" Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh.- Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus).- Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Erpedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. №o. 24. Inhalt: Buttkamer's Entlassung. tamer. Sonnabend, den 16. Juni 1888. II. Jahrgang. " rasch wieder vor dem Lufthauch der rauhen Wirklichkeit Verbesserung der Wahlchancen. Ein Bravourstück war zerstieben. Sturz des Bismarck'schen Regiments, Aufhebung die Beseitigung nach der ganzen Stellung des Ministers Herr v. Putt: des Sozialistengesetzes- alle Wünsche steht man mit nicht mehr, und Herr Richter hat nur insofern geschickt Haftpflicht und Unfallversicherung einem Male erfüllt, als wenn Herr v. Puttkamer der operirt, als er nicht nur Herrn v. Buttkamer, sondern zuin Frankreich. Die Aufhebung der Sklaverei Angelpunkt der ganzen Reaktion in Preußen- Deutschland gleich und fast noch mehr die Nationalliberalen bloßin Brasilien. Zur Frage der Gewerbe- gewesen wäre. Todte Männer soll man ja rühmen, aber stellte, die seinerzeit, als eine Kanzlerkrisis auszubrechen schiedsgerichte. hier thut man einem Leichnam doch zu viel Ehre an und drohte, sich mit den Schlieben und Reptilien um die Wette Sims, Eine Nacht in einer Londoner die bittersten Enttäuschungen werden nicht ausbleiben, an der Kaiserheße betheiligt hatten. Damit verhinderte Penne. Die realistische Poesie.- Arbeiter wenn man nicht von selber wieder zur alten Nüchternheit der Freifinn, daß die Nationalliberalen als der eigentliche finder und die New- Yorker Braueraussper- zurückkehrt. gewinnende Theil aus dem Streite hervorgingen. Wir rung.- Unternehmerthum und Sozialreform. Was ist denn eigentlich Besonderes in Preußen ge- werden, trotz aller schönen Versicherungen, in Deutschland - Sinkende Preise und bessere Lebenshaltung schehen? noch auf lange hinaus die Wahlfreiheit nur mit dem Der Arbeiter? Herr v. Puttkamer saß schon seit langer Zeit nicht allzu Galgen daneben" haben, aber der Freifinn hat allerdings ficher mehr im Sattel. Eigentliche Sympathien hatte er verhindert, daß bei den bevorstehenden Landtagswahlen Politische Nachrichten.- Gewerkschaftliches. sicher mehr im Sattel. sich niemals und bei keiner Partei zu erwerben gewußt, der Galgen auch für ihn errichtet ist. Kleine Mittheilungen. Vereine und vielmehr hatte er es glücklich fertig bekommen, daß er Versammlungen. Das sind gewiß Erfolge, aber doch nur Erfolge für selbst dem linken Flügel der Kartellbrüderschaft im Stillen den Augenblick. Schon ein abermaliger Regierungsein Dorn im Auge war. Bennigsen's Aeußerungen über wechsel könnte hier alles wieder zunichte machen, und in ihn sind bekannt, und Blätter, wie die Nationalzeitung" die größte Verlegenheit würde der Freifinn gar dann forderten gleich beim feierlichen Abschluß des Kartells un kommen, wenn er wirklich einmal zur Regierung berufen würde. Er hätte dann nur die Wahl, sich auf das verhohlen die Entlassung gerade dieses Ministers. Seit diesen Tagen wußte man, gegen wen sich die rascheste unmöglich zu machen oder sein altes Oppositionserste Minifterentthronung richten würde und viele munderten programm aufzugeben und nur dem Namen nach noch fich nur, daß sie so lange auf sich warten ließ. freisinnig zu bleiben. Aufforderung zum Abonnement. Die„ Berliner Volkstribüne" erscheint jeden Sonnabend frith in Berlin und sucht in gründlichster Weise alle auftauchenden politischen und wirthschaftlichen Fragen von sozialistischen Standpunkte aus zu beleuchten. Gerade heute, wo das Vereinsleben der Arbeiter gänzlich darniederliegt, erscheint uns ein Wochenblatt, wie das unsrige als ein unentbehrliches Aufklärungsmittel des Volkes. Wir bitten alle Freunde unseres Blattes, recht eifrig für die weitere Verbreitung der einzutreten. „ Berliner Volks- Tribüne" Bei Bestellungen in Berlin wende man sich stets direkt an die Spediteure. Dieselben liefern die„ Berliner Volks- Tribüne" für 50 Pfennige monatlich jeden Sonnabend Morgen frei in's Haus. Berlin S. O., Oranienstr. 23. Zur Lage. Bei anderen Nationen bildet der Es kam dann die Walderseeversammlung zu Ehren des Herrn Stöcker und seiner Stadtmission. Herr v. Putt- aber noch in seiner Oppositionsstellung hat er in edlem Der Freifinn hat dereinst den Militarismus bekämpft, famer wohnte diesem weihevollen Alt nicht nur bei, sondern Wettstreit mit den nationalen" Parteien unsere eherne erwies sich als ein Hauptgönner der Stöcker'schen Gründung. Rüstung vermehren helfen und er wird es weiter thun. Das mochte für die fernere Zukunft des Mannes, der in jedem Sumpfe schwimmt", ganz nützlich scheinen. Der Freisinn hat die indirekten Steuern bekämpft, Diese Zukunft rückte aber in größere Ferne hinaus, als aber er würde von einem Sturme des Unwillens in der man anfangs glaubte; und als die Thronänderung sich Bourgeoisie hinweggefegt werden, wenn er sich vermessen in anderer Weise vollzog, als unsere reaktionären Heiß- wollte, die enormen Lasten, die er selber mit hat schaffen sporne annahmen, war es ziemlich wahrscheinlich, daß helfen, durch direkte Steuern zu decken. Die Freihandelskämpen würden es sich mehrere Male Buttfamer für seinen Uebereifer zu büßen haben werde. Er schien das auch selber zu fühlen. Wenigstens sah überlegen, ehe sie das bestehende Schutzzollsystem beseitigten, man eine Bestätigung darin, daß der Minister nach dem denn es ist Thatsache, daß es in ländlichen wie industriellen Herzen der Kreuzzeitung, als er dem Landtage den Tod des Kreisen gleich festgewurzelt ist, weil es dem herrschenden alten Herrschers zu verkünden hatte, jeden Hinweis auf und auch für den Freisinn maßgebenden Großbesit recht den Thronfolger unterließ. Als er nach diesem Zwischen- erklecklich die Taschen füllt. falle dennoch blieb, erregte dies bereits vielfach Er- Der Staatssozialismus, wie er sich in Deutschland staunen. entwickelt hat, liegt ebenfalls im wohlverstandenen Interesse Dazu kam, daß er auch im Parlament immer öfter Unglück unserer Bourgeoisie und auch hier würde die bürgerliche Wer in den legten Tagen die Preßäußerungen verfolgte, die sich an die endliche Beseitigung des preußischen in seinem Wirken hatte. Besonders führte die Reichstags- Opposition zusammenknicken wie ein schwaches Rohr, wenn Spigelministers anschlossen, der konnte nicht ohne ein debatte über das Sozialistengesetz für ihn zu einer Bloß sie gezwungen wäre, etwas Positives zu leisten. Gefühl tiefer Beschämung wahrnehmen, wie weit wir in stellung und Niederlage, die es jedem weniger hart ge= Und daß eine bürgerliche Partei jemals in Deutschder politischen Reife noch hinter anderen Völkern zurück sind. fottenen Staatsmann nahegelegt haben würde, eine Zeit land der Sozialdemokratie wieder den alten, freien Spielfreiwillige oder lang, fern von den Geschäften der Regierung, stille Ein- raum gewähren sollte das glaube, wer da noch Luft erzwungene Rücktritt eines Ministers nicht den geringsten kehr zu halten. Die Wahlprüfungsdebatten im Abgeord- hat, sich blauen Dunst vormachen zu lassen; wir müssen erst die Thaten sehen, und wenn sie wirklich den oft Anlaß, irgendwie die alte Ruhe und Besonnenheit zu ver- netenhause schlugen dann dem Fasse den Boden aus. Man war also fast einig, daß Herr v. Puttkamer gehörten schönen Worten entsprechen, so soll natürlich lieren. Man weiß, daß ein Minister zu gehen hat, wenn endlich geschah, ist unsere Ueberraschung um so angenehmer sein. Vorläufig seine Handlungsweise nicht in Einklang steht mit den An- gehen werde, und nun es schauungen der Volksvertretung. Man weiß aber auch man schier sprachlos vor Staunen über die ungeheuerliche halten wir es für wichtiger, uns vor Enttäuschungen zu hüten. Die freisinnigen Wähler haben im Februar vorigen weiter aus vielfacher Erfahrung, daß Ministerwechsel an Umwälzung! Freilich wirkt dabei noch der Eindruck mit, wie Herr Jahres zur Genüge bewiesen, daß sie selbst bei ganz sich recht harmlose Ereignisse sind und an politischen lieber reaktionär wie Systemen noch lange nichts ändern, weil Systeme nicht v. Buttkamer beseitigt worden ist nämlich durch einen ungefährlichen Entscheidungen Dabei wird die Wählerschaft in einzelnen maßgebenden Persönlichkeiten, sondern in Vorstoß von unten, noch dazu unter deutsch- freisin- sozialistenfreundlich sind. Verhältnissen von ganz anderer Macht und Widerstands niger Führung. Das ist allerdings neu in unserem bleiben und Führer sind bekanntlich niemals demokratischer kraft wurzeln; in Berhältnissen, die ganz außerhalb des politischen Leben, denn wenn auch unter der Präsidentschaft wie die Massen, von denen sie geschoben werden. Die Arbeiter würden daher vom Freisinn selbst dann Bereiches irgend eines noch so hochgestellten Mannes liegen Bismarcks über zwei Dußend Minister verbraucht worden und die daher weiter gleichförmig ihre alte Wirkung aus- find, so blieb es doch altpreußische Tradition, daß Minister, kaum etwas zu hoffen gehabt haben, wenn ihm ein üben, auch wenn die unmittelbar Betheiligten noch so oft welche das Mißfallen der Volksvertretung erregt hatten, größerer Einfluß auf die Regierung beschieden gewesen und rasch sich ändern. In Ländern, welche seit längerer nicht zu gehen hätten. Minister dürften wohl gerommelt, wäre. Dem Freisinn sind und bleiben die Hände daZeit schon ein reges politisches Leben befißen, hat man aber nicht gerichtert werden und daß es jetzt zum ersten durch gebunden, daß er eine bürgerliche Partei ist, sich daher allgemein daran gewöhnt, keinerlei Illusionen Male geschah, noch dazu gegen den sonst allmächtigen und daß es die bürgerlichen Interessen heute verlangen, hinsichtlich der Bedeutung eines Personenwechsels zu hegen Willen Bismarcks geschah, ist allerdings ein unbestreit den politischen und wirthschaftlichen Einfluß des Proletariates barer Erfolg der Deutschfreisinnigen, der bei den zu beschneiden. Nach den Ereignissen der letzten Tage und zu wecken. Wie ganz anders bei uns mit unserer politischen Be- nächsten Landtagswahlen seinen Eindruck nicht ver- wird letzteres aber natürlich doppelt Ursache haben, weiter in der alten Weise an seiner Aufklärung und scheidenheit! Der Sturz eines staatlichen Würdenträgers fehlen wird. Damit ist aber unseres Erachtens auch die ganze Organisation zu arbeiten, um so zu einer Macht zu werden, durch den Einfluß des Parlamentes erscheint uns etwas welche sich die Beachtung erzwingt, welche keine Geldsackderartig Außergewöhnliches, daß wir im ersten Augenblick Bedeutung der Vorgänge der letzten Wochen erschöpft. alle Fassung verlieren. Selbst Männer, die sonst ruhig Herr v. Buttkamer war der ausgesprochenste Neaf- partei freiwillig ihr zu Theil werden läßt. und klar blicken, gerathen ganz aus dem Häuschen und tionär, der in dem amtlichen Eintreten für Kreuzzeitungsergehen sich in umwälzenden Spekulationen und Träumereien, und Meichsboten- Kandidaten eine seiner Hauptaufgaben die zwar meistens ganz erbaulicher und herzerquickender bei den Wahlen sah. Ihn noch zur rechten Zeit stumm Art sind, die aber natürlich wie alle bunten Seifenblasen zu machen, bedeutete für den Liberalismus eine wesentliche Ueber Herrn v. Puttkamer urtheilt die ,, Frankfurter Zeitung" folgendermaßen: Von der Zeit an, als Herr von Puttkamer an Eulenburg's Stelle trat, war von Loyalität nichts mehr " 1 Haftpflicht und Unfallversicherung in Frankreich. Heute möchten wir nur noch einmal die geschichtliche Entwickelung der Sklavenfrage in Brasilien kurz zusammenfassen. Wir folgen dabei einer Arbeit W. Breitenbachs. Robert Viktor v. Puttkamer, der Vetter des Reichs- Betreffs der Unfallversicherung seitens der Unternehmer kanzlers, ist am 5. Mai 1828 geboren und machte im ward auch keine Einigung zwischen Regierung und KomJahre 1854 als Regierungsassessor das Examen. Er mission erzielt. Erstere verlangte den Versicherungszwang, wurde als Hilfsarbeiter im Handelsministerium, später bei lettere erklärt sich für Versicherungsfreiheit. Es soll den dem Oberpräsidium zu Koblenz beschäftigt und 1860 durch Unternehmern freistehen, Berufsgenossenschaften behufs der zu merken; in jeder Richtung zog der neue Minister die den liberalen Minister Grafen Schwerin zum Landrath des Unfallversicherung zu bilden. In einer Berufsgenossenschaft Zügel straffer an und wenn er sie einmal auf furze Zeit Demminer Kreises ernannt. Ueber seine Thaten im sollen nicht unter 2000 Arbeiter versichert sein. nachließ, so geschah es stets nur in der Hoffnung, die Demminer Kreise, und wie er es verstand, einmal 26 ländSozialdemokratie werde die ihr gewährte Freiheit benußen, liche Wahlmänner zum Besten der konservativen Sache sich auf die bürgerliche Opposition zu stürzen und dieser herauszupressen, hat Herr v. Puttkamer selbst im Landtage Die Aufhebung der Sklaverei in Brasilien in Gemeinschaft mit den Konservativen den Garaus zu interessante Geständnisse gemacht. Wer ein guter Wahlmachen. Daß die Arbeiter stets diese Hoffnung zu Schanden beeinflusser werden soll, übt sich bei Zeiten. Nachdem haben wir bereits mehrfach nach ihrer wirthschaftlich- sozialen machten, hat den Groll Buttkamer's gegen sie nicht wenig Graf Schwerin 1862 aus dem Ministerium ausgeschieden Bedeutung behandelt. verschärft, der Ingrimm darüber, daß das Zuckerbrod verwar, trieb Buttkamer die schlimmsten Wahlbeeinflussungen Wir haben betont, wie der freie" Arbeiter unter dem schmäht werde, spornte erst recht an, die Peitsche in gegen dessen Wiederwahl und zog Gemeindevorsteher dis- 3wange des Hungers ebenfalls in drückendste Abhängigkeit Thätigkeit zu setzen. ziplinarisch zur Verantwortung, weil sie als Wahlmänner geräth von den Besitzern des Bodens und der ProduktionsHerr v. Buttkamer stand der sozialen Bewegung für den früheren Minister des Innern gestimmt hatten. mittel, und daß die Konkurrenz unter den Arbeitsuchenden absolut verständnißlos gegenüber; ohne jede Einsicht in die Von 1866 an machte Buttkamer seine große Karriere, das Einkommen der freien Arbeiter ebenfalls auf den Entstehung und das Wesen derselben, glaubte er es mit zuerst als Zivilkommissarius für Mähren und Böhmen, not hdürftigen Lebensunterhalt herabdrückt, wie der Frucht einer zufälligen Agitation zu thun zu haben; dann als Vortragender Rath in dem 1867 geschaffenen ihn der Sklave auch erhalten mußte. selbst ohne Ideen, hatte er keine Ahnung von der Macht, Bundeskanzleramt. Im Jahre 1871 wurde er Regierungs- Troß alledem ist die Befreiung der Sklaven überall welche dieselben auf die Geister auszuüben vermögen, und präsident zu Gumbinnen, 1874 bis 77 fungirte er als epochemachend gewesen und sie wird es auch in dem großen als er wahrnehmen mußte, daß diese Macht aller Polizei- Bezirkspräsident in Metz, dann wurde er Oberpräsident südamerikanischen Kaiserreich sein. Hunderttausenden ist mittel spottete, wußte er sich nicht anders zu helfen, als von Schlesien und 1879 Kultusminister. Im März 1881 damit der Selbständigkeitstrieb, das Gefühl für Menschendurch eine Steigerung jener Mittel. Was er trieb, war die wurde er nach dem Rücktritt des Grafen Eulenburg II. würde und der Mannessinn eingepflanzt worden, wenn richtige Quacksalberei, er kurirte auf die Symptome( nach der Affäre Rommel) zuerst interimistisch, und zunächst auch nur im Reime. Aber dieser Keim wird des Uebels los, das mehr und mehr seinen Weg in das dann im Juni definitiv mit dem Ministerium des wachsen und dereinst zur vollen Emanzipation der Innere des Staatskörpers nahm. Innern beauftragt. Alsbald wurde er auch zum Vize- Arbeit, wie sie die Sozialisten erstreben, drängen. Die rein mechanische Bekämpfung der Sozialdemo- präsidenten des Staatsministeriums ernannt. Er ging am kratie führte den Minister auch in der Wahl der Kampf- 9. Juni 1888. mittel auf abschüssige Bahnen. Die geheime Polizei erhielt eine Ausdehnung, die an sich schon eine Gefahr für Der erste Schritt zur Beseitigung oder doch zur Verdas Staatswohl war, sie nahm Elemente in sich auf, die minderung der Negersklaverei wurde im Jahre 1831 es für bequemer und lohnender hielten, Verbrechen anzugethan. Damals wurde die weitere Einfuhr von stiften oder zu schlechten Thaten aufzureizen, als etwa geNegersklaven aus Afrika gesetzlich untersagt. Es hat plante strafbare Handlungen aufzuspüren. Herr v. Putt- Die hochschlagenden Wogen der politischen Agitation darnach noch lange Jahre gedauert, bis die Forderung tamer hatte kein Verständniß für die Grenzlinie, die den haben in Frankreich die erste Lesung eines wichtigen Ar- dieses Gesetzes erfüllt wurde. Noch kam manches mit ungeheimen Agenten, den nun einmal die Polizei nicht ent- beitsschußgefeßes fast unbemerkt vorübergehen lassen, wir glücklichen Schwarzen beladene Schiff von Afrika nach behren kann, von dem Agent provocateur trennt, der meinen den Gesezentwurf, die Arbeitsunfälle betreffend, Brasilien, ohne daß die englischen Kreuzer es abgeeine Schande für jedes Staatswesen ist. Er verkannte den der in der letzten Hälfte Mai zum ersten Male in der faßt hätten, noch wurden im transozeanischen SklavenCharakter dieser ,, Nichtgentlemen" nicht, aber er hielt sie Kammer debattirt wurde. handel große Vermögen erworben. Allein nach und nach für nüßliche Werkzeuge, die man getrost gegen jedes Ver- Daß das Projekt überhaupt endlich einmal auf die nahm dieser schändliche Menschenhandel doch ab und thatbrecherthum loslassen dürfe. Da ihm nun die Sozial- Tagesordnung kam und in erster Lesung rasch erledigt sächlich dürften seit 25-30 Jahren keine Negersklaven demokratie als etwas Verbrecherisches erschien, so trug er ward, ist nur der Furcht vor der boulangistischen Speku- mehr aus Afrika gekommen sein. keine Scheu, sie mit Spionen und Lockspizeln zu umgeben, lation auf die Masse in Verbindung mit den im nächsten Im Lande selbst stand inzwischen die Sklaverei die bestimmt waren, ihm das Wild in das Garn zu jagen. Jahre bevorstehenden Wahlen zuzuschreiben. 