Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. " Einzelne Nummer 15 Pfg. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. № 34. Auf zur Wahl! Armenwesen. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Bfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 25. August 1888. Arbeiterversicherung und Die wichtigsten Bestimmungen aus dem Reichswahlgefek Der Sozialismus und die Streiks. Das Kleinhandwerk und der Sozialismus. Berliner Sittenbild von Mar Kretzer. Ferdinand und dem Reglement dazu lauten: Streifs in Amerika. Lassalle's letzte Tage. Waarenpreise im Detailverkauf. Austritt aus den Zwangskassen. Politische Nachrichten. Kleine Mittheilungen. Gewerkschaftliches. Vereine und Versammlungen. Aufforderung zum Abonnement. Die„ Berliner Volkstribüne" erscheint jeden Sonnabend früh in Berlin und sucht in gründlichster Weise alle auftauchenden politischen und wirthschaftlichen Fragen vom sozialistischen Standpunkte aus zu beleuchten. Gerade heute, wo das Vereinsleben der Arbeiter gänzlich darniederliegt, erscheint uns ein Wochenblatt, wie das unsrige als ein unentbehrliches Aufklärungsmittel des Volkes. Wir bitten alle Freunde unseres Blattes, recht eifrig für die weitere Verbreitung der einzutreten. ,, Berliner Volks- Tribüne" Bei Bestellungen in Berlin wende man sich stets direkt an die Spediteure. Dieselben liefern die„ Berliner Volks- Tribüne" für 50 Pfennige monatlich jeden Sonnabend Morgen frei in's Haus. Der Verlag der Berliner Volks- Tribüne." Berlin S. O., Oranienstr. 23. Arbeiter, Handwerker, Bürger! Am 2. August wurde von einer tausendköpfigen Menge in der Wählerversammlung in der Tonhalle Schriftsteller Wilhelm Liebknecht in Borsdorf bei Leipzig zum alleinigen Kandidaten der Sozialdemokratie bei der Nachwahl für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis proklamirt. In derselben Versammlung wurde ein fünfgliedriges Arbeiter- Wahlkomitee gewählt. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. schrieben und die Bezeichnung des letzteren so genau sein, daß die Person des Gewählten unzweifelhaft zu er kennen ist. Geldleuten beeinflussen! Wähler für den Reichstag ist jeder Deutsche, welcher Laht euch nicht von Unternehmern und das 25. Jahr zurückgelegt hat, wenn er seinen Wohnsitz in Berlin hat. Es ist also ganz gleich, ob er selbständig ist oder nicht, ob er eigene Wohnung hat oder nur bei anderen einwohnt, ob er in Lohn und Brot eines Anderen steht. Einladungen werden nicht versandt, jeder über 25 Jahr Alte muß uneingeladen nach seinem Wahllokal tommen. Jeder muß in dem Wahllokal wählen, welches für den Bezirk bestimmt ist, in dem seine Wohnung am 20. Juni( bei Aufstellung der Wählerlisten) lag. Die Bezirke mit den Wahllokalen sind am Wahltag an allen Plakat- Säulen angeschlagen. Die Wahlhandlung beginnt um 10 Uhr Vormittags und wird um 6 Uhr Nachmittags geschlossen. Nach 6 Uhr dürfen keine Stimmzettel mehr angenommen werden. Die Paragraphen 107 und 109 des Reichsstrafgesetzbuches lauten: Wer einen Deutschen durch Gewalt § 107. oder durch Bedrohung mit einer strafbaren Handlung verhindert, in Ausübung seiner staatsbürgerlichen Rechte zu wählen oder zu stimmen, wird mit Gefängniß nicht unter sechs Monaten, oder mit Festungshaft bis zu fünf Jahren bestraft. Der Versuch ist strafbar. § 109. Wer in einer öffentlichen Angelegenheit eine Wahlstimme kauft oder verkauft, wird mit Gefängniß von einem Monat bis zu zwei Jahren bestraft; auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Die Wahl ist eine geheime. Niemand hat das Die Stimmzettel sind außerhalb des Wahllokals Recht, zu fragen, wen man wählen wolle oder wen man mit dem Namen des Kandidaten, welchem der Wähler gewählt habe. Deshalb darf auch Niemand Furcht haben seine Stimme geben will, geschrieben oder gedruckt, zuvor seinem sogenannten Brotherrn. versehen. Es ist Pflicht beszelnen Wählers, jede ungesetzDer Wähler, welcher seine Stimme abgeben will, tritt liche Wahlbeeinflussung der Wahlkomitee mitzutheilen. an den Tisch, an welchem der Wahlvorstand sizt, nennt feinen Namen und giebt seine Wohnung, Straße und Hausnummer, an. Sozialdemokratische Stimmzettel dürfen nicht konfiszirt werden. Nach einem Erlaß des Ministers des Innern an die Es ist stets gut, eine Legitimation mit in das Wahllokal zu bringen. Der Wähler übergiebt, sobald der Protokollführer Regierungs- Präsidenten 2c. vom 15. Oktober 1884 sollen feinen Namen in der Wählerliste aufgefunden hat, seinen Stimmzettel für öffentliche Wahlen, welche im Wege der Stimmzettel dem Wahlvorsteher oder dessen Vertreter, Vervielfältigung hergestellt sind und nur die Bezeichnung welcher denselben uneröffnet in das auf dem Tische der zu wählenden Personen enthalten, nicht als Druckstehende Gefäß legt. schriften im Sinne der Reichs- und Landesgefeße zu gelten Der Stimmzettel muß derart zusammengefaltet sein, haben.„ Schon aus diesem Grunde würde nunmehr," heißt es in dem Erlaß, eine Beschlagnahme von Stimmdaß der auf ihm verzeichnete Name verdeckt ist. Die Wahl ist eine geheime. Niemand hat das zetteln mit dem Namen eines sozialdemokratischen KandiRecht, zu fragen, wen man wählen wolle oder wen man baten nach§ 11 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878, wie gewählt habe. solche bei den letzten Reichstagswahlen von einzelnen Ein Abdruck aller Wahlbestimmungen( Wahlgesetz und Behörden verfügt worden sind, für unzulässig zu erDieses Komitee hat die Aufgabe, unter allen Um Reglement) ist im Wahllokale auszulegen. Jeder achten sein." ständen der Kandidatur Liebknecht's zum Siege zu verhelfen also, der aus irgend einem Grunde zurückgewiesen wird, und dafür zu sorgen, daß sich möglichst viele Stimmen kann sich sofort überzeugen, ob das gesetzlich berechtigt war! auf seinen Namen vereinigen. Von jedem Uebergriff ist sofort dem Wahlkomitee der Das ist aber nur möglich, wenn jeder sozialdemo- Partei Mittheilung zu machen. kratische Wähler uns hilfreiche Hand leistet. Die Das Sizen im Wahllokal und das Notiren der AbWahl steht vor der Thür! Jeder thue seine Schuldigkeit stimmenden darf Niemand untersagt werden. Das Wahlrecht muß stets in Person ausgeübt für den Ausgang einer Wahl, oft eriparen hundert werden, niemand kann sich vertreten lassen. Stimmen eine Stichwahl, welche Unsummen verschlingt, - darum scheue man vor und bei der Wahl keine Mühe, alle gesinnungsverwandten Wähler an die Urne zu bringen. Zeit und Mühe werden reichlich belohnt. nach Kräften. Dft sind weniger wie hundert Stimmen entscheidend Wer vor und bei der Wahl mit thätig sein will, wende sich an die Mitglieder des unterzeichneten Wahlkomitees! Jeder, der kann, stelle sich in den Dienst der gerechten Sache! Hilfsmannschaften haben sich zu melden: 1. Schönhauser Vorstadt bei J. Hartmann, Anklamerstraße 25, II.; 2. Rosenthaler Vorstadt bei A. Hinze, Demminerstraße 8, H. I. I.; 3. Wedding und Oranienburger Vorstadt bei A. Jacobey, Kolbergerstraße 32; 4. Gesundbrunnen bei W. Reinicke, Grünthalerstr. 66, im Keller; 5. Moabit bei K. Pfarr, Stromstraße 32, v. III. An die genannten Personen sind auch alle Anfragen, Sendungen 2c. zu richten. Das Arbeiter- Wahlkomitee. Näheres über die Stimmzettel. Ungiltig sind: 1. Stin.mzettel, welche nicht von weißem Papier, oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen find. 2. Stimmzettel, welche keinen lesbaren Namen enthalten. 3. Stimmzettel, aus welchen die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist. 4. Stimmzettel, auf welchen mehr als ein Name verzeichnet ist. 5. Stimmzettel, welche einen Protest oder Vorbehalt enthalten. Merkwürdig! artikel, der sich in hohen Worten gegen die gewissenlosen Das Kanzlerblatt brachte neulich einen langen Leitversicherung nichts als eine Reform des Armen= Agitatoren wandte, die in der geplanten Arbeiter= wesens erblicken wollten eine gute. vielleicht nicht einmal Es hieß da unter anderem: " Bestenfalls eine verbesserte Armenpflege" so lautet das Urtheil Derjenigen über den Gesezentwurf für die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter, welche sich verpflichtet halten, zwar anzuerkennen, daß die gemachten Vorschläge allerdings eine Verbesserung(?) der sozialen Lage der arbeitenden Klassen bieten, welche aber, vielleicht gerade wegen dieses Umstandes, eine möglichst wegwerfende Kritik desselben in ihrem Interesse liegend erachten. Diese Unterschiede zwischen Armenpflege und Sozial fürsorge sind derartig einschneidender Natur, daß wirklich mehr als ein unabsichtliches Verkennen beider in ihrem Wesen dazu gehört, fie in Vergleich stellen und davon reden zu wollen, die geplante Alters- und Invalidenversicherung sei nichts Besseres als eine verbesserte Armenpflege. Also mehr wie ,, unabsichtliches Verkennen" der AbWird dem Wähler etwa von einem Vorgesetzten oder sichten der Sozialreform gehört dazu, leßtere mit dem sonstwie ein Stimmzettel aufgenöthigt, so kann er sich da- Armenwesen überhaupt in Vergleich stellen" und als durch helfen, daß er den darauf gedruckten Namen veränderte Armenpflege" bezeichnen zu wollen! Wir sind über diese Zurechtweisung sehr zerknirscht, durchstreicht und einen anderen darauf schreibt. Solche " Zettel haben nach einem Beschluß der Wahlprüfungs- möchten aber bitten, sie auch noch anderen zu theil werden kommission des Reichtstages volle Gültigkeit. Selbst zu lassen, die nicht zu den sozialdemokratischen Hezaposteln verständlich muß der Name des zu Wählenden deutlich ge- gehören. So war z. B. seinerzeit an einer recht respektablen Gewerkvereine mit ihren Unterstüßungskassen und auch reift die Trauben nicht in diesem Jahre, die Kälte des Stelle zu lesen: mit Streikkassen wurden gegründet. Winters macht die schönen Sommertage nicht weniger an" In Wahrheit handelt es sich bei den Maß- Diese Harmonie anschauungen bekamen aber sehr genehm. Für den, der aus der Hand in den Mund lebt, nahmen, welche zur Verbesserung der Lage der be- bald einen erheblichen Stoß. Es zeigte sich, daß die hat eben jeder Tag seine eigene Freude und seine eigene fitlosen Klassen ergriffen werden können, nur bürgerliche Demokratie zwei Klassen mit ganz widerstreiten- Plage. Man feiert die Feste, wie sie fallen. um eine würdigere Ausgestaltung der staat den Interessen umfaßte, die Arbeiterbewegung begann Die Ausstände nüßen also den Arbeitern, lichen Armenpflege und um eine Weiterentwick- ihre Kreise zu ziehen und sich von der bürgerlichen Demo- deshalb muß die sozialdemokratische Partei, die lung der dieser bereits zu Grunde liegenden fratie zu scheiden. Freilich von dieser Zeit an waren die vor Allem eine Arbeiterpartei ist, denselben mit WohlIdee." Bestrebungen der bürgerlichen Demokratie den Arbeitern wollen gegenüber stehen, wenn sie auch einsieht, daß eine Das ist in anderen Worten genau dasselbe, was wir gegenüber nicht mehr ehrlich. Die bürgerliche Demokratie gründliche Verbesserung der Lage der Arbeiter so nicht so oft betont haben und was man uns jetzt feierlich zum fühlte sich ihrer ganzen Natur nach als tapitalistische herbeizuführen ist, und sie eigentlich dem sozialdemokratischen schlimmen Vorwurf macht. Und wo wurde das gesagt? Partei und versuchte, die Arbeiter durch allerlei Blendwerk Prinzip nicht entsprechen. Aus demselben Grunde müssen von der Erkenntniß ihrer eigenen Interessen abzuhalten. die deutschfreisinnigen Gewerkvereinler" gegen die AusIn den Motiven, mit welchen die Reichsregierung Die Gewerkvereine verfielen immer mehr, so daß sie heute stände sein, weil sie den Schwanz einer Kapitalistenselber die erste Unfallversicherungsvorlage beim Reichs- nur noch ein wesenloses Scheinleben führen, die dem auch partei darstellen, die alles verdammen müssen, was die tage einführte. ganz entarteten Rest der bürgerlichen Demokratie, dem Ausnutzung der Arbeiter durch das Kapital irgendwie Auf wessen Seite ist nun das„, mehr als unabsicht- sogenannten Deutschfreisinn, einen kleinen Stamm von behindern kann. liche Verkennen"? Arbeiterstimmen sichern. Einen weiteren Zweck hat diese Deshalb ist es natürlich, daß sozialdemokratische mit so vielen Erwartungen eröffnete Arbeiterorganisation Führer den Arbeitern behilflich sind, ihre Streikorganisationen zu gründen und auszubilden und alles, was in ihren Die Streikbewegung unter den Arbeitern. nicht mehr. Das Selbstbewußtsein der Arbeiter war durch die Kräften steht, thun, um die Ausstände siegreich oder Die halbamtlichen und amtlichen Blätter brachten sozialdemokratischen Lehren aber ungemein angefacht, mindestens möglichst vortheilhaft für die Arbeiter zum in den letzten Tagen verschiedene Auslassungen über die außerdem wurden die Gegensäße zwischen Kapital und Ende zu führen. Sie gewinnen dadurch das Vertrauen Arbeitseinstellungen, die auf ein Abwiegeln der kapitalistischen Arbeit im Laufe der Zeit immer schärfer erkenntlich, so und den Glauben auch solcher Arbeiter, die ihnen bisher Presse wegen ihrer Angriffe auf das Koalitionsrecht der kam es denn, daß die Arbeiter anfingen häufiger zu dem fernstanden, und sie legen auf diesen Umstand Werth. Arbeiter hinauszulaufen schienen, und in welchen so eigen- empfohlenen Mittel der Streits zu greifen, obgleich Das ist richtig. thümliche Auffassungen der amtlichen Kreise über die dieselben den Grundsäßen der Sozialdemokratie durchaus Die zielbewußten Führer werden aber niemals verStreitbewegung ausgedrückt wurden, daß es wohl lohnt, nicht entsprechen. Es hat sich eine eigenthümliche Vergessen, darauf hinzuweisen, daß die Streitbewegung sich das Wesen der Streikbewegung einmal wieder vor schiebung der Verhältnisse hier zugetragen. nicht gleichbedeutend ist mit der Arbeiterbewegung, Augen zu führen. Die Selbsthilfler, die manchesterlichen deutsch- daß letztere versumpfen und verfimpeln muß, wenn sie sich Der Lohnkampf, d. h. das Streben nach günstigen freifinnigen Gewerkvereine dürfen keinen Lohnkampf als reine Streitbewegung organisiren wollte, wenn Lohn- und Arbeitsbedingungen iſt ſo alt wie die Lohn- führen, obgleich sie von Hause aus zu solchen Ausständen man verhindern wollte, die Arbeiter darüber aufzuklären, arbeit und kann auch nur mit ihr verschwinden, wenn es gegründet sind. Die Ausstände sind dem herrschenden daß die Lohnbewegung nur eine Nebenströmung iſt, die nicht gelingt, die Arbeiter zu einer rechtlosen, widerstands- Theile der ehemaligen bürgerlichen Demokratie unbequem, nie das Hauptfahrwaffer bilden darf. Die kopfklaren unfähigen Maffe herabzudrücken. Je mehr Rechte die also muß ihr Arbeiter- Anhang hier auf die sonst so