t r 113 r Die 料 Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Berliner Bolts Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 fg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Pig. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inferaten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. № 37. Inhalt: Ist der Sozialismus blos eine Magenfrage? – Der deutsche Katholikentag und die Arbeiterfrage.- Rant als Republikaner. Die französischen Gewerkschaften. III. Politische Nachrichten. Sonnabend, den 15. September 1888. fie ,, naturgesetzlich" zu der ewigen Pein des Unterliegens verdammt! Ausgabe für Spediteure: „ Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. Wohlleben ihrer Pfaffen nicht verzichten wollen( und das können und werden sie nie) immer auf Seiten des Kapitals Drittens ist es keineswegs ausgemacht, daß in diesem gegen die Arbeit stehen, so wie die Interessen dieser beiden Kampf um's Dasein" in der Menschenwelt wirklich nur Mächte mit einander in ernſten Widerstreit gerathen. die Besseren" und Stärkeren die Oberhand behalten. Die Kirchen und ihre Diener können in diesem Streite Vielmehr sind es in den meisten Fällen die gewissen nicht einmal die Rolle der unparteiischen Vermittler überloseren Elemente, welche oben schwimmen, weil sie die nehmen, da ihr Interesse sie mächtig nach der einen Seite, Gedicht von Hendel. Berliner Sitten ihnen günstigeren ökonomischen Verhältnisse rücksichtslos der Seite des Kapitals hinzieht. bild von May Kretzer. Wohin kommt man ausbeuten. Daraus ergiebt sich dann wieder mit Natur- Die Kirche fann aber andererseits auch die Arbeiter heute mit der Ehrlichkeit?- Wirthschaftliche nothwendigkeit, daß nicht nur die Gewissenlosen durch den nicht entbehren. Zur Parade, zum Festzuge gehört der Widersprüche. Der Kongreß der standina Erfolg gereizt, noch gewissenloser werden, sondern Schaupöbel. Man kann sich jene ohne diesen gar nicht vischen Fachvereine.- Die Welt der Arbeiter. daß auch die von Natur besseren Elemente, theils durch vorstellen. Man denke einen pomphaften Zug durch öde Sammelt Euch! das Vordringen der schlechteren in Versuchung geführt, Straßen gehen oder durch Reihen von Männern, die ihn Kleine Mitthei: theils aber auch durch das verhängnißvolle System der verlachen, das ginge nicht. Um den Pomp zu machen, lungen. Gewerkschaftliches. Vereine und freien Konkurrenz- dieser ,, menschlichen" Form des ,, Kampfes gehört außer Geld auch Volk, und der Pomp lebt von Versammlungen. ums Dasein" genöthigt werden, sich dem gewissen- der Bewunderung der ihn anstaunenden gläubigen Menge. losen Treiben enzuschließen. Dieser durch alle Gruppeu Vor Allem aber sind die Scherflein der Armen im Gottesder„ freien" Interessenkämpfer sich hindurchschlängelnde kasten durchaus nicht zu verachten. Sie wiegen durch ihre Charakterzug steigender Gewissenlosigkeit( der es nach dem Menge die immerhin recht knauserigen Gaben der Reichen Ausspruch eines Wiener Finanzmannes bewirkt, daß Nie- weit auf. Nein, die Kirchen haben allen Grund, es mit mand Millionär werden kann, ohne das Zuchthaus mit den Arbeitern durchaus nicht zu verderben. Da wird denn dem Aermel zu streifen) muß natürlich die gesammte wirth- den Arbeitern gegenüber die süße und liebevolle Miene schaftliche Moral der modernen Kulturvölker auf's schmach- aufgesteckt, man giebt sich den Anschein, für sie etwas vollste untergraben, so lange das herrschende System mehr als Gebote, Segen und Verheißungen in der Tasche zu haben, man trieft vor Milde und Arbeiterfreundlichkeit, Vollsta org tabhängig eit von Einzelnen, hütet sich aber auch sehr, nach der anderen Seite zu hart die allein der Würde des Menschen entspricht, Beseitigung anzustoßen. der. Konkurrenz, welche allen Gencinsinn auflöst und Man theilt sich in die Nollen. Während der Herr einen widerlichen, fulturfeindlichen Egoismus großzieht Kaplan oft so schöne sozialistische Reden hält oder die Ist der Sozialismus bloß eine Magenfrage? man sicht, mit bloßen Einkommens verbesserungen frommen Blätter Auffäße über Ausbeuterei der Arbeiter der Arbeiter find diese Ziele noch lange nicht erreicht, mit durch das Kapital bringen, die einem Sozialdemokraten der bloßen Magenfrage ist die soziale Frage noch lange alle Ehre machen würden, erklärt der Parlamentsvertreter nicht gelöst. der Herren Schwarzröcke, der Herr Windhorst, daß er und Arbeiter und Parteigenossen! Blattes ein! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung dieses Bestellungen nehmen in Berlin alle Speting omgegen. Listen zum Sammeln von Abonnenten jederzeit durch unsere Expedition, Oranienstraße 23, zu beziehen. Man hat die große soziale Bewegung unserer Zeit oft auf eine bloße Magenfrage zurückgeführt, auf die Frage: wie verschaffen wir den heute mit dem dürftigsten Lebensunterhalt abgefundenen Arbeitern reichlicheres Essen, bessere Kleidung und Wohnung? eben herrschend th Die soziale Frage ist keine bloße Lohnfrage, wie seine Freunde nimmer zugeben werden, daß die Arbeiter uns manche Staatssozialisten glauben machen wollen; fie fich eine wirksame Organisation schaffen. Eine Arbeiterist erst recht keine bloße Frage der Fürsorge für Kranke Versammlung darf nur unter dem Vorsitz eines ArbeitEine derartige Besserung ist gewiß von ungeheuerster und Gebrechliche; sondern sie ist eine Frage der Unab- gebers mit eiserner Faust" tagen! Dies proklamirt er Wichtigkeit und wird zweifellos auch die ganze geistige und hängigkeit und der Würde der Menschen und in diesem als Grundsaß seiner kirchlichen Freunde und Genossen. moralische Stellung der Arbeiter auf das Günstigste be- Sinne wird sie nicht durch kleine Eingriffe in die heutige Da aber ohne eine Organisation der Arbeiter der einflussen. Aber es wäre falsch, an dem heutigen kapi- Wirthschaftsordnung beseitigt, sondern lediglich durch Auf Kampf gegen das Kapital sehr schwer gemacht wird, so talistischen System in erster Linie nur diese wirthschaft- hebung der dienenden Stellung der Arbeit, durch Be- sieht man, wo der Weg eigentlich hinausgeht. Es ist die lichen Schattenseiten zu sehen und die ganz allgemeinen feitigung der Konkurrenz und durch die Ueberführung der Absicht der Herren Geistlichen, die Arbeiter durch Nedenskulturellen Schäden und Widersprüche weniger zu be- Produktionsmittel in den Besitz des ganzen Volkes. tonen. Wir wollen hier diesbezüglich nur in aller Kürze drei besonders auffällige Beobachtungen ins Feld führen. arten einzuschläfern, sie mit allerlei Kleinigkeiten und Kleinlichkeiten zu beschäftigen, ihnen einige ganz untergeordnete Erleichterungen zu verschaffen, die dem Kapitalisten nicht sehr unbequem sein dürfen, dafür die Arbeiter in Geistlichkeit zu unterstellen, die dann dafür sorgt, daß sie dem Kapital nicht gefährlich werden können. Sie sind so schlagend, daß sie selbst von Nicht- Sozialisten Die soziale Frage auf dem Katholikentage allerlei tirchliche Vereine zu bringen und dem Einfluß der mit den Händen gegriffen werden können und eines einzu Freiburg i. B. gehenden Kommentars faum bedürfen: 1. Während der ganze Geist der gegenwärtigen Ge- × Um die Arbeiter zu ködern, macken bekanntlich Nach dieser Nichtung hin bewegen sich die Verhandschichtsperiode gebieterisch dahindrängt, daß dem Einzelnen feit einiger Zeit alle Kirchen" auch in Sozialpolitik. lungen über die soziale Frage auch auf dem diesjährigen ein möglichst hohes Maß individueller Unabhängig- So lange die Arbeiterbewegung nicht mächtig hervor Katholikentage zu Freiburg im Breisgau. Man keit rechtlich zugestanden wird, bringt das herrschende trat, haben sich