Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Enzelne Nummer 15 Pfg. Die„ Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Meiches zu beziehen.( Preis viertel jährlich 1 Mt. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: Inserate werden die 4 spaltige Petit- geile oder deren Jaum mit 20 Pfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inferaten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. S.O.( 26). Oranien- Straße 23. № 32. Sonnabend, den 11. August 1888. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. Das Verbot der ,, Volkstribüne". Zum gebungen, die früher der vorherigen Kritik in Versammlungen, Abgesehen von der großen Zahl offener Raubmorde Prozeß Karkliunis. Das Verbrecherthum in Vereinen und in der Presse unterlagen, jetzt immer liegen z. B. den meisten Eltern- und Verwandtenmorden und die sozialen Zustände. Das moderne nur von ganz wenigen Leuten ausgehen, die vor ihrem Besitz fragen zu Grunde. Die Kindermorde sind des= Elend und die moderne Uebervölkerung. Handeln keiner Parteikritik mehr unterstellt sind, die über gleichen in letzter Instanz zum größten Theil auf die Die Arbeiterbewegung in Schweden und Nor- ihre Pläne selbst den nächsten Freunden gegenüber Still Eigenthums verhältnisse zurückzuführen, auf die Armuth wegen. Ein Vorläufer des Sozialismus in schweigen bewahren müssen, und die daher lediglich nach und wirthschaftliche Hülflosigkeit der Mütter. Frankreich. eigenem subjektiven Ermessen sich bewegen, ohne daß Eine in diesem Sinne durchgeführte statistische AufGefärbtes Haar. Berliner Sittenbild von die Partei als solche in der Lage ist, zu rechter Zeit nahme der Verbrechen würde einen verschwindend kleinen Mar Kretzer. Ein„ Ueberwachender" im einzugreifen und Fehler zu verhüten. Die Partei ver- Prozentsatz von Verbrechen gegen Personen aus der Klasse gemüthlichen Oesterreich. Der Verfall der ursacht hier nichts mehr, sondern erfährt so gut wie der sogenannten„ paffionellen" Morde und Todtschläge Autoritäten. Die Frauenarbeit in Wien. Der loyalite Staatsbürger von allem erst, wenn sie aufweisen, dagegen eine Riesenanzahl von Verbrechen gegen Politische Nachrichten. Gewerkschaftliches. bereits vor der vollendeten Thatsache steht. Sie ist das Eigenthum.*) Sie würde in eklatanter Weise die Kleine Mittheilungen. Vereine und Ver: darum gar nicht in der Lage, gewisse Handlungen zu ver- alte Fabel zunichte machen, von der wesentlich und fundasammlungen. hindern, auch wenn sie dieselben für Fehler hält. mental bösen menschlichen Natur und dafür die WahrDie Partei als solche muß demnach auch jede Verheit um so heller hervortreten lassen, daß nicht die als antwortlichkeit für gewisse Ereignisse ablehnen, und sie unveränderlich hingenommene menschliche Natur". vielmehr jenen Leuten zuschieben, welche der Sozialdemokratie sondern sehr veränderliche soziale Einrichtungen, in letter alle staatsbürgerlichen Rechte und besonders das Recht der Instanz also die Eigenthumsverhältnisse, auf dem Grunde freien Diskussion fortgesetzt entziehen. Diesen Leuten der meisten Verbrechen liegen. fällt die Verantwortlichkeit bei den letzten Berliner Die französische Bevölkerung stellt im Durchschnitt auf Ereignissen um so mehr zu, als es gar keinem je 100 000 Einwohner 11 Verbrecher. Zweifel unterliegen kann, daß die beiden letzten Von den Angeklagten sind sowohl 1885 wie 1886 Demonstrationen bei offener gegenseitiger Aus: 24 pCt. gänzlich freigesprochen worden. sprache unbedingt unterblieben sein würden. Arbeiter und Parteigenossen! Blattes ein! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung dieses Bestellungen nehmen in Berlin alle Spediteure entgegen. Listen zum Sammeln von Abonnenten jederzeit durch unsere Expedition, Oranienstraße 23, zu beziehen. Das Verbot der Nr. 31 dieses Blattes. Der vorläufigen Beschlagnahme des Hauptblattes der vorigen Nummer am Sonnabend ist sehr rasch ihr vollständiges Verbot gefolgt, von dem wir Mittwoch, den 8.d. M., durch folgendes Schreiben in Kenntniß gesetzt wurden: Berlin, den 7. August 1888. neten verboten worden ist. Das Verbrecherthum und die sozialen Zustände. c. z. Das französische Justizministerium hat vor kurzem die offizielle Statistik über die im Jahre 1886 verübten Berbrechen und Vergehen veröffentlicht. " Besonders charakteristisch ist dabei, daß sich die Geschworenengerichte wet strenger und unerbitt= licher zeigen, sobald es sich um Verbrechen gegen das Eigenthum handelt, während Verbrechen gegen Personen, besonders aus Leidenschaft auf relativ gnädige Duldung stoßen. Von Verbrechern ersterer Art werden nur 19 auf 100 freigesprochen, von Verbrechern letzterer Kategorie da= Euer Wohlgeboren werden hiermit in Kenntniß gesetzt, daß auf Grund der§§ 11 und 12 des Reichsgesetzes gegen gegen 29 auf 100. Die Thatsache an sich redet Bände Die betreffenden Zahlen, mit ihrer stummen, aber und tritt noch schärfer hervor, wenn man in Betracht zieht, die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie Dom 21. Oftober 1878 die Nummer 31 der Berliner nicht minder ausdrucksvollen Sprache, werfen ein eigen- daß die meisten Mörder aus Leidenschaft" freigesprochen, Volfstribüne" vom 4. Auguſt d. J. durch den Unterzeich- thümliches Licht auf die Zivilisation der besten aller dagegen alle Morde, die mit Diebstahl, Raub 2c., ver= Die Veranlassung zu diesem Verbote hat der Leit- Welten". Sie gestalten sich zu einer furchtbaren Anklage bunden sind, unnachsichtlich geahndet werden. Im Grunde artitel mit der lleberschrift:„ kann es und wird es ein- gegen die bestehenden Zustände, denn es ist mehr als be- ist es also nicht das Verbrechen gegen die Person, sondern mal besser werden?" gegeben. Denn es treten in diesem kannt, daß Zahl und Art der Verbrechen in direk gegen das Eigenthum, den Privatbesis, was gestraft wird. Artikel sozialistische, auf den Umsturz der bestehenden Gesetem Verhältniß zu den Mängeln einer sozialen schaftsordnung gerichtete, Bestrebungen in einer den öffent- Ordnung stehen. Ein ungemein drastischer Beweis für die hohe Belichen Frieden, insbesondere die Eintracht der Bevölkerungsdeutung, welche in der kapitalistischen Zivilisation dem Ein hochkonservativer Berichterstatter, welcher Eigenthum, für die geringe Beachtung, welche dem Hlassen, gefährdenden Weise deutlich zu Tage. In dem in Rede ſtehenden Artikel werden die Arbeiter die vorliegenden Zahlen mit denen von 1885 vergleicht Menschenleben beigemessen wird!! Die Geschworenenzunächst in aufreizendster Weise gegen die Arbeitgeber und feststellen muß, daß die traurige Liste keine Wendung gerichte sind gerade die Blüthe des Spießbürgerthums, sie aufgehezt, indem den Ersteren ihre Lage in tendenziöser Weise vor Augen geführt und der Arbeitgeber als zum Besseren verräth, läßt sich den Ausruf entschlüpfen: entsprechen dem Geist ihrer Klasse, wenn sie sich unnachsichtlich erweisen, sobald es sich um Attentate gegen das Den Arbeitern zukommenden Erträgen bereichere. soziale Untergrund unverändert bleibt, muß das selbe Volt A und O, das Allerheiligste der heutigen Gesellschaft, den Es wird dann die Erwartung ausgesprochen, daß die Ar- jährlich fast die gleiche Anzahl von Vergehen aufweisen!" Besitz handelt. Erst in dritter und vierter Linie kommt beiter sich früher oder später aufraffen würden, um sich Im Jahre 1885 waren 191 000 Gefeßesüberschreibei den Milderungsgründen der psychologische Grund ferner angedeutet, daß die Besitzlosen dahin streben müßten, tungen verzeichnet, nämlich 3135 Verbrechen und 188 000 in Betracht, daß für die zahlungsfähige Moral der Herren fia in den Mitbejiz aller Güter zu segen, auf welche Bergehen. Das Jahr 1886 weist dem gegenüber 190 000 Philifter die mehr oder weniger romanhafte Geschichte dies= Jeder nach den Lehren der Kommunisten ein gleiches Gefeßesüberschreitungen auf, die in 3252 Verbrechen und bezüglicher Verbrechen eine angenehme, die Verdauung nbemt endlich die für die Arbeiter zu erstrebenben Ziele 187 000 Vergehen zerfallen. Die Verbrechen haben also fördernde zerstreuung bildet, welche eventuell ein Abonnenäher bargelegt werden, wird für den Sozialismus dadurch um 117 Fälle zugenommen, die Abnahme der Vergehen ment auf die Leihbibliothek erspart. Propaganda gemacht, daß derselbe als das alleinige und um rund 1000 ist eine scheinbare, sie erklärt sich einfach herzloser Ausbeuter dargestellt wird, der sich an den Man darf sich hierüber nicht wundern aus dem Sumpfe, in dem sie heute steckten, zu retten" und sich Recht habe. Weise zu bessern. Daß aber diese Ziele nur durch eine Aenderung der heutigen Produktionsweise und durch Umsturz unserer heutigen Gesellschaftsverhältnisse erreicht werden können, bedarf feines näheren Eingehens und wird auch in dem Artikel selbst angedeutet. Der Polizei- Präsident. J. V.: Friedheim. " 1 wenn der Im Durchschnitt werden jährlich in Frankreich 125 000 fichere Mittel hingestellt wird, um die vorerwähnten Ziele und allein durch die Aenderung der Geseze über die bis 130 000 Personen zu Gefängniß verurtheilt, von denen zu erreichen und die Lage der Arbeiter in der erhofften Rückfälligkeit", welche das Vergehen des Bannbruchs fast die Hälfte rüdfällig wird. gänzlich aufgehoben hat. Die Steuerzahler haben für das Gefängnißwesen Die Verbrechen theilen sich in Verbrechen gegen 32 Millionen Francs aufzubringen. Personen( Elternmord, Giftmord, Raubmord, Kinder- Das ist die Logik unseres Gesellschaftssystems, welches mord, Todschlag) und in Verbrechen gegen das Eigen die Verbrecher schafft, dann straft und die Masse für die thum, mit der gewöhnlichsten Form des einfachen und Kosten aufkommen läßt. erschwerenden Diebstahls. Modifikation der Strafgeseße, Verbesserung des Ge= An den Prozeh Karklinnis und Genofen Jahre 1885 auf 595 im Jahre 1886 gesunken sind, stiegen Anschwellen von Verbrechen und Vergehen zu hindern Während die Verbrechen gegen Personen von 601 im fängnißwesens und ähnliches, wodurch die Bourgeoisie das knüpfen verschiedene Blätter Bemerkungen, denen allen das die Verbrechen gegen das Eigenthum von 987 auf 1131. meint, muß sich als machtlos erweisen, so lange die Grundeine gemeinsam ist, daß sie den ängstlichen Spießbürger Die Verbrechen gegen das Eigenthum sind fast ursache des Uebels in Kraft bleibt, die durch die vor= gegen die Sozialdemokratie aufzuhezen versuchen. noch einmal so zahlreich, wie diejenigen gegen liegenden Zahlen angedeutet wird: die bestehende Organisation Da sich dieser Vorgang bei dem nächsten, noch um- Personen. Und dabei hütet sich die offizielle Statiſtik der Besitzverhältnisse in der Form des Privateigenthums. fangreicheren Prozeß gegen Berliner Arbeiter in noch ver- wohl, bei letzteren die Zahl der Fälle anzugeben, in denen stärkter Weise wiederholen dürfte, so wollen wir heute an Eigenthums- und Besißfragen die Ursache auch des*) Wohl richtiger Verbrechen um das Eigenthum oder durch dieser Stelle abermals darauf hinweisen: daß seit Erlaß Mordes 2c. bilden, wo also das Verbrechen gegen die das Eigenthum. Die Zahl der Verbrechen gegen Personen durch des Sozialistengesetzes für uns eine Verantwort- Person nur als Folge, nicht als Ursache erscheint. das Eigenthum im industriellen Leben, die Arbeitsunfälle, lich keit, wie sie für andere Parteien besteht, über- Wollte man den angedeuteten Umstand in Berücksichtigung Berunglückungen 2c., von Ueberarbeit und Hungerlohn nicht erst haupt nicht mehr eristirt, und nicht existiren kann, so ziehen, so müßte die bei weitem größte Anzahl der Ver- zu reden, welche zumeist auf verbrecherische Nachlässigkeit oder Sparjamkeit zurückgeführt werden müssen, sind natürlich in der Statistit lange der sozialdemokratischen Partei nicht die volle Deffent- brechen gegen Personen auf das Konto der Verbrechen nicht angeführt. Ihre Zahl ist Legion, ihr Name„ Berufsgefahr" lichkeit des Wirkens zurückgegeben ist. gegen das Eigenthum übertragen werden und letzteres beschönigender. Das Sozialistengesetz hat es bewirkt, daß viele Kund- riesig anschwellen. Das moderne Elend und die modern Uebervölkerung. werden anfängt, welche die fortschreitende Zunahme der Art der Uebervölkerung haben wir nun gegenwärtig Verarmung birgt; daß man den blinden, selbstmörderischen zu leiden? Optimismus aufgiebt, nach welchem der privatwirth- Diesen Fragen wendet sich die vorliegende Schrift zu Einleitung zum 7. Band der„ Internationalen Birothet". ich aftliche Verkehr, wenn er nur sich selber überlassen und wenn dem Leser am Schlusse der Nachweis gelungen ( Stuttgart Dich.) Von zweien Welten eine mußt dipählen, Hast du gewählt, dann ist kein sicktritt mehr. Grillarzer. bleibt, dem ganzen Volke die denkbar höchste Entwicklung erscheinen sollte, daß das moderne Elend und die moderne sichert; daß man mit jenem elenden, augenverdrehenden Uebervölkerung nicht aus einem greisenhaften Rückgang Pharisäerthum gebrochen hat, welches das Versinken in unserer Produktionskraft, sondern gerade aus deren SteiNoth und Elend der mangelnden Begabung und der gerung entsteht, aus Ursachen, welche eine nie erhörte Wir machen uns heute schwer eine prstellung von Arbeitsschen des Einzelnen zuschreiben möchte, anstatt allgemeine Wohlstandsvermehrung hervorzurufen vermöchten welch ein lachender Ausblick eröffnete sich uns dann der seltsam gehobenen Stimmung, welche le Welt über einer übermächtigen Wirthschaftsentwicklung schuld zu geben, kam, als einst die technischen Entdeckunger der Neuzeit ihre welche Jahr für Jahr ebenso unwiderstehlich Tausende von auf eine glückliche und friedensvolle Zukunft! Heute ist volle Zauberkraft zu entfalten begannen. Als der heimische Kleinbefizern in's Proletariat hinabstößt, wie ſie Hundert die alte fatalistische Anschauung noch die herrschende, nach Reichthum sich in ungeahnter Weise ho; als die modernen tausende von Proletariern zur Arbeitslosigkeit verdammt! welcher Noth und Elend unabänderliche Begleiterscheinungen Verkehrsmittel mit blendender Fülle die Schätze und Er- Das Unerträgliche solcher Zustände drängt sich jedem unserer Bevölkerungsvermehrung sind. Aber unser VerAber damit trauen ist unerschütterlich, daß die Menschheit bald aus zeugnisse aller Erdtheile herbeitruger als Staat um Staat, ernsten Zeitgenossen mehr und mehr auf. Kontinent um Kontinent ihren cheil an der unendlich allein ist wenig erreicht. Es gilt nunmehr noch weiter dem Banne solcher Pseudowissenschaft heraus zu der Ergesteigerten Weltproduktion erranen, da schien ein Strom die Ursachen der ständigen Ausbreitung der Massen- fenntniß gelangen wird, daß die Schuld an unserer des Glückes in vollen Fluthen ch über alle Schichien der armuth zum allgemeinſten Bewußtsein zu bringen. Be- Armuth lediglich in sozialen Verhältnissen wurzelt, Bevölkerung zu ergießen. Freach fehlte auch damals schon züglich dieser Ursachen aber ist man noch zu keiner über deren Aenderung sich vorbereitet und in unserer neben dem schwelgenden Rechthum nicht das schwären- einstimmenden Auffassung gekommen. Hand liegt, und deren Aenderung über das Schick= bedeckte Elend, aber es ware sich nicht hervor aus seinen Zwei Richtungen sind es vor Allem, welche hier um sal des abendländischen Völkerkreises entscheiden Höhlen