t Berliner Volks- Tribüne. Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volts- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh.- Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus).- Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Neiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) 貳 Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. r CA = ㄣ ˋ h " g it Sr ent 8 品 er It ent 5= No. 31. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Bfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Grvedition: Oranien- Straße 23. Zur Reichstagsersatzwahl in Berlin. Kann und wird es einmal besser werden? Die Lohnbewegung der Berliner Maurer und ihre Gegner. Sind Lohnkommissionen Vereine? Quittungsbuch und Arbeitsbuch. Arbeitshänser für Arbeiterinvaliden? Gedicht. Novelle.- Humoreske.- Jean Meslier, ein Vorläufer des Sozialismus. Stadt und Land. Politische Nachrichten.- Gewerkschaftliches. Kleine Mittheilungen.- Vereine und Ver sammlungen. Sonnabend, den 4. Auquit 1888. der Bäume nicht. Sklaven zu jeder Zeit, wissen sie nichts von Freundschaft, von Liebe, von edlem Streben; die Genüsse der materiellen und sittlichen Welt sind ihnen unbekannt. Richtet cure Augen auf den kleinen Handwerker, der sich wegen seines bischen Besitzes und Einkommens brutal gegen die duldenden Arbeiter verhält, und der dabei ganz vergißt, daß ihm unterdeß die„ Großen" das Fell ruhig über die Ohren ziehen. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. dann wird die Erde sehr bald mit Menschen bevölkert sein, ihres Werthes und ihrer Würde bewußt. Aber freilich, so etwas haben wir von unseren heut herrschenden Parteien nicht zu erwarten! Heute herrscht der Kampf Aller gegen Alle und keine bürgerliche Partei kann ihn beseitigen. Gegen diese Ungeheuerlichkeiten erhebt sich der Sozia= lismus. Er weist nach, daß jeder arbeitende Mensch mehr erzeugen kann als er braucht, und daß somit für Betrachtet den häßlichen Kampf, in dem der Vortheil Niemand Mangel und Elend vorhanden ist, wenn Alle des Einen der Untergang des Anderen ist; den ehrlosen arbeiten und der Ertrag der Arbeit gerecht vertheilt wird Krieg der Konkurrenz, der von Lüge, Betrug und Bankerott daß keine„ Krisen" zu entstehen brauchen, indem zu lebt. Alles ist Abgunst, Haß und Zwist; nichts ist da viel produzirt wird harmonisch in Uebereinstimmung; Alles ist im Widerspruch Bur Reichstags- Ersatzwahl im 6. Berliner mit den einfachsten Gesetzen von Natur, Vernunft und Wahlkreise. Alle Wähler des 6. Berliner Neichstagswahlkreises um fassend die Stadtbezirke 218 bis 278, 285 bis 326 und vom Stadtbezirk 282, Alexanderufer, Friedrich Karl Ufer und Invalidenstr. 80 bis 83" machen wir darauf aufmerksam, daß von Donnerstag, den 2. August ab Menschlichkeit, nichts ist des Menschen würdig. Und wie wenig bedarf's, um aus der Erde ein Paradies zu schaffen! was bei geregelter Produktion überhaupt unmöglich ist, und daß somit auch die Unsicherheit der Eriſtenz, die Qual, welche der Gedanke an das Morgen erzeugt, fortfallen, welche den Menschen entweder zum willenlosen Dulder machen, der sich geduldig zur Schlachtbank führen läßt, oder zum rücksichtslosen Richtet die Produktion in Landwirthschaft und Industrie, Egoisten, welcher aller Menschlichkeit Hohn spricht. die Vertheilung der Produkte heute vom prellenden" Der Sozialismus weist nach, daß die Erde ein ParaHandel besorgt nach den Gefeßen der Gemeinsamkeit dies für die Menschen sein kann und darum streben ein, befreit die Arbeit von dem schweren Tribut an das wir, die seine Lehren begriffen haben, danach, daß sie es Kapital, macht sie zur Erholung stati zur Dual- und werde. Sache aller Arbeiter aber ist es, unermüdlich für die sehr bald wird der Friede, die Liebe, der Ueberfluß Ausbreitung und Vertiefung dieser Anschauungen Sorge Liegt es in der Natur des Menschen, schlecht zu sein? zu tragen. Besonders die beginnende Wohlzeit ist unabGewiß nicht! Alle edlen Mensenfreunde, alle großen lässig in dieser Richtung aszunügen! Darum teine Schlaffheit und keine stumpfsinnige Wir machen hierbei besonders darauf aufmerksam, daß ein Dichter sagen uns, daß der Mensch von Natur gut sei, daß nur die Verhältnisse das Gegentheil erzeugen. Ruhe alles, was die Besserung unserer Zustände auf Jeder, der die Listen für Das Elend ist die Quelle der meisten gesellschaftlichen die Fahne geschrieben hat, wirke mit uns zusammen in der Aufrüttelung und Aufklärung der Massen! Uebel. die Wählerlisten in dem Wahlbureau, Königstraße 7, Hof rechts 3 Treppen und gleichzeitig in der Turnhalle der 67. Gemeindeschule, Ackerstraße 28 a, ausliegen, und zwar an den Wochentagen von Vormittags 9 Uhr bis Nachmittags 3 Uhr, am Sonntage von Vormittags 11 Uhr bis Nachmittags 4 Uhr, jedoch nur acht Tage lang. unrichtig oder unvollständig hält, dies innerhalb acht Tagen nach dem Beginn der Auslegung derselben, also spätestens am 9. August d. J., Lokalen vor ben dazu ernannten Kommiffarien zu Protokoll geben beim Magistrat schriftlich anzeigen oder in den vorbezeichneten fann, die Beweismittel für seine Behauptungen aber, soweit diefelben nicht auf Notorietät beruhen, beibringen muß. Zur Begründung der beantragten Nachtragung in die Wählerliste ist entweder der Miethskontrakt, die lezte Miethssteuerquittung oder die polizeilich bescheinigte Anmeldung für die angegebene Wohnung vorzulegen. Hierbei wird vom Magiftrat bemerkt, daß die Aufstellung der Wählerlisten nach dem Wohnungsstande vom 20. Juni cr. erfolgt ist und daß die seitdem verzogenen Wähler ihr Wahlrecht nur in denjenigen Wahlbezirfen ausüben können, in welchen sie bis zum 20. Jnni d. J. gewohnt haben. ent T= er In n ftm ht zi er ent t= reicht hat und feine Armenunterstützung bezieht. nd en Den bet fg. Versäume Keiner, dem die Ausübung seines wichtigsten politischen Rechtes am Herzen liegt, die Listen einzusehen. Herrschen! Und wir verzweifeln nicht daran, daß das Volk sich kann wohl beim Einzelnen, aber nicht bei einem ganzen Die Lohnbewegung der Berliner Bauhandfrüher oder später emporrafft. Das Gute im Menschen Volfe erstickt werden. werker und ihre Gegner. Das Bestreben so vieler, hart arbeitender und kümmerlich lebender Menschen, ihr armseliges„ Heim“ mit Blumen und Bildern zu schmücken, Es giebt viel mehr Dummköpfe als Bösewichte. die Beweise von Muth und Selbstaufopferung, von so Der Saß ist unumstößlich richtig. vielen Arbeitern geliefert, zeigen, wie tief das SchönheitsWenn man auch zuweilen gegenüber Worten und gefühl, wie tief die Rechtschaffenheit in ihrem Herzen Handlungen mancher Personen kaum glauben kann, daß wurzelt, heute schon tief genug, um dem ertödtenden Ein- es eine solche große Dummheit gebe, daß man also an fluß der Griſtenzunsicherheit, des Mangels und der über- ausgeflügelte Lüge zu glauben geneigt ist, es giebt eine mäßigen Arbeit zu widerstehen. Art geistiger Beschränktheit, die auch das Unglaublichste Nein, verzweifeln wir nicht an der Errettung des hat außerdem die echte und wahre Dummheit so untrügin Dummheiten zu leisten vermag. Dem kundigen Thebaner Wahre Dummheit ist nicht zu erheucheln, fie trägt einen unnachahmbaren Stempel an sich. Wahlberechtigt ist jeder Deutsche, der das 25. Lebensjahr er-/ Volkes aus dem Sumpf, in de es heute steckt. Streben fiche Kennzeichen, daß er sich nicht leicht täuschen läßt. Kann es und wird es einmal besser werden? Wir leben in einer Zeit der unglaublichsten Widerwir und alle, die noch die nöthige Energie und Ausdauer besigen, darnach, daß das Volk aufhöre, Sklave des Elends und der Zwangsarbeit zu sein, und sehr bald wird man das Schöne und Gute sich entwickeln sehen, welches tief gute Portion Bosheit mit der Dummheit oft unterläuft. Dabei ist freilich nicht ausgeschlossen, daß auch eine im Herzen jedes Menschen schlummert. Diese Betrachtungen müssen sich einem jeden Leser Wenn alle die Grenzsteine und Zäune, welche heute der Auslassungen der Baugewerkszeitung" aufdrängen, Nach dem Ausstande der Maurer im Jahre 1885, sprüche, wie sie niemals vorher irgendwo bestanden haben. den Boden in kleine, ganz ungenügende Felder theilen, alle die sie über die Lohnbewegung der Berliner Maurer in Die Werkzeuge, Maschinen und sonstigen Hülfsmittel, die elenden Holzhütten, in denen der Landmann heute ei: er ihrer letzten Nummern zum Besten giebt.( Bauwelche die menschliche Arbeitskraft verhundertfältigen, ja, hauft, entfernt find; wenn für jede Gemeinde aus allen gewerksztg. Nr. 60, 25. 7. 88). welche den Menschen beinahe ganz von der bloßen physi- diesen Feßen eine schöne, große Fläche hergestellt ist, schen Arbeit befreien könnten, welche ihn aus der elenden unterbrochen von schattigen Büschen und klaren Kanälen; der nur deshalb so schwer wurde, weil dasselbe Blatt im aus ihm einen Hungerleider, erniedrigen ihn zum frei- ſundheit entsprechenden Häusern beſtehen; wenn überall die die schon den Maurern bewilligte Lohnerhöhung von willigen Sklaven. Während durch das Genie der Menschen Mittel der Groß produktion zur Anwendung kommen 40 auf 45 Pfennige Stundenlohn wieder rückgängig zu und der Ertrag derselben den dann werden die Landbebauer, statt mit ge- für die Maurer von 50 Pfennigen erreicht, der unter den die Erfindungen und Errungenschaften auf allen Gebieten gehört metable, ſteigt das Elend in erschrecklicher Weiſe, mitiven Pflug einherzufchwanken, mit erhobenem Saupte die Unterhalt einer Familie als nothwendig bezeichnet werden mit Blizesſchnelle in die entferntesten Erbtheile mitgetheilt bogenem Rücken und forgenvoller Stirn hinter ihrem pri- Berliner Verhältnissen als angemessen und durchaus zum vertimmeri bie Maſſe des Volkes körperlich und geistig, Thätigkeit des eisernen Freundes lenken, der für sie pflügt, muß. Man muß dabei nämlich in Betracht ziehen, daß und die Antheilnahme desselben an jenen Schäßen wird fäet und mäht. so unmöglich unter den herrschenden Verhältnissen, wie in, rg. im ach 39. nta 88 en: Ina 182 elt. el= hla at) di ine atie 782 uns entzückt. ten ver wer, Den und b die Bauhandwerker nur etwa 2000 Stunden jährlich Wenn die düsteren, unfreundlichen Arbeitspläge der Arbeit haben, daß 50 Pfennige Stundenlohn also höchstens bas Erreichen des Sternenzeltes über uns, dessen Bracht Industrie in ihr Gegentheil umgewandelt sind; wenn einen Jahresverdienst von 1000 Mark darstellen, was das noch düsterere System beseitigt ist, dem sie dienen und den Miethspreisen und den sonstigen Berliner LebensBetrachtet die Unglücklichen, welche für einen kargen welches den Menschen niedriger ſtellt, wie die Maschine; verhältnissen gegenüber ein geringer oder mindestens sehr Lohn wie Galeerensflaven arbeiten und ihr ganzes Leben wenn die Arbeiter nur den„ Werkſtattordnungen" folgen, mäßiger Verdienst ist. abwechselnd in den staub- und dunsterfüllten Arbeitsräumen die sie sich selbst gegeben, und den Anweisungen Derer, ungefunden Durch diesen Lohnkampf, der von den Heßern der unnöthiger Weije zu Maschinen geworden, denken sie nicht mehr; ihre Kraft zur Produktion nothwendige Maß beschränkt ist, jeder ar- angeftiftet wurde, war die Jnnung vollständig außer Band derselben theilnimmt und die gegangen. Sie hatte zum Streit wohl schüren können, ist erschöpft, ihre Herzen find verhärtet, ihr Geiſt verſtumpft. beitsfähige Menſch an derselben theilnimmt und die gegangen. Die Sonne scheint nicht für sie; für sie glänzt das Grün Garantie einer sorgenfreien, angenehmen Eristenz hat war aber nicht fähig gewesen, diesen Streit auch zu leiten. " 11 Man erinnert sich wohl noch, wie verrufene Unternehmer,| aber keine Ungefeßlichkeit zu schulden kommen. Sie be- arbeit will, weil dadurch aus dem einzelnen Arbeiter ehemalige Weißbierwirthe, die jetzt in Bauspekulation schließen nicht nur, mit allen geseßlichen" Mitteln zu zu viel Arbeit herausgeholt wird, was der Allgemeinheit machen, sich der Führung bemächtigten, wie die anständigeren handeln, sondern sie treten auch in Wirklichkeit keinen Zoll jedenfalls durch Lohndrückerei zum Gefühl kommen muß. Meister den Streifversammlungen der Innungsheßer ganz breit aus der Geseßlichkeit heraus. Wir sind nun einmal solche Keßer, anzunehmen, der fern blieben, wie die Berliner Unternehmerschaft ganz zer- Aber denunzirt muß doch werden. In einem Sah, Arbeiter habe auf Leben und Nahrung ganz dasselbe Recht fahren und leitungslos zuletzt den mißglückten Versuch der konfuser und krauser nicht gedacht werden kann, in wie der Unternehmer. Wir wissen ja, daß die Baumachte, sich durch Gründung eines neuen Unternehmer- welchem sich Dummheit und Denunziationswuth verbindet, gewerkszeitung" dies bestreitet. Nach ihr haben überhaupt verbandes wieder zu organisiren. die erstere aber echt und unverfälscht zu Tage tritt, wird nur Innungsmeister und ihre Angestellten und Soldschreiber Dieser letztere Versuch mißglückte, weil er mit einer zu beweisen gesucht, daß das Verhängen einer„ Bau- ein Recht auf Leben, alle anderen Personen nicht, am ganz merkwürdigen Unkenntniß der bestehenden Verhältnisse sperre" ungeseßlich ist. Dazu wird folgende Erklärung| wenigsten die Arbeiter. Das kann uns aber nicht abgemacht wurde, er gab aber der Innung, die, wenn dieser benuẞt: halten, es ganz für in der Ordnung zu halten, daß die Versuch etwas geschickter unternommen worden wäre, wohl Bausperren verhängen heißt nichts anderes, als die ge- Arbeiter sagen:„ Wenn Eure Wirthschaftsordnung eine sperrten Bauten einstellen und zusprechende Gesellen von der so schlechte ist, daß ihr nicht für alle Arbeiter ausreichende gänzlich hätte verschwinden müssen, Zeit, sich wieder etwas Arbeit abhalten. zusammen zu fügen, ihre verstreuten Gebeine wieder aufBitte, das ist wissentliche Unwahrheit. Bau- Beschäftigung habt, sondern nur eine Zeit lang und dann zulesen und sich unter den schützenden Flügel ihrer sperren verhängen heißt weiter nichts als sagen: auf nur einen Theil von uns zwingen wollt, allein Eures Nährmutter, der Polizei, zu flüchten. Petitionen, dem und dem Bau nimmt kein ehrliebender und zielbewußter Vortheiles wegen mit Ueberanstrengung zu arbeiten, während Deputationen, Denunziationen wurden in Bewegung gesezt, Geselle Arbeit, bis unsere Forderungen bewilligt sind. Die der andere Theil immer und wir selbst während der die Polizei hatte Mitleid und leimte die Geschichte wieder etwa aufgestellten Poſten theilen dem Zusprechenden höchstens übrigen Zeit unbeschäftigt und ohne Verdienst sind, wenn einigermaßen zusammen. Streikerlaß, Verschärfung des die Thatsache mit, daß dies der gesperrte Bau ist, und ihr auch dem beschäftigten Theil durch den unbeschäftigten Belagerungszustandes, Ausweisungen brachten die Innung rathen ihm ab, dort hinzugehen. Mag der Arbeits- den Lohn so herabdrücken wollt, daß er für die Zeit, wo wieder etwas auf die Beine. Die Bewegung der Maurer liebende" hingehen, wenn er will, es finden sich in der er ſelbſt unbeschäftigt ist, nichts erübrigen kann, und das wurde zwei Jahre lang vollkommen unterdrückt. Regel aber nicht viele. Die Gesellen ziehen es vor, ehrDie Gesellen ziehen es vor, ehr- ist Eure Absicht, biedere Innungshetzer, dann müssen Da schoß aber der Innungsübermuth wieder in's liebend zu sein, nicht arbeitsliebend" im Sinne der wir Euch doch kurz und rund erklären, da spielen wir Kraut. Nicht nur daß man auf den Bauten die Arbeitsnicht mit. Wir wollen uns die Arbeit so eintheilen, daß Zünftler. zeit in's Unendliche verlängerte, Nachtarbeit einSogar der Beschluß einer Bausperre