zeit so überaus reich sein soll. Wir wollen Städte bei den Kommissionsmitgliedern G. Ritter, Josephstr. 4, vorn gar nicht bestreiten, daß es hin und wieder eine Fabrits- Kantine 4 Tr., Fr. Haseleph, Skaligerstr. 127, 1. Quergeb. 4 Tr., Neumann, giebt, von der man sagen kann, daß sie ihrem Zwecke entspricht; Arudtstr. 16, 1 Tr., W. Schmidt, Manteuffelstr. 96, Hof 2 Tr., man kann aber bei diesen mit ziemlicher Sicherheit behaupten, daß Fr. Zubeil, Waldemarstr. 73, v. 2 Tr., sowie jeden Sonnabend sie wenig oder gar nicht unter dem Einfluß des Fabrikherrn oder Abend von 8-10 Uhr in den Lokalen Friedrichsbergerstr. 25 bei Die Kommune aber ist in der Hauptsache ein Ausführungs- feiner Beamten steht, sondern an irgend eine Privatperson oder organ, sie hat auszuführen, was ihr durch Reichs- und Staats- ausgedienten Arbeiter verpachtet ist und die dann auch gerne von Christen und Belleallianceplatz bei Hilscher in Empfang genommen gesetzgebung anbefohlen wird und bei dieser, in ihren Grundlagen den Arbeitern frequentirt wird, weil sie es, namentlich im legteren werden können. Die auf Listen gesammelten freiwilligen Beiträge unabanderlich durch die Bourgeoisgesetzgebung vorgeschriebenen Falle, aus alter Anhänglichkeit zu ihrem früheren Arbeitsgenossen können jeden Sonnabend und Montag Abend von 8-10 Uhr, sowie Ausführung hat natürlich die Kritik viel schwerer grundsäßlich thun. So lange diese Art Kantinen den Zweck haben, dem Arbeiter jeden Sonntag Vormittag von 10-12 Uhr auf der Zentralstelle im 31 opponiren; kommt natürlich der Opportunismus, der lediglich bequem, gut und preiswerth das Nöthige zum Frühstück, Mittag flicken will und die falsche Grundlage ruhig wie unabänderlich hin- oder Vesper zu bieten, können sie dem Arbeiter unter Umständen Lokale von Schuhmann, Alte Jakobir. 38, gegen Quittung abnimmt, viel leichter auf. Der freifinnige Reichstags abgeordnete als eine vortheilhafte Einrichtung erscheinen. Weit schlimmer geliefert werden. Auch nimmt jedes der vorgenannten Kommissionsopponirt z. B. vielleicht dem Systemt der Zwangskassen; der frei stehen die Dinge, wenn eine Kantine auf Rechnung des Unter- mitglieder freiwillige Beiträge entgegen. Die Kommission der finnige Bürgermeister muß sie selber einrichten und organi- nehmers oder eines seiner Beamten betrieben wird. Kann sich Tischlergesellen Berlins. Im Auftrage: Fr. Zubeil. firen- weil er als Gemeinderegent hier nur Ausführungsorgan ist, der Arbeiter im ersteren Falle von der Frequenz einer solchen Osten Berlins sind in den nachfolgenden Lokalen( Reſtaurants) jeden Tischlergesellen Berlins. Im Auftrage: Fr. Zubeil. Stantine emanzipiren( losmachen), so ist es ihm im letzteren Falle Die Grundlage der meisten Einrichtungen verneinen, und dann schon zur Unmöglichkeit geworden, wenn er nicht Gefahr laufen Sonnabend, Sonntag und Montag Sammellisten in Empfang zu auf dieser, in der Kommune als unabänderlich gegebenen Grund- will, bei allen Gelegenheiten zu fühlen, daß er feinen eigenen nehmen und auch Gelder abzuliefern: Müller, Pallisadenſtr. 47; lage doch mitbauen müssen, wenn man überhaupt im Rahmen der Kopf" hat. Das heißt deutlicher ausgedrückt etwa so; Weil du Reißmann, Pallisadenstr. 10; Advernat, Fruchtstr. 59; Schulz, kommunalen Thätigkeit bleiben will darin liegt für den Arbeiter- deinen Bedarf nicht bei mir entnimmst, deswegen erhälst du eine vertreter der Quell fortwährender Konflikte. schlechtere Arbeitsstelle, eine weniger einträgliche Arbeit, wirst bei Lichtenbergerstr. 