7000 Franks noch in vollster Blüthe. In den großen Städten( Rio de Die schlimmen Folgen ließen nicht auf sich warten. jährliches Gehalt und die Aussicht, einen Theil der Nach- Janeiro, Bahia, Pernambuco, St. Paulo 2c.) fanden An Herrn v. Puttkamer's Rockschößen hängen die Haupt mittage mit einem gemüthlichen Schläfchen oder dem Genuß öffentliche Sklavenmärkte statt, die Peitsche war das und Schröder nicht minder, wie die mit der„ eklatanten parlamentarischer Komödien zu verbringen, ist schon der vornehmste Erziehungsmittel für die Schwarzen, SklavenGenugthuung" bedachten Ihring- Mahlow und Naporra. Mühe werth, sich als Deputirter platonisch arbeiterfreund- jagden mit besonders dazu dressirten Bluthunden auf entDer Polizeieifer Buttkamer's trat nur in Wahl- lich zu zeigen. Die Debatten über das betreffende Gesetz laufene Sklaven waren noch häufig. Da die Kinder der zeiten einigermaßen zurück, da hatte er größere Aufgaben verliefen äußerst flau, die Kammer war mehrmals be- Sklaven dem Stande der Mutter zu folgen hatten, also zu erfüllen, da galt es, dem Fürsten Bismarck zu zeigen, schlußunfähig und machte den Eindruck einer Person, die auch Sklaven waren, so nahm im Lande selbst die Zahl welchen werthvollen Gehilfen er in dem Vetter Minister sich widerwillig einer höchst unangenehmen, aber nicht zu der Sklaven trotz des Einfuhrverbotes nicht ab, sondern zu schäzen habe. Das Wahlbeeinflussungssystem Putt- umgehenden Anstandspflicht unterzieht. eher zu. Bei der sehr weitgehenden Blutmischung zwischen famer's läßt sich mit wenigen Worten darstellen. Aus- Das Gesetz zerfällt in zwei Theile, von denen der Schwarzen und Weißen in Brasilien entstanden bald zahlsicht auf Vortheile für Alle, welche die Sache der Regie- erste die Haftpflicht der Arbeitsgeber und Betriebsunter- reiche Hellerfarbige Mischlinge, oft von so heller Farbe, rung vertreten, Drohung mit Vorenthaltung von Beför- nehmer bei Unglücksfällen der Arbeiter festsetzt, der zweite daß sie kaum von Weißen zu unterscheiden waren. Es derungen und Auszeichnungen für Alle, welche der Oppo- die Unfallversicherung behandelt. gab daher nicht nur schwarze Sklaven, sondern auch braune, sition irgendwie Vorschub leisten. Nach dem Gesetz giebt jeder während der Arbeit gelbe und fast weiße. Es wird lange dauern, bis sich das Beamtenthum geschehene Unfall den betreffenden Arbeitern und Ange- Der zweite bedeutsamste Schritt auf dem Wege zur vnn dem demoralisirenden Druck, der bei den Wahlen auf stellten oder deren Entschädigungsberechtigten Anspruch völligen Abschaffung der Sklaverei datirt aus dem Jahre ihm gelastet hat, befreien wird, hier wird Herrn Butt- auf eine Entschädigung durch den Betriebsunternehmer. 1871. Das damalige Ministerium Rio Branco legte den kamer's Saat noch auf Jahre als Unkraut aller Mühe Alle Arbeiter in Fabriken, Hüttenwerken, Bauplägen, Kammern den Entwurf eines sogenannten Abolitions= des Ausrodens spotten, namentlich bei den Wahlen in Werkstätten, Verkehrsanstalten, Minen, Stein- und Schiefer-( wörtlich: Abschaffungs-) Gesetzes vor, der denn auch am Preußen, welche öffentliche Stimmabgabe fordern. Wie rich- brüchen, Magazinen 2c. und solche, die in Induſtrien be- 28. September 1871 unter dem endlosen Jubel des tig Herr v. Buttkamer die Bedeutung derselben für die schäftigt sind, bei denen explodirbare Stoffe verwendet ganzen Volkes zum Gesetz erhoben wurde. Beeinflussung der Wahlen zu schäßen wußte, bewies er werden, sowie die Industrie-, Land- und Forstarbeiter, die Dieses Gesetz bestimmte, daß von dem genannten Tage dadurch, daß er 1883 im Landtage gegen den Antrag auf mit mechanischen Werkzeugen, Dampf- und anderen Ma- an keine Sklaven mehr geboren" werden sollten. Die Einführung geheimer Stimmabgabe den Trumpf ausspielte, schinen umzugehen haben, die also sämmtlich Berufsgefahren Kinder von Sklaven sollten fortan frei sein! die Regierung habe bereits Erwägungen gepflogen, ob ausgesetzt sind, haben Anspruch auf Ersatz. Bis zu ihrer Mündigkeit blieben sie bei dem Herrn ihrer nicht die geheime Abstimmung des Reichswahlrechts, in Der Arbeitsunternehmer allein ist für die Berufs- Mutter; darnach konnten sie thun und lassen, was ihnen der sie eine Gefahr für die gedeihliche Entwicklung sehe, gefahren haftpflichtig, weder Staat noch Arbeiter tragen beliebte. Gleichzeitig wurde ein staatlicher Emanzipationszu beseitigen sein werde. zur Aufbringung der Entschädigungssummen bei. fonds gegründet, aus dem nach bestimmten Grundsäzen Herr v. Puttkamer verband mit äußerlich feinen Bei gänzlicher Arbeitsunfähigkeit in Folge eines Sklaven freigekauft werden sollten. Die Geldmittel zu Formen eine nicht geringe Rednergabe, Worte fehlten ihm Arbeitsunfalles schwankt die zu gewährende jährliche Rente diesem Fonds kamen aus einer Sklaventare, aus einer nie, desto häufiger Gedanken. Er blieb höflich und ge- zwischen einem Drittel bis zwei Dritteln des Jahres- auf den Verkauf von Sklaven gelegten Steuer und aus messen, so lange er sich dem Gegenpart gewachsen glaubte, verdienstes, ihr Minimum muß 400 Frcs. betragen. Staatslotterien. sobald ihn dies Vertrauen verließ, was von Jahr zu Jahr( Basly forderte 2 Frcs. 50 Cents pro Tag, wurde aber Infolge der Wirksamkeit des Gesetzes Rio Branco's öfter geschah, wurde er ausfallend und verfiel in einen natürlich abgewiesen). mußte somit die Zahl der Sklaven von Jahr zu Jahr Ton, der auch vor Rohheiten und Cynismus nicht zurück- Zieht der Arbeitsunfall den Tod einer verheiratheten abnehmen und man konnte leicht berechnen, daß ant schreckte. Frau nach sich, so erhält der Mann zur Erziehung der Anfang des kommenden Jahrhunderts die Sklaverei so ,, Das war aber immer noch erträglicher, als wenn minderjährigen Kinder eine Summe, die dem Verdienst wie so völlig verschwunden sein werde, weil kein Sklavener sich in ein politisches oder moralisches Pathos hinein- zweier Jahre der Verstorbenen gleichkommt. nachwuchs mehr möglich war. Natürlich war die Abredete. Die Wirkung des Pathos hat zur Voraussetzung Das nach Unglücksfällen zu zahlende Krankengeld nahme eine sehr geringe und allmähliche. Im Jahre 1873 den Glauben der Zuhörer an den sittlichen Ernst und die ist auf die Hälfte des Lohnes firirt, darf aber nicht unter waren 1542 230 Sklaven immatrikulirt, im Jahre 1882 Ehrlichkeit der Ueberzeugung des Redners. Dieser Glaube ein Minimum von 1 Fr. fallen oder über ein Marimum deren 1 346 648, so daß die Zahl um 145 582 abgenommen fehlte Herrn v. Puttkamer gegenüber, an ihm erschien von 2 Fr. 50 Cts. pro Tag steigen. Der Unternehmer, hatte. Davon entfielen 132 777 auf Todesfälle; etwa Alles gemacht, auch sein Pathos galt nur als Pose für Fabrikant 2c., hat außerdem die Kosten für Arzt und 15 000 sind durch den Emanzipationsfonds losgekauft den Augenblick und nur der„ Chor der Landräthe" schien Arzneien bis zu einer Höhe von 100 Fr. zu decken. Unter- worden, der Rest entfällt auf freiwillige Freilassungen. dafür empfänglich zu sein. stüßungskassen, die mit oder ohne Heranziehung der Ar- Das Tempo des Verschwindens der Sklaverei war demnach „ Er mag auch allein den ruhmlosen Sturz des beiter zu gründen sind, haben außerdem einen Beitrag von in den Jahren 1872-1882 ein sehr langsames. Mannes bedauern." 1 Fr. bis 2 Fr. 50 Cts. zu leisten. Das folgende Jahr 1883 brachte in dieser Hinsicht Die" Freisinnige 8tg." schreibt zum Schlusse einer Das Gesetz hat die Frage noch offen gelassen, ob der eine gewaltige Veränderung, eine ungeahnte Beschleunigung Biographie Buttkamer's, die wir weiter unten folgen lassen: Betriebsunternehmer außer der zivilgerichtlichen Haftpflicht dieses Tempos. ,, Es wird nicht lange dauern, so wird jedermann ver- für die Berufsgefahren noch strafrechtlich zur Verant In der kleinen Provinz Ceará, die im Jahre 1880 wundert fragen, wie es möglich war, daß eine Persönlich- wortung gezogen und zur Zahlung einer besonderen Straf- noch etwa 18 000 Sklaven hatte, war es gelungen, bis keit wie Herr v. Puttkamer über sieben Jahre lang in entschädigung, sowie Verbüßung einer Strafe verurtheilt zum 25. März 1883 allen diesen Sklaven die Freiheit Preußen als Minister des Innern fungiren konnte. Herr werden kann. zu verschaffen. Ceará war die erste sklavenfreie Provinz " v. Puttkamer gehört zu jenen Personen, welche eine poli- Die Regierung will dem Arbeiter das Recht zugestehen, des Kaiserreiches! tische Bedeutung nur so lange haben, als sie ein gegen den Patron" auf Grund des Strafgesetzes flagbar Das Beispiel Cearás wirkte im ganzen Lande wie politisches Amt bekleiden. Nach der Dienstentlassung zu werden; der mit Ausarbeitung des Gesezentwurfs be- der in das Pulverfaß gefallene Funke; in allen Provinzen dürfte es Herrn v. Puttkamer nicht gelüften, in der auftragten Kommission war dies zu viel Gerechtigkeit, sie suchte man es der kleinen Schwester nachzuthun. Es bepolitischen Arena oder sonst wie noch irgend eine politische sträubt sich mit Händen und Füßen gegen den betreffen- mächtigt sich des Volkes jetzt ein wahrer BefreiungsenthuNolle zu spielen." den Paragraphen, und die schließliche Fassung bleibt bei fiasmus. Ueberall im Lande entstehen Vereine, welche der zweiten Lesung abzuwarten. Geld zum Loskauf von Sklaven sammeln; junge, ehr* geizige Schriftsteller und Redner machen Propaganda für richter- Arbeiter und der Schiedsrichter- Patron führen je 60 Cts., eine Summe, die nicht jedem Arbeiter erschwingdie Sklavenbefreiung, Theatervorstellungen, Konzerte und einen Monat lang abwechselnd den Vorsitz. Der„ engere bar ist, oft auch den streitigen Betrag übersteigt. Bazars werden veranstaltet, die Zeitungen eröffnen Sammel- Ausschuß" muß so viel als möglich die gütliche Bei- Die Nachtheile, die aus der Nichtbesoldung der listen, Privatpersonen schenken zur Feier ihres Geburts- legung der Streitfrage herbeizuführen suchen. Im Falle Schiedsrichter erwachsen, haben wir bereits angedeutet. tages u. dgl., oder um ihre Humanität" in helles Licht einer Versöhnung wird das getroffene Abkommen zu Nur sei noch hinzugefügt, daß troß der materiellen Opfer, zu setzen, ihren Sklaven freiwillig die Freiheit, in einzelnen Protokoll genommen und als solches den Parteien vor- welche für einen Arbeiter mit Erfüllung des Mandats als Provinzen werden besondere Gesetze zur Beförderung und gelegt. Schiedsrichter verknüpft sind, gerade die Arbeiter ihre Beschleunigung der Emanzipation erlassen, spezielle Fonds Kommt kein Ausgleich zu Stande, so gehen die Amtspflichten gewissenhafter erfüllen als die angelegt und, durch die öffentliche Meinung dazu gedrängt, Parteien vor den allgemeinen Ausschuß". Streit- Fabrikanten und Unternehmer. Leztere ziehen durch beschäftigt sich auch die Kammer aufs Neue mit dieser fragen spezieller Natur werden an die Schiedsrichter der ihre häufige Abwesenheit bei den Sigungen die VerhandAngelegenheit. Von jetzt ab ist die Sklavenfrage in die einschlägigen Industriezweige verwiesen. Der ,, allgemeine lungen oft in die Länge, und die gelinde Strafe eine erste Reihe der innerpolitischen Fragen getreten und jedes Ausschuß tagt Mittags öffentlich, so oft es nöthig ist. Rüge oder zeitweilige oder dauernde Entziehung der„ Würde" Ministerium hat nothgedrungen zu derselben Stellung nehmen Er ist aus vier Schiedsrichtern, nämlich zwei Arbeitsherren ist kein genügend starker Grund, zu strammer Ausmüssen, namentlich seitdem der Chef der großen liberalen und zwei Arbeitern, einem Präsidenten und Vizepräsidenten übung der Amtspflicht anzuhalten. Das Gesez müßte an Partei des Landes, Staatsrath Gaspar Silveira Martins, zusammengefeßt. Der allgemeine Ausschuß befaßt sich nur dieser Stellung durch Besoldung der Schiedsrichter und die Aufhebung der Sklaverei als die erste und dringendste mit den Fällen, wo keine Ausgleichung zu Stande kam. strenge Ahndung jeder Nachlässigkeit einschreiten. Forderung des liberalen Programms hinstellte. Nach Anhörung der Parteien zieht er sich zurück und ent- Schiedsrichter, welche mit einer ,, Expertise" beauftragt Jedes Ministerium hat einen Gesezentwurf betreffend scheidet in geheimer Sizung. Im Fall von unklaren, un- sind, werden in Paris mit 10 Franks pro Tag entschädigt. die Beseitigung der Sklaverei eingebracht, sogar die kon- genügenden Debatten kann er die Sizung verlegen, Unter- Wir haben bereits am Eingange darauf hingewiesen, servativen Ministerien der letzten Jahre haben sich dem suchungen, Expertisen anordnen. daß die französischen Arbeiterorganisationen, besonders die nicht entziehen können. Diese Entwürfe wollten die Jedes Jahr haben zwei Generalversammlungen sozialistischen, der Einrichtung der Prud'hommes große Sklaverei im Jahre 1890 oder auch 1895 aufhören des Conseil de Prud'hommes im Sizungslokal des all- Bedeutung zuerkannten, und deshalb eine Weiterentwickelassen, mit der Bedingung, daß die freigelassenen Sklaven gemeinen Ausschusses stattzufinden. Auf Antrag von lung derselben im demokratischen Sinne forderten. Die gehaten sein sollten, noch einige( 3-5) Jahre gegen mindestens 7 Mitgliedern des Naths oder auf Verlangen Einrichtung empfahl sich nicht nur vom praktischen StandLohn bei ihren bisherigen Herren zu arbeiten. Erst nach der Behörden werden außerordentliche Generalversammlungen punkte aus als ein im Allgemeinen schnelles, sicheres Ablauf dieser Zeit sollte ihnen der Freibrief übergeben einberufen. Nur der Präsident des Schiedsgerichts kann und billigeres Mittel, dem Arbeiter gegebenen Falles werden. Man wollte damit den Uebergang weniger schroff zu den Generalversammlungen einberufen, und zwar muß zu seinem Recht zu verhelfen, sondern sie bot auch die und