Berliner Volks- Tribune. Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Einzelne Nummer 15 Pfg. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis viertelfährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. №. 21. drückten. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Injeraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 26. Mai 1888. Ausgabe für Spediteure: „ Merkur" Zimmer- Straße 54.. II. Jahrgang. Zum Berliner Schuhmacherstreik. Die die Zahl der Ausständigen über die Tausend geht, dann kommens übrig und es mag zugestanden werden, daß dafür geprellten Arbeiter. Waffen der Unter- ist solch Verbändchen vollständig machtlos und nichtig. an Kleidung, Möbeln und ähnlichem mehr eingekauft In kleinen Gewerkschaften können die. Verbände frei- werden kann, als vor 40 Jahren. Aber das wiegt nicht Kapitalistische Brandstifter. Clemenceau und die französischen Radi- lich auch heute noch sehr nüßlich wirken, besonders wenn einmal den Zuwachs an laufenden, größeren Ausgaben, talen. II.- Napoleon I. und seine Stellung ihnen noch eine gute freie Organisation zur Seite steht. nicht einmal an der Miethe, auf. Noch viel weniger ist zu Kirche und Schule. Die Berliner Schuhmacher, die ohne Frage stark ver- es ein Ersatz für den Minderantheil am Produkt. Die Arbeitslosigkeit von Emile Zola.fumpft waren, sind durch diesen Ausstand mächtig aufge- Die Rechnung läßt sich auch auf andere Weise machen. Ein Blumenstrauß.- Novelle von Otto- rüttelt, sie haben gesehen, daß sie doch so ganz machtlos Vor 40 Jahren gab es noch wenig oder gar keine( Mark-) Walster. III.- Geheime Verbindung und nicht sind, wie sie in ihrer Muthlosigkeit oft annahmen. Millionäre im Land; heute giebt es tausende. Eine Klasse Der Leipziger Steinmetzenprozeß. Ist das Wir hoffen, sie werden nun kräftig ihren Fach- von reichen Leuten ist entstanden, während notorisch und Sinten des Zinsfußes gleichbedeutend mit verein fördern, häufig große Versammlungen abhalten, sichtbar die Masse der Besißlofen zunimmt. Jeder Pfennig einer Besserung der Arbeiterlage? Ein sich einen Generalfonds sammeln, damit bei passender Ge- von jenem Vermögen ist aber das Produkt der Arbeit, amerikanischer Wippchen über die Berliner legenheit die noch fehlenden 10 bis 15 Prozent Lohnauf das den produzirenden Klassen vorenthalten wird. Und Sozialistenverhaftungen. besserung und besonders eine gründliche Abkürzung der die von jenen Millionären ausgeplünderten Arbeiter sollten da noch jubeln blos weil sie von ihrem Mehrprodukt Politische Nachrichten.- Gewerkschaftliches Arbeitszeit nachgeholt werden kann. und Arbeiterversicherung. Mögen sie bei diesem Leisten", den sie so schön ge- auch ein paar Pfennige erhalten haben. funden haben, bleiben. Wir wünschen ihnen, mit Anerken- Die Statistik weist ferner nach, daß die nicht- pronung ihres Ermannens, herzliches Glück. buktive Bevölkerung erstaunlich rasch und viel stärker als Und nun frisch an die Arbeit, so lange das Eisen die produktive wächst. Das heißt, die Reichen können sich noch heiß ist! Versammlungen. Vereine und Beim bevorstehenden Monatswechsel bitten wir alle Freunde unseres Blattes, recht eifrig für die weitere Verbreitung der einzutreten. ,, Berliner Volks- Tribüne" Die„ Berliner Bolfstribüne" erscheint jeden Sonnabend früh in Berlin und sucht in gründlichster Weise alle auftauchenden politischen und wirthschaftlichen Fragen vom sozialistischen Standpunkte aus zu beleuchten. Bei Bestellungen in Berlin wende man sich stets direkt an die Spediteure. Dieselben liefern die„ Berliner Bolts- Tribüne" für 50 Pfennige monatlich jeden Sonnabend Morgen frei in's Haus. Der Verlag der„ Berliner Volks- Tribüne". Berlin S. O., Oranienstr. 23. Die geprellten Arbeiter. mehr Lakaien, Dichter, Künstler, Advokaten, Schauspieler, Maitressen 2c. halten und trotzdem weiteren Besit affumuliren. Es geht also mehr auf die eine Seite der Drohnen als auf die der Arbeiter. Der Saß, daß die Reichen reicher werden, bedarf Die kapitalistische Heßpresse lügt ihren Lesern uner- keines Beweises. Jedermann hat die Wahrheit desselben müdlich vor, die Arbeiter hätten keinen Grund, sich als vor Augen. Wodurch es möglich und allein möglich ist, Enterbte zu beklagen. Vielfach seien die Löhne gestie haben wir bereits gesagt: den Armen muß immer gen und wo sie nicht gestiegen seien, habe der Preis der mehr abgenommen worden sein. Alles Kapital ist Waaren eine Herabsetzung erfahren, sodaß der Prole- die Frucht fremder Arbeit. Es kann auf keine andere tarier für dasselbe Geld sich viel mehr Genüsse ver- Weise erworben werden. Wenn ein Kapitalist den andern im Handel über das Ohr haut, so nimmt er ihm nur ab, Gerade heute, wo das Vereinsleben der Arbeiter gänzlich schaffen könne wie, früher. Betrachten wir diese Behauptungen einmal einen was schon da ist. Es ist lediglich ein Wechsel von Person darniederliegt, erscheint uns ein Wochenblatt, wie das unsrige als Augenblick näher. zu Person, nicht die Schaffung eines neuen Werthes. ein unentbehrliches Aufklärungsmittel des Volkes. Zunächst taucht da eine Frage auf, um welche die Den neuen Werth schafft nur die Arbeit. Raßen um den heißen Brei: wird das etwaige Steigen des also die Arbeiterfrage noch lange nicht abgethan. Es kapitalistischen Schönfärber immer herumgehen wie die Mit der Erringung eines kleinen Lohnzuwachses ist Wochen- oder Affordlohnes nicht meist bereits wieder ver- bleibt dann immer noch die Ungerechtigkeit, daß die Arschlungen durch die von Jahr zu Jahr wachsende Arbeiter, wenn sie ein Viertel mehr bekommen, drei beitslosigkeit? Wenn die Arbeiter eines Berufes früher Viertel mehr abtreten müssen, sodaß immer das Vervollbeschäftigt waren, jezt aber oft Wochen lang feiern und hältniß von Armuth und Reichthum sich zu Ungunsten Monate lang kurze Zeit arbeiten müssen, was bleibt ihnen der Armuth verschiebt. dann noch von dem ganzen Gewinn" einer scheinbaren Und nur nach diesem Verhältniß der GesellschaftsLohnerhöhung? klassen zu einander ist die Lage der Massen zu beurtheilen. Aber selbst wenn die Lohnerhöhung mehr ist wie Zum Beispiel: die Eskimos sind nach unseren Auschaubloßer Schein, so bleiben alle Klagen über die Benach- ungen, und indem wir die landesüblichen Verhältnisse dabei theiligung im Wirthschaftsgetriebe voll und ganz berechtigt. zum Maaßstab nehmen, ein blutarmes Völkchen. Ihnen Einen Ausstand von mehreren Tausend Personen zu Wenn die Arbeiter früher in einem Gewerbe vielleicht 10 felber dagegen fehlt der Vergleich, da sie keinen Krösus unterstüßen, dazu reicht keine in Deutschland mög- Millionen produzirten und davon 5 Millionen als Lohn unter sich haben, und sie können sich daher nicht arm liche Organisation aus. Die Behörden würden eine bekamen, so war ihre soziale Stellung, ihr Verhältniß zu fühlen, trotzdem sie wenig besißen. Es kommt also auf so starke Arbeiterorganisation nie leben lassen, denn die anderen Gesellschaftsklassen zweifellos günstiger und würden Abstand zwischen dem Vermögen( und Einkommen) „ Hydra des Aufruhrs" u. f. w.- unsere Leser kennen diger, als wenn sie heute- bei dem allgemeinen Auf- an, über das Auseinandergehen oder Zusammenrücken, diese Redensarten ja. Einzig der Buchdruckerverein nimmt schwung der Technik 24 Millionen produziren und etwa welches entscheidend für die Beantwortung der Frage ist. hier eine gewisse Ausnahmestellung ein; seine Vergangen- 8 Millionen erhalten. Damals hätten sie die Hälfte des Absolut ärmer brauchen die arbeitenden Klassen nicht heit sichert ihm dieselbe, in der Gegenwart würde er nationalen Einkommens ihr eigen genannt, heute würden zu werden. Ihr Einkommen steigt vielleicht, sie können auch nicht mehr emporkommen. sie nur ein Drittel desselben beziehen. Damals mußten sich Dinge beschaffen, welche ihren Ahnen unerreichbar waren. Der Schuhmacherstreik in Berlin ist beendet und sein kurzer erfolgreicher Verlauf hat wieder einmal gezeigt, daß Berliner Verhältnisse mit ganz anderem Maaß gemessen werden müssen als kleinstädtische. Dafür ist es aber in Berlin viel leichter als anderswo, sie die Hälfte ihres Produktes an bevorrechtete Faullenzer Aber verhältnißmäßig werden sie hilfloser und es sich zwei bis drei Wochen, so wie man zu sagen pflegt, abtreten; heute zwei Drittel. Und das müßten sie sich besteht die Tendenz, die Kluft zwischen reich und arm zu durchzuschlagen, und dann sind mitunter auch die Unter- auch noch ruhig gefallen lassen, als wenn es ganz selbstvergrößern, sodaß selbst die etwas gemilderte Armuth nehmer weit weniger widerstandsfähig als anderswo. Zu verständlich wäre, daß die Fleißigen blos schuften und quälender erscheint wie die frühere und schlimmere. viele davon sind bei der schlimmer als anderwärts wüthen- die Faulen blos genießen? Die heutigen Lohnkämpfe nüßen der Arbeit meist sehr den Geschäftskonkurrenz selbst so arme Teufel, daß sie den Und was profitirt der Arbeiter denn als Konsument wenig: dafür sorgt schon Herr von Puttkammer. Aber Ausstand noch weniger aushalten können, als manche Arbeiter, von den niedrigen Preisen einiger Artikel? So gut wie selbst wenn sie etwas freier und erfolgreicher geführt da bei ihnen Miethen, Abgaben und andere nicht zu ver- nichts. Denn gerade die Bedarfsartikel der arbeitenden werden könnten, so bliebe die Frage voll und ganz beschiebende Bedürfnisse sehr fühlbar auftreten, außerdem in Massen sind nicht entsprechend im Preise gesunken, son- rechtigt: wie verhindern wir, daß die Arbeit überhaupt Berlin die Kundschaft ganz anders drängt, als in Pro- dern haben sich sogar theilweise noch vertheuert. vinzialstädten. Der ärmere Meister, mag er Bauunter- Die Masse der Arbeiter giebt- nach einer auslän- von ihrem Ertrag an das Kapital etwas abtreten muß? Diese Frage zu erörtern, hütet sich natürlich die kanehmer oder Schuster sein, fißt sofort vor dem Untergange, dischen Untersuchung, die aber annähernd auch für unsere pitalistische Presse schön. Nun, wir werden sie weiter zur wenn in der ihm günstigen Jahreszeit die Arbeit einge- Verhältnisse zutreffen wird etwa 62 Prozent ihres Diskussion stellen. stellt wird. Er bewilligt deshalb vielfach überraschend Einkommens blos für Nahrnngsmittel aus. Von diesen schnell die Forderungen der Arbeiter und die dicken Meister sind sehr viele innerhalb einer Generation im Preise bemüssen dann folgen, oder gegen sie kann mit gutem Er- deutend gestiegen, andere gefallen, aber keineswegs, um folg eine Arbeitssperre unternommen werden. den Verlust am Antheil des Produktes wettzumachen. Der Schuhmacherausstand hat ferner gezeigt, daß für Weitere 20 bis 25 Prozent werden für Miethe ausgeGewerke, die an einem Drte viele Tausende von Arbeitern geben. Diese ist allenthalben und häufig sehr bedeutend zählen, Zentralverbände bei dem Schein leben, das gestiegen. sie heute führen, keine größere Bedeutung haben. Sowie Es bleibt somit noch beiläufig ein Fünftel des EinWaffen der Unterdrückten. Es ist in diesem Blatte schon öfter gezeigt worden, daß die Negerbevölkerung in den Vereinigten Staaten, welche notorisch jetzt viel mehr produzirt als vor einer Generation, nahezu so arm geblieben ist, wie sie zur Zeit Mit anderen Worten: der„ freie" Arbeiter ist viel ausbeutungsfähiger, und die Hungerpeitsche viel wirksamer, als die Sklavenpeitsche. " " und der ihrer Sklaverei war. Der Reichthum der Staaten" hat| Gehen sie noch einen Schritt weiter, so werden sie wohl sie thun es nicht, sondern lassen einfach die ehrlicheren aber, wie uns der Zensus belehrt, ganz gewaltig zu auf der Höhe der amerikanischen Industriellen ankommen, Versicherer für die Schurken bezahlen. Die Bourgeoisie genommen. Nur ist es Thatsache, daß derselbe sich in deren Anlagekapital sich ausweislich des letzten Zensus ist unter Umständen sogar kommunistisch und hier ist einzelnen Händen anhäuft. mit 361/2 pct. per Jahr verzinst. ein Beispiel von ihrem Kommunismus: die ehrlichen Leute ,, Freie Arbeit ist also zur Zeit das profitabelste für müssen für die Gauner herhalten. Aber wie für jeden Verbrecher, giebt es auch für den die Unternehmer." Zur Zeit noch, konnten wir sagen. Denn manche ,, kommerziellen" Brandstifter mildernde Umstände. Was Dazu kommt noch ein besonders bemerkenswerther finden schon ein Haar in der Suppe. Diese Streiks, ihn dazu macht, sind wohl in der Regel Verhältnisse, die Umstand. Der gemißhandelte Sklave pflegt sich diese Boykotts, diese unaufhörlichen Störungen im Betrieb, ihn zu erdrücken drohen. Hält man den Menschen nicht gewöhnlich an den Personen seiner Bedrücker und nicht zu reden von Verwüstungen von Rohmaterial, was vorweg für eine Bestie, dann darf man auch nicht annehihrer Familien zu rächen, und sehr häufig durch sind sie anders als eine verfeinerte Auflage der vorstehend men, daß er leichtlich die Grenze überschreite, mit welcher Sachbeschädigungen. geschilderten Praktiken? Bei allem Fortschritt ist der soziale die Gesellschaft die Ehrenhaften von den Verbrechern scheidet. Bei den Leibeigenen in Rußland war dies so Gegensatz geblieben und findet seinen Ausdruck, wie es Der kommerzielle" Brandstifter wird also in der Regel vor dem Ruin gestanden und sich durch das Abbrennen häufig, daß es einen wichtigen Grund zu ihrer Eman- eben die Umstände zulassen. zipation" bildete. Der ältere Leser erinnert sich wohl Wie sich nun das weiter gestaltet, ist abzuwarten. zu retten versucht haben. So kommen wir von der indinoch der damaligen vielen Meldungen über große Feld- Sicher ist nur, daß die Macht der Arbeiterklasse, vor- viduellen zur sozialen Seite dieser Art Verbrechen. Die wüthende Konkurrenz, die Unmöglichkeit, sich über und Waldbrände aus Rußland. Es war bekannt, daß kommender Rückfälle ungeachtet, steigt; daß ihre Unzufriedensie geflissentlich von Leibeigenen angelegt wurden. Sie heit zunimmt und daß sie täglich„ unbotmäßiger" wird. Die Entwickelung des Bedarfes und Absatzes klar zu werzündeten die Ernten kurz vor der Reife und die Wälder Es ist auch schon vorgekommen, daß einzelne Kapitalisten, den, daher das blinde Hineintappen auf Bestellungen oder vor der Abholzfähigkeit an. Ihre Gründe dazu waren dieser Zustände müde, den Arbeitern vorschlugen, die in die Fabrikation; unerwartet schlechter Absatz, keine Einsehr einfache. Sie sagten sich: mehr als wir unbedingt Arbeiter sollten sie pensioniren, auskaufen oder auspachten, nahmen, aber der drohende Gläubiger am Verfallstage; zum Leben nöthig haben, läßt oder giebt uns der Herr oder daß sie ihnen, in der Absicht, sie solidarisch mit unvorherzusehende Verluste durch Bankerotte und wie die doch nicht. Warum sollen wir uns also abplagen? Warum ihrem Interesse zu machen, Antheile am Profit anboten. tausend Zufälligkeiten im wirthschaftlichen Treiben, die aber sollen wir uns in Sommersgluth um die Ernte plagen, Wie gesagt, diese" Unbotmäßigkeit" hatte viel zu in Wirklichkeit keine sind, alle heißen, sie zwingen zur rückdie uns nicht gehört? Da ist es doch viel bequemer thun mit den Freilassungen der Sklaven in der antiken fichtslosen Anwendung aller Rettungsmittel, für uns, wenn wir das Zündhölzchen oder Stahl, Stein Welt, mit den Emanzipationen der Leibeigenen und der Ausverkauf an die Versicherungs- Gesellschaften", die faule und Zunder nehmen und die Herrlichkeit in Brand stecken. Sklaven in den halbtropischen und tropischen Ländern in Pleite, die Wechselfälschungen sind das Ende. Das ist aber alles nicht überraschend und auffällig Und so geschah es tausendfältig. Die russische Regierung der modernen