Nr. 231. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mr. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen = in der Post Bettungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwürts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzelle oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Jernsprecher: Hmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 2. Oktober 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: " " Pfui Teufel! on to s Erstens der tödtliche Streit zwischen der politischen Und nun das Hauptstück das Hauptgericht der Gegnerische Kampfweife. und gewerkschaftlichen Bewegung. Er entspringt Fall des Vooruit" in Gent der anarchistische Krons diametralen Jutereffengegensägen, die auf die Dauer nicht zeuge des Kapitalismus: De Witte! Gestern nagelten Von Gegnern, auch von vergleichsweise objektiven, wird zu verkleistern sind und die Partei spalten werden. Das wir den frommen Reichsboten" auf dieser Lüge feft, die der sozialdemokratischen Partei häufig zum Vorwurf ge- wird in hundert und hunderten von Artikeln und Notizen wir längst als Lüge nachgewiesen und gebrandmarkt hatten. macht, daß sie in der Polemik und dem Kampf mit anderen abgeleiert. Keine Widerlegung hilft, nicht einmal das amtliche Dementi. Parteien oft eine etwas renommistische Selbstüberhebung zur Jeder Genosse lacht über das thörichte Geschwät, in Es wird fortgelogen. Und die Lügen des anarchistischen Schau trage. Wir geben zu, daß in unserer Presse, wie in Ver- welchem Bosheit und Unwissenheit sich den Rang streitig Kronzeugen De Witte werden heute in Dußenden von sammlungen sich nicht selten ein vielleicht etwas zu stark machen. Denn jeder Genosse weiß, daß in unserer Partei Blättern mit derselben Behaglichkeit breit getreten, wie hervortretendes Selbstgefühl geltend macht, allein dieses niemand ist, der die Gleichberechtigung der gewerkschaft- gestern, heute mit derselben Frechheit als Wahrheit hinSelbstgefühl ist natürlich bei einer Partei, die lichen und politischen Organisation leugnet und daß die gestellt wie gestern! allen übrigen Parteien im Rampf auf Leben persönlichen Streitigkeiten, die dann und wann ausbrechen, und Tod gegenüber steht, und im Glauben an ihre gute nur Grenzstreitigkeiten ohne irgend welche tiefer und weiter- Und wenn unsere Genossen sich solchen parlamentarisch Sache des Sieges gewiß ist. Und dieser Glaube an die gehende Bedeutung sind. nicht qualifizirbaren Gegnern thurmhoch überlegen fühlen Güte und Sieghaftigkeit des Sozialismus wird verstärkt Der zweite Sturmbock gegen uns ist der und ihrer Verachtung einmal allzu lebhaften Ausdruck durch den Blick auf das niedere geistige und sittliche Niveau Solinger Segerstreik, der den Beweis liefert, geben, da soll man sich wundern? unserer Parteifeinde und Verfolger, und durch die ent- daß die sozialdemokratische Partei den fürchterlichsten Wie der Stil so der Mensch wie die Kampfart so. sprechend niedere Werthschäzung, zu der sie uns gezwungen Despotismus übt, wie schon jüngst bei dem Redaktionsstreit die Partei. Die Kampfart unserer Gegner spiegelt das Wesen haben. Ja, wenn das Selbstgefühl unserer Ge- des Vorwärts" zu tage trat. unserer Gegner wieder und verkündet ihren geistigen nossen sich mitunter in Uebertreibungen äußert, so Als ob die Sozialdemokratie jemals fich angemaßt und sittlichen Bankrott. ist das fürwahr nur zu erklärlich. Welche Meinung hätte, inmitten der kapitalistischen Gesellschaft sozialistische müssen unsere Genossen von Menschen haben, die Geschäfte, d. h. sozialistisch produzirende Geschäfte gründen im Rampfe mit uns die einfachsten Forderungen der zu können! Ein Konflikt wie der in Solingen ist einfach Loyalität und des Anstandes bei seite sehen und in der ein bürgerliches Phänomen, wie es deren in der Regel teine anderen Waffen benußen als: in der Polemik bürgerlichen Gesellschaft jährlich tausende giebt, und die bei die der Lüge und Verleumdung, in der politischen Praxis uns Sozialdemokraten nur deshalb sehr selten sind, weil die der brutalen Gewalt. Sind es einmal sogenannte die Sozialisten als solche humanere Arbeitgeber find als geistige" Waffen, mit denen man uns abschlachten will, so die Herren Bourgeois. " Politische Nebersicht. mid Berlin, 1. Oktober. Die Ausübung des Begnadigungsrechtes wird gegenwärtig des langen und breiten in der freisinnigen Bresse diskutirt, nicht ohne daß dieselbe an und für sich für dieses Recht der Krone sich in flammendster Begeisterung. werden sie geführt von Preisfechtern, wie dem Musterarbeiter Und Despotismus in der Partei! Wer lacht da ins Zeng legt. Die Krone soll dieses Recht behalten und Lorenzen in Kiel oder dem aus England importirten Sport- nicht? Die sozialdemokratischen Führer" Parteidespoten! beileibe dürfe an ihm nicht gerüttelt werden. Da aber die. Sozialist Shaw, dessen journalistische Bodsprünge sogar 28 enn der Embryo eines Parteidespotismus vorhanden Ausübung des Begnadigungsrechtes ein jedesmaliger Reeinem sonst ernsthaften Blatt wie den Grenzboten" der- wäre, dann hätte man ihn eher in umgekehrter gierungsaft ist, so bedarf er der Gegenzeichnung artigen Respekt einflößen, daß es uns der Feigheit zeiht, Richtung zu suchen. eines verantwortlichen Ministers, und Ministers, und dieser solle weil wir diesen neuesten Retter der bürgerlichen Gesellschaft Drittens muß der Genosse Liebknecht aufmarschiren den Regierungsatt prüfen, ehe er ihn gegenzeichnet. noch nicht widerlegt haben. Nun widerlegen werden als Strickbreher für seine Partei. Er hat in einer Ver- Die freifinnige Presse beruft sich auf den betreffenden wir ihn allerdings nicht- Seiltänzereien auf Gemein- sammlung gesagt:„ Wenn die Sozialdemokraten die Mehr Verfassungsartikel, der seit fast 50 Jahren auf dem Papiere plägen find nicht zu widerlegen, wohl aber werden wir ihn heit haben, werden sie ihre Feinde außerhalb des steht, während thatsächlich jeder Minister sich nur als zur Rennzeichnung seiner Gönner nach Kräften ausnutzen. Gesetzes stellen." Damit ist das Geheimniß der Diener des Königs betrachtet, der unbeschränkt regiert und Heute wollen wir nur kurz die jüngsten Original Sozialdemokratie ausgeplaudert und der Staat hat dem allein der Minister sich für verantwortlich hält, was leistungen unserer Feinde in der Polemit mit uns auf- jezt die Pflicht der Nothwehr, die Sozialdemokraten oft und deutlich genug der Opposition gegenüber kundgezählen und kurz beleuchten. außerhalb des Gesetzes zu stellen. Ausnahmegesetz! geben wurde. Wenn die Presse sich demungeachtet nicht " Nur die der letzten paar Tage und Wochen. Das Daß die Liebknecht durch das Ungeschick eines bürger- beruhigt, so geschieht es, weil die jüngste Zeit eine Fiasko" des Londoner Internationalen lichen Reporters in den Mund gelegte Aeußerung Reihe Begnadigungsakte gebracht hat, für die in weiten Kongresses, und unsere Vernichtung" durch einfach unmöglich ist, daß im Falle eines Staatsstreichs, von Voltstreifen das Verständniß fehlt. In erster den englischen Trades Unions- Rongreß dem die Rede war, die Ver über des Staatsstreiches sich Reihe sind es die fast zur Regel gewordenen Bes Verüber lassen wir ruhen. Der Rohl ist zu alt geworden, und selber außerhalb des Gesezes stellen, also guadigungen in Duellvergehen und dann, wie im Falle muß erst noch etwas stehen, bis er Hautgout bekommt und nicht mehr außerhalb des Gesetzes gestellt werden können, Lorenz, die Begnadigung von Beamten wegen Amts frisch aufgewärmt werden kann. das hat unsere Gegner nicht gehindert, den Blödsinn zu mißbrauchs, in welchen die freisinnige Kritik eine Indem Also nur von der jüngsten und letzten Waare. Und tolportiren und zu fruftifiziren; und noch heute reiten sie nität für Amtsüberschreitungen befürchten zu müssen glaubt. da sind es vier Hauptgerichte- aller guten Dinge sind in langen Leit- und Denunziations- Artikeln auf dieser an- So lange das Duell eine geheiligte Institution unseres sonst drei, hier müssen es vier sein vier Hauptgerichte geblichen Aeußerung herum, deren Unmöglichkeit und Sinn- Militärstaates ist, so lange erscheint es auch gerechtfertigt, sind es, welche die gegnerische Preffe ihren Lesern vorscht losigkeit für jeden dentfähigen Menschen auf der Hand liegt. daß die Anhänger derselben auch straffrei bleiben, zumal als Bissen, an denen die Sozialdemokratie sich nothwendig Doch welch bessere Waffen haben unsere Feinde? die geringe Strafe, die das Gesetz auf das Duell setzt, dieses die Zähne ausbeißen und zu grunde gehen muß. Ein Schelm giebt mehr als er hat. eher zu santtioniren als dasselbe zu verdammen scheint. Orsini!" 86] zu. Rienzi. Barmherzigkeit und die Frangipani!"*)- nochmals mit der Hand und führte eine neue wilde Kämpft für die Schlange und die Savelli!" hörte man Schaar vor. Der lekte der römischen Volkstribunen. jetzt von allen Seiten, und diese Rufe waren vermischt mit Gegen Abend hörte die Schlacht auf. Der Ruhm und Roman von Edward Lytton Bulwer. denen der Deutschen: Bolle Geldbeutel und die drei die Blüthe der Barone, die der eigentliche Gegenstand des ,, Es ist das Zeichen unserer Freunde in der Stadt, wie Könige von Cöln!" Die Römer, welche weniger diszi- Angriffs des Tribunen gewesen, war gebrochen. Von dem es verabredet wurde," rief der alte Colonna. Pietro, rücke plinirt, und, da die wenigsten Rüstungen trugen, mehr fürstlichen Hause der Colonna lagen drei todt auf dem mit Deinem Zuge vor!" ausgesetzt, aber desto kampflustiger waren, wurden schaaren Schlachtfelde. Giordano Orsini war tödtlich verwundet; Der junge Patrizier schloß sein Bisir und sprengte an weise durch die Söldner abgeschlachtet, aber wenn der eine fiel, der wilde Rinaldo hatte an dem Rampfe nicht theilder Spike feines Buges mit eingelegter Lanze auf das Thor so trat gleich ein anderer an dessen Stelle und rief mit uns genommen. Die bedeutendsten von der Familie Frangipani Den Morgen über war der Himmel mit Wolken veränderter Begeisterung das Feldgeschrei:„ Rom, der Tribun waren nicht mehr, und Luca, das feige Haupt der Savelli, bedeckt gewesen, jetzt aber trat die Sonne glänzend hervor und das Volt! Santo Spirito, Cavalieri! Der kühne hatte sich längst durch die Flucht gerettet. Von der anderen und beleuchtete die spiegelblante Rüstung des jungen Rienzi, durch seinen kaiserlichen Mantel am meisten aus Seite war das Gemezel unter den Bürgern furchtbar geRitters, der einige Schritte vorreitend, unter dem dunkeln gesetzt, war stets in den ersten Reihen und tämpfte mit wesen; das Blut floß in Strömen und Rienzi und die Bogen des Thores verschwand. Unmittelbar hinter diesem einer ungeheuern Streitart, welche die Italiener sehr ge- Römer kehrten in der Abenddämmerung als Sieger von Zuge folgten die durch Gianni Colonna, Pietro's Bater, wandt zu führen wußten, und die er als eine National- der Verfolgung der Feinde über Haufeu von Erschlagenen befehligten Reiter. Man hörte einige Augenblicke nichts, waffe betrachtete. Begeistert und angeregt durch die und über die Leichen der gefallenen Rosse zurück. Freuden als das Geftirr der Waffen und das Getrampel der Pferde, heftigsten Antriebe, kämpfend als ein Bürger für die Freiheit, gefchrei empfing den Tribunen, als er auf seinem feuchenals plößlich der Ruf ertönte:" Rom, der Tribun und das als ein Oberhaupt des Volkes für seine Stellung, erschien den Rosse durch das Thor ritt, und ganze Schaaren von Volt! Santo Spirito, Cavalieri! Die Reiter hielten er seine Kühnheit dem erstaunten Feinde, wie die eines denen, die durch das Geschlecht, durch Alter oder Kränklichschrocken an und jetzt sah man den Gianni Colonna in Rasenden, sein Glück, da er unverwundet blieb, wie das feit verhindert worden waren, an dem Kampfe selbst voller Haft vom Thore zurücksprengen. eines Geweihten. Bald war er hier, bald da; wo die theil zu nehmen Weiber und Kinder und des betagte Seinigen zurückwichen oder heftigen Widerstand fanden, er- Alter, barfüßige Mönche und Geistliche von allen Graden glänzte sein weißes Gewand und erhob sich seine blutige waren, als sie die Nachricht von dem Siege vernommen, Streitagt, aber seine Wuth war am meisten gegen die An- herbeigeeilt, um Rienzi's Triumpheinzug zu begleiten. führer gerichtet, und wo sein Streitroß eindrang, hörte Der Tribun hielt an, als ihm die Leiche des jungen man seine Stimme rufen: Wo ist ein Colonna?" Colonna gezeigt wurde. Sie lag zur Hälfte in einer Pfütze, Troß dem Orsini! Santo Spirito, Cavalieri!" Dreimal und neben ihr die des Gianni Colonna, welcher von dem ward der Ausfall aus dem Thore erneuert, dreimal wurden Thore, wo er zerschmettert wurde, hierher gebracht worden Der alte Colonna jah es, und traute kaum seinen Augen, die Römer zurückgeworfen, und das dritte Mal ward der war die Leiche desselben Gianni Colonna, deffen Lanze und bevor seine Truppen von ihrem Schrecken sich erholen vor dem Tribun getragene Gonfalon mitten durchgehauen. einst seinen armen Bruder getödtet hatte! Seine Blicke fonnten, erhob sich die Maschine wieder und über die Jetzt schien er zum ersten Mal beunruhigt zu werden und verweilten, indem der milde Abendstern sich in dem blutig Leiche drang das Volksheer vor, Tausende nach Tausenden rief, die Augen zum Himmel erhebend: D Herr, hast Du gefärbten Wasser spiegelte und auf dem zerschmetterten strömten sie heraus, ein wilder, lärmender, reißender mich denn verlassen?" Aber er faßte neuen Muth, winkte Harnisch widerglänzte, auf den Erschlagenen, während vielStrom. Von allen Seiten stürzten sie auf ihre Feinde, fache Gefühle seine Brust bestürmten. Als er sich ums die sich schnell geordnet hatten, und da sie vollkommen wendete, sab er den jungen Angelo, welcher herbeigecilt gepanzert waren, ihrem Angriff Widerstand leisteten. war und sich jetzt dem Tribunen näherte. " Rache und die Colonna!" ( Fortsetzung folgt.) Mein Sohn! mein Sohn!" rief er, sie haben ihn er mordet. Er hielt einen Augenblick unentschieden an, darauf sprengte er mit den Worten:„ Aber ich will ihn rächen!" unter den Bogen des Thores zurück, als eine große eiserne Maschine, wie ein Fallgatter geformt, plöglich auf den un glücklichen Vater niederfiel und Reiter und Roß zu Boden schmetterte, in eine zerquetschte blutige Masse! Die Frangipani hatten ihr Motto von irgend einem fabelhaften Ahnherrn, der zur Zeit einer Hungersnoth mit einem Der Bär und die Bettler sein Brot getheilt haben soll. 17 " Der Es wäre ungerecht, wenn ein Duellant irgend eine Staatsgewalt gegen den Umfturz gestärkt überhaupt nicht auf Verurtheilung erkennen werde. Strafe zu verbüßen hätte, weil er sich den Duell zu haben. Man denkt vielleicht, es sei besser, daß die Polizei Gerichtshof erkennt nach etwa viertelstündiger Berathung vorschriften, deren Nichtachtung er mit der gesellschaft- fich' mal zu einer Mißhandlung friedlicher Bürger hinreißen auf Freisprechung, die vom Vorsitzenden etwa so lichen, bürgerlichen und militärischen Aechtung büßen lasse, als daß sie allzu ängstlich im Auftreten gegen die auf- begründet wird: Die" Branbenburger Beitung" ift ein sozialmüßte, widersette. Die Strafe, die der Offizier oder der rührerischen Elemente fei. Man wird auf diese Weise aller demokratisches Organ und bekämpft als solches die Maßnahmen Referendar erfährt, wenn er das Gesetz nicht respektivt, ist die Gefahr für Unschuldige, von ihnen geprügelt zu werden, v. Stumm mißt das Blatt augenscheinlich einen erheblichen Theil Dem Freiherrn dings das Selbstgefühl der untern Polizeiorgane stärken und gegnerischer Parteien auf das lebhaftefte. so gering im Vergleich zu der Strafe, die ihn zuversichtlich vermehren, aber die Autorität" wird man dadurch nicht stärken. der Schuld dafür bei, daß die von dem Blatt gewünschte Sozial trifft, wenn er das Gesetz beobachtet, daß ihm die Wahl Im Gegentheil, man erbittert die unzufriedene Menge nur noch politit nicht in dem verlangten Maße Fortschritte mache. Das nicht schwer sein kann. Daß der oberste Kriegsherr, mehr und giebt den Hezern Stoff, sie gegen die bestehende sei aus der inkriminirten Stelle der Plaudrrei ersichtlich, nicht bei der Beurtheilung des Duells in unseren maßgebenden Ordnung" aufzureizen. aber, daß dieser Einfluß Stumm's, der in ganz gefeßmäßiger Kreisen, gegen die Duellanten sein BegnadigungsOder was glaubt der Justizminister wohl, Weise zum Ausdruck gelangen fönne, für den Willen des recht walten läßt, erscheint unter diesen Umständen nicht daz die Millionen v011 Sozialdemokraten Monarchen bestimmt gewesen sei. denken, wenn mehr als billig. Daß der Kriegsminister nun gar es 2orenz von der ihm mit recht zudiktirten 3uchthau 3- hatte sich vor der 4. Straffammer des Landgerichts Leipzig sie sehen, daß ein Polizeisergeant Unter der Anklage, den deutschen Raiser beleidigt zu haben, ablehnen sollte, die Gegenzeichnung eines solchen Gnadenaktes strafe nach acht Zagen frei wird, während die der Kaufmann Genosse Alwin A dé zu verantworten. Nach einem, zu verweigern, hieße das Unmöglichste voraussetzen. Wer Schröder und anderen Verurtheilten des im sozialdemokratischen Verein Alt- Leipzig in dem Restaurant nicht den Muth hat, das System zu beseitigen, der muß sich Essener Meineidsprozesses schon über ein Gosenthal am 13. August d. J. vom Buchdrucker Sindermann auch die Konsequenzen gefallen lassen. Jahr im 3uchthaus fizen? Dafür, daß aus Dresden gehaltenen Vortrage über die bürgerliche Gesellschaft Schröder und Genossen unschuldig sind, sprechen und die Sozialdemokratie hatte Genosse Adé das Wort ergriffen minister für sie nicht die Begnadigung? Weil sie Sozial gemacht haben. Die Anzeige erfolgte vom überwachenden Be gewichtige Gründe. Warum beantragt der Justiz- und soll in seiner Rede gegen den deutschen Kaiser den Vorwurf demokraten find? Der Sozialdemokratie würde es nichts amten, Kriminal- Schuhmann Hempel I. Die Verhandlung Der aus Pommern vor einigen Tagen gemeldete Fall gnadigung entsprochen würde; nützen, wenn dem allgemeinen Rechtsgefühl durch die Be- wurde wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung unter Auswürde; dagegen treibt es hat sich zwar bisher nicht in dem zuerst gemeldeten Umfange sehr viel Wind in die Segel, wenn die Verurtheilten ihr schluß der Deffentlichkeit geführt. Adé wurde zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Festätigt: ein Gnadenerlaß ist bisher nicht ergangen, sondern wie der eine von ihnen, Meyer, noch dieser Tage wieder öffent- Wegen Majestätsbeleidigung wurde heute der Arbeiter Paul nur erst die Strafvollstreckung bis zur Entscheidung lich durch seine Frau hat erklären lassen- stola jedes Gnaden- Kirchhoff aus der Untersuchungshaft der 4. Strafkammer dis des Gnadengefuches ausgeseht worden. Aber fchon gesuch ablehnen und auch nicht wollen, daß andere für sie ein Landgerichts I in Moabit vorgeführt und zu drei Monaten diese Maßregel ist eine höchst ungewöhnliche, Gnadengesuch einreichen, weil sie mit einem Anrufen der Gnade Gefängniß verurtheilt. nicht nur weil sie die Vermuthung erwecken muß, daß man ihre Schuld zugeben würden, wo sie doch unschuldig seien. Der Die Anklage gegen unfern Genossen Schaur in Lörrach mit ziemlicher Bestimmtheit auf die Erfüllung des Gnaden- große Anklang, den die Bewegung zur Einreichung eines wegen Majestätsbeleidigung ist fallen gelassen worden. Schaur gesuchs rechnet, sondern weil damit von vornherein ohne Gnadengefuches für sie fand, zeigte, daß auch unter den wurde beschuldigt eine Nummer der Berner Tagwacht" veräußeren Grund dem verurtheilten Beamten ein Strafaufschub Nicht- Sozialdemokraten schwerlich viele zu breitet zu haben in der die Majestätsbeleidigung enthalten war. gewährt wird, der anderen Verurtheilten sonst nicht zu theil treffen sind, die die Verantwortung für das Schaur hat die Verbreitung auf das entschiedenste bestritten. Essener Urtheil tragen möchten. Der Fall Lorenz hat einige Organe der demokratischen und Zentrumspartei zu einer entschiedeneren Stellungnahme veranlaßt, als man sonst gewohnt ist. So schreibt die " Franff. 