ge- sozialdemokratischen Führer werden also die Lohnbewegung Arbeiter besigen, je mehr sie aufgeweckt ihre Klassenlage pricfene Selbsthilfe verzichten. Ihr Ober- Apostel, ihr in ihren berechtigten Grenzen zu erhalten suchen, ein betrachten und erkennen, je widerstandsfähiger fie noch General- Sekretär, muß dieses sein eigenstes Kind der Ueberwuchern verhindern. Deshalb kann man wohl kühn sind, um so lebhafter wird ihr Streben nach Verbesserung Selbsthilfe seinen wenigen Getreuen, welche man meistens behaupten: Noch nie ist ein Ausstand von einem ihrer Lage hervortreten. Dies Streben der Arbeiter ist nur hinter verschlossenen Thüren und mit Aussperren hervorragenderen und befähigteren sozialdemoimmer den bevorrechteten Klassen unbequem und hinderlich jeder, Diskussion zu versammeln wagt, wider besseres fratischen Agitator angestiftet worden. Uns ist gewesen und sie haben ihre Macht stets dazu ausgenußt, Wissen als sozialdemokratisch denunziren. wenigstens kein einziger solcher Fall in Erinnerung, die Widerstandskraft der Arbeiter möglichst zu beschränken und zu brechen. Dieser Mißbrauch der Macht der bevorDagegen hat in letzter Zeit die Sozialdemokratic während die Gewerkvereinter bekanntlich in der Blüthe rechteten Klassen ging so weit, daß man den Arbeitern in gewisser Art freilich die Ausstände in ihre Rechnung ihrer Jugendfünden den Waldenburger Streik anstifteten, geradezu durch gesetzliche Bestimmungen die Vereinigung, gezogen. Sie steht ihnen nicht mehr so feindlich und ab- und ihn dann im Stich ließen, als ihre Herren sie dafür tadelten. Sie thun noch heute Buße in Sack und Asche, das gemeinsame Handeln zur Erlangung günstiger Lohn- lehnend gegenüber, wie es früher wohl geschah. und Arbeitsverhältnisse verbot, es unter harte Strafen Das Prinzip der Selbsthilfe auf dem Boden der dafür, daß sie einmal ihr Prinzip der Selbsthilfe ernst stellte. heutigen Wirthschaftsordnung wird von der Sozialdemokratie genommen haben. Die natürliche agitatorische Kraft" der AusEs geschah das schon, als die heutige Wirthschaftsweise ganz entschieden verworfen, als für eine wesentliche und dauernde stände haben wir im Vorstehenden der Sache gemäß ge= ihre Laufbahn begann. Die Beschränkung des Vereinigungs- Besserung der Lage der Arbeiter ganz ungeeignet. Die rechtes der Arbeiter sollte verhindern, daß die Arbeiter Lohnarbeit ist durchaus verwerflich und nur durch würdigt. Wir unterschätzen sie nicht. Sie brauchte aber nicht gerade nur uns zu gute zu kommen. Jede andere auch ihren Antheil an dem damals eintretenden Auf- ihre Beseitigung ist eine gründliche Verbesserung Partei, wenn es eine solche gebe, die wirklich das Wohl schwung erhielten. Die bevorzugten Stände hatten die der heutigen sozialen Zustände möglich. Auch die der Arbeiter will, könnte dieselbe Kraft für sich benußen. Absicht, den Vortheil der neu sich entwickelnden Geschäfts- nothwendigen Uebergangszustände, in welchen der Arbeiter der Arbeiter will, könnte dieselbe Kraft für sich benutzen. Nun fommt aber eine„ agitatorische Kraft" hinzu, lage allein in die eigene Tasche zu stecken, und den Arbeiter vorläufig geschützt werden soll, sind nicht durch Selbsthilfe die ohne unser Zuthun" viel mächtiger wirft. Das ist hübsch bescheiden, bedürfnißlos und zufrieden zu erhalten. und nicht durch Ausstände genügend zu erreichen, sondern das Auftreten aller anderen Parteien und der Außerdem wirkte dabei das schlechte Gewissen der Macht- einzig und allein durch Einwirkung auf die Gesez- Behörden gegen die Arbeiter, welche es wagen, von haber mit. Sie sahen schon damals die Hydra der gebung. Das ist unumstößlich wahr. Man sieht also, dem ihnen gewährten Recht der Vereinigung zur Erreichung Revolution" überall, wo 5 oder 6 Arbeiter die Köpfe daß die Sozialdemokratie eigentlich an Ausständen gar günstiger Arbeitsbedingungen Gebrauch zu machen. Da, zusammen steckten. Als dann die kapitalistische Produktions- fein Interesse hat. brauchen wir gar nichts zu thun, nur anzumerken, was weise die letzten Schranken der alten Welt, die Zunft- Die Sache hat aber doch auch eine andere Seite. andere für uns thun. formen und die feudalen Hindernisse niederwarf, und dazu Es ist ebenso unumstößlich wahr, daß die Ausstände, ob Dank diesen Maßregeln haben die Arbeiter schon die Hilfe der Arbeiter ganz nothwendig gebrauchte, da gab fie fiegreich sind oder nicht, wesentlich zur Verbesserung ganz gründlich einsehen gelernt, wie es mit der Arbeiterman ihnen bei uns auch das Vereinigungsrecht wieder. der Lage der Arbeiter beitragen, viele Uebelstände abstellen freundlichkeit aller anderen Parteien und Mächte bestellt Wir wollen nicht sagen, daß die Paragraphen 152 und oder vermindern können. Viele Gewerke verdanken ihre ist, sie haben kennen gelernt, wo allein sie Hilfe in der 153 in die Reichsgewerbeordnung mit Hintergedanken günstigere Stellung in erster Linie cinem mit Ausdauer Noth und Förderung ihrer Interessen finden können. hineingesetzt sind. Sie entsprechen voll und ganz den längere Zeit aufrecht erhaltenen Ausstand und der Furcht Diese agitatorische Kraft der Ausstände schäßen wir Ansichten und dem Streben des radikalen Bürger- der Unternehmer, daß derselbe sich wiederholen kann. Das sehr hoch. Die„ heilsame Bevormundung größerer Massen thumes, sowohl in dem, was sie gewähren, als in dem, ist eine bekannte Thatsache. Ferner sind die Ausstände wider ihren Willen" haben den Riß zwischen den berechtigten was sie verbieten. An die richterliche und staatsanwalt von hoher moralischer Bedeutung für die Arbeiter. Arbeiterbestrebungen und den kapitalistischen Kräften zur liche Auslegekunst hat man damals nicht gedacht. Die Sie rütteln sie aus dem Erstarrungsschlafe auf, Klarsten Erkenntniß gebracht. Der Streikerlaß, nach welchem Kunst, Geseze durch die Rechtsprechung in ihr Gegentheil in welchen viele hoffnungslos verfallen. Das Zusammen auch den geseßlich erlaubten Handlungen, der Arbeiter mit umzudrehen, ist zwar nicht neu, aber sie war damals gehörigkeitsgefühl wird durch die Ausstände mächtig Energie entgegengetreten werden muß, wenn sie„ in der nicht gerade sehr im Schwunge. Das blieb einer späteren angeregt. Der Arbeiter lernt erkennen, daß er ein Glied Mitte zwischen den nach den Strafgesetzen zu ahndenden Zeit vorbehalten. Der Richterstand war damals in cines großen Ganzen ist, daß dieses Ganze unter Um- Delikten und den erlaubten Ausübungen des Koalitionsseinem Kern ebenso radikal wie die Mehrheit des Bürgerständen für ihn eintritt, ihm nüßlich ist, daß er dem rechtes liegen", steht in der Erinnerung eines jeden Arbeiters. thums und die Bewegung war eine durchaus ehrliche. Ganzen gegenüber aber auch Pflichten zu erfüllen hat. Er vergleicht das, was man ihm verbietet, mit dem, was Das muß jeder zugestehen, der ihr irgendwie nahe ge- Da zieht Hoffnung in seine Brust ein. Das schlaffe: man den Unternehmern erlaubt, da brauchen wir weiter standen hat. Man glaubte wirklich an den nur heil- Es nüßt doch nichts! wird abgeschüttelt, er erkennt, daß nicht zu agitiren. bringenden Erfolg des freien Spieles der wirthschaftlichen festes Zusammenhalten doch nützen kann und zieht selbst So war es, so ist es und so wird es auch weiter Kräfte", man war manchesterlich aus innerer ehrlicher aus dem verlorenen Ausstand die Lehre, daß bei noch noch lange bleiben. Wenn in letzter Zeit in anscheinend Ueberzeugung und die§§ 152 und 153 spiegeln treu und besserem Zusammenhalten ihm der Sieg nicht entgehen amtlicher Weise durch die Zeitungen eine Notiz geht, daß wahr das Manchesterthum wieder. fann. Da werden die noch nicht durch die Last der keine Verschärfung des Streiferlasses beabsichtigt ist, weil Die bürgerliche Demokratie versuchte dann auch mechanischen Arbeit gebrochenen Männer, die jüngeren angeblich die Ausstände ihre agitatorische Kraft verloren sofort, die neuen Errungenschaften den Arbeitern zum besonders, angefeuert, ihre Kraft weiter der Sache zu haben, daß den Arbeitern erlaubt sein soll, die ,, Konjunktur Nutzen zu machen, die Arbeiter zu organisiren. Sie ging widmen und über die Ursachen der Schäden nachzudenken, auszunußen", daß ihnen gestattet sein soll, weil sie sich dabei auch ganz ehrlich von dem von ihr geglaubten Belehrung zu suchen. Man lernt aus der Ucbung seine für denkfähig halten, sich selbst zu schädigen, und Grundsatz der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit aus, bürgerlichen Rechte kennen, sie schäßen und schüßen gegen dergleichen Weisheit mehr, so wissen wir durch die Ersie erwartete wirklich von dem damals riesig steigenden Uebergriffe, die früher in blödem Unverstand hingenommen fahrung, indem man gleichzeitig die UnterstüßungsUnternehmergewinn eine Steigerung der Löhne, und wurden. Gegen diese Vortheile verschwinden die Geld- sammlungen für die Ausständigen unmöglich zu machen meinte, daß das Koalitionsrecht der Arbeiter nur ganz verluste, die die Ausstände den Arbeitern bringen, voll sucht, dem Vereinigungsrecht der Arbeiter also ein neues selten würde als Waffe gebraucht werden müssen. In kommen. Da der Arbeiter nicht in der Lage ist, irgend Hinderniß bereitet, was wir von solchen Redensarten zu der Regel würden die Unternehmer den vereinigten welche Ersparnisse zu machen, ohne sich ein härteres Darben halten haben. Arbeitern Abkürzung der Arbeitszeit, Lohnerhöhungen, Ab- aufzulegen, so wirkt der Ausfall an Lohn durch einen " Der Aera Puttkamer ist eine neue Aera Herrfurth schaffung lästiger Einrichtungen u. s. w. ohne großen Ausstand nicht merklich auf die Zeit nach Beendigung gefolgt, in welcher dieselbe Nummer desselben Fadens. Kampf bewilligen, weil dies die Harmonie" mit sich desselben ein. Man hat eben einige Wochen noch etwas weiter gesponnen wird. Weder Nummer, noch Farbe, bringt. Man hoffte, oder erwartete, daß der mittlere härter gedarbt. Die durch den Ausstand erreichten Vor- noch Material werden sich für uns ändern, wenn vielleicht Bürgerstand, so wie der Arbeiter auch unter den neuen theile kommen in der Regel ganz und voll als Gewinn in der allerneuesten Aera, die da kommen soll, unter der Verhältnissen durch die Selbsthilfe" ihre Stellung nicht zur Anrechnung, da ja nur wenige Arbeiter in der Lage Oberleitung des Herrn v. Bennigsen oder Miquel ausnur behaupten, sondern wesentlich verbessern würden. gewesen sind, während des Ausstandes erhebliche Schulden gewiesen, unterdrückt, verboten, aufgelöst, gehaussucht, ge Besonders sah man gar keinen Unterschied zwischen machen zu können, weil eben der Kredit fehlte. Wer die spißelt, fistirt, verhaftet, denunzirt, verurtheilt, eingekerkert, den Interessen des Lohnarbeiters und denen des besitzenden Kosten des Ausstandes gegen den Gewinn abwägt, der gemaßregelt werden sollte. Das läßt uns alles kalt, weil Bürgerthums, man meinte wirklich, dieselben könnten auf macht eine interessante statistische Arbeit, so als ob es an unserer Sache nichts ändert. Die agitatorische dem Boden der politischen Freiheit durchaus und er die Temperaturen eines kalten Jahres mit den eines Kraft der Maßregelungen gegen die Arbeiter wissen wir überall zusammengehen. Den Lohnkampf, der wohl aus- warmen vergleicht. Jedes Jahr verzehrt die Wärme, die nahmsweise eintreten konnte, bereitete man vor, die es erhält, selbst, und der Ueberschuß des vorigen Jahres sehr zu schäßen. Das französische Kleingewerbe brachte in den Kampf gegen die Großindustrie etliche günstige Chancen mit, welche dem Kleingewerbe anderer Länder nicht zu Gute famen. Das Kleingewerbe, die Großindustrie und turrenz, welche Belgien, Deutschland, Schweden und Nor-| ment, um Entlastung des Klein- um schwerere Belastung wegen den Erzeugnissen der Tischlerei, die Schweiz der des Großbetriebes werden entweder nicht beachtet, oder er= der Sozialismus. Seidenindustrie, Deutschland für die Artikel von Paris, weisen sich nach ihrer Erfüllung als erfolglos. die Eisenindustrie 2c. machte, verhalf Hunderten von Klein- Die radikale Partei hat auf Andrängen des Kleinwerkstätten zum Fall. bürgerthums einen Geseßentwurf über Abänderung des Die Kleinindustrie mußte bald sehen, daß sie durch bestehenden Bankerottgefeßes eingebracht, um durch Milalleinige Herabjegung der Preise, aber mit Beibehaltung derung der betreffenden Bestimmungen den Bankerott Viele einzelne Gewerbe hatten sich nach der kunst- der alten Waffen, der Produktionsbedingungen, gegen den weniger verhängnißvoll zu machen, den Kleininduſtriellen gewerblichen, künstlerischen Seite hin bis zu einem Großbetrieb nicht aufkommen konnte und versuchte, ihm unter die Arme zu greifen. Das Gejez kann dem Kleinhohen Grad der Vollkommenheit entwickelt, sich zu beson- mit dessen eigenen Rückgang entgegenzutreten. Auch sie betrieb nicht wieder auf die Beine verhelfen. deren Spezialitäten herausgebildet, sie waren sozusagen wollte die neuen mechanischen Werkzeuge anwenden, Dampf Die Bewegung, welche durch die Krise des Kleinhanfranzösisches Monopol geworden. und Elektrizität für sich produziren lassen. Allein der dels und des Kieingewerbes zittert, ist nicht ein Zeichen Diese Umstände schienen das auflösende und auf Kleingewerbetreibende verfügte nicht über die Mittel, welche neuen kräftigen Lebens, es ist nur das Todeszucken. saugende Vordringen der Großindustrie von vornherein ihm den Erwerb der größten, besten, produktivsten Ma- Die verlangten hohen Steuern auf den Großbetrieb abzuwehren. Man hielt den Großbetrieb wohl geeignet, schinen und Instrumente gestattete, die Einrichtung von und ähnliche Beschränkungsmaßregeln werden gar nicht für billige und schnelle, aber nicht für künstlerisch ge- Riesenwerkstätten, die Einstellung zahlreicher Hände", aus erst zur Verhandlung kommen; das Großkapital führt die schmackvolle Produktion, ferner hatten die angedeuteten denen er mit Hilfe seiner eigenen Unterthanen Mehrwerth Herrschaft auch im Parlament. Die Verbindungen und Verhältnisse die französischen Kleingewerbetreibenden zu pressen konnte. Die Produktionsbedingungen blieben also Schutzvereine der Kleingewerbetreibenden, die sich unter dem einer wohlhabenden Klasse gemacht, welche nicht an der für ihn nach wie vor ungünstigere als für seinen Kon- Drucke des Nothstandes in Paris und der Provinz ge= Möglichkeit zweifelte, das schmußige Maschinenfabrikat" furrenten, er mußte also auf dem Markte der Geschlagene bildet haben, Versammlungen einberufen, Enqueten veranbald aus dem Kampfe zu schlagen. bleiben. Die Großindustrie fing damit an, seine Kund- stalten, Proteste und Petitionen erlassen, führen