zu Berliner Volks- Tribüne. Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. №. 29. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 21. Juli 1888. Ausgabe für Spediteure: Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. Politische und wirthschaftliche Freiheit. siz der gesammten Produktionsmittel, der Maschinen, der dem vorliegenden Gefeßentwurf beim besten Willen nichts Zur Altersversicherung. Curti's Rede Fabriken und Werkstätten und des Grund und Bodens nachzusagen, was sie irgendwie den Arbeitern wünschensden schweizerischen Ausweisungen. gesetzt werden." werth machen kann. Frauen und Kinderarbeit in Frankreich. III. Für diese Freiheit und Unabhängigkeit" kämpfen Die schablonenmäßige Gleichstellung aller Aus Hanstein's Von Kain's Geschlecht." aber nicht die offiziellen Schönredner, die sich am Jahres- deutschen Arbeiter, ob sie in einer theuren Gegend, Wie die amerikanischen Arbeiter sich den tag der Unabhängigkeitserklärung von einer staunenden bei hohen Löhnen und dem entsprechenden Lebensgewohnzehnstündigen Arbeitstag erkämpften.- Ver- Zuhörerschaft bewundern lassen, sondern die mißachteten heiten beschäftigt sind, oder ob sie in billigen ländlichen besserung des Submissionswesens.- Der Sozialisten, die oft als fremde Eindringlinge beschimpft Gegenden, weit ab von der Kultur ein Leben geführt Die Berliner werden. untergehende Kleinbetrieb. Schneiderbewegung. Politische Nachrichten.- Gewerkschaftliches. Kleine Mittheilungen. Versammlungen. Der Entwurf eines Gesetzes, betreffend Vereine und die Alters- und Invalidenversicherung der Politische und wirthschaftliche Freiheit. Arbeiter. haben, das dem kultivirteren Arbeiter schier unmöglich erscheinen würde, die Gleichstellung aller in Bezug auf Beitrag und Rente zeigt allein schon, daß der Gesezentwurf von der Unmöglichkeit ausgeht, daß etwas geschaffen werden kann, was sich dem wirklichen Leben anpaßt. Hat es wirklich irgend welchen Sinn, den Arbeiter, der so lange seine Arbeitskraft überhaupt noch zulangt, Amtlich beeinflußte Zeitungen wünschen, daß auch 25 bis 30 Mark und mehr wöchentlich verdient und aus Arbeiterkreisen heraus unbefangene Stimmen sich ver- danach seine Lebenshaltung geregelt hat, in Beitrag und Der vierte Juli wird in den Vereinigten Staaten nehmen lassen, um für den nun veröffentlichten Gesetz- Rente im Fall einer Invalidität ebenso zu stellen, als immer festlich begangen. Er ist der Tag der Unabhängig- entwurf betreffend die Alters- und Invalidenversicherung den Arbeiter, der 6 bis 8 oder 12 Mark verdiente? Es keitserklärung, der, mit welchem eine Aera der Freiheit der Arbeiter" Verbesserungsvorschläge zu machen. Um aber muß sich doch ein jeder sagen, ohne die Höhe der Rente für die Bewohner des großen überseeischen Reiches ange- von vornherein die Aufnahme zu kennzeichnen, die solche selbst in Betracht zu ziehen: eine Invalidenrente, die einem brochen sein soll. Verbesserungsvorschläge finden würden, fügen sie hinzu: Arbeiter, der gewohnt ist, sich mit 8 Mark wöchentlich einDen üblichen bürgerlich- demokratischen Verherrlichungen Sozialdemokratische Absprecherei kann freilich nichts nußen, zurichten vielleicht noch genügen kann, ist für den Arbeiter, dieses Ereignisses tritt das„ St. Louis Tageblatt", ein wohl aber verständige und sachkundige Erörterungen auf der 30 Mark verdiente, ganz ungenügend. Und umgekehrt: Arbeiter- Organ, mit folgenden treffenden Bemerkungen Grund des praktisch Erreichbaren." eine Rente, die den leeren kaum vor größester Noth entgegen: Da liegt der Hase im Pfeffer! Ja, das, was die sichern würde, ist vielleicht schon höher, als der erstere in Jene Väter haben es allerdings gut und ehrlich heut herrschenden Kreise für praktisch erreichbar" halten, seiner besten Zeit überhaupt Einkommen gehabt hat. Es gemeint, als sie erkärten, daß dieses Land frei und un- das wird so ungefähr in den Gefeßentwurf" geleistet heißt doch geradezu sagen: Wir wissen mit der Sache abhängig" sein soll. Aber was haben die Enkel und sein. Er bietet nicht einen Deut den Arbeitern mehr, als uns keinen Rath, wir sind nicht in der Lage, die uns Urenkel daraus gemacht? Ist heute das Land frei und die Grundzüge" versprachen. Wir haben eine ganze gestellte Aufgabe zu lösen, wenn man solchen thatsächlich unabhängig"? Reihe Besprechungen der„ Grundzüge" aus Kreisen gelesen, bestehenden Ungleichheiten gegenüber nur eine Schablone 11 Frei und unabhängig" ist das Land nicht, so lange die weit von dem Verdacht entfernt sind, sozialdemokratisch hat, die unter den besten Umständen nur auf einem oder die Gesetzgebung surch Parteimaschinen geleitet wird, an zu sein, wir erinnern uns nicht, ein einziges ernstgemeintes auf dem anderen Ende passen kann. Die Kranken= deren Spize korrupte Politiker stehen, welche den Befehlen Urtheil gehört oder gelesen zu haben, das dahin ging, versicherung, die Unfallversicherung hat doch wenigstens von Kapitalsfürsten gehorchen. was den Arbeitern in den Grundzügen geboten ist, wäre versucht, sich den thatsächlichen Verhältnissen anzupassen, Frei und unabhängig" ist das Land nicht, so lange irgend wie genügend. Wir haben aber auch keinen hier aber ist auch der Versuch aufgegeben. Da man die Advokaten es beherrschen, welche das Recht beugen und einzigen verständigen und fachkundigen Vorschlag aus diesen Thatsachen ohne Zweifel gekannt hat, denn wie sollte man verdrehen, das Verbrechen beschützen und die Unschuld Kreisen gehört, der gesagt hat: Wir wollen den Arbeitern sie nicht kennen, so ist der„ Gefeßentwurf" die offene Ermehr geben. Man hat für dasselbe ungenügende An- klärung: wir können bei den heute bestehenden wirthschaftverfolgen. ausnußt. verdienen. Frei und unabhängig" ist das Land nicht, so lange Millionen der besten Bürger bei ununterbrochenem Fleiße und mühseligster Anstrengung nicht mehr erzielen, als was zum dürftigsten Lebensunterhalt ausreicht, während es einer verschwindend kleinen Minorität gestattet ist, mit Nichtsthun Millionen auf Millionen zu häufen. " 11 " Frei und unabhängig" ist das Land nicht, so lange erbieten einen etwas anderen Aufputz gesucht, damit es lichen Zuständen und den Anschauungen in den herrschendas Wahlrecht als Posse erscheint, Stimmen ge- und ver- dem oberflächlichen Betrachter besser erscheinen sollte. Wenn den Kreisen den Thatsachen nicht gerecht werden, wir kauft und Wahllisten gefälscht werden. man die Verbesserungsvorschläge jedoch genauer ansah, so danken ab, wir sind mit unserm Wiz zu Ende! ,, Frei und unabhängig" ist das Land nicht, so lange war es entweder das alte Ungenügende oder noch etwas Wir sagten: bei der Ungleichheit der mitredenden Vereine herrschende Klasse eristirt, welche vermöge weniger. hältnisse der Arbeiter kann eine Schablone, die an dem Wir können daraus schließen: In den maßgebenden einen Ende paßt, am anderen nicht passen. Damit haben ihres Besizes die politischen Aemter an sich reißt und ihre politische Macht zur Versklavung der Enterbten Kreisen steht fest, daß man den Arbeitern nicht mehr geben wir aber durchaus nicht aussprechen wollen, daß die will, jeder Vorschlag auf eine Verbesserung des Gesetzes, Schablone des Gesezentwurfes" an irgend einem Ende Frei und unabhängig" ist das Land nicht, so lange der nach dieser Richtung hin gemacht würde, wäre also oder irgend wo in der Mitte paßt. Auch diese Schablone, Hunderttausend ehrlicher und fähiger Arbeiter ohne Erwerb wirklich unpraktisch", dann bleibt aber allerdings weiter nichts das was den Arbeitern aller Drts und unter den allerdastehen und keine Gelegenheit finden, ihren Unterhalt zu übrig, als über den ganzen Gefeßentwurf einfach abzu- verschiedensten Verhältnissen lebend, gleichartig geboten sprechen". Er verdient es auch nicht anders, denn er ist eine wird, ist durchaus nach keiner Nichtung hin zureichend. vollständige Unfähigkeitserklärung der mit so Wir wollen von der Altersrente lieber ganz absehn. vielem Pomp eingeleiteten sogenannten sozialen Es hat für die Arbeiter sehr wenig Interesse, zu wissen, Reform, ein völliger Bankbruch derselben. was jemand nach zurückgelegtem siebenzigsten LebensEs ist den Arbeitern mit vielen Worten versprochen jahre erhält. Da die meisten Unternehmer Arbeiter worden, ihre Lage in Krankheiten, bei Unglücksfällen und über 45 Jahre alt gar nicht einstellen, auch alte im Falle der Invalidität zu verbessern. Arbeiter entlassen, so ist der Arbeiter, der, wir möchten Frei und unabhängig" ist das Land nicht, so lange Die Krankenversicherung hat nicht viel Neues fast sagen das Unglück gehabt hat, alt zu werden, in der der Grund und Boden und die Arbeitsinstrumente geschaffen, aber der staatliche Zwang zur Versicherung ist Regel schon lange vor dem 70 sten Lebensjahre Almosenim Besitze der Monopolisten belassen bleiben, in- nicht zu verwerfen. Es war zwar keine soziale Reform, empfänger, Armenhäusler oder oder so etwas, und die deß das gesammte Volt ihnen Tribute für Benutzung eines was hier den Arbeitern geboten wurde, aber eine gut 333 Pfennige, die der Gesetzentwurf" ihm nun verhäuslichen Heerdes und für die Erlaubniß" des Brot- wirkende Polizeimaßregel, die freilich manche gegen die spricht nach vollendetem siebenzigsten Lebensjahre, unter erwerbs zahlen muß. Bestrebungen der Arbeiter gerichtete überflüssige Bevor der Bedingung, daß er bis zum vollendeten " Frei und unabhängig" ist das Land nicht, so lange mundung enthält. 70. Lebensjahr(§ 18. 1) Beiträge gezahlt, also in die Besizenden sich ungehindert gegen die Befitlosen Die Unfallversicherung verbesserte ohne Zweifel Arbeit gestanden hat, werden ihn nicht mehr finden, oder verschwören dürfen, indeß die Schuß vereinigungen der die vorher bestehenden Zustände, und durch die Thätigkeit sind schon lange vorher durch die Invalidenrente Arbeiter als strafbar erklärt und gewaltsam gesprengt des Reichsversicherungsamtes" ist auch mancher vorhandene ersetzt. große Fehler dieses Gesezes bis heut noch nicht so in die Es ist ganz richtig, was von einigen Seiten bei den Frei und unabhängig" ist das Land nicht, so lange Erscheinung getreten, daß dadurch das Gesetz für die Ar- Besprechungen über die„ Grundzüge" früher gesagt ist, ein Boycott seitens der Monopole und sonstiger Kapi- beiter wirkungslos geworden wäre, noch bringt es also wenn eine genügende Invalidenrente gesichert ist, ist die tals- Organisationen erlaubt, dagegen die Nothwehr der denselben manchen Vortheil, wie wir gerne anerkennen, Alters rente nur eine Verzierung der Einrichtung. Auf Arbeiter verboten ist. ohne aber die Lage derselben im Allgemeinen irgend wie die Invalidenrente ist das Hauptgewicht zu legen. Wenn derjenige Arbeiter, dessen Arbeits- und Erwerbswerden. " Soll das Land wieder frei und unabhängig" wer- zu verbessern. den, so müßte der Monopolist und der Arbeitgeber vorher Wenn wir diesen beiden Einrichtungen wenigstens kraft sich merklich vermindert, sicher ist, eine angemessene auf Nimmerwiedersehen verschwinden und das Volk nicht einige gute Wirkungen nicht absprechen wollen noch können, Rente zu erhalten, die mit seinem Arbeitsverdienst ihm nur in den Besitz politischer Rechte, sondern in den Be- so ist der Alters- und Invalidenversicherung nach ein leidliches Auskommen sichert, dann ist eine Alters " 1 rente, die eine Prämie darauf seßt, daß ein Arbeiter ein wenn auch im mittleren Alter sich eine größere Festigkeit Meine Herren, wir freuen uns Alle, in einer friedbesonders hohes Lebensalter erreicht, ganz überflüssig. zeigt. Es bekommt so oder so jeder seine unfreiwilligen lichern Entwicklung mitten inne zu stehen, und wenn ich Eine solche ausreichende Rente gewährt aber die Feiertage. Bauhandwerker und viele andere Gewerbe- hier eine persönliche Bemerkung anbringen darf, kann Invalidenversicherung des Gesetzentwurfes durchaus nicht. treibende haben sie jährlich regelmäßig. Da wird die ich sagen, daß ich mich von aller Romantik der Revolution Was der Gesetzentwurf bietet, ist nach jeder Richtung hin fünfzig Wartejahre wohl selten einer erleben. Die 250 freier weiß, als irgendwer. Doch giebt es Häupter in durchaus ungenügend, indem es in der Regel weit unter Mart Invalidenrente sind ein Schaugericht des dieser Corona, welche in den vergangenen Bürgerkriegen dem bleibt, was die Armenpflege liefern muß ,, Gesezentwurfes", gut anzusehen, aber durchaus nicht zu hervorragten, und im Bundesrathe ſizen sogar Männer, und liefert. genießen. welche gegen die Revolution Dankespflichten haben. Ich Der Gefeßentwurf sichert nicht schon dem in der Er- Es bleibt uns für heute noch kurz das Verhältniß brauche keine Namen zu nennen. werbsfähigkeit beschränkten Arbeiter, dessen Verdienst der Arbeits- Invaliden zur Armenpflege zu erörtern. " Indessen, die Zeitung Sozialdemokrat" hat nicht nicht mehr zureichend für seinen Unterhalt ist, eine Rente Die Krankenversicherung sowie die Unfallversicherung zur Revolution aufgefordert, sie hat vielmehr und zu, sondern nur demjenigen, der nachweislich dauernd haben das anerkannt Gute, daß sie die Arbeiter in der in formellſter Weise erklärt, daß die deutschen Sozialerwerbsunfähig ist.(§ 7. 3) Regel vor dem Verfall an die Armenpflege und der da- demokraten keine Revolution machen wollen und können. mit immer verbundenen Herabwürdigung bewahren. Die Es bedarf also einer etwas kühnen Interpretationskunst, Invalidenrente nach dem„ Gefeßentwurf" ist nicht im um aus dieser Erklärung ihr Gegentheil zu folgern. ZuStande diese gute Wirkung auszuüben. dem weiß Jeder, der die Geschichtsauffassung und sozialSelbst an dem höchsten, fast nie zu erreichenden Be- politische Lehre von Karl Mary, dem Vater der deutschen Stande ist, durch die gewöhnlichen Arbeiten, welche seine trage mit 68 Pfennigen etwa täglich ist sie in den meisten Sozialdemokratie kennt, daß derselbe die Ansicht verwirft, bisherige Berufs thätigkeit mit sich bringt, oder durch seinen Kräften und Fähigkeiten entsprechende Städten nicht ausreichend, einen Menschen zu erhalten, in als könnten Revolutionen gemacht werden; er hält die Fähigkeiten entsprechende Arbeiten den Mindestbetrag den niedrigeren Stufen natürlich noch weniger. Der Ar- Revolution für das Resultat der Ideenbewegung und des der Invalideurente zu erwerben. beiter- Invalide wird also nach wie vor Almosen- Wirkens der Entwicklungsgesetze, welche die Realitäten be= Zuerst sieht man, daß der größere Theil dieses empfänger werden müssen. Da wo er es nicht wird, herrschen. In Uebereinstimmung damit sagte denn auch Gefeßabschnittes eigentlich ganz überflüssig und nur zur weil die Rente so knapp an das heranreicht, was die noch jüngst der ehemalige Reichstagsabgeordnete Liebknecht Verzierung vorhanden ist. Die Erwerbsunfähigkeit hängt Armenverwaltung zu geben für nöthig erachtet, hat er auf dem sozialdemokratischen Parteitag zu St. Gallen: von der Fähigkeit in der Berufsthätigkeit nicht mehr mindestens keinen Geldvortheil, höchstens einen„ Die Gewalt macht keine Revolution und ist überhaupt arbeiten zu können gar nicht ab. Der Gesezesabschnitt moralischen Vortheil, den wir aber nicht unterschätzen nicht revolutionär. Im Gegentheil: die Feinde der müßte klar und deutlich so ausgesprochen werden: wollen, von dem aber niemand satter wird. Der Geld- Revolution haben sich stets auf die Gewalt geſtützt. Die Erwerbsunfähigkeit wird im 4. Abschnitt desselben Paragraphen so bezeichnet: Als erwerbsunfähig gilt Derjenige, welcher in Folge seines körperlichen oder geistigen Zustandes nicht im " " Erwerbsunfähig ist derjenige, welcher nicht vortheil fällt lediglich auf die Armenkasse. Sie Gewalt geht vor Necht" ist kein revolutionärer Satz, mehr fähig ist, durch irgend welche Arbeit fürzt an dem Almosen den Betrag der Rente, für diese und Blut und Eisen" ist kein revolutionäres System. 