It t te 7, tt t= rt r= id ie ge n, es ote de ſte ist = Der uf ein ich Den che g. " Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Einzelne Nummer 15 Pfg. Die Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. № 22. Juhalt: Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 2. Juni 1888. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. IL Jahrgang. Die Macht der Wahrheit. Damit ist das System Puttkamer nach einer seiner Ein Monstreprozeß in Berlin würde vielleicht die ,, hervorragendsten" Seiten brach gelegt. Der Kampf gegen Entscheidung bringen, und sie könnte leicht nicht nur die Bour- Innere" Ein großer Sozialistenprozeß in Berlin? die- übrigens überaus unschuldige liberale Bour- Innere" treffen. Die Macht der Wahrheit. Der syfte geoisie hat Herrn v. Puttkamers Stellung dereinst ge= matische Menschenmord. Napoleon I. und festigt, er könnte ihm aber heute sein Portefeuille kosten. Ludwig von Bayern. Die Abschaffung der Um so begieriger dürfte der Minister die Gelegenheit Sklaverei in Brasilien. Clemenceau und ergreifen, sich im Kampf gegen das sozialistische Proletariat den Dank der gesammten Bourgeoisie zu verdienen und die französischen Radikalen. III. Wenn man einen Blick auf die Entwickelung der Gedicht von Seidl. Ein Nachtbild aus zugleich sich als eine unentbehrliche Stütze des Thrones Arbeiterbewegung speziell auf dem Gebiete des Sozialismus innerhalb der letzten 50 Jahre wirft, so muß man erdem Militärleben. Novelle von Otto: zu erweisen. Walster. IV.- Kapitalistische Wohlthaten. Ehe der von der besseren Hälfte eines Spizels in staunt sein, welch' gewaltige Fortschritte dieselbe innerhalb Die Wirksamkeit der Fachvereine. Ein Aussicht gestellte Monstreprozeß aber unternommen wird, dieser kurzen Zeit gemacht hat. Damals waren die Sozianeues Wert von Peter Lawroff. möchten wir dessen Befürwortern und Förderern folgendes liften noch ein kleines Häuschen Gelehrter, welche man Phantasten, Himmelsstürmer, Utopisten nannte, welche aus Politische Nachrichten.- Gewerkschaftliches zur reiflichen Erwägung ans Herz legen. Kommt es in Berlin wirklich zu einem Prozeß, bei ihren Studirstuben heraus die Welt mit Systemen be= und Arbeiterversicherung. dem Einzelne keine Rolle mehr spielen, sondern die An- glücken wollten, welche das Elend und das Unrecht aus Versammlungen. geklagten nach Dußenden zählen und bei der heutigen dem Leben der Menschheit schaffen sollten. Sie wurden Gerichtspraris kann der ordinärste Spißelchef jederzeit ein verlacht, verspottet, man amüsirte sich über sie, die Wenigen, solches Unternehmen ohne Aufwand besonderer Genialität welche Zeit hatten, ihre Bücher zu lesen, zuckten höhnisch zu Stande bringen so werden auch alle Rücksichten auf die Achseln und das Volk, das arbeitende Volk, hatte Wir bitten alle Freunde unseres Blattes, recht eifrig für die Einzelne hinwegfallen und es dürften alsdann die Ange- teine Zeit, sich mit solchen Schrullen abzugeben. weitere Verbreitung der Vereine und Aufforderung zum Abonnement. einzutreten. ,, Berliner Volks- Tribüne" Bei Bestellungen in Berlin wende man sich stets direkt an die Spediteure. Dieselben liefern die„ Berliner Bolts- Tribüne" für 50 Pfennige monatlich jeden Sonnabend Morgen frei in's Haus. Der Verlag der„ Berliner Volks- Tribüne". Berlin S. O., Oranienstr. 23. Einen Sozialistenprozeß von bisher unbekannter Tragweite klagten zu Anklägern werden, deren Stimmen ebenso wenig Aber in der Wahrheit wohnt eine gewaltige sittliche ungehört verklingen würden, wie bei der Sozialistendebatte im Kraft. Sie ist unwiderstehlich, und so anscheinend langsam Reichstage die Anschuldigungen der Arbeitervertreter gegen sie auch vordringt, so giebt es doch kein Hinderniß, das die Schröder und Haupt und sonstige Ehrenmänner, an sie nicht aus dem Wege zu räumen im Stande ist. deren Nockschößen sie hingen. Es dürfte dann von dem Nach Millionen zählen wir deshalb heute in allen lichtscheuen und gewissenlosen, aufreizenden und korrum- Ländern das Heer, welches sich unter das erlösende Banner pirenden Treiben einiger Berliner Nichtgentlemen" ein der sozialen Bewegung schaart! Die intelligentesten, geBild entrollt werden, vor dem selbst Freunde des Systems schicktesten Arbeiter jedes Gewerbes sind Sozialisten, die Einen mit vollem Bewußtsein, die Anderen, vor dem Puttkamer entfezt zurückprallen könnten. Alles was an Korruption der Massen jemals unter Namen noch scheuend, in der Sache, aber voll und ganz anderen Regierungen geschaffen worden ist, alles, was je- die unumstößliche Richtigkeit der sozialistischen Lehre einmals aus der Provinz und den anderen Bundesstaaten sehend. verlautete, muß verblassen gegenüber der Korruption, wie In Deutschland ist die Sozialdemokratie eine Macht, sie in Berlin unter den schirmenden Fittigen des Molken- vor der das Reich in seiner ganzen zeusähnlichen Allmacht hat für die Reichshauptstadt die sogenannte Frau" eines marktes sich entwickelt hat. Dußende von ,, Nichtgentlemen" erzittert. In England, wo noch vor kaum zehn Jahren Geheimpolizisten als nahe bevorstehend bezeichnet, als sie leben heute davon,„ gemeingefährliche Bestrebungen" zu es nicht ein halbes Dußend einheimischer Sozialisten gab, mit klingenden Silberlingen einen Berliner Genossen zu entdecken und zu provoziren. Nichts ist diesem von wo der Glaube an die Fähigkeit der Gewerkschaften, den einem Judasverrath zu erkaufen versuchte. den Groschen der Steuerzahler sich mästenden Gefindel Arbeitern einen angemessenen" Wohlstand, ohne UmVielleicht war das nur eine versteckte Drohung, welche heilig; es drängt unter dem Scheine der Freundschaft an änderung der bestehenden Industrie- Ordnung zu sichern, die unzulänglichen Lockungen des gleißenden Goldes er die Genossen heran; es wendet sich an schwache Frauen, unerschütterlich in den Köpfen der Proletarier eingewurzelt gänzen sollte. um diese mit Versprechungen zu ködern und ihre Männer schien, selbst in jenem klassischen Vaterlande des falsch Aber andrerseits macht es die in letzter Zeit entfaltete, auf solche Weise für seine niedrigen Pläne zu gewinnen; nnd einseitig verstandenen Individualismus hat sich heute ebenso fieberhafte wie plumpe Regsamkeit des ganzen ver- es hat keine Achtung vor der ehrlichen Armuth und ruht der Sozialismus dermaßen Bahn gebrochen, daß seine Aneinigten Berliner Spißelthums mehr wie wahrscheinlich, mit seinen Verlockungen nicht eher, als bis das lumpen- hänger in jeder großen Stadt nach Tausenden zählen, daß daß in einem nahe bevorstehenden Augenblicke die Neße bedeckte Elend auch innerlich verlumpt ist; alles, was rein fein Prediger auf seiner Kanzel, kein Professor auf seinem zusammengezogen werden sollen, mit denen man die und unbefleckt von Charakter dasteht, sucht es in den Koth Lehrstuhle, kein Abgeordneter oder Beer von England auf thätigsten und aufopferndsten Mitglieder unserer Partei seiner eigenen inneren Prostitution herabzuziehen. Verrath seinem furulischen Sessel es fortan wagen wird, die soziale und Lüge sprießen wie Giftpflanzen empor, wo dieser Frage entweder ganz zu ignoriren, oder mit manchesterlichen umstrickt zu haben glaubt. Wem die krampfhafte Thätigkeit des Spigelthums Auswurf seinen Fuß hinsetzt; an seine Fersen heftet sich Altweiber- Phrasen abzufertigen. aber noch nicht als ausreichender Grund erscheinen sollte, ein immer wachsendes Gefolge von ruinirten und innerlich Der gleichen Erscheinung begegnen wir auch in den sich auf alles gefaßt zu machen der müßte, wie wir gebrochenen Eriſtenzen- und doch gebietet ihm Niemand Vereinigten Staaten. Bedürfte es eines Beweises dafür, meinen, doch auf eine andere und mächtige Ursache achten, Einhalt und es darf sich sogar seiner hohen Protektion welch' festen Fuß auch dort zu Lande die sozialistische welche der Berliner Sozialdemokratie unerwartet rasch zu rühmen. Idee gefaßt, so brauchen wir nur auf die Wuth hinzuweisen, einem Monftreprozeß verhelfen könnte: das Bedürfniß Die Sozialdemokratie Berlins kann heute schon manchen mit welcher die herrschenden Geister sich auf den Sozialisnämlich, einem sehr wacklig gewordenen Minister- Fehler nicht vermeiden, weil sie des Rechtes der freien mus stürzen, um ihn todt zu machen. Daß sie das sessel dadurch wieder etwas Halt zu verleihen, Diskussion vollständig beraubt ist. Fehler tauchen gerade Gegentheil erreichen, ist selbstverständlich. daß sein Inhaber sich plöglich als Retter der Gesellschaft in jeder Partei auf, aber sie werden im Reime erstickt, Dem Zeitgenossen mag es scheinen, als ob Alles sich und erfolgreichster Kämpfer gegen alle„ revolutionären" wenn die öffentliche allseitige Erörterung das Falsche vom nur äußerst langsam vorwärts bewegt. Aber was sind Bestrebungen mit der ihm eigenen Fertigkeit darstellt. Richtigen scheiden kann. Solange der Sozialdemokratie 50 Jahre im Laufe der Geschichte der Menschheit? So Herr v. Puttkamer hat im Reichstage und Landtage nicht die allgemeinen staatsbürgerlichen Rechte zurückgegeben rasch, wie die heutige sozialistische Bewegung, ist noch keine schwere Niederlagen erlitten, die jeder andere längst mit sind, wird sie daher weiter manches Irrthums sich schuldig vorwärts gegangen. So rasch ist, Angesichts der gewalseinem Rücktritt gebüßt haben würde. Herr v. Puttkamer machen. Aber dafür sind nicht die Grundsäße der Partei, tigen Hindernisse noch keine Idee in's Volk gedrungen, wie dürfte also mehr wie je darnach lechzen, statt der Dornen- sondern die Leute verantwortlich zu machen, welche die sozialistische. krone auch einmal wieder frische Lorbeeren für sein Haupt der Partei die Deffentlichkeit des Wirkens ent- Mögen Taufende, welche im reiferen Alter stehen, sich zu erringen. auch sagen, daß sie selbst die segensreichen Resultate dieser Die eine Gelegenheit ist dem Schußengel des Herrn Und wenn diese Leute, oder doch ihre Werkzeuge gar Bewegung nicht mehr erleben werden, ihr innerer Impuls, Stöcker gewiß zu seinem schmerzlichsten Bedauern noch dazu beitragen, die Partei in dieser Lage zu weiteren die unwiderstehliche treibende Kraft der Wahrheit zwingt porläufig abgeschnitten: er kann nicht mehr wie früher Fehlern zu verleiten, so kann man die ganze Verworfenheit fie in die Reihen der Kämpfer um die Freiheit des Menschenkonservative Wahlen machen und sich dadurch den Dank des Charakters ermessen, die dazu gehört, unter solchen geschlechts. 30gen haben. seiner Brodgeber sichern. Nach neueren Mittheilungen Verhältnissen für die Folgen einzelne ehrliche und vom In der Gesinnung der Menschen geht eine gewaltige wäre der Mann der Wahlkreisgeometrie und der agitiren- besten Willen beseelte Parteigenossen verantwortlich zu machen. Revolution vor sich. Nicht Jeder kann und wird die den Landräthe sogar von oben herab angewiesen worden, Aber auch diese Verworfenheit dürfte einmal auf praktischen Lehren der neuen Weltanschauung begreifen, bei den nächsten Wahlen zum preußischen Landtag alle eine Grenze ihrer Erfolge stoßen, und es könnten dem aber ein dunkles unbewußtes Gefühl, daß diese Lehre, amtliche Beeinflussung und konservative Fälschung des Berliner Spißelthum alsdann ähnliche Entlarvungen be- welche dem Volfe einen Spiegel vorhält, in dem sich all Abstimmungsergebnisses gefälligst zu unterlassen. schieden sein wie den deutschen Agenten in der Schweiz. sein Dulden, Leiden und Hoffen getreu wiedergiebt, einen, inneren Kern der Wahrheit enthalten muß, zwingt sie, dieser neuen Lehre zu lauschen und ihrer Fahne zu folgen. Selbst Diejenigen, deren selbstische Interessen nach einer anderen Richtung deuten, fangen an, die Größe der Lehre zu begreifen. Ihre Furcht vor derselben, ihre Bekämpfung derselben ist nichts anderes, als eine Anerkennung ihrer inneren Wahrheit. Es hat noch keine Wahrheit gegeben, welche nicht bekämpft wurde, es hat auch noch keine gegeben, welche nicht schließlich siegte. Auch die unsere wird siegen. Eine epochemachende Erfindung auf dem Gebiete des systematischen Menschenmordes das ist das Neueste, worüber die bürgerlichen Zeitungen wieder einmal ihren staunenden Lesern berichten. Hiram Marim heißt der Mann, der sich Unsterblichkeit erworben hat, indem er ein Mittel fand, Hunderttausenden zu einem früheren Tode zu verhelfen- und sein Mordinstrument führt den stolzen und doch unscheinbaren Namen: automatische Gewehrmitrailleuse. Man telegraphirt darüber der„ Voss. Ztg." aus Pest: Bei einem Probeschießen auf dem Steinfelde nächst Wiener Neustadt schoß Marim auf einer Distanz von 600 Schritt mit unglaublicher Schnelligkeit seinen vollen, deutlich aus der Entfernung lesbaren Namen in die Scheibe. Ein Loch reihte sich im Fluge an das andere, so formten sich die Löcher in der Scheibe binnen 3/4 Sekunden zu großen, weithin sichtbaren, regelmäßigen Buchstaben. Ein Terrainabschnitt, welcher von einer derartigen, auf automatischem Wege 600 Schüsse in der Minute abfeuernden Gewehr- Mitrailleuse bestrichen wird, ist vollkommen gesichert und kann von keiner noch so todesmuthigen Truppe überschritten werden, denn die drei Bedienungsleute der Gewehr- Mitrailleuse sind im Stande, ebenso viele Bataillone, welche in den Schußbereich ihrer große Elevationen und Seitenrichtungen gestattenden Gewehr- Mitrailleuse fallen, aufzuhalten und binnen wenigen Minuten niederzumähen. Sechshundert Schüsse in der Minute! Ganze Bataillone in wenigen Minuten niederzumähen! Welch ein trostreicher Ausblick eröffnet sich da in die Zukunft der„ zivilifirten" Staaten! Welche Fortschritte machen wir doch tagtäglich! Wie herrlich weit wir es doch gebracht haben! daß sie nicht geschehen könnten. Die Stunden, welche mein schen und einen großen Theil der Landbevölkerung. Aber ganzes Leben lang die kostbarsten für mich bleiben werden, Brasilien würde ihnen mindestens ebenso gut, wahrscheinfind diejenigen, in welchen Eure Majestät die Güte lich besser zusagen. Die Deutschen strömen jetzt noch in gehabt haben, Sich mit mir zu unterhalten. 27. November 1807, Verona. Es ist ein süßes Gefühl die Vereinigten Staaten und das wird noch geraume Zeit für mich, den größten Souverän wiederzusehen, den größten, dauern. Aber es giebt auch schon deutsche Kolonien in welchen die Geschichte uns darbietet, ihm Beweise meiner der Provinz Rio Grande del Sul und in anderen Theilen Bewunderung und meiner Anhänglichkeit( attachement) geben Brasiliens; und das, obwohl vor der Auswanderung dahin zu können. 