unvermittelt machen. Alle auf dieser Grundlage auf- er dies mindestens drei Tage vor dem für dieselben an- Möglichkeit, die höher gestiegene Entwickelung der Arbeitergebauten Gesetzentwürfe sind von der Kammer abgelehnt beraumten Termine thun. Die Beschlüsse der General- klasse, deren Bestrebungen um Gleichberechtigung in versammlung haben nur Gültigkeit, wenn sie mit absoluter allen öffentlichen Vorgängen zu dokumentiren, sie erwies Schließlich forderte das erst im April zur Regierung Majorität angenommen sind, und die Versammlung mit sich als ein populäres Bildungsmittel. gekommene neue Ministerium Alfredo die sofortige und Einschluß des Präsidenten und Vizepräsidenten aus wenigstens Soll das Gewerbeschiedsgericht diese Zwecke, der tägbedingungslose Aufhebung der Sklaverei, und Abgeordneten- 17 Mitgliedern des Conseils besteht. Die General- lich steigenden Entwickelung der Arbeiter und der Verhaus und Senat stimmten sofort bei. Demnach gäbe es versammlung kann nur die Fragen verhandeln, welche auf änderung der Produktionsbedingungen entsprechend, in in diesem Augenblick in Brasilien keine Sklaven mehr! der Tagesordnung stehen, sie hat behördlicherseits gestellte immer höherem Maße erfüllen, so muß die bestehende Fragen zu beantworten und die Rechtssprüche des Gewerbe- Fassung der einschlägigen Gesetze noch wesentlichen schiedsgerichts zu prüfen. Der Schriftführer des Conseils Reformen unterzogen werden. Das Amt als Schiedsmuß bei Generalversammlungen Protokoll führen und richter, sowie die Anrufung des Conseil de Prud'hommes dieses in Gemeinschaft mit dem Präsidenten unterzeichnen. muß jeder in der Produktion beschäftigten Person Die Amtspflicht des Präsidenten besteht darin, offen stehen, das Gewerbeschiedsgericht selbst muß die einzige c. 1. Als die Polizei die höchst unschädliche„ Federation die Arbeiter des Gewerbeschiedsgerichts und die Ausführung und letzte Instanz sein, die in gewerblichen Streitfragen der Gewerkschaften“ nach viermonatlichem Bestehen auf der dafür geltenden Vorschriften, sowie der Beschlüsse der entscheidet, und seine Ürtheile müssen Gesetzeskraft haben. gelöst hatte,*) war die Reform des Conseil de Prud'hommes Generalversammlungen zu überwachen. Er muß jährlich Die verschiedenen Kongresse der Gewerkschaften und ( des Gewerbeschiedsgerichtes) das Band, welches die ein- einen Bericht an den Handelsminister und den Minister der sozialistischen Arbeiterparteien haben wiederholt ein zelnen Organisationen geistig zusammenhielt und ein that- der Landwirthschaft einreichen und alle Vierteljahre die Programm diesbezüglicher Reformen. aufgestellt. Allen sächliches Zusammenwirken ermöglichte. Liste der Schiedsrichter aufstellen, welche den engeren und Organisationen hat jedoch bis jetzt die Kraft gefehlt, die Die Delegirten von mehr als dreißig Gewerkschaften den allgemeinen Ausschuß bilden. Verwirklichung ihrer Forderungen durchzusehen. worden. Zur Frage der Gewerbeschiedsgerichte. II. hielten unter dem vollen weißen Schrecken binnen kaum Der Sekretär hat jeden Werktag bis zum Ende der zwei Monaten zehn große Versammlungen ab, in denen Sigungen im Sekretariat anwesend zu sein. Er hat die der Plan einer Reform des Gesetzes über den„ Conseil de Schiedsrichter zusammenzuberufen und die streitenden Parteien Prud'hommes" ausgearbeitet ward. In der sich allmählich vorzuladen, der Kläger hat in Person die betreffende Auffreier entfaltenden Gewerkschaftsbewegung, die zum größten forderung dem Verklagten zuzustellen. Der Sekretär ist Theil in die sozialistische Arbeiterbewegung überging, spielte verpflichtet, allen Sigungen der Ausschüsse und den Generaldie erwähnte Frage eine hervorragende Rolle. Es ver- versammlungen beizuwohnen und über Debatten und Beging kein Kongreß der Gewerkschaften oder einzelner Gruppen, schlüsse strenges Protokoll zu führen. Eventuell wird er es erschien fast kein einziger von Arbeitsverhältnissen durch einen oder zwei Schriftführer unterstüßt. Der Sekretär handelnder Bericht, in dem dieselbe nicht ausführlich be- bezieht ein jährliches Gehalt von 1000 Frants( 800 Mart), handelt ward. Die erstrebten Reformen verlangten eine dazu noch an Sporteln: für jede Vorladung 30 Cts., für neue, demokratische Fassung des betreffenden Gesetzes, Er- Auszüge aus den Verhandlungen 40 Cts., für Protokolle nennung des Präsidenten und Vizepräsidenten immer durch an nicht ausgeföhnte Parteien 80 Cts., für jedes Protokoll das Gewerbeschiedsgericht selber, Errichtung neuer Schieds- über Hinterlegung von Modellen, Schuzmarken, Batenten gerichte, Untersuchungen durch Arbeiter und Arbeitsherren, 3 Frants.*) Entschädigung der Schiedsrichter für die verlorene Zeit, Der Erekutor des Gewerbeschiedsgerichts erhält pro Inspektion der Werkstätten, Verbesserung der Lehrlings Vorladung 1 Franks 25 Cts., pro Ankündigung eines kontrakte, Schuß der Kinder- und Lehrlingsarbeit, Er- Urtheils 1 Franks 75 Cts. Er muß den Sißungen beiwählung der Mitglieder des Schiedsgerichtes auf Grund wohnen, die Parteien aufrufen, die Urtheile verkünden. des allgemeinen Stimmrechts, Recht minderjähriger Arbeiter, lassen und ähnliches weiter. sich durch Eltern, Verwandte oder Kameraden vertreten zu gerichts eine kleine Abweichung erfahren. Die verschiedenen In Paris hat die Einrichtung des GewerbeschiedsEinem Theil der geforderten Reformen wurde nach- Industrien sind in vier Gruppen getheilt, von denen einander durch die Gesetze von 1880, 1883 und 1884 iebe ihren eigenen Conseil de Prud'hommes( ihre GewerbeRechnung getragen, troßdem läßt die Verfassung des richter- Versammlungen) hat.**) Die Nachtheile einer ZuGewerbeschiedsgerichts noch viel zu wünschen übrig. sammenkoppelung von ganz verschiedenen Industrien, wie sie sich bei dieser Vertheilung noch immer ergiebt, liegen Arbeiterkongreß des Nordens" ausschließlich und eingehend So beschäftigte sich erst Ende Mai der in Lille tagende mit der Frage einer Revision der Gesetze über das Gewerbeschiedsgericht. sozialistischer Kongresse früherer Jahre stellte der Kongreß In Uebereinstimmung mit den Beschlüssen verschiedener zu Lille folgende Forderungen auf: 1. Errichtung eines Gewerbeschiedsgerichts in jedem Hauptort eines Bezirks und jeder industriellen Ortschaft. 2. Aktives und passives Wahlrecht für den Conseil de Prud'hommes ohne Unterschied des Geschlechts auf Grund des politischen allgemeinen Wahlrechts. Das passive Wahlrecht ist an eine dreijährige Ausübung des Berufs geknüpft. 3. Alle Streitfälle, die sich anläßlich der Arbeit und ihrer Folgen in allen Gewerben, ohne Ausnahme, erheben können, sind der Rechtsprechung der Prud'hommes unterworfen. 4. Besoldung der Arbeiterschiedsrichter durch den Staat, in Gemäßheit des betreffenden ortsüblichen Lohnmarimums. 5. Aufhebung von Einspruch, endgültiges Urtheil der Gewerbeschiedsrichter ohne Rücksicht auf Höhe der Streitſumme. 6. Beaufsichtigung der Werkstätten, Läden, Comptoire u. s. f. behufs Durchführung der diesbezüglichen Geseze durch die Prud'hommes. 7. Unentgeltliche Rechtsprechung. Inkrafttreten des Urtheilsspruches nach 48 Stunden. 8. Nichtigkeitserklärung aller Werkstatt- und Fabrikordnungen die von den Arbeitgebern aufgestellt sind. Bestrafung aller Unternehmer, die eigenmächtige Fabrikordnungen aufstellen. Das Reformprogramm deutet die Mängel an, welche Die Nach der gegenwärtig in Kraft stehenden Fassung des auf der Hand. Wie soll z. B. ein und dasselbe Schieds- den bestehenden Gewerbeschiedsgerichten anhaften und ihre bezüglichen Gesetzes ist jede Ortschaft nach Industriezweigen gericht kompetent ſein über alle Streitfragen, in die oft Wirksamkeit bedeutend einschränken und lähmen. eingetheilt. Jeder Industriezweig wählt eine gleiche An- die spezielle Technik hineinspielt, und die folglich feitens Arbeiterorganisationen haben gezeigt, daß sie in der vorzahl von Arbeitern und Arbeitgebern als Schieds- der Richter besondere technische Kenntnisse voraussetzen, liegenden Frage wissen, was sie wollen. An ihnen ist es richter, aus denen dann der„ engere Ausschuß"( bureau richtig zu entscheiden? Wie kann z. B. ein Haararbeiter jeßt, zu beweisen, daß sie dem Wollen und Wissen das particulier), der„ Versöhnungsausschuß( bureau de das Für und Wider eines Streitfalls in der Teppichindustrie Können folgen lassen. conciliation) und der allgemeine Ausschuß" oder richtig abwägen, und doch sind beide Industriezweige ein das eigentliche Gewerbegericht( bureau général oder bureau und derselben Gruppe des Gewerbeschiedsgerichts unter- gesetzgebung und die politischen Verhältnisse, der BoulanIn Frankreich weht gegenwärtig ein Wind für Arbeitsde jugement) gebildet wird. worfen. Sollte das Gewerbeschiedsgericht in dieser Hingismus und die bevorstehenden Wahlen, machen die BundesDer Versöhnungsausschuß" fällt meist mit dem sicht seinen Zweck erfüllen, so müßte jede Industrie in genossenschaft der Arbeiterklasse zu einer gesuchten und ,, engeren Ausschuß" zusammen, sodaß das Gewerbe- einer besonderen Fachabtheilung durch zwei Schieds- geschäßten. Die Umstände sind also günstig, die Kraft jchiedsgericht thatsächlich in zwei Bureaus zerfällt. Der richter( Arbeiter und Patron) vertreten sein. und den Einfluß der Arbeiterschaft zur Geltung zu bringen, ,, engere Ausschuß" besteht aus zwei Mitgliedern, einem Weitere Reformen wären darin nöthig, die Sporteln betreffs des Gewerbeschiedsgerichts sowie der Arbeitsgesetz" " Arbeiter und einem Patron( Unternehmer), die verschiedene Industrien vertreten. Er muß wöchentlich mindestens für Anrufung des Gewerbeschiedsgerichts abzuschaffen. gebung überhaupt ernste Erfolge zu erzwingen, ohne das einmal Sizung abhalten, in welcher die streitenden Parteien Dieſelben stellen sich Summa Summarum als ziemlich Erstgeburtsrecht des Proletariats für ein Linsengericht zu der Reihe nach vom Sekretär vorgerufen werden. Sämmt- bedeutend heraus, betragen nicht weniger als 43 Franks verkaufen. liche für einen bestimmten Tag vorgeladenen Personen*) Der Sekretär des Pariser Gewerbeschiedsgerichts genießt müssen in der Situng vernommen werden. Der Schieds- einen Gehalt von 2200 Franks, die Vorladungen und Protokollkopien ergeben ungefähr einen Zuschuß von 2500 Franks. Die Politische Nachrichten. *) Die Antwort, welche der Polizeipräfekt Renault einer Ver- Sekretäre der Gewerbegerichtsversammlungen der Textilindustrie, der tretung der Gewerkschaften gab, die ihre Harmlosigkeit beweisen Metallindustrie und der Abtheilung für chemische Produkte beztehen wollte, ist charatteristisch:„ Wenn auch bis jetzt durch die Organiſation noch ie einen Mehrgehalt von 4000 Frankieren die beiden ersten Artikel des Gesetzes über die FrauenDie französische Kammer genehmigte am 11. d. M. Sekretär des der Gewerkschaften noch nichts geschehen ist, so ist doch gut, dem Schiedsgerichts für gemischte Industrien" erreichte in seinen Ein- die beiden ersten Artikel des Gefeßes über die Frauenvorzubeugen, was eines Tags noch ihr zu Folge geschehen könnte!... nahmen außer dem Firum von 2200 Franks: 1879: 6200 Franks, und Kinderarbeit. Das Gesetz untersagt die Beschäftigung Der Organisation ist nichts vorzuwerfen, außer daß sie Fachkurse 1880: 9500 Franks, 1881: 16 200 Frants, 1882: 13 000 Franks, der Kinder unter 13 bezw.( wenn sie das Abgangszeugniß Man 1883: 14.025 Franks. Die Ziffern sind insofern interessant, als gründet, was uns( der Polizei) eben nicht gefällt... vergleiche mit dieser Antwort verschiedene Auslassungen des seligen sie das stetige Anschwellen der Streitfragen zwischen Arbeitgebern Werkstätten, Läden 2c., auch wenn diese Anstalten einem haben) 12 Jahren in Fabriken, Unterrichts- oder wohlthätigen Zwecke dienen. Letterer z. fationen. Die Aehnlichkeit ist so schlagend, daß man sich fast fragen( Centimes)= 8 Pfennige. möchte: sollte Herr Buttkamer die Polizeipräfekten Napoleon's und**) Jede der vier Gruppen ist wieder in sogenannte ,, Sategorien" Zusaß, vom Bischof Freppel bekämpft, wurde mit 344 lution wie berjenige oor Stommune beburst, eine solche Reaktion 177 verschiedene Produktionszweige, die in sechs Thiers ausbaldowert haben? In Frankreich hatte es einer Revo- zerlegt. Die Gruppe für gemischte Induſtrien" umfaßt 3. B. gegen 173 Stimmen angenommen. Andererseits wurde heraufzubeschwören, in Deutschland genügten ein paar Revolver- fallende Gruppe für„ Textilindustrie" 235 Industrien, von denen der Antrag Yves Guyot, das Gefeß nicht auf Frauenarbeit auszudehnen, abgelehnt. Diese Artikel beschränken schüsse. auf die erste Gruppe allein 114 kommen. die Arbeitszeit für Frauen und für Mädchen über 18 Jahren| In Belgien haben die Kammerwahlen statt- 1 Haussuchungen, Auflösungen, Verbote. Umfassende auf 11 Stunden täglich und 6 Tage wöchentlich und ver- gefunden, ohne die Herrschaft der Klerikalen erschüttert zu Direktionsbezirk Stuttgart statt. Von Morgens 4 Uhr an entHaussuchungen fanden am Donnerstag, den 7. Juni, im Stadtbieten als Regel unter Vorbehalt besonderer Erlaubniß haben. Das bisherige Gesammt- Wahlergebniß stellt die wickelte fast die gesammte Polizeimannschaft eine fieberhafte Thätigdie Nachtarbeit zwischen 9 Uhr Abends und 5 Uhr früh, Zusammenseßung der fünftigen Kammern also fest. Senat: feit. Unter den Behaussuchten und Sistirten befinden sich u. A. sowie die Beschäftigung von Wöchnerinnen innerhalb 44 Klerikale, 16 Liberale, 9 Size stehen noch zur Stich- die Herren Altreuther, Bohne, Fischer, Gilbert, Götz, Gutekunst, 4 Wochen nach ihrer Entbindung. wahl und zwar 8 in Brüssel und 1 in Nivelles. Rammer: Heim, Holoch, Karl Kloß, Vorstand des deutschen Tischlerberbandes, bei welchem sämmtliches auf den Verband bezügliche 81 Klerikale, 38 Liberale, 19 Size stehen zur Stichwahl, Material beschlagnahmt wurde, Krezschmar, Lübeck und Schröter. Henry George, der einst so rasch Anhang in ameri davon 16 in Brüssel, 3 in Nivelles. Selbst wenn die Bon ca. 40 bis 50 Behaussuchten ist noch die Mehrzahl fiſtirt. kanischen Arbeiterkreisen fand, hat sich ebenso rasch un- Liberalen in den Stichwahlen siegen, ist die klerikale Herr- In Solingen wurde der Reichstagsabgeordnete Schumacher mit möglich gemacht und darf jetzt als endgültig beseitigt be- schaft für die nächsten Jahre fest begründet. Die Stich- einer Haussuchung beehrt. Zugleich wurde Herrn Schumacher eröffnet, daß auch gegen ihn die Untersuchung wegen Geheimbündelei trachtet werden. Es ist Schade um ihn. Er hat Fähig- wahlen finden am künftigen Dienstag statt. und wegen Verbreitung verbotener Schriften seit dem 23. März d. J. keiten, aber er dünkte sich unfehlbar. Er glaubte, mit eingeleitet sei und daß die an den Angeklagten gerichteten Briefe seiner einzigen Landsteuer" das soziale Rettungsmittel Der Entwurf der Alters- und Invaliden mit verdächtigem Inhalt an eine andere Adresse als an die Schu= gefunden zu haben und wie alle Sektirer wurde er intolerant versicherung ist von den Ausschüssen des Bundesraths, einer der in Rheinpreußen verhafteten Sozialdemokraten irrmacher's gingen. Vorige Woche meldeten einige Blätter, daß und tyrannisch gegen diejenigen, welche nicht auf die Worte die mit seiner Vorberathung seit Wochen beschäftigt sind, sinnig geworden sei Die leipziger Märzrazzia, welche den bedes Meisters schwuren. Mit dem Krieg, den er gegen die in wesentlichen Punkten abgeändert worden. Die ein- fannten Prozeß- Rattenkönig in die Welt gesezt hat, kann mit einem Sozialisten führte, begann sein Stern zu finken. Er schneidendste Aenderung soll der„ Franks. 