die Herren Geistlichen und ihre Betbrüder ruft auf zur Gründung von kirchlichen Arbeitervereinen, System der freien Konkurrenz mit dem freien Walten der und Beischwestern um die Arbeiterfrage leider wenig ge- die eine bequeme Fessel für die Arbeiter sein sollen, und ( durchaus unverschuldet) ungleichen Kräfte es im Gegen- fümmert. Sie beschränkten sich alle darauf, den Arbeitern wirft den Arbeitern allerlei Röder aus, weiß dabei aber, theil soweit, daß faktisch die große Mehrzahl der Menschen Genügsamkeit und Gehorsam zu predigen und einen Lohn wie jener ,, kaschierte" Löwe im Lustspiel, den Kapitalisten in ein entwürdigendes, die Moral schädigendes, materielles in anderen besseren Welten zu verkünden. Als sie merkten, gleichzeitig zu sagen, daß man durchaus kein Löwe, sondern Abhängigkeits- und Herrschaftsverhältniß zu der Mino- daß die Arbeiter auch ihren Theil an den irdischen ein sehr zahmer Mann sei, vor dem man gar keine Furcht -die ja die Herren Geistlichen eben zu haben brauche. rität tritt, wo doch die Ausgleichung der dahin führen Freuden verlangten den natürlichen Ungleichheiten nach dem herrschenden falls recht hoch schätzen, wie ihr Streben nach Aufbesserung Der Herr schweizerische Nationalrath Decurtius erVolksbewußtsein eine Aufgabe unserer Kulturperiode sein ihrer Gehälter zeigt, als die Arbeiter aus den Kirchen, klärte: die ihnen in vielen Jahrhunderten nichts Nüßliches gebracht sollte. Sieg" des wirthschaftlich Stärkeren über den Schwächeren Das Jdeal der christlichen Sozialpolitiker sei die 2. Frivole Darwinianer haben nachzuweisen versucht, hatten, fortblieben, da sahen die Herren Geistlichen ein, Schaffung eines sozialen Gottesfriedens. daß der Kampf um's Dasein" in der Thierwelt auch daß sie nun in ihre alte Leier doch einmal eine neue Hiermit ist einmal offen die Grenze gezogen, die die in der Menschenwelt seine Anwendung finde und dort den Walze würden einfügen müssen. christlichen Sozialpolitiker von den arbeiterfreundlichen Mit der ihnen eigenen Klugheit haben sie es Sozialpolitikern fest und bestimmt trennt. Die letzteren " rechtfertige". Diese Leichtfertigen vergessen nur, daß die denn auch versucht, den Pelz der sozialen Frage zu waschen, wollen mehr als den Gottesfrieden, sie wollen eine feste Millionen und Abermillionen„ schwacher" Menschen die ohne ihn naß zu machen. Die Kirchen und ihre Diener Ordnung der wirthschaftlichen Verhältnisse, die das Faustqual volle Pein dieſes aussichtslosen Ankämpfens gegen sind überall mit den herrschenden Mächten in der Staats- und Fehderecht der Kapitalmächtigen aufhebt. angeblich naturnothwendige unbesiegbare Starke ganz anders und Geſellſchaftsordnung so verwachsen, daß es ganz un- Der„ Gottesfriede" war eine Einrichtung von der empfinden, als die Thierwelt, und daß eine mehr als möglich ist zu erwarten, es werde aus der Sakriſtei irgend Kirche, daß an gewissen Tagen die Fehden unterbleiben thierische Grausamkeit darin liegt, wenn die moderne einer Kirche irgendwie ein ernstlicher Widerstand gegen die sollten, durch welche der Wohlstand des Landes zum nicht Kultur auf der einen Seite bestrebt ist, die Individuen Ausnußung der Arbeiter durch die Kapitaliſtenklasse geringen Schaden der Kirche ſelbſt vernichtet wurde. ausnahmslos mehr und mehr zum„ Repubien nos Dien- kommen, denn das Fundament aller äußeren kirchlichen Auch damals nahm die Kirche, statt entſchieben für Drdschenthums" zu erziehen und ihre soziale Empfindlichkeit Einrichtungen ist eben auch nur das Geld. Die Kirchen nung der Verhältnisse einzutreten, eine doppelgängige zu schärfen und wenn man dann auf der anderen Seite müſſen, wenn sie auf den Glanz und Pomp und auf das Stellung ein. Ihren Prälaten und Würdenträgern war D r 11 f r g te It e De das Fehderecht der Großen, das sie selbst ausübten, gerade Ideen sind die Wurzelfäden, aus denen die Kant'sche| lage und das Wesentliche desselben ausmachen." Ein so heilig und unantastbar, wie den heutigen Prälaten Politik hervorwächst. Staat, der ein solches System unterstützt, könne hierbei und Würdenträgern das Recht des Kapitals gegenüber Wenn alle Menschen gleich verpflichtet sind, so folgt sehr übel fahren." Denn da das Annehmen dieser der Arbeit unumstößlich ist. Der„ Gottesfriede" ist das, daraus, daß dasselbe, was ich Dir schuldig bin, Du auch Statuten eine leichte und dem schlechtdenkendsten Menschen was bei Jagd und Fischerei die Schonzeit ist. Man mir schuldig bist, daß also Du sollst, weil ich soll; es weit leichtere Sache ist, als dem Guten, dagegen die morawill Jagd und Fischerei nicht beseitigen, sondern nur ver- folgt also aus der Gleichheit der Pflichten die Gleichheit lische Besserung der Gesinnung viel und lange Mühe hüten, daß sie so ausgeübt werden, daß es nichts zu jagen der Rechte. Darum sagt unser Philosoph:„ Die recht macht, er aber von der ersteren hauptsächlich seine Seligund zu fischen mehr giebt, es soll der Ertrag ergiebiger lichen Attribute der Staatsbürger sind gefeßliche Freiheit, feit zu hoffen gelehrt worden ist, so darf er sich eben kein gemacht werden. bürgerliche Gleichheit und Selbständigkeit"; darum ist großes Bedenken machen, seine Pflicht( doch behutsam) zu Die wirklich arbeiterfreundlichen Sozialpolitiker wollen er ein Gegner der Vorrechte des Adels(„ Der Adel ist übertreten, weil er ein unfehlbares Mittel bei der Hand aber das Ausnutzungsrecht des Kapitals so beseitigen, wie ein grundloses Prärogativ"); darum auch will er nicht hat, der göttlichen Strafgerechtigkeit( nur daß er sich nicht das Fehderecht der Großen durch die Staatseinrichtungen haben, daß die Regierung irgend eine Religion bevorzugt, verspäten muß) durch seinen rechten Glauben an alle Ge beseitigt wurde. daß die Kosten der Erhaltung des Kirchenwesens dem heimnisse und inständige Benutzung der Gnadenmittel zu Wir wollen den weltlichen Frieden der Gesellschaft Staate zur Last kommen anstatt dem Theile des Volkes, entgehen." Jenes Pfaffenthum gewöhnt an Heuchelei, setzen, der mehr werth ist als der bloße Gottesfriede". welcher sich zu der Kirche bekennt. ,, wodurch es die Redlichkeit und Treue des Unterthanen Das Kapital soll so in die dienende Stellung gebracht Aus der Menschenwürde folgt die Heiligkeit alles untergräbt, sie zum Scheindienst auch in bürgerlichen werden, wie heute die ehemaligen Bannerherren der dessen, was Menschenantlig trägt", die Pflicht, den Pflichten abwißigt und, wie alle fehlerhaft genommenen Fehden die Diener des Staates find. Das ist unser Ziel, Menschen als persönliches, moralisches Wesen zu behan- Prinzipien, gerade das Gegentheil von dem hervorbringt, und dieses Streben scheidet uns von den christlichen Sozial- deln nicht aber als Sache, als bloßes Werkzeug und was beabsichtigt war." politikern, die keine Abhilfe, sondern nur geringe Er- Mittel zum beliebigen Gebrauch", eine Pflicht, welche Wie die angeführten Stellen zeigen, war also Kant leichterungen wollen, fest und bestimmt. folgendermaßen formulirt wird:„ Handle so, daß Du die Republikaner, ein echtes Kind des Zeitalters der großen. Es wird Sache der Arbeiter sein, diesen Unterschied Menschheit, sowohl in Deiner Person, als in der Person Revolution. Doch es wäre falsch, in Kant einen durch zu erwägen, und sich nicht durch fromme Worte in die eines jeden Andern, jederzeit zugleich als Zweck, niemals weg folgerichtigen und ehrlichen Politiker zu sehen; sein geschickt gelegten Schlingen der kirchlichen Sozialreform blos als Mittel brauchst." heilige Kant, Kämpfer Bild, wie es die Geschichte gezeichnet hat, zeigt auch einen locken zu