29. März 1809, München. König Mag Joseph an gewarnt wurde und obwohl die Sklaverei bestand. Berthier. Wollen Sie, mein lieber Fürst, bei dem Kaiser Die Sklaverei war es, welche Einwanderung in dem der Dolmetscher meiner lebhaften Erkenntlichkeit sein für die Süden der Vereinigten Staaten hauptsächlich verhinderte neue Gunst, welche Seine Majestät soeben meinem Sohne und dasselbe war in Brasilien der Fall. Wo Sklaverei bewilligt haben. Ich glaube, daß er darüber noch besteht, wird die körperliche Arbeit verachtet und schlecht närrisch vor Freude wird. 18. Mai 1809, Salzburg. Kronprinz Ludwig: Sire! bezahlt. Weiße Einwanderer können und wollen nicht in Gedrängt durch das Gefühl der Erkenntlichkeit für das Mitbewerb mit der Sklaven- Arbeit treten. Ist diese InGlück, welches Eure Kaiserliche Majestät mir be= willigen, indem Sie mir gestatten, an Ihrer Seite stitution aber einmal beseitigt, so wird der Zustrom von und unter Ihren Befehlen zu kämpfen, kann ich dem Ver- Einwanderern beginnen. Die Kapitalisten werden dafür langen nicht widerstehen, Sie zu bitten, den Ausdruck meiner zu sorgen und auch die europäischen Regierungen zu verGlückwünsche für die beständigen Erfolge Ihrer Waffen zu anlassen wissen, die Hindernisse gegen die Zulassung von gestatten... Eine aufrichtige Anhänglichkeit an Gure Majestät wird dem Weltall meine unveränderlichen Gefühle Auswanderungs- Agenten für Brasilien aufzuheben. Es sei hier heute noch auf die Art der Abschaffung und die Achtung bezeugen, welche ich Ihnen für immer gewidmet habe. der Sklaverei in jenem Lande hingewiesen. In Brasilien 8. Juli, Linz. Sire! Gestatten Sie, daß ich meine gab es etwa 8 Millionen Freie und 1700 000 Sklaven, Glückwünsche zu dem glänzenden Siege darbringe, welchen das Genie Gurer Kaiserlichen Majestät über die österreichische ehe die Emanzipationsbewegung Boden faßte. Das VerVermessenheit( andace) davongetragen hat.... Diese hältniß war also ein viel schlimmeres als in den Vereinigten Tage eines ewigen Ruhmes machen aus dem Wohlthäter Staaten zur Zeit der Emanzipation. Daß die acht Europas den besonderen Wohlthäter der Bundesfürsten Millionen eine so ungeheure Zahl Sklaven freigeben sollten, und ihrer Länder, welche Desterreich sich zu unterwerfen versucht hat, indem Sie die Gefahr eines Ueberfalles be- erscheint fast unglaublich, aber es bleibt Thatsache. Von seitigen, welchen die benachbarten Staaten, besonders Bayern, Gewalt" war dabei nichts zu verzeichnen; es gab verin jedem Augenblick zu fürchten haben, und ihnen einen einzelte Meutereien der Sklaven, nicht so viele wie ,, Riots" langen und sicheren Frieden verschaffen, dessen sie so bedürfen. in der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung und entfernt Groß in allem, das ist das Wesen Eurer Majestät. Ich nicht von der Bedeutung, daß sie die Sklavenbesizer zur fühle mich glücklich, Sire, das Glück zu haben, Ihr Aufgabe des Systems veranlassen konnten. Zeitgenosse zu sein. 16. Juli, Linz. Sire! Da nach neuen glänzenden Nein; zum allergrößten Theil gaben die Herren ihre Siegen Eure Kaiserliche Majestät einen so ruhmreichen Sklaven, ihr Eigenthum, freiwillig preis. Man höre Waffenstillstand geschlossen haben, so würde ich unendlich wünschen, daß Sie die Güte haben wollten, mir zu gestatten, nur die Nachrichten aus den letzten Monaten. Im März gaben die Kaffee- Pflanzer in Fidelis 2000 Sklaven frei; für einige Tage nach Wien zu kommen 11 6. April 1811, Junsbruck. Sire! Die Geburt des 400 davon gehörten einer Familie. In Campos wurden Sohnes Eurer Kaiserlichen Majestät, des Königs von Nom, 3000 binnen zehn Tagen freigelassen; in Macahe sind flößt mir so viel Freude ein, daß ich Ihnen schreibe. 3000 emanzipirt worden. Die Familie Araruama, welche Der König von Rom wird eines Tages meinen Kindern die Dauer dessen sichern, was wir seinem Vater zu danken große Zuckerfabriken befitt, gab auf einen Schlag 1000 haben... Sklaven frei und bezahlte denjenigen Löhne, welche auf 29. November 1811, München. Sire! Da ich die Theilnahme kenne, welche Eure Kaiserliche Majestät für ihren Plantagen zu bleiben gewillt waren u. s. w. Die Gemeinden und Provinzial- Regierungen thaten Dasjenige hegen, was mich angeht, so beeile ich mich, Ihnen anzukündigen, daß ich seit gestern Abend Vater eines Sohnes das ihrige, indem sie den Leuten, welche nur wenige bin... Aber meine Freude wird nur dann vollständig sein, Sklaven hatten und die Einbuße an ihrem Vermögen nicht wenn Gure Kaiserliche Majestät geruhen, dem Neugeborenen leicht ertragen konnten, Abfindungen zahlten. Das ParIhr Wohlwollen zu bewilligen, welches das Glück meinem Sohne Ihre hohe Protektion zuzuwenden. 11 " 1 Bei Sadowa( 1866) fämpften 639 000 Deutsche gegeneinander mit der herrlichen Folge, daß ihrer 13 750 getödtet, 44 130 verstümmelt und 47 054 vermißt" wurden. Das Ganze war in 48 Stunden abgemacht. seines Vaters und des ganzen bayerischen Hauses lament aber erließ eine Reihe von Gefeßen, welche die Bei Gravelotte( 1870) war der Fortschritt unverkennbar, ausmacht. Er wird eines Tages dieselbe Anhänglichkeit allmähliche Beseitigung der Sklaverei zum Zweck hatten es wurden 28 500 französische und 28 100 deutsche Bürger an den König von Rom haben, von welcher seine Eltern ohne, daß die Sklavenhalter dagegen rebellirten, ja getödtet. Dies glänzende Resultat wurde dank der hochIhnen, Sire, Beweise zu geben nie aufhören werden. entwickelten Technik" in ungefähr 20 Stunden erzielt. Vor Mögen Sie geruhen, diese Zeilen gütig zu genehmigen und sogar mit der Zustimmung derselben. Wie läßt sich das erklären; warum konnte eine festden Mauern von Paris tamen 1871 30 000 französische Das ist die„ teutsche" Majestät, die später in un- gewurzelte Institution so leicht, ohne Blutvergießen, ja und 13 000 deutsche Männer um. Die Deutschen feuerten 1870/71 30 Millionen Gewehr- und 363 000 Kanonen- gehobelten Versen ihrer schönen Seele Luft machte und mit der Einwilligung der Leute vernichtet werden, welche ſchüffe ab, um 77 000 Franzosen tödtlich zu treffen, was 1848 zu Gunsten des Volkes- abgedankt wurde. Und aus ihr den Vortheil zogen? Sollen wir etwa glauben, 400 Schüsse für Jeden ausmacht. Im Krimkriege hatte der Servilismus der deutschen Geschichtsverfälscher geht daß sie so rasch auf eine höhere Stufe der Gefittung erman 740 Schüsse für jeden gelungenen Mord abfeuern auch noch soweit, dieser Person, die sich glücklich fühlt, hoben und aus ethischen" Gründen die enormen Opfer Ab- gebracht, sich eines sehr ansehnlichen Theils ihrer Reichmüssen. Wieviel zivilisirter" sind wir doch seit dem das Glück zu haben, Ihr Zeitgenosse zu sein“ neigung" gegen den Armeenführer" des„ Erbfeindes" zu- thümer entledigt haben? Denn schäße man auch noch so Krimkrieg geworden! gering, so würden nach früheren Marktpreisen die 1 700 000 Und jetzt versichern uns alle militärischen Autoritäten, zuschreiben. Sklaven, alte und junge, doch einen Werth von wenigstens daß wir seitdem noch viel weiter in der Zivilisation fortvier Milliarden Mark gehabt haben. Und das sollen die geschritten, so daß wenn der nächste Krieg endlich anfangen wird, wir etwas noch nie Dagewesenes im„ Niedermähen" Die Abschaffung der Sklaverei in Brasilien. Plantagen- Lords wegwerfen, ethischer Gründe wegen, noch dazu, da sie den Segen der Kirche für die Sklaverei von Menschen sehen werden! Mit wenigen Worten sind dieser Tage Ereignisse von hatten und sich in ihrem Gewissen durchaus nicht beschwert weltgeschichtlicher Bedeutung gemeldet worden. Brasilien schafft die Sklaverei ab und führt den Kapitalis- zu fühlen brauchten? Nimmermehr! Es waren wirthschaftliche Ursachen, welche die Sklavenhalter zu ,, Abolitionisten", zu Freunden der SklavenDas scheint auf den ersten Anblick nicht von so Der bayerische Kronprinz und Napoleon I. großer Wichtigkeit. Was ist Brasilien? Heute allerdings freigebung, machten. Sie hatten einfach an den UnionsDie geringste Anerkennung der Verdienste anderer ein Reich fünften oder sechsten Ranges mit nur einer Südstaaten und an den englischen und französischen Kolonien gelernt, daß das Lohn- System für sie weit Nationen bewirkt heute, daß man ohne weiteres zu den Bevölkerung von etwa 10 Millionen Menschen. Aber lonien gelernt, daß das Lohn- System für sie weit Reichsfeinden" geworfen wird. Das liegt so im In- dieses Brasilien hat ein Gebiet nahezu so groß wie die profitabler sei als das Sklaven- System. Sie hatten gesehen, daß der Süden jezt mit freien Arbeitern weit teresse des heute herrschenden Systems, welches von der Vereinigten Staaten von Amerika( 3288 000 gegen mehr Baumwolle zieht als vor dreißig Jahren mit Sklaven Verfeindung der Nationen mit lebt. 3 547 000 Quadratmeilen); ein Gebiet, das sich von tief Früher lag es öfter in seinem Interesse,„ Landes- in der gemäßigten Zone über die Tropen erstreckt, mit und eine ganze Masse anderer Produkte dazu, an welche verrath" zu begehen und hohe und höchste Herrschaften allen möglichen Verschiedenheiten des Klimas; mit riesigen damals gar nicht gedacht wurde. Warum also nicht auf dieser Bahn folgen? Zudem konnte man die Zahl der sind diesen Weg ganz gern ohne Gewissensbisse gewandelt. Strömen, fruchtbaren Ländereien, mit reichen Metall- dieser Bahn folgen? Zudem konnte man die Zahl der Das hat natürlich nicht gehindert, daß spätere Geschichts schätzen und Kohlen und einer Küste, so lang wie die Sklaven nicht beliebig vermehren. Die Zufuhr von Außen schreiber sie reinzuwaschen versuchten und womöglich gar noch atlantische der Vereinigten Staaten und mit vielen guten aber war zu gering und jedenfalls nicht ausreichend, um ging seit langem nicht mehr an; die natürliche Vermehrung ihren„ Patriotismus" rühmten. Häfen. So hat der bayerische Staatsminister Graf von die ungeheuren brachliegenden Strecken Landes bebauen zu Das Brasilien von heute ist troß seiner Naturschäße tönnen. Der Sklave kann auch nicht mit Maschinerie umMontgelas das Verhältniß des späteren Königs Ludwigs I. ein armseliges, dünnbevölkertes Land. Aber in einer von Bayern zu Napoleon I. so dargestellt, als habe der Generation oder in einem Jahrhundert wird dieses Land gehen. Wäre er intellektuell so weit, so würde es SchwierigBayer als Kronprinz wenig Hinneigung zu Frankreich nicht mehr zu erkennen sein. Brasilien ist heute beiläufig, teiten machen, ihn im Sklaven- Zustand zu erhalten. Es empfunden; er sei ein Gegner des in seiner Abwesenheit was die Vereinigten Staaten vor hundert Jahren gewesen waren also Einwanderer nöthig und diese kamen nicht, geſchloſſenen Bündnisses mit Frankreich gewesen; von dieſem find. Deren rapide Entwickelung ist nun zwar allerdings solange das alte Arbeits- Syſtem bestand. Man sieht also, Widerwillen gegen das franzöſiſche Weſen erfüllt, habe er auf Rechnung von Rassen zn seßen, die in dem südameri- wirthschaftliche Gründe führten zur Abschaffung der sich im Sommer 1806 nur ungern und mit Murren zu faniichen Reiche jetzt noch schwach vertreten sind. Aber zurückgekehrt. mus ein. Sklaverei. Das ist nur einer Reise nach Paris entschlossen und sei von derselben man lasse die Kapitalisten nur einmal festen Boden in Nun beginnt die neue Aera; ganz so, wie in den mit erhöhter Abneigung gegen Napoleons Regierung Brasilien gefaßt haben und die Einwanderung aus Mittel- Vereinigten Staaten. Das Kapital wird Orgien feiern. Das ist so falsch wie etwas. Kronprinz Ludwig ist jetzt nach Nordamerika ergießt. Er wird die acht Millionen 100 Millionen Dollars Kapital berichtet. Das ist so falsch wie etwas. Kronprinz Ludwig ist Europa wird in einem Strome dahin fluthen, wie er sich Schon wird von der Bildung einer Compagnie mit vielmehr, wie so viele fürstliche Größen jener Zeit, in Bortugiesen und Mischlinge verschlingen, die keinen oder der Anfang. Das europäische Kapital lauert auf Verschamlosester Weise vor dem französischen Cäsar nur geringen Nachschub haben und es ist die Frage, ob wendung, auf Zinsen. Nun, in dem neuen Brasilien herumgekrochen. Wir führen zum Beweise einige Briefe die offizielle Sprache des Reiches in einem Jahrhundert wird etwas zu holen sein. Die Regierung verschenkt Land, Bankprivilegien, giebt Subsidien, Garantien für Eisen7. September 1806. Sire! Ich hätte schon früher Gurer nicht italienisch oder deutsch sein wird. des Kronprinzen an Napoleon an. Majestät meinen Dank ausgesprochen für alle die Beweise Das ist Zukunfts- Musit, wird man sagen. Aber man bahnen und industrielle Anlagen. Herz, was willst du der Güte, welche Sie geruht haben, mir zu Theil hat dabei folgendes zu bedenken: die Auswanderung von noch mehr? werden zu lassen, während der ganzen Zeit des an- England und Irland wird sich immer den Vereinigten Nur Arbeiter braucht man noch, um den Reichgenehmen Aufenthaltes in der Hauptstadt des Reiches, dessen Staaten und den britischen Kolonien zuwenden. Frank- thum Brasiliens flüssig zu machen und zu vermehren. Und Ruhm Sie sind, aber ich war immer unterwegs. Diese seine dafür wird die hohe Finanz schon Rath zu schaffen wissen. für mich glückliche Zeit werde ich nie vergessen, da ich das reich zählt nicht, was Auswanderung betrifft Glück hatte, den Souverän aus der Nähe zu bewundern, Bevölkerungsvermehrung ist für kolonisatorische Aufgaben In Europa hungern Hunderttausende und Millionen; der die Bewunderung jedes Volkes bildet, der zu schwach. Deutschland und Italien haben keine eigenen weitere Hunderttausende meiden gern die Heimath, welche sein Jahrhundert berühmt macht bis in die ent- für Weiße bewohnbaren Kolonien und keine Aussicht, fie sie jeden Augenblick auf das Schlachtfeld schicken kann. fernteste Zukunft, und der durch seine Heldenunternehmungen in wenigen Tagen Thaten ohne Beispiel als zu bekommen. Die Italiener gehen jetzt meistens nach An billigen Arbeitskräften wird es also zur Ausbeutung möglich erwiesen hat, von denen die Welt überzeugt war, Argentinien, bilden jetzt wohl nahezu die Hälfte der städti- nicht fehlen und die Besitzer des Bodens und der Pro Et n It t n e zi 22 t t 11 n r C= It 10 9. , 11 t t t -, 11 t r re re 22 ; t D duktionsmittel werden aus den freien Arbeitern bald ganz| läßt auf die radikale Programmerklärung eine mehr oder Die Ereignisse, welche mit dem Streik zu Decaze= anders Mehrwerth herausschlagen wie vorher aus dem minder opportunistische Politik folgen. Die Revision der ville verbunden waren, legten den Radikalen abermals widerwilligen und stumpfsinnigen Sklaven wenn von Verfassung, die Trennung der Kirche vom Staat, deren energisches Vorgehen und eine Schwenkung nach links nahe. Europa nicht etwa der Anstoß kommt, der auch das System Nothwendigkeit er ehemals verkündete, hat er angesichts Sie zeigten das nämliche scheue Ausweichen. Clémenceau der freien Lohn" arbeit über den Haufen wirft. der gefährdeten Republik natürlich auf einen geeigneteren selbst wagte damals nicht in Person, die Regierung wegen Zeitpunkt", d. h. auf Sankt Nimmerleinstag verschoben. ihrer ungefeßlichen Klassenpolitik, die in der Verurtheilung Und doch gehören gerade beide Punkte zu den Grund- der Journalisten Roche und Duc- Quercy gipfelte, zu interClemenceau und die französischen