und Winkeln, un seine zerstreuten Klagen ver- die Herrschaft auf dem Gebiete der Wirthschaftswissenschaft wird. hallten in dem rauschelden Jubel, den nicht nur die kämpfen: die eine, weit verbreitet und von Alters her tönenden Helden der presse und des Parlamentes, nein, vererbt, aber auch mit aller Kurzsichtigkeit und Schwäche selbst die stilleren, fitischeren Vertreter der Wissenschaft des Alters behaftet; die andere, weniger gekannt, aber von erhoben. dem frohen Siegesmuth und der ganzen unwiderstehlichen Ueber den Stand der Arbeiterbewegung in Schweden Wie hat sich eitdem Alles verändert! Nicht, daß der Jugendkraft einer weltbewegenden Idee beseelt. Und in wunderbare Aufschwung der mechanischen Künste zum der That, sollte sie zum Durchbruch gelangen, so müßte lesen wir in den Blättern: Stillstand gekommen wäre vielleicht übertreffen die unser ganzes sozialpolitisches Denken und Handeln all- Verfolgungen und Bestrafungen wegen Gottesleugnung Fortschritte der Gegenwart diejenigen aller früheren Perio- mählich in eine völlig veränderte Richtung hineingedrängt und Beleidigung Gottes stehen auf der Tagesordnung. den. Aber mer könnte sich dieser Wahrnehmung heute werden. Man fühlt sich richtig in die mittelalterlichen Zeiten der noch in vollen Zügen freuen? Wer könnte sich des dumpfen, Ist unser mit jedem Jahre weiter um sich Religionsverfolgungen verseßt, es fehlt bloß der Scheiterdrückenden Gefühls erwehren, daß alle Glückshoffnungen greifender Nothstand durch gewisse in Ewigkeit haufen. Bereits in 7 Fällen haben diese Verfolgungen kläglich gescheitert sind, die wir auf unsere erfinderische una bänderliche natürliche Ursachen hervorge- zu Verurtheilung in ganz empfindliche Geld- und auch Kraft fepten, daß wir rafcher als je einer ereignißschweren rufen oder tragen an ihm lediglich geschichtlich Freiheitsstrafen geführt. So ist z. B. A. Danielson in Zukunft und einer schließlichen Katastrophe entgegentreiben? wandelbare Verhältnisse der wirthschaftlich- Malmö zu weiteren 10 Monaten Gefängniß verurtheilt, So wenig wir das Elend in Stadt und Land in seiner sozialen Verfassung die Schuld? in diesen zwei nachdem er vorher schon 10 Monate bekommen hatte. ganzen Größe und Furchtbarkeit kennen, so wird doch alle Fragen spiegeln sich die beiden tiefen, heute noch mit Sein Nachfolger in der Redaktion der Arbeit“, Genosse Welt erbebend gewahr, wie unheimlich rasch es gewachsen einander ringenden Gegenfäße am getreulichsten wieder. Björk, hat auch bereits eine Anklage auf dem Halse. ist. Aus seinen Kellern und Kammern, aus seinen Höhlen Daß weitere Kreise der Gesellschaft, insbesondere der Unter solchen Verhältnissen muß man Handlungen der Entsagung und des Lasters, überall drängt es sich arbeitenden Klassen, trotz aller verzweifelten Bemühungen um so höher schäßen, wie sie kürzlich der freisinnige hervor, und Niemand könnte es mehr übersehen, auch keinen Unterhalt finden, kann nämlich einmal daher rühren, Studentenverein Verdandi" in Upsala ausgeführt. Als wenn die ernsten Mahner nicht wären, die wie Mark daß die menschliche Arbeit immer unfruchtbarer wird, daß nämlich Branting, Redakteur des„ Sozial- Demokrat" in Anton auf den gemordeten Cäsar- auf seine Wunden sie bei der üblichen Bevölkerungsvermehrung nicht um so Stockholm, auch wegen Gottesleugnung zu 300 Kronen und Leiden hinweisen, um unser Gerechtigkeitsgefühl in viel mehr zu schaffen vermag, als dem Bevölkerungs- Geldstrafe verurtheilt war, beschloß dieser Verein( er zählt lodernden Aufruhr zu verseßen. zuwachs entsprechen würde. Diese Möglichkeit nimmt die 250 Mitglieder) einstimmig, 50 Kronen dazu beizusteuern. " 1 So lastet es auf uns, gewitterschwül und schwer. herrschende Schule im Anschluß an Malthus sofort für Freilich erhielt der Vorstand dafür vom Kuratorium der Wohin wir blicken, überall stehen die Wetter am Himmel, eine unzweifelhafte Thatfache. Sie argumentirt dabei etwa Universität eine Strafpredigt und einen Verweis. und es hat Augenblicke gegeben, wo wir Alle bereits den folgendermaßen: Wächst die Bevölkerung eines Landes, so Die Agitation auf dem Lande wird auch dieses grollenden Ausbruch der elementaren Gewalten zu ver- muß fast regelmäßig die Produktion unter ungünstigeren Jahr ungeschwächt fortgeseßt, trotzdem die Partei mehrere nehmen meinten. Das Jahrhundert, das in Krämpfen Bedingungen vorgenommen werden, weil die besten Ge- tüchtige Mitstreiter durch Auswanderung verloren hat. geboren wurde, scheint in Krämpfen enden zu wollen. legenheiten von Anfang an ausgesucht und benutzt worden So sind von Stockholm aus Branting, Janheckt und Sterfy Sind wir sicher, daß dann wenigstens eine lichtere Zu- sind. Die jährlich neu hinzutretenden Arbeiter können mit- längere Zeit auf Reisen gewesen; von Malmö aus Danielson hin nicht mehr so viel produziren als die früheren; der und von Gothenburg aus Heurlin und Kjellmann. Die kunft für die Völker Europas anbrechen wird? " Die Zaghaften unter uns verneinen es. Sie fürchten, Durchschnittsertrag pro Kopf der beschäftigten Arbeiter hat Stockholmer sind bis in die nördlichsten Provinzen vordaß die bevorstehenden großen Umwälzungen uns vielleicht die Tendenz, mit dem Wachsthum der Bevölkerung stetig gedrungen, und haben sie, sowie auch die Andern, überall noch das Wenige rauben könnten, auf das stolz zu sein zu sinken. Trifft die Voraussetzung zu, bietet die Natur sehr fruchtbaren Boden für ihre Ideen gefunden. wir heute Ursache haben.„ Einst wiegten wir uns" so ihre Gaben immer färglicher und ſpärlicher dar, so folgt Im Ganzen ist jetzt überhaupt der Stand der BeAlle 4 Organe, welche sagen sie in der beglückenden Zuversicht, daß unsere daraus allerdings mit unerbittlicher Nothwendigkeit, daß wegung ein guter zu nennen. abendländischen Reiche auf die Dauer vor Vernichtung ge- ein großer Theil der Bevölkerung ein immer dürftigeres freilich nur einmal wöchentlich erscheinen, mit Ausnahme schützt seien, weil an ihren Grenzen keine beutegierigen Leben führen muß, und an der Bitteraiß der Noth in der Arbeit" in Malmö, welche dreimal herauskommt, Hunnen und Vandalen lagern, welche unsere Zivilisation immer weiteren Kreiſen würden wir nur sehen, wie weit bestehen ganz gut. in Brand und Verwüstung ersticken könnten und heute wir bereits in der gezeichneten Entwicklung vorgerückt find. Am Sonntag, den 8. Juli, war von den Stockholmer kommt uns, langsam, aber unabwendbar die Erkenntniß, Es giebt aber noch eine andere Ursache, aus der Sozialdemokraten eine großartige Demonstration zu daß wir selber, an unserem eigensten Herde, in den gleißen unter der heutigen Gesellschaftsordnung für ganze Be Gunsten des allgemeinen Wahlrechts für Männer den Zentren unseres eigenen Kulturlebens die Barbaren völkerungsklassen dauernde Subsistenzlosigkeit und ge- und Frauen arrangirt. Es waren lange vor der feſtgroßgezogen haben, welche in dem endlichen Emporflammen zwungene Einschränkung aller Bedürfnisse folgen kann, und gesetzten Stunde über 5000 Menschen mit 12 rothen ihrer Verzweiflung und ihres Hasses nichts achten werden, diese Ursache ist nichts anderes als die Zunahme der Fahnen versammelt und noch immer strömten von allen was wir als die Merkzeichen unseres Fortschrittes verehren; Fruchtbarkeit der Arbeit, die leichtere, nicht die schwerere, Seiten neue Schaaren herbei; vier Redner hielten Anund die Ausbrüche wildesten Fanatismus, die wie Irr- die reichlichere, nicht die kärglichere Gütergewinnung. So sprachen, darunter auch der gerade auf Besuch anwesende lichter auf dem Sumpf, bald hier, bald da aufzucken, heute widerfinnig eine derartige Verknüpfung auf den ersten Blick Danielson von Malmö. Zum Schluß wurde eine Resolution in Europa, morgen in der großen Republik jenseits des scheinen mag, so leicht kann man sich doch von ihrer Mög- im Sinne der Einberufer einstimmig angenommen. Dzeans, sie lehren uns bereits, daß die Barbaren an der lichkeit überzeugen. Stellen wir uns vor, das Perpetuum Arbeit sind."-- So die Kleinmüthigen. mobile wäre erfunden und setzte statt der menschlichen Andere aber und wir rechnen uns zu ihnen mit Kraft den ganzen Produktionsapparat in Bewegung, so Kopf und Herz- erblicken wohl die Verwüstungen, welche hätte gewiß die Fruchtbarkeit der Arbeit die denkbar höchste Am 13. und 14. Juli hatte die ,, Vereinigte norwegische die moderne Industrie an der inneren und äußeren Kraft Höhe erreicht. Wenn vorher sich das Volk in Arbeit und Arbeiterpartei", eine Organisation," die vor einem Jahre der Völker anrichtet, sie sind sich des ganzen furchtbaren Mühe verzehrte, um sich den dürftigsten Lebensunterhalt wegen ihres überzahmen Programms trotz der sozialistischen Ernstes der Lage voll bewußt, aber sie finden keinen Grund zu bereiten, so würde es jetzt ohne jegliche Anstrengung Elemente, weiche den Hauptbestandtheil der Partei auszum Verzweifeln. Sie sehen, wie Stein um Stein von alle Güter in unangemessener Fülle ohne Arbeit erhalten machen, vielfach die Kritik herausforderte, ihren 2. Konder alten Gesellschaftsordnung abbröckelt, aber unter der können. Welch ein Kontrast zwischen beiden Wirthschafts- greß in Christiania. welkenden, sterbenden Hülle der bestehenden Produktion ge- zuständen und doch, wenn unser Wirthschaftssystem bewahren sie bereits neue lebenskräftige Keime einer höheren stehen bliebe, welche Uebereinstimmung in den Folgen! Wirthschaftsweise in mächtigem, drängendem Frühlings- Dort würden die Arbeiter hungern, weil nicht genug zum triebe sich regen. Mit der immer weitere Kreise befallen- Effen zu erzeugen ist, hier würden sie trotz der märchen den Entbehrung erkennen sie zugleich die stählende Kraft, haftesten Produktionsfähigkeit sammt und sonders die ziel bewußte Gedankenrichtung, welche gemein- Hungers sterben, weil sie Niemand mehr braucht. same Noth und gemeinsamer Kampf dem immer rascher Aus welcher der beiden Quellen entspringt unser anwachsenden Proletariat verleihen. Sie verfolgen mit modernes Elend? -Aus Norwegen. Es waren 9 Vereine durch 10 Delegirte vertreten. Was es diesmal galt, das war eine Revision des Programms und der Statuten, denn das eine wie das andere war erstens einer Reparatur bedürftig und zweitens hatte man sich in Arendal im vorigen Jahre total verrechnet, wenn man meinte, das Programm müsse so zahm wie möglich abgefaßt sein, damit es sammeln könne, nicht aber splittere. Alles, was man mit dieser Moderationsstaunender Bewunderung, wie dieses Proletariat in seiner Und wenn man das fummervolle Ergebniß der ab- taktik" erreichte, war ein farbloses Programm und weiter Aufklärung und Organisation machtvoll fortschreitet und nehmenden Schaffenskraft allgemein als„ Ucbervölferung" nichts. Kann sein, daß man die Begriffe konsequent und halten diesen Felsen für stark genug, um dereinst eine zu bezeichnen liebt, so könnte man und ein übermäch radikal oder gar blutrünstig als identisch auffaßte. Diesneue, größere und schönere Zukunft tragen zu können. tiger Sprachgebrauch thut dies ja zweifellos- den gleichen mal ging man nun mit dem Programm ein wenig weiter. So blicken sie den kommenden Ereignissen festen Auges Namen wohl auch auf das ebenso traurige Resultat der Es sieht jetzt so aus: entgegen, vertrauend, daß eine große Zeit kein kleines schließlich bis zu völliger Arbeitsersparung gesteigerten 1. Einführung des allgemeinen, direkten Wahlrechts; Volk finden wird. Produktionsfähigkeit anwenden, denn auch bei zunehmender Wahltag ein Feiertag. Kein kleines Volk! Freilich bedarf es dazu noch großer Schaffenskraft, bei Einführung arbeitssparender Produktions 2. Arbeiterschutzgesetz und Normalarbeitstag. Anstrengungen von allen Seiten, großer Umwälzungen in methoden, finden heute Tausende von Arbeitern kein Brot 3. Humane Versorgung der Unbemittelten durch den unserem ganzen Denken und Fühlen, in erster Linie großer mehr, auch in diesem Falle wächst die Zahl Derer, für Staat. Fortschritte in der allgemeinen Auffassung der ökono- welche an dem Tisch der bestehenden Gesellschaft„ nicht 4. Aufhebung alles Zolles auf Nahrungsmittel; direkte mischen Verhältnisse. Nur eine derartig geläuterte Er- gedeckt" ist, gerade bei einer solchen, an sich so viel ver- progressive Einkommensteuer. kenntniß vermag in dem Labyrinth der widerstreitenden sprechenden Entwicklung, sind heute Derer in allen Ge= 5. Freier und gemeinschaftlicher Unterricht in StaatsBestrebungen der Gegenwart zum Führer zu dienen. werbszweigen zu viel, welche Arbeit suchen und doch nie- oder Gemeindeschulen. Wer würde hier nun nicht mit Freuden gewahr, daß mals oder nur mit langen, jeden geordneten Haushalt man sich heute bereits allgemein der Gefahren bewußt zu zerrüttenden Unterbrechungen Arbeit finden. Unter welcher 6. Unentgeltliche und öffentliche Rechtspflege. 7. Abschaffung des Submissionswesens. Hoffentlich krystallisirt sich auf dem nächsten Kongreß, der 1889 ebenfalls in Christiania abgehalten werden soll, heraus aus dem krausen Chaos der reine Bergkrystall der sozialistischen Forderungen. große Familie betrachten sollen. Sie alle sollen sich wie einer besseren Zukunft der Menschheit geträumt haben. Geschwister lieben, in Frieden gemeinschaftlich beisammen Seine Gedanken blieben in jener Zeit ohne Echo, die leben, die gleiche oder wenigstens ähnliche Nahrung haben, Stimme eines Predigers in der Wüste, sogar die Bahngleich gut wohnen und schlafen, gleich gut gekleidet sein. brecher der großen französischen Revolution standen ihnen Die Kommune liefert ihnen alles für Befriedigung ihrer mit bemerkenswerthem Unverständniß gegenüber. Erst die Bedürfnisse, für ihr Vergnügen, ihre Erholung Nothwendige, gesammte Entwickelung unserer Zeit, deren Verhältnisse dafür hat aber auch die Kommune Anspruch auf die und Theorien die Meslier'schen Joeen freilich bereits längst Arbeit jedes Einzelnen. Jedes Kommunemitglied ist überflügelt haben, schufen den rechten Boden für ihr Ver= ein Vorläufer des proletarischen Sozialismus entweder in einem bestimmten, gewählten Beruf thätig, ständniß. in Frankreich. II. Jean Meslier, 3 Der Gegensatz der Klassen äußert sich nach Jean Meslier in dem Druck, in dem Mitesserthum von Adel, Geistlichkeit und Bourgeoisie dem Volke gegenüber. oder es verrichtet eine Arbeit, welche in Folge von Wetter, Jahreszeit oder dem vorhandenen Bedürfnisse der Gemeinwerth erachtet wird. schaft nach irgend welchem Produkt für nöthig oder wünschensSchnitzel. Der Ueberfluß ist immer die Folge eines Raubes; wenn er nicht vom gegenwärtigen Besizer begangen wurde, so doch von seinen Vorgängern. Der heilige Hieronymus. * ** * Und mancher, ach! frißt Ananas hinieden, Der Disteln nicht verdient. zu bedrücken? * * Blumauer, Lob des Esels. * * * * * ** * * * Diderot. Diderot. Linguet. Die ökonomischen Gemeinschaften franken natürlich Ihr seid erstaunt, armes Volt", sagt er mit Bezug erhaltung der Ordnung ist den Gemeindemitgliedern anweder an einer Aristokratie noch Hierarchie. Die Aufrecht hierauf,„ daß Ihr soviel Uebel und Bein im Leben habt! vertraut, welche Meslier als die würdigsten und weisesten Das kommt daher, weil Ihr allein die Laſt und Hiße erschienen, nämlich den Greisen. Sie genießen das des Tages tragt, wie die