33 Pfennige für den Tag zu verdienen. Armenkasse hat der Arbeiter die Beiträge durch lange Die Gewalt ist weit häufiger ein reaktionärer als ein Das ist der richtige Sinn des Geseßentwurfes" ohne Jahre gezahlt. Neben dem Beitrag, den er durch die revolutionärer Faktor gewesen, wie ein Blick in die Geweitere Verdunkelung durch überflüssige Worte. So kurz städtischen Steuern zur Armenpflege zahlte, hat der Arbeiter schichte zeigt. Die neuen Ideen haben stets die Gewalt und bestimmt ausgesprochen, zeigt er aber auch die ganze sie also noch durch seine Beiträge zur Invalidenversiche- gegen sich. Unsere heutigen reaktionären Gewalthaber, Nichtigkeit dieses Gesezentwurfes" in ihrer ganzen rung entlastet. welche gleich den Anarchisten an die Allmacht der Gewalt Nacktheit. Das ist das rechnungsmäßige Endergebniß der ganzen glauben, sind glücklicherweise im Irrthum befangen. Jede Man mache einmal die Anwendung auf Berliner Alters- und Invalidenversicherung des Entwurfes: Gewaltherrschaft bricht zusammen, sobald ihre ökonomischen der Arbeiter hat keinen materiellen Vortheil da- Machtbedingungen zerschmelzen." von, aber die bürgerliche Armenpflege wird durch ihn entlastet. Verhältnisse oder auf die einer anderen größeren Stadt.Ein Arbeiter wird siech durch Krankheit oder durch einen Unglücksfall, der kein Betriebs- Unglücksfall ist. Er kann in seiner gelernten Beschäftigung unbedingt nicht mehr arbeiten. Er kann aber noch an einem Tische sizzen für einige Stunden des Tages und vielleicht Düten kleben oder so etwas thun. Er kann es. Daß er auch die wegen. validen noch der Bettel. schienen. In der That, die Leiter der deutschen Sozialdemokratie haben ihre Parteigenossen immer davor gewarnt, Gewaltmittel zu ergreifen, und wenn es glücklicher Weise nur ein kleiner Theil der deutschen Arbeiter war, welcher den= selben zum Opfer fiel, so darf die sozialdemokratische Parteiführung dieses Verdienst für sich in Anspruch nehmen". Zu den Züricher Ausweisungen. Gelegenheit dazu hat, darauf kommt es nicht an. Er- 20. Juni im schweizerischen Nationalrath hielt, um seinen Die treffliche Rede, welche Theodor Curti am Curti schloß später seine Rede mit folgenden Worten: hält er keine solche Arbeit, so ändert das nichts daran, Antrag auf Bestrafung der agents provocateurs und auf „ Ich bin zu Ende. Möge die Ausdehnung meiner daß sein ,, körperlicher und geistiger Zustand" ihn noch ge- Verhütung der„ Ausweisungen auf administrativem Wege" Rede bei Ihnen entschuldigt sein durch die Bedeutung, und Fähigkeiten entspricht", auszuführen." Wenn er sie zu begründen, ist jetzt im Drucke( Schabeliz- Zürich) er- welche ich dem Gegenstand derselben beimesse. Ich bitte Sie, meinen Antrag anzunehmen. Sollten Sie das aber hätte und ausführen würde, so könnte er damit ganz gut Wir bedauern, sie wegen Naummangels nicht ein- nicht thun, so werde ich es gleichwohl nicht bedauern, den Mindestbetrag der Invalidenrente erwerben, gehender würdigen zu können, glauben aber für unsere denselben gestellt zu haben, denn ich glaube, er steht auf das sind 331/3 Pfennige, und er braucht aus der Inder Seite des Rechts und der Zukunft. Ich eigne mir in validenkasse daher nichts zu erhalten. Von Rechts Leser wenigstens folgende Stellen wiedergeben zu sollen. Nachdem Herr Curti den hervorragenden wissen- jedem Falle die Worte an, welche ein schweizerischer schaftlichen Charakter vieler Artikel des ,, Sozialdemokrat" Politiker der dreißiger Jahre in einer ganz ähnlichen Lage Hat er das Glück, wirklich solche Arbeit zu er- und vieler Broschüren das Hottinger Verlages anerkannt geschrieben hat, und jage: halten, so kann er von den 333 Pfennigen aber nicht hatte, wandte er sich gegen die Behauptung, der„ Sozial- ,, Gleichwie in einer Monarchie die erste Pflicht des leben, er muß also den sauern Gang zur Armenver- demokrat" habe jemals zu Gewaltthätigkeiten aufgefordert. Unterthans ist, zu schweigen, so ist es in einem freien waltung machen und deren Unterſtüßung beanspruchen, die Das sei nicht der Fall gewesen, da das Blatt nur in Lande die erste Pflicht eines guten Bürgers, warnend ihm dann auch ohne Zweifel gewährt werden muß, wenn ruhiger Weise die Rolle der Revolution in der seine Stimme zu erheben, wenn er Gefahren für dasselbe die Armenverwaltung eine gute ist, sonst bleibt dem In Geschichte der Vergangenheit und der Gegenwart be- herannahen sieht. Auch ist diese Stimme eines nach Wahrheit strebenden Mannes in einem Freistaat nie vergeblich. Nun aber weiter: Der Sieche ist also noch soweit sprochen habe. Curti fuhr alsdann fort: ,, Diese Worte verstoßen nicht gegen unsere Gesetze. Wo Recht und Freiheit in Ehren sind, da ist keine Wüste arbeitsfähig, daß er die zum Leben für ihn ganz un- Finden Sie es, meine Herren, nicht befremdend, daß über- für die Wahrheit. Noch ist der dunkle Schleier, der so genügende Summe von 33/3 Pfennigen verdienen könnte, haupt das Urtheil über die Möglichkeit, Wahrscheinlichkeit manches Land Europas bedeckt, nicht über die Alpen auser findet die Arbeit aber nicht. Wieder bleibt ihm Bettel, oder Zweckmäßigkeit der Revolution bei uns nicht mehr gebreitet." Armenhaus oder Armenpflege. frei ist? Komplott, Attentat, Anreizung zu AufEr müßte aber, um, wenn seine Arbeitsbehinde- ruhr und Aufstand sind strafbar, niemals aber die rung noch weiter schreitet und endlich Arbeitsunfähig Diskussion über die Revolution als geschichtliche Erscheinung feit im Sinne des Geseßentwurfes geworden ist, die und Instrument der Politif. Invalid en rente überhaupt zu erhalten, bis zu diesem Betrachten Sie die Geschichte und Sie begegnen den Zeitpunkt den Beitrag nicht nur so weit er bisher auf Revolutionen in jedem ihrer Abschnitte. auf ihn selbst fiel, sondern auch den Antheil des Unter- friedlichsten religiösen Bekenner haben sich in sie vernehmers und des Reiches(§ 89) bezahlen, sonst geht ihm wickelt, die Christen des Nömerreichs, die Wiedertäufer, nach§ 18. 1 der Anspruch auf die Rente ganz verloren. Die Quäfer. Greifen Sie ein einzelnes Volk, ein einzelnes Zur Frauen- und Kinderarbeit in Frankreich. Wo soll der Almosenempfänger das Geld dazu hernehmen? Jahrhundert heraus. Die Gracchen, Marius und Sulla, Und lohnte es wirklich, sich noch zu bemühen, diese Sertorius, Spartacus, Catilina, Cato, Pompejus, Cäsar, 333 Pfennige oder einige Bruchtheile von Pfennigen mehr Brutus und Cassius,-wenn ich diese Namen ausspreche, zu erhalten, weil sie ihm nach§ 21. 2 doch sofort von habe ich ebenso viele Helden einer Geschichtstragödie ge- 1841 in Frankreich ein äußerst nichtssagendes Gesetz zu der Armenunterstützung gekürzt würden, er also um nichts nannt, die eine lange Reihe von Revolutionen ist und Stande, dem zu Folge Kinder erst vom 8. Lebensbesser stände als ohne die Invalidenversicherung, zu doch nur ein Jahrhundert der römischen Geschichte um- ja hre an in der Großindustrie verwendet werden welcher er viele Jahre seine Beiträge gezahlt hat? spannt. Schauen Sie auf England; die Hinrichtung durften. In der Klein- und Hausindustrie waren ihrer Neuere Erfahrungen haben leider gezeigt, daß der dunkle Schleier" allerdings sich auch auf die freie Schweiz" herabgesenkt hat, und schon die Ablehnung der Curti'schen Anträge im Nationalrath hat bewiesen, daß die bürgerliche Demokratie auch jenseits der Alpen innerlich Selbst die gebrochen und kraftlos ist. III. Nach allen diesen Enthüllungen kam im Jahre Nach dieser Bestimmung über Erwerbsunfähigkeit hat Karls I., die Kriege der Puritaner, das Protektorat Ausbeutung im zartesten Alter keine Schranken gezogen, nur derjenige Aussicht auf eine Invalidenrente, der sehr Cromwells und seines Sohnes, die papistische Verschwörung und doch war dieselbe oft grausamer und erbarmungsloser schnell und plöglich, ohne längeren Uebergang durch und zahlreiche andere, die Verfolgung der Covenanters als in der Großproduktion. Das ganze Gesetz wurde Siechthum so arbeitsunfähig wird, daß er überhaupt durch und Dissenters und sonst eine große Anzahl von blutigen überdies durch die Bestimmung hinfällig gemacht, daß Ueberkeine Arbeit mehr den winzigen Betrag von 33s Pfen- Wirren und von Enthauptungen der mächtigsten Lords, tretung desselben nicht als Vergehen betrachtet und strafbar nigen verdienen kann. Im anderen Falle wird er seine fie sind nur eine lange, sozusagen permanente Revolution. sei und zwar, damit die Autorität des Arbeitgebers über Ansprüche in der Regel verlieren. Von Frankreich brauche ich kaum zu sprechen; das hundert die Arbeiter keine Einbuße erleide." Dies hieß offenbar Und was bietet die Invalidenrente nun überhaupt jährige Jubiläum des Jahres, 1789, wir stehen an seiner die Fabrikanten zu Zuwiderhandlungen herausfordern, ihnen dem dauernd Erwerbsunfähigen? Schwelle. Wie viele Nevolutionen und Revolutionskriege das menschliche Arbeitsmaterial auf Gnade und Ungnade Nach 5 Wartejahren die Mindestrente von 120 Mark sind seit jenem Jahre über Frankreich ergangen und ausliefern. jährlich, macht 333 Pfennig auf den Tag. Sie steigt machten ganz Europa erbeben! Aber auch unser Land, in 50( fünfzig) Wartejahren auf 250 Mark und erreicht die Schweiz! Ließen einige Jahrzehnte des Friedens uns damit so etwa die gewöhnliche Armenunterstüßung in den vollständig vergessen, woher wir kommen? Im Jahre 1749 Städten. Der Arbeiter hat dann aber das Min- hatten wir den Aufstand Henzi's in Bern, im Jahre 1781 destalter von 66 Jahren erreicht, wenn er nämlich mit denjenigen Chenaur' in Freiburg; es gingen voraus und 16 Jahren die Zahlung zur Versicherung begonnen und folgten die Unruhen in Genf; es tam das Jahr 1798 in keinem der 50 Jahre mehr als 5 Wochen hat feiern und die stürmische, helvetische Periode; später nach vermüssen. Er sei gepriesen, der Mann, dem es so gut ge- schiedenen, mehr oder minder friedlichen Verfassungsrevisionen praktizirte, um gegen die Bourgeoisie das Proletariat ausgangen ist. Es muß ein Mustermensch sein! sah die Eidgenossenschaft den Kampf in Baselland, die zuspielen, brachte es mit sich, 1858 eine strenge DurchWir glauben nicht, daß viele solche Arbeiter vorhan- Gefechte bei Villmergen noch und am Trientbach, die führung des Gesetzes von 1841 vorzuspiegeln. Es blieb den sein werden. Freischaarenzüge gegen Luzern und zuletzt, ehe ein Jahr jedoch bei der Erörterung der hierzu geeigneten Mittel und Die statistischen Aufstellungen zeigen riesige Zahlen hundert vollendet war, den Sonderbundskrieg. Als Nach- Wege. Der Staatsstreichler hütete sich wohl, dem indu von beschäftigungslosen Arbeitern in allen Gewerken. Läufer lassen sich der Neuenburger Putsch in den Fünfziger striellen Raubritterthum zu nahe zu treten. Die Arbeitslosigkeit geht aber besonders in jüngeren und und die Genfer Revolte am Anfang der Sechsziger Jahre in älteren Jahren der Arbeiter unter den Betheiligten um, I nennen. Die Herren Industriellen ließen sich die Aufforderung nicht zweimal sagen, das Gesez war und blieb ein todter Buchstabe. Die Regierung sah und hörte nicht, mit welcher Gleichgültigkeit sich die Bourgeoisie über die Gesetzesvorschriften hinwegseßte, wie über diejenigen, welche einen 12stündigen Normalarbeitstag bestimmten( 1848). Der Arbeiterfang, den Napoleon III. gelegentlich Die steigende Herabgekommenheit der Arbeiterbevölke= rung und noch mehr die politische Lage, welche die Stimme des Volks zu einer geschäßten Waare machte, brachten 1867| Kinder verlustig zu gehen." Von 12 000 Gefeßesüber-| Frauen zu verbieten und das Gesetz mit unnachsichtlicher das alte Gesetz behufs Verbesserung wieder zum Vorschein. schreitungen wurden nur 64 zu Protokoll genommen, aber Strenge durchzuführen. Es ward in Presse und Arbeiterkreisen besprochen, gelangte durchaus nicht alle bestraft. In Paris z. B., wo wie im Es hat vier Jahre bedurft, ehe ein neues Projekt aber erst im Juni 1870 vor die Kammer und wurde gesammten Departement der Seine die Ueberwachung am über den Schutz der Kinder- und Frauenarbeit vor die natürlich durch die politischen Ereignisse der folgenden strengsten ist, da die Polizeipräfektur jährliche Berichte ver- Kammer gekommen und in erster Lesung angenommen Zeit in den Hintergrund gedrängt. öffentlicht, wurden in 75 Fällen von Zuwiderhandlungen worden ist. Die Kammer hat es sich wiederum angelegen 1871 trat die Nationalversammlung von neuem an nur 25 bestraft, 50 gingen straflos aus. Hierbei muß sein lassen, in dieser Beziehung eine ziemlich werthlose die Frage heran und ernannte eine Komission, welche mit noch in Betracht gezogen werden, daß erst die dreimal Arbeit zu Tage zu fördern, die höchst wahrscheinlich in der Ausarbeitung eines neuen Gesezentwurfes beauftragt ward. festgestellte Gesetzesübertretung geahndet wird, und daß zweiten Lesung noch weitere Verschlechterung erfahren wird. Dieselbe legte ihrer Arbeit die alten Gesezentwürfe und überhaupt die Strafe höchst geringfügig ist und somit durch und welch heißen Kampfes hat es nicht bedurft, die bis Berichte zu Grunde und etikettirte sie mit dem stolzen die Einträglichkeit der gesezwidrigen Kinderarbeit reichlich jetzt vorliegende Mißgeburt zu erzeugen!*) Titel:„ Gesetz über die Arbeit von Frauen und Kindern, aufgewogen wird. Ein Fabrikant wurde z. B. mit 60 Fr. Die obigen Mißstände, das Fehlen einer guten Ardie in der Industrie beschäftigt werden." bestraft, weil er einen Knaben und fünf Mädchen unter beitsschußgesetzgebung weist immer deutlicher auf die NothDie Diskussion des Entwurfes zeigte, daß die so- 12 Jahren bei Nachtarbeit verwendet hatte. Viele In- wendigkeit von zielbewußten, politisch und ökonomisch genannten Volksvertreter dem Schutz der Arbeiter noch dustrielle gestehen mit offenem Zynismus ein, daß sie gern thätigen Arbeiterorganisationen hin. Es gilt mithin feindseliger waren als ihre Kollegen von 1841. Die die paar Francs Strafe für die reglementswidrige und Dasselbe, was betreffs der Unfallversicherung gesagt Bourgeoisie war fortgeschritten. Kein Einziger wagte, das sehr einträgliche Kinderarbeit aufbringen. Recht des Staates auf Einschreiten zu Gunsten der Arbeiter im Prinzip anzuerkenen! Die Bourgeoisie schwelgte im Vollgenuß des über die Kommune davongetragenen Sieges, war folglich weniger als je zu Konzessionen geneigt. Die Arbeiter organisationen ihrerseits waren schwächer als je, fingen kaum an, sich wieder zusammenzuschließen und Der Arbeitsraum wird im Durchschnitt nur einmal Das Drganisationskomitee der englischen Gewerk= konnten nicht den geringsten Gegendruck ausüben. pro Jahr besichtigt, und da eine Uebertretung dreimal schaften( Trades Unions) zeigt an, daß der 21. JahresDie Nationalversammlung beeilte sich natürlich, jeden fonstatirt worden sein muß, che sie strafbar ist, und da kongreß in Bradford vom 3.