lassen. gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, Mangel, und es wäre ungerecht, diese Schwäche des " 1 Wir bemerken noch, daß auf dem Katholikentage ein was würdest Du zur Wirthschaftsordnung der besten aller Königsberger Philosophen unerwähnt zu lassen. Die freiHerr Oberpfarrer Schmitz aus Krefeld die Kapuziner Welten, zu unserer Produktionsweise, zu den Zuständen müthige Aeußerung seiner Ueberzeugungen trug ihm, der als die erfolgreichsten Gegner der Sozialdemokratie unserer Fabriken, Werkstätten und Landwirthschaften sagen! unter Friedrich dem Großen ungestört hatte lehren können, bezeichnete. Dann können wir also hoffen, daß die soziale Und was zum Schlachtenmord verflossener Jahre und unter der Regierung Friedrich Wilhelms II. eine MaßFrage bald gelöst sein wird. Wenn es dabei nur nicht zum Waffengeraffel unserer Tage, der Du geschrieben hast: regelung durch den Minister Wöllner ein, welcher 1794 so geht wie mit der Mission unter den Juden. Jeder„ Die moralisch- praktische Vernunft in uns spricht ihr un- eine Kabinetsordre an Kant durchseßte, in welcher es heißt: bekehrte Jude kostet so zwischen 27 und 28 Tausend Mart widerrufliches Beto aus: Es soll kein Krieg sein!", die Unsere höchste Person hat seit geraumer Zeit großen an Bekehrungskosten. Nun, die Kapuziner machen es bei Völker sollten ihre Streitigkeiten auf zivile Art, gleich- Mißfallen ersehen: wie Ihr Eure Philosophie zur EntSozialdemokraten vielleicht billiger. sam durch einen Prozeß, nicht auf barbarische( nach Art stellung und Herabwürdigung mancher Haupt- und Grundder Wilden), nämlich durch Krieg, entscheiden"; die geeig- lehren der heiligen Schrift und des Christenthums mißnetste Verfassung, den„ ewigen Frieden" herbeizuführen, braucht.... Wir verlangen des chestens Eure gewissensei ,, vielleicht der Republikanismus aller Staaten jammt hafteste Verantwortung und gewärtigen Uns von Euch bei und fonders" und zum Zwecke des ewigen Friedens werde Vermeidung Unserer höchsten Ungnade, daß Ihr Euch ,, Wir, das Volk der Denker, die wir einen Kant die durch die Kriege beständig wachsende Noth einst richter- fünftighin nichts dergleichen werdet zu Schulden kommen laffen, sondern vielmehr Eurer Pflicht gemäß Euer Anhervorgebracht..." so lautet eine wohlfeile, gedankenlose lich die Völker verbinden. Kant als Republikaner.*) " " 1 " Rebensart, welche zuweilen von unseren Ordnungspar- Die Ueberzeugung von der moralischen Selbständigkeit, fehen und Eure Talente dazu anwenden, daß Unsere lanteien", insbesondere natürlich von den gediegenen Männern der natürlichen Autonomie" eines jeden Menschen, ist es desväterliche Intention je mehr und mehr erreicht werde; ihrer Presse, als stolzer Trumpf ausgespielt wird, um un- ganz besonders, welche Kant zum Republikaner macht; da widrigenfalls Ihr Euch bei fortgesetzter Renitenz unfehlbar wissende Gegner zu übertölpeln und den eigenen Anhang nämlich jedes„ Glied" im„ Neiche der Zwecke"( in der unangenehmer Verfügungen zu gewärtigen habt." Was im Glauben und Selbstbewußtsein zu stärken. Nun, an Gesellschaft moralisch- vernünftiger Wesen) ein„ Oberhaupt" antwortete nun hierauf der Mann der„ moralischen Autogenommen, der Philosoph von Königsberg wäre wirklich ein freies, souveränes Wesen ist, so ist das wahre Reich nomie", der Verfechter der Gedankenfreiheit? Er antwortete ein Vertreter dessen gewesen, was die„ Ordnungsparteien" der Zwecke keine Monarchie, sondern eine Republik. Und vor seinem eigenen Gewissen mit einem Trugschluß, welunter Staat verstehen, so würde dies für uns nichts be- so kann die gesetzgebende Gewalt nur dem vereinigten unehrlichkeit zu bringen. In seinem Nachlasse schreibt er; cher geeignet ist, ihn in diesem Falle in den Verdacht der weisen; doch diese Annahme ist falsch; das Volk der Willen des Volkes zukommen"; die„ reine Republik" ist unehrlichkeit zu bringen. In seinem Nachlasse schreibt er; Denker, das einen Kant hervorgebracht", möge vielmehr die„ einzig rechtmäßige Verfassung";" alle wahre Republik Widerruf und Verleugnung seiner inneren Ueberzeugung bedenken, daß dieser Kant ein Republikaner war. Wir aber ist und fann nichts anderes sein, als ein repräsen- ist niederträchtig und kann Niemandem zugemuthet werden, machen auf diese Thatsache aufmerksam, nicht Thatsache aufmerksam, nicht um tatives System des Volkes, um im Namen desselben, durch aber Schweigen in einem Falle wie der gegenwärtige, ist Autoritäten für uns auszunußen, sondern weil es alle Staatsbürger vereinigt, vermittels ihrer Abgeordneten Unterthanenpflicht; und wenn alles, was man sagt, wahr gerecht und zugleich belustigend ist, elende Gegner ihre Rechte zu besorgen";" das Volk muß zu jeder Kriegs- ein muß, jo ist darum nicht auch Pflicht, alle Wahrheit mit ihren eigenen elenden Waffen zurückzufcheuchen, und erklärung vermittels seiner Repräsentanten seine freie Bei- öffentlich zu sagen." Kant antwortete auf jene Kabinetsordre, er werde weil sich hierzu gegenwärtig ein besonderer Aulaß in dem ſtimmung geben“;„ das Volk richtet sich selbst durch Ge= Jubiläum von Kants„ Kritik der praktischen Vernunft" schworene"; die väterliche Regierung ist die am meisten sich fernerhin aller öffentlichen Vorträge in Sachen der bietet; dieses vor hundert Jahren herausgegebene Buch despotische unter allen( Bürger als Kinder zu behandeln)". Religion, es sei der natürlichen oder der geoffenbarten, in Vorlesungen sowohl wie in Schriften, völlig enthalten." enthält nämlich eine Sittlichkeitslehre, welche die Grund- Als Feind der Bevormundung des Volkes fordert Er faßte aber, wie er selbst hervorhebt, seine Erklärung lage der Politik unseres Philosophen bildet. Kant allgemeine Freiheit des Gedankens, der Presse und an den König absichtlich so ab, daß er beim etwaigen Eine wesentliche Ursache der demokratischen An- Rede; er macht geltend, daß dem Staatsbürger und zwar Ableben des Monarchen vor seinem" wiederum in seine schauungen Kant's ist die Erwägung, daß nicht geistige mit Vergünstigung des Oberherrn selbst, die Befugniß zu Freiheit zu denken eintreten könnte."" Das that er denn Begabung und Bildung dem Menschen den höchsten Werth stehen muß, seine Meinung über das, was von den Ver- auch alsbald nach dem Regierungsantritt Friedrich Wilgeben, weil sie sehr wohl mit schlechtem Handeln verbun- fügungen desselben ihm ein Unrecht gegen das Gemein- helms III. in seinem Werte„ Der Streit der Fakultäten", den sein können und dieses alsdann sogar besonders gewesen zu sein scheint, öffentlich bekannt zu machen. Denn in dessen Vorrede er jenes Reſtript und seine Verantwor fährlich machen, daß vielmehr der gute Wille das Höchste daß das Oberhaupt auch nicht einmal irren oder einer tung zum Abdruck brachte. Wir halten diese Verantwor im Menschen ausmacht, und daß in diesem Punkte der Sache unkundig sein könne, anzunehmen, würde ihn als tung für mißlungen. Denn wenn es Pflicht ist, nicht zu schlichte Mann aus dem wenig wissenden Volke den ge- mit himmlischen Eingebungen begnadigt und über die lügen, so hat dies den Zweck, die Wahrheit zu sagen und sellschaftlich Hochstehenden übertreffen kann. Mögen die Menschheit erhaben vorstellen."