8tg.": wird. % * * " Es hieße doch, die realen Verhältnisse geflisfentlich zu Wenn der Justizminister das richtige Verständniß hat für verkennen, wenn man behaupten wollte, daß sich die Richter- den Kampf gegen den Umsturz, wird er ernstlicher prüfen, ob Deutsches Reich. Kollegien durch die öffentliche Meinung gegen einen Beamten hier eine Begnadigung angezeigter ist, als in Fällen, wo ein Antrag Preußens, betreffend die Abänderung der Ges Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sigung den beeinflussen ließen. Wenn irgendwo, dann kann man bei Gentleman" den anderen über den Haufen geschossen oder ein Anklagen gegen Beamte wegen Mißbrauch ihrer Amtsgewalt Bolizist einen Unschuldigen zerprügelt hat. Oder da die Verwerbe Ordnung, sowie den Entwurf eines Gesetzes über sicher sein, daß die Richter sich ganz streng an die er urtheilten wohl Gnade verschmähen werden, sollte er die Abänderung von Arbeiterversicherungswiesenen Thatsachen halten, und tommien sie zu einer prüfen, ob die Effener Sache nicht ein Wiederaufnahme- gefeßen und den Entwurf von Bestimmungen über die Verurtheilung, so sind zweifellos diese Thatsachen von einer Verfahren verdiente. Die Autorität des Gendarmen Führung der Börsenregiſter und die Aufstellung der Gesammterbrückenden Beweiskraft, wie das ja in dem Falle Lorenz, der Münter ist doch inzwischen start erschüttert liste den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Von der Vorlage, von einer Beamtenbrutalität sondergleichen zeugte, flar zu worden. Als in der letzten Reichstags- Session die vielen betreffend die Regelung der Thronfolgefrage im Fürstenthum tage lag. Majestätsbeleidigungsprozesse zur Sprache gebracht wurden, ver- Lippe, wurde Kenntniß genommen. Also die Erwägung einer von außen beeinflußten Recht sicherte der Justizminister, es träten hier in großem Umfange-Gegen die 3wangsorganisation für das sprechung fann keinesfalls den Justizminister veranlassen, die Begnadigungen ein. Werkwürdig, daß man wohl immer Handwerk hat sich einstimmig der Ausschuß des Zentralverbandes tönigliche Gnade in solchen Fällen zu befürworten. Wohl wieder von Verurtheilungen wegen Majestäts- deutscher Industrieller erfärt, welcher am Mittwoch in Berlin aber find umgekehrt diese mit dem Volksgefühl nicht beleidigungen, aber nie von Begnadigungen tagte. vereinbarenden auffallenden Begnadigungen nur zu geeignet, in in den Zeitungen lieft. Die Frommen unter sich. Der fromme Reichs. umgekehrter Weise die Rechtsprechung start zu beeinflussen, weil die Richterkollegien eine erklärliche Scheu Unsere Gothaer Genossen können mit vollster Bu- bote" und das ebenso fromme" Bolt" find bei der chriftlichen Menschenfischerei einander erst ins Gehege und dann in die haben werden, schwere Urtheile gegen Beamte zu fällen, wenn friedenheit auf das Ergebniß der nun abgeschlossenen Saare gerathen, und sie entwickeln in dieser Kazbalgerei ein so fie befürchten müffen, nachträglich deshalb durch die unerwartete Landtags Wahlen zurückfehen. Von den 19 Sigen des tonzentrirtes Gift, wie es nur aus der Milch frommer und Begnadigung des von ihnen Berurtheilten nach außen desavouirt Gothaer Landtages haben unsere Genossen 8, unsere Genossen 8, die christlicher Deutungsart herausdestillirt werden kann. Bur Glaubt man vielleicht höheren Orts, der Staats. Gegner 10 erobert, das Ergebniß eines Wahlkreises ist Erbauung unserer Leser hier eine fleine Blumenlese der Wortautorität damit dienlich au sein, daß nach außen zweifelhaft. Die" National- Beitung" ist unglücklich über blüthen, die beide Blätter sich gegenseitig an den Kopf werfen: autorität damit dienlich zu sein, daß nach außen Der Reichsbote" nennt das„ Bolt": eine au 3 hin dokumentirt wird: Beamte, die sich einmal zur Ueberschreitung den letzten traurigen Rückgang der Sozialdemokratie. Sie geblafene Gierschaale", und findet sein ganzes Bes ihrer Befugnisse fortreißen lassen, haben auf milde Beurtheilung schreibt: Wir erleben also hier das erste Beispiel in Deutschland, nehmen zum Weinen traurig". Anspruch? Wenn das der Fall sein sollte, so läge darin eine verhängnißvolle Berkennung des Wesens und daß nahezu die Hälfte aller Landtags- Abgeordneten der Sozialdemokratie angehört, ein beschämendes Armuthszeugniß für die Ordnungsparteien". zu werden M Nationalliberale Weisheit. Durch die nationalliberale Presse geht folgende Notiz: " " Hierfür rächt sich Das Volk", indem es den Reichsboten"" Krokodils thränen" weinen und als " Hyäne des Schlachtfelds" herumstreichen läßt, die ,, an den freiwerdenden Abonnenten des" Bolt" einen ers giebigen Leichenschmaus halten", will. O diese Abonnenten! Daß auch die frömmsten Christens gemüther so erpicht sind auf den irdischen„ Abonnentenfang" der ja auch„ Menschenfischerei" ift. " der Bedeutung der Staatsautorität. Beamte, die ungefeßlich verfahren, schädigen die Autorität nicht nur ihres Amtes, sondern auch des Staates überhaupt mehr, als es die größten Feinde der Ordnung zu thun vermögen, und gerade weil sie auf grund ihrer Amtsgewalt so weitgehende Befugnisse Bekanntlich gehört der Kampf gegen das Büchtigungsrecht haben, wird jeder Amtsmißbrauch doppelt schwer empfunden. Der Lehrer zu dem eisernen Bestande der sozialdemokratischen Und noch ein anderes soll man nicht außer acht lassen: Beamte, Agitation. Um so erfreulicher ist es, im Vorwärts" nachstehende Aus dem Königreiche Stumm. Die Nachricht die sich nach dieser Richtung verfehlen, zeigen eine ganz Notiz zu lesen: besonders niedrige Gesinnung, die allein schon sie" Eine wohlverdiente Büchtigung erhielt Montag Abend ein des Börs.- Cour." von der Umwandlung der Stumm'schen Werte der Gnade unwürdig erscheinen laffen müßte; denn die Ver- etwa 17 jähriger Bursche für eine von ihm verübte Rohheit. in eine Aktiengesellschaft läßt Frhr. v. Stumm in einem feiner übung von Mißhandlungen gegen Wehrlose zeugt von Ehr- Ohne jede Veranlassung hatte er in der Schönhauser Allee einen Schleifsteine", der Saar- und Bliesztg.", für irrig erklären; losigkeit und zugleich Feigheit und ist geeignet, den ganzen mit Gipsfiguren handelnden Knaben so angerempelt, daß letzterer Die Umwandlung würde die Aufrechterhaltung feines perfönBeamtenstand in seinem Ansehen nach außen herabzusehen. Die niederstürzte und der Inhalt seines Korbes zertrümmert wurde. lichen Verhältnisses zu seinen Arbeitern unmöglich machen", und pflichtgetreuen Beamten haben also selbst das größte Interesse Hohnlachend stand der Thäter dabei, doch sollte sich sein Lachen an diesem fattfam bekannten Einfluß liegt dem König Stumm" daran, daß nicht durch unangebrachte Begnadigungen zwischen bald in Heulen verwandeln. Einige Männer hatten den Vorfall ia sehr viel. ihnen und den pflichtwidrigen Kollegen fünstlich ein Band beobachtet und ließen dem Burschen einen derben Denfzettel Lüneburg. Wahl zum Delegirtentage der wieder geknüpft wird, das sie alle Ursache haben, ein für allemal zukommen. Auch wurde er gezwungen, seine ganze Baarschaft, nationalliberalen Partei. Am Sonntag Nachmittag zu zerschneiden. die allerdings nur 1,60 m. betrug, dem geschädigten Knaben 4 Uhr fand in Völker's Hotel eine Versammlung von Mit Die Hauptsache ist aber, daß durch die besprochenen Be- auszuhändigen." gliedern der nationalliberalen Partei aus dem 16. Reichstagsamten Begnadigungen das öffentliche Rechtsgefühl um des- Was würde aber der Vorwärts" sagen, wenn nicht einige Wahlbezirke statt, zu welcher Justizrath Naumann durch die im willen im höchsten Grade verlegt wird, weil damit der Ein Männer", sondern Schußmänner" dem Burschen die" wohl- Bezirke erscheinenden öffentlichen Blätter eingeladen hatte( nach dem Bericht der Lüneb. Anz."). Anwesend waren 8 bis druck einer gewissen Inschuhnahme des Be- verdiente Züchtigung" hätten zu theil werden lassen? amtenthums gegen die Bürgerschaft erwedt Was der Vorwärts" fagen würde? Daß der pflicht- 10 Herren. An der Thür, welche zum Versammlungsraum führte, wird. Es ist mit recht auf den Gegensay dieser Be- vergessene Beamte gebührend zu bestrafen ist. Die Polizei ist war ein beschriebener Bettel angebracht mit der Inschrift: amtenbegnadigungen zu den schweren Bergerade dazu da, Voltsjustiz zu verhindern. Nationalliberaler Verein". Hier wurden also die urtheilungen hingewiesen worden, welche alle Berfehlungen gegen die Beamten finden. Man Der Freiherr v. Stumm war in der Sonntagsplauderei der uns soll es sehr freuen, wenn die hiesige Polizeibehörde jetzt zu Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Delegirten zum Parteitage der nationalliberalen Partei gewählt und zwar nach der eigenen Angabe in einer Vereinsversammlung. weiß, wie schwer es ist, überhaupt einen Beamten Brandenburger 8tg." vom 5. Juli bei Erwähnung des Minister einer milderen Handhabung der Vereinsgefeße gelangt ist, benn einer Ungefeßlichkeit zu überführen, und die Affäre des wechsels Berlepsch- Brefeld Gegenstand der Kritit, die allerdings was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Für den Fall Bergarbeiterführers Schröder gegen den Gennur in einem geflügelten Wort bestand. darm Münter hat bewiesen, wie gefährlich auch nur ein amvaltschaft hatte diese Wendung auf den König bezogen und aber, daß man unserer Partei gegenüber bei der Köllerei beharrt, solcher Verfuch ist. In jenem Fall, wo die Schuld Schröder's noch sehr darin eine Majestätsbeleidigung gefunden. Nachdem seiner empfehlen wir dem Herrn Staatsanwalt das obige Faktum zur zweifelhaft ist, erfolgt teine Begnadigung; in anderen Fällen, wo Es thut uns herzlich leid, daß der Herr Oberpräsident der das schwere Verschulden der Beamten sicher nachgewiesen ist, zeit innerhalb 48 Stunden nach Erscheinen der Nummer gefälligen Beachtung! war, Beschlagnahme erfolgt wurde gestern die Bolt dem " deren " " Die StaatsWären wir dies tritt deren Begnadigung ein. Glaubt man denn, daß das Sache vor der Strafkammer des hiesigen Amtsgerichts Provinz Hannover, der die harmlosesten Arbeitervereine zu Wolk sich nicht solche Fälle gegenüberhalten wird, und meint man verhandelt. Die Zeitung vertrat als Angeklagter Genosse Huth. politischen Vereinen erklären läßt und das preußische Bereinswirklich, daß eine derartig verschiedenartige Anwendung des Der Angeklagte, der ohne Bertheidiger erschienen war, machte gesetz reaktionärer handhaben läßt wie der felige kleift- Rezow, Begnadigungsrechtes dem Volksgefühl verständlich ist? Das Begnadigungsrecht muß geltend: Wenn er das, was die Anklage in die Plauderei am nationalliberalen Parteitage nicht theilnimmt. wenn es nicht feine Wertschäßung hineinlege, wirklich mit bürren Worten gesagt hätte, so würde nicht überzeugt, daß für ihn das Sprichwort vom Splitter im einbüßen soll seiner Handhabung entsprechen, und daß dies geschieht, dieser Meinung fei, hätte er, allgemeinen Rechtsstandpunkt in er selbst das noch für keine Beleidigung halten, und da er Ange des nächsten und vom Balken im eigenen Auge gilt, müßten er wir annehmen, daß er sich scheut, an einer in so ungefeßlicher er das sagen wollte, Weise zusammengesetzten Bersammlung theilzunehmen, wie es der dafür ist der zuständige Minister verantwortlich. Wenn es aber es auch ruhig in einem Artikel gesagt, nicht aber die Handhabe dazu bieten kann, daß ein mit den bestehenden den Lesern ein Räthsel aufgegeben. Daraus sei schon nationalliberale Barteitag ift. Schade, daß der Parteitag nicht Rechtsanschauungen nicht zu vereinigendes übergroßes Selbst ersichtlich, daß er doch etwas anderes in der Plauderei in Hannover stattfindet! - Aus Oldenburg berichtet das Norddeutsche Volts wenn auf grund der falsch verstandenen Staatsautorität die Blauderei, die er nicht geschrieben habe, f. 3. genau so als blatt": Die Angst, daß Sozialdemokraten Agitation unter den Beamtenwillkür straflos ausgehen kann, so hat der Minister von Beurtheiler gegenüber gestanden, wie der Gerichtshof nunmehr, Soldaten treiben, veranlaßt die Militärbehörde zu den sonder den Pflichten seiner Verantwortlichkeit nicht den erforderlichen und habe nur eine Kritik des Frhrn. v. Stumm herausgelesen, barsten Maßregeln. So wurde Genosse Wolf, welcher zu einer Gebrauch gemacht. eine Kritit, die zu einem erheblichen Theile von der Presse ge- militärischen Uebung einberufen war und ins Lazareth tam, am Die Köln. Volts- 3tg." brachte auch vor einigen theilt werde( Huth belegte das durch einige Zitate). Der Staats- zweiten Tage isolirt auf ein Zimmer gelegt und den Kranken, Tagen einen bemerkenswerthen Artikel, dem wir auch einige anwalt behält in längeren Ausführungen den Standpunkt der welche in dem an das Zimmer anstoßenden Saal lagen, besuchen. ชิน Stellen entnehmen: Biele Krante glaubten, Anklage bei; daß H. das Bewußtsein der Beleidigung gehabt verboten, Wolf Da Wolf Strafe eine abzubüßen habe. Was dentt sich der Justizminister eigentlich babe, sei für ihn flar, zumal H. offenbar nicht blos daß dabei, wenn er derartige Begnadigungen empfiehlt? zeichnender, sondern der eigentliche Redakteur des Blattes nun nicht der Fall war, so können wir diese Maßregel nur Das Begnadigungsrecht ist das schönste Recht des Herrschers. sei und sicherlich mit Ueberlegung bei seiner Redaktion ver- darauf zurückzuführen, daß man erfahren hat, Wolf ist Sozial Um so mehr sollte Vorsicht bei seiner Anwendung geübt fahre. Mit den zahlreichen Borstrafen H.'s begründet der demokrat, und man befürchtet hat, derfelbe fönne Agitation unter werden, andernfalls verliert es im Boltsbewußtsein seine Staatsanwalt das von ihm beantragte Strafmaß von sechs den Soldaten treiben. Wir können allerdings versichern, daß diese hohe Bedeutung. Der Monarch, dem ein Begnadigungs Monaten. Huth erwidert: Er habe seit mehreren Jahren po- Maßregel nicht nothwendig gewesen ist, da es W. durchaus nicht gefuch vorgelegt wird, fann sich um die Angelegenheit litische Blätter redigirt und gezeichnet. Wenn nun aus der eingefallen wäre, Propaganda für die Sozialdemokratie beim eines Polizeifergeanten oder Gendarmen, der da irgendwo im Redaktion mehrerer hundert Nummern ca. 10 Stück zu feiner Militär zu machen, was für ihn doch nur böse Folgen hätte Lande verurtheilt ist, nicht im einzelnen kümmern. Er hat Bestrafung geführt haben, so feien das Unfälle, der Art, wie es haben fönnen. Im übrigen haben wir auch gar nicht nöthig, wichtigeres zu thun, als die Atten über eine solche verhältniß einem Manne, der stets auf Dächern arbeitet, schon passiren fann, in der Kaserne Propaganda zu machen, weil einmal schon mäßige Lappalie au stubieren. Es ift Aufgabe des Justiz daß er einmal abgleitet. Uebrigens solle doch der Herr Staats- ein guter Theil Soldaten, bevor fie unter die Fahne kommen, ministers, den Fall, den er zur Begnadigung empfiehlt, genau anwalt nicht auch seine( Huth's) zahlreichen Freisprechungen außer Sozialdemokraten find, und die anderen später durch den Kampf zu prüfen. Warum man aber gerade immer Duellanten oder zu Berechnung laffen; diese beweisen doch, daß verschiedene Staats: ums Dasein zur Sozialdemokratie kommen. Auch mag manchmal schwerer Strafe verurtheilte Polizeibeamten der Gnade würdig anwälte in seinen( H.'s) Handlungen Dinge gefehen haben, die gar ein Soldat durch seine Erfahrungen beim Militär zur Sozials finden kann, ist uns unbegreiflich. nicht vorhanden waren. Huth geht sodann Punkt für Punkt die demokratie getrieben worden sein. Einen guten Rath möchten Besonders unbegreiflich ist uns der Fall Lorenz, wenn er Ausführungen und den Vergleich des Staatsanwalts durch und wir der Militärbehörde geben, nämlich den: die ihr bekannten Leider müssen wir aus Sozialdemokraten überhaupt nicht einzuberufen, dann wäre sie fich so abgespielt hat, wie die Blätter berichten. Wir ver- weist ihre Unhaltbarkeit nach. muthen, daß Polizeibeamte so häufig zur Begnadigung vor naheliegenden Gründen uns versagen, sowohl die Aus- einigermaßen der Angst enthoben, es tönne umstürzlerische Agitation geschlagen werden, weil man die Autorität der Polizei führungen des Staatsanwalts, wie des Angeklagten, genauer in der Armee getrieben werden. Leipzig, 30. September.( Eig. Ber.) Gegen die vom gefährdet glaubt, wenn sie ihre Strafe abbüßen müssen. wiederzugeben; sie boten allerdings manch interessantes Detail. Man will namentlich ben übrigen Beamten den Muth Der Angeklagte sprach die Ueberzeugung aus, daß der Gerichts- Verein selbständiger Kaufleute und Fabrikanten beim Stadts der Schneidigkeit" nicht nehmen und glaubt damit die hof nicht nur nicht auf das beantragte hohe Strafmaß, sondern rath in Leipzig beantragte Erhebung einer dreiprozentigen Umsatz. England. werden mit dem 1. Oftober dem Weltpoftverein angeschlossen. - Die britischen Kolonien Afcenfion und St. Helena Der Briefverkehr mit diesen Inseln regelt sich demnächst nach den Bestimmungen des Vereinsdienstes. Die Versammlung wolle befchließen, den Magiftrat zu er fuchen, ungefäumt Vorkehrungen zu treffen, wodurch die in den städtischen Gasanstalten bestehende achtzehnstündige Sonntags. schicht beseitigt wird. Stadtv. Salge erhebt zuerst gegen die Dringlichkeit Wider spruch, zieht diesen aber infolge des Murrens der Versammlung ordnung zur Verhandlung. wieder zurück. Der Antrag tommt also am Schluß der Tagesftener von Konsumvereinen und ähnlichen Gesellschaften wendet 1 Picard, Johnson und Gen. seinen Sih nehmen. Der neue so- 1 sich eine an den Stadtrath gerichtete Petition der Konsumenten. zialistische Ablige hat ein Schreiben an das Bureau des Senats - Die Saalabtreiberei und die Neumarkter gerichtet, in welchem er die Bitte ausspricht, ihn nicht in der Polizeibehörde. Am Montag hatten sich, wie wir der Liste der Adligen, sondern als einfachen Bürger aufzuführen. Breslauer Boltswacht" entnehmen, vor der Straffammer II des Breslauer Landgerichts zehn Genossen aus Neumarkt zu ver antworten. Alle zehn find Mitglieder des in Neumarkt bestehen den Gesangvereins Liedertafel", welche des Zuwider handelns gegen das Vereins und Bersamm Iungsgesetz beschuldigt waren. Die Neumarkter Polizei hatte den Verdacht, daß der erwähnte Verein sozial. demokratische Tendenzen verfolge und beshalb als politischer Verein anzusehen sei. Die fozialdemokratische Tendenz sollte sich u. a. in dem Vortrag von Liedern sozialdemokratischen Inhalts dokumentiren. Wegen Nichtanmeldung von Verfammlungen des Vereins bei der Polizei, wie sie das Gesez für politische Vereine vorschreibt und auch wegen der Theil nahme von Frauen an derartigen Versammlungen war deshalb Nachdem der Referent den Ausschußantrag begründet hat, Anzeige gegen die angeklagten Mitglieder des Vereins erstattet wird die Verhandlung unterbrochen und der neugewählte Stadtworden. Die Beweisaufnahme in der Verhandlung er baurath Hoffmann von dem Oberbürgermeister 3 elle ein gab indeß teinerlei Anhalt dafür, daß der Verein in geführt, welcher unter Hinweis auf die bisherige Thätigkeit des der That als politischer Verein anzusehen fei. Gewählten, namentlich beim Bau des Reichsgerichts in Leipzig, Charakteristisch war insbesondere die Bekundung des als Stockholm, 1. Oktober. Die Wahlen zur Zweiten seine Freude über die Wahl und die Hoffnung ansspricht, der Zeuge gehörten Neumarkter Polizeisekretärs Mühlaß. Derselbe Rammer des schwedischen Reichstages find beendet. Gewählt neue Stadtbaurath werde im Sinne der in der städtischen Ver konnte zwar zwei der Angeklagten als notorische Sozialdemokraten find 128 Anhänger des Freihandels und 102 Schutzöllner. Die waltung geübten weisen Sparsamkeit thätig sein, daneben aber bezeichnen, von den übrigen wußte er das gleiche nicht anzugeben, Freihandelspartei hatte in dem letzten Reichstage eine Mehrheit auch die künstlerischen Aufgaben feines Amtes nicht außer acht wie man denn in Neumarkt überhaupt nicht bevon 42 Stimmen, jezt nur eine solche von 26 Stimmen. Bon laffen und namentlich, wie stets der Vorgänger im Amte, die stimmt wiffen tönne, wer eigentlich zur fozial- der Bollfrage abgesehen, ist die Stärke der Parteien ungefähr Selbstverwaltung gegen etwaige Angriffe vertheidigen( Beifall); demokratischen Partei gehöre, weil dort den Sozial- unvermindert, nämlich 127 Mitglieder der Landsmannspartei, er möge auch dem Magistratskollegium darin helfen, die be demokraten kein einziger Saal mehr zur Abhaltung 25 Mitglieder des neuen Zentrums, 20 Mitglieder des freistehende Einigkeit mit der Stadtverordneten Versammlung aufihrer Versammlungen zur Verfügung stehe. händlerischen Zentrums, 32 Angehörige der Bolkspartei und rechtzuerhalten. In dieser Erwartung heißt der Oberbürger Aus diesem Grunde sei insbesondere auch die Polizei, die zwar 27 Wilde. Die genannten Ziffern sind nicht endgültige, weil meister den Gewählten namens des Magistrats herzlich will. aus den Wahlen wiffe, daß Neumarkt eine große Zahl von das Programm von mehreren Gewählten nicht bekannt ist und kommen.( Beifall.) Sozialdemokraten besige bei der letzten Reichstagswahl feien weil gegen viele Wahlen Einspruch erhoben ist. 500 fozialdemokratische Stimmen gezählt worden- nicht in der Lage, den oder jenen mit Bestimmtheit als Sozialdemokraten zu Der Ausschuß zur Borberathung der Vorlage betr. die Aus. führung von Vorarbeiten zum Bau eines Gasbehälter, London, 1. Oktober. Die„ Evening News" von gestern hauses an der Fichteftraße beantragt: Die Versamm veröffentlichen eine Meldung aus Belfast, welche befagt: Eine lung giebt dem Magiftrat die Vorlage mit dem Ersuchen zurück, Boltsmenge von etwa 2000 Röpfen begleitete eine Truppen- ihr baldigft eine neue Vorlage mit dem nothwendigen Zahlenabtheilung, welche von hier nach dem Sudan abgehen sollte, und material zugehen zu laffen, aus der die Dringlichkeit des rief einen Tumult hervor, bei dem Steine und andere Gegen- fofortigen Baues des Gasbehälterhauses Nr. 4 an der Fichte stände geschleudert wurden. Zwei Soldaten sprangen dabei in straße hervorgeht. den Fluß oder aber wurden hineingestoßen; sie wurden jedoch Stadtv. Kalisch beantragt die Zurückverweisung der Vor von der Polizei herausgezogen. Die Polizei machte der Ruhe- lage an den Ausschuß. störung ein Ende; hierbei wurde ein Polizeisergeant schwer Man sieht, auch in England ist die Begeisterung für Kolonialfriege nicht übermäßig groß. Schweden. erwundet. Türkei. bezeichnen. Das Resultat der Berhandlung war die Freihat gestern eine sogenannte internationale Kommiffion ernannt, sprechung sämmtlicher Angetlagten. In diesem Falle ist die gegen uns so beliebte Sa al: abtreiberei der Polizei selbst fatal geworden. Wir wiffen diesen Schmerz zu würdigen. Konftantinopel, 3. Sept.( Frantf. 3tg.") Der Sultan welcher zwei Franzosen, zwei Engländer, ein Ungar und der Deutsche Kamphoevner Pafcha angehören. Die Kommission soll die Ursache der letzten Maffatres untersuchen und einen Bericht darüber unterbreiten. Partei- Nachrichten. 1 Mainz, 30. September.