Zeit. Nicht minder können die irischen schickte eine Anzahl der Brandstifter in die sibirischen Landlords davon erzählen. Daß sie auch eine ganz in einer Gesellschaft, die den systematischen Raub an der Minen, konnte jedoch gegen das System der Brandlegung gewaltige Rolle spielen wird, um den Kapitalisten ihr Arbeit zur Grundlage hat. Was da niedergebrannt wird, ist ein Theil dieses Raubes und wird auf diese Weise vernichts ansrichten. Und so hob man die Leibeigenschaft System zu verleiden, steht für uns außer Frage. auf. Seitdem haben sich diese Brände bedeutend vermindert. Schon heute lassen sich die Arbeiter nicht mehr jede nichtet, weil in Folge des Raubes die Zirkulation unterIhre eigene Ernte stecken die Bauern nicht an und ihnen unwürdige Fabrikordnung, jede unmenschliche Arbeitszeit brochen wird. Wenn der Arbeiter zwei Mark Werth erabzunehmen, was sie über die äußerste Lebensnothdurft und Lohnherabdrückung gefallen, schon heute protestiren zeugt und nur eine( sogar noch weniger) als Lohn behaben, dafür sind schon Mittel und Wege gefunden sie gegen harte Aufseher und Direktoren durch Streiks, kommt, kann er nicht zurückkaufen, was er geschaffen hat. worden. Der Tagelöhner aber würde sofort entlassen heute schon fürchtet der Kapitalist diese Regungen der Es wird also irgendwie vergeudet und sei es durch Brandwerden, wenn es keine Ernte hereinzuschaffen gälte. Selbständigkeit, die ihm oft die schönsten geschäftlichen stifterei. Damit seht man die unverkäufliche Waare in Wie lange noch, und die allseits Baar- Kapital um und die Geschichte kann wieder von vorne Ein Herr Raymond in New- York, der aber große Pläne durchkreuzen. kaufmännische Interessen auf Kuba hat, berichtet von als unerträglich empfundenen Zustände werden gestürzt ganz ähnlichen Erfahrungen unter der dortigen Sklaverei. sein durch die Aufhebung der neuesten Form der Die Sklaven ruiniren absichtlich die Zuckerpflanze und Sklaverei, durch die Beseitigung der Lohnarbeit? Alles hat seine Zeit, und auch das kapitalistische zwar in solchem Umfange, daß sie damit auch die Pflanzer ruiniren. Die Sklaven verstehen es", so erzählt dieser Wirthschaftssystem wird sein Ende finden. Mann, sich wirksam( für Mißhandlungen) zu rächen. Sie haben lange, scharfe Jätemesser im Spanischen " Machetes" genannt mit denen sie das rasch wachsende Unkraut unter dem Rohr wegzutilgen haben. Durch eine Es ist schon öfter darauf hingewiesen worden, daß geschickte Handdrehung nun, die zugleich so rasch ist, daß immer in schlechten Geschäftszeiten mit einem Male man sie nicht bemerken kann, wenn man nicht gerade den die Brände sich mehren. Der Konflikt zwischen dem republikanischen Paris und Einen scharf in's Auge faßt, schlägt der Sklave das Als vor etwa zwei Jahren in England die großen dem monarchistischen Provisorium spitzte sich mit der Zeit Messer mitten in der Wurzelkrone des Zuckerrohrs. Dies Waarenniederlagen auffällig häufig von Feuersbrünsten immer schärfer zu und steuerte auf eine Ratastrophe los. hat immer zur Folge, daß in etwa einem Jahre der ganze heimgesucht wurden, waren die betroffenen Versicherungs- Nur wahrhaft demokratische Maßregeln, wie sie durch die Wurzeltlumpen gestorben ist; auf diese heimtückische Weise gesellschaften sofort zur Hand, die Brände mit der allgewird bald der Zuckerstand einer ganzen Plantage soweit meinen Absatzstockung in Verbindung zu bringen. Die ganze Lage geboten waren, hätten die Katastrophe verhindern können; weder Nationalversammlung noch Revernichtet, daß es sich nicht mehr lohnt, wegen des noch englischen Blätter nahmen damals von diesen Behaup- gierung ergriffen dieselben, sie thaten im Gegentheil Alles, vorhandenen Rohrs den Boden zu bebauen! Somit wird tungen Notiz, ohne besonderen Allarm zu schlagen, da eine Neupflanzung nothwendig; die ist aber mit viel die Versicherungsgesellschaften zwar sachkundige, vielleicht was die Pariser für die Republik besorgt machen mußte. größeren Schwierigkeiten und Kosten verbunden, als Un- aber auch parteiische Zeugen waren. Unter diesen Umständen ging Clémenceau Anfang nach Kapitalistische Brandstifter. anfangen. Aber die Kehrseite der Medaille bildet die Nothlage von Millionen. Einmal werden auch diese Millionen die Geduld verlieren und dem Schwindelsystem mit ſeiuer ,, Entsetzen erregenden Niedrigkeit geschäftlicher Moralität" ein Ende bereiten. Clemenceau und die französischen Radikalen. II. eingeweihte glauben, und es dauert viele Jahre, ehe der Man hat die gleiche Beobachtung jedoch schon früher März nach Paris zurück, um in der Stnnde der Gefahr alte Zuckerertrag von der alten Güte wieder gewonnen ist. und anderwärts gemacht. Roscher erwähnt z. B. in seinem auf seinem Posten zu sein. Seinen Bemühungen war es Dem Aufseher thut das allerdings nicht wehe; aber die Lehrbuch, daß in Frankreich während einer Handelskrise gelungen, eine friedliche Lösung der Frage betreffs der armen unwissenden Sklaven denken darüber nicht weiter mehr Feuersbrünste in kaufmännischen Speichern vorzu- Kanonen der Nationalgarde anzubahnen und dadurch das Weiße sind sie ja immerhin, ihre Unterdrücker! kommen pflegen als sonst, daß während schlechter Zucker- Volk von Paris zu beruhigen, allein die wortbrüchige Zudem trifft die Besizer der Plantagen die indirekte konjunkturen besonders viel Zuckerfabriken aufbrennen u. f. f. Politik der provisorischen Regierung; das Auftreten der Schuld, daß sie dieses fluchwürdige System überhaupt Als sich im sächsischen Erzgebirge die kleinen Bergstädtchen Generale zerstörte, was er geschaffen. aufrecht erhalten. Vielfach stecken die Sklaven auch die in Industrieorte umwandelten, waren die Brände an der Die Erhaltung der Republik machte die Kommune Zuckerrohrfelder in Brand. Ein solches Feuer ist etwas Tagesordnung: der Kleinbesitzer sparte so die Nieder- unvermeidlich. Clémenceau zeigte während derselben, daß Entseßliches und kann nicht gebändigt werden, so lange reißungskosten für die alten, nicht mehr verwendbaren Ge- er als bürgerlicher Demokrat nur die eine Seite der noch irgendwelches Zuckerrohr zu seiner Nahrung übrig ist." bäude und erhielt in der Versicherungssumme zugleich einen Erhebung verstanden, die der republikanischen und kommuHerr Raymond fand, daß eine humanere Behandlung willkommenen und nothwendigen Zuschuß zu dem Neubau. nalen Bestrebungen. Die andere Seite, in der ihre eigentder Sklaven sehr profitabel sei: ,, 1868 nahmen wir Diese spekulative Brandstiftung gedeiht natürlich am liche Bedeutung, wenn auch noch durchaus im Reime entalle Aufseher weg und ersetzten sie durch einen einzigen üppigsten in dem Lande, wo der Kapitalist am wenigsten halten war, das Emanzipationsbestreben des ArbeiterVerwalter, welcher die Leute in Abtheilungen dahin und durch moralische Anwandlungen in der Verfolgung seines standes entging seinen Blicken, entzog sich seinem Verdorthin aussandte und ihnen keinerlei Zuchtmeister mitgab. nackten Geschäftsinteresses gehemmt ist in Amerika. ständniß. Daher erklärt sich seine unsichere Haltung wähDer Erfolg war überraschend,- wenn auch nicht für Die ungeheuren und schnell wachsenden Verluste durch rend der Kommune, seine fortgesetzten Bemühungen, den mich selbst. Wir fanden, daß unter dem neuen System Feuersbrünste in diesem Land bilden nach der Philadelphia Vermittler zwischen Pariser Republikanern und Versailler 50 Mann ebensoviel Arbeit verrichteten, und dabei besser, Preß", einem bürgerlichen Blatte, einen Entsetzen er- Krautjunkern zu spielen und einen Vergleich zu Stande wie früher in derselben Zeit 80 bis 100 Mann. Der regenden Beweis von der Niedrigkeit geschäftlicher Mo- zu bringen. ,, Unfall", daß die Wurzeln eines Rohres mit dem ralität". Dieser Umstand, sowie sein Versuch zur Rettung der ,, Machetes" angesäbelt wurden, kam nie wieder vor. Unter Dieses Eingeständniß von Seiten eines großen kapi- Generale Lecomte und Clément Thomas verursachten, daß diesem System warf die Plantage, die früher Verluste ge- talistischen Blattes ist sehr bemerkenswerth. Der Verlust er seiner alten Popularität verlustig ging. Bei den Gebracht hatte, einen Gewinn von 9/2 pet. ab, obwohl die durch Brände, so konstatirt es, steige weit mehr als der meinderathswahlen vom 26. April 1871 erhielt er kaum Zuckerpreise sehr niedrig waren." Betrag der Versicherung und der beklagenswerthefte Um- 700 Stimmen, er gab in Folge dieses Mißtrauensvotums " 1 Wenn schon diese verhältnißmäßige Freiheit" so stand sei, daß die Brandstiftungen von Jahr zu Jahr zu seine Entlassung als Deputirter. Er ward aus der Mairie gute Früchte für die Kapitalisten trug, dann war es nehmen und daß Grund zu der Annahme vorhanden sei, zu Montmartre vertrieben und Unwillen und Mißtrauen wahrscheinlich, daß die weitere Beschränkung des Sklaven- diese Zunahme der Brandstiftungen wäre nie größer ge- gegeu ihn waren so groß, daß die Federirten während verhältnisses noch besser wirkte. Und so war es in der wesen als im vorigen Jahre( 1887). Man schäßte den des Kampfes sogar seine ärztliche Hilfe zurückwiesen. That: Angesichts dieser Resultate gingen wir noch einen Theil des Verlustes, der durch Brandstiftungen entstehe, Troßdem nahm er regen Antheil an dem öffentlichen großen Schritt weiter, der in nichts Geringerem bestand, auf wenigstens 25 Prozent. Leben und zählte zu den thätigsten Mitgliedern der„ ligue als in der Abschaffung der Sklaverei. Dies wurde Die" Prep" bemerken hierzu amerikanische Blätter des droits" von Paris, die rein bürgerlich republikanische davon abhängig gemacht, daß die Leute sich kontraktlich erhebt da in der bestimmtesten Form eine ganz schauder- Tendenzen verfolgte. verpflichteten, 15 Jahre lang für diese Plantage zu arbeiten. hafte Anklage gegen die besitzenden und gebildeten Klassen". Anfangs Mai ward er mit Floquet und etlichen ( Eine nette„ Abschaffung!") Abgesehen von dieser Arbeits- Aber sie sagt nichts Neues. Das systematische Brand- anderen Republikanern in die Provinz gesendet, um den verpflichtung" waren sie aber ganz für sich selbst. Die stiften ist bekannt als eine reguläre und„ beschüßte", weil Zusammentritt des Kongresses von Bordeaux zu beschleuni Plantage wurde in Kolonien getheilt, und jeder Neger straflose, amerikanische Industrie, für die man ja auch gen. Wie in den meisten Fällen, so erwies sich auch bei mit seiner Familie hatte einen Theil unter sich, wo er eine recht harmlose Bezeichnung gefunden hat: Ausver- Clémenceau die Vermittlerrolle als eine undankbare, die neben dem Zuckerrohr auch Gemüſe u. s. w. für sich selbst kauf an die Versicherungs- Gesellschaften. Jeder ihm die Sympathie der Pariser raubte, ohne ihn gegen bauen konnte; von der Ernte, resp. von dem Marktpreis mann weiß, daß beständig ausgebrannt wird; die Polizei, den Haß der Versailler zu schüßen, deren Verhaftungsderselben, stand ihm dann ein Drittel zu. Unter diesem die Feuerwehren, die Staatsanwälte und Richter wissen es. befehlen er nur durch eine wahre Odyssee entging. Bon System warf die Plantage 22 bis 24½ pCt. Profit ab!" Die auf Brandstiftung geſetzten Strafen sind sehr schwer. Polizeiagenten geheßt, mußte er kreuz und quer durch das Wie die Neger dabei fahren, sagt der Herr nicht, Aber von einer Verfolgung und Verurtheilung der Brand- Land reisen und kam erst vor Paris an, als die Versailler aber es ist wohl anzunehmen, daß es mindestens besser stiftung hört man fast nie. Es ist also richtig, das dieses Truppen bereits ihren Einzug in die eroberte Stadt ge= sei, als beim alten Zustand. Für die Kapitalisten aber Geschäft außerordentlich gut geschüßt" wird. halten hatten, und die Thore geschlossen waren. Dadurch ist die freie Arbeit" gerade das rechte Ding". Bankerott Am meisten Ursache, Erempel an den Brandstiftern entging er der Füsilirung durch die Versailler, die beunter Sklaverei, 25 pet. Profit unter Leibeigenschaft. zu statuiren, hätten die Versicherungs- Gesellschaften. Aber schlossene Sache gewesen. Er lebte darauf zurückgezogen in der Vcndse, bis ihn die Stadtrathswahlen vom Juli 1871 als Vertreter des Viertel Clignancourt wieder in das öffentliche Leben zogen. Sein Mandat wurde 1874 erneuert und seine Kollegen wählten ihn zum Vizepräsidenten und dann zum Präsidenten des Stadtraths. Er trat in seiner Stellung besonders für die Laisation(Verweltlichung) des Unter- richts und für die kommunalen Rechte mit Einschluß der Selbst- Verwaltung ein, bekämpfte die Ausnahmestellung, welche die Versailler Regierung Paris bereitete. Er zeigte sich wiederum bei Fragen der städtischen Verwaltung und Organisation als eine ausgezeichnete Kraft, dabei ist aber wiederum auffällig, welch vcrhältnißmäßig geringen Raum die ökonomischen Fragen in seinem Programm einnahmen. 1876 wählte ihn Montmartre als Deputirten und damit trat er endgiltig in das parlamentarische Leben ein. In seiner ersten Rede forderte er die Amnestie dcrKvm- munarden und erwies sich als glänzender und gediegener Redner. Er gehörte zu den Republikanern, welche die Abwehr des Staatsstreiches vom 16. Mai vorbereiteten, in Paris und der Provinz republikanische Gruppen grün- beten, Vertheidigungskomitees organisirten und Waffen auskauften. Um die Entschlüsse der republikanischen Gruppen schneller und entscheidender zur Ausführung zu bringen, wurde das Exekutiv-Komitee der„Achtzehn" ernannt, unter deffen Mitgliedern sich Clemenceau befand. Die Vorbereitungen zum energischen Widerstand er- stickten Mac Mahon's staatsstreichlcrische Gelüste im Keime. Die Republik war gerettet, allerdings zunächst zu Gunsten einer politischen Fraktion, derjenigen der konservativen oder gemäßigten Republikaner, die sich daran genügen ließen, die Stelle der Monarchisten einzunehmen und nach der alten Taktik mit den alten Mitteln weiter zu regieren. Die konservativen Republikaner konnten sich nicht einmal bis zur allgemeinen Amnestie über ihre Erbärmlichkeit erheben, sie erschöpften sich in einer tollen Jagd nach Macht und Würden als Mittel zu schneller Bereicherung. Das ganze politische Leben erschöpfte sich in den Fraktionsstrcitigkeiten und Ränken um die fettesten Bisten vom Nationalknochen; von einer demokratischen Ausgestaltung der staatlichen Formen war keine Spur zu bemerken. Für diese Zeit gebührt Clemenceau das Verdienst, inmitten des Parlaments das mit Füßen getretene Banner der Demokratie ergriffen und hochgehalten zu haben. Er ward der Mittelpunkt einer Fraktion, in der sich alle bürgerlichen Politiker sammelten, in welchen der Rausch der schrankenlosen Herrschaft ihrer Klasse nicht den demokra- tischen Geist erstickt hatte. Clemenceau und seine Parteigänger vertraten mit Ernst und Nachdruck die Prinzipien der bürgerlichen Demokratie, welche an die große Revo- lution anknüpfte, nur die politische Seite in Betracht zog und die ökonomischen Fragen unterschätzte. Die allge- meine Amnestie, welche systematisch verworfen ward, diente als Agitationsmittel, welches das ganze Land in den Strom des politischen Lebens zog. Clemenceau und die Radikalen begnügten sich nicht nur mit parlamentarischen Forderungen und Anträgen, welche in der Nation einen Widerhall fanden, sondern sie erhielten mit großer Zähigkeit die sogenannten„gesetzwidrigen" Kandidaturen, wie die von Blanqui, Trinquet:c. aufrecht. Es war dies ein ausgezeichnetes Mittel, die Masse aufzurütteln und leben- dig zu erhalten, sie in Bewegung zu setzen, so daß endlich die Kammer eine erzwungene Großmuth üben und die Amnestie votireit mußte. Diesem Schritt nach vorwärts folgte