„ Die Freiheit der Feder der allgemeinen Menschenvernunft" zum Siege zu ver= bildungsstolzen Kinder unserer Zeit sich die bescheidenen ist das einzige Palladium der Volksrechte." Gehorsam helfen, von welcher alle Besserung, deren unser Zustand Worte eines Kant zu Herzen nehmen:„ Ich fühle den zu verlangen, ohne den„ Geist der Freiheit" zuzulassen, fähig ist, herkommen" muß"; dieser Zweck aber fordert ganzen Durst nach Erkenntniß und die begierige Unruhe, der durch Vernunft von der Rechtmäßigkeit der staatlichen auch, alle Wahrheit öffentlich zu sagen." Und dieser darin weiter zu kommen, oder auch die Zufriedenheit bei 3wangsrechte überzeugt sein will, ist die veranlassende höheren Pflicht gegenüber kann es vom Standpunkte Kants jedem Fortschritte. Es war eine Zeit, da ich glaubte, Ursache aller geheimen Geſellſchaften,"(!) Zur bürger- aus, welchem jeder Mensch ein freies, souveränes„ Oberdieses Alles könnte die Ehre der Menschheit machen, und lichen Freiheit so erklärte Kant schon vor der fran: haupt" im Reiche der Zwecke" ist, feine„ Unterthanen= ich verachtete den Pöbel, der von nichts weiß. Rousseau zösischen Revolution in der Kritik der reinen Vernunft" pflicht" geben. " hat mich zurecht gebracht. Dieser verblendete Vorzug ver-( 1781), zur Freiheit gehört auch die, seine Gedanken, Eine Erklärung und einige Entschuldigung für dies schwindet; ich lerne die Menschen ehren und würde mich seine Zweifel, die man sich nicht selbst auflösen kann, Benchmen des Philosophen, welches als feige und streberviel unnüßer finden als die gemeinen Arbeiter, wenn ich öffentlich zur Beurtheilung auszustellen, ohne darüber für haft zu bezeichnen wäre, wenn Kant nicht Proben seiner nicht glaubte, daß diese Betrachtung allen übrigen einen einen unruhigen und gefährlichen Bürger verſchrien zu Uneigennüßigkeit und seines Muthes bei anderen GelegenWerth geben könne, die Rechte der Menschheit herzustellen." werden. Dies liegt schon in dem ursprünglichen Recht heiten geliefert hätte, einige Entschuldigung hierfür findet Der gute Wille ist der Gehorsam gegen das Gewissen, der menschlichen Vernunft, welche keine anderen Richter fich, wenn man bedenkt, daß der Mensch selbst im reifsten das bedingungslos gebietende Pflichtbewußtsein, oder, um erkennt als selbst wiederum die allgemeine Menschenver- Alter noch unter dem Einfluß seiner Jugenderziehung steht, Kants berühmte Bezeichnung zu gebrauchen, gegen den nunft, worin ein Jeder seine Stimme hat; und da von daß Kant von pietistischen Eltern mit beschränktem Unter,, kategorischen Imperativ." Den kategorischen Imperativ dieser alle Befferung, deren unser Zustand fähig ist, her thanenverstand" erzogen wurde, und daß ein alter Mann aber drückt der Philosoph in der Formel aus: Handle kommen muß, so ist ein solches Recht heilig und darf Kant war damals siebzig Jahre alt nicht mehr die so, daß, wenn alle so handelten, diese allgemeine Hand- nicht geschmälert werden." Klarheit und Festigkeit der Vollkraft besitzt. lungsweise deinem Willen nicht zuwider wäre; was du Die fittliche Selbstbestimmung sucht Kant auch der nicht selbst von Andern leiden willst, das füge auch Religion gegenüber zur Geltung zu bringen.„ Die Moral Andern nicht zu. bedarf weder der Idee eines anderen Wesens über dem Da nun der kategorische Imperativ in jedes Menschen Menschen, um seine Pflicht zu erkennen, noch einer anderen Brust spricht und geradezu aus dem Wesen des Menschen Triebfeder, als des Gesetzes selbst." Somit hat in den folgt, so ist der Mensch selbstgefeßgebend" nur seiner Religionen nur das wahren Werth, was eine moralische eigenen und dennoch allgemeinen Gesetzgebung unterworfen Bedeutung hat.„ Die enge Pforte und der schmale Weg, und nur verbunden, seinem eigenen, dem Naturzwecke nach der zum Leben führt, ist der des guten Lebenswandels; 3 Der größte Theil der in Paris bestehenden sozia aber allgemein gefeßgebenden Willen gemäß zu handeln." die weite Pforte und der breite Weg, den viele wandeln, listischen Gewerkschaften hat seinen Sitz in der ArbeitsHierauf beruht die Würde des Menschen, welcher„ keinem ist die Kirche. Nicht als ob es an ihr Nicht als ob es an ihr und ihren börse" aufgeschlagen. Geseze gehorcht, als dem, das er zugleich sich selbst Sagungen liege, daß Menschen verloren werden, sondern, Die Zahl der daselbst vertretenen Organisationen giebt." daß das Gehen in dieselbe und Bekenntniß ihrer Statuten beträgt gegen 140, davon sind zirka 63 unabhängige GeGleichverpflichtung, Rücksicht auf die Allgemeinheit, oder Celebrirung ihrer Gebräuche für die Art genommen werkschaften, während der Rest zur possibilistischen ArbeiterSelbständigkeit und Menschenwürde diese moralischen wird, durch die Gott eigentlich gedient sein will." Pfaffen- partei gehört. thum" nennt Kant die Verfassung einer Kirche, sofern in *) Anregung und Stoff zu diesem Auffage lieferte das werthvolle Büchlein ,, sant und Schopenhauer" von Georg von Gizicky, Leipzig 1888 bei Wilhelm Friedrich. 11 " 1 Wie sich die Gewerkschaftsbewegung in Frankreich entwickelte. III. " Gegen 400 Gewerkschaften der Provinz stehen mit ihr ein Fetischdienst regiert, welches allemal da anzutreffen den Letzteren in Verbindung. ist, wo nicht Prinzipien der Sittlichkeit, sondern statuta- Die Zahl der gewerkschaftlich organisirten Arbeiter rische Gebote, Glaubensregeln und Observanzen die Grund- sowie die Mitgliedszahl der einzelnen Syndikate ist nich 9 1 ( festgestellt, doch ist so viel sicher, daß nur ein kleiner lung neue Anhänger zu werben, sie verschaffen im Durch=| Ant 9. September waren zehn Jahre verflossen, seit Bruchtheil des französischen Proletariats or schnitt pro Monat 2113 Arbeitslosen Beschäftigung und der Reichstag zusammentrat, der aus den Wahlen vom ganisirt ist. Die bestorganisirten und zahlreichsten Ge- Brot; während des ersten Halbjahres von 1888 ver- 30. Juli 1878 hervorgegangen am 19. Oftober mit werkschaften sind die der Maschinenbauer, Steinmetzen, mittelten sie 12 678 Arbeitern Plätze. Die Sekretäre der 221 gegen 149 Stimmen das Sozialistengesetz vom Glasbläser, Hutmacher, Buchdrucker, Bronzearbeiter, Handels- einzelnen Gewerkschaften, welche in der Arbeitsbörse dauernd 21. Oftober 1878 annahm.- Dem 1877 gewählten angestellten, Köche, Schuhmacher, Friseure 2c. Sie um- sind, vermitteln Arbeit durch Listen über Angebot und Reichstag hatten bereits die verbündeten Regierungen eine schließen jede gegen 1000-1700, im Mittel wohl 1500 Nachfrage. Das Hauptsekretariat der Gewerkschaften läßt ähnliche Vorlage gemacht, aber es hatte nur zweier Mitglieder; die Mitgliedschaft der meisten Arbeitersyndikate Donnerstag und Sonntag das„ Bulletin officiel de la Sigungen bedurft, um den§ 1 der Vorlage, welcher bleibt jedoch weit hinter den genannten Zahlen zurück. Bourse du Travail", ein Organ der Gewerkschaften und prinzipiell entscheidend war, mit 251 gegen 57 Stimmen Dem Sekretariat der Arbeitsbörse, welches eine Art Zentral- terporativen Arbeitergruppen erscheinen. Dasselbe enthält abzulehnen. Man hatte damals nicht einmal eine Kombureau, wenigstens für Paris, bildet, stehen keine dies- die einschlägigen Nachrichten, Sigungs- und Rechenschafts- missionsberathung für nöthig befunden, verhandelte am bezüglichen genauen Daten zur Verfügung. Bei unseren berichte, statistische Daten 2c. 315 Exemplare des Organs 23. Mai 1878 über die Vorlage in erster Berathung, Nationalcharakter- und Organisationsverhältnissen," sagte werden unentgeltlich an Gewerkschaften verschickt, 41 Pariser icẞte am 24. Mai die erste Berathung fort, und ging der Sekretär ,,, erweist sich eine derartige Statistik als fast Gewerkschaften zahlen das Abonnement, desgleichen thun noch in derselben Sizung zur zweiten Berathung über, unmöglich. Außerdem hätten die Zahlen für höchstens dies 10 Gewerkschaften der Provinz( Abonnementspreis welche mit der Ablehnung des entscheidenden Paragraphen drei Monate Giltigkeit, da die Höhe der Mitgliedschaft der pro Jahr 6 Fr.) endete. In nur neunstündiger Verhandlung hatte