Arbeiter, von denen das Gleich- höchste Ansehen, besigen eine unbeschränkte Macht, die niß des Evangeliums erzählt. Euch und Euresgleichen ist anderen Angehörigen der Kommune zu führen und zu die ganze Last Eurer Könige und Fürsten aufgebürdet... leiten. Ihnen liegt es ob, gute Gesetze und Befehle zu Dazu liegt noch auf Euch der ganze Adel, die ganze Geist erlassen, die stets das Ziel verfolgen, das Allgemeinwohl lichkeit, das gesamnite Mönchsthum, alle Richter, Kriegs zu schüßen, zu bewahren und zu fördern. Seiner Ansicht leute und Wucherer, alle Juhaber von Salz und Tabak- nach werden die Greise ihre große Macht nie zum persön= Das Ganze ist mehr werth wie der Theil, selbst der monopolen und endlich alle Müßiggänger und nuglosen Lichen Nutzen und zum Schaden des Allgemeinwohls an- hervorragendfte, die Menschheit mehr wie selbst der beste Existenzen, welche es in der Welt giebt. Denn alle wenden, da mit Abschaffung des individuellen Eigenthums der Menschen; und das Volk steht über der hochstehendsten diese Leute und alle, die ihnen dienen, leben nur alle Einzel- und Sonderinteressen verschwinden. Familie und über dem angesehensten Bürger. von den Früchten Eurer mühseligen Arbeit. Durch Während Meslier mit letzterer Behauptung vollständig Eure Arbeit liefert Ihr nicht nur Alles, was sie Recht hat, muß seine Auffassung von der Rolle der Greise zu ihrem Unterhalt brauchen, sondern auch noch, was zu ihrer Zerstreuung und ihrem Vergnügen um so mehr überraschen, weil die darin sich offenbarende Was seid ihr Behörden nach natürlichem Rechte gegendient. Das ist gegen jede Gerechtigkeit, denn alle Menschen Beschränktheit im scharfen Widerspruche zu der Weite des über dem Volke, das ihr regiert? Nichts als seine Diener, find von Natur aus gleich: sie haben alle das gleiche sich zum Theil wohl daraus, daß Meslier hier weniger unwürdig und die schlechtesten Glieder des Gemeinwesens, Blickes steht, den er sonst überall bekundet. Sie erklärt beauftragt, Sorge um sein Glück zu tragen; eures Amtes Recht zu leben, auf Erden ihre natürliche Freiheit zu ge aus sich schöpft, als von Steminiszenzen an das klassische wenn ihr euer Amt schlecht erfüllt. Euer Eifer und eure nießen und Theil an den Gütern dieser Welt zu nehmen, indem die einen wie die anderen durch nützliche Arbeit die Alterthum, an die Republiken von Sparta und Athen, Zuverlässigkeit machen euch zu den treuesten Werkzeugen für das Leben nöthigen Dinge schaffen. Aber es ist un an die Lektüre der Platon'schen„ Republik“ leiten läßt. der Menschheit, welchen sie vollfie Liebe zollt. Was verfür das Leben nöthigen Dinge schaffen. Aber es iſt un gerecht, daß man alle Güter und Vergnügungen auf die Noch weniger nahe legte es ihm seine Gegenwart, durch dient ihr aber, wenn ihr, zu treulosen und anmaßenden eine Seite und alle Mühe, Sorge, Unruhe, allen Kummer ein System freier und direkter Wahlen die Personen be: Dienern geworden, den Versuch macht, die Gesammtheit und alle Unannehmlichkeiten auf die andere Seite legt." zeichnen zu lassen, welche die Ordnung aufrecht zu erhalten, und alle Unannehmlichkeiten auf die andere Seite legt." Die Produktion und Gütervertheilung zu leiten hätten. Als Quelle all der angeführten Uebelstände kenn= zeichnet Jean Meslier das individuelle Eigenthum, mit eisernem Despotismus jede Spur eines öffentlichen Richelieu, Mazarin und Ludwig XIV. hatten nacheinander das von seinem Ursprung an durch Mißstände gekennzeichnet Lebens der Nation erstickt, die Generalstaaten waren seit um zu ruhen oder um für seine eigenen Wünsche zu Wenn der ,, freie" Arbeiter einen Augenblick benußt, und nach Meslier nur die Folge der gewaltsamen An 1614 nicht mehr zusammenberufen worden, eine starke arbeiten, so behauptet der geldgierige Dekonom, der unruhig eignung ist, welche bei Theilung der Güter die stärksten, liftigsten, unwürdigsten, schlechtesten Menschen am besten sentralistische Gewalt regelte und bestimmte Alles zum seinem ganzen Thun nachspürt: der Arbeiter bestehle ihn! wegkommen ließ. Dieser Zustand erzeugt in der Folge allein den Staat repräsentirte. Ale Aemter, Würden und Nußen eines absoluten Monarchen, der in seiner Person das Murren, die Klagen, Unruhen, Aufstände und Kriege, welche so unendliches Unheil unter den Menschen anrichten. Titel, welche dem Würdigsten und Fähigsten gehören sollten, In Frankreich läßt man diejenigen in Ruhe, welche Daher stammen auch die Tausende und Abertausende waren Eigenthum des absoluten Königs, der sie dem das Fener anlegen; aber man verfolgt die anderen, schlechter Prozesse, welche die Privatleute unter einander Meistbietenden zuschlug. Die Verhältnisse waren wahrlich welche die Sturmglocke rühren, um die Schläfer zu wecken. führen müssen, um ihre Güter zu vertheidigen und ihr nicht dazu angethan, Mestier auf das Wahlsystem und vermeintliches Recht aufrecht zu erhalten. Diese Prozesse seine Bedeutung hinzuweisen. verursachen tausend körperliche Plagen und tausend geistige Was im Allgemeinen die Gestalt seiner„ freien Qualen, fie enden sehr oft mit dem völligen Ruin beider Wirthschaftsgemeinde" anbetrifft und die Jdee der Dezentrali- Ich ziehe die Augen der Macht immer erst dann auf Parteien. Daher kommt es auch, daß diejenigen, welche sation, welche seinem Gesellschaftssystem zu Grunde liegt, mich, wenn sie mich zwingt, das Feuer meines Herdes nichts oder nicht alles Nöthige besitzen, faft gezwungen so erscheint uns seine diesbezügliche Auffassung als irrig fortzutragen und auf einer neuen Stätte anzufachen. und genöthigt sind, eine Menge schlechter Mittel anzu- und überwunden. Nur darf hierbei nicht vergessen werden, Nie, von früh auf bis jetzt, ist mir oder meinem Bruder wenden, um ihre Eristenz zu wahren. Daher kommt daß Mestier dachte und schrieb, als von der modernen von irgend einer Regierung Unterstützung oder Auszeichnung Unterschleif, Lug und Trug, Ungerechtigkeit, Erpressung, Großproduktion noch keine Rede war, ja als die Manu- zu Theil geworden: einigemale jener, war ich dieser nie Diebstahl, Spißbüberei, Moro, Tootschlag und Stäuberei, faftur noch nicht einmal ihre volle Entwickelung erreicht bedürftig. Diese Unabhängigkeit hat meine Seele gewelche unendliches Unheil über die Menschen bringen." hatte. Die ökonomischen Verhältnisse seiner Zeit deuteten stählt, sie widersteht Anmuthungen, welche die Reinheit Wie für Meslier die Quelle alles Uebels das indi- noch nicht auf die unbedingte Nothwendigkeit der Zentrali- meines Bewußtseins beflecken wollen. Mein Bruder hat viduelle Eigenthum war, so sah er das Heil in der ſation behuss einer ausgiebigen, möglichst leichten und noch die Pflicht, eine solche Gesinnung seinen Kindern Organisation des kommunistischen Eigenthums.„ Wenn furze Zeit in Anspruch nehmenden Produktion hin. zu überliefern... Denn die Zukunft unseres Volkes be= die Menschen", sagt er, gleicherweise gemeinsam alle Reich- Aus dem über die Organisation der Mestier'schen ruht auf seinem Gemeingefühl unserer Ehre und Freiheit: thümer, Güter und Bequemlichkeiten des Lebens besäßen, Gesellschaft Gesagtem läßt sich bereits schließen, daß er ich glaube, daß dem Menschen nichts anderes frommt, als wenn sie sich insgesammt alle mit irgend welcher nur ein schwaches und unvollkommenes Verständniß für gerecht und tapfer zu sein. Jakob Grimm, nach seiner Landesverweisung. redlichen und nüßlichen Arbeit oder wenigstens mit die nationale Solidarität hatte und seiner Zeit nach irgend welcher ehrlichen Dienstleistung beschäftigten, wenn haben konnte. Die internationale Solidarität schlummerte sie die Güter der Erde wie die Früchte ihrer Arbeit und natürlich noch in viel weiterer Ferne, und die diesbezügihres Gewerbfleißes weise schonen wollten, so würden sie lichen Anschauungen des sozialistischen Pfarrers gehen nicht alle genügend haben, um glücklich und zufrieden leben zu über vagere Träume von allgemeinem Frieden, von allIn den Vereinigten Staaten ist man so weit können. Die Erde bringt fast stets genügend und sogar gemeiner Gerechtigkeit und Brüderlichkeit hinaus. Seine fast im Ueberfluß für ihre Nahrung und ihren Unter- unabhängigen ökonomischen Gemeinen sollen untereinander gekommen, eigene Privatdetektives zur Ueberwachung halt hervor, wenn sie nur immer guten Gebrauch von den eine sehr loſe Federation( Verbindung) bilden, welche den der Arbeiter zu schaffen. So versendet ein Bureau folgengebotenen Gütern machen wollten. Nur sehr selten gewährt einzelnen Kommunen die Pflicht auferlegt, unverbrüchlichen des Zirkular: die Erde nicht Alles für das Leben Nothwendige, und so Frieden zu halten und im Falle der Noth einander beifönnte Jeder genug für ein friedliches Leben haben, und zustehen. Summa Summarum zeigen sich seine diesNiemand würde an dem Unentbehrlichen Mangel leiden." bezüglichen Ideen als annähernd die gleichen, welche in Meslier entwickelt seine Auffassung des Kommunismus der großen Revolution von der„ Montagne" vertreten weiter und erklärt, daß Wohnungen, Nahrungsmittel und wurden. Als logisch bis zur letzten Konsequenz fühner, Kleider gleich vertheilt sein sollen. Vor allem aber por nichts zurückschreckender Denker erweist sich Weslier in müßten alle Menschen gleich entwickelt und von den seinen Anschauungen über die Familie. Er vertritt die gleichen Prinzipien der Moral erfüllt sein, damit sie alle Freiheit des Einzelnen, eheliche Verbindungen nach seiner Neigung zu schließen. Sobald die Gatten heraustugendhaft und ehrlich, von der Liebe zum gleichen fänden, daß sie richt zusammen harmonirten, könnten sie Guten beseelt und fähig würden, dem Vaterlande zu dienen. ihre Ehe aus freier Entschließung auflösen. Der UnterGemeine, welche ihre Leistungen derart zu organisiren halt und die Erziehung der Kinder wäre Pflicht der hätte, daß die Kinder nicht die elterliche Liebe zu entbehren brauchten." Was die Herbeiführung der neuen Gesellschaftsordnung " * * * Chamfort. Politische Nachrichten. Pinkerton's National Detectiv- Agentur, 191-195 Fifth Avenue, Chicago. Meine Herren! Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit auf die Vorzüglichkeit unserer Polizei und bieten Ihnen im Falle der Noth dieselbe zum Dienste an. .. Unsere Leute sind sorgfältig ausgesuchte Menschen, welche natürliche Anlagen zum Geheimdienste haben, unter trefflicher Disziplin stehen und von erfahrenen Offizieren kommandirt werden. + Corporationen und Gesellschaften, welche die Gesinnung ihrer Arbeiter kennen lernen wollen, oder erfahren wollen, ob dieselben unter gewissen Umständen wohl streiken würden, oder ob dieselben einer geheimen Arbeiter- Organisation angehören, in der Absicht, bestimmte Bedingungen von Korporationen oder Arbeitgebern zu erzwingen, wollen sich vertrauensvoll an uns wenden; wir werden sofort einen Detektiv als geeigneten Auskundschafter senden. Was Meslier's Ansichten über die Leitung der Pro duktion und die Vertheilung der Produkte anbetrifft, so offenbart sich uns darin der echte Gallier, mit seiner tiefen Abneigung gegen jede Zentralisation, seiner Vorliebe für die unabhängige autonome Kommune( selbstherrliche Ge- anbelangt, so erwartete Meslier dieselbe einzig und allein Bekanntlich haben die Schweizer Arbeiter eine meinde).*) Rach Meslier ruht die Leitung von Produktion und von der eigenen Kraft des Volkes. Er hat sich in dieser Reservekasse" gegründet. Mit Hilfe dieser Kasse hoffen die Vertheilung der erzeugten oder von der Natur ge- Revolution in Frankreich, von der er die Erlösung des Höhe des Arbeitslohnes zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Ahnung nicht getäuscht, allerdings aber darin, daß die sie die Streiks mit Erfolg durchzuführen und dadurch die lieferten Reichthümer in den Händen von ökonomischen, unabhängigen Genossenschaften. Er begreift unter Gemein- leidenden Volkes erhoffte, nur mit der unbeschränkten Damit die Kasse nun aber ansehnlich und größer werde schaft( communauté) alle Bewohner ein- und desselben Herrschaft einer einzigen, bis dahin unterdrückten Klasse und für alle Fälle ausreiche, sollte jedes Mitglied des Grütli- Vereins besteuert werden. Die Höhe der Beiträge Ortes, die sich unter einander als Geschwister, als eine Dies in aller Kürze einige der wesentlichsten An- war noch nicht festgesetzt. Nach dem einen Vorschlag sollte *) Wir begegnen dem nämlichen Zug, welcher bei dem kom- schauungen, welche Meslier in seinem Testament nieder- die Steuer jährlich 33 600 Fr. in die Kasse liefern, nach munistischen Landpfarrer des siebzehnten Jahrhunderts so scharf gelegt hat. Sehen wir von den Mängeln und Unvoll- dem Vorschlag der Reservekasse- Kommission sogar 72 800 Fr. hervortritt, späterhin bei sehr vielen französischen Revolutionären kommenheiten, die seinem System anhaften mußten, ab, Nun hat aber, wie der Neuen Zürich. 3tg." geschrieben und Sozialisten wieder; er erklärt, neben anderen Gründen, auch so charakterisirt es doch den Pfarrer zu Etrépigny als wird, der Grütli- Verein in der Urabstimmung mit mehr das vielfache Schwanken derselben nach dem Anarchismus hin. Seinen glänzendſten Vertreter hat er wohl in Proudhon gefunden. einen der kühnsten und vorausahnenden Geister, die je von als zwei Drittel Stimmen das Obligatorium, den abschloß. beraubt. Altona, 3. August. Im hiesigen Sozialistenprozeß wurden 24 Angeklagte zu Gefängniß von einhalb bis zu dreieinhalb Monaten verurtheilt, drei freigesprochen. Briefkasten. 3wang zur Beisteuer von Vereinswegen, verworfen. Der Elemente schreitet unaufhaltsam fort, sodaß auch auf dem auf 2 Jahre 9 Monate, Specht, Sperber und Jacubick je 1 Jahr Grütli- Verein" hofft jedoch, daß auf dem Boden der Lande die soziale Bewegung bald in Fluß kommen wird. 7 Monate, Lüderiz, Bath und Hansche auf je 2 Monate Gefängniß. Bei Lüderiz und Bath sei ein Monat durch die erlittene Unter= Freiwilligkeit das erreicht werde, was man mit dem suchungshaft für verbüßt zu erachten, Sachse sei sofort zu entlassen. Obligatorium angestrebt hatte, nämlich eine regelmäßige Die Sammlungen in Arbeiterkreisen zu Gunsten Lüderiz und Bath bitten um vorläufige Entlassung aus der Haft, Speisung der Reservekasse aus den Grütli- Vereinssektionen, des im Irrenhause befindlichen Wilhelm Hasenclever was ihnen vom Gerichtshof bewilligt wird. Die Verurtheilten er= namentlich den in den Städten und Industriezentren. sind nunmehr abgeschlossen worden; sie haben an 15 000 m. flären, sich bei dem Erkenntniß beruhigen zu wollen. Verhaftungen von Sozialisten haben nach Mittheilungen Um den Armen einen Bissen zuzuwerfen, hatte die eingebracht. Haienclever's Familie, die aus einer Frau aus Augsburg daselbst in den letzten Tagen stattgefunden, nachund einem im Kindesalter stehenden Knaben und Mädchen dem vorher bei mehreren Sozialdemokraten Haussuchungen vorStadt Paris beschlossen, daß in den Gemeindeasylen den„ Gästen" am 14 Juli ein gutes Diner servirt, sowie besteht, ist von Dessau nach Berlin übergefiedelt. Das genommen worden waren, bei denen man verbotene Druckschriften pro Mann zwei Franks verabreicht werden sollten. Die Töchterchen Hasenclever's ist fast völlig des Augenlichtes gefunden haben soll. Absicht war recht wohlmeinend, ist aber der großen Zahl der Obdachlosen gegenüber sehr mager ausgefallen. Der Das Wachsthum Berlins steht ohne Beispiel da Direktor einer städtischen Nachtherberge gestand ein, daß in der Geschichte sämmtlicher Städte der Erde, die der in Paris jeden Abend zirka 8000 Personen ohne Ob- amerikanischen nicht ausgenommen. Denn es ist thatdach sind, und daß die städtischen Nachtherbergen höchstens sächlich beispiellos, daß eine Stadt, die innerhalb ihrer gegen 740 aufnehmen können. Nun findet zwar noch ein Mauern eine Bevölkerung von 680 000 Seelen zählte( so Spediteure auswärts. Wir müssen dringend erTheil der Unglücklichen in den Asylen verschiedener viel war die Zivil- Bevölkerung Berlins im Jahre 1867), philantropischer Gesellschaften Unterkunft, allein die bei diese an und für sich schon kolossale Zahl in weniger als suchen, die Beträge für Juli abzuliefern, da wir von nächster weitem größte Masse der 8000 bleibt ohne Dach und Fach. zwei Jahrzehnten ungefähr verdoppelt. Weder Paris, noch Nummer ab sonst nicht mehr senden. Kaum war der obige Beschluß des Stadtrathes bekannt vondon, noch aber auch Newyork oder Chikago und San Wahl. Wilhelm Liebknecht ist am 29. März 1826 in Gießen geworden, so drängten sich die letzten Tage vor dem 14. Francisco können sich diesbezüglich mit Berlin messen, da geboren, jezt also mehr als 62 Jahre alt. Er war im norddeutschen die Obdachlosen vor den kommunalen Nachtherbergen zu auch diese letzteren Städte, so staunenerregend sonst ihr Reichstage und ebenso 1874-1881, also 11 Jahre lang Vertreter sammen, da reglementsmäßig die Aufnahme Recht auf erstes Wachsthum war, seitdem sie mehrere hunderttausend des 19. sächsischen Wahlkreises( Stollberg- Schneeberg). 