( Eig. Ber.) Es wär' zu schön gewefen. Der unter liberal- bürgerlichen Parteien, wie fie fich nannten, für die bevorstehende Landtagswahl bereits abgeschloffen gewesene Ruhhandel ist in letzter Stunde gescheitert. Unter Beiseitelaffung des Zentrums hatten sich nämlich die demokratische, deutsch freisinnige und nationalliberale Partei geeinigt, für die II. Kammer den demokratischen Stadtv. Fritz Schäfer und, da Dr. Otto Gaftell nachträglich eine Kandidatur ablehnte, den deutsch freifinnigen Rechtsanwalt Ferdinand Börckel als Kandidaten auf zustellen. Die Nationalliberalen follten dabei helfen. Als diese jedoch hintennach für die Hilfe als Gegenleistung verlangten, daß die demokratische Partei bei der bevorstehenden Reichstags- Erfah- bes Ortes des nächsten Parteitages. wahl für Mainz Oppenheim von der Aufstellung eines eigenen Kandidaten verzichten solle, ging die ganze Mache in Scherben und die Nationalliberalen geben felbständig vor. Durch diesen Umstand ist der sozialdemokratische Sieg so gut wie sicher, da die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügt und eine Stichwahl nicht stattfindet. Die Sozialdemokratie Schwarzburg Rudolstadts hält am 4. Oktober von mittags 1 Uhr an im Burgteller zu Rudolstadt ihren fünften Parteitag ab. Die Tagesordnung lautet: 1. Vortrag über Zweck und Nußen der Gewerkschaften und der Gewerkschaftskartelle; Referenten Dr. jur. Quard Frankfurt a. M. und A. Hofmann- Saalfeld; 2. die bevor stehenden Landtags Wahlen; 3. Anträge und Wahl eines Dele. girten zum Gothaer Parteitage; 4. sonstige Anträge; 5. Wahl Malen, 29. September. Für die bevorstehende Ergänzungs. wahl für den Reichstag im 18. Wahlkreise( Aalen- Ellwangen) ift von der Sozialdemokratie Schriftsteller Agster von Stuttgart als Kandidat aufgestellt worden. der Defterreich. genommen. " flärt worden. Stadtv. Langerhans schließt sich namens der Versammlung diesem Willkommen an; der Stadtbaurath werde ein reiches Arbeitsfeld, aber auch erprobte Mitarbeiter auf dem Gedanken, daß das Ansehen der Stadt Berlin eine gewiffe Refelben finden. Neben der Sparsamkeit werde er auch in dem präsentation auch in ihren Arbeiten finden müffe, die Stadtverordneten- Bersammlung stets auf seiner Seite haben. In diesem Sinne begrüße er( Redner) den Stadtbaurath aufs herzlichste. ( Beifall.) In der Fortsetzung der Verhandlungen macht Stadtrath Nam3lau gegen den Ausschußantrag geltend, daß die Vorlage bereits alles erforderliche Zahlenmaterial enthalte, aus dem hervorgehe, daß man tünftig mit einer Zunahme des Gastonsums von mindestens 6 pet. jährlich zu rechnen habe. Die Stadtobrigkeit fönne die Verantwortung nicht übernehmen, das einmal das erforderliche Gasquantum nicht geliefert werden fönnte. Andere Städte, auch in England und ebenso die englische Gasgesellschaft in Berlin, haben einen größeren Gasbehälterraum zur Verfügung als Berlin. Die Wahl des Plates für den neuen Gasbehälter in der Fichtestraße ist die richtige; man habe den Bau in der Augsburgerstraße vorgeschlagen, aber im Weften werbe ein Gasbehälter nicht gebraucht, sondern gerade an der gewählten Stelle. Stadtv. Kalisch befürwortet seinen Antrag auf Bürückverweisung an den Ausschuß. nur Von der Agitation. Die Parteigenoffen in Saalfeld verbreiteten am Sonntag im Leutenberger Kreise ein gegen die bekannten Versammlungsverbote gerichtetes Protest- Flugblatt der Rudolstädter Genoffen. Sie schwärmten in sechs Kolonnen aus, worunter auch eine Radfahrer- Abtheilung für die am Stadtv. Det er spricht sich unter eingehender Darlegung entferntesten gelegenen Drte, und wurden überall freundlich auf der technischen Verhältnisse gegen die Vorlage aus und giebt eine ber für gegenseitige Aushilfe ungenügenden Genosse H. Stolpe in Danzig wird nach Schluß des Verbindung der verschiedenen städtischen Gasanstalten unter Gothaer Parteitages eine achttägige Agitationstour durch einander die Schuld daran, daß ein neuer Gasbehälter erforderSchlesien unternehmen. lich erscheine. Das Zahlenmaterial der Vorlage fei gar nicht Auf feiner Agitationstour burch Hannover hat unser beweisträftig, der Vergleich mit anderen Städten treffe nicht Das Erforderniß des Staatsvoranschlages Genoffe Reichstagsabgeordneter E. Wurm vom 19. bis 28. Sep- 8, weil dort andere Verhältnisse in betracht kommen als für 1897 mit 692 Millionen weift gegen den Voranschlag für tember 10 Bersammlungen abgehalten, und zwar in den Orten bei uns. 1896 eine Erhöhung von rund 27,7 Millionen Gulden auf. Hannover, Limmer, Nienburg, Uelzen, Celle, Peine, Hildesheim, Stadtv. 2ü ben hält den Bau des Gasbehälterhauses für Die Bedeckung ist gegen 1896 um 26,7 Millionen höher ver. Sameln, Einbeck, Göttingen. Alle Versammlungen waren sehr gut be- erforderlich, empfiehlt aber, um die bei der Stimmung der anfchlagt.fucht, auch von Gegnern, die aber trotz aller Aufforderung nicht Versammlung zu erwartende Ablehnung der Borlage zu ver Abgeordnetenhaus. Unter den eingegangenen das Wort ergriffen; nur in Uelzen wollte der Bürgervorsteher hindern, die Zurückverweisung an den Ausschuß behufs nochmaliger Vorlagen befindet sich eine solche über das Refrutenkontingent die welfischen Abgeordneten vertheidigen, hatte aber damit kein Prüfung. von 1897 sowie eine Regierungsvorlage über die Feststellung der Glück. Nach weiterer kurzer Debatte wird die Vorlage an den AusGrenze zwifchen Galizien und Ungarn beim Meerauge, der zuDie Brandenburger Zeitung" führt seit 1. Oktober den schuß zurückverwiesen. folge die Entscheidung einem Schiedsgericht überlassen werden Nebentitel„ Märkisches Voltsblatt". Die Petition des Vereins Berliner Musiker, soll. Der Abgeordnete Pergelt ftellt einen Dringlichkeitsantrag, das gewerbsmäßige Mufitmachen städtischer Beamten zu unters Die Märkische Volksstimme" in Frankfurt a. D. fagen, beantragt der Petitionsausschuß dem Magiftrat mit dem die Regierung auffordert, ungefäumt entschiedene wird seit 1. Oftober wieder von dem aus dem Gefängniß zurück Ersuchen um Erwägung zu überweisen, ob bezw. in welchem Maßnahmen zu treffen, damit der besonders in der letzten Zeit gekehrten Genossen 3 appay, rem früheren langjährigen Maße dem Antrage der Petenten zu entsprechen sein möchte. feitens eines großen Theiles der czechischen Bevölkerung gegen Redakteur, geleitet. Genosse Schöpflin, der ihn für die Beit Der Antrag wird ohne Debatte angenommen. die Deutschen Böhmens betriebenen maßlosen Verhegung und feiner Gefangenschaft vertrat, scheidet aus der Redaktion aus. Bergewaltigung endlich ein Ziel gesetzt und der der deutschen Nach dem Vertrage der Stadt mit der Berlin Char. Nationalität verfassungsmäßig zugesicherte Schutz auch thatsächlich tonferenz zu Cuxhaven einstimmig zum offiziellen Organ des fchaft soll die von dieser an die Stadt zu zahlende Abgabe Die ,, Norddeutsche Volksftimme" ist von der Partei- lottenburger Straßenbahn Attien Gefell. gewährt werde. Die letzte Seffion des österreichischen Abgeordnetenhauses, 19. hannoverschen Wahlkreises Otterndorf Neuhaus er- ermäßigt werden, wenn die Einnahmen der Gesellschaft in drei die heute eröffnet wurde, dürfte recht stürmisch werden. Die auf einander folgenden Jahren so geringe gewesen sind, daß den Deutsch- Liberalen und Jungczechen beabsichtigen, die Berathung Einen schönen Beweis internationaler Solidarität Aktionären nur eine Dividende von 6 pet. bewilligt werden konnte. des Etats mit der Begründung abzulehnen, daß blos ein auf liefert eine Zuschrift, welche unserer Genosfin Klara Bettin Da in den Jahren 1892-94 überhaupt keine Dividende gezahlt grund des neuen Wahlgesetes gewähltes Haus zur Beschluß von dem Vorstand der sozialdemokratischen Arbeiterpartei werden konnte, beantragt der Magistrat, die Abgabe für 1895 faffung über den Staatsvoranschlag berechtigt sei. Portugals zugegangen ist. Die portugiesischen Genoffen, die nicht zu erheben. Trient, 30. September. Der Antifreimaurer- Rongreß ist demokratie hochhalten und den anarchistischen Schwindelhafer unter den schwierigsten Verhältnissen die Fahne der Sozial- Die Vorlage wird einem Ausschuß überwiesen. heute gefchloffen worden. Die Vorlage betr. die Bewilligung der Kosten für die Feuers erfolgreich ausgerottet haben, brücken unserer Gennssin für wa che in der Wilmsstraße wird angenommen. ihre aufopfernde Thätigkeit auf dem Londoner Kongreß Die Ueberlassung des Festsaales im Rathhause Abgeordnetenhaus. Der Abgeordnete ugron sympathische Anerkennung aus, und wünschen ihr und den an den Internationalen Rongreß für Frauengriff die Regierung an, indem er ausführte, die Regierung deutschen Mitfireiterinnen Glück zu ihrer Thätigkeit im Interesse werte und Frauenbestrebungen wird nachträglich wolle nicht das Gesez betreffend die Kurial- der Arbeiterklasse und namentlich der Arbeiterinnen. Bravo! bewilligt, ebenso wird die Ueberlassung des Saales an die gerichtsbarkeit in Wahlsachen durchführen, da mit fie in ihrer Agitation nicht gehindert sei. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Direktion des Bürger Rettungs- Instituts zur SundertMinisterpräsident Banffy erwiderte, die klerikale Oppofition begangen haben, weil er, wie die Redaktion fagt, an die Be Groben Unfug soll der Stettiner Boltsbote" jabrfeier desselben am 30. November d. J. bewilligt. Darauf wird der oben erwähnte Antrag Singer zur Des im Magnatenhause sei es, welche durch ihr geftriges Votum das gnadigung des Polizeisergeanten Lorenz in Altdamm geglaubt batte geftellt. Zustandekommen dieses Gesezes verhindere. Die Berbat. Der Verantwortliche, Genosse Henning, hatte dieserhalb Stadtv. Lüben beantragt die Ueberweifung des Antrages hinderung dieses Gefeßes liege im Interesse eine Bernehmung. an einen Ausschuß. der Kleritalen, nicht aber im Interesse der Auf der Kreiskonferens in Stralsund foll am 24. Mai unseren Gasanstalten eine achtzehnstündige Sonntagsschicht besteht. Stadtv. Singer: Es wird vielen neu sein, daß an Regierung. Genoffe Genzen von dort bei feiner Schilderung der land. Das fann nicht den Intentionen der Versammlung entsprechen. - Magnatenbaus. Bei der Berathung des Gefeßlichen Berhältnisse den Amtsrichter Schmidt in Barth aweifach Es besteht die Einrichtung, daß eine 12 stündige Wochenschicht entwurfes über die Gerichtshoheit des Obersten Gerichtes in beleidigt haben. Es ist deswegen ein Verfahren gegen ihn gemacht wird und alle 14 Tage für jeden Arbeiter die achtzehn Wahlangelegenheiten wurde derfelbe in der Sigung vom 30. Sép anhängig. tember im allgemeinen angenommen. Bei der Einzelberathung Die Auflösung ber am 12. September in Essen abge- tündige Sonntagsschicht eintritt. Allerdings ist die Arbeitsbeantragte Graf Ferdinand Zichy die Streichung des Kanzel haltenen Versammlung ist vom Bürgermeister als gefeßlich nicht zeit thatsächlich fürzer, ba nach jeder Arbeitsstunde eine varagraphen. Dieser Antrag wurde von der Mehrheit angerechtfertigt erklärt worden. Stunde Pause fein soll. Dies ist gerade genommen und hierauf die Sigung geschlossen. In Leipzig wurde Genoffe Lipinski als verant: der beste Beweis, daß die Arbeit dart geradezu eine mörderische wortlicher Rebatteur unseres dortigen Parteiorgans wegen Beift. Aber zur Bewältigung des Arbeitsquantums müssen die Arleibigung des Lehrers Mittasch vom Schöffengericht zu 40. beiter noch einen Theil ihrer Pause hinzunehmen. Ein PlayMinister des Neußern, Visconti- Benofta, das Ersuchen um Wieber- in einer Notis gefunden, die das Stichwort Schulkinder- Bor längerer Zeit wünschten sehr bescheiden die Arbeiter an Paris, 1. Oktober. Der Regierung ist vom italienischen Geldstrafe oder 5 Tagen Haft verurtheilt. Das Bergehen wurde meister erkannte in einer Versammlung dies als richtig an und meinte, 40 Minuten hätten die Leute wenigstens immer Bauſe. aufnahme der französisch- italienischen Handelsvertrags- Berhandlungen zugegangen. prügelei" trug. -Das Reichsgericht verwarf die Revision, die Genosse awei Gasanstalten die Beseitigung der 18 stündigen Sonntags- Die Nachrichten aus Madagastar baben in San3 Rünzel, Rebatteur der Boigtländischen Bolts- schicht und Einführung der 12 stündigen wie in der Woche. Diesem Frankreich geradezu niederschmetternd gewirkt. Die ganze Insel Beitung" in Faltenstein, gegen seine Berurtheilung zu September wieder die 18 stündige Sonntagsschicht einführen. Verlangen fam im März die Verwaltung nach, wollte aber im ist im Aufstand, auch die Stämme, welche bei der ersten Ex: 1 Monat Gefängniß eingelegt hatte. pedition fich ruhig verhielten; die Franzosen find überall, selbst Der seit vielen Jahren in Altenburg als Vertrauens- der vorigen Woche wurde nun auf der Anstalt in der Danziger Die Arbeiter weigerten sich, diese Zumuthung zu erfüllen. In in der Hauptstadt der Insel,' eingefchloffen und belagert, und es mann thätige Genosse Bogenis, Rebatteur des dortigen straße der Befehl ertheilt, daß vom nächsten Sonntag ab die ist sehr die Frage, ob Berstärkungen rechtzeitig eintreffen können, Wählers", ist wegen verschiedener Preßvergehen zu einer 18stündige Schicht wieder gemacht werde; wer sich nicht fülge, um die Besayungstruppen zu retten. Gesammtstrafe von 2 Monaten und 1 Woche Gefängniß ver- fei entlassen. Siebzig Leute erklärten sich solidarisch, wollten urtheilt worden und tritt diefelbe am 3. Oktober im Altenburger biefe Schicht nicht übernehmen und wurden deshalb abgelohnt. Landgerichts- Gefängniß an. Ungarn. Frankreich. Für das Ministerium Meline ist dies der Nagel zum Sarg. Madagastar hat schon einer franzöfifchen Regierung das Leben getoftet Herr Meline wird seinem Schicksale nicht entgehen. Die Sozialisten haben die Kampagne schon begonnen. Und der Zarenfpektakel wird die furchtbaren Menschenopfer, welche von den ungeheuren Geldkosten gang abgesehen die wahnfinnige Rolonialpolitit der Regierungsparteien Frankreich auf erlegt, nicht vergeffen machen. Belgien. Brüffel, 1. Okt.( Bureau Herold.) Der in Namur zum Senator gewählte Baron von Sclys Longchamps ist zum Sozialismus übergetreten und wird als solcher im Senat neben " " Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. " Oeffentliche Sigung vom Donnerstag, 0 den 1. Oktober. abgezeit Das Vorgehen der Arbeiter ist menschlich begreiflich; der Ein wand, daß zwischen die Arbeit die Pausen fallen, tann nicht geltend gemacht werden, weil die Leute thatsächlich vom Sonntag Mittag 12 Uhr bis zum andern Morgen 6 Uhr in der Anstalt festgehalten sind. Wir müffen endlich den der städtischen Verwaltung durchaus unwürdigen Zustand ber täglichen Entlassung beseitigen. Sie tönnen bas baß die Arbeiter daffelbe Recht haben, denn bie ökonomische Stellung eines Arbeiters der Verwaltung gegenüber ist so niedrig, daß er sich aus Noth allen Zumuthungen fügen muß. Es Stadtverordneten Vorsteher Langerhans eröffnet die nicht damit rechtfertigen, Sigung um 51/2 Uhr. gegangen: Bom Stadtv. Singer ist folgender bringliche Antrag ein Soziales. liegt auch ein Intereffe der Verwaltung vor, diesen Modus ftabt, Magdeburg, 2eipzig und Dresden mit gutem benn die Bruberlaben nach wie vor versicherungstechnisch durch aufzugeben. Diese brutale Erscheinung, daß man vermöge der Erfolge gesprochen. aus mangelhaft, und den Schaden davon hat lediglich die fog. Vertragsfreiheit den Leuten die Pistole auf die Brust sezt und Von Tom Mann in London ist beim Vorstand des Arbeiterschaft, während die Grubenbefizer fich dabei vortrefflich sagt: entweder thust du das oder bist entlaffen, ist doch einfach Hamburger Hafenarbeiter Verbandes in Bestehen. toll und sollte für uns nicht mehr möglich sein; das ist ein Ausdruck ziehung auf den siegreichen Streit der Kornverlader Die Wiener Arbeiter 3eitung" theilt mit, die der ausbeutungsluftigsten Manier. Bei 14 tägiger Kündigung( Schauerleute) ein Telegramm folgenden Inhalts eingelaufen: österreichische Gewerkschaftskommission sei von fönnten sich sowohl die Arbeiter wie die Verwaltung die Sache Der Ausschuß der Internationalen Vereinigung beglück dem Streit, entgegen allen Vorschriften, nicht in Kenntniß gesetzt immer noch einmal überlegen. Ferner muß nach den Bestimmungen wünscht die Hamburger Hafenarbeiter zu dem glänzenden Siege worden; die Arbeiter- Beitung" zieht den Schluß, daß der Streik der Gewerbe- Ordnung in den städtischen Betrieben ein Arbeiter und der Beendigung des Streits. Die internationale Einigkeit vermuthlich ein Werk der sogenannten„ Unabhängigen" fei. ausschuß gebildet werden, um über Differenzen verhandeln zu für immer!" Danach würde die bürgerliche Berichterstattung zutreffen, die den können. Für diese Punkte habe ich auch bei dem Stadtrath Die Regierungen von Hamburg, Bremen und Oldenburg Streit auf das Konto der Anarchiſten ſetzt. Namslau dantensiverthes Entgegenkommen gefunden. Die Arbeiter werden hieraus ersehen, daß gegen die internationale Solidarität verlangen nun in denkbar bescheidenster Weise die Beseitigung der Arbeiter kein Kraut gewachsen ist. In Brüffel ist der Tischlerstreit noch nicht beendet. der 18stündigen Sonntagsschicht, die allerdings nur alle vierzehn Die Meister haben, einer Mittheilung der Kölnischen Zeitung" Tage für jeden Arbeiter vorkommt. Die Einwendungen da Aus Geldern wird zum Zigarrenmacher- Streit aufolge, in einer Versammlung einstimmig beschlossen, allen gegen follen in der Technik des Betriebes liegen. Die bei der Firma Klewer u. Werres berichtet, daß jezt nicht Forderungen der Ausständigen nachdrücklichen Widerstand entTechnit muß sich aber den Berhältnissen anpassen, in denen noch organisirte Bigarrenarbeiter aus Holland sich zu Streitbrecher gegenzuseßen. Daß die Meister auch nicht eine Forderung beeine vernünftige Beschäftigung der Arbeiter möglich sein kann. Die Diensten hergeben. Als holländische Arbeiter an diesem Streit willigen wollen, tennzeichnet diese Gesellschaft zur genüge. ganze Frage ist nur eine Geldfrage, man würde in dieser Zeit theilnahmen, wurden fie bekanntlich ausgewiesen. Aus Montreal brachte am Mittwoch das Reuter'sche andere Leute beschäftigen müssen. Bei einem Unternehmen Holländische Streitbrecher dagegen machen sich in Deutschland Bureau folgende Depesche: Die Beamten der kanadischen mit 3 Millionen Ueberschuß fann eine etwas theurere Ver- natürlich nicht„ lästig". Pacificbahn erwarten noch heute die Beendigung der Arbeitswaltung nicht in betracht kommen; die technischen Schwierigkeiten zu In Deffau verbietet die Militärbehörde den Soldaten in einstellung, jedoch bewahren beide Parteien eine entschiedene beseitigen wird sich ein Weg finden, wenn die Verwaltung ernst- den Wirthschaften zu verkehren, wo das Volksblatt für Anhalt" Saltung. haft will. Stadtrath Namslau hat einer Arbeiterdeputation ge- ausliegt oder deren Inhaber in demselben auch nur inseriren. sagt, deren Vorschläge seien nicht gangbar. Dieser Standpunkt Die Birthe fügen sich, wie üblich, wohl in der Meinung, daß ist nicht zutreffend, die Verwaltung wird das Verlangen er die Arbeiter dennoch zu ihnen kommen würden. Damit dürften füllen tönnen, und wenn die Versammlung durch Annahme fie aber fehlgeschossen haben. Eine öffentliche Gewerks des Antrages einen Ansporn dazu giebt, wird auch in fchaftsversammlung erklärte es für Pflicht der Dessauer fangenen an Unternehmer erklärt sich die Bittauer Gegen das jehige System der Verpachtung von Gediesem Fall das Ei des Kolumbus gefunden werden. Arbeiter, die furzichtigen Wirthe so zu behandeln, wie sie es Handels- und Gewerbekammer in ihrem neuesten Jahresbericht. Ich habe zur Intelligenz und Verwaltungsthätigkeit des verdienen. Gine Resolution, worin das gesagt ist, soll der Es heißt dort:" Der Pächter der Gefängnißarbeit hat keine Vorsitzenden des Gasdirektoriums( Heiterkeit) dieses Ver- Militärbehörde als Protest gegen ihre Maßnahmen und der sozial: trauen. Ein Ausschuß braucht darüber nicht erst zu demokratischen Reichstagsfraktion als Material zur Kritif des Miethe für Fabrikräume zu zahlen oder auf die Berzinsung des in den Fahrikgebäuden angelegten Kapitals bedacht zu sein. berathen; wir erklären einfach dem Magistrat: bei uns wird militärischen Boykotts übersandt werden. nicht 18 Stunden gearbeitet, richte du dich darauf ein. Ver- Tann besprach man noch das Projekt der Gründung eines Weiter hat er teine Aufwendungen für Gebäudereparaturen, Dadurch erhält er dieses für den Geschäftsbetrieb flüssig. halten Sie sich im Interesse der Familie und der Gesundheit Gewerkschaftskartells, das aller Voraussicht nach zu Gebäudeversicherung, Grundsteuern sowie für Inventar, der Arbeiter nicht ablehnend, sondern suchen Sie den Weg zur stande kommen wird. Auch soll demnächst durch die ArbeiterAbhilfe.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) und Beleuchtung beisiger des Gewerbegerichts ein Auskunftsbureau ge- Ferner erwachsen Heizung der Fabrikräume zu machen. ihm teine Kosten für die Kranken-, schaffen werden, wo über alle Lohnstreitigkeiten den Unauf- Unfall, Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter geklärten Bescheid ertheilt wird. und außerdem erspart er den für jeden Fabrikanten aus der Durchführung dieser Versicherungen bedingten höheren Verwaltungsaufwand, der nicht selten in der Anstellung eines besonderen Beamten in die Erscheinung tritt. Jedoch nicht genug damit: neben diesen hervorragenden Vergünstigungen hat der Pächter den weiteren Vortheil, nur ganz geringe Löhne zahlen zu brauchen. Aus einer Lohntabelle, die nach den Angaben der in den Strafs Interessenten über die Arbeitsverhältnisse in Sachsen und Görliz in anstalten zu Hohenftein Schlesien aufgestellt ist, erhellt, daß der Pächter der Gefängnißarbeit 21-77 pet. weniger an Löhnen zu zahlen hat, als der an sich schon um vieles schlechter gestellte Fabrikant, der für die Beschäftigung freier Arbeiter sorgt." In Braunschweig ist der Streit der Bürstenmacher der Ehlers' schen Fabrik infolge der Fahnenflüchtigkeit der Arbeiterinnen erfolglos beendet. Die Handelskammer wünscht, daß die Pächter der Gefängnißarbeit, wenigstens soweit es sich um die Löhne handelt, den Fabrikanten fünftig gleichgestellt würden und ist in diesem Sinne beim Minifterium vorstellig geworden. Stadtrath Namslau legt eingehend die technischen Schwierig feiten dar, welche einer Beseitigung der 18stündigen Sonntagsschicht entgegenstehen. Wir wünschen es zu ändern, können es aber nicht, die achtzehnstündige Schicht ist eigentlich nur eine siebzehn stündige und dafür erhalten die Arbeiter Extralohn, so daß fie dafür im ganzen 81/2 M. bekommen.( Hört!) Mörderisch ist die Arbeit nicht, es ist sogar eine billige Rücksichtnahme, In Leipzig ist die Gründung eines Eisenbahn daß den Leuten Pausen zur Erholung und Erfrischung gegeben sind. arbeiter Vereins perfekt. Er führt den Namen Verein Daß die Stunde für das Arbeitsquantum nicht ausreicht, trifft nicht der Arbeiter der preußischen Staatsbahn von Leipzig und Um zu, denn die abtretenden Leute müssen den an dieselben Defen heran: gegend und hat bereits 500 Mitglieder. Statutarischer Zweck ist: tretenden Leuten Platz machen, also in der Stunde fertig sein; im Pflege der Geselligkeit und Unterstügung bei Unglücks- respektive Gegentheil, sie sind oft schon in 50 Minuten mit ihrem Todesfällen. Arbeit quantum fertig. Im Frühjahr hatten wir für den Der Ausstand der Rahmenkröpfer ist siegreich beSommer die zwölfftündige Schicht bewilligt unter Buhilfe- endet. Nur bei einer Firma ist der Tarif noch nicht in allen nahme der Hofarbeiter; als aber jetzt der Bedarf Punkten eingeführt. wieder ftieg und die Hofarbeiter nicht ausreichten, mußten wir Eine allgemeine Gewerkschaftsversammlung in Frant zur 18stündigen Sonntagsschicht zurückgreifen. Wir machten die furt a. M. faßte nach einem Vortrage des Reichstags- AbLente rechtzeitig am Donnerstag damit bekannt, daß entlassen geordneten W. Schmidt über die Handwerkervorlage werde, wer sich weigere. Da erklärten sie sich solidarisch und einstimmig folgende Resolution: legten die Arbeit nieder. Daß, wo ein Wille, auch ein Weg" Die Versammlung protestirt auf das entschiedenste gegen And dem Zwickauer Bergrevier. Eine aus Unternehmer sei, bestreite ich hier. Es ist keine Geldfrage, wir bekommen die von der preußischen Regierung vorgeschlagene Organisation freiseu stammende Zeitungsnotiz aus dem Delsniggar feine Arbeiter, die Sonntags 6 Stunden arbeiten und in des Handwerks", da durch diese das Kleingewerbe nicht ugauer Kohlenrevier drückt starte Befriedigung über die der Woche spazieren gehen.