der Syndikate mit jedem Ereignisse wechselt Eine Gewerk- Die Erekutivkommission der Arbeitsbörse versendet Reichstag die Vorlage beseitigt. Erst die Neuwahlen nach schaft, welche heute 200 Mitglieder umschließt, hat morgen gegenwärtig einen Fragebogen an alle gewerkschaftlichen dem Nobiling'schen Attentat brachten die Majorität zu in Folge der Ereignisse vielleicht 15 000 Anhänger, um Organisationen des In- und Auslandes, um statistische Stande, welche die Arbeiterklasse einem der härtesten Ausübermorgen unter die alte Zahl herabzufallen." Daten über Zahl der Gewerkschaften, Höhe der Mitglied- nahmegefeße aller Zeiten unterwarf. schaft, Charakter der Vereine, Löhne, Arbeitszeit, Arbeits# 1 Der jüngste Streit der Erdarbeiter illustrirte drastisch, wie zutreffend diese Aeußerung ist. zeit, Arbeitsinstrumente, Veränderungen der betreffenden Wie der 9. September ein Trauertag für die deutschen Die Abneigung, welche der französische National- Produktionsweise und ähnliches zu sammeln. Man hofft, Arbeiter, so ist der 7. September ein Freudentag für die charakter gegen eine stark disziplinirte, regelmäßige Dr daß diese Erhebungen mit zur nationalen Föderation( Ver: dereinst ebenfalls geknechteten österreichischen Bauern. ganisation empfindet, erklärt die Thatsache, daß Gewerk- einigung) aller franzöſiſchen Gewerkschaften und zu regel- Am 7. September 1848 erfolgte ihre Befreiung von schaften, welche vor wenigen Jahren an der Spitze der mäßigen brüderlichen Beziehungen mit den ausländischen guts herrlicher Unterthänigkeit. Die bäuerlichen Verberufsgenossenschaftlichen Bewegung der Arbeiter standen Arbeiterorganisationen beitragen werden. hältnisse in Desterreich vor 1848 spotteten jeder Beschreiund und eine zahlreiche Mitgliedschaft umfaßten, heute geradezu Ziehen wir im Allgemeinen das Fazit der franzöſi- bung und waren ein unüberwindliches Hinderniß für jeden ohnmächtig und bedeutungslos sind. Die Bautischler, schen Gewerkschaftsbewegung, so ergiebt sich, daß dieselbe Fortschritt der Landwirthschaft. In dem früher österreichiwelche einige Jahre zurück eine kräftige Organisation bilim großen Ganzen einen sozialistischen Charakter trägt, schen Oberschlesien hatten zum Beispiel die guts herrlichen deten, mußten bei dem in den letzten Wochen ausgebroche- welcher sich immer deutlicher und flarer ausprägt. Von Unterthanen Fischereidienste zu leisten, im November, wenn nen theilweiſen Streik zugeben, daß ihre Gewerkschaft Anfang der Bewegung bis heute zeigt sich, daß die reine das Wasser schon mit einer dünnen Eiskruste bedeckt war, weniger Mitglieder zähle, als der Verband der Unter- einseitige Gewerkschaftlerei in dem französischen Proletariat in dasselbe zu steigen und Karpfen für die Herrschaft zu nehmer des Gewerkes. Von den 15 000 Pariser Bau- feinen Boden hat und nie Boden haben wird, dafür bürgt fangen. Wenn sie dabei völlig erstarrten, wurden sie tischlern sind höchstens 400 organisirt und ähnlich oder die verhältnißmäßig größere politische Entwickelung des nach der Schilderung eines Augenzeugen ans Feuer geführt; schlimmer sieht es in den meisten Gewerken aus. Von französischen Arbeiters, feine Neigung zum Theoretifiren man goß ihnen gewärmtes Bier, mit Pfeffer vermengt, den über 20 000 Mann betragenden Kunsttischlern( ébenistes) und Generalisiren. Charakteristisch ist ferner die hohe en; oft mußie ihnen aber erst das Maut aufgebrochen find gegen 3000 organisirt, aber nur etliche Hunderte Entwickelung der Gewerkschaften nach der theoretischen werden". Dem Bauern und seinem Zugvich wurden von zahlen ihre Beiträge. Günstiger sind die Verhältnisse Seite hin, cine Entwickelung, welche sich schon in den den Grundherren soviel Dienste zugemuthet, daß die unter den Hutmachern, in Paris giebt es gegen 1100 ge- Reimen der Bewegung andeutete, und die zu dem obigen äußerste Entfräftung der Unterthanen und ihrer wenigen werkschaftlich organisirte und 2000 nicht organisirte Arbeiter Ergebnisse führen mußte. Bezeichnend ist im Gegensatz Thiere eintrat. Wollte ein Bauer sein eigenes Feld der Branche. Verschiedene Gewerkschaften ein- und der hierzu die ungenügende Entwickelung der praktischen Fragen, bestellen, so mußte er es an mondhellen Nächten thun selben Industrie haben sich unter einander föderirt( durch die schwache und mangelhafte Organisation, die so viel, oder aber:„ er denft zum wenigsten, nach seiner Art des Verband geeinigt), so sind z. B. die Buchdrucker, Hut- ja fast alles zu wünschen übrig läßt. Sämmtliche Kongresse Lebens froh zu werden und ersäuft in Branntwein Gesundmacher, Köche in National verbänden. Die Gewerk- find für die angeführten Eigenthümlichkeiten äußerst heit und Verstand". Solche Zustände hatten schon den schaften der Maschinenbauer und Metallarbeiter des Seine- charakteristisch, sie behandeln wieder und wieder ausschließ- friedlichen Jbyllendichter Voß zu den Worten gereizt: departements find gegenwärtig im Begriff, einen departe- lich und weitläufig die theoretischen Fragen, arbeiten „ Was? noch Treue verlangt der unbarmherzige Frohnherr? mentalen Verband zu bilden. theoretische Programme bis auf das Tüpfelchen auf dem Der mit Diensten des Nechts sei Gott es geflagt! Zu bemerken ist, daß in der Arbeitsbörse auch eine I aus, erörtern dagegen nie Fragen der Organisation, der Willkür Gewerkschaft von Frauen ihren Sitz hat, dieselbe um- Mitglieds- und Kassenverhältnisse 2c. finden keine ErUns wie Pferde quälet und kaum wie Pferde beköstigt." schließt Kassirerinnen, Verkäuferinnen, Wäsche- wähnung. näherinnen, Köchinnen 2c. Die französische Gewerkschaftsbewegung zeigt sich in Es mußte aber eben dahin kommen, daß auch der Die Beiträge der Gewerkschaftsmitglieder sind von ihren Eigenthümlichkeiten im vollsten Gegensatz zu dem Ent- Gutsherr keinen Nußen mehr für seinen Betrieb aus verschiedener Höhe, sie betragen im Durchschnitt pro Monat wickelungsgang der englischen Trades- Unions( Gewerk- solchen Zuständen ersah. Und dieser Moment fiel zueinen Franc. Wie bereits angedeutet zahlen jedoch die schaften). Während sich Lettere durch Unterschätzung der ſammen mit dem Eindringen neuer Betriebsweisen und meisten Mitglieder keine oder nur sehr unregelmäßige theoretischen und Ueberschätzung der praktischen Fragen aus- Wirthschaftsanschauungen, die mit dem politischen LiberaBeiträge. Von je 500 Gewerkschaften kommen faft nie zeichnen, werden Erstere gerade durch das entgegengefeßte lismus aus dem Westen Europas tamen und im Jahre mehr als ca. 150 ihren pekuniären Vereinspflichten nach. Zuviel charakterisirt, durch Ueberschäßung der theoretischen, 1848 zum entscheidenden Durchbruch gelangten. Da half Die Kassenverhältnisse der Organisationen sind infolgedessen durch Unterschätzung der praktischen Seite der Arbeiter nun kein Sperren und Zögern mehr. Höchstens suchten höchst traurige, und die finanzielle Ohnmacht wirkt auf organisation. Die englische Gewerkschaftsbewegung ging die Feudalen noch nach Möglichkeit im Trüben zu fischen, die Agitation und Thätigkeit der Syndikate zurück. Die von engbegrenzten, rein fachgenossenschaftlichen Zielen aus, indem sie sich wie in Preußen den besten Theil des meisten Gewerkschaften sind durchaus unfähig, mit eigner schuf eine mustergiltige Organisation und wird nach und Bauernlandes als„ Entschädigung" aneigneten. In Kraft einen Streik ihrer Mitglieder erfolgreich zu unter- nach durch die zwingende Gewalt der Thatsachen auf Ent- Desterreich war es im allgemeinen wohl besser und der halten, Fachorgane herauszugeben, eine fräftige Propa wickelung der Theorie, Erweiterung des