sei schon un- wir möglichst alle und möglichst lange und möglichst gleichführte, die Akkordarbeit den Maurern aufzwang und gesetzlich, behauptet die„ Baugewerkszeitung". Der Beweis mäßig beschäftigt sind. Ihr Unternehmer mögt beſtimmen, dabei heuchlerisch über die vielen Unglücksfälle klagte, würde ihr sehr schwer werden, desto leichter möchte aber wieviel Häuser im Jahre fertig werden sollen, wir wollen die durch das Ueberhaften der Bauten erzeugt würden, der Beweis zu erbringen sein, daß Innungsbeschlüsse, danach streben, die Macht zu erlangen, damit wir beſtimmen daß man die Lohndrückerei mit Nachdruck zu betreiben die bei Konventionalstrafen verbieten, auf schwarze können, wie lange denn die Arbeitszeit dauern soll, damit begann, das hätte man Alles ohne Behinderung durch Listen gesetzte Arbeiter zu beschäftigen, strafbar und un- wir alle, die Ihr in Eurer Lehrlingsschule zu Bauhanddie hohen Behörden ruhig thun können nein, der Ueber- gesetzlich sind. werkern gemacht, die Ihr zu solchen herangezogen und ausmuth verleitete die Hezer auch gegen die Polizei, von Das bildet jedoch nur den schwachen Versuch einer gebildet habt, nun auch die ganze Bauzeit hindurch lohnende deren Gnade sie vollständig abhängen, die Hände zu er ungeschickten Denunziation, die Hauptdummheit kommt. und sichere Arbeit haben. Ihr strebt ja selbst nach„ gutem heben. Sie begannen wider den Stachel zu löcken und Sie ist so groß, daß wir sie im Wortlaut unsern Lesern und sicherem Verdienst", und meint, wenn der für ,, ulkten" gegen die Berliner Baupolizeiordnung an. geben müssen, denn sie ist nicht zerstückelbar, ohne zu leiden. Euch erst erreicht ist, dann könnte vielleicht auch für Siehe da, da erhielten die Maurer plößlich wieder Die„ Baugewerksztg." sagt über eine Maurerversammlung: uns etwas geschehen. Was wollt Ihr dagegen einwenden, ,, Versammlungsfreiheit". Sie kamen zusammen, sahen Lehrreich waren auch die Ausführungen des einen wenn wir nach demselben Rezept erst an uns denken, für was geschehen war, und beschlossen, Aenderung zu schaffen. Referenten. Es sei jezt eine so große Zahl von Maurern, uns einen sichern und guten Verdienst" erstreben Anfangs waren die Innungsheber ganz verblüfft etwa 20 000, in Berlin, daß, wenn nicht streng an dem und es dann den Unternehmern überlassen, die überdies über diesen Zug der Polizei, fie stammelten etwas von zehnstündigen Arbeitstag festgehalten werde, schon im in der wirthschaftlichen Organisation viel leichter September ein großer Theil der Maurer brodlos ſein würde. einem Recht der Maurer auf auskömmlichen Lohn, erkannten Man jolle sich doch klar darüber werden, in welchem Um: 3 entbehren sind als wir, sie die vielleicht ganz überin der Verwirrung sogar an, daß 50 Pfennige ganz an- fange die Ueberstundenarbeit auf die Fertigstellung der Bauten flüssig sind, ob sie vielleicht nun auch dabei etwas gemessen wären. Nun kam aber Versammlung der Maurer einwirke; allein durch diese Ueberstundenarbeit würden in verdienen. auf Versammlung und keine wurde anfangs verboten, keine wurde aufgelöst. Die Kolonne schloß wieder zusammen, nahm Fühlung. Die auf Bitten der Innung ausgewiesenen Führer wurden gar nicht vermißt. Die Sache ging weiter. Die Maurer beschlossen, das im harten Kampf im Jahre 1885 Errungene, den zehnstündigen Arbeitstag, die 50 Pfennige Stundenlohn zu behaupten und den Unternehmern gegenüber, die sich durch Arbeiterausbeutung, welche über diese Grenze geht, einen nicht zu rechtfertigenden höheren Verdienst erwerben wollen, einen Danımı entgegen zu setzen. Jetzt wurde den Innungsheßern doch bange. Was soll aus der Innung werden, wenn sie den Mitgliedern nicht ungestörte Lohndrückereien und Ueberstunden nach Willkür gewährleistet? 10 Wochen etwa 10 große Neubauten mehr fertig u. s. w. Häuser müssen gebaut werden, das ist unbedenkWas also im Publikum allgemein unter den jezigen Ver- lich richtig. Bauhandwerker, Maurer, Zimmerer, Dachhältnissen als ein Glück angesehen wird, daß nämlich so und so viele Häuſer mehr zum ersten April vermiethbar werden, decker, Tischler, Schlosser, Glaser, Klempner u. s. w. sieht der Referent als ein Unglück an, er drängt auf Ab- müssen sie bauen, die Arbeiter sind dazu erforderlich, das schaffung der Ueberstunden und Affordarbeit und hält sogar ist ohne Zweifel. Nun beweise aber einer einmal, einen neunstündigen Arbeitstag für berechtigt, wenn er jetzt daß auch der Bau- Innungsmeister dazu nothwendig auch noch nicht dafür eintreten will. Der Referent will 1 keine Ueberstunden und feine Affordarbeit, weil dadurch zu ist! Wir wären auf einen Beweis dafür in der„ Bauviel Arbeit fertig wird. Wären nun an Stelle von gewerkszeitung" sehr neugierig. Sie wird ihn nie bringen 20 000 Maurern zufällig ihrer 40 000 in Berlin, so müßte können. Das Wort, das auf dem Zimmerer- Kongreß der Referent konsequenter Weise für fünfstündige Tagesarbeit eintreten, denn je mehr Arbeiter sind, desto mehr muß man 3 Chemnitz ausgesprochen wurde, sehr mit Ueberlegung die Arbeit eintheilen. Wohin sollen solche Lehren führen? ausgesprochen wurde: Die Maurer- und ZimmerIm Wesentlichen kommen dieselben auf den bekannten meister sind überflüssig, sie sind ganz zu be= sozialistischen Saz hinaus: Wenig arbeiten erzeugt Arbeiter- seitigen, das schon einmal von ganz einwandsfreier mangel und schafft hohe Löhne. Worüber Leute lachen und worüber sie sich veres trifft mitten in's Schwarze. und von ebenso sachkundiger Stelle ausgesprochen wurde, wundern oder entrüften, daraus kann man am besten ihre Bildung und ihr Begriffsvermögen erkennen. Vereinsgesetz und Lohnkommissionen in Preußen. × Die Berliner Maurer haben am 19. Juli zu Händen des Herrn Fiedler folgendes Schreiben vom Königlichen Polizeipräsidium erhalten: Die Lehrlingsausbeutung spielt im Baugewerbe, Darum werden auch alle Sperren der Berliner Baubesonders in Berlin, eine so untergeordnete Rolle, daß So giebt denn der letzte Satz dieser Ausführung auch gewerkszeitung" nichts nüßen, die Arbeiter werden unentwegt innung, alle Denunziationen und Dummheiten der„ Bauman damit keinen„ Meister" einfangen kann. Es ist un- der ganzen Auslassung den Stempel der echten Dumm- die Straße gehen, die sie für die rechte erkannt haben, möglich, einen Bau mit Lehrlingen hoch zu treiben. Man heit, sie ist nicht gemacht oder geheuchelt. Ein sozia- und ihr Ziel auch erreichen. Die polizeiliche Behinderung spart am Lehrling höchstens einen Laufburschen oder einen listischer Satz soll es sein: Wenig arbeiten erzeugt wird vielleicht die Ankunft verzögern, aber nicht verhindern. Ziehhund, das spricht im Bauwesen nicht mit, nicht einmal Arbeitsmangel und schafft hohe Löhne. zum Kinderwarten oder als Kochgehilfe ist ein Maurer- Wir denken, das ist der nackte Satz von Angebot oder Zimmerlehrling in der Praxis zu gebrauchen, da sind und Nachfrage" und weiter nichts. Die Arbeiter die„ Meister" zu vornehm dazu. Den Lehrling in das bringen einen geringeren Theil ihrer Arbeitskraft zum Kostüm einer drallen Spreewälderin zu stecken, darauf Markt, sie verringern das Angebot, also muß bei gleichem ist man noch nicht gekommen. Bedarf der Preis steigen. Sie thun dabei dasselbe, was Also allein die Aussicht auf Vergewaltigung der die Großindustriellen thun, die sich zu„ Konventionen" Gesellen hält die Bau- Innungen zusammen. Wenn das verbinden, um die Herstellung in ihrem Berufszweige zu in Berlin nicht mehr geht, wenn die Bauhandwerker wieder beschränken, weil sie den Markt entlasten und höhere der Vergewaltigung mit Entschiedenheit entgegentreten, Preise dadurch erzielen wollen. dann geht die Innung ohne Zweifel wieder aus dem Leim. Was ist da sozialistisch? Im Gegentheil dieses Daher der Schmerz der Baugewerkszeitung". Vorgehen ist antisozialistisch, es ist durchaus indiviWas thun? Wenn die Polizei nicht hilft, so ist 100 dualistisch. Doch wo fommen wir hin, wir wenden da gegen 1 zu wetten, die Maurer sezen ihre Forderungen Fremdwörter an, die in der Redaktion der Baugewerksdurch, denn sie sind unwidersprechlich gerecht und angemessen. zeitung" nicht verstanden werden. Man überseẞt dort Die Meister können nicht sagen, sie wären auf die Minimallohn mit allgemein gleicher Lohn", hat Forderung nicht vorbereitet. Die Maurer verlangen die leiseste Ahnung, und weiß natürlich auch weder was über die Bedeutung des Begriffes„ Proletarier" nicht nur, was ihnen nach den Kämpfen im Jahre 1885 sozialistisch noch was individualistisch ist. Wir allseitig bewilligt ist und was die Unternehmer wetten, wenn wir in dieser Redaktion anfragen würden, ihren Anschlägen und Kontrakten zu Gründe ge- Sozialistisch ist, wenn ein Arbeiter zum Innungsmeister was heißt sozialistisch? so würde die Antwort lauten: jagt, ich will mehr Lohn haben! " 11 " „ Durch die in der öffentlichen Versammlung der Maurer vom 20. v. M. erfolgte Wahl eines Komitees zur Lohnregulirung innerhalb des Maurergewerbes ist ein Verein in's Leben gerufen, auf welchen die Bestimmungen des§ 2 des Vereinsgefeßes vom 11. März 1850 Anwendung finden. Es ist daher, bei Vermeidung der in dem genannten Geseze angedrohten Strafen, binnen 8 Tagen ein Verzeich niß, enthaltend die Namen der Komiteemitglieder und der Revisoren, sowie ein Statut, welches namentlich über Organisation und Zweck des Vereins und über die Aufbringung, Verwaltung und Bestimmung der zur Verwendung gelangenden Gelder genügenden Aufschluß geben muß, einzureichen. Gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, daß zu jeder Vereinsversammlung 48 Stunden vor Beginn meine Ge nehmigung einzuholen ist. Der Polizei- Präsident. gez. v. Richthofen. Es ist dies ein erster Versuch der preußischen Polizei11 legt haben. Ihr Organ hat selbst gewettert und geflucht gegen Daß eine Redaktion mit solcher sozialen Bildung die, im Zünstlerdeutsch zu reden, ungerechtfertigte Ueber- nicht begreifen kann, daß die Maurer und anderen Baueilung der Bauten", wodurch Unglücksfälle entstehen. Es handwerker gar kein Interesse daran haben, sich 7 Monate hat auf das vergossene Arbeiterblut hingewiesen. Nun, im Jahr über Kraft und mit Aufopferung der Gesundheit wodurch werden Bauten so schnell hoch getrieben? Doch abzuschinden, um dann 5 Monate zu feiern, ist selbst- behörde, in derselben Art, wie es in Sachsen bereits nur durch Ueberstundenarbeit, durch Nachtarbeit, verständlich. Dieselben Bauten können auch ohne Ueber- geschieht, einfache Ausschüsse, zu ganz bestimmten Verdurch Sonntagsarbeit. Gut, das wollen die Maurer stunden fertig werden, wenn man mehr Arbeiter einstellt, richtungen, von großen Versammlungen oder Körperschaften abschaffen. Das Zünstlerorgan hat, wie schon gesagt, und dadurch die Nachfrage nach Arbeitern, also die Löhne eingesetzte Beauftragte für besondere Vereine" zu auch zugestanden, daß 50 Pfennige Stundenlohn für Berlin erhöht. Man. stelle soviel Arbeiter mehr an, daß in erklären und sie zu Statuteneinreichung zu zwingen. angemessen sind. 10 Wochen die 10 Bauten mehr fertig werden, da wird Dem Verlangen der sächsischen Polizei, so unbekein Maurer etwas dagegen haben. Man wird dann aber rechtigt es sein mag, läßt sich ein Widerstand mit Ausfreilich auf die Lohndrückerei verzichten müssen, da man sicht auf Erfolg nicht entgegenseßen, denn das Kgl. sächsische dadurch ermöglicht, daß man immer 10 Maurer durch Vereinsgesetz vom 22. November 1850 giebt der Polizei Ueberstunden für 11, 12 bis 13 arbeiten läßt, oder durch die Macht, jeden Verein, ohne daß dabei auf richterAffordarbeit für 15 bis 20. So beginnt also die„ Baugewerkszeitung" zuerst mit lichen Entscheid zurückzugreifen ist, kurzer Hand zu schließen. Der Referent der Maurer besaß also eine wirth- Sie würde dies natürlich sofort thun, wenn solch eine dem Denunziren. Aber wie? Natürlich dumm! das schaftliche Bildung, die man in der Redaktion der Bau- Kommission sich weigerte, Statuten einzureichen, ob sie ist selbstredend. Die Berliner Maurer, geschult und gewißt gewerkszeitung" vergeblich suchen würde, wenn er sagte, dazu nach dem Sinne des Gesetzes verpflichtet ist, oder nicht. durch harte Erfahrungen, handeln selbstbewußt, lassen sich daß er keine Akkordarbeit und keine Ueberstunden- l Die Berliner Maurer brauchen sich aber dem Willen Was nun thun? Wohin sich retten?! O, nichts leichter als diese Frage beantworten. Sich schnell wieder unter den Fittich der Polizei verkriechen, die wird mit starkem Schnabelhieb dann schon den Feind wieder abwehren! der Polizei durchaus nicht so glatt zu fügen und sie Da nun aber Alles, was der Gesezentwurf den schickt den zum Krüppel verunglückten Maurer, dem man werden es natürlich nicht thun. Arbeitern bietet, so durchaus und durch und durch un- die volle Rente zahlen muß, weil er zu Arbeiten, die er Der§2 des Gesetzes vom 11. März 1830 fezt annehmbar ist, da außerdem das Quittungsbuch gerade allenfalls noch ausführen könnte, keine Gelegenheit und voraus, daß eine Vereinigung ,, Vorsteher" und ,, Statut" in seiner den Mißbrauch geradezu herausfordernden Form keine Geschicklichkeit besitzt, in solch ein Arbeitshaus, er hat. Keiner Vereinigung kann aufgegeben werden, Statuten dasjenige ist, worauf die Unternehmer, vom Innungsmeister kommt da unter sehr fromme Aufsicht und dem Manne zu machen. Selbst wenn man dies lettere aber anerkennen bis zum Großindustriellen, Werth legen, was sie wünschen, mit dem verstümmelten Leib wird zuerst seine Seele gründwollte, so ist keine gesetzliche Bestimmung da, die vor so sind die Arbeiter und ihre Führer gar nicht in der lich reparirt. Dann wird sein Arbeitsvermögen in Beschreibt, was die Statuten zu enthalten haben. Da Lage, einen Verbesserungsvorschlag hier gerade zn machen. tracht genommen und er macht nun seine Lehrzeit durch die Polizei kein Bestätigungsrecht der Statuten hat, Einerseits würde derselbe, weil man die Sache ja gerade z. B. als Korbflechter. Hat er etwas erlernt, dann tritt sondern sie nur zur Kenntnißnahme erhält, so hat sie so wünscht, als„ praktisch undurchführbar"- wie es in der der§ 65 in Kraft, es ist eine wesentliche Aenderung in auch kein Mittel, eine Abänderung etwa ihr nicht genügend Reptiliensprache heißt, wenn man etwas nicht bewilligen den Verhältnissen" eingetreten, und die Rente kann erscheinender Statuten zu verlangen. Sie kann sich ein- will abgewiesen werden, und dann würden die Arbeiter gekürzt werden um den Betrag, den der geschickter gefach nur„ Auskunft" erfordern, wenn ihr etwas unklar in und ihre Vertreter durch Eintreten in Verbesserungen zu wordene Arbeiter nun verdienen kann. Die Berufsgenossenden Statuten ist. Diese Auskunft muß ihr wahrheits- diesem Gefeßentwurf vielleicht den Glauben erwecken, der- schaft hat die Arbeit eines solchen Invaliden eigentlich gemäß gegeben werden, das ist natürlich. Sie muß sich selbe erscheine ihnen in der vorliegenden Form als behandel- ganz umsonst. aber auch mit dieser Auskunft", insofern sie wahrheits- bar, das System, das die Quittungsbücher nöthig macht, Es ist diese Einrichtung ein Ersatz für die humane gemäß ist, begnügen. sei überhaupt ein annehmbares, man betrachte den Gesetz Einrichtung, die man bei den Bauern findet, welche einen Wenn sie also fragt: Wie wird die Aufbringung, entwurf nicht als schlechthin ungenügend, sondern halte schwach gewordenen Arbeiter auf die Reise gehn" lassen, Verwaltung und Verwendung der Gelder gehandhabt? so ihn für verbesserungsfähig, was durchaus nicht der Fall