mit ihrer schaft aufzufangen und hörte damit auf, seine Produktions- Agitation Schläge ins Wasser, zeigen, daß sie dem macht überhaupt zu absorbiren. Denn sowohl der Ver- modernen Entwickelungsgang ganz verständnißlos gegenkauf mit dauerndem Verlust, wie die Versteinerung des überstehen. Kapitals in liegender Waare mußte die Unmöglichkeit Als charakteristisch für den Einfluß der politischen seiner Fortseßung der Produktion nach sich ziehen. Der Entwickelung eines Volkes jei jedoch bemerkt, daß in Die Großindustrie produzirt heutzutage nicht nur Kleingewerbetreibende schloß seine Werkstatt, wenn es nicht Frankreich troß der tausend Todesängste des billig, schnell und massenhaft, fie produzirt auch elegant der Exekutor war, der sie schloß. Kleinbetriebs keine so wahnsinnig reaktionäre und geschmackvoll, so wie es ihr nur der Mühe, d. h. des Die Geschichte der Vernichtung des Kleingewerbes ist Bewegung zu Stande gekommen ist, wie die InProfits werth erscheint. Die Pariser Artikel", welche so in allen Ländern mit kapitalistischer Produktionsweise die nungsbewegung in Deutschland. Auch der verbohrlange für Monopol der Handarbeit galten, werden eben- nämliche. Sie wird die nämliche bleiben, Sie wird die nämliche bleiben, so lange die teste französische Kleinmeister wird von der Herstellung der so reizvoll und graziös durch Maschinenarbeit hergestellt. Produkte Waarencharakter behalten, nicht behufs des Ge- zünftigen Innung nichts hoffen und wissen wollen, noch Die Pariser Kunsttischlerei, die Zierde und Ehre des frau- brauchs, sondern des Verkaufs hergestellt werden. weniger nach der hohen Polizei schreien, wie dies die zösischen Gewerbefleißes, arbeitet jetzt mit Maschinerie, ist Das französische Kleingewerbe konnte sich troß der deutschen Zünftler thun. Nur der christlich- soziale De Mun aus der engen Werkstätte des Kleinmeisters in die meiſten Eingangs erwähnten günstigen Ausnahmsbedingungen nicht hat in seinem Reformſyſtem ſtarke Anklänge an das InSäle der Großindustrie übergegangen, ohne daß sie da der Macht eines Entwickelungsganges entziehen, welcher nungswesen, er hat sie aus Deutschland mitgebracht. Troß alledem muß auch in Frankreich der Kleinbetrieb vor der Uebermacht der Großindustrie die Segel streichen. Alle Momente der Sicherheit, auf die er für seine Erhaltung gehofft, erwiesen sich und erweisen sich noch als hinfällig. " durch an Ruf und Werth eingebüßt hätte. Fast von jedem ein; inen Gewerbe läßt sich dasselbe jag: n. sich unaufhaltsam wie ein Naturprozeß vollzog. Die Vernichtung des Kleingewerbes aufhalten wollen, Natürlich geschah die Vernichtung des Kleingewerbes das heißt, sich einer geschichtlichen Nothwendigket entnicht von heute auf morgen, sondern sie bewerkstelligt sich gegenstellen. Unsere gesammite Entwickelung ftrebt einer Wenn hin und wieder die Produkte des Großbetriebs nach langem und qualvollem Todeskampfe, der sich beson kommunistischen Gesellschaft zu, und eine solche auf der an Dauerhaftigkeit und Schönheit hinter den Erzeugnissen ders in Frankreich in Folge der kräftigen Entwickelung Ding der Unmöglichkeit. Das Kleingewerbe stellt einen wirthschaftlichen Grundlage des Kleinbetriebes iſt ein des Kleingewerbes zurückſtehen, so liegt die Ursache nicht des Kleinbetriebes in die Länge zieht. Die Mehrzahl der Ding der Unmöglichkeit. Das Kleingewerbe stellt einen in dem Unvermögen des ersteren, haltbar und schön zu französischen Kleinmeister ist noch nicht aufgerieben, aber ungeheuren Verlust von Zeit und Kraft dar, es erlaubt produziren, sondern darin, daß dieselbe auf die Kauf sie lebt auch nicht mehr, sie vegetirt nur, sie schlägt sich nicht, möglichst schnell und leicht so viel zu produziren, kraft des Publikums Rückſicht nimmt und weiß, daß es verzweifelt gegen ihr Verhängniß, wie die in den Maschen daß sämmtliche Bedürfnisse sämmtlicher Geſellſchaftsmitdiesem gewöhnlich auf Billigkeit der Waare ankommt. eines Netzes zappeinden Fische. glieder befriedigt werden. Nur die Großproduktion kann Physik und Chemie haben alle Gewerkgeheimnisse aufge= Dank der Mittel, über welche sie verfügt, diese Aufgabe Der Pariser Kleingewerbetreibende z. B. hat nicht lösen. deckt, welche das ehrsame zünftige Handwerk von Vater Es handelt sich also nicht darum, die Großauf Sohn, von einer Generation der Korporation auf die immer einen regelmäßigen Markt offen, er ist mehr oder produktion aufzuhalten, sondern nur, ihre Vortheile und andere vererbte. Die Großindustrie hält nur vor der weniger auf Gelegenheitsmarkt, Gelegenheitsbestellungen Wohlthaten nicht mehr dem Einzelnen, sondern Allen angewiesen. Der Käufer sucht nicht mehr ihn, sondern er zu Gute fommen zu lassen. Dies kann nur geschehen durch einen Schranke still: Profitlosigkeit. Die Kleininduſtrie war aber von der rein gewerb- ſucht den Käufer. Um unter billigen Produktionsbeding: Bergesellschaftung sämmtlicher Produktionsmittel, Leitung lichen Seite ausgeschlagen. Noch schneller vollzog sich ihre ungen zu schaffen, arbeitet er meist in den denkbar unbe- des Produktionsprozesses durch die Gesellschaft, Vertheilung Niederlage auf kommerziellem Gebiete, auf dem Markte. quemſten, ungesundesten Werkstätten, welche in den ältesten, der Produktionsergebnisse an dieselbe. Mag der Kleinmeister noch so sehr an seinem Gewerbe schmußigsten Straßen, in winkligen Höfen gelegen sind, in Die Zeit des Ueberganges zur neuen Gesellschaftshängen, so produzirt er doch am Ende der Rechnung weder die weder Luft noch Licht bringt. Unternehmende Groß- ordnung auf dieser Basis ist natürlich für die Klassen, für die Freude am Erzeugniß, noch für den eigenen Ge- fapitaliſten haben Fabriken mit Dampf- und Maschinen- welche unter den Mißständen des Uebergangs zu leiden brauch, sondern lediglich für den Verkauf. Er braucht betrieb eingerichtet und vermiethen die eingerichteten Werk haben, am schwersten zu tragen. Es sind dies das Proleeinen Markt, auf welchem er früher wohl auch Konkurstätten, in welche dieselbe getheilt, an Kleingewerbetreibende. tariat und der Kleinbetrieb. Will der Letztere seine Lage renten begegnete, aber doch nur solchen, welche unter an- Der Profit für letztere ist und bleibt gering, es fehlen die bessern, so handelt es sich für ihn nicht darum, seinen nähernd gleichen Bedingungen, wie er selbst, produzirt Kapitalien zur gründlichen Ausbeutung der beſſeren Arbeits: Todeskampf aufzuhalten, sondern zu beschleunigen und zu erhätten. Die Kampfesbedingungen, resp. Konkurrenzfähig- statt. Der Pariser Kleinmeister arbeitet meist nicht mehr leichtern. Das einzige wirksame Wittel, welches dem Kleinkeit war also annähernd die gleiche. Der französische Ge- auf eigne Rechnung direkt für den Markt, er produzirt für gewerbe hierzu zur Verfügung steht, ist der Anschluß an werbetreibende insbesondere fand sich auf dem Markte oft einen Großindustriellen und dankt seinem Schöpfer, wenn das Proletariat, und zwar an den bewußten, kämpfenderselbe ihm regelmäßig Beschäftigung giebt. Tritt der den Theil desselben, an die Sozialdemokratic. als der stärkste, überlegenste Konkurrent. Mit dem Erſcheinen der Großindustrie auf dem Markte Großinduſtrielle nicht als Abnehmer auf, so geht der Herr Unterſtüßung der Forderungen, welche das Proletariat dem „ Meister" oder dessen Frau und Kinder mit der Waare Großkapital gegenüber erhebt, nüßt das Kleingewerbe nur änderte sich die Sachlage mit einem Schlage. Der Klein- burch die Stadt hausiren. sich selbst. gewerbetreibende sah sich einem Konkurrenten gegenüber, Der Kleinindustrielle arbeitet mit wenigen Gehilfen, Das Interesse der Kleinindustrie ist in allen BeDurch der unter weit günstigeren Bedingungen produzirte, also und je unvollkommener seine Werkzeuge sind, je weniger ziehungen unauflöslich mit dem Interesse des Proletariats auch unter weit günstigeren Bedingungen seine Waare lo- Menschenkraft sie ersparen, um so schlechter bezahlt verbunden und muß dessen Bundesgenossenschaft suchen. schlagen konnte. Die, Dank der vervollkommneten Ma- und unbarmherziger ausgenutzt sind seine Arschinerie, in jedem einzelnen Produkt des Großbetriebs beiter. Er sucht durch geringe Bezahlung und stärkere enthaltene geringe Quantität gesellschaftlicher Arbeit be Ausbeutung den gleichen Mehrwerth aus der Produktion stimmte einen niedrigen Preis, der in keinem Verhältniß zu schlagen, wie sein mächtiger Konkurrent. Zu dem Zwecke zu denjenigen der Erzeugnisse des Kleingewerbes stand, stellt er häufig gar keine erwachsenen Arbeiter mehr ein, welche viel Arbeit gekostet hatten und in sich bargen. Da sondern begnügt sich mit einem oder bis zu vier, fünf zu kam, daß der Großproduzent die Rohstoffe meist im Lehrlingen, deren Lage die miserabelste ist, welche man Großen zur rechten Zeit, baar zahlend, kurz in jeder Bedenken kann. Je weniger sie lernen, um so stärker ziehung günstig einkaufen konnte, daß der schnelle Umfaß werden sie ausgepreßt. Politische Nachrichten. Nach§ 153 der Gewerbeordnung wird bestraft, wer Andere durch Anwendung förperlichen Zwanges, durch Drohungen, durch Ehrverletzung oder durch Verrufs= erklärung bestimmt oder zu bestimmen versucht, an Verder Waare einen raschen und mehrfach wiederholten Kreis- Von allen in der Kleinwerkstätte arbeitenden Per- abredungen zum Behufe der Erlangung günstiger Lohnumlauf des Kapitals ermöglichte, dadurch die Interessen sonen ist oft sogar der Meister die elendeste und ausge- und Arbeitsbedingungen Theil zu nehmen oder Andere des Kapitals, die Macht Profite zu erzielen, stetig steigerte. beutetste, er ist der erste zur Arbeit, der letzte zur Ruhe, durch gleiche Mittel hindert, von solchen Verabredungen Der Kleinmeister kaufte theuer und oft schlecht, die Waaren von Sorgen über Anschaffung der Rohstoffe, Absatz der zurückzutreten. In Hamburg hat ein Schlosserstreit stattblieben auf Lager, sein Kapital zirkulirte nicht, lag todt Waaren 2c. gequält. In den meisten Fällen sind Frau gefunden, bei welchem die Schlosserinnung eine schwarze und ohne Profit zu bringen. und Kinder im Geschäft mit angespannt, um die Ausgabe Liste der Arbeiter, welche die Arbeit niedergelegt hatten, Wollte der Kleinindustrielle nicht die Waaren auf nöthiger Arbeitskraft zu ersparen. Die geringste neue Er- aufstellte und die Meister aufforderte, den namhaft ge= dem Hals behalten, so mußte er den Preis seiner Pro- findung, jede vorübergehende Geschäftsstockung genügt, ihn machten Arbeitern keine Arbeit zu geben. Mehrere in der dukte dem seines Konkurrenten entsprechend herabseßen. bis über die Ohren in Schulden zu stürzen, mit Wechseln Liste verzeichneten Arbeiter wandten sich an die StaatsDadurch verlor er den größten Theil, wenn nicht allen und Hypotheken zu belasten, ihn eines schönen Tages von anwaltschaft um Bestrafung des Vorstandes der Innung, Profit. Der Großproduzent ließ darauf behufs Heran- seinen Gläubigern an die Luft seßen zu lassen und zu da dies Vorgehen nach§ 153 der Gewerbeordnung verziehung der Kundschaft ebenfalls eine Preisverminderung nöthigen, bei einem Großproduzenten als Lohnnarbetter boten sei. Die Staatsanwaltschaft hat jedoch dem Ansuchen folgen, auf welche der Kleingewerbetreibende durch eine er einzutreten. Und wenn er selbst den Sturz ins Proletariat der Arbeiter feine Folge gegeben, weil die Anfertigung neute Herabsetzung des Preises seiner Waaren antwortete. vermeidet, so kann er doch sicher sein, daß sein Sohn dem- der Listen nicht als strafbare Handlung angesehen werden Das Wettrennen um den Markt dauerte so lange an, bis selben nicht entgeht. könne. Während nun aber die Meister sich solche Listen der Kleinindustrielle den Athem verlor, völlig ruinirt war, In Frankreich insbesondere hat sich in den letzten für die Gesellen" gestatten, soll umgekehrt dasselbe was in der Regel nicht lange auf sich warten ließ, denn zehn Jahren die Lage der Kleingewerbetreibenden durch Verfahren bei den Arbeitern verpönt sein. Gerade da, wo für den Großindustriellen durch Preisherabjegung die anhaltenden wirthschaftlichen Krisen unerträglich von den Hamburger Delegirten ist dem Allgemeinen nur ein geringerer Profit anfing, da hatte er selbst schon verschlimmert. deutschen Handwerkertage in München ein Antrag vorgelegt entschiedenen Verlust zu verzeichnen. In jeder Krise verschlingt die Großproduktion Hun- worden, der eine Art von Deklaration des§ 153 verlangt Der Verdrängungsprozeß vom Markte vollzog sich um berte von Kleinbetrieben und giebt anderen Hunderten den und besonders wünscht, daß als Gewalt gegen Person öffentliche so schneller, wenn es sich nicht blos mehr um den Kampf Todesstoß. Die Zahl der Bankerotte nimmt jährlich zu, oder Vermögen zu betrachten sein soll: auf dem nationalen Markte handelte, sondern wenn auf die Zahl der neu etablirten Kleinbetriebe ab. Bekanntmachungen irgend welcher Art, welche Namen dem Weltmarkte die verschiedenen industriell entwickelten Durch die Presse und das öffentliche Leben geht ein von Arbeitgebern enthalten, sobald sie zu Zwecken der Nationen um den Vorrang stritten. Letzteres mußte die Schrei der Kleinindustrie um Hilfe, um Schuß gegen die Arbeitssperre oder dergleichen veröffentlicht werden. Die französische Kleinindustrie auch an sich erfahren, die Kon- Großindustrie. Die Petitionen an Stadtrath und Parla- Münchener Versammlung hat diesen Antrag nicht ohne Weiteres angenommen, aber ihn doch dem Zentralvorstande Innern ist. Wenn man angesichts der jetzt vollzogenen Neues Arbeiterblatt. Vom 1. September ab wird in zur genauen Würdigung und geeigneten Verwerthung über- Ernennung sich der Klage erinnert, welche Fürst Bismarck Dortmund ein neues Arbeiterorgan unter dem Titel„ Westfälische Freie Presse" erscheinen. wiesen, nachdem sich eine sehr lebhafte Debatte über das gelegentlich über die Verfassung des preußischen Staats- Beabsichtigte Versammlungssprengung? Nach den Sozialistengesetz bei dieser Verhandlung abgespielt hatte. ministeriums erhoben hat, so wird man zugestehen müssen, Berichten freisinniger Blätter hätte die sozialdemokratische Wenn die Herren Handwerksmeister die öffentliche Nennung daß der jetzt eingetretene Zustand den Jdealen des Fürsten Partei Berlins die Parole ausgegeben gehabt, die freisinnige als eine Gewalt gegen Person und Vermögen betrachten, Bismarck mehr entspricht, als der bisherige" Deshalb Wählerversammlung am Dienſtag zu sprengen. Unseres Wissens hat nur ein einzelner Redner am Freitag voriger Woche die Ansobald sie selbst davon betroffen werden, dann sollten sie darf man auch annehmen, daß