gesteckten Ziels 7. September 1848 wurde daher ein Freudentag für alle ganda in der Provinz zu führen. hingewiesen. Die französische Gewerkschaftsbewegung ging österreichischen Bauern; die Entschädigungsfrage kam von von einem allgemeinen, weiten Ziel aus, trat mit relativ Reichswegen durchaus vortheilhafter für den ehemaligen entwickelten Theorien auf und wird durch den Zwang der Gutsunterthan zur Erledigung. Alle aus schuß-, gerichtsUmstände zu einer Organisation und Ausarbeitung der und dorfherrlichen Verhältnissen abgeleiteten, vom Grundpraktischen Seite geführt. besize unabhängigen Rechte und Leistungen fielen ohne Weiteres weg. Aber auch die wirklichen Neallasten hatte der Bauer meist nur zu einem Drittel ihres Geldwerthes abzulösen. Im Uebrigen trat der Staat bezw. das Kronland für ihn ein. Eine neue Phase der landwirthschaftlichen Entwickelung, die selbst von der folgenden Reaktion nicht mehr getilgt werden konnte, war durch= laufen. Es war auch in Desterreich möglich geworden, der Landwirthschaft die Vortheile der modernen ArbeitsEinzelne Gewerkschaften machen hiervon cine rühmliche Ausnahme, so haben z. B. die Steinmetzen, die Glasarbeiter, die Hutmacher gute Kassenverhältnisse, Buchdrucker, Köche 2c., geben ihr Fachorgan heraus. Diese Situation erklärt auch, daß die Gewerkschaften Beide Entwickelungswege schließen am Ende mit den feinen Kongreß, keine Ausstellung auf eigene Roften be- gleichen Resultaten ab, mit einer starken Organisation und schicken, sondern auf Subventionen durch Staat und einem sozialistischen Programm. Kommune angewiesen sind. Politische Nachrichten. Wie die Barberetisten auf Staatsfoften reisen und tagen, so die sozialistischen Gewerkschaften mittels der Unterstüßungen seitens der Gemeindebehörden, in erster Linie des hoch anständigen Pariser Stadtraths. Erst kürzlich wieder hat derselbe 35 000 Fr. bewilligt, um DeleDer Termin für die Wahlen zum preußischen Abtheilung und Technik, der Geld- und Kredit- Wirthschaft girte der französischen Gewerkschaften nach den Ausstellun- geordnetenhause ist noch nicht festgesetzt; es wird jedoch einer fortgeschrittenen Zeit zuzuwenden. Freilich ist gerade gen von Glasgow, Kopenhagen und Barcelona zu senden. angenommen, daß die Regierung sich darüber im Laufe in Desterreich später der Bauernstand einer unerträglichen Das Nachsuchen um und das Annehmen von Subventio- dieses Monats schlüssig machen werde. Vermuthet wird, wird er sich zu neuen, vielleicht noch schwereren Kämpfen fapitalistischen Verschuldung verfallen und darum nen durch die Behörden übt unseres Erachtens feinen daß die Wahlen in der legten Oktober- oder der ersten wird er sich zu neuen, vielleicht noch schwereren Kämpfen guten Einfluß auf die Entwickelung der Arbeiterorganisa- Novemberwoche stattfinden. Die Berufung des Landtages deuten die Ereignisse von 1848 für ihn einen ungeheuren rüsten müssen-gegen das Kapital. Aber troßdem betionen aus, es korrumpirt, macht zu Kompromissen geneigt, ist vor Mitte Januar, dem letzten verfassungsmäßigen deuten die Ereignisse von 1848 für ihn einen ungeheuren Fortschritt, dessen er stets dankbar gedenken wird. nimmt das Vertrauen und Verlassen auf die eigene Kraft Termin, nicht zu erwarten. und fordert einen gewissen Geschäftsgeist. Die Gewerkschaften sind nur in seltenen Fällen mit Die konservative Partei hat für die preußischen Als die Hauptträger der„, christlichen" SozialStreit, Unterstüßungs-, Kranken-, Alters, Invaliden- Landtagswahlen einen Aufruf veröffentlicht, der an Gemein- fürsorge für die Besißlojen spielen sich bekanntlich gern und Begräbnißkassen verbunden. pläßen überaus reich ist, und aus dem nur hervorzuheben unsere Grundbesizer auf- allerdings nur dann, wenn Es steht zu hoffen, daß die Einrichtung der Pariser wäre die Betonung es nicht aus ihrer Tasche geht. Die Voss. 3tg." macht Arbeitsbörse, welche in Marseille und St. Etienne Nachdes konfessionellen Charakters der Volks- mit Recht darauf aufmerksam, daß draußen auf dem Lande ahmung finden soll, den gewerkschaftlichen Arbeiterorgani- schule, mit dem Arbeiter vielfach noch viel schlimmer und herzfationen zu Kraft und Saft verhilft. Bis jetzt allerdings, und der Nothwendigkeit einer reichlicheren loser umgesprungen wird wie in der großstädtischen Innach 1/2 jährigem Bestehen sind die vorliegenden Resultate Dotation und einer freieren Bewegung der dustrie. In den Berichten über die ländliche Armenpflege, noch nicht die erwarteten, und zwar meist infolge der evangelischen Kirche. welche der deutsche Verein für Armenpflege und Wohl3wistigkeiten innerhalb der sozialistischen Partei, welche Die Geistlichkeit dürfte danach fleißig für die konserthätigkeit gesammelt hat, wird z. B. von einem ,, demoeinen fortwährenden inneren Kampf unter den Gewerk- vativen Kandidaten eintreten, und auch den Bauern und ralisirenden und grausamen Verfahren" berichtet, schaften der Arbeitsbörse veranlaßt. Die größte Schuld den Kleingewerbetreibenden streicht man Honig um den welches in Pommern, Schleswig- Holstein, Lauenburg, muß auch hier auf Seiten der Poffibilisten, beziehungsweise Mund, indem man eine Reform der Gewerbesteuer und Mecklenburg also in vorwiegend Landwirthschaft treider possibilistischen Majorität der Gewerkschaften gesucht eine Beseitigung der Grundsteuerzuschläge fordert. Für benden Bezirken graffirt: daß nämlich sämmtliche Häuſerwerden, der es in erster Linie nicht auf Verbreitung der das" Volk" fällt dabei natürlich nichts ab, als höchstens besiger eines Ortsarmenverbandes Jemandem die Wohnung Grundsäße, sondern die Unterwerfung der„ unabhängigen" ein neues Defizit im Staats- und Gemeindehaushalt und verweigern, um ihn zum Abzug zu zwingen und ihn dadurch Syndikate ankommt. damit eine vermehrte Inanspruchnahme der indirekten am Erwerbe des Unterstüßungswohnfißes der nach zwei Jahren eintritt zu hindern. So halten sich die Grundbesiger die Unterstüßung der Verarmten vom Halse, Die in der Arbeitsbörse ihren Sitz habenden Gewerk- Steuern. schaften suchen besonders auch durch Arbeitsvermitte 11 die sie doch erst genug ausgenutzt haben. Und ein ost: Verbrauchssteuern, auf jeden Pariser dagegen 58,30 Franks. Auerbach- Berlin. In einer hier vorgelegten Resolution hieß es preußischer Landrath schrieb in einer Broschüre vor etwa Von den 122 Mill., welche die Getränke einbringen, zum Schlusse:„ Die Versammlung erkläre, daß die sozialen Schäden, die im heutigen Produktionswesen wurzeln und die traurige Lage 6 Jahren: Wenn ein Mitglied einer Gemeinde eine kommen 69 Mill. auf Wein, 21 Mill. auf Alkohol und des Arbeiterstandes bedingen, nur beseitigt werden können durch größere Anzahl Arbeiterwohnungen baut und dieselben 15 Mill. auf Bier. Einführung derjenigen Arbeiterschußgesetzgebung, welche seiner an die Arbeiter aller umliegenden Ortschaften auf mehrere Zeit durch die sozialdemokratische Fraktion dem Reichstage unter= Jahre vermiethet, so kann dies den Erfolg haben, daß Seit 40 Jahren strebt man in Belgien darnach, breitet wurde." Kaum waren die letzten Worte gesprochen, da löſte der überwachende Polizeilieutenant auf Grund des§ 9 die Verdie Gemeinde die Armen last für sämmtliche umliegen- aus sittlichen und wirthschaftlichen Gründen die Verwendung fammlung auf. Unter Hochrufen auf die deutsche Sozialdemokratie den Ortschaften, in denen Arbeiterwohnungen nicht von Frauen und Mädchen zu den unterirdischen Gruben- verließen die Arbeiter, nachdem die erste lleberraschung vorüber war, vorhanden sind, tragen muß. Mit Rücksicht hierauf ist in arbeiten gänzlich zu beseitigen. Das ist bis