1881 erlag einen drei- bis viertägigen Aufenthalt in dem Asyl giebt. Einwohner zählen, schon in bedeutend langsamerem Tempo er dem konservativen Gegenkandidaten Ebert. Zugleich wurde er Alle wollten von dem versprochenen Mittagessen und den zunehmen; zumal die Zeit, wo Chikago, das 1880 aber in Offenbach und Mainz gewählt. Für Offenbach nahm er an, auch 1884-1887 vertrat er diesen Kreis. Im Vorjahre be= zwei Franks profitiren; einen Abend war der Andrang so 503 000 Einwohner hatte, diese Zahl verdoppeln wird, fiegte ihn dort der Kartellfandidat Böhm. groß und stürmisch, daß die Verwaltung der Nachtherberge fällt, der statistischen Berechnung nach, durchaus nicht mehr 6. Wahlkreis. Für die beiden legten 1884 und 1887 voll= einen wahren Aufstand en miniature befürchtete. Schließ in das jetzige Jahrhundert. Kein Zweifel daher, Berlin zogenen Reichstagswahlen ergaben sich bei den ersten Wahlgängen: lich konnten doch nicht mehr als über 400 Personen die ist die am schnellsten wachsende Großstadt, die es auf Freigebigkeit des Stadtrathes genießen. Wieder ein Bei unserem Erdboden giebt, ja, die es, so weit die Geschichte spiel für die Ohnmacht der privaten und öffentlichen Wohl der Menschheit zurückreicht, je gegeben hat. Paris sinkt thätigkeit gegenüber dem unendlichen Massenelend, das gewaltig in der Art und Weise seiner Bevölkerungsunser kapitalistisches System gezeugt, und das nur mit Zunahme. Ist es doch in den letzten 5 Jahren( 1881 diesem System zusammen verschwinden kann. bis 1886) von 2 269 000 nur auf 2 344 000 gestiegen, Neugieriger. Ob der sehr ehrenwerthe Herr v. Ehrenberg also nur um 75 000 Seelen gewachsen. In nicht ganz ein illegitimer Sproß eines deutschen Fürstensohnes ist, wissen wir Der Großgrundbesit entfaltet sich in Preußen 20 Jahren wird Berlin die französische Hauptstadt aller nicht immer mehr. In 19 landräthlichen Kreisen des Regierungsmenschlichen Berechnung nach an Bevölkerungszahl überbezirks Oppeln( Oberschlesien) sind, wie A. von Miaskowski flügelt haben und neben dem mammutartigen, unermeßmittheilt, von 1193 selbständigen Gutsbezirken 548 in lieben London schon bald nach Eintritt des zwanzigsten der Hand von nur 49 Personen. Der mittlere und kleine Jahrhunderts die zweitgrößte Stadt der Welt sein. Grundbesig, die Zwerggütlerei und das landwirthschaftliche Kleinkapital verschwinden. An ihre Stelle treten folossal In dem Prozesse gegen Karklinnis und Genossen große Latifundien. Die Proletarisirung der bäuerlichen lautete das Urtheil des Landgerichtes zu Berlin: gegen Karklinnis E. Kuntze, Stalizerstr. 18.( 3um lustigen Stiefel) empfiehlt seinen reichhaltigen und fräftigen Frühstück u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch nach Auswahl zu foliden Preisen. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. 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Hoffmann, Wahlberechtigte. . 1887: 1884: 74 898 86 323 • 59 073 · 68,3% 68,6% 24258 30 453 13 782 11 750 12 801 16 750 Gültige Stimmen 51 050 Wahlbetheiligung Sozialdemokraten Freisinnige Konservative • bestimmt. Jedenfalls hätte er es verdient. Abonnent. Das wird und muß ein Räthsel bleiben. Sattler. Wollen Sie sich noch bis zur nächsten Nummer geduldigen? Schriftführer. Der alte Naummangel. Mammuth! Nürnberg. Das war wenigstens deutsch geredet. Kleines Wir bitten die Vereinskassirer, möglichst bald die letzten Monate abzurechnen. Allen Männern der Arbeit empfehle mein Möbel Spiegel- u. Polsterwaaren- Magazin Weiss- u. Bairisch- Bier- Lokal. bon Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herab. gesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. 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Auguft cr., Abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 37( Louisenstädtisches Konzerthaus). Tagesordnung: Berichterstattung des Delegirten Herrn Täterow über den Schneiderkongres in Erfurt. Diskussion. J. A. des Komitees: E. Zigmann. Der Arbeitsnachweis des Vereins zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher befindet sich im Verkehrslokal, Weinstr. 11, bei Bobert und ist mit Ausnahme Sonnabend, jeden Abend von 8-10 Uhr und Sonntag Vormittag von 10-12 Uhr geöffnet. Fachzeitung für Drechsler.( Mit Kunstbeilagen.) Pr. Quartal 6 Nummern Deutsche Gärtner- 3tg. Per. Semester 18 Nummern • 1, 1, Der Gerber. Pr. Quart. 6 Nummern Der Glaser. Per Quartal 6 Nummern 1,20 Der Fachgenoffe.( Organ der Glas- u. Porzellanarbeiter.) Per. Quart. 6 Nrn. 1, Der Kupferschmied. Pr. Quart. 6 Nrn. 1, Correspondent.( Organ der Maler.) Per Quartal 6 Nummern Deutsche Mechaniker- 3tg.( Mit Kunstbeilagen.) Ver Quartal 6 Nummern Deutsche Sattler- Zeitung.( Mit Kunſtbeilagen.) Per Quartal 3 Nummern.. 0,80 Bruder Schmied. Pr. Quart. 6-7 Nrn. 1, ( Mit Fachzeitung für Schneider. Zeichnungen.) Per Quartal 6 Nummern 0,80 Tapeziererzeitung.( Mit Kunstbeilagen.) Per Quartal 6 Nummern Neue Tischler- Zeitung. Mit Kunstbeilagen.) Per Quartal 13 Nummern. 1, Deutsche Wagenbauer- 3tg.( Mit Kunst1,50 beilagen.) Ber Quartal 3 Nummern. 0,80 Beitschrift der Zimmerkunft.( Mit · Mark 1, 1,25 Deutsche Böttcherzeitung. Per Quart. 13 Nummern Wecker.( Organ der Bäcker.) Per Quart. 6 Nummern 1,50 Buchbinderzeitung. Per Quart. 13 Nrn. 0,75 Correspondent für Vuchdrucker. Per Quartal 39 Nummern. Reform.( Organ der Drucker und Formstecher.) Per Quartal 13 Nummern 0,75 Allgemeine Fahrzeitung.( Organ der Kutscher.) Per Quartal 13 Nummern 1, Metallarbeiterzeitung.( Org.d. Former, Klempner, Maschinenbauer, Schlosser.) Per Quartal 13 Nummern 1, Handschuhmacher. Per Quart. 3 Nrn. 0,75 Correspondent für Hutmacher. Per Quartal 9 Nummern, 0,90 Grundstein.( Organ der Maurer.) Per Quartal 13 Nummern 1, Graphische Preffe.( Organ der Lithographen.) Per Quartal 6 Nummern 1, Manufakturarbeiterztg. P. Qu. 13 Nrn. 1, Berichterstatter.( Organ der Porzellanarbeiter.) Per Quart. 6 Nummern Schuhmacher- Fachblatt. P. Qu. 9 Nrn. 0,80 Vereinsblatt.( Organ d. Bauhandwerker.) Per Quartal 13 Nummern Gewerkschafter.( Organ d. Tabakarbeiter.) Per Quartal 13 Nummern Vereinsblatt für Weißgerber. Per Quartal 4 Nummern Weber- und Wirker- Zeitung. Quartal 13 Nummern Kunstbeilager.) Per Quartal 3 Nrn. 0,75 Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck dieses Verzeichnisses gebeten. 1, . . 1, 0,75 0,50 Per 0,60 W. Haugk, Weinstraße 22. General- Versammlung. des Fachvereins der Rohrleger Berlins. in Fenerstein's Tunnel, Alte Jakobstraße. 75, am Sonntag, 12. August, Vormittags 11 Uhr. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Rechenschaftsbericht. 2. Statutenänderung§ 9, Abs. 2-3. 3. Antrag des Kollegen August Hirsch. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 11. Auguft, Abends 8% Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Stellung der Fachvereine in der Gewerkschaftsbewegung. 2. Anträge. 3. Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Sonntag, den 12. August: Familienausflug nach Johannisthal. Abfahrt Nachmittags 1 Uhr 35 Min. Treffpunkt bei Senftleben. Der Vorstand. Verein der Sattler und Fachgenossen. Heute, Sonnabend, 11. August, Abends 8½ Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten Straße 77-79. Mitglieder Versammlung. Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. bittet Gäste willkommen. Um zahlreichen Besuch Der Vorstand. Die Billets zu der am Sonntag, den 19. August, stattfindenden Dampferpartie nach Hankel's Ablage( Abfahrt 27 Uhr, Jannowizbrücke) find beim Komitee zu haben. Arbeitsnachweis der Maler Berlins. Ritterstraße 123, Restaurant Sodtke. Jeden Abend von 8-9 Uhr, außer Sonnabend und Sonntags Vormittags von 10-12 Uhr, unentgeltliche Arbeitsvermittelung. Die Bevollmächtigten der Filiale Berlin. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. №. 32. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". [ Nachdruck verboten.] Gefärbtes Saar.*) Berliner Sittenbild. Von Max Kretzer. Sonnabend, den 11. August 1888. übung bei der Gardine vorbei zur anderen Seite der Straße hinüber, um die Fensterreihen zu mustern. " " II. Jahrgang. Clara fam mit der Lampe und Viktorine nöthigte den Besuch in das einzige Vorderzimmer, das ihr zur BeWährend der zwei Jahre, wo sie hier in dieser nugung geblieben war. Zur Aufrechterhaltung der Erinneschmalen, wenig einladenden Straße des Südostens wohnte, rung an vergangene Zeiten wurde es gewöhnlich das hatte sie genügend Gelegenheit gefunden, Bekanntschaft mit Mufifzimmer" genannt. Der ganze Raum füllte sich ihrem Vis à vis zu machen par distance natürlich. sofort mit einem starken Moschusgeruch, der Viktorinen Sie wußte, daß jener dicke, würdige Herr, der dort am bereits beim Deffnen der Thüre in die Nase gezogen war. Die„ Frau Doktor" durchfegte wie gewöhnlich mit Fenster der ersten Etage aufmerksam die Zeitung las, ein Sie fog ihn mit großem Behagen ein. Er versetzte sie im ihrer Morgenschleppe die Zimmer. Troßdem es bereits arger Sünder war; einer von den„ heimlichen", die auf Fluge aus dieser Vorstadt hinweg in die vornehmen Cercle start auf Zwölf ging und überdies heute Sonntag war, der Straße mit einer Leichenbittermiene dahinschreiten, und ihrer ersten Gesangstriumphe hinein. Lang', lang', hatte sie es nicht für nöthig gefunden, einen Kostüm- vor denen keine Schürze sicher ist. Alle sechs Wochen war's her. wechsel vorzunehmen. Dieser ausgediente, mäufegraue, führte ein anderes Dienstmädchen das Scepter bei ihm. Ein Blick genügte, um ihr zu sagen, mit wem sie es seidene Schlafrock, aus dessen aufgeplazen Nähten unter Ueber ihm der jugendliche Kahlkopf wohnte mit einer zu thun habe. Früher hatte sie derartige Personen, die den Armen die Wattirung liederlich hervorquoll, haftete zusammen". Und dort links hinter den beiden Fenstern der Miethszettel am Thorweg hinauf getrieben hatte, mit ihr wie eine liebgewordene, unsaubere Gewohnheit an, mit den noch immer herabgelassenen, blüthenweißen Rouleaur einem furzen: Nein, ich vermiethe nicht an Damen", mit von der sie sich schwer zu trennen vermochte. Er war schliefen zwei Schwestern bis in den hellen Mittag hinein. der Thürklinke in der Hand abgewiesen. Heute lag sie gleichsam das zur Schau getragene Relief aus besseren Man mußte, was das für„ Schwestern" waren. im Banne einer dämonischen Schwäche, der sie nicht zu Tagen, die Würde, die Repräsentation des Hauses. Es„ Fräulein“ hatte es ihr gesagt, und" Fräulein" widerstehen vermochte. Die ewigen Sorgen, der Kampf wäre ebenso schwer gewesen, sein Alter festzustellen, wie wußte in dieser Beziehung vortrefflich Bescheid. um's liebe Leben begannen sie von Tag zu Tag gleichden Umstand, durch welchen Frau Viktorine( fie führte Fräulein" bewohnte das zweifenstrige Zimmer separé, giltiger und abgeſtumpster zu machen. einen weitverbreiteten Namen und war seit fünf Jahren das den Eingang direkt vom Flur hatte. Sie war ein ,, Geh' nach hinten, Clärchen, und mache das Bett für Wittwe) zur Titulatur einer Doktorin gekommen war. ,, schlechtes Mädchen", wie zaribesaitete Gemüther die sich Bertha," sagte sie sehr bestimmt. Die Zweite lag an= Ihr Mann war ein Universalgenic gewesen, das sich nicht zu rohen Ausdrücken aufzuschwingen vermochten, be- gekleidet auf dem halbzerfetzten Sopha und schlief, die stets zu seinem persönlichen Bech und zum allmählichen haupteten; oder ein" Flittchen", wie die anständigen Beine in die Höhe, so daß man die Löcher in den rothen Ruin der Familie mit allerlei Erfindungen abgegeben Bürgermädchen in Berlin, wenn sie unter sich sind, zu Strümpfen sehen konnte. Sie kampirte des Nachts mit Die Frauen des Hinterhauses waren der Großen auf einem auf der Diele liegenden Strohsack hatte; zulegt mit derjenigen eines lenkbaren Luftballons. sagen pflegen. Dabei litt er gründlich Schiffbruch; nicht oben in den weniger delikat; die Männer hätten von ihnen lernen zusammen und da die Letztere sich immer sehr breit machte, so fonnte sie schlecht schlafen und rächte sich dafür am Lüften, sondern bevor er seinen kühnen Flug gegen den können. Was Viktorine veranlaßte, sich soweit zu erniedrigen Tage, indem sie das einzige Sopha stundenlang mit BeWind unternehmen konnte. Das hatte ihm den Rest ge= ihren Bildungsgrad, ihre Erziehung und die hohe moralische schlag belegte. geben. Man wird das„ Frau Doktor" jetzt vielleicht erklär- Anschauung des„ Seeligen" zu vergessen und einem ge= Clara ging nicht gern. Die feine Dame" hatte licher finden. Thatsache ist, daß sie aus einer gebildeten sunkenen Geschöpf die Pforten ihrer Wohnung zu öffnen, ihre Neugierde rege gemacht. Sie warf die Lippen auf, Familie stammte und von dieser Erinnerung zehrte, wie hing eng mit einem Zufall zuſammen. Sie nannte es steckte zögernd das Licht an und warf von der Thürschwelle ein ausrangirter Hauptmann von dem Heimweh nach dem später Bestimmung. Casino seiner Garnisonstadt. Bevor sie der Ruhmessucht Während eines Monats ging es besonders schlecht. aus noch einen sehr langen Blick auf die Besucherin. Die crêmefarbenen, den ganzen Unterarm bedeckenden Handihres Gatten theilhaftig geworden war glaubte sie die Die letzte Schülerin war ausgeblieben und das große schuhe und ein schweres Kugelarmband hatten es ihr anGoldmine einer großen Zukunftsfängerin in ihrer Kehle Bimmer wurde seit Wochen vergeblich angepriesen. Der gethan. entdeckt zu haben. Das Gold erwies sich eines Tages als lepte Juhaber war plöglich gezogen und es wollte sich Was Viktorinen an der vor ihr Sitzenden sofort aufgewöhnliches Kupfer, und Viktorine tam über die Gesangs fein