ist. d. h. statt ihm eine Armenunterstützung zu gewähren, ihn muß ihr natürlich geantwortet werden: die Aufbringung Die Arbeiter und ihre Vertreter können diesem gegen Kleidung und Unterhalt der Reihe nach jeder eine geschicht nach den Beschlüssen der Generalversammlung der Gesetzentwurf gegenüber immer nur protestiren und ihn Beitlang in Ausnutzung nehmen, wobei sie in der Regel Berliner Maurer durch Sammlungen auf den Baustellen; darstellen wie er ist: als in seinen Leistungen für die ein ganz gutes Geschäft machen, aber von dem ausge= die Verwaltung erfolgt nach den Beschlüssen der General- Arbeiter ganz werthlos und sie sogar im höchsten nutzten Arbeiter seltsamer Weise noch Dankbarkeit ver= versammlung der Berliner Maurer durch den Kassirer Grade schädigend, als die schlimmsten Mißbräuche langen. " unter Kontrole der Revisoren; die Verwendung geschicht erlaubend, gegen welche der Entwurf auch nicht die Wir sehen also, daß auch hier die humane Christlichnach den Beschlüssen der Generalversammlung der Berliner geringsten Vorkehrungen trifft, so daß sie nur die keit der kapitalistischen Arbeiterfreunde eine sehr mate= Maurer und in deren Auftrage durch den Kassirer oder Beseitigung dieses ganzen Gesezentwurfes wünschen rielle Unterlage hat, wie in der Regel. durch einzelne Ausschußmitglieder, die dazu besonders be- können. stimmt werden. Im Grunde sind wir freilich durchaus dafür, daß Sollte die Behauptung der reaktionären Presse zu jeder, der noch arbeiten kann, ohne seinem Körper dadurch Ist diese„ Auskunft" der Wahrheit gemäß, so kann treffen, daß bei dem gewählten System des Entwurfes das Schaden zuzufügen, verpflichtet ist, seine Kräfte zum Wohl die Polizei dagegen auf Grund des Vereinsgefeßes Quittungsbuch in der vorliegenden Form unvermeidlich der Allgemeinheit zu verwerthen, zu arbeiten. Wir möchten nichts weiter thun, bis sie etwa nachweisen kann, die ist, sich auch weiter keine Garantien gegen den Mißbrauch nur, daß dieser Grundsatz von unsern kapitalistischen Verwendung des Geldes geschehe zu ungesetzlichen Zwecken. geben lassen, so ist für die Arbeiter noch mehr der Beweis Wohlthätern nicht immer nur den Arbeitern gegenüber Ob die Lohnkommission wirklich ein politischer" geliefert, daß das ganze System unbrauchbar ist, und angewendet wird. Man stelle sich den anderen pensionsVerein ist, darüber würde endgültig das Gericht zu erwäre dieser Umstand ein weiterer Beweggrund dafür, daß berechtigten Personen gegenüber doch auf denselben Standkennen haben. Aus ihrer Thätigkeit, einen Fonds zum der ganze Gefeßentwurf verworfen werden muß. Es ist punkt, beschäftige die alten invaliden Offiziere und Minister, Lohnkampf für die Maurer zu sammeln, würde dies an den Personen, die den Entwurf ganz oder in den Geheimräthe und Schreiber doch auch in der Hausindustrie aber schwerlich gefolgert werden! Wir glauben also, daß Hauptsachen aufrecht erhalten wollen, für Garantien oder sonst mit Arbeiten, welchen sie noch gewachsen sind. die vorstehende Verfügung des Königlichen Polizeipräsidiums gegen Mißbrauch des Quittungsbuches zu sorgen. eine irgendwie gefeßliche Stüße nicht hinter sich hat. Die Wäre das Quittungsbuch in der vorliegenden Form fachen Handarbeiter Arbeitskraft auch nicht das geringste Weshalb ist man denn so besorgt, daß nur von des einMaurer werden aber freiwillig von den ihnen zustehen mit der Gefahr seines Mißbrauches nicht in dem Gefeßzent- Tröpfchen dem„ Volkswohlstande" verloren geht? Auf den gesetzlichen Rechten auch nicht das Geringste auf wurf, so würde derselbe die Arbeiter doch höchst kalt lassen. Der anderen Stelle wäre doch sicher vielmehr zu ersparen, opfern. Sie müssen den ihnen hiermit neu aufgedrohten Weder die 10/2 Pfennige wöchentlicher Beitrag noch die wenn man da mit„ praktischem Christenthum" eingreifen Krieg um den winzigen Rest der Arbeiterrechte aufnehmen Durchschnittsrente von etwa 43 Pfennigen täglich, die ein wollte. Außerdem würde noch den alten, oft an VerArbeiter danach erreichen kann( das Durchschnittslebensalter bauungsstörung wegen mangelnder Bewegung leidenden der Arbeiter zu 36 Jahren gerechnet) würden sie erheblich Herren wesentlich genüßt und ihr Leben würde zum großen aufregen. Mit dem Buche iſt er für sie eine drohende Heile des Vaterlandes weit verlängert, wenn man sie so Gefahr, er bezeichnet einen schweren Schlag gegen ihre einige Stunden des Tages Erde karren oder dergleichen bürgerliche und wirthschaftliche Freiheit. Wir meinen, das praktische Christenthum könnte zum Gearbeiten ließe, wozu sich die meisten recht gut eignen würden. meingut aller Invaliden gemacht werden, man braucht es und werden ihn aufnehmen. " Da keine Verlegung des§ 8 des Vereinsgesetzes vor liegt, kann eine gefeßliche vorläufige Schließung" der Lohnkommission nicht erfolgen, es kann nur Bestrafung aus§ 13 beantragt werden. Auch kann nach diesem Paragraphen der Nichter nicht auf Schließung der Lohnkommission erkennen. Dieselbe braucht sich also in ihrer Wirksamkeit durchaus nicht beirren zu lassen und nicht möglich ist. wird es auch nicht thun. Das Quittungsbuch als Arbeitsbuch. Der Ruf der Arbeiter kann nur lauten: Fort mit dem ganzen Entwurf, wenn er ohne Quittungsbuch nicht nur auf die Handarbeiter zu beschränken. Es fällt dadurch leicht in den dringenden Verdacht, Heuchelei zu sein, die nur ein frommes Mäntelchen sucht, um dem Geldbeutel der Besißenden zu nußen. Also hübsch„ Gleiches praktisches Christenthum für alle Pensionäre und Invaliden!" Volitische Nachrichten. Arbeitshäuser für Arbeiter- Invaliden. Das humane kapitalistische Christenthum ist einO Durch reaktionäre, besonders auch nationalliberale mal wieder an der Arbeit. Blätter, die bei aller Neaktion gegen die Arbeiter stets Man spricht salbungsvoll von der Vorsorge für voranschreiten, geht eine Bemerkung über die Quittungs- die armen verunglückten Arbeiter, die nur eine gebücher des„ Entwurfes eines Gesetzes, betreffend die ringe Rente von der Unfallversicherungs- Berufsgenossenschaft Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter", aus erhalten. Man will ihnen Gelegenheit geben, die noch welcher hervorgeht, daß die Großindustriellen, die ja vorhandene Arbeitskraft auszubilden und zu verden Kern der Nationalliberalen bilden, im Reichstage für werthen. Alles natürlich nur im Interesse der armen Die kapitalistischen Kreise sind ganz entsetzt. die unveränderte Beibehaltung dieser Bücher eintreten Arbeiter. Man will Anstalten gründen, in welchen Selbst die frömmsten werden wild. Der unerhörte Schritt, werden. Es wird behauptet, im Entwurfe wäre diese Invaliden untergebracht werden, um da ein ihren daß der Pariser Gemeinderath die Unternehmer zwingen möglichste Vorkehrung gegen den Mißbrauch dieser Fähigkeiten entsprechendes Gewerbe zu erlernen, um dann will, den Arbeitern bei geregelter Arbeitszeit auskömmliche Bücher getroffen. später natürlich nur zu ihrem eigenen Wohle als Löhne zu zahlen, der erregt ihren höchsten Zorn. Nicht Wir haben gezeigt, daß dem nicht so ist, daß viel billigere Kräfte im Fabrikbetrieb oder gar in der so segens- zum mindesten tobt das Berliner Tageblatt. Es hat mehr auch nicht die geringste Vorkehrung gegen reichen Hausindustrie, deren Arbeitszeit sich leichter verlängern entdeckt, daß der Pariser Gemeinderath aus Sozial= einen solchen Mißbrauch des Quittungsbuches in dem läßt, natürlich nur zum Vortheil der Arbeiter, zu ver- demokraten besteht, nach dem Grundsaß, wer irgend etwas den Arbeitern wirklich nüßliches thut oder verlangt, ,, Entwurfe" getroffen ist, sondern daß er vielmehr die werthen. Vorkehrungen, welche die„ Grundzüge" trafen, noch durch Was kann schöner, was edler sein als solch ein Be- ist ohne Zweifel ein Sozialdemokrat, denn bei anderen Weglassen des Verbotes von ,, Bezeichnungen" abgeschwächt hat. ginnen, den mit niedriger Unfallsrente ausgestatteten Ar- Parteien kann das nie vorkommen. Dem Gemeinderath Der von reaktionären Blättern oft angeführte§ 85, 2. beitern einen guten oder schlechten aber immerhin annehm- geschieht damit freilich zu viel Ehre. Wir glauben keines seiner Mitglieder ist Sozialdemokrat, es sind bürgerliche des Entwurfes, der dem Arbeitgeber sowie Dritten unter- baren ,, Nebenverdienst" zu beschaffen! An die Spitze des Ganzen wird natürlich ein Re- Demokraten, die den Schritt gethan haben, vielleicht nur sagt, das Quittungsbuch wider den Willen des Inhabers zurückzuhalten, ist kein Schuß gegen Miß gierungspräsident oder Landrath und der unvermeidliche in der klugen Absicht, den Arbeitern zu zeigen, daß auch brauch des Buches zur Bezeichnung" mißliebiger Arbeiter, Geistliche gestellt werden, die Lehrer und Aufseher liefert andere als Sozialdemokraten für sie etwas mehr übrig weil dazu ein„ Zurückhalten" des Buches gar nicht er das Rauhe Haus", Stöcker spricht seinen Segen über haben, als halbe Maßregeln, schöne Worte, Ausnahmeforderlich ist. Das wird gemacht während des Einklebens die Sache, Windhorst und seine tonfurirten Freunde richten gefeße, Gefängniß und ab und an Flintenkugeln. Der und Entwerthens der Marken und wirkt beim einfachen sich die Sache nach ihrem Geschmack ein. Alle Betbrüder Zorn der kapitalfrommen Blätter hat einen sehr greifbaren Vorzeigen des Buches, das nach§ 84. 1. der Arbeitgeber und Betschwestern steuern zu diesem Werk christlicher Barm- Grund. Die anderen Arbeiter verlangen jetzt ebenso be= sofort verlangen kann. Wenn man, wie die reaktionären herzigkeit bei, das in so guten Händen ist, die böse Sozial- zahlt zu werden, wie die der Pariser Regie. Das war Blätter schreiben, offizi öserseits diese Absicht ent- demokratie sicher wieder einmal vernichtet, und wohl auch wohl auch von Anfang an die Absicht, man wollte die Arbeiter konsumfähiger machen, um die gewerbliche Thätig= schieben ableugnet, so schafft die Ableugnung niemals einigen patriotischen Strebern fette Posten liefert. Die Herren Unternehmer begeistern sich auch sehr für jobbern, Spekulanten, Imnungsbrüdern nicht paßt, ist sebst= feit im Lande zu heben. Daß das den Philistern, Börseneine Thatsache aus der Welt und also auch hier nicht. Das Quittungsbuch kann gemißbraucht werden, und wird die Sache, und das veranlaßt uns, sie etwas genauer an- verständlich und wundert uns gar nicht. Vorläufig sind gemißbraucht werden zur Kennzeichnung mißliebiger Arbeiter. Wir finden da zuerst Entscheidungen des Reichs Ganz entschieden müssen wir ferner dagegen Ver- Wir finden da zuerst Entscheidungen des Reichs- einige Tausend Arbeiter in Paris und dessen nächster Umwahrung einlegen, wenn von reaktionärer Seite behauptet versicherungs- Amtes, die unzweideutig feststellen, daß gebung im Ausstand um für sich auch die Vortheile zu er= Wenn die Arbeiter und deren Vertreter wirklich die volle Erwerbsunfähigkeit eines verunglückten Daß über den Ausstand die in der verlogenen Geldsackfeſtſtellen, daß langen, die die Regiearbeiter der Stadt Paris haben. der Ansicht sind, daß die Quittungsbücher gemißbraucht Arbeiters auch dann anzunehmen ist, wenn er zwar noch preſſe üblichen Schaudergeschichten erzählt werden, ist selbstwerden würden, so wird es ihre Aufgabe sein, einen bie körperliche und geistige Fähigkeit befigt, irgend rebend, denn der„ gute friedliebende" Arbeiter, der Modus anzugeben, durch welchen die nothwendige Kontrole eine andere Arbeit zu verrichten, aber ihm die dazu er die Arbeit liebt, sehr zufrieden ist, und die große Mehrzahl über die gezahlten Beiträge geschaffen wird, ohne daß forderliche Gelegenheit und Geschicklichkeit nicht der Arbeiter darstellt, wird bekanntlich immer nur von damit die angeblichen Nachtheile verbunden sind, gegen nachgewiesen ist. Sehen wir uns zu diesem Entscheid des Reichs- zwei bis drei Agitatoren zu solch einem Ausstand terroriwelche die Petition der Arbeiter sich richtet." Reichs- irt. firt. Dieser Klatsch ist auch international. Wir werden versicherungs- Amtes einmal den ersten Satz des§ 65 die Entwickelung dieser Angelegenheit mit Interesse verUnfallversicherungsgefeßes an. Dieser lautet: wird: 11 Die Arbeiter und ihre Bertreter würden dazu Ver pflichtung und Veranlassung haben, wenn der Gesetzentwurf sonst den Arbeitern etwas wünschenswerthes und befriedigendes bieten würde, obgleich sie auch dann, wie die Nationalliberalen angesichts der Einverleibung des Sozialistengesetzes in die bleibende Gesetzgebung, sich auf die„ Führerpflicht" der Regierung berufen könnten, die doch nicht„ abdanken" kann, sondern den Vortritt nehmen muß. zusehen. des ,, Tritt in den Verhältnissen, welche für die Feststellung der Entschädigung maßgebend gewesen sind, eine wesentliche Veränderung ein, so kann eine anderweite Feststellung der= selben auf Antrag oder von Amtswegen erfolgen." folgen. Die„ Magdeburgische Zeitung" schreibt:„ Es giebt feinen eifrigeren Fürsprecher für die gänzliche Beseiti= gung der Kinderarbeit als die„ Kreuzzeitung. Aber Ah so! nun begriffen wir das praktische Christenthum" vollständig. Jawohl! es ist sehr praktisch. Man dasselbe Blatt erklärte kürzlich die Beschäftigung von Kin dern im landwirthschaftlichen Betriebe für etwas Unbe:| der Gestorbenen betrug für 1883 und 1884 3770, von| Es lautet: Suppe mit Raviolen Steinbutt Austernsauce denkliches. Das Vichhüten sollte eine Art von Ersatz für 1885 bis Ende März 1887 5700, zusammen 9470. Salte Hühner, Remoulade- Roastbeef- Gemüsespargel- Brat fartoffeln Butter, Käse. Guter König Heinrich IV. von Frankdas Turnen sein!" Dienstuntauglich wurden 1883/84 7779; von 1885 bis reich, der du für jeden Mann aus dem Volt nur am Sonntag ein Ende März 1887 20 145. Gesammtabgang 27 924 und Huhn in den Topf wünschtest, wie bist du in unseren Tagen überIm laufenden Etatsjahr wird sich in Preußen sicher mit den Gestorbenen 37 394, etwa der Friedensbestand von troffen, wo man solche Küchenzettel der Mehrzahl(!) des Volkes wieder eine Mehreinnahme der Eisenbahnen über den zwei Armeecorps! Die Gesammtstärke der Truppensendungen herrn Diek. Er spricht ja nur von der Mehrzahl aller essenden vorschlagen kann! Doch vielleicht ist es nur Jronie vom FreiEtat von mindestens 50 bis 60 Millionen Mark heraus- nach Tonking seit 1883 beläuft sich auf 43 676 Mann. Menschen, und will wohl damit nur zu verstehen geben, daß die= stellen. Wenn es irgend eine Zeit dazu gegeben hat, Der Gesundheitszustand der Truppen in Tongking, welchen jenigen Menschen, welche solche Menus nicht befolgen, eigentlich bemerkt die Freifinnige Zeitung" des Abg. Richter- so gewisse opportunistische Blätter als jetzt günstig schildern, nicht essen, sondern hungern, und daß die geringste Ausgabe für ein Mittagsmahl, das wirklich den Namen verdient, zwei Mark ist man gegenwärtig berechtigt, angesichts solcher Ueber- ist, der„ Lanterne" zufolge, erschreckend. jein soll. schüsse auf Reformen im Eisenbahnwesen im Interesse Haussuchung. Bei dem Tischler Felir Arzinski, Berlin, des Publikums zu dringen. Gütertarif und Personen- In die Vereinigten Staaten sind während des Steinmetzstr. 