diese Ernennung kein Noth- gelegenheit berührt und auch dabei nicht zur Sprengung, sondern es doch auch unterlassen von Innungswegen die Arbeiter behelf und Provisorium, sondern als Erfüllung eines der lediglich zu zahlreichem Erscheinen und zur Theilnahme an der auf eine schwarze Liste zu setzen. letzten Jocale des Neichskanzlers etwas Tauerndes ist. Diskussion aufgefordert. So lange der Sozialdemokratie das Herr v. Bötticher ist von einer durch und durch manchester- Recht gewährleistet ist, in Parteiversammlungen ihren Kandidaten zu proklamiren und für ihn zu wirken, wird sie selbstverständlich Jezt wird wohl auch die„ Kreuzzeitung" an die Wahrlichen Gesinnung; nächst dem Reichskanzler ist es ihm zu niemals daran denken, anderen Parteien dieses gleiche Recht illuheit des großen, von ihr mit höhnischem Senir nach links danken, daß die sozialpolitischen Neuerungen der Reichs- forisch zu machen. Sie wird von allen Rücksichten des poliausgesprochenen Wortes:„ Wer einmal gegangen ist, kommt gefeßgebung" erst so und so oft die Interessen der be- tischen Anstandes ganz abgesehen schon um der notwendigen nicht wieder glauben und die zähe festgehaltene Hoffnung sigenden Klassen berücksichtigen, ehe sie einmal an die In- würde sie es für recht erklären, Versammlungen der Gegner zu Konsequenzen willen dieses Verhalten streng beobachten: denn auf die ministerielle Auferstehung ihres Puttkamer tereffen der arbeitenden Klassen denken; nächst dem Reichs- sprengen, so würde sie es natürlich auch ganz billig finden müssen, fahren lassen müssen. Auch das zweite Stück der Putt- kanzler ist es ihm zuzuschreiben, daß die Arbeiterschutzgeseß- wenn lungenfräftige Widersacher die ja immer leicht aufzutreiben kamer'schen Hinterlassenschaft, das Vicepräsidium im gebung so gänzlich stockt, noch viel mehr stockt, als sie je sind ihr selbst das ruhige Tagen unmöglich machten. Das Staatsministerium ist in andere Hände übergegangen, in dem„, manchesterlichen" Jahrzehnt von 1867-1877 ge- bischen Recht, welches uns die Polizei läßt, könnte uns dann leicht genommen werden durch eine Taktik des Bürgerthums, die wir allerdings nicht in die eines der ewigen kommenden stockt hat. War es doch Herr v. Bötticher, welcher vor nicht einmal mißbilligen fönnten, weil wir selber von ihr Männer", wie vielleicht mancher Leser der„ Kreuzzeitung" einigen Monaten die vom Reichstage einstimmig angeseit einigen Tagen gefürchtet haben mag. Herr von Böt- nommenen, so überaus bescheidenen Anträge auf weitere tich er hat zu feinen vielfachen Würden und Bürden auch Beschränkung der Kinder- und Frauenarbeit mit dem noch die des Vicepräsidenten des Rabinets erhalten, ein Hohnwort zurückwies, der Reichstag werde sich wohl nicht Ereigniß, dessen Bedeutung die„ Berl. Volksztg." dahin einbilden, daß diese Anträge gefeßliche Kraft gewinnen kennzeichnet, daß nunmehr der thatsächliche Vorsißende des| könnten! Herr v. Bötticher war es, der seinerzeit den preußischen Staatsministeriums der Untergebene des Fabrikanten zurief:„ Wir arbeiten doch nur für Sie!" Fürsten Bismarck als Staatssekretär des Reichsamts des Das genügt! Grosse Wähler- Versammlungen für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Sonnabend, den 25. August, Abends 8 Uhr, in der Schlossbrauerei, Schönhauser Allee 162. Tages- Ordnung: Die bevorstehende Ersatzwahl im 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 26: August, Vormittags 11 Uhr, in der Tonhalle, Friedrichstr. 112. Tages- Ordnung: Die bürgerlichen Parteien und die Sozialdemokratie. Referent: Max Schippel. Allen Freunden und Genossen, sowie den Mitgliedern des Klavierarbeitervereins, ein herzliches Lebewohl! C. Niendorf. Roh- Tabak Sumatras fb. 140, 170, 250, 280, 300, 320, 330, 350, 360, 370, 380, 390, 400, 460, 500, 520 Pf. Havanna Decke 500 Pf. Einlage 220, 300 Bf. Seedleaf 95 und 110 Pf. Seedleaf- Decke 150 Bf. St. Felix 95, 100, 105, 115, 120, 125, 140, 150 Pf. 140 Pf., Umblatt Java- Decke 105, 110, 125 Pf., Einlage 90, 95 Pf. Carmen- Umblatt 90, 110, 115, 120 BF. und/ 85 Brafil- Anpflanzung 80 und 85 Pf. Domingo 100, 110, 120 Pf. Elfaffer Rebut 65 und 75 Pf. Märker 65, 70, 75 Bf. Pfälzer 60, 65, 80 Bf. Gesunde und gutbrennende Tabate in feinen Qualitäten empfiehlt bestens H. Herholz, Brunnenstrasse 145, Ausführlich besprochen in Nr. 31 der Volkstribüne. ,, Autoritäten" von Paul von Gizycki. Preis Mk. 1, Vorräthig in allen Buchhandlungen. Verl. v. F.u.P. Lehmann, Berlin, Kronenstr.6. Interessant für jeden Politiker. Der Einberufer. Große Gebrauch gemacht hätten. Die Freisinnigen hatten am Dienstag also keine Sprengung zu fürchten und die ganz haltlosen Gerüchte über die Absichten der Arbeiter Berlins sind wohl auch nur ver breitet worden, um die in der That recht klägliche Absperrung der Tonhalle gegen alle Andersdenkenden vor der Oeffentlichkeit als etwas anderes erscheinen zu lassen, als sie in der That ist: ein Zeichen des unter den Gefrierpunkt gesunkenen Muthes des Ber= liner Freisinns. Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- u. Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Spezialität: Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. öffentliche Generalversammlung für sämmtliche Zimmerleute Berlins und Amgegend Montag, den 27. August d. J., Abends 8½ Uhr, in dem großen Etablissement Buggenhagen am Morigplay. Tagesordnung: 1. Punkt: Stellungnahme der Berliner Zimmerleute betreffs ihrer Organisation zur Durchführung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse. 2. Punkt: Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Gold- und Silberwaaren zu Fabrikpreisen. Grosse Auswahl goldener Ketten, Armbänder, Kreuze, Medaillons, Broches und Ohrringe, sowie in Golddoublé und Silber. Spezialität: Fabrik massiver Ringe, Lager in goldenen Damen- Uhren, Korallen, Granaten und Silbersachen. Korallenschnüre in den schönsten Farben und grosser Auswahl bei billigster Preisberechnung. Trauringe à Ducaten 11 Mk. Eigene Werkstatt für Neuarbeiten und Reparaturen. Aug. Schulze, Goldarbeiter BERLIN, 35. Kommandantenstr. 35, 1 Treppe. 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Daselbit Zahlstelle der Gürtleru.Bronceure( E.5.60.) 15. Ritterstraße 15. An die Tischler Berlins. Wir ersuchen alle diejenigen Kollegen, welche ich noch im Besitz von Sammellisten für die Streifenden Hamburger Kollegen befinden, dieselben schleunigst an die Kommission abzuliefern; gleichgültig ob leer oder mit Betrag. Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenosses. Sonnabend, 25. August, Abends 81/2 Uhr, Außerordentliche General- Versammlung im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Antrag des Vorstandes, die Verlegung des Vereinsabends betreffend. 2. Ergänzungswahl zum Vorstand. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Quittungsbuch legitimirt. Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. Der Vorstand. Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 25. August, Abends 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Schmelzpfennig:„ Aus der Nahrungsmittellehre" 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Fragefaften. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Der Vorstand. Verein der Sattler und Fachgenossen. Heute, Sonnabend, 25. August, Abends 8½ Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten= straße 77-79. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn M. Canik:„ Hals- und Lungenleiden, ihre Ursachen, Verhütung und Heilung nach den Grundsäßen der Naturheilkunde". 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitalieber. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis des Vereins zur Wahrung der befindet sich im Verkehrslokal, Weinstr. 11, bei Interessen der Schuhmacher Bobert und ist mit Ausnahme Sonnabend, jeden Abend von 8-10 Uhr und Sonntag Vormittag von 10-12 Uhr geöffnet. Arbeitsnachweis der Maler Berlins. Ritterstraße 123, Restaurant Sodtke. Jeden Abend von 8-9 Uhr, außer Sonnabend und Sonntags Vormittags von 10-12 Uhr, unentgeltliche Arbeitsvermittelung. Die Bevollmächtigten der Filiale Berlin. J. A. der Kommission der Tischler Berlins: Fr. Zubeil, Waldemarstr. 73. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. № 34. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". [ Nachdruck verboten.] Gefärbtes Saar. Berliner Sittenbild. Von Max Kreter. ( Fortsetzung.) Sonnabend, den 25. August 1888. wisse doch, daß sie eine arme Wittwe sei, die vom Zimmervermiethen lebe u. s. w., u. f. w. konnten. II. Jahrgang. Nachdem das Erstaunen des jungen Mannes sich gelegt hatte, sand er sie in dieser kritischen Situation so Im Hinterzimmer angelangt, nahm sie sich ihre Aelteste reizend, daß er ihren Kopf an sich zog und sie mehrfach noch einmal vor und verschte ihr verschiedene Püffe, die auf die schwellenden Lippen küßte. als Ableiter ihrer erklärlichen Wuth aufgefaßt werden Sie hatte sich vorgenommen gehabt, bei einer der= artigen erneuerten Liebkojung laut um Hilfe zu rufen, Seit diesem Tage begegnete sie dem Miether des fand, aber jetzt nicht die Kraft dazu. Sie freute sich viel„ einfenftrigen" mit einer bisher an ihr noch nicht wahr mehr, daß ihre Befürchrung, Baum könne bei der verIm Allgemeinen durfte sie sich über ihre Mietherin genommenen Rücksicht, durch welche Herr Baum sich an haßten Person nebenan sein, sich nicht bewahrheitet hatte, nicht beklagen. Alma trat Niemandem zu nahe, hielt gefeuert fühlte, seine fragwürdigen Liebenswürdigkeiten gegen hütete sich aber, das zu sagen. sich im Hause sehr reservirt und verlangte nichts umsonst, die Aelteste eher zu steigern als zu vermindern. Klara was eigentlich die Hauptsache war. Den Kindern gegen fühlte sich dadurch so geschmeichelt, daß sie die Heimlich Viktorinens verhinderte die weiteren Zudringlichkeiten über zeigte sie sich besonders freigebig, brachte ihnen feiten, mit denen das Drücken und Küssen von Seiten des Baums, dem es plößlich klar geworden war, daß dieser Kuchen und Apfelsinen mit oder schenkte ihnen das Geld luſtigen, jungen Mannes vorgenommen wurde, sehr früh gereifte Backfisch sich eines Tages viel entgegenzu derartigen Naschereien. Dafür verlangte sie allerdings interessant fand und nicht die geringste Neigung zeigte, sich kommender zeigen würde, als er bisher gehofft hatte. kleine Dienstleistungen, die man ihr auch gerne gewährte. bei ihrer Mutter darüber zu beschweren Kinder alles Anstößige zu vermeiden. Antwort. Der schrille Klang der Klingel und die Ankunft mit Alma. Was sofort Einmal, als sie Herrn Baum auf der Treppe begegnete ein. An einem Vormittage stellte Fräulein Viktorinen ein Als der Herbst fam, trat ein merkwürdiges Ereigniß Klara und Bertha waren dazu ausersehen. Zu der Aeltesten namentlich hatte räulein" cin gewisses Zu- und er wie gewöhnlich ungenirt seinen Arm um ihre ein. An einem Vormittage stellte Fräulein Viktorinen ein trauen gefaßt, das Vittorinen anfänglich nicht ganz behagie, Taille legte, um wie im Scherz die knospende Gestalt an sehr hübsches, aber ärmlich gekleidetes Mädchen vor, das welches sie aber nach und nach so wenig gefährlich fand ich zu preffen, fragte er fie nach ihrem Alter, und als einen durchaus bescheidenen Eindruck machte. wie alles Uebrige. sie lachend erwiderte, daß sie im Januar sechszehn Jahre auffiel und überraschend wirkte, war ihre Aehnlichkeit Sie glaubte das Ihrige gethan zu haben, wenn sie werde, verlangte er auch den Tag ihres Geburtstages zu Hanna Pasch hatte dieselbe Figur wie diese, dieselben ihren Töchtern die Bewohnerin des„ zweifenstrigen" bei wissen. Er wolle ihr etwas recht Schönes schenken, vorausjeder Gelegenheit als eine sehr anständige, arbeitsame gefeßt, daß ihre Mutter nichts davon erfahre.„ Vorläufig" fein geschnittenen Gesichtszüge, dasselbe gewinnende Lächeln, nur daß ihr üppiges Haar von brünetter Färbung war. Person schilderte, die mit ihrem Fleiß sehr viel Geld ver- wenigstens nichts! Siene. Natürlich geschah das im Einverständniß mit ihrer I, wo werde ich denn!" gab sie mit dem Ausdruck Sie war eine Schulfreundin Alma's, stammte aus demjelben kleinen Städtchen der Uckermarck und war vor zwei Mietherin. Viktorine hatte sie gebeten, in Gegenwart der eines dreisten und vorwißigen Vorstadtmädchens zur Monaten nach Berlin gekommen, um sich irgend eine BeNiemals durften Klara und Bertha dem Rufe Diese Frage nach ihrem sechszehnten Geburtstage fchäftigung zu suchen. Da sie nichts Nechtes gelernt hatte, " Fräuleins" Folge leiten, sobald ein Herr anwesend war. wiederholte Baum von Zeit zu Zeit, als könne er den in einen Dienst zu gehen sich vorläufig zu gut ünfte, fo In der erten Zeit wetteiferten die Kinder wirklich in großen Erwartungen, die sich an ihn fnüpfen sollten, nicht war sie bald in Schulden gerathen. Ihre besten Sachen waren bereits in's Leihamt gewandert. Unt ihren Eltern, gisßter Unschuld, der„ fleißigen Stickerin" Gefälligkeiten eilig genug entgegengehen. zu erweisen, bis sie von anderer Seite die nöthige Auf bei bester Laune den Staublappen schwang, rief fie plötz- Heimaths ortes, keine Veranlassung zur Sorge um sie zu An jenem Sonntag- Vormittag, an dem Viktorine alten in bedürftigen Verhältnissen lebenden Leuten ibres Im Hause wußte man bald, was für eine Dame" lich laut in's Hinterzimmer hinein:„ Klara, ich glaube geben, hatte sie denselben wiederholt gefchrieben, daß sie bei der Frau Doftor" cin- und ausging. Eines Abends unser Herr ist schon auf. Klopfe leise an und frage, ob in Berlin eine sehr gute Stelle habe, in der sie sich außer= wurde Klara von einem halbwüchsigen Burschen unten im Hofe damit gehänselt, und zwar in einer so ungenirten Es war ihr nämlich, als hätte sich nebenan ein Weise, daß sie starr vor Entseßen die Treppe hinauflief Geräusch bemerkbar gemacht. Sie ärgerte sich jedesmal, und thränenden Auges ihrer Mutter darüber berichtete. daß ihr Chambreganist des Sonntags so lange in den Viktorine spielte die Frau, die außer sich erscheint, genommen werden konnte. Federn lag, und daher die Zimmerreinigung erst spät vorund leistete den Schwur, sofort zu dem Vater des„, nichtswürdigen Bengels" zu gehen, damit diesem gehörig die Leviten gelesen würden. Sie hatte auch schon zu ihrem flärung erhielten. Umschlagetuch gegriffen, als sie sich merkwürdig rasch befann und ihrer Tochter befahl, nie mehr auf derartige Verleumdungen zu hören. Schließlich erfand sie die Ausrede, daß die Leute im Hauſe ihr eine derartige„ honette und anständige Mietherin" nicht gönnten. Dabei blieb es. Da aber in Klara das