- 8. September zusammenSchuß der Frauenarbet von vornherein als Verbrechen das erste Mal nicht mitzählt, so kann ein Betriebsunter- treten wird. Das Einladungsschreiben betont, ähnlich gegen die Freiheit der Arbeit und das individuelle Selbst- nehmer ganze vier Jahre lang das Gesez ruhig wie bei dem internationalen Kongreß, daß die Delegirten einmal Mitglieder der von ihnen vertretenen Gewerkschaften bestimmungsrecht der Erwachsenen zu verwerfen. In den meisten Fällen ist es den Fabrikinspektoren überhaupt unmöglich die Zuwiderhandelnden in flagranti zu ertappen und strafen zu lassen, da die Zahl der Inspektoren im Verhältniß zu den zu beaufsichtigenden Arbeitslokalen viel zu gering ist. übertreten. wurde. Politische Nachrichten. Die Frauenarbeit hatte sich als zu bedeutender öko- Außerdem findet das Gesetz auf die Kinderarbeit in und ferner in ihrem Beruf noch thätig sein müssen; ferner nomischer Faktor erwiesen, direkt, und indirekt durch Klöstern, Waisenhäusern und sogenannten Wohlthätigkeits- dürfen die Delegationskosten nur von Gewerks baften ge= Dieselben tragen werden. Das Rundschreiben schließt mit der Ver= Drückung der Löhne war sie zu einträglich, als daß sich und Besserungsanstalten keine Anwendung. die Industriellen in ihrer Verwendung die geringste Be- weigern sich einfach, sich der Inspektion zu unterwerfen. Sicherung, daß die Bradforder Vereine alles thun würden, schränkung auferlegen lassen sollten. Und doch ist gerade in allen diesen Anstalten die Aus- um dem Kongreß eine ersprießliche Thätigkeit zu sichern beutung der Kinder eine schonungslose, man denke z. B. und mit dem Ausdruck der Erwartung alle Trades Unions an die Verhältnisse, welche der Prozeß von Torquerolles in Bradford begrüßen zu können. an den Tag gezogen, man verfolge die Berichte, in denen Am 19. Mai 1874 kam endlich ein Gesetz über die Kinderarbeit zu Stande, das in seiner Unvollkommenheit Zeugniß von dem echt kapitalistischen Geist der Dritten Republik ablegt. sich die Arbeiterorganisationen über die furchtbare Kon- Auch ein großer französischer Gewerkschafts= Das Minimalalter, in dem Kinder zur Fabritarbeit turrenz dieser industriellen Zuchthäuser beklagen, eine Kon- kongreß soll stattfinden, und zwar Ende Oktober in zulässig waren, ward auf 12 Jahre festgesetzt. Jedoch kurrenz, die sich nur durch die ungezügelte Ausbeutung der Bordeaux. Bisher fanden, wie unsere Leser wissen, zwei wurden eine ganze Reihe von Ausnahmen zugelassen, in kindlichen Arbeitskraft erklärt. Die Fachschulen, in denen Kongresse statt: 1886 in Lyon und 1887 in Montluçon. denen Kinder bereits von 10 Jahren an in der Papier-, es vielfach nicht anders aussicht, sind gleichfalls nicht ver- Die Volksschullehrer gehören nicht zu den be= Glas- und fast der gesammten Tertilindustrie beschäftigt pflichtet, sich inspiziren zu lassen. Die Inspektoren haben werden können. Nachtarbeit und Arbeit an Sonn- und gleichfalls feinen Zutritt in die Staatswerkstätten, in vorzugten öffentlichen Angestellten, auch im„, liberalen" Feiertagen war untersagt, Kinder von 12-14 Jahren denen, wie z. B. in den Tabakfabriken sehr viele jugend- Baden nicht. Durch das jüngst dort zu Stande gekommene Gesetz hat man allerdings einige der schlimmsten Mängel durften jedoch in der metallurgischen Industrie, in der liche Arbeiter und junge Mädchen beschäftigt werden. Zucker, Papier- und Glasindustrie auch des Nachts be- Bezüglich der Uebertretung der geseßlich begrenzten beseitigt. Die Alterszulagen sind aufgebesser: und der schäftigt werden. Das Gesetz enthielt ebenfalls ein Verbot Arbeitszeit für Kinder wurden Fälle konstatirt, in denen Wittwengehalt ist von 300 auf 390 Mark in die Höhe der Nachtarbeit junger Mädchen, selbstverständlich gleicher dieselben 12, 15, ja sogar bis 18 Stunden beschäftigt gesetzt worden. Allein der niederste Staatsdiener in Baden Weise durch zahlreiche Ausnahmebestimmungen gemildert. wurden. Was insbesondere die Arbeit der Kinder in steht sich noch immer besser als der Lehrer bezw. seine Wittwe. Es sind vor Kurzem zwei Beispiele von einem Der Marimalarbeitstag für Kinder bis zu 12 Jahren Minen anbetrifft, so führt der Bericht an, daß in niedrigen soll 6 Stunden betragen, für Kinder von 12-14 Jahren, Schachten, in denen weder Karren noch Waggonets fahren Korrespondenten der Franks. 8tg." aufgefüht worden, welche eine Volksschule absolvirt haben, 12 Stunden( mit können, Kinder auf allen Vieren kriechend, mit Kohlen die mehr als alle Auseinanderseßungen zeigen, wie unErholungspausen), für Kinder von 12-14 Jahren, die gefüllte Körbe auf dem Rücken tragend, die Weiterbeförde- günstig die Lehrer und deren Hinterbliebenen gestellt sind im Vergleich zu den untersten Kategorien der Staatsnoch keinen Elementarunterricht genossen, 6 Stunden. Fast rung der Ausbeute besorgen. wurde. jeder Paragraph des Gesezes hatte seine Hinterpförtchen, In ganz Frankreich hatten die Inspektoren im Jahre beamten: die Wittwe eines Schuldieners an einer Mittelwelche eine Umgebung möglich machten. 1886 72 313 Arbeitsräume besucht, davon befanden sich schule bezieht 63 Mark Pension mehr als die Witwe eines Als Fortschritt dem Gesetz von 1841 gegenüber in Paris allein 37 166. Jm Seinedepartement( Paris an der gleichen Anstalt angestellten Hauptlehrers; ein muß bezeichnet werden, daß anerkannte und bewiefene ausgenommen) find ca. 32 000 Betriebsunternehmen zu Schaffner bezieht jährlich 228 Mart Pension mehr als Gesetzesübertretung als Vergehen behandelt und strafbar überwachen. Die Aufsicht ist 27 Fabrikinspektoren, reip. ein Hauptlehrer. Die diesmal beschlossene Aufbesserung Fabriksinspektorinnen anvertraut, jeder Inspektor hat also erfordert einen Gesammtaufwand von 135-145 000 Mt., Um die Kapitalisten mit dem Wechselbalg des Kinder- im Durchschnitt 1185 5/27 Arbeitslokale zu besuchen. Von gewiß einen nicht sehr hohen Betrag. Nach Herrn Fieser's schutzes auszusöhnen, sollte das Gesetz erst 1879, also nach 80 Lokalkommissionen, welche im Departement der Seine Versicherung ist mehr für absehbare Zeit zu leisten nicht fünf Jahren zur Anwendung gelangen, obgleich die Ver- die Kinderarbeit und die Handhabung des Gesetzes über- möglich; würde man nach dem Wunsch von Petitionen fassung Frankreichs besagt, daß jedes Gefeß unmittelbar wachen sollten, waren bis 1887 nur 54 vorschriftsmäßig, die Lehrer in das Beamtengeset mit einem Gehalt von nach seinem Zustandekommen in Kraft tritt. Erst 1879 aus mindestens fünf Mitgliedern bestehend, in Thätigkeit. 2000 bis 2600 m. mit den betreffenden Pensionen und Hinterbliebenenversicherung aufnehmen, so entstünde dadurch wurden die Fabrikanten aufgefordert, Kinder unter 12 Jahren( Bericht von Bompard an den Generalrath der Seine.) zu entlassen. Interessante Zahlen giebt auch der offizielle Handels- eine Mehrbelastung von 1900 000 m. bis 3 500 000 m., Trotzdem hatten es diese nicht eilig, dem Geseze nach- anzeiger( Moniteur officiel du commerce). Im Jahre worüber man sich heute klar sein müsse. Herr Fieser, der zukommen, zu den bereits festgesetzten Ausnahmefällen ver- 1885 waren in Frankreich in 60 810 Arbeitslokalen den Lehrern eben nicht sehr gewogen ist, erinnere daran, standen sie stets neue, ähnliche hinzu zu entdecken, und 240 778 Kinder von 10-15 Jahren und minderjährige daß das Jahr 1868 denselben eine würdigere Stellung, fie erklärten offen, daß sie sich einem so lächerlichen Frauen beschäftigt. Ihre Zahl hatte seit 1884 um 40 400 das Jahr 1874 eine Aufbesserung von 30 pr. gebracht Gesetze" nicht fügen würden. zugenommen.") Die Kontrolle über die Anzahl der Kinder, habe; Dankbarkeit habe sich aber nirgends bemerkbar Von der Regierung ernannte Fabrikinspektoren welche im Post- und Telegraphendienst, in Magazinen, gemacht. Nach Ansicht des liberalen Staatsanwaltes und haben die Kinderarbeit in Fabriken und Werkstätten zu Theatern, Hotels 2c. beschäftigt sind, fehlt. Aus dem oben Parteiführers sollen die Lehrer also noch dafür besonders überwachen, über ihnen stehen departementale Rom- angegebenen Grunde erfahren wir auch nicht, wieviel Kinder dankbar sein, daß der Staat unwürdigen und unhaltbaren missionen, welche ihrerseits an die Oberkommission in der Hausindustrie, in Klöstern und ähnlichen Wohl- Zuständen ein Ende machte. Der Staat handelte doch in berichten, die im Handelsministerium ihren Sitz hat und thätigkeitsanstalten arbeiten. Der Handelsanzeiger giebt erster Linie im eigensten Intereffe, wenn er die Stellung nur aus Senatoren und Deputirten besteht. die Zahl der in Bergwerken beschäftigten Kinder für 1885 des Volksschullehrerstandes hob und besserte. Ein beson= auf 89 119 an, die im Alter von 12-15 Jahren standen. deres Verdienst ist das doch wohl kaum; es handelt sich Charakteristisch für Art und Weise der Durchführung 63 pCt. hiervon, nämlich 56 634 hatten regelrechte Zeug- nicht um Wohlthaten, sondern um ein Entgelt für Dienſt= des betreffenden Gesezes ist, daß die Berichte der Fabrikinspektoren nicht veröffentlicht werden. nicht veröffentlicht werden. nisse über Besuch von Volksschulen, von 37 Prozent leistungen. Herr Fieser sprach sich dann auch noch über Die Oberkommission dagegen läßt jährlich im Journal ward offen eingestanden, daß sie jedes Unterrichts er- die Agitationen der Lehrer tadelnd aus; als ob es officiel" einen Gesammtbericht erscheinen, der ebenso sum- mangelten. Das Blatt gab außerdem zu, daß den Jemand den Letzteren verdenken könnte, daß sie ihre weiteren gefeßlichen Bestimmungen von 1874 gegenüber Interessen vertreten. sicher nicht Alles in Ordnung sei." Desgleichen konstatirt marisch als oberflächlich gehalten zu sein pflegt. Besonders in der Provinz ist das Gesetz von 1874 es die elenden hygienischen Maßregeln, die ungenügenden Ganz bedenkliche Erscheinungen treten in den soeben eine leere Formel geblieben, um die sich kein Fabrikant Vorsichtsnahmen gegen Feuersbrünste, sowie die auffällige veröffentlichten Berichten der sächsischen Fabrik- Infümmert, noch 1883 mußten dies die departementalen Rom Bunahme der Unglücksfälle unter den kindlichen Industrie- spektoren für 1887 zu Tage. Sie betreffen die Beschäf= missionen eingestehen, und sie fügten dem nur hinzu, daß arbeitern. tigung von Kindern und jugendlichen Arbeitern in der ,, die Industriellen mit der Zeit die praktische Nothwendigkeit Der Umstand, daß die Berichte der Fabrikinspektoren Induſtrie. Die sächsischen Aufsichtsbeamten, deren Dienst des Gesetzes einsehen und dasselbe mit ihren Interessen offiziell nicht veröffentlicht werden, erlaubt natürlich nicht, am Besten in Deutschland überhaupt organisirt ist, stellen ausgleichen lernen würden." vollen Ueberblick über die Ausdehnung und Umfang der zunächst fest, daß im letzten Jahre nicht weniger als Der Bericht der Oberkommission von 1885 enthält Kinderarbeit und die Handhabung des Gesetzes zu erlangen. 10,652 Kinder von 12 bis 14 Jahren, und zwar rund mehr Material und zeigt, wie es troß des Gesetzes um die Das bekannte Material läßt jedoch einen Schluß zu, wie 1000 mehr als im Vorjahre, industriell beschäftigt Kinderarbeit bestellt ist. Kinder unter 12 Jahren sind es in dieser Beziehung aussehen muß. Der Handelsminister wurden. Beides, die große Zahl wie die raſche Zunahme in den meisten Bergwerken beschäftigt und zwar der Regel Hérisson gestand 1884 ein, daß das Gesetz von 1874 derselben in Jahresfrist, ruft im Interesse der Volksgeſund= nach bei einer 12stündigen, nur selten bei achtstündiger nichtssagend sei und ließ durch eine besondere Kommission beit und Volksmoral laut nach Abhilfe. Aerzte, Hygieniker Arbeitszeit. Die Zahlen über die unter dem gesetzlich be- Erhebungen behufs Vorschlägen für eine Ergänzung an= und Menschenfreunde- alle sind sich darüber einig, daß ſtimmten Alter arbeitenden Kinder fehlen, dagegen ist an- stellen. Die Kommission trat durch Fragebogen mit den das Kind überhaupt nicht in die Fabrik gehört. Seine geführt, daß in Bergwerken auf 1000 Arbeiter 66 Kinder Arbeiterkorporationen und Gewerkschaften in Verbindung Entwickelung, die gerade zu dieser Zeit im raschesten Tempo von 12-15 Jahren und 151 jugendliche Arbeiter von und beschloß im Prinzip, die Altersgrenze der in der In- begriffen ist, muß unter industrieller Beschäftigung Schaden 15-20 Jahren kamen. Was die Kinderarbeit in Fabriken dustrie zulässigen Kinder zu erhöhen, die Nachtarbeit für leiden, und die Stärke unseres Volksstammes kann nicht und Werkstätten anbelangt, so heißt es in dem Bericht, unbeeinflußt davon bleiben. Man wollte in der letzten daß viele Betriebsunternehmer sich weigern, das Gesez*) Die Steigerung war in Wirklichkeit nicht so bedeutend, das Beit eine Abnahme der Kinderarbeit in Deutschland wahr durch den vorschriftsmäßigen öffentlichen Anschlag bekannt anscheinend riesige Wachsthum erklärt sich durch weiter ausgedehnte zu machen,... da sie fürchten, ihrer Autorität über die und strengere Aufsicht. *) Wir berichten darüber nach definitiver Fassung. genommen haben. Hier wird im gewerbefleißigsten Theile, Die Brügger„ Patrie" bringt die Mittheilung, die hält, dies innerhalb acht Tagen nach dem Beginn der des Reichs das Gegentheil festgestellt. Eine Armee von belgische Regierung habe die Absicht, von den Kammern Auslegung derselben, also 10 000 Fabrifkindern- das ist ein Kulturbild, das uns einen Kredit von 2 oder 3 Millionen Franks zu vergewiß nicht zur Ehre gereicht. Die neuesten sächsischen langen, um dieselben an die verschiedenen bestehenden beim Magistrat schriftlich anzeigen oder in den vorbespätestens am 9. August d. I., Inspektionsberichte enthalten aber die weitere, hochbedenk- Arbeiter- Produktivgenossenschaften zu vertheilen. zeichneten Lokalen vor den dazu ernannten Kommissarien liche Thatsache, daß die Zahl der jugendlichen Arbeiter Thatsache ist, daß der Ministerpräsident Beernaert von von 14 bis 16 Jahren im Laufe des letzten Jahres um dieser Absicht im Laufe der letzten Kammersession der 34 Protokoll geben kann, die Beweismittel für seine Bevolle 20 Prozent wuchs, während die Menge der Rechten gegenüber Andeutung gemacht hat. hauptungen aber, soweit dieselben nicht auf Notorietät be= erwachsenen Arbeiter nur um 8 Prozent zunahm. Statt ruhen, beibringen muß. 19 953 im Jahre 1886 sind jetzt schon nicht weniger als Zur Begründung der beantragten Nachtragung in Die Ausweisungen in Irland werden wieder in die Wählerliste ist entweder der Miethskontrakt, die 24 111 jugendliche Arbeiter im größten Induſtriebezirke größerem Maßstab betrieben. Am Dienstag sollte gegen lezte Miethssteuerquittung oder die polizeilich beDeutschlands beschäftigt. die Pächter auf dem Landgut des Herrn Vandeleur in scheinigte Anmeldung für die angegebene Wohnung West Clare vorgegangen werden. Hundertvierzehn vorzulegen. Auf Theilnahme an geheimer Verbindung lautet Familien, im Ganzen gegen 1000 Seelen zählend, sind Hierbei wird vom Magistrat bemerkt, daß die Aufdie Anklage, welche nunmehr gegen eine Reihe bekannter davon betroffen, und alle hatten ihre Häuser verbarrikadirt. stellung der Wählerlisten nach dem Wohnungsstande Münchener Sozialdemokraten erhoben worden ist. Die In Kilrush House, dem Landfiz des Eigenthümers, waren vom 20. Juni cr. erfolgt ist und daß die seitdem verAnklage ist gegen elf Männer und eine Frau gerichtet; 100 Dragoner einquartirt, deren Pferde in den weit- zogenen Wähler ihr Wahlrecht nur in denjenigen Wahllettere wird der Beihilfe zu einem Vergehen gegen§ 19 läufigen Ställen untergebracht sind. Fünfzig Tonnen bezirken ausüben können, in welchen sie bis zum 20. Juni des Sozialistengesezes beschuldigt. Die Beihilfe soll Steinkohle waren den Soldaten als Feuerung zugewiesen d. J. gewohnt haben. seitens der Angeklagten dadurch geleistet worden sein, daß worden. Ein Mauerbrecher(!) ist vom Sheriff geschickt Versäume Keiner, dem die Ausübung seines wichtigsten ihr Name als sogenannte Deckadresse benutzt wurde. worden heißt es in einem englischen Bericht und politischen Rechtes am Herzen liegt, die Listen einzusehen. Unter den Angeklagten befindet sich, wie das Berl. 500 Soldaten und Konstabler werden die Brecheisenbrigade Wahlberechtigt ist jeder Deutsche, der das 25. LebensVolksbl." meldet, auch der frühere Reichstagsabgeordnete unterstützen. Die Differenzen zwischen dem Eigenthümer jahr erreicht hat und keine Armenunterstützung bezieht. Auer, der beschuldigt wird, auf dem St. Gallener Partei- und seinen Pächtern find bedeutend. Briefkasten. tag als„ Münchener Delegirter" erschienen zu sein. Unter den Zeugen werden neben sieben Polizeikommissären, darunter der unvermeidliche Gehret, zwei Kellnerinnen, welche bei dem Mitangeklagten, Gastwirth Birk, dienten und ein gewisser Schuhmacher Fürst aufgeführt, welch zur Reichstags- Erfahwahl im 6. Berliner iederzeit auf unserer Expedition zu erhalten und werden letzterer während der Reichstags- und Landtags- Kampagne in München in aufdringlichster Weise in den öffentlichen Versammlungen den Vertreter der Arbeiterpartei spielte, in Wirklichkeit aber nichts weiter als Polizeiagent war. Von den Arbeitern wird Fürst deshalb auch schon seit dem vorigen Jahre gemieden und im Laufe dieses Frühjahres ist sogar öffentlich vor ihm gewarnt worden. Es dürfte dies der erste Fall sein, daß die Polizei aus Mangel an allem sonstigen Beweismaterial einen ihrer Nicht- GentleWahlkreise. Listen zum Sammeln von Abonnenten find auch gratis übersandt. Auswärtiger Abonnent. Wenn die Genossen auswärts in die Lage kommen, sich für die Einführung dieses oder Alle Wähler des 6. Berliner Reichstagswahlkreises jenes Blattes zu entscheiden, so hat unbedingt nur der Inhalt umfassend die Stadtbezirke 218 bis 278, 285 bis 326 ber in Frage kommenden Blätter maßgebend zu sein. Zeitungen und vom Stadtbezirk 282„ Aleranderufer, Friedrich Karl find nicht dazu da, für diesen oder jenen ein paar Groschen ab= Ufer und Invalidenſtr. 