17, fand am 28. Juli, Nachmittags 5 Uhr, in dessen tarif sind seit der Eisenbahnverstaatlichung nahezu unver- Zeitraums vom 1. Juli 1887 bis 30. Juni 1888 aus Abwesenheit von 3 Kriminalbeamten eine Hausdurchsuchung nach ändert geblieben. Die Materialien für die Eisenbahnver- Europa 539 818 Menschen eingewandert. verbotenen Schriften statt. Gefunden wurden 1 Exemplar Nr. 18 Diese des Züricher Sozialdemokrat", eine Broschüre" Der Parteitag in waltung find billiger geworden, die Zinsen für den Kauf- Anzahl vertheilt sich auf die einzelnen Staaten folgender- St. Gallen( Schweiz)" und eine Broschüre„ Die wirthschaftlichen preis der Bahnen und die Prioritäten sind um ein volles maßen: Ausgewandert sind aus Deutschland 107 624, Krisen und die Sozialreform" von Dr. Bruno Schönlant. Prozent herabgefeßt. Das Publikum hat ein Recht aus England und Wales 83 132, aus Irland 73 238, Eine Sistirung fand am Sonnabend, den 28. Juli, Abends darauf, eine Verwohlfeilung des Transports zu aus Schweden und Norwegen 72 915, aus Italien 51 005, 10% Uhr, in Berlin aus dem Lokale Bülowstr. 60 statt. Der Maurer Wachowsky wurde von drei Kriminalbeamten aufgefor= verlangen, wie sie ohne die Verstaatlichung die Konkur- aus Rußland 33 407, aus Desterreich 25 884, aus Schott- bert, mit zur Wache zu gehen, als er im Begriff war, eine Liste renz seitdem längst erzwungen hätte. land 24 396, aus Ungarn 19 927, aus Dänemark 8981, für den Generalfonds der Maurer Berlins zu unterzeichnen. aus der Schweiz 7737, aus Frankreich 6427, aus den geben für Wilhelm Liebknecht Schriftsteller in Borsdorf. Herr Redakteur Baake hielt an dem erwähnten Abend die Programmrede, zeigte was die Kartellmajorität bisher im Reichstage gethan habe, kennzeichnete die Stellung der Sozialdemokratie zur Sozialreform und forderte zur Wahl Liebknecht's auf. In das Wahlkomitee wurden gewählt die Herren Hartmann, Das österreichische Anarchisten- Gesez, dessen Niederlanden 5845 und aus Polen 5845. Deutschland Für den sechsten Berliner Reichstagswahlkreis Wirkungsdauer in diesem Jahre abläuft, ist bekanntlich würde sich danach und nach der Bismarck'schen Ausdem Reichsrath nicht zur Verlängerung vorgelegt worden, wanderungstheorie einer ganz besonderen Glückseligkeit hat nunmehr in einer glänzend besuchten großen Volksversammlung am Donnerstag die Kandidatenproklamirung stattgefunden. nachdem die Ausschußberathungen ergeben hatten, daß es erfreuen. Danach werden ohne erhebliche Milderungen nicht würde angenommen werden. Die Regierung hilft sich darum auf dem Wege in Kamerun, an einen Strefelder Herrn unterm 6. Mai d. J.: die Arbeiter des Nordens Berlins einmüthig ihre Stimme ab= Aus den Kolonien. Da schreibt Herr Christaller, Lehrer am Wahltag, den 30. August, der Verordnung. Die amtliche Wiener Zeitung" ver- Bell ist gar kein König, er ist ein gewöhnlicher Händler, er hat öffentlicht eine Verordnung des gesammten Ministeriums, absolut keine Macht, nicht einmal die eines Dorfschulzen." Wie ist betreffend die Einstellung der Wirksamkeit der Geschwornen- uns denn, wurden mit diesem angeblichen König, der jest gar keiner, gerichte in Strafsachen, welchen anarchistische Bestrebungen nicht einmal ein Dorfschulze sein soll, nicht einst Staatsverträge über Länderstrecken abgeschlossen, die jetzt im deutschen Besitz oder zu Grunde liegen, für die Gerichtshoffprengel Wien, unter deutscher Hoheit sind? Sollen diese Verträge mit solch einer Korneuburg, Wiener Neustadt, Wels, Prag, Brür, Jicin, Person wirklich eine Rechtsunterlage bilden können? Sonderbar, Jung- Bunzlau, Reichenburg, Brünn, Olmüß, Neutitschein, höchst sonderbar! Wer hat Recht, Herr Ghristaller oder die deutschen Graz, Leoben, Klagenfurt vom 10. August 1888 bis zum Beauftragten, die einst mit König Bell verhandelten? 31. Juli 1889. Wir heben das besonders hervor, weil Wie fich ein adeliger Kopf den Mittagstisch des Volkes denkt. Ein hochgeborener Freiherr Dies hat in Klinddurch ein Mißverständniß seinerzeit die Mittheilung ver- worth's Verlag in Hannover soeben ein schönes, mit seinem Fa- Hinze, Jacobey, Reinicke und Pfarr. breitet wurde, die österreichische Regierung wolle keine Aus- milienwappen geziertes Werk erscheinen lassen, welches er„ Gesegnete Die Debatte bereitete insofern eine Ueberraschung, als zunächst nahmebestimmungen mehr gegen die Arbeiter. Sie will Mahlzeit" betitelt. Er meint darin, das vortreffliche Werk des Herr Pickenbach, der Antisemit glorreichen Angedenkens, das lediglich keine Milderungen durch das Parlament und Oberhofmarschalls von Malortie„ Das Menu" eigne fich nur für Wort nahm und sich in den üblichen Redewendungen über Verdie feinste Küche, die nur wenige Menschen haben können. Aber treibt daher, ohne das Parlament überhaupt zu die Mehrzahl(!) aller essenden Menschen gehört einem soliden nichtung aller Kultur und Ruin des Vaterlandes gegen die Sozial fragen, die alte Zwangspolitik weiter. Mittelschlage mit mittlerer Küche an Personen, die etwa demokratie erging. zwei Mark oder einen Gulden für ein Mittagsmahl ausgeben Herr Baate erwiderte treffend und scharf, kam aber nicht weit, Das herausfordernde Wiederauftreten Ferry's in wollen, ein Festessen sich nur an ganz besonderen Tagen genehmigen, da der Ueberwachende die Versammlung zur Auflösung brachte. Frankreich bietet der Lanterne" Anlaß, den Franzosen ganz auf ihrer Tafel verlangen." Deshalb gebe er vorliegendes immerhin aber eine möglichste Abwechslung und eine gewisse Ele- Bisher haben nur zwei Parteien ihre Kandidaten nominirt: vorzurechnen, wie viele Soldatenleben Tonking, diese Buch mit Speisezettel für jeden Tag des Jahres heraus. So ver- Die Antisemiten Herrn Dr. Paul Förster und die Sozialdemokratie zweifelhafteste aller zweifelhaften Kolonien europäischer ordnet er für den 23. Mai: Erdbeerkaltschale- Kalbsragout in ihren alten, kampfergrauten Streiter Staaten, nicht etwa während der Eroberung, sondern Muscheln Gebratene Seezunge in Hummerfauce- NumpsteakWilhelm Liebknecht. während des Zeitraums, welchen Ferry den der Be- Gurkensalat Haushofmeister- Kartoffeln Backhühnchen Be Gurkensalat- Thee- Greme in Obertassen. Auf gut Glück blättern Der 30. August wird ihm zweifellos die Pforten des Parlamentes schwichtigung Tongkings" nannte, gekostet hat. Die Zahl wir weiter und schlagen das Rezept für den 19. Dezember auf. wieder erschließen. Sardellenbutter Weiss- und Bairisch- Bier- Lokal. Großr öffentliche Versammlung empfehle bestens Gustav Tempel, Breslauerstrasse 27. Luckenwalde. Allen Freunden und Bekannten empfehle mich zur Anfertigung von Herrengarderobe zu soliden Preisen bei reeller Bedienung. Louis Schmidt, Frankenstraße 15. E. Kuntze, Stalitzerstr. 18.( Bum luftigen Stiefel) empfiehlt seinen reichhaltigen und kräftigen Frühstück: u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch nach Auswahl zu foliden Preisen. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager bon C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Dafelbst Zahlstelle der Gürtleru.Bronceure( E.H.60.) Weiss- u. Bairisch- Bier- Lokal. Frühstück, Mittag- und Abendtisch, von A. Grewling, 119. Manteuffelstraße 119. Ein Vereinszimmer ist zu vergeben.„ VolfsTribüne" liegt aus. der Buchbinder u. verwandten Berufsgenossen am Montag, den 6. August cr., Abends 8 Uhr, im Louiſenſtädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37. Tagesordnung: An die Tischler Berlins. Kollegen! Da der Streif der Tischler Ham burgs noch nicht beendet ist, so sind noch zirka 120 Familienväter, welche schon 13 Wochen den Kampf für Erhaltung der Organisation gegen die Innung führen müssen, zu unterstützen. Außerdem waren die Hamburger Kollegen ges nöthigt, zur Durchführung des Kampfes bedeutende Gelder aufzunehmen, welche in kurzer Zeit gedeckt 1. Die Alters: und Invalidenversicherung. Referent: Herr Bernhard Joft. werden müssen. 2. Diskussion. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Die von Mitgliedern des Fachvercins gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt sich einem geehrten Publikum zur Anfertigung von Herren- Garderoben jeder Art. Neichliche Auswahl in- und ausländischer Stoffe. Reelle Bedienung, guten Siz, solide Preise garantirt der Vorstand. Gleichzeitig machen wir auf unser reichhaltiges Lager: Frühjahr- und Sommerpaletots, aufmerksam. Um zu räumen herabgesezte Preise! Buchhandlung und Buchbinderei Don W. Iwantzky, Schmidtstr. 8, v. part., Elegante Herrengarderoben. empfiehlt fich zur Anfertigung jeder Buchbinderarbeit, sowie zur Lieferung fämmtlicher Bestellungen nach Maaß werden prompt und sauber zu soliden Preisen ausgeführt. Ebenso habe ich bestellte, aber nicht abgeholte Anzüge und Paletots sehr billig zu verkaufen. A. Schwarz, Schneidermeister, Stalizerstraße 125 im Laden. Allen Männern der Arbeit empfehle mein wissenschaftlicher Werke und Zeitschriften. NB. Abonnements auf die ,, Berliner Volkstribüne" sowie jede andere Zeitung werden stets entgegen genommen. Destillation und Imbisshalle nebst Gaststube. Max Schayer, Weiss- u. Bairisch- Bier- Lokal. Invalidenstrasse,( Ecke d. Ackerstrasse) W. Haugk, Weinstraße 22. Königsberg i. Pr. Abonnements für die ,, Berliner Volks: Tribüne übernimmt Frau Godau, Polnische Gasse 10. Ein freundl. Vereinszimmer, 30 Personen faffend, ist zu vergeben. Mariannenstr. 48, im Restaurant von Unicke. Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- und Bairisch- Bier- Lokal, Frühstück, Mittagtisch nach Auswahl 45Pf. Abendtisch nach Auswahl 30' Pf. Vereins- Zimmer zu vergeben. Herm. Liewald, Mariannenstr.. 46. vis à vis der Gem.- Schule Ackerstr. 28 a. Volksblatt, Volfstribüne, Vereinsblatt, Neue Tischler-, Volts- und Vossische Zeitung, sowie der wahre Jakob liegen aus. Interessen- Verein der kittenmacher. Dampferpartie nach Achtung! Meinen Freunden und Gesinnungsgenossen empfehle mein Lübbener und anderen Biere. Auch mache ich auf mein Lokal aufmerksam. W. Sasse, Bergmannstraße 17. Arbeitsnachweis für Tischler. Der vom Fachverein de. Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich Alte Jakobstr. 38 im Reſtaurant Schumann. Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 10 Uhr Abends, Sonntags bon 9 bis 11 1hr Vormittags. Da sich Darum, Kollegen, in Anbetracht all' dieser Thatsachen, richtet die hiesige Kommission an Euch, an die Tischler von ganz Berlin die Bitte, noch einmal in allen Fabriken und Werkstätten für die Hamburger Kollegen zu sammeln und die Gelder gegen Quittung an die Mitglieder der Kommission abzuliefern. Bemerkt sei, daß durch die Kommission bis jest 3175 Mart nach Hamburg gesandt wurden. J. A. der Kommission der Tischler Berlins: Fr. Zubeil, Waldemarstr. 73. Den Mitgliedern des Vereins zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter und verw. Berufsgenossen zur Kenntniß, daß§ 1 Abs. 5.( Rechtsschutz) in Straft getreten ist und alle vorkommenden Streit fälle nach dem Reglement§ 2 bei einem der folgenden Mitglieder zu melden sind: G. Hahn, Lübbenerstr. 13. Riediger, Zossenerstr. 25. Spar feld, Sorauerstr. 27. Zubeil, Waldemarstr. 73. Paul, Bethanien- Ufer 8. Brecht, WasserthorStraße 15. Für die Töpfer Berlins. Mitglieder- Versammlung der Zentral- Kranken- und Sterbe- Kaffe, Sonntag, den 5. August, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. Tagesordnung: 1. Das neu genehmigte Statut. 2. Quartals- Abrechnung vom zweiten Vierteljahr 3. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Jedes Mitglied wird gebeten zu erscheinen. Karl Habant, Bevollmächtigter. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet Friedrichshagen( Müggelschlößchen) Abfahrt früh Bunkt 7½ Uhr von der Schillings- die vier kaffirer der„ Ortskrankenkasse der Tischler jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntags am Sonntag, den 12. Auguft. brücke. Preis 1 Mt. Kinder über 10 Jahre 30 Pf. und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mit Billets find zu haben bis Montag, den 6. August, fich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, glieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich, im Lokal von Herrn Häusler, Franzstraße 6. ersuchen wir, nur den obengenannten Ar- statt. Gäste sind willkommen. Der Vorstand. beitsnachweis zu benutzen. Der Vorstand. Die Arbeitsvermittelungs- Kommiffion. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S, O., Dranienstraße 23. № 31. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribüne". Die kommende Sonne. Es brennt in meinem Gehirn Ein Traum mit gährender Glut, Wie hinter Vesuvius' Felsenstirn Der Erde fieberndes Feuerblut. Ich träume die kommende Sonne. Und wie des Meeres Fluth empor Zum lockenden Monde schwillt, Wallt meine Seele schmachtend Dem angebeteten Traumgebild Entgegen- der kommenden Sonne. In stummer Nacht, dem weichen Arm Schläfernder Ruh entwunden, Wälz ich mich mit heißem Sehnen, Fülle mit Grübeln zögernde Stunden Und harre der kommenden Sonne. Vom Lager fahr' ich wild empor, Wissende Bücher aufzuschlagen; Ihr starren Züge, laßt mich lesen: Wann wird umnachteten Völkern tagen Die selig machende Sonne? Es treibt mich auf die Gassen hinaus; Da athmen die Gassen Moderluft; Ein steinerner Sarg jedwedes Haus, Die Stadt eine riesige Gruft. Erbarme dich, kommende Sonne! Ich flüchte durch das Thor der Gruft Hinaus auf offenes Feld Und spähe, ob die finstre Luft Ein Morgenschimmer nicht erhellt. Ich ahne die kommende Sonne. Und sieh, des Lichtes Halme schießen Empor vom grauen Himmelsstrande, Wie hinter schwarzem Schildesrande Blutige Speere sprießen. Das sind die Speere der Sonne! Da weicht der Drache der Verwesung Von seinem Nest, der Völkergruft, Faltet die zackigen Flügel Und kriecht entscht in eine Schluft. Preis dir, siegende Sonne! Nun taucht am froh erröthenden Himmel Empor der rollende Feuerball. Da zittert die Erde, da bersten Die Riesenfärge mit Donnerschall. Preis dir, erlösende Sonne! Die todten Völker stehen auf Und baden im goldig strömenden Licht; Die Leiber blühen schön und stark, Und geistig strahlt das Angesicht. Preis dir, erweckende Sonne! Die Erde schimmert wie eine Braut Im Schmuck der Blumen und Seen; Hinter üppig grünenden Hainen Marmorhäuser erstehen. Preis dir, verklärende Sonne! Und aus den Thoren der Marmorstadt Wallt des Volkes festliche Schaar, Bringt Fahnen, felige Lieder, Trunkene Blicke zum Opfer dar Der entzückenden Göttin Sonne. So brennt in meinem Gehirn Der Traum mit gährender Gluth, Wie hinter Vesuvius' Felsenstirn Der Erde fieberndes Feuerblut. Jch träume die kommende Sonne. Bruno Wille. Sonnabend, den 4. August 1888. allein und verlassen. Kein Mensch kümmert sich um sie; kein Mensch liebt sie.... Ist sie denn wirklich so häßlich? " II. Jahrgang. in dem Menschenstrom, der durch die Passage flutete und sie mit sich fortriß, ihr ansehen könne, welchen Gedanken sie gehabt habe. Rasch trocknet sie sich die Thränen ab und holt den Und am nächsten Sonntag hatte sie wieder vor dem kleinen, blinden Spiegel hervor, an dem die eine obere Schaufenster gestanden und das Buch betrachtet. Auf dem Ecke ausgebochen ist, so daß das gelbe Papier, mit dem Titelblatte war ein Bild, aber die Linien waren so schwach, er hinten beklebt ist, zum Vorschein kommt. Sie wischt daß sie durch den Papierstreifen nicht hindurchschienen. das Glas ab, aber die Nisse und Flecken im Spiegel Was mochte das Bild vorstellen? Elisens Phantasie schweift bleiben. Das schadet nichts, sie sieht noch genug. Die noch jetzt darüber herum, und je verworrener und unklarer Sommersprossen sind wirklich fort, nur auf dem schmalen ihre Vorstellungen sind, desto heißer wird ein unbestimmter, Nasenrücken sitzen noch einige kleine, schüchterne Nach innerer Drang, das Räthsel gelöst zu erhalten. zügler. Der Thau der Fensterscheiben, mit dem sie sich Der kleine Rentier auf dem Ziegeldache drüben ist auf den Nath der Frau Sabel das Gesicht bestreicht, hat also verschwunden, aber seine Tauben sind dageblieben. Der doch geholfen. Ach, sie ist nicht so garstig, wie sie sich Schlag steht offen, und sie fliegen aus und ein. Einige einbildet, wenn sie nur die rothen Haare nicht hätte. fißen auf der First, andere kommen hinzu, sie stoßen und Wem werde ich Rothkopf gefallen?" spricht sie zu drängen sich, eine braunrothe Taube fliegt auf, die übrigen sich selber.