Radikalen. pfeilern des radikalen Programms. Die zerrißenen Prin- pelliren. Er schickte einen seiner Lieutenants vor und er3 III. Politische Nachrichten. zipien dienen dazu, die Friedenspfeife anzuzünden, die griff trog der spißigsten Herausforderungen seitens der Radikale und Opportunisten rauchen, die Frage Boulanger Reaktionäre nicht das Wort, da er weder offen seine Brin* Die Verhältnisse haben dem Führer der Radikalen ist der Qualm und Dampf, welcher der Masse das Schau- zipien verleugnen wollte, noch den Muth hatte, energisch mehrmals Gelegenheit zum entscheidenden Handeln geboten, bei dem lock- out der Glasfabrikanten des Seine- und spiel verhüllen soll. Die opportunistische Politik Floquet's für die Sache der Arbeiter einzutreten. Die jüngste Zeit hat wiederum Beweise für die Unallein er hat sie nie zu ergreifen und auszunüßen gewagt. Disedepartements wollen wir nicht einmal kritisiren. Es entschlossenheit und Schwäche der radikalen Partei gebracht. Troß seines staatsmännischen Talents, troß seiner hieße Feigen von den Dornen und Trauben von den Die Vorgänge vor und bei der Präsidentenwahl sahen Bedeutung als Redner hat sich seine Thätigkeit bis jetzt Disteln erwarten, wollten wir auf die„ Gleichheit Aller weder die Partei noch ihren Führer auf der Höhe der darauf beschränkt, die verschiedenen opportunistischen Ministe- vor dem Geseze" gestützt die Anwendung der Paragraphen, Situation, welche durch eine energische Haltung der Nadirien in Schach zu halten, sie zu zwingen, bis zu einem welche gegen die streifenden Arbeiter ausgebeutet werden, falen den französischen Staatswagen in die demokratische gewissen Grade mit der Politik der äußersten Linken zu auch gegen die Herren Kapitalisten verlangen. Auch die Fahrstraße eingelenkt hätte. rechnen, und sie eventuell im gegebenen Momente zu stürzen, radikalsten der Radikalen bilden eine bürgerliche Partei, Ein entschiedenes Eingreifen der Radikalen hätte den oft auch ohne Nothwendigkeit und Nutzen. und wir stehen unter dem Beginne des Klassenkampfes. Boulangismus unmöglich gemacht, der ebenso gut die Und die Folge davon? Was Clémenceau und die Radikalen in den Stunden Folge der opportunistischen Schundwirthschaft ist, wie die Bis jetzt hat das Land und die demokratische Ent- der Entscheidung lähmt, das ist der Dualismus zwischen Ohnmacht der äußersten Linken. Wie schwach hat sich nicht wickelung auch nicht ein Jota davon gewonnen, wenn Hinz den demokratischen Prinzipien auf dem Gebiete der gerade deren Agitation dem Zäsarenschwindel gegenüber gestürzt wurde und Kunz an seine Stelle trat; oft ist es Politik und den instinktiv sich geltend machenden Klassen- gezeigt; sie suchte ihr Heil nicht in durchgreifenden Reforsogar aus dem Regen in die Traufe gerathen: auf das interessen der Bourgeoisie, die auf ökonomischem Ter- men, sondern in der„, repulikanischen Konzentration", die halbwegs republikanische Ministerium Goblet folgte z. B. rain gegen Sozialismus und Arbeiterparteien eine ab- sich zu einem weiteren Schritt nach rückwärts gestalten das erzreaktionäre Kabinet des ehemaligen Bonapartisten lehnende Haltung bewirken. Dieser Dualismus erzeugt die muß. Rouvier. Auch hier zeigt sich Clémenceau als niederreißende Vereinsamung, den verlorenen Posten der Radikalen giebt nicht als aufbauende Kraft. Er selbst hat bis jetzt stets das Gefühl der Schwäche, das sogar günstige Umstände der Verantwortlichkeit des Ministerpräsidiums, ja sogar nicht ausnügen läßt. Clémenceau möchte seinen Radikaliseines Ministerportefeuille's auszuweichen gewußt, und dies mus auf eine parlamentarische Partei stützen, anstatt obgleich die Nadikalen wiederholt die Situation derart zu sich mit demselben direkt und ausschließlich an die Massen gespitzt hatten, daß sich ein Kabinet Clémenceau als einzige anzulehnen. Er rechnet noch mit dem Bürgerthum, als Gewerkschaftskongreß wird von Seiten der deutschen Der im Herbst in London stattfindende internationale logische Lösung aufdrängte. In dieser Beziehung ist er in Träger einer demokratischen Bewegung, verkennt die Symp- Arbeiterpartei also nicht beschickt werden. Die englischen die Fußstapfen Gambetta's getreten, nur daß er die Rolle, tome von dessen politischem Bankeroit und kann die an Einberufer konnten sich nicht entschließen, den Anforderungen welche der Tribun von Belleville bei seiner feurigen Natur geborene, vielleicht nicht bewußte Furcht seiner Klasse vor der deutschen Arbeiterführer, welche diese in Rücksicht auf positiv durchführte seinem Charakter entsprechend ins einer Aktion der Masse nicht überwinden, die ihrerseits die hier zu Lande bestehenden geseßlichen Schwierigkeiten Negative übertragen hat. berufen ist, die demokratischen Tendenzen zu Ende zu zu stellen gezwungen waren, entgegen zu kommen, und so Die Partei der Radikalen hat bis heute nur das führen, die früher von der Bourgeoisie im Kampfe gegen jahen sich denn die Leßteren genöthigt, auf ihrem ablehnenMaß ihrer Kritik, aber nicht ihres Schaffens gegeben. Adel und Geistlichkeit aufgenommen wurden. Die radikalen Forderungen, von denen gerade Clémenceau den Standpunkte zu verharren. Vom Standpunkte der Das Programm der Masse kann sich aber nicht an Solidarität der Arbeiter aller Länder aus mag dieser verschiedene in seinen Programmreden entwickelt hat, bloßen politischen Forderungen genügen lassen, es verlangt Ausgang zu bedauern sein, andrerseits aber ist doch auch warten im Allgemeinen noch immer ihrer Erfüllung. Der ökonomische Umwälzungen, welche die politischen Grund zu erwägen, ob ein Zusammenwirken mit Männern, welchen Radikalismus hat nur geringfügige Konzessionen an sein fäße aus hohlen Worten in Wirklichkeit verwandeln. Die ersichtlich jedes Verständniß für die Verhältnisse, unter Programm gewonnen, das in der Hauptsache politische Fühlung zwischen Radikalen und Volk kann also nur da- denen das Gros der kontinentalen Arbeiter lebt, fehlt, Forderungen enthält und nur unbedeutende soziale Re- durch hergestellt werden, daß erstere die ökonomischen For- überhaupt von irgend welchem praktischen Erfolg hätte formen verlangt, von denen gilt:„ Wasch' mir den Pelz, derungen des letzteren in ihr Programm aufnehmen. Be- begleitet sein können. Auch die Amerikaner scheinen findet sich der Radikalismus, in Folge seiner demokratischen den englischen Kongreß nicht beschicken zu wollen, und Die Trennung der Kirche vom Staat, das beliebte Ziele in der Politik im Gegensatz zu der konservativ ge- jedenfalls dürfte der von deutscher sozialdemokratischer Steckenpferd des Radikalismus, die Revision der Verfassung, wordenen Bourgeoisie, so scheidet ihn wiederum seine Seite angeregte Arbeitertag im nächsten Jahre von allen mit Aufhebung des Senats, die Reform der Verwaltung Ablehnung der sozialen Fundamentalumgestaltung von der Seiten beschickt werden, während der Londoner Kongreß und Gemeindeleitung, ihre Reinigung von allen monarchisti- Volksbewegung, die sich im Sozialismus verkörpert. Seine ein Rumpfkongreß bleiben wird. schen und gegen die Republik verschworenen Elementen, Partei steht zwischen zwei Feuern, von denen sie mit der aber mach' mich nicht naß." die Ersetzung der heutigen Justiz durch Geschwornengerichte, Beit aufgezehrt werden muß, wenn sie nicht bald entVon der nächsten Neuwahl ab werden auch die Mitdie Einführung einer direkten und progressiven Einkommen- schieden nach rechts oder nach links geht. In den Jahren glieder des preußischen Abgeordnetenhauses auf fünf, steuer, Gesetze zum Schuß und Wohl der Arbeiter, Auf- 1879 und 1880 ließ Clémenceau's Haltung hoffen, daß anstatt auf drei Jahre gewählt. Der König hat dem hebung einer Reihe reaktionärer Bestimmungen mit reater entschieden in der letzteren Richtung marschiren und von der großen Mehrheit des Landtages beschlossenen und tionären Tendenzen, alle diese Forderungen haben nur Fühlung mit der sozialistischen Bewegung nehmen würde. von dem Staatsministerium befürworteten Gefeßentwurf, wenige Schritte auf den Weg zu ihrer Durchführung In der berühmten Rede, die er zu Marseille hielt, hatte betr. die Verlängerung der Legislaturperiode in Preußen, gethan. Was insbesondere die Leistungen der radikalen Partei und er erkannte die Nothwendigkeit ökonomischer Reformen mit folgenden Worten darüber:„ Eine Ablehnung des er sein Programm dem der Sozialisten bedeutend genähert, nunmehr zugestimmt. Die liberalen Blätter trösten sich auf dem Gebiete der Arbeiterschutzgesetzgebung an an, die sich mit dem sogenannten sofort zu verwirklichen Gefeßes würde den Rücktritt des Staatsministeriums und belangt, so find dieſelben gleich Null. Gerade in diesem den Minimumprogramm der französischen Arbeiterpartei so die sofortige Anordnung der Neuwahlen erfordert haben. Bunkte hätte die Fühlung mit der sozialistischen Arziemlich deckten. Jeder war überzeugt, daß Clémenceau's Bei dem gegenwärtigen Zustande der Gesundheit des beiterpartei und der Maſſe hergestellt, hätte gezeigt werden fernere Entwickelung von da an in sozialistische Bahnen Kaisers Friedrich war eine Entschließung in diesem Sinne können, inwieweit die äußerste Linke die Strömung unserer einlenken müßte, um so mehr da er damals seine AgitaZeit versteht und wie sie sich zur sozialen Frage stellt. tion im Amnestiefeldzug auf die Masse stüßte. Die Hoff- ausgeschlossen." Allein die Radikalen haben sich so wenig um die Arbeiternungen wurden enttäuscht. Clémenceau scheint damals Die Arbeitergesetzgebung macht in den Vereinigten schußgesetzgebung gekümmert, daß sie sogar von einigen den Höhepunkt ſeiner politiſchen Entwickelung erreicht zu Staaten stetige Fortschritte. Allerdings, ehe die Arbeitergeriebenen Opportunisten und den christlichen Staats- haben und sich von da an„ staatsmännisch nach rückwärts sozialisten überflügelt worden sind. ist, sich ein Ihr Entwurf zu einem Gesetz über die Gewerk- zu konzentriren." Den sozialistischen Erwartungen schüttete umfassendes und methodisches Vorgehen nicht erwarten. schaften ward höchst widerwillig eingebracht und war so der Erklärung über den Kopf:„ es giebt keine soziale wo in den meisten überhaupt noch gar keine hinreichend das Wasser unvollkommen, daß die Gewerkschaften selbst um seine Frage!", die auf eine Verleugnung der sozialen Frage kräftige Neigung zum Vorgehen vorhanden ist, bietet die Zurücknahme ersuchten und ein Gegenprojekt ausarbeiteten hinausläuft. Verschiedenen sozialistischen Forderungen trat amerikanische Arbeitergesetzgebung natürlich ein sehr buntDas Gesez trat schließlich noch durch den Opportunisten er scharf entgegen, so z. B. der, welche Aufhebung der scheckiges Bild dar. Troßdem geht es vorwärts. Der Balded- Rousseau ins Leben. Aehnliches gilt von anderen Staatsschuld verlangt, ja er äußerte sogar in einer seiner neueſte Fortschritt wird aus dem Staate New- York gehöchst dürftigen Geseßen über Frauen- und Kinder- Reden, daß die Sozialisten„ nicht mit zählten". arbeit, über die Haftpflicht der Unternehmer bei UnDie radikale Partei war nicht mehr der Ausdruck Volksvertretung einen bezüglichen Gefeßentwurf angenommen meldet, wo soeben von der Regierung nachdem die glücksfällen, über Alters- und Invalidenkassen, über die Inspektion der Fabriken und Werkstätten, der Bergwerke einer populären Bewegung, sondern die Vertreterin eines hat die Anstellung von sechs weiblichen Hilfs= setzentwürfen ist meist nicht auf Rechnung der Radikalen, Kraft verleiht, eine oppositionelle Plänkelei durch einen hafteste. Einmal weil es ein Doktrinarismus. Als solcher fehlt ihr der Muth eines Appells an die Masse, die allein die diese Maßregel nach zwei Richtungen hin auf das Lebſondern der Arbeiterorganiſationen und ihrer Kongreffe ernſten Kampf zu ersetzen. Wie bereits bemerkt, war es Gleichberechtigung der beiden Geschlechter ist, und ferner abermaliger Schritt zur zu setzen, denen die äußerste Linke ungern und zögernd nicht die Gelegenheit, welche fehlte, um die Fühlung her- weil in all den Arbeitszweigen, wo weibliche Arbeit beburch Einbringung von Gesetzesanträgen nachgiebt, die jahrelang auf Diskussion warten, weitere Jahre auf ihr zuftellen. Allein Clémenceau und die Nadikalen haben schäftigt ist, in vielen Dingen ein weiblicher Fabrikinspektor gegebenen Falles weit weniger Kühnheit und Geſchick gezeigt, als Gambetta, der beim drohenden Staatsstreich vom geführt werden, daß sie sich in leere Formeln verkehren, 16. Mai mit seiner Agitation entschlossen in die Masse auf welche die Kapitalisten pfeifen. gestiegen war. Ebenso haben die radikalen Parlamentarier noch nicht ernstlich versucht, die Aufhebung von Gesetzen zu erreichen, die im schreienden Widerspruch zu den demokratiſchen Prinzipien stehen, wie gewiffe Bestimmungen des Anjoziations und Koalitionsrechts der Arbeiter,*) das Gesetz gegen die Internationale. In Newyork hat am Sonnabend in der Academy Die Manifestationen der Arbeitslosen, die große der Irländer stattgefunden, bei welcher die Gouverneure of Music eine großartige Demonstration zu Gunsten induſtrielle strife( 1883/84) waren ein äußerst günstiges von New- Jersey, Connecticut und Delawara Reden hielten Moment, die tiefen Schichten der Nation zu erregen, fie und viele andere Gouverneure, Senatoren, Repräsentantenhausvoll in das politische Leben zu ziehen. Nachdem die Mitglieder und hervorragende Politiker ihrer Sympathie Radikalen Anlauf zu einer Aktion genommen, die Oppor- für Irland schriftlich Ausdruck gaben. Alle protestirten tunisten vor dem Volk zitterten, gebar der in den Wehen gegen die Zwangspolitik des englischen Tory- Ministeriums Den besten Maßstab für die Schwäche der äußersten liegende radikale, Berg das Mäuslein der„ Enquete der und empfahlen eine Aussöhnung der beiden auf einander Linken gaben jedoch die hin und wieder auftauchenden vier undvierzig." Aus der Situation ging nicht eine angewiesenen Länder, England und Irland, durch Geradikalen Ministerien oder Minister. Der Tag lebensträftige Partei als Trägerin einer tiefen Volksihrer ersten Amtsfunktion bedeutet den Gang bewegung hervor, sondern ein bloßes parlamentarisches währung von Home Rule( Selbstregierung) an letzteres. nach Kanossa, die Schwenkung zum Opportunis Ereigniß, welches zwar sehr schätzenswerthes Material mus. Sogar Floquet, von dem man so viel erwartete, lieferte, das aber von den Urhebern selber nicht einmal * Floquet hat angekündigt, daß er einen Entwurf über das gehörig ausgenutzt ward und in den Archiven der Kammer Assoziationsrecht einbringen wird. vergraben liegt. Einem parlamentarischen Ausweise zufolge sind im verflossenen Jahre in London 32 Personen buchstäblich Hungers gestorben.