80 bis 83"- machen wir darauf zuwerfen, sondern lediglich dazu, um die Massen aufzuklären aufmerksam, daß und um zu agitiren. Nach dieser aufklärenden und agitirenden Wirkung sind sie ausschließlich zu beurtheilen; mischen sich hierbei Nebenrücksichten irgendwelcher, insbesondere geschäftlicher von Donnerstag, den 2. August ab mens" preisgiebt und den Versuch macht, denselben vor die Wählerliſten in dem Wahlbureau, Königstraße 7, Art mit ein, so ist das Korruption schlimmster Art. Wenn Gericht als Zeugen vorzuführen. Nach allem aber, was of rechts 3 Treppen und gleichzeitig in der Turnhalle hier der Geschäftssozialismus auch noch Triumphe zu feiern man über das Brivatleben und die Vergangenheit dieses der 67. Gemeindeschule, Ackerstraße 28 a, ausliegen, berechtigt wäre, so dürften wir uns nicht wundern, wenn demnächst Zeugen hört, dürfte derselbe schwerlich der Mann sein, auf und zwar ein Pfiffitus ein bloßes Annonzenblatt herausgäbe, und wenn dessen alleiniges Zeugniß hin ein Gerichtshof, wenigstens an den Wochentagen von Vormittags 9 Uhr einzelne gutmüthige Genossen in diesem Falle es gar noch zur Pflicht ein unparteiischer, verurtheilen kann. bis Nachmittags 3 Uhr, machten, nur Annonzen zu lesen, weil das„ am meisten einbringt" am Sonntage von Vormittags 11 Uhr bis sei es für wen es auch sei. Es ist daher Pflicht der ParteiNachmittags 4 Uhr, jedoch Die italienische Abgeordnetenkammer hat die Anwendung des Grundgesetzes der verhältnißmäßigen Ver= tretung der Minderheiten bei administrativen Wahlen mit 173 gegen 136 Stimmen angenommen, nachdem Crispi erklärt hatte, daß die Regierung sich in dieser Frage ein vollständig neutral verhalte. E. Kuntze, Stalitzerstr. 18.( Zum lustigen Stiefel) empfiehlt seinen reichhaltigen und kräftigen Frühstück- u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch nach Auswahl zu soliden Preisen. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager vont C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Dafelbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Weiss- u. Bairisch- Bier- Lokal. Frühstück, Mittag- und Abendtisch, von A. Grewling, 119. Manteuffelstraße 119. Ein Vereinszimmer ist zu vergeben.„ VolksTribüne" liegt aus. Elegante Herrengarderoben. Bestellungen nach Maaß werden prompt und sauber zu foliden Preisen ausgeführt. Ebenso habe ich bestellte, aber nicht abgeholte Anzüge und Paletots sehr billig zu verkaufen. A. Schwarz, Schneidermeister, Skaligerstraße 125 im Laden. Restaurant zur Einigkeit. Allen Freunden dieses Blattes empfehle mein nur acht Tage lang. genossen aller Orte, sich bei der Wahl ihrer Lektüre nur nach der Güte des Inhaltes zu richten und jedes andere Anfinnen als eine schmachvolle und niedrige Zumuthung zurückJeder, der die Listen für Wir machen hierbei besonders darauf aufmerksam, daß zuweisen. Wir wissen uns hierin mit allen klarblickenden und unrichtig oder unvollständig anständigen Genossen eins, glauben aber doch, daß sie bisweilen aus Gutmüthigkeit zu weit nachgegeben haben. Wo das geschehen ist, hat Aenderung einzutreten. Die von Mitgliedern des Fachvereins gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt sich einem geehrten Publikum zur Anfertigung von Herren- Garderoben jeder Art. Reichliche Auswahl in- und ausländischer Stoffe. Reelle Bedienung, guten Sig, solide Preise garantirt der Vorstand. Gleichzeitig machen wir auf unser reichhaltiges Lager: Frühjahr- und Sommerpaletots, aufmerksam. Um zu räumen herabgesetzte Preise! E. Jensen& Co., Zeitschriften- Verlag, 36 Paulstraße, Hamburg. Durch uns ist zu beziehen und empfehlen zum Abonnement: Mark Glückauf!( Organ der Bergarbeiter.) Per Quartal 13 Nrn. Beitschrift der Plastik.( Organ der Bildhauer.) Per Quartal 3 Nummern. Vereinezeitung für Brauer. Per Quartal 13 Nummern. Allgemeine Dachdecker- Zeitung. Per Mart 1, 1, 1,50 Deutsche Böttcherzeitung. Per Quart. 13 Nummern 1, Wecker.( Organ der Bäcker.) Per Quart. 6 Nummern 4 1,50 0,75 0,75 Quartal 3 Nummern. Fachzeitung für Drechsler.( Mit Kunstbeilagen.) Pr. Quartal 6 Nummern 0,80 Deutsche Gärtner- 3tg. Per. Semester 18 Nummern 4 Weiss- und Bairisch- Bier- Lokal der Gerber. Pr. Quart. 6 Nummern. 0,80 sowie guten Frühstück- und Mittagtisch. Robert Nürnberg, Anklamerstr. 49. 3,50 Der Glaser. Per Quartal 6 Nummern 1,20 Der Fachgenosse.( Organ der Glas- u. Porzellanarbeiter.) Per. Quart. 6 Nr. 1, Der Kupferschmied. Pr. Quart. 6 Nrn. 1, Correspondent.( Organ der Maler.) Per Quartal 6 Nummern Den Mitgliedern des Vereins zur Wahrung der Interessen Deutsche Mechaniker- 3tg.( Mit KunſtDer Klavierarbeiter und verw. Berufsgenossen zur Kenntniß, daß§ 1 Abs. 5.( Rechtsschutz) in Straft getreten ist und alle vorkommenden Streitfälle nach dem Reglement§2 bei einem der folgenden Mitglieder zu melden sind: G. Hahn, Lübbenerstr. 13. Riediger, Zossenerstr. 25. Sparfeld, Sorauerstr. 27. Zubeil, Waldemarstr. 73. Baul, Bethanien- Ufer 8. Brecht, Wasserthorstraße 15. Allen Männern der Arbeit empfehle mein Weiss- u. Bairisch- Bier- Lokal. W. Haugk, Weinstraße 22. Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- und Bairisch- Bier- Lokal, Frühstück, Mittagtisch nach Auswahl 45Pf. Abendtisch nach Auswahl 30 Pf. Vereins- Zimmer zu vergeben. + 1, 1, beilagen.) Per Quartal 6 Nummern Deutsche Sattler- Zeitung.( Mit Kunstbeilagen.) Per Quartal 3 Nummern. 0,80 Bruder Schmied. Pr. Quart. 6-7 Nrn. 1, Fachzeitung für Schneider. Tapeziererzeitung.( Mit Kunstbeilagen.) Zeichnungen.) Per Quartal 6 Nummern 0,80 ( Mit + 1,50 4 + 0,90 Buchbinderzeitung. Per Quart. 13 Nrn. Correspondent für Buchdrucker. Per Quartal 39 Nummern. . 1,25 Reform.( Organ der Drucker und FormStecher.) Per Quartal 13 Nummern 0,75 Allgemeine Fahrzeitung.( Organ der Kutscher.) Per Quartal 13 Nummern 1, Metallarbeiterzeitung.( Org.d. Former, Klempner, Maschinenbauer, Schlosser.) Per Quartal 13 Nummern 1, Handschuhmacher. Per Quart. 3 Nrn. 0,75 Correspondent für Hutmacher. Per Quartal 9 Nummern Grundstein.( Organ der Maurer.) Per Quartal 13 Nummern Graphische Presse.( Organ der Lithographen.) Per Quartal 6 Nummern 1, Manufakturarbeiterztg. P. Qu. 13 Nr. 1, Berichterstatter.( Organ der Porzellanarbeiter.) Per Quart. 6 Nummern 1, Schuhmacher- Fachblatt. P. Qu. 9 Nrn. 0,80 Vereinsblatt.( Organ d. Bauhandwerker.) Per Quartal 13 Nummern 1, Gewerkschafter.( Organ d. Tabakarbeiter.) Per Quartal 13 Nummern Vereinsblatt für Weißgerber. Per Quartal 4 Nummern 1, 0,75 0,50 Weber- und Wirker- Zeitung. Per Quartal 13 Nummern 4 0,60 Per Quartal 6 Nummern Neue Tischler- Zeitung.( Mit KunstDeutsche Wagenbauer- 3tg.( Mit Kunſtbeilagen.) Per Quartal 13 Nummern 1, Zeitschrift der Zimmerkunst. beilagen.) Per Quartal 3 Nummern 0,80 ( Mit Kunstbeilagen.) Per Quartal 3 Nrn. 0,75 Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck dieses Verzeichnisses gebeten. + Buchhandlung und Buchbinderei von W. Iwantzky, Schmidtstr. 8, v. part., empfiehlt sich zur Anfertigung jeder Buchbinderarbeit, sowie zur Lieferung sämmtlicher wissenschaftlicher Werke und Zeitschriften. NB. Abonnements auf die ,, Berliner Volkstribüne" sowie jede andere Zeitung Herm. Liewald, Mariannenstr. 46. 1 werden stets entgegen genommen. Wilhelm Koennecke Florentine Koennecke ( Cantius- Lange) Ehelich verbunden. New- York, 30. Juni 1888. Weiss- und Bairisch- Bier- Lokal, Frühstücks-, Mittag- u. Abendtisch empfehle bestens Gustav Tempel, Breslauerstrasse 27. Eine Schlafftelle ist zu vermiethen bei Günther, Adalbertstraße 94. Arbeitsnachweis für Tischler. Der vom Fachverein de. Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich Alte Jakobstr. 38 im Restaurant Schumann. Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 10 Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 1hr Vormittags. Da sich die vier Kassirer der„ Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, sich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Ar beitsnachweis zu benußen. Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-112 Uhr, sowohl an Mitglieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Die Arbeitsvermittelungs- Kommission. An die Tischler Berlins. Unterzeichnete Kommission richtet an alle Kollegen die Bitte, auch fernerhin für die streifenden Kollegen. Hamburgs zu sammeln und etwaige Gelder gegen Quittung an die Kommission abzuliefern. Gleichzeitig machen wir auf eine Mittwoch Abend, den 25. d. M., stattfindende öffentliche Tischler- Versammlung in Sanfouci, Stottbuferstr. 4a, aufmerksam. Tagesordnung: Der Streit der Tischler in Hamburg. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. J. A. der Kommission: Fr. Zubeil, Waldemarstr. 73. № 29. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". [ Nachdruck verboten.] Die Einweihung. Von Adalbert v. Hanftein.*) Sie saßen beisammen in traulicher Nische Am runden, schwerfälligen, eichenen Tische. Sie klappten die Deckel von steinernen Krügen Und tranken das Bier in prüfenden Zügen Und sahen mit wichtigem Kennerguce In den goldbraunen Trant nach jedem Schlucke. Und wechselnd füllte der Kellner neu Die Krüge mit Hacker- und Spatenbräu; Denn beides mußten die Herrn erproben, Um dann das Beste herauszuloben. Beim Henkel ergriff sein Glas Herr Haller " Und sprach: Meine Herrn, das Wohl Ihrer aller!" Und schlürfte bedächtig mit guter Art Und wischte sich freundlich behäbig den Bart, Den doppelt geflügelten, würdigen, grauen, Indeß seine Augen behaglich schauen Hervor aus der Brille im Rahmen von Gold, Deren Bügel die römische Nase umrollt. Er ließ seine Blicke die Runde durchschweifen, Den ganzen, weiten Raum überstreifen. Erst schaut er die hölzernen Stufen hinab, Die aus der Nische führen bergab, Und dann in die Räume zu beiden Seiten, Die rechts und links sich hinüberbreiten, Durchpflanzt mit Beeten von Stühlen und Tischen Und großen, hölzernen Säulen dazwischen, Die geschnißt und verziert zum Himmel ragen Und die bunte, gefehlte Decke tragen Auf Balken, welche von beiden Enden Sich binden mit den getäfelten Wänden. Er sieht die Mauern mit Schnörkeln beschneit, Mit flugen Sprüchen aus alter Zeit, Die in rothen und blauen Lettern sich schreiben Hoch über den Fenstern von Bußenscheiben, Durch welche das Licht mit mattem Geflimmer Sich märchenhaft gießt in das schattige Zimmer. Und fernher aus Winkeln und Ecken kehrt Sein Blick zu dem Krug, den er eben geleert. Er trommelt zerstreut mit leisem Gesumm Mit den Fingern auf dem Deckel herum Und sizt eine Weile so schweigend da Und rückt und nickt und sagt: " Ja, ja! Wenn heute ich an meine Kindheit denke Und an die alte, verfallene Schenke! Die Kneipe mein' ich, hier nebenan; Ich hab' sie geerbt als junger Mann. Mein Vater ist dort als Wirth gestorben Und hat sich ein kleines Sümmchen erworben. Ich selbst aber wollte da drüben nicht leben; Ich habe das Haus einem Pächter gegeben, Und ich wurde Kaufmann. Ja, ja, meine Herrn, Gearbeitet habe ich gut und gern, Und als ich drei Jahre die Pacht mir gespart, Da hatt' ich ein Sümmchen mir aufbewahrt. Ich kaufte mir Land im Osten und Westen, Und alles gelang mir, Sie wissen's, zum Besten. Als ein armes Kerlchen fing ich an Und wurde zuletzt ein vermögender Mann. Ich wohne noch heut im Viertel der Stadt, In dem meine Wiege gestanden hat. Es hat sich verändert, und ich darf sagen, Ich selbst habe auch dazu beigetragen. Wie hier überstofpernd die Straßen sich drängten Und die Häuser sich Luft und Sonne verhängten! Die Dächer verfallen, die Stuben niedrig, Die Treppen wie Leitern, das Innere widrig, Die Fenster verwittert, die Scheiben zerschlagen, Besthütten wo heute Paläste ragen, Fünf Stock hoch bis oben mit großen Balkonen, Mit marmornen Treppen und luſtig zu wohnen, Mit Erkern und Thürmchen, die oben mit flachen Dachzinnen vergnügt in den Himmel lachen, Vom Keller bis unter die First bewohnt Ein Werk, das mit Luft sich und Liebe belohnt! Ich habe die ersten hier aufgebaut, Davon manches heut in die Wolfen schaut. Doch hab' ich mich nie an den Armen versündigt; Ich habe den ärmeren Leuten gekündigt Ein Vierteljahr oft im voraus; Sie zogen in Frieden ruhig hinaus!. Drauf hab' die Scheunen ich niedergerissen Mit zufriednem Herzen und leichtem Gewissen Und habe die Häuser zurückgebaut, Damit man die Straße breiter schaut. Und jetzt, wo die neue Straße man bricht, Einen Strom uns zu schaffen von Luft und von Licht, Der uns eint mit den nobelsten Straßen der Stadt Und die Großstadt zu uns getragen hat, Mit elektrischem Licht und neuen Laternen, Aus Winkeln die Nester der Nacht zu entfernen, Da führt' ich den letzten der Wünsche mir aus Und baute dies neue, geräumige Haus. Schon früher hatt' ich's für tüchtiges Geld Als Wirthshaus neben die Schenke gestellt. In besseren Räumen ein treffliches Bier, Das lockte die besseren Leute zu mir. Auch Handwerker ließer es bald sich nicht nehmen, Bu sizen in meinem Lokal, dem bequemen. Manch Arbeiter warf seinen Kittel beiseit, Kam Abends zu mir im Sonntagskleid. Und je feiner die Gegend hier ward, um so schneller Verschwand mir das Bier aus Lager und Steller. " Die Schenke, die doch einmal fallen muß, Ift mir schon lange ein arger Verdruß. Jezt hab ich dem Bächter gekündigt die Pacht, Und nächstens heißt es auch da: Gute Nacht! Und dann werden Sie in meinem Lokale, Herr Wirth, fich heben mit einem Male. Ich hab' es vollständig ja umkonterfeit, Es trägt nun ein wirklich modernes Kleid, Denn altdeutsch muß heute ein Wirthshaus sein, *) Vergl. auch letzte Seite dieser Beilage. 99 Sonnabend, den 21. Juli 1888. Und echtes Bier muß vor allem hinein. Im nächsten Jahre erwächst mir schnell Darum und daneben ein ganzes Hotel Mit Aufzügen von hydraulischen Pressen, Den Lichthof mit Glasdach nicht zu vergessen Das soll uns die Gäste in Haufen bringen, Die nie sonst in unsere Gegend dringen. Seitdem uns die Stadtbahn hier berührt Und die Menschen uns über den Köpfen entführt, Da faßt' ich sogleich den großen PlanIm nächsten Jahr ist auch das schon gethan! So schaff ich mir selber im Kleinen zwar nur Doch immer ein Stückchen der großen Kultur. Und daß es noch lange so gehe fortan, Darauf, meine Herren, stoßen wir an!" * * * Sie flappern zusammen die steinernen Krüge Und thaten viel kräftige, tüchtige Züge. Dem Wirth, der das neue Lokal übernommen, Dem waren die Augen vor Freude verschwommen; Er paffte so seelensvergnügt in die Luft Und sog den Havanna- und Zukunftsduft. Doch Hallers Freund, der Regierungsrath, Nur langsam Schluck um Schluck noch that Und dem andern die Schulter betippte sacht: " Das hast du mal wieder sehr gut gemacht!" Und ein Herr von der Presse" von siebzehn Jahren, Dem Freibier und Frühstück noch wichtig waren, Notirte sich alles mit Blei auf Papier Und sagte bemerkbar:„ Das bringen wir!" Und wie so noch sprachen die achtbaren Herrn, Ging hinten die Thüre man hört es von fern Und Tritte vernahmen sie ungeschickte, Bis dort eine Frau um die Säule blickte Und langsam des Weges zur Nische klappte, Mit den Händen auf Stühle und Tische tappte, Und als sie die Herrn in der Nische erkannt, Dicht unter den Stufen stille stand. Dann stieg fie und riß bei jedem Schritt Mit der Hand die schlampigen Kleider mit; Drauf fuhr sie sich über ihr aschgraues Haar, Das rauh und starr und geknotet war, Und unter den schimmlichen Augenbrauen Begann sie dummdreist hervor zu schauen Und strich sich die Röcke so lasch und so schmuzig; Da stand sie so progig, so pazig und pugig Und sagte ganz laut: Guten Tag, die Herrn, Und wenn ich störe, dann thu ich's nicht gern; Ich wollte bloß auch' mal gratuliren!" So sprach sie zu den versammten Vieren. Die schauten sie an mit vergnügtem Entsetzen. " Ich darf mich auch wohl ein bischen sezen?" Herr Haller rückt seine Brille:„ Sieh da, Frau Grünfeld, ei freilich, versteht sich, ja, ja! Ich dachte, Sie würder mich heut nicht vergessen. Gin Seidel, Kellner, und tüchtig gemessen!" " Ich danke, die Herrn, ich habe schon was!" Das thut nichts. Sie trinken schon noch ein Glas! Nun, sehen Sie wohl, da ist es ja schon! Prost, Sie sollen leben und Ihr lieber Sohn, Und vor allem Ihr Mann, mein ehrlicher Pächter! Was macht das Geschäft?"