„ Und ich bin so mager." Sie streift den folgen ihr, mit kurzen Flügelschlägen kreisen sie ein Mal Aermel ihres Kleides zurück, daß ihr dünner, zarter Arm in der Luft herum und fallen dann auf eine andere Stelle weit sichtbar wird, auf dem feine Härchen wie Gold des Daches nieder. Hurtig, unaufhörlich sind ihre Beschimmern. Ich bin so mager." wegungen, das schmale Brett vor dem Schlag ist ihr Solch' dumme Gedanken!" schilt sie sich.„ Das Tanzjaal. Das Tanzjaal. Ein großer, weißer Täuberich trippelt raftlos kommt aber nur vom Faullenzen." Nun räumt sie Tasse vor einer weißen Taube hin und her. Bald senkt er den und Teller fort und wäscht das Geschirr in der braunen Kopf, bald hebt er ihn hoch, er bläst den Hals auf, und Schüssel ab, die auf dem Holzstuhl zwischen Ofen und seine Federn schimmern wie Schnee in der Sonne. Ein Kommode steht. Tasse und Teller kommen in das Schränk- anderer mit schwarzen Flügelecken und einem schwarzen chen zu dem übrigen Eßgeschirr, und das schmußige Wasser Fleck auf dem Kopfe kommt hinzu und sucht ihn fort zu trägt sie in die Küche, um es in den Ausguß zu gießen. drängen. Der erste aber läßt sich nicht verscheuchen und Eine Viertelstunde verplaudert sie mit Frau Sabel, die hackt mit dem Schnabel nach ihm. Aengstlich flattert die am Heerd sitt und Strümpfe stopft. Frau Sabel weiß weiße Taube in den Schlag und die beiden Nebenbuhler viel zu erzählen, von der Nachbarin, die ihren Mann ge- folgen ihr. prügelt hat, von der dicken Schlächterfrau, die es mit dem Auf dem geraden Dach eines Mansardenvorbaus sitt ersten Gesellen hält, von jener und jenem. Elise hört den ein Pärchen allein und ist dicht zusammengerückt. Der Klatsch und Tratsch sich an, erwidert nicht viel und geht, Täuberich sieht mit seinen runden Augen nach links und als sie wieder loskommen kann, in ihr Stübchen zurück. rechts, als spähe er, ob ein Störenfried in der Nähe sei, Soll sie lesen? Sie hat keine Lust dazu. Eine und zärtlich schmiegt sich die Taube an ihn. Jetzt schnäbeln sonderbare Unruhe ist in ihr, sie läuft im Zimmer hin sie sich. Elise sieht ihnen mit glühenden Augen zu, sie und her, nimmt einen Lappen, um die Maschine zu pugen glaubt ihr Girren hören zu können.... Immer heißer und wirft ihn wieder weg, zieht den Kommodenschub auf, wird das Werben des Männchens, immer stürmischer seine um ein Hemd herauszunehmen, das sie ausbessern will, Liebkosungen. Und jetzt duckt sich das Weibchen sanft läßt es aber liegen und schiebt den Kasten wieder zu. nieder es ist ein kleines blaugraues Täubchen- und Gedankenfädchen spinnen sich an und reißen sogleich wieder er ist über ihr mit stolzem Flügelschlage. ab. Sie denkt an das neue Kleid, an ihre rothen Haare, Elise hat die Augen geschlossen. Durch ihr Gesicht an die Kragen, die sie morgen vorrichten und nähen wird; flammt eine heiße Blutwelle und ihr Herz pocht in unihr fällt ein, daß es Zeit sei Medizin zu nehmen, und sie ruhigen, fiebrigen Schlägen. Eine süße Mattigkeit überschluckt einen Löffel voll hinunter; sie sucht sich auf die kommt sie, ein Verlangen nach einem Glück, das sie nicht Geschichten zu besinnen, die ihr Frau Sabel eben erzählt kennt, dessen Fülle und Herrlichkeit sie nur ahnt. Von hat und merkt, daß ihr nur eine verworrene, blasse Er- eiuem starten Arme umschlungen zu werden, sich ganz hininnerung geblieben ist. geben zu können, zu vergehen in lodernder Liebesflamme, Dann kommt sie darauf, ihren Hut hervorzusuchen wie die gelben Hefte es schildern, ist ihre Sehnsucht. und zu sehen, wie sie ihn neu garniren müsse, damit er nicht zu sehr von dem neuen Kleide absteche. Eigentlich immer am Fenster. Längst sind die Tauben fort, sie Die Dämmerung ist gekommen und Elise sitzt noch müßte fie auch einen neuen Hut haben, aber das ist wohl ein schlafen schon in ihren Körben, und nichts ist von ihner. unerfüllbarer Traum. Wo soll sie das Geld dazu hernehmen? auf dem Dache geblieben, nichts, als ein paar weiße FlaumEr kostet wenigstens zehn Mark, sonst sieht er nach gar febern. Die Schornsteine im Umkreis rauchen, und drohend nichts aus, und so viel verdient sie gerade in einer Woche. zeichnet sich der Schattenriß des mächtigen Fabrikschlotes Wenn es doch ein Mittel gäbe, einmal so lange das im Hintergrunde von dem bleifarbigen Himmel ab, den Essen zu lassen.... Nein, vom Essen kann sie sich die Nacht umspinnt. Und die Nacht verschluckt die nichts mehr abknapsen. Aber wie, wenn sie täglich eine schwarzen Rauchwolken, die unaufhörlich aus ihm zum Stunde länger arbeitete? Elise rechnet: In sieben Stunden Himmel emporrollen, und aus denen zuweilen ein leuchtenverdient sie noch nicht ganz eine Mark, sie würde also zehn der Funke niederfällt. Wochen brauchen, um das Geld zusammen zu haben, und in zehn Wochen ist der Frühling längst vorüber. Elise ist aufgestanden und zittert vor Frost. Ihre Hände sind eiskalt, aber ihre Stirn brennt, und sie hat Kopfschmerzen. Sie wird sich Fliederthee kochen und dann zu Bett gehen. * * Es muß auch so gehen," denkt sie und wendet den Hut, den sie in der Hand hält, nach allen Seiten.„ Wenn ich hier ein neues Band ausseße und die Feder kräufeln lasse und ihn mit neuem Sammet einfasse, wird er sich schon machen. Die Hauptsache ist doch das neue Kleid." Der Arzt ist hinausgegangen; das Rezept, das er Grübelnd flüßt sie den Kopf mit dem Arm, der auf tintenfeucht. Er hat bedenklich mit dem Kopf geschüttelt, geschrieben und auf dem Tisch zurückgelassen hat, ist noch dem Fensterbrett ruht. Was kommt es darauf an, wie aber Elise ist guten Muthes. Sie fühlt sich heut freier, fie aussicht? Weshalb pußt sie sich? Wem will sie gefie hat fast gar kein Stechen in der Brust, die der fallen? Gleichviel went sie gefällt, wenn sie nur über- Doktor eben untersucht hat, und sie hofft zuversichtlich, haupt jemandem gefallen könnte! Es giebt so viele Mäd- wieder gesund zu werden. Jetzt soll sie sterben, wo das chen, die schöner, gesünder, und nicht so arm sind, wie sie. Leben so schön geworden ist? Sie möchte leben bleiben. Die Glücklichen! Elise preßt die Lippen auf einander, und eine Falte legt sich auf ihre weiße Stirn. Sie liegt in ihrem Bett und kann aus dem Fenster sehen. Frau Sabel hat ihr ein Kissen von den eigenen Wie mag es nur sein, wenn man geliebt wird? Oft geliehen, damit sie etwas höher liege und besser athmen hat sie darüber nachgedacht, aber sie kann sich keine deut- könne. liche Vorstellung davon machen. Und doch liest sie so Leichenbläse ihres Gefichts noch mehr hervortreten, das Der rothkarirte Ueberzug der Betten läßt die viele Liebesgeschichten, liest von feurigen Küssen, von zärt von offenen Haaren umwallt, wie ein von wildem Mohn lichen Umarmungen, von Seufzern und Kosen, und wird bekränztes Marmorbild aussieht. Auf dem Stuhl neben nicht klug daraus. Alles bleibt schattenhaft und wesenlos. dem Bett steht ein Wasserglas mit einem silbernen Löffel, Jm vorigen Winter war sie an einem Sonntag Nach- der Frau Sabel gehört, und die Medizinflasche. Darunter Kommode, und sie steht am Fenster. Alles sieht noch so mittag ausgegangen und in die Passage gekommen. Vor steht ein Nachtgeschirr, das der Arzt beim Herantreten an aus, wie vorhin. Nur die Tauben sind auf das Dach dem Schaufenster eines Papiergeschäftes war sie stehen das Lager der Kranken zurückgeschoben hat, und in dem niedergefallen und trippeln auf den vorspringenden Man- geblieben und hatte die Auslagen gemustert. Und plöß- gelblicher Schleim, mit rothen, zarten Blutfäden durchsetzt, sarden, die mit getheerter Pappe bedeckt sind, herum. Der lich hatte sie ein dünnes Buch gesehen, dessen Titel durch liegt. [ Nachdruck verboten.] Die Tauben. Von Curt Baake. ( Schluß.) Elise ist mit einem Male traurig geworden, sie weiß selber nicht, weshalb. Das Kästchen ruht wieder in der neu. Kleine Rentier hat ihnen Futter hingestreut und sieht ihnen einen weißen Papierstreifen halb verdeckt war, auf dem mit Elise hat vorgestern einen Blutsturz gehabt. Wie zu, wie sie die Körner aufpicken, als wäre ihm das ganz blauem Bleistift: Hochinteressant! Preis 1 Mark" ge- das so rasch gekommen ist, kann sie sich nicht erklären. Alles ist sonntäglich still. Unten rumpelt eine geschrieben stand. Die„ Geheimnisse der Liebe und Ehe," Den ganzen Frühling und Sommer über bis in den Droschke vorüber, in der ein Herr im Cylinder neben einer hieß das Buch. Eliſe hatte den Titel durch das dünne Herbst hinein war sie so frisch und munter, wie noch nie gepußten Dame fißt. Wohin mögen sie fahren? Nach Papier lesen können und hatte wohl zehn Minuten vor dem in ihrem Leben gewesen, sodaß sie sich bei der Kasse Livoli oder auf den Spandauer Bock? Elise lauscht auf Schaufenster gestanden und verstohlen ihr Portemonnaie gesund melden konnte. Und am Montag, den 24. Oktober das Geräusch des Wagens, das sich in der Ferne verliert, herausgezogen und nachgesehen, ob sie eine Mark bei sich sie weiß das Datum genau, denn es steht auf dem und plöglich merkt sie, daß ihr Thränen in den Augen habe. Aber so groß die Versuchung war, hatte sie doch ersten Rezept, das sie heute neugierig angesehen als nicht hineinzugehen und das Buch zu kaufen gewagt. Was sie gerade bei der Arbeit saß und sich nach einem Bänd= Was ihr nur ist? Sie muß sich auf den Stuhl hätte man nur von ihr gedacht, wenn sie es gefordert hätte! chen bücken wollte, um damit die fertigen Kragen zusammen seßen und sich Mühe geben, um nicht laut zu schluchzen. Und mit heißen Wangen war sie von dem verlockenden zu binden, hatte sie husten müssen, daß sie zu ersticken ge= Alle anderen freuen sich und genießen, und sie sitzt hier Laden fortgegangen und hatte gefürchtet, daß ein jeder fürchtet hatte, und dann war das Blut gekommen. Ein stehen. Glück, daß sie die Kragen wenigstens nicht schmußig ge- ihre Entdeckungsfahrten nach Brotfrumen, Körnern und Die anderen jungen Hühner wurden geschlachtet und gemacht hatte! Würmern unternahmen, versuchte die Mutter, das Aus- gessen, Pompejus stieg zum Beherrscher des Hühnerhofes gestoßene unter die Schaar. der piepsenden Schreier hinein- empor. Alles ist still, nur den Doktor hört die Kranke draußen mit Frau Sabel sprechen. Sie streicht mit ihrer zuschwärzen. Aber nicht genug, daß die alte Henne sich Mit der Zeit machten sich bei ihm jene schnell wechseln= durchsichtigen Hand langsam die Bettdecke gerade und sieht diesem Ansinnen auf das Kräftigste widersetzte, auch die den Gefühlsausbrüche bemerkbar, welche man bei jungen sich in ihrer Stube um. Es ist doch schön, daß sie nicht Hühnchen begannen in dem Nesthäckchen schon einen Feind Männern während der Flegeljahre" beobachtet. Die in's Krankenhaus gebracht worden ist. Die Wirthin hat zu wittern. Bettelleute ließ er gar nicht in's Zimmer, sie mußten vor alles aufgeräumt: kein Leinwandschnipsel ist auf der Diele Und so blieb es denn in der Stube und wurde, dem Hofthore abgefertigt werden. Aber auch da lief er liegen geblieben, und die Nähmaschine ist mit ihrem Kasten was man so sagt, ein echtes Stubenhuhn. Es wuchs und ihnen noch nach, riß ihnen die Säcke, in welchen sie das zugedeckt, über dem zum Ueberfluß noch ein Tuch liegt. gedieh viel schneller und besser als die übrigen; den ganzen erbettelte Brot trugen, aus der Hand, schüttelte sie und Nun kann kein Staub hinein und sich festseßen. Auf dem Tag lief es hinter der Mutter einher, und hatte es Hunger, warf sie zu Boden. Unter der ganzen Gilde der fahrenStuhl am Fenster liegen die zusammengebündelten Kragen, so schrie es, und war es zufrieden, so gackerte es, aber den Gesellen und Landstreicher war der Hahn des Försters und sobald sich Elise wieder kräftiger fühlt, sollen sie mit so tiefer Stimme, wie ein angehender Baßfänger, da- von Neuhaus bekannt und gefürchtet. fertig werden. Hoffentlich verliert sie die Arbeit nicht. zwischen follerte es wieder, als wäre sein Vater ein gravi- Eine Jugendfreundin meiner Mutter hatte auch von Ihr Blick geht durch das Fenster, aber er bleibt nicht tätischer Truthahn gewesen. Furcht schien es gar nicht zu Pompejus Kunde vernommen, und obwohl sie ziemlich lange draußen. Es ist trübes Wetter, und die Schorn- kennen; es kletterte mit seinen langen, starken Beinen den weitab wohnte, ließ sie die Neugierde doch nicht ruhen steine sehen schläfrig und verdrossen aus. Das Ziegeldach Jagdhunden auf den Rücken und schlug mit seinen Flügeln und trieb sie eines Tages zum Forsthause herauf. Der mit dem Taubenschlag kann Elise nicht erblicken, da es nach der Kaze. ihr vorgesetzte Kaffee und der Austausch der Jugendzu tief liegt, aber sie trauert nicht darum. Was geht sie Unser Heger nannte jeden, der ihm nicht in den Kram erinnerungen ließ sie anfangs des Hahnes ganz vergessen, der kleine Rentier mit seinen Tauben an, deren Junge paßte, einen Pompejus. Wurde ein Baum aus dem Erst beim Abschiednehmen, vor der Thür, erinnerte sie sich längst flügge geworden sind. Sie weiß jetzt etwas Walde gestohlen, so konnte das nur so ein verd des eigentlichen Grundes ihres Kommens und fragte nach besseres. Pompejus gethan haben. Wagte jemand gegen seine ge- Pompejus. Und langsam wendet sie den Kopf der Wand zu, waltigen Aufschneidereien Einwendungen zu machen, so war Der Hütbub stand zufällig in der Nähe und von an der ihr Bett steht. Neben dem Bilde der Mutter das natürlich nur ein dummer Pompejus. Kurz, Póm- Uebermuth geplagt stieß er ein kräftiges Ko- to- to- to" hängt dort eine neue Photographie im schwarzen, runden pejus war ein jeder und jedes, das ihm nicht zum Ge- hervor. Das war Pompejus Schlachtruf; und jedesmal, Rahmen. Die Photographie ist schlecht, obwohl der ameri- fichte stand... Cäsar ist richtig bis auf den Hund ge- sobald sich ein anderer desselben bediente, gerieth er in kanische Schnellphotograph, der eine Mark dafür erhielt, kommen; es laufen tausende vierbeinige Cäsaren in der Wuth. Es dauerte auch gar nicht lange, kam er mit das Gegentheil versicherte, aber Elise erkennt das Bild Welt herum. Sein großer Gegner Pompejus hat es noch gefträubtem Gefieder aus einem Winkel hervor. Das ist doch. Ist sie es doch selber, Fräulein Elise Pahler, im nicht so weit gebracht, aber bis auf den Heger war er doch aber ein lieber Kerl!" wollte die Bäuerin sagen, da saß neuen Kleide und den neuen Hut auf dem Kopf. Und gekommen. Und der alte Schnaußbart wußte auch, wer ihr Pompejus schon zwischen den beiden Kopftuchzipfeln, neben ihr steht noch jemand, ein schnurrbärtiger, junger der Herr Pompejus gewesen:" Irgend ein berühmter Kerl, frähte und schlug mit den Flügeln. Der Bäuerin verMann, der etwas verlegen aussieht, und mit seiner breiten, so um Christi Geburt herum schlug der Schrecken die Sprache. Sie rannte zum Hof kräftigen Hand die ihrige umspannt hält. Die Kranke Als das junge Huhn die Magd hatte es gleich hinaus und den Abhang hinab, als säße ihr der Teufel lächelt und schließt die Augen; sie will davon träumen, herausgebracht, daß es ein Hahn sei mit der Zeit zu im Genicke. Kam auch nicht mehr in unser Haus, so lange daß es doch Einen giebt, dem sie gefallen hat. einem Mitglied der Hausgenossenschaft, man kann fast Pompejus lebte. Frau Sabel hat den Arzt, der es schr eilig hat, sagen, der Familie geworden war, mußte man ihm doch Im nächsten Jahre bekamen wir einen neuen Hütnoch nicht losgelassen. Sie steht mit ihm auf dem Flur, auch einen Namen geben. Einmal flog er während des buben. Er war schon ein größerer Bursche und glaubte da er durchaus nicht erst in ihr Zimmer treten wollte, und Mittagessens auf den Tisch und trat mit beiden Füßen in mit dem Hahne leicht fertig werden zu können. Es war erkundigt sich, wie es der Kranken gehe. den Suppenteller des Hegers. Der erboste und zugleich doch nicht so... Einmal Vormittags erscholl aus dem erschrockene Mann fuhr das Thier an:„ J du vermoppelter Hofe ein mörderisches Geschrei. Die Mutter sprang zum Pompejus du, schaust, daß du hinauskommst aus der Fenster und sah den lieben Pompejus vor der Scheune Suppen!" wie eine Schildwache auf und ab stolziren. Der Hahn „ Ich hab' es ja immer gesagt," bestätigt Frau Sabel Von der Stunde an hieß der junge Hahn Pompejus. machte die Wendungen wie ein pflichteifriger ererzierender „ Fräulein Elise, sagte ich, Sie halten das Leben nicht Pompejus wurde immer zutraulicher, kecker, über- Rekrut und schaute von Zeit zu Zeit durch die Lücken und aus. So mußte es ja kommen. Wie umgewandelt war müthiger. Er jagte die Kaße und stritt mit den Hunden Löcher in die Scheune. Die Mutter trat in den Hof und fie im letzten Sommer. Keinen Sonntag vor zwölf Uhr um das Futter. Wenn der Vater sein Nachmittagsschläf- fab nach, wer denn im Gebäude stecke. Der tapfere Hütnach Haus, und oft noch in der Woche zum Tanz! Das chen hielt, kroch er zuerst auf die Stiefel, flog ihm dann bub war's! Der Hahn hatte ihn plötzlich überfallen und hält ja kein Gesunder aus, und nun so ein schwaches Ding. auf'sKnie, auf die Schulter und zog ihn zu guter Letzt am in die Scheune gescheucht. " 1 Schlecht, liebe Frau," erwidert der Doktor und zündet sich seine Zigarre wieder an.