( Heiterkeit.) Wir wollen ver- vor dem mächtigen Strome der großkapitalistischen Wirthschafts- Entwickelung des Kohlengeschäfts, die steigenden Preise und die suchen, vielleicht zwei Stunden von den 18 abzubröckeln Entwickelung gerettet werden faun, wohingegen den Gewerbe starte Nachfrage aus. Leider sei aber die Nachfrage nach Ars und auf die Nachtschicht am am Sonntag früh au ver- gehilfen und Arbeitern durch die geplanten beitern immer noch nicht genügend gedeckt". Nun, wenn nur die legen; dann wird aber vielleicht das beschwerlich gefunden. 3wangsinnungen die ohnehin kümmerlichen Herren in den Beutel greifen und den steigenden Kohlenpreisen Reinesfalls tönnen wir unsere Defen länger als 6 Stunden ohne Bereinigungs-, Versammlungs- und Koalitions entsprechend auch die Löbne etwas aufbessern wollten, bann Betrieb laffen. Zum Arbeitsvertrag mit Kündigung bin ich geneigt; rechte noch mehr geschmälert würden. Die würden sie Leute genug bekommen; daran denten fie aber gar der würde auch die Verwaltung vor plöglichem Stillstand des Versammlung erwartet daher, daß diefer monströse Entwurf über nicht. Ein Fördermann, der Frau und 3 Kinder zu ernähren Betriebes sichern. Wenn er von der anderen Seite ebenso gut ge- haupt nicht dem Reichstage vorgelegt wird, oder, falls dies dennoch hat, erzählte unserem Gewährsmann, daß er für seine schwere unter halten würde wie von uns( Heiterkeit), dann liegt er geschehen sollte, daß der Reichstag diese Vorlage in allen Theilen irdische Arbeit pro Schicht nur 1,90 m. Lohn bekomme; ihn hat in beiderseitigem Interesse. Die Sache mit dem Arbeiterausschuß ablehnt. vergangenen Winter wie so manchen anderen die Noth in den Schacht will ich prüfen, sie bedarf aber eingehender Erwägung. Es Ferner ersucht die Bersammlung die sozialdemokratische getrieben. Mit der Noth der Arbeiter rechnen denn auch die empfiehlt sich heute nicht, den Antrag anzunehmen. Die Arbeiter Fraktion des Reichstages, den bereits im Jahre 1890 ge- Grubenherren. Daß der Arbeitermangel übrigens nicht sehr groß haben das Gewerbegericht als Einigungsamt angerufen. Der Mas stellten Antrag auf Errichtung von Arbeits sein kann, sieht man daran, daß alte erfahrene Bergleute, wenn gistrat wird sich morgen erst darüber schlüssig machen, ob er der ämtern und Arbeiterkammern, unter Aufsicht eines fie freiwillig auf einem Schachte die Arbeit niederlegen, ge Anrufung folgen soll. Ich bitte die Verhandlungen des Eini- Reichsarbeits- Amtes, erneut im Reichstage einzu- wöhnlich unter vier Wochen auf einem anderen Werte nicht gungsamtes abzuwarten. Beifall.) bringen, ebenso die Forderungen betreffend weiterer nothwendiger wieder anfahren dürfen. Die Arbeiter nennen das„ Hundesperre"; Stadtv. Dinse schließt sich diesen Ausführungen voll- Schutzbestimmungen für die Arbeiter und vollständiger Sicherung dem Gesperrten entgeht dadurch ein monatlicher Verdienst von kommen an. Daß eine große Anzahl von Arbeitern schon 25 Jahre des Vereins- und Koalitionsrechtes. Besonders möge die Frattion 50 bis 80 m. durchschnittlich, je nach der Arbeiterklaffe der er lang in den Gasanstalten thätig feien, beweise doch, daß die Arbeit auch darauf hinwirken, daß der bereits eingebrachte Antrag auf angehörte. Strafe muß eben sein, wenn einer einmal sein Joch feine mörderische sei. Sonntags dürften die Arbeiter sogar ihre Einführung des achtstündigen Normalarbeitstages wechselt. Familien in die Anstalten kommen lassen. Gegen die mörderische baldigst zur Berathung gelangt." Arbeit am Ofen auf Seeschiffen sei die Arbeit in den Gasanstalten In Heidenheim in Württemberg ist aus dem Streit des das reine Kinderspiel. In der Woche arbeiteten die Leute ja alten Personals der Rees'schen Buchdruckerei eine Ausnur sechs Stunden. Herr Singer solle doch den Weg zur Absperrung geworden, da der Unternehmer, wie er erklärt, für die hilfe zeigen, aber er wisse feinen Weg, die Arbeiter auch nicht, Ausständigen Ersay bekommen hat. Vom Gewerbegericht ist das die Sache müsse noch vertagt werden, bis der Magistrat fich alte Personal wegen Kontrattbruchs zu 10,80 m. Entschädigung schlüssig gemacht habe.( Beifall.) pro Kopf verurtheilt worden. . Stadtv. Meyer beantragt die Bertagung, wogegen Ans Wien. Die ausständigen Werkstättenarbeiter der Stadtv. Dupont spricht, damit die Versammlung sofort über Staatseisenbahn Gesellschaft beschlossen in zahlreich die Verhältnisse informirt werden könne. besuchter Versammlung Fortsetzung des Streits wegen der abDer Vertagungsantrag wird angenommen. lehnenden Haltung der Generaldirektiou. Schluß 84 Uhr. Die Schuhmacher stehen in einer ernsten Lohnbewegung, weshalb Zuzug dorthin zu unterlassen ist. Gewerkschaftliches. # stellt. In Zürich sind nach dem städtischen Geschäftsbericht 571 Geschäfte mit 1650 Arbeiterinnen, wovon 722 Lehrtöchter, dem kantonalen Arbeiterinnenschuß- Gesetz unter Amtsblatt aufgefordert, sich zu melden, allein nur ca. 60 GeschäftsAnfänglich wurden die Geschäftsinhaber im städtischen inhaber erfüllten ihre Anzeigepflicht. Die große Mehrzahl mußte durch das Polizeikorps ausfindig gemacht werden. Die Detektivs gaben die nöthige Anleitung zur Ausfüllung der Anmeldebogen und sammelten lettere wieder ein. Dabei zeigte sich vielfach Widers willen gegen das neue Gefeß; manche Geschäftsinhaber, die vordem vom Fabrikgeset nichts hatten wissen wollen, meldeten sich jetzt, um der fürzeren Arbeitszeit des Arbeiterinnen- Schußgvesetzes zu ents gehen, zur Unterstellung unter jenes. Es galt, viele Schwierig feiten zu überwinden; schließlich gelang es, zu Händen der Oberbehörde und sämmtlicher Bentralorgane ein gedrucktes Ver zeichniß der dem Geseze unterstellten Geschäfte anzufertigen. Das gedruckte Verzeichniß dieser Firmen enthält neben der Adresse der bezirksweise und alphabetisch aufgeführten Geschäfte Angaben über Beginn, Ende und Eintheilung der Arbeitszeit, Ans Dug wird telegraphirt, daß zwei Bataillone Infanterie Achtung, Buchbinder! Aus ständig find in Berlin die und 1/2 Schwadron Kavallerie im Streitgebiet eingetroffen find, Kollegen und Kolleginnen in den Werkstuben von: Frentsch, weil angeblich Ruheftörungen angedroht" waren. Anstatt jemand Wallstr. 11. Leo Simson, Spandauerstr. 72. Cari zur Vermittlung zwischen den beiden Parteien zu senden, Rechlin, Engel- Ufer 3. Bernhard Paul, Milbelm fchickt der Staat Militär, das die ausgebeuteten Bergknappen straße 22a. Buxenstein, Friedrichstr. 240. e winsohn, Dux, 30. September. Giner Bekanntmachung der Bezirks. über die Zahl der Arbeiterinnen, der Lehrtöchter, ob in Roſt und niederschießen und niederhauen soll. Nette Zustände! Fehrbellinerstraße 54. Monnier, Königin Augustastraße 13. hauptmannschaft zufolge wird jedem seinem Berufe nachgehenden Logis; auf grund dieses Berzeichnisses hat die Polizeimannschaft A. Weichert, Andreasstr. 32. Imberg u. Leffon, Alte Jakobftr. 64a. Aug. Reimann, Mauerstr. 53. Gin Arbeiter bei einem etwaigen Werfuche, ihn daran gewaltsam zu die Innehaltung der gefeßlichen Vorschriften zu überwachen. brodt u. Kalb, Alte Jakobstr. 86. A. Demuth, könig verhindern, der ausgiebigfte Schutz der Staatsbehörden zus liche Hofbuchbinderei, Mohrenstraße 58, Gebrüder gesichert, andererseits wird die Bestrafung aller Unruheftifter Grunert, Junterstr. 16. Gers, Charlottenburg, Wilmers- angedroht, und schließlich werden die Arbeiter aufgefordert, sich Depelthen und lehte Nachrichten. dorferstr. 32. Herm. Franz, Stegligerstr 7. Wilh. Schlei zwei Dritttheile der Belegschaft im Robertschachte bei Komotan, Hamburg, 1. Oktober.( Privatdepesche des„ Borwärts".) sing, Reichenbergerstr. 24. 80 Mann start, ausgefahren. Die Belegschaft des Guidoschachtes Die Broschüre Offener Brief an den Raiser", die im Verlage bei Nieder- Georgenthal, etwa 400 Mann start, hat die Arbeit eingestellt. Aus Teplitz und Kaaden sind beruhigende Nachrichten von Wilhelm Friedrich in Leipzig erschien, wurde auch hier wegen eingetroffen. Majestätsbeleidigung beschlagnahmt. Galanterie- Branche: Schmit u. Voit, Annenftr. 14. Buzug ist streng fernzuhalten! Die Lohntommission. aller Ansammlungen zu enthalten. - Im Laufe des Tages find Prag, 1. Oftober. Wegen Demolirungen im Gutmann München, 1. Oktober.( B. H.) Unter ungeheurem AnAchtung, Vergolder Berlins! Die Forderungen der Schachte, wobei mehrere Personen verwundet wurden, wurden drang des Publikums begann heute Bormittag vor dem hiesigen Kollegen in Leipzig sind in allen Fabriken bewilligt. Nur vier Berhaftungen vorgenommen. Die die Verhafteten begleiten Schwurgericht die Verhandlung gegen den Maurer Berchtold die Firma Mittenzweig u. Windisch lehnt jede Verhandlung ab. den Gendarmen wurden von den Erzedenten mit Steinen bewegen des Verbrechens des dreifachen Mordes, Raubes und Die Kollegen haben infolge deffen am Montag die Arbeit ein worfen; als sich jedoch die Gendarmerie zum Schießen bereit Diebstahls. 210 Beugen und 10 Sachverständige find geladen. geftellt. Buzug von Barockvergoldern ist fernzuhalten. Bu unter- machte, flüchteten diefelben. Gine halbe Eskadron Dragoner Die Berhandlung wird ca. zehn Tage in Anspruch nehmen. ftüzen find acht Kollegen, darunter vier Verheirathete. Alle An- wurde an den Thatort, ein Bataillon Infanterie nach Brür be Wien, 1. Oktober.( W. T. B.) In einer heute Nachmittag fragen find zu richten an G. Kunz m Leipzig, Naun- ordert. Auch aus Komotau wird die Situation als bedrohlich stattgehabten Versammlung der streitenden Werkstättenarbeiter dörfchen 26, III. Der Streit in Grabow i./m. hat mit einem gemeldet. ber Staatseifenbahn Gesellschaft wurde eine Buschrift der Siege der dortigen Kollegen geendet. Der Fabrikant mußte Prag, 1. Oktober. In Brür sind wegen Verdachts der Direktion an das Streitfomitee verlesen, wonach die Direktion 10 pCt. Lohnerhöhung und zehnstündige Arbeitszeit bewilligen. Verbreitung hochverrätherischer Druckschriften bis jetzt 10 Per- erklärt, über die bereits gemachten Zugeständnisse nicht hinausBisher mußte 11 Stunden gearbeitet werden. Der Be sonen verhaftet worden. In der Nacht patrouillirte Gendarmerie zugehen. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, im Streik zu und Kavallerie. Die Nacht verlief ruhig. vollmächtigte Ferdinand Ewald. Heute begannen in verharren, bis ein voller Erfolg erzielt sei. Heute schlossen sich Verloren gegangen ist am Montag, den 28. d. M., in drei Schächten im ganzen 1200 Arbeiter den Streit. Bon meh- den Streifenden mehrere Arbeiter an, welche gestern noch geBerlin auf dem Wege von der Danzigerstraße nach der Pafe- reren Bunften werden Unruhen gemeldet, die hauptsächlich den arbeitet haben. Zweck haben, einen Ausstand zu erzwingen. Olmin, 1. Oktober.( B. H.) Der Nachts von Olmütz nach walterstraße unter Benutzung des Verbinders ein Packet mit geDer Bossischen Zeitung" wird aus Prag gemeldet, Prerau abgelassene Personenzug stieß auf einen Güterzug, wobei zeichneten Metallarbeiter Listen, gestempelt vom Ber- daß die Arbeiter wünschen, die Bruderladen des ganzen mehrere Personen Verlegungen erlitten. trauensmann Nät her. Die Listen sind entweder bei diesem Rohlenbeckens sollten verstaatlicht werden. Bekanntlich Brüg, 1. Oktober.( B. H.) Die ftreikenden Bergarbeiter ( Anklamerstr. 44) oder bei W. Stähr, Basewalkerstr. 11, ab- führen die Bergleute Desterreichs, und namentlich Böhmens, seit haben zwar offiziell noch keine Forderungen gestellt, doch werden angeben. Jahren die bittersten Klagen darüber, wie die Bruderladen verwaltet von ihnen unter der Hand folgende Wünsche geltend gemacht: Die Agitation unter den Handlungsgehilfinnen ist, wie werden; selbst das österreichische Parlament hat seinerzeit nicht umhin wöchentliche Abrechnung, Selbstverwaltung der Bruderlade und der Handels- Angestellte" fchreibt, gemäß dem Beschlusse des dies gekonnt, die Berechtigung dieser Klagen anzuerkennen, und es ist achtstündige Schicht. New- Yort, 1. Oktober. Wie gemeldet wird, hätte der jährigen sozialistischen Gehilfentongresses troy aller Schwierig denn auch von der Regierung einiges geschehen, um Abhilfe zu feiten zur Ausführung gelangt. Fräulein Clara Haase aus fchaffen, aber das was gethan wurde, entspricht noch nicht Sturm auch in Jacksonville gewüthet; 40 Personen sollen ges Berlin hat, wie schon im Vorwärts" erwähnt wurde, am einmal dem, was selbst das notorisch arbeiterfeind tödtet sein, die telegraphische Verbindung wäre seit 27 Stunden 13. Eeptember eine Agitationstour angetreten und in Halber- liche öfterreichische Parlament für nothwendig erklärte. So find unterbrochen. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. " t Beilage zum„Vomiirts" Berliner VoWlatt. Nr. S31. Freitag, den 2. Oktober 1896. 13. Jahrg. UokstezZ. In den Konkordia-Festsälen(J»h. Saeger), Andreasstraße. am 4. Oktober eine von den Arbeitern der Pinlsch'schen Fabrik veranstaltete Festlichkeit statt. Die Arbeiterschaft Berlins weiß, daß die Konkordia-Festsäle uns nicht zur Berjiigmig stehen. Die Lokalkommission. Neber Berlin als Jagdgebiet ist letzthin in der Tages presje berichtet worden. Daß Berlin thatsächlich ein Jagdgebiet ist, beweist die Hetzjagd, welche gegenwärtig wieder gegen die Straßenhändler von verschiedenen Seiten in Szene gesetzt ist. Die Markthallenstand- Inhaber und die Inhaber privater Ge- schäfislokale behaupten, daß ihnen dnrch die Straßenhändler die Kundschaft entzogen werde,„da die auf den Straßen gebotene Kaufgelegenheit für die Kauflustigen bequem und anregend sei". Die guten Leute übersehen ganz, daß dieses Argument weit eher si r als gegen die Daseinsberechtigung der Straßenhändler spricht. Im übrigen sollte es man getrost dem Geschmacks des Publikums Überlassen, ob es in den Markthallen, Geschästslokalen oder bei Straßcnhändlern kaufen will. Wenn die Markthallenstand- Inhaber immer darauf packen, daß sie thenres Standgeld zu ent> richten haben, so wäre es am Platze, die Standgelder herab zusetzen, wie es in der Markthalle Gesundbrunnen bereits geschehen ist, um die verödete Markthalle zu beleben. Was thun denn die großen Geschäftshäuser, Bazare w.? Entziehen diese nicht einer Unzahl von Geschäftsleuten die Kundschaft und rninircn dieselben vollständig? Warum gerade die Hetze gegen die kleinen Händler, die sich tapfer quälen. nm ehrlich ihr kümmerliches Dasein zu fristen? Ist nicht die„freie Konkurrenz" das Ideal der heuligen Gesellschaft? In der Hetze gegen die Straßenhändler habe» die Markthallenstand- Inhaber Bundesgenossen in den Hausbesitzern gefunden, welche in ihren Vereinen einen Petitionssturm gegen die Straßenhändler vorbereiten. Die Hausbesitzer! Natürlich geben diese vor, nur im Interesse ihrer Miether zu handeln, da diese angeblich durch die Slraßenhändler in Gefahr gebracht werde», ihre Miethe nicht prompt bezahlen zu können. Doch auch die Straßenhändler haben doch Wohnungen inne, welche s i e wieder nicht bezahlen können, wenn ihnen ihr Erwerb unterbunden wird. Welche Widersprüche! Sie sind aber die nothwendige Folge der herrschenden wirthschaftlichen Misöre, unter deren Druck ein jeder auf Kosten des anderen seine Existenz zu behaupten trachtet, wobei natürlich der wirthschaftlich Schwächere immer den kürzeren zieht. Ein Beispiel hierfür ist die gegen- wärtige Hetze gegen die Straßenhändler, die sich zum großen Theile selber aus wirthschaftlich Schiffbrüchigen rekrutiren. Vielleicht muß mancher von denen, die jetzt gegen diese Hetzen, auch einmal z»m Siraßenhandel greifen, um sein Leben ehrlich zu fristen. Mit dergleichen Hetzen ist nichts gethan. Schafft gesunde Verhältnisse, damit ein jeder zu lebe» vermag! Das ist allerdings für die heutige Gesellschaft ein Ding der Un Möglichkeit. Die städtische Baudeputatou hielt am Mittwoch unter Vorsitz des Stadtraths Geh. Reg.-Raths Friede! eine Sitzung ab, in welcher unter anderem folgende Beschlüsse gefaßt worden sind: Die Bötzow'schen Erben haben beim Magistrat den Antrag gc- stellt, aus ihrem umfangreichen Terrain nördlich vom Friedrichs- Hain, zwischen der Elbingerstraße und dem Friedrichshain drei neue Straßen in Abtheilung XII des Bebauungsplanes aufzunehmen. Die Deputation hat beschlossen, dem Antrage mit der Maßgabe die Zustimmung zu ertheilen, wenn die an- zulegenden Straßen bis zur Straße 9 beziehungsweise bis zur Elbingerstraße weiter geführt werden und ein größeres Terrain aufgelheilt wird.— Bisher haben die einzelnen Deputationen über den Ausschluß eines Unternehmers von städtischen Lieserungen zu befinden gehabt. Das Plenum der Bandeputation hat nun beschlossen, daß die Rege- lung dieser Angelegenheit fortan nur auf Beschluß des Plenums erfolgen soll.— Das zwischen Müller st raße, der See- straße und der Weichbildgrenze belegene um- saug reiche Terrain soll durch Verkleinerung des Platzes F und Anlage zweier Radialstraßen, sowie Einfügung verschiedener Querstraßen in sachgemäßer Weise der Bebauung er- s ch l o s s e n w e r d e n.— Die Deputation hat beschlossen, den Gemeindebehörden die Verbreiterung der Lands- berger st raße von Georgenkirchstraße bis Lietzmannstraße durch Festsetzung neuer Baufluchtlinien auf der Südseite auf 16 Meter zu empfehlen.— In»euerer Zeit ist wieder die V e r b r e i t e r n n g der Universitätsstraße in Anregung gebracht worden. Die Deputation hat beschlossen, dieserhalb mit den Adjazenten in Verhandlungen einzutreten.— Zur Regulirung der Grnnerstraße ist von dem Grundstücke der Seehandlungs- Sozietät Straßenland erforderlich. Da die Forderungen der Seehandlung zu hoch erscheinen, so hat die Deputation beschlossen, das Enteignungsverfahren einzuleiten. Ebenso ist beschlosfen worden. das Grund st ück Wall st r. 92/93 im Wege der Enteignung zu eriverben.— Der Damm der Polsdamerstraße zwischen der Potsdamer Brücke und Liitzoivstraße foll nach Beschluß der Deputation eine Breite von 1ö Metern erhalten.— Ueber der westlichen Zngangstreppe zum Tunnel unter der Stettiner Eisenbahn im Zuge der Schwarzkopffstraße und der Feldstraße soll ein Ueberban in Form einer eisernen verglasten Halle zum Schutz des Publikums errichtet werden. Eisenbahubureaukratie im Zeiche» des Verkehrs. Mit dem heutigen Tage sind für die Uebcrführung der Reisenden, die Berlin nur auf der Durchreise berühren und dabei auf einem Bahnhofe ankommen, an welchem zum Abfahrlsbahnhof keine Eisenbahnverbindung besteht, neue Bestimmungen in kraft ge- treten. Die Reisende» müssen für ihre Uebersnhrung von einem zum«n deren Bahnhofe sorgen, können aber auch einen „bahnfeirsg gestellten' Omnibus benutzen, wenn sie unterwegs, und zwar spätestens auf bestimmten Stationen, einen Platz in diesem Omnibus belegen oder vielmehr, wenn sie bei dem Zug- führ« oder Sctjoffn« des von ihnen benutzten Zuges einen An- trag auf llebersnhnnrg stellen. Wer beispielsweise von Leipzig nach Hamburg reise» und de»„bahnseitig gestellten" Omnibus benutzen will, muß, so schreibt die„Volks-Ztg.", spätestens in Bitterseld bei dem Zugführer oder Schaffner den Antrag stellen, daß er mit dem„bahnseitig gestellten" Omnibus vom Anhallischen»°>ch dem Lehrter Bahnhof überführt werde. Für diese tleberführung müssen für jede er- wachsene Person I,S0 M., für jedes Kind zwischen 4 und 16 �Fahren 75 Pf. gezahlt werden. Ob der Antrag bei dem Zug- fuhr« oder Schaffner schriftlich»»d ans gebrochenem Bogen ein- gereicht werden muß, oder ob ein mündlicher Antrag genügt, geht aus der amtlichen Bekanntmachung»jchx hervor. Jedenfalls muß aber gleich bei Stellung des Antrages die Omnibuskarte gelöst werden, daniit der Antragsteller i» Berlin nicht etwa nock auf den „bahnseitig gestellten" Omnibus verzichtet. Wer diesseits Bitterseld einsteigt und den Omnibus benutzen will, hat den„Antrag" bei dem Stationsbeamten anzubringen. Das Gepäck, welches zu direkten Fahrkarten über Berlin hinaus abgefertigt wird, wird in Berlin„bahnseitig" von dem Ankunfts- bis zum Anschluß- Bahnhof ühersührt, aber nicht etwa kostenfrei oder gegen Zahlung der Gebühren für Ueberfracht, sonder» gegen„Ueberfnhrgebühren", die auf dem Gepäckschein besonders„ausgeworfen" werden, und zwar für Gepäck bis zu 25 Kilogramm 56 Pf., für jede weiteren, wenn auch nur angefangenen 16 Kilogramm noch 16 Pf. Die Kosten der Uebersührung von Menschen und Gepäck sind so hoch, daß die Reisenden fast stets besser thun werde», mit einer Droschke ihre Uebersührung zu bewerkstelligen. Der Droschken- kntscher verlangt außerdem auch keinen Antrag. Obwohl die Uebersührung der Reisenden und des Gepäcks vermnthlich Sache der Eisenbahndirektion Berlin sein wird, ist die Bekanntmachung der Einrichtung von der Eisenbahndirektion in Erfurt veröffent- licht worden; die Bekanntmachung trägt das Datum des 26. Sep- tember und so ist es denn auch glücklich gelungen, dem Publikum von der am 1. Oktober ins Leben tretenden Aenderung schon durch den am 36. September abends ausgegebenen„Reichs-Anz." Nachricht zu geben. Der am IS. Oktober in kraft tretende Winterfahrplan der Pferdebahn enthält verschiedene Preisherabsetzungen. Auf der gegenwärtig verhältnißmäßig theueren Ringbahn wird der Maximalpreis von 25 ans 26 Psennige herabgesetzt, die 16 und 15 Pfennig-Etrecken werden verlängert, so z. B. vom Rosen- thaler Thor die 16 Pfennig-Theilstrecke bis Brandenburger Thor, die 15 Pfennig-Theilstrecke bis Anhalter Bahnhof. Auf der Linie Weißenburgerstraße-Rixdorf werden 16 Pfennig> Theil- strecken von der Weißcnburgerstraße bis zur Leipzigerstraße, vom Schönhauser Thor bis zum Halleschen Thor u. f. w. ausgedehnt. Von gester« ab sind die Postschalter erst morgens nm acht Uhr statt, wie bisher, um sieben Uhr früh für den Verkehr mit dem Publikum geöffnet. Aus der frühere» Brausewetter-Kammer. Ein gröberer Richterwechsel hat in der 2. Strafkammer Landgerichts 1 statt- gefunden. An stelle des Landgerichtsraths Stubenrauch, der zur 19. Zivilkammer übergetreten ist, ist Amtsgerichtsrath Köhn zum Beisitzer ernannt worden, während Landgerichtsrath v. Kirchbach aus dem Justizdienst ausgetreten ist. Tie Figur der„heiligen Gertrud" von Prof. Dr. Rudolf Siemering ist in der Nacht zum Mittwoch auf der Gkrtraudten- brücke aufgestellt und im Laufe des gestrigen Vormittags enthüllt »vorden. Eine Anzeige wegen„Chawrousenschaft" ist gegen eine Anzahl hiesiger Händler erstattet worden. Es ist bekannt, daß in allen Auktionshänsern sich Ringe von Händlern gebildet haben, welche in bezug auf die Höhe der Preise der zur Versteigerung gelangenden Gegenstände einwirken und vor allen Dingen Privat- leuten durch ihr geschlossenes Vorgehen fast gänzlich die Möglich- keit, einen Gegenstand zu erwerbe», nehmen. Sind sie ganz unter sich, so pflegen sie„Chawrouse" zu machen, das heißt, man verabredet sich, einen Gegenstand möglichst billig zu erwerben und die Händler verpflichten sich untereinander, nicht höher als bis zu einem gewissen Preis für den bestimmten Gegenstand zu bieten. Der Gegenstand wird nach Beendigung der Auktion unter den Mitgliedern des Ringes noch einmal versteigert und der dabei erzielte Mehrerlös ver- theilt. Diese Handlungsweise ist jedoch gesetzlich nicht statthaft und strafbar, weil in ihr eine zwangsweise Verhinderung einzelner Personen am Mitbieten zu erblicke» ist. Ein Händler, welcher bei einer derartigen Versteigerung nun von der „Chawrouse" ausgeschlossen war und sich infolge dessen geschädigt Staubte, hat gegen die gesummten Mitglieder einer„Chawrouse»- hast" Strafanzeige erstattet, die sich nunmehr fämmtlich vor der Staatsanwaltschaft zu verantworten haben. Vom zlöckner. ----------------- Herr Joachim Gehlsen hatte vor längerer Zeit Beschwerde gestihrt, daß ihm die nachgesuchte Wiederausnahme in den preußischen Staatsverband nicht gewährt worden sei. Einem nochmaligen Gesuch um Aufnahme ist, wie die„Charl. Ztg." hört, nunmehr Folge gegeben worden. Verschwunden ist seit Montag Morgen der Arbeiter Fritz Hüter aus der Forsterstraße 55. Hüter, der im 43. Lebensjahre steht, war seit nenn Wochen arbeitslos; wo er um Beschäftigung anfragte, hat man ihn mit dem Bemerken, daß er zu all sei, abgewiesen. Die Frau des Verschwundenen befürchtet, daß ihr Gatte sich aus Sorge um seine Zukunft ein Leid angethan hat, und sie bittet jede», der über den Verbleib des Verschwundenen näheres weiß, ihr Nachricht zu geben. Hüter ist von mittlerer Statur, trägt dunkelblonden Schnurrbart und ist mit einem dunklen Jackettanzug bekleidet. Lassen Sie mich doch ertrinken! bat der 46 Jahre alte Arbeiter Gustav W. aus der Grolmannstr. 