„ Geht täglich schlechter! Kein Bier wird getrunken wir haben kaum Brod Mein Sohn liegt zu Bette mein Mann ist todt." „ Ist todt? Herr Gott, woran ist er gestorben?" " Ich weiß nicht, er ist so allmählich verdorben! Seitdem die rothe Laterne hängt, Und seitdem sich der alte Barbier erhängt..." Der Herr von der Presse" lauschte genau: Wer ist der alte Barbier, liebe Frau?" " „ Ein Freund von meinem verstorbenen Mann, Dem keiner was Böses nachsagen kann. Dem Wirthshaus wohnte er gleich gegenüber, Und Abends fam er zu uns herüber, War einer von unseren ersten Kunden, Die wir hier vor dreißig Jahren gefunden. " Ich weiß es noch ganz genau wie heute, Wie ich und mein Mann als junge Leute Einzogen in das alte Haus. Wir puzten es ordentlich fein heraus Wie war da alles so sauber und nett Das ganze Haus wie ein Staffeetablett! Die Stühle noch ganz, die Ecken so sauber, Wie aus Ei gepellt der ganze Zauber! Wie alles dann ganz und fertig war, Bis auf den letzten Nagel jogar, Da machten wir unsere Thüre auf Und schrieben„ Heute eröffnet!" darauf. Dann warteten wir den ganzen Tag Bis neun Uhr mit dem Glockenschlag. So lange waren wir ganz allein Da trat der alte Barbier herein. „ Klein war er, die Augen so keck und verschlagen, Das Haar trug er lang bis über den Kragen. Er trat an den runden Tisch zu mir, Und August brachte ihm ein Glas Bier; Er tranf und schnalzte, wie man wohl thut, Sah um und sagte behaglich:„ Gut!" Und gab meinem Mann seine schneeweiße Hand, Als wären sie beide schon lange bekannt, Und sagte zu ihm:" Gefällt mir sehr! Hier komme ich jeden Abend her!" ,, Und wie die Thüre dann wieder ging, Da guckt er sich um mit schlauem Geplink: " Der Buchhändler ist es hier von der Ecke, Der kneipt sich auch eine niedliche Strecke! Er ist nur ein bischen wunderlich. Der braucht einen ganzen Tisch für sich Und ist so stolz wie' ne Ercellenz Es macht ihm ja keiner hier Konkurrenz!" War ein mächtiger Herr mit dickem Bauch, Sah sich feierlich um und setzte sich auch Und aus der Tasche holt' er heraus Wohl zwanzig Packete und pacte sie aus; Waren alles Stücke von seiner Pfeife, Obgleich ich das heute noch nicht begreife. Und wird sie alle zusammenkleben Und ließ sich' ne Weiße mit Himbeer geben. II. Jahrgang. " Dann kam vom Gymnasium der alte Professor Und sein Schwiegersohn, der junge Assessor; Die sezten sich hinten und sprachen ganz leise, Die waren für uns ja viel zu weise. Und schließlich kam auch der Juwelier Zu unserem Tisch und trank sein Bier. Ein freundlicher Herr, hatt' es nimmer gedacht, Daß der sobald schon Pleite gemacht! Und der alte Barbier gab ihm schnell die Hand. " Ich glaube, die haben sich„ du" genannt, Er bot aus der Dose ihm eine Prise Das war eine Freundschaft, das war ein Geniese! ,, Oft klappte die Thür. Von allen, die kamen, Sagte gleich der Barbier uns Titel und Namen. Und wie er so recht erst aufgetaut, Da lachten wir alle und sprachen sehr laut Und mußten uns schütteln in einem fort. Der Buchhändler horchte und sagte kein Wort, Doch wenn er' mal eines fonnte erwischen, Dann rief er:„ Ganz falsch!" oder„ Unsinn!" dazwischen. " So hat es den ersten Tag angefangen, Und so ist's auch prachtvoll weiter gegangen. Der Barbier kam immer des Abends erst spät Und war immer lustig und aufgedreht. Na, ich sage, der konnte Geschichten erzählen Und die Leute ärgern und necken und quälen! Ein richtiger Hausfreund wurd' er uns dann, Ich hatt' ihn so lieb fast wie meinen Mann! Die besten Kunden hat der gehabt, Sie haben ihm ehrlich und tüchtig berappt, Bis alle die neuen Häuser kamen Mit den feinen Herren und den vornehmen Damen Und alle die Miethen so fürchterlich stiegen, Da fonnt er keine Stunden mehr friegen; Da hat er schon lange Jahre gefeiert, Heut ist ja alles so fein und geleiert. Sie nahmen's ihm übel, wenn er mal hustet, Den Leuten die Haare vom Hals runterpustet! Da fam er zu uns was sollte er machen? Verbrauchte sein Geld und konnte noch lachen. „ Mit uns sah es auch ganz anders aus. Wir hatten im alten, guten Haus Zwanzig Jahre gelebt in Trauer und Glück, Und denk' ich noch an die Zeit zurück! Wir haben die arme Grete begraben Und in den Krieg geschickt den Knaben; Wir haben geschafft und Geschäfte gemacht Und uns ehrlich und rechtlich durchgebracht. Dann ging's zehn Jahre so langsam bergab. Ganz plöglich wurden die Gelder uns knapp, Wie ein Haus um's andre zusammerbrach, Das ganze Viertel so nach und nach. Hier kennen wir keinen Menschen heute, Hier wohnen jetzt nur noch reiche Leute. ,, So saßen wir heute vor einem Jahr, Verweint und verzweifelt ganz und gar, Zusammen am runden Tisch zu Vier: Ich, August, mein Mann und der alte Barbier. Sch holte in's falte Zimmer ein Licht, Und die Klinke der Thüre bewegte sich nicht. Die bei uns gesessen in früheren Jahren Der Teufel weiß, wo sie damals waren! „ Der Buchhändler war längst heruntergekommen, Seitdem der Brander den Laden genommen, Den neuen, mit allen den großen Scheiben Da wollte kein Kunde mehr bei ihm bleiben. Er bummelte, trant sich selbst auf den Hund, Verkaufte Nomane, sechs Dreier das Pfund. Im Laden hat es nach Schimmel gerochen, Im Schaufenster waren die Scheiben zerbrochen! Da lag noch ein alter Plan von Berlin, Ein Haufe von gelben Photographien, Ein Kochbuch und ein Band mit Gedichten, Ein paar bunte Bücher mit Kindergeschichten, Und drin in seinem verschlossenen Spind Hatt' er Bücher, die lange verboten sind. Und einmal sucht' ihn ein Schußmann da Aber er war fort nach Amerika! „ Mit dem Juwelier ging es nicht so schnell. Das war ein verflucht gerieb'ner Gesell! Als keiner mehr kaufte in seinem Laden, Da dacht' er:„ Vergrößern kann niemals schaden!" Ihm gehörte das Haus, da hat er gebaut Und immer so pfiffig drein geschaut Und rieb sich die Hände, wenn er mal kam Und von dem Barbier eine Prise nahm. Wenn der dann sagte; ,, Na alter Sünder, Du gehst wohl auch noch unter die Gründer?" Dann sagte er leiſe: ,, Warte nur, Ich schwimme im Strom der großen Kultur!" Und lief bei den kleinen Leuten herum Und lich sich ihr Geld und brachte sie drum. Er hat sie alle, alle betrogen, Die Wirthe, die Arbeiter ausgesogen! Er hatte im Kopf einen riesigen Wurm Und baute sein Haus so hoch wie' nen Thurm, Und als die Geschichte fertig war, Da wurde der ganze Schwindel klar. Die Leute hier wollten den Alten ermorden, Der im sechzigsten Jahr noch ein Schurke geworden Und richtig so nach ein paar Tagen, Da mußte er in den ,, grünen Wagen." Sie fuhren ihn weg nach Moabit Ja, wenn man so was so kommen sieht! " ,, Da saßen wir nun am kahlen Tisch, Und vor uns lag ein Zeitungswisch, Drin war ein Stück Wurst und' n Kanten Brod. Und mein Alter sagte:„ Ich wollt, ich wär' todt!" Da rief der Barbier: Du bist nicht gescheit, Wir sind ja gesunde, träftige Leut!" Und geht's auf die eine Weise nicht mehr, Dann nehmen wir schnell etwas anderes her. Schwimm' auch mal im großen Strom der Kultur, Es wird schon gelingen, versuche es nur! Häng' du eine rothe Laterne heraus Und nimm dir Mädchenbedienung ins Haus. Die Rife von meinem verstorbenen Sohn, Die kann sich auch was verdienen schon. Sie ist wahrhaftig nicht mehr zu klein, Die fann bei euch dann Kellnerin sein. Ist besser, als Nachts durch die Straßen laufen Und Blumen und Streichholzschachteln verkaufen!" ,, Das schien uns gut, und wir machten es so Und waren auch anfangs darüber froh. Es famen viel Gäste, die Rife war niedlich Und machte auch alles recht appetitlich. Wenn Einer nur was ja vorkommen kann Dann war sie das richtige ,, Rühr' mich nicht an." Und schließlich wurde die Nike bekannt; Sie famen von allen Seiten gerannt Und stürmten und tranken recht tüchtig Bier; Ins Fäustchen lachte sich der Barbier! Bis einmal ein Kerl in die Stube kam Und sich aufs Korn die Nike nahm. Sehr nobel war er und fein frifirt Und wurde Herr Referendar titulirt. Und wie die Nike den gesehn, Da war's um ihr armes Herz geschehn. Er schielte sie an durch den goldnen Kneifer, Da waren sie beide der helle Eifer. 1 Sie saß bei ihm, er bezahlte für sie; Sie legte die Hand ihm auf sein nie, Und Teufel! ich brauch's ja nicht zu erzählen! So'n Luderjahn darf sich ja nicht vermählen Mit einem ehrlichen, armen Kind, Weil wir ja so plump und gewöhnlich sind. Und furz, die Geschichte kam zum Klappen, Ter fleine Bengel fing an zu schnappen. Sie lief davon, und der alte Barbier Wir haben ihn runtergeschnitten wir! Mit meinem Sohn bin ich' rübergekommen Und habe die große Leiter genommen; Und oben hing er im schneeweißen Haar Am Gashahn er war im siebzigsten Jahr! Wie oben der Friß ihn losgeschnitten, Da ist er ganz steif heruntergeglitten Und mit den Füßen aufgetappt Und dann wie ein Plättbrett umgeklappt" Hier hielt sie plöglich die Stimme an ,, Und war so'n guter, lustiger Mann! ,, Nach Hause ging ich und fand meinen Alten Jin Bette und halb schon im Erkalten. Er hatte schon jahrelang krank gelegen, Und wie sollten wir ihn denn richtig pflegen? Wir hatten den Kopf mit der Wirthschaft voll, Der Alte war längst nicht mehr, wie er soll. ,, Und wenn Sie mich fragen, warum er gestorben, Warum die arme Nike verdorben, Warum wir alle so schlecht geworden Durch Sie, und Sie werden uns alle noch morden! Ich weiß ja, Sie haben uns nie gesteigert, Sie haben uns keine Bitte verweigert, Sie haben uns auch in der bittersten Noth Noch Kleider geschenkt und Geld und Brod, Und doch sind Sie schuld an all dem Jammer; Sie brachten uns in die Numpelkammer. Denn seit Sie so fein unser Viertel gemacht Und alle die neuen Häuser gebracht Und die kleinen Leute fortgetrieben, Da ist uns Armen nichts übrig geblieben. Wer heute noch lebt, das ist schon das Beste, Steht einmal die ganze Stadt voll Paläste, Und können wir nirgends die Miethe erschwingen, Dann müssen wir alle ins Wasser springen. ,, lind nun entschuldigen Sie, meine Herrn! Und hab' ich gestört, dann that ich's nicht gern. Es ist ja auch wahr, was brauch' ich zu leben! Wär nur nicht das Sterben! Das ist es ja eben! Doch weil Sie mir schon gekündigt haben Gleich morgen, wenn wir den Alten begraben, Dann geh' ich mit meinem verkrüppelten Sohn, Und arbeiten wollen wir beide um Lohn. Es findet wohl noch ein Barmherziger sich, Für ihn ein Gefängniß, ein Spittel für mich!" Sie sprach es und faßte mit kräftigem Ruck Den Krug und leert' ihn auf einen Schluck Und schleudert' ihn mit wildem Gezisch Zerschmetternd mitten auf den Tisch. „ Das echte Bier, das soll es noch büßen!" Und flappt' eilig davon mit watschelnden Füßen. Die Männer schwiegen und saßen betroffen. Nur der Herr von der Presse" sagte:„ Besoffen!" Und griff in die Tasche und bürstete eitel Sich seinen blanken Pomadenscheitel, Indeß der alte Regierungsrath Nur langsam Schluck auf Schluck noch that, Sich räuspernd, als wollt er gern etwas sagen; Doch schluckt er die Worte hinab in den Magen. Dem Wirth war selber das Rauchen vergangen, Und Thränen rollten ihm über die Wangen. Er holte das Tuch sich aus der Tasche, Verschämt, als ob er Verbotenes nasche, Und brummte, die Augen mit Thränen betaut: Ich habe zu nah am Wasser gebaut!" Herr Haller sprach mit gefalteten Händen: ,, Wir können's nicht ändern, Gott mag's wenden! Es ist nun einmal der Lauf der Welt, Daß der Eine steigt, wenn der Andere fällt. Wie der Bahnzug braust übers starre Geleiſe, So geht über Menschen der Menschheit Reise. Ich schädige wahrlich Niemanden gern! Auf bessere Zeiten! Prost, meine Herrn!" Wie die amerikanischen Arbeiter sich den zehntündigen Arbeitstag erkämpften. Freiheit des Individuums zu beschränken", weshalb in Leistungen in der Regel viel gründlicher gemacht als bek Boston( Mai 1832) fie sich auch versammelten und Stoß- uns. Besonders die Ermittelung der Preise der einzelnen seufzer über die Undankbarkeit der so gut bezahlten" Leistungen ist eine sehr überlegte und gründliche. In Arbeitssklaven losließen. 106 Firmen unterzeichneten eine einem französischen Anschlag wird nicht etwa gesagt einlangathmige Resolution, welche u. A. besagte:„ Wir fach und kurzweg: X. Kubikmeter Mauerwerk zu Y Franken, werden keinen Arbeiter beschäftigen, welcher zur Zeit solchem macht in Summa 3 Franken", sondern es wird genau Vereine angehört; wir werden auch keinem Handwerks- nachgewiesen, wie der Verfertiger des Anschlages zu dem meister Arbeit geben( also Boykott!), der Arbeiter be- ,, Einheitspreise" Y. gekommen ist. Es kann ihn Jeder schäftigt, welche sich gelobt haben, nur 10 Siunden zu nachrechnen und ihn beurtheilen. Diese Nachweisung bearbeiten u. f. w. findet sich in einem besonderen Beilagehefte zum Anschlag, " Der Einfluß der„ Bosse" war groß genug, die Be- in dem„ Borderau des prix", zu deutsch in der Preiswegung zu brechen, soweit der augenblickliche Erfolg in liste." Die Preisliste beginnt damit, daß sie die Tage= Betracht kommt. Die Organisation selbst erlitt indeß keine löhne sämmtlicher Arbeiter angiebt, die der ferneren Einbuße; im Gegentheil wuchs sie an Mitgliederschaft. Preisberechnung zu Grunde gelegt sind. Diese Aufstellung Der Mißerfolg der Bostoner Handwerker im Jahre der Tagelöhne geht ganz ins Einzelne und giebt an, wie 1832, im Verein mit den Drohungen der Kaufleute, die hoch der Arbeitslohn des Poliers, des Maurers, des Verschwörungsgeseze in Anwendung zu bringen, war der Zimmerers, des Tischlers, des Dachdeckers u. s. w. bis. Zehnstunden- Bewegung hinderlich und erst in den Jahren zum Handarbeiter herunter vom Anschlagverfertiger an= 1836-1837 glückte es in Boston, für Schiffs- Reparatur- genommen ist, mit und ohne Anschlag von„ Meistergeld". Arbeiter die verkürzte Arbeitszeit durchzusetzen, während Dann folgen die üblichen Tagelohnssäße für Transport= auf den Schiffsrheden selbst erst im Jahre 1840 der Behn- mittel, ebenso mit und ohne Zuschlag von Unternehmerstundentag eingeführt wurde. gewinnen, ihnen schließen sich die üblichen Preise für die Im Jahre 1835 legten die Steinmeßen und Huf- im Anschlag zur Verwendung angenommenen Rohstoffe schmiede New- Yorks zwecks Lohnerhöhung die Arbeit nieder; an, dann die Berechnung der für die Vorbereitung der in Paterson, New- Jersey, wurde wegen Einführung kürzerer Rohstoffe erforderlichen Arbeiten( Zerkleinern von Steinen, Arbeitszeit gestreikt. In vielen Orten organisirten sich die Anfuhr von Materialien, Bereiten von Mörtel u. s. w.), Unternehmer und weigerten sich, Gewerkschaftsmitgliedern und schließlich kommt die genaue Entwickelung der Preise Arbeit zu geben, offen erklärend, daß die Arbeiter nicht für die einzelnen Arbeiter für die Maaßeinheit. die Mittel erhalten sollten, sich gegenseitig zu unterstützen. Es wird dabei z. B. genau angegeben, wieviel Steine, Der Zehnstunden- Streit der Zimmerleute( im Jahre wieviel Mörtel zum Kubikmeter Mauerwerk gerechnet ist, 1836) schlug fehl, zum Jubel der besitzenden Klasse, welche was diese Materialien und Halbfabrikate nach den vorin dem Streik die Herrschaft der Unvernunft" erblickte, stehenden Preisen kosten, wieviel Arbeitszeit von Maurer, und dessen Mißerfolg als die Rückkehr der Vernunft Steinträger u. s. w. für den Kubikmeter Mauerwerk an= beglückwünschte. Ein allgemeiner Streit zum selben Zwecke genommen ist u. s. w. in Philadelphia führte zu einer besseren Organisation verschiedener Gewerke. Die in den Schiffsbauhöfen zu Washington beschäftigten Arbeiter wandten sich zur selben Zeit an die Regierung, mußten aber unverrichteter Sache zur Arbeit zurückkehren. ג Aus diesem Preisverzeichniß, das eine Beilage zu dem der ganzen Verdingung zu Grunde liegenden Cahier des clauses et charges"( deutsch:„ Bedingnißund Lastenheft") bildet, kann sich also jeder Unternehmer, der mit bieten will, ganz genau belehren, wie die einzelnen In Baltimore verfaßten die Gewerkschaften eine Dent- Preise gemacht sind und danach sein Anerbieten einrichten. schrift, um den Kongreß zu bewegen, den 10stündigen Die Preislisten" sind dadurch, daß selbstredend die Normalarbeitstag für alle