„ Tod durch Verhungern", oder не 0 f t e t C= e a = a De 1, cr コニ 0 0 3 ie b ci rt e 7= = D= it it en je uf er en g m gu 1= at, 0, er en 11. it ur r= en d, 11= Du chmb en. n; che 11. ng Tod beschleunigt durch Entbehrungen“ lautet in dieſen|„ Sozialreform und Altersversicherung" in Schwabing bei München Berſchke zur Wache fiſtirt, weil er mit zwei bekannten Sozial32 Fällen das Verdikt der Leichenschau- Jury. Der Spremberger Belagerungszustand, der wegen eines alltäglichen Rekrutenkrawalls verhängt wurde, ist am 23. Mai abgelaufen und vom Bundesrathe nicht erneuert worden. Herr v. Vollmar sollte im Anfang dieser Woche über in Berlin in der Oppelnerstraße von dem Kriminalschutzmannt sprechen. Im letzten Augenblick telephonirte die Münchener Polizei- demofraten nach Hause ging." S. mußte eine Leibesvisitation über direktion ab, und Herr v. Vollmar hatte nur das Vergnügen sich ergehen lassen, bei der nichts gefunden wurde. Reiter seine Genoffen bei einem Glas Bier begrüßen zu können. unter beständiger Bewachung seitens einer Abtheilung schwerer Selbst im Königreich Sachsen wurde Herr v. Vollmar in der öffentlichen Erörterung dieses Themas nicht behindert. Der große Gewerkschaftsprozeß gegen die Maurer Ein neuer Sozialistenprozeß wird sich Mitte Juli vor dem Schöffengericht in Köpenick abspielen. Angeklagt sind zwölf Berliner Arbeiter, die sich in Grünau am 28. August vorigen hat am Montag vor dem Landgericht Berlin I begonnen Aus sicherer Quelle verlautet, daß schon vor etwa Jahres gegen die§§ 9 und 17 des Sozialistengesetzes„ vergangen" vier Wochen dem Präsidenten des Reichstags die Mittheilung haben sollen. Sehr interessant ist das Verzeichniß der" Zeugen, die und wird vor Mitte nächster Woche sicher nicht zu Ende von der Entmündigung des geistig erkrankten Ab- in diesem Prozeß gegen die Arbeiter auftreten werden. Es sind kommen. Wir werden ihn alsdann eingehend besprechen, möchten geordneten Hasenclever gemacht worden ist. Die dies: der Kriminalkommissar Schöne in Berlin, der Gemeindediener Aufstellung der Wählerlisten, sowie die Ansehung des wachtmeister Hübner, der Schußmann Rußbild, der Schußmann Ergebnisse nach dem enormen Aufwand von Zeit und Aufstellung der Wählerlisten, sowie die Ansehung des Schuckholz in Grünau, der Volontair Guido Röseler, der Ober- aber heute schon unsere Meinung dahin äußern, daß die Wahltermins wird nun hoffentlich bald erfolgen, so daß Beckelmann und der Schußmann Jacob. der VI, Berliner Wahlkreis nicht auch noch in der nächsten Mannheim, 24. Mai. In der heutigen Sigung der Mühe für die Behörden geradezu klägliche sind, und daß Session des Reichstages unvertreten ist. Vermuthlich findet Straffammer wurde der 24 Jahre alte Feilenhauer Emil Jakob es mehr und mehr den Anschein gewinnt, als würde der die Wahl zu Beginn des Herbstes statt, und der oft von Pforzheim wegen Verbreitung sozialistischer Schriften zu ganze Prozeß weiter keinen Erfolg haben, als den betrofeiner Gefängnißstrafe von 3 Monaten verurtheilt. Er machte sich fenen Maurern eine riesige Summe Geldes für Gerichtsneugewählte Vertreter für Berlin VI. wird das ist obigen Bergehens gegen§ 19 des Sozialistengesetzes dadurch für uns zweifellos seinen Platz in den Reihen der schuldig", daß er seinen Arbeitskollegen den in Zürich erscheinen- gebühren, Vertheidigung u. s. w. zu koſten. Es ist ein kleiner Maurerkongreß, der jetzt Tag für sozialdemokratischen Fraktion des Reichstags einnehmen. den Sozialdemokrat" zum Lesen überließ. In Hannover wurden drei Vorstandsmitglieder des in Tag in Moabit zusammentritt, und auch der vielgenannte Wenn auch die gegnerischen Parteien bei der Besetzung dieses Mandats nicht ernsthaft in Frage kommen, so werden Bremen domizilirten Unterstützungs- Vereins deutscher und vielverfolgte Baumeister Keßler befindet sich unter Tabatarbeiter zu je 15 M. Geldstrafe verurtheilt, weil nach den 40 Angeklagten. die Genossen doch gut thun, die Vorbereitungen für die Ansicht des Schöffengerichts der gedachte Verein, welcher die Hebung Wahl nicht gar zu lange hinauszuschieben, damit dieselbe der materiellen und intellektuellen Lage seiner Mitglieder bezweckt zu einem glänzenden Siege der sozialdemokratischen Partei und diesen gegen zu entrichtende Beiträge Reiseunterſtüßung, Frauensterbegeld und sonstige Unterstützungen gewährt, als Versicherungsführt. gesellschaft zu betrachten sei, welche nach§ 43, 12 der hannoverschen Gewerbeordnung von 1847 Genehmigung zur Zulassung des Geschäftsbetriebes bedarf. Im Recht auf Arbeit" lesen wir folgenden Beitrag zur Freiheit des Lohnkampfes in Deutschland:„ Nach bayerischem Gesetz ist es den in Bayern erscheinenden Zeitungen verboten, ohne vorherige Genehmigung der Polizeibehörde zu Geldsammlungen, Unter stügungen e. aufzufordern. Wir sind daher gezwungen, in den uns zugehenden Streit- Aufrufen alle Mahnungen zu„ pekuniärer und materieller Unterſtüßung zu streichen." Die Kommunalwählerversammlung im 14. Wahlbezirke( Mittwoch Abend in Sanssouci) kam vorzeitig zur Auflösung, als Herr Gottfried Schulz betonte, daß jeder Sozialdemokrat aus der Landeskirche austreten solle. Das Wahlkomitee hatte die Absicht, Herrn Friz Kunert als Kandidaten an Stelle des zurückgetretenen Herrn Mitan vorzuschlagen. Hoffentlich wird die Proflamirung in einer anderen Versammlung zu Stande kommen. " Briefkasten. Protest. Die Nürnberger geben offiziell als Grund ihrer Leipzig, 27. Mai. Der Prozeß, welcher gegen 29 Personen Wahlenthaltung an:" Sowohl das Fernbleiben von den betreffenden wegen Massenverbreitung des sozialistischen Flugblattes:" An das Wahlterminen, als die Mandatsniederlegung der sozialistischen Bolk"( zum 18. März) beim hiesigen Landgerichte anhängig gemacht Wahlmänner hat keinen andern Zweck, als gegen die Behandlung worden war, ist gestern Abend um 91 Uhr zu Ende geführt wor- zu protestiren, die sowohl von Seiten der Abgeordnetenkammer den. Das Urtheil des Gerichtshofes lautete gegen 3 Angeklagte als der betreffenden Verwaltungsbehörden dem Nürnberger Wahlauf je 6 Monate, gegen 22 auf je 4 Monate, gegen je einen An- protest, den sozialistischen Wahlmännern und damit den betreffenden geklagten auf 4 Monate, 2 Wochen resp. 2 Monate Gefängniß, Urwählern zu Theil wurde. Zugleich soll damit der Volksvertretung während 2 weitere Angeklagte freigesprochen wurden. Das macht und der Regierung zum praktischen Bewußtsein gebracht werden, zusammen über 9 Jahre Gefängniß! wie nothwendig eine volksthümliche Reform des Wahlgesezes it." Aehnlich wie zulegt wurde bekanntlich im Vorjahre auch der Berliner Wahlprotest begründet. Sie sehen also, daß hier von einem außergewöhnlichen„ Radikalismus" gar keine Rede war. Mechaniker Müller. Herzlichsten Dank! Zum Elberfelder Sozialistenprozeß. Außer den in Haft befindlichen Sozialdemokraten find jetzt noch weitere Personen wegen Vergehens gegen die§§ 128 und 129 des Strafgesetzbuches, sowie wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz beschuldigt worden. Die Zahl der Beschuldigten beträgt nunmehr 20. Die Arbeitslosigkeit findet in nächster Nummer ihren Haussuchungen und Siftirungen. Bei dem in Hamburg Abschluß. im Bleichergang 44 wohnenden Gastwirth B. Asmus fand eine Sozialist. In Böhmen soll es allerdings vorgekommen Haussuchung nach verbotenen Schriften statt, doch wurde nichts ge- sein, daß die Gründung und Leitung von Gewerkvereinen als funden. Am Sonnabend, den 26. Mai, wurde bei Herrn Josef Beichen von Geheimbündelei angesehen wurde. Nur in Böhmen Süßmeyer in Berlin, Stegligerstr. 27, eine Haussuchung die hat bis jetzt ein Staatsanwalt gefunden, daß die Gründung eines dritte in diesem Jahre vorgenommen. Gefunden wurde nichts. Fachvereins die praktische Ausführung des Most'schen Föderativ-Am Abend desselben Tages wurde der Tischler F. Schnechan systems" bedeute. Möbel-, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin bon Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Ihrem Freunde und Genossen Paul Pieleke ein dreimal donnerndes Hoch!!! zu seinem heutigen Geburtstage. Die drei Buchstabengreifer- Gesellen. Allen Männern der Arbeit empfehle mein Buchhandlung und Buchbinderei bon R. Kohlhardt, Brandenburgstraße 56, empfiehlt sich zur Anfertigung jeder Buchbinderarbeit, sowie zur Lieferung sämmtlicher wissenschaftlicher Werke und Zeitschriften. NB. Abonnements auf die ,, Berliner Volkstribüne" werden stets entgegen genommen. Freunden und Gönnern in Halberstadt und Umgegend Aufforderung! 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In Millionen Menschenherzen, Wo lebt und webt der freie Geist, Ist seine Statt, so lang in Schmerzen Und Luft noch diese Erde kreist. Wer für die Wahrheit ist erlegen Der Lüge giftigem Geschoß, Der Niedertracht verschlung'nen Wegen, Der Feigheit mitleidlosem Troß: Der lebt, ist auch sein Leib gekehret Zur Mutter Erde kühlem Schoos, Noch fort in jenen, die gemehret Des Lichtes Reich mit hartem Loos. Wer ruhmvoll für das Recht gefallen, Im Kampf mit Unrecht und Gewalt, Geht ein in jene Ruhmeshallen, Wo echter Helden Lob erschallt. Und Alle, die gerührt die Schwingen Für höchster Güter froh Gedeih'n, Sie ziehen unter Sphärenklingen Zum Tempel Unvergess'ner ein. Robert Seidl. [ Nachdruck verboten.] Ein Nachtbild aus dem Militärleben. Sonnabend, den 2. Juni 1888. da! Pa- trouille vorr- bei!.." .. II. Jahrgang. als er die scharfe Patrone in den Laderaum schob. Jm barte, ein ehemaliger General, der im letzten Kriege wegen Flüstertone gab ihm sein Vorgänger die Belehrung, was Feigheit vor dem Feinde Kragen und Degen verloren er zu thun und zu lassen, worauf er achten und wie er hatte. Er las den ganzen Tag in Büchern- der Gefreite sich zu benehmen habe. Dann noch ein kurzer, barscher hatte auszusprechen geruht, es seien italienische- die Kommandoruf, knirschende, verhallende Schritte, und er kein Mensch zu enträthseln vermochte. Selten sprach er war allein. ein Wort, und wenn er nicht las, starrte er mit erloschenen ,, Werr Augen in's Leere. Des Nachts aber kommandirte er im ... Greift In allen Stimmlagen lief der Ruf um den gesammten Schlafe: Kinder.... Dort steht der Feind Wall, von einem Posten zum andern. Auch der Rekrut, ihn an... Hurrah! welcher vor dem Strafgefängniß ehemaliger Offiziere Wache In demselben Zimmer mit dem alten General schlief stand, stieß ihn hervor, kreischend, in den höchsten Tönen, ein junger Huſarenoffizier, dem das Feuer aus den Augen wie einer, dem das Wasser an die Kehle steigt; dabei schlug und dessen kecker Schnurbart stets spit war wie schien sein Kopf immer dicker zu werden von dem Drucke ein Ochsenstachel. Er hatte seinen Rittmeister wegen eines der vorschriftsmäßigen Halsbinde und der Anstrengung des Liebeshandels in einem Duell ohne Zeugen erstochen. Den Schreiens; er verdrehte die Augen, wie ein junger Hahn, ganzen Tag war er lustig, neckte die Wachen und stemmte der das erste Mal zum Krähen ansett. die Hände in die Hüften und schlug die Hacken zusammen, als wolle er zum Czardas antreten. In einem Monat war seine Zeit um, dann wollte er wieder in seine sonnige Heimath zurückgehen und Wein bauen, wie es sein Vater Allmählich beruhigte er sich etwas. Er schritt auf und ab mit der Gleichmäßigkeit eines Perpendickels, während er immer und immer wieder sich seine Instruktionen in's Gedächtniß zurückrief. Dabei warf er seine Blicke nach und Großvater gethan. allen Richtungen, spißte die Ohren, hielt ab und zu den Das ganze Gegentheil von diesem war der schlanke Athem an, entwickelte allen Eifer, alle Wachsamkeit eines Ulan, dessen Blick etwas scheues und doch wieder bissiges Soldaten, der zum ersten Male Wache steht. hatte; stand er, so wiegte er sich beständig hin und her Knapp hinter der letzten Luftscharte verengte sich wie ein Rohr im Winde. Sein hängender Tatarenschnurbart plößlich der Weg, welchen die Schildwache einzuschlagen war gänzlich ungepflegt. Er war mit der Regimentskasse hatte, bis zu einem kaum fußbreiten Raume; dort stieg durchgebrannt und nach der Residenz geeilt. In acht die Verkleidungsmauer des Walles fast senkrecht aus dem Tagen hatte er die ganze Summe aufgebraucht, verjubelt, Wassergraben. Und jedesmal, wenn der Posten zu der verludert, stellte sich selbst dem Platzkommando und wurde Enge kam, warf er einen Blick in die dunkelgähnende für acht Jahre auf die Festung geschickt. Die andern Scharte, und es war ihm, als quelle verworrenes Gemurmel, Gefangenen mieden ihn. Dafür suchte er sich schadlos zu zitterndes Geflüster daraus hervor. Plößlich erinnerte erhalten, indem er die Wachen reizte. Es war vorauszusehen, sich der Bedeutung des Ortes, vor welchem er Wache stand. daß er in der Kasematte sterben würde. Als das Höchste in seiner bisherigen militärischen Lauf- Das waren ehemalige Offiziere; da war aber noch bahn war ihm der Offizier erschienen. Mit Ehrfurcht, die einer da, und das war keiner. Jeder mußte ihn sehen, nicht frei war von einem gewissen Grauen, blickte er zu den baumstarken Slovaken, welcher den Gefangenen aus ihm empor; er zitterte vor dem Gedanken, es könnte dem Mannschaftsstande den Bart schor und das Haar jemals der Fall eintreten, daß er seinen Vorgesetzten er- schnitt. Und sah er ihn nicht, so hörte er ihn. Der Der nördliche Winkel der Bastei wird von dem zürnte. In greifbarer Deutlichkeit, in fußgroßen Buch- Kerl, der sich vor Niemand, nicht einmal vor dem StabsWasser des todten Flußarmes umschlossen. Kein Luftzug staben, aus welchen Flämmchen hervorzüngelten, standen profoßen fürchtete, hatte schon drei Fluchtversuche gemacht. bewegt das träge, faulende Gewässer, von den Ufern mit einem Male vor seinen Augen die Kriegsartikel, und Um Arm- und Beingelenke klirrten ihm die Schellen, und schieben Wasserlinsen, gelbe Wasserrosen ihre grüne, ver in seinem Ohre gellten ihre furchtbaren Kehrreime:„ Wird eine schwere Eisenkugel rasselte hinter ihm her. Er war filzte Blätterdecke nach der Mitte hin; diese selbst erglänzt erschossen.... Wird gehenkt.... Wird gehenkt." der Schrecken aller Wachen, welchen er Seifenschaum in unter den Strahlen des Mondes wie eine dunkle, polirte Wird erschossen...." Und jetzt hatte er Leute zu be- die Augen sprißte, Seifenwasser auf die Kleider goß. Metallplatte. In zwei stockhohen Terrassen hebt sich der wahren, die auch einstmals Offiziere gewesen. Wie, wenn Der Rekrut schauerte zusammen. Nein, nur das Wall empor, trußig, ein geschwollenes Üngethüm liegt er einer von ihnen zu entweichen versuchte? Würde er den nicht, nur mit dem sollte er nichts zu thun bekommen. da, ein mächtiger Stein- und Erdhaufen. An der Stirn- Muth haben, ihm entgegen zu treten? Heiß und kalt Er würde sich gar nichts gefallen lassen von ihm, gar seite des zweiten Absatzes unterbrechen schmale, vergitterte fuhr's ihm über den Rücken. Er schüttelte das Haupt, nichts von diesem... Verächtlich spuckte er aus und machte Luken die Einförmigkeit des Mauerwerkes. Schmale, um