3tg." zufolge ähnlichen Erfolge aufwarten. Einer der Verhafteten, der junge brach das Rückgrat der United Labor Party"( Vereinigten darin bestehen, daß die Organisation der Alters- und Schriftseter Tölcke, ein Sohn des„ alten Tölcke" in Iserlohn, iſt in der Haft von einer Geistesstörung befallen worden und mußte Arbeiter- Partei) als er sie, die zielbewußteste, thätigste und Invalidenversicherung nicht an die Berufs- Genossen- ins Krankenhaus gebracht werden, wo er, mit geringer Aussicht opferwilligste Gruppe, aus der Partei vertrieb. Ihr Ver- schaften angeknüpft wird sondern an regionale( nach ört- auf volle Wiedergenesung, darnieder liegt.- In Leipzig hat am fall war von da ab nur eine Frage der Zeit. Und da sie lichen Bezirken abgegrenzte) Verbände. Sobald die erste Sornabend der dritte der Prozesse auf Grund des Märztags- Flugnun dem Ehrgeiz des Mannes keine Stüße mehr bot, ging Lesung beendet ist, wird den Bundesregierungen Gelegenheit blattes stattgefunden, gegen 14 Angeklagte, die mit einer einzigen Ausnahme zu 3 bis 5 Monaten Gefängniß verurtheilt wurer zu den Demokraten über, in deren Lager er auch gegeben werden, sich über die Vorlage zu äußern. Nach den, in Summa zu einundfünfzig Monaten Gefängniß- was für gehört. Denn seine einzige Landsteuer" könnte schließ der zweiten Lesung gedenkt man den Entwurf der Deffent- die drei Prozesse zusammen die stattliche Zahl von hundertundneunlich auch, wenigstens in modifizirter Weise, zum Beispiel lichkeit zu übergeben. undsiebzig Monaten Gefängniß ergiebt mit der Untersuchungshaft, welche sich in Summa auf achtzig Monat belaufen dürfte, in auf die Städte beschränkt, von dieser Partei aufgenommen runder Summa auf zweihundertfünfzig Monate oder einwerden. Es ist leßthin gemeldet worden, daß seine„ Idee" Briefsperre. Vor einiger Zeit meldeten wir, daß bei dem undzwanzig Jahre Gefängniß! Und das alles wegen eines viel Anklang unter der handeltreibenden Mittelklasse finde. Tischler Herrn Thierbach eine Haussuchung stattgefunden hatte, Flugblattes, das an aufhezerischer" Straft des Inhaltes den unDaran ist gar nichts merkwürdiges. Daß diese die Steuern Im Anschluß hieran ist über Herrn Thierbach nun außerdem noch unbeanstandet verbreiteten Antisemiten- Flugblättern auch nicht entAm 6. d. M. wurde in der Redaktion die freundliche Maßregel der Briefsperre verhängt worden. Das fernt das Wasser reicht. von sich ab- und auf die Landlords in Form der einzigen führt nun zu den kuriosesten Folgen. So wurde Herrn Thierbach des Leipziger Wähler" nach dem Manuskript des Berichtes Grundsteuer wälzen wollen ist ja ganz begreiflich. Unter am 7. d. M. von der Staatsanwaltschaft ein Schreiben des Polizei- über die vorlegte Gerichtsverhandlung gehaussucht. Gefunden wurde diesen Leuten mag George noch eine Rolle spielen können. präsidinms übermittelt, das am 30. v. M. an T. abgegangen war nichts. In der Nacht zum Montag wurden in Berlin der GelbNun bleibt noch McGlynn übrig, um den sich der und die Genehmigung zu einer längst stattgefundenen Kommunal- gießer Kräfer( Lange Straße) und der Goldarbeiter Mar Frenzel Rest der„ United" schaart. Wie lange noch? Der Mann wählerversammlung feierlichst ertheilte. Gin Meister theilte Herrn( Liegnißerſtraße) an der Ecke der Mariannen- und ReichenbergerT. mit, er solle eine Arbeit sofort übernehmen; nach 12 Tagen, straße von Kriminalbeamten verhaftet. Auf dem Polizei- Revier in mag ehrlich sein, aber seine religiösen Schwärmereien ver- als es längst zu spät war, gelangte die Karte wirklich in die der Steichenbergerstraße wurden sie einer förperlichen Untersuchung derben ihn. Das Traurige an der ganzen Sache ist nur, Hände des Adressaten. unterzogen, bei welcher mehrere Nummern des Züricher Sozialdaß die politische Arbeiterbewegung in New- York, welche Auf den großen Maurerprozeß in Berlin, der mit demokrat" gefunden wurden. Dann wurden beide am Moltenmarkt so hoffnungsvoll begann, von diesem„ Propheten" gänzlich der Freisprechung sämmtlicher Angeklagten endete, kommen wir feſtgeſetzt. Am anderen Morgen fanden Haussuchungen in ihren Wohnungen statt. verhunzt wurde und nun wahrscheinlich für Jahre nicht in nächster Nummer eingehend zurück. Einstweilen den 40 Anwieder in Gang gebracht werden kann. geklagten unsern herzlichen Glückwunsch! An die Tischler Berlins. Warnung! Internationale Bibliothek Verlag von J. H. W. Diez, Stuttgart. liegt beendet vor. Die Werbekommission der Hamburger Innungsmeister sucht in allen Städten Band VI.: Auguſt Bebel, Charles Fourier.( Preis elegant gebunden M. 2,50) Deutschlands Tischlergesellen nach Hamburg zu locken, um die dortigen streikenden Tischler ihren innungsmeisterlichen Vorschriften gefügig zu machen, die Löhne herabzudrücken und die von den Hamburgern mit großen Opfern erkämpfte Position durch Zerstörung der Gesellenorganisation zunichte zu machen. Es liegt im Interesse der Tischlergewerkschaft ganz Deutschlands, den„ arbeiterfreundlichen" Plan der Innungsmeister zu durchkreuzen und den Hamburger Kollegen in ihrem Kampfe gegen die Arbeitgeber beizustehen. Es ist deshalb nothwendig, allen Zuzug von Hamburg fernzuhalten und durch Aufbringen von Geldmitteln mit den Streifenden sich solidarisch zu erklären. Der Vorstand des Fachvereins der Tischler. Allen Männern der Arbeit empfehle mein Nunmehr gelangt zur Ausgabe: Mar Schippel, das moderne Elend und die moderne Uebervölkerung. Zur Erkenntniß unserer sozialen Entwickelung.( Complet in 3 Heften à 50 Pf.). Die beiden ersten Hefte sind bereits erschienen. Zu beziehen durch die Expedition des Berliner Volksblatt", Zimmerstraße 44. Weiss- u. Bairisch- Bier- Lokal. Möbel-, Spiegel- u. Volfferwaaren- Magazin W. Haugk, Weinstraße 22. Sophas, Divans und Plüschgarnituren, sowie alle Arten Polstermöbel auf Theilzahlung. Umpolſtern zc. reell und preiswerth. C. Wildberger Tapezierer und Dekorateur, Berlin S., Rommandantenstr. 60, E. Kuntze, Skalitzerstr. 18.( 3um lustigen Stiefel) empfiehlt seinen reichhaltigen und kräftigen Frühstück- u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch nach Auswahl zu foliden Preisen. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager bon C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Cigarren- und Tabaks- Fabrik von H. Gumpel, Berlin N.O., Barnimstr. 42. Lager von Rauch, Kau- und Schnupftabat, sowie russischer und fürkischer Cigarretten. 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IV; Das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist Schwerdt, Grenadierstr. 28 II. unbebingt nothwendig. Es ladet ergebenst ein 3. Verschiedenes. Die Vorstände. Das Vergnügungskomitee. Verein der Sattler und Fachgenossen. Heute, Sonnabend, 16. Juni, Abends 8% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten= straße 77-79, Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches. 2. Beschlußfassung der Dampferparthie. 3. Verschiedenes. 4. Fragfasten. bittet Gäste willkommen. Um zahlreichen Besuch Der Vorstand. Vereinzur Unterstützung erkrankter Mitglieder der Maurer Berlins. Dienstag, den 19. Juni, Abends 8 Uhr, in Scheffer's Lokal, Inselstraße 10. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn E. Pankow: Wie verhütet man Unfälle, und wie kommt man zu seinem Recht?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes in Vereinsangelegenheiten, und Fragefaften. Gäste haben Zutritt, Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und verwandten Berufsgenossen veranstaltet am 25. Juni in Kliem's Volksgarten, Hasenheide 14-15, ein großes Sommerfest, wozu Billets bei den Herren J. Klinger, Admiralstr. 3, Seitenfl. II. E. Kunze, Ruppinerstr. 2, II. H. Krause, Alexandrinenstr. 116a, Seitenfl. IV. W. Papke, Restaurant, Oranienstr. 197, sowie in den mit Blafaten belegten Handlungen zu haben sind. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mit glieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Die Arbeitsvermittelungs- Kommiffion. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. № 24. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Eine Nacht in einer Londoner Venne. Nach Geo R. Sims.*) Schlagen wir einen Seitenweg Seitenweg von East- street, Walworth- road, ein, so finden wir uns bald in einem verworrenen Neß von Straßen. Sorte Tabak ein und den Thorweg verlassend, nähern wir uns jetzt unserem gewählten Nachtquartier. Sonnabend, den 16. Juni 1888. II. Jahrgang. Wir gehen darum weiter nach oben, außerdem belehrt zu schlafen, wie er auf seinem Stuhl fißt, das Haupt uns ein Fischgeruch, daß oben die Küche ist. gegen die Wandhöhlung gelehnt, welche die Nachtgelder Endlich, nachdem wir zweimal beinahe durchgebrochen aufnimmt; aber eine krampfhafte Bewegung seines Kopfes und einmal gefallen sind, sind wir da, und während wir macht uns stutzig, und da wir keine lange Fragerei wünschen uns verschnaufen, mustern wir das eine große Zimmer, in über den Grund unseres frühen Abschiedes und unseres das die drei früheren verwandelt worden sind. Hierseins, so ziehen wir uns haftig in einen anderen Raum Die realistische Poesie. Himmel! welch ein Anblick! Auf den Dielen, die zurück. mit nichts bedeckt sind als mit einer Schicht von unbeschreib- Aber hier herrscht in dem ganzen elenden Loch ein lichem Schmutz, liegen Männer, Frauen, Kinder, manchmal Geruch, das wir hinaus müssen. Ueberall steigt der anwidernde Geruch von Fischen mehr in Haufen wie Reihen, zerlumpt, barfuß, schmutzig. Der Cerberus am Eingang schläft jezt wirklich und auf, die hier massenhaft gepökelt und geräuchert werden. Hinter einem Savoyarden mit einem Affen und einer so sind wir denn in zehn Minuten auf Walworthroad. Die Lichter werden allmählich spärlicher, die Straßen enger. Drehorgel liegt ein alter Mann, seinen Kopf auf den Es ist ein heller, frostiger Morgen, und wie wir die Die Laternen stehen weiter von einander ab, der einzige Knieen eines Mädchens von acht oder neun Jahren ge- Westminsterbrücke überschreiten, die frische Luft schlürfend helle Schein kommt aus Destillen und Kaffeeklappen. borgen, aus dessen einnehmendem Gesichtchen die thränen- und Lust zum Rauchen spürend, treffen wir einen SchutzNoch eine Gasse hinab, dann durch einen niedrigen gefüllten Augen angstvoll in die Grauen erregende Um- mann. Thorweg in ein Gehöft, dann wieder ein Gäßchen hindurch gebung starren. Um den Herd sitzt eine Gruppe von Können Sie mir vielleicht Feuer geben?" fragen in einen Hof, und wir stehen vor unserem Ziele, einem Männern, die Flundern zurichten, deren Geruch uns schon wir in unserem verbindlichsten Tone, unser Aussehen ganz zweistöckigen Haus mit breiter Front, das selbst in seinem auf der Treppe auffiel. Es sind Diebe, die eben das vergessend. Verfall noch eine bessere Bauart erkennen läßt, als die Gefängniß verlassen haben und bald dahin zurückkehren" Feuer! Ich werde Sie gleich anfeuern, wenn Sie elenden Hütten ringsum. Vor langer Zeit war es viel werden! nicht machen, daß Sie fortkommen," erwiderte Nr. X 981; leicht die Vorstadtresidenz eines wohlgestellten Bürgers, Weit hinten im Zimmer entdecken wir einen leidlich und wie es vom Thurme die fünfte Morgenstunde des jetzt ist es eines der niedrigsten common lodging- häuser. reinen Fleck, den wir für uns wählen wollen. Leichte 31. Oktober 1886 verkündet, da besinnen wir uns erst, Mitternacht ist nahe, nur selten taucht in der Nähe Trunkenheit heuchelnd, treten wir ein und bahnen uns als was wir erscheinen. eine Gestalt auf, sonst ist Alles verlassen. Sonnabend ist sorgsam cinen Weg. Man achtet kaum auf uns, nur die es und so füllt sich unser Nachtquartier erst langsam. Gruppe am Herd wirft verdächtige Blicke. In der Ecke Wenn wir jetzt schon eintreten, so werden wir vielleicht angekommen, lagern wir uns, als ob wir schliefen. Das genauer ausgeforscht, als es angenehm und rathsam ist. Glück fügt es, daß wir gerade neben einem zerbrochenen Stellen wir uns daher gegenüber unter einen finsteren Fenster sind, trotzdem ersticken wir halb. Selbst den Habitués Nach einer verbreiteten Meinung walten auf dem Thorweg und warten wir, bis das Haus voller iſt. Wir dieſes„ konzeſſionirten und inspizirten" Logirhauses wird Gebiete des Schönen keine dauernden, allgemein gültigen brauchen nicht zu befürchten, daß wir dann wegen Ueber die Hiße unerträglich. Gesetze. Man begründet diese Meinung durch den Hinfüllung abgewiesen werden diese Häuser sind nie besucht Plößlich beginnt eine Schlägerei. Wenige Schritte weis auf die Geschichte der Kunst, welche einen fast begenug in den Augen ihrer Wirthe. nach rechts von uns liegen in leblosem Schlaf zwei Weiber ständigen und oft extremen Wechsel des Geschmackes zeige. Jezt zeigen Hof und Nachbarstraßen mehr Leben. Die und ein Mann hingestreckt. Sie sind offenbar um ein Wenn nun auch dieser Hinweis nicht ausreicht, um die Geseze Kneipen find geschlossen oder schließen eben, die Elenden geringes besser daran als die Umliegenden. Vielleicht sind die Gesetzlosigkeit der Aeſthetik festzustellen, suchen ihre Ruhestätten, so weit sie welche befißen, während sie auch wirklich, was man bei allen Anwesenden zunächst liegen eben tiefer, als unpsychologische Historiker zu schauen Andere, die nicht einmal einen Groschen übrig haben, ihr voraussetzt Wanderarbeiter, die von der Hopfenernte pflegen- so ist doch das Eine wahr, daß die Wirkung Lager abseits von den belebteren Straßen wählen, auf in Kent zurückkehren; sie haben wenigstens Jeder ein der ästhetischen Elementargeſeße auf den menschlichen Geist Treppen oder unter irgend einem Fuhrwerk. Bündel, daß als Kopfkissen dient. Schon mancher gierige fich modifizirt nach der Verfassung des Geistes; und die Auch in unserem Schlupfwinkel sollen wir nicht allein Blick ist auf diesen armseligen Schatz gefallen, besonders Verfassung des menschlichen Geistes ist jener wechselnde bleiben. Ein alter Mann, mit einem Korb voll frisch ge- von den Lumpen dort am Feuer. Nichts ist klarer, als Faktor, die variable Größe in der Geschichte des Geschmackes; sammelten Bogelfutters, nimmt neben uns Play. Er war das die Eigenthümer kaum lange im Besitz dieser Dinge der Ideenkreis, die Weltanschauung, das Gemüth, die Inden ganzen Tag unterwegs seit dem frühen Morgen, bleiben werden; ein Zufall beschleunigt die unvermeidliche tereffen der Menschen sind verschieden bei den einzelnen wie immer um seinen Korb voll zu bekommen, dessen Katastrophe. Eine der Frauen dreht sich im Schlafe um, Völkern und in den einzelnen Kultur- Epochen. Verkaufspreis höchstens eine Mark beträgt. Die Zeiten und wie sie das thut, guckt unter ihrem Kleid eine SchnapsStellen wir uns beispielsweise vor, ein Sänger zur sind sehr schlecht," winselt der Alte, nachdem er gefragt, flasche mit Rum heraus. Das wirkt aufregender wie der Zeit der Kreuzzüge höre Schiller's Gedicht„ Die Götter ob wir nicht etwas Tabak haben.