Mißtrauen einmal erwacht war, so benutzte sie jede Gelegenheit, um ihre Kenntnisse in Betreff Fräuleins" zu erweitern. " er Kaffee haben will." Nach einer Minute kam Klara nach vorn, um zu berichten, daß Herrn Baums Bett noch unberührt sei. gleichgültig. ordentlich wohl fühle und ein gesichertes Fortkommen finden werde. Echließlich hatte sie sich geschämt, die Wahrheit einzugestehen und um Hilfsmittel zu bitten. Gher wollte sie die Hoffnung nicht aufgeben und das letzte Hemd versetzen. In diesem Zustande war sie von Alma am vergangenen Abend auf der Straße angetroffen worden. Sie war in eine neue Schlafstelle gezogen, hatte sich verSo wird er sich in der Nacht wieder einmal ge- spätet und stand vor der Hausthür, um auf den Wächter hörig" herumgetrieben haben," sagte Viktorine ziemlich zu warten, der das Thor öffnen sollte. Alma war über dieses Wiedersehen so erfreut, daß dem Ausdruck des Entfeßens wieder hereingestürzt. Sie füßte und sich vornahm, an diesem Abend einmal recht Klara verschwand und kam nach einiger Zeit mit ie Hanna'n sofort um den Hals fiel, sie recht herzlich und dabei gesehen, wie Herr Baum das Zimmer von hatte zufällig den Kopf zum Treppenflur hinausgesteckt anständig zu sein. Sie wurde durch das Schicksal ihrer besten Jugend" Fräulein" verließ. Sofort hatte sie die Thür zugeschlagen, freundin so gerührt, daß ihr sogar die Thränen in um ihrer Mutter die Neuigkeit zu berichten. die Augen traten. Ihre Gutherzigkeit feierte förmliche Triumphe. Eines Tages machte Viftorine eine andere Entdeckung, die sie weit mehr empörte, als der Gedanke, daß ihre Im kleinen Zimmer hörte man jetzt die Fußtritte Sie genirte sich nicht, troß der Verschiedenheit beider Aelteste wirklich dahinter kommen könne, wie tief ihre eines Mannes und fideles Pfeifen. Viktorine war wüthend. Toiletten, mit ihrer Begleiterin in einen nahe gelegenen eigene Mutter sich erniedrigt habe. Sie kam nämlich zu Daß Klara gerade diesen sauberen Herrn auf seinen Ab- Weißbiergarten zu geben, um vor allen Dingen für das der Ueberzeugung, daß der junge Kaufmann, Herr Baum, wegen überraschen mußte! leibliche Wohl Hanna's zu sorgen. Dann, nachdem man Er wird noch halb im Thran sein und sich in der ziemlich lange zusammengesessen hatte, lud sie die Freundin der seit einem Jahre bereits das„ einfenstrige" bewohnte, Thür geirrt haben," warf sie ein und kam dann auf ein, diese Nacht in ihrer Wohnung zuzubringen. Das Klara'n im Geheimen nachstelle. " " diese Dieser Erzbummler hatte in der letzten Zeit, wenn etwas anderes zu sprechen. Eigentlich hatte sie diese Uebrige würde sich am anderen Tage finden. Sie machte er des Abends zufällig zu Hause war, die Gewohnheit Nachricht äußerst überrascht. Dieser großmäulige Patron hintereinander so viel Pläne, versprach, Alles aufzubieten, angenommen, die Aelteste zu sich herein zu rufen, um hatte sich über seine Nachbarschaft aufgehalten und machte um Hanna in eine beſſere Lage zu bringen, daß bicjé irgend eine Handreichung von ihr zu verlangen. Größten- derselben nur ſelbſt nächtliche Biſiten! Wer konnte wissen, förmlich in Wonne schwamm und nicht genug Worte des theils handelte es sich um eine Karaffe frischen Waffers. wie oft er das bereits gethan hatte. Diese Keckheit über- Dankes finden konnte. Viktorine fand zuerst nichts Besonderes darin, bis ihr traf Verschiedenes. Sie nahm sich vor, ihm sobald als Mit keinem Worte berührte Alma ihre eigentliche einmal der Aufenthalt Klara's im Zimmer zu lange er- möglich den Standpunkt klar zu machen. Erwerbsquelle. Sie sagte vielmehr, daß sie als Goldschien und sie rücksichtslos die Thür öffnete. Sie hatte Dieses freundschaftliche Verhältniß zwischen dem Be- stickerin sehr viel Geld verdiene. Beiläufig erwähnte sie die Empfindung, als wäre ihr Ohr soeben von dem wohner des„ einſenſtrigen" und der Mietherin des zwei- dann, daß sie allerdings" einen Schaz beſiße, der viel Geräusch zweier auf einander gepreßten Lippenpaare be- fenftrigen" bestand bereits seit Wochen, ohne daß die für sie thue. rührt worden. Zu gleicher Zeit sah sie die Beiden aus Frau Doktor" etwas davon gemerkt hatte. Es wurde Hin und wieder waren Hanna'n einige Zweifel an einandergehen. auch fortgesetzt, ohne daß Viktorine es verhindern konnte. der Wahrheit des Gehörten gekommen, aber sie kannte Das Erste war, daß Viktorine ihrer Tochter resolut Schließlich ging fie die Angelegenheit auch nichts an. Die das Leben in einer großen Stadt noch viel zu wenig, um eine Dhrfeige versette und sie auf den Korridor hinaus- Hauptsache war, daß kein Aergerniß dadurch erregt wurde. die alte Freundin nach deren wirklichem Werth tariren drängte, wo die Gezüchtigte alsbald in lautes Wehflagen Sie sagte also kein Wort und that so, als wisse sie zu können. Ueberdies verdrängte der Gedanke an die ausbrach. Alsdann kehrte sie in das Zimmer zurück und von nichts. günstige Gestaltung ihres Schicksals jedes auftauchende machte ihrem Herrn" sehr eindringliche Vorstellungen Eines Abends ging Klara hinter Baum die Treppe Mißtrauen. über sein unpassendes Benehmen. Ob er sich denn nicht hinauf, sah sie ihn an der Thür von„ Fräulein" klopfen So hatte sie denn zu Allem Ja gesagt. schäme, einem halben Kinde den Kopf zu verdrehen und und dann in's Zimmer treten. Sie wurde wüthend, Viktorine war bald verständigt worden. Sie sollte es hinter dem Rücken seiner Mutter abzufüssen? Er wäre wußte aber nicht recht, weshalb. Bisher glaubte fie Hanna Pasch so lange auf Kosten ihrer Mietherin bei sich gerade der Letzte, dem sie das gestatten würde. Wenn es immer, daß der Chambregarnist ihr allein seine Schmeicheleien behalten, bis sich irgend etwas Passendes für diese geihm nicht passe, bei anständigen Leuten zu wohnen, könne sage. Und nun würde er es wahrscheinlich mit dieser funden haben würde. Dabei versäumte Alma nicht, ihre er ja ziehen. Dame" da drinnen, die sie längst mit dem richtigen Wirthin auf einige Augenblicke bei Seite zu nehmen, um Herr Baum that sehr entrüstet, drehte seinen wohl- Namen zu bezeichnen wußte, ebenso irachen. ihr den nöthigen Wink darüber zu geben, als was jie, gepflegten Schnurrbart und sagte dann mit großer Trockenheit: Ein bisher nicht gekanntes Gefühl der Eifersucht, zu Alma, vorläufig" in den Augen ihrer Freundin zu „ Ich Ihre Tochter geküßt? Frau Doktor, Sie dem sich der Haß gegen Alma Lorenz gesellte, regte sich gelten habe. träumen wohl. Es ist allerdings nicht zu verwundern, in ihr. Seit dieser Stunde empfand sie einen förmlichen Die„ Frau Doktor" wußte dieses Vertrauen vollauf daß Sie, seitdem Sie ein gewisses Frauenzimmer in Widerwillen gegen Fräulein", fand sie es nicht mehr zu würdigen. " Ihrer Familie dulden, überall nur Gemeinheiten sehen... passend, demselben die bekannten Gefälligkeiten und kleinen Sie überlegte eine Weile. Es war in der Wohnung Sie kennen meine Offenheit, Sie werden es mir daher Dienstleistungen zu erweisen. Um so größer aber wurde wenig Platz vorhanden, außerdem war es ihr nicht annicht übel nehmen, wenn ich Sie darauf aufmerksam ihre Neugier, zu erfahren, was für Dinge im Neben- genehm, noch ein Mädchen bei sich aufzunehmen. Endlich mache, daß es nicht nach Jedermanns Geschmack ist, Thür zimmer passirten. siegte auch bei ihr die Gutmüthigkeit. Hanna's Bett wurde an Thür mit einem öffentlichen Mädchen zu wohnen." Eines Abends, als ihre Mutter ausgegangen war, in der geräumigen Küche aufgestellt. Diese unerwartete Keckheit, die im Augenblick sehr und sie glaubte, daß Herr Baum sich bei seiner Nachbarin Es war selbstverständlich, daß Alma ihr Zimmer beschämend auf sie wirkte, machte Viktorine so verblüfft, befinde, wurde sie von diesem dabei überrascht, wie sie nach wie vor allein bewohnen mußte. Hanna hätte auch daß sie für die Störung um Entschuldigung bat und im kleinen Zimmer hinter dem weggerückten Kleiderspind gar nicht das Anfinnen gestellt, das nach ihrer Meinung hinzufügte, Herr Baum möge die Nachbarschaft nur nicht durch das Schlüsselloch der Verbindungsthür blickte. hoch elegante Zimmer mit ihrer großmüthigen Freundin zu übel auffassen; was an ihr läge, würde gethan werden, Sie wurde feuerroth und schämte sich so sehr, daß sie theilen zu wollen. Schließlich genügte es Viktorinen vollum die Ruhe des„ Herrn" fürderhin nicht zu stören. Er in die Erde zu sinken wünschte. ständig, daß ,, Fräulein" für alles gut gesagt hatte. Gewiß Gregor Graf Bethlen. W. Rüstow, OberstBrigadier. Graf Eugen Kayserlingt. fiel da wieder etwas für sie ab, und das wollte wohl| lichen Adler" genannt hatte, ebenfalls Vernunftsrücksichten einen Revers, daß er sich selbst erschossen hat, für vorbedacht sein. wich von dem Augenblick an, wo der Adler sich in einen kommende Fälle. Da Hanna alles, was sie besaß, auf dem Leibe trug, gewöhnlichen zahmen Vogel zu verwandeln schien. Sie so konnte sie sofort im Hause bleiben. Alma durchsuchte gab schon am 4. August eine Erklärung, daß sie sich von sofort Garderobenspind und Kommode, und dabei fand Lassalle lossage, ab, welche Diesem überbracht ward. sich dasjenige, was Hanna wieder zu einer anständigen Erscheinung machte. ( Fortsetzung folgt.) Ferdinand Lassalle's letzte Tage. Dr. Wilh. Arndt. Lassalle, der eher alles Andere glauben konnte, als Lassalle's Sekundant und intimer Freund, der als daß die Leidenschaft der jungen Dame für ihn, jezt, da die Kriegshistoriker bekannte Oberst Rüstow, erzählt, daß er feinige für sie bis zum Wahnsinn gestiegen war, erloschen am Mittag den 27., als er im Viktoria- Hotel Lassalle sei, betrachtete die Erklärung als erzwungen, nahm an, diese Abrede mittheilte, ihn inständig aufforderte, sich etwas daß seine Braut eingesperrt und mißhandelt werde, bestach einzuschießen, und ihm einen Ort angab, wo er Gelegen= das Gesinde, um sich mit ihr in Verbindung zu setzen, heit dazu habe. Lassalle erklärte das aber für„ dummes Mit dem 31. Auguſt kehrt der Tag wieder, an welchem entwarf juristische Erklärungen, worin sie sich von der Vor- Zeug". Sein Gegner war anderer Ansicht, er feuerte an dereinst der große Agitator, der allen Arbeitern unvergeß- mundschaft ihres Vaters lossagte, u. s. w., kurz, setzte dieſem Nachmittag auf dem Schüßenstand 150 Uebungslich sein wird, sein Leben aushauchte nicht im Kampfe Himmel und Erde in Bewegung. Bei seiner Vorliebe für schüsse ab. Ich zitire ein Paar Seiten des Rüstow'schen mit seinen politischen Gegnern, sondern im Ringen um ein Anwendung gewaltsamer Mittel, selbst, wo gelinde mehr Berichtes über den verhängnißvollen Morgen: Weib, ohne das er nicht leben zu können vermeinte. Aussicht geboten hätten, versuchte er durch den Minister, ,, Um Mitternacht ging ich in Lassalle's Zimmer zu Wir haben früher bereits den Untergang Lassalles welcher der Vorgesezte des Herrn v. Dönniges war, be- Bette. Schon um drei Uhr des andern Morgens stand eingehend geschildert und wollen heute, wo die Erinnerung drohend und einschüchternd auf denselben einzuwirken, ich auf und eilte, nachdem ich mich angekleidet, in meine an die letzten Tage des Arbeiterführers wiederum stärker telegraphirte nach Ost und West an seine Freunde, ließ Wohnung, wo ich mehrere Kleinigkeiten zu holen hatte. vor uns auftaucht, die Darstellung mittheilen, welche sie mit Herrn v. Dönniges, mit Fräulein v. Dönniges, Von da ging ich zum Büchsenschmied, fand ihn um vier Georg Brandes von den Geschehnissen jener Zeit ent- mit der Dienerschaft des Hauses verhandeln, und sandte Uhr bei der Arbeit( eine gesprungene Piſtolenfeder zu rewirft. die Gräfin v. Haßfeldt mit der Anfrage zum Bischof pariren), nahm gleich die Pistole mit und kehrte ins In seinem von uns neulich empfohlenen Werk*) v. Ketteler, ob dieser erbötig sei, Lassalle mit Helenen Viktoria Hotel zurück. Um fünf Uhr weckte ich Lassalle, schreibt der geistreiche Däne: zu trauen, falls er zur katholischen Religion übertrete, ob- der sanft schlief. Zufällig sah er gleich die Pistole. Er Lassalle hatte in seiner frühen Jugend kein ihm an gleich er nicht verhehlen wolle, daß die Ursache dazu ergriff sie, fiel mir um den Hals und sagte:" Da habe Alter und Entwicklung ebenbürtiges Weib getroffen, dem minder seine Ueberzeugung von der Wahrheit des Katho- ich ja gerade, was für mich paßt!" Wir fuhren nach er sein Herz ganz hätte schenken können. Er war den lizismus, als der Umstand sei, daß Helene sich zu dieser Carrouge. Unterwegs hatte mich Lassalle wiederholt ge= Frauen gegenüber, wie es scheint, eroberungssüchtig, un- Konfession bekenne.