neuer finden. Es war im Hochsommer, zur Zeit der lehrerin nicht hinaus. Trotzdem hatte sie lustig weiter allgemeinen Ferien. Die jungen Leute hatten schaaren- fiel, war das wie flüssiges Gold flimmernde röthlich- blonde geschwärmt und geträumt von unerreichbaren Idealen. weise Berlin verlassen. Viktorine gerieth in Verzweiflung. Haar, das in gebrannten Locken unter dem Hute wie ein Gerade das war das„ Anpassungsvermögen", das sie Lieschen, die sechsjährige Jüngste, lag frank im Bette, Kranz sich zeigte und am Hinterkopfe à la Titus geftugt war. Viktorine wußte nun, was draußen im Dunklen so ihrem Manne mit in die Ehe brachte. Das einzige Ver- Bertha, die Zweite, ging bereits auf den Strümpfen und geleuchtet hatte. mögen überhaupt. Aber sie verstanden sich. Clara, die Aelteste, konnte sich in ihrem olivgrünen Kattun Das Haar war unstreitig von seltener Schönheit. Der Eines Tages es war bereits nach dem Tode des fleide vor anständigen Leuten nicht mehr sehen lassen. unverbesserlichen Erfinders verschwand auch, hervor Sie aber gerade hatte die meisten Gänge zu machen, das durchsichtige Teint des Gesichts kam seiner Farbe außer ordentlich zu statten. Es war sozusagen das Kennzeichen gerufen durch eine bösartige Kehlkopfentzündung, das Einholen u. s. w. zu besorgen. Den Kindern haftete etwas von der Liederlichkeit der der ganzen Person. Die sonstige schnelle Musterung Kupfer und das ordinäre Blech trat an seine Stelle. Die ,, Klavierlehrerin", die sich gegen geringes Honorar mit Mutter an, oder drücken wir uns milder aus: von der Viktorinens fiel sehr zu Gunsten der„ Dame" aus. Ihre ungezogenen, tölpischen Rangen herumärgern muß, war fünstlerischen Ungezwungenheit derselben. Sie schliefen Gestalt war schlank und wohlproportionirt, die Hände aufdie letzte Rettung. Nur ein einziger, nicht ganz zum Ausdruck kommender Triller war übrig geblieben. Dieser halbe Triller das ganze Haus tannte ihn! Er ertönte des Morgens, wenn Viktorine sich kaum aus den Federn erhoben und un= Eines Abends, es war am dreißigsten des Monats, gewaschen und ungekämmt den sehr süßen Kaffee und klingelte es noch sehr spät. Viktorine lag mit ihrer Welte das dickbestrichene Milchbrot zu sich genommen hatte( piel sten im offenen Fenster und zerbrach sich gerade den Kopf Zucker und viel Butter waren ihre lukullischen Schwächen); darüber, woher sie am andern Tage etwas zum Mittag er erklang des Mittags, des Abends überhaupt zu nehmen sollte. Man konnte in dieser Beziehung Matthäi her geführt worden. Sie hatte diese Etage mit der oberen jeder Tageszeit, in der die Stimmung dazu vorhanden am letzten" sagen. Unten auf der Straße waren alle verwechselt. Eine, Treppe höher vermiethete die Wittwe war. Begleitet wurde er gewöhnlich durch ein Anschlagen der Hausthüren von den Bewohnern der Hinterhäuser besezt. eines Magistratsbeamten seit Jahren bereits an derartige Taften des„ Trostkastens" im Familienzimmer. Schon dem In der dumpfen Schwüle des Abends tummelten sich die Damen mit Kost". Viktorine fühlte sich nicht verpflichtet, eleganten Aeußeren des Pianinos inmitten des überaus Kinder auf dem vom Wagenverkehr abgelegenen Fahrdamm diesen Irrthum richtig zu stellen. Sie zitterte förmlich schadhaften sachlichen Vermächtnisses des verblichenen Er- und machten einen Höllenspektakel, so daß das Klingeln nach dem Augenblick, der ihr das„ Draufgeld" bringen finders sah man den Leihkontrakt an, auf den es ent- wiederholt werden mußte. Es erschallte zum zweiten Male würde. nommen war. sehr lange, tranten im Bett Kaffee, scheuten das Wasser, liefen Stunden lang halb nackt umher und hielten sich mit Vorliebe in der ewig schmuzigen Küche auf. Für Syrupstullen ließen sie ihr Leben. " 1 fallend klein, die Züge sehr regelmäßig. Unter dem feinen Gewebe des Halbschleiers zeigten sich wohlerhaltene, weiße Zähne, die sehr oft zum Vorschein kamen. Ihre Befißerin schien gern zu lachen. Sie ging sehr elegant und geschmackvoll gekleidet, aber beides war jenes raffinirte Gemisch von Einfachheit und neuester Mode, das die Damen der Halbwelt kennzeichnet. Eigentlich war Fräulein" durch einen Irrthum hierso energisch, daß Mutter und Tochter erschrocken den ,, Wie viel verlangen Sie mit Beköstigung? Seitdem auch die Schüler und Schülerinnen immer Oberkörper hereinzogen. Wollen Sie täglich oder monatlich bezahlt haben?" wurde mehr auszubleiben drohten( die ehrsamen Bäcker-, Schlächter- Wer reißt denn da noch so spät die Klingel ab?" fie plößlich gefragt. Fräulein" faßte dabei in die Tasche meister, Hauspafchas und„ Sechsdreierrentiers" des Vor- sagte Viktorine ärgerlich, Mach' Licht, Clara." ihres Kleides und holte ein Portemonnaie mit Perlmutterstadtbezirks behaupteten, es dauere bei der verrückten ,, Vielleicht hat unser Herr seine Schlüssel vergessen, schale hervor. Sie öffnete es, klimperte nicht ohne eine Schrulle" zu lange, bevor ihre Sprößlinge den„ Feen- Mama." gewisse Absicht mit einigen Goldstücken, legte eins von walzer" und Fischerin Du kleine" einererziert bekämen, Der„ Herr" war der Bewohner des„ einfenstrigen" ihnen auf die Tischdecke und fügte mit einem Blicke auf und einen schönen Walzer aus dem Kopf zu spielen, wäre ein sehr furzangebundener junger Kaufmann, der die das äußerliche Elend der schlafenden Bertha hinzu:„ Ich doch die Hauptsache), und seitdem keine Aussicht vorhanden halben Nächte zu durchbummeln pflegte, beim Nachhause- werde Ihnen zehn Mark anzahlen, wenn Sie damit zuwar, daß das Durchschnittsstundengeld von fünfundfiebenzig kommen niemals das Schlüsselloch finden konnte und mit frieden sind." Pfennigen bei den wenigen Trengebliebenen erhöht werden dem Stiefelknecht so eindringlich hantirte, daß die ganze Ihre Ruhe war diejenige einer Person, die mit Allem konnte, hatte Viktorine sich aufs Zimmervermiethen gelegt. Familie munter wurde. einverstanden zu sein gedenkt, was man ihr sagen wird. Bei diesem Nebenerwerb konnte die Reputation des seidenen Wenn er solchen Skandal macht, werde ich ihm fün- Viktorine gerieth in Verlegenheit. Sie hatte keine Ahnung Schlafrockes in allen Ehren aufrecht erhalten werden; man digen," bemerkte die Mutter hochmüthig, aber nur hörbar von der„ Tare" derartiger Mietherinnen. Hin und wieder war in der Lage, die Miethe pünktlich zum Wirth zu für die Aelteste. Sie sagte das in jedem Monat mindestens hatte sie" allerdings gehört, daß die meisten Wirthinnen tragen und wie bisher vorn hinaus wohnen zu bleiben. zehnmal, ohne jedoch jemals von ihrem Rechte Gebrauch bei diesen Geschöpfen ihren„ Schnitt" machten und sie ganz Die„ Frau Doktor" hatte einen Horror vor Hinterhäusern zu machen, denn der Störenfried bezahlte pünktlich und gehörig auszögen. Ganze Familien lebten von ihnen und und Berührungen mit gewöhnlichen Leuten". anständig. aßen durch sie das Brod des Lasters. Namentlich die An diesem Sonntag fuhr sie mit einem Wischlappen Dann tappte fie den dunklen Korridor entlang und Wittwe über ihr sollte in dieser Beziehung das Menschenbewaffnet emfig über die Möbel des einfenstrigen Vorder- öffnete. Auf dem Flur war das Gas bereits erlöscht mögliche leisten. Wer bis Mittag nicht bezahlte, wurde zimmers, das ihr männlicher Miether vor einer Viertel- Der Hauswirth hatte es damit stets sehr eilig. Bittorine am Abend nicht mehr hereingelassen. Sie verlieh selbst stunde erst verlassen hatte. Das Haar loſe aufgesteckt, den sah nur die Umrisse einer schwarzen Geſtalt und dort, wo Leibwäsche und Garderobe bis auf die Hüte und Sonnen„ seidenen" über den üppigen Busen sehr unordentlich ge- der Kopf sein mußte, etwas Leuchtendes, das sich wie ein schirme und ließ sich täglich Miethe dafür bezahlen. Eine fchloffen( es fehlten seit Wochen bereits die beiden obersten Heiligenschein ausnahm. " 1 . dieser Unglücklichen wohnte bereits fünf Jahre bei ihr, ohne Knöpfe) machte sie Schwenkungen wie eine Primadonna Guten Abend", sagte eine weibliche Stimme. Ent- von ihr loskommen zu können. Alles, was sie auf dem auf der Bühne, ließ den bekannten Triller auf halbem schuldigen Sie, wenn ich noch so spät störe Hier war Leibe trug, gehörte ihrer Wirthin. Sie hatte jeden Tag Wege einrosten, tupfte hier und dort und bildete sich ein, ja wohl ein Zimmer zu vermiethen?" fünf Mart zu bezahlen, und um die Herbeischaffung dieser außerordentlich viel zu arbeiten, trotzdem das Gegentheil Viktorine hörte nur die Worte Zimmer vermiethen". Summe drehte sich der Bendelschlag ihres elenden Gewerbes. ber Fall war. Zur Erholung lugte sie nach jeder Gesangs- Sie flangen ihr wie„ Hosianna"." Bitte, treten Sie doch Es war ein Seelenverkauf in des Wortes schrecklichſter näher," erwiderte sie höflich und rief gleich laut durch den Bedeutung, denn diese bereits alternde, nicht mehr schöne * Mit Genehmigung des Verfaſſers ſeiner demnächst in Korridor:„ Clärchen, die Lampe! Mach schnell!... Wir Prieſterin der Venus war unempfindlich gegen körperliche E. Pierson's Verlag in Dresden und Leipzig, erscheinenden neuen Entwürdigung geworden, empfand das Bewußtsein ihrer Novellensammlung„ Das bunte Buch. Allerlei Geschichten" ent- fißen immer sehr lange im Dunkeln," fügte sie hinzu. Bei den schönen Abenden..." war die Antwort. ewigen Gefangenschaft inmitten der bürgerlichen Gesellschaft nommen, die wir angelegentlichst empfehlen. aber um so grausamer. Der Teufel hätte ihr mehr Ablaß gewährt, als ihre Peinigerin. missär gelacht hat. Jezt fragte ihn der Vorsißende, mit welchem Rechte| Fassen wir zunächst die Verminderung der Unfähigcr die Versammlung aufgelöst erkläre, da gab ihm der keit zu denken ins Auge, so bemerken wir, daß einer der Es kam vor, daß das Glück ihr eines Tages zu Herr Kommissar zur Antwort: es wurde gelacht, und wesentlichsten Unterschiede in der geistigen Thätigkeit der lächeln begann. Irgend ein Herr hatte sie so reichlich be- dieses ist eine Verhöhnung des Gesezes." Gegenwart gegenüber derjenigen früherer Jahrhunderte schenkt, daß sie sich in den Stand gesezt glaubte, eigene Dann rief er wieder:„ ein Jeder hat das Lokal zu darin liegt, daß sich heute unendlich viel mehr MenKleidung anschaffen zu können. Niemand witterte diesen verlassen, es könne sonst Gewalt angewendet werden, Herrschen als früher, und diese mit viel besserem Erfolge, außergewöhnlichen Reichthum cher, als die Wittwe des Pleier, ich mache Sie dafür verantwortlich." mit der Bildung selbständiger Gedanken beschäftigen. Magistratsbeamten. Diese Person wollte fort, nachdem Gelacht wurde im Lokale gar nicht. Das Lokal war Früher besaßen gewisse Stände Jahrhunderte lang eine man sie Jahre lang wie eine Tochter(!) behandelt hatte? klein, es standen noch zirka 40 Personen vor der Thür, Art von Denkmonopol. Sie drückten allen Gedanken und I, da sollte doch--! Es entspann sich dann regel- da wäre es vielleicht möglich, daß Giner gelacht hätte. Jdeen, welche in den breiten Kreisen der Bevölkerung furmäßig folgendes Gespräch: Fräulein- Sie wollen also Wenn schon Einer gelacht haben sollte, weiß man immer sirten, ihren Stempel auf und hielten mit Strenge und wirklich gehen?"„ Ja, endlich!" So. Ist das noch nicht, ob er über den Redner oder über den Kom- Eifersucht jede Konkurrenz nieder. Außerdem waren die Ihr Ernst?"„ Ja, es ist mir zu theuer bei Ihnen." Bücher( das nothwendige Handwerkszeug zur Bildung zu= ,, So Na meinetwegen. Ich habe diesen Dank für Die Leute verließen das Lokal; dann sprach der Herr treffender Gedanken von allgemeiner Geltung) damals nur meine Aufopferung(!) ja vorausgesehen. Aber da fällt Kommissär:„ Herr Pleier, nächsten Sonntag können sehr wenigen zugänglich, und die Kunst zu lesen und zu mir ein Herr Schult( ein von den Mädchen" all- Sie Ihre Versammlung abhalten!" fchreiben wenig verbreitet. gemein gefürchteter Sittenschußmann des Reviers) war Dann wollte sich der Herr Kommissär entfernen, wie Gegenwärtig ist auch auf dem Gebiet des Denkens heute in aller Frühe hier. Sie schliefen noch, ich sagte, er aber zur Thüre kam, sah er die Leute draußen noch freie Konkurrenz geschaffen, und lernbegierigen Geistern Sie wären noch nicht zu Hause. Er fragte mich, wie Sie in einem Haufen stehen, da kehrte er wieder um und rief: fehlt es selten an den Mitteln und Gelegenheiten, ihrem sich führten. Sie sollten noch etwas auf dem Kerbholz„ Herr Pleier! Gehen Sie hinaus und schaffen Sie diese Geiste die entsprechende Nahrung zuzuführen.... haben. Morgen will er wiederkommen. Ich werde wissen, Leute auseinander, sie sollen nach Hause gehen." Da gab Unsere größeren Bibliotheken vereinigen zum Ge= was ich zu sagen habe." ihm Pleier zur Antwort:„ Herr Kommissär, draußen habe brauche für Jedermann, der sich zu belehren wünscht, die ich nichts zu schaffen, nur hier im Lokale." hervorragenderen Werke aller Wissenschaften, Sprachen, Völker und Zeiten. Sie sind Schaghäuser, in welchen ein Reichthum von Getanken und Erfahrungen aufge= speichert liegt, von dem sich die ausschweifendste Phan= tasie des Mittelalters keine Vorstellung machen konnte. Außerdem führen Buchhandel, Journale, Zeitungen, öffentliche Vorträge, wissenschaftliche Ausstellungen und Muſcen gegen geringes Entgelt, oder ganz umsonst, Jedermann die reichsten Anregungen zum Denken zu... Es gab noch sehr laute Auseinandersetzungen, aber die Unglückliche blieb im alten Sumpf fizzen. Sie war dieser Kupplerin, die in alle ihre Geheimnisse eingeweiht war, auf Gnade und Ungnade ergeben. Das Lafter hatte sie ohnedies so schwach und willenlos gemacht, daß sie sich mit derselben Nothwendigkeit in ihr Schicksal ergab, mit der ein Frosch ins schmußige Wasser springen muß. Das Ges: ß, die Polizei anrufen? Du lieber Himmel! das waren zwei Dinge, mit denen sich so eine Verlorene nicht gern beschäftigte. Man würde da nur aus dem Regen in die Traufe kommen. ( Fortsetzung folgt.) Ein ,, Ueberwachender" im gemüthlichen Oesterreich. In Neusatil sollte am 15. v. M. die Konstituirung eines Arbeiterbildungsvereins„ Vorwärts" vorgenommen werden. Ueber den Verlauf der denkwürdigen Sigung berichtet ein Theilnehmer: Auf Befragen des Kommissärs, wie der Wirth vor Schaden behütet werden könnte, ließ er die Leute das Lokal wieder betreten, dann entfernte er sich. * * * Am 17. Juli kam dem Genossen Pleier folgendes Schriftstück zu, welches wörtlich lautet: K. t. Bezirkshauptmannschaft in Falkenau. 8. 