heute noch ruhig den Saal. Beschwerde ist erhoben. neuerer Zeit das Bestreben hervorgetreten, durch Ortsftatut nicht zu erreichen gewesen. Die belgischen Großindustriellen in Berlin: am Sonnabend Herr Kaufmann Albert Auerbach vor Ueber die Alters- und Invalidenversicherung sprachen die Einführung hoher Miethssteuern(!) herbeizuführen, widersetzen sich dieser Maßnahme, weil sie die Weiber und den Kistenmachern, am Montag Herr Liefländer vor den Wäsche1 m dem Anwachsen von Arbeiterwohnungen Mädchen schlecht bezahlen und ihr Ersatz durch Männer zuschneidern, Herr Hildebrandt vor den Drechlern, am Dienstag entgegen zu treten." Also Landgemeinden, welche ab- den Kostenpreis der Grubenprodukte erhöhen würde. Die Herr Auerbach vor den Tischlern( Königsbank). fichtlich den Arbeitern das Obdach abschneiden, um nur einzige bisher erreichte Errungenschaft besteht darin, daß das Urtheil gegen Altreuther auf 6 Monate, gegen Fischer auf Im Stuttgarter Geheimbundsprozeß( 5. Sept.) lautete im Falle der Verarmung nichts zahlen zu müssen. Wie feit 1884 verboten ist, Mädchen unter 14 Jahren in den 4 Monate Gefängniß, wovon je 2 Monate für Untersuchungshaft christlich! Und aus der Provinz Posen wurde berichtet, Gruben zu verwenden. Im Hennegan wird die Frauen- abgehen. Göz wurde unzulänglichen Beweises halber freigesprochen. daß Gut: befizer Häuser außerhalb ihres Gutsbezirkes und Mädchenarbeit in erschrecklicher Weise ausgenußt; man Die Anwendbarkeit der Geheimbundsparagraphen wurde im Sinne in benachbarten kleinen Gemeinden miethen, um die in legt ihnen eine tägliche Arbeitszeit bis zu 15 Stunden der Reichsgerichtsentscheidung bejaht. ihrem Gutsbezirk beschäftigten Arbeiter dort zwei gegen geringen Tagelohn auf. Im Prozeß Singer und Dopp lautete am Montag das Es ist bedauerlich, daß Urtheil der Berufungskammer: Jahre wohnen, d. h. den Unterstützungswohnsiz erwerben feine belgische Regierung den Muth hat, den Sonderzu lassen und sich dadurch von der sonst ihnen obliegenden interessen der Großindustriellen entgegenzutreten und diesen Armenlast zu befreien. Wie menschenfreundlich! Zuständen, über welche die Arbeiter mit Recht bitter klagen, ein Ende zu machen. Hoffentlich sind die Arbeiter als politische Partei bald stark genug, um die Erfüllung ihrer dringendsten Forderungen zu erzwingen. feits wabach ist auf den 22. Oftober festgesezt. SozialdemokratischerDie Reichstags- Nachwahl im Wahlkreise Ansbachfandidirt Dr. Schönlank- Nürnberg. Auch die französischen Bourgeois wirthschaften mit indirekten Steuern, wie es nur je in anderen Staaten geschehen ist So ergab die städtische Verbrauchssteuer ( octroi) allein im vorigen Jahr 282 719 380 Franks gegen 235 948 405 im Jahre 1875. Die Steigerung ist Auf also stärker als die Mehrung der Bevölkerung. Paris entfallen 136 691 755 Franks gegen 118 243 254, In der Umgegend Berlins haben zwei imposante auf die übrigen Städte 146 020 625 gegen 117 705 151. Versammlungen über die Altersversicherung stattgefunden. Am MonDie Steigerung war also stärker bei den Provinzstädten tag sprach im Gesellschaftshause zu Potsdam Herr Zubeil- Berlin, als in Paris. Auf jeden Städter kommen 23 Franks am Sonntag Vormittag in Charlottenburg Herr Kaufmanu E. Kuntze, Sfalitzerstr. 18.( 8um fuftigen Stiefel) empfiehlt seinen reichhaltigen und kräftigen Frühstück- u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch nach Auswahl zu sotidenPreisen. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Nitterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Königsberg i. Pr. Abonnements für die ,, Berliner Volks: Tribüne übernimmt Frau Godau, Polnische Gasse 10. Achtung! 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Der Reichstagsabgeordnete Kräcker ist wegen Nierenleidens auf vier Wochen aus der Haft beurlaubt. Große öffentliche Tischler- Versammlung Montag, den 17. September, Abends 8 Uhr, im Lofale Sanssouci, Rottbuserstraße 4a. Tages- Ordnung: Der Angeklagte Dopp habe den Abgeordneten Singer zweifellos schwer beleidigt; es frage fich nur, ob Umstände vorhanden seien, welche die Beleidigung in milderem Lichte erscheinen lassen. Der Gerichtshof sei der Meinung, daß Herr Singer den Angeklagten Dopp durch seine Rede äußerst gereizt und beleidigt habe. Auf die vorangegangene Beleidi= gung habe Dopp erwidert; derselbe sei daher zwar der Beleidigung schuldig, aber nach Lage der Sache straffrei. Bei Bachler( dem Redakteur der antisemitischen Staatsbürgerztg.") hingegen mußte anerkannt werden, daß dessen Behauptungen durch nichts bewiesen wurden. Der Artikel in der„ Staatsbürger- Zeitung" enthalte schwere Beleidigungen des Herrn Singer und es sei deshalb dahin erkannt worden, daß der Angeklagte Dopp freizusprechen, bei dem Angeklagten Bachler aber die Berufung zu verwerfen und demselben auch die Kosten des Prozesses für seinen Theil zur Last zu legen. Die Alters: und Zuvalidenversicherung der Arbeiter und unsere Stellung zu derselben. Referent: Herr Gurt Baake. Der Einberufer. Gold- und Silberwaaren zu Fabrikpreisen. Grosse Auswahl goldener Ketten, Armbänder, Kreuze, Medaillens, Broches und Ohrringe, sowie in Golddoublé und Silber. Spezialität: Fabrik massiver Ringe, Lager in goldenen Damen- Uhren, Korallen, Granaten und Silbersachen. Korallenschnüre in den schönsten Farben und grosser Auswahl bei billigster Preisberechnung. Trauringe à Ducaten 11 Mk. Eigene Werkstatt für Neuarbeiten und Reparaturen. Aug. Schulze, Goldarbeiter BERLIN, 35. Kommandantenstr. 35, 1 Treppe. Bitte genau auf Firma und Hausnummer zu achten. 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Broschirt Mt. 2,-. Geb. Mt. 2,50. fr d 10 Das moderne Elend u. die moderne Uebervölkerung. Zur Kenntniß unserer fozialen Entwicklung. Von Mar Schippel. Broschirt Mt. 1,50. Geb. Mf. 2,-. Die II. Serie ist mit einem reichillustrirten Werke von W. Blos, Die französische Revolution, volksthümliche Darstellung der Ereignisse und Zustände in Frankreich von 1789 bis 1804 eröffnet worden. Die Lieferungshefte( 32 Seiten gr. Oftav in Umschlag à 20 Pf.) find Zimmerſtr. 44 zu haben. Hochachtungsvoll J. H. W. Diet' Verlag in Stuttgart. Der Arbeitsnachweis für Schloßer und Berufsgenossen befindet sich im Lokal des Herrn Sodtke, Ritterstraße 123. Kontrolle Abends 8-10 Uhr, Sonntags von 9-11 Uhr Vormittags. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter Weiß- und Bairisch- Bier- Lokal, befindet sich nach wie vor Waldemarſtr. 61 int Frühstück, Mittagtisch nach Auswahl 45Pf. Abendtisch nach Auswahl 30 Pf. Vereins- Zimmer zu vergeben. Herm. Liewald, Mariannenstr. 46. Große öffentliche im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-92 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mit glieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich ſtatt. Die Arbeitsvermittelungs- Kommission. Volksversammlung Arbeitsnachweis für Tischler. für Rixdorf und Umgegend Sonntag, den 16. September, Vormittags 1012 Uhr, im großen Saale( Bal champêtre) ber Neuen Welt, Hasenhaide. Tages- Ordnung: versicherung der Arbeiter. Die Alters- und Invaliden: Der vom Fachverein de. Tischler begründete im Restaurant Schumann. Die Arbeitsvermitte Arbeitsnachweis befindet sich Alte Jakobstr. 38 lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 10 1hr Abends, Sonntags von 9 bis 11 1hr Vormittags. Da fich die vier Staffirer der„ Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, fich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Ar beitsnachweis zu benußen. Der Vorstand. H. Günther, Wilhelmstraße 6. Verein der Sattler Gemüthliches Zusammensein, mit Tanz verbunden. Am Sonntag, 16. September, Abends 6 Uhr, Gratweil's oberer Saal, Kommandantenstr.77/ 79. Möblirte Schlafstelle an 2 anständige Herren à 8 M. zu verm. Böchstr. 