„ Schlecht... sie ist zu sehr herunter." Immer lebte sie ordentlich und kümmerte sich um keine Schnurrbart, bis er wach wurde. Mit der Zeit wurde Pompejus aber doch zu bösartig; Mannsperson, bis sie in diesem Frühling mit dem Schloffer Den größten Respekt vor Pompejus hatte die dicke er hackte dem Hunde des Forstmeisters ein Auge aus und anbändelte, der bei mir auf Schlafstelle war. Er mußte Magd, besonders seitdem sie bemerkt, daß der Hahn einen riß meinem kleinen Bruder den Rock herunter. Von da ausziehen, denn so etwas dulde ich bei mir nicht. Aber Schnabel hatte wie ein Raubvogel; die untere Hälfte war ab pflog man Erwägungen, wie man den bösartigen nußte das was? Immer mehr waren sie hinter einander kürzer, der Oberkiefer hakenförmig nach abwärts gebogen. Kerl los werden könnte. Das war aber keine so leichte her. Jetzt kommt er zu mir und flennt mir die Ohren Sie fragte immer wieder den Heger, ob es denn wahr sei, Sache. " Die voll und bringt mir Geld, damit die Elise gut gepflegt daß der Lindwurm" aus einem Hühnerei von einer Der Heger hätte es am liebsten gesehen, wenn er wird. Das thu' ich auch. Gewiß, das thu' ich... Heut schwarzen Henne ausgebrütet werde. geschlachtet worden wäre; dann wäre ihm das größte habe ich ihr zwei junge Tauben beim Rentier Stroßner Der Vogel vergalt auch ihre Theilnahme. Die Mago Bratenstück, wenn nicht der ganze Hahn sicher gewesen. drüben gekauft... Die Brühe darf sie doch bekommen?" trug, wie es auf dem Lande Sitte ist, während des Wer sollte ihn aber schlachten? Die Magd schwur ein ,, Kochen Sie ihr nur die Brühe," spricht der Arzt und Sommers teine Strümpfe. Stand sie nun bei einer Be- Jurament, das Teufelsvieh nicht anzurühren.„ Wer wendet sich zum Gehen. schäftigung, etwa beim Kartoffelschälen oder beim Butter- fängt ihn?" rief sie. Und zweitens, was nüßt es, wenn Nachdenklich klettert er die Treppen hinab. Also faße, so schlich sich der liebe Pompejus schön sachte an sie ich ihm den Kopf abhacke. Es wächst sicher wieder ein doch... doch!" sagt er für sich. Ich hatte mich also heran, und ehe sie es sich versah, hatte sie einen Biß in neuer nach. Frau, ich will mit dem Kerl nichts zu thun nicht getäuscht, als ich ihre Brüste sah. Fragen will ich ihre nackten Beine weg, daß sie laut aufschrie. Pompejus haben lieber gehe ich aus dem Dienſt sie nicht erst. Was soll sie sich aufregen! Durchzubringen aber follerte vor Vergnügen wie ein Mensch, dem seine Mutter war zu weichherzig, um überhaupt nur ein Hühnchen ist sie nicht. Es kann höchstens noch eine Woche dauern. Rache gelungen. zu schlachten. Nur einmal im Leben hatte sie es probirt, Im Grunde ist es ein Glück, denn das Kind, das sie in und da war das arme Ding aus dem Brühtopf gesprungen die Welt setzen würde, wäre doch skrophulös." und zappelnd und schreiend in der Stube herumgelaufen. Und jetzt sollte sie Pompejus tödten, Pompejus, den sie Die alte Henne lief noch immer mit ihren Hühnchen, aufgezogen wie ein kleines Kind?... Kam die Sache begann aber plötzlich zu kränkeln. Die Hühnchen erhoben an die Männer. Einen Schuß war Pompeius nicht werth. darüber ein unbändiges Geschrei, sprangen an ihr hinauf und anders, als mit der Büchse, tödtet kein Förster ein und hackten nach ihrem Schnabel; aus war's, ihr Kopf Thier. fiel herab, sie war todt. Endlich einigte man sich dahin, Pompejus zu vers 99 [ Nachdruck verboten.] Vómpejus." Von Hans N. Krauß. Pompejus war im Verlaufe einiger Wochen ein ganz stattlicher Hahn geworden, dem der Kamm blutroth von der Stirne leuchtete. Wenn früher Pompejus einmal in den Hof hinaus- faufen. In aller Stille, so daß wir Kinder nichts merkten So oft ich den Namen höre oder lese, muß ich lachen. kam, da wollte kein Mitglied der Hühnergemeinde sich mit denn wir hingen an Pompejus, wie an einen alten Vor meinem geistigen Auge erscheint ein altes Haus mit ihm in einen Verkehr einlassen. Das junge Hühnervolk Kameraden wurde er gefangen, in einen Sack gesteckt einem Hirschgeweih am Giebel; die lange Hopfenstangen- lief ihm sogar mit einer gewissen Scheu aus dem Wege. und der Magd auf den Markt mitgegeben. gestalt des Hegers taucht empor; breitspurig steht er da, Als die alte Henne starb, war der junge Hahn zufällig Als die dicke Urschel am Nachmittage aus der Stadt reißt mit beiden Händen an seinem unbändig langen wieder einmal im Hofe. Als nun die Hühnchen sahen, zurückkehrte, lachte sie schon bei der Thür herein mit dem Schnurrbart und zwinkert mit den listigen Aeuglein. Die daß die Alte sich gar nicht mehr rühre, steckten sie einen ganzen Gesichte. Und dann erzählte sie: dicke, am rechten Fuße hinkende Magd schlägt die Hände Augenblick die Köpfchen zusammen und liefen dann übern Kopf zusammen und schreit mit komischem Entfeßen: alle hinter Pompejus einher. Dieser sah sich die Gesell „ Ach, Herr Jeses, der Pómpejus ist da!..." Und schaft erst eine Weile an und begann dann zu scharren über das gutmüthige Gesicht der Mutter und das ernste, und zu locken. * * * " Als ich so auf dem Markte stand die Eier und Milch hatte ich schon verkauft kam eine Bürgersfrau und fragte, was ich in dem Sacke hätte.„ Einen Hahn" sagte ich, einen recht großen, und fett ist er und billig verwitterte Antlig meines Vaters huscht ein flüchtiges Die Verwaisten hatten einen neuen Beschützer ge- auch." Die Madam greift in den Sack, reißt aber die Lächeln. Und dann erscheint er selbst am Horizont, ernst funden. Hand gleich wieder zurück: Ach, Herr Jeses, der beißt und selbstbewußt wie ein Veteranen- Kommandant, in Natürlich bestärkte dieser Vorfall die Magd in ihrer ja Ich mußte über das erschreckte Gesicht der Frau gleißendem Gewande, den brennend rothen Helm auf dem Ansicht, daß es beim Pompejus nicht mit rechten Dingen so lachen, daß mir der Sack beinahe aus der Hand glitt. stolzen Haupte, der selbstherrliche Herrscher des ganzen zugehe. Und richtig, haft du's gesehen, war mein lieber Pompejus Hofes mit einem Worte, Er, der Herr Pompejus... Bon jetzt an ließ sich Pompejus sehr selten mehr in schon auch heraußen und einem anderen Milchweib auf der Stube blicken. Er schien alles Frühere vergessen zu dem Buckel. Aber das Geschrei hätten's jetzt hören sollen, Alle Hühnchen waren schon ausgekrochen, nur ein Ei haben und trat zu allen Hausbewohnern, mit Ausnahme Frau!... Die Weiber waren wie närrisch. Alles sprang lag noch kalt und schwer wie ein Stein unter der brüten- der Mutter, in ein feindliches Verhältniß. durcheinander: dabei wurden zwei Körbe umgeworfen, ein den Henne. Plößlich einmal, mitten in der Nacht, ertönte Am meisten hatte er es auf den Kuhjungen abgesehen. ganzer Bach Milch floß über den Markt. Man schrie nach ein ängstliches Bipsen, ein zorniges Glucksen und Kreischen, Wo immer er sich blicken ließ, war schon der Hahn hinter der Polizei, nach dem Bürgermeister. Zwei Weiber rauften, und die quietschende Stimme der Magd rief:" Frau, das ihm her. eine beschuldigte die andere, ihren Korb umgeworfen zu Hühnel ist ausgekrochen, aber die Henne will's todt Und es war gar nicht so ungefährlich, Pompejus haben. Die anderen liefen mit ausgespreizten Fingern Zorn auf sich gelenkt zu haben. Sein Schnabel war scharf herum und wollten den Pompejus fangen. Die hätten So war es auch. Die Alte fiel über das Junge her und von der größten Schlagfertigkeit und Treffsicherheit. Herumspringen können bis zum jüngsten Tage und sie und traktirte es mit Flügelschlägen und Schnabelhieben; Er wurde von Tag zu Tag boshafter, besonders seitdem hätten ihn nicht erwischt. Da kam einer von der Polizei. die Hühnermutter war aus unerklärlichen Ursachen zur die jungen Hühner im Stande waren, allein ihr Futter Ich hab' immer geglaubt, deren Säbel wären eingerostet. Rabenmutter geworden. zu suchen. Es war beinahe lebensgefährlich, mit ihm an- Weit gefehlt. Gerade, als der Pompejus wieder auf Das Kleine wanderte für einige Tage in den zubinden; trotzdem ließ man ihn gewähren, theils, weil einen Korb flog, hieb er ihn, und rtschlag der Kopf Federtopf. man sich der Possierlichkeit seiner Jugend erinnerte, ander herunter... Als Todten hab' ich ihn dann leicht ver Später, als die anderen Küchelchen schon ganz munter seits, weil es durch ihn immer etwas zum Lachen gab. kauft. Da, Frau, haben's Geld..." machen" . So zeigte sich Pompejus auch in der Todesstunde seinem großen Namensvetter ebenbürtig, und wie der alte Römer starb auch er durch Mörderhand. Möge dem Käufer die Verdauung leicht geworden sein. Jean Meslier, einzelne davon bestand aus 366 Blättern, auf denen er grundbesitzern wohnenden Knechten und Mägden nicht verin klarer und gedrängter Handschrift entschieden atheistische stattet ist. und revolutionäre Ansichten entwickelte. Das eine Erem- Die Vergnügungen und Zerstreuungen der Städte plar seines Testaments ging verloren, das zweite gelangte haben ferner eine große Anziehungskraft für eine lebensvierzig Jahre nach dem Tode seines Verfassers in Vol- lustige Jugend, welcher auf dem Lande nur höchst selten taire's Befit, das dritte fiel fast ein Jahrhundert später ein Vergnügen oder eine gesellige Zusammenkunft gestattet in die Hände des Freidenkers Charles Rudolf, welcher ist, während sie an einen strengen Sonntags- Kirchenbesuch ein Vorläufer des proletarischen Sozialismus 1864 in Amsterdam eine vollständige Ausgabe davon mit gebunden zu sein pflegt. in Frankreich. Voltaire vorausgehender Biographie erscheinen ließ. Die zugewanderten ländlichen Arbeiter haben in den brachte dem Testamente nicht das gleiche tolerante Ver- Städten unzweifelhaft den Lohn gedrückt und oft ganz 3 Die Werke einzelner Denker haben das Schicksal vieler ständniß und den weiten Blick entgegen, wie der Frei- verzweifelte Verhältnisse geschaffen. Aber andrerseits hat Kunstschöpfungen von Meisterhand getheilt: in einer Zeit benker unser Zeit. Anfangs war er im höchsten Grade der beginnende Mangel an allseitig tüchtigen Arbeitern entstanden, welche dem vorausahnenden Geiste ihrer Ver- interessirt und hingerissen von einer Lektüre, welche ihm den Lohn in manchen Zweigen der landwirthschaftlichen fasser nur Unverständniß, ungläubiges Kopfschütteln, wenn in der Person eines simplen Landpfarrers einen ebenso Thätigkeit entschieden gehoben, freilich sind dabei auch viele nicht das Kreuzige ihn" entgegenbrachten, schlummerten scharfsinnigen als unerbittlichen Zerstörer des christlichen kleinere Besizer, die sich durch Schundlöhne hielten, zu sie vergessen, bis sie Personen in die Hände fielen, Dogma's, ja jeder geoffenbarten Religion überhaupt ent- Grunde gegangen besonders, seitdem die überseeische welche in theilweiser Erkenntniß des gefundenen Schaßes hüllte, so daß er begeistert ausrief:„ Wer ist der unbe- und russische Konkurrenz auch noch die Absatzpreise gedrückt an dessen Hebung gingen. Gefangene ihrer eigenen indi- hüllte, an dessen Hebung gingen. Gefangene ihrer eigenen indi- fannte Pfaffe, der wie Locke denft?" Als er aber bei auf- hat. Da sie ihre Arbeitslöhne bei ihrer( gegen andere viduellen Entwickelung und der ihrer Zeit, ließen es sich merksamer Durchsicht konstatirte, daß dieser Pfaffe nicht Konkurrenten zurückgebliebenen, schlechten) technischen Ausdie glücklichen Finder meistens angelegen sein, ihren Fund nur wie er selbst antichristlich, sondern wie Hobbes und rüstung nicht über eine gewisse Grenze erhöhen können, zu ,, reinigen, zu restauriren und zu moderniſiren", was oft Gassendi entschieden atheistisch und materialistisch war, sehen sich viele Bauern gezwungen, ihr Land billig los= nur darauf hinauslief, ein Meisterwerk nach dem Schnitt ihres Geistes und dem Geschmack der Periode zurechtzu- ferner, daß er sich als Republikaner bekannte, dem zuschlagen und nach dem„ fernen Westen" zu ziehen, um Tyrannenmord ein Wort redete, die bestehende Gesellschafts- dort ihr Glück zu suchen. pfuschen, es zu entmannen, seiner charakteristischen Eigen- ordnung verurtheilte und einen Kommunismus predigte, Fragt man nach dem Grund dieses Arbeitermangels, Verkrüppelt und verkannt wurde es dann durch die welcher hinter dem des Thomas Morus und des Kam- so erfährt man die oben angegebenen Ursachen. ,, Es strömt Alles nach der Stadt", heißt es, Jahre und die Forschung gestoßen, bis endlich ein Kenner panella nicht zurückstand, daß er Zukunftsbilder entwarf, thümlichkeiten, seiner wahren Bedeutung zu berauben. einen Akt säubernder Gerechtigkeit vollzog und das Werk welche sich denen der Utopiſten Morelly, de Saint- Pierre Niemand will auf dem Lande bleiben. Der Sohn des einen Akt säubernder Gerechtigkeit vollzog und das Werk und Mably an die Seite stellten, ward sein Lob um viele Bauern, der einst als selbständiger Mann auf seines Vaters in seiner Ursprünglichkeit offenbarte. schieden. 