die Gedanken zu verscheuchen. Aber die kamen immer Kehrt. Von Hand N. Krauß. niedrige mit Eisenblech überwölbte Rauchfänge scheinen wieder, wie ein Schwarm Fliegen nach dem Honigtopf. aus dem Walle herauszuwachsen wie ungeheuere Schwämme. Der Schildwache wurde es ängstlich zu Muthe; den Körper überzogen, es war schwül zum Ersticken geworden, aus Der Himmel hatte sich immer mehr mit Gewölk Vor den Luftscharten schreitet die Schildwache auf herauf kroch ein eigenthümliches Wärmegefühl, um die dem Erdboden stieg ein heißer Dunst auf, der sich wie und ab in gleichmäßiger, langsamer Gangart; unter dem Brust legte sich ein starker Druck, wie ein Eiſenband, und Blei auf die Lider legte. Der Schrei der Wachen wurde Drucke der Finger, welche den Riemen umspannen, erklirrt im Kopfe hämmerte es, als wäre dort eine Binderwerkstatt. immer lässiger, lang gezogener, schläfriger. Der Rekrut leise das Gewehr, die leere Bajonettſcheide schlägt klappernd Der Rekrut sperrte den Mund, um besser athmen zu können, fühlte sich sterbensfaul, müde zum Umsinken. Sein Schritt an das Knie, ab und zu hüpft ein huschender Lichtpunkt schlug die Arme übereinander, schlenkerte mit den Füßen, wurde ungleichmäßig, die Wendungen fielen unterm Hund über einen Uniformknopf, die Blechkokarde an der Feld- und als all das nichts half, wagte er es, seine Halsbinde aus, der Gewehrkolben schob sich immer mehr nach vorn. müße, über einen blank gescheuerten Bügel des Gewehres. weiter zu schnallen und im halben Trab auf und ab zu Als der Posten wieder einmal zur letzten Luftscharte ge= Es ist eine laue Frühlingsnacht, der Himmel mit laufen. kommen, machte er Halt; es war ihm, als spielte um die dunklem, schleichendem Gewölk überstanden. Von Zeit zu Plötzlich begann er laut und gezwungen aufzulachen; Ecke ein leichter Luftzug. Er lehnte sich an die Mauer Zeit fliegt ein leichter Schein über den Himmel, die Erde, es war ihm mit einem Male zum Bewußtsein gekommen, und athmete mit offenem Munde. Im nächsten Augendie Mauern des Walles, den Wassergraben, der dann daß er da für einen Soldaten eine recht lächerliche Rolle blicke erinnerte er sich seiner Pflicht und wollte wieder aufleuchtet, als wäre er mit flüßigem Phosphor übergossen. spiele. Vor wem fürchtete er sich? Vor den Offizieren? nach vorne schreiten. Er that es nicht. Noch eine Minute Aus dem Graben steigen dampfende, stinkende Nebelstreifen, Die waren ja eingeschlossen. Keine Maus käme durch und noch eine, dann ja. Zum Teufel, er könne sich doch sie wenden, drehen und winden sich, zerflattern, und plöß den Wall, geschweige denn ein Mensch. Er trat ganz ausschnaufen. Sollte er ersticken!? Noch dreimal ſette lich ist die Luft angefüllt mit dem Dufte tausend blühen dicht an die Mauer heran, klopfte mit dem Finger daran er sich Zeitziele und hielt sie nicht. Die Ablösung tam der Bäume, dem Odem der wiedererwachten, zeugungs- und lachte ganz leise in sich hinein, wie einer, der sich ja noch nicht, keine Rede; er konnte auch von hier aus frohen, zeugungskräftigen Natur. Wie aus weiter Ferne über seine eigene Gescheidtheit freut. D, die Mauern schreien, wer sah es denn, daß er hier lehnte. Der Wind tommt ein leises Klingen und Singen, ein Zirpen, ein waren fest, sehr fest, da brauchte man nichts zu besorgen. schien ihm stärker zu werden, auch im Rücken verspürte er Flüſtern und Rauschen, mannigfaltig und regelmäßig wie mit beiden Füßen zugleich machte der Posten Kehrt und ein kühlendes Gefühl, er schrieb es der Mauer des Walles das Athmen eines schlafenden Menschen. Und all das begann wieder ruhig auf und abzuschreiten. Dabei neigte zu. begann wieder ruhig auf und abzuschreiten. Dabei neigte zu. Er dehnte sich, als läge er auf seinem Strohsacke. verstummt und verfliegt, wenn die Schildwache mit einem er den Kopf nach links und spißzte den Mund, und hätte Dann mußte er gähnen. Woher nur das wieder kam? Rude das nach rückwärts gleitende Gewehr emporschnellt, er sich nicht sogleich wieder bezwungen, er hätte gepfiffen Mag auch, er würde sicher nicht schlafen, ganz gewiß daß es mit dumpfem Schlage an der Schulter fizt, oder wie ein Schusterjunge. Es war doch nicht so schlimm, nicht. Da könnte er schön ankommen. Nein... Nein... knapp und scharf eine Wendung macht, daß der Sand hier Schildwache zu stehen. Was fehlte ihm denn? Kali Nein... unter den harten Sohlen aufknirscht und die Hacken krachend war es nicht und müde machte das langsame Hin- und Aber, was war denn das? Waren die Militärjahre aneinanderschlagen. Herschreiten auch nicht. Freilich, rauchen konnte und durfte schon vorbei? Natürlich, freilich... Er hatte ja schon Vor einer Viertelstunde war der Posten aufgeführt er nicht. Bei diesem Gedanken befiel ihn eine ungeheuere seine Kleider wieder an, und das da vor ihm war der worden. Mit gläsernen, dummen Augen hatte der junge Sehnsucht nach seiner versafteten, geschwärzten Holzpfeife; Hof seines Vaters. Gott sei Dank, daß er nur wieder den Gefreiten und ihm bedeutete, daß jeßt die Reihe an ihn fäme. Er er sah den Rauch in blauen Wölkchen aus dem durch daheim war;' swar kein Honiglecken beim Militär, das hatte so schön geträumt auf der harten Holzpritsche, mit kommistabakes das Wasser lief ihm im Munde zuhervor. na.. und.." dem Tornister unter dem Kopfe von der Heimath, sammen; er leckte sich die Lippen und stieß seufzende Töne fünf Monate Garnisonsarrest..." ,, Haben wir dich! Hat auf dem Posten geschlafen; von einem kleinen, mit Fruchtbäumen umſtandenen Hofe; Der Rekrut schreckte empor und stierte in das höhnisch er hatte den Duft frischgepflügter Aecker zu riechen gemeint, Werr- da?" Patrouille vorr- bei!.." den Gesang der Hirten, den Klang der Rinderglocken zu verzogene Gesicht des Ablösungsgefreiten. Und in dem hören geglaubt, und dann sah er vor sich das kleine, Wieder war eine Viertelstunde vorüber; wie lange einen Augenblick stand vor dem Auge des Unglücklichen fecke, boshafte, liebe Ding mit dem übermüthigen Stumpf- dauerte es noch und die Ablösung war da. Servus! all das Elend eines Militärgefängnisses. Er sah die näschen, den kleinen Spißmauszähnen; ihre Röcke flogen Irgendwo schlug eine Glocke, sie hatte jenen blechernen, vielen höhnenden, grinsenden, von allen Leidenschaften und der Wind spielte mit ihrem seidenweichen Nackenhaar. mitleidlosen Klang, der allen Spitalglocken eigen ist. Und zerwühlten Gesichter, hörte das Fluchen, Schimpfen, Schreien, Und jetzt sollte das alles wieder nicht wahr sein! Der dieser eigenthümliche Klang verscheuchte bei der Schild- Schmähen, all die eklen Worte, wie sie nur unter Gefangenen Gefreite stand vor ihm und machte ein wildes Geficht und wache alle übermüthigen Anwandlungen. Der junge Soldat, im Gebrauche sind, roch den Geruch gekochter Erbsen, gab ihm einen freundschaftlichen Stippenstoß und noch einen, welcher stehen geblieben war und in die Nacht hinaus- ranziger Stiefelschmiere, hörte das Rasseln der Ketten, das und sagte, wenn er nicht augenblicklich mitginge, käme er gelauscht hatte, begann wieder auf- und abzuschreiten. Schlürfen der harten Stiefel über dem Steinboden. in den Garnisonsarrest. Noch schlaftrunken war er empor- Bor seinem Geiste drängten sich all die Erzählungen,„ Nein!.." ." Weiter sagte er nichts. Der Gefreite und zum Wachzimmer hinausgetaumelt. Von den Kameraden, welche seine älteren Kameraden in der Kaserne und im taumelte zurück, ein Stoß vorn auf die Brust hatte ihn welche gleich ihm zur Ablösung gehörten, hatte einer nach Wachzimmer über die ehemaligen Offiziere und jetzigen zu Boden geworfen. Und dann ein Sprung, ein plätscherndem andern seinen Posten angetreten, endlich kam auch er Sträflinge losgelassen hatten. des Aufspritzen der schwarzen Wässer, und mit tausend als der letzte an die Reihe. Seine Hand zitterte etwas, Da erschien der Alte mit dem langwallenden Patriarchen- Armen und Händen hatten die Wasserlinsen und Wasser rosen den Körper des jungen Soldaten erfaßt, umschlungen und zogen ihn hinab, zum Grunde. Am nächsten Tage kamen Werkleute und zogen ein Geländer längs des Wassergrabens. ( Deutsche Blätter.) Der Dienstmann. Eine Geschichte von Otto- Walster. ( Schluß.) Mit der Nachlässigkeit, welche zum sogenannten vornehmen Wesen gehört, erbrach das Fräulein das ihr übergebene Schriftstück, doch schon bei den ersten Zeilen erzitterte die Hand; die Blässe des Schreckens überflog die sonst so farbenreichen Züge, und die Spannkraft verlor sich soweit, daß die Blätter zum Boden glitten. Wo ist mein Vater? hauchte sie endlich, wie es schien, gänzlich gebrochen. Er wird unmittelbar nach mir die Geschäftslokale verlassen haben. Um sterben zu gehen, ächzte sie in vollkommenster Muthlosigkeit. D, Fräulein, ich fürchte, Sie haben recht. Und Sie konnten ihn verlassen? Ach, Sie waren Bediensteter. Als solcher wurde ich angesehen und behandelt. Helfen kann man nur dem Freund. Und das zu sein, konnten Sie nicht zuwege bringen. Wir sind arm, wir sind infolgedessen nichts. Der Mensch gilt nichts vor dem Geld. Ja recht, Sie haben Gelegenheit, sich zu rächen. Das Schiff ist im Sinken, die Ratten verlassen es. D, Fräulein, Sie sind jetzt unglücklich, deshalb können Sie mich nicht beleidigen. In solcher Stimmung nehmen Sie keine Hülfe an, selbst wenn Sie weniger stolz, weniger voreingenommen wären. Sagen Sie selbst, können Sie meine Hilfe annehmen? Ich? welche Hilfe brauche ich, um... o, welche Hilfe brauche ich auf meinem Wege! Wohin wollen Sie? Wohin? Dahin, wohin mein Vater gegangen, rief das Mädchen mit wilder Hoffnungslosigkeit. Fräulein Leontine, sprechen Sie doch nicht so, Sie zerreißen mir das Herz. Ihnen? o, wie sollte das sein? D, Fräulein, Sie müssen es doch wissen, daß ich Sie liebe mit meinem ganzen hoffnungsvollen Herzen. Sie lieben eine andere, eine reiche Prinzipals tochter, die zur Bettlerin geworden. Liebten Sie eine Bettlerin? Ich liebte früher keinen Reichthum, ich liebte Sie, Leontine, so, wie ich Sie bis an's Ende meiner Tage lieben werde, es mag geschehen, was da will. Sie? rief das Fräulein mit stolzer Verachtung. - Der Teufel hole die heutige Gesellschaft neun-| Kutscher, der eben wieder auf die Straße getreten war, es undneunzigtausendmal. Mir fehlen noch 25 Groschen zum kam auch im nächsten Augenblick von einem Polizisten, drei Minuten später von einem zweiten. Miethszins, und die kann ich jetzt verdienen. Ach, Pezoldt, mein Sohn. Schon recht. Ihr lauft mir nach, ich brauche Ich sag' es ja, der Teufel hole die heutige Gesell- Euch alle Beide, dachte Pezold, und in der That liefen schaft mit ihrem Blödsinn hunderttausendmal. Man kann seine Verfolger so schnell, daß sie beinahe zu gleicher Zeit die Miethe nicht mehr erschwingen, und wenn man's mit ihm ankamen. könnte! Dein Sohn ist in Gefahr? komm', komm'! Wohin? Als er anhielt, fiel man über ihn her und riß ihn Nach den Docks. vom Bocke. Schlechte Gegend. Aber so komm' doch! O, das ist gut, Ihr spart mir viel Mühe, rief Die beiden Dienstmänner eilten dahin. Der Abend Pezoldt, ich wäre nicht so schnell heruntergestiegen und war schon fast ganz hereingebrochen, und der Himmel ließ nicht so warm wieder geworden, wenn Ihr nicht waret. weiße Schneeſterne dicht, reichlich herniederfallen. Kalte, Aber ich mußte einen Wagen nehmen, denn es galt drei aber lichte Sendboten, welche bald die Strahlen der Weih- Menschenleben. Schreibt mich auf wegen dieser Sache; nachtslichter glänzend zurückwarfen. bezahlen thu' ich doch nichts, und Geldstrafen abbrummen Die beiden Dienstmänner bemerkten von alledem nicht ist mir ein sündliches Vergnügen. Aber jetzt helft! viel, vielleicht gar nichts, der alte Mann ward dahin Neuntes Kapitel. gejagt von den schlimmsten Befürchtungen, sein jüngerer Kollege wüthete in seinem Innern gegen den bodenlosen Im ärmlichen Dachſtübchen, das glücklicher Weise groß Leichtsinn, der ihm das Geschäft an solch' einem Tage und geräumig ist und auch noch ein großes Schlafzimmer vernachlässigen ließ, und wenn sein Zorn die höchste Stufe hat, da pußt eine schlanke Frauengestalt einen Weihnachtserreicht hatte, dann beschwichtigte er sich mit dem Mannesruf: baum an, während drinnen im Schlafzimmer, das drei Man muß doch Mensch sein, was ist man sonst? Betten enthält, der Dienstmann Pezoldt drei halb erSo eilten sie weiter, der Seeseite zu, und bald kam starrte Menschen, nachdem er sie in nasse Tücher gehüllt, von dort ein Schneesturm, der ihnen das Sehen unmöglich ziemlich gewaltsam bearbeitet. machte. Der junge Schultes hat dem eifrigen Manne zwar Es ist umsonst, rief endlich Petzoldt seinem älteren zugerufen, daß er ja selbst ein Patient sei. Pezoldi beKollegen zu. Was soll das Laufen helfen. Herr Gott arbeitete ihn dafür nun desto energischer, indem er lachend ja, ich bin auch Mensch, bin doch auch von Fleisch und sagte: Blut; aber diese Jagd ist ganz umsonst. Was sind wir, Indem ich Euch den Frost herausarbeite, thu' ich wenn wir keine Menschen mehr sein wollen. So? Du dasselbe an mir. Aha, ruft der alte Herr endlich, erquickt durch willst nicht hören? Nun, ich Esel lauf dir nach. Von der See her, der allgewaltigen, blies der Sturm das Bad und die kräftig strömende Rede,- mir ist wohl, eisig stachelnde Schneespißen; man mußte die Augen zu wie lange nicht seitdem. Ich fühle mich gekräftigt, und drücken. Hui, huh, wie es pfiff und brauste! Die Giebel ich fühle die Luft, länger zu leben. Wenn Parisettes nicht der Häuser ächzten, es fegte mit dem besten Staubbesen gewesen wären, hätte ich zufrieden weiter leben können. in den Straßen der Wind. Das Blut floh zurück aus Aber 90 000 Thaler fast ganz Verlust und dann die den Adern der Hautfläche und die Nerven wurden betäubt. vielen anderen, das konnte ich unter solchen Umständen Da blizte das Wasser vor ihnen auf und in dem- nicht mehr aushalten. Ich bin ein Bettler. selben Augenblick drang ein klatschendes, gurgelndes GeParisettes geben 80 Prozent, weil sie weiter räusch wie von einem fallenden Körper ihnen entgegen. wollen, rief eine Stimme im Hintergrunde. Eine furchtbare Ahnung stieg in dem alten Manne auf und er brach verzweifelnd zusammen. - Alles verloren! stöhnte er. 80 Prozent! rief der alte Mann und erhob sich auf seiner Lagerstätte, o, warum habe ich das nicht gewußt! Ich schlug unseren Verlust mindestens auf Im nächsten Augenblick sprang er wieder auf, er sah 70 000 an und verliere 20 000. Dann bin ich gerettet, eine dunkle Gestalt. warum haben Sie mir das nicht gesagt? Ich wollte es Ihnen sagen, aber Sie nahmen Unsinn, daß man es nicht thut, aber man ist so gewöhnt feinen Rath an, rief der junge Buchhalter. Ja, das ist bei uns nicht Gewohnheit, es ist Mein Sohn! stöhnte er und eilte vorwärts. Klange; im nächsten Augenblick verschwand eine dunkle Herr Heinrichs! erscholl es mit wunderbarem Gestalt; man