der Kamps gegen die heimliche Diktatur, die Gambetta ausübte. Der Gründer des Opportunismus hielt in Wirklichkeit die Macht in der Hand, wußte aber mit klugem Geschick zu vermeiden, daß�cr offiziell die Verantwortlichkeit derselben zu tragen hatte. Zum Zweck seines persönlichen Vortheils verschanzte er sich hinter einer anscheinenden Zurückhaltung, die seinem Rufe förderlich war, dazu benutzt wurde, die Böcke Anderen zur Last zu legen und sich nur mit den Erfolgen zu brüsten. Die Minister waren einfach Strohmänner, welche die Fehler und Verbrechen der opportu- nistischen Politik abzubüßen hatten und die von Gambetta im geeigneten Moment bei Seite geschleudert und vernichtet wurden. Die meisten Politiker wurden in dem Kampf aufgebraucht oder unmöglich gemacht, die Verwaltung mit feilen Stellenjägern bevölkert, Jntriguen aller Art waren an der Tagesordnung und die Gewalt, welche die Diktatur in gewöhnlichen Fällen begleitet, war durch unbändige Heuchelei ersetzt. Clemenceau warf dem mäch- tigen und gefiirchteten Gambetta den Fehdehandschuh hin und unterhielt durch Jahre ein wahres Duell mit demselben. Er ward nicht müde, die Fäden, welche hinter den Couliffen spielten, zu verfolgen und zu zerreißen, bei Allem und Jedem Gambetia's Hand zu zeigen, ihm den unverdienten Lorbeer von der Stirn zu reißen, ihn mit dem vertuschten Fehler zu belasten. Auf Minister und Abgeordnete ließ er das rechte Licht fallen, das sie als Marionetten erscheinen ließ. Der ebenso energisch als hartnäckig geführte Kampf trug mächtig dazu bei, die alte Gloire Gambetia's ins Grab zu betten, ehe noch der einäugige und— blinde Politiker selbst hinab gestiegen war. Nach dem Tod des abtrünnigen Volkstribunen führte Clemenceau den Kampf gegen die Partei der Opportunisten weiter, welche die Erben der gambetlistischen Politik waren und Frankreich nach der Devise regierten:„apr6s nous le deluge"(nach uns die Sintfluth). Die Politik hatte nie einer schamloseren Ausbeutung des Volkes zur Helfers- Helferin gedient, als zur Zeit der opportunistischen Hege- monie, gegen die sich die Radikalen im Namen der demokratischen Prinzipien auslehnten. Die Untergambetta's, welche Ministerportefeuille's in den Händen hielten und die Agenten der Großbörsenjobber und Großindustriellen waren, stießen in Clemenceau auf den alten zähen Gegner, den sie fürchten mußten. Allerdings konnte das Haupt der Radikalen den Opportunismus nicht endgiltig besiegelt, weil er verschmähte oder nicht begreifen konnte, sich auf die Massen zu stützen, ihr Programm zu dem seinigen zu machen. Jedoch hat er dem Opportunismus manche ernste Schlappe beigebracht, ihm vor manchem gegen die Nation geplanten Verbrechen Hände und Füße gebunden. Die Politik, die er verfolgt, ist vorwiegend eine ab- wehrende, keine angreifende, zu letzterer scheint ihm die leidenschaftliche Kühnheit, die schnelle Entscheidung zu fehlen, vor Allem aber das richtige Verständniß für die moderneLage mit ihrer Volksbewegung, mit den Eman- zipationsbestrebungen der Arbeiterschaft, mit der Gcsammt- summe der Faktoren des nationalen Lebens, welche die ökonomische Entwickelung seit der großen Revolution ge- schaffen. Seine Rolle ist in erster Linie eine kritisirende, keine schöpferische, er arbeitet mit der ganzen Kraft der Uebcrzeugnng und der Macht seines Talentes daran, das Gebäude der opportunistischen Herrschaft zu zertrümmern, das sich sälscklick mit dem Namen der Republik schmückt, aber ihm fehlt die Macht und die Erkenntniß, das Fun- dament eines neuen Baues zu legen, zu dem ihm Details des Oberhauses vorschweben. Er kämpft vont Standpunkte eines alten Demokraten aus, der an die revolutionäre Tradition des Bürgerthnms anknüpft und nicht mit der neuen geschichtlichen Macht des Proletariats und der öko- nomischen Bedingungen rechnet. Für ihn sind die Frei- heilen und Rechte der Kommune die Basis der demokra- tischen Republik, er thcilt in diesem Punkte die lieber- schätzung der Macht und Bedeutung, der Gemeinde, welche den meisten Franzosen eigenthümlich ist. Die sundamen- talc Bedeutung der sozialen Fragen und deren Regelung durch die Gesellschaft scheint ihm entgangen zu scitt, er gehört in ökonomischer Beziehung zu den Anhängern der individuellen Freiheit, des laisser-faire und laisser-aller; die heilige Synode der Manchestermänner, der Cobdenkltib konnte ihn mit gutem Gewissen zum Ehrenmitgliede er- nennen. Trotz alles Demokratismus hat er das Evangelium von der geschichtlichen Berufung und Emanzipation des vierten Standes, der Masse nicht in seiner ganzen Tiefe und Weite erfaßt. Dadurch erklärt sich auch seine Taktik des Zögerns und Schwankens, die ihm den rechten Augenblick zum Handeln verfehlen läßt. Zwar giebl es Viele, die diese Momente auf Rechnung einer bestimmten Taktik setzen, die in Clemenceau einen modernen Cunctator der Politik sehen, der durch seine Kreuz- und Querzüge den Gegner ermattet und entkräftet und ihn dann im plötzlichen Ueberfall schlägt. Die Verhältnisse haben dem Führer der Radikalen mehr als einmal Gelegenheit zum entscheidenden Eingreifen geboten, er hat sie aber nie zu ergreifen und auszunützen gewagt. Die Ktellitug Zlapoleons 1.|ui* Kirche und Schule gleicht vielfach derjenigen, die heute unsere Staatsmänner ebenfalls einnehmen. Kirche und Schule haben danach vor allem die Auf- gäbe, die Massen zum Gehorsam und zur Unterwürfig- keit zu erziehen, um die alte Klassen- und Gesellschafts- ordnung vor Erschütterungen zu bewahren. Napoleons Kirchcnpolitik war— das Konkordat, d. h. die Wiederherstellung der römisch-katholischen Kon- session als Staatsreligion. Nach der Verfassung des Jahres III(1795/96) war die Trennung von Kirche und Staat ausgesprochen. Artikel 354 lautete:„Unter Befolgung der Gesetze kann Niemand verhindert werden, an den Ausgaben eines Kultus beizutragen. Der Staat besoldet keinen." Napo- lcon aber hatte für seine Herrschaftszwecke die Kirche nöthig, darum erhob er die katholische wieder zur Staatskirche. Man höre, was er selbst sagt:*) „Ich habe den wahren römisch-katholisch-apo- stolischen Papst nöthig, der in Rom wohnt. Mit den französischen Armeen und den nöthigen Rück- sichten werde ich ihn immer hinreichend zu meiner Verfügung haben. Richte ich die Altäre wieder aus, beschütze ich die Priester, ernähre ich sie, so wird er thun, was ich von ihm verlange.... Er wird die Gemüther beschwichtigen, wird sie unter seiner Hand vereinigen und sie der meinigen unterstellen." Wenn auch der Papst sich nicht so gefügig zeigte, wie Napoleon erwartet halte, so war doch der französische Klerus, den er gut fütterte, ein sehr fügsames und brauch- bares Werkzeug seiner Pläne, wenigstens so lange sein Stern glänzte und der Erfolg auf seiner Seite war. Er drückte auf die Thateit Napoleons das Siegel der gött- lichen Zustimmung und des göttlichen Willens, indem er den kaiserlichen Katechismus in allen Schulen Frank- reichs lehrte. Dieser Katechismus, ein Denkmal der raffinirtesten Selbstsucht und Niedertracht, wurde 1806 eingeführt. Hier einige Proben daraus: Frage: Welches sind die Pflichten der Christen gegen die Fürsten, welche sie regieren und welches sind insbeson- dcre unsere Pflichten gegen Napoleon I., unfern Kaiser? ♦) Wir folgen hier der vortrefflichen Schrift: Sozialpädagogische Streiflichter über Frankreich und Teutschland u. s. w. von Robert Seidel. Hamburg, Druck und Verlag von H. Carly. — Antwort: Die Christen schulden den Fürsten, welche sie regieren, und wir schulden insbesondere Napoleon, unserm Kaiser, Liebe, Ehrfurcht, Gehorsam, Treue, Militärdienst, regelmäßige Steuern zur Erhaltung und Vertheidi- gung des Reiches und des Thrones. Wir schulden ihm ferner inbrünstige Gebete für sein Wohl und für das zeit- liche und ewige Gedeihen des Staates. Frage: Warum sind wir schuldig alle diese Pflichten gegen unfern Kaiser zu erfüllen?— Antwort: Das ge- schieht zuerst, weil Gott, welcher die Reiche erschaffen, tmd sie nach seinem Willen vertheilt hat, unfern Kaiser im Frieden wie im Kriege mit Gaben überhäuft und zu un- serem Souverai» eingesetzt, denselben zum Diener seiner Macht und zu seinem Ebenbild aus Erden gemacht hat. Ehren und dienen wir daher unserm Kaiser, so ehren und diene» wir Gott selbst. Zweitens weil unser Herr Jesus Christus so oft durch seine Lehre tmd durch sein Beispiel gezeigt hat, was wir unserm Souverain schulden. Er wurde geboren im Gehorsam gegen die Verordnung des Kaisers Augustus; er hat selbst die vorgeschriebenen Angaben entrichtet und so hat er auch befohlen, dem Kaiser zu geben, was dem Kaiser gehört. Frage: Giebt es nicht besondere Beweggründe, welche geeignet sind, uns noch stärker mit Napoleon I., unserem Kaiser zu verknüpfen?— Antwort: Ja, denn es ist der- jenige, den Gott in schwierigen Zeitumständen erweckt hat, um den öffentlichen Kultus der heiligen Religion unserer Väter wieder herzustellen und deren Beschützer zu sein. Er hat die öffentliche Ordnung durch seine tiefe und kräftig wirkende Weisheit wieder hergestellt und erhalten; er ver- ibeidigt den Staat durch seinen mächtigen Arm; er ist der Gesalbte des Herrn geworden durch die Weihe, welche er von dem Papst, dem Oberhaupt der allgemeinen Kirche, empfangen hat. Frage: Was soll man von denen denken, welche sich an ihren Pflichten gegen unfern Kaiser versündigen?— Antwort: Nach dem heiligen Apostel Paulus würden sie der von Gott selbst eingesetzten Ordnung Widerstand leisten und sich der ewigen Verdammniß schuldig machen. So benützte der korsische Eroberer das Schulwesen, um seine Macht und seinen Einfluß zu stärken; Leiber und Geister sollten ihm unterthan sein. Höheres wie niederes Schulwesen wurden vernächlässigt, während das Mittel- schulwesen allerdings einige Förderung erfuhr. Dieses mußte ihm nämlich Offiziere und Ingenieure für den Krieg und kaufmännische und technische Direktoren für die große Bourgeoisie liefern. politische Wachrichten. In Preußen stehen die allgemeinen Neuwahlen zum Landtag bereits vor der Thür, und am Mittwoch hat die Wahlprüfungskommission des Abgeordnetenhauses beantragt, da-z alte Mandat des Herrn v. Puttkamer- Plauth(Marienburg-Elbing) für ungiltig zu erklären. Nach drei Jahren, wo es von selber erlischt, ein Mandat für ungültig erklärt— das kennzeichnet den Gang der heutigen Wahlprüfungen. Denn der Vorgang steht nicht vereinzelt da. Fast in jeder Legislaturperiode wiederholen sich solche Fälle. Gelegentlich ist das Mandat des Prinzen Hattdjery am letzten Tage der Legislaturperiode des Reichs- tages, unmittelbar bevor der Schluß der Session ver- kündet wurde, unter allgemeiner Heiterkeit des Hauses für ungültig befunden worden. Es ist auch vorgekommen, daß einzelne Wahlprotestc überhaupt unerledigt von einer Legislaturperiode in die andere übergingen. Daß sämmt- liche Proteste etwa im Laufe der ersten beiden Sessionen einer Legislaturperiode erledigt wurden, ist seit Menschen- gedenken nicht erlebt worden. Alle diese Uebelstände ver- letzen zweifelsohne das öffentliche Rechtsbewußtsein; sie können auch die Abstimmung über wichtige Gesetzentwürfe fälschen und jedenfalls haben sie seit vielen Jahren den Gegenstand der leidenschaftlichsten Erörterungen gebildet, welche in dem Parteileben der Volksvertretung stattge- funden haben. Aber es bleibt alles hübsch beim Alten. Der Krieg nach zwei Seiten wäre also eröffnet— vorläufig allerdings in der Form neuer Belästigungen des Verkehrs und weiterer Sperrmaßregeln. Am 22. d. M. ist eine Verfügung des elsässischcn Ministeriums ergangen, wonach von Donnerstag, den 81. Mai an alle über die französische Grenze zureisenden Ausländer ohne Unter- schied, ob sie auf der Durchreise begriffen sind oder ob sie im Lande Aufenthalt nehmen wollen, sich im Besitze eines Passes befinden müssen, welcher mit dem Visa der deutschen Botschaft in Paris versehen ist. Das Visa darf nicht älter sein, als ein Jahr. Die Gewerbelegitimationskarten für ausländischeHandlungsreisende ersetzen den erforderlichen Paß nicht. Ausländer, welche nicht im Be- sitze eines regelmäßigen Paffes sind, sind an der Weiter- reise zu hindern und nöihigenfalls über die Grenze zurück- zubringen.— Gegen Rußland wüthet der Feldzug einst- weilen noch ans dem unsauberen Gebiete der offiziösen Presse, aber allem Anschein nach sind jeden Tag„Retor- sionsmaßrcgeln" gegen unseren ehemaligen„Erbfreund" zu erwarten. Aeußerlich gab dazu den Anstoß die An- kunft von 348 Waggons russischen Getreides in Preußen — die natürlich den junkerlichen Agrariern ebenso viel Dornen im Auge sind. Die Regierung besorgt den Agra- riern, wie immer, bereitwillig ihre Geschäfte, und im vor- liegenden Falle hat sie doppelten Grund dazu. Sie steht schon lange mir den beiden ostprcußischen Privatbahnen in Unterhandlung, welche wesentlich mit vom russische» Gclreideverkehr nach Deutschland leben und die sich bisher Was ist eine Versicherungsanstalt? Die baierischen Einfügung in das Staatsbahn net anzunehmen. Eine Flüchtling. Das daraufhin am 22. März eingereichte Gerichte haben entschieden, daß der deutsche TischlerGetreidesperre und der daraus folgende Verkehrsstillstand Gesuch um Erlaubniß straffreier Rückkehr ist infolge dessen verband keine Versicherungsanstalt ist, also§ 360, 9, des würde die Bahnen natürlich rasch mürbe machen. Ist das seitens des preußischen Generalauditoriats ebenfalls ab- R.-Str.-G.-B. auf ihn keine Anwendung findet, weil kein erreicht, dann pfeift die offiziöse Presse vielleicht auch lehnend beschieden worden, sodaß Techow den deutschen fester Rechtsanspruch auf Unterstützung bei dem Verwieder aus einem anderen Loche. Boden wohl niemals wieder sehen wird. Techow hatte bande geltend gemacht werden kann, sondern es im Erbei dem Zeughaussturm in Berlin im Sommer 1848 dem messen der Verwaltung liege, welche Unterstügung sie Von dem zahm gewordenen Revolutionär Karl Hauptmann Nazmer, welcher mit einer Kompagnie das im einzelnen Falle zahlen wolle. Wir haben es schon Schurz wird soeben ein( vom 26. Januar 1850) datiren- Zeughaus besetzt hielt, zugeredet, zur Vermeidung nußlosen öfters ausgesprochen, wir glauben nicht, daß irgend ein der Brief veröffentlicht, der die Gesinnungswandlung des Blutvergießens gegen die Uebermacht der Volkshaufen das Gericht anders entscheiden würde, aber ein Theil der Beehemaligen Flüchtlings recht grell hervortreten läßt. Schurz Zeughaus zu räumen. Techow, der sich als Offizier nicht hörden hat Wege gefunden, um die richterliche Entscheidung schreibt hier an eine in Paris lebende Dame: im Dienst befand, aber Einlaß in das Zeughaus gefunden zu umgehen, sie unterdrücken den betreffenden Verein ein„ Wenn ich alles Widrige, das mir begegnet ist, mit unerbitt hatte, wurde zu 15jährigem Festungsarrest und Entlassung fach im Verwaltungswege, stellen aber keinen Straflicher Gewissenhaftigkeit Stück für Stück ſummire, so sinde ich, daß aus dem Offizierſtande verurtheilt. In Magdeburg gelang antrag. Die Kosten, die das Verwaltungsstreitverfahren ich die ganze Last mit der größten Bequemlichkeit auf einer Schulter es ihm, aus der Festung zu entfliehen, worauf er sich an macht, das dabei überall zulässig ist, sind so groß, und tragen kann. Hab' ich doch in meinem kurzen Leben, deffen jüngst dem badischen Aufstand betheiligte. Techow gab im das Verfahren ist so weitschichtig, daß kleinere Vereine vergangener Theil doch wohl der pikanten Momente nicht wenig in fich trug, praktisch gelernt, daß es selbst mit den Mühen und Ge- Jahre 1848 über die Motive zu seiner Handlungsweise billig Bedenken tragen, sich darauf einzulassen. fahren, die man als die höchsten zu bezeichnen gewohnt ist, doch öffentlich Auskunft.