179. Nicht geringe Umwälzungen haben unter diesen UmAn Herrn Anton Pleier, Maurer in Neuſattl. ständen die religiösen, philosophischen, politischen Aus Anlaß der bei der konstituirenden Versammlung und ökonomischen Hypothesen der Neuzeit hervorgeam 15. Juli 1. J. stattgefundenen Vorkommnisse, welche bracht. Sie haben den Glauben, daß dies Leben eine die Auflösung selbst zur Folge hatten, wird im Grunde Vorbereitungsanstalt für ein gutes oder schreckliches Jendes§ 25 des Gefeßes vom 15. November 1867 die seits sei, geichwächt, sie haben die Religionskriege, die Thätigkeit des Vereins bis zur weiteren sofortigen Ent- Herenprozesse beendet, die Scheiterhaufen ausgelöscht, die scheidung eingestellt. Falkenau, am 16. Juli 1888. Der t. t. Bezirkshauptmann. Ueber den Verfall des Einflusses von ,, Autoritäten in der Gegenwart Die Sitzung sollte um 2 Uhr Nachmittags eröffnet werden. Da aber kein Regierungsvertreter fam, so warteten wir bis um 3/43 Uhr. Dazu lag keinerlei Verpflichtung vor, aber wir meinien, daß es besser ist, wenn wir in lesen wir in einem kürzlich erschienenen geistreichen Güte durchkommen. Schriftchen*): Kerker der Inquisition gesprengt, die Tortur aus dem gerichtlichen Verfahren verbannt, die Gefängnisse menschlicher und die Strafen milder gemacht; sie haben die Sklaverei abgeschafft, und das Prinzip der bürgerlichen Gleichheit zur Anerkennung gebracht; sie haben die Grausamkeiten der Kriege verringert und durch Aufhebung unzähliger Handelsbeschränkungen die Erzeugnisse beinahe eines jeden Landes dem Genuß und Gebrauch aller Nationen zu= gänglich gemacht.... Alle diese Vortheile mußte die Menschheit entbehren, Endlich, um 3/43 Uhr, kam der Regierungsvertreter Es ist eine kaum bezweifelte Thatsache, daß die letzten so lange und in dem Maße, wie sie an ten moralischen, in vollem Galopp angerannt. Wären die Leute nicht vier Jahrhunderte einen ungewöhnlich raschen Fortschritt politischen und ökonomischen Hypothesen seithielt, welche recht schnell ausgewichen, so hätte er sie über den Haufen des Menschengeschlechts aufweisen. Die bedeutendsten dem intellektuellen Boden des Mittelalters entsprossen Autoritäten veralten schnell, wenn sie überhaupt Zeit waren. gerannt. Er rief mit voller Stimme:„ Ist der Pleier hier?" finden, sich eine weitverbreitete Anerkennung zu verschaffen. Auch die Methoden, mit Hilfe deren wir unsere GeGenosse Plei'r, der Vorsitzende, stand auf und wollte den Im Alterthum und Mittelalter konnte sich die Autorität des danken gewinnen, sind andere geworden. Das trifft in Regierungsvertreter mit Anstand empfangen. Dieser ließ Plato, des Aristoteles Jahrhunderte lang in ihrerr Herr geringerem Maße selbst auf das Denken des einfachsten ihn aber nicht zu Worte kommen und rief mit voller schaft über die Geister behaupten; Voltaire und Rousseau, Mannes zu. Das Wunder mit ſeinem verwirrenden Stimme, taz es Jeder hören konnte:„ Ich bin der Regierungs- welche während ihrer Lebenszeit und kurz nach ihrem Tode Einflusse spielt keine Rolle mehr in seinen Berechnungen vertreter Kaiser aus Falkenau, ich werde der Versammlung einen unvergleichlichen Einfluß auf die Denkweise der und Reflexionen. Jeder nur halbwegs Gebildete ist überbeiwohnen, ich bewillige sie."(!!) Menschen ausübten, haben schon für uns beinahe nur noch zeugt von dem gleichmäßigen Gange fester Naturgesetze. Dann frug er:„ Herr Pleier, ist dieses das Vereins historisches Interesse. Man würde heute den Gelehrten Er hört im Nollen des Donners nicht mehr die zürnende lokal?" Pleier sprach:„ Ja, dieses ist dazu bestimmt." geradezu für thöricht erklären, der eine wissenschaftliche Stimme der Gottheit; er ſieht in den Zuckungen der Epi" Ja, Herr Pleier, es sollen aber nur die Vereins- Behauptung nicht anders begründen wollte, als damit, leptischen, in den Grimassen des Wahnsinnigen nicht mehr mitglieder Zutritt haben."" Möchte bitten, Herr Regierungs- daß Voltaire oder Rousseau seiner Ansicht gewesen seien. die Wirkungen höllischer Geiſter, welche der Priester ehe= kommissär, es findet heute erst die konstituirende Ver- Die Kirchenväter werden neben den Schriften des alten dem mit Schlägen, Weihwasser und Gebeten austrieb. Die sammlung statt, wenn der Verein dann einmal besteht, und neuen Testaments bis ins siebzehnte Jahrhundert von Träume sind für ihn eben Träume und keine göttlichen so wird kein Anderer mehr Zutritt bei einer Versammlung fast allen Gelehrten und darunter von den ersten Geistern oder dämonischen Eingebungen, und für Gespenster, Heren haben außer den Mitgliedern, übrigens können ja alle An- ihrer Zeit, nicht bloß als unanfechtbare Autoritäten auf und den Gottseibeiuns selbst hat er nur noch ein mitleidiges wesenden Mitglieder werden." dem Gebiete theologischer Fragen zitirt, sondern sie werden Lächeln. wenn sie kommen." die Statuten. „ Ja, es soll aber nicht sein. Schauen Sie die in gleicher Weise als unwiderlegliche Beweismittel in den Alle diese Einflüsse sind aus seinem Denken ausMasse Leute."( Es dürften beiläufig 400 Personen an- Fragen der Metaphysik, der Politik, der Rechtswissenschaft, geschieden, und mit ihnen unzählige Ursachen von Irrthum wesend geweien sein).„ Ja, ich kann doch nichts dafür, ja selbst der Geographie und Geologie angeführt. Die und Verwirrung. Seinem Geiste, der dadmich von manchen Schriften der alten Philosophen und Redner besaßen, wenn Hemmnissen seiner Thätigkeit befreit ist, bietet die weit Dann eröffnete Genosse Pleier mit einer kleinen auch auf einem der Zeit und der Ausdehnung nach be- verbreitete Schulbildung einen Grundstock von richtigen Begrüßungsrede die Versammlung. Genosse Horner verlas schränkteren Gebiete, lange ein ähnliches Ansehen. Anschauungen, eine gewisse Uebung im me hodischen und Wissenschaftliche Antoritäten von gleichem Einfluß logischen Denken und die unschäßbare, ehemals so seltene Dem Genossen Ulbrich aus Reichenberg wurde hierauf wie früher bilden sich heute nicht mehr. Weder Kant Kenntniß des Lesens und Schreibens dar, welche den das Wort ertheilt, über Zweck und Nutzen des Vereines ist in diesem Sinne für die Philosophen eine Autorität Schlüssel zu so unerschöpflichen Quellen der Belehrung Als er auf das wirthschaftliche Gebiet überging, sagte noch Newton oder Laplace für die Astronomen. Auch unserer Methoden des Denkens auf dem Gebiete wiffen= geworden, noch etwa Schleiermacher für die Theologen, In weit höherem Maße ist aber die Ueberlegenheit der Herr Kommissär:„ Herr Pleier, der Redner spricht Darwin wird trotz seines enormen Einflusses auf die schaftlicher Forschung zu erkennen. sozialistisch, entziehen sie ihm das Wort!" Um dieses sich vor Naturforschung unserer Tage, und vielleicht der Zukunft, zu sprechen. alters werden. bildet. Genosse Pleier:" Ich glaube Herr Kommissar, es ist für die Naturforscher keine Autorität im Sinne des Mittel- Augen zu führen, braucht man nur ein wissenschaftliches ganz in Ordnung, was er spricht." Werk des Mittelalters zur Hand zu nehmen. Der Herr Kommissär:„ Herr Vorsitzender, ich stehe Sogar die politischen Autoritäten verbleichen in Die Erfahrungen vieler Jahrhunderte haben uns für nichts, wenn Sie ihm das Wort nicht nehmen!" unserer Zeit schnell. Der reißende Fortschritt unserer endlich überzeugt, daß nicht blindes Vertrauen, sondern Hierauf ricf Genosse Pleier den Redner zur Ordnung. politischen und sozialen Entwickelung macht jedes strenge beharrliches Mißtrauen den hergebrachten AutoriGenosse Ulbrich meinte dann, daß er das politische Festhalten an den Autoritäten der Vergangenheit schlecht- täten gegenüber, und völliges Aufgeben jedweden nahe gekommen sei. Er fing dann wieder zu sprechen an. stagnirender Zivilisationen, langer Perioden des Still Fortschrittes iſt. Gebiet nicht betreten habe und auch der Religion nicht zu hin unmöglich. Autoritäten bedürfen, um zu gedeihen, Wunderglaubens der einzig mögliche Weg wiſſenſchaftlichen Die Die Arbeiter, fagte er, find dumm, man macht ihnen mit standes. Jede Umwälzung, jede Neuerung stört ihr Nachdenken gewachsen, so hat sich andererseits die Furcht Sind auf diese Weise Fähigkeit und Neigung zum Recht den Vorwurf, daß sie dumm sind, und wollen sie Wachsthum. Sie gleichen gewissen Wasserpflanzen, welche Nachdenken gewachsen, so hat sich andererseits die Furcht sich bilden, so stellt man ihnen tausend Hindernisse in den in stehenden Sümpfen in abnormer Ueppigkeit emporim Allgemeinen vermindert, und mit ihr ist die andere Weg. Dann kam der Redner wieder auf Landwirthschaft wuchern, während ihre Keime von den klaren Wellen Basis der Autorität erschüttert. Sowohl die Furcht und Induſtrie zu sprechen, kaum hatte er aber fünf Minuten eines frisch dahinrauschenden Stromes mit fortgeschwemmt vor Menschen als vor übernatürlichen Wesen, be= gesprochen, so mußte ihm der Vorsitzende Pleier das Wort werden. sonders vor der Gottheit, ist in neuerer Zeit in allen gänzlich entziehen. Wenn schon das rasche Fortschreiten unserer Zeit der zivilifirten Ländern außerordentlich geschwunden. Derr Herr Kommissär betonte wieder die Worte:„ Er Bildung von Autoritäten in hohem Grade ungünstig ist, größte politiſche oder religiöse Autorität ist in zivilisirten Redner hörte mit den Worten zu sprechen auf:„ Nun durch, daß sowohl Furcht als Unfähigkeit zu denken, religiöse Meinungen, ja gänzlich irreligiöse Meinungen so ist ihnen thatsächlich ihr Lebenselement entzogen, da- Ländern gegen früher sehr machtlos geworden. Abweichende so weiß ich nicht mehr, bin ich noch bei der Sache oder worauf sich von jeher alle Autoritäten gründeten, in den bringen Niemand mehr auf den Scheiterhaufen, abweichende klatschten in die Hände. Da rief der Herr Kommissär: erheblich verloren haben. Hierauf riefen Einige„ Bravo" und letzten Jahrhunderten an Einfluß unter den Menschen politische Anſichten verhältnißmäßig ſelten auf's Schaffot. Die politischen Autoritäten freilich haben in den „ Im Namen des Gesetzes erkläre ich die Versammlung für meisten Ländern weit mehr von der alten Strenge zurückaufgelöst. Jeder hat das Lokal zu verlassen und ruhig nach Hause zu gehen." spricht sozialistisch!" *) Dr. Paul von Gizici: Autoritäten. Berlin 1888. zubehalten vermocht, und daher ist auch ihr Ansehen viel F. und P. Lehmann. 58 S. wirksamer geblieben als das der religiösen Autoritäten, welche beinahe jedes Mittel verloren haben, selbständig| Wohlstandes oder doch einer kummerlosen Existenz erfreut| werbe- Unternehmungen, welche gewissermaßen an der physische Leiden über ihre Gegner zu verhängen... Je haben.*) Grenze zwischen Kleingewerbe und fabrikmäßigem Betrieb mehr aber wissenschaftliche Aufklärung und politische und Fast die Hälfte aller erwachsenen Frauen Wiens ge- stehen, ist besonders bei den weiblichen Kräften der religiöse Toleranz wachsen, um so mehr verliert auch die hörten als Dienstboten oder Arbeiterinnen der Klasse des Akkordlohn häufig; troßdem diese Art der Entlohnung Furcht vor den weltlichen Autoritäten in den Herzen der Proletariats an. die äußerste Ausnüßung der Arbeitskraft zur Folge hat, Menschen an Boden... Der Mensch hebt kühn den Die Zahl der Dienstboten betrug 71 000, jene der verdienen die Arbeiterinnen in den bezeichneten Betrieben Blick empor und schaut seinen Autoritäten voll in's Auge. Arbeiterinnen 83 000 Köpfe. Am schlimmsten von ihnen doch wöchentlich nur 4-5,50 fl.( 6,50-9 m.); in den Er sieht, daß die Menschen sind wie er selbst, und sind vielleicht die gegen 4000 Holz- und Wasserträgerinnen fabriksmäßigen Betrieben stellt sich der Lohn ein wenig daß es einzig an ihm liegt, welchen Glanz und welche und andere in den Haushaltungen verwendete Hand- höher, er bewegt sich nämlich zwischen 4,50-6 fl.( 7 bis reelle Macht er ihnen zugestehen will. langerinnen †) dran, welche sich zum guten Theile aus 10 M.) Das Jahreseinkommen einer Wiener Arbeiterin Der Einzelne wagt seinem eigenen Urtheil zu ver- armen Wittwen rekrutiren. schwankt also zwischen 208 und 312 fl.( 340-510 M.) trauen und sich nach eigenem besten Wissen und Können Wahrhaft erbarmungswürdig ist aber das Schicksal Ja, in einer Metallwaaren- Fabrik wurden die weiblichen den Weg zu seinem Wohl hier auf Erden zu suchen. Er der so zahlreichen in den Dienst der Großindustrie Arbeiter gar nur mit 50 kr.( 80 Pfg.) entlohnt, also mit weist die Hand, die ihn leiten will, immer entschlossener gezwungenen weiblichen Personen. Diese Arbei- einem Jahreslohn von 150 fl.( 250 M.!) zurück.. terinnen sind nicht nur in solchen Zweigen thätig, welche Ganz besonders elend ist auch der Verdienst bei der Die Fähigkeit einzelner Personen, auf große Massen ihrer Natur nach weibliche Hände erfordern und auf Hausindustrie in Wäsche; bei zwölfstündiger Arbeitszeit ihrer Mitmenschen Furcht auszustrahlen, ist geringer ge- den weiblichen Organismus nicht störend einwirken, son- verdient die Handnäherin 35-50 kr. und eine Maschinenworden, und mit ihr natürlich der Einfluß und die Be- dern auch in solchen, welche einen überaus großen Aufnäherin 50-70 kr.; hier ist der Zwischenhandel das deutung einzelner Personen, so daß es von Tag zu Tag wand von Kraft und Geschicklichkeit oder doch Vertraut Hauptübel, denn in größeren Weißwaarengeschäften ist der schwieriger wird und immer größere Anlagen und Leistungen heit mit Maschinen voraussetzen, wie die Gewerbe der durchschnittliche Tageslohn einer Handnäherin doch 60 bis erfordert, auch nur annähernd das zu erreichen, was in Seidenzeugmacher, Strumpfwirker und Posamentirer, in 80 fr.( 1-1,30 m.) und einer Maschinennäherin 1 bis Zeiten des Aberglaubens einige gelungene Wunder zu der Papier- Erzeugung, Weberei, Bandmacherei, Gold- und 1,40 fl.( 1,60-2,25 M.) Stande brachten. Silber- Bearbeitung, ja sogar in Betrieben, wo mit ge= H. Herrdegen, dessen dankenswerthem Schriftchen Nachdem den Autoritäten so gewissermaßen die Grund- fährlichen und gesundheitsschädlichen Stoffen zu Die Lohnverhältnisse der weiblichen Handarbeiterinnen in lage ihres Bestehens entzogen worden ist, vermögen sie arbeiten ist, z. B. in der chemischen Industrie, in der Erien" wir die letzten Angaben verdanken, hat auch den nicht mehr zu wachsen, sondern können nur noch von den zeugung von Zündwaaren und der Herstellung imitirter Speisezettel dieser Unglüdlichen zusammengestellt, der lebErfolgen und Eindrücken der Vergangenheit zehren; alle Metalle; selbst zu dem eklen Gewerbe der Kanalräumer haft an den eines vormärzlichen Schulmeisters erinnert, Erschütterungen aber und alle Kämpfe unter einander und stellten die Frauen ein Zehntel der Arbeiter. Ueberhaupt welcher den Humor besaß, ihm folgende Form zu leihen: mit anderen lebendigen Mächten, aus welchen sie in früherer verwendeten 1869 nur 3 Industriezweige der Stadt Zeit ungebrochen, oder gar neu gestärkt hervorgingen, und 6 der Vororte keine weiblichen Arbeitskräfte. Von haben jetzt für sie nothwendig einen letalen( schwächenden) der ärmsten Klasse der Bevökerung, jener der Taglöhner, Ausgang. waren 6000 weiblichen Geschlechtes.++) Wiener Frauenerwerb. werbe- Inspetors des Wiener Aufsichtsbezirkes. Erdäpfel in der Früh, des Mittags in der Brüh, Erdäpfel zur Abendzeit, Erdäpfel in alle Ewigkeit." Die Handarbeiterinnen kaufen nämlich morgens einen Liter Milch und bereiten Kaffee und genießen von dieser Nicht nur zum Zwecke der Lohnbesserung, sondern Brühe mehrmals des Tages mit Brot. Es giebt aber auch aus sanitären Gründen müssen wir ein staatliches auch Freundinnen der Abwechslung unter ihnen, die nur Eingreifen auch auf dem Gebiete der industriellen Frauen zum Frühstück Kaffee mit einer Semmel nehmen, VorIm Jahre 1869 lebten in Wien sammt den Vorarbeit wünschen. Zur Nechtfertigung dieser Behauptung mittags ein Stück Weißbrot, Mittags Suppe, Gemüse und orten 324 532 erwachsene Frauen, von welchen 106 937 beziehen wir uns vor allem auf die Berichte des Ge- Brot, Nachmittags ein Butterbrot und Abends einen halben durch ihre männlichen Angehörigen erhalten wurden.