„ Sie bauen Alles zu, rothe Lappen auf den Stier. Ein Mann kriecht heimlich Griechenlands"; würde er dasselbe schön finden? Sicherman hat so weit zu gehen, ehe man etwas findet." über die knarrende Diele hin; da ist er bei der Frau, die ich könnte er gar nicht zu einem ästhetischen Genuß geWir händigen ihm eine geringe Menge einer groben Flasche packend, und er hat sie. Die Frau wacht in dem- langen; und zwar deswegen, weil Schiller's heidnischmehr zu geben würde uns verrathen selben Augenblick auf, wie er mit der Beute fortschleichen helleniſche Ideen die Weltanschauung frommer Kreuzritter will; sie sieht den Dieb und mit gellendem Schrei packt unbefriedigt lassen und sogar verstimmen würden. fie ihn am Barte. Nun ist die ganze Hölle entfesselt. Dies Beispiel führt uns zu dem richtigen Saz: So In dem trüben Licht einer herabgebrannten Lampe Man hört nur noch Schläge und Flüche. Krach! da geht oft die Weltanschauung einer Zeit wesentlich neue Ideen öffentliche Gasbeleuchtung giebt es in dem Hofe nicht die Bank entzwei, sie muß ebenso wie der holzerne Eimer aufnimmt und sich also verändert, findet auf dem Gebiete entziffern wir über der Thüre: Konzessionirtes Logirhaus als Waffe dienen. Wären Feuerhaken, Kessel und Brat- des Geschmackes ebenfalls eine Veränderung, eine für Männer und Weiber. Rechts und links von den pfanne nicht an einer schweren, sicheren Kette befestigt, sie Secession statt; das neu entstandene Zeitbewußtsein will Pfosten steht: Geöffnet während der ganzen Nacht; Preis würden auch benützt werden. befriedigt werden und vermag nicht in jener von den 1 Benny und 2 Pence; mit Feuerung und Frühstück Es ist Zeit, daß wir uns flüchten. Wir drücken uns alten, abgelegten Ideen getragenen Kunst Befriedigung an der Wand hin und gehen wieder die Treppe hinab, zu finden, sondern allein in einer neuen Kunst, welche dabei auf den Thürhüter stoßend, der sich eben anschickt, aus der neuen Weltanschauung hervorwächst. oben Ruhe zu stiften. Die Vertreter der alten Ideen pflegen begreiflicherSinne sammelnd; der Lärm oben nimmt ab unter den der moderneren Kunstrichtung Widerstand, bis plößlich ein Da stehen wir wieder im unteren Korridor, unsere weiſe außer Stande zu sein, die neue Geschmacksrichtung zu theilen oder nur zu verstehen und leisten dem Andrängen wuchtigen Argumenten, welche der Thürhüter mit einem Tag kommt, wo man diesen Widerstand nicht mehr beStoßen wir die Flügelthür auf und treten wir in dicken Ochsenziemer vorbringt, der an dem einen Ende den Flur ein. Ein Mann, wenig vertrauenerweckend und mit Blei ausgegossen ist. In den anderen Räumen rührt vorigen Jahrhundert darbot, als gegen die nüchternen greifen kann ein Schauspiel, welches sich z. B. im in dem alten Barchentrock eines Bahndieners steckend, sich keine Menschenseele. mustert uns mit einem scharfen Blick und streckt schweigend und fremdländischen Ideen Gottscheds und der obersächsischen Der Friedensengel trampelt wieder die Treppe hinunter, Wafferpoeten die von Naturschwärmerei getragene Weltseine schmußige Hand entgegen. In gleicher Ruhe ver- wir gehen in das hintere Zimmer, da wir ihm nicht be- anschauung der Stürmer und Dränger ankämpfte. Damals, abreichen wir ihm den höchsten Preis, der sofort in einer gegnen wollen. runden Deffnung in der Wand hinter ihm verschwindet; während schon Klopstock und Lessing, Göthe und Schiller wir hören noch, wie die Münze klirrend in die Eisenbüchse uns geschlossen haben, müssen wir halten. Nicht wegen und Literatur vielfach verdiente Abelung noch derartig in Sowie wir im Zimmer stehen und die Thür hinter wirkten, war ein Mann, wie der um die deutsche Sprache hinunterfällt, zu der nur der Eigenthümer dieses eklen Mangels an Licht, denn wenn auch die eine Lampe, die den alten Ideen befangen, daß er schreiben konnte:„ Entuns geschlossen haben, müssen wir halten. Loches den Schlüssel hat. Wir stehen einen Augenblick unschlüssig, ob wir den sonst hier brennt, längst erloschen ist, und wenn in der weder hat Obersachsen den guten Geschmack von 1740 bis Ein- Penny- Abtheilung, in der wir jetzt sind, auch nicht 1760(!) gänzlich verfehlet, oder die Wege, welchen man Korridor entlang, oder die Stiegen nach oben oder unten für Feuerung gesorgt ist, so ist doch der Mond aufgegangen, seitdem in den Provinzen( d. h. durch Göthe, den Frankgehen sollen; nur im Korridor flackert ein Lichtstumpf. der Pförtner zeigt nach und sein blaſſes Licht fällt durch das zerbrochene Fenster furter, Schiller, den Württemberger) gefolgt ist, sind Ab,, Ein Benny hierhin" unten. Zwei Bence nach oben" dann sinkt er wieder auf den Boden. wege und Verirrungen." Auch die Gegenwart hat in sein Stillschweigen zurück. Ist solch ein Anblick in unserer Gegenwart noch ihre Abelunge, welche in den Bestrebungen des modernen Wir gehen also nach oben, aber bei jedem Schritt, möglich? Oben waren auch Kinder, es ist wahr, aber es Realismus nur Abwege und Verirrungen sehen. Aber den wir in der pechschwarzen Nacht vorwärts tappen, waren ihrer immer noch wenige, und sie hatten ihre Eltern wie Göthe's und Schiller's einst verspottete Poesie triumphirte, straucheln wir über ein paar Schläfer, die zu betrunken oder irgend eine Art Beschützer bei sich. Hier sind lauter so wird auch der realistische Geschmack den völligen Sieg sind, um weiter hinauf zu gehen, und die auch mit diesem Kinder, Knaben und Mädchen in jedem Alter, von sechs über das eng klassizistische Schönheitsgefühl gewinnen, und Lager ganz zufrieden sind. Ein Fluch fährt auf uns ein, Jahren bis zu sechzehn, einige noch mit der ganzen Frische zwar deswegen, weil der moderne Realismus in einer wenn wir einen zu unsanft stoßen. Wir erwidern ihn der Unschuld im Gesicht, andere schon vom Laster mit Weltanschauung wurzelt, einer großen, starken Weltkräftig, um nicht aus der Rolle zu fallen. feinem Kainsmal gezeichnet. Meist sind es arme Hauſirer anschauung, welcher die Zukunft gehört. Um das nachDer erste Stock ist, wie wir bei dem trüben Schein, mit Streichhölzern und Wachslichtern, aber auch viele zuweisen, werde ich diese Weltanschauung in knappen der durch die Fenster fällt, erkennen, scheußlich voll berufsmäßige Diebe sind unter ihnen. Aber gleichviel, Grundzügen zur Darstellung bringen. was sie sind, meistens leben sie schon in Paaren zusammen. Jm Bunde mit kühnen Philosophien und den noch gepfropft. Knaben und Mädchen haben einen engen Bund geschlossen, lebenden Ideen der Freiheitsbewegung des vorigen Jahr*) Wir entnehmen diese Schilderung dem demnächst zur Aus- der wahrscheinlich dauern wird, so gut, als wenn ihn die hunderts haben die Erfahrungswissenschaften einen eigengabe gelangenden Hefte der Internationalen Bibliothek", Kirche gesegnet hätte, und der erst aufhört oder unter- thümlichen Geist gezeitigt. Durch ihre Erfolge ist in weiten Stuttgart, J. H. W. Dies.- Sims hat eine ganze Reihe er- brochen wird, wenn der Tod- oder das Gefängniß Kreisen ein unbegrenztes Vertrauen zur naturwissenschaftgreifender Bilder aus dem Leben der untersten Schichten Londons geliefert, und wenn ihm auch der tiefere Zusammenhang zwischen dazwischen tritt. lichen Methode wachgerufen, zugleich aber der Glaube an viele alte Ideen und an die Autoritäten, welche dieselben stützen, erloschen. Die Stelle des alten Glaubens wird eingenommen vom Skepticismus und leidenschaftlicher Kritiksucht. An alle überlieferten Anschauungen, Saßungen und Zustände in Religion, Moral, Erziehung, Recht, im 4 Pence.**) Welcher Art das Frühstück ist, muß für uns ein Geheimniß bleiben, da es nicht unsere Absicht ist, bis früh zum Morgen hier zu sein. Aber es wird uns versichert, daß man belegtes Brot und Kaffee erhält, von Beidem ziemlich wenig und Beides von zweifelhafter Qualität. Noth und Verkommenheit und unserer ganzen Gesellschafts- Und wie hat das Elend, der Mangel, der wüthende ordnrg verborgen geblieben ist, so zeichnet er sich doch vortheilhaft Hunger sich in alle diese verkümmerten Gefichter eingeprägt. vor den Pharifäern aus, welche für alle Entbehrungen und Aus- Furchtbar! Furchtbar! wüchse die betroffenen Einzelnen verantwortlich machen wollen, die doch nur die Opfer übermächtiger Verhältnisse sind. **) 1 Penny= 8% Pfennige. Wir schaudern und stehlen uns wieder hinaus. Der Thürhüter ist noch an seinem Play; er scheint politischen und sozialen Leben tritt das moderne Nach- in der besten der wirthschaftlichen Welten und die Gesell- versprechen, nie zu vergessen, daß Ihr Kinder von Arbeitern seid, denken kühn heran, wirft jeder ererbten Jdee das Licht schaft bestehe aus etwa 90 Prozent gebildeten und wohl- und dies jeder Zeit mit Stolz bekennen, so sagt Ja".( Ja!) Euch Mitarbeitern wollte ich aber eine Ermahnung geben: der Vernunft entgegen und späht ihr scharf in's Gesicht, fituirten Leuten, während in Wahrheit über 90 Prozent Haltet fest zusammen, schon um dieser Kinder wegen, macht sie mir ob nicht auch hier ein„ Gespenst" umgehe, eine alte, licht- in leiblicher und geistiger Dürftigkeit leben. Beherzigt nun nicht muthlos. scheue Meinung, ein todter, moderduftender Glaube. Das der realistische Dichter dieses wirkliche Verhältniß, so fühlt Den Arbeitern des ganzen Landes aber rufe ich die letzte Verlangen nach Neugestaltung des gesammten gesellschaft- sich der idealistische Geschmack unangenehm berührt und Strophe des vorhin gesungenen Liedes zu: " Drum schließt Euch Mann für Mann All uns'rem Stampfe an, Und einig seid. Das Schwerste selbst gelingt Dem, der kühn vorwärts dringt; Zum Ziel uns sicher bringt die Einigkeit." Nachdem Herr Stamm seine häufig von Beifall unterbrochene Rede beendet, trat die neunjährige Elsa Stamm vor und sagte etwa Folgendes:„ Liebe Brauerlichen Lebens ist ein Hauptcharakteriſtikum der modernen wirft dem Realismus Pessimismus, Rohheit und Vorliebe Weltanschauung. Revolutionirung des Menschengeistes" für ordinäre Gesellschaft vor. Ist es denn besser, sich über nennt Henrik Ibsen diesen Drang. Die kommende die Schäden unseres sozialen Lebens aus Liebe zur ästheZeit so schreibt der Dichter in einem Briefe wie tischen Harmonie hinwegzutäuschen und durch Nichtbeachtung da die alten Ideen rings in den Staub niederstürzen der großen,„ rohen" Masse die beklagenswerthen Klassen= werden! Und wahrlich, es ist auch die höchste Zeit. unterschiede noch zu verschärfen, oder thut es nicht vielmehr Alles das, wovon wir bis dato leben, das sind ja doch Noth, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Erbarnur Reste von dem Nevolutionstische des vorigen Jahr- men allem Elend gegenüber walten zu lassen? hunderts, und diese Kost haben wir nun immer wieder Darin eben liegt die Schädlichkeit der klassizistischen arbeiter! Wir sind noch klein, aber wir sind Kinder von und wieder gekaut. Die Begriffe verlangen nach einem Poesie, daß sie um der harmonischen Abtönung willen in Arbeitern, und wenn wir größer sind, so werden wir neuen Inhalt, einer neuen Erklärung. Freiheit, Gleichheit, Schönfärberei verfällt. Ihre Menschen reden und handeln auch Arbeiter sein. Jetzt können wir noch wenig thun, und Brüderlichkeit sind nicht länger dieselben Dinge wie unwahr, es sind Ideale( oder Idole), wie sie das alte aber wenn wir größer find, so werden wir mehr thun. in der Zeit der seligen Guillotine.( Nun wendet er sich Griechenthum gebildet hat, wie sie der moderne Salon oder Im Namen der Schüler der Labor- Lyceum- Schule übergegen die Politiker, welche nur Revolutionen im Aeußern, erotisch überspannte Phantasien hervorbringen. Schön- reiche ich Ihnen hier eine Kleinigkeit." Mit diesen Worten im Politischen wollen und fährt fort:) Das alles find färberisch und darum verwerflich ist auch die Forderung der überreichte die Kleine dem Sekretär eine Sammelliste nebst bloße Lapalien. Worauf es allein ankommt, das ist die sogenannten poetischen Gerechtigkeit, nach welcher die 70 Mart, die von den Kindern der Schule aufgebracht Revolutionirung des Menschengeistes." Indem die Ver- dichterischen Begebenheiten einen solchen Ausgang nehmen Sodann ergriff noch ein Mitglied des Schulkomitees nunft das Bestehende kritisirt, schafft sie Korrekturen und sollen, wie es der moralische Leser wünscht, derart also, Ideale, denen die Wirklichkeit angepaßt werden soll. Daraus daß die Guten siegen und glücklich werden, die Bösen das Wort und wies auf den Zweck der Schule hin. Er Wir streben nach Frieden, ohne entspringt und das ist eine weitere Eigenthümlichkeit dagegen ihre Strafe finden. Solche optimistischen Entschloß mit den Worten: des modernen Bewußtseins ein tiefes Sehnen nach stellungen des realen Lebens führen zu einem Gegensatz Kampf kein Frieden, und unsere beste Macht ist das einer vollkommeneren Gesellschaft, eine geradezu zwischen Poesie und Wirklichkeit und verweichlichen das Wissen. Doch dieses muß in der Jugend erworben werreligiöse Schwärmerei für Fortentwicklung der Mensch- Gemüth des Lesers derart, daß er die oft rauhe und grelle Gesellschaft, und Ihr könnt in Eurem Alter sagen, es den. Erzieht die Jugend zu einer stolzen, kampffähigen heit nach jener Seite hin, wo Licht und Wärme, Wahr- Wirklichkeit flieht. Die Religion der Kulturförderung Gesellschaft, und Ihr könnt in Eurem Alter sagen, es heit und Glück walten. Dieser ideale Trieb man braucht aber starke Seelen, welche frei von schwächlicher wird besser werden. Im Namen der Kinder hier, wünkönnte ihn die Religiosität der Kulturförderung nennen- Empfindsamkeit auch Wunden und Häßlichkeiten be- fchen wir Euch den Sieg, und tretet dafür ein, den Geist aus den Fesseln der Unwissenheit zu befreien." ist um so stärker, als die moderne Ethik die gesammten trachten können, wie edle Krankenpflegerinnen. Den Betheiligten wird die Erinnerung an diese Kräfte der Sittlichkeit in ihn münden läßt, indem sie den Doch wir hören den Einwand: Wo bleibt bei Werken, Zielpunkt der Moral nicht mehr in einem Jenseits sucht, welche getreu die Wirklichkeit abbilden, die Poesie und der schlichte und doch ergreifende Scene noch lange unversondern diesseits in unserer Menschenwelt. ideale Gehalt?- Hierauf ist zu erwidern: Müssen Schön- gessen bleiben. heit und Idealität denn nothwendigerweise im Stoffe liegen, welchen der Dichter behandelt? waren. " In welcher Beziehung zu diesen Ideen steht nun der moderne Realismus in der Kunst? Er ist eine Konsequenz derselben, ist die Art und Weise, wie die moderne Nicht im Stoffe, sondern in der Behandlung des Die Schäden der Unfallversicherung für die Weltanschauung auf ästhetischem( künstlerischem) Gebiete selben sucht der realistische Dichter die Poesie. Wie die Arbeiter. befriedigt wird. Ungezwungen ergeben sich die Einzel- Sonne oder der Mond ihr Licht über eine Landschaft ausDas Klagen über den Mangel an Arbeiterforderungen des Realismus aus jenem Jdeenkreis. gießen und wesentlich durch die Beleuchtung den Reiz Da betont zunächst der reformatorische Ernst des des Stimmungsvollen erzeugen, so läßt der realistische freundlichkeit bei den Unternehmern ist etwas recht unmodernen Bewußtseins, daß es des Poeten vornehmste Dichter aus der Tiefe seines Gemüthes poetische Stimmungen nüßes. Es erweckt leicht den Verdacht, daß der Klagende Aufgabe ist, zu läutern, zu erbauen, und wendet sich über den Stoff der Dichtung strömen und sich mit ihm doch noch durchaus nicht auf der Höhe der Zeit steht und daher gegen die fast alleinige Herrschaft der schalen Genuß- vermählen. Und wie über einem musikalischen Ton die die heute schwebenden wirthschaftlichen Fragen durchaus poesie, welche sich auf der Bühne als Posse und Aus- Obertöne schweben, so leben in seiner ehrlichen Nede immer stattungsstück breit macht, schwere Ballen charakterloser und immer die erbaulichen Worte:" Die Wahrheit über Spannungs- und Unterhaltungslektüre auf den Büchermarkt alles, die Wahrheit wird uns frei machen!" wirft und auf dem lyrischen Instrumente die hergebrachten, trivialen Gefühlen nach berühmten Mustern variirt, anstatt darauf zu sinnen, für die eigenthümlichen, großartigen Gefühle des modernen Bewußtseins den Ausdruck zu finden. Bruno Wille. Eine ergreifende Scene Liebe Freunde und Mitarbeiter! delt. Wenn dem Gährburschen die Maische übergeben wird, so hat nicht begriffen hat. Bei der heutigen Gesellschaftsordnung Unternehmer" eben so wenig geben als es unternehmerfann es als Klasse betrachtet„ arbeiterfreundliche freundliche Arbeiter" geben kann. Einzelne Sonderlinge, Schwärmer, Menschenfreunde und Dummköpfe natürlich ausgenommen. Was es mit der renommistischen Arbeiterfreundlichkeit einzelner Unternehmer auf sich hat, das zeigt z. B. der den Unternehmern nüßt. " 1 Indem ferner der moderne Mensch sich als Kämpfer spielte sich neulich vor einer Versammlung von New- Fall Dechelhäuser, der im hohen Tone des predigenden für seine Mitwelt fühlt, kann er nicht umhin, seiner Zeit Worker Brauarbeitern ab, die bekanntlich von den Apostels seinen Kollegen Vorwürfe macht, und selbst ein lebhaftes Intereffe zu widmen. Wenn nun die Poeſie, Unternehmern wegen ihrer Zugehörigkeit