11 In die Galerie der lange Unbekannten, Berkannten Grade fälter. Der geistreiche Deift und Monarchist Vol- Ackergut walten könnte, zieht es vor, in die Stadt zu und historisch Gemißhandelten gehört auch Jean Meslier, taire fonnte sich mit dem Materialisten, Atbilen und gehen und sich dort als„ Lohnfklave" zu verdingen. Er und historisch Gemißhandelten gehört auch Jean Mestier, revolutionären Republikaner nicht abfinden, er fand, daß verschmäht die gesunde" Landarbeit, die reine Luft und einer der ersten Denker, welcher den modernen Sozialis er in dem Werte viel Unkraut auszujäten babe, welches die gesunde Kost", um im Dienst der Stadt und der mus vorausahnte. Lange ehe die klassischen französischen das gute korn ersticke" In Anbetracht des„ empören- Fabrik und in elenden Miethhäusern zu leben. Ebenso Utopisten ihre Meisterwerke der Kritik der bestehenden Gesellschaft und ihre glänzenden Fantamasgorien einer fünf- den" Charakters vieler Behauptungen hielt er es für sei es mit den Töchtern. Nur von Vater und Mutter sellschaft und ihre glänzenden Fantamasgorien einer fünf- nöthig, das„ Testament" an allen Orten und Enden zu abhängig, ohne Noth", bei„ gesundem" Leben, treibe sie tigen sozialen Einrichtung herausfordernd und tröstend in die Arena warfen, ja noch ehe deren vaterländische Vor- beschneiden, alle Stellen zu estamotiren, welche Meslier die Sucht, ganz selbständig zu werden, wie sie waren, und weit mehr als blos antichristlich zeigten, jede Kritik und der Puß- und Vergnügungs- Teufel" in die Fesseln der läufer Morelly und Mably ihren strengen, engherzigen Lehre zu unterdrücken, welche gegen Staat und Gesellschaft städtischen Fabrik oder des Dienstbotenthums, wo sie so Utopismus in Theorien formten, da legte Jean Meslier leicht durch körperliche Noth und durch Versuchung dem in seinem„ Testament" ein kommunistisch- revolutionäres gerichtet war. So wurde der Welt ein höchst farbloser deistischer moralischen Ruin anheimfallen. Glaubensbekenntniß nieder und entwickelte Lehren, welche Meslier bekannt, welcher nicht einmal mehr den Ansprüchen Die biederen Agrarier, die so jammern, wissen natürsich von Grund aus von denen der genannten Vorfämpfer der Encyklopädisten entsprach, so daß d'Holbach 1772 lich ganz genau, daß ihre Arbeiter alle bei ihnen bleiben einer freien und natürlichen Menschheitsentwickelung unter einen neuen und radikaleren Auszug des Testaments" würden, wenn sie dieselben anständig behandelten und publizirte, welcher den Titel führte:" Der gesunde Menschen- zahlten und sie nicht über die Kraft ausnußten. Thun In seiner Kritik der Verhältnisse und Einrichtungen seiner Zeit nicht weniger scharf, vernichtend und radikal verstand des Pfarrers Meslier"( le bon seus du curé fie das nicht, so wird eben auch die Fortwanderung der als die Utopisten ihrer Epoche gegenüber, ist er ihnen an und Atheisten zeigte. Die revolutionären und soziaMeslier) und welcher seinen Verfasser als Materialisten Arbeiter bleiben. Weil diese aber anhalten wird, so müssen auch die Schärfe der Auffassung und Klarheit des Ueberblicks darinistischen Ansichten des Pfarrers waren auch in der neuen städtischen Arbeiter immer mehr darauf sinnen, ihre Brüder weit überlegen, daß er die neue Gesellschaftsordnung nicht etwa zum Werk einer Handvoll menschenfreundlicher Joeo- Ausgabe seines Testaments" sorgfältig bei Seite geschoben vom Lande zu organisiren und aufzuklären, sie für die logen oder eines erleuchteten und wohlwollenden Gottes- worden, und Meslier blieb eine einseitig bekannte Gestalt schon bestehenden Lohnorganisationen zu gewinnen, damit gnadenthums macht, sondern dieselbe einzig und allein be- bis Charles Rudolf Kenntniß des dritten Originalexemplares fie aus bloßen Lohndrückern im Interesse des Kapitals zu greift als die Frucht einer Umwälzung durch das Volk. des Testaments" erhielt und eine vollständige Ausgabe Mitstreitern gegen das Kapital werden. Es wird schwer halten, das zu erreichen, aber das So unvollkommen und irrig auch viele seiner Theo- desselben veranstaltete. In derselben erscheint Meslier als ein entschiedener Mögliche muß hier gethan werden, wenn die Zustände in rien sind und in Anbetracht der Zeit, in der er schrieb, und direkter Vorläufer des modernen Sozialismus, manchen Gewerben nicht ganz unerträglich werden sollen. und welche ihnen ihren Stempel aufdrückte, sein müssen, so teimhaft uns seine Jbeen oft anmuthen, so macht ihn dessen Entwickelungsgeschichte dadurch um einen interessanten Beitrag bereichert wird. Als Vorläufer des Sozialismus doch die obige Auffassung nach der einen Seite hin zu erweist er sich nicht nur in der Kritik der sozialen und einem direkten Vorläufer des modernen Sozialismus, mit politischen Verhältnisse von Staat und Gesellschaft, sondern seiner Anschauung von der Rolle und Aufgabe des Pro- auch in den Bildern einer zukünftigen Gesellschaftsordnung, lismus( bloß dieser? D. Red.) mit guter Absicht. Sie Auch die Religion verwendet der anständige Liberaletariats, von der Befreiung der Arbeiterklasse durch die er entrollt. Jean Meslier( 1664-1733) war ein einfacher kathoDas unsägliche Elend der Zeit, in welcher Meslier dient ihm, die Wünsche der Schwachen" im Zaum lischer Landpfarrer zu Etrépigny und But in der Cham- der geistigen Elite sich in eine bessere Zukunft flüchtete, lischer Landpfarrer zu Etrépigny und But in der Cham- lebte, brachte es mit sich, daß der ideal beanlagte Theil zu halten, damit das Glück der Starken" um so freier herrsche. pagne. Mehr als hundert Jahre, bevor er als Kommunist und Revolutionär bekannt war, hatten ihn Voltaire von einer gerechteren, glücklicheren Organisation der Gesellschaft träumte. Auf diesen Umstand sind auch die zahlDie Gütererzeugung hat selbst die ausschweifendsten und die Encyklopädisten als Antifirchlichen, respektive Atheisten zur Geltung gebracht. Seine Person erfreute reichen Werke über die Kunst zu regieren",„ die Kunst Hoffnungen übertroffen, und doch scheint der Tag noch sich demzufolge des herzlichen Hasses der Klerikalen, die Fürſten zu erziehen“ 2c. zurückzuführen, ebenso wie die ebenso fern wie je, wo der Arbeiter einen ansehnlichen bereits erwähnten zeitgenössischen Utopistercien. Sie alle Antheil daran erhält, und in seiner elenden Wohnung in Ermangelung anderen Schmußes, mit dem sie seinen charakterisiren sich als Erlösungsschreie der direkt oder in- führt er gegen Noth und Elend noch immer einen Kampf, Namen bejubeln konnten, ihm den Vorwurf der Feigheit direkt leidenden Gesellschaftsmitglieder, welche in Verkennung so schwer wie nur je. und Unaufrichtigkeit über das Grab nachschleuderten. Wir eigene Kraft. " der Umstände einen aufgeklärten und wohlwollenden DesSchnikel. * Sächsische Landesztg., konf. * Henry Fawcett, ehemals englischer Generalpostmeister. * * * R. Wallace, der malayische Archipel. * * * Arbeit scheuet nicht und Wachen, Aber hütet eure Seele Vor dem Karrieremachen! Theodor Stormi. Arbeiterversicherung, Gewerkschaftliches. wissen nicht, inwieweit dieser Vorwurf begründet ist, und potismus zum sozialen Erlöser aufrufen, dessen Rolle ob Meslier unter seiner Gemeinde seine Ueberzeugungen die nachfolgenden Klassischen Utopisten im Namen der ab= zu verbreiten suchte. Soviel ist jedoch bekannt, daß der foluten Gerechtigkeit und Wahrheit einem begeisterungs- Verglichen mit unseren erstaunlichen Fortschritten in kommunistische und atheistische Pfarrer ein tadelloses Leben führte, und daß seine Herzensgüte und Weichheit des Ge- fähigen und menschenfreundlichen Bürgerthum zuerkannten. den physikalischen Wissenschaften und in ihrer praktischen Meslier zeigt sich sowohl seinen Zeitgenossen wie Anwendung bleibt unser System der Regierung, der admüths so groß war, daß er seinem Ausspruche nach ,, kein ministrativen Justiz, der Nationalerziehung und unsere Huhn erwürgen sehen konnte." In jener Zeit der allge- deren größeren Epigonen dadurch hoch überlegen, daß er meinen Verrohung und Verwilderung will das schon von dem durch die geschichtliche Entwickelung verurtheiltem ganze soziale und moralische Organisation in einem ZuKönigthum oder dem Wohlwollen einer Gesellschafts- stande der Barbarei. etwas sagen. Er vermachte sein geringes Hab und Gut seinen schicht absolut nichts forderte und hoffte. Er macht zur Beichtkindern und starb freiwillig ein Opfer seiner Hin- Voraussetzung einer neuen kommunistischen Gesellschaftsgebung, seines warmen Eintretens für dieselben. Die ordnung das selbstbewußte kraftvolle Volk, das sich selbst beiden Dörfer, über deren Seelenheil er waltete, waren befreien und von allem gesellschaftlichen Uebel erlösen muß, Besißthum eines harten, habsüchtigen Landedelmanns, de da der Gegensatz der Klassen eine gründliche Besserung Clairy, de Fouilly oder de Touilly, welcher die armen auf anderem Wege hindert. Bauern in schändlichster Weise auspreßte und mißhandelte. Als alle Bitten und Ermahnungen Meslier's, mehr Menschlichkeit zu üben, fruchtlos blieben, schloß dieser den Krautjunker nicht mehr in die christliche Fürbitte ein, woDas Anwachsen der großen Städte und die Abnahme 3ünstler unter den Handwerkern die Minderheit bilden. für ihm von diesem gar übel mitgespielt ward. Die Angelegenheit wurde außerdem von dem Edelmann vor den der Landbevölkerung, oder doch deren geringe Zunahme Auch der deutsche Schneidertag hat den Beweis dafür ge= Erzbischof von Reims gebracht, welcher sich natürlich be- hat verschiedene Gründe. Sie sind nicht bloß wirth- liefert. Die Frage, wieviel Handwerkmeister es in Deutschland giebt, ist troß der Zahlen der Berufsstatistik, die in eilte, dem Recht zu geben, der die Macht besaß. Da- schaftlicher, sie sind auch gesellschaftlicher Natur. Die großen Fabriken der Städte ziehen Massen von mehreren dicken Bänden vorliegen, nicht so leicht zu be= durch ebenso wenig eingeschüchtert, brachte Meslier die Sache auf der Kanzel zur Sprache und beschwor das armen Leuten beiderlei Geschlechts und besonders die junge antworten; denn die Grenze zwischen Handwerk und Fabrikdörsische Tyrannlein, Wittwen und Waisen nicht länger Generation herbei, weil der Lohn daselbst besser ist, wie betrieb läßt sich schwer ziehen. Rechnet man aber alle zu mißhandeln." Als Antwort hierauf erfolgte eine Reihe der Lohn der Ackerbau- Arbeiter, und weil die Fabrik Betriebe ohne Gehilfen und die mit 1 bis 5 Gehilfen zum berartiger Scheerereien und Verfolgungen, daß der fast arbeit zwar monoton, aber durchaus nicht so anstrengend Handwerk und läßt Alles, was von Betrieben mit mehr als 5 Gehilfen zum Handwerk und läßt Alles, was von 70 jährige Greis nur einen Ausgang fah: den Tod. Mes- ist, wie die Feldarbeit. Das ist die wirthschaftliche Seite. Die gesellschaft- Betrieben mit mehr als 5 Gehilfen noch handwerksmäßig lier ließ sich freiwillig verhungern. - der Fehler wird sich dadurch ausSein Ende zeigt jedenfalls, daß es ihm nicht an lichen oder sozialen Vorzüge der Stadtarbeit bestehen darin, ist, unberücksichtigt, daß der Arbeiter nach der Arbeitszeit sein freier Herr gleichen, daß manche Betriebe mit weniger als 5 Gehilfen Aufrichtigkeit, Muth und Charakterstärke fehlte. Seine Ueberzeugungen hat er in einem Testament" ist, daß er seinen eigenen Hausstand gründen und leben schon einen fabrikmäßigen Charakter haben, weil sie mit so ergiebt sich eine Zahl von mehr niedergelegt, das er in drei Exemplaren zurückließ. Jedes kann, wie er will, was den bei den Bauern und Groß- Motoren arbeiten Stadt und Land. Wir haben schon oft darauf hingewiesen, daß die als 2 Millionen Handwerkern. Und davon " Die heute, Sonnabend, den 28. Juli in der„ Arche" zu Bant tagende und von ca. 600 Personen besuchte öffentliche Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten vollkommen einverstanden. Die Versammlung verwirft ganz besonders die bei der Alters- und Invalidenversorgungsvorlage getroffene Einrichtung der Quittungsbücher, in welcher Einrichtung dieselbe nur die von reaktionärer Seite ersehnte Einführung„ obligatorischer Arbeitsbücher" für alle Arbeiter erblickt. Da eine solche reaktionäre Einrichtung aber die Würde des Arbeiterstandes verletzt, so protestirt die Versammlung gegen eine Einführung der besagten Quittungsbücher" und erklärt: lieber auf die höchst unzureichende Alters- und Invalidenversorgung verzichten zu wollen, als um dieser zweifelhaften sozialen Reform" willen sich das obligatorische Arbeitsbuch in Form des Quittungsbuches aufdrängen zu laffen." " sind| nossen Deutschlands gegründet. Leider konnten dem Vereinsgefeße im Allgemeinen und welche prinzipielle Stellung nehmen wir 203 398 in den Innungen, d. h. also wenig mehr als gemäß die Kollegen der Einzelstaaten dem Verbande nicht beitreten, zu denselben?" Der Vorsitzende, Herr Täterow, berichtete in furzen aber der Vorstand hat Mittel und Wege gefunden, um es den Worten über die nicht genehmigte Versammlung, in welcher er über 10 Prozent! Und in den Verbandsinnungen der Kollegen möglich zu machen, sich dem Verbande anzuschließen. Es das Wesen und Wirken der Innungen referiren sollte. Herr Schneider find 9743 Mitglieder, während es, nach der find deshalb auf der Generalversammlung die Statuten geändert Pfeifer nahm gleichfalls hierzu das Wort und verlas einen Bericht obigen Art berechnet, mehr als 55 000 selbständige Schnei- und eine Vereinigung der Maler Deutschlands auf der über die Geschichte der 600 jährigen Schneiderinnung und wurde derei- Hauptbetriebe giebt, wobei also von solchen Schnei- Bafis des§ 152 der Gewerbeordnung gegründet. Die Vereinigung demselben volle Anerkennung gezollt. Nun trat die Versammlung hat die Arbeits- und Lohnverhältnisse der Maler Deutschlands zu in die Tagesordnung ein und der Referent, Herr Zigmann, führte dern ganz abgesehen wird, welche nebenbei, in der Provinz regeln, als Hauptaufgabe sich auferlegt. Und nun, Kollegen, liegt in furzen Worten die Stellung der zielbewußten Arbeiter zu den namentlich in der Landwirthschaft thätig sind. Angesichts es an Euch, mit Ernst an das Werk heranzugehen, um uns wie Streits aus und ersuchte die Versammlung sich lebhaft an der Dedieser Zahlen muß man sich fragen, wie diese verschwin- der Gesammtheit ein menschenwürdiges Dasein zu verschaffen. Um batte zu betheiligen. In der sehr lebhaften Diskussion erklärten dende Minderheit dazu kommt, dem Handwerke Gefeße dies für Berlin beſſer bewerkstelligen zu fönnen, ist es nöthig, fich alle Redner für eine gut organisirte Lofat- Vereinigung, vorschreiben zu wollen und für sich allein das Lehrlings- iedem Kollegen es möglich zu machen, sich an den Vereinsversamm- um im Falle eines Streits die Forderungen der Arbeiter mit NachLehrlings- lungen betheiligen zu können, und daher müssen mehr Filialen für druck zur Geltung zu bringen. wesen zu beanspruchen? Berlin gegründet werden. Darum auf, Ihr Kollegen von Nord, West und Osten! Gründet Filialen und tretet geschlossen der Ver= Große öffentliche Versammlung der Buchbinder und Am Sonnabend sprach der Abg. Frohme in Bant einigung bei. Wir würden unsere Lage in Berlin niemals ernstlich verwandten Berufsgenossen am Montag, den 6. Auguſt cr., vor etwa 600 Arbeitern über ,, Sozialreform und Alters- verbessern können, wenn wir nicht vor allen Dingen suchen, den Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Zuzug nach Berlin fernzuhalten. Deshalb müssen wir helfen, auch Tagesordnung: 1. Die Alters- und Invalidenversicherung. Referent versicherung". Die Versammlung nahm zum Schluſse die Arbeits- und Lohnverhältnisse der Maler außerhalb Berlins zu Herr Bernhard Jost. 2. Diskussion. Um recht zahlreichen Besuch folgende Resolution an: verbessen. Darum, Kollegen, ans Werk! Ihr habt kein Recht, bittet der Einberufer. über schlechte Zeiten zu flagen, wenn Ihr gleichgiltig der Sache Oeffentliche Versammlung der Schlosser und gegenübersteht. Unsere geistige Trägheit und Gleichgiltigkeit sind es Maschinenbauarbeiter Berlins am Dienstag, den 7. d. M., ja, welche die schlechten Verhältnisse selber hervorrufen. Ebenso Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Heidrich, Beuthstr. 