*) Liter Abzugbier und ein Brot. Diese Göttergenüsse sich Derselbe erzählt, daß in einem Betriebe das Sor- und ihren hohlwangigen Kindern, an deren Lebensmark Auch von den übrigen Frauen ernährte sich ein Theil tiren der mit Schmutz und Kehricht vermengten äußerst eine solche Ernährung zehrt unter den Handarbeiterinnen nicht durch seiner Hände Arbeit; 12 724 Mitglieder des unreinen Papierschnitzel auf sogenannten Gittertischen in find viele Wittwen zu verschaffen, sitzen diese Aermsten weiblichen Geschlechtes lebten entweder ausschließlich vom einem schadhaften Holzschuppen erfolgte, der allen Unbilden täglich 10, 12, oft auch 14, ja 16 Stunden über der Ertrage eines Hauses oder einer Nente oder betrachteten der Witterung preisgegeben war. Der bei der Hantirung Waschine! doch dieses Erträgniß als ihre hauptsächliche Einnahme- entwickelte Staub war so dicht, daß die hierbei beschäftigten quelle, so daß sie nur zum Theile zur Beschaffung eines weiblichen Personen vollends in eine Staubwolke einge sind auch die Mahlzeiten der Fabrikarbeiterinnen. Etwas abwechslungsreicher aber nicht viel luxuriöser Nebenerwerbes gezwungen waren. hüllt waren. Und ähnliche,„ geradezu unnatürliche Verhältnisse" fand derselbe auch im Sortirraum der Hadern Wer wird behaupten wollen, daß die körperliche Entund bei der Hadernschneidemaschine. Bei dem Abschleifenwicklung eines Mädchens mit dem 16. Jahre vollendet ist, der Tafeln in einem niedrigen unheizbaren Kellerraum daß Mädchen in diesem Lebensalter stark und widerstandseiner Schiefertafelfabrik des sechsten Bezirkes mußten die fräftig sind? Und doch halten sie in diesem zarten Alter Unter den erwerbsthätigen Frauen giebt es 17 767 damit beschäftigten Arbeiterinnen die Tafeln in gebückter ihren Einzug in die Fabrik. Lebensschwäche, Siechthum, Ehefrauen, welche am Erwerb ihres Mannes betheiligt Haltung gegen den Schleifstein drücken und befanden sich, Berkrüppelung die Aussicht der Zukunft! Und wie viele sind. Diese Betheiligung an der Arbeit des Wannes tritt weil keine Feuchtigkeit zugeführt wurde, während der Opfer findet unter diesen Bemitleidenswerthen die Verbesonders in den Gewerben für Ernährung, Beklei- ganzen zehnstündigen Arbeitszeit in einer dichten Staubührung, und das Laster, das sich ihnen auf tausend dung und Haushaltung ein. Da im Kleingewerbe wolke. In einer der Textilindustrie angehörigen Werk- Pfaden naht und gegen das sie nicht das wachsame Auge Werkstätte und Familie meist kaum von einander getrennt stätte desselben Bezirkes, erfolgte die Bedienung" von 7 einer Murter oder die Führerhand eines Vaters schützt, die find, so kann eine Meisterin" ihren Hausmütterlichen zum Aufwickeln von Knopf- und Näh- Seide dienenden ia selbst Lohnfklaven sind, gegen die sie auch die Hoffnung Pflichten obliegen, durch die„ Versorgung" der Gewerbe- Spulmaschinen durch junge Mädchen, die mit nahezu wag lichkeit anzunehmende Besserung ihrer Lage nicht zu schüßen auf eine voraussichtliche, auch nur mit einiger Wahrscheingehilfen die Betriebskosten vermindern und sich außerdem recht vorgestrecktem Oberkörper zu arbeiten gezwungen mit dem Manne in die Leitung des Geschäfts theilen. waren; diese unnatürliche Körperhaltung war dadurch be- permag. Sie wissen es ja, daß ihnen auf dieser Welt Freilich werden so manche am Erwerbe des Mannes dingt, daß die Maschinen viel zu tief, beziehungsweise die kein dauerndes Glück beschieden ist, daß sie auch den Myrthenkranz der Braut mit dem Thau der Thränen be= betheiligte Frauen nicht als Mitleiterinnen, sondern als Siße der Mädchen zu hoch waren. Rechnen wir noch die städtischen Pfründnerinnen ( 1339) und sonstigen Almojenempfängerinnen( 5558) ein, so ergiebt sich, daß etwa zwei Fünftel der Wiener Frauen sich ihren Unterhalt nicht selbst erarbeiten. der linken wieder. Tod"! bloße Hilfsarbeiterinnen im Geschäfte thätig sein; natürlich In einzelnen Fabriken wird die einstündige Mittags- negen, daß ihren Kindern, welchen sie nicht einmal einen ist aber eine Frau, welche sich mit dem Manne in die pause von einem Theile der Hilfsarbeiter nicht einge- gefunden Leib als Ausstattung in's Leben mitzugeben verArbeit theilt, dabei die Dienste einer Magd verrichten halten und zwar nahezu ausschließlich von solchen weib- mögen, die Erde nur Dornen trägt im Taumel der muß und ihre Kinder beaufsichtigen soll, nicht allen ihren lichen Personen, welche im Afford entlohnt werden. Die Freude liegt Vergessen, und mögen sie immer den kurzen Aufgaben gewachsen; sie wird selbstverständlich nicht die selben bleiben über Mittag in der Fabrik und geben so- Genuß mit einem frühzeitigen Hinwelken bezahlen, ist ja Arbeit, sondern ihr Hauswesen vernachlässigen. Nun ist fort nach eingenommener Mahlzeit wieder an die Arbeit, nach des Dichters Wort auch ein unnüß Leben ein früher jedoch eine schlecht verwaltete Hauswirthschaft immer eine arbeiten mitunter sogar während des Essens, um so viel Nehmen wir jedoch an, die Arbeiterin habe den Muth fostspielige Wirthschaft, und was daher die Frau mit als möglich fertig zu bringen. Diese Personen arbeiten der rechten Hand verdient, das verzettelt sie mit also mit einer ganz furzen Unterbrechung täglich zwölf zum Abschluß einer Ehe gefunden, wie gestaltet sich dann Stunden, und es ist nicht zu verwundern, daß sie mit ihr Familienleben? Beim ersten Strahl der Sonne verläßt sie ihr Lager, welche selbständig ein Gewerbe betreiben, ist beträchtlich; jonders fanden sich diese Zustände in Buntpapierfabriken. auch Borkehrungen für den Mittagstisch ihrer Kinder zu Die Zahl der Wittwen unter den 11 079 Frauen, wenigen Ausnahmen bleich und kränklich ausschen. Beum für die ganze Familie das Frühstück zu bereiten, etwa diese selbständig von Frauen geleiteten Unternehmungen wo die in den sogenannten Streichräumen beschäftigten sind zumeist Weiß- und Kunst- Wäschereien, Modisten- und Hilfsarbeiterinnen von 7 Uhr früh bis 7 Uhr Abends treffen. Wer will es ihr, die oft einen weiten Weg in die Fabrik und einen zehnstündigen Arbeitstag vor sich Buzmacher- Geschäfte und Weißnähereien; auch in der nicht ins Freie kamen. In einem solchen Raume ist Tabak- Erzeugung und dem Tabak Verschleiß, der Blumen- aber die Luft Nachmittags in Folge der Ausdünstung der at, verargen, wenn sie sich die häusliche Arbeit dadurch macherei und dem Geflügelhandel treffen wir auf zahlreiche massenhaften bestrichenen und zum Trocknen aufgehängten 3 erleichtern, ihrem Schlafe dadurch einige Minuten zuzuPapierbogen geradezu erstickend. Das häufig übliche legen versucht, daß sie an Stelle des warmen Frühstückes Sperren der Fabrik in der Mittagspause würde den weib- für die ganze Familie, also auch für die Kinder den verihre Lage, besonders Fremden gegenüber, günstiger darzu- pause und den vorübergehenden Aufenthalt in beffeier Luft dem Mann von den Kindern, um sie erst am Abend In Folge der natürlichen Neigung der Menschen, lichen Hilfsarbeitern nicht nur den Genuß der Mittags: derblichen Branntwein treten läßt? In den ersten Morgenstunden trennt sie sich dann mit stellen, als sie ist, ist bei der Erhebung natürlich mancher sichern, sondern würde Gelegenheit zur Lüftung der Ar wiederzusehen. Die Kinder aber lungern vorzeitig vor der Irrthum unterlaufen; in der That werden manche von beitsräume geben; natürlich müßten aber die Arbeiterinnen Schule herum und sind wohl einen großen Theil des diesen„ selbständigen Unternehmerinnen" nichts als eine in der Zwischenzeit nicht auf die Straße gesetzt, sondern Tages ohne Aufsicht, obwohl sich in der Beaufsichtigung Art Fabrikarbeiterinnen sein, welche zwar in ihrem Heim, ihnen eine passende Räumlichkeit zur Verfügung gestellt solcher von ihren Eltern verlassenen Kinder ein neues Geaber für fremde Rechnung arbeiten und die in ihrer werden. Eine bessere Ernährung würde dadurch freilich werbe eröffnet. Da jedoch jeder einzelne Arbeiter natürlich Werkstätte fertiggestellte Waare an ein Großhaus ab- bei den oft weit von der Fabrik wohnenden Arbeiterinnen für die Beaufsichtigung seiner Kinder nur ein sehr geringes nicht erzielt werden; dieselbe wird ihnen schon durch die Entgelt zu leisten vermag, so können sich die Wärterinnen Schier unglaublich gering war die Zahl jener Frauen, Höhe des Lohnſazes unmöglich gemacht. welchen eine größere geistige Ausbildung eine sichere Auch über diesen Punkt haben die Erhebungen des widmen und übernehmen andererseits weit mehr Kinder Versorgung verschaffte; die Ausweise führen neben 134 Herrn Gewerbe- Inspektors mehr Klarheit verschafft, als als sie genügend zu übernehmen im Stande sind. Die Volksschullehrerinnen nur 14 öffentliche Beamte und einen noch vor wenigen Jahren vorhanden war. In jenen Ge- Kinder sind daher leiblich und sittlich den größten Gefahren Professor" an. Diesen wenigen Auserwählten standen selbständige Unternehmerinnen. liefern. 41 einerseits nicht ausschließlich der Hut ihrer Pflegebefohlenen 228 Privatbeamte und 1990 Spezial- und Privat-*) Eine erhebliche Aenderung in dieser Beziehung ist in- ausgesetzt; die Anstalten für verwahrloste Kinder wissen lehrerinnen gegenüber, welche entweder von der Hand in zwischen keineswegs eingetreten. 1880 war die Zahl der Volks- davon zu erzählen. den Mund lebten oder doch zum größten Theile nur für und Bürgerschullehrerinnen 401, die der anderen Lehrerinnen 1752, Man wird uns Seitens der Besitzenden einwenden, die Zeit der Gesundheit oder für die Jahre der Rüftigkeit zählt. Weibliche Beamte wurden 345 aufgeführt, davon 42 im Kindergärten steuern; aber erstens ist die Zahl dieser ferner wurden 985 Gouvernanten und 153 Kindergärtnerinnen ge- daß diesem Uebelstande ja Kinderbewahranstalten und der Sorge enthoben waren. Auch die Jüngerinnen der Eisenbahn-, 57 im Poſt- und 184 im Telegraphendienſte; das Musik( 194) und der bildenden Kunst( 44), wie die Stassiereramt versahen 139 Frauen. Von der Malerei lebten 24, wohlthätigen Anstalten vollständig unzureichend, zweitens Schriftstellerinnen( 8), Schauspielerinnen und Tänzerinnen als Schriftstellerinnen 20. Frauen, das Theater beschäftigte 582, unter sind sie fast durchwegs auf Kinder im nichtschulpflichtigen ( 331) werden sich wohl nur zum kleineren Theile des den Musikern und Sängerinnen machte ihre Zahl 212 aus. Alter berechnet. Auch sind dieselben wohl eine Abhilfe, bieten aber keinen Ersatz für das Elternhaus. Es giebt nur eine Mutterhand, und wer deren süßes Walten nicht voll und ganz an sich verspürt hat, der ist um die beste *) 1880 waren von den 292 950 über 14 Jahre alten weiblichen Bewohnern Wiens 168 264= 3/5 erwerbsthätig. +) 1880 betrug die Zahl der nicht dem Haushalte der Dienstgeber angehörigen Dienstboten 5595. ++) 1880 mur 3240; die meisten Taglöhnerinnen leben eben in den Vororten. Erinnerung für's ganze Leben betrogen, der hat einen propagandistischen Wirken erblicke, als in dem gesetzgebe= fann. Verlust erlitten, für welchen ihm die ganze Folge eines langen glücklichen Lebens keine Entschädigung gewähren Fügen sich jedoch Kinder und Mutter dem unabweisbaren Gebote der Nothwendigkeit, welche Früchte trägt ein solches Eheleben dem Manne? Wenn der eintönige Takt der Maschine durch den freundlicheren Klang des Mittagsglöckleins abgelöst wird, und der Mann mit dem Weibe seiner Wahl sein färglich Mittagbrot verzehrt, da haben fie nichts als den Gedanken an die fernen Kleinen; Herzen von Stein müßten sie haben, sollten sie nicht es ist kein unedler Neid Jene beneiden, welche sich in dieser Stunde an dem herzstärkendem Anblicke ihrer Lieben er gößen, für welche diese Pause mehr bedeutet als die Zeit zur Befriedigung eines thierischen Bedürfnisses, eine Feierstunde des Familienlebens! rischen. Solange sämmtliche auf dem Boden der heutigen Staatsund Gesellschaftsordnung, cder richtiger-Unordnung stehenden Parteien den Forderungen der Arbeiterklasse gegenüber sich feindselignegirend verhalten, ist an ein ersprießliches Wirken auf dem Ge= biete der Gesetzgebung nicht zu denken. Will die Arbeiterklasse zu ihrem Recht kommen, so muß sie sich die nöthige Macht erobern. Ohne Macht kein Recht. Was der Gerechtigkeit unserer Forderungen verweigert wird, das werden die Feinde dem unaufhaltsam sich vermehrenden Heere der sozialdemokratischen Wähler und Genossen auf die Dauer nicht verweigern können. und sonst. Also auf Wiedersehen in Berlin! Mit sozialdemokratischem Gruß Borsdorf, 4. August 1888. Wilh. Liebknecht. ferner, daß das in dem Gesezentwurf vorgesehene Quittungsbuch dem Arbeiter von Seiten der Arbeitgeber die größtmöglichen Hindernisse in seinem Fortkommen bereiten kann, und zwar, daß das Quittungsbuch schon in seiner regelmäßigen Form den gar nicht abzuleugnenden Charakter eines Arbeitsbuches hat, beschließt die heute in Mundt's Salon tagende öffentliche Maurerversammlung Berlins, da die Gefahr uns durch das Quittungsbuch als eine sehr bedeutende erscheint, auf die ganze gebotene Alters- und Invaliden- Versicherung zu verzichten, selbst wenn dieselbe auch er= heblich verbessert würde." Jedenfalls ist die Sozialdemokratie einzig auf ihre eigene raft angewiesen. Weder von oben, noch von irgend einer anderen Partei haben wir etwas zu erwarten. Die öffentliche Versammlung der Buchbinder und Doch wozu noch der Worte? Wir sind ja einander nicht Berufsgenossen Berlins, die zu Montag Abend nach dem„ Louisen= fremd. Genug- ich werde weiter unter allen Umständen städtischen Konzerthaus", Alte Jakobstr. 37, einberufen und zahlreich meine Pflicht thun, und ich weiß, daß die Berliner besucht war, verfiel dem Schicksal der polizeilichen Auflösung. Das Wähler ihre Pflicht thun werden am 30. August Referat hielt hier Herr Jost. Die schlimmste Zumuthung sei das Quittungsbuch. Der Schaden, der den Arbeitern dadurch erwachsen würde, sei ein großer. Die Unternehmer würden das Quittungsbuch zu einem Arbeitsbuch" machen und sich durch„ die Stellung der Marken u. s. w." verständigen. Die Arbeiter würden auf ähnliche Weise jetzt schon vielfach durch Zeugnisse, Entlassungs= scheine und dergleichen für das Eintreten zur Verbesserung der Verhältnisse gemaßregelt. Für's erste komme es darauf an, die Lage der Arbeiter zu verbessern, aus welchem Grunde das Hauptaugenmert auf die Ausübung des Koalitionsrechtes zu richten wäre; sonst sei es nicht möglich, den gesetzlichen Pflichten nachzukommen, weil die Löhne herabgingen und die Verhältnisse sich immer trauriger gestalteten. Ohne weitgehende Aenderungen würde das Alters- und Invalidenversicherungsgesetz nach dem vorliegenden Entwurf den Arbeitern Unheil bringen.