13 bei Neddin, Maler. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Referent: Herr Mar Schippel. Der Einberufer. b ft De et 31 D it 2 in K 16 bi fe A C n e 5 11 9 190 S b № 37. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Promenade. Von Karl Henckell. In dieses grünen Parks Revieren Fließt milder Hauch von Baum zu Baum, Die jungen Mädchen gehn spazieren, Das Leben ist ein Liebestraum. An Friedrich Friedrich just ergößt sich Die breite Bonne neben mir, Ein Greis mit braunem Schurzfell setzt sich: Evviva Wurst und Lagerbier! Mit sorgenhaft vergrilltem Blicke Spazierſtockt ein Rentier daher: Auf nichts Verlaß die Welt voll Tücke, Die Kurse sinken mehr und mehr. Ein Dußend Kinder schlingt den Reigen, Der Springbrunn silberne Funken ſpeit, Die Strahlen sprudeln, springen, steigen Dwunderschöne Jugendzeit! Zur Linken schießt in hellen Wellen Der fieselseichte Fluß vorbei ,, Könnt ich wie ihr so sanft zerschellen!" Die Arme starrt und sehnt sich frei. Sie flieht den Strom mit leisem Stöhnen Und gafft den Gecken in's Gesicht; Die Eisenhämmer drüben dröhnen, Der Qualm verschlingt das Sonnenlicht. [ Nachdruck verboten.] Gefärbtes Saar. Berliner Sittenbild. Sonnabend, den 15. September 1888. II. Jahrgang. Mensch, rede die Wahrheit, oder ich schlage Dich Nee, nee!" todt! Was ist mit Dir passirt?" als ein braves, anständiges Mädchen gestorben. So Eine wie die da, nee, das war sie nicht ,, Nee, so Eine war sie nicht," fiel die Alte ein, während der Zipfel ihres Taschentuches gegen die Augen fuhr. , Angeklagte, was ist Ihnen denn?" fragte der Richter plöglich. Jit Ihnen unwohl?... Bringen Sie ein Glas Wasser!" befahl er dem Nuntius. Die Aelteste fiel nieder, brach in Thränen aus und umklammerte die Knie ihrer Mutter. Viktorine wußte alles. Mensch, muß ich das Unglück mit Dir erleben?" Unbarmherzig fiel ihre Faust auf den Kopf des Kindes nieder, dann erhob sie sich wie eine Hyäne und " Hanna war leichenblaß geworden. Wie gebrochen schritt nach dem Korridor. ſtützte sie sich auf die Barrière. Sie wagte nicht den Wo ist dieser Schuft!?" rief sie, fast brüllend. In Blick zu erheben. Drei Worte hätten genügt, um zu sagen, dieser Verfassung hätte sie den Ehrenschänder ihrer Tochter wer sie war; aber auch, um diesen Beiden dort, die sie erdrosselt. " 1 so oft geherzt und geliebkost hatten und die nicht zu Aber sie fand das Nest leer. Schon zu lange hatte glauben vermochten, daß ihre Tochter ein schlechtes Baum seine Mittagszeit ausgedehnt. Leise hatte er die Mädchen geworden, das Herz zu brechen. Sie wollte auf- Wohnung verlassen. Am andern Tage schickte er Geld schreien, aber ihre Kehle war trocken vor Schmerz. Sie und ließ seine Sachen holen. Wer konnte auch wissen, bezwang fich mit übermenschlicher Kraft, um die Dirne" daß so eine Krabbe plaudern würde. weiter zu spielen. Besser ganz im Lafter untergehen, als Die Zeit und die Schmerzen sind vergangen. Alma Vater und Mutter vor ihren Augen zusammenfinken zu Lorenz ist in Hanna Pasch auferstanden und bewohnt fehen. nach wie vor das zweifenstrige separé". Die Frau Sie rührte das Wasser nicht an, machte aber eine Doktor hat ihren Triller wieder gefunden. An Butter, halbe Wendung, um ihren Eltern nicht ins Gesicht schauen Zucker und Syrup mangelt es niemals. Und was Clara zu müssen. betrifft, so zeigt sie die besten Anlagen, nach den Vor„ Es ist Aehnlichkeit vorhanden," sagte der Alte bildern in der Familie, der Prostitution zu verfallen wieder und jedes seiner Worte traf Hanna wie die Spitze diesem Riesenwurm, der an der Fäulniß der Gesellschaft eines Messers. arbeitet. " ,, Aber sie ist es nicht. Nicht d'ran zu denken. Nicht wahr, Alte?" " 1 ,, Aber, Vater, die Stimme," gab sie leise zurück. Es kann doch sein-" Wohin kommt man heute mit der Ehrlichkeit? Schwaße nicht so'n Unsinn," bekam sie ebenso leise zur Antwort. Ein russisches Blatt, der Graschdanin" des Fürsten Der Richter, ein kleines vertrocknetes Männlein, jah Meschtschersky, veröffentlicht einen an die Redaktion gefortwährend nach der Uhr an der Wand, die bereits auf richteten Brief, der in seiner ungeschminkten Sprache eine Drei zeigte. Es war dies die letzte Verhandlung, der ebenso wahre wie furchtbare Anklage gegen die öffent= man die Ausdehnung so viel als möglich abschneiden mußte. lichen Zustände Rußlands aber ebenso gut auch Ueberdies hatte er großen Hunger, und Appetit auf sein anderer Länder- enthält. Wir lassen einen Theil dieses Leibgericht Erbsen mit Pökelfleisch, mit dem seine Frau Briefes folgen: ihn erwartete. Der eine Schöffe zeigte ein kugelrundes Es war im Frühjahr, als endlich der zweite Termin Mondgesicht, in dem die breite Nase wie ein Rubin abgehalten werden sollte. Auch Viktorine hatte eine Vor- glänzte und strahlte. Es war ein Weinhändler, der nicht ladung als Zeugin empfangen. Als Hanna mit ihrer ausgeschlafen zu haben schien, denn hinter der vorgehaltenen Wirthin durch den langen Korridor des Kriminalgerichts- Hand machte sich von Zeit zu Zeit ein leises Gähnen gebäudes in Moabit schritt, glaubte sie plößlich die Kraft bemerkbar. Von Max Kreger. ( Schluß.) zum Weitergehen zu verlieren. Auf einer der Bänke in Demi Der zweite Schöffe war Besizer eines Fuhrgeschäfts. der Nähe des Sitzungsingles fab fie ihre alton torn Er befaß das Geficht eines.Sergeanten, der Infanterie..nd fißen. Der würdige Pasch hatte eine Sturmmüße auf dem Kopfe, die Hände auf den derben Rohrstock gestügt, ziehen, was ihm aber, was die Weisheit betraf, schlecht und blickte ernst vor sich hin. Das runzliche Gesicht der gelang. Seine Hauptbeschäftigung war, die großen dicken weißhaarigen Pafchen aber wurde kaum sichtbar unter der Daumen um einander zu drehen, als wollte er dadurch Krempe eines großen ländlichen Strohhutes. Die gefalteten die Minuten zählen, die er noch zu warten hatte, bis die Stammtischstunde schlug. knöchernen Hände hielten ein blüthenweißes Taschentuch, Der Richter flüsterte Beiden etwas zu, wonach fie wurde. das von Zeit zu Zeit den gerötheten Augen zugeführt sehr überlegen nickten; dann stellte er es dem Ehepaar anMit Mühe mußte Hanna sich aufrecht erhalten. Die heim, zu bleiben oder zu gehen. Das Letztere wurde vorbeiden Alten warfen einen gleichgiltigen Blick auf sie und gezogen. Noch an der Thür wandten sich die Alten um, starrten dann nach wie vor auf den Fußboden. Gewiß warfen einen Blick voller Verachtung auf die Angeklagte vermutheten sie in dieser eleganten„ Dame" nicht ihre und sagten fast zu gleicher Zeit:„ Nee, das ist sie nicht. Tochter. Als Hanna diese Gewißheit hatte, wagte sie sich Nee, nee!" vermögen. Die Verhandlung dauerte nicht lange. Der Amtseinige Schritte weiter, um sich auf die nächste Bank nieder anwalt war jung und schüchtern, der Richter hatte Hunger, zulassen. Sie hätte das Stehen nicht mehr zu ertragen die Schöffen waren müde und durftig; die Angeklagte aber Endlich wurde ihr Name gerufen. Mit wankenden war eines jener gesunkenen Geschöpfe von der Straße, Knieen betrat sie die Anklagebank. Dicht hinter ihr schritten deren moralische Qualifikation man bereits zur Genüge ihre Eltern, denen der Nuntius einen Wink gegeben hatte. fannte. Man brauchte sich also keine Gewissensbisse zu Der Zuschauerraum war stark besetzt. Richter und Schöffen machen. Nur hin und wieder sandte einer der Schöffen verstohlen einen begehrlichen Blick zu der vollen Gestalt waren ältere Herren, der Amtsanwalt ein noch junger der schönen