22, 1 Tr. wie der einzelne Kaufmann, wenn er durch die Wüste zieht, sich Tagesordnung: Wie stellen wir uns zur Einberufung eines der großen Karawane anschließt, um sich vor Räuber zu schützen, Kongresses der Schlosser und Maschinenbauarbeiter Deutschlands? so muß sich jeder einzelne Kollege der festen Organisation an- Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht. schließen, um sich gegen Lohnreduktion und Maßregelung zu schützen. Fachverein der Former und verw. Berufsgenossen. Kollegen! Ihr müßt beweisen, daß Ihr Männer seid, welche er- Sonntag, den 5. August, Vormittags 10 Uhr, Invalidenstr. 144 in kannt haben, daß sie es ihrer Familie, ihren Kollegen und der Faustmann's Salon, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. Nachwelt schuldig sind, an dem Bau zur Verbesserung der Allge- 2. Wahl des 1. und 2. Vorsitzenden. 3. Verschiedenes und Frage= meinheit mitzuhelfen. Seien wir stets des Wortes eingedenk: kasten. " Immer strebe zum Ganzen, doch kannst Du selber fein Ganzes Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin werden, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes Dich an!" Moabit. Versammlung, Montag, den 6. d. M. Abends 82 Uhr, In nächster Zeit finden im Westen und Norden und im Lokal Stromstr. 28. Tagesordnung: 1. Vortrag" Was lehren Osten Versammlungen statt, zur Gründung von Filialen, uns die großen Unternehmerverbände der Neuzeit". 2. Verschiedenes. und dort sollt Ihr beweisen, daß Ihr Gure gerechte Sache zu ver- 3. Fragekasten. Zimmerleute als Gäste willkommen. Neue Mittreten wüßt. Die Versammlungen werden noch durch Säulen- glieder werden aufgenommen. anschlag bekannt gemacht werden, bis dahin agitire ein jeder Leser Fachverein der Rohrleger. Die zur Abänderung des Zu einem königlich preußischen Gewerkverein dieser Zeilen für die gerechte Sache! Mit follegialischem Gruß! Statuts gewählte Stommission besteht aus den Herren Dorow, Rezerau, Maler, Zimmerstraße 38. Höffler, Kockel, Linke, Markmann, Reichner und Renner. sollte auch der Fachverein der Töpfer in Bunzlau Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. Langenbielau, den 31. Juli. Heute stellten 500 Weber umgemodelt werden. Die dortige Polizei wollte nämlich bei Chr. Dierig hier die Arbeit ein. Die Weber verlangen tägliche Sonnabend, den 4. August, Abends 8 Uhr. Köpnickerstr. 68, Verdem genannten Verein ein Statut oftroyren, das folgende Lohnzahlung. Bisher wurde Mittwoch und Sonnabend gelohnt, ſammlung. Tagesordnung: Wahl eines Bibliothekars. Aufnahme Bestimmungen enthielt:„ Der Vorstand besteht aus 2 Mit- Mittwoch die Stücke, welche bis 2 Uhr geliefert waren und Sonn- neuer Mitglieder und Verschiedenes. Ausgabe der Billets zum gliedern, dem Vorsitzenden und Kassirer, die Vorstände abend die Stücke, welche bis früh 10 Uhr geliefert waren, jest sollte Sommernachtsball. durch Anschlag nur der Lohn für die Waare Sonnabend gezahlt - Verein zur Wahrung der Interessen der Klawerden von der Polizei gewählt. Der Vorsiz ist werden, welche bis Freitag Abends geputzt geliefert wird. Die sich vierarbeiter. Versammlung am Sonnabend, 4. Auguſt, Abends ein Ehrenamt. Der Kassirer muß Kaution erlegen und nun aber die Woche durch geschunden haben, sollen jetzt bis Mittwoch 81/2 Uhr, Kommandantenftr. 77-79( Gratweils Bierhallen). Tages„ Die erste von dem Vereine besoldet werden. Die Fonds des Vereins hungern und Schulden machen wenn Jemand borgt. Die Sache ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein über Hilfe bei Unglücksfällen". 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vereinsmüssen richtig angelegt werden; wann die Beiträge erhöht der Weber ist also durchaus gerecht. oder erniedrigt werden sollen, hat die Polizei zu be alle diejenigen, welche sich noch im Besitz von Sammellisten befinden, Zum Berliner Schmiedestreik. Wir ersuchen nochmals angelegenheiten, Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Fachverein für Schlosser und Berufsgenossen. stimmen. Ueber alle Ausgaben muß Rechnung geführt diefelben so schnell wie möglich eingehen zu lassen, behufs Ab- Sonnabend, den 4. d. M., Abends 8½ Uhr, Versammlung im Lokale des Herrn Cothmann, Brunnenstr. 34. Tagesordnung: werden, eine Rechnung hat der Vorstand, die andere muß rechnung. L. Bosin. 1. Wie erlangen wir einen Marimalarbeitstag? Referent Herr die Polizei haben, also immer zwei. Ueber Streif- Streiffammlungen und behördliche Genehmigung. Schnirpel. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Arbeitsangelegenheiten will die Polizei den Schiedsrichter machen. In der Straffache Baginski, Klinger und Krause( vergl. nachweis- Angelegenheit. 5. Verschiedenes. Bei jeder Versammlung ist Polizei da, und was berathen Stolletten ohne" Genehmigung des Königl. Polizei- Prafidenten( Ueber- metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Rigdorf. SonnNr. 27 der Volfs- Tribüne") wegen Ausschreibung öffentlicher Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der werden soll, muß auf die Tagesordnung gesetzt und 48 tretung der Polizei- Verordnung vom 19. Februar 1867,§§ 47, 77, abend, den 4. August, Monatsversammlung. Quittungsbuch legitimirt. Stunden zuvor bekannt gemacht werden, und sonst noch 78 des Strafgesetzbuchs) lautete das Urtheil bei der am 31. Juli Fachverein der Buchbinder und verwandten verschiedene schöne Sachen!" Da sich die Bunzlauer Töpfer vor dem Schöffengericht stattgefundenen Verhandlung gegen Berufsgenossen. Sonnabend, den 4. August cr., Abends 1/29 Uhr, noch nicht auf die Höhe der deutschen Buchdrucker hinauf Strauſe und Klinger auf Freisprechung, gegen Max Baginski im Louiſenſtädtischen Klubhaus, Annenstr. 16: Geselliger Abend. auf 15 Mark Geldstrafe ev. 3 Tage Haft. Und zwar erkannte der Damen und Herren als Gäste willkommen. geschwungen haben, so haben sie ihren Fachverein lieber Gerichtshof dahin, daß Klinger und Strauſe keine Aufforderung Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall= aufgelöst. Der§ 152 steht übrigens nach wie vor noch zur Sammlung unterzeichnet und von dem Erscheinen des Artikels arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 3. Montag, in der deutschen Gewerbeordnung, und in der Theorie haben in Nr. 97 des Volksblattes keine Kenntniß hatten, während Krause den 6. August, Abends 8 Uhr, Manteuffelstr. 90, Mitglieder- Ver auch die Bunzlauer Töpfer noch das Koalitionsrecht. Mit ist aber lediglich eine Aufforderung zum Anschluß an die Organi- Bredow in der Versammlung am 4. Juni gegen den 1. Vorsitzenden sich als Urheber des Artikels in Nr. 83 bekennt. Dieser Artikel ſammlung. Tagesordnung: 1. Richtigstellung der von Herrn der Praxis freilich hapert's, es sei denn, die dortigen fation. Auch die Worte Zahlstellen zum Streitfond be- Herrn Deifinger gerichteten Angriffe. Der Delegirte der Filiale II Arbeiter erlauben sich die Freiheit, auch ohne Verein zu finden sich bei u. 1. w." fönnen nicht als Ausschreibung Herr A. Meyer ist laut Versammlungsbeschluß vom 16. Juli hierzu streifen. einer öffentlichen Kollekte aufgefaßt werden. Baginsti bekannte sich als Urheber des Artikels in Nr. 97 des Boltsblattes eingeladen. 2. Bericht der Vergnügungskommission und BilletAusgabe. 3. Verschiedenes. und gab zu, zu Sammlungen aufgefordert zu haben. Der betref= fende Artikel enthält folgende Stellen:„ Helft uns also, Arbeiter den 5. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. H. Freireligiöse Gemeinde, Nosenthalerstr. 38. Sonntag, Berlins, die Schuhmacher auf ein höheres Niveau zu stellen und Spazier über„ Der Grundgedanke der Weltgeschichte". Damen unterſtüßt die Streifenden nach Kräften. Daselbst sind auch und Herren als" Gäste willkommen. Sammellisten in Empfang zu nehmen und abzuliefern." Auf Grund dieser Stellen, welche als„ Ausschreibung einer öffentlichen Stollette ohne Genehmigung des Königl. Oberpräsidenten" betrachtet werden, erfolgte die Verurtheilung des Max Baginski. Der Einwand des Angeklagten, daß nach§ 152 der Gewerbeordnung alle Verbote, welche der Vereinigung zur Erzielung besserer Lohnbebingungen gegenüberstehen, außer Straft gesetzt sind, wurde als nicht zur Sache gehörig, abgelehnt. Wir fügen hier gleich noch folgende, die Berliner Schlosser angehende Notiz hinzu: Zur Vernehmung vor dem Polizeipräsidium wurden am 30. v. M. Mittags 12 Uhr geladen: die Schloffer F. Noch, Köslinerstr., Karl Pirch, Veteranenstr. und Th. Fricke, Brunnenstr. Dort wurde ihnen eröffnet, daß sie auf Veranlassung der königl. Staatsanwaltschaft mit einem polizeilichen Strafmandat wegen unerlaubten Kollektirens ( für die streifenden Hamburger Kollegen) bedacht werden sollten. Ein Kongreß der deutschen Schuhmacher( Arbeiter) findet am 22. Oktober d. J. in Weimar statt. Hauptpunkt der Tagesordnung ist:„ Die Organisation der Schuhmacher Deutschlands." Die Hamburger Tischler schreiben in einem Flugblatt: Wenn auch der Streif seinem Ende ziemlich nahe ist und wir im ... Vereine und Versammlungen. Briefkasten. Listen zum Sammeln von Abonnenten find jederzeit auf unserer Expedition zu erhalten und werden auch gratis übersandt. Puter. Die Sache ist wohl in den Tageblättern nunmehr schon erledigt. Wir würden auch sonst in dieser Nummer die Bauhandwerker zu sehr bevorzugen. Gruß! Sattler und Schuhmacher. Besten Dank. In nächster Nummer. Fachverein. Wenn Sie bei Vereinsversammlungen für unser Blatt agitiren wollen, so sind wir dankbar dafür. Agitationsnummern und Listen sind zu diesem Zwecke stets gratis auf unserer Expedition zu haben. Wenn zur rechten Zeit geschrieben wird, übersenden wir die Nummern auch durch die Packetfahrt, sodaß feine Lauferei entsteht. Brutus. Ganz gut. Wie steht es aber mit Bezahlung? Langenbielan. Das ist wirklich schwer zu sagen. Das beste ist Tousseint- Langenscheid, kostet aber gegen 20 Mart. Niederlangenbielau. Necht herzlichen Gruß. So ist es recht: nur den Kopf nicht hängen lassen. Aufforderung zum Abonnement. Allgemeinen einen fast vollständig befriedigenden Abschluß er reicht haben, so müssen wir doch die Kollegen in Deutschland bitten, auch ferner für uns einzutreten. Vor allen Dingen ist der Zuzug fern zu halten, und auch die von hier abgereisten Mitglieder möchten wir ersuchen, nicht eher nach hier zu kommen, bis wir sämmtliche verheirathete und noch im Kampfe befindlichen Kollegen untergebracht haben. Leider gebietet uns die dringende Noth, auch an die materielle Hilfe der Kollegen zu appelliren. Durch den langen Kampf und die große Zahl der zu unterstüßenden Kollegen haben wir viele Verbindlichkeiten eingehen müssen. An Unterstützungen haben wir bis heute etwas über 80 000 M. ausgegeben, und jetzt sind noch jede Woche fast 2000 M. erforder= lich. Nun sind aber unsere Reserven vollständig verbraucht; hier Der Fachverein der Tischler hielt am 28. Juli Neue am Orte ist von den anderen Gewerkschaften wenig mehr zu er- Grünstraße 28 ſeine ordentliche Generalversammlung ab. In der felben erstatteten der Vorstand, sowie die Kommissionen Bericht über halten, und so sind wir auf uns selbst und die Hilfe unserer ihre Thätigkeit im verflossenen Vierteljahr. Dem Bericht des Rendeutschen Kollegen angewiesen. Unsere Schulden last beträgt danten, Herrn Merkel, zufolge betrug die Einnahme 491,43 M., Spediteur in Berlin. Wir liefern die Zeitung stets auf 20 000 M., davon sollen, oder richtiger, müssen wir zum 5. August dazu der Bestand vom vorigen Quartal ergiebt die Summe von das Pünktlichste ab. Sie müssen sie Sonnabend früh erhalten. 5000 M. bezahlen. Es ist dies ein auf Wechsel für uns durch 2748,13 M. Die Ausgabe betrug 1081,65 M. Es blieb demnach Die Namen der säumigen Spediteure bitten wir uns sofort zu unseren Herbergswirth aufgenommener Posten und können und ertheilt. Die Bibliothek des Vereins wurde im legten Quartal Bestand am 1. Juli 1666,48 M. Dem Nendanten wurde Decharge übermitteln. dürfen wir diesen Mann nicht im Stiche lassen. Ist es uns nur von 82 Mitgliedern benutzt. Auf dem Arbeitsnachweis liefen 206 möglich, diesen Posten zu decken, dann werden wir mit den anderen Adressen ein, von denen 166 erledigt werden konnten. Hierauf schon leichter fertig, da der Rest von 15 000 M. nicht so drängt. schritten und an Stelle der Ausscheidenden die Herren Schubert, wurde zu den Ersatzwahlen der Arbeitsvermittelungskommission ge= Die Berliner Volfstribüne" erscheint jeden Sonnabend Wir ersuchen daher unsere Kollegen, jetzt in der dringendsten Noth Hoffmann, Swoboda, Grunert, Nölte, Röcke, Roggemann, Werner früh in Berlin und sucht in gründlichster Weise alle auftauchenden uns auch noch beizustehen und uns behilflich zu sein, diese Summe und Wörner gewählt. Die Wahlen zur Werkstatt- Kontrol- politischen und wirthschaftlichen Fragen vom zu dem festgesetzten Termin zusammenzubringen. Das Geld, welches fommission wurden, da ein Antrag auf Auflösung derselben wir hier durch die Beiträge der in Arbeit befindlichen Kollegen eristire in Berlin eine andere Kommission, die freier und wirksamer aus zu beleuchten. von Seiten der Kommission gestellt war, mit dem Motiv: es aufbringen, geht für Unterstüßungen weg. Außerdem ist ein für das gewerkschaftliche Interesse der hiesigen Tischler arbeiten Gerade heute, wo das Vereinsleben der Arbeiter gänzlich großer Theil von Stollegen mit Prozessen beglückt worden, die könnte," vertagt und beschlossen diese Angelegenheit als ersten Punkt barniederliegt, erscheint uns ein Wochenblatt, wie das unfrige als auch bedeutende Geldkosten verursachen. Sobald wir im Stande auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung zu jeten. ein unentbehrliches Aufklärungsmittel des Volkes. find, unseren eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen, wird Ferner beschloß die Versammlung, weitere 300 M. den streifenden Tischlern in Hamburg zu überweisen. Es hat somit der VerWir bitten alle Freunde unseres Blattes, recht eifrig für die auch unsere Organisation an Größe und Kraft gewinnen, so daß, ein insgesammt 1000 M. zum diesjährigen Hamburger weitere Verbreitung der wenn die Kollegen an einem anderen Orte in solch einen schweren Streit beigesteuert. In Anbetracht dieser Thatsache und der Kampf gedrängt werden sollten, wir ihnen auch erfolgreich beistehen in Berlin jest kursirenden Gerüchte, daß hiesige Geschäfte Arbeiten könnten. Also nochmals, Kollegen, haltet den Zuzug fern, unter- für in Ausstand befindliche Hamburger Meister anfertigen sollen, einzutreten. ſtüßt uns, damit wir auch, so nahe am Ziele, einen vollständig Herren Glocke und Millarg als mindestens recht fragwürdige ben die Spebiteure. Dieselben liefern die„ Berliner Volks- Tribüne" wurden die Gründe des Kommissionsauflösungsantrages von den Bei Bestellungen in Berlin wende man sich stets direkt an zeichnet. Von einem noch in diesem Jahre zu veranstaltenden Sommerfest wurde Abstand genommen. für 50 Pfennige monatlich jeden Sonnabend Morgen frei in's Haus. Aufruf an sämmtliche Maler Berlins! Kollegen! Be- Eine zahlreich besuchte Schneiderversammlung tagte reits im Jahre 1885 wurde, um die geistige und materielle Lage am Mittwoch, den 1. August, in Gratweil's Bierhallen und war Der Verlag der Berliner Volks- Tribüne." zu verbessern, ein Verband der Maler und verwandten Berufsge- sehr zahlreich besucht. Die Tagesordnung lautete:„ Die Streits Berlin S. O.. Oranienstr. 23. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Drud und Verlag: F. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. befriedigenden Abschluß herbeiführen können. sozialistischen Standpunkte Berliner Volks- Tribüne"