( Vergl. Streckfuß, Berliner Geschichte Beschwerdeweg" aber ist ganz aussichtslos, da diese Benicht gar so ungeheuer viel auf sich hat! Wer sich mit seiner ganzen Band 4, Seite 1104). Danach wollte Techow einen hinderungen der Selbsthilfe der Arbeiter ja Ausfluß des Seele in die großen Aktionen der Revolution hineinwirft, der bedenke wohl, daß er sich wohl start fühlen muß, den Extremen blutigen Konflikt zwischen Volk und Soldaten verhüten, herrschenden Systems und von oben her gut geheißen des Lebens ohne Schaudern in die Augen zu sehen, wenn er bei welchem die Soldaten nicht im Stande gewesen sein werden. Solche einzelne Entscheidungen nüßen also sehr ein ehrlicher Mann bleiben will. Und das ist glücklicher Weise würden, das Zeughaus zu behaupten. Techow schließt wenig. wenig gewillt zeigten, die Offerte des Staates wegen der aber die Erneuerung des Steckbriefes gegen den greisen fie verachten zu lernen, man darf sich nicht ängstlich dem UnbeDer mein Fall. Man darf sich nicht außerhalb der Gefahr stellen, um seinen vor 40 Jahren veröffentlichten Bericht wie folgt: Ist Durchfahrt durch das Gebiet des Belagerungsquemen entziehen, wenn man sich darüber hinwegseßen will. Man Es war mir klar, welches auch der Ausgang meiner zustandes für einen Ausgewiesenen gleichbedeutend mit Bannbruch? muß auf so vieles Schöne resigniren, um das Große zu erringen. Vermittlung sein würde, daß man gerichtlich oder außer- Stettin, 24. Mai. Der auf Grund des Sozialistengesetzes von Die Politik ist einmal weder ästhetisch noch gemüthlich, und wer sich gerichtlich mich mein Beginnen schwer werde büßen lassen, hier ausgewiesene Buchdruckereibefizer Friz Herbert, jezt in Stardarüber Illufionen macht, der wird in der Praxis jämmerlich zu daß ich mit demselben mein äußerliches Glück vollgard i. P. wohnhaft, wurde am Morgen des 30. September v. J. kurz kommen. Es mag allerdings Manchen schwer sein, ihr Herz einem Rupee 4. Klasse des von Stargard hier angekommenen und gegen so vieles Schöne und Häßliche zu verhärten, mit welchem ein- ständig vernichtete. Und das bedeutete etwas für mich! auf dem hiesigen Personenbahnhofe von zwei Striminalbeamten in zelne Augenblicke des Lebens sie von ihrer Bahn abzulocken oder Beim Beginn einer Zeitepoche, in welcher die Kriegsflamme nach Berlin weitergehenden Personenzuges angetroffen. H. mußte abzutreiben suchen, und es sind auch wohl nicht Wenige, welche sich schon an verschiedenen Punkten Europa's emporzuckte, aussteigen und und den Beamten ins Polizeibureau des Bahnhofes dieſe Stärke zutrauen und doch in dem entscheidenden Moment beren weitere Entwickelung ohne große europäische Kriege folgen, wo er erklärte, daß er sich auf der Durchreise nach Berlin befinde. Die Beamten ließen ihn darauf seines Weges ziehen, erstarker Prüfung an sich selbst irre werden. So ist es denn unsere Pflicht, der Entsagung die Spize abzubrechen, indem wir sie zur nicht denkbar war, stand ich durch meine Versetzung zum statteten aber Anzeige und Herbert hatte sich dieserhalb heute wegen Gewohnheit machen. Wir müssen all' unsere Wünsche und Generalstab an der Schwelle einer glänzenden unbefugten Aufenthalts in dem Gebiet des fleinen BelagerungsLeidenschaften, all' unsere Liebe und all' unsern Haß in eine Bahn Karriere, welche zugleich den schönsten Träumen meiner zustandes zu verantworten. Der Staatsanwalt sah in dem kurzen zusammenpressen und gegen ein Ziel richten. Denn davon wird der Jugend Genüge versprach dazu kam das Bild meiner Aufenthalt auf dem Bahnhofe, auch wenn H. nur im Kupee ge= sessen, eine Uebertretung des Gesezes gegen die gemeingefährlichen Grad unserer Brauchbarkeit abhängen, und dieser ist es, was unseren Manneswerth beſtimmt. Der Revolutionär muß das Maaß seines hochbetagten Mutter, der Gedanke an eine geliebte Braut, Bestrebungen der Sozialdemokratie; es sei sehr gut möglich, daß der Glückes in dem Maaß seiner Straft sehen, und hat er sich zu dieser deren Verbindung mit mir in wenigen Wochen bevorstand. Ausgewiesene sich auch, ohne den Wagen zu verlassen, aus dem Anschauung der Dinge heraufgearbeitet, so wird er sich so lange Aber ich war nur einen kurzen Augenblick unschlüssig. Stupee heraus mit seinen Gesinnungsgenossen unterhalte und dadurch nicht ganz unglücklich fühlen, als er ein Mann ist. Sie werden eiteln. Wenn H. wirklich nach Berlin reisen wollte, so konnte er Ansammlungen hervorrufe; der Zweck des Gesetzes sei, dies zu verdies sehr wohl auf einem anderen Wege thun, ohne das ihm verbotene Gebiet zu berühren, er beantrage daher, auf eine Geldstrafe von 30 M. eventl. 6 Tage Gefängniß zu erkennen. Der Gerichtshof( Landgericht, Straffammer I) schloß sich jedoch der Ansicht des Staatsanwalts nicht an und sprach den Angeklagten frei, da ein Aufenthalt im Eisenbahnwagen auf der Durchfahrt nicht als ein Velten. Die für Mittwoch den 16. d. M. angemeldete konstiDie englischen Konservativen haben wieder einen Aufenthalt im Sinne des Gesezes aufzufassen sei. Bei der in Southampton statt- tuirende Versammlung der Offenbacher Zentral- Strankenkasse für Unterhaussig verloren. gehabten Wahl zum Unterhause an Stelle des Admirals Frauen und Mädchen( E. H.) wurde verboten, angeblich wegen Commerell( konservativ) wurde der Schiffskommandant verspäteter Anmeldung; es wurde dieselbe aber bereits am 13. d. M. abgesandt. Es ist dies wohl der erste Fall, daß dieser Kasse Evans( Gladstonianer) in Portsmouth mit 5151 Stimmen Schwierigkeiten bereitet werden. In ganz Deutschland haben bisher gewählt. Der konservative Gegenkandidat Guest erhiett die Versammlungen derselben unbehindert stattfinden können. Gegen das Verbot ist Beschwerde eingelegt worden. 1 es nun nicht auffallend finden, wenn ich Ihren gestehe, daß ich mir Je größer das Opfer, um so edler schien mir die That." für mein fünftiges Leben von dem, was die Leute so Glück zu nennen pflegen, wenig, sehr wenig verspreche. Ich sehe mit großer Der bekannte Sozialdemokrat Sophus Pihl, der Heiterkeit für mich ein rastloses, unstetes Dasein voraus, ein Dasein, seit einer Reihe von Jahren in Norwegen lebte, nachdem deffen einzige ruhige Regelmäßigkeit in der unerbittlich konsequenten Verfolgung eines großen Zweckes besteht. Und wenn man sich so er Dänemark hatte verlassen müssen, ist am 18. April in mit der Zukunft abzufinden weiß, so ist man von den minder wich- Bergen gestorben. tigen Dingen der Gegnnwart leicht befriedigt." Später hat sich Herr Schurz mit der Gegenwart abzufinden gewußt, und den minder wichtigen Dingen" der " Zukunft" den Rücken gekehrt. Die Begnadigung des vor 40 Jahren wegen seiner politischen Haltung verurtheilten Lieutenants Techow erfolgte bekanntlich bei der letzten Amnestie nicht, dafür 4266 Stimmen. Bei meiner Abreise von Halberstadt sage ich allen denjenigen ein Lebewohl, denen ich als wirklicher Freund gegolten habe. Zu gleicher Zeit ersuche ich, meinen Nachfolger in der Verbreitung dieses Blattes unterſtüßen zu wollen. Derselbe wird ebenfalls die Pflicht zu schäzen wissen, die er zu wahren hat. Das VerAufforderung! Grosse öffentliche Tischler- Versammlung am Montag, den 28. d. M., Abends 8 Uhr, Habel's Brauerei, Bergmannstr. 5-7. Tagesordnung: 1. Die Lohnbewegung der Tischler in ver= Alle diejenigen Genossen, die mit thätig sein wollen in der trauen, welches mir entgegen gebracht wurde, möge Wahlbewegung zur Kommunalwahl am 12. Juni cr., mögen sich bei schiedenen Städten Deutschlands, speziell der große W. Herrmann, Halberstadt. einem der unterzeichneten Mitglieder des Wahlkomitees melden. man auf unsern Freund P. Engler übertragen. Allen Männern der Arbeit empfehle mein W. Haugk, Weinstraße 22. Freunden und Gönnern in Streit der Kollegen in Hamburg. 2. Bericht der Kommission. 3. Wahl einiger Beitragsammler für den SüdDas Nähere an den Anschlagsäulen. Weiss- u. Bairisch- Bier- Lokal. Für den 14. Kommunalwahlbezirk Für den 24. Kommunalwahlbezirk westen und Weften. H. Blum, Wrangelstraße 10, v. 2 Tr. F. Delze, Rüdersdorferstr. 57, II. H. Schmidt, Manteuffelstr. 40 v. 4 Tr. H. Maehler, Koppenſtr. 35, II. R. Frank, Restaurant Papke, Heinrichsplay. A. Lehmann, Friedrichsfelderstr. 43, v.III. Halberstadt und Umgegend.offmann, die ergebene Mittheilung, daß ich neben meiner R. Hoffmann, Oranienſtr. 52, H. r. part. S. Laske, Rüdersdorferstr. 20, parterre. F. Winter, Manteuffelstr. 6, III. R. Meyer, Rüdersdorferstr. 20, I. Bau- und Möbeltischlerei ein Sarg- Magazin errichtet habe. Indem ich in allen Theilen nur reelle, in meiner Werkstatt gefertigte Arbeit zu liefern ver= spreche, ersuche ich bei etwaigem Bedarf sich meiner gütigst erinnern zu wollen. Hochachtungsvoll F. Gerlach, Tischlermeister, Am Kulk. E. Kuntze, Skalitzerstr. 18.( 3um lustigen Stiefel) empfiehlt seinen reichhaltigen und kräftigen Frühstück- u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch nach Auswahl zu foliden Preisen. Cigarren- und Tabak- Fabrik bon Ballmüller& Steinicke, Ackerstraße 22, Hof pt., neben der Markthalle. Sonntags bis 2 Uhr Nachmittags geöffnet. Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- und Bairisch- Bier- Lokal, Frühstück, Mittagtisch nach Auswahl 45Pf. Abendtisch nach Auswahl 30 Pf. Vereins- Zimmer zu vergeben. Herm. Liewald, Mariannenſtr. 46. Arbeitsnachweis für Tischler. Der vom Fachverein de. Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich Alte Jakobstr. 38 im Restaurant Schumann. Die Arbeitsvermitte= lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Für den 37. Kommunalwahlbezirk G. Splettstößer, Oderbergerstr. 35, 2 Tr. K. Plaut, Ruppinerstr. 29 im Keller. F. Wagner, Brunnenstraße 77a, Hof 2 Tr. A. Hintze, Demminerstraße 8, Hof 1 Tr. O. Thierbach, Rheinsbergerstr. 29, 2 Tr. Die von Mitgliedern des Fachvereins gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt sich einem geehrten Publikum zur Anfertigung von Herren- Garderoben jeder Art. Reichliche Auswahl in- und ausländischer Stoffe. Reelle Bedienung, guten Sig, solide Preise garantirt der Vorstand. Gleichzeitig machen wir auf unser reichhaltiges Lager: Frühjahr- und Sommerpaletots, aufmerksam. Um zu räumen herabgesetzte Preise! Glaserei und Bildereinrahmung, Bilder-| S Verkauf v. A. Bebel, Gruppenbildern, Lassalle und Marx, in Del und Schwarzdruck, Pendant. Neu: Lassalle! Präsident d. Allg. Deutsch. Arbeitervereins. Aufträge nach außerhalb werden prompt besorgt. K. Scholz, Wrangelstraße 32. C. Wildberger Tapezierer und Dekorateur Berlin S., Rommandantenstr. 60, empfiehlt sich zur Anfertigung von Polster- und Dekorationsarbeiten in der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung, sowie zum Um= unter Zusicherung solid. Arbeit bei bill. Preisen. Der Einberufer. Fachverein der Tischler. Sonnabend, d. 26. Mai, Abends 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünftr. 28, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Vogtherr:„ Die Fortschritte der Kulturentwicklung." 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Der Vorstand. Fachverein der Steinträger Berlins. Versammlung Sonntag, d. 27. Mai, Vormittags 11 Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10, 2 Tr. Tagesordnung: Bericht und Abrechnung des Generalfonds vom Mai 1887 bis Mai 1888. Verschiedenes und Fragekasten. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder nothwendig. Carl Wallenthin, Vorsigender. Freie Vereinigung der Vergolder und Fachgenossen. Versammlung am Montag, den 28. Mai, Abends 8½ Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10. Tagesordnung: 1. Ergänzungswahl. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. Die Adreſſenausgabe erfolgt an Wochentagen Cigarren u. Tabake offter 2c. und Neuarrangiren von Gardinen Cigarren- und Tabaks- Fabrik von 8½ bis 10 Uhr Contas von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da sich die vier Raffirer der" Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, sich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu benutzen. Der Vorstand. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Verantwortlicher Redatteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Billige Reste für Herrenhosen u. Jaquett's, sowie Neste für Damenregenmäntel, Jaquetts, Kleiderstoffe 2c. 2c. A. Karle, Laufiherpl. 1. Ecke Waldemarstr. im Keller. von H. Gumpel, Berin N.O., Barnimstr. 42. Lager von Rauch, Kau- und Schnupftabat, sowie russischer und fürkischer Cigarretten. № 21. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". [ Nachdruck verboten.] Die Arbeitslosigkeit. ( Le chômage.) Von Emile Zola. Ins Deutsche übersetzt von C. 3. I. Kalt und finster, wie von der Dede des Ruins umdüstert, starrt die Werkstatt morgens den Arbeitern entgegen. Stumm, mit mageren Armen und unbeweglichen Rädern steht die Maschine im Hintergrund des weiten Raumes, und sie, die für gewöhnlich das ganze Haus mit dem Herzschlage eines Riesen belebt, der hart an der Arbeit ist, gerade sie verbreitet noch tiefere Melancholie um sich her. Der Herr tritt aus seinem Privatkabinet. Leute," sagt er mit trauriger Miene den Arbeitern, Leute, heut' giebt's keine Arbeit mehr.... Bestellungen laufen nicht ein, von allen Seiten gehen mir nur Abbestellungen zu, ich habe viel Waare auf dem Hals. Der Monat Dezember, auf den ich rechnete, und in dem in anderen Jahren die Geschäfte so flott gingen, droht die solidesten Häuser zu ruiniren.... Ich muß die Arbeit einstellen." Sonnabend, den 26. Mai 1888. II. Jahrgang. Fleisch- und Wurstläden, den Zuckerbäckereien, kurz dem engen Straße vor einem großen Hause. Beschmußte Aufganzen leckeren Paris vorüber, das in den Stunden des schriften zeigen, daß hier allerlei fabrizirt wird. In der Hungers, sich stolz brüstend, zum Genusse lockt. ersten Etage dies, auf dem Hofe das, in der dritten Etage Als Frau und Töchterchen am Morgen weinten, hat jenes, die ganze Wand ist mit solchen Aufschriften bedeckt. er sie auf den Abend vertröstet. Nun hat er nicht den Er braucht nicht lange zu warten, da entströmt dem Hause Muth, vor Anbruch der Nacht heimzukommen, ihnen einzu- eine Schaar schwazender, lachender, sich drängender Männer gestehen, daß er gelogen. Während er vorwärts geht, und Weiber, die sich einzeln, zu zwei, zu drei, in Haufen überlegt er, wie er eintreten, was er erzählen soll, damit ausbreiten, um diese, um jene Ecke umbiegen, in diesen, sie sich noch in Geduld fassen. Sie können doch nicht in jenen Thorweg oder Keller verschwinden. länger ohne Nahrung bleiben. Er kann es wohl noch auszuhalten versuchen, aber die Frau und die Kleine sind mit frischem Gesicht, ernsten rehbraunen Augen, einfach, Ziemlich zuletzt kommt ein schlankes, junges Mädchen zu schwächlich. mit der kleinen unschuldigen Gefallsucht der großstädtischen wenn eine Dame oder ein Herr an ihm vorübergeht, und Alten erblickt, der ihr die Blumen hinhält. Und einen Augenblick lang denkt er zu betteln. Allein Arbeiterin gekleidet. Ihr Auge leuchtet auf, als sie den wenn er die Hand ausstrecken will, so wird sein Arm steif, D, wie prachtvoll, wie bist Du gut. Ach ja, heut ist ja ,, Vater. Die Kehle ist ihm wie zugeschnürt. So bleibt er auf dem mein Geburtstag, hatte es ganz vergessen. Was brauchen ihm um und halten ihn für betrunken, wenn sie seine vom andere und heut war kein besonders guter. Der Herr Trottoir stehen, die anständigen" Leute drehen sich nach wir Armen solche Feste. Ein Tag geht hin