( In Wirklichkeit war sie protestantisch, beten, ich möge doch machen, daß das Duell auf franzö= beständig, war für den Augenblick hingerissen, und empfäng- aber so higig handelte Lassalle, daß er sich nicht einmal fischem Boden stattfinde, damit er doch in Genf bleiben licher für die Triumpfe der Eitelkeit, als für die Eindrücke Zeit ließ, diesen Umstand zu ermitteln.) Tausend Pläne und die Angelegenheit mit dem alten„ Ausreißer" erledigen des Herzens. durchkreuzten sein überreiztes Hirn, während sein stolzes tönnte. So sehr ich mich über seine Sicherheit freute, Die junge Dame, welche ihm jetzt so stark entgegen Herz sich immer wieder unter dem Gefühle wand, daß war mir das doch etwas zu arg. Ich bemerkte ihm, kam, hatte ihn schon längere Zeit in Berlin gekannt, und möglicherweise doch Alles an einer wirklichen Verdaß er auf der Mensur nicht allein stehe, und daß jede Beide zeigten sich damals wenigstens flüchtig von änderung der Gefühle der jungen Dame scheitern könne, Kugel treffen könne; man dürfe einen Gegner nie verachten. einander eingenommen. - bis kein Zweifel mehr möglich war, da Fräulein Aber meine Worte machten keinen Eindruck. Gleich nach der ersten Begegnung in der Schweiz v. Dönniges in Gegenwart ihres Vaters und der Freunde Vor sieben Uhr waren wir in Carrouge, und da die beschließt Lassalle, um die Hand der jungen Dame anzu- Lassalle's auf das Nachdrücklichste erklärte, daß sie ihre Gegenpartei noch nicht angekommen war, warteten wir. halten, und theilt der Gräfin seinen Vorsatz mit. In Beziehungen zu Lassalle als beendigt ansehe und kein Lassalle, der nicht die geringste Aufregung verrieth, trank seiner Antwort auf ihren abrathenden Brief heißt es: weiteres Gespräch mit ihm darüber wünsche. Zugleich er eine Tasse Thee. Um 72 Uhr kamen die Anderen. Sie Wenn Sie in Ihrem Briefe sagen, ich sollte doch be- fuhr er, daß ihr früherer Verlobter, Herr Janko v. Rackowiß, hatten Dr. Seiler bei sich, der einen passenden Ort kannte. denken, daß ich so eben erst sterblich in eine Andere ver- angekommen sei, und daß ihre Vermählung mit ihm be- Sie fuhren voraus und wir folgten... In der Nähe liebt war, so entgegne ich, daß erstens sterblich verliebt" schleunigt werde. des Plazes, den Dr. Seiler im Auge hatte, stiegen wir sein bei mir zunächst überhaupt gar kein Begriff ist; sodann So lange er nur noch einen Zweifel an dem Um- aus und gingen durch das Gebüsch, bis wir an Ort und aber ist es wirklich ein nicht geringes Glück, in schlag in Helenens Gefühlen hegte, war Lassalle völlig Stelle waren. einem Alter von doch schon 391/2 Jahren ein Weib zu zerrissen und verzweifelt. Nicht ein Mal, sondern häufig Ich wurde durch das Loos bestimmt, für den ersten finden, so schön, von so freier und zu mir passender findet man in seinen Briefen an die Gräfin Worte wie Schuß zu laden und das Kommando zu geben. Persönlichkeit, ferner, das mich so liebt, und endlich, was folgende:„ Ich bin so unglücklich, daß ich weine, seit Die Parteien wurden nun auf die Mensur gestellt, bei mir absolute Nothwendigkeit, ganz in meinem Willen fünfzehn Jahren zum ersten Mal! Sie sind die Einzige, während ich lud. Man ermahnte mich von mehreren aufgeht." die weiß, was es heißt, wenn ich Eiserner mich unter Seiten, ja recht accentuirt und laut zu kommandiren; dieser Man sieht, daß Lassalle in diesem Briefe( vom Thränen winde wie ein Wurm!" Und an Helenen schreibt Ermahnung bedurfte es natürlich nicht. Für jeden Schuß 2. August) dies Thema( allerdings der Gräfin gegenüber) er:„ Ich leide stündlich tausendfachen Tod". Das Wort waren zwanzig Sekunden bestimmt, welche von dem ladennoch mit relativer Ruhe und Kälte behandelt. Allein Tod" kommt fast in all' seinen Briefen vor. Lassalle den Sekundanten dadurch zu martiren waren, daß er beim schon am folgenden Tage trat ein Ereigniß ein, das eine hat das bestimmte Gefühl gehabt: wenn er in dieser An- Anfang 1, bei zehn Sekunden 2, bei zwanzig Sekunden 3 entscheidende Wendung sowohl in den Gefühlen Lassalle's gelegenheit gedemüthigt und geschlagen werde, sei er ver- fommandirte. Ich beobachtete die Vorsicht, vorher noch wie in denen der jungen Dame hervorrief, und dadurch nichtet, sein Stolz geknickt, das Selbstgefühl, das ihn Achtung!" zu rufen. verhängnißvoll wie kein früheres Ereigniß in Lassalle's unter so vielen harten Kämpfen aufrecht erhalten, gebrochen, Ich gab das Kommando 1. Kaum fünf Sekunden Leben ward. und sein Glaube an seine Sterne" für alle Zeit er- nachher fiel der erste Schuß, und zwar von Seiten des Fräulein Helene v. Dönniges war die Tochter eines loschen. Herrn von Rackowiß. Unmittelbar nachher, es verging bairischen Diplomaten und Gesandten. Als sie ihre Eltern Man beurtheilt ihn zu hart, wenn man die Haupt- nicht eine Sekunde, antwortete Lassalle. um deren Einwilligung in ihre Verlobung mit einem ursache seines Untergangs in einer tödtlich verlegten Eitel- Er schoß vorbei, er hatte den Tod schon im Leibe. Manne bat, der, wie Lassalle, auf dem Kriegsfuße mit feit sieht. Sein Glaube an andere Menschen, sein Selbst- Es war ein Wunder, daß er überhaupt noch hatte allen Autoritäten stand, und von der vornehmen Welt vertrauen war mit demselben Schlage in dem Augenblick schießen können. " wie eine Art Räuberhauptmann betrachtet ward, in dessen gebrochen, wo er die so leidenschaftlich Erstrebte für treulos Nachdem er gefeuert, trat er unwillkürlich zwei Vergangenheit eine Anklage wegen Diebstahls verzeichnet halten mußte. Es heißt in seinen Briefen( Becker, Ent- Schritte links. Nun erst hörte ich- denn ich hatte auf war, antworteten diese, damit, aufs bestimmteste ihre Ein- hüllungen 2c., S. 71): Surz, gehe ich jetzt zu Grunde, die Uhr sehen müssen,- wie Jemand( ich weiß nicht, willigung zu einer Verbindung zu versagen, die nach ihrer so ist es nicht mehr an der brutalen Gewalt, die ich so war es General Bethlen oder Dr. Seiler) fragte:„ Sind Ansicht nicht glücklich ausfallen konnte. oft gebrochen habe, sondern an dem grenzenlosen Verrath, Sie verwundet?" Darauf antwortete Lassalle:„ Ja." In ihrer Verzweiflung und durch Lassalle's äußerst an dem unerhörtesten Wankelmuth und Leichtsinn eines determinirte Pläne und Vorschläge erhitzt, verläßt das Weibes, das ich weit über alles Maaß des Erlaubten Wir führten ihn nun sogleich auf eine Decke, wo man junge Mädchen das elterliche Haus, eilt zu Lassalle, stürzt hinaus liebe", und an einer anderen Stelle( ebendaselbst, ihn niederlegte und den ersten Verband anlegte. in sein Zimmer, giebt sich ganz in seine Gewalt und bittet S. 74) sagt er:„ Ich falle dann mit ihrem und durch Während die Gegenpartei fich entfernte, führten ihn, sie als sein Weib zu entführen, da sie nicht auf ihren Willen, ein furchtbares Denkmal davon, daß ein Dr. Seiler und ich Lassalle zu einer Kutsche und halfen andere Weise sein Weib werden könne. In diesem einen Mann sich nie an ein Weib ketten soll. Ich falle dann ihm hinein. Wir Beide fuhren mit ihm und unterstüßten Augenblick seines Lebens war Lassalle nicht Lassalle, nicht durch den entsetzlichsten Verrath, die schnödeste Felonie, ihn unterwegs, so gut es ging. Ich ließ den Kutscher er selbst, und Das verzieh er sich niemals. Einerlei, was welche die allsehende Sonne je geschaut hat". die Wege einschlagen, wo es kein Pflaster gab. Nur die psychologisch- physiologische Ursache war, er handelte Die Erbitterung über das grenzenlose Ridicule", das zweihundert Schritte weit hatten wir über Steine zu fahren. zum ersten Mal in seinem Leben unentschlossen, spießbürger- auf Lassalle fallen würde, als auf einen Menschen, der ein Raffalle war unterwegs sehr still; nur als wir über das lich), konventionell; statt Fräulein v. Dönniges zu ent- ganzes Ministerium eines Mädchens halber, das Nichts holprige Steinpflaster kamen, sprach er von dem Schmerze, führen, bot er ihr den Arm und führte sie zu ihren Eltern von ihm wissen wollte, in Bewegung gesezt, hat ihren den ihm die Wunde verursache, und fragte, ob wir bald zurück, um auf gesetzliche und bürgerliche Weise um ihre Theil an diesen übertriebenen und von der äußersten Ver- zu Hause seien." Hand zu werben. zweiflung eingegebenen Ausbrüchen. Aber er würde nicht Mit sicherem Schritt ging er troß seiner Schmerzen Man schloß die junge Dame einige Tage ein, und von Untergang“ und„ Tod" geredet haben, wenn nicht die Hoteltreppe hinan, um die Gräfin Haßfeldt, welche als Lassalle entdeckte, daß ihm der Zutritt zu ihr ver- die Lebenskraft in ihm einen Stoß erlitten, wenn nicht er auf den Ausgang des Duells harrte, nicht zu erschrecken. sperrt sei, brach seine Verzweiflung über das, was er selbst sein Ich aus den Händen verloren hätte. Noch bis zum dritten Tage lag er in Schmerzen hin, die seine„ Gimpelei" nannte, aus, und zugleich entstand mit So bald die peinliche Ungewißheit endgültiger Ge- man durch Opium zu betäuben suchte. Daß die Wunde dem hartnäckigsten Vorsatze, jezt Helenen, es koste, was wißheit Platz gemacht hatte, schickte Lassalle eine Heraus- tödtlich sei, war vom ersten Augenblick an außer Zweifel. es wolle, zu erobern, eine durch die Schwierigkeiten fünft- forderung an Herrn v. Dönniges und ein Billet an Herrn Er verſchied am 31. Auguſt. lich zum Aeußersten erhitzte Verliebtheit, deren Stärke aus- v. Rackowiß, das nothwendig diesen zu einer Herausschließlich auf dem Groll über sich selbst zu beruhen scheint, forderung aufreizen mußte. Da Herr v. Dönniges den Ein so trauriger und unschöner, ja unwürdiger Tod durch eine schwächliche und spießbürgerlich rechtschaffene Schauplatz dieses Dramas, Genf, schleunigst verließ, endete ein Leben, das so groß angelegt und so thatenreich Handlung ein Glück, das ihm in die Arme flog, verscherzt wurde die Herausforderung, welche Lassalle von dem be- war. Und doch war dieser Tod kein Zufall. Wenn irgend zu haben. leidigten Bräutigam als Antwort empfing, die entscheidende. jemals, so gilt es hier, daß der Charakter des Helden Während aber Lassalle's Leidenschaft unter dem Ein Duell auf Pistolen wurde von den Sekundanten ver- sein Schicksal war. Er verdankte sich selbst, keinem Eindruck des Vorgefallenen auf den Siedepunkt stieg, war abredet. Hier die Duellbedingungen: äußeren Beistande, Alles, was er im Leben erreicht und durch eine psychologisch leicht verständliche Konsequenz das vollbracht hatte, und er war selbst seines Unglückes Gefühl des jungen Mädchens immer tiefer gesunken. Schmied, stürzte er sich wie mit Absicht ins Verderben. Sie hatte Alles auf eine Karte gefeßt, sie, die Willens- 20 Sekunden, markirt durch 1, 2, 3, Anfang, Mitte und Fünfzehn Schritt fester Stand. Schuß innerhalb Die Zeilen, welche man auf der Brust des Verwundeten schwache, hatte sich ganz hingegeben und mit einer, ihrem Ende. Glatte Pistolen mit Visir und Korn. Wesen und ihrer Jugend nicht natürlichen Entschlossenheit beliebig. Haltung ,, Ich erkläre hiermit, daß ich selbst es bin, welcher gehandelt. Und man war ihrer auf den höchsten Punkt für Schuß. Jedesmal ladet derfelbe Sekundant beide Drei Kugeln pro Mann.- Versagen gilt seinem Leben ein Ende gemacht hat. gestiegenen Leidenschaft mit Vernunfterwägungen begegnet. Pistolen; Sekundanten loosen um die Reihe des Ladens. Es war also nicht zu verwundern, daß ihre glühende Schwärmerei für Den, welchen sie ihren schönen, herr- Arzt. Graf Kayserlingt und Herr Dr. Arndt besorgen den Rendezvous: Omnibus- Halteplay in Carrouge *) Ferdinand Lassalle. Ein literarisches Charakterbild. 71/2 Morgens, 28. August. R. 1, A. 2, B. 3: Jeder Duellant hat in den Händen seiner Sekundanten 2. Aufl. Leipzig, H. Barsdorf. Preis M. 2,50. Punktation. fand: 1 * * * 28. August 64. F. Lassalle." diese Zeilen, die leßten, die er geschrieben, und deren Bestimmung es war, eine unschuldige unwahrheit auszusagen, welche einen Gegner decken konnte, enthalten eine höhere Wahrheit. Die Waarenpreise im Einzelverkauf. von Brod und Mehl besteht, daß es geschäftsmäßig lohnt, Wie der Zwang gegen die Zwischenhändler ausgeübt beides in den kleinen Mengen, die die Grenze zollfrei werden soll, wird sich ja bald zeigen, man wird wahr= × Es ist schon wieder von einem Schritte die Rede, passiren dürfen, nach Deutschland zu bringen. Dies ist scheinlich einen Boykott gegen diejenigen versuchen, die die heutige fehlerhafte Wirthschaftsweise im Intereſſe der der handgreifliche Beweis dafür, daß die Kornzölle das sich nicht fügen wollen. So etwas ist erlaubt, wenn es Starken und zum Schaden der Schwachen zu verbessern. Brod vertheuern, wenn auch ein neuer Zollaufschlag nicht vom Fabrikanten beschlossen wird. Wehe den Arbeitern, Ein solches Streben ist bekanntlich nach der Ansicht gleich und unmittelbar durch eine Preissteigerung des die etwas ähnliches thun wollten. der Reaktionäre sehr löblich, nur nach der entgegengesetzten Brodes sich bemerkbar zu machen braucht. Seite hin ist ihm mit Energie entgegen zu treten, selbst Diese Auseinandersetzung hielten wir für nöthig hier wenn das Streben sich innerhalb der Gesetze hält. einzuschreiben, weil bei der Besprechung derselben Frage, den Vereinigten Staaten. I. Die Herren Groß- Fabrikanten haben nämlich gefunden, der beabsichtigten Vergewaltigung des Zwischenhandels Eine amtliche Darstellung der Streiks in daß ihre Vereinigungen zum Auftreiben der Preise ein durch die Großfabrikanten die Großfabrikanten die Norddeutsche AllHinderniß finden an den Waarenpreisen des Einzel- gemeine Zeitung wieder einmal ihre Weisheit dahin verkäufers. Sie klagen darüber, daß der Einzelver- zum Besten gab, daß die Preistreibereien der Großindukäufer mit den Preisen nicht ebenso hinauf und herabgeht, striellen die Waarenpreise im Einzelverkauf nicht erhöhen, wie sie es in ihrem Interesse mit den Großpreisen für wie ja auch die Kornzölle, nach ihrer Annahme, die Brodgut halten und finden sich dadurch geschädigt. Die preise nicht erhöht haben. Solchen Fälschungen der That Herren rechnen so: fachen muß man sofort entgegentreten. richten darüber: Der dritte Jahresbericht des nationalen statistischen Bureaus( jetzt Department of Labor) der Vereinigten Staaten liegt jetzt vor. Amerikanische Arbeiterblätter be= Wenn wir mit den Preisen herabgehn, so wollen Wir kehren jetzt zu unserer eigentlichen Frage zurück. Schon der Umfang dieser Druckschrift( nahezu 1200 Druckwir dadurch unsern Vortheil erreichen, indem der Verbrauch Die Groß- Fabrikanten der Herstellungszweige, feiten, wovon das meiste in statistischen Tabellen) beweist, sich hebt. Wenn nun der Einzelverkäufer nicht ebenso die sich in Kartelle zum Erhöhen ihres Reingewinnes durch daß man in dem Bureau fleißig gewesen ist. Der Bericht sehr herabgeht, dann wird unser Zweck nicht erreicht, der Ausnutzung der einheimischen Kundschaft vereinigt haben, enthält ausschließlich eine Darstellung der Streiks und Verbrauch hebt sich nicht, oder nicht in dem Maß, wie wollen den Einzelverkäuser zwingen, in ihrem Interesse Lockouts( Aussperrungen seitens der Arbeitgeber") in den wir es wünschen, um mehr produziren und unser Mehr seine Verkaufspreise zu regeln. Sie wollen ihm aufzwingen, Jahren 1881-86 mit einem Anhang: Streiks und produkt absetzen zu können. daß er mit den Preisen hinauf und herabgeht, wie es ihr Lockouts in den Vereinigten Staaten vor dem Jahre 1881", Gehen wir mit den Preisen hinauf, so ist unser Nutzen erfordert. Daß dies weder im Interesse des Klein- sowie Gerichts- Entscheidungen und Gesetzgebung über VerInteresse, daß unser Absatz mindestens gleich bleibt. Geht handels noch des abnehmenden und verbrauchenden Publi- schwörung 2c. in Streitigkeiten zwischen Kapitalisten und nun der Einzelverkäufer nicht auch hinauf, so vermindert fums liegt, ist selbstredend. Die Fabrikantenkartelle sind Arbeitern. " 1 " sich sein Verdienst an unserer Waare und er läßt sie wohl nicht geschlossen zum Herabseßen der Preise, sondern Außerdem hat das Bureau neben dieser Arbeit, wie ganz fallen. Dadurch wird unser Absatz vermindert und zum Hinaufschrauben derselben. Das bedarf keines wir aus der Vorrede ersehen, eine Untersuchung über die wiederum der von uns erwartete Profit geschädigt. Da Beweises Wenn der Zwischenhandel sie in dieser Thätig moralische, physische und ökonomische Lage der Arbeiter nun unser Profit aber in der heutigen Staats- und Ge- feit behindert, so ist er dem Publikum von Nugen. Bei in Großstädten nahezu vollendet; eine Untersuchung über sellschaftsordnung die Hauptsache ist, so müssen wir die der heutigen Wirthschaftsweise hat eben jeder das Recht, die Kosten der Vertheilung, des Detailabsatzes der HauptEinzelverkäufer zwingen können, unsere