an öffentlichen Arbeiten Be- Erfahrung des Lebens sie kontroliren und leicht beschäftigten einzuführen. Die Denkschrift gelangte zwar am richtigen lassen, in der Regel sehr zutreffend. Die Arbeits21. März 1836 an den Kongreß, wurde aber nach kurzer löhne besonders werden mit großer Sorgfalt festgestellt. Debatte auf, resp. unter den Tisch gelegt. Der Pariser Magistrat hat dabei noch die dankenswerthe Die Bewegung ergriff mehr oder weniger alle Gewerke. Vorsicht gebraucht, die Arbeiter selber bei dieser Feststellung Sie alle aufzuführen ist fast unmöglich. Und daß sie in vernünftiger Art mitwirken zu lassen. recht lebhaft gewesen sein muß, ist aus der Thatsache er- Nun verlangt er aber auch, daß die Unternehmer, fichtlich, daß es im Jahre 1836 in New- York und Phila- die auf Grund solcher ganz genauer Angaben die Arbeiten delphia während eines Streiks der Hafenarbeiter zu Riots" übernommen haben, den dadurch mit der Stadt vereinbarten ( Ruhestörungen) zu kommen schien, indem der damalige Arbeitslohn wirklich zahlen. Es soll ihnen freistehen, Mayor die Miliz zu den Waffen rief und den Streifenden zu spekuliren auf was sie wollen, aber nicht auf Kosten drohte, mii Kugeln unter fie schießen zu lassen. der Arbeiter. Die Organisations- Agitation für den Zehnstundentag Die Unternehmer können sich ihren eigenen Vererreichte endlich eine solche Stärke, daß der Präsident der dienst so billig als sie wollen anrechnen, sie können die Vereinigten Staaten, Martin Van Buren, eine Proklamation Materialien so billig beziehen, als es bei der verlangten erließ, in der er für alle Angestellten der Vereinigten Güte derselben möglich ist, sie können durch Verbesserungen Staaten- Regierung in den Schiffsbauhöfen den Zehn- in den Arbeitsweisen, durch Maschinen u. s. w. die stundentag feststellte. Obwohl die Proklamation nur den Herstellung verbilligen, wie sie wollen, und wie es ihnen Regierungs- Arbeitern zum Vortheil gereichte, so wurde gelingt, aber am Lohn der Arbeiter, auf Kosten von sie doch von allen Zweigen der organisirten Arbeiter als deren Knochen und deren Gesundheit, da dürfen ein Ansporn begrüßt, um auf dem begonnenen Wege mit sie keinen Rebbach machen. erneutem Muthe weiter zu streben. Nicht wahr, solche Anschauungen zeugen von einem Die Bewegung faßte in vielen Fabrikorten New- Yorks hohen Grad von„ Verkommenheit", das kann in einem und der New- England- Staaten Fuß und die Zahl der so hoch gebildeten Staate, wie bei uns, gar nicht vororganisirten Gewerke vermehrte sich derart, daß sich die kommen? Bewegung bis nach Ohio ausdehnte. Die Unternehmer waren natürlich wüthend. Was Im Jahre 1841 nahm eine Schiffsbauer- Firma in nüßt der beste Pollacke, Italiener u. s. w., wenn man Bath, Me., das Zehnstundensystem an und im Jahre 1844, ihm denselben Lohn bezahlen muß, wie dem heimischen nachdem öffentliche Stimmung durch Massenversammlungen Arbeiter? Wozu ist man Jnnungsmeister, wenn man gemacht worden war, wurde dasselbe auch für die Reparatur- nicht alle Jahre zwei bis drei Mal den Lohn herabarbeiter eingeführt. Zur selben Zeit tauchte auch die jetzt setzen darf? so sehr bekannte Eintheilung: 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Mit Händen und Füßen sträubten sich die Pariser Schlaf und 8 Stunden Muße zuerst auf, und wenn das auch noch ein frommer Wunsch blieb, so wurde die zehnstündige Arbeitszeit nach diesen ersten Versuchen doch rasch zur Durchführung gebracht. Verbesserung des Submissionswesens in Paris. ändern Unternehmer gegen solche Bestimmungen, die den Arbeitstag feststellen, die Sonntagsarbeit verbieten und dem Arbeiter den zum Leben nothwendigen Lohn dennoch sicher stellen. Der wahre Arbeiter" wurde erfunden, der gierig auf Ueberstundenarbeit und auf Sonntagsarbeit ist, der dem Unternehmer bei der Lohnzahlung immer noch einen Theil des empfangenen Geldes zurückgeben möchte, weil er solchen ,, Riesenlohn" gar nicht verwerthen kann, der stolz seine Salzkartoffeln ohne Zuthat ißt, wenn er nur weiß, daß sein Unternehmer sehr viel verdient. Die " Freiheit" dieses wahren" Arbeiters, sich so hoch als. möglich ausbeuten zu lassen, mußte gewahrt werden. " 1 Der Pariser Gemeinderath beachtete das Geheule ( Zur Nachahmung für preußische und Berliner Verhältnisse.) O Nicht so, wie das preußische Ministerium die Submissionsregelung verbesserte, das nur einige kleine Aenderungen an dem bestehenden Zustand vornahm, welche die Unternehmer etwas besser und den Staat etwas nicht. Da beschlossen die Unternehmer zu streiken. schlechter stellen, ohne an den Hauptsachen etwas zu Der Gemeinderath aber blieb sehr falt und schrieb sondern wie es bei den„ verkommenen" Franzosen mit den bewußten Bedingungen die Arbeiten aus. Dreileider häufig geschieht, am rechten Ende hat der Pariser zehn Unternehmer- ,, Fachvereine" protestirten feierlich gegen Aus Geo E. McNeills Werk„ Die Arbeiterbewegung Stadtrath die Verbesserung des Submissionswesens in dieses Ausschreiben, es fanden sich aber doch noch ruhige in Amerika" entnehmen wir die Mittheilungen über die die Hand genommen und mit großer Energie gegen den und friedliche Elemente" unter ihnen, wahre" UnterBestrebungen der amerikanischen Arbeiter, den Zehnstunden- verzweifeltesten Widerspruch der Unternehmer und gegen nehmer, die sich sagten: Was kann da sein? Zu verTag zu erfämpfen, welche ungefähr um das Jahr 1830 den anfänglichen Widerstand des Ministers durchgesetzt. dienen ist noch immer dabei, wenn die Arbeiter auch nicht in Neu- England( den ältesten Staaten an der Ostküste) Die Arbeitszeit ist bei den städtischen Bauten und weiter geschunden und ausgesogen werden dürfen! Sie begannen. sonstigen Arbeitsleistungen durch die Verdingungsvorschriften gaben angemessene Angebote ab und erhielten den Zuschlag. Es waren die Schiffbauarbeiter, welche den Stein in's geregelt, auch sind die Preiſe festgesetzt, die den Arbeitern Sie werden ihren Profit haben und die Arbeiter werden Rollen brachten. Die Zehnstundenfrage breitete sich, Ende als Lohn gezahlt werden müssen. die Haltung des Gemeinderathes billigen. Mai 1832 beginnend, über eine Reihe von Städten ent- Um die Sache richtig verstehen zu können, muß man Das ist geschehen in dem entsittlichten und ver lang der Küste aus. In New- Bedford legten 5-600 Arbeiter die Einrichtung des französischen Submissionswesens etwas die Arbeit nieder und dieselben versammelten sich täglich genauer kennen. und hatten den Stadtausrufer gedungen, um die Versamm- Die verkommenen" Franzosen sind uns Preußen lungen anzukündigen. darin weit über. Dank der vorzüglichen Organisation In den Augen der Kaufleute und Rheder war diese ihres Baubeamtenwesens werden die Vorarbeiten für Bewegung selbstverständlich ein ungesetzlicher Akt,„ die die öffentlichen Ausschreibungen von Lieferungen und kommenen" Paris. In dem höchst moralischen, patriotischen und christlichen Berlin werden bei der Kanalisation und auch bei anderen städtischen Bauten die Lieferungen von Arbeitern", nicht nur von Arbeiten, an den Mindestfordernden" vergeben. Der Magistrat zahlt den Tagelohnspreis an den Lieferanten und überläßt es diesem, wie viel oder wie wenig er den Arbeitern geben mag und kann. Wir leben dafür auch im Reiche der Gottesfurcht und guten Sitte und sind keine ,, verkommenen Franzosen". Wir danken dem Himmel, daß wir soviel besser als jene und speziell auf„ christliche" Sozialpolitik geaicht sind. Bur nur 46 Mitglieder zu vertreten in der Lage war. Die allgemein bekannten Minsterial- Erlasse lediglich dem Interesse der kapitalistiverbreitete Haus industrie im Schneidergewerk wirkte jo lähmend schen Klasse dienen. auf eine ersprießliche Entwicklung der Organisation, daß beim Be- In dieser Zeit der Erschlaffung gedachte man des im Jahre ginn der 70er Jahre die Organisation, an welche sich so stolze Hoff- 1884 auf dem Gothaer Kongreß, auf welchem Berlin durch einen nungen geknüpft hatten, nur noch dem Namen nach bestand. Delegirten vertreten war, gegründeten Reise- UnterstützungsAls in Folge des" Milliardensegens" der Gründungsschwindel Verband der Schneider Deutschlands" und es wurde am seine Giftblüthen üppig entfaltete, und der sogenannte wirthschaft- 18. Januar d. J. hierorts eine Mitgliedschaft gegründet, die es liche Aufschwung eine allgemeine Preiserhöhung der Waaren er- bis jetzt auf ca. 100 Mitglieder gebracht hat. Da die geltenden zeugte, wurden die Berliner Schneider wiederum genöthigt, in gesetzlichen Bestimmungen und die Interpretation derselben seitens größeren Versammlungen Lohnerhöhung zu fordern. Als der der richterlichen Behörden, derartigen zentralisirten Arbeiterver„ Konfektions- Schneider" in Verbindung mit dem Zuzug, welcher P.-T. Arbeiterversicherung, Gewerkschaftliches. Beleuchtung des Uebergewichtes des Stein erst ins Rollen gekommen war, wurden die Grenzen der For- einigungen das Leben geradezu unmöglich machen und es verbieten, derungen auch erweitert; die Schneider verlangten ferner Beseiti- die gewerblichen Uebelstände einer Besprechung zu unterziehen und Großkapitals über den Kleinbetrieb gung der Nacht- und Sonntagsarbeit und humanere Werk- somit die Interessen des Gewerks energisch zu vertreten, so hat die stattordnungen. hiesige Mitgliedschaft des Verbandes bisher noch keine größere führt die„ Franks. 3tg." aus der badischen Kleingewerbe- Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, wurde im Fortschritte gemacht. Enquete folgendes an: Februar 1872 der Streifverein der Schneider" gegründet, dessen Aus allem aber, was wir über die Schneiderbewegung bis Nehme man auf gut Glück aus dem reichen Inhalt Mitgliederzahl bald 1500 erreichte, so daß 8 Tage vor Ostern 1872 jetzt gesagt haben, geht die Nothwendigkeit einer thatträf= laut Beschluß einer von ungefähr 5000 Schneidern besuchten Ver- tigen Organisation hervor, wenn anders die Arbeiter nicht zu der Enquete, deren Ausführung auch in der geschickten sammlung der allgemeine Streit proflamirt wurde. Das Resultat Grunde gerichtet und ausgehungert sein wollen und so hoffen wir, Wahl der Befragten, durchaus die verständnißvolle Hand desselben war befriedigend; die Forderungen der Schneider wurden daß der bevorstehende Kongreß der Schneider Deutschlands", eines Kenners unserer wirthschaftlichen Verhältnisse ver- von der Mehrzahl der besseren Geschäfte sofort bewilligt, so daß welcher vom 5. bis 7. Auguſt cr. in Erfurt tagen wird, Klarräth, einmal die nackten Thatsachen heraus, welche z. B. auch die anderen Geschäfte und Meister angesichts der Ostersaison heit darüber schafft, wie unter den heutigen Verhältnissen eine sich zum Nachgeben genöthigt sahen. Die Sonntags- und Nacht- die Interessen der Arbeiter fördernde Organisation denkbar ist und über das ehrsame Schneidergewerbe erhoben wurden. arbeit waren beseitigt, und eine Lohnerhöhung von 25 pCt. durch geschaffen werden kann. Da sprechen nebeneinander der wohlfituirte Ge- gefeßt, und dieses Alles, obwohl der„ fortschrittliche" Ortsverein der Mögen die Schneider Berlins aus diesem Stück der Geschichte werbetreibende und der arme Meister. Beide sind durch Schneider mit bekannter liberaler Humanität Arbeitskräfte aus der Bewegung die heilsame Lehre ziehen, daß nur durch Einigkeit und Solidarität Erfolge zum Wohle der Arbeiter zu_er= die Schule des alten Handwerks gegangen, haben vor Königsberg importirte, um den Streik wirkungslos zu machen. Nach der Gewerbefreiheit von 1868 war jedoch ein großer zielen sind. dreißig Jahren noch ihre Gesellenstücke gemacht, und wür: Theil der Schneider in Abhängigkeit von den Konfektionsden also beide den Befähigungsnachweis nach jeder Richgeschäften gerathen, deren Prinzip„ billig und schlecht" ist und tung liefern können. die mit der Macht des konzentrirten Stapitalismus die Löhne der Der erstere arbeitet aber mit Kapital, denn er kann von ihnen beschäftigten Schneider maßlos herabzudrücken suchten. Da die Wellen des 72 er Streifs nicht bis in die Werkstätten der zwölf Gesellen beschäftigen. Die Arbeitszeit ist bei ihm stonfektionsgeschäfte schlugen, sah sich der hier in Betracht kommende Fern im Osten Londons, in Bow, liegt die Zündelf Stunden täglich. Er ist wörtlich„ mit seinem Geschäfte Theil der Berliner Schneider im folgenden Jahre zu einem partiellen hölzerfabrik der Firma Bryant u. May. Am Mittsehr zufrieden und kann sagen, daß das Ergebniß regel- Streif genöthigt, um die durchgesezten Forderungen ihrer Kollegen woch vor 14 Tagen noch war sie im vollen Betrieb und mäßig ein gleich günstiges war." Ebenso lohnend findet auch für sich zu erringen. Da jedoch der Indifferentismus der über 1500 fleißige Mädchen mit flinken Fingern unterdie Damenschneiderin in Mannheim, die bis vor kurzem, namentlich aus den östlichen Provinzen nach Berlin gelockt wurde, lagen dort einer Ausbeutung bis aufs Blut. 4, 5 oder ehe sie sich einen eigenen Vorarbeiter anstellte, Alles selbst einem glücklichen Ausgange dieses Streits entgegentrat, so blieben 6 Schilling( 1 Schilling= 1 Mark) machten einen Wochenzuschnitt, die Schneiderarbeit. Sie beschäftigt aber 3 Ge- die traurigen Verhältnisse in den Werkstätten der„ Skonfektions- lohn bei täglich 15-16 stündiger Arbeit. Ueber 12-13 fellen, 24 Arbeiterinnen und 3 Lehrmädchen. Auch bei meister" bestehen. ihr dauert die Arbeitszeit elf Stunden. Das sind keine Schneiderverein für Berlin bedeutungslos war, daß er auf die einmal auf 4 Schillinge die Woche! Frau Annie Besant Bemerkenswerth ist die Thatsache, daß der allgemeine deutsche Schillinge hinaus kam keine; aber manche brachte es nicht ungelernten, blos oberflächlich kaufmännisch gebildeten Ge- Streifs ohne jede Wirkung blieb. hat festgestellt, daß es bei Bryant u. May weiße Stlaschäftsleute, sondern Unternehmer, die von der Pike auf Als die Herrlichkeiten des Gründungsschwindels in einem wüsten vinnen giebt, die hart arbeiten für einen Wochenverdienst gedient haben. Was sie aber von dem Kleinmeister, der Chaos zuſammengebrochen waren und die furchtbarste Strifis auf von 3 sh 6 d, 2 sh 8 d, ja es klingt unglaublich allen Produktionsgebieten wüthete, fonnten sich die Berliner Schneider auf dem anderen Ende der langen Reihe steht, unter der lähmenden Wirkung dieser Zustände nicht entziehen, so daß die bis zu 1 sh 8 d( einer Mark und sechzig Pfennige)! scheidet, ist der nöthige Kapitalbesitz zum modernen Be- folgenden Jahre ohne jeden Fortschritt blieben. Troz alledem brach und von diesem armseligen Bettelalmosen mußten sie sich trieb, durchaus nicht der fehlende Befähigungsnachweis. sich die Erkenntniß Bahn, daß der allgemeine deutsche Schneider dann noch Abzüge für eine Gladstone- Statue und Der Kleinmeister in Mannheim beschäftigt höchstens verein, wenn er eine wirkungsvolle Thätigkeit entfalten wolle, einer alle nur möglichen kleinen„ Vergehen" gefallen lassen, so Reform zu unterziehen sei. Schon gewannen die Gedanken, nach 3 Gesellen, der Handwerker K. K. in Osterburken, welcher welcher Nichtung dieser Reform vor sich gehen müſſe, eine festere 3. B. 1 d( 8 Pfennig) für jedes Fallenlassen eines den noch tiefer stehenden Typus vom Lande repräsentirt, Gestalt, als das Ausnahmegesetz alle gesunden Reime erstickte. Streichhölzchens! Ein Gewährsmann des Weckly Disnur einen Lehrling. Offenbar fehlt hier jedes Geschäfts- Die durch das Ausnahmegesetz hervorgerufene Entmuthigung patch" berichtet von solch armem Geschöpf, das es wöchentkapital, wie auch aus den sonstigen Angaben dieser Ge- hielt jedoch nicht lange ſtand, denn als im Jahre 1882 eine, wenn lich auf 5 Mark zu bringen vermochte, sich davon dann auch zweifelhafte Persönlichkeit mehrere Versammlungen einberief, werbetreibenden ersichtlich ist. Was zeigt sich als Folge? in welcher die eingeriffenen Mißstände besprochen wurden, war der aber mancherlei Abzüge machen lassen mußte und von dem Meister wie Gesellen oder Lehrling müssen 15 Stunden Andrang ungemein groß, jo daß im September genannten Jahres verbleibenden Reste allein 3 Mark für ihr in Pflege getäglich arbeiten und gönnen sich dabei nur die Augenblicke der Fachverein der Schneider