wie der schalt den ganzen Tag, nichts war ihm recht. D, wie Hunger verzerrten Züge sehen. freue ich mich." ( Schluß folgt.) Ein Blumenstrank. Sie neigt sich, die hohe Gestalt, ihre Lippen berühren die Stirne des Greises, der glücklich zu ihr auffieht, dann befestigt sie den Strauß an ihrer Schulter, zieht den Arm des Alten durch den ihren und ist bald um eine Ecke verDie Blumen kamen doch in die rechte Hand. schwunden. Der Dienstmann. Eine Geschichte von Otto- Walster. Und wie er sieht, daß sich die Arbeiter unter ein- gk. Die erste warme Frühlingssonne hatte die Lieblingsander anschauen, die Scheu vor der Heimkehr, den Schrecken Promenade der Großstadt belebt. Kurz vor der Mittagsvor dem Hunger des folgenden Tages im Blick, da fügt stunde drängten sich geputzte Menschen auf den breiten er mit leiserem Tone hinzu:„ Ich bin kein Egoist. elastischen Asphaltwegen in angenehmem Gewühl bunt nein, das schwör ich Euch... Meine Lage ist ebenso durcheinander. Der warme Sonnenschein verlieh dem schrecklich, vielleicht noch schrecklicher als die Eurige. Binnen Ganzem einen einheitlichen glänzenden Ton und ließ die acht Tagen habe ich 50 000 Franks verloren. Ich stelle prächtigen Farben des Damenpuzes, sowie den zarten heute die Arbeit ein, um den Abgrund nicht noch tiefer Schmelz der Rosen, Veilchen und Maiglöckchen, die sich zu machen. Ich habe noch nicht einen Heller für die am hindurch windende Blumenverkäufer anboten, gleich gut 15. fälligen Zahlungen. Ihr seht, ich spreche offen zur Geltung kommen. mit Euch, ich verberge Euch nichts. Morgen schon ist Vor mir her schlendert ein modernes Herrchen, so vielleicht der Exekutor hier. Es ist nicht unsere Schuld, von den Faden der Fadeste. Lang aufgeschossen, schlottrig, nicht wahr? Wir haben bis zuletzt gekämpft. Ich hätte verlebt troß seiner Jugend er mochte in der Mitte der Gut, Vater, gut, ich werde Alles bedenken, aber Euch gern geholfen, die schwere Zeit zu überstehen aber zwanziger stehen. Aschgraues Gesicht, matte wasserblaue jetzt laß' mich allein, das Zimmer ist mir zu klein, viel es ist Alles aus. Ich bin ruinirt, ich habe kein Brod, Augen, spärlicher blonder Schnurrbart, fahlblonde Haare, zu klein, und ein Mensch mehr, wäre es selbst mein Vater, das ich theilen könnte." neuestes Modejournal, Hände in den Taschen, aus einer macht mir's noch viel kleiner. Nimm mir's nicht übel Darauf reicht er ihnen die Hand, welche die Arbeiter ein dicker Knüttel senkrecht hervorragend, so schleicht er Vater, aber ich muß allein sein. schweigend drücken. Und sie bleiben noch einige Minuten über den Asphalt. Da zuckt er plößlich zusammen. Das ( Fortsetzung.) Heinrich, mein Herz hat dich mit Jubel begrüßt, stehen und betrachten mit geballten Fäusten ihr jetzt über- Gesicht verzieht sich zu einem freundlichen Grinsen. Die als Du in dieses Leben tratst, laß mich nicht einsam flüssiges Handwerkszeug. Sonst sangen schon früh am Hände kommen aus den Taschen hervor, streichen den verzweifeln. Morgen die Feilen, klopfteu die Hämmer den Taft, aber armseligen Bart, klemmen den Kneifer fester. Schnell Sei ruhig Vater, sei rubia, aber lah' mich auch Ich gehe schon, ich gehe schon, rief der alte Mann, indem er das Zimmer verließ. jetzt scheint es, daß Alles schon im Staub des Bankerottes entrafft er einer Blumenverkäuferin den aröktey. Stravhaueur out. schläft. Zwanzig oder weißig Jamiun were Woche nicht essen: Einigen Frauen, welche in der Fabrit Korb und steht gleich darauf mit abgezogenem Hut vor arbeiteten, steigen die Thränen in die Augen. Die Männer zwei in Schwarz gekleideten Damen. wollen stärker erscheinen; sie spielen die Tapferen und sagen, daß in Paris Niemand vor Hunger stirbt. Die ältere, eine Matrone mit vergrämtem Gesicht, Drunten wogte das Gewühl der Menschen, das Geerwidert seinen Gruß verbindlich, die jüngere, eine prächtige, wühl war geboren von dem allgemeinen Wunsch, in einer Der Herr verläßt sie dann. Sie schauen ihm nach, etwas üppige Blondine im ersten Schmelz der Jugend- von Selbstsucht beherrschten Welt einmal ein Fest der wie er davon geht, gebeugt, binnen acht Tagen gealtert, schönheit, hat kaum merklich den energischen Kopf geneigt Liebe zu feiern. Und hier oben in seiner stillen Klause eilte ein junger Mann fassungslos mit getödteten Hoffwie gebrochen unter der Last des Unglücks, das vielleicht und ihr Auge hat das Herrchen fast gar nicht gestreift. „ Aeh! welch' Glück, daß ich den Vorzug habe. nungen umher, weil er sich sagte, daß er ohne Liebe leben größer ist, als er eingestehen möchte. Darauf ziehen sich gnädige Frau Majorin freue mich un- müßte und sich dazu unfähig fühlte. Es war ihm so eng auch allmählich die Arbeiter zurück. Sie meinen in dem Aeh Raum zu ersticken, die Kehle ist ihnen wie zugeschnürt, endlich. Gnädiges Fräulein äh darf ich die Kühn- im Zimmer, und doch fürchtete er die Berührung mit der Ihrer kaum würdig wäre mir Außenwelt, der er ja doch seinen Kummer, seine Leiden ein Gefühl innerer Kälte beschleicht sie, als ob sie aus heit haben- äh nicht mittheilen konnte. einem Zimmer kämen, in dem ein Todter liegt. Der große Ehre äh!" Todte ist die Arbeit, die große, stumme Maschine, deren Stelett unheimlich drohend aus dem Dunkel starrt. II. Der Arbeiter liegt draußen, auf der Straße, auf dem Pflaster. Acht Tage lang lief er die Straßen ab, um Arbeit zu finden. Er ging von Thür zu Thür, seine Arme, seine Hände, sich ganz und gar feilbietend für jede Arbeit, die widerlichste, die härteste, die tödtlichste. Und äh Ein bittender Blick der Mutter, und langsam streckt Da klopfte es wieder. Der junge Mann mußte sich sich die schmale Hand nach den Blumen, ohne sie zu be- fassen, seine Züge mußten sich glätten, seine Stimme mußte trachten, sie nur mit den Spizen der Finger fassend. Ein ruhig sein. tonloses Bewegen der Lippen, kein Blick und fort schreitet Ruhig hörte er den Boten an, der ihm augenblicksie, vorbei an dem jungen Mann. Die Mutter folgt ihr, liches Erscheinen auf dem Bureau seines Prinzipals zur nachdem sie noch eine höfliche Verbeugung mit demselben Pflicht zu machen hatte. Ohne Zögern machte er sich zum Ausgange bereit, gewechselt. Die Damen schreiten, ohne zu sprechen, weiter, jede denn er wußte, daß dieser Ruf, zu ungewöhnlicher Stunde scheint mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt. Die fest- in das Komptoir zu kommen, außergewöhnlichen Umgepreßten Lippen der jüngeren, ihre drohend zusammen- ständen entſprang. keine Thür öffnete sich. Wenige Minuten später eilte er mit zuckendem Herzen, Darauf bot sich der Arbeiter zu halbem Preise an. gezogenen Brauen zeigen, daß ihre Gedankeu keine schönen Die Thüren blieben nichtsdestoweniger geschlossen. Und sind. Sie trägt an ihrem Loos, die verwöhnte Tochter aber mit der geschäftlichen Gewandtheit des Kaufmanns wenn er gleich umsonst arbeiten wollte, könnte ihn doch eines verstorbenen armen Offiziers zu sein. Dies Loos ist durch das Menschengewühl nach dem Orte seiner gewohnten Niemand nehmen. Es wüthet die Krise, und die schreck- nicht beneidenswerth, das Loos der„ verschämten Armuth." Thätigkeit. liche, entsetzliche Arbeitsnoth läutet für die Dachwohnungen das Todtenglöcklein. Die Panik hat alle Industrien zum Stillstand gebracht, und das Kapital, das feige Kapital verkriecht sich. Etwa zehn Schritt weiter breitet sich ein wohlgepflegter Schmuckplatz, dessen Rasen schon grün aufsprießt. Fünftes Kapitel. Mit einer verächtlichen Handbewegung wirft sie die Wir finden die Kaufmannstochter noch immer bei der Blumen weit auf den Rasen. Im Gesicht der Mutter Halbtoilette, in welcher sie die Friseuse verlassen. Auch Nach acht Tagen ist Alles aus. Der Arbeiter hat zuckt es schmerzlich. Wortlos, traurig schreiten beide weiter von ihr will die peinliche Unruhe nicht mehr weichen, und sie durchmißt das reich ausgestattete, mit seidenen, spizeneinen letzten Versuch gemacht; langsam, mit leeren Händen, und verlieren sich in der Menge. Ein altes Männchen, schäbig aber reinlich, mit glatt- besetzten Gardinen verhängte Zimmer eilenden Fußes; auch vom Elend gebrochen, kommt er zurück. Ein dichter Regen rieselt herab. Heute Abend, in all dem Schmutz erscheint rafirtem Gesicht, eine Tasche um die Schulter gehängt, ein ihr sind die Wände zu dicht neben einander, und erzürnt Paris wie in Trauer gehüllt. Er geht vorwärts, ohne Kassenbote oder so etwas, sah die Blumen fliegen und stößt sie mit den zierlich bekleideten Füßchen den unter das Unwetter zu fühlen, er fühlt nur seinen Hunger, er fallen. Freudig leuchtet sein Gesicht auf. Er hemmt den ihnen aufrollenden kostbaren Teppich zurück. Sie reicht bleibt nur stehen, um nicht so schnell nach Hause zu Schritt, steht und sieht sich prüfend um. Nein, kein grün- dem Papagei Zucker und reizt ihren Liebling dabei so, kommen. Er neigt sich über eine Brustwehr der Seine: röckiger Parkaufseher, kein behelmter Schußmann ist in daß er sie in den Finger beißt. Sie schlägt nach ihm langsam, mit dumpfem Rauschen rollen die angeschwollenen der Nähe, es kann gewagt werden. Hurtig, so schnell als und trifft doch nur an die Gitter des Käfigs, die das Gewässer vorwärts, weiße Schaumstrudel brechen sich an es die kurzen steifen Beine erlauben, ist er über den Thier seiner Freiheit berauben. D, wie dumm! schreit das Thier; es ist ihm so einem Brückenpfeiler. Er neigt sich noch tiefer über das niedrigen Drahtzaun, sich scheu umblickend. Ein Paar Geländer, der ungeheure Strom wälzt sich unter ihm da- ungelenke Sprünge bringen ihn zu den Blumen, er hat eingelernt; das Fräulein hat so oft darüber gelacht, heute hin und schleudert ihm eine wilde Herausforderung ent- sie gefaßt, ist zurück und steht selig lächelnd im Anblick ärgert es sich darüber. gegen. Aber er sagt sich, daß es feig wäre, derselben des schönen Straußes, von der Menge kaum beachtet, wieder auf dem Wege. Jetzt setzt er sich, immer mit Folge zu leisten.... er geht weiter. Der Regen hat nachgelassen. Das Gas flammt in frohem Lächeln den Strauß betrachtend, in ziemlich schnelle den Schaufenstern der Juweliere. Wenn er eine Scheibe Bewegung, biegt um einige Ecken, vertieft sich in die zertrümmerte, so könnte er mit einem einzigen Griffe Brot innere Stadt mit ihren Straßen und Gäßchen. für Jahre nehmen! In den Küchen der Restaurants Thurmuhr beginnt langsam und behäbig, wie es sich für knistert und loht das Feuer, durch die weißen Mousselin- eine sehr anständige Kirchenuhr in einer sehr anständigen vorhänge bemerkt er Leute, welche essen. Er beschleunigt Stadt schickt, die zwölfte Stunde zu schlagen. Unser Mann seine Schritte und wendet sich der Vorstadt zu, an den beeilt seine Schritte noch mehr und hält bald in einer gelegentlichen Mißhandeln eines Hundes vielbeschäftigte Die Die Klingel ruft das Kammermädchen herbei. " Bring mir den Azor her, ich will ihn kämmen." Es gehörte zum Zeitvertreib des Fräuleins, ihrem Hündchen das Haar zu kämmen. Azor kommt, das Fräulein hat schon wieder ganz andere Gedanken und stößt das schweifwedelnde, kußfertige und kußgewöhnte Thierchen mit dem Fuße zurück. Ob dem ernstdenkenden Manne die mit Kämmen und Geliebte auch noch als das höchste Jdeal hoher Weiblichkeit erscheinen würde? Ein Dienstmann! meldet das Kammermädchen. Soll ich ihm die Kommission abnehmen? Laß ihn auf alle Fälle hereinkommen. Am Weihnachtstage hat man manches zu fragen, und vielleicht fällt mir auch ein Auftrag ein. Der Dienstmann tritt ein, die Müße in der Hand. Sein ehrwürdiges graues Haupt bringt das verwöhnte Fräulein heute doch in ernstere Laune. Was bringen Sie? Ein Paket. Ach wahrscheinlich ein Weihnachtsgeschenk. Damit wird man heute viel behelligt. Von wem kommt es? Von einem Herrn Pezoldt. sich in einen Lehnstuhl und denkt nicht daran, daß der alte Mann, den sie jetzt aufhält, viel gelaufen ist und noch viel laufen muß.- Legen Sie das Paket dort auf den Tisch. Sie sind bezahlt? Ich denke, es wird so sein. Ich übernahm den Auftrag von einem Kollegen. Sie klingelt. Das Kammermädchen erschien wieder. Geben Sie dem Dienstmann ein Markstück. D, ich danke, entgegnete dieser, wenn der Auftrag bezahlt ist, ich denke, es wird so sein, habe ich - Herr Heinrich... rief der junge Mann. ( ratio legis); man leitet diesen Denkprozeß mit AusEs ist Alles in Ordnung, entgegnete der Kauf- drücken wie: offenbar, ohne Zweifel, leicht ersichtlich oder mann mit abwehrender Geberde und verließ das Zimmer. mit ähnlichen Redensarten ein, die immer da zur Verfügung Der junge Mann stand einen Augenblick that- und stehen, wo ein wirklicher Beweis nicht zu erbringen ist; rathlos. Dann ergriff er die ihm gegebenen Papiere und man bildet so ganz persönlich geltende und willkürliche Briefe und eilte hinaus. Gerade am Vorplatz zur Treppe Voraussetzungen, an welche man dann Folgerungen von sah er seinen Vater diese Treppe herunterkommen. Letzte der allergrößesten Tragweite knüpft. Ja, wenn der so rer wollte ihn anreden, aber er stand davon ab, als er willkürlich gebildete„ Geist des Gesetzes" mit dem Wortlaut desselben Gesezes nicht stimmen will, so sagt man seinen Sohn so in Aufregung an sich vorübereilen sah. Man denkt das Glück seiner Kinder machen zu nicht etwa: ich habe mich in der Auffassung des Geistes und geirrt! Ei bewahre, unsere Gesezesgeistfinder" irren nie, können, murmelte der alte Dienstmann betrübt, ach, wie ist das möglich in einer so aus Rand und Band sie sagen dann wie Herr von Schwarze in seiner Erklärung zum Reichs- Preßgesetz( 2. Aufl. S. 77): gekommenen Zeit, wie die heutige ist!? Siebentes Kapitel. " " Die ratio legis spricht für, die Fassung des Gesetzes gegen die Bejahung." Der„ Geist des Gesetzes" kann also dem Wortlaut Der kurze Tag neigte sich schon seinem Ende zu, als Ah so, bemerkte das Fräulein nachlässig, wirft der junge Buchhalter bei dem Fräulein als Abgesandter direkt widersprechen! Der Richter hat zum Verdonnern von politisch mißliebigen Personen immer die Wahl des Haus- und Handelsherrn angemeldet wurde. Er wurde unmittelbar vorgelassen. Das Fräulein in solchen Fällen zwischen Geist und Wortlaut. Das ist ordnete in aller Haft ihre halb unfertig gelassene Frisur, freilich ebenso bequem als höchst traurig. Dieser„ Geist der Rechtsprechung", der nicht etwa die 30g den seidenen Schlafrock dichter über der stürmisch bewegten Brust zusammen, und nahm eine möglichst nach- Schuld dieser oder jener einzelnen Richter ist, sondern im lässige Haltung ein. War doch der junge Mann, dessen System unserer Zeit liegt, bevölkert heut unsere GeBildung und Reichthum an Kenntnissen auch ihr imponirten, fängnisse mit politischen Verbrechern. Gesetzesnur ein Angestellter, ein Bediensteter, und sie die Tochter paragraphen, die viele Jahre ziemlich unbenutzt im Schaze des vielvermögenden Prinzipals, der ihm Eriſtenz ge- unseres Strafrechtes in einem verstaubten Winkel lagen, währte, d. h. der ihn vortrefflich für seinen Nußen zu die also scheinbar niemand übertrat, für welche auch der und deren giebt es schon seit vielen Jahrzehnten eine große Zahl verwenden wußte, andernfalls er ihm jedenfalls die findigste Staatsanwalt bisher keine VerEristenz nicht gewähren würde. Als der junge Mann mit achtungsvollem und zurück- wendung fand, werden plöglich hervorgeholt aus dem haltendem Gruße eingetreten war, deutete das Fräulein Staube, blankgeputzt, und schaarenweise können die Arbeiter nach denselben verurtheilt werden. auf einen Stuhl und sagte: Ist damit ein neuer Geist in die Arbeiter gefahren? Setzen Sie sich, Herr Schultes. Sie