zur Gewerkschaft nichts thut, was den Arbeitern und nicht in erster Linie wie jede Kunst, dem Drange entspringt, zu gestalten, was ausgesperrt und damit brotlos gemacht wurden. das Gemüth bewegt, so wird der moderne Dichter in erster Als die Tagesordnung erledigt war, sollte die Ver- Wir müssen bekennen, die Unternehmer, die offen Linie dazu getrieben werden, das moderne Leben dar- sammlung vertagt werden. Vorher jedoch ließ sich Ober- aussprechen, daß der Arbeiter kein dem Unternehmer gleichzustellen, ebenso wie der wahrhaft moderne Leser dies lehrer Stamm vom Arbeiterlyceum, welches sich in dem- berechtigter Staatsbürger ist, daß es ihm viel zu gut geht, vom Dichter verlangt. Und unſere Zeit ist ja so reich selben Hause befindet, mit seinen Kindern anmelden. Die- daß man endlich einhalten muß, mit dem Ausschütten von an eigenthümlichen Motiven, großartigen Stoffen, daß selben, etwa 100 an der Zahl, nahmen auf bereitstehenden Wohlthaten" über die Arbeiter, durch die der Unterder echte Poet wahrlich nicht nöthig hat, sich durch die Bänken Platz und nachdem die erste Klasse das Lied nehmer neidisch gemacht wird, die die Tollheit befißen ausAntike, durch Orientverhimmelung und Altdeutschthümelei„ Arbeiter, all' erwacht" gesungen, ergriff Herr Stamm zurufen, jest giebt es kein Proletariat mehr und damit inspiriren zu lassen. Ihn treibt es, zu sagen, was die das Wort und hielt folgende Ansprache: zeigen, daß fie so wenig wissen, was Proletariat iſt, Zeit auf dem Herzen hat, und er spricht es aus, mag es als sie wissen was Sozialdemokratie ist- diese auch leidenschaftlich, grell und dissonirend sein, unbekümmert Hab' ich Lehrer das Recht, in Eurer Versammlung zu erschei- Herren sind uns viel lieber nnd auch vielleicht durch das Dogma des Klassizisten, nur das Harmonisch- nen? Hab' ich das Recht Euch Mitarbeiter zu nennen? Ich sage: achtungswerther als solche Unternehmer, welche immer so Ruhige sei schön. ja. Wenn Gure Hände auch voll Schwielen find, meine aber weich, so wird mich doch wohl jeder von Euch als einen Arbeiter gelten thun, als ob ihre Maßregeln, die den Arbeiter an ihre Da die moderne Weltanschauung auf der Erfahrungs- lassen und mir einen Plaz in Euren Reihen einräumen. Fabriken fesseln, die ihm Lohnabzüge weniger fühlbar wissenschaft beruht, so beherzigt der moderne Dichter den Aus diesem Grunde schon habe ich das Recht, unter Euch zu weilen, machen sollen, aus edlem christlichem Wohlwollen für die Geist und die Ergebnisse der Erfahrungswissenschaft. Im aber ich habe noch einen beſſeren Grund, ich bin nämlich von Hause aus Bunde mit dem Physiologen, welcher die Abhängigkeit des Gährburschen. Mein Gährbottich ist meine Schule, und die mir zur ein gelernter Brauarbeiter, und zwar zähr ich mich zur Kategorie der Arbeiter entspringen. Das Klagen über Mangel an Arbeiterfreundlichkeit in Körperlichen vom Geistigen erwiesen hat, tritt der Realist Gährung übergebenen Maischen sind meine Stinder. Soll der mir Arbeiter- Blättern erscheint uns nicht ganz ungefährlich. Es dafür ein, daß dem Leiblichen, Sinnlichen die gebührende übergebene Stoff ein gutes Gebräu abgeben, so muß ich denselben kann in weniger dentfähigen Köpfen leicht die Vorstellung Berücksichtigung zu theil werde, im Gegensatz zu den Spiri- allerdings etwas anders behandeln, wie Ihr Gure Maische behane hervorrufen, als könnten unter unseren heutigen Verhälttualisten, welche so lange zum Schaden der Menschheit den er darauf zu achten, daß sich die Gährung in der richtigen Weise nissen die Uebelſtände, die das Proletariat bedrücken, durch Leib verachteten und vernachlässigten. 3ola, der groß- vollzieht, kann aber nicht den ihm übergebenen Stoff untersuchen größere Arbeiterfreundlichkeit der einzelnen Unternehmer artige Vertreter dieser Anschauung, charakterisirt seinen viel- und fragen: besteht der Stoff aus reinem Hopfen und Malz, oder beseitigt werden. Eine solche Anschauung würde unsern verkannten Standpunkt folgendermaßen:„ Das Uebernatür- find mir auch Stoffe barunter gemischt, die zu einem gesunden Ge- Kampf schwer schädigen, indem sie ihn vom sachlichen bräu nicht tauglich sind. Von dem Zuviel kann er nichts fort- Kampf liche und Vernunftwidrige zu vernichten, unerbittlich alle nehmen, und dem Zuwenig fann er nichts hinzufügen; alles dieses Gebiet auf das persönliche überspielen könnte. Wir müssen Metaphysik zu verbannen, einzig und allein die physiolo- kann und muß der Lehrer, und in diesem Falle ist der Lehrer dem festhalten: Kein Unternehmer, wenn er nicht zu Grunde gische Betrachtung des Menschen festzuhalten und alle phy- Gährburschen über, denn der Lehrer mischt sich seine Maische selbst. gehen will, kann heut wirklich„ arbeiterfreundlich" sein, Der gute Lehrer wird bei der Auswahl seines Stoffes nur sischen und moralischen Vorgänge auf ihre empirischen Ur- gutes Malz und guten Hopfen nehmen. Er wird seine Stinder wenn er es auch möchte; die Verhältnisse zwingen ihn zur sachen zurückzuführen, in der hoch sittlichen Absicht, dieser Wahrheit und nur reine Wahrheit lehren, alles Verdummende möglichst besten Verwerthung, zur größtmöglichsten AusVorgänge Herr zu werden und sie lenken zu können und den Geiſt trübende fernhalten. Wenn ich die mir anvertrauten nutzung der vorhandenen Arbeitskräfte, da kann der Eindanach strebe ich."- In der hochsittlichen Absicht! Aber Kinder abgebe, hat aber erst die Gährung angefangen, und wenn zelne gar nichts ändern. Wir führen deshalb auch keinen da kommen Leute und schelten:„ Das ist unmoralisch, das ich zu dieser Zeit mit dem Gährprozeß nur ſoweit gekommen bin Rampf gegen einzelne Fabriken und Werkstätten, gegen daß die Stinder sich stolz als Kinder der Arbeit bekennen, und den Vorsatz haben, im späteren Leben treu zu den Arbeitern zu einzelne Personen und Gesellschaften, sondern gegen das Ein weiterer Berührungspunkt des realistischen Dichters halten und für deren Wohlergehen einzutreten, so bin ich mit ganze System der heutigen Herstellung, das alle Einmit dem Naturforscher besteht in der Ueberzeugung, daß meiner Thätigkeit zufrieden. zelnen beherrscht. Aus alledem werden Sie mich wohl als einen Mann von der menschliche Wille kein unberechenbares Etwas iſt, Ihrem Fach anerkennen müssen, and wenn sich demnächst eine große Von dieser Anschauung als Grundlage ausgehend, sondern wie alles Existirende ein Unterthan des Natur union gründet, in der sich alle Arbeiter vereinigen, auch mir einen haben wir Alles zu prüfen, was heut auf dem Kampfgesetzes; und daß der Charakter wesentlich gebildet wird Blas darin anweisen. Daß die Gründung einer solchen Union plaz zwischen Kapital und Arbeit geschieht. Wir müssen durch die den Menschen umgebenden Verhältnisse, nothwendig ist, werdet Ihr wohl selbst in diesen Tagen des Stampfes uns stets fragen: Wie wird das Kapital oder die Unterdurch die Gesellschaft sowie durch seine engere, insbesondere eingesehen haben, und mag nun der Sieg unser sein oder nicht, treu nehmerschaft als Vertreterin des Kapitals, die geplanten. seine materielle Lage. Aus dieser Erkenntniß entspringt Es ist nun schon in der 3. Woche, daß wir in diesem Hause oder geschaffenen Zustände benußen, wenn sie die Gewalt des realistischen Dichters Vorliebe für soziale Probleme, mit einander verkehren. Jede frohe Nachricht, die in Ihren Ver- dazu hat, um für sich einen größesten Vortheil oder den für Agiren mit Gruppen und Massen, für die Eröffnung sammlungen einlief, haben wir oben in unseren Schulräumen ver- mindesten Nachtheil zu erlangen, und in wie weit wird und des Individuellen zu einem Durchblick in das Gesellschaft ständige Siegesnachricht einlaufen, wir werden dann aber unange- muß dieses nothwendige Streben der Unternehmer den nommen und uns mit Euch gefreut. Möge recht bald eine vollliche. Das gesellschaftliche Leben sucht er erfahrungsgemäß meldet zu Guch kommen und uns mit Euch freuen. Arbeitern schaden. Dabei gilt gar keine Schönfärberei und ist die Poesie des Fleisches." getreu, mit peinlicher Genauigkeit darzustellen, im Gegen- Den eigentlichen Zweck meines Erscheinens will ich kurz aus- teine Voraussetzung von Wohlwollen und Ehrensatz zu der optimistischen Nachlässigkeit der klassizisſtiſchen brücken. Ich wollte erſtens in Gegenwart von Euch wännern der haftigkeit oder sonstiger persönlicher Eigenschaften Erzähler. Wer unsere Gesellschaft nach den Romanen des Männer an, die jetzt schon wochenlang so treu für das Wohl der und Ansichten, sondern einzig und allein die durch die Ver Kindern ein Versprechen abnehmen: Ihr Kinder, seht Euch diese klassizistischen Geschmacks beurtheilt, muß glauben, wir leben Arbeit eingetreten sind; wollt Ihr in Gegenwart dieser Männer hältnisse sich ergebende Möglichkeit. So wie man einen Wasserbaumeister verlachen würde,| lange Arbeitszeit eintritt, die Achtsamkeit der Arbeiter in die Zukunft blickt, wird bald merken, daß es ihm noch der da weiß, das Wasser steigt hier bis zu 6 Meter Höhe, leidet und dadurch viele Unfälle hervorgerufen werden. früher als bisher unmöglich wird, seinen Arbeitsplatz zu der aber dennoch einen Damm von nur 5 Meter Höhe Dieses Mittel ist gar nicht erst in Erwägung genommen. behaupten und nach der Entlassung anderswo wieder macht, weil er meint, es wird ja so schlimm nicht werden, Das ähnliche Mittel, Verhindern des Ueberhaftens Arbeit zu finden. Sein Loos wird sich durch die falsche das Wasser wird wohl ein Einsehen haben, so muß man bei der Arbeit durch schlecht gelohnte Akkordarbeit, das Form der heutigen Unfallversicherung verschlechtern. über Volkswirthe lachen, die da glauben, heut würden oder auch einen großen Theil der Unfälle verhindern könnte, Es ist das der Fluch all der Halbheiten, mit welchen könnten die Stände, die die wirthschaftliche Macht haben, kann aus denselben Gründen bei den Unternehmern gar- die heutigen Volkswirthe der herrschenden Richtung dem nicht bis an die Grenzen dieser Macht gehen. Sie nicht in Betracht kommen. Beide Mittel würden mehr Zusammenbruch der bestehenden Wirthschaftsweise vorbeugen müssen eben. kosten, als sie einbringen, sie liegen zwar im Interesse wollen, daß selbst die gut gemeinten Maßregeln sich in der Arbeiter aber nicht in dem der Kapitalisten. ihrer weiteren Entwickelung als eine Belastung der schon Es ist in den Kreisen, die an dem Bestehen der heutigen Zustände ein großes, sehr erklärliches Interesse Allenfalls nicht zu kostspielige Schußvorrichtungen, so belasteten Klassen entwickeln. Nur gründliche gesellschafthaben, der dringende, und wir erkennen es offen an, an die aber nicht im geringsten die volle Ausnutzung hindern liche und wirthschaftliche Umformungen können uns aus vielen Stellen aufrichtige Wunsch entstanden, bessernd dürfen, das ist Alles, was hier im Kapitalinteresse erreich- den heutigen elenden Zuständen hinausführen, das geschieht in die wirthschaftlichen Verhältnisse einzugreifen. bar ist. Die Unfallverhütungsvorschriften bewegen weder durch diese halben Verbesserungen der Armenpflege, Die staatssozialistischen Reformen, die man sich deshalb in dem Geleise einer nicht ernst gemeinten noch durch Fabrikanten- Wohlwollen. in letzter Zeit versucht, entspringen dem Wunsch, das Ver- Reglementirerei ohne alle größere Wirkung. Hier ist nicht hältniß zwischen Kapital und Arbeit zu verbessern, doch viel zu machen, ohne das kapitalistische Interesse noch ohne das Kapital seiner herrschenden Stellung zu ent- schwerer zu verlegen, als durch die Unfallrente felbft. Geht es dem Arbeiter besser, weil die Preise sezen. Nun giebt es noch einen anderen Weg, die Renten Das ist aber unausführbar, da eben die wirthschaft zu verringern. Ohne Zweifel heilt ein gesunder, kräftiger mancher Artikel sinken? lichen Gesetze wie Naturgeseße wirken und sich vor keinen und junger Körper Schäden und Verlegungen leichter, Die amerikanischen Freihändler sind wieder einmal halben Schranken, vor keinen lückenhaften Dämmen zurück- schneller und besser als ein alter, schwacher und kranker rührig dabei, die Arbeiter für sich einzufangen, indem sie ziehen. Körper. ihnen vorreden, die Aufhebung jedes Zolles werde die Ein Staatsminister, der den Unternehmern die feier- Diese Wahrheit ist so klar, daß es zu verwundern Waarenpreise herabdrücken, die Arbeiter würden also für liche Versicherung giebt, daß er nur in ihrem Interesse wäre, wenn die Unternehmer deren Verwendbarkeit für ihre Löhne mehr kaufen können; es sei also nur der arbeitet und nicht aufhören wird, in ihrem Interesse zu die Verminderung ihrer Leistungen, die die Unfallversicherung Schutzzoll, der es ihnen verwehre, mehr als den notharbeiten, der kann den Arbeitern nur ziemlich werthlose ihnen auflegt, nicht schnell genug begreifen sollten. Das dürftigen Lebensunterhalt zu verdienen. oder gar gefährliche Gaben reichen, soviel guten Willen ist auch schon geschehen und die rheinisch- westphälische Karl Marr hat diese Schwindelblase schon vor er auch haben mag, weil die Interessen sich eben als un- Hütten- und Walzwerks- Berufsgenossenschaft ist 40 Jahren aufgestochen. In seiner Rede„ über die Frage versöhnlich erweisen. der erste Unternehmerverband, welcher die Folgen dieser des Freihandels" in der demokratischen Gesellschaft zu Von dem gekennzeichneten Standpunkt aus haben wir Erkenntniß in einer Aufforderung zieht, in welcher die Brüssel am 9. Januar 1848 thut er dieses Argument der auch das Unfallversicherungsgeset in seiner Gesammt- Mitglieder ersucht werden, zuerst nur Gewohnheitstrinker, Freihandelsbolde in vernichtender Weise ab. wirkung auf die Arbeiter zu prüfen, wenn wir es richtig Epileptische und mit Bruchschäden behaftete Arbeiter ,, Kein Zweifel", sagt Marr, wenn der Preis aller beurtheilen wollen. zu entlassen, beziehungsweise nicht zur Arbeit anzunehmen. Waaren fällt, und dies ist die nothwendige Konsequenz Sie thut dies mit nackten und klaren Worten, ohne das des Freihandels, so kann ich mir für einen Franken weit heute häufig gebrauchte menschenfreundliche Mäntelchen. mehr Dinge als vorher verschaffen. Und der Frank des Herr Dechelhäuser würde jedenfalls die Sache so hin- Arbeiters gilt ebensoviel wie jeder andere. Somit wird gestellt haben, als ob die Menschenfreundlichkeit, das Wohl- der Freihandel dem Arbeiter sehr vortheilhaft sein. wollen gegen die Arbeiter den Unternehmern gebieterisch Es ist nur ein kleiner Uebelstand damit verbunden, die Pflicht auflegt, so zu handeln. Man ist ja um solche nämlich der, daß der Arbeiter, bevor er seinen Franken Rebensarten gewöhnlich nicht verlegen, sie sind sehr billig. gegen andere Waaren umtauscht, zunächst den Tausch Es ist gar nicht mehr abzuleugnen, daß die Unter- Mit der Nothwendigkeit, die die Giltigkeit der Gesetze seiner Arbeit gegen das Kapital vollzogen hat. Wenn er nehmer im Großen und Ganzen, wirklich dahin streben, den der kapitalistischen Wirthschaftsweise erfordert, werden nicht bei diesem Tausch stets für dieselbe Arbeit den bewußten verunglückten Arbeitern so wenig wie möglich, am liebsten nur andere Berufsgenossenschaften diesem Beispiele folgen, Franken erhielte, und der Preis aller anderen Waaren gar nichts zu geben. Die Verwaltung der Unfallversiche- sondern sie selbst und alle anderen werden noch viel weiter fiele, so würde er stets bei diesem Handel gewinnen. rung ist ja in sehr übeler Voraussichtslosigkeit lediglich gehen. Sie werden, soweit es geht, d. h. soweit geAber die Dekonomen greifen stets den Preis heraus, wo Wir haben uns zu fragen: Welche Möglichkeit ist vorhanden, daß die Unternehmer seine guten Wirkungen abschwächen, und welche Möglichkeit ist vorhanden, daß sie aus demselben Mittel und Gelegenheit nehmen, die Arbeiter zu schädigen? Wir müssen dabei bis an die Grenzen dieser beiden Möglichkeiten gehen, denn