( Beifall.) Die folgenden Redner, Bammmes, Thiele, Krause und Seele schlossen sich dem Referenten Stoalitionsrecht auszunuzen resp. die Koalitionsfreiheit zu erlangen. sämmtlich darin an, daß es ganz besonders darauf ankomme, das Außerdem betonten sie, daß unter ihren Berufskollegen in Berlin feiner im Alter von 70 Jahren und darüber vorhanden sei. In der weiteren Diskussion betonte der Schuhmacher Klinger: Die Arbeiter müßten dahin streben, den vollen Ertrag ihrer Arbeit zu erhalten. Bei diesen Worten wurde die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes aufgelöst. an Allerdings siedeln viele Arbeiter in die Nähe ihrer Arbeitsstätten und wird auch für sie der Tisch im Hause. gedeckt. Selbst unter dieser Bedingung aber kann der Die ganze Versammlung zeigte wieder einmal, wie Arbeiter in dieser Stunde seiner Lieben nicht froh werden; sehr die Sozialdemokraten ihren Gegnern überlegen sind denn die Frau hat dann alle Hände mit der Besorgung Rührigkeit und Begeisterung für die Sache. ihrer häuslichen Geschäfte zu thun und ein gur' Theil der freien Zeit wird mit dem Wege in die Fabrik vertrödelt, so daß der Aufenthalt im Hause mehr ein neuer Abschied ist, als ein fröhlich Wiedersehen. Und kommt endlich der ersehnte Abend, der Lichtblick des ganzen Tages, auch dieser wird dem Manne vergällt, wieder wird ihm die Freude am Familienleben durch die nothwendige Geschäftigkeit der Frau getrübt, die sich jetzt endlich, wenn auch mit ermatteten Kräften, ganz ihren Pflichten als Hausfrau widmen kann. So findet der Mann überhaupt kein Behagen in der Familie; wird er immer stark genug sein, seine üble Laune der Frau nicht entgelten zu lassen? Und sollen wir einen Stein auf fie werfen, wenn sie dem ungerechten Angriff eine ungerechte Abwehr entgegenseßt? Unmuth ergreift ihn, Unmuth ergreift sie, und was die Frau in Thränen erstickt, der Mann sucht es in der Schänke zu vergessen. So ist die gewerbliche Frauenarbeit heute das Grab der Häuslichkeit. Das Ergebniß unserer Untersuchung stellt sich dahin, daß von den erwachsenen Frauen Wien's drei Fünftel ganz oder zum großen Theile auf eigenen Verdienst angewiesen sind; ein Sechstel dieser erwerbsthätigen Frauen haben keine Ursache über ihr Loos zu klagen, die übrigen fünf Sechstel gehören zu den Enterbten der menschlichen Gesellschaft und die Hälfte von ihnen essen ihr Brot in Verzweiflung. Gewiß sind auch wir Männer in diesen schweren Zeitläuften nicht auf Rosen gebettet, aber der alte Streit, ob den Männern oder den Frauen in diesem Jammerthale ein schwereres Kreuz aufgebürdet worden, ist endgiltig zu Ungunsten des schwächeren Geschlechtes entschieden. Die Frauen machen nur ein Fünftel der selbständigen Unternehmer, aber ein Drittel der Arbeiter Wiens aus und werden für ihre, selbst gleichwerthige Arbeit schlechter als die Männer entlohnt. Die Zahl der almosensuchenden Frauen ist, besonders weil die Wittwen nach dem Tode ihres Mannes schwer einen Erwerb finden und daher oft in Noth verfallen, zwei bis dreimal so stark als jene der almosensuchenden Männer. Nach Dr. Nainer v. Reinöhl in den Pernerstorfer'schen ,, Deutschen Worten". Zur Wahl Wilhelm Liebknecht's in Berlin. Altersversicherungs- Versammlungen. Volksversammlung Herr Regierungsbaumeister Keßler über In Magdeburg sprach am 7. August in einer gutbesuchten den Gesezentwurf des Bundesrathes. Darauf gelangte folgende Resolution zu einstimmiger Annahme Die heut, am 7. August im Schloßgarten- Saale tagende Arbeiterversammlung, die von etwa 600 Personen besucht ist, erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten dahin für einverstanden, daß in dem Gefeßentwurf, betreffend die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter, den be= rechtigten Ansprüchen nach feiner Richtung hin genügt wird. Es genügt die ohne Berücksichtigung der verschiedenen Verhältnisse für alle Arbeiter ganz gleichmäßig und für den größesten Theil derselben ganz unzulänglich bemessene Rente Zimmerleute Berlins und Umgegend. Deffentnicht, um denselben im Alter und bei vorkommender Invali- fiche Generalversammlung am Sonnabend, den 11. August, Abends dität ein irgend wie genügendes Auskommen zu sichern, die- 82 Uhr, im„ Neuen Klubhause", Kommandantenstr. 72. Tagesselben bleiben vielmehr nach wie vor auf die Armenpflege ordnung: 1. Regelung der Lohn- und Zeitverhältnisse. 2. Wahl angewiesen. Durch den Beitrag der Arbeiter zur Alters- eines Schiedsgerichts. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellerund Invalidenversicherung ist diesen also nur eine höhere sammlung statt. Belastung zu Gunsten der Armenverwaltung von Staat und Gemeinde auferlegt, ohne den Arbeitern einen entsprechenden Vortheil zu gewähren. Dieser ganz ungenügenden Leistung gegenüber ist das Quittungsbuch, welches der Arbeiter nach dem Gesetzentwurf führen muß, aber eine drohende Gefahr. Dasselbe hat nicht nur ganz ohne Zweifel den Charakter eines Arbeitsbuches, wie es von jugendlichen Arbeitern nach heutigen Vorschriften zu führen ist, sondern es gestattet auch außerdem eine Kennzeichnung mißliebiger Arbeiter durch verfolgungssüchtige Unternehmer zum großen Schaden für die wirthschaftliche und politische Unabhängigkeit der Arbeiter. Vereine und Versammlungen. Schneiderversammlung. Am Dienstag, den 14. August cr., Abends 8 Uhr, findet im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jafobstraße 37, eine öffentliche Schneiderversammlung statt. Die Tagesordnung lautet: Berichterstattung des Delegirten Herrn A. Täterow über die Verhandlungen des Schneiderkongresses in Erfurt. Freie Diskussion. Alle Schneider Berlins find freundlichst eingeladen. - Fachverein der Rohrleger Berlins. Generalversammlung am Sonntag, den 12. August, Vorm. 11 Uhr, in Feuerstein's Tunnel, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Rechenschaftsbericht. 2. Statutenänderung§ 9 ad 2-3. 3. Antrag des Kollegen August Hirsch. 4. Verschiedenes und Fragekasten. NB. Mitgliedsbuch legitimirt. Fachverein der Steinträger Berlins. Sonntag, Das Quittungsbuch wird diesem Mißbrauch um so den 12. August, Vormittags 102 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10. mehr ausgesetzt sein, da im Gefeßentwurf gar feine Be- 2 Treppen. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorlegung des vera stimmungen enthalten sind, die diesen Mißbrauch verbieten änderten Statuts. 2. Innere Vereinsangelegenheiten und Veroder unter Strafe stellen, ganz abgesehen davon, daß bei schiedenes. der ungleichen Anwendung der Geseze gegen Arbeiter und Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin Unternehmer solche Strafbestimmungen wenig Wirksamkeit Centrum, Neues Klubhaus, Kommandantenstraße 72. Dienstag, haben würden. den 14. August, Abends 82 Uhr. Tagesordnung: 1. Zweck und Ziele des Verbandes. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Versammlung erklärt also, daß die hier versammelten Arbeiter nicht nur auf diese gebotene Alters- und Invalidenrente lieber ganz verzichten, als sie mit dem sie schwer Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin schädigenden Quittungsbuch annehmen, sondern daß auch West und Umgegend. Montag, den 13. Auguft in dem Lokale des eine weit höher bemessene Rente ihnen das Quittungsbuch, Herrn Sange, Steglizerstraße 27, Versammlung. Tagesordnung: das den Charakter eines Arbeitsbuches hat, nicht annehmbar 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein über erste Hülfe bei„ Unglücksfällen". 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Alle Mitglieder werden ersucht, zu erscheinen. machen würde. Diese Resolution soll in geeigneter Weise zur Kenntniß des Reichstages gebracht werden und wird das heutige Bureau der Versammlung mit der Ausführung dieses Beschlusses beauftragt. Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsverwaltung„ Berlin III"( für den Ost- und Norbbezirk Berlins.) Versammlung am Sonntag, den 12. August, Vormittags 10 Uhr, in In Spremberg nahm eine öffentliche Volksversammlung 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Auf Seeger's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag. Eine durch regsten Besuch wie durch den Ernst und nach dem Neferat des Landtagsabgeordneten Geyer folgende Rejo- nahme neuer Mitglieder; Gäste haben Zutritt. Zur Beachtung. die Begeisterung aller Theilnehmer gleich imposante Volksversammlung fand am Donnerstag Abend wiederum in der Tonhalle statt. Herr Buchdrucker Wilhelm Werner hielt unter vollstem Beifall das Referat, in welchem er auf das schärfste die Politik der anderen Parteien, insbesondere auch des Antisemitismus, geißelte, und als einzige wirklich fort: schrittliche Volkspartei die Sozialdemokratie schilderte. Die Debatte war äußerst lebhaft und zeigte die volle Einstimmigkeit aller Arbeiter Berlins in glänzendem Lichte. Ein Sturm der Zustimmung erhob sich, als der Vorsitzende folgenden offenen Brief Liebknecht's an seine Wähler verlas: brauchen. Freunde, Genossen! Die Ortsverwaltung wird mit dieser Versammlung einen Cyklus " In Erwägung: 1. Daß die regierungsseitig geplante Invaliden- und Alters- frage, ihre Bedeutung für Gegenwart und Zukunft, von Prof. 1. daß die regierungsseitig geplante Invaliden- und Alters- von wissenschaftlichen Vorträgen veranstalten, über:„ Die Arbeiterversicherung nach dem vorliegenden Entwurf eines Gesezes Friedrich Albert Lange", dessen erster Vortrag der Stampf um's den deutschen Arbeiterverhältnissen keineswegs entspricht Dasein auf die Tagesordnung dieser Versammlung gesezt ist. und durchaus unzulänglich ist; 2. daß das projektirte Quittungsbuch eine schwere Schädigung des gesammten Arbeiterstandes in sich schließt, ersuchen die heute im Kirchhoff'schen Saale zu Spremberg zahlreich versammelten Arbeiter die sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, diesen Protest im Deutschen Reichstage zum Ausdruck zu bringen." welcher Herr Liefländer referirte, war glänzend besucht. Zu Die Montagsversammlung in Sanssouci, Berlin, in einer Abstimmung über die vorgeschlagenen Resolutionen fam es jedoch nicht, weil der leberwachende zur Auflösung schritt, als Herr Mar Baginsky aus seiner Resolution den Schlußpassus verlas,„ daß das soziale Elend nur dann gründlich beseitigt werden könne, wenn die heutige kapitalistische Produktionsweise in eine genossenschaftliche verwandelt wird." Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen. Sonnabend, den 11. August cr., Abends 82 Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16: Versammlung. Tagesordnung: 1. Das Ergebniß der Statistik vom Sommerhalbjahr. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen.- Sonntag, den 12. Auguſt, findet eine Dampferparthie nach Schmöfwig statt. Abfahrt Morgens 8 Uhr von der Jannowig- Brüde. Bereinigung der deutschen Maler, Ladirer, Anstreicher und verwandten Berufsgenossen. Filiale Berlin. Dienstag, den 14. August, Abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 48a, bei Deigmüller, Vereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Pflichten und Rechte der Mitglieder. Referent Herr Schweizer. 2. FachschulAngelegenheiten. 3. Verschiedenes. Den sozialdemokratischen Wählern des 6. Berliner Reichstagswahlkreises, die mich für die bevorstehende Ersatzwahl als KandiUnterstützungsverein der Maurer Berlins. Dienstag, dat aufgestellt haben, meinen herzlichen Dank! Ich nehme die den 14. d. M., Abends 8 Uhr, in Scheffer's Lokal, Inselstr. 10, Kandidatur an und werde das in mich gesezte Vertrauen zu recht- Eine öffentliche Generalversammlung der Maurer Versammlung. Tagesordnung: 1. Berathung einer Bibliothekfertigen bemüht sein. So traurig es auch für mich ist, die Stelle Berlins war Dienstag vom Maurer Jaensch nach Mundt's Salon ordnung. 2. Unterstügungs angelegenheit. 3. Verschiedenes in eines Freundes und langjährigen Mitkämpfers einzunehmen, den einberufen, um gleichfalls über das Alters- und Invalidenverfor Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Mitglieder werden aufein unfagbar grausames Schicksal in der Blüthe der Straft zu Boden gungsgesetz sich auszusprechen. Der Vorsiz wurde Maurer Bock genommen. geschmettert hat, so ist es mir doch eine besondere Genugthuung, zu übertragen. Zu der gestellten Frage: Welche Vortheile bietet uns-Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der einem Vertreter der Stadt ausersehen zu sein, in welcher ich nach die Alters- und Invalidenversorgung? nahm zunächst Maurer Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin I. Den langer Verbannung, zuerst wieder auf deutschem Boden für die Grothmann das Wort. Redner wies bezüglich der Maurer Mitgliedern zur Kenntniß, daß am Sonnabend, den 18. August, Sache des arbeitenden Volkes streiten konnte, und aus welcher ich darauf hin, daß dieselben jedenfalls nicht im Stande seien, jährlich Abends 82 Uhr, Lichterfelderstr. 8. Herr J. Schindler, Bevollvor 23 Jahren ausgewiesen wurde, weil ich dem Versuch ent- 47 Wochen hindurch den Beitrag zu zahlen, da sie richt selten mächtigter der Filiale Berlin III", seinen Bericht über die im gegentrat, die Arbeiterbewegung zu reaktionären Zwecken zu miß- 12-15 Wochen ohne Arbeit seien. Zu den 30 Wartejahren würde Mai stattgefundene Generalversammlung zu Nürnberg erstatten also noch eine ganze Reihe von Jahren hinzukommen, die sich aus wird. Da der Bericht für jedes Mitglied von größter Wichtigkeit Damals hofften die verbündeten Feinde der Arbeiterfache, nachgeholten Wochen zusammensetzten. Nur sehr Wenige würden ist und viel Belehrendes enthält, auch das fernere Verhalten der Berlin auf immer der Sozialdemokratie zu verschließen. Jezt ist demgemäß die Vortheile der Altersversorgung genießen. Die In- Mitglieder in Betreff ihrer Nechte der Staffe gegenüber zur Sprache Berlin schon seit mehr als einem Jahrzehnt die Hauptstadt der validenversorgung aber gehe nur allzu leicht verloren, da auch ein kommt, ist es Pflicht eines jeden, dafür zu agitiren, daß sämmtliche deutschen Sozialdemokratie. Jede bisherige Wahl bekundete invalider Maurer immerhin durch Handel mit Bleifedern, 3oll- Mitglieder erscheinen. dort ein Fortschreiten der Partei und auch die Wahlschlacht des stöcken und Lothschnüren noch täglich 33 Pf. zu verdienen vermöge. 30. August wird und muß ein neues Anwachsen der Arbeiterbatail- Das Allerschlimmste an der ganzen Sache aber sei das Quit sämmtlicher Berufsklassen, Filiale Berlin 1, hält am Sonnabend, - Die Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins tungsbuch. Man solle doch den Arbeitern das Koalitionsrecht den 11. d. M., Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78, Restaurant WollMein Programm brauche ich nicht zu entwickelnes ist das geben, dann würden sie eines solchen Gesezes nicht bedürfen, son- ichläger, eine Versammlung ab. Die Filiale Berlin 2 hält ebenEure: das Programm der Sozialdemokratie mit all dern selbst für sich und ihre Familien sorgen.( Lebhafter Beifall.) falls heute Sonnabend, Abends 8 Uhr, Brinzenstr. 79 im Garten seinen theoretischen und praktischen Konsequenzen. Und Die nachfolgenden Redner stimmten mit diesen Ausführungen über- zimmer, eine Versammlung ab. Neue Mitglieder werden in beiden daß es mir Ernst ist mit diesem Programm, das weiß, wer ein. Folgende vom Maurer Krieg beantragte Resolution wurde Bersammlungen aufgenommen. dann angenommen: -Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, " In Erwägung der geringen Leistung sowie der den 12. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Prof. Dr. hohen Karrenzzeit, welche der Gesezentwurf für die B. Meyer über: Stunst und Kultur". Damen und Herren als Gäste Alters- und Invalidenversicherung in Aussicht ſtellt, willkommen. Berantwortlicher Rebatteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. lone bekunden. mich kennt. Wer mich kennt, weiß auch, daß ich unter den obwaltenden Verhältnissen die Bedeutung des Wählens und der parla= mentarischen Thätigkeit weit mehr in dem agitatorisch= b 0 a g 1 S g