kommen mit einem Auftrage meines Vaters. A propos, Sie haben Sind nun alle auf einmal geradezu erpicht, Strafthaten mir heute durch einen Dienstmann, einen Kollegen Ihres zu begehen, an die sie früher nie dachten? Lange nicht; Vaters, etwas zustellen lassen wollen, was wie ein Weih- jie thun, was sie so lange thaten, als ihre Arbeiternachtsgeschenk aussah. Sie haben es zurückerhalten, bewegung besteht, was man ihnen nie verdacht hat, was fie also für vollkommen erlaubt hielten. Man hat öfters hoffe ich? weiter nichts zu thun hier. So stolz? bei einem Dienstmann sehr seltene Erscheinung. Sie haben keine Familie zu ernähren? Eine Frau. Mein Sohn ist selbständig. Wohl auch Dienstmann? Nein, Kaufmann. -Kaufmann? das Wort wird viel mißbraucht. Wahrscheinlich bei einem Krämer? Nein, Buchhalter auf einem Komptoir. So? bei wem denn? Bei Heinrichs u. Co. Wie? bei uns? Wie heißen Sie denn? Schultes. Schultes, rief das Fräulein. wußte nicht recht, was sie sagen sollte. " Der junge Mann hatte sich nicht gesetzt, jetzt stand in der ersten Zeit gelacht über den Versuch ihre Hander mit geisterblassem Gesicht der hochmüthig höhnenden lungen, die seit jeher als erlaubt galten, plößlich unter Es war mit einem Male purpurroth geworden, und Dame, deren Schönheit ihn mit unaussprechlicher Liebes- einen allen Rechtskundigen schon ebenso lange bekannten gluth erfüllte, gegenüber, aber er zuckte kaum und meinte: Strafgefeßparagraphen begriffen zu finden, man hat eine Es handelt sich jetzt um eine wichtige Sendung solche Auslegung" für unmöglich, wiederfinnig, lächerD, sprach das Fräulein, indem sie endlich einige lich gehalten und siehe da, nach kurzer Zeit regnete es Fassung gewonnen, gehen Sie zu meinem Vater hin- von Seiten Ihres Herrn Vaters, Fräulein. Ja, ja. Sie seßen sich nicht? D, ich bin förmlich Verurtheilungen aus dieser ganz neuen Anwenunter und sagen Sie ihm, daß ich ihn dringend zu sprechen habe. Nehmen Sie das Markstück für diese Kommission. nicht so zeremoniell, wenn ich auch sagen muß, daß Sie dung eines alten Gesetzes. mit Ihrem beabsichtigten Geschenk bewiesen haben, daß Sie Eine so kurze Kommission kostet 15 Pfennige. Wenn ich sie aber mit einer Mark bezahlen will? ich leicht über die gesellschaftlichen Schranken hinwegzujeßen Berkauf, an die Beihilfe", die ein Käufer leistet, wenn So werde ich Ihnen einen Kollegen heraufschicken. Ich will aber, daß es sogleich und durch Sie besorgt wird. geneigt sind. Wir dürfen nur an den neuesten Fall dieser Art, an die ,, Verleitung" eines gewerbsmäßigen Verkäufers zum -Wollen Sie den Auftrag Ihres Vaters in Empfang er eine Sache kauft, erinnern. Hiernach wundern wir uns über nichts mehr. Es nehmen, Fräulein? fragte der junge Mann, ohne bei dieser soll uns fünftig auch ganz kühl lassen, wenn in einem Gut, ich werde es ausführen, ich werde dem Strafpredigt eine Miene zu verziehen. Ich werde ihn in Empfang nehmen, sobald ich politischen Prozeß in der Folge einmal der Dieb freigeKammermädchen das Treppensteigen ersparen. Und ehe das Fräulein etwas dazu sagen konnte, war mit dem fertig bin, was ich Ihnen zu sagen hatte. Ihre sprochen und der Bestohlene bestraft wird, weil er Reit gehört, meinem Pater... und falgeheffen auch mir ich durch den Besitz der Sache den Dieb zum Diebstahl an= gespect and verleitet, auch Beihülfe geleistet hat, Sechstes Kapitel. Das hat aufgehört, Fräulein; ich habe soeben indem er sich bestehlen ließ. Ein Stockwerk unter dem Zimmer, in welchem wir meinen letzten Gehalt empfangen, deshalb brauche ich meine In allerneuester Zeit spielen bekanntlich die Geheimsoeben verweilt haben, finden wir ein kleines Kabinet neben Meinung nicht zu vertheidigen, daß ich meine Zeit nur bundsprozesse eine große Rolle, sie sind modern geeinem großen Bureauzimmer, und auf einem amerikanischen dem Geschäft und nur für eine bestimmte Zeit und nur worden. Ist in die deutschen Arbeiter plöglich, ganz Wiegestuhl einen Mann von wohlgepflegtem Aeußeren, für bestimmte Arbeiten gewidmet hatte, die mit Ihnen ihrem sonstigen deutschen Charakter entgegen der Geist einen Mann von etwa sechszig Jahren. Er drückt soeben nichts zu thun haben. des verstorbenen Mazzini, der italienischen Kamorriſten und einen ziemlich großen Petschaft auf den Siegellack, der So? Sie sind entlassen? Nun, das ist mir Carbonari gefahren? Ganz sicher nicht, denn einen echten einen umfangreichen Brief verschließen sollte. Dann wirft befremdend, jedenfalls bin ich ganz unschuldig, denken Sie und rechten Geheim bund, mit dem man sich sehen er sich zurück in die Lehne des Stuhles und spricht mit nicht, daß Ihre heutige... Ihre laffen kann, der auch nur einigermaßen sich dazu gebrauchen einem unbeschreiblichen Ausdruck vollkommenster Hoffnungs- Fräulein, wollen Sie nicht die schriftlichen Zu- ließe, die Angstphilister und Kartellwähler gruselig zu losigkeit. sendungen Ihres Herrn Vaters in Empfang nehmen, oder machen, hat man trotz aller Spizelprozesse und MassenSo wäre das vorlegte Geschäft besorgt. Die soll ich sie hier niederlegen. verurtheilungen nicht ans Tageslicht ziehen können. Pleite von Gründer u. Co. hat meinem Geschäfte den D, entschuldigen Sie, Sie scheinen es sehr eilig zu Es sind immer nur höchst einfache und unschuldige Sachen Rest gegeben. Es wird in Zukunft keine Kaufleute mehr haben und Ihre Zeit wird nicht mehr von uns bezahlt. dabei zu Tage gekommen, die meistens schon recht alt sind geben, wie es früher welche gab. Ohne Kredit, ohne Aber wo ist mein Vater? und recht lange unangefochten bestanden, die nur der Glauben ist unser Geschäft nicht möglich, und wer soll in Ich will keine neue Taktlosigkeit in Ihren Augen moderne„ Geist des Gesetzes" jest strafbar gemacht hat. solchen Verhältnissen ferner Kredit geben und glauben? begehen; in dem ich Sie zu irgend etwas ermahne. Nur Wohl, ich habe das Fazit einer bald vierzigjährigen Ge- darauf hinweisen will ich, Fräulein, daß wenn Sie die meßenprozeß entgegen, aus welchem wir unsern Lesern So etwas tritt uns auch in dem Leipziger Steinschäftsthätigkeit gezogen, es lautet auf so und so viel furchtbar ernste Wichtigkeit dieser Zusendung ahnen könnten, einige Proben geben wollen. unter Null. Betrügen mag ich nicht, dazu bin ich zu Sie jedenfalls nicht zögern würden, sich ohne allen Aufstolz, betteln mag ich nicht, ich liquidire. Ich würde es enthalt damit zu befassen. meiner Tochter nie sagen können, daß sie entbehren, wo- Das Fräulein erbleichte und erbebte zu gleicher Zeit. möglich gar arbeiten muß, sie würde mich anklagen, daß Dennoch zwang sie sich zur Fassung und streckte den weißen, ihr das nicht zur rechten Zeit gesagt. Ein Kaufmann runden Arm aus; indem sie kaum bemerkbar rief: sollte Alles voraussehen, aber ich habe gar nichts gesehen. Geben Sie; aber setzen Sie sich; oder haben Sie Es kommt eine andere Zeit, in die ich nicht mehr passe. teine Zeit für uns? D, es klingelt es wird Schultes sein. Schultes ist der Ich stehe Ihnen ganz zu Diensten, Fräulein, ereinzige Mann in meinem Geschäft, dem ich Zutrauen widerte der junge Mann, und nahm, der erneuten Einschenken kann. Er ist arm, aber ehrlich. Merkwürdig. ladung folgend, Play. D, Herr Schultes, treten Sie nur ein. Ich habe Ihnen Weniges, aber sehr Wichtiges zu sagen. Unser Geschäft ist pleite. großer Aufregung. ( Schluß folgt.) Geheime Verbindung. ( Zum Leipziger Steinmetzen- Prozeß.) D, ich glaube nicht, rief der junge Mann in Aber ich weiß ja wohl, entgegnete der Kaufmann. Gründer u. Co. lassen- wer hätte das je gedacht von solch einer Firma 20 Prozent anbieten. Das Das deutsche Strafrecht ist wie kaum ein anderes bringt mich tief unter Pari, und ich bin damit fertig. vieldeutig und unbestimmt in den Begriffen, die es für StrafIch glaube doch nicht. thaten aufstellt. Es ist bei seinem Erlaß sichtlich die Absicht Aber ich weiß es, und das ist maßgebend. Sie geltend gewesen, den Machthabern ein Mittel zu geben, finden hier Vollmacht für Sie, und diesen Brief lassen um besonders in politischen Sachen möglichst viele zu beSie meiner Tochter zukommen. Ah, hier ist Ihr Gehalt strafen, dafür zu sorgen, daß nicht an der Hand einer und Ihre Gratifikation. Das ist für Ihre geleisteten strengen Begriffsfeststellung irgend jemand, den die ReDienste. Was Sie noch thun, müssen Sie aus Koulanz gierung gerne bestraft haben möchte, sich dem über ihn geworfenen strafrechtlichen Neze entziehen kann. „ Der Geist des Gefeßes", der im Grunde der jedes D, ich werde schon ein Pläßchen finden, sagte maligen Richter eigener Geiſt iſt, zieht in unserer Rechtder alte Mann mit fast bebender Stimme und erhob sich, sprechung seine unheimlichen Kreise und macht die Urtheils um seinen Hut- den Pelz- Ueberrock hatte er bereits an- findung so häufig unverständlich. Man zieht ziemlich gezogen aufzusetzen. willkürlich aus dem Gesetze einen„ Geist des Gesetzes" thun, denn ich habe nichts mehr. - Aber was werden Sie thun? Der§ 128 des R.-St.-G.-B. lautet: Die Theilnahme an einer Verbindung, deren Dasein, Verwerden soll, oder in welcher gegen unbekannte Obere Gehorsam faffung oder Zweck vor der Staatsregierung geheim gehalten oder gegen bekannte Obere unbedingter Gehorsam versprochen wird, ist an den Mitgliedern mit Gefängniß bis zu sechs Monaten, an den Stiftern und Vorstehern der Verbindung mit Gefängniß von einem Monat bis zu einem Jahre zu bestrafen." nur von„ geheimen" Verbindungen) zu deren Zweck oder Der§ 129 handelt von Verbindungen,( also nicht Beschäftigung gehört, Maßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gesetzen durch ungeseßliche Maßregeln zu verhindern oder zu entkräften. Er kann, wie in den Erkenntnißgründen angeführt wurde, im vorliegenden Prozesse nicht zur Anwendung, weil der Schuldbeweis nicht erbracht war, wir können also von ihm auch absehen. Daß der in§ 128 vorgesehene Gehorsam gegen un= bekannte oder der unbedingte Gehorsam gegen be= kannte Obere außer in Schauderromanen oder bei Polizeispiteln wohl nicht vorkommt, wird unsern Lesern klar sein. Die anderen Bestimmungen sind so dehnbar, daß sie eigentlich nirgend und doch überall passen. steht die Frage: was versteht man unter„ geheimAbgesehen von: was ist eine Verbindung? enthalten?" Die Leipziger Polizei bei Schließung des Fachunter Geheimhalten", daß man ihr der löblichen und vereins der Steinmeßen sagte ganz einfach, sie verstehe neugierigen Polizei etwas nicht anzeige, von dem sie glaubt, es wäre besser, sie wisse es. 11 wohlweisen Polizei interessant sein könnte, so würde daraus Da nun niemand vorher wissen kann, was der hoch δ g g D 11 e Я 2 r ft 9 b 2 g 8 2 di de u 2 ist g be นา in Te al B få zi 23 n 10 ni pr d je po 110 B fic tig G EREE au di zu V ir in au et fre au fte an I he w D ge or 10 sp au re Doch knüpfen wir für die Feststellung der Begriffe" wieder an das Leipziger Erkenntniß an! Was ist eine Verbindung" im Sinne des§ 128 des Strafgesetzbuches? Das Erkenntniß antwortet: " folgen, daß immer zwei zusammen arbeitende recht" bezieht sich aber nicht auf konkrete Arbeitsverträge, der Arbeiter nicht den vollen Ertrag seiner Arbeit Personen ihr täglich einen ganz ausführlichen sondern auf Sitte und Ordnung im Gewerk. Wenn ein bekommt? Ist es nicht begreiflich, daß die Anhäufung Beschäftigungsbericht einreichen müßten. Gefelle dafür bestraft wird vom„ Budenrecht", weil er des Kapitals einerseits, ohne gleichzeitige Armuth anderersich beim Meister anschmußt", d. h. wenn er entlassen ist, seits, ein Ding der Unmöglichkeit wäre? Wenn also das durch unwürdiges, erniedrigendes Betteln wieder in Arbeit Kapital sich so anhäuft, daß man nicht mehr weiß, wohin zu kommen fucht, so hat das mit einem konkreten Arbeits- damit, und wenn demnach der Zinsfuß etwas sinkt, ist vertrage nichts zu thun, fällt also nicht unter§ 153 der das dann auch nicht ein deutliches Zeichen der wachsenden Rt.-Gew.-D. Ein solcher Druck" durch die Gesellenschaft, Armuth und wirthschaftlichen Hilflosigkeit des Volkes? ,, Als Verbindung im Sinne des§ 128 St.-G.-B. ist jede Ver- wenn er nicht gegen andere Geseze verstößt, ist erlaubt. Der niedrige Zinsfuß nüßt den Armen, den Besißeinigung einer Mehrzahl von Personen auf längere Dauer Wer sich nicht fügen will, hat ja die Freiheit", dasselbe losen, nichts, denn wer Nichts hat, der kann weder zu anzusehen, bei welcher eine Unterordnung des Einzelnen unter zu thun, was dem Arbeiter zu thun bleibt, wenn ihm die hohem, noch zu niedrigem Zinsfuß borgen. den irgendwie, z. B. durch Mehrheitsbeschluß zum Ausdruck ge= brachten Willen der Gesammtheit, also eine, wenn auch nicht durch Behandlung durch Meister oder Werkführer nicht gefällt, Wenn Zins und Profit kleiner werden, so sucht das geschriebene Statuten festgesezte, Organisation besteht und bei welcher er kann fortgehen. Streikunterstützung ist eben- Kapital den Ausfall durch größeren Umsatz zu ersetzen. es sich um öffentliche Angelegenheiten, die jedoch auf die falls keine öffentliche Angelegenheit". Es bliebe von den Der größere Umsatz kann aber nur von dem erzwungen politischen Gegenstände im engeren Sinne nicht beschränkt werden der Plazdelegirten- Versammlung vorgeworfenen Hand- werden, der über große Mittel verfügt. Deshalb sind dürfen, handeln muß. Als Moment, wodurch die Strafbarkeit der Theilnahme an lungen, die sich auf„ öffentliche Angelegenheiten" beziehen zur Führung eines Geschäftes immer größere und größere einer solchen Verbindung bedingt wird, tritt hinzu die Form der sollen, nur eine einzige als belastend bestehen, wenn sie Kapitalien nöthig. Erzwungen wird aber wiederum der selben, d. h. die Absicht der Geheimhaltung des Daseins, voll erwiesen wäre, das ist die Bewilligung einer Geld- größere Umsatz durch einen Druck auf den Verkaufspreis der Verfassung oder des Zweckes der Verbindung vor der summe zur Wahlagitation". Dieser Fall aber gerade ist und die Herabseßung des Verkaufspreises drückt wieder Staatsregierung( vergl. Entscheidungen des Reichsgerichtes Bd. XIII Seite 277.) kaum nach dem vorliegenden Erkenntniß als erwiesen an- auf den Lohn. So geht der Mittelstand zu Grunde und Es ist die bloße Geheimhaltung der Verbindung strafbar, zunehmen. der niedrigere Lohn verringert die Verbrauchsfähigkeit des gleichviel ob sie außerdem eine landesgesetzliche Vorschrift verletzt Die Absicht der Geheimhaltung" findet das Er- Arbeiters und ermöglicht eine weitere ungeheure Vermehrung oder nicht." kenntniß einfach in der Nich tanmeldung der Versamm des Kapitals. Und dieser Prozeß wird so lange fortgehen, Wir wollen gegen diese Erklärung hier nichts ein- lung, spricht die Angeschuldigten wegen dieser bis- nun das wird sich später zeigen. wenden. Sie verlangt für den Begriff der„ Verbindung" Unterlassung aber ausdrücklich frei von der Aneine Mehrzahl der vereinigten Personen, eine längere klage, sich dadurch gegen das sächsische Vereinsgesetz verDauer, eine Unterordnung unter Mehrheitsbeschlüsse, das gangen zu haben. Beschäftigen mit„ öffentlichen Angelegenheiten" im weiteren Sinne und die Absicht der Geheimhaltung. = Es sagt wörtlich: Wenn Gewiß, der Zinsfuß ist zur Zeit ein sehr niedriger. Die Konvertirung einer Staatsschuld zu einem niedrigeren Zinsfuß ist heute eine Kleinigkeit, vorausgesezt natürlich, daß der Kredit des Landes gut ist, aber die VerhältEs steht nun allerdings thatsächlich fest, daß sowohl Eichhorn nisse, welche es ermöglichen, die Ursachen, welche zu Gründe Das Erkenntniß hält nun für erwiesen, daß eine als Jakob, so lange sie als erste Vorsitzende des Fachvereins auch liegen, find gerade die immer mehr wachsende Verelendung Mehrzahl" von Personen vorhanden war. Vorstand des die Platzvertreter- Bersammlung einberufen bezw. geleitet haben, niemals eine Anzeige von dem Stattfinden derselben an die Polizeider Massen. Fachvereins und Plazdelegirte machten zusammen vielleicht behörde gemacht haben. Allein die Angeklagten haben behauptet, Was die kapitalistische Presse anstaunt, und was als 30 Personen aus. Dagegen ist nichts zu sagen. Auch daß sie von der Meinung ausgegangen seien, die einzelnen Ver- eine große That des englischen Finanzministers angesehen die längere Dauer" dieser Vereinigung ist vielleicht sammlungen bedürfen ihrer Art nach als Versammlungen in wird, ist nichts als ein untrügliches Symptom des immer zuzugeben, obwohl uns das schon bedenklich erscheint. Der gewerblichen Angelegenheiten keiner Anmeldung. Vorstand war zwar immer vorhanden, auch die einzelnen weis erbracht werden kann. D. N.) eine unrichtige sein würde, so nun auch diese Annahme offenbar( bekanntes Wort, wenn kein Be- näher kommenden Zerfalles der heutigen Gesellschaft. Delegirten auf den Pläßen bestanden wohl für längere konnte doch das Gericht die Möglichkeit, daß die Angeklagten fich Zeit, aber ihre Verbindung mit dem Vorstande erfolgte in einem Irrthum über die Thatsache, welche die Anzeige= nur jedesmal durch einzelne Zusammenberufung zu be- pflicht in dieser Richtung bedingt, befunden haben können, nicht Wippchen aus Amerika über die Sozialistenstimmtem Zweck und hörte auf, sobald diese Versammlung die Unterlassung der Anzeige bedingt durch die Absicht, das Beals völlig ausgeschlossen erachten. Uebrigens aber war verhaftungen in Berlin. geschlossen war. Daraus, daß solche Versammlungen stehen 2c. der Verbindung geheim zu halten und diese Geheimhalwiederkehrten, folgt noch nicht unbedingt ihr Zusammen- tung bildet das Strafbarkeits- Moment für die Verbindung im Sinne Berichte bekannt; sie verstehen aus der harmlosesten BeDie amerikanischen Reporter sind wegen ihrer gepfefferten des§ 128 des St.