Berlins" gegründet wurde. gebenes Kind zu zahlen hatte. Was blieb ihr da noch, Rast, in denen das Effen schnell verzehrt werden muß. Gleich in der ersten Zeit wurde die bezeichnete Persönlichkeit aus- um ihren schwachen Körper widerstandsfähig zu erhalten geschlossen und nun begann eine rege Thätigkeit, durch Abhalten Die Behilfe des arbeitstheiligen Betriebes und der kauf von Versammlungen, in welchen abwechselnd wissenschaftliche und für eine 15stündige Arbeit? Kein Wunder, wenn es bei männischen Geschäftsführung fehlen vollständig. Das gewerkliche Vorträge gehalten wurden. solch mehr als erbärmlichen Verhältnissen nur noch eines Resultat ist ein Verdienst von 1200, von 800 Mark jährBesonders wurden natürlich die beim Schneidergewerk herrschen- Tropfens bedurfte, um das Faß selbst einer systematisch lich, wie beigefügte Haushaltsrechungen besagen, und es den Uebelſtände im Arbeitsnachweis- und Herbergswesen diskutirt. anerzogenen Sklavengeduld zum Ueberlaufen zu bringen. giebt gewiß manchen Dorfschneider in Baden, der noch einberufen, welche eine Stommission mit dem Rechte der Kooptation und dieser Tropfen war die herausfordernde Entlassung So wurde im Oktober 1883 eine öffentliche Schneiderversammlung weniger aus seinem Handwerk herausschlägt. Sonntags wählte, um einen geregelten Arbeitsnachweis einzuführen. Die zweier Mädchen, von welchen Frau Annie Besant Inforwird hier ebenfalls gearbeitet. Der eine Gefelle beschreibt gewählte Kommission wandte sich an alle beſtehenden Schneider- mationen zu einem Artikel über„ Die weiße Sklaverei in die gemeinsame Koft folgendermaßen:„ Zum Frühstück Bereinigungen, aug in die gunung, um gemeinsam zum Besten London" erhalten haben sollte." Diese Entlassung erfolgte auch an Arbeiter und Arbeitgeber diese Fragen zu regeln. Während zwei Tassen Kaffee und ein Weck, zum Mittagessen an drei alle Vereinigungen sich darüber klar waren, daß hier Wandlung am Donnerstag vor vierzehn Tagen, und am gleichen bis vier Tagen in der Woche Fleisch und Gemüse, an den geschaffen werden müsse, war es wiederum die Innung, welche Tage feierten 1500 Frauenhände" der Zündhölzerfirma übrigen Tagen meist Mehlspeise, hie und da, aber nicht hindernd im Wege ſtand, in der Absicht, selbst( nach Verpflichtung Bryant u. May. Sie feierten vermöge des befreienden immer, Suppe, keinen Trunk; zum Vesperbrod 1/2 Liter Aber hier hatten die Herren die Rechnung ohne die Arbeiter ge- heute noch, während nur ein kleiner Theil sich nach einigen bettingsgesetzes) ben Arbeitsnachweis zu regeln. Prinzips der Solidarität. Und 1300 von ihnen feiern Most und Brod, zum Abendessen Suppe und Kartoffeln, macht, welche, allen Schwierigkeiten trogend, einen selbständigen heute noch, während nur ein kleiner Theil sich nach einigen selten einmal Fleisch, keinen Trunt." " Zentral- Arbeitsnachweis" errichteten, ohne Rücksicht auf die Innung, Tagen verleiten ließ, die Arbeit wieder aufzunehmen. InAls baarer Gesellen- Lohn figuriren daneben in der und welche auch Nemedur im Herbergswesen schafften. Der Arbeits- zwischen wird von Frau Besant, Herbert Burrows, John Stadt bis zu 5 Mart, auf dem Lande oft nur 2 bis 3/ nachweis wurde am 7. April 1884 im Lokal Mauerstraße 86 er- Burns, Rev. Stewart Headlam u. A. alles aufgeboten, öffnet und hatte sich eines ungemein großen Zuspruchs zu erfreuen. Mark wöchentlich- der kleine Meister kann eben beim Die Innung eröffnete ihren Arbeitsnachweis erst 6 Monate später um durch zahlreiche Versammlungen und Publikationen in besten Willen nicht mehr zahlen, und oft mag das Menu in der be- rühmten Herberge zur Heimath. der Tagespresse die Aufmerksamkeit des Publikums auf Da im engen Rahmen des Vereins eine größere Agitation zur die bis aufs Mark ausgepreßten Sklavinnen des Ostends auf dem Lande noch viel magerer sein. Bei den großen Geschäften dagegen Löhne bis zu 20 Mark, Vorarbeiter Beseitigung der berrschenden Hebelſtände nicht entfaltet werden konnte, zu lenken und so einen Unterſtüßungsfonds für die Streiso wurde am 11. Mai 1884 in öffentlicher Schneiderversammlung 30 Mart, Zuschneider bis zu 40 Mark wöchentlich. eine Lohnkommission gewählt. In Folge der Thätigkeit der= fenden zusammenzuschaffen. Hier sei eins noch erwähnt. Ist jener armselige Kleinmeister, den man mit aller felben für den Arbeitgebern ein Schrecken in die Glieder, um so Es ist Thatsache, daß die Aktiengesellschaft Bryant u. May mehr, als durch Aufdeckung der Werkstätten- Uebelstände die Sani- 20 pCt. Dividende vertheilt, also sicherlich nicht durch Gewalt wieder als Regel schaffen will, nicht viel schlimmer tätspolizei und der Gewerberath sich veranlaßt sahen, ein- ihre eigene Geschäftslage gezwungen wird, in solch schamdaran, als der Fabrikarbeiter bei geregeltem Arbeitstage, gehende Untersuchungen anzustellen, wodurch behördlich ein loser Weise die Nothlage armer Frauen und Mädchen der überdies durch stramme Vereinigung und durch den besonders gesundheitsschädliche Werkstätten geschlossen Schutz der Gesetzgebung sich ein immer besseres und menwucherisch auszubeuten. Trotzdem haben sich sogar radiNamentlich der Schmutzkonkurrenz und dem bevormundenden kale Blätter bereit finden lassen, kommentarlos im Interschenwürdigeres Dasein zu erringen hofft und erringen Auftreten der Innungsgesellschaft wurde energisch zu Leibe gegangen. esse der besagten Firma die Drohung zu verbreiten, dieIm laufenden Jahre und in der ersten Hälfte des folgenden Jahres zeigte sich eine rege Betheiligung der Schneider Berlins an allen felbe werde ihre ganze Zündhölzerproduktion nach NorVersammlungen. wegen verlegen. Auch das ist eine Schmach! fann? Bur Geschichte der Berliner Schneiderbewegung. 20 Jahre zu berichten. wurden. Durch die immer schärfer hervortretenden Maßregelungen seitens der Polizeibehörde, welche selbst an den harmlosesten Tagesordnungen " = Anstoß nahm und deshalb viele Versammlungen gleich von vornDen Kampf gegen die freien Hilfskassen der herein verbot, trat eine gewisse Erschlaffung ein. Die Verwirrung Arbeiter führen die Ortskassen des fortgeschrittenen ( Zugleich ein Mahnwort an die Schneider Berlins.) wurde um so größer, als in der zweiten Hälfte des Jahres 1885 Mecklenburg mit einer ganz besonderen Schneidigkeit. Leider etwas zu spät kommen wir hiermit der Aufforderung der einige nörgelnde Personen das Vertrauen der Arbeiter zu der Be- Auf einer in voriger Woche in Parchim abgehaltenen Volts- Tribüne" nach, über die Schneiderbewegung der legten wegung zu untergraben suchten. Troß alledem blieb dieselbe im ichönsten Zuge, bis im April und Mai 1886 die bekannten Versammlung von Delegirten, an welcher auch ein höherer Die in den sechziger Jahren immer weitere Arbeiterkreise er- Ministerial Erlasse famen, gleichsam wie um ad oculus die Beamter aus dem großherzoglichen Ministerium des Innern greifende Auffassung, daß die Arbeiterklasse aufhören müsse, ein Arbeiterfreundlichkeit" der Regierung zu demonstriren. sich betheiligte, bildete den Hauptgegenstand der Verhandwillenloses Werkzeug des Kapitals zu sein, daß sie vielmehr im Durch diese Erlasse waren nicht nur die öffentlichen VersammIntereſſe ihrer Selbſterhaltung verpflichtet sei, der entseglichen Aus- lungen der„ Lohnkommission" getroffen, sondern auch der Fach- lungen die Frage, wie die Ortskrankenkassen sich der ihnen beutung energische Forderungen nach Regelung der Arbeitszeit, Lohn- verein". Nachdem in Folge dieses Erlaſſes einige ganz harmlose sehr unbequemen Konkurrenz der freien Hilfskaſſen erhöhung u. i. w. entgegenzusetzen, diese Auffassung zeitigte in fast Tagesordnungen von der Polizeibehörde nicht genehmigt waren, sah erwehren könnten. In der Versammlung wurde unter allen großen Städten Deutschlands im Frühjahr 1865 Schneider der Vorstand des" Fachvereins" sich genöthigt, den Verein auf allgemeinem Beifall folgendes Auskunftsmittel vorgeschlagen. streiks. Wie organisch diese Streits aus den Produktionsverhält- einige Zeit zu vertagen. Als nach 3 Monaten wiederum einige nissen herausgewachsen sind, bezeugt die Thatsache, daß sie sämmtlich, Versammlungen stattfanden, wurde es klar, daß in Folge der kon- Indem man davon ausging, daß die Unternehmer die obwohl keinerlei Organisation vorhanden war, zu Gunsten der sequenten Versammlungs- Auflösungen der Fachverein" nicht weiter Hauptschuld davon trügen, daß die freien Hilfskaffen von Arbeiter verlaufen find. bestehen könne. Der Vorstand zog eine Auflösung desselben einem den Arbeitern bevorzugt würden, weil die Arbeitgeber Die Errungenschaften dieser Streifs erwiesen sich jedoch später Scheindasein vor. vielfach deshalb als vorübergehende, weil sie bei dem geringen So waren 12 000 Schneider Berlins, welche dem Kapitalismus dadurch die Drittels- Beiträge für die Versicherung sparten, Stlassenbewußtsein der damaligen Schneider nicht dauernde DIs an auf Gnade und Ungnade überantwortet sind, wiederum ohne jede wurde empfohlen, für die Einführung einer gefeßlichen fationen zur Folge hatten. Man lernte jedoch allmählich einsehen, Organisation. Bestimmung zu wirken, welche daß dauernde Zugeständnisse von den Arbeitgebern nur dann er= Nunmehr waren die Herren Arbeitgeber, namentlich die zungen werden könnten, wenn die Arbeiter burch Organiſationen Innungsmeister, Herren der Situation, nun konnten sie ohne Gegenzu einer zielbewußten, aktionsfähigen Macht sich entwickeln würden. wehr wieder mit Lohnabzügen, Maßregelungen u. f. w. vorgehen. Go trat Ende 1867 der„ Allgemeine Deutsche Schneiderverein Auch der Boykott steht bei diesen Herren ſelbſtverſtändlich in hoher gründet, welche jedoch in Folge des Indifferentismus der Schneider werden, die letzteren der„ Beobachtung" empfohlen, natürlich zu dem Heinrich, Schob. Auch in Berlin wurde eine Mitgliedschaft ge- über sogenannte„ renitente Arbeiter und Aufwiegler" abgeurtheilt auf der Arbeiterschafts- Generalversammlung im Jahre 1868 in scaled halten. Es ist also auch hier wieder der Beweis erbracht, daß die auf der är Fortschritte machte, daß der Berliner Schneider- Delecider Brede, daß, jolchergeſtalt, Gekennzeichnete" teine Arbeit mehr er die Arbeitgeber verpflichten, für ihre Arbeiter ohne Ausnahme Versicherungsbeiträge an die Ortskrankenkasse zu zahlen, auch für diejenigen, welche einer freien Hilfskasse angehören. Der Urheber dieses Vorschlages glaubte in Aussicht erwünschter Wirkung sein werde.- Daneben wurde noch ſtellen zu können, daß eine Petition in diesem Sinne von empfohlen, die durch§ 49 des Krankenkassengeſetzes den - Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler Arbeitern auferlegte Meldepflicht auf alle Arbeiter aus- irgend nennenswerthes Ergebniß. Hoffentlich erfährt man auch einzudehnen, also auch auf die Mitglieder der freien Hilfs- mal etwas über den Grund dieses mindestens befremdenden Vorgehens. u. 5. w. Verwaltungsstelle Berlin B. Den Mitgliedern zur NachHannover, 13. Juli.„ Dem Schicksal der vorzeitigen Auf- richt, daß die Zahlstelle von der Poststr. 20 a nach Jüdenstr. 33 bei kassen, von denen jetzt Tausende den Ortskrankenkassen lösung" verfiel gestern Abend eine Volksversammlung, welche von Hepe verlegt worden ist. Alle Mitglieder, welche ihre Beiträge bisdurch die unwahre Angabe entgingen, daß sie Mitglieder dem Schuhmacher Döring nach dem Ballhofe einberufen war und her in der Poststraße bezahlt haben, werden ersucht, dieselben von einer freien Hilfskasse seien. Den zu errichtenden allge- in welcher der Reichstagsabgeordnete für Hannover, der Sozial- fezt ab Jüdensir. 33 zu bezahlen. - Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Dach= meinen Meldestellen sei die Befugniß zu ertheilen, die er- demokrat Meister, über die letzte Session berichtete. Die Verforderlichen Nachforschungen in Betreff der Richtigkeit jener Sammlung war ungemein stark besucht, einige Tausend Hörer, fast decker Deutschlands„ Einigkeit". Dertliche Verwaltungsdurchweg dem Arbeiterstande angehörig, waren anwesend. stelle Berlin. Versammlung am Sonntag, den 22. Juli 1888, Angabe anzustellen. Die Versammlung beschloß hierauf, Weil sich an der Thüre neue Mitglieder einzeichnen Vormittags 10 Uhr im Lokale des Herrn Schlüter, Kleine Markus= Tagesordnung: 1. Kassenbericht II. Quartal 1888. die Landesregierung zu bitten, im Bundesrath für Her- ließen für den Verein zur Wahrung der Interessen der Schuh- straße 10. beiführung einer gesetzlichen Bestimmung folgenden In- macher", wurde am 18. vorigen Monats eine öffentliche Schuh- 2. Innere Angelegenheiten.- Sonnabend, den 18. August cr.: macherversammlung in Berlin aufgelöst. Auf seine Beschwerde Großer Sommernachtsball in Keller's Gesellschaftsfälen, halts wirken zu wollen: erhielt der Schuhmacher Herr Krause vom Polizeipräsidium den Andreasstr. 21 in Berlin. Mitwirkung namhafter Spezialitäten. Mitglied der Ortsfrankenkasse ist Jeder, der in Be- Bescheid, daß die auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes vom Billets für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf., sind bei allen Vorstands= schäftigung bei einem Arbeitgeber oder Meister tritt, und 21. Oftober 1878 erfolgte Auflösung nicht für gerechtfertigt erachtet mitgliedern zu haben. wenn er thatsächlich Mitglied einer allen Anforderungen und der mit der Ueberwachung beauftragte Beamte entsprechend Zentral- Kranken- und Begräbnißkasse der Sattler entsprechenden Hilfskasse ist, so hört damit die Pflicht des verständigt worden sei". und Berufsgenossen Deutschlands.( E. H. 64.) Dertliche Ver Beitrags zur Ortskrankenkasse nicht auf." Polizeilich aufgelöst wurde am Montag Abend die in waltung Berlin. Sonnabend, den 21. Juli, in Buldermann's Wir gratuliren den biederen Mecklenburgern zu dieser Haber's Brauerei in Berlin abgehaltene Versammlung des Vereins Salon, Kommandantenstr. 72, Abends 81/2 Uhr, Hauptversammlung. Entscheidung, hätten aber von ihnen wenigstens den Muth zur Wahrung der Interessender Schuhmacher", Herr Dr. phil. Wille Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 2. Quartal 1888. 2. Grjag= erwartet, daß sie offen die Herabdrückung der freien Kassen hielt einen Vortrag über: Was ist gut? oder die natürlichen Grund- wahl eines Beisigers. 