17; Reinhold, Kl. Andreasstr. 21. Vielleicht macht ein Beispiel aus anderen Gebieten das klarer! Dem geringsten Versehen bestraft, mit einem Wort, du kannst mirs Wir widersetzen uns im Reichstage der Junungsgesetzgebung, in Allem nicht recht machen, am Besten wirst du thun, du gehst - Fachverein der Buchbinder und verwandten wir verwerfen sie grundsäßlich und das mit vollstem Rechte. Das von selbst, che du„ gegangen" wirst. Die Fälle sind nicht selten, Berufsgenossen. Sonnabend, den 5. d. M., Abends 8½ Uhr, Gesetz tritt aber in Kraft, es kommt die Zeit der Ausführung, die daß Arbeiter, nachdem sie den wöchentlichen Lohn empfangen haben, im Restaurant Reyer, Alte Jakobstr. 83: Versammlung. TagesInnungen werden organisirt, und nun tritt wieder die Frage heran: aus der Kantine mit leeren Taschen oder doch bedeutend erleichtert ordnung: 1. Vortrag des Herrn P. Hundt über:„ Die Zwecke was sollen wir jetzt thun, da die Immung besteht und funktionirt? nach Hause kommen. Wir bleiben dabei, die Kantinenwirtschaft und Ziele des Sanitätsvereins. 2. Antrag, eine Herrenpartie_am Da kommt nun der Opportunist und sagt: ja, dieses miserable in den Fabriken gereicht den Arbeitern mehr zum Nachtheil als Himmelfahrtstage betreffend. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Ding ist nun einmal da, es hat Krankenkasse, Schiedsgericht, Herzum Vortheil, sowohl in materieller wie moralischer Hinsicht. Sie Gäste willkommen. Nächste Versammlung: Annenstr. 16, Louiſenberge, Arbeitsnachweis, auch Mitbestimmung bei Löhnen unter sich bringen den Arbeiter in ein gewisses Abhängigkeitsverhältniß auch städtisches Klubhaus. und überall, wo Arbeiterinteressen ins Spiel kommen, müssen außerhalb ihres eigentlichen Wirkungskreises und beschränken ihn in Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend. wir dabei sein. Wählen wir also in den Gesellenausschuß; das dem freien Willen, mit eignem Gelde seinen Bedarf dort zu ent- Morgen Sonntag: Große Herrenpartie mit Musik nach SchmargenWahlsystem ist zwar kläglich, ausrichten können wir wohl auch nehmen, wo es ihm am vortheilhaftesten dünkt. Aus allen diesen dorf und Schlachtensee. Sammelpunkt: Schlesischer Bahnhof, früh wenig, aber vielleicht doch manches verhindern u. s. w. u. s. w. ganz wie in der Kommune. Der andere Theil der Arbeiter aber des Unternehmers oder eines seiner Beamten betrieben werden, gar Gründen sollten Fabriks- Kantinen, sofern dieselben für Rechnung 6 Uhr 30 Minuten und zwar in der Billetverkaufshalle an der Madaistraße. Abfahrt um 6 Uhr 37, resp. 6 Uhr 40 Minuten. sagt und, meine Herren, es ist wahrlich nicht der schlechtere Theil: nicht, bei Verleihung der Konzessionen an außerhalb der Beein- Arbeitertagesbillet hin und zurück 40 Pf. Zum Frühstück wird wir haben die Innung prinzipiell verworfen im Reichstage, fluffung des„ Arbeitgebers" stehenden Personen auch nur unter ge- reibier gewährt. Alle muſikaliſchen Kollegen werden gebeten, ihre wir haben es sogar abgelehnt, etwa durch Amendements einiges zu wissen Bedingungen gestattet werden. Instrumente mitzubringen. Zahlreiche Betheiligung, auch von bessern und nun sollen wir nachträglich doch die Flickarbeit be= Nichtmitgliedern mit Freunden und Bekannten gern gesehen. ginnen? Wir bleiben auch jetzt bei Seite und wenn wir vielleicht auch einige kleine Besserungen in der Krankenkasse, im Arbeitsnach= weis nicht erringen, so haben wir um so besser Gelegenheit, die Arbeiter- und Lohnbewegung. Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Von den Ortsverwaltungen Berlin I und II findet am Sonnabend, den 5. Mai, ein Familien- Stränzchen, verbunden mit komischen Vorträgen, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48 a, ohne Entree statt. Gäſte find willkommen. genommen. Junung grundsäßlich zu verwerfen und die Kräfte für unsere An die Drechsler und verwandten Berufsgenossen eigenen Schöpfungen frei zu erhalten. Und wenn der Arbeiter Berlins ergeht hiermit die dringende Mahnung:„ Gewerfskollegen doch in den Gesellenausschuß kommt, wird er nicht von selber Berlins, organisirt Euch! Schließt Euch Alle, Mann für Mann,-Oeffentliche Versammlung sämmtlicher Zimmer Opportunist, wenn er nicht den Rahmen der Innung überschreiten der Vereinigung der Drechsler Deutschlands" an! Denkt an Gure lente Berlins am Dienstag, den 8. Mai, Abends 8 Uhr, und als einfacher Krakehler, der in der festumgrenzten Innung in der That traurigen Lohnverhältnisse, dic, gleich Hungerlöhnen, Kommandantenstr. 72, im Neuen Klub- Haus. Tagesordnung: nichts zu suchen hat, erscheinen will? für körperlich und geistig anstrengende Arbeitsthätigkeit durchaus Innere Angelegenheiten des Arbeitsnachweises. Die Zimmerer Die Stellung ist es, nicht die Person, welche die Klagen ungenügende Arbeitslöhne ergeben; Arbeitslöhne, welche schon den werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. hervorruft auch auf kommunalem Gebiet. Freilich hat die Kom- Einzelnen und erst recht diejenigen Kollegen, die verheirathet sind, Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband„ Berlin mune auch Thätigkeitszweige, wo ihr nicht alles vorgeschrieben ist, dazu zwingen, immer mehr und mehr die Arbeitszeit zu verlängern, Zentrum". Die nächste Versammlung fällt aus, jedoch werden an wo also die sozialiſtiſche Kritik einsetzen und der sozialistische Ver- um leider nur zu oft dann erst die Erkenntniß zu erlangen, daß diesem Abend Beiträge vom Kassirer im Verbanoslokal entgegentreter wirklich Gutes schaffen kann, ohne sein Prinzip zu verleugnen. Der Einzelne machtlos ist, um Erfolge, dauernde Erfolge zu erzielen. Hier ist nun einfach zu erwägen: überwiegen die lettgenannten Vortheile oder die erwähnten mäßig ausgedehnte Arbeitszeiten niedrige Arbeitslöhne ergeben. Zu spät gelangen dann Alle zu der Ueberzeugung, daß lange, überAllgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin III. Montag, Gefahren und Nachtheile? Soll es nun immer so bleiben? Nein! wird die Antwort jedes den 7. Mai, Abends 8 Uhr, Manteuffelstr. 90, Mitgliederversammlung. Wir sind geneigt, das letztere zu behaupten, viele unserer Ge- denkenden Kollegen sein! Darum organisirt Euch, Gewerkskollegen Tagesordnung: 1. Delegirten- Stichwahl. 2. Berathung der vorprinzipieller Gegensatz abzuleiten. Derartige Differenzen wer- werbet" Mitglieder der„ Vereinigung der Drechsler Deutschlands"! Lacirer feiert sein zweites Stiftungsfest am Sonnabend, den nossen glauben das Gegentheil ber niemals ist hieraus ein Berlins, tretet einzig und allein der Bereinigung bei;„ werdet" und liegenden Statutenänderungs- Anträge. - Der Verein zur Wahrung der Interessen der den immer in unserer Partei bestehen und sie nüßen auch nur, Erscheint Alle, Mann für Maun, in der öffentlichen Versamm Lacirer feiert sein zweites Stiftungsfest am Sonnabend, den wenn sie in versöhnlichem Geiste zum Austrag gebracht werden. lung, welche am Montag, den 7. Mai, Abends 8 Uhr, im 5. Mai, Abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Nieft, Weberstr. 