61 zu Charlottenburg vorgestern Nachmittag um l'/e Uhr einen Schutzmann des 32. Reviers, der ihn an der Schleuseninsel aus dem Landwehr- kanal zog. W. war nach einem Streite mit seiner Frau ins Wasser gegangen, um sich das Leben zu nehmen. Ein Schutz- mann hatte jedoch den Vorgang gesehen, rettete den Lebens- müden wider seinen Willen und brachte ihn in ein Krankenhaus. Wegen Fälschung von Luther- Autographen sind der Kausmann Hermann Kyrieleis und dessen Ehefrau Anna geb. Lühr hier festgenommen und zur Untersuchungshaft gebracht worden. Dieselben haben die gut gelungenen Falsifikate hier und an anderen Orten Deutschlands, Italiens und der Schweiz in großer Anzahl und z» ziemlich hohen Preisen (56—266 M.) mit großem Geschick an Antiquare und Anti- quitätensammler abzusetzen verstanden. Die Festnahme deS Paares, welche schon feit Monaten vorbereitet war, er- folgte, als dasselbe im Begriff war, nach Frankfurt a. M. ab- zureisen, in einem hiesigen Hotel, wo es unter falschem, italienischen Namen Wohnung genommen hatte. Bei dem Ehemann wurden Über 4666 M. vorgefunden, welche derselbe in Monte Carlo ge- wonnen haben will, die aber wahrscheinlich zu dem durch den Vertrieb der Falsifikate gewonnenen Geld gehören. Die Auto- graphen befinden sich in Bibeln und anderen Büchern religiösen Inhaltes aus dem Zeitalter Luthers. Die Kyrieleis'schen Ehe- leute behaupten, daß sie von den Vorfahren des Ehemannes ge- sammelt worden seien. In der Angelegenheit deS Bankiers Schneider, der sich bekanntlich in der Arrestzelle getödtet hat, wird noch be- richtet, daß auch ein Buchhalter des Schneider'schen Geschäfts verhastet worden ist. Bei der Durchsuchung des Geldschrankes fand man keinerlei Depots, sondern nur 306 M. baares Geld. Der Umfang der Unterscklagungen ist verhältnißmäßig beträcht- lich, da eine große Anzahl kleiner Leute ihr ganzes, mühsam er- spartes Vermögen verloren hat. Außer zwei Nachtwächtern habe» u. a. ein Spritzenmann, ein Lehrer. ein Schmiedemeister und andere Handwerker den Verlust von je 8666 bis 17 666 M.. im ganzen mehr als 166 666 M. zu beklagen, die sie dem Schneider zum Ankauf von Werthpapieren überlieferten. Wie Frau Schneider bei ihrer Vernehmung angab, hatte sich ihr Gatte im ~nihjahr dieses Jahres in guten Verhältnissen befunden. Im iommer soll er aber durch Börsenspekulationen sein ganzes Ver- mögen verloren und dann die Depots angegriffen haben. Die vorgestrige Erplosion am Spittelmarkt hat erheb- liche Störungen des elektnschen Verkehrs zur Folge gehabt. Zwei von den dort lagernden Starkstrom- Kabeln sind stark beschädigt, theilweise sogar durchgeschmolzen. Sie müssen ersetzt und außer- dem die Verbindungen freigelegt werden. Zu diesem Zweck hat wegen der Aufreißung des Bürgerfteiges und des Straßen- damms die Niederwallstraße für den Verkehr gesperrt werden müssen. Der erste Unfall auf der neuen Weidendammer Brücke hat sich Mittwoch Nachmittag gegen 12'/- Uhr zugetragen, indem der sechsjährige Knabe Karl Puls überfahre» wurde. Seine Mutter war beim Umzug von der Oranienburger- nach der Elsasserstraße und hatte deshalb den Jungen ohne Aussicht laufen lassen. Der kleine Karl ging die.Friedrichstraße entlang und schließlich auch auf die Weidendammer Brücke. Hier faßte ihn ein Postwagen, warf ihn um, ging über ihn hinweg und zerbrach ihm mehrere Rippe». Der schwerverletzte Knabe wurde in die benachbarte königliche Klinik gebracht. Das Görlitz« Ufer von der Wienerstraße(Rampe der Wienerbrücke) bis zur Reichenbergerstraße wird wegen Neu- beschnttung der Chaussee, die Schornsteinfegergasse wegen As- phallirung bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Der Metalldriicker Herr Albert Goetsch, Oranienstr. 171. theilt uns mit, daß er mir dem obdachlosen Arbeiter gleichen Namens, der nach dem vorgestern gebrachten Bericht an der Kottbnser Brücke verunglückte, nicht identisch ist. Todtgefahren wurde am Donnerstag Morgen die 52 Jahre alte unverehelichte Marie Wesch aus der Klosterstr. 64. Sie ging die Stralauerstraße entlang nach dem Molkenmarkte zu, taumelte vor dem Hause Nr. 13 vom Bürgersteiger hinab gegen einen Kohlenwagen, der nach derselben Richtung fuhr, und wurde überfahren. Ein Rad ging ihr über den Unterleib und verletzte sie so schwer, daß sie auf der Stelle verstarb. Als Leiche wiedergefunden wurde der Schlossermeister Bannack aus der Friedrichstr. 219. den man seit längerer Zeit vermißte. Er wurde vorgestern in Charlottenburg aus dem Landwehrkanal gelandet. Bannack scheinen drückende Schulden in den Tod ge- trieben zu haben. Ans dem Polizeibericht vom 1. Oktober. Im Spree- kanal, vor dem Hanse Friedrichsgracht 44, wurde die Leiche eines Mannes angeschwemmt und nach dem Schauhause gebracht.— Vormittags wurde der 59 jährige Schneidermeister Ludwig V. in seiner Wohnung in der Georgenkirchstraße erhängt aufgefunden. — An der Ecke der Friedrichstraße und des Schiffbauer- dammes lief nachmittags der sechsjährige Sohn deS Schneidermeisters Perls gegen einen Post- Packetwagen, wurde über- fahren und trug mehrere Rippenbrüche davon. Er wurde nach der Universitätsklinik gebracht.— Der 31jährige Schlosser Karl P. fiel in der Händelstraße von einem Kohlenwagen, auf dem er in der Trunkenheit eingeschlafen war, gerieth unter die Räder und wurde auf der Stelle getödtet.— Heute Nacht wurde die 51 jährige Wittwe Louise L. vor dem Grundstücke Kottbnser Ufer Nr. 51 mit einer Verletzung am Kopfe angetroffen und nach der Sanitätswache in der Adalbertstraße gebracht. Ihrer Angabe nach ist sie am Maybach-User von einem Manne mit unsittlichen Anträge» verfolgt und durch einen Messerstich verletzt worden. — Die kürzlich von verschiedenen Blättern gebrachte Meldung, daß die Köchin Dullar im Thiergarten von einem unbekannten Manne überfallen und am Kopfe schwer verletzt sein soll, ist inzwischen dahin aufgeklärt worden, daß sich die Dullar in der fraglichen Nacht in einem Lokale in der Nähe des Thiergartens sinnlos betrunken hat. Infolge dessen ist sie im Thiergarten wahrscheinlich umgefallen und hat sich die Verletzung selbst zu- gezogen. Sie ist eine dem Trünke ergebene Person. Ans den Nachbarorten. Nchtuna, Schöueberg! Zu der an» nächsten Sonntag. morgens 7 Uhr, stattfindenden Flngblattverbreilung mögen sich die Genossen pünktlich einstellen bei: Obst, Grunewaldstr. 116; Klein, Merseburgerstr. 7; Schilling. Golzstr. 43; Pinzer, Nollendorsstr. 16 und H o s f m a n n, Sedanstr. 16. Der Ver- tranenSmann. Ans Friedrichshagen wird uns berichtet: In der Ge- meindevertreter- Sitzung vom 25. August wurde bei Festsetzung des Brennkalenders auf Antrag des Genossen Sonnen bürg beschlossen, in Zukunft die Straßen auch des Morgens zu be- leuchten und die Beleuchtungskommission beaustragt, zur nächsten Sitzung einen neuen Brennkalender auszuarbeite». Diese Sitzung fand am 36. September statt. Die Kommission erstattete Bericht. nach welchem die Beleuchtung in den Morgenstunden(für die Herbst- und Wintermonate) eine Mehrausgabe von 1662,92 M. ergiebt.— Der Genieindevorsteher theilte mit, daß im Ver- trag mit der Gasanstalt(derselbe läuft noch«ine Reihe von Jahre») ein zweimaliges Anstecken der Laternen täglich nicht vorgesehen sei und daß die Gas- anstatt es ablehnt, dies aus eigene Kosten auszuführen. Wenn nun die Gemeinde das Anstecken aus eigene Rechnung übernimmt, so würde die Mehrausgabe noch verschiedene hundert Mark mehr betragen. Es wäre darum zu empfehle», vielleicht die Hälfte der Laternen die Nacht hindurch bis zum anbrechenden Morgen brennen zu lassen, sodaß die Ausgabe dadurch ein« be- deutend geringere würde.— Die nachfolgenden Redner waren wohl im Prinzip für die Beleuchtung in den Morgenstunden. aber angesichts der großen Kosten konnten sie sich vorläusig nicht entschließen, diese Aenderung jetzt eintreten zu lassen.— Unser Parteigenosse Gemeindevertreter Sonnenburg wandte ein: Wenn eine Forderung berechtigt ist, so ist es die, daß die Gemeinde für ausreichende Beleuchtung zu sorgen hat. Die Hälfte der Einwohnerschaft mug in der frühsten Morgenstunde aus die Straße und läuft Gefahr, bei der herrschenden Finsterniß und den über- wiegend schlechten Wegeverhältnisfen Schaden zu nehmen, zumal im Winter bei Sturm. Schnee und Eis ein Passiren der Straßen doppelt gefährlich ist. Ein jeder Hausbesitzer ist nicht nur moralisch, sondern auch gesetzlich verpflichtet, sein Haus genügend zu beleuchten und eine Gemeinde wie Friedrichshagen, bei fast 16 666 Einwohnern, sollte nicht die Pflicht haben, für die Sicherheit der Gemeindemitglieder zu sorge»? Trotz dieser Darlegungen wurde gegen die Stimme des Genossen Sonnenburg und des Ver- treters Kutscher bescklofsen, von einer Beleuchtung in der Morgenstunde vorläufig Abstand zu nehmen und vielleicht später darauf zurückzukommen.— Also, wer ein Freund der Finsterniß ist— es giebt ja deren so viele— auf nach Friedrichs- Hägen! Ei» Eisenbahnunglück hat sich am Mittwoch auf dem Chausseeübergang beim HennigsdorserChausseehaufe ereignet. Als der von Hennigsdorf a. H. 7 Uhr 26 Min. ab- gelassene Zug über die Chaussee fuhr, kam gerade ei» mit vier Personen besetzter Möbelwagen über das Geleise. Eine Barriere existirt an dieser Stellender Berlin-Kremmener Chaussee nicht. Der Wagen wurde kopfüber zur Seite auf den Acker geworfen, die Pferde eine ziemliche Strecke mit fortgeschleift und buchstäblich zerrissen. Drei von den vier Insassen des Wagens, nämlich der Kutscher, ei» alter Mann namens Christophersen aus Bötzow und seine erst seit kurzem verheirathete Tochter trugen schwere Verletzungen davon; einzig der Schiegersohn blieb unversehrt. Nachdem der herbeigerufene Arzt Dr. Salpius aus Velten einen M. Nothverband angelegt hatte, mußten die Verletzten in dem Erfüllung gehen zu sollen. Die beiden mit großer Majorität| bringen müssen. Glatt versichert, daß er dem Kranken auf der Seite liegenden Möbelwagen bis 9 Uhr 45 Mi- angenommenen Vereinsthemen find der Verhandlung und Be- gegenüber nicht handgreiflich geworden sei.- Der als nuten bleiben; erst dann tam aus dem etwa 5 Minuten rathung eines Lehrertages unserer Zeit würdig; sie sind beide Beuge vernommene Inspektor Schulz hat, gleich nachdem er von der Unglücksstelle entfernten Hennigsdorf die Ortspolizei ebenso zeitgemäß wie dringend, und außerdem wird durch den gehört hat, daß Burtschinsky während der Nacht gestorben sei, mit Fuhrwert heran. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, ist Gegenstand die soziale Frage mit in den Kreis Nachforschungen angestellt und durch den Wärter Buttig Mitnoch nicht festgestellt, die Maschine hat vorschriftsmäßig geläutet. der Betrachtung gezogen. Die Themen lauten: 1. Welche theilungen über die stattgehabten Mißhandlungen erhalten. Unter Sollte aber der preußische Eisenbahnfiskus bei seinen jährlichen Forderungen stellt die Gegenwart an die Vorbildung Zustimmung der Krankenhaus- Deputation hat er dann am 4. April Ueberschüssen nicht so viel erübrigen, daß an solchen verkehrs- des Lehrers?" und 2. In welcher Richtung und in welchem Um- Anzeige bei der Kriminalpolizei erstattet und beide Angeklagte reichen Uebergängen eine Barriere errichtet werden könnte? fange wird die Jugenderziehung durch gewerbliche und land- sind in Haft genommen worden. Buttig ist s. 3. Kranker in der Ein Pionier der Gifenbahn- Brigade, welcher am 19. d. m. wirthschaftliche Kinderarbeit gefchädigt?" Gerade das zweite Anstalt gewesen, hatte dort sich recht anftellig gezeigt und ist auf dem Militärbahnhof Klausdorf beim Rangiren über Thema ist vorzüglich geeignet, den Lehrern über den Zusammen- dann Hilfswärter geworden. Als seine Vorbestrafungen bekannt fahren wurde, ist gestern Nachmittag im Tempelhofer Garnison- bang der Erziehungsfrage mit der sozialen Frage, mit den wirth wurden, ist er sofort entlassen worden. Der Oberwärter Pott lazareth feinen Leiden erlegen. Die Aerzte hatten gehofft, das thums die Augen zu öffnen und sie in Verbindung mit der ihnen halten, später hat er erfahren, daß dieser den Angeklagten Schlag schaftlichen Machtfaktoren des Großkapitalismus und Agrarier- hat die Mittheilungen des Buttig zunächst für glaubwürdig ge schwer verletzte Bein erhalten zu können. Gestern Vormittag aber mußte zur Amputation desselben geschritten werden, welche selbst von jenen Faktoren angewiesenen Rolle des demuthvollen, feindselig gesinnt sei. Er hat Schlag nicht als rohen Menschen um 11 Uhr auch glücklich beendet war. Um 3 Uhr Nachmittag ständigeren Beurtheilung der gewaltigen sozialen Strömungen zeuge gewesen ist, als Schlag sich bemühte, den Kranken gewalthungernden Lehrsflaven zu einer vorurtheilsfreieren und ver- fennen gelernt. Der Wärter Caro, welcher theilweise Augentrat jedoch plötzlich der Tod ein. unserer Zeit, speziell der modernen Arbeiterbewegung zu ver- fam wieder ins Bett zu bringen, hat von dessen leber das nen eingeführte Gasglühlicht lauten die anlassen. Auch das andere Thema ist sehr aktuell. Die Misère etwas zu nachdrücklich e m nachdrücklichem Vorgehen einen Nachrichten aus den Vororten nicht mehr so günstig wie früher. der heutigen Lehrervorbildung fingen die Spaßen von den schlechten Eindruck bekommen. Von einem Stoß Die Leuchtkraft der Glühkörper läßt bei vielen Flammen sehr Dächern. Erst türzlich sind durch Enthüllungen eines 3öglings gegen den Unterleib hat er nichts gesehen, und auch schnell nach und macht die Erneuerung der sogenannten Strümpfe des Dschaker Lehrerseminars eigenartige Bustände auf jenem nichts bemerkt, was auf die Absicht brutaler Mißnöthig, die bekanntlich ziemlich theuer find. Ueber die Ursachen Seminar ans Licht gezogen, die vielleicht nur deshalb so wenig handlung hindeutete. Stationsarzt Dr. Laß, des schnellen Schadhaftwerdens gehen die Meinungen auseinander. Aufsehen in Lehrerkreisen gemacht haben, weil sie für Eingeweihte der Kranke ärztlich unterstellt war, hat gleichfalls die Während die Lieferanten der Glühkörper behaupten, daß diese nichts Neues waren. Da ist es eine verdienstvolle Aufgabe der Bemühungen des Schlag gesehen, den Kranken ins Bett zu durch äußere Gewalt, starken Luftdruck bei stürmischem Wetter Lehrerschaft, die Lehrerbildungsfrage ernstlich zu diskutiren, bringen und hat dabei Rohheiten nicht bemerkt. Beim Verlassen oder dergleichen Schaden leiden, neigen die Einwohner der Vor- womit allerdings noch längst nicht gesagt sein soll, daß dadurch des Krankenhauses habe er dem Angeklagten Schlag die orte mehr der Meinung zu, daß die Glühkörper in ihrer Be- irgend eine wesentliche Besserung der Sache herbeigeführt werden Weifung hinterlassen, die Thür des Kranken zu schaffenheit geringwerthiger geworden find. Thatsache ist, daß tönnte. Diese ist von wirthschaftlichen Ursachen abhängig und schließen und ihn sich selbst zu überlassen, da er infolge nach dem heftigen Sturme am 22. d. M. zahlreiche Glühstrümpfe die Befreiung des gesammten Boltes aus wirthschaftlicher Noth der Verabreichung von Chloralhydrat Schaf erwarte. in den Straßenlaternen beschädigt waren. ist darum stets, auch für die Erziehung der Zukunft, das primäre. Das Binden des Kranken sei eigenmächtig erfolgt. Stadtphysikus Sanitätsrath Dr. Klein, der die Obduktion der Leiche ausgeführt, bestätigte, daß der Tod infolge von Gehirnund Lungenödem eingetreten, wie solches bei Deliranten häufig " Aus Oranienburg. Der noch am Montag Nachmittag an den ihm von seiner Ehefrau zugefügten Schußwunden verstorbene Dentner Thomczyk ist, wie schon gemeldet, vor seinem Tode noch über die Blutthat befragt worden. Er verweigerte aber die geforderte Aussage, oder konnte sie vielleicht nicht mehr geben. Ueber die Umstände, die zu dem Verbrechen führten, laufen, einem Oranienburger Blatte zufolge, allerlei verschiedene Meldungen um; fast einstimmig aber wird versichert, daß Uneinigkeit in bezug auf den gemeinschaftlichen Besitz den ersten Anlaß zum Unfrieden zwischen den Eheleuten gegeben hat. wo sie von den Gerichts- Beifung. dem verdar Der Schutzmann Seidlik in Potsdam, welcher kürzlich von der dortigen Straftammer zu sechs Monaten Gefängniß ver urtheilt wurde, weil er auf der Polizeiwache mit einer dorthin gebrachten Prostituirten in intimen Verkehr getreten, hatte früher Eine Anklage wegen wissentlch falscher Anschuldigung vorgefunden werde. An der Leiche feien aber auch 16 Berim Regiment der Gardes du Corps gedient. Ehemalige Regiments- führte heute die separirte Frau Bauinspektor Dietz aus Charlegungen vorgefunden worden. Während die Kopfverlegungen kameraden des Verurtheilten haben, der Volks- Zeitung" zufolge lottenburg vor die II. Straffammer des Landgerichts I. Die möglicherweise durch das Aufschlagen des Kopfes des tobenden nunmehr Unterschriften für ein Gnadengesuch zu gunsten des Ver- Angeklagte ist eine heftige Gegnerin des Kriminal. Kranten auf die Bettlehne entstanden sein tönnen, deuten die urtheilten gesammelt. Sie beabsichtigen, dasselbe dem früheren tommissars Krause in Charlottenburg. In ihrer Ehe- 13 Halsverlegungen am Halse und namentlich auch der Bruch Regiments- Kommandeur, jezigen Generalmajor v. Bissing, Flügel. scheidungsfache wurde sie eines Tages zu ihrer Vernehmung des 3ungenbeines ganz zweifellos auf ein adjutant des Raisers, zur Befürwortung zu unterbreiten. in das Amtszimmer des Kriminalkommissars beschieden, außerordentlich brüstes und rücksichtsloses Dieses Zufaffen gehe entschieden über nommen wurde. Bei dieser Gelegenheit hatte sie gesprächs- das hinaus, was einem Kriminalschuhmann zu Protokoll ver3ufassen hin. weise Bei dieser Gelegenheit hatte sie gesprächs- das hinaus, was einem Krankenwärter erlaubt sei, es anwesenden Beamten mitgetheilt, daß fie stelle aber feine das Leben gefährende Behandlung ihren Ehemann durch das Detektiv- Bureau von Caspari Roth- und sei auch bei einem so Schwertranten nicht Roffi habe überwachen lassen und als sie nach den Kosten solcher geeignet, das Leben zu gefährden. Alle VerUeberwachung gefragt wurde, hatte sie erzählt, daß sie 2000 m. legungen bis auf zwei feien so gewesen, daß es nicht unhabe bezahlen müssen. In einer am 27. März 1893 gegen möglich erscheine, daß sie sich ein wüthend tobender Mensch Gaspari Roth- Roffi stattgefundenen Gerichtsverhandlung war selbst beigebracht habe. Staatsanwalt Meyer erklärt, daß der Kriminalkommissar Krause als Zeuge vernommen worden er nicht in der Lage sei, auf grund der vorliegenden und machte von der obigen, seinen Beamten gegenüber auf Beweisaufnahme das Schuldig beantragen zu können. Da gestellten Behauptung der Frau Diez Mittheilung. Einige der Hauptbelastungszeuge fehle, fei fein genügendes Material Tage darauf erstattete die letztere gegen den Kriminal- vorhanden. Gegen Glatt sei eine begangene Körperverlegung Gewerbe- Ausstellung 1896. kommissar Kranse die Strafanzeige wegen wissentlichen Meineides. nicht erwiesen. Was Schlag betrifft, so scheide nach dem GutSie steifte sich darauf, daß Herr Krause unter seinem Gide achten die lebensgefährdende Behandlung aus, gemeinschaftliche Mit den vorgestern Abend von hier abgereisten Hereros angeblich die Behauptung aufgestellt habe, sie hätte die Mit- Rörperverlegung liege nicht vor, eine Verlegung mit der Flasche der Rolonialausstellung ist ein 19 jähriges junges Mädchen nach theilung von dem angeblich Herrn Gaspari Roth- Rofft gezahlten sei nicht erwiesen, für einfache Körperverlegung fehle es an Es bleibe also nur übrig, daß es Hamburg mitgefahren, in der Absicht, mit dem Wörmann 2000 M. zu Protokoll" gemacht, was thatsächlich nicht der Fall einem Strafantrage. Dampfer auch nach dem Lande der Hereros sich zu begeben. fei. Das gegen Herrn Krause eingeleitete Meineidsverfahren ist Sache der Disziplin des betreffenden Krankenhauses