sie werden über kurz oder lang ohne Zweifel erreicht werden. den Unternehmern überlassen. Die Arbeitervertretung, die sun des Menschenmaterial vorhanden ist und die er sich gegen andere Waaren austauscht und lassen stets das Gesez vorsieht, ist lediglich eine wesenlose Verzierung, Unternehmer ihren Bedarf an Arbeitern daraus decken den Moment bei Seite, wo die Arbeit ihren Tausch gegen an welcher die Arbeiter vielfach gar kein Interesse haben, da sie können, das kränkliche Arbeitermaterial vollkommen aus- das Kapital vollzieht. von derselben keineswegs vertreten werden. Es dringt über scheiden. Sie werden nur junge und gesunde Arbeiter Wenn weniger Kosten erforderlich sind, um die Madie Haltung der Arbeiterbeifizer in den Schiedsgerichten annehmen, wenn es irgend geht. Die Grenze wird nur schine in Bewegung zu setzen, welche Waaren angefertigt, und in dem Reichsversicherungsamte gar nichts, durchaus dadurch gezogen werden, daß die heutige Wirthschaftsweise, so werden die zum Unterhalt dieser Maschine, die sich gar nichts in die Oeffentlichkeit, das irgendwie ein Urtheil welche die Arbeiter zum Darben verurtheilt, troß ihres Fleißes, Arbeiter nennt, nothwendigen Dinge gleichfalls weniger über ihre Wirksamkeit zuläßt. Der Umstand, daß die schon den Volksstamm soweit angegriffen hat, daß gesundes kosten. Wenn alle Waaren billiger sind, so wird die Unternehmer über das Verhalten der Arbeitervertreter nicht und kerniges Material nicht mehr hinreichend vorhanden Arbeit, die auch eine Waare ist, gleichfalls im bittere Klagen führen, ist aber sehr kennzeichnend für die ist, daß das Angebot desselben zu geringe ist, um ohne Preise sinken und wird diese Waare Arbeit verhältnißBedeutungslosigkeit derselben. Sie sind sicher dem Unter- sehr erhebliche Lohnsteigerung den Bedarf auch nur einer mäßig viel mehr sinken, als alle anderen Waaren. Vernehmer- Interesse nicht im geringsten hinderlich. Wenn Berufsgenossenschaft aus demselben zu decken, der Schade läßt sich der Arbeiter dann immer noch auf die Arguman betrachtet, mit welcher Wuth die Unternehmer über also wieder den Vortheil aufwiegen würde. Das ist die mente der Dekonomen, so wird er finden, daß der Frank die Entscheidungen des Reichsversicherungsamtes herfahren, einzige Schranke, die heute unsere Wirthschaftsweise den in seiner Tasche zusammengeschmolzen ist und ihm nur wie sie so weit gehen, dieser Behörde Parteilichkeit für die Unternehmern sett. noch fünf Sous übrig bleiben." Arbeiter und Gesegesverlegung ganz offen vorzuwerfen, Soweit es möglich ist, wird die Wirkung der Unfall- Warum aber der Lohn stärker sinken muß als von ihr rund und bündig zu verlangen, sie soll öfter als versicherung und später noch im stärkeren Maße der die Preise der Lebensmittel, führt Marr so aus:„ Alle bisher gegen die Arbeiter entscheiden um die Arbeiter ab- Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter Geseze, welche die( bürgerlichen) Dekonomen von Quesnay zuschrecken, dann ist das Stillschweigen über die Arbeiter dahin drängen, daß ältere und tränkliche Arbeiter, bis Ricardo formulirt haben, bekräftigen sich in dem vertreter durchaus kein gutes Zeichen für diese. Sie bilden wenn sie auch sonst für die vorhandene Beschäftigung noch Maße, als der Freihandel verwirklicht wird. Das erste also keine Schranke für die Verwirklichung der Unternehmer- durchaus geeignet und tauglich sind, garkeine Aufnahme dieser Geseze sagt, daß die Konkurrenz den Preis jeder Interessen. Diese Schranke bildet einzig und allein die zur Arbeit finden, oder nur zu so herabgesetztem Lohn Waare auf das Minimum ihrer Produktionskosten Staatsaufsicht. Diese allein hat die Unternehmer ge- beschäftigt werden, daß die Gefahr, die der Unternehmer reduzirt. Somit ist das Lohn- Minimum der natürliche hindert, die Unfallversicherung zu einem inhaltlosen Blatt läuft, für ihren Unterhalt später mit einstehen zu müssen, Genau das was nöthig ist, um die zum Unterhalt der Preis der Arbeit. Papier zu machen. Nur die Gewißheit, daß das Reichs- dadurch mit sicherem Vortheil für den Unternehmer Arbeiter unerläßlichen Gegenstände zu produziren, um ihn Preis der Arbeit. Und was ist das Lohn- Minimum? versicherungsamt es doch nicht gut heißen würde, be- gedeckt wird. stimmt die Berufsgenossenschaftsvorstände, nicht jeden ver- Die Unfallversicherung sowie die Alters- und in den Stand zu sehen, sich durchzuschlagen und seine unglückten Arbeiter ganz abzuweisen oder mit einer lächer Invalidenversicherung müssen also in der Form, wie Klasse so viel wie nöthig fortzupflanzen. sie sich heute darstellen, als Ursachen angesehen werden, ,, Da man stets Mittel findet, die Arbeit mit wohl= lichen Kleinigkeit abzuspeisen. Nach dieser Richtung hin ist die Schranke, die dem welche die Interessen der Arbeiter insofern schädigen, als sie feileren und erbärmlicheren Gegenständen zu ernähren Unternehmerinteresse gesezt ist, vorläufig ziemlich wirk- die Noth und das Elend, die Krankheit und Siechthum( Schnaps statt Bier, Baumwolle statt Wolle und Leinen, ſam, ſie bietet aber, weil sie nicht im Interesse der Arbeiter bringen, noch verschärfen. Das ist zunächst die Folge davon, Kartoffeln statt Brod) so ist das Lohn- Minimum im steten gezogen ist, sondern nur im Interesse der regierenden daß diese Versicherungen gar zu geradezu von den Sinken begriffen. Dieses Gesetz der Waare Arbeit, des Klassen den Kampf zwischen Arbeit und Kapital etwas ab- betheiligten Unternehmern getragen werden, welchen sie die Lohnminimums, verwirklicht sich in dem Maße, als die schwächen soll, keine Aussicht auf Dauer. Ein weiteres Fahigkeit lassen, sich diese Last nach Möglichkeit abzuwälzen. Voraussetzung der Dekonomen: der Freihandel, eine WahrEindringen des Kapitals in die Staatsverwaltung muß Das ganze System ist fehlerhaft. heit, eine Thatsache wird." diesen Damm unterwaschen und wegspülen über kurz oder lang. Dann herrscht wieder nur das Unternehmer- Interesse der Gesellschaft an, daß arme Personen gegen die wirth- ja aus anderen Gründen wünschenswerth erscheinen kann. Die Unfallversicherung erkennt grundsäßlich die Pflicht Arbeiter sich von dem Freihandel abwenden sollten, der Damit ist natürlich durchaus nicht gesagt, daß die und es geht bis zur Grenze der Möglichkeit, wie es das schaftlichen Folgen von Unfällen zu sichern sind, wendet Die Arbeiter sollen sich nur stets klar darüber bleiben, wirthschaftliche Gesetz verlangt. So wie bei einem Damm- diesen Grundsatz aber nur auf einen sehr kleinen Theil daß in ihrer Klassenlage durch die Entscheidung gegen bruch das Wasser sich so weit verbreitet als die Boden- aller Unfalle an, nur auf die Betriebsunfälle und be- den Schutzoll nichts geändert wird. beschaffenheit es irgend erlaubt. lastet durch dieselben nur die Klasse der Unternehmer in Kleine Mittheilungen. Ueber die wahrscheinliche Zukunft des BuchbinderDie Anstrengung des Kapitals, dies Hinderniß zu be- einer Art, die dieselben geradezu herausfordert, die Last seitigen sind schon sehr ersichtlich, und wir fürchten sehr, soviel als möglich von sich abzuwälzen. Das ist ein sie werden bald von Erfolg sein, es wird sich wenigstens schwerer und verhängnißvoller Fehler des ganzen Systems, bei der Alters- und Invalidenversicherung schon zeigen, der mit Naturnothwendigkeit dahin führen muß, daß die daß man verzweifelte Anstrengungen machen wird, solche ganze Unfallversicherung auf die Arbeiter nicht nur ab- gewerbes stellt ein Fachmann in der tüchtig geleiteten„ Buchwirksame Staatsaufsicht zu verhindern. Bis die Beseitigung gewälzt wird, sondern daß, nachdem diese Abwälzung binderzeitung" folgende Betrachtungen an:„ Wir haben gesehen, wie gelingt, dehnt das Kapital seine Versuche, sich zu ent- geschehen ist, der Unternehmer seine Leistung doch noch zu der Kleinbetrieb in Folge mangelnder technischer Hilfsmittel lasten, nach anderer Seite hin aus. verringern sucht, ihm also ein Vortheil und den Arbeitern jedoch auch, wie die Großzbuchbinderei dem gleichen Entwickelungsfortgesetzt in der Großproduktion sich auflöſt; wir bemerken Muß man die Unfallrente einmal zahlen, so ist es ein Nachtheil entsteht. prozeß unterworfen ist, d. h. wie auch hier sich zeigt, daß die ganz natürlich, daß man danach trachtet, sie so selten als Da kann der Wille und die Absicht des einzelnen kleineren Großbetriebe von den kapitalkräftigeren aufmöglich zu zahlen. Das erste Mittel dazu ist, zu ver- Unternehmers nur wenig für oder gegen in Betracht gesaugt werden. Was ist mm die Folge dieser Entwickelung? Die hüten, daß Unfälle vorkommen. Es ist auch zuerst kommen, die wirthschaftlichen Gesetze der heutigen kapitaliſtiſchen die wirthschaftliche Lage übersieht. In Amerika, in dem ökonomisch Antwort ist nicht schwer für einen Menschen, der mit klarem Blick versucht, aber es mußte sich dabei bald zeigen, daß das Herstellungsweise ziehen unerbittlich ihre Folgen. Was vorgeschrittensen Lande finden wir die Lösung: das Monopol. Mittel, wenn es wirklich wirksam sein sollte, fostspieliger heute die rheinisch- westphälische Berufsgenossenschaft thut, Durch die schmutzigsten Praktiken wird ein Konkurrent nach dem sein möchte, als die Unfallrente selbst. Das wirksamste werden über kurz oder lang, offen oder versteckt, alle andern zum Bankerott getrieben, das zu Grunde gegangene UnterMittel wäre nämlich Abkürzung der Arbeitszeit, denn anderen Berufsgenossenschaften thun. Der alte, der kränk aufgekauft und setzt diesen in den Stand, auf's neue gestärkt und es ist Thatsache, daß mit der Abspannung, die durch zu liche Arbeiter, der schon heute mit Schrecken und Besorgniß widerstandsfähiger als vorher, die Ruinirung eines anderen Kon furrenten unternehmen zu können. Sind auf diese Weise alle an G. Slomke, Kleine Drehbahn 40. Gelder sind, da der Verbands-| 7-8 bei Winter. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Innere größeren Betriebe eines Produktionszweiges in wenigen Unterneh- vorsißende Karl Kloß in Stuttgart verhaftet ist, jetzt direkt an den Kaffenangelegenheiten. Sonnabend, den 21. Juli, findet in den mungen vereinigt, ist es dem Einzelnen unmöglich, die übrig ge- Streikkassirer der Hamburger Tischler, Herrn J. Heitgres, Neue neurenovirten Gesammträumen des„ Volksgartens" Hasenhaide 14/15 bliebenen Konkurrenzbetriebe noch aufzusaugen, dann ändert sich die Rosenstraße Plaz 45, Haus 5, part., St. Pauli- Hamburg, zu gegenüber dem Turnplaz unser diesjähriges Stiftungsfest, verbun= ganze Situation. Wo seither erbittertster Kampf ums Dasein zu senden. Ueber die eingegangenen Beträge wird in der Neuen den mit Sommernachtsball, Gesangs- und komischen Vorträgen, bei finden war, auf dem Grabe ihrer im industriellen Wettbewerb ge- Tischler- Zeitung" quittirt. Wir glauben, daß die deutschen Kollegen günstiger Witterung Gartenkonzert statt. Billets inkl. Ball Herren fallenen Konkurrenten, sehen wir die übrig gebliebenen Sieger Frieden nach diesem Vorkommniß umsomehr für uns eintreten werden. à 50 Pf., Damen à 25 Pf. sind bei den Vorstandsmittgliedern, schließen, denn ein fortgeführter Kampf würde ihre eigene Eristenz Auch die Berliner Kürschner erörtern eifrig die Lohn- sowie in den mit Plakaten versehenen Geschäften zu haben. Anfang schließlich aufs Spiel sezen. Man einigt sich, indem entweder ein frage. Am Sonntag wurde in einer öffentlichen Versammlung 72 Uhr. Abendkasse findet nicht statt. Die Mitglieder, Freunde Kartell geschlossen wird, in dem die Preise der Produkte einheitlich ausgeführt, daß die Lohnverhältnisse äußerst traurige seien und und Bekannte werden ersucht, sich recht zahlreich zu betheiligen. festgesetzt werden und jeder Theilnehmer seine Produktion nur bis daß die vor drei Jahren erzielten Vortheile gänzlich wieder verloren Filiale Berlin 5. Versammlung heute Sonnabend, 16. d. M., zu einer gewissen Höhe steigern darf; oder aber die übriggebliebenen gegangen seien. Während vor drei Jahren der Mindestlohn eines Abends 9 Uhr, Lothringerstr. 81 bei Ackermann. Filiale Ber Kapitalisten werfen in Form einer allmächtigen Unternehmung ihre Gesellen pro Woche 21 M. betrug, verdiene ein solcher jetzt nicht in 6: Sonntag, den 17. d. M., Vorm. 10% Uhr, GartenKapitalien zusammen, beherrschen nunmehr allein in ihrer Branche mehr wie höchstens 16 M. Wenn dies so fortgehe, sei kein Ende straße 123 bei Strüger Mitgliederversammlung. Tagesordnung: den Markt und sind im Stande, den Preis ihrer Produkte nach abzusehen. Die Krebsschäden seien die Hausindustrie, die 1. Staffenbericht. 2. Bericht über die Generalversammlung. 3. VerBelieben diktiren zu können. Das ist das Monopol, die lezte Form billige Frauenarbeit und die gegenseitige Konkurrenz der schiedenes. Filiale Berlin 7: Mitgliederversammlung heute der kapitalistischen Entwickelung, von welcher aus zur Uebernahme Arbeiter und Fabrikanten unter sich. Ein Erfolg sei nur zu er- Sonnabend, den 16. d. M., Abends 82 Uhr, Lindowerstr. 26. der Produktion durch den Staat nur noch ein Schritt zu thun ist. warten, wenn Selbständige und Gesellen Hand in Hand gehen. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines Kassirers. 3. InWir haben gesehen, wie der kleine Gewerbebetrieb vom Ein einseitiges Vorgehen würde erfolglos sein. Beide Arbeiter- nere Angelegenheiten. großen und dieser große naturnothwendig wieder vom größeren auf- fategorien haben Vereinigungen geschaffen, die Selbständigen den-Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins sämmtgesaugt wird. In der Buchbinderei vollzieht sich dieser Umwand- Klub Selbständig", die Gesellen den Fachverein. Allseitig wurde licher Berufsklassen( E. H.) Berlin 3. Mitgliederversammlung lungsprozeß langsamer als in manchen anderen Industrien, in ein Zusammengehen beider befürwortet. heute, Sonnabend, den 16. d. M., Abends 814 Uhr, Brunnenstr. 38 denen zur Gründung einer selbständigen Unternehmung schon von Streiks. Da der Streif der Klempner, Gas- und Wasser- bei Schmidt. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder, beiderlei Anfang an größere Sapitalien erforderlich sind. Gegner unserer leitungsarbeiter in Hamburg unverändert fortdauert, so ersuchen Geschlechts von 14 bis 45 Jahren, nehmen auf in jeder VersammAnschauung werden diesen Umstand benußen, um die Möglichkeit wir dringend, den Zuzug fernzuhalten. Der Streit der Maurer lung, sowie in ihrer Wohnung: H. Rudolph, Koloniestr. 150a; einer solchen Umwandlung in unserem Gewerbe überhaupt in Frage in Kiel dauert fort. Zuzug ist fernzuhalten. Zuschriften und G. Holst, Ackerstraße 109; P. Schindler, Ackerstraße 172. zu stellen. Nur gemach! Eine Erklärung dieser Thatsache finden Sendungen find an E. Neusch, Maurerherberge Kiel, Bierträger- Fachverein für Schlosser und Berufsgenossen, wir in der unselbständigen Stellung, die die Buchbinderei gang 2, zu richten. Prag, 13. Juni. In drei Baumwoll- Sonnabend, 23. Juni findet des Sommerfestes wegen feine Vergegenüber anderen Produktionszweigen einnimmt. Die Buch- webereien in Horic streiken 1500 Arbeiter. Die Gensdarmerie sammlung statt. Billets zu demselben sind zu haben bei den Herren: binderei kann ihre Produktivität nicht nach eigener Fähigkeit ins ist in der Umgebung konzentrirt, die Ordnung" blieb trotzdem Plög, Brandenburgstr. 56, H. I; Hoffmann, Gitschinerstr. 87, IV.; Ungemessene steigern, sie ist in ihrer Leistungskraft stets an den ungestört. Stettin, 12. Juni. Die Arbeitseinstellungen auf Schreeg, Zoffenerstr. 55; Stöckeris, Alvenslebenstr. 