3. Verschiedenes. Das Kaffenlokal sowie zu bloßen Zuschußtassen verlangt und nicht einen täu- agen der Moral." An der Debatte betheiligten sich die Herren sämmtliche Zahlstellen bleiben für den Abend geschlossen. MitgliedsSüßmaier, Borchardt und M. Baginski. Bei den Ausführungen buch legitimirt. schenden Umweg vorgeschlägen hätten, der doch auch ledig- des letzteren über religiöse Intoleranz erklärte der überwachende Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 5. Ver= lich auf die Vernichtung der freien Kassen hinausläuft. Beamte die Versammlung für aufgelöst. Warum sagt man das nicht ehrlich heraus? sammlung Sonnabend, d. 21. d. M., Abends 9 Uhr, Lothringer= straße 81, bei Ackermann. Kongreß Protokoll des zweiten deutschen Zimmerer: Kongresses zu Chemnitz am 14., 15. und 16. Juni 1888, herausgegeben von A. Schulze, Magdeburg- Neustadt, Moldenstraße 25. Auf dem Kongreß wurden die für die Arbeiter wichtigen Fragen: Organisation, Abkürzung der Arbeitszeit, Stellung der Innungen in der gewerkschaftlichen Bewegung, die Internationalität der Arbeiterbestrebungen von gut vorbereiteten und sehr fähigen Referenten eingehend erörtert und giebt das vorliegende Protokoll eine kurz gefaßte, aber doch vollständige Darstellung dieser Referate, die für jeden Arbeiter ohne Ausnahme sehr lehrreich und wichtig sein möchten. Die Darstellung ist in der Sprache leicht verständlich und klar, dabei durchaus sachlich und von eindringender Wirkung. Das Protokoll ist also nicht nur den deutschen Zim merern, sondern allen Arbeitern, besonders den Fachvereinen und Verbänden, dringend zu empfehlen. Es wird vom Herausgeber auf Einsendung von 18 Pf. für das einzelne Exemplar dem Besteller portofrei zugesendet. Bei größeren Bezügen verständige man sich mit dem Herausgeber. In Braunschweig wurde der Mörder des sozialdemokratischen Gastwirths Saluz zu St. Gallen, der Schaubudenbedienstete Panning, wegen Körperverletzung mit erfolgtem Tode vom Schwurgericht zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren hrverlust verurtheilt. Aus den Berichten der Blätter geht hervor, daß politische Motive, wie zuerst vermuthet wurde, der That nicht zu Grunde liegen. Vereine und Versammlungen. Sonnabend, 14. Juli, feine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Verein der Sattler und Fachgenoffen hielt am Der Vorsitzende hielt zu Punkt 1, Bericht des Vorstandes über die Thätigkeit des Vereins, einen kurzen Rückblick, gedachte der guten Ziele und des Wirkens des Vereins, wie derselbe stets bestrebt war und ist, die Lage seiner Mitglieder verbessern zu helfen, daß an ihm ein Jeder eine Stüße hat, der zu ihm hält. Daß nur durch ein einmüthiges Zusammenstehen etwas erzielt werden fönne, müsse ein Jeder einsehen, aber leidern wandeln so viele noch ihren eigenen Leipzig. Eine auf Sonntag, den 15. d. M. einberufene Ver- Weg, um das Ganze zu hemmen, und sich selber zu schaden, sei es sammlung der noch immer im Ausstande befindlichen Steinmeßen nun früh oder in alten Tagen. Punkt 2: Abrechnung wurde dem wurde abermals auf Grund des Vereinsgefeßes verboten. Den kassirer einstimmig Decharge ertheilt. Zu Gewerkschaftliches und Steinmeßen ist nun die Möglichkeit genommen, ihre Sache noch Verschiedenes machte Herr Giese bekannt, daß die Deutsche Sattlerweiter behaupten, oder auch nur einen Beschluß in der Angelegen- Beitung" vom 1. Oktober an monatlich 2 mal erscheint und ersucht, heit zu fassen. Der Vertrauensmann derselben erklärt nunmehr, in da dies ein sehr kostspieliges Unternehmen ist, recht viel neue Uebereinstimmung mit einer Anzahl Fachgenossen, daß die Stein- Abonnenten zuführen zu helfen. Nachdem der Vorsitzende bekannt megen ihre seinerzeit gestellte Forderung weiter als recht und billig gemacht, daß über 14 Tage wieder eine Versammlung, wahrscheinansehen. Dieselbe aufrecht erhalten, fönnen sie aber nicht, eines- lich mit Vortrag, stattfindet, schloß derselbe die Versammlung. theils wegen des Einschreitens der Behörde, anderntheils in Folge des Zuzugs fremder Steinmeßen. Den von den Meistern zur brüchig und in ihre Rechte eingreifend." " -Gr. Versammlung der Posamentiere und Berufs: Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 1. Sonnabend, den 21. Juli, Sommerfest, bestehend aus Konzert, Ball. Kinderbelustigungen, Gesang- und komischen Vorträgen in den Gesammträumen des Volksgarten, Hasenhaide 14-15. Billets für Herren à 50 Pf., Damen 25 Pf., sind bei der Ortsverwaltung, sowie bei jämmtlichen Mitgliedern zu haben. Freunde und Gönner sind hiermit eingeladen. Anfang 72 Uhr. Abendkasse findet nicht statt. Allgemeine Kranken- und Sterbefasse der Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 8. Sonnabend, den 21. Juli, Badstr. 22, Sommerfest, bestehend aus Gartenund Kinderbeluftigungen. Konzert, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung, Fackel- Polonaise Entree 25 Pf. Jm Par quetsaale: 50 Pf. nach.( Der Ueberschuß, nach Abzug der Unkoste n, wird an Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen ausgesteuerte Mitglieder vertheilt.) Um rege Betheiligung ersucht Sommernachtsball. die Ortsverwaltung. Ortsverwaltungen Berlin III"( für den Ost- und Nordbezirk Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Die Berlins) und„ Berlin I" veranstalten am Sonntag, den 22. Juli, einen Ausflug mit Familie nach Johannisthal. Abfahrt vom Görlizer Bahnhof Nachmittags 2 Uhr, vom Schlesischen Bahnhof Nachmittags 2 Uhr 20 Min. Billets à 40 Pf. werden gleich für Hin- und Rückfahrt gelöst. Die Frühpartie für Herren findet nicht statt. Die Vorstände laden Mitglieder und Freunde der Vereinigung zu zahlreicher Betheiligung ein. Die Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Berufsgenossen veranstaltet am Sonnabend, den 28. Juli, in Dräsel's Festsälen, Neue Friedrichstr. 35 ( nahe der Spandauer Brücke), einen großen Sommernachtsball, verbunden mit großem Garten- Stonzert und unter gütiger Mitwirkung Unterschrift vorgelegten Revers erklären die Gehilfen als tarif- genossen, Sonntag, den 22. Juli, Bormittags 10 Uhr, im König- des Gesangsvereins Wulfhorſtſche Liedertafel. Abends elektrische In der Deutschen Mechanikerzeitung" lesen wir fol- stadt- Kasino. Tagesordnung: Bericht der Kommission über die Beleuchtung des ganzen Etablissements. Anfang des Konzerts 7, des Balles 9 Uhr. Billets à 50 Pf.( inkl. Tanz) sind bei folgen= gende Mittheilung aus Berlin: Welche recht erbaulichen Zustände Lohntabelle. Verschiedenes. Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. den Herren zu haben: Gustav Schuster, Fehrbellinerstr. 48, Hof in Werkstätten herrschen, die sich eines Weltrufes erfreuen, davon Sonnabend, den 21. Juli, Abends 8 Uhr. Köpnickerſtr. 68. Gene- 2 Tr.; Carl Kunſtheim, Prenzlauerstr. 13, Hof 4 Tr.; Gustav legt folgender Fall recht beredtes Zeugniß ab. Bei der Firma ralversammlung. Tagesordnung: 1. Bierteljahrsbericht. 2. Neu- Wilfe, Schöneberg, Kolonnenstr. 2; Gustav Hanke, SwinemünderSiemens u. Halste, Berlin, wurde am 12. Mai einem Mecha- wahl eines 2. Staffirers. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. straße 143; Wilhelm Krause, Matthieustr. 19. Kollegen und Freunde nifergehülfen, welcher ca. 7 Jahre bei genannter Firma in Arbeit Verein zur Wahrung der Interessen der Kla- des Vereins sind hierdurch besonders eingeladen. steht 1 Mart vom Lohn abgezogen, mit folgender Bemerkung, vierarbeiter. Versammlung am Sonnabend, 21. Juli, Abends Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasser= welche wörtlich im Lohnbuche ſtand:" 1 Mark Abzug wegen unge- 81/2 Uhr, Stommandantenstr. 77-79( Gratweils Bierhallen). Tages- und Dampf- Armaturen. 5. Stiftungsfest am Sonnabend, den bührlichen Betragens gegen einen Vorgesetzten. Jacobi." Da eine derartige Ursache für das Verhängen von Geldstrafen vollständig ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Huber über die alt- egyptische 21. Juli, bestehend in Theatervorstellung und Ball, in Puhlmann's vereinzelt dasteht, und da es im Interesse der gesammten Gehilfen- Sittenlehre als Grundlage der mosaischen und christlichen. 2. Ab- Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. Freunde und Gönner schaft geboten ist, derartigen Vorkommnissen für die Zukunft ent- rechnung vom Maskenball. 3. Werkstattangelegenheit, Vereinsange- sind bestens eingeladen. Der Gesangverein der freireligiösen Gemeinde gegenzutreten, machte der Vorstand der Berliner Zahlstelle des legenheit und Fragefaſten. NB. Billets zu den am 23. Juli stattVerbandes der Mechaniker, Herrn Geh. Regierungsrath Dr. Werner findenden Sommerfest sind nach wie vor bei den Komitee- Mitglie- veranstaltet am Sonntag, den 22. d. M., eine Partie nach Gifner v. Siemens in einem höflichen Schreiben von dem Borgefallenen bei Lampe, Köppen, Manteuffelstr. 48 II, sowie bei sämmtlichen Bekannten ein. dern: Kollegen Appel, Wienerstr. 49 IV, König, Kl. Andreasstr. 5 resp. Woltersdorf- Fangschleuse, und ladet hierzu alle Freunde und Mittheilung, indem er darauf hinwies, daß bei der loyalen Den Borstandsmitgliedern und den mit Plakaten belegten Lolalen abfungsweise des Herrn v. S. zu erwarten wäre, daß er dergleichen Uebelstände in seiner Fabrik beseitigen würde. Auf den Brief, zuheben. Fachverein der Puzer. Mitglieder- Versammlung. Sonnwelcher am 28. Mai d. J. abgesandt wurde, ist bis heute keine tag, 22. Juli, Vormittags 11 Uhr, bei Scheffer, Jufelstr. 10. bodenleger Berlins befindet sich bei Herrn Schubert, HollmannAntwort erfolgt. Es ist daraus wohl klar ersichtlich, wieviel man Tagesordnung: Besprechung über das abzuhaltende Stiftungsfest. straße 14, und werden daselbst zuverlässige Parquetleger verlangt. heutzutage auf die Lobpreisungen der einzelnen Firinen in Bezug Wahl einer Vergnügungs- Kommission. Vereins- Angelegenheiten. auf humane Behandlung der Arbeiter geben kann. Um so be= Fachverein der Rohrleger. Sonntag, den 22. Juli, Der unentgeltliche Arbeitsnachweis für Klavierarbeiter befindet sich Waldemarstr. 61, bei Pfister. Der Arbeitsnachweis des Vereins der Parquet Literarisches. dauerlicher ist es, daß gerade von den bei genannter Firma be- Vormittags 10 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75, schäftigten Stollegen nur eine verschwindend kleine Anzahl dem Ver- Bersammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bruno bande angehören, da wohl viele der verkehrten Ansicht huldigen, Wille. 2. Antrag des Kollegen Hirsch. 3. Aufnahme neuer Mit- Adalbert v. Haustein, Von Kains Geschlecht. Berlin, bei der Firma Siemens u. Halske eine Lebensstellung inne zu Unter den empor= Conrad's Buchhandlung( Paul Ackermann). haben und es daher durchaus nicht für nöthig halten, für ihre glieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Fachverein für Schlosser und Berufsgenossen. strebenden Dichtern der Gegenwart ragt neben Arno Holz entschieden eigenen Interessen und für die der Kollegen öffentlich einzutreten. Sonnabend, den 21. d. M., Abends 82 Uhr, Generalversammlung Hanstein als einer der bedeutendsten durch Schwung der Gedanken Für Steindrucker und Lithographen. Da Herr Splett- bei Seefeld, Grenadirftr. 33. Tagesordnung: 1. Kassenbericht des und durch eine seltene Meisterschaft der Form hervor." Von Kains stößer den Vertrieb der" Graphischen Presse" niedergelegt hat, wer- Staffirers pro II. Quartal. 2. Bericht des Vergnügungsfomitees Geschlecht" nannte der Dichter die neueste Schöpfung seiner Muse, den alle diejenigen, welche auf die„ Graphische Presse" abonniren über das lezte Sommerfest. 3. Wahl des Vorstandes laut Statut. und um unsern Lesern eine Vorstellung davon zu geben, wie wollen, aufgefordert, dies bei Sillier, Strautsstr, 26a, oder bei G. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes. durchaus modern das ganze Gepräge dieses eigenartigen poetischen Scheidenreich, Elisabeth- llfer 43, zu thun. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuh- Werkes ist, bringen wir an der Spize dieses Blattes eine Skizze Fachverein der Tischler. Die Zahlstellen des Vereins ma cher und verwandten Berufsgenossen Berlins. Mon- daraus zum Abdruck. Der Grundgedanke der ganzen Dichtung befinden sich in folgenden Lokalen: 1. Friedrichsbergerstr. 25 bei tag, den 23. d. M. Abends 8½ Uhr, Generalversammlung im tommt gerade hierin vortrefflich zum Ausdruck: der Gedanke nämChristen. 2. Staligerstr. 107 bei Kunstmann. 3. Belle- Alliance- Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72. Tagesordnung: 1. Kassen- lich, daß alle Fortschritte der Menschheit, alle Errungenschaften auf play 6 hei Hilscher. 4. Zionskirchplay 11 bei Hohn. 5. Marien- bericht, 2. Verschiedenes, 3. Fragekasten. allen Gebieten mit den schwersten Opfern erkauft werden, daß überdorferstr. 5 bei Schmidt. 6. Göbenstr. 15 bei Ettlich. 7. Alte Zentral- Kranfen- und Sterbekasse der deutschen all der Mensch, um vorwärts zu schreiten und sein Glück zu gründen Jakobstr. 38 bei Schumann. Die Zahlstellen sind jeden Sonnabend Wagenbauer.( E. H. 8, Hamburg.) Bezirk Berlin 1. Sonntag, den eigenen Bruder erschlägt". In dem Einführungsgedicht leg Abend von 8-10 Uhr geöffnet; daselbst werden Beiträge von den 22. Juli, Vormittags 10% Uhr, Versammlung bei Saeger, daher der Verfasser Kain die Worte in den Mund: den Mitgliedern entgegengenommen und neue Mitglieder aufge- Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Abrechnung über das Träumender Thor, II. Quartal. 2. Neuwahl der Ortsverwaltung. 3. Kaffenangelegen= heiten. nommen. Maßregelungen, Prozesse. Mit der Freisprechung sämmtlicher Angeklagten endete der mit soviel Aufwand an Zeit und Mühe eingeleitete Prozeß in der Grünauer Affäre. Die Urtheilsverkündigung erfolgte bekanntlich am Donnerstag. Die Kosten fallen der Staatskasse zur Last. Insgesammt 41 Personen, darunter drei Frauen, sollen in der Nacht vom 10. zum 11. Juli in Berlin beim Ankleben des sozialdemokratischen Plakats verhaftet worden sein, von denen bis jezt noch Niemand entlassen wurde. Der Prozeß gegen Karklinnes und Genossen findet am Freitag, 3. August, vor der ersten Ferienſtrafkammer des Landgerichts I in Berlin statt. Die Auflage lautet auf Majestätsbeleidigung und geheime Verbindung. Vertheidiger sind die Herren Rechtsanwälte Meschelsohn und Freudenthal. -Verband deutscher Zimmerleute: Lokalverband Berlin West und Umgegend. Versammlung, Montag, den 23. d. M. in Langes Salon, Stegligerstr. 27, Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Reuter über die neue Bau- Polizeiverordnung und die für die Zimmerer wichtigsten Punkte. 2. Generalversammlung vom 10. Juli. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gehe hinaus in die Welt und öffne die Augen! Wenn du vom Morgen zum Abend die Erde durchschweifst, Findest du überall meines Gleichen! Und so lang' ihr noch liebt und sehnt und strebt, Und, wie ich, nach göttlichen Zielen euch eifert, Werdet ihr, ringend nach Allzugewaltigem, Brüder vernichten, denn Menschensöhne sind Brüder. .. Laß der Weltgeschichte Ewiges Werden Gleiten vor deinem Aug', Und du findest, mir gleichen gerade die Kühnsten, Denn sie stammen von Kains Geschlecht! 3entral Kranken- und Begräbnißkasse für Frauen und Mädchen in Deutschland.( E. H. 26 in Offenbach). Montag, den 23. Juli, Abends 8½ Uhr, Annenstr. 16 ( Klubhaus) ordentliche Hauptversammlung. Auf der Tagesordnung steht: Sassenbericht des zweiten Quartals, Bericht der Delegirten In der von uns wiedergegebenen Novelle in Versen" schil= über die Generalversammlung in Leipzig, Ergänzungswahl zum dert der Dichter speziell, wie die modernen großen Lurusbauten, die Vorstande und verschiedene Kaffenangelegenheiten. Pflicht eines großstädtischen Paläste und Geschäftshäuser die Armen und die jeden Mitgliedes ist, in dieser Versammlung zu erscheinen, da die kleinen Geschäftsleute verdrängen und zu Grunde richten und wie Protokolle der Generalversammlung zur Vertheilung kommen und die ganze geschminkte Herrlichkeit unserer Bevölkerungszentren auf der Bericht der Delegirten viel Belehrendes bieten wird. Erwäh- dem Ruin einer ganzen Reihe schwacher Eristenzen sich aufbaut. Eine polizeiliche Heimsuchung ganz eigener Art hatte nenswerth ist, daß Herren in Begleitung der Mitglieder zur Ver- Möge die Skizze recht viele unserer Leser dazu anregen, sich mit der Restaurateur Nürnberg, Anklamerstraße 49 in Berlin, am ſammlung Zutritt haben und event. auch in Sassenangelegenheiten der ganzen hervorragenden Schöpfung Hansteins bekannt zu machen. Montage zu überstehen. Nicht weniger als 1 Kommissar, 1 Wacht- sprechen können. Die Zahlstellen der Kasse befinden sich für meister und 10 Kriminalbeamte erwiesen der Wirthschaft des Ge- Nord, bei Herrn Grothmann, Bernauerstr. 76 v. K., für Nordwest nannten ganz unerwarteter Weise die Ehre ihres Besuches, sechs bei Herrn Schießt, Friedrichstr. 154, H. III., für Ost und Nordost Mann unzingelten sofort den gemeingefährlichen Wirth. Der bei Frau Schneider, Blumenstr. 29, Seifenhandlung, für Südost Sprecher dieser Gäste erklärte sodann feierlich, er komme im Auf- bei Frau Schneider, Oranienſtr. 20, H. I. I., für West und Südtrag der Staatsanwaltschaft und hätte eine körperliche Visitation west bei Frau Rohmann, Wilhelmstr. 3, Quergeb. III, sowie beim Adresse an Paul zu übermitteln. vorzunehmen. Herr Nürnberg mußte sich denn auch in seiner Vorsitzenden Herrn Bielefeldt, Brückenstr. 4 im Laden. Meldungen Wohnung bis aufs Hemd entkleiden, wobei aber nichts Verdächtiges zur Aufnahme werden in allen Zahlstellen entgegengenommen. Der zu Tage gefördert werden konnte. Ebenso wenig hatte die Haus- Eintritt kostet 1 M., wofür das Quittungsbuch nebst Statuten ver- Gruß. suchung, die sich an dieses außergewöhnliche Ereigniß anschloß, ein abfolgt wird. Briefkasten. Freund J. M., vormals Wassergasse, wird gebeten, seine Karlsruhe. Leider erst für nächste Nummer möglich. Schriftführer Schneider u. s. w. Der alte Naummangel! Die Maurer haben uns leider mit Bericht im Stich gelassen Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23.