konnte ahnen, daß sie im Wasser verschwand, denn ein Geräusch war verloren im Donnergetös des in seinem Geschäfte ſelbſt Alles zu befinden. Und Sie haben den Brief nicht einmal geöffnet, Windes und des Wassers. den der Sachwalter nachgeschickt? rief der Buchhalter. Wahr, wahr! Meine arme Tochter, stöhnte der Diese Worte wurden im Schlafzimmer gesprochen, Boden. Der alte Mann sank mit schlotternden Knieen zu Sei ein Mann, rief Pezoldt wild, es ist ein Wahn- Kaufherr weiter. D, Leontine, kommst Du nach mir zu fragen? Der Dienstmann, der jetzt eben den Krankenwärter d 11 11 ju e f ri ge G zie D fr di an Li sch Vater bist Du hier? mein lieber Vater, lebst Du ift Lo D ge ha ste ge ein ſei auf eines der Betten und fragte mit sanfter Stimme: O sag' mir, was kann ich für Dich thun? Ach, wollen Sie Mitleid mit mir haben, wollen finn, es ist Tollheit, aber man muß handeln! Schultes, Während dessen trat eine junge Dame in das vordere Haben Sie doch lieber Mitleid mit mir selbst, daß ich mich in Gefahr stürze, aber ich will es ſein. Halte Bimmer. Sie hörte die Worte und trat näher: Fräulein. Ich liebte Sie, aber ich durfte es Ihnen nicht fest, oder Du bist ein Mörder! gestehen; der Reiche liebt seinen Reichthum so sehr, daß Gürtel gelöst und ihn dem Kollegen zugeworfen, der bei Pezold hatte bei diesen Worten den Strick von seinem wirklich? rief fie. er immerdar nur denkt, nichts als seinen Reichthum lieben. Dieser energischen Aufforderung zum Bewußtsein kam und rief der Kausherr, sich von seinem Lager erhebend. Das ist der Fluch des Reichthums. Sie können es nicht das Ende des Strickes ergriff. mehr fassen, was die Allgewalt reiner Liebe bedeutet. Im nächsten Augenblick gab es einen gewaltigen spielte, machte der eleganten Erscheinung Platz und ließ Da sind sie arm, und schrecklich arm in ihrem Reichthum. Ruck, der den alten Mann beinahe das Ende des Seils fie einen Sessel zwischen zwei Betten finden. Ich aber, Fräulein, schwöre es Ihnen zu, ich liebte Sie, verlieren ließ, aber er zog mit Aufbietung seiner letzten Das Mädchen fiel fast in den Sessel, lehnte sich dann weil ich Sie lieben mußte, wenn Sie ein armes Näh- Kraft zurück und hörte den Ruf: mädchen gewesen wären, wenn Sie die Aermste waren, Dho Einer! hilf, binde fest! die es gab, und der Beweis ist, daß ich Sie jetzt noch Da stand ein alter in der Erde festgerammter Pfahl. Leontine, rief es mit einem unbeschreiblichen Ausheißer liebe, nachdem Sie wirklich arm geworden. D, um diesen schlang der alte Mann den Strick, und nun druck von einem freudigen Erstaunen und Liebe zurück. Fräulein, Sie zürnen mit mir, und inzwischen geht Ihr begann er an demselben zu ziehen. O, rief die Dame erschreckt und doch freudig Vater vielleicht sterben. Schon recht, zieh ihn auf, scholl es aus der überrascht, Kein Donner und kein Blitz kann eine friedliche brausenden Tiefe. Sie sind hier? Ich hörte die Stimme meines Vaters. Haben Sie meinen Vater gerettet? Landschaft so erschrecken, wie diese Worte das Gemüth Der alte Mann eilte an das Ufer und zog einen des Mädchens. Es war schon längst aufgesprungen, jeßt dunklen Gegenstand mit Riesenkräften auf's Trockene. Er Seite. Ich bin hier, Leontine, rief es von der anderen eilte sie auf den jungen Mann zu, ergriff dessen Hand Ach mein guter, theurer Vater, was war mit und ihn mit wunderbar bezaubernden Augensternen an- wollte ſehen, was es wäre, aber schon ertönte der Ruf: Verdammt, mich faßt was an den Beinen; halt Dir? fest Schultes und hilf, das muß auch gerettet werden. Leontine, frag' mich nicht; ich schäme mich fast jezt, zu sagen, warum ich den Tod dem Leben vorzog. D, ich säume schon zu lange, rief der junge Mann, 3ich' an dem Strick und hilf, ich erstarre. Weil ich aus meinen Geschäftsbüchern ersehen, daß ich kein reicher Mann mehr sein konnte, glaubte ich, nicht mehr leben zu können. Und Du dachtest nicht an mich? blickend rief es: Wollen Sie meinen Vater retten? erfaßte die kleine Hand und drückte einen heißen, innigen Kuß darauf, dann war er schon hinaus, während das Fräulein, gebrochen ganz und gar, auf einen Polsterstuhl fiel. Achtes Kapitel. Drunten in den Straßen wogte noch immer das hoffnungsvolle Gewühl der Weihnachtskäufer. Am Thor stand noch in banger Erwartung der alte Dienstmann. Sahst Du Heinrich nicht? fragte der Sohn den Vater, der ihm gleich entgegentrat. O ja, der ging den Weg dahin und, wie mir scheint, nach den Docks. Die Docks, das sind Ausruhkämmerchen für die Seeschiffe, mit dem Meerwasser unter den Füßen, und der Ausfahrt nach dem Dzean. Aber, Heinrich! Der Sohn flog schon dahin. Der Alte zog den Gurt fester um die Lenden und schickte fich an, zu folgen. He, Schultes, wohin? ist Alles besorgt? rief ihm im nächsten Augenblicke ein Dienstmann zu. O Pezoldt, komm und hilf mir. Kann nicht, habe gute Geschäfte in Aussicht. Pezoldt, verlaß mich nicht, ich bin ein armer Mann, ich kann Dir nichts bieten, aber erbarme Dich meiner, ich habe das Leben meines Sohnes zu retten. des -Wo bist Du? Zieh' an, sag' ich Dir, oder ich bin ein Kind Todes, ach! Der Alte zog mit übermenschlicher Anstrengung; der Strick gab nach, aber keine Antwort ertönte, als das Land erreicht war. Doch schien der Mond und ließ eine menschliche Gestalt, krampfhaft an den Schenkeln des Andern hängend, erkennen. Rasch entschlossen hob er auch diese Gestalt an den Uferrand. Im nächsten Augenblick beschien der Mondenschein drei fast gänzlich erstarrte Menschen und einen Greis, der auch vom Frost geschüttelt ward, daß er kaum wußte, was er that. Schneller erholte sich der junge Dienstmann, er mochte wohl öfters in ähnlicher Weise den Elementen preisgegeben gewesen sein. Der sprach kein Wort, der jagte dahin, daß die Wärme des Körpers die in Eiswasser getränkte Kleidung alsbald zum Ausdampfen brachte. Ich hatte so viel mit dem Geld zu thun gehabt, daß ich nur immer das Geld vor Augen gehabt habe. Aber zürne mir nicht mehr und sage mir nichts darüber. Ich habe eine furchtbare Krisis durchgemacht, die Wogen des Meeres, die die verzweifelte Brust des Selbstmörders umspielten, haben mir eine drastische Lehre gegeben. Ich glaube, jeder wahrhafte Mensch, wenn er einmal so gründlich vom Schicksal und den herrschenden Verhältnissen durchschüttelt wurde, wie ich, wird an der Vernünftigkeit dieser Verhältnisse zweifeln lernen. Und den Sozialismus achten, weil er die Lehre der wahren Menschlichkeit ist, bemerkte Pezold, und weil die Anderen, welche andere Wege wandeln, oft schließlich zu dem kommen, zu dem Sie gekommen. Wir verlangen eine vernünftige Gesellschaftsordnung und gleiches Recht für Alle. Und die Andern bringen industrielles Hazardspiel, Militarismus und andere schöne Dinge zuwege, die können die Welt zum Verderben bringen. Ich habe gesprochen, rief Pezold. Er wußte einen nicht zu weit entfernten Punkt, wo um diese Zeit Wagen zu halten pflegten. Heute stand keiner da. Aber nicht weit davon stand eine Kutsche. Der Kutscher war in die Restauration gegangen. Pezoldt In das Vorzimmer waren indessen freudelustige schwang sich auf den Kutschersiz und fuhr davon. Kinder eingetreten, welche jubelnd den Weihnachtsbaum Alsbald erscholl ein Schreien; cs kam von dem und die unter ihm liegenden Geschenke umschwärmten. ACLES SEA REK mi Le fel be di de B N t t r 2, e = ? 20 14 n 3= ig me cen nit aft og. ich ehr bt, be. Der. gen ers Ich ndrcheser ehre und oft Wir ches elles Dege, habe ftige aum Als er, und mit ihm der alte Schultes, das Kämmerchen verlassen, wendete sich das Fräulein an den jungen Buchhalter mit der Frage: Und Sie, Herr Schultes, möchten Sie nicht auch einen Weihnachtssalat mit uns genießen? -D, Fräulein Leontine, denken Sie doch, daß ich keinen Traum schöner träumen konnte, als den, in ihrer Gesellschaft ein Weihnachtsfest feiern zu können. So liebten Sie mich trotz aller meiner Launen? Ja, weil ich wußte, daß es nur Nebel seien, die das reine Sonnengold Ihrer Seele umschleierten. D, Sie sprechen gut von mir, und ich hatte doch nicht schön gehandelt, ich danke Ihnen, Sie richten mein Inneres recht wohlthätig auf, ich danke Ihnen herzlich. Dabei hatte die junge Dame die Hand des neben ihr noch immer liegenden Freundes ergriffen und sie gegen ihre bewegte Brust gedrückt. 5, Fräulein Leontine, jauchzte der schwergeprüfte Ach, ich bin doch nicht Leontine getauft, denn das klingt ja wie Löwin, man nannte mich Elise, als ich ein glückliches Kind war. Nennen Sie mich so. Und nun kommen Sie, ist denn kein Hausrock für Sie hier? junge Mann. " 1 Für sie war Weihnachten eine Wunderzeit, die Welt| dustrie möglichst massenhaft aus und wirft sie auf den lichen Brotes nothwendig ist, sondern deren auch das ist ja sonst so arm an Liebe! Arbeitsmarkt ohne Rücksicht, ob derselbe schon überfüllt ist Proletariat bedarf, um seiner hehren weltgeschichtlichen Die Friseuse trat in die Kammer und rief: oder nicht. Man hat es dadurch dahin gebracht, daß Mission gerecht zu werden: der Befreiung der Leidenden. Ist hier Jemand im Stande einen guten Kartoffel- selbst die geschicktesten kunstgewerblichen Kräfte überhaupt Was die Buchdrucker in der erwähnten Richtung ge= salat mit Häring, so ein Proletarier- Weihnachtsabendessen nur schwer, sehr schwer ihre schönen und mühsam erwor- than, ist allseitig anerkannt; allüberall und auch in Wien zu genießen? benen Fertigkeiten und nur höchst selten zu einem„ ange- waren diese die ersten, die sich zusammengeschlossen zu gegenD, ich denke, das können wir Alle, rief der alte messenen Preise" verwerthen können. seitigem Schuße, und zu einer Zeit schon, da Alles noch Kaufherr sich erhebend,- es ist ja hier schön warm Die„ durch ihre Geldmittel besser gestellten Stände", Absolutismus und Gedankenknebelung athmete; heute sehen durch und durch, und ich aß seit gestern noch keinen das wird der einsichtige Arbeiter leicht begreifen, treiben wir ihre Gemeinschaft fast über die ganze zivilisirte Erde Bissen. zuweilen„ Almosensport", bei dem die Noth der Armen ausgebreitet; fast alle ihre Verbände sind untereinander in Es kann es Jeder riskiren, rief der kranken- der Vorwand ist, um in der Mehrzahl der Fälle sich für Gegenseitigkeit; wo der Gehilfe, der durch unser Produktionspflegende Dienstmann, Alle haben sich erholt, und die verhältnißmäßig recht wenig Geld den Ruhm eines system stürmisch herumgeworfen wird, seinen Fuß hinseßt, Luft ist rein und warm. Volksbeglückers" zu verschaffen, was dann zu Titel, findet er Unterstüßung, die er erhobenen Hauptes und nicht Der alte Herr erhob sich und schlüpfte unter Beihülfe Orden und zuweilen auch zu gutem Profitbringen der als Almosen entgegenzunehmen braucht; überall wird er seiner Tochter in einen Schlafrock, der ihm sonst wenig Lieferungsgeschäfte oder zu anderen einträglichen Begünsti- als Kamerade aufgenommen. Die Gegenseitigkeit, sie ist standesgemäß erschienen sein würde. gungen führen kann. O, diese edlen Wohlthäter gehen ein Bahnbrecher der Internationalität und eine praktische ganz heimlich hin und opfern Summen, die so ungefähr Bethätigung derselben. Die Gegenseitigkeit der Buchdruckerden Kostenbetrag eines guten Festmahles decken. Welch' vereine Europas liefert den Beweis, daß die InternationaEdelmuth! Niemand soll davon erfahren, die Linke soll lität der Arbeiter weder Phrase noch unbedeutend ist. Ueber nicht wissen, was die Rechte thut, ist das nicht christlich? alle Grenzen hinaus reichen die Arbeiter einander die Hand, Verdient das nicht wenigstens durch den„ Geheimen Kom- sich zu stüßen in Noth und Kampf, und keine Macht vermerzienrath", vielleicht sogar durch den„ Baron von" be- mag sie mehr auseinanderzureißen.... lohnt zu werden? Muß nicht der ganze Hof seine Sei- ,, Und alle diese Dinge, die tausendfältigen Segen verdenstoffe bei diesem edlen Geber kaufen? breiten, welche das Selbstbewußtsein des Arbeiters heben, Was kann er dafür, daß lediglich durch einen Zufall seine Handlungsweise veredeln, der durch übermäßige Ausam nächsten Morgen jedes Waschblatt der Residenz ,, aus beutung nur zu rasch vorschreitenden Degeneration Hinderguter Quelle" die edle That des Mannes erfahren hat nisse in den Weg seßen, sie will man in verschiedenen und sie in die Welt trompetet, geblendet vom Glanz der Ländern einschränken, unterdrücken, vernichten! großen Zahl. Die Markrechnung mit ihren kleinen Werthen Aber es wird ihnen nicht gelingen.... Ein preußibei großen Zahlen eignet sich sehr für solchen Humbug. scher Minister kann geldstroßende Kassen für bankerott erSchweigen wir ganz von dem Wohlthätigkeitsklären; der Geist der Arbeiter, der eherne Massenschritt sport, der sich im Anordnen von glänzenden Festen, Kon- der Arbeiterbataillone", der ihm aus den selbstgeschaffenen zerten, Bazaren und dergleichen Befriedigungsmitteln der humanitären Organisationen entgegendröhnt, erklärt ihn und Vergnügungssucht und der persönlichen Eitelkeit kundgiebt. seine Staatsweisheit für bankerott. Uns in Destereich mag Der Arme nimmt den Abhub, der bei diesen Festen für man hindern, eine einzige große Gemeinschaft zu bilden; ihn übrig bleibt, er weiß aber, wie es gemeint ist; er den Sinn der Solidarität kann man uns nicht konfisziren im Gegentheile, man hilft dadurch, ihn zu verbreiten. weiß, wie sehr sich diese Stände um sein Wohlsein und Aber noch immer giebt es eine kleine Anzahl von Fortkommen kümmern. Die Annahme, die Industrie betreibe die Ausbildung Kollegen, welche auf die Vortheile, die ihnen unsere Orgader Arbeiter mit Rücksicht auf das Wohlsein und Fort- nisation bietet, Verzicht leistet...... Sie meinen aus kommen der Arbeiter selbst, wird dem Proletarier mit ge- verfehltem Radikalismus, das Wesen der Fachöffneten Augen" so verständig erscheinen, als ob man ihn vereine negiren zu müssen, weil es ihrer falschen Ansicht Warum nicht? wenn nichts anderes da ist? ent- einreden wollte, die Militärdienstzeit sei eingeführt, um für nach kouservativ wirke, die Entwickelung hemme. die kräftige Körperentwickelung der Arbeiter zu sorgen, und, Allein diese Theorie ist eine schlechte Theorie. Sie gegnete das Fräulein. Nun wenn Sie meinen, zieh ich ihn an. Wollen die letzte Verlängerung derselben sei geschehen, um dem ist erfunden worden von bequemen und unpraktischen Leuten. Sie mich nur einen Augenblick allein lassen? Familienvater ein sorgenfreies Leben zu sichern. Wir Es ist gewiß noch nie einem derjenigen, die in unseren Ich werde Ihnen helfen. Sie sind krank und da möchten wohl sehen, wie viel Arbeiter mit offenen Augen Vereinen wirken wenigstens in den letzten Jahren ziemt die Sorge um Sie Ihrem- künftigen Weibe. sich solche Spiegelfechterei vormachen lassen. Sie werden eingefallen zu behaupten, daß durch Gewerkschaften die wohl nicht aufhören, den Lehren immer mehr Geschmack soziale Frage gelöst