17. der Beschluß der Mehrheit selbst dieser Bezirks versammlung für lautet: 1. Vortrag und Diskussion über" Unsere Lohnverhältnisse licher Berufsklassen( E.H.) Berlin 3. Mitgliederversammlung Dazu sind wir heute hier und ich wiederhole nochmals, daß" Andreas- Garten", Andreasstr. 26, stattfindet. Die Tagesordnung Billets sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. uns bindend sein wird, da eine öffentliche Versammlung nicht zu und die Erzielung befferer Lohn- und Arbeitsbedingungen durch heute, Sonnabend, Abends 8% Uhr, Brunnenstr. 38, bei Schmidt. Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins sämmt die Vereinigung der Drechsler Deutschlands", deren Zwecke und ziele. 2. Die Errichtung der Ortsverwaltung Berlin III genannter Gäste sind willkommen. Neue Mitglieder werden in jeber BerBereinigung( Ost- und Nord- Bezirk Berlins). 3. Wahl des Vor- sammlung, sowie von P. Schindler, Acferstr. 172: G. Holst, Aderstraße 109, und dem Kassirer H. Rudolph, Koloniestr. 150a, auf Der Streit der Nagelschmiede Verlins ist beendet und genommen. ermöglichen war. Wir glaubten, diese Rede ausführlicher wiedergeben zu sollen, einmal, weil sie den Standpunkt unseres Blattes rechtfertigt, dann aber, weil sie offenbar geradezu ver= blüffend auf einen großen Theil der Hörer wirkte und weil wir dieselbe Wirkung auch auf andere bisher durch allerlei Verleumdungen Jrregeführte erwarten. " standes. 4. Verschiedenes. zu Gunsten der Arbeiter ausgefallen. Alle diejenigen, welche fich- Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, noch im Besiz von Sammellisten befinden, werden ersucht, dieselben den 6. Mai, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. F. Huber baldigst an den Vorsitzenden der Lohnkommission einzusenden, damit über:" Der fittliche Werth der buddhaistischen Weltanschauung". die Abrechnung schleunigst erfolgen kann. Allen denen, welche uns Danien und Herren als Gäste willkommen. unterstützt haben, unsern Dank. Abrechnung folgt. noch unter 9 m. verdient. Zuzug ist fernzuhalten. Adresse: Gust. Briefkasten. Der Redakteur dieses Blattes befindet sich in der ganz eigenthümlichen Lage, daß er sich ziemlich frankhaft Halle a. S. Der Streit der Töpfer, welcher nur 2 Tage jeder Einflußnahme auf die Berliner Partei durch das feste Zusammenhalten der Gehilfen gedauert hat, und enthält, und daß er doch für alles, was neuerdings find, beweist wieder, daß Einigkeit stark macht. Hoch die Einigkeit! Briefmarken. Die Versammlung wurde verboten. der dazu führte, daß alle gestellten Forderungen unterzeichnet worden Eklingen. Brief erhalten, besten Daut. Senden Sie ruhig geschehen ist, verantwortlich gemacht wird. Nirgends ge- Die Schuhmacher Leipzigs sind ebenfalls in den Streik jehen und doch bei allen Anlässen als Unruhestifter eingetreten. Der Durchschnittslohn beträgt in Leipzig bei 75 jiin mard trat im Jahre 1874 im Alter von 24 Jahren in den StaatsFreund des raschen Avancements. Graf Herbert Biz: gewittert -war er auf dem besten Wege, der Masse als diger Arbeitszeit 11 M. Gewiß ein Verdienst, von dem es nicht dienst ein. Graf Herbert hat nicht, wie sein Bruder, Graf Wilhelm möglich ist, in einer Stadt wie Leipzig, wo die Lebensmittel und Bismard, die Prüfung für den höheren Verwaltungsdienst, und eine ganz unheimliche Spukgestalt zu erscheinen. Die sonstige Abgaben enorm hohe find, nur einigermaßen