-G.-B., war also bei Begehung dieses Vergehens Die Unterordnung" hält das Erkenntniß auch für unzweifelhaft, ob bei dieser Sachlage die vor dem Inkrafttreten des machen. in den Willen der Thäter mit aufgenommen. Es war mithin nicht gebenheit eine Schauergeschichte sensationellster Art zu Reichsstrafrechts erlassene sächsisch- rechtliche Bestimmung in§ 34 Nun kommt aber der schwächste Punkt, das ist die des Vereinsgesetzes, daß die§§ 32 und 33 dieſes Geſetzes ge- wir denn doch, als wir lafen, in welcher Weise eines der Das wußten wir bereits. Aber überrascht waren Bestimmung des dehnbaren Begriffes öffentliche An- ordneten Strafen, abgesehen von etwaigen Kriminalstrafen, und wir denn doch, als wir lafen, in welcher Weise eines der noch neben denselben einzutreten haben, noch Anwendung finden." größten New- Yorker Blätter, die„ Evening Sun"( Abendgelegenheiten." Das Erkenntniß sagt: Allen Respekt vor dem hohen Gerichtshofe. Wenn sonne) telegraphisch von ihrem Berliner Korrespondenten, die Leiter des Vereines die Anmeldung der Versamm Berliner Sozialistenverhaftungen angelogen wurde. er aber hier ausdrücklich die Möglichkeit anerkennt, daß der sich noch dazu ausdrücklich nennt, über die jüngsten Der§ 1 der Ausführungsverordnung zu dem sächsischen lungen, die sie für rein gewerbliche hielten, in gutem Zur Erheiterung unserer Leser wollen wir den Bericht Gesetz, das Vereins- und Versammlungsrecht betreffend, vom Glauben unterlassen haben und daß dieserhalb schon dieses wirklichen Wippchen hier nahezu unverkürzt wieder23. Nov. 1850, bezeichnet, als öffentliche Angelegenheiten im Sinne die Strafbarkeit des Unterlassens der Anmeldung nach dem geben. dieses Gesetzes diejenigen, welche der Politik, Religion, Einrichtungen hang. erwiesen. Die Wirksamkeit der Vereinigung wird entfaltet in Beziehung auf öffentliche Angelegenheiten. des Staates, der Kirche und Schule, das Gemeindewesen, Handel Vereinsgefeße mindestens sehr zweifelhaft ist, wie konnte Mr. Blakely Hall depeschirt also: und Gewerbe, die Beförderung gewisser Richtungen des derfelbe Gerichtshof dann aus derselben Unterlassung die In Berlin ist gestern eine Frau Rutisch wegen ZuVolkslebens und andere Gegenstände des öffentlichen Absicht der Geheimhaltung der Versammlungen im widerhandlung gegen das Sozialistengeset in Haft genommen Lebens betreffen. Diese Bestimmung des Begriffes„ öffentliche Angelegenheiten" Sinne des§ 128 des St.-G.-B. herleiten? Das ver- worden. Sie soll eine der durch ihre Thätigkeit in der ist auch jezt noch als zutreffend zu erachten und namentlich ist sie stehen wir nicht. Wir meinen, der gute Glaube mußte sozialistischen Bewegung bekanntesten und angesehenſten nicht durch die Bestimmungen des§ 152 der Reichs auch da die Angeklagten straffrei machen, weil sie sich in Frauen sein.( Das geht noch, nun aber weiter:) gewerbeordnung beschränkt, welche die Verbote und Straf- einem thatsächlichen Irrthum befanden. Es ist unmöglich, Nachrichten durch die Vermittlung bestimmungen gegen gewerbliche Gehilfen 2c. wegen Verabredung So kann man wohl gespannt sein auf den endlichen der deutschen Reichs- Post- Telegraphen abzusenden!( Armer und Vereinigung behufs Erlangung günstiger Arbeitsbedingungen, insbesondere mittelst Einstellung der Arbeit aufhebt, da durch Ausgang dieſes Prozesses, der sehr geeignet erscheint, die Hall, das mußte nun gerade Dir passiren und den letztere Bestimmung, die bloß auf leberwachung der Thätigkeit heutige Rechtsprechung den Arbeitern gegenüber zu be- Anderen nicht). aller auf öffentliche Angelegenheiten bezüglichen Vereine gerichteten leuchten. Vorschriften der Vereinsgefeße nicht berührt werden." Sinken des Zinsfuses und abnehmende Ausbeutung des Volkes? Ich habe deshalb nach der österreichischen Grenze fahren müssen, und hier schreibe ich nun!( Glücklicher Hall, für diesen Ausflug nach Desterreich wirst Du schöne Spesen berechnen können!). In dieser Erklärung der„ öffentlichen Angelegenheiten" fällt sofort auf, daß sie durch die gesperrt gedruckte Beziehung auf gewisse Richtungen des Volkslebens" in's Heute ist eine andere Verhaftung in Berlin vorWesenlose und Unbestimmte gezogen wird. Dies geschieht genommen worden. Es ist die eines der anerkannten noch mehr durch die Beziehung auf ,, andere Gegenstände", Die englische Regierung hat neuerdings einen großen Führer der Sozialisten Albert Quandt! Er ist in einem so daß man sagen kann, diese Erklärung ist durchaus Theil ihrer Staatsschuld„ konvertirt", d. H. sie hat die Hause aufgefunden worden, in welchem große Haufen nicht dazu geeignet, den Begriff„ öffentliche Angelegenheiten" alten Schuldscheine in neue, in Schuldscheine mit anderen von revolutionären Pamphleten aufgeschichtet waren!!! präzise zu umschreiben und einzugrenzen, sondern vielmehr Zahlungsbedingungen umgewandelt. Es ist ihr im Hand- Einige waren von Lassalle geschrieben, andere in außerdazu, den Begriff so auszurenken, daß er so ziemlich für umdrehen möglich gewesen, den Zinsfuß von 3 pCt. auf ordentlich feuriger Sprache, verfaßt von dem bekannten jede nicht ganz isolirte, weitere Kreise ziehende Thätigkeit 23/4 und 21/2 pet. herunterzusetzen. Sozialisten Bebel; es wurden desgleichen die letzten Reden paßt. Aber dennoch scheint uns das Erkenntniß, auch Die Presse im Allgemeinen weiß sich die Ursachen und die Vertheidigung der in Chikago hingerichteten nach dieser unvergleichlichen Erklärung bemessen, den natürlich nicht zu erklären und so salbadert sie in der lächer- Anarchisten vorgefunden. Beweis nicht erbracht zu haben, daß die„ Verbindung" lichsten Weise darüber.„ Das wirthschaftliche Leben", Große Volkshaufen umstanden das Haus in der sich mit derartigen öffentlichen Angelegenheiten beschäf- moralisirt ein großes Handelsblatt, regulirt sich von Koppenstraße, in welchem die Druckerpresse mit Beschlag tigt hat. selbst, indem es dem stark anwachsenden Kapitalüberschusse belegt wurde!! Die Ausübung des„ Budenrechtes", d. h. des Rechtes, in demselben Verhältnisse einen Theil seiner Macht 36 Verhaftungen sind vorgenommen worden. Sitte und gewerkschaftliche Ordnung unter den Steinmeßen benimmt." Keine der deutschen Zeitungen erwähnt dessen mit auf den einzelnen Werkplägen aufrecht zu erhalten, solche, Man wird zugeben, daß das der höhere Blödsinn einem Wort!!! die sich gegen Sitte und Herkommen vergingen, schwarz ist, der nur um deswillen zu bedauern ist, weil für Manchen Die Polizei ist taub und giebt keine Information!!! zu stellen", steht sicherlich weder mit einer Richtung des die Zeitung ein Drakel ist, und weil Mancher selber die Einer der hiesigen Reichstagsabgeordneten sagte, als Volkslebens noch mit dem öffentlichen Leben in Sache nicht versteht. ich ihn auszuforschen versuchte:„ Die Regierung thut gut, irgend einem Zusammenhang, sondern ist lediglich eine Weil das Kapital immer mehr wächst, deshalb soll die Bewegung jezt zu unterdrücken, denn in einer kurzen innere Angelegenheit der Steinmetzen- Gehilfenschaft, beruht es seine Macht verlieren? Ist der niedrigere Zinsfuß, den Zeit würde es zu spät sein." auf freiwilliger gegenseitiger Einwilligung wie ein Land für seine Schuld bezahlt, als Zeichen abnehmenetwa die, daß die Meister sich den Satzungen einer Innung der Macht zu betrachten? Lächerlich! Die Macht des freiwillig unterwerfen, die ihnen Konventional strafen Kapitals ist nicht nach der Macht des einzelnen Sovereigns auflegt, wenn sie gegen die Saßungen verstoßen und z. B. oder Zwanzigmarkſtückes zu veranschlagen. Das Kapital Gesellen beschäftigen, die von der Innung schwarz ge- ist eine gesellschaftliche Erscheinung, deren Macht unstellt" sind. Wir haben noch nicht erlebt, daß Staats- abhängig von der Zahl ihrer einzelnen Theile, nur als anwaltschaft, Polizei und Gericht in solchem Vorgehen der Ganzes zu erwägen ist. Zwei Millionen haben überall Innungen eine Einwirkung auf„ öffentliche Angelegen- eine größere Macht als eine Million, wenn auch der heiten" oder sonst etwas Strafbares gefunden haben. Es Zinsfuß ein kleinerer iſt. Der kleinere Zinsfuß bringt wird den Gesellen dann doch dasselbe Necht auch zustehen. Das Kapital nicht in die Hände der Massen. Diese bleiben Daß solches„ Schwarzstellen", wie das Erkenntniß annimmt, arm, und sei der Zinsfuß auch noch so klein. gegen die Bestimmungen des§ 153 der Reichsgewerbe- Warum häuft sich denn das Kapital so an? Das wahrscheinlich weil der Name zufällig einmal stimmt!) ordnung verstößt, ist nach dem Reichsgerichtserkentniß vom Geld heckt ja nicht und bringt keine Jungen zur Welt, Karkinnis, einer der Führer, hatte eine Wohnung von 10. November 1887, das wir in Str. 21-1887 be- und es giebt wohl schwerlich einen Millionär, der das, drei Zimmern, von denen das eine vollständig dunkel iſt. sprochen haben, nicht richtig; denn wenn sich§ 152 nur was er besißt, mit seinen eigenen Händen gemacht hat. Er vermiethete auch Zimmer( wo blieb er denn hernach auf„ konkrete Arbeitsverträge" erstreckt, so kann selbst- Ist es denn so schwer einzusehen, daß die Anhäufung des selber, da er nur zwei helle hatte?), deren Bewohner jeßt redend der§ 153 auch nicht weiter reichen. Das„ Buden- Kapitals nur die Folge eines Systems ist, unter welchem alle unter polizeilicher Beaufsichtigung stehen. Im Hause des Joseph Süßmann ist Haussuchung abgehalten worden. Dort sind unter anderm auch zwei Sammellisten vorgefunden. Diese Listen werden wahrscheinlich neue Verhaftungen verursachen!!! Die Polizisten haben Süßmann in sehr gewaltsamer Weise verhaftet; er beklagt sich bitter über die grausame Behandlung. Die Druckarbeiten wurden im Keller eines Gebäudes verrichtet, welches 90 Bewohner zählt, sämmtlich Sozialiften!!! Karkinnis( das Blatt macht hier ein Fragezeichen Guitarre. Wippchen, Wippchen, gegen diesen Konkurrenten bist Du doch nur ein armes Wurm! Arbeiterversicherung, Gewerkschaftliches. " Karkinnis befindet sich hier seit sieben Monaten, seine| seinen Arbeitern außer dem Gottesdienste, welchen er jeden Sonn-| mann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.- Gäste Vergangenheit ist in Dunkel gehüllt. Er ist ungefähr abend Abend in seinem Etablissement abhalten läßt, auch ver- haben Zutritt. Fachverein der Tischler. Die nächste Vereinsver25 Jahre alt, fröhlichen Charakters; spielt die Flöte und gönnen, daß sie einen Tag in der Woche ihr eigener Herr wären. ſammlung findet heute, Sonnabend, den 26. Mai, bei Jordan, Neue Es ist als vorläufiges Resultat zu verzeichnen, daß ca. 600 Grünstraße 28, statt.- Die Zahlstellen des Vereins befinden sich Niemand würde von ihm geglaubt haben, Gesellen die Arbeit niedergelegt und daß die Chancen für einen in folgenden Lokalen: 1. Friedrichsbergerstr. 25 bei Christen, 2. daß er sich mit dem Gedanken trägt, Könige und glänzenden Sieg sehr gut stehen, indem die Arbeit massenhaft an- Stalizerstr. 107 bei Kunstmann, 3. Belle- Allianceplay 6 bei gehäuft ist und die Einigkeit unter den Streikenden nichts zu Schmidt, 6. Göbenstr. 15 bei Ettlich, 7. Alte Jakobstr. 38 bei Hilscher, 4. Zionskirchplay 11 bei Hohn, 5. Mariendorferstr. 5 bei Prinzen zu morden!!! Vor einigen Monaten erhielt er eine Handpresse, wünschen übrig läßt.- Der Arbeitsnachweis befindet sich einzig Schumann. Die Zahlstellen sind jeden Sonnabend Abend von 812 dieselbe ist ungefähr halb so groß wie ein Piano; feit und allein Jüdenstraße 24, wo sich auch das Streikbureau befindet. bis 10 Uhr geöffnet; daselbst werden Beiträge von den Mitgliedern den letzten Wochen arbeitete er Tag und Nacht, um die Anfragen sind zu richten an Bosin, Straußbergerstraße 6a; Geld- entgegengenommen und neue Mitglieder aufgenommen. Die Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins letzten Exemplare von 50 000 Pamphleten zu drucken. sendungen an E. Geelhaar, Ohmgasse 1, v. II. sämmtlicher Berufsklassen Filiale Berlin 1 hält heute, 22000 von diesen sind zur Vertheilung gelangt; 28 000 An die Maurer und Zimmerer, sowie alle übrigen Sonnabend, den 26. d. M., Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78 bei WollArbeiter Berlins! Kameraden und Freunde! hat die Polizei mit Beschlag belegt. Die Presse war gut wißt, daß der Gefeßentwurf betreffs der Alters- und Invaliden- des Berufes und Geschlechts vom 14.- 45. Jahre werden in jeder Ihr alle schläger eine Versammlung ab. Neue Mitglieder ohne Unterschied geölt und arbeitete vollständig geräuschlos. versicherung in der vorigen Reichstagsfizung noch nicht zur Ver- Versammlung sowie zu jeder Tageszeit beim Vorsitzenden Saffe, handlung gelangt ist, aber sicher in der nächsten berathen wird. Hasenhaide 48, und beim Kassirer Schilling, Koppenſtr. 48, aufIhr wißt, daß in dem Entwurfe von einem Quittungsbuche die genommen. Rede ist, welches sich sehr leicht als Arbeitsbuch für uns ArCentral- Kranken- und Begräbnißkasse der Buchbeiter verwerthen läßt, und was ein solches Buch, worin mißliebige binder und verwandten Geschäftszweige( E. H.) Die MitArbeiter, die den Muth haben, für die Rechte ihrer Kollegen einzu- glieder werden auf die heute, Sonnabend, den 26. d. M., Abends treten, durch geheime Merkmale gekennzeichnet werden könnten, für 9 Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16, stattfindende uns zu bedeuten hätte, bedarf wohl keiner weiteren Beleuchtung. Um Hauptversammlung, deren einziger Punkt der Tages- Ordnung die Nach den heuchlerischen Reden der Zünstler soll der gegen diese Gefahr der Arbeitsbücher energisch zu protestiren, haben Wahl von 6 Delegirten zur ordentlichen Generalversammlung in von ihnen angestrebte, Innungs- Gesellen- Ausschuß die Magdeburger Bauhandwerker unseren Kameraden Schoch vor Erfurt iſt, aufmerksam gemacht. Quittungsbuch legitimirt. Die ein friedliches Hand in Handgehen von Meistern und längerer Zeit damit beauftragt, eine Petition in Umlauf zu setzen, Bahlstellen bleiben diesen Abend geschlossen. welche dahin lautet: Wir wollen lieber auf die ganze ArbeitsverAllgemeine Kranken- und Sterbekasse der MetallGesellen fördern. In Wirklichkeit soll derselbe aber nur forgung verzichten, als uns dafür ein Arbeitsbuch in die Handarbeiter( G. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin 5. Versammlung eine charakterlose und willenlose Körperschaft sein, die drücken zu lassen, welches uns zu Knechten im wahren Sinne des am Sonnabend, den 26. d. M., Abends 9 Uhr, bei Ackermann, einestheils als Koulisse dient, hinter welche sich die Wortes degradiren würde. Arbeiter Berlins! Auf! Schließt Euch Lothringerstr. 81. Tagesordnung: Kassenbericht. Verschiedenes. Herren Meister zurückziehen können, wenn sie für gerechte bedeckt dieſe Betitionen mit Massenunterschriften, damit man uns Ginigkeit.) Große Mitgliederversammlung, Sonntag, den 27. d. M., diesem Protest gegen die Arbeitsbücher sammt und sonders an und -Zentral- Krankenkasse der Maurer 2c.( Grundstein zur Beschwerden der Gesellen nicht zu Hause sein wollen, nicht den Vorwurf machen kann, wir hätten unsere Stimme gegen Vormittags 10 Uhr, im Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72, Ede anderentheils soll er zu allerlei Vergewaltigungs- die Einführung der Arbeitsbücher nicht erhoben. Petitions- oder Alexanderstr. Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der letzten maßregeln der Gesellen und zu Belastungen derselben sagen wir lieber Protest- Formulare sind bei folgender Adressen zu Generalversammlung in Halle. 2. Wie kommt es, daß die Arbeitseine Zustimmung geben, aus der man dann den Behörden W. Lehmann, Nostiz- und Mariendorferstraßenecke( Destillation). geber unsere dritte Klasse nicht anerkennen? 3. Abrechnung vom Masken- Ball. 4. Die Angelegenheit des früheren Kassirers. 5. Verund dem Publikum gegenüber die Lüge herleiten kann, J. Wagner, Ritterstraße 122, v. 5 Tr. schiedenes in Kaffen- Angelegenheiten. Der sehr wichtigen Tagesdie Gesellen wären mit solchen Maßregeln ein verstanden. Hermann Stramm, Brückerstr. 5 b( Restaurant). ordnung wegen isi es Pflicht eines jeden Mitgliedes in der VerIst der Innungs- Gesellen- Ausschuß nicht geneigt, solch Wilh. Haugt, Weinstr. 22( Reſtaurant). sammlung zu erscheinen. Guſtav Tempel, Breslauerstr. 27( Reſtaurant). eine elende Judasrolle willig zu spielen, so wird er ein- 2. Schulz, Memelerstr. 34, Hof part., Quergebäude. W. fach zum Innungstempel hinausgeworfen. Hierfür ist ein G. Raschke, Gitschinerstr. 54, v. II. Vorfall in der Berliner Schmiede- Innung wieder Ferd. Hermerschmidt, Koppenstr. 92, Quergeb. II. sehr belehrend: Der Altgeselle, Herr Gelhaar, wollte, wie Starl Wagner, Admiralstr. 28. bisher, einer Versammlung der Meister, als Vertreter der Senüvel, Veteranenstr. 10, Quergeb. V, bei Pirsch. W. Büngel, Schneidermeister, Füselierstr. 11, v. II. Gesellen, beiwohnen, wurde aber durch ausdrückliche Ab- Oskar Werra, Schriftsezer, Gartenstr. 124. stimmung von der Theilnahme ausgeschlossen. Die Ver- H. Fiedler, Oderbergstr. 13, v. part. anlassung zu diesem befremdlichen Verfahren ist in dem Hermann Raschke, Wiesenstr. 8, Hof III. Umstande zu suchen, daß Herr Gelhaar die Forderung Friz Gräschke, Lübbenerstr. 11, v. IV. August Krause, Pankstr. 48, I. des Innungs- Gesellen- Ausschusses, betreffend die Ver- Carl Gäde, Fennstr. 17( Restaurant). kürzung der Arbeitszeit auf zehn Stunden, den Meistern Johann Pfarr, Wilsnackerstr. 49, Hof II. gegenüber als Altgeselle offiziell vertreten hat. Bekannt- Franz Wilknis, Steinmeßstr. 71, im Keller. Wallenthin, Liebenwalderstr. 51, v, IV. lich haben die Meister auch die Verhandlung mit einer Martin Berndt, Liesenthalerstr. 15, v. III. in öffentlicher Versammlung gewählten Gesellenkommission Bronkow, Bernauerstr. 1, v. III. abgelehnt, weil eine solche dem Innungsstatut zuwiderlaufe. So war es nicht gemeint, die Forderungen der Gesellen hatte er als„ Altgeselle" nicht zu vertreten, sondern hübsch den Mund zu halten. Wie andere Gesellen, als ganz charakterlose Stiefelpußer und Bachulken sich zu solchen erniedrigenden Posten nicht hergeben wollen und werden, ist nach diesen Erfahrungen, die überall immer in derselben Art vorkommen, leicht erklärlich. Für die in öffentlicher Versammlung gewählte Kommission sind die Meister nicht zu sprechen, und wenn der Jnnungs- GesellenAusschuß die Forderung aufnimmt, wird er hinausgeworfen. Das ist immer dieselbe Geschichte. haben: Karl Busse, Chauffeeſtr. 62, Hof part. Staubesand, Invalidenstr. 37, v. III. Eine der herrlichsten Partien veranstaltet am 3. Juni der Arbeitsnachweis der Zimmerer Berlins und Umgegend: die Dampfer- Partie nach Hankels Ablage, ununterbrochene Fahrtdauer circa 22 Stunde. Zu dieser Partie werden alle Kameraden, deren Familie und Freunde herzlichst eingeladen. Fahrkarten hin und zurück giltig à Mt., Kinder frei, sind bei folgenden Kameraden in Empfang zu nehmen: Schulz Lübeckerstr. 6, r. S. 4, Schilling, Schlegelstr. 15, H. 2, Jäckel, Schönhauser Allee 177b, 2. Hof, Schäfer, Reinickendorferstr. 26a, v. 3, Weiland, Maßenstr. 19, S. 3, Kirschke, Arndtstr. 25, Oweißsch, Eisenbahnstr. 20, H. 1, Wolter, Winterfeldstr. 22, H. 2, Meißner, Wiesenstr. 9, O. 4, Gefrois, Gitschinerstr. 54, 4, Stehr, Wilsnackerstr. 26, H. r. 4, Mund, Friedrichsberg, Rummelsburgerstr. 61, 1, Hilgenfeld, Ackerstr. 133, 3. H. 2, Lindner, Grüner Weg 28, H. 3, Arbeitsnachweis, Beuthstraße 10 sowie bei allen anderen Vorstandsmitgliedern. Verein zur Pflege freireligiösen Lebens. Sonntag, den 27. d. M., Vormittags 1014 Uhr, Niederwallstraße 20, im unteren Saale, Vortrag des Herrn Dr. Hans Spazier:„ Die Stellung des Sokrates in der Entwickelung der religiösen Frage." Freier Zutritt für Gäste( Herren und Damen.) Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 27. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. VölkelMagdeburg über„ Marc Aurel, der Freidenker auf dem Kaiser= throne." Damen und Herren als Gäste willkommen. Briefkasten. Streiks. Der bereits drei Wochen währende Streit der Tischler Hamburgs dauert unverändert fort. Die Innungsmeister und ihre Werkzeuge benehmen sich anmaßender als je. Es sind noch immer ca. 1000 Tischler zu unterstützen. Briefe sind zu richten an G. Slomke, Hamburg, Stleine Drehbahn 40. Geldsendungen an die Zentral- Streiffommission: Herrn GC. Kloß in Stuttgart- Hoslach, Hauptstraße 37, oder in Berlin an die in letzter Nummer aufgeführten Zahlstellen. Für Kiel ist Zuzug von Maurern unbedingt fernzuhalten; auf alle Verlockungen der Meister möge keiner hereinfallen. In Königsberg streifen die Amerika. Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten Maurer ebenfalls. Sendungen an August Broscheit, Königsberg ist nach der Kopfzahl der Bevölkerung gewählt, während der Senat i. Pr., Todtenstr. 23( Maurerherberge). Die Klempner mehr eine Vertretung der Bundesstaaten ist, von denen jeder, ohne Altonas haben über alle Werkstätten, welche ihre Forderungen Rücksicht auf die Bevölkerungszahl, 2 Vertreter hat. nicht bewilligten, die Sperre verhängt. Alle Anfragen und Senbungen sind an die Klempnerherberge, J. Sonneborn, Altona, Kl. Freiheit 17, zu richten. Vereine und Versammlungen. Paßzwang. Für den Elsaß besteht noch immer ein be= fonderes Paßrecht. Das deutsche Paßgesez vom 12. Oftober 1867, welches im Elsaß nicht eingeführt ist, bestimmt dagegen in§ 2: ,, Auch von Ausländern soll weder beim Eintritt noch beim Austritt über die Grenze des Bundesgebiets, noch während ihres Aufenthalts oder ihrer Reise innerhalb desselben ein Reisepapier gefordert werden." Nach§ 2 desselben Gesetzes kann die Paßpflicht( überhaupt oder für einen bestimmten Bezirk) nur dann vorübergehend eingeführt werden, wenn die Sicherheit des Bundesstaats oder die öffentliche Ordnung durch Krieg, innere Unruhen, oder sonstige Ereignisse bedroht erscheint." Nach anderen Grenzen hin( Belgien, Rußland) könnte der Paßzwang also nur in der Erwartung eines Krieges oder Aufstandes eingeführt werden. Beleuchtung. In Amerika werden bereits über 100 Städte mit Wassergas beleuchtet, weil der dort massenhaft vorkommende Anthrazit als nahezu reiner Kohlenstoff das billigste und beste Material für die Wassergasdarstellung bildet. Für Deutschland ist eine derartige Wassergaserzeugung zu Leuchtzwecken finanziell unmöglich. Abonnent. Daß in dem belebtesten und feinsten Theil der Friedrichstraße im Schaufenster Kouplets ausliegen, wie das auf Boulanger, das mit den Worten beginnt: Ist denn hier kein Preuße, Preuße daß ich ihn zerreiße-reiße daß ich ihn zerreiße reiße" ist natürlich ebenso geschmacklos wie beleidigend gegen die Berlin besuchenden Fremden. Schlimmer kann man es in Frankreich gegen Deutsche auch nicht treiben. Einem Berühmten. An die Tischler Berlins. Die in der öffentlichen Tischlerversammlung am 9. April gewählte Kommission macht bekannt, daß Listen zur Einzeichnung freiwilliger Beiträge zur Unterstützung der im Streik befindlichen Tischlergesellen Hamburg's und anderer Städte bei den Kommissionsmitgliedern G. Ritter, Josephstr. 4, vorn 4 Tr., Fr. Haseloph, Stalizerstr. 127, 1. Quergeb. 4 Tr., Neumann, Eine große öffentliche Versammlung der Maurer Arudtstr. 16, 1 Tr., W. Schmidt, Manteuffelſtr. 96, Hof 2 Tr., findet Montag Abend 8 Uhr in Sanssouci statt. Tagesordnung: Fr. Zubeil, Waldemarstr. 73, v. 2 Tr., sowie jeden Sonnabend Berichterstattung der Kommission. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Abend von 8-10 Uhr in den Lokalen Friedrichsbergerstr. 25 bei Maurerpoliere Berlins sind eingeladen. Die Polizei hat bereits Christen und Belleallianceplay 6 bei Hilscher in Empfang genommen alles genehmigt, auch die Tellersammlung. werden können. Die auf Listen gesammelten freiwilligen Beiträge Fachverein für Schlosser und Berufsgenossen, können jeden Sonnabend und Montag Abend von 8-10 Uhr, sowie Sonnabend, 26. Mai, Abends 82 Uhr, Versammlung bei Reyer, jeden Sonntag Vormittag von 10-12 Uhr auf der Zentralstelle im Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: Vortrag über Gewerkschaften". Lokale von Schuhmann, Alte Jakobstr. 38, gegen Quittung ab- Das diesjährige Sommerfest findet am 23. Juni im neuen Gesellgeliefert werden. Auch nimmt jedes der vorgenannten Kommissions- schaftshause in der Hasenhaide statt. Billets sind in jeder Versammlung zu haben. mitglieder freiwillige Beiträge entgegen. Die Kommission der Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin Tischlergesellen Berlins. Im Auftrage: Fr. Zubeil. Für den Zentrum. Mitgliederversammlung am Dienstag, d. 29. Mai, Abends Often Berlins sind in den nachfolgenden Lokalen( Restaurants) jeden 81/2 Uhr, Kommandantenstr. 72, im Neuen Klub- Haus. Fachverein der Rohrleger. Versammlung am SonnSonnabend, Sonntag und Montag Sammelliſten in Empfang zu tag, den 27. d. M., Vormittags 10 Uhr in Feuersteins Salon, nehmen und auch Gelder abzuliefern: Müller, Pallisadenstr. 47; Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn ThierReißmann, Pallisadenstr. 10; Advernat, Fruchtstr. 59; Schulz, bach über Innungen und Fachvereine. 2. Vierteljährlicher KaffenLichtenbergerstr. 17; Reinhold, Kl. Andreasstr. 21.- Für den bericht. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. Norden in den Lokalen: Heising, Ruheplaz- und Antonstr.- Ecke; Versammlung heute Sonnabend, den 26. d. M., Abends 8 Uhr, Brizkow, Reinickendorferstr. 54; Appelt, Präsidentenstr. 117 in Köpnickerstr. 68. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. BenReinickendorf; Hering, Müllerstr. 184; Bergow, Stettinerstr. 19; fendorff. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Haase, Badstr. 25, Prinzen- Allee- Ede; Zimmermann, Gösliner- endgilige Beschlußfassung über die Landpartie. Verband der Möbelpolirer Berlins und Um= straße 17; Lorenz, Ruppinerstr. 5; sowie Fruchtstr. 25 bei La- gegend. Montag, 28. Mai, Abends 1/29 Uhr, im Andreasgarten, Andreasstr. 26. Versammlung. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich Die Schmiede Berlins sind nunmehr in die Lohn- die Gehilfen gegenüber der in Gründung begriffenen Innung der bewegung eingetreten. Ihre Forderungen find: 1. Zehn Möbelpolirer? 2. Bericht vom Arbeitsnachweis. 3. Wahl der Revistündige Arbeitszeit. 2. Ueberstunden finden nur in außerordent- bie Bibliothek. 5. Verschiedenes und Ausgabe der Billets zum foren und Beitragsammler zum Unterstützungsfonds. 4. Bericht über lichen Fällen bei einem Lohnzuschlage von 50 Prozent statt. Sommernachtsball am 23. Juni. Alle Mitglieder werden gebeten, 3. Minimallohn von 21 M. Von allen diesen Forderungen wird zu erscheinen. Gäste sind willkommen. NB. Um in den Sommeres wohl über den letzten Punkt den heißesten Kampf geben; die monaten nicht zu lange zu tagen, wird die Versammlung pünktlich eröffnet. Meister wollen durchaus nicht diesen doch gewiß nicht hohen LohnVereinigung der Drechsler Deutschlands. Die satz bewilligen. In der Versammlung am Dienstag stellte Herr Ortsverwaltung„ Berlin III"( für den Ost- und Nordbezirk BerBosin jede einzelne Werkstatt fest, in welcher die Forderungen be- lins) errichtet in dem Lokale Langestraße 34, parterre, eine Zahlwilligt wurden. Es ergab sich das Resultat, daß in allen großen stelle. Daselbst werden jeden Sonnabend, Abends von 8-10 Uhr, die Werkstätten, wie Brauereien, Omnibusdepots, Pferdebahndepots 2c. Beiträge der Mitglieder entgegengenommen, desgleichen firdet die Aufnahme Die neuer Mitglieder statt. andere Zahlstelle die Forderungen sämmtlich bewilligt find, ebenso bewilligte eine An- befindet sich im Lokal, kleine Hamburger- und Elsasserstraßenzahl Schmiedemeister. Größtentheils sind es Innungsmeister, Ece part. Der Vorstand ersucht die Gewerkskollegen, welche in welche nicht bewilligt haben. Ebenso wurde die Werkstatt von obigen Bezirken wohnen, recht rege für die Aufnahme neuer Mit" Klingel- Bolle" als solche bezeichnet, in welcher Sonntags gearbeitet glieder zu agitiren. Dienstag, den 29. Mai, Abends 8½ Uhr, findet in Seeger'sSalon, Grüner Weg 29, eine Versammlung statt. würde, was Herrn Tempel veranlaßte, den Wunsch auszusprechen, Tagesordnung: 1. Vortrag über Zeit- und Stücklohn und deren err Bolle, dieser Förderer christlicher Bestrebungen", möchte doch Wirkung auf die Höhe des Arbeitslohnes. Referent Robert SünderBerantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: T. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. kofsky. Man rühmt Dich und mit vollem Rechte, Es ist Dein Stil ja stets brillant; Auch Held und Heldin, die Du schilderst, Sind fein gebildet, interessant. Du kennst den Zirkus, die Ballete, Das Boudoir, die Soirée, Du malſt uns mit lebend'gen Farben Die Blüthe der jeunesse dorée. Jedoch das Volk, das auf der Straße Dir täglich in den Weg geräth Mit seinem schweren Daseinskampfe, Hat Deine Feder stets verschmäht. Des Volkes Leiden, seine Klagen, Sein sehnendes Märtyrerthum, Baßt nicht in parfümirte Hände, Ist zu gemein für Deinen Ruhm. Doch glaube: eine einz'ge Stunde Dem Heil des armen Bolfs geweiht, Gilt mehr als Deine weitberühmte, Papierene Unsterblichkeit. Gg. Schaumberg. δ f