in unserem In seinen Vortheil zu verfolgen, ohne Rücksicht auf den an- sächlichsten Lebensmittel in Angriff genommen und obenteresse vorgenommenen Preisänderungen mitzumachen, so beren. Der Einzelverkauf ist auch eines der Gewerbe, drein die ihm durch Kongreßbeschluß aufgehalfte statistische weit es in unserem Vortheil liegt. Untersuchung über Eheschließungen und Scheidungen innerOb das auch im Interesse der Kleinhändler und des das von der Konkurrenz sehr erheblich bedrängt wird. Es giebt ja einzelne tapitalkräftige Kaufleute auch im halb der legten 20 Jahre durchgeführt, worüber es den Volkes ist, das ist bekanntlich ganz gleichgültig, denn unser Kleinhandel, sie sind aber von einer großen Zahl sehr Bericht noch in dieser Session des Kongresses vorlegen will. Verdienst ist„ Nationalwohlstand", der immer gehoben schwacher Konkurrenten umgeben, die eben durch ihre Zahl Was nun die Untersuchung über die Streiks anbelangt, werden muß, auf die anderen kommt es nicht an. nicht ohne Einfluß sind und auch die Stärkeren zwingen, so war natürlich die erste Bedingung für ein zuverlässiges Nun ist der Einkaufspreis einer Waare( im Großen auf sie Rücksicht zu nehmen. natürlich und unzweifelhaft im regelmäßigen Verkehr) auf den Verkauf im Einzelnen, ob dieser Einzelverkauf der große Zahl kleinerer Kapitalisten, deren Mittel für einen Der Zwischenhandel bildet eine Zufluchtstätte für eine Ergebniß eine zuverlässige Methode der Aufnahme. Der Modus war folgender. Die Angestellten des Waare nach einer weiteren Verarbeitung derselben geschieht heut noch lohnenden herstellenden Betrieb nicht mehr aus- Amtes hatten die Sammlungen von Zeitungen und oder nicht, von erheblichem Einfluß. Es ist natürlich eine reichen, die vom Großbetrieb vom Markte gedrängt sind. Beitschriften während des in Aussicht genommenen Unterbewußte unwahrheit, wenn jemand behauptet, die Ver- Eine große Zahl Handwerker werden Händler, zuerst neben suchungszeitraums nach Berichten und Notizen über Streiks theuerung des Getreides durch Zölle und Verkehrshinder der Werkstelle, später ohne dieselbe. durchzustöbern, von denen Auszüge gemacht wurden. nisse beeinflusse die Brodpreise nicht. Diese wurden Agenten übermittelt, welchen je ein Die große Zahl derselben begnügt sich mit sehr ge- Distrikt zugetheilt war und die nun die betheiligten Parteien dem Wiederverkauf einer Verarbeitung unterliegen, ist aber ringem Reingewinn und zwingt die größeren Händler ihnen aufzusuchen und auszufragen hatten. In dieser Arbeit nur eines der für den Wiederverkauf preisbildenden dabei zu folgen. Es besteht ein unausgesezter und heftiger wurden die Agenten, wie der Bericht sagt, von den ArbeiterKampf um die Kundschaft. Die Kleinen werden freilich Organisationen bedeutend unterſtüßt. Bleiben wir beim Brod als Beispiel stehen. Das in diesem Kampf zerrieben und gehen unter, finden aber Differirten die Angaben, so entschieden sie sich für Korn wird gemahlen und schon das Zwischenfabrikat, das heut noch immer reichlichen Ersatz. das Wahrscheinlichste, nachdem sie die Aussagen des einen Mehl, wird in seinem Preise nicht allein vom Kornpreis Das Theurerwerden einer Waare ist für den Klein Theils zur Kenntniß des anderen gebracht und eine Art bei dem Fabrikanten desselben beeinflußt. Es sprechen händler immer ein sehr böser Punkt. Muß er den Preis Verhör angestellt hatten. Die Frage, ob ein Ausstand im Allgemeinen mit: der Transportpreis mit seinen Un- crhöhen, so schränkt sein Publikum leicht den Verbrauch seitens der Arbeiter oder ein Ausschluß seitens der Unterkosten, die Kosten der Anlage und Unterhaltung der Mühl- ein. Um zu verdienen muß er immer erst verkaufen. So nehmer vorliege, war häufig streitig, das Bureau glaubt werke und ihre Leistungsfähigkeit, die Geschäftsunkosten für fann es sein, daß er sich trotz des erhöhten Einkaufs- indessen, im Ganzen zuverlässig berichten zu können. Aufbewahren und Verkauf des Mehles und der Gewinn, preises eine Zeit lang an dem alten Verkaufspreise hält, Endlich war noch die Frage der Zählung der Streifs den Kaufmann, Zwischenhändler und Müller zu nehmen weil er noch weniger verdienen würde, wenn er den Preis zu erwägen. Es giebt große und kleine Ausstände, solche, für nothwendig finden. Alle diese Größen sind von dem erhöht. Verdient er nun zu wenig an der Waare, so die nur ein Unternehmen, mehrere an einem Platz oder Preise des Kornes bei dem Gutsbesitzer vollkommen un- wird er leicht suchen, eine andere Waare, die die erstere gar eine große Anzahl über das ganze Land betrafen. abhängig, und können in ziemlich bedeutenden Grenzen ersetzen kann, ein Surrogat, an die Stelle zu schieben, bei Das Bureau entschloß sich daher, und wie es uns scheint, dem er mehr verdient, er wird die Kundschaft an eine mit Recht, nur die einzelnen Werkstätten und Fabriken in Der Einkaufspreis, besonders von Waaren die vor Elemente. schwanken. Der Einwirkung der Transportmittel und der Trans- schlechtere Sorte zu gewöhnen suchen, Mischungen vor- Betracht zu ziehen, ohne darnach zu fragen, ob eine portpreise brauchen wir nicht eingehender zu gedenken, auch nehmen, kurz allerlei Kunststücke machen um seine Kund- gemeinsame Ursache für Ausstände in einer Reihe von ist von selbst einleuchtend, wie die Herstellungskosten des schaft zu befriedigen und seinen Verdienst zu behalten. Daß Geschäften bestand. Mehles durch Lohn und Kohlenpreise bei den Dampf- er dabei nicht immer im Interesse der Großfabrikanten Das Vorstehende ist eine kurze Wiedergabe des ganzen mühlen, durch den Wasserstand bei den Wassermühlen er- handeln wird, ist ganz selbstverständlich, er hat ja dazu nur ein paar Seiten umfassenden Textes in dem dicken heblich beeinflußt werden, wie längeres Lagern die Waare auch nicht die leiseste Veranlassung. Der Fabrikant wird Buche. freilich manchmal eine Preiserhöhung nicht durchsetzen vertheuert u. s. w. Das ist bemerkenswerth namentlich im Vergleich zu Es sind das Preisbilder, die sich ziffermäßig feststellen können, weil der Kleinhandel dabei nicht seine Rechnung dem neulich veröffentlichten Bericht des New- Yorker lassen, sie sind greifbar. Daneben geht aber noch der findet. Statistikers Peck. Dieser widmete einen großen Theil Hier soll nun die heutige Wirthschaftsweise verbessert desselben einer Abhandlung über die Streiks, die im ,, Unternehmergewinn", der sehr erheblich mitspricht in unserer heutigen Wirthschaftsweise. Er folgt nicht ziffer- werden, natürlich im Interesse der Starken, der Fabri- Ganzen vortrefflich gehalten war, während der Statistiker mäßig darstellbaren Gefeßen, sondern wird von, sozusagen kanten. Es soll dem Einzelverkäufer nicht ferner erlaubt des Gesammtreiches lediglich seine Ziffern produzirt, kein moralischen, vielleicht besser gesagt, eingebildeten,( imagi- sein, selbst zu bestimmen, mit wie viel Nußen er die Wort des Kommentars dazu setzt, ja nicht einmal über nären) Einwirkungen beeinflußt. Nach den Regeln der Waare verkaufen will, das soll ihm der Großfabrikant die gewiß bedeutungsvolle und einzig dastehende Erhebung heutigen Wirthschaftsweise nimmt jeder Geschäftsmann und vorschreiben. in der Arbeiterwelt im Jahre 1886, ihre Ursachen und " also auch der Müller und der Mehlhändler soviel„ Rein- Ein jeder Protest gegen einen solchen neuen Versuch ihren Verlauf, ein Wort verliert. gewinn" als er erhalten kann und der„ Reingewinn" der zur Ausbeutung des Volkes durch die Großindustriellen Das ist gewiß sehr auffällig und reizt zum NachHände, durch die eine Waare geht, ist sehr bestimmend und Großgrundbesitzer wird in ihrer Presse nicht nur, son- denken an. Sollte Herr Wright sich nicht zugetraut haben, für ihren endlichen Preis. dern auch in der den Regierungskreisen nahestehenden als in einer solchen Darstellung die„ Objektivität“ zu bewahren, Alle diese Preisbilder sind von einander unabhängig Manchestert hum" gekennzeichnet und geschmäht. Es die zur Behauptung seiner Stellung nach beiden Seiten und zuweilen in ziemlich weiten Grenzen veränderlich. Sie ist das diese wirthschaftliche und gesellschaftliche Reform, hin- Arbeiter und Kapitalisten- nothwendig sein mag, können bewirken, daß das Mehl zum Bäcker schon theurer die den Arbeitern durch allerlei künstliche Gesetzesauslegungen so daß er sich davon zu drücken beschloß? kommt, obgleich der Preis des Kornes gefallen ist. Bei das ihnen gesetzlich zustehende Koalitionsrecht verkümmert, Sci dem, wie ihm wolle, diese bemerkenswerthe Periode der Weiterverarbeitung zum Brod tritt eine neue Reihe die jetzt wieder dabei ist, den letzten und freilich tödtlichen in der amerikanischen Arbeiterbewegung verdiente entschieden vollständig von einander und von dem Kornpreise unab- Schlag gegen dasselbe zu führen, da die Sammlungen eine spezielle und sachverständige Behandlung. hängiger Preisbilder hinzu, die den Brodpreis beeinflussen. für Ausstände unmöglich gemacht werden sollen,( darauf Und nun zur Sache selbst. Der Bericht beginnt mit Wir fönnen also nur sagen: kommt es doch hinaus, wenn man verlangt, es soll für dem Jahre 1880 und schließt mit dem Jahre 1886. Es Ohne Zweifel ist der Brodpreis vom Korn- Streifsammlungen polizeiliche Genehmigung eingeholt ist aber wünschenswerth, das vorgehende und das folgende preise abhängig, er wird von ihm vertheuert oder werden, trotzdem das Gesez„ Alle" Vereinigungen zur Jahr mit heranzuziehen, weil sie starke, Wendepunkte beverbilligt, da aber noch andere Preisbilder mitreden, Erzielung günstiger Lohnverhältnisse gestattet), die für die zeichnen. so ist der endgültige Brodpreis nicht nothwendig Arbeiter durch kleine und kleinliche Verbesserungen oder Für das Jahr 1880, welches die höchste Zahl der immer mit dem Kornpreise gleich steigend oder fallend, Veränderungen in der Armenpflege zu entschädigen hofft Ausstände nach der Krisis der 70er Jahre aufweist, liegt er tann sehr gut stehen bleiben oder sogar fallen, während und ihnen dabei so nebenan ein Arbeitsbuch in die Tasche eine Privatstatistik von D. Weeks vor, welche, auf die die Kornpreise steigen, er würde aber gesunken sein, oder schieben will; die in jeder Vereinigung der Arbeiter zur Berechnungsweise des Bureaus angewandt, 610 Streits tiefer gefallen sein, wenn das Korn nicht vertheuert wäre. Erzielung günstigerer Lebensbedingungen die Hydra der in 3477 Etablissements ergiebt. Die Bertheuerung des Brodes durch in die Höhe getriebene Revolution" bemerkt, der entgegengetreten werden muß, Für das Jahr 1887 hat das Bureau selbst Informationen Kornpreise kommt da sichtbar zum Ausdruck, wo Gebiete auch wenn sie sich innerhalb der Gesetze hält; die durch gesammelt, nach welchen 853 Ausstände in 4862 Geschäften mit künstlich vertheuerten Kornpreisen( Deutschland) mit die Innungen Zwiespalt züchtet zwischen Kleinmeister und stattfanden. solchen Gebieten zusammenstoßen, wo feine künstliche Ver- Arbeiter, die nothwendig zu einander gehören, wenn ihre theuerung der Kornpreise stattfindet( Desterreich, die Schweiz). Lage sich verbessern soll; die dabei den Wünschen und Es ist thatsächlich bekannt, daß an den Grenzen zwischen Anmaßungen der Kapitalisten in der weitesten Art FördeDeutschland und diesen Ländern ein solcher Preisunterschied rung angedeihen läßt. Nehmen wir diese Jahre zu der offiziellen Statistik von 1881-86, so ergiebt sich ein vollständiger Kreislauf vom höchsten bis zum tiefsten Punkt und wieder zurück, der sich in Ziffern wie folgt ausnimmt: Jahr 1880. 1881. 1882. 1883. 1884. 1885. 1886. 1887. Zahl der Streifs. Streifs Etablissements Streifende Ueber die Bedeutung von Arbeiter- Wochenblättern Berboten sind auf Grund des Sozialistengesetzes die Druckschriften: Vorwärts!" Eine Sammlung von Gedichten für das spricht sich Dr. L. Jacoby in einem Schreiben an die arbeitende Volk. Zürich, Verlag der Volksbuchhandlung in Hottingen, 1886. ,, San Franziskoer Arbeiterzeitung" folgendermaßen aus: ,, A B C des Wissens für die Denkenden von Dr. A. Douai. „ Wenn ich für die Zukunft einen Rath aussprechen darf, der Vierte unveränderte Auflage. Leipzig, Druck und Verlag der Gefich auf Erfahrungen in Deutschland und auf sorgfältige Beobach- nossenschaftsdruckerei 1878" und . 610 3477 ? 471 2928 129 521 • 454 2015 154 671 " 478 2759 149 763 443 2759 147 055 645 2284 242 705 · . 1411 853 9861 4862 499 489 ? 5365 30 945 1 323 203 Der Prozentsatz der betroffenen Etablissements von ihrer Gesammtzahl variirt von 3,5 als niedrigste Ziffer im Jahre 1885 zu 7 im Jahre 1886. Wir sehen also eine allmählige Verminderung der Ausstände und der Zahl der Streifenden vom Jahre 1880 bis 1884, was ganz genau der ökonomischen Lage entspricht. Von 1878 an bis 1880 verbesserte sich die Gewerbthätigkeit, um dann wieder herabzusinken und im Jahre 1884 den tiefsten Stand zu erreichen. In diesem Jahre kam der Anstoß vom Süden in Verbindung mit guten Ernten, der zu einem neuen Aufschwung führte. Die Streiks sind also im Allgemeinen ein Gradmesser der wirthschaftlichen Verhältnisse und ihre Massenhaftigkeit bedeutet, daß die Geschäfte gut gehen. Das ist ja auch ganz begreiflich. Die Arbeiter werden in der Regel bloß streiken, wenn sie wissen, daß nicht eine starke Reservearmee Unbeschäftigter gegen fie aufgeboten werden kann. " tungen stüßt, so möchte ich dringend davor warnen, das Blatt" Verzeichniß sozialdemokratischer Schriften der schweizerischen etwa, wenn es günstig weiter geht, alsbald zu einem täglichen Volksbuchhandlung und Expedition des„ Sozialdemokrat", HottingenArbeiterblatt umzugestalten. Ein Arbeiterblatt, welches nicht ein Zürich, Kasinoftr. 