als Mensch auch nicht die Prüfung für den Just izdienst gemacht, sondern nu Dienstagsversammlung hat hier das Eis gebrochen, zum zu leben und seine nothwendigsten Bedürfnisse zu befriedigen; wenn das sog. diplomatische Eramen abgelegt. Die Stufenleiter der Be ersten Male warme Fühlung zwischen den beiden Theilen man hierbei noch bedenkt, daß ein großer Theil der Schuhmacher förderung des Grafen Herbert Bismarck gestaltete sich wie folgt: geschaffen und wir sind mit dem Eindruck zufrieden. Wenn Herr Mitan und Andere das weniger Etwa 1000 Arbeiter der Jute Spinnerei und sind und ihrem Aerger in wenig schöner Form Luft Weberei zu Hemelingen haben die Arbeit niedergelegt. Briefe machten, so begreifen wir das. Aber gerade Herrn Mitan, und Gelder sind zu senden an Herrn Friedrich Vogel in Hastedt, der nicht undeutlich durchblicken ließ, daß er uns gar noch Weferdamm 14. Der Tischlerstreik in Halberstadt dauert unverändert als für seinen„ finanziellen Ruin" verantwortlich ansehe fort; die Meister sind hartnäckig, aber die Streifenden besigen Muth machen wir auch an dieser Stelle nochmals darauf auf- und Kraft und Ausdauer; Zuzug ist unbedingt fernzuhalten. merksam, daß wir mit keiner der in der letzten Zeit Streiks. Der Streit der Cigarrenmacher bei der Firma aufgeworfenen Personenfragen irgend etwas zu schaffen Houſch u. Co. in Neumarkt i. Schl. dauert fort. Adresse: Gustavsenden haben. Wir haben von feiner Person eine Mandats Tischlerstreit ist nicht beendet. Die Forderungen der Scholz, Liegniẞerstr. 58, Neumarkt i. Schl. Der Bremer niederlegung gewünscht, wir sind niemals dafür gewesen, find nicht bewilligt, wie einzelne Blätter berichteten. Herm. Richter, Annenstr. 56, III lints. 1874. Gesandtschaftsattaché in München, 1876. Gesandtschaftssekretär in Bern, 1881. Legationsrath im Auswärtigen Amt in Berlin, 1883. Erster Botschaftssekretär in London, 1884. Gesandter im Haag, 1885. Unterstaatssekretär im Auswärtigen Dienst, 1886. Staatssekretär des Auswärtigen, 1888. Mitglied des preußischen Staatsministeriums. Hausdiener. Wir können Ihnen nur die Adresse des Vorder Strankenkasse mittheilen: R. Schröter, staiserstraße 8. Gerichtsvollzieher. Er hat das Recht. Herr Klempner Markus Weiß aus Budapest, im Dezem Stiel. gejeges" ausgewiesen, derzeit in Bremerhaven, gedenkt Deutschland ein Lokal zu sperren, wir haben mit keinem Mißtrauens- Maurerstreit seit dem 30. April. Zuzug ist fern zu halten. Materielle zu verlassen und nach London zu gehen. In einem Briefe bittet Angelegenheiten zu vermeiden, das glaubten wir von Stongreß findet am 23., 24. und 25. Mai d. J. im Vereinshaus zu einfach Notiz von der Mittheilung. votum etwas zu schaffen. Jede Einmischung in persönliche Hülfe ist nothwendig. An die Töpfer Deutschlands! Der vierte deutsche Töpfer- Schutz zu nehmen. Derselbe befinde sich in Dresden. Wir nehmen er uns, ihn gegen die Verwechslungen mit dem Spizel Weiß in am jeher unserer Stellung schuldig zu sein. Aber natürlich Stettin, Pöliberstraße 45, statt. Der Kongreß wird eröffnet fönnen wir nicht hinter jedem Verbreiter falscher Nachrichten 23. Mai, Vormittags 9 Uhr. NB. Nach Lübeck, München, hinterher laufen. Forst i. 2. ist der Zuzug streng fernzuhalten. Und damit widerlegt sich auch von selbst, daß wir rechnen. Spediteur. Wir bitten, immer monatlich abzu Beginn jedes Monats? Zahlen Ihre Abonnenten denn nicht zu Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin 8. O., Dranienstraße 23. 1 1 1 1 1