19 IV; Schwerdt, Unternehmungsgeist der Buchhändler gebunden, sie ist gleich der dem„ Vulkan" gewinnen eine größere Ausdehnung, als anfänglich Grenadierstraße 28, II. Buchdruckerei vollständig abhängiges Glied des Verlagsbuchhandels. angenommen werden konnte. Schon jetzt befinden sich an 700 ArKranken- Unterstüßungsbund der Schneider. MonWelche Konsequenzen ergeben sich aber hieraus für unsere Behaup- beiter im Ausstande, und nach den Erklärungen der Betheiligten tag, den 18. Juni, in Kliem's Volksgarten( Hasenhaide): Großes tung? Diese, daß zunächst, ehe der Verlagsbuchhandel sich mehr in dürfte diese Zahl in den nächsten Tagen noch vergrößert werden. Sommerfest. Militär- Konzert. Ball. Kinderbelustigungen. Puppeneinigen wenigen Firmen fonzentrirt hat, welche Neigung er schon zu bemerken ist, daß das Gros der Bevölkerung Bredows für die theater. Kindertanz mit Bonbonregen. Fackelpolonaise bei bengajest dokumentirt- daß bis dahin die Großbuchbinderei fortfahren Streifenden Partei nimmt, darunter die Hausbesizer, Kleinhändler lischer Beleuchtung( jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis). wird, fich auf Kosten des Kleinbetriebs noch mehr zu vergrößern. und Restaurateure, welche bei dem bisherigen Löhnungsmodus der Den geehrten Damen ist die Kafieeküche von 3 Uhr ab geöffnet. Ist aber der Buchhandel selbst uur in wenigen Firmen konzentrirt, Bulkanarbeiter Nachtheile haben. Der Direktor hat übrigens, wie Eutree 30 Pf. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. haben diese wenige Firmen sich auch noch in den Besitz der größeren die N. St. 3tg." berichtet, durch Anschlag bekannt gemacht, daß nach. Billets sind zu haben Krausenstr. 11, Grenadierstr. 33 bei Buchdruckereien gesezt, dann ist auch die Stunde nahe, daß sie die jeder Arbeiter, welcher heute nicht zur Arbeit komme, als entlassen Seefeldt und Annenstr. 9 bei Albrecht. Um zahlreichen Besuch größeren Buchbindereien an sich bringen. Die Buchbinderei als zu betrachten sei. Es hat sich feiner der Arbeiter zur Aufnahme bittet das Komitee. selbständig auftretender Produktionszweig ist im Buchhandel auf der Arbeit gemeldet, so daß also der Streik in vollem Umfange gegangen, der hier beendigte Konkurrenzkampf wird aber in ver- fortbesteht. stärktem Maßstabe fortgesetzt von denen, welche die einzelnen Buchgewerbe aufgesaugt haben, von den großen Verlagsinstituten. Die Folge dieses Kampfes aber wird sich in legter Linie doch wieder als Kartell oder Monopol zeigen." " 1 Literarisches. - Der Vorstand des Vereins Berliner Droschken futscher hat beschlossen, beim Restaurateur Menz, Lausigerstr. 30, eine Zahlstelle des Vereins zu eröffnen. Es ist dies Zahlstelle 6, welche früher am Kottbuser Thor eingerichtet war, aber schließ= Vereine und Versammlungen. lich wegen mangelnder Benutzung wieder eingehen mußte. In der nun wieder eröffneten Zahlstelle können fortab Mitgliederbeiträge Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Die Orts- eingezahlt werden. Heute Sonnabend, den 16. d. M., begeht Die Bremer Volkszeitung", ein durchaus ge- hielt am Sonntag, den 10. Juni, in Säger's Lokal eine Ver- feines 5. Stiftungsfestes. Obige Zahlstelle gilt auch für die verwaltung Berlin III( für den Ost- und Nordbezirk Berlins) der Verein in Weimann's Volksgarten( Gesundbrunnen) die Feier mäßigtes Blatt, wurde verboten. Damit nicht genug, hat fammlung ab, in welcher der Vorsitzende der Verwaltungsstelle, Strankenkasse. dieselbe Behörde Herrn Julius Bruhns auf Grund von Herr Sündermann, über Zeitlohn oder Stücklohn, deren Wirkung Die Appretur- und Dekaturarbeiter Berlins ver§ 3, Absatz 2 des Freizügigkeitsgeseßes den Befehl zu auf die Höhe des Arbeitslohnes" referirte. Im Verlaufe seiner anstalten am Sonntag, den 17. d. M., eine Herren- Fußpartie. gestellt, innerhalb vier Wochen das bremische Staatsgebiet Ausführungen erbrachte der Vortragende den Beweis, daß die Sammelplas im Restaurant Mitan, Wienerstr. 31, früh 6½ Uhr. Lohnverhältnisse bei dem Arbeitssystem Stücklohn oder AffordFreireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, zu verlassen. Die betreffende Gefeßesstelle gestattet, daß arbeit" die allertraurigsten geworden sind." Nach den Mittheilungen den 17. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn C. Vogtbestraften Personen, welche nach den Landesgeseßen des Vortragen betrug der Minimalarbeitslohn in den sechsziger herr über„ Die frühere und die jetzige Bedeutung der Bibel". Aufenthaltsbeschränkungen durch die Polizeibehörde in Jahren, in einer Zeit, wo das Arbeitssystem„ Zeitlohn oder Wochen- 18. Juni, Abends 8% Uhr, ebendaselbst beschließende Versammlung Damen und Herren als Gäste willkommen. Am Montag, den einem Bundesstaate unterliegen, auch der Aufenthalt in arbeitslohn" im Allgemeinen maßgebend war, pro Woche 15 m. 18. Juni, Abends 8 Uhr, ebendaselbst beschließende Versammlung 5 Thlr. s. 3.) und heute, nach Berlauf von zirka 25 Jahren, ist der Mitglieder. jedem anderen Bundesstaate durch die Landespolizeibehörde der Minimallohn unter dem Szepter der so viel gepriesenen Affordverweigert werden kann. Nun ist Herr Bruhns im Jahre arbeit auf 8 M." pro Woche herabgefunken, während der Durch1881 auf Grund des Sozialistengesetzes aus Hamburg schnittsarbeitsverdienst pro Woche überhaupt nur ,, 13 M. und 50 Pf." bei täglich zehnstündiger Arbeitszeit beträgt. Am Sonntag, den Organisation und Wirksamkeit der gewerblichen ausgewiesen und hat seitdem in Bremen gewohnt. Bestraft 24. Juni, findet ein großer Ausflug( Herrenparthie) statt. Näheres Schiedsgerichte im Auslande und in den schweizerischen Stantonen. ist er nie oder um ganz genau zu sein-nur einmal wird noch bekannt gemacht. Eine öffentliche Versammlung Von Werner Krebs, Sekretär des Schweizerischen Gewerbevereins. und zwar im Januar 1887 mit einer polizeilichen Geld- findet nächsten Montag, den 18. Juni, Linienstraße 44 statt. Zürich 1887. Da wir in mehreren Artikeln die Frage der Gewerbestrafe von 15 Mark wegen Uebertretung des bremischen Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Schuh- schiedsgerichte behandelt haben und noch weiter zu behandeln gedenken, Vereinsgesetzes. Diese Strafe giebt der Polizeikommission macher und verwandten Berufsgenossen tagte am Montag, den o machen wir unsere Leser, welche die Angelegenheit weiter verdes bremischen Senats kein Recht, ihn aus dem bremischen 11. Juni, im Gratweil'schen Lokal. Auf der Tagesordnung stand folgen wollen, auf diese Schrift aufmerksam, die sich hauptsächlich die Angelegenheit Bock- Gotha und der Berliner Streif. Zu durch eine fleißige Materialiensammlung und Vergleichung der Eindie Angelegenheit Bock- Gotha und der Berliner Streif. Staatsgebiete auszuweisen; die Ausweisung aus Hamburg Verschiedenes" lag ein Antrag des Vorstandes vor, dahingehend, richtungen der einzelnen Industrieländer( Prud'hommes, Gewerbeist aber wieder keine Strafe im Sinne von§ 3 des Frei- jedem zureifenden Kollegen, welcher nachweist, an seinem gerichte, Fachgerichte, Einigungsämter) auszeichnet. Die Lösung der Wohnungsfrage. Von Dr. Hermann zügigkeitsgesetzes. Die Ausweisung des Herrn Bruhns früheren Aufenthaltsort Mitglied eines gleichen Vereins gewesen zu verstößt somit gegen die Gesetze des Reichs und der beein- fein, 75 Pf. aus Vereinsmitteln zu bewilligen. Alsdann wurden Stolp. Berlin 1888. Der fonservative Verfasser, ein verspäteter 3 Mitglieder zur Vervollständigung der Arbeitsvermittlungskommission Schulze- Delitzsch, sieht in Genossenschaften, wenn auch ganz eigener trächtigte Reichsbürger wird hoffentlich die nöthigen Schritte gewählt. Die Wahl fiel auf die Herren Arlt, Hochmuth und Art, das Heilmittel gegen die verschiedensten sozialen Krebsschäden. thun, sein verletztes Recht wiederherzustellen. Rasenberger. Außerdem lag noch ein Unterstützungsgesuch eines in So will er auch die„ bestehenden Verhältnisse von Befizes- SpekuNoth gerathenen Stollegen vor, demselben wurden 25 M. aus der lantenthum, Pfandgläubigerwesen, Hausherrenschaft, MiethsunterVereinskaffe bewilligt. Außerdem wurde auf das am 25. Juni thanenwesen und Miethenebenbuhlerthum" durch„ Gehäuserschaften" aufmerksam gemacht, wozu Billets bei allen lösen, welche die gemiethet en Wohnungen durch ein allgemeines verfehrt und utopistisch wie einer, wir behalten uns aber vor, eingehender auf ihn zurückzukommen. Arbeiterversicherung, Gewerkschaftliches. Borstandsmitgliedern, sowie in den mit Blakaten belegten Handlungen Wohnungs eigenthum ersetzen sollen. Der Plan ist natürlich fo Eingehendste Beachtung seitens aller Freunde der zu haben sind. Zum Schluß wurde noch auf den vom Verein freien Hilfskaffen verdient die bei Bruns in Minden erschienene Weinſtr. 11 eingerichteten Arbeitsnachweis aufmerksam gemacht. Schrift von F. C. Huber: Ausbau und Reform des Krankenkassengesetzes( Soziale Zeitfragen 17. Heft). Nicht Große öffentliche Schuhmacher- Versammlung. etwa, weil irgendwie der Tendenz dieser Auslassung des Stutt- Montag, den 18. Juni, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 71. garter Handelskammersekretärs zuzustimmen wäre, sondern weil hier Tagesordnung: Der Einfluß des Streits auf die Zukunft der der Haß und Neid gegen die Selbstverwaltungsorganisationen der Schuhmacherbewegung. Arbeiter zum unverhohlensten und rücksichtslosesten Ausdruck kommt. Fachverein der Buchbinder und verwandten Herr Huber hat sich schon auf verschiedenen Gebieten als ein äußerst Berufsgenossen. Heute Sonnabend, den 16. Juni cr., Abends fachkundiger Vertreter der herrschenden Unternehmerpolitik gezeigt, 8/2 Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16. Tagesum so größere Beachtung verdient er seitens der Gegner. Er ver- ordnung: 1. Vortrag über Hand- und Preßvergolden. 2. Verschie= langt hier rund und nett die statutarische Auflösung der denes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäſte will zentralisirten Hilfskaffen" und" begründet" diese Forderung ein- kommen. Ausgabe der Billets zur Dampferpartie. gehend in einem besonderen Kapitel, in dem die sozialdemokratische Verein Berliner Nagelschmiede. Sonntag, den Agitation" natürlich keine geringe Rolle spielt. Herr Huber plaudert 17. d. M., Vormittags 10% Uhr, Lichtenbergerstr. 21, bei Heise, in seiner Schrift manches offen aus, was man an anderer Stelle General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl. 2. bisher noch nicht offen gesagt hat, was man aber auch hier wahr- Herabsetzung der Beiträge. 3. Verschiedenes. scheinlich unter der„ Gleichvertheilung von Licht und Schatten zwischen den einzelnen Stassenarten" versteht. Wer hier keine Ueberraschungen erleben will, wird gut thun, von Huber's Auslassungen eingehend Kenntniß zu nehmen. In erster Linie empfiehlt sich dies natürlich für die Vorstände und Zentralleitungen der bestehenden freien Hilfskaffen. Deutsche Mechaniker- Zeitung. Organ der Mechanifer, Optifer, Uhrmacher und chirurg. Instrumentenmacher bringt Fachartikel und reichen Inhalt. Monatlich zweimal. Abonnement 1 M. per Quartal. Juferate 30 Pfennige per Petitzeile. Verlag und Inseraten- Annahme: C. Jensen u. Co., Hamburg, Paulstraße 36. Briefkasten. " Die Stadtverordnetenwahlen in Berlin Das Stimmenverhältniß in den verschiedenen Bezirken stellt nach außerhalb senden können, besonders Adressen auswärtiger KolGeeignete Adressen, an die wir unsere Zeitung zur Probe porteure, bitten wir unserer Expedition, Berlin S. O., Oranienſtr. 23, mitzutheilen. Oesterreicher. Herr v. Pacher, der jetzt gegen den elfstündigen Normalarbeitstag zu Felde zieht, ist in der That dieselbe Person, Der Verein der Parquetbodenleger Berlins hält die 1884 fich gegen die parlamentarische Arbeiterenquete wandte, am Montag, 18. d. M., Abends 8 Uhr, in Jordan's Lokal, Neue weil er kein Freund von Sozialistentheatern" sei und der Industrie Grünstr. 28( im unteren Saale), eine Versammlung ab. Tages- eine schamloje Befudelung" erspart haben wollte. ordnung: 1. Innere Vereinsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. 3. Freund des Blattes. Gewiß können Sie viel für das Fragekasten. Die Mitglieder werden auf§ 7 des Statuts auf- Blatt thun, indem Sie eifrig für Werbung neuer Abonnenten und merksam gemacht. Neue Mitglieder werden in der Versammlung in gar keinem Verhältniß zu dem, was das Blatt beständig für die für Zuweisung von Vereinsanzeigen eintreten. Lettere ſteht Der Jnnungsübermuth ist wieder einmal auf dem Verbands- aufgenommen. tage des sächsisch en Innungstages hervorgetreten. Der Verbands= Verband der Möbelpolirer Berlins und Um- Arbeiter riskirt. tag faßte zwei Resolutionen, von denen die eine die obligatorische gegend. Montag, 18. Juni, Abends 1/29 Uhr, im Andreasgarten, Einführung von Arbeitsbüchern verlangt, während die andere Andreasstr. 26. Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Beſtre Resolution polizeiliche Hilfe anruft gegen die von Arbeitern in's bungen und Ziele des Verbandes gegenüber einer Innung. 2. AbLeben gerufenen Arbeitsnachweise und Herbergen. Alle rechnung und Bericht der Revisoren über den freiwilligen Unter- sind für die sozialdemokratische Partei nicht ungünstig ausgefallen. Jnnungsmitglieder werden in diefer Resolution aufgefordert, bei stügungsfond. 3. Vorschläge- des Vorstandes in Betreff der Biblioden vorgesetzten Behörden„ vorstellig zu werden, daß die von den the und Wahl eires Bibliothekars. Verschiedenes. Gäste find fich folgendermaßen: Innungen getroffenen Einrichtungen nicht durch von unberufener willkommen. NB. Billets zum Sommernachtsball am 23. Juni im Seite zu errichtende Herbergen oder Arbeitsnachweise geschädigt Konzerthaus Sanssouci, Rottbuserstr. 4a, sind in der Versammlung werden, vielmehr hierzu die Genehmigung von den betreffenden und in den Zahlstellen à 30 Pfg. zu haben. Behörden versagt werde." Die lezte Resolution stellt nicht nur Vereinigung der deutschen Maler, Ladirer, Andie Arbeiterfeindlichkeit, sondern zugleich die kraſſe Unwissenheit des streicher und verwandten Berufsgenossen. Filiale Berlin. gesammten Innungstages auf dem Gebiete der Gewerbegesetzgebung Dienstag, 19. d. M., Abends 8 Uhr, Versammlung bei Deigmüller, Blos, denn zur Einrichtung von Bureaus für Arbeitsnachweis und Alte Jakobstr. 48b. Tagesordnung: 1. Wahl von zwei Beifizern, zur Errichtung von Herbergen bedarf es feiner Genehmigung der Erjazwahl zur Arbeitsvermittlungs- Kommission und eines BiblioBehörden. thekars. 2. Verschiedenes. Gäste willkommen. Der Streik der Hamburger Tischler dauert unverändert Verband deutscher Zimmerleute. Versammlung fort und spitzt sich immer mehr zu einem Kampf zwischer Fach- fämmtlicher Lokalverbände Berlins, Sonntag, d. 17. Juni, verein und Inmung, zwischen Arbeiter- und Unternehmerorganisation Vormittags 10 Uhr, Kommandantenftr. 72, im neuen Klub- Haus. zu. Es ist jetzt eine Ehrenpflicht der deutschen Arbeiter, den Ham- Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten vom Handwerkertage. gegeben für Gnadt( Soz.) 427, Berliner( bfr.) 378, Dopp( konf.) 332, burgern zum Siege zu verhelfen und reger als bisher für Unter- 2. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist unbedingt nothwendig. stügung zu sorgen. Besonders ist auch der Zuzug nach wie vor Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall- Berliner statt. fernzuhalten. Mit follegialischem Gruß und Handschlag der arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 1. MitgliederVorstand des Verbandsvereins der Tischler Hamburgs. NB. Briefe versammlung heute Sonnabend, den 16. Juni, Lichterfelderstraße Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienftraße 23 -Jm 14. Kommunal- Wahlbezirk wurden Stimmen ab= gegeben für Kunert( Soz.) 532, Quednan( dfr.) 303. Oberhand behalten. Frizz Kunert hat somit als Vertreter der Sozialdemokratie die gegeben für Tempel( S03.) 357, Perls( fr.) 179, Faster( konf.) 317. Jm 24. Kommunal- Wahlbezirk wurden Stimmen ab Es findet also eine Stichwahl zwischen Tempel und Faster statt. Jm 37. Kommunal- Wahlbezirk wurden Stimmen abEs findet also eine Stich wahl zwischen Gnadt und