sei, über die zulässigen Grenzen gehenden Wärter zu Das Mädchen, das als Verkäuferin in der Ausstellung angestellt eingestellt, dagegen die Antiage wegen wiffentlich falscher An- einen Die Vertheidiger Rechtsanwälte Eisbach und war, hatte mit einem Herero ein Liebesverhältniß unterhalten, schuldigung gegen Frau Dieß erhoben worden. Aus der Beweis- entlaffen. und diese schwarz- weiße Liebe war so start, daß sie sich auf aufnahme erhielt der Gerichtshof die Ueberzeugung, daß alle eine beantragten im Anschluß hieran gleichfalls die Freis Bureben ihres dunklen Bräutigams entschloß, die Reise nach gegen den Kriminalkommissar gerichteten Behauptungen der Straf- sprechung, ersterer unter dem Ausdrucke des Bedauerns, daß die Afrika mitzumachen. Die letzten Neger der Kolonialabtheilung anzeige falsch waren und Herr Krause feine Eidespflicht nach Angeklagten drei Monate in Untersuchungshaft gehalten worden. Der Gerichtshof schloß sich den entlastenden Ausführungen werden am 11. d. Mts. Berlin verlassen. Schon am 7. d. Mts. feiner Richtung hin verletzt hatte. Trotzdem erfolgte die Frei werden sich die Südwest- Afrikaner von hier nach Hamburg zur sprechung der Angeklagten, weil ihr nicht nachzuweisen war, daß des Staatsanwalts und der Bertheidiger an, er sprach Glatt gänzlich frei und erkannte gegen Schlag auf Einstellung des Rückfahrt in die Heimath begeben. Diejenigen Schwarzen, die sie wider befferes Wiffen gehandelt hatte. in Berlin bleiben, um hier Handwerke zu erlernen oder irgend Verfahrens, weil zur Bestrafung der zweifellos vorhandenen einfachen Körperverlegung es an einem Strafantrage fehlte. eine Stellung anzunehmen, bleiben bis zum 15. Oftober in der Ausstellung. Klima. liqueure mit Lust und Liebe betrieb. vor . S m. Aus dem städtischen Krankenhause zu Charlottenburg. Die beiden Krantenwärter Bruno Schlag und Hermann Glatt vom städtischen Krankenhause zu Charlottenburg standen gestern Der Verfaffer der Novelle: Der Nazarener, Herr Der Wurzelsepp und die Kathi find fort. Diese beiden unter der Anklage der gemeinschaftlichen Körperverlegung in 2. Salomon( Leffen) hatte gestern auf dem Amtsgericht typischen Figuren aus dem bayerischen Hochland, das kleine einer das Leben gefährdenden Behandlung vor der I. Straf- Charlottenburg ein Verhör. Er räumte die Verfasserschaft ein, Männchen mit dem riesengroßen grünen Filzhut und das riesen- fammer des Landgerichts II. Am 2. April d. J., vormittags beftritt aber, daß in der, sich strikt an die Bibel anlehnenden große Madel mit dem kleinen Tirolerhütchen, welche feit 10 Uhr, wurde der am delirium tremens leidende Ar Erzählung eine Gotteslästerung enthalten sei. Wenn die jüdischen beiter Burtschinsky in bas Krankenhaus gebracht. Am und heidnischen Feinde Chrifti diesen in der Erzählung bes Beginn der Ausstellung zu den originellsten Erscheinungen in 3. April morgens 2 Uhr 30 Minuten ist er gestorben. Bei schimpften, so geschehe dies auch in dem Neuen Testament, das Schippanowsky's" Weltmusit" gehörten, haben gestern das Feld er am doch gewiß von jeder Gotteslästerung frei fei. Ueberdies liege ihrer Thätigkeit geräumt. Dem Alten im Bart" war's schon seiner Einlieferung war festgestellt worden, daß längst nicht mehr geheuer in dem unwirthlichen norddeutschen Kopf blutunterlaufene Stellen hatte, die nachgewiesenermaßen in dem Umstand, daß die Beschimpfer Chrifti sich in der ErEr zeigte sich als echter Bayer, der sich von den von einem Unfalle herrührten, den er einige Zeit vorher erzählung schließlich zum Christenthum befehren, das Gegen Malefiz- Preißen" und namentlich von den Berlinern nir vor litten hatte. Bei der Obduktion wurden noch mehrere Haut- beil einer Gotteslästerung oder Beschimpfung, und der schlußmachen ließ. Sie tranken alle zu wenig von seinem Enzian- abschürfungen und blutunterlaufene Stellen festgestellt, die nicht kräftigste Gegenbeweis einer beleidigenden Absicht. und Alpenkräuter- Liqueur, und als fürzlich noch so an dalfeter auf diesen Unfall zurückzuführen waren. Die Anklage behauptet, Ob nun eine Anklage erhoben wird und ob, nachdem der Bua" ihm eine ganze Flasche davon umwarf, daß der schöne daß der Kranke von den beiden Angeklagten in arger Verfasser der Erzählung sich genannt und die Verantwortlichkeit und wirft dem Schlag übernommen hat, gegen den Redakteur der Neuen Welt" das Saft auf die Erde strömte, da war's vollends mit seiner Ruhe Weise gemißhandelt worden und Gemüthlichkeit vorbei. Stundenlang saß er in sich gekehrt und den Kranten mit einer Bierflasche auf den Kopf Verfahren fortgesetzt wird, das bleibt abzuwarten. fluchte und wetterte in feinen Bart hinein. Am anderen Tage geschlagen au haben, während beide Angeklagte ihn Die früher des Gattenmordes beschuldigte verwittwete war er von der Bildfläche verschwunden. Jetzt ist ihm auch die gewürgt und ihm einen Bruch des Zungenbeins zugefügt haben Kathi gefolgt, das brave Mädel, das sich bis zum Schluß freund sollen. Schlag hat bei der Mißhandlung noch dem Kranken Frau Töpfer Auguste Scheidner aus Rixdorf stand gestern vor dem Schwurgericht am Landgericht II. Als Frau Scheidner lich und humorvoll gezeigt, und das den Ausschank der Alpen- wüthend entgegengerufen:" Hund verft, wenn ich nicht im Januar dieses Jahres verhaftet wurde, stand sie im Berdacht, bebächte, daß ich Buchthaus betäme, fo fchlüge ihren verstorbenen Ehemann vergiftet zu haben. Die Leiche ist ich Dich to bt!", außerdem soll er dem Kranken auch noch Fußdann auch ausgegraben und Theile der Eingeweide sind an den tritte gegen den Leib verfest haben. Die Vorgänge Gerichtschemiker Dr. Bein zum Zweck der chemischen Unter Kunft und Wissenschaft. find durch den Hilfs- Krankenwärter Buttig zur Kenntniß des worden. Eine weitere Beschuldigung Das Deutsche Theater hatte am Mittwoch einen seltsamen Inspektors Schulz gebracht worden. Buttig hat die Sache so dar- suchung gesandt Tag. Ein Mann, der jahrelang im Adolph Ernst- Theater als gestellt, daß der Krante wiederholt aus dem Bett gewollt, aber ging dahin, daß Frau Scheidner auch vorbereitende Hand Hanswurst mimen mußte, betrat zum ersten Male als Künstler von Schlag nachdrücklichst niedergedrückt worden sei. Dabei habe ungen begangen habe, welche auf die Absicht schließen eine Bühne, die sich mit recht zu den vornehmsten Pflegestätten eine Bühne, die fich mit recht zu den vornehmsten Pflegestätten ihn Schlag mit einer Bierflasche gemißhandelt, ihm Stöße gegen den ließen, ihren ältesten Sohn, der angeblich mit 20 000. in einer Lebensversicherungs Gesellschaft versichert sein dramatischer Dichtkunst zählt. Nachdem Guido Thielscher Leib versetzt und in Gemeinschaft mit Glatt ihm ein Laken um sollte, zu vergiften. Außerdem sollte sich Frau Scheidner dreihundert und etliche Abende hindurch„ Charley's Tante" den Hals geworfen und gewürgt, so daß er ganz blau im Gesicht des Betruges und der Urkundenfälschung in zahlreichen Fällen heruntergehaspelt hatte, geschah es, daß sein Direktor sich vor geworden sei. Merkwürdigerweise ist der Hilfswärter Buttig, schuldig gemacht haben. Alle diese Beschuldigungen haben sich läufig aufs Altentheil fette; und für den Hauptdarsteller des nachdem er diese schwere Anschuldigung gegen die Angeklagen schuldig gemacht haben. Alle diese Beschuldigungen haben sich im Laufe der Untersuchung verflüchtigt und als Resultat der Schwantes mit dem Bombenerfolg blieb nichts übrig, als fich Schwantes mit dem Bombenerfolg blieb nichts übrig, als sich erhoben, spurlos verschwunden und konnte trog öffentlicher eingehendsten Prüfung ist nur eine Antlage wegen schwerer anderweitig nach Beschäftigung umzusehen. Direktor Brahm Vorladung und anderer Bemühungen nicht ermittelt werden. Urkundenfälschung in einem einzigen Falle übrig geblieben, die G8 hat sich auch nachträglich herausgestellt, daß wovon die gestern verhandelt wurde. Frau Scheidner hat ein Sparengagirte ihn für sein Deutsches Theater. Das erste Auftreten von Thielscher mochte diefer Haupt faffenbuch der städtischen Sparkasse, eine beträchtliche An- frankenhaus- Berwaltung bis dahin nichts wußte diefer Haupt- affenbuch zahl alter Freunde und Gönner herangelockt haben, die belastungszeuge schon vorbestraft ist. Durch die Obduktion ist mehr eingetragen war, nachdem die Summe bis auf nicht müde wurden, feinem Habatut in Fulda's" Talisman" festgestellt worden, daß der Tod des Burtschinsky nicht eine Folge awei Mark abgehoben worden, in der Weise gefälscht, aufmunternden Beifall zu spenden. Aber auch das Publikum, der ihm angeblich im Krankenhause widerfahrenen Mißhandlungen daß sie aus dem kleinen Betrage die Summe von zweidas sich dem Clown von ehedem nicht verbunden fühlte, kam auf gewesen, sondern infolge von Gehirn- und Lungen- Dedem ein- hundert Mart machte und hierauf das Buch gegen 150 Mart feine Rechnung; Thielscher gab den durch ein Machtwort in die getreten ist.- Beide Angeklagte bestritten, daß es sich um verfekte. Die Angeklagte war in der Hauptsache geſtändig, sie stickige Luft des Hoffchranzenthums verpflanzten Korbmacher Mißhandlungen handle. Nach ihrer Darstellung fei der Kranke, behauptete jedoch, die Fälschung nicht selbst begangen zu haben, dezent und mit soviel natürlicher Drolligkeit, daß jedes Vorurtheil der am Säuferwahnsinn litt, bei der Einlieferung sehr vielmehr habe sie zu diesem Zwecke einen entsprechenden Bettler Aus seiner Krankenzelle sei plöglich herangezogen, fie gebe aber zu, wich. Sein Habakut hielt sich zwar getreulich in den Schranken aufgeregt gewesen. von dem gefälschten gebührender Devotion und nichts im Spiel erinnerte an den Möbel umgeworfen und sei furchtbar aufgeregt gewesen. Bei macht zu haben. Die Geschworenen hielten jedoch die Erzählung großer Lärm hörbar geworden; der Krante habe alle eisernen Buche, wiffend, daß es gefälscht war, Gebrauch ge Ingrimm, den ein armer, aber relativ freier und selbständiger dieser Gelegenheit will Glatt, nur um den Wüthenden einzu: von dem Bettler für ein Märchen, sie votirten dahin, daß die Thoren ihn mit goldenen Retten am natürlichen Gehen hindert; Schüchtern, ihm mit der Bierflasche gedroht haben. Er giebt Angeklagte sich der schweren Urkundenfälschung in identischer Konaber wer weiß, ob der Dichter, der so erbaulich das Lied variirt, bie dabei gefallene rohe Redensart zu und erklärt es auch daß nicht Roß, nicht Reisige schüßen die steile Höh', wo Fürsten rührt habe. Der Krante beruhigte sich wieder, nachdem er beffelben Verbrechens schon einmal vorbestraft ist, so erkannte der daß nicht Roß, nicht Reisige schüßen die steile Höh', wo Fürsten für möglich, daß er dabei mit der Flasche den B. be- urrenz mit Betrug schuldig gemacht habe und verneinten die Unterfrage nach mildernden Umständen. Da die Angeklagte wegen stehn", nicht zufriedenen Unterthänigkeit, als den verhaltenen Groll des nach Chloral bekommen hatte. Später am Abend wurde B. wieder Gerichtshof auf ein Jahr und sechs Monate Bucht. nicht mehr haben bewältigen Befreiung strebenden Menschen in der komischen Rolle hat verförpert sehen wollen? Genug, das erste Auftreten von Thielscher können und deshalb den Angeklagten Glatt und den Wärter aus und drei Jahre Ehrverluft. Caro zu seiner Hilfe herbeigerufen haben. Wie Glatt behauptete, läßt den Schluß zu, daß er sich bald in feine Umgebung gefei der Vorschlag gemacht worden, den Patienten durch Ueber- hatte sich gestern der Tuchmacher Kleemann aus NeuEin Meineidsprozek. Vor dem Schwurgericht in Rie wöhnen und vielleicht gar eine erste Stüße" des Deutschen werfen eines Handtuchs zu beruhigen und zu bewältigen. Er münster wegen wissentlichen Meineibs zu verantworten. Der selbst habe ihn gehalten und Glatt habe ihm das Hand- Anklage liegt nach der Köln. Btg." folgender Thatbestand Deutscher Lehrerberein. In unferem Artikel über die dies- tuch und den Hals geworfen ihm daffelbe auf zu grunde: Als am 2. September vorigen Jahres in Neumünster jährige deutsche Lehrerversammlung in Hamburg fonstatirten wir dem Rücken zugebunden. Glatt versichert, daß er diese die Sedanfeier begangen ward, war von der sozialdemokratischen zum Schluß, daß diese im Vergleich zur vorhergegangenen Stutt- Prozedur während einer mehrjährigen Thätigkeit als wärter in Partei ein Gegenfest in Wittorf geplant. Am Sonntag vorher hatte garter Lehrerversammlung als ein Fortschritt zu bezeichnen sei, anderen Krankenhäusern wiederholt gesehen habe. Schlag habe Kleemann, der auch Musiker ist, im Wirthshaus„ Sanssouci" mit und wir knüpften daran den Wunsch, daß die zukünftige Bres dabei etwas grob zugefaßt und auch auf dem Kranken gekniet, so zum Tanz aufgespielt, ward von jemand, den er nicht kannte, lauer Bersammlung abermals einen Fortschritt gegen die daß er ihn selbst darauf aufmerksam gemacht habe, recht vor- berausgerufen und gefragt, ob er am Sedantage in Wittorf Hamburger bedeuten möge. E3 scheint dieser Wunsch fichtig zu sein. Beide Angeklagten behaupten, daß dem Patienten spielen wollte mit einigen anderen. Wer ihn herausgerufen und nach den in der letzten Nummer der" Pädagogischen Zeitung" nicht willkürliche Mißhandlungen beigebracht worden feien, für 15 M. zum Spielen angenommen und zu 2 Uhr nachmittags veröffentlichten Verhandlungen des geschäftsführenden Ausschusses sondern daß fie fich gewissermaßen in der Nothwehr befunden nach dem Konventgarten" hinbestellt hatte, will er nicht des deutschen Lehrervereins über die Wahl der Vereinsthemen in lund den tobenden Kranken etwas energisch hätten zur Ruhe wiffen, er soll nicht mehr in Neumünster sein. Am Sedantage Theaters werden wird. um auf welchem früher gesprochen. " fand er sich im Ronventgarten" ein, wo gegen hundert Mann| lich sei es doch, denn die Sozialdemokraten wendeten sich immer I getroffener Schooner berichtet, daß am 4. September während sich versammelten, 11111 nach Wittdorf zu gehen. Die an ihre eigenen Genossen, daß sie ihnen was vorspielten. eines furchtbaren Sturmes bei Dutsch Harbour auf den Fox Mufiter, unter ihnen Kleemann, gingen vorauf, dann kamen Den Aussagen beider Gendarmen gegenüber könne tein Islands( Aleuten) ein Lieutenant und 8 Mann von dem die anderen. Unterwegs rief ein Mann von hinten aus Zweifel darüber aufkommen, daß Kleemann den Mehrens wirklich britischen Kreuzer Satellite" in einem Boote wegfuhren, um der Schaar, die Musikanten sollten aufspielen. Als die Musiker als den genannt, der ihn angenommen, er habe sich zu dieser einem anderen Boote, in welchem sich zwei Matrofen befanden, spielten und die Schaar in der Nähe des Dorfes Wittorf antam, übereilten Namensnennung nachher nicht bekennen wollen. zu Hilfe zu kommen. Das erstere Boot schlug um und 8 Mann hörte der bereits in dem Wirthshause befindliche Wachtmeister Durch den Spruch der Geschworenen wurden alle drei Schuld- ertränken. Ludwig von Großenaspe, welcher das Fest überwachen sollte, fragen bejaht und Kleemann darauf nach dem Antrag der Das Judenviertel in Fez ist niedergebrannt. Verschiedene daß ein Trupp, Mufit voran, anmarschirt fam. Er ging hin, Staatsanwaltschaft zu einem Jahr einem Monat Zuchthaus ver- Bewohner sind in den Flammen umgekommen, viele sind schwer ließ den Zug halten und fragte, wer der Führer des Zuges urtheilt, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf zwei Jahre ab- verlegt. Fünfhundert Menschen sind, nur nothdürftig bekleidet, fei. Da wurde ihm von den Leuten gesagt, einen Führer erkannt. Zugleich ward die dauernde Unfähigkeit, als Zeuge auf das freie Feld geflüchtet. hätten sie nicht. Er fragte, ob sie die Erlaubniß zu oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden, aus- Ein heftiger Sturm verheerte am Dienstag die nordeinem öffentlichen Aufzuge hätten, wenn fie feine Er amerikanischen Staaten an der Küste des atlantischen Oceans. laubniß hätten, sollten sie auseinander gehen. Die Leute Vor dem Schwurgericht Tilfit begann gestern unter Vor allem hatte Savannah zu leiden. 10 Personen büßten hier fangen dann, während sie auseinander gingen, die Arbeiter großem Andrange des Publikums die Verhandlung gegen den ihr Leben ein; eine große Verwüftung wurde angerichtet, der Marseillaise. Als sie im Wirthshause angelangt waren, feßten früheren Polizeiverwalter von Tilsit, Stadtrath Wiischel, Schaden wird auf ungefähr eine Million Dollar geschäßt. In fich die Musiker um den Tisch und der Wachtmeister fragte die wegen wiffentlichen Meineides. Ueber den Inhalt der ihm zur Brunswick famen 4 Personen um, der angerichtete Schaden wird felben, wer der Kapellmeister wäre. Da stand Kleemann auf Last gelegten Strafthaten haben wir bereits gestern berichtet. auf 500 000 Dollar geschätzt. Die große Brücke der Pennsyl und sagte, er wäre es. Der Wachtmeister Ludwig notirte feinen Den Borsitz führt Landgerichtsdirektor Falckenthal; die Staats- vania- Eisenbahn über den Susquehanna wurde faft ganz zerstört. Namen, um den Führer des Zuges zu ermitteln. Kleemann anwaltschaft vertritt Staatsanwalt von Drygalsti. Die Ver- Ein beträchtlicher Schaden wurde auch in Washington und nannte seinen Namen und Wohnort. Nachher aber fiel es theidigung haben übernommen die Rechtsanwälte Fuchs und anderen Städten verursacht. Die Telegraphenleitung nach dem ihm ein, daß er seinen früheren Wohnort angegeben, ging Dr. Bimmer. Der Angeklagte, der sich seit Februar d. J. Süden ist vielfach unterbrochen. zu dem Wachtmeister, der mit seinem Kollegen aus Neumünster in Haft befindet, bestreitet mit großer Entschiedenheit schuldig am Tische saß, und berichtigte seine Angabe. Beide hielten ihm zu sein. vor, er hätte sich straffällig gemacht, er würde angezeigt werden. Kleemann soll nun nach Angabe der Gendarmen geantwortet haben ihn könnte keine Schuld treffen, sie wären angenommen Dermischtes. Der Selbstmord einer inngen Dame im Vorgarten des Offizier- Kafinos zu Frankfurt a./D. erregt gegenwärtig am Orte einiges Aussehen. Die Dame trug bei Ausführung der That Trauerkleidung und war anscheinend 20 bis 22 Jahre alt. Ferner scheint die Unglückliche am Orte fremd zu sein; denn sie hielt sich nachgewiesenermaßen erst seit einigen Tagen dort auf. wie verlautet, soll es sich um eine Liebesaffäre handeln. Eisenbahn Unglück. Die Eisenbahn Betriebs- Inspektion Ans New- York wird berichtet: Infolge von Wolfen. brüchen ist der See bei Stounton( Virginia) ausgetreten; die angrenzenden Stadttheile von Stounton sind überschwemmt, Häuser sind weggerissen und mehrere Personen ums Leben gefommen. Durch den Sturm wurden 100 Meilen südwestlich von Jacksonville( Florida) nach mäßiger Schäßung mindeſtens 50 Menschen getödtet. Die Telegraphendrähte wurden zerrissen. Einzelheiten fehlen noch. Etwa 20 Städte und Dörfer find verwüstet; die Stadt Cedar Keys soll zerstört sein. Briefkasten der Redaktion. C. Walther, Chemnitz. Wird selbstverständlich noch vererwähnt sind. Witterungsübersicht vom 1. Oftober 1896. Stationen. Barometers reduzirt auf stand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Windstärke Wetter von Mehrens. Auf diese Aeußerung hin ward gegen den Schuhmacher Mehrens, Vertrauensmann der sozialdemokratischen Partei in Neumünster, das Strafverfahren eingeleitet wegen Beranstaltung eines öffentlichen Aufzuges ohne Erlaubniß. Da Mehrens bestritt, daß er den Zug veranstaltet habe, wurde als Belaftungszeuge im Schöffengerichtstermin am 27. November v. J. der Tuchmacher Kleemann angegeben und zum 18. Dezember mit vorgeladen und an diesem Tage vereidigt. Er bestritt, daß er Mehrens' Namen den beiden Wachtmeistern gegenüber Stettin meldet: Mittwoch Abend fuhr ein von Jaznik öffentlicht, und zwar summarisch mit den übrigen, die noch nicht habe, denn gar nicht. Das behauptet er auch heute noch. Nachdem die Sache kommender Güterzug bei der Einfahrt in den Bahnhof Basewalk wieder auf den 15. Januar d. J. vertagt war, wiederholte infolge falscher Weichenstellung auf eine im Nebengeleise stehende er in diesem Termin seine früheren Aussagen unter Bezugnahme Anzahl Güterwagen, wodurch eine nicht unbedeutende Beauf den früher geleisteten Eid. Mehrens ward barauf von der schädigung des Zuges und der übrigen Wagen erfolgte. Die Antlage freigesprochen. Auf Antrag des Amtsanwalts war die Hauptgeleise waren durch diesen Unfall gesperrt, sodaß die fälligen Personenzüge etwa dreiviertel Stunden Verspätung erAussage des Tuchmachers Kleemann genau zu Protokoll gelitten und der Güterverkehr unterbrochen wurde. Die Aufnommen. Gegen den Tuchmacher ward darauf Anklage wegen wiffentlichen Meineids erhoben. Vor dem Schwurgericht blieb räumungsarbeiten werden voraussichtlich heute beendet sein. Ricemann bei seiner früheren Aussage, den Namen Mehrens habe Personen sind bei dem Unfall nicht verlegt worden, abgesehen er in Wittorf gar nicht genannt, den Schuhmachergesellen von ganz leichten Kontufionen eines Rangierarbeiters und des Swinemünde. Hamburg Mehrens auch erst seit dem Schöffengerichts- Termin kennen ge- zugführenden Packmeisters. Die Untersuchung ist eingeleitet. lernt. Zur Sozialdemokratischen Partei gehöre er gar nicht. Der Brand eines Konzerthauses in Aberdeen gestaltete Berlin Polizeikommiffar Raps aus Neumünster war nicht in der Lage, sich am Mittwoch Abend zu einem entfeßlichen Ereigniß. Es Wiesbaden zu bekunden, daß Kleemann zur sozialdemokratischen Partei ge- wird aus der schottischen Stadt darüber berichtet: Gestern Abend höre, auch nicht, ob derselbe den Mehrens vorher schon gekannt brach in einem hiesigen Konzertsaale während der Aufführung Wien. habe. Mehrens geftand zu, daß er das Fest veranstaltet habe, Feuer aus; die Zuhörer stürzten, von einer Panik ergriffen, zu Haparanda dagegen wäre er zur Zeit, als der Zug von Neumünster in den Ausgängen. In dem Gedränge tamen 8 Personen um 3 Petersburg Wittorf antam, bereits im Wirthshause zu Wittorf gewefen. eben, etwa 40 wurden verlegt, darunter 13 schwer. Aberdeen. Nachdem an die Geschworenen zwei Fragen nach wiffent. Man befürchtet, daß sich noch weitere Leichen unter den lichem Meineid, und zwar die zweite mit Berücksichtigung der Trümmern befinden. Die Verletzten wurden nach deni Hospital Strafmilderung aus§ 157,1 gerichtet waren, bat Staatsanwalt gebracht. Das Gebäude war in einer halben Stunde ein Raub Menfching die Geschworenen, alle drei Schuldfragen zu bejahen; der Flammen geworden. allerdings könne er den direkten Beweis dafür, daß Kleemann Schiffsunglück. In London ist folgende Meldung aus den Schuhmacher gekannt habe, nicht erbringen, aber wahrschein- New- Yort eingelaufen: Ein in Seattle( Washington) einRedakteur. Redakteur. Meldungen find bis spätestens 6. Oktober unter Angabe Gesucht wird für ein täglich erscheinendes Partei- Organ ein zweiter von Referenzen abzugeben unter M. n. 53 093 bei Rud. Mosse, Berlin. Achtung! Gürtler, Drücker u. Berufsgen. In folgenden Werkstätten sind die Forderungen: 9stündige Arbeitszeit 2c. bewilligt worden: Karl Holy, Calm& Bender, Saly& Co., Schrammer in Rigdorf. Ehestädt& Robert, Gustav Grove, Stiebert, Theodor Schmidt, Stallschreiberstraße, Herm. Schmidt, Stallschreiberstraße, Friedrich& Rust, Oehmicke& Schröder, Bergas Gebr., Mossert, Michaelis, Pfeffer, Scherler, Heise, Hauschild, Trebensee& Schreiber, Lunitz Lewy Söhne, Krüger, Brinzen ftraße, Prühl, Kaiser Franz Grenadierplay, Preiss, Adalbertstr. 