werde. Aber unsere Vereine Oder wollen Sie mich nicht? Diese Worte zogen den jungen Buchhalter mit Zauber- abzugewinnen, welche ihnen von dem gleichen Recht sind unumgänglich nothwendig zur Defensive. Es kraft in die Höhe und bald war die ganze Gesellschaft, auf Lebensglück aller Menschen erzählen, von der kann den meisten Arbeitern unmöglich jener Idealismus die vor einigen Stunden noch in künstlicher Getrenntheit allgemeinen Brüderlichkeit der Menschen in der Liebe, die zugetraut werden, und es wäre unvernünftig, von ihnen am Rande des Untergangs geschwebt, zu einem einfachen nicht erlaubt, daß der Eine sein Wohlleben auf der Noth zu verlangen, daß sie sich erheben sollten an dem Glücke, Liebesmahle vereinigt, wie es keine Kirche der Welt zu des Anderen aufbaut. Hieran wird die ganze Bettel- dessen sich unsere Nachkommen so sicher als der Tag schaffen vermag. suppen Wohlthätigkeit und die eigennüßige Volksbe- auf die Nacht folgt erfreuen werden. Man muß ihnen glückung unserer durch Geldmittel bessergestellten Stände" auch etwas für die Gegenwart bieten. Man muß heute nichts ändern. für Waffen zur Wehre sorgen, wenngleich wir wissen, daß Beseitigung der Lohnarbeit, gründliche wirthschaft einst derlei Dinge nicht nothwendig sein werden. liche Reform, die werden nicht umgangen oder ersetzt durch ist zuweilen das„ staatsmännische" Weltreptilienblatt und Einrichtung von Fachschulen und Kunstgewerbemuseen, so die Grenze des Unmöglichen herabſinkt. Eine gewisse Sorte , Diese Vereine, sie verhindern, daß der Lohn auf Lockspißel- Organ, die„ Kölnische Zeitung." in erster Linie für die Bour- von Dummköpfen oder Denunziauten wirft ihnen vor, daß Da berichtet sie aus dem Orte selbst, in welchem ihre zweckmäßig diese auch geoisie sind. fie Streifvereine" sind; aber im Gegentheile, große, Druckerschwärze verdorben wird, daß dort ein kleiner KunstUebrigens weiß der Arbeiter auch eins noch ganz den größten Theil des Gewerbes umfassende Gewerkschaften gewerbe- oder Gewerbeverein beſteht, der 308 Mitglieder genau aus der Erfahrung: wenn er ſelbſt für sich solche sind Streifverhinderungsvereine; die bloße numerische Macht hat. Der ganz verdienſtliche Verein richtet allerlei Aus Einrichtungen machen will, in seinem eigenen Interesse, ihrer Angehörigen verleiht ihren Forderungen solchen ge= stellungen ein, hat 52 000 Mark zur Gründung eines dann kommt die Polizei und nimmt sie ihm fort, wie es wichtigen Nachdruck, daß sie in den meisten Fällen dadurch Kunstgewerbemuſeums hergegeben, auch einige Fachschulen z. B. in München mit der von den Arbeitern gegründeten allein ihre Ziele erreichen, jene bescheidenen Ziele, die aber Fachschule der Maler geschah. Das öffnet dem Arbeiter trotzdem gegenwärtig von größter Wichtigkeit sind, weil sie Wir sind durchaus nicht darauf aus, die Thätigkeit die Augen ganz bedeutend. Degeneration und Demoralisation hemmen. eines solchen kleinen Vereines herabzusetzen, wir finden „ Die Fachvereine, sie sind- oder sollten es sein seine Mitgliederzahl für Köln freilich nicht sehr achtungdie Sammlungspunkte, zu denen Massen angezogen Herr Schultes kann meinen Hausrock anziehen, rief die Friseuse und brachte das Kleidungsstück herbei. Nein, den könnte ich nicht anziehen. Unbeschreiblich kindlich gegründet oder mindestens doch angeregt. = gebietend, aber unfere gebildeten bürgerlichen Kreiſe in Der Verein der Buchdrucker und Schrift gießer Niederösterreichs Deutschland haben für Kunst und besonders für Kunstge werbe, das ihnen mehr ein Anhängsel der Mode ist, so geringes Verständniß, daß man sich auch mit der kleinen hat kürzlich seinen Jahresbericht veröffentlicht, der ein erMitgliederzahl befreunden kann. Das ist es nicht, woran freuliches Bild von dem Gedeihen dieser angesehenen, aber auch viel gemaßregelten Gewerkschaft bietet. wir eine Kritik üben wollen. " werden, ſie ſind die Schulen, in denen die Arbeiter an Disziplin, Unterordnung unter den Willen der Gesammt= heit gewöhnt, zu Organisation und wahrer Bildung erzogen werden, diesen beiden Dingen, deren wir vor Allem bedürfen, um die Emanzipation der Arbeiterklasse wirklich J. Kralit hat zu dem Bericht eine Einleitung ge- zu vollführen. Nun fährt das biedere Kölner Blatt aber fort: Das " Deshalb lassen wir stets von Neuem und bei jeder sind sozialpolitische Errungenschaften, welche schließ- schrieben, aus der wir folgende beherzigenswerthe Worte Gelegenheit den Ruf erschallen: Herbei zu unseren lich auch dem verblendetsten Arbeiter die Augen hervorheben wollen: Der vorliegende Jahresbericht eines der ersten und Vereinen, kommt zu uns; hier findet Ihr Kameraden, öffnen müssen über die thörichten Versprechungen der sozialdemokratischen Volksbeglücker. Der Besuch solcher größten Vereine Desterreich- Ungarns spricht in einer be- die Euch in jeglicher Noth und Gefahr beistehen, hier lernt Ausstellungen, solcher ständigen Museen wird dem Arbeiter redten Sprache zu uns, zu den Arbeitern. Aus den in Ihr Eure Macht kennen. Hier liegt die erste Stufe zum Begriffe der Jdee des zeigen, daß die durch ihre Geldmittel besser gestellten ihm enthaltenen kalten und nüchternen Ziffern und ZiffernStände sich mehr um sein Wohlsein und sein Fort- reihen spricht der Geist der Solidarität; sie sind ein Arbeiterstandes; der erste, wenn auch ganz kleine Schritt Zeichen und Beweis dessen, was der vielgeschmähte und zur Erreichung jener Sache, welche die Sache der gesammten tommen fümmern, als er bis jetzt geglaubt hat." Starr vor Staunen, glauben wir, wird jeder Arbeiter vielverfolgte Arbeiterstand vermag, was er durch eigene Menschheit ist." dastehen, wenn er solchen Unsinn liest. Zu wessen Vor- Kraft zu leisten im Stande ist. theil werden die Sammlungen, die Musterzeichen" Diese Ziffern, fie sprechen nicht allein, fie agitiren, schulen, die Fachschulen angelegt? Um der Arbeiter fie rufen allen noch außer der Organiſation Stehenden zu: Peter Lawroff, der Vorkämpfer des wissenwillen etwa? Wir haben so sagen gehört von ehrlichen Tretet bei unseren Vereien; hier findet Ihr Genossen, die schaftlichen Sozialismus in Rußland Leuten, die sich sehr verdient gemacht haben um die Grün- für Euch und mit Euch kämpfen und arbeiten wollen; er= läßt gegenwärtig ein größeres Werk erscheinen, das zu dung solcher Anstalten, Museen und Schulen, daß die kennet, daß der Arbeiter zum Arbeiter gehöre! ,, und die Mehrzahl der Arbeiter antwortet, dank der den vorzüglichsten Schöpfungen der sozialistischen Literatur selben bezwecken: den Fabrikanten und kleineren Meistern Vorbilder zu geben, den Geschmack des Lehren, die ihnen Noth und Entbehrungen beigebracht, aller Länder zählen wird. ,, Ein Versuch der Geschichte des Gedankens der NeuPublikums für künstlerische Ausführungen von geschult im Kampf und aus verstandenem ökonomischen so lautet der Titel wird fünf Bände umfassen. Bedarfsgegenständen empfänglicher zu machen, Interesse: Ja, das ist unser Hort, unser Schutz in Krank- zeit" ( was übrigens sehr wenig erreicht wird, da der Besuch heit und Arbeitslosigkeit, an der nicht wir, sondern Der 1. Band:„ Die Aufgaben der Geschichte des Gedankens" solcher Ausstellungen und Sammlungen durch das größere andere Mächte schuldtragen, und mehr als das, die Waffe und der 2. Band: Historische Entwickelung des Gedankens Publikum meistens ein sehr geringer ist) und genügend der Zusammengehörigkeit ist es, die unsere nimmer- der modernen Zeit" bilden zusammen die Einleitung des vorgebildete Arbeitskräfte für die Induſtrie zu müden Gegner hindert, unsere Arbeitskraft bis auf's Werkes. Der 3. und 4. Band behandelt den„ Dualismus beschaffen. Man bildet dort nicht Arbeiter aus, um Aeußerste auszunüßen; es iſt endlich eine Stätte der Bil- in Staat und Wissenschaft", der 5. Band:" Soziologie diesen Arbeitern ein möglichst gutes Fortkommen zu sichern, dung, wo wir die wieder nicht durch unser Verschulden und Sozialismus", sowie als Schluß:„ Die" Aufgaben mangelhaften Eindrücke und Lehren unserer traurigen der Zukunft." denn in diesem Falle würde man zwischen Ausbildung und Das Werk erscheint in russischer Sprache in Lieferungen Bedarf ein vernünftiges Verhältniß herzustellen suchen. Jugend vervollkommnen können, wo wir jene Bildung erNein, man bildet die Arbeiter und Künstler für die In- ringen können, die uns nicht nur zur Beschaffung des täg- von je 10 Druckbogen zu Genf. Die ersten beiden Lieferungen liegen bereits vor und humanen Ziele die neue Vereinigung zu erreichen bestrebt ist. Zwar es ergangen, daß auf seinem Bau, wo nach seiner Meinung ein wird es manchem Kollegen schwer fallen, von seinem sauer ver- Geselle genug gethan, wenn er 630 Steine durchschnittlich pro Tag haben folgenden Inhalt: dienten, färglichen Lohne, der zum Leben zu wenig und zum Sterben verarbeitet, 1300 von einem Gesellen verarbeitet worden sind, um I. Lieferung: 1. Die Probleme der Geschichte: a) Ele- zu viel ist, den wöchentlichen Beitrag von 15 Pfg. zu entrichten, sich„ lieb Kind" beim Meister zu machen. Nach lebhaften Erör= mente des Gedankens der modernen Zeit und ihre Ueber- aber um in dem großen Stampfe als Sieger hervorzugehen, um terungen gelangte eine längere Erklärung zur Annahme, in welcher gangsstadien; b) das historische Leben; c) die Geschichte als das schöne Ideal zu verwirklichen, Deutschlands Kollegen ein men- die Maurer Berlins verpflichtet werden, dem Niederdrücken der Wissenschaft; d) die Geschichte des Gedankens und ihre Ein- schenwürdiges Dasein zu verschaffen, frei vom ökonomischen Drucke, Löhne sich entgegenzustellen und für den einheitlichen Lohnſatz von theilung. 2. Vor der Geschichte: a) Entwickelungsgeschichte darf vor feinem Opfer zurückgeschreckt werden. Vorwärts ist unsere 50 Pf. die Stunde einzutreten, und durch welche der am 3. d. M. des Menschen; b) kosmische und geologische Entwickelung Losung! nicht rechts, nicht links geblickt, nicht ängstlich die Finster- gewählte Ausschuß beauftragt wird, Sammellisten zur Bildung ( die Materie das Weltall das Sonnensystem- die niß, die uns umgiebt, betrachtet, immer gerade aus, dem Lichte ent- eines Fonds für die Gewerkschaftsbewegung in Umlauf zu ſeßen. geologischen Prozesse). II. Lieferung: 1. Die Formen der geologischen Evolu- gegen, das vorgesteckte Ziel im Auge! Seht es drängt und mahnt Die Versammlung schloß gegen 12 Uhr Nachts mit einem Hoch auf die Stunde: Kollegen organisirt Euch! Gemeinsam wollen wir die gerechte Sache der Lohnbewegung. tion: a) geologische Klassifikation; b) Primordiale und kämpfen, leiden, siegen, und wer vom unausgesezten Ringen er- Velten. Die Zentralfrankenkasse für Frauen und Mädchen primäre Formationen; c) sekundäre Formationen; d) tertiäre müdet ist, der ziehe sich nicht stille zurück, sondern werbe unermüd- hielt am Sonntag, den 27. Mai, ihre konstituirende Versammlung'ab, Formationen; e) folgende Formationen. 2. Evolution der lich neue Rekruten, führe der Vereinigung neue Kräfte zu. Also nachdem die zum Mittwoch vor Pfingsten zu gleichem Zweck einbeOrganismen: a) das Leben; b) die Entwickelung der Lebens- auf, Kollegen aus Nord und Süd! Willkommen ist jeder, der zur rufene, eines Irrthums wegen, verboten worden war. Es waren, funktionen; c) die Entwickelung der organischen Formen; Erkenntniß gelangt ist, daß die jeßigen Lohn- und Arbeitsverhält- da genauere Bekanntmachung unterblieben war, nur die bereits eind) Entwickelung des Menschen als Lebewesens. 3. Ent- nisse eine unbedingte Aenderung erheischen; willkommen jeder, wel- geschriebenen Mitglieder mit ihren männlichen Angehörigen erwickelung des Bewußtseins und des Gesellschaftstriebes: cher noch Muth genug befizt, um dem Gegner fühn die Stirn zu schienen. Für den Vorstand wurden gewählt die Töpfer Paul, a) Bewußtsein und Gesellschaftstrieb in der Natur; b) die bieten; willkommen jeder, der noch nicht stumpf an allem Besser- Breitestr. 61, Günther, Wilhelmstr. 6 und Kraemer, Breitestr. 21, Hauptformen des Bewußtseins. werden verzweifelt; willkommen jeder, der noch glaubt an die Er- Beisigerinnen die Frauen Wernicke und Ihrer. Die nächste Verreichung unserer Ziele, an die Verwirklichung unseres Ideals! W. sammlung wurde auf Mittwoch, den 13. Juni festgesetzt. Da das Schweizer, Berlin, Vorsitzender der Vereinigung der deutschen Maler, hiesige Provinzialblättchen, das übrigens hauptsächlich vom AbonLackirer und verwandten Berufsgenossen. nement der Arbeiter existirt, diesem Unternehmen, zu Gunsten der Arbeiterfrauen, seine Unterſtüßung versagt hat, ersuchen wir die Arbeiterblätter um gefällige Verbreitung. Der Verfasser steht durchaus auf dem Boden des modernen wissenschaftlichen Materialismus, sein Werk legt beredtes Zeugniß ab für die wahrhaft encyklopädischen Kenntnisse Lawroffs, sowie für seine festbegründete ſozialistische Ueberzeugung, welche den Grundton seiner Schöpfung abgiebt. Zum Streik der Lackirer. Alle Diejenigen, die noch im Besiz von Sammellisten vom Streit der Lacfirer Berlins find, werden hierdurch dringend aufgefordert, selbige umgehend an Heinrich Rautenhaus, Gitschinerstr. 87 II, resp. bei Gustav Tempel, Breslauerstr. 27, behufs Abrechnung abzuliefern. Im Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Schuhmacher sprach am Montag unter großem Beifall Herr Schriftsteller Dr. Wille über Zufriedenheit und Glück." Die streikenden Schmiede Berlins treten an die Berliner An der sehr lebhaften und anregenden Debatte betheiligten sich die Herren Baginsti, Süßmayer, Baake, Bernhardt und Krause. Arbeiterversicherung, Gewerkschaftliches. Arbeiter und an die Arbeiter Deutſchlands heran mit der Bitte: Der Verein hat in lester Zeit einen großen Aufſchwung genommen, Die Anwendung des Sozialistengesetzes auf rein Reicht uns die Bruderhand in unserem Kampfe, unterſtüßt uns, der hoffentlich anhalten wird. gewerkschaftliche Versammlungen haben nun auch die soweit es in Euren Kräften steht. Es sind ca. 500 Mann im Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher ParquetMaurer in Nienburg erfahren müssen. Dort sollte eine Ausstand, meiſt Familienväter, darum thue jeder seine Schuldig- bodenleger Berlins findet am Sonntag, den 3. Juni, Bormitöffentliche Maurerversammlung stattfinden mit der Tages- feit, um auch den Schmieden zu einem menschenwürdigen Dasein zu tags 10 Uhr, bei Jordan, Neue Grünstraße 28, statt. Zu dieser ordnung Zweck und Bedeutung der Fachvereine", über verhelfen. Die Lohnkommission der Schmiede Berlins. J. A.: Versammlung sind alle Fabrikanten, Arbeitgeber sowie Agenten einwelches Thema der Maurer Albert Paul in Hannover ein 2. Bosin, Straußbergerstraße 6a. Gelder sind an den Kassirer, geladen. Es ist Pflicht eines jeden Bodenlegers, in dieser Versammlung zu erscheinen. Eine öffentliche Versammlung der Drechsler Referat zugesagt hatte. Dem Einberufer der Versammlung Herrn E. Geethaar, Ohmgasse 1, v. II. zu senden; Zuſchriften an findet am Montag, den 4. Juni, Abends 82 Uhr, in Ackermann's wurde am 14. Mai folgendes Schreiben des Magistrats 2. Bofin zu richten. An die Tischler Berlins. Die in der öffentlichen Tischler- Lokal, Linienſtr. 