3, Druck der schweizerischen Genossenschaftsbuches muß ja auch solche geben son- druckerei 1886." täglicher Neuigkeitsträger dern ein Lehrer des werkthätigen Volkes fein will, sollte mit LeitBeschlagnahme sozialdemokratischer Schriften. Aus artikeln nicht öfter als zweimal wöchentlich( höchstens ausnahms- Lindau wird der„ Frff. 3tg." unterm 15. d. M. gemeldet: weise dreimal wöchentlich) erscheinen. Nur dann bleibt den Herausgebern und Redakteuren Zeit, gediegene Artikel zu verfassen und den Geſtern Nachmittag wurden durch die hiesige Polizei 3 Schweizer, Tert mit Bewußtsein so zusammenzustellen, daß er die höchste Wir- die Gebrüder Dudler aus Altenrhein nebst ihrem Knechte, bei dem Einschmuggeln von mehreren Zentnern verbotener sozialdemokratischer fung ausübt. Nur dann vor Allem bleibt dem Leser Zeit, das Druckschriften, worunter die neueste Nummer des„ Sozialdemokrat" Gelesene zu verdauen, darüber nachzudenken, es zu beurtheilen, war, ertappt und festgenommen. Die verbotenen" Sachen waren in es mit anderen zu besprechen, mit einem Worte, selbst zu denken. einem mit Mostmühlensteinen beladenen Segelschiffe verladen." Ein wahres Arbeiterblatt soll eben keine Denkmaschine sein, welche den Lesern das Denken erspart; dies ist thatsächlich der Fall Verhaftungen und Siftirungen in Berlin. Am Monbei den meisten kapitalistisch hergestellten Zeitungsblätternt, daher tag Abend saßen einige Arbeiter bei Buggenhagen am Morisplaz der Stumpfsinn in so weiten, auch den smartesten( geriebenfien) beim Glase Bier, nicht zusammen, sondern an einzelnen von ein Bourgeoiskreisen; sondern es soll ein in Zwischenräumen, die nicht ander entfernten Tischen. Zusammen kamen sie erst, als sie beim unmittelbar auf einander folgen dürfen, wiederholter Ansporn Verlassen des Lokals von Kriminalbeamten( zirka ein Duzend) und Antrieb sein, selbst zu urtheilen, selbst zu erkennen. Zeit verhaftet wurden. Sie wurden von der Polizeiwache nach dem haben zum Denken ist das große Bedürfniß unserer Tage und eine Molkenmarkt gebracht, mußten dort die Nacht zubringen und wur Hauptbedingung für die kommende neue Zeit. und dieser Nothschrei den, nachdem sie verhört worden, am Dienstag Nachmittag gegen und diese Lebensbedingung wird durch die Hezjagd nach dem Ver- 3 Uhr erst entlassen. Ein anderer mit in dem betr. Lokal anwesend dienst mit tausend Mitteln fortwährend erstickt und zu Boden gewesener Arbeiter wurde Dierstag früh verhaftet. Auch er wurde getreten. mit entlassen. In den Frühstunden des Dienstags war bei allen Es sind dies zum Theil neue Gedanken, die ich vielleicht ein- Genannten gründlich gehaussucht, aber nirgends auch nur das Ge= Am Dienstag Abend wurde mal in einer besonderen Schrift zusammenzustellen gedenke; zum ringste von Belang gefunden worden. anderen Theil find sie zuerst ausgesprochen in einer bekannten, hoch der Bildhauer T. Große, Wienerstr. 36a, als er die Wienerstraße bedeutsamen Rede von Lassalle." entlang nach dem sogenannten„ Kamerun" zuging, von einem Ge= heimpolizisten nach der Polizeiwache in der Neichenbergerstraße fistirt und mußte sich einer Durchsuchung seiner Kleider ausseßen. In Amerika ſcheint aber der wirthschaftliche Kreislauf Arbeiterversicherung, Gewerkschaftliches. Gefunden wurde nichts. auftreten müssen. " Vereine und Versammlungen. 译 er in 石 尚 街 al de fii Dieſe 11 • von Krise zu Prosperität ein kürzerer zu sein. In England Der Oberpräsident von Brandenburg hat mit Zubetrug er ziemlich regelmäßig zehn Jahre; hier dagegen stimmung des Ministers für Handel und Gewerbe( Fürst ungefähr sechs. Das an Hilfsquellen reiche Land erholt Bismarck) entschieden, daß den Innungskrankenkassen sich eben rascher, als die europäischen Länder und nicht nicht gestattet ist, im Statut zu bestimmen, daß die bei nicht gestattet ist, im Statut zu bestimmen, daß die bei Die großen Wählerversammlungen der Berliner zum wenigsten durch sein noch unbesiedeltes Land und die Innungsmeistern beschäftigten Gesellen und Lehrlinge mit Sozialdemokraten nehmen ihren Fortgang. Am Freitag voriger große Einwanderung von Farmern, die zunächst als Käufer dem Tage des Eintritts in die Beschäftigung auch in die dakteur dieses Blattes über die Ursachen des Wachsthums und Woche sprach in der Tonhalle vor vielleicht 3000 Hörern der ReInnungskrankentasse eintreten müssen. Das Polizei- des endlichen Sieges der Sozialdemokratie." Am Dienstag fanden präsidium zu Berlin hatte ein solches Statut genehmigt, nicht weniger als drei Versammlungen statt, mit den Referenten: Für den Austritt aus den Zwangskaffen. als unzulässig erklärt. Wir machen die Arbeiter auf diesen zweite verfiel der Auflöſung als Schuhmacher Mar Baginsky auf auf Beschwerde des Berliner Magistrates ist dasselbe aber Stadtverordneter Kunert, Tischler Glode, Kaufmann Anerbach. Alle drei Versammlungen waren ausgezeichnet besucht, die Die§§ 19 und 63 des Krankenversicherungsgesetzes Entscheid aufmerksam, um überall da, wo die Innungen die Altersversicherung zu sprechen kam. Heute Sonnabend foll bestimmen, daß der Austritt aus den Zwangskassen ver die Gesellen zum Eintritt in ihre Krankenkassen zwingen, ebenfalls eine Wählerversammlung stattfinden( s. Inserat) und für ficherungspflichtigen Personen mit Schluß des Rechnungs- die Sache zum gesetzlichen Austrag zu bringen. morgen, Sonntag, ist, wie aus dem Inseratentheil ersichtlich, eine große Versammlung in der Tonhalle in Aussicht genommen. jahres zu gestatten ist, wenn sie denselben mindestens Wann der Berliner Maurerprozeß wieder zur zu verhalten, denn es giebt eine sogenannte Gesetzgebung." „ Ich fordere die Anwesenden auf, fich recht ruhig drei Monate vorher bei dem Vorstande beantragen und vor dem Austritt nachweisen, daß sie einer dem Verhandlung kommt, ist vorläufig noch nicht zu übersehen. Es giebt feine sogenannte" Gesetzgebung, ich löse die Versamm= § 75 des Krankenversicherungsgesetzes entsprechenden freien Bis jetzt ist die Revisions- Rechtfertigungsschrift der Staats- lung auf Grund des§ 9 des Sozialistengefeßes auf."... oder eingeschriebenen Hülfskaffe als Mitglied angehören. anwaltschaft, die die Revision angemeldet hat, den Ange- Scene spielte sich am Dienstag Abend in Berlin( Königshof, Der Schluß des Rechnungsjahres tritt in den meisten tlagten noch nicht mitgetheilt, also wahrscheinlich auch noch gleich nach Eröffnung der Versammlung ab, in welcher der StadtBülowstr.) zwischen dem Vorsigenden und dem Ueberwachenden Kaffen am 31. Dezember ein, folglich muß der Antrag nicht eingegangen. Wie schwierig die Anfertigung dieser verordnete Tubauer über die Altersversicherung referiren sollte. Zu auf Entlassung aus der Zwangsversicherung spätestens Schrift sein muß, folgt schon aus dem Umstande, daß in einem Vortrag kam es infolge dessen gar nicht erst. bis zum 30. September gestellt sein; in den Kassen, dem viel später verhandelten Töpferprozeß die Revisionswelche das Rechnungsjahr schon am 30. November schließen, rechtfertigung schon in Händen derjenigen Angeklagten ist, Große öffentliche Versammlung der Handlungsmuß die Kündigung spätestens bis zum 31. Auguſt er gegen welche Revision angemeldet war. Es ist im Maurer- gehilfen Berlins, Montag, 27. August, Abends 8½ Uhr, im folgen, widrigenfalls der Versicherte auf ein weiteres Jahr prozeß also auch noch nicht zu beſtimmen, wie die Sache Die Alters- und Invalidenversicherung in Bezug auf den KaufmannsLouisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tagesordnung: in dem Zwangsverhältniß bleiben muß. ungefähr werden wird. In der Revisionsinstanz findet stand. Referent: Herr Albert Auerbach. übrigens ein Verhandeln über Thatfragen durchaus nicht Eine große öffentliche Versammlung der Steinstatt, es wird da nur durch Staatsanwaltschaft und Ver- drucker, Lithographen und Berufsgenossen findet heute, Sonnabend, theidigung über Rechtsgrundsäße gestritten. Wird der den 25. Auguſt, im Alten Schüßenhauſe, Linienſtr. 5, Abends Revision Folge gegeben, so beginnt gegen alle oder einen 8 Uhr, statt. Tagesordnung: Die Altersversicherung. Referent Th. Wegner. Möge deshalb kein Arbeiter, welcher aus der Orts, Theil der Angeklagten das Verfahren vor der ersten In-- Vereinigung der Drechsler Deutschlands. OrtsBetriebs-( Fabrik-), Bau- oder Innungskasse ausscheiden stanz ganz von vorne an wieder, es findet ganz neue verwaltung Berlin III. Versammlung am Sonntag, den 26. Auguſt, will, versäumen, vor dem 31. Auguſt refp. 30. September Beweisaufnahme statt, die aber meistens etwas eingeschränkter Vormittags 10 Uhr, in Saeger's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesfeinen Austritt anzumelden! ordnung: 1. Die Arbeiterfrage, ihre Bedeutung für Gegenwart auszufallen pflegt, als das erste Mal, da man beiderseits und Zukunft von Prof. Fr. Albert Lange. Zweiter Vortrag: Der Beugen, die wenig oder gar nichts zur Sache bekundet Stampf um die bevorzugte Stellung. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verhaben, nicht zu laden pflegt, doch können auch ganz neue schiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäſte Beugen geladen werden. Vor Beendigung der Gerichts in dieser Versammlung mehrere Anträge zur Diskussion gelangen, haben Zutritt. Der Vorstand weist besonders darauf hin, daß ferien, d. h. vor Mitte September, wird in der Sache welche für eine event. im Oftober d. 3. bevorstehende Lohnkaum ein Schritt geschehen. Die Entscheidung des Reichs bewegung von maßgebender Bedeutung sind. gerichts dürfte also kaum vor Ende dieses Jahres zu er= Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhwarten sein und wenn die Revision Erfolg haben sollte, tag, den 27. d. M. Abends 8 Uhr, Versammlung im Königſtadtmacher und verwandten Berufsgenossen Berlins. Monkönnten im März oder April nächsten Jahres die neuen Stafino, Holzmarktstr. 72. Verhandlungen stattfinden. Das sind aber natürlich nur Muthmaßungen. Der Nachweis, daß man einer anderen Kasse angehört, braucht nicht bei der Kündigung, sondern erst am Schlusse des Rechnungsjahres( also Ende November oder Dezember) beigebracht zu werden. Die Kündigung zum Austritt aus einer Orts-, Betriebs( Fabrik-), Bau- oder Innungskasse geschieht am besten durch eingeschriebenen Brief, der an den Vorsteher, aber mit Angabe von dessen Namen gerichtet ist, nicht etwa blos ,, an den Vorstand" der Ortskasse, denn solche eingeschriebene Briefe ohne Namen händigt die Post nicht aus. Man schreibt also: An den Vorstand der Ortskrankenkasse der Herrn 11 Ich will vom 1. Januar t. J. ab nicht mehr zur Hilfskaffe eintreten. ten Namensunterschrift ( Ort) den Arbeitet bei Herrn 1888. Unterstüßungsverein der Maurer Berlins. Sonntag, den 26. d. M., Vormittags 10/2 Uhr, in Scheffer's Lokal, Inselstraße 10, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn In einem partiellen Streik befinden sich augenblicklich die Dr. M. Baumgart über:„ Die Ideen des ewigen Völkerfriedens". Ortskrankenkasse gehören, sondern in eine zentralisirte freie Töpfer Berlins. Die Meister, voran natürlich die Innungs- 2. Diskussion. 3. Berathung einer Bibliothekordnung. 4. Vereinsbrüder, benutzen die augenblickliche Geschäftsflaue, um überall Lohn- angelegenheiten und Fragekasten. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, abzüge vorzunehmen und den mit den schwersten Opfern durchge- haben Zutritt. jezten Tarif von 1886 zu durchlöchern. Und das geschieht in einer- Fachverein der Gas-, Wasser, Heizungs- RohrZeit, wo die Töpfer hofften, etwas Geld für die harten Zeiten des leger und Berufsgenossen Berlins. Versammlung am Sonntag, Winters, wo alle Arbeet für sie stockt, zurück zu legen. In dem den 26. August, Vormittags 10 Uhr, bei Feuersteins, Alte JakobNummer des Kassenbuches Stampfe gegen den Tarif zeichnet sich besonders der Meister Titel, ftraße 75. Tagesordnung: 1. Arbeitsnachweisbericht. 2. Wahl Steinstraße 26, unrühmlich aus. An den Töpfern Berlins liegt eines Vergnügungskomitees. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Diesen Brief muß man, wie gesagt, spätestens am es nun, gegen dieses Vorhaben energisch Front zu machen und da Die Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins Dienstag, den 28. August, oder am Sonnabend, den sofort die Arbeit niederzulegen, wo der Tarif nicht voll gezahlt jämmtlicher Berufsklassen, Filiale Berlin 1, hält am Sonnabend 28. September d. J., zur Post geben. wird. Stehen die Gesellen einmüthig zusammen, so werden an den 25. d. M., Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78, Restaurant WollWer will, kann diese Kündigung auch mündlich bis ihrer Entschlossenheit alle Versuche der Meister ohnmächtig abprallen, schläger, eine Versammlung ab. den Lohn herabzudrücken und die Arbeitsbedingungen zu verschlech Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, Freitag, den 31. August, bezw. Montag, den 30. September tern. Und zu diesem einmüthigen Zusammenstehen sind die Töpfer den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. d. J., anbringen. Er erhält aber in der Regel einen Berlins in ihrem eigenen und im Interesse ihrer Familien ver- Völkel- Magdeburg über: Die sogenannte gute alte Zeit". Damen Anschnauzer mit als Zugabe. pflichtet. Die Streifenden werden in vollem Maße von den Kol- und Herren als Gäste willkommen. ben. Bereits haben auch 300 Töpfer die Arbeit niedergelegt, und legen, denen die Arbeit tarifmäßig bezahlt wird, unterstützt wer 100 von ihnen haben Berlin verlassen. Möge dieses Beispiel allen Töpfern Berlins, besonders aber den Titel'schen Arbeitern, ein Anporn sein, unter allen Umständen fest am Tarif zu halten, sonst im Töpfergewert Blas greifen. Das Bureau befindet sich im liegt die Gefahr nahe, daß wieder die früheren traurigen Zustände Restaurant Stuhlmey, Neue Friedrich- und Rosenstraßen- Ecke. jederzeit auf unserer Expedition zu erhalten und werden Liften zum Sammeln von Abonnenten find Die Vertrauensmänner, Kollegen Abendroth und G. Kremer er- auch gratis übersandt. theilen dort jede Auskunft. Ist die Kündigung rechtzeitig geschehen, so muß der Eintritt in die freie Hilfskaffe in der legten Dezemberwoche spätestens geschehen, damit das ausgefüllte Buch der freien Hilfskaffe beim Antritt zur Arbeit im Jahre 1889 in den Händen des Arbeiters ist, sonst gilt die Kündigung nicht, und er muß noch ein Jahr der Ortskrankenkasse angehören. Wer nicht in Arbeit ist, braucht natürlich nicht zu kündigen. Also auf, Ihr Arbeiter, haltet Eure eigenen Kassen, die zentralisirten freien Hilfskassen hoch! Ihr zeigt dadurch, daß Ihr für Eure Selbständigkeit, für Euer Recht einzustehen bereit seid. Maßregelungen, Prozesse. Briefkasten. Braunschweig. Artikel willkommen. Auch würden wir das andere ganz gern übernehmen, wenn zu rechter Zeit Nachricht. Chemnih. Wir haben nichts erhalten und würden es auch nicht erwähnen. Unsere legte Briefkastennotiz bezog sich auf ein paar Lohnzahlen. unseres Blattes an. Ein ganzes Jahr brauchen Sie natürlich nicht J. Stuttgart. Die Post nimmt nur Vierteljahres- Abonnements Verschiedene Vereinsberichte mußten wegeu Raummangels Die polizeiliche Genehmigung mußte seitens des sozial demokratischen Wahlkomitees in Berlin selbst für eine einfache gedruckte Aufforderung an die Wähler, am Wahltage ihre Stimme zu zahlen. abzugeben, nachgesucht werden. Die Genehmigung ist ertheilt, sodaß die Verbreitung ungestört erfolgen kann. zurückbleiben. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. we b ge fr zu fa 3103 Iu 2 fri 正品 αν δα ei a bi fi