3. Insgesammt 24 Werkstätten mit 566 Arbeitern. In 30 Werkstätten mit 890 Arbeitern wurde vor Beginn der Be wegung in diesem Jahre die 9 stündige Arbeitszeit seitens der Fabrikanten bewilligt, so daß in diesem Jahre 1896 Arbeitern in dieser Branche die Verkürzung der Arbeitszeit zu gute fommt. Hiermit sage ich allen Freunden und Bekannten, welche sich bei der Bes erdigung meiner lieben Frau betheiligt " Sarrmann'sche Liedertafel" meinen baben, insbesondere dem Rauchklub Brandenburg", sowie dem Gesangverein innigsten Dant. Emil Köhler. 760b Ich wohne jetzt: Schüßenftr. 63, Ecke Markgrafenstr.67. Telephon mt I 4667. 753b Dr. med. Böhm, Spezialarzt für Wasserheilverfahren. Gesangverein ,, Gleichheit“. Arbeiter Control München Cort Paris. O • NO ៩៩៩ ៩៩ ( 1-1) 1242524213 Temperatur BRATORS nach Celfus ( 50.4° R.) heiter Nebel bedeckt wolkig Regen 12 bedeckt 775 D 773 NND 770 N 768 768 765 G wolfig 774 MSW wolfig 13 769 • . 772 SM N heiter 12 wolkenlos Wetter- Prognose für Freitag, den 2. Oftober 1896. Vorherrschend woltig mit etwas Regen, mäßigen bis frischen östlichen Winden und neig veränderter Temperatur. Berliner Wetterbureau. Marke deutscher Schutz- Marke N- 1590 der Arbeiter Co Control Hulmacher at Commission Jean Hose, Hamburg Hüte mit Kontrollmarke ( nur aus der Genossenschafts Hutfabrik bes zogen) verkauft im einzelnen zu Engrospreifen billiger als jede Konkurrenz Oscar Arnold, Hut- Engrosgeschäft, Kein Laden. 116 Dresdenerstr. 116 am Oranienplay. Für 10 Pfennig Stimmbegabte Her.en und Damen Handtuch mit einem Stück guter, ungefüllter Nierenfeife, liefert nach tönnen diesem Verein beitreten. Uebunge. Fabriken und Kontoren I stunden Sonnabends Abend Vereinslokal Jagowftr. 21. 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Verein der Bananschläger Sonntag, 4. Oftober 1896, vorm. 10%, Uhr, im Lokal des Herrn Cohn( gr. Saal), Benthstraße 20-22: Mitglieder- Versammlung der Filiale II. Zentralverbandes d. Maurer Deutschl. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genoffen Dr. Friedeberg über: Nußen und Werth der Berufsstatistiken. 2. Diskussion. 3. Erläuterung unseres Verbandsstatuts und Gewerkschaftliches. Berlins und Umgegend. 33/1 Sonntag, den 4. Oktober, vormittags 10 Uhr, bei Buske, Grenadierſtr. 33: General- Versammlung Zages Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Statutenberathung. 3. Vorstandss antrag. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 136/1 33/1 Der Vorstand. NB. Die wichtige Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Nochmals fordern wir die Mitglieder auf, bei eventuellem Wohnungswechsel den Raffirer sofort in Kenntniß zu fehen, davon hängt das pünktliche Erscheinen des„ Grundsteins" ab. Die Lokalverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Allg. Kranken- u. Sterbe- Kaßſe Heute, Freitag Abend bei Schöning, Stöpniderstr. 68: der Metallarbeiter Sihung der Ortsverwaltung. Branche der Parquetbodenleger. Versammlung ( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin VI. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Bevollmächtigter Emil Schwittau mit dem 1. Oktober sein Achtung, Steinmetzen! Sonntag, den 4. Oktober, vormittags 10 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27 c: Große Innungsgesellen- Versammlung. Tages Ordnung: = 172/1 1. Berichterstattung des Gesellen- Ausschusses über seine Thätigkeit und wie stellen wir uns zu dem inforrekten Verhalten der Meister dem Gesellen- Ausschuß gegenüber. 2. Die Mißstände auf den Innungswerkplägen. 3. Beerdigungss Der Gefellen- Ausschuh. wefen. Amt niedergelegt hat. Die Neuwahl Achtung! findet Sonntag, den 4. Oktober, Achtung! am Montag, 5. Oktober, abends 8 Uhr, bei Schöning, vormittags 10 Uhr, bei Marten, Sonntag, 4. Oktober, nachm. 6 Uhr, in Cohn's Festsälen, Köpnickerstr. 68. Tagesordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission und Neuwahl derselben. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 77/5 Die wichtige Tagesordnung macht es jeden Kollegen zu Pflicht zu erscheinen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bülowstr. 37: Sonnabend, 3. Oktober, abends 8, Uhr, im Königshof, Bezirks- Versammlung für Westen und Schöneberg. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wurm über: Wie erhält man sich das Auge gesund und leistungsfähig? 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Gäste willkommen. Die Frauen werden zu dieser Versammlung besonders eingeladen. Zahlreiches Erscheinen erwünscht Die Ortsverwaltung. 113/7 Zentral- Verband deutscher Maurer Zahlstelle Berlin 1( Puker). Sonntag, den 4. Oktober, Vormittags 11 Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Was lehrt uns die diesjährige Lohnbewegung im Baugewerbe und die Stellung der Mitglieder zu den Beschlüssen der öffentlichen Versammlung vom 23. September 5. J. 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1896, 3. Berschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder bittet Die örtliche Verwaltung. NB. Gleichzeitig den Kollegen zur Kenntniß, daß in dieser Versammlung die Ausgabe der Billets zur Urania ftattfindet. Die Kommissions- Mits Ackerstr. 123, statt. 747b Die Ortsverwaltung. Beuthstr. 21: Große öffentliche Versammlung aller im Freitag, 2.Oft., Sandels- u. Transportgewerbe beschäft. Hilfsarbeiter. abends 8 Uhr, bei Buggenhagen( Morigplay). Große 11. Volks- Protestversammlung gegen die Bevorzugung und Tages Ordnung: 1. Warum ist der Boykott über die Packetfahrt- Attiengesellschaft aufgehoben worden? 2. Unsere fernere Stellungnahme zur Gewerkschaftskommission. 3. Die vom Kongreß befchloffene Enquete im Speditionsgewerbe. Ausgabe von Fragebogen. 75/1 In anbetracht dieser hochwichtigen Tagesordnung ersuche ich alle Kollegen, am Blaze zu sein. Der Vertrauensmann. Monopolifirung der Großen Schäftebranche! Verein deutscher Schuhmacher Berliner PferdebahnAktien Gesellschaft. Referent Herr Redakteur und Stadt: verordneter Go dschmidt. Jedermann wird hiermit zum Besuche dieser Versammlung eingeladen. J.A.: C.Gemeinhardt, Obermeifter. Meyer's Lexikon, Brehm's Thierleben, Klassiker, Bücher jed. Wissenschaft fauft Antiquariat Kochstr. 56. Brockhaus, Rohtabak. Grösste Auswahl! Billigste Preise. Sämmtliche Fabrikations- Utensilien. Heinrich Franck, Nr. 185, Brunnenstraße Nr. 185. glieder ersuche ich hiermit, am Sonntag früb, präziſe 10 Uhr, bei Kleber, Restaurant u. Festsäle Alte Jakob- und Seydelstraßen- Ecke, zwecks Empfangnahme der Billets zur Urania pünktlich zu erscheinen. 134/1 Der Bevollmächtigte. von J. Wernau Verband der Bauarbeiter u. Berufsgen. Schwedter- Strasse 23/24. Zahlstelle Berlin. Den Vereinen, Klubs, Gesellschaften zc. Sonntag, den 4. Oktober, vormittags 10% Uhr, bei Grosse, empfehle ich meine auf das eleganteste Annenstraße 16: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Dumortal 1896, 2. Wahl von Thürkontrolleuren. 8. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 82/1 Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden dafelbft aufgenommen. Die Ortsverwaltung. eingerichteten großen u. Kleinen Säle u. Filiale V. 169'2 Sonnabend, den 3. Oktober, abends 8, Uhr, bei Babiel, Rosenthalerstr. 57: Versammlung. l Achtung! Schleifer! Achtung! Sonntag, den 4. Oktober, vormittags 91/2 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27 c: Vertrauensmänner- Konferenz. Der Vertrauensmann: F. Pius. Tischler- Verein. 116/17 Sonnabend, den 10. Oktober, abends 82 Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Hrn. Dr. Bernstein. 2. Vereins. angelegenheiten und Ausgabe der Billets zur Ürania zum 11. Oktober, mittags 1 Uhr. Damen haben Zutritt.• Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 198/1 Der Vorstand. Verein zur Wahrung der Interessen aller in Berlin u. Umgeg. auf Holz- u. Sohlenplägen beschäftigten Arbeiter u. Kutscher. Außerordentliche General- Versammlung = Sonntag, den 4. Oktober, nachm. 3 Uhr, b. Hoffmanu, Alexanderstr. 27o. Zages Ordnung: 42/6 1. Bericht der Statutenkommiffion. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Im zahlreiches, pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Bering immer von 80, 100, 200 bis Mitglieder und Verſchiedenes. 500 Personen fassend, zu VersammHochzeiten und Festlichkeiten jeder Art lungen, Sigungen, Arbeitsnachweisen, 59158* 2 verdeckte Kegelbahnen. J. Wernau. Verein der Einsetzer Wiffen Sie schon ( Tischler) Berlins und Umgegend. daß Sie Brunnenftr. 110 Sonntag, den 4. Oktober, vormittags 11 Uhr, Grenadierftr. 33:( neben dem Pferdebahn- Depot) Ordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Raffen- und Reviſionsbericht vom 3. Quartal. 2. Bericht der alten Arbeitsvermittlungs- Kommission und Wahl einer neuen Arbeitsvermittlungs. Kommiffion. 3. Berschiedenes. 4. Fragekasten. 59/1 Der Vorstand. Achtung! Formstecher, Achtung! Tapetendrucker, Hilfsarbeiter u. Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 3. Oktober, abends 8/2 Uhr, bei Hoffmann, Alexanderftr. 27c( Englischer Garten): Oeffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Die bevorstehende Lohnbewegung und welche Stellung denken die Kollegen einzunehmen? Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Vertrauensmannes. 4. Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 96/1 Der Einberufer. Schöpke. Achtung! Zimmerer. Sonntag, 4. Oktober, vorm. 10 Uhr, in Keller's Festfälen, Koppenstr. 29: Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 5. Oktober, abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn Henke, Naunyn- Strasse 27: Mitglieder- Versammlung. bei Ignatz Sello vorzügl. Himbeer-, eröffnet. Kirsch- 2c. Fruchtsäfte, rein und dick, in feinst.Bucker eingef. 1.10 M. pr. 2tr., Stons- 141/2 Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wille über" Erziehungsfünden". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Mitglieder werden auf§ 6 des Statuts aufmerksam gemacht. Auf Wunsch des Herrn Referenten wird die Versammlung pünktlich Um zahlreichen Besuch bittet Koppenstr. 29: Der Vorstand. dorfer infl. Orig. Fl.( 3/4 tr.) à 80 Pf., Sonnabend, 3. Oktober 1896, in L. Keller's Feßtsälen, Halb und Halb, feinste Likörmischung, Orig. Flasche( 3/4 Liter) inkl. à 90 Pf., alten Nordhäuser per Liter 50 Pf., medic. Ungarwein Orig. Fl.(/ 2 Liter) intl. von 90 Pf. an, ſowieſämmtl. Sorten Weine, Cognac's, Rum's 2c., Spirituosen auch im Einzelverkauf nur zu EngrosStiftungsfest bes preisen beziehen. Ein Verfuch fichert Fachvereins d. Musikinstrumenten- Arbeiter. mir Jhre dauernde Kundschaft.[ 58352* Bitte genau auf No. 110 zu achten. Fernsprecher Amt III, 1211. Arbeitsmarkt. Simsmacher, 18 758b Grokes Konzert ausgeführt von 20 Zivil- Berufsmusikern unter Leitung ihres Dirigenten Herrn G. Grass. Festrede von Herrn Dr. Paul Bernstein. " Theater- Aufführung 141/1 ausgeführt von Mitgliedern des Bundes der geselligen Arbeitervereine". Der Zigeuner. Charakterbild mit Gefang in 1 Aft von A. Berlau. Auftreten des Konzert- und Schnellmalers Herrn William For Komische Vorträge. Hierauf: Ball. Entree: Damen 25 Pf., Herren 50 Pf. Anfang 81/2 Uhr. Billets find bei den Vorstandsmitgliedern und im Vereinslotal, Restaurant Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Belle- Alliance- Theater. Voltsvorstellung unter Regie von Julius Türk. Sonntag, den 4. Oktober 1896, nachmittags 2, Uhr: Einmalige Vorstellung: 228/1 irka 50 Mann, werden bei Beltener Lohntarif sofort verlangt und finden dauernde Beschäftigung auf Mücke's Werke, Lindow i. d. Mark, Bahn- öder, Naunynstr. 78, zu haben. station. Fahrpreis hin u. zurück 2,20 m. Tüchtige Batist Kravatten Arbeiterinnen verlangt bei hohen Löhnen 764b W. Bloch, Alte Jakobstr. 166. Barbierlehrling verl. Schöneberg, Kaiser Friedrichstr. 9. Zentral- Arbeitsnachweis der Töpfer Deutschlands, Berlin, Rosenthalerstr. auswärts Trauerspiel 5 Aufzügen von Fr. Schiller. 256/5 15 Mart Lohn und freier Station Präsident: Karl Frey als Gast( Stadttheater in Halle). Ferdinand: 1. Bericht der Lohnkommission. 2. Abrechnung vom Agitations- und gesucht. 195/1 Robert Hartberg als Gaft( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Hofmarschall Unterstüßungsfonds pro April bis September 1896. 3. Neuwahl der Lohntommission und der Revisoren. 4. Unsere Tattit in Zukunft. 5. Verschiedenes. Tüchtige Mamsells auf Jacketts außer D. Ralb: Richard Jürgas als Gast( Lessingtheater). Lady Milford: Hedwig Die gedruckten Abrechnungen werden täglich in unserem Bureau, dem Hause verlangt Gerichtstr. 18. Margot. Miller: Wilhelm Ruff. Louise: Olga Lorenzo als Gaft( Stadi Grenadierstr. 33, Telephon Amt III Nr. 2153, wie auch in der Versammlung Arbeitslohn 1,80 bis 2,10 m. Jeben theater in Konstanz). Wurm: Wilhelm Karfiol. Rammerdiener: Julius Türk. ausgegeben. Sonnabend Auszahlung. Eintrittskarten à 60 Pf. sind in allen Zahlstellen zu haben. Die Lohnkommission. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, Große öffentliche Versammlung der Zimmerer Berlins und Umgegend. Ofenfeer ach alwarts bei 10 bis Rabale und Liebe. Tapi in fagen Tages Ordnung: 7526 v. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 231. Lorenzen& Cie. aber wahr die Sozialdemokratie Freitag, den 2. Oktober 1896. M nommen. " 13. Jahrg. als so wird das Quantum in seinem Dienstbuch wie in dem Aus- 1. Vorsitzender; Lange, 2. Vorsitzender; Müller, 1. Rassirer; gabebuch des Materialienverwalters übereinstimmend vermerkt. Schäfer, 2. Rassirer; Schüler, 1. Schriftführer; Schmidt, Am Ende des Monats findet die Berechnung statt und von der 2. Schriftführer; Glas hagen, Beisiger. Zu Revisoren wurden Den Redaktionen bürgerlicher Blätter geht folgendes Schreibeu Menge, welche der Lokomotivführer bei derselben Fahrzeit und Schon beim,' witte und Lanto gewählt. Nikoley des Reichstags- Abgeordneten Vielhaben zu, welches die un- denselben zurückgelegten Wegen weniger gebraucht hat, als vor- legte dem Vorstand ans Herz, dafür zu sorgen, daß die Statutenanständigen unter ihnen zum Abdruck bringen, indem sie sich gesehen ist, erhält der Lokomotivführer den fünften Theil des bestimmung möglichst zur Anwendung komme, daß in den Bereins felbstverständlich die Eingangsfalbaderei ersparen. Werthes. Um nun eine möglichst hohe Prämie zu erzielen, sollen versammlungen Tages- und Parteifragen, sowie öffentliche " Sehr geehrter Herr Redakteur! Es ist gar weit im Deutschen die Angeklagten in den beiden erwähnten Büchern Rasuren vor- Wahlen zu besprechen seien. Da Genoffe Schwan der irrigen Reiche gekommen. Ueber Religion, Patriotismus und Dinge, die genommen und höhere Zahlen durch niedrigere ersetzt haben. Meinung ist, daß es sich dabei um die Wahl von Parteibeamten allen heilig sind, darf in der allerunfläthigsten Weise gedruckt und Es war eine umfangreiche Beweisaufnahme aufgeboten worden, handelt, wird er von Jakob und Fischer dahin belehrt, daß gesprochen werden und das nennt man Redefreiheit. Wer aber, wie wodurch aber nur die Schuld der Angeklagten Biepenburg und es sich um Wahlen handle, welche jeden ohne Unterschied der Der Arbeiter Lorenzen in Kiel, feine Meinung über die Sozialdemo- Quagn in einigen Fällen vom Gerichtshofe für erwiesen Partei angehen: die Reichstags- Wahlen, die Landtags- Wahlen, fratie ausspricht, der ist seines Lebens nicht sicher. Wer ist denn Herr erachtet werden fonnte. Die Vertheidiger Rechtsanwälte die Wahlen für das Gewerbegericht und zur Gemeindevertretung 2c. im Deutschen Reiche? Die Sozialdemokratie? Man sollte es faft Dr. Halle, Günther, Wreschner und Freund wiesen darauf hin, Fischer verweist auf die Prozesse Hinge und Genossen und Auer glauben, wie auch der folgende, recht bezeichnende Borfall zeigt. Auf daß die Angeklagten sämmtlich Familienväter und Genossen; der Staatsanwalt habe mit größter Ausdauer Derfelben kaiserl. Werft in Kiel, auf der Lorenzen in Arbeit steht, war feien und Noth hätten, mit einem Gehalte von gerade nach einem verbindenden Gliede gesucht, um die Zuein Arbeiter Gellert beschäftigt. Gellert, ein geschickter Arbeiter, 1340 Mart auszukommen. Das von ihnen begangene fammengehörigkeit von Wahlverein, Bertrauensmann und Parteihatte kunstvoll aus einer einzigen Silberplatte einen Pfeifenkopf Bergehen dürfte daher milde zu verurtheilen sein. Der Gerichts vorstand nachzuweisen. Antrick, der ebenfalls auf den Prozeß getrieben ein Kunstwerk in seiner Art, wie man mir sagte hof sprach die Angeklagten Carow und Schlachte frei und ver- Hinze bezug nimmt, schließt sich Fischer an, Nitolen glaubt und dem Kaiser zum Geschenk gemacht. Als diese Thatsache urtheilte die Angeklagten Piepenburg und Lugan zu drei, jedoch,„ das Polizei" Grauligmachen vor der giebigen Weise dem Gellert eine goldene Uhr hatte übersenden durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet Wahlverein über die Aufstellung einer Kandidatur für den Bosten eine Uhr hatte fiberfelben bezw. vier Monaten Gefängniß, wovon je zwei Monate zuweitgehend vügen zu müſſen. Git kanoibatur laffen, da begann ein Agitiren, ein Quälen und Schikaniren wurden. Sämmtliche Angeklagte wurden ihren Familien wieder- der Vertrauensperson zu berathen. Genosse Fischer konstatirte von seiten der Sozialdemokratie bis ins Unerträgliche. gegeben. demnächst, daß ihm durchaus nicht vor der Polizei graue. Man Genug, Gellert mußte, wollte er seines Lebens froh und ficher sein, seine Arbeit niederlegen, weil- unglaublich A18 nach Aufhebung des Streiks der Musikinstru: müsse jedoch Rücksicht auf andere Organisationen nehmen, an nicht duldet, daß mentenarbeiter die Ausständigen auch wieder in der Fabrik deren Bestande die Parteigenoffen ein großes Interesse hätten. auf einer kaiserlichen Werst eine Anhänglichkeit an den Kaiser von Lexo w um Arbeit aufragten, legte der Herr Kommerzien. Der Verein habe auseinander zu halten Parteifragen und besteht. Gellert arbeitet jetzt im Auslande, in Stockholm. Bei rath den Erschienenen die Frage vor, in wessen Auftrage fie Partei Angelegenheiten, erstere fielen in das Gebiet geeigneter Gelegenheit werde ich diese Zustände im Reichstage fämen. Auf die Antwort eines der Arbeiter, daß die Lohn- seiner Wirksamkeit, lettere nicht. Schwan hatte sich inzwischen zur Sprache bringen. Für jetzt handelt es sich darum, ehe es zu fommission sie fende, erklärte der Fabrikant, die Mitglieder der von der Debatte befriedigt erklärt, und nachdem sich auch noch spät wird, dafür zu sorgen, daß Lorenten nicht ebenso wie Lohnfommission seien Lumpen und Bagabunden. Einen anderen Knüpfer und Rosenthal ablehnend zu dem Vorschlag Schwan ge übermuthes werde. Das ist eine Ehrenpflicht für die in seiner streikenden Arbeiter seien, in deren Auftrage die Deputation einem Vortrage des Genossen Antrick über: Was lehrt uns der Gellert ein Opfer des brutalen Parteifanatismus und Partei- Arbeiter, der Herrn Legow auseinandersetzte, daß es bie äußert hatten, betonte Nikoley, daß er als guter Demokrat sich selbstverständlich den Wünschen der Majorität unterordne. Von Berson angegriffene und bedrohte Gesellschaft. Die Zeitungen täme, antwortete der Kommerzienrath, daß die Streifenden exkannten bei Besprechung der Schrift:„ Die Sozialdemokratie arbeitsscheues Gesindel wären. Ein Mitglied der Lohnkommission Prozeß Hinge? wurde der vorgerückten Zeit wegen Abstand gein Theorie und Praxis" voll an a Er ift in die Ueberzeugungstreue namens Wustrow strengte Privattlage gegen den Beleidiger an, und den Muth des Lorenzen. Er ist in der That und in einer Verhandlung vor dem Schöffengericht in Char Die Gasauftalts- Arbeiter waren am Mittwoch sehr zahlnach den Erkundigungen, die ich einzog, der vollsten Sympathie lottenburg, die dieser Tage stattfand, erfolgte die Verurtheilung reich im Englischen Garten" versammelt, um den Bericht der würdig. Lorenzen hat fünf Kinder und erwartet jeden Augen- des Kommerzienraths Lerow zu 50 M. Geldstrafe event. 