44( zweiter Eingang Lothringerstr. 81, am Schönzugestellt: Auf Grund des§ 8 des Gesetzes gegen die gemein- versammlung am 9. April gewählte Kommission macht bekannt, daß hauser Thor) statt. Tagesordnung: 1. Vortrag und Diskussion über:" Unsere Lohn- und Arbeitsverhältnisse, die Erstrebung einer gefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Of- Listen zur Einzeichnung freiwilliger Beiträge zur Unterſtüßung der Befferung derselben durch die Vereinigung der Drechsler Deutschtober 1878 verbieten wir hiermit die von Ihnen für Sonntag, im Streit befindlichen Tischlergesellen Hamburg's und anderer lands". 2. Verschiedenes.- Zu dieser Versammlung werden im den 20. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, in der Henkel'schen Städte bei den Kommissionsmitgliedern G. Ritter, Josephstr. 4, vorn besonderen die Gewerkskollegen im Nordbezirk Berlins ersucht, recht Herberge hierselbst angemeldete Versammlung der hiesigen Maurer. 4 Tr., Fr. Haseloph, Staligerstr. 127, 1. Quergeb. 4 Tr., Neumann, zahlreich zu erscheinen. Beitrittserklärungen für die„ Bereinigung der Drechsler Deutschlands" werden in der Versammlung entgegenDer als Redner für diese Versammlung von Ihnen Arndtstr. 16, 1 Tr., W. Schmidt, Manteuffelstr. 96, Hof 2 Tr., genommen. bezeichnete Maurer Paul zu Hannover ist auf Grund des Fr. Zubeil, Waldemarstr. 73, v. 2 Tr., sowie jeden Sonnabend § 28 des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878 aus den Abend von 8-10 Uhr in den Lokalen Friedrichsbergerstr. 25 bei Gebieten des sogen. Kleinen Belagerungszustandes des Königl. Polizei- Präsidiums Berlin, der Regierungen zu Schleswig Christen und Belleallianceplatz 6 bei Hilscher in Empfang genommen und Lüneburg und der Hamburger Polizeibehörde aus- werden können. Die auf Liſten gesammelten freiwilligen Beiträge gewiesen und als ein eifriger Sozialdemokrat bekannt; fönnen jeden Sonnabend und Montag Abend von 8-10 Uhr, sowie überdies find die Fachvereine, über deren Zweck und Be- jeden Sonntag Vormittag von 10-12 Uhr auf der Zentralstelle im deutung der Genannte sprechen soll, erfahrungsmäßig vielfach von den Sozialdemokraten zur Förderung Lokale von Schuhmann, Alte Jakobstr. 38, gegen Quittung abihrer Bestrebungen benutt. geliefert werden. Auch nimmt jedes der vorgenannten Kommissions" Durch diese Thatsachen ist die Annahme gerechtfertigt, mitglieder freiwillige Beiträge entgegen. Für den Osten daß die von Ihnen angemeldete Versammlung zur Förderung Berlins find in den nachfolgenden Lokalen( Restaurants) jeden sozialdemokratischer Bestrebungen bestimmt ist, und ist dieselbe Sonnabend, Sonntag und Montag Sammellisten in Empfang zu aus diesem Grunde zu verbieten. Der Magistrat. R. Matthau. Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen. Sonnabend, den 2. Juni cr., Abends 8½ Uhr, Versammlung im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bohn über:" Die Balkanhalbinsel, geschichtlich und geographisch." 2. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin Nord. Mitgliederversammlung am Mittwoch, d. 6. Juni, Abends 8 Uhr, Stöslinerstr. 17. Tagesordnung: Vortrag:" Was lehren uns die großen Unternehmer- Stoalitionen der Neuzeit?" Ref. Herr Pirch. Mitglieder werden aufgenommen, Gäste sind willkommen. Freie Hilfskasse der deutschen Zimmerer. Sämmitabend jedoch geöffnet. liche 3 Staffenlokale sind Sonntag, den 3. Juni geschlossen, SonnWir machen Sie ausdrücklich auf die Bestimmung des nehmen und auch Gelder abzuliefern: Müller, Pallisadenstr. 47; Fachverein der Former und verw. Berufsgenossen. § 17 des zitirten Gesetzes aufmerksam, wonach Derjenige, Reißmann, Pallisadenstr. 10; Advernat, Fruchtstr. 59; Schulz, Sonntag, den 3. Juni, Vormittags 10 Uhr, bei Seefeld, Grenadierwelcher an einer verbotenen Versammlung sich betheiligt, mit Lichtenbergerstr. 17; Reinhold, Kl. Andreasstr. 21. Für den straße 33, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. VorstandsGeldstrafe bis zu 500 Mark oder mit Gefängniß bis zu Norden in den Lokalen: Heifing, Ruheplaz- und Antonstr.- Ecke; wahl. 2. Bericht der Delegirten. 3. Verschiedenes und Fragekaſten. drei Monaten bestraft wird. -Fachverein der Puzer. Sonntag, den 3. Juni, VorBrizkow, Reinickendorferstr. 54; Appelt, Präsidentenstr. 117 in mittags 11 Uhr, Inselstraße 10, Mitglieder- Versammlung. TagesEs wird dafür gesorgt werden, daß dieses Schreiben Reinickendorf; Hering, Müllerstr. 184; Bergow, Stettinerstr. 19; ordnung: 1. Besprechung über die nothwendige Verkürzung der des Nienburger Magistrats nebst anderem ähnlichen Mate- Haase, Badstr. 25, Prinzen- Allee- Ecke; Zimmermann, Cösliner- Arbeitszeit. 2. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallrial zur Kenntniß des Reichstages gelangt. Derselbe hat straße 17; Lorenz, Ruppinerstr. 5; sowie Fruchtstr. 25 bei La= arbeiter( E. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin 4. Sonnabend, ein Verfahren, wie das hier in Rede stehende, öfter ent- fofsky. Für den Süden, Südwesten und Weſten bei Peiser, den 2. Juni, Abends 82 Uhr, Versammlung, Andreasstr. 21 bei schieden gemißbilligt, als dem Zwecke des Sozialistengefeßes Sturfürstenstr. 170 bei Lorenz; Fährmann, Belle- Alleanceplas bei Steller. Tagesordnung: Kassenbericht. Bericht über die stattgefundene durchaus widersprechend. Hilscher; Monien, Belle- Alleancestr. 82 bei Holow; Orzinski, Generalversammlung. Verschiedenes. Ausgabe der Billets zu dem Bülowstr. 61 bei Küster; Normann, Göbenstr. 15 bei Ettlich. am Sonntag, den 17. Juni, stattfindenden Vergnügen. - Interessen- Verein der Kistenmacher. MitgliederIst ein Unfall nach Arbeitsschluß, aber im Arbeits: In der Tischlerversammlung am Montag bemerkte Herr Schmidt, Versammlung, Montag, den 4. d. M., Abends 81% Uhr, in Deiglokal noch zu entschädigen? Die Nordöstliche Baugewerks- daß der Solinger Streif erledigt sei. In Halberstadt streiken noch müller's Saal, Alte Jakobstr. 48 a. Tagesordnung: 1. Vortrag Berufsgenossenschaft weigerte sich, einem nach Arbeitsschluß auf dem 60 Tischler. In Hamburg fämpfen 1500 Tischler für ihre Or- des Herr F. Roſe über:" Der Mensch ist seines eigenen Glückes Bauplaz verunglückten Steinträger die beanspruchte Rente zu gewähren, weil der Unfall nicht beim Betriebe sich zugetragen ganiſation gegen die Meister. 24 000 Mart haben die Hamburger Schmied." 2. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste sind willkommen. Der wichtigen Tagesordnung wegen im habe. Der Verunglückte war nämlich, nachdem Feierabend geboten bereits ausgezahlt, meist aus eigenen Mitteln. Jetzt ist aber Hilfe Verschiedenen, werden die Kollegen gebeten, zahlreich zu erscheinen. worden, mit 25 Arbeitsgenossen in der im Stellergeschoß belegenen, dringend nöthig. Berlin hat bereits nach Herrn Zubeil's Bericht Der Arbeitsnachweis der Zimmerleute ladet alle zugleich als Ankleideraum dienenden Geschirrkammer zurückgeblieben, 600 Mark nach Hamburg, 475 Mt. nach Halberstadt und 100 Mt. Kameraden, Freunde und deren Familien zur Dampferpartie am um mit denselben zusammen 2 Liter Branntwein, welche einer der Sonntag, den 3. Juni d. J., ein. Für Musik auf dem Dampfer, Arbeiter zum Besten gab, zu trinken, und war dann, als er sich nach Solingen gesandt. sowie an der Landungsstelle, auch für Tanz, Spielplätze und andere zum Heimweg anschickte, von dem Unfall betroffen worden. Auf An die Maschinen und Bauschlosser Berlins. Kol- Unterhaltung, sowie billige Restauration ist bestens gesorgt. Fahrdie Klage des Verletzten sprach das Schiedsgericht dem legen! Eine zu Sonntag, den 3. Juni angemeldete Versammlung farten, für in- und Rückfahrt à 1 Mark,( Kinder frei) sind noch selben eine Rente zu und das Reichsversicherungsamt billigte der Maschinen- und Bauschlosser Berlins, in welcher über unsere bei den in der Annonce genannten Kameraden, sowie im Arbeitsdas aus folgenden Gründen: Es kann den Arbeitern nicht ver- gegenwärtige Lage und Stellungnahme zu den auswärtigen Streifs, nachweis, Beuthstr. 10, zu haben. wehrt werden, nach Beendigung der Arbeit noch einige Zeit auf der verhandelt werden sollte, hat die polizeiliche Genehmigung nicht er--Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, Arbeitsstätte zu verweilen, um zu essen und zu trinken, ein Bedürf- halten. Da es uns nun nicht möglich ist, in öffentlicher Versamm- den 3. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. H. Spazier niß zu verrichten, sich umzukleiden oder zu ähnlichem Zwecke. Ein lung über diese Angelegenheit schlüssig zu werden, so bitte ich Euch, über„ Meinungsverschiedenheit auf religiösem Gebiet". Damen und Unfall, der sie hierbei trifft, ist als ein Betriebsunfall an wenigstens thatkräftig die Hamburger Schlosser zu unterstützen. Herren als Gäste willkommen. zusehen. Ein Anderes wäre es, wenn der Aufenthalt übermäßig Sammellisten find zu haben bei G. Birch, Veteranenstr. 10, H. 4 Tr. lange ausgedehnt worden wäre. Das trifft im vorliegenden Falle und C. Peters, Röslinerstr. 9 H. 4 Tr. Kollegen! Doppelt giebt, aber nicht zu, da nur ein im Verhältniß zur Zahl der Theilnehmer wer schnell giebt. geringes Quantum Branntwein verzehrt wurde. Die von dem Kläger erlittene Verlegung ist also als durch einen Betriebsunfall Meistern ausgesperrt, führen den Kampf muthig weiter. Die Steinmetzen Leipzigs, seit zwanzig Wochen von ihren herbeigeführt anzuerkennen und darum der Rentenanspruch gerecht- nationalen" Innungsbrüder suchen unter den verlogenſten Vorfertigt. spiegelungen ihren Bedarf in Böhmen u. s. w. zu decken. Natürlich nächster Nummer. Der 6. Handwerkertag des Verbandes deutscher ist jeder Zuzug fernzuhalten. Die Leipziger Brüder stehen immer Abonnent. Ein„ Gemeindewahlprogramm für ganz DeutschZimmerleute hat seine Arbeiten in den Pfingstfeiertagen zu noch siegesbewußt da und können nur verlieren, wenn die Kollegen land" ist ebensosehr ein Unding wie etwa ein allgemeiner Lohntarif Hannover erledigt. Anwesend waren der alte Vorstand und ein das Solidaritätsgefühl verlassen sollte. Das wird aber nicht ge- für alle Arbeiter. Bei der Verschiedenheit der Gemeindekompetenzen, Ausschußmitglied, sowie 33 Delegirte, welche 86 Städte mit 5948 schehen. der Wahlsysteme u. s. f. kann in der einen Gemeinde sehr gut sein, Mitgliedern vertraten. Nach Bericht des Kassirers betrug die Einwas in der anderen vielfach unmöglich ist. Solche Fragen sind nahme vom 1. Juli 1887 bis 1. Mai 1888 19 613,50 M., die daher nicht allgemein, sondern konkret nach dem einzelnen vorAusgabe 17 974,39 M., mithin Kassenbestand am 1. Mai 1639,11 M. liegenden Falle zu beantworten. Die wesentlichen Beschlüsse, welche eine Abänderung in sich schließen, sind: Die Lokalverbände haben vom 1. Juli ab fein Geld mehr in nächster Nummer Ihre Erwiderung auf unsern Artikel bringen. an die Expedition( Zeitschrift der Zimmerkunst") in Hamburg, Die Lohnbewegung der Berliner Maurer scheint nach- Abonnent. Sie haben vollständig Recht; das Schwärmen zu senden, sondern es wird dies von der Hauptkasse bezahlt, es dem sie längere Zeit durch die polizeiliche Auflösung der Lohn- für die französische Revolution gehörte dereinst zum guten Ton der find somit die Lokalkaffirer angewiesen, alle Monate annähernd die kommission und Nichtgenehmigung öffentlicher Maurerversammlungen Bourgeoisie, selbst der regierenden. Am 12. September 1807 schrieb 60 pCt. der Einnahme direkt an die Hauptkasse zu senden. Ab- gesteckt hatte, wieder lebhafter in Fluß fommen zu sollen. Mehr Hardenberg in einer Denkschrift, welche Stein dem Könige von rechnung erfolgt wie bisher alle Vierteljahr. Bezugnehmend auf als 3000 Maurer strömten der Versammlung zu, welche mit polizei- Breußen überreichte, von der französischen Revolution: Die die Unterstüßungsfrage bei Streiks oder Ausschlüssen wurde licher Genehmigung unter Vorsiz des Hrn. Grothmann Montag Abend Gewalt dieser Grundsäße ist so groß, sie sind so allgemein anerkannt beschlossen, die bisher üblichen Sammelbogen fallen zu lassen und im großen Saale von„ Sanssouci"( Kottbuser Straße) stattfand. und verbreitet, daß der Staat, der sie nicht annimmt, entweder dafür Quittungsmarken einzuführen. Als Verbandsvorstand Das Lokal mußte wegen Ueberfüllung alsbald geschlossen werden. seinem Untergange oder der erzwungenen Annahme derselben wurde der bisherige wiedergewählt und zur Abhaltung des nächsten Maurer Bock erweiterte durch Verlesung einer langen Reihe von entgegensthen muß." Und Hardenberg fügt einer ähnlichen Denk Handwerkertages Weimar bestimmt. Bauten, auf welchen ein Lohn von nur 40 bis 50 Pfennig für die schrift Altenstein's hinzu:" Man schrecke ja nicht zurück vor dem, Aufruf au sämmtliche Maler, Lackirer, Anstreicher Stunde gezahlt wird und außerdem das„ Markensystem" herrscht, was er als Hauptgrundsatz fordert: möglichste Freiheit und Gleich und verwandten Berufsgenossen Deutschlands! Geleitet die Mittheilungen, welche über die Lohnverhältnisse schon in zwei heit!" von der Erkenntniß, daß nur durch gemeinsames Vorgehen den früheren Versammlungen gemacht worden waren. Das von dem Heute pfeift das Bürgerthum aus einem anderen Loche. immer größere Dimensionen annehmenden Uebergriffen der Meister Redner beigebrachte Material wurde von einigen der eingeladenen stets gebracht. Was bis Donnerstag Vormittag eintrifft, ist stets Maler. Bei rechtzeitiger Einsendung haben wir Ihre Berichte ein Damm gesetzt werden kann. richte ich an alle Kollegen die drin- Poliere unterstüßt. Die Gesellen, so meinte übrigens ein Polier, der Erledigung sicher. Gruß! gende Mahnung, in allen Städten, wo Filialen der auf dem Braun- suchten sich leider oft in Gegenwart der Bauherren selbst zu überschweiger Kongreß gegründeten Vereinigung bestehen, denselben flügeln und ihre Leistungsfähigkeit auf das höchste anzuspannen, bereits im Jahre 1850 Deutsche. und zwar über 500 an der Zahl, Entrüsteter. Es ist vollkommen richtig, daß die Schweiz beizutreten, im anderen Falle Filialen zu gründen. Bedenkt, welche unbekümmert darum, ob ihre Kameraden folgen können. Ihm seilauf einmal ausgewiesen hat. Vereine und Versammlungen. Die di A fa de Cl I jo No un Ei ich beid bethe nach seine Woh Jah ſtufe 6 U ( dam wer Briefkasten. Anj Metallarbeiterkrankenkasse. Wir bringen den Bericht in geht mit Moniteur des Syndicats ouvriers. Wir werden Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Betlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. daß liche hani der durd der Des vere orga bot ihm der trat, lösu eine wohl folch Abär