5 Tagen Streitkommission über die Verhandlungen mit den städtischen Verblick das sechste. Er verdient B M. an Lohn täglich. Da Gefängniß; auch wurden dem Berurtheilten sämmtliche Kosten waltungsbehörden der Gasanstalten entgegenzunehmen. Einleitend darf denn die Sache mit der Anerkennung in Worten nicht er auferlegt. führte der Referent Bruno Pörsch nochmals die Vorkomm ledigt werden. Der Mann muß unterstüßt, muß gegen die wirth niffe an, welche die Veranlassung zu der Bewegung ber Gas Eine fühlbare Zurechtweisung zog sich gestern ein Pastor anstalts- Arbeiter boten, um sodann die resultatlos verlaufene Verschaftlichen Folgen seiner That, muß gegen die Sozialdemokratie aus einem Berliner Bororte vor der zweiten Strafkammer am handlung mit dem Stadtrath Herrn Na mslau, von der der geschützt werden. Darum erkläre ich mich hiermit bereit, Geld- Landgericht II zu. Derselbe hatte sich rechtzeitig zu einer Ver- Vorwärts" bereits am Mittwoch berichtete, zu stizziren. Nach Spenden entgegenzunehmen, die bestimmt sind, von Lorentzen die handlung eingefunden, in welcher er als Beuge fungiren sollte. Sen Ausführungen des Redners sowohl, wie der KommissionsFolgen etwaiger wirthschaftlicher Schädigungen durch die Sozial- Bufällig mußte eine andere Sache aus der Reihenfolge vor mitglieder, lehnte Herr Namelau, dem die bekannten vier Forde demokratie abzuwehren. Ich bin überzeugt, daß es noch Männer gezogen werden, da ein Richter in der Beschlußkammer gesessen rungen unterbreitet wurden, die Forderung auf Wiedereinstellung genug giebt, die diesem schlichten Arbeiter an Entschlossenheit nicht hatte und daher an der Verhandlung nicht theilnehmen konnte. fämmtlicher Ausgesperrten und Abschaffung der 18stündigen nachstehen und bereit sind, die Freiheit des Wortes vor den Der Erfahrichter war nur für kurze Zeit abkömmlich, und so Sonntagsschicht ab, dagegen erklärte er sich mit der Einführung rohen Uebergriffen des Parteiterrorismus zu schützen. Sollte dieser mußte, wenn nicht die Bertagung und Entlassung von fünfzehn einer 14tägigen Kündigungszeit und der Einrichtung der ArbeiterAufruf lebhafteren Widerhall finden und zur Folge haben, daß Beugen stattfinden sollte, die Reihenfolge durchbrochen werden. ausschüsse einverstanden. Die Ablehnung der Reduzirung der Sonneine ansehnliche Summe zusammen fäme, so würde daraus ein Andere Leute müssen sich eine solche" Burückfehung" gefallen tagsschicht wurde von Herrn Namslau mit den technischen SchwierigEhrengeschenk für Lorentzen als Zeichen öffentlicher Anerkennung laffen, der Herr Pastor aber glaubte, dies nicht nöthig zu haben. feiten, die dieser Forderung gegenüberstehen, begründet und auch dann zu bilden sein, um dessen Verwaltung etwa die kaiserliche Werft Er trat vor den Gerichtshof und verlangte eine Erklärung. In noch daran festgehalten, als von der Kommission darauf hin Direktion in Riel zu ersuchen sein dürfte. Bu Auskünften jeder sehr höflicher aber bestimmter Weise erwiderte der Vorfiyende: gewiesen worden war, daß diese Einrichtung bereits Art bin ich natürlich bereit.- Ich bitte Sie, geehrter Herr Sie haben kein Recht, den Gerichtshof zu interpelliren, ich bin Monate hindurch in einigen Betrieben bes Redakteur, diese Zeilen in ihrem geschätzten Blatte zu veröffent- hnen teine Antwort fchuldig! Aber ich will Ihnen trotzdem standen hat, ohne daß sich unhaltbare 3u lichen. Natürlich kann ich sie nicht an alle Zeitungen versenden, mittheilen, daß dienstliche Gründe die Abänderung der Reihen- tände bemerkbar gemacht hätten. Wie weiter an hoffe aber, daß alle im Intereffe der Sache sich bereit finden folge erzwungen haben." Obendrein stellte sich heraus, daß der gegeben wurde, wäre die Kommission wohl in der Lage gewefen, Taffen, sie nachzudrucken. Hamburg, den 22. September 1896. Beuge garnicht rechtmäßig geladen war. Mit größter Hochachtung Dr. Vielhaben, Mitglied des Reichsdem Herrn Stadtrath geeignete Vorschläge zu machen, wenn man tages." Noch ein Irrenprozeß. Eine dramatische Gerichts- ihr in genügender Weise, ohne die fortwährenden Unterbrechungen Hierzu schreibt die Schleswig- Holsteinische Voltszeitung": verhandlung fand am 30. September vor dem Charlottenburger seitens des Herrn Namslau, gestattet hätte, diese eingehend au Der Dr. Vielhaben, Mitglied des Reichstages" ist derfelbe Schöffengericht unter Borsiz des Amtsrichters v. Arnim gegen begründen. Daß die Versammelten nicht besonders erbaut waren antifemitifche Abgeordnete, dem vorige Woche seine eigenen den Redakteur ber Charlottenburger Nachrichten", Oswald von der Wiedereinstellung nach Bedarf, konnte als selbstverständParteigenossen in Hamburg ein energisches Mißtrauensvotum Knorr, statt. lich vorausgesetzt werden. Wie von den einzelnen Rednern, wohl ertheilt haben, weil er im Reichstag gelegentlich der Bäckerei- Derselbe hatte in Nr. 37 und 39 seines Blattes( 1895) be- nicht ganz mit Unrecht, angenommen wurde, beabsichtigt man Verordnung des Bundesrathes durch seine reaktionäre Rede die hauptet, daß ein Ziegeleibefizer Hain aus Königs Wusterhausen mit diefer Klausel eine Auslese unter den friedfertigen" und Arbeiterfreundlichkeit der deutsch- sozialen Reformpartei geradezu aufgrund eines Attestes des eines Attestes des Dr. Zimmermann eben- störrischen" Arbeitern zu halten; die letzteren so weit Lügen gestraft habe. Man sieht, der Abgeordnete Vielhaben ist daselbst in die Irrenanstalt des Dr. Edel gebracht und wie möglich aus den Betrieben fernzuhalten, der berufene Advokat mißhandelter Arbeiter! Was nun den dort in der scheußlichsten Weise mißhandelt worden leicht zu gelegener Beit die geringen Begünstigungen, Fall Gehlert( so schreibt sich der Mann nämlich, nicht Gellert, war. Nach fünf Monaten wurde der Kranke auf Be- bie eventuell geneigt ist, im Drange der Ber ein unbedeutendes Faktum, das aber auf die Genauigkeit und treiben seiner Schwester in die Provinzial Frrenanstalt hältnisse zu bewilligen, wieder zurückzuziehen. In der weiteren Exaktheit der Vielhaben'schen Informationen ein bezeichnendes Licht zu Eberswalde überführt, aus welcher er nach furzer Zeit Diskussion, in der wiederholt der Nichtbefriedigung über das erwirft) anbelangt, der als neues, erschreckliches Beispiel des sozial- als geheilt entlassen wurde. Knorr hatte ferner behauptet, daß zielte Resultat Ausdruck gegeben und zum festen Zusammendemokratischen Parteifanatismus und Parteiübermuthes hingestellt Dr. Zimmermann in einem Atteste über Hain gesagt hatte, daß schluß aufgefordert wurde, weist Millarg darauf hin, wie der wird, so tönnen wir auf grund eingehender Erkundigungen Hain seit zwei Jahren hochgradig nervös sei, obgleich er ihn Unternehmer, einerlei ob privat oder städtisch, stets geneigt sein versichern, daß die betreffenden Ausführungen des Antisemiten noch garnicht zwei Jahre lang gefannt hatte. Es wurde alles wird, einestheils fonkurrenzfähig durch Verbilligung der Produkte häuptlings einfach erstunten und erlogen( man muß mit dem durch Beweisaufnahme festgestellt, nur die Existenz des betreffenden zu bleiben, andererseits versucht, den Minderverdienst burch Back feine eigene Sprache reden) sind. Die Arbeitskollegen, Attestes bestritten und ist dasselbe nicht aufzufinden gewefen. Die längere Arbeitszeit und niedrigeren Arbeitslohn wieder wett zut fogar die diretten Werkstattnachbaru des Gehlert, wissen von Beugin Lipta, die Schwester des Hain, beeidete, daß ihr ein derartiges machen. Der Redner ist der Meinung, daß die ,, Englischen GasNeckereien ihres Kameraden, gar von Mißhandlungen desselben Attest in Eberswalde zweimal vorgelesen sei. Der Beuge Fromfne, anstalten" die geforderten Einrichtungen sofort treffen würden, feine Silbe zu berichten, die nächsten Bekannten des Mannes waren dem es auch vorgelesen war, konnte sich auf den Wortlaut nicht sobald die Städtischen Anstalten" den Arbeitern entgegenaufs höchfte verblüfft, als wir sie über die yon Vielhaben berichteten mehr befinnen. Knorr bestritt die Gesetzmäßigkeit des Ver- tommen. Mit dem Hinweis, daß sich die Stadtverord Borfälle zur Rede ftellten. Gehlert ist Kupferschmied und als solcher fahrens, da die Staatsanwaltschaft entgegen§ 158 der Straf- neten Versammlung nicht nur jetzt, sondern auch bei schon mehreremal von der taiserlichen Werftdirektion beurlaubt prozeß- Ordnung gefehlt und keine Vorerhebungen angestellt hatte. der nächsten Etatsberathung mit der Angelegenheit der worden, in einem Fall gleichfalls nach Schweden, auf fogen. Sodann beantragte Knorr Ausschluß der Deffentlichkeit, weil er Gasanstalts- Arbeiter beschäftigen wird, und die Verhandlungen Montage in Buckerfabriken, wo er während der Sommermonate den Beweis durch Beugen antreten wollte, daß zwischen eine Lehre für das Verhalten bei den Wahlen sein dürfte, machte einen befferen Verdienst hat als auf der Werft. Gutgesinnte" Dr. Zimmermann und der Frau Hain bei Lebzeiten ihres Gatten der Redner den Vorschlag, um fein Mittel unversucht zu lassen, Arbeiter erhalten, wie man uns versichert, leicht diese Erlaubniß, ein intimes Verhältniß bestanden hatte, welches auf die Motive des das zu einer gütlichen Einigung führen könnte, das Gewerbes es ist eine Belohnung, die der Direktion nichts foftet. Gehlert wird Dr. Zimmermann ein eigenthümliches Licht werfen würde, umsomehr, gericht als Ginigungsamt anzurufen. Nach kurzer Debatte wurde auch im Winter wieder in der Werft eingestellt werden, seine Frau als Dr. Zimmermann selbst zugab, daß er öfter mit der Frau dem Vorschlag zugestimmt und Penad, Jansch und Priedak und Kinder find deshalb hier in Kiel zurückgeblieben. Mas übrigens Hain verkehrt und auf ihren Antrag ein Attest behufs Ent- als Vertreter der Arbeiter gewählt. Als Arbeitnehmer- Beisitzer die Werftdirektion zu den Bosheiten sagen mag, die in all' diesen mündigung ihres Mannes ausgestellt habe. Daraufhin erhob sich sollen R. Millarg und R. Hagen fungiren. Ein Antrag, von ordnungsliebender" Seite ausgehenden Darstellungen von der Amtsanwalts- Anwärter von Dewit gen. Krebs, um gegen wonach in sämmtlichen Gasanstalten am Freitag, den 2. Oktober, Mißhandlungen ihrer Musterknaben versteckt sind, Darstellungen, den Knorr'schen Antrag zu protestiren, und seinerseits nunmehr die Arbeit eingestellt werden soll, wenn die vier Forderungen bis die im grunde doch sämmtlich darauf hinauslaufen, der Werft zu beantragen, den Angeklagten auf seinen Geisteszustand dahin nicht bewilligt sind, wurde bis auf weiteres zurückgestellt. direktion Waschlappigkeit gegenüber dem„ fozialdemokratischen untersuchen zu laffen. Knorr überreichte nun eine Wie von einem Redner mitgetheilt wurde, soll die Verwaltung Terrorismus" vorzuwerfen, würde uns sehr intereffiren. Bescheinigung der Staatsanwaltschaft II, daß daß er auf an stelle der Ausständigen Rummelsburger " " " um viel Noch eins: dem Lorenzen gönnen wir es gern, daß ihm seine grund der§§ 153, 154, 155, 331, 332 gegen Dr. 3immer Strafgefangene eingestellt haben, welche unter Aufsicht Kläffereien gegen seine Klaffengenoffen in flingenden Silbermann Strafantrag gestellt habe und verlangte auf auch bereits arbeiteten, aber wieder entlassen werden mußten, Tingen gelohnt wird. Mag man ihm unsertwegen ein Denkmal grund§ 191 St.-G.-B. Aussehung des Verfahrens, bis sein da sie es bei dieser Arbeit nicht aushielten. Nachdem noch bekannt oder eine Ehrensäule errichten.-" Strafantrag Erledigung gefunden hätte. Der Gerichtshof lehnte gegeben worden war, daß in den nächsten Tagen für jede Gassämmtliche Anträge ab, worauf der öffentliche Ankläger auf grund bes§ 185 eine Strafe von 500 m. und auf grund des§ 186 ebenfalls eine Strafe von 500 m. event. für jede fünf Mart einen Tag Haft beantragte. Das Urtheil lautete auf 400 m. Geldstrafe oder 80 Tage Haft. Der Angeklagte erklärte, Berufung einlegen zu wollen. Gerichts- Beifung. Die Rohuverhältnisse der Angestellten an preußischen Gisenbabuen erhielten abermals eine Beleuchtung durch eine Gerichtsverhandlung, über die folgendes berichtet wirb: Versammlungen. anstalt Versammlungen, sowohl für die Tag- als auch für die Nachtarbeiter, stattfinden werden und die zahlreich anwesenden Frauen ermahnt wurden, die Männer nicht zum Streitbrecher zu drängen, sondern versuchen sollen, diefelben für die Bewegung zu gewinnen, erfolgte der Schluß der Versammlung mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung. Eigenthümlicherweise waren, trotzdem die Versammlungen der Arbeiter einen sehr ruhigen Verlauf nehmen, außer der Ueberwachung im Saale und den Beamten auf der Straße in der Nähe des Versammlungslokals, neben den Beamten in Zivil im nächst gelegenen Fabrikgebäude, von wo man die Versammlung übersehen konnte, gleichfalls eine Anzahl Beamte stationirt. Die dritte Straftammer des Landgerichts I. verhandelte gestern gegen die brei Lokomotivführer Adalbert Piepenburg, August a row and Joseph Lugan, sowie gegen den Heizer Victor Schlachte, welche der wiederholten schweren Urkundenfälschung und des wiederholten verfuchten Betruges zum Nach Der sozialdemokratische Wahlverein für den zweiten theile des Eisenbahn Fistus beschuldigt waren. Der Vor: Berliner Wahlkreis hielt am 29. September seine erste ordentfizende Landgerichts- Direktor Roeseler bezeichnete es als liche Generalversammlung im Saale von Martens ab. Genoffe Eine start besuchte Versammlung der Gürtler, Drücker einen besonders betrübenden Fall, daß die Angeklagten, bis dahin Woldersky berichtete zunächst über die Thätigkeit des pro- und verwandten Berufsgenossen, einberufen seitens des Ver brave und pflichttreue Beamte, ihre Stellung aufs Spiel gesezt visorischen Vorstandes. Derselbe habe, führte er aus, seinem bandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter, tagte hätten, um sich einen geringen Bermögensvortheil zu verschaffen Auftrage gemäß alles gethan, um das Vereinsleben in Fluß zu am Mittwoch Abend in Hente's Saal, Naunynstraße, um über Er ermahnte fie dringend, durch Bekennen der reinen Wahrheit bringen. Leider entspreche der Besuch dieser Versammlung nicht den Stand der Bewegung und die weiteren Maßnahmen zu fich mildernde Umstände zu erwirken. Die Angeklagten Piepen- der Bahl der Mitglieder, die bis zum 22. September auf 775 ge- diskutiren. Litfin führt an, daß leider nicht in allen Beburg und Lugan gaben ihre Schuld in einer Anzahl stiegen fei. Genosse Müller erstattete dann den Kassenbericht. Es trieben die Forderungen gestellt wurden; dort aber, wo man von Fällen zu, während die beiden anderen Angeklagten sie wurden bisher eingenommen 560,22 M. und ausgegeben 205,55 M.; solche stellte, sind mit verschwindenden Ausnahmen auch Erfolge bestritten. Bei den Staatsbahnen ist die Einrichtung bei der Abrechnung betrug somit der Bestand 354,67 M. Nachdem zu verzeichnen. So haben bereits neben den 30 Werkstätten mit eingeführt, daß die Lokomotivführer im Intereffe der Er die vom Vorstande ernannten Revisoren festgestellt hatten, daß ca. 800 Arbeitern, woselbst die Forderungen vor Eintritt in die sparniß fogenannte Roblenprämien" erhalten. Nimmt ein die Abrechnung richtig sei, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Bewegung bewilligt waren, 21 Firmen mit 470 Arbeitern die Lokomotivführer für die von ihm geführte Maschine Kohlen ein, Die Vorstandswahl hatte folgendes Resultat: Wolbersty, aufgestellten Forderungen anerkannt. Rund abgelehnt habe nur als i guidate now ge shul Die die Firma Cordes. Bei Butte, ebenfalls bei Spinn u. Isammlung ab, in der Reichstags- Abgeordneter May Schippelp Nigdorf. Die Zahlfielle der Bauarbeiter nahm am Sohn find günstige Resultate bisher nicht zu verzeichnen, da in einem recht belehrenden Vortrag über Idealismus und 20. September die Abrechnung der früheren Lokalorganisation einerseits die Geschäftsleitung sich weigert, anderseits die Arbeiter Materialism us des sozialen Lebens sprach. Unter Vereins- entgegen, die einen Ueberschuß von 27,13 M. aufweist. Sodann Selbst nicht einstimmig für ihre Forderungen eintreten. Andere angelegenheiten wurden 30 M. zur Wahl der Gewerbegerichts- ersuchte der Kassirer die Mitglieder, beim Wohnungswechsel ihre Firmen wieder haben ihre Antworten bis Donnerstag früh aus beisiger bewilligt. veränderte Adresse sofort anzugeben, da sonst in der Zusendung gesetzt, indem sie erst die am Mittwoch Abend tagende Verfammlung der Metallindustriellen abwarten wollen. Die Freie Vereinigung der Zivil- Bernfemusiker vollzog des Fachorgans Unregelmäßigkeiten eintreten müssen. plädirt dafür, überall dort, woselbst die Forderungen gestellt und ersten Schriftführer wurde Frizz Bieler, zum zweiten SchriftRedner in feiner Sigung am 22. September zwei Ersatzwahlen. Zum weiteren Verhandlungen betrafen interne Berufsangelegenheiten. nicht bewilligt wurden, die Arbeit nicht wieder aufzunehmen. führer Otto Krüger, gewählt. Hierauf wurde der Bericht der öffentliche Versammlung, in der Genosse Freiwald über die Nieder- Schönhansen. Am 21. September tagte hier eine Die Arbeiter der Firma Stabernack haben sich bereits in Geschäftskommission vom 3. Quartal vorgelegt. Ausgegeben Brandenburger Parteikonferenz Bericht erstattete. Die hierauf diefem Sinne geäußert. Heinrich, Vertrauensmann der Gürtler, wurden 51 Musikgeschäfte, die eine Einnahme von 2981 W. er- vom Genoffen Schwart über die Zeitungsspedition gegebene theilt mit, daß im ganzen in 47 Werkstätten mit rund 1100 Gürtlern gaben. Beschäftigt wurden 383 Mitglieder des Vereins. Die Uebersicht stellt vorläufig feinen Gewinn in Aussicht, da der der 9 stündige Arbeitstag errungen sei. Naether hält das Abrechnung vom Stiftungsfest fonnte leider nicht stattfinden, da durchschnittliche Ueberschuß in Höhe von 14,09 M. für die Bes vorliegende Resultat wohl für gut, keineswegs aber dürfe man das hierzu gewählte Komitee die Billets und Gelder nicht zu- soldung des Spediteurs, aufgewendet werden muß. Es wurde damit schon zufrieden sein; es müßten die Kollegen verpflichtet fammen hatten. werden, dort, wo nicht bewilligt, die Arbeit nicht aufzunehmen deshalb ein Antrag, die Zeitungsfommission aufzulösen und die und Forderungen überall da zu stellen, wo es bisher nicht ge- der Zapezirer tagte am 22. Sept. bei Pasch, Alte Jakob. Die Spedition wird von dem Genossen Bilz unter eigener BerEine gutbesuchte Versammlung des Fachverein 3 Spedition als Privatfache zu erklären, einstimmig angenommen. Schah. Die weitere Debatte ergab, daß in den verschiedenen straße 83. Nach einem ausgezeichneten Vortrage über Dekoration, antwortlichkeit weiter geführt. Betrieben seitens der Arbeiter noch vieles zu wünschen übrig dem in der Diskussion eine rege Besprechung zu theil wurde, Friedrichsberg. Im hiesigen Arbeiter- Bildungsverein sprach bliebe. Die Versammlung beschließt alsdann, in allen Betrieben, referirte Goschte über moderne Dichtkunst. Unter Verschiedenem am 22. September Genosse Megner in einem beifällig aufin denen die Mehrzahl der Arbeiter sich für die Forderungen wurde auf das Stiftungsfest, das am Sonnabend, den 10. Dft., genommenen Vortrag über patriotische Feste und ihre Bedeutung erkläre, solche zu stellen und den Unternehmern Frist in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57, stattfindet, auf- für die Kultur. bis Freitag zu gewähren; im Ablehnungsfalle foll am Sonnabend früh die Arbeit nicht wieder aufgenommen Arbeit nicht wieder aufgenommen merksam gemacht. werden. Nach einem Hinweis von Litfin, daß am Sonntag im Feenpalast eine beschließende Versammlung des Berliner Metallarbeiter- Verbandes stattfindet, trat Schluß der Versammlung ein. Der Fachverein der Stellmacher hatte am 20. September Rofenthalerstr. 57 eine Versammlung einberufen, in der Genosse Börsch über Parlamentarismus, Gewerkschaftsbewegung und Boltsgesetzgebung einen sehr lehrreichen Vortrag hielt. Hierauf folgten einige interne Vereinsangelegenheiten. mächtigten. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter.( E. H. Nr. 29.) Sonntag, den 4. Oktober, vormittags 10% Uhr, bei Marten, AckerIn der Freien Vereinigung aller in der chirurgischen straße 123: Mitglieder- Bersammlung. Tagesordnung: Wahl eines Bevoll Branche Beschäftigten sprach am 23. September Dr. Joël in einem interessanten Vortrag über die modernen Errungenschaften der Astronomie. In der nächsten Vereinsversammlung wird das referiren. Mitglied Erb über politische und gewerkschaftliche Organisation 24. September den Anschluß an den Verband der Maler. Die Der Fachverein der Firmenschilderbrauche beschloß am Branche bildet die 7. Filiale in Berlin. Gewählt wurden: Kind leben, Bevollmächtigter; Hansen, Kassirer; Herbst, Schrift Der Fachverein der Musikinstrumentenmacher hielt am führer; Fechner und Ueberle, Beisiger; Royza und Hartwig, 21. September bei Henke, Naunynftr. 27, eine Mitglieder- Ver- Revisoren. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, 2. Ottober. Opernhaus. 1. Symphonie- Abend der tönigl. Kapelle. 5dhauspielhaus. Goldfische. Deutsches Theater. Hannele's Himmelfahrt. Borher: Dhne Liebe. Berliner Theater. Faust. Leffing Theater. Das Einmaleins. Benes Theater. Juana. Borher: Eine Reisebekanntschaft. Theater des Westens. und eine Nacht. Tausend Thalia- Theater. Gebildete Menschen. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Ninette im Schnee. Theater Unter den Linden. Die Lachtaube. Schiller- Theater. Ein Schritt vom Wege. Bentral- Theater. Eine wilde Sache. Oftend- Theater. Der deutsche Michel. Belle- Alliance- Theater.' n tolles Mädel. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Der Hüttenbefizer. Alexanderplat- Theater. Ohne fitt lichen Halt. Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Thalia- Theater ( vormals: Adolph Ernst Theater) Direktion: W. Hasemann, fönigl. preuß. Dresdenerstr. 72/73. Kommissionsrath. Gebildete Menschen. Voltsstück 3 Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Arbeiter Bildungsschule. Südost- Schule, Waldemarstraße 14: Geschlossen. Wiedereröffnung Mitte Ottober. Nord Schule, Müllerstraße 179 a: gefchloffen. Wiedereröffnung Mitte Ottober Brunnenstraße 25, erster Hof links, 1 Tr. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neuan Friedrich fortum, Manteuffelſtr. 49, p. 2 r. mann, Basewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten im Bereinstalender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine FrankfurterArbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Menderungen ftraße Nr. 7, 1 Tr. alle Bufchriften, den Bund betreffend, find zu richten an Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Feen- Palast Burgstrasse ApolloDirection: Winkler& Fröbel. Theater. Das neue RiesenFriedrichstr. 218. Dir.: F. Glück. Boltsſtid in 8 Aitten v. Bittor 2éon. Wiſſenſchaftl. Theater& Oktober- Programm Vollständig neues Programm. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Spezial- Ausstellung KAIRO Ab 7 Uhr ohne Gewerbe-. Ausstellungs- Billet zugänglich. Heute, Freitag, d. 2.: Gr. orientalisches Fest mit hier noch nie gesehener Pracht- Illumination 2 Feuer- Fontänen etc. Entrée 1 Mark. nachm. Schaustellungen der Beduinen 5 u. 7% Uhr. Apollo- Theater. Spezialitäten- Bor- Alt- Berlin. ftellung. Bei günstiger Witterung nachmittags 3, 4 und 5 Uhr: Schiller- Theater. 3 große historische Umzüge ( Wallner Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Ein Schritt 1 altdeutsches Musikkorps vom Wege. Sonnabend, abends 8 Uhr: Ein Schritt vom Wege. 1 Elite- Kapelle Süddeutscher Sänger- Chor ,, Alemania". Friedrich Wilhelmstädt. Theater 8 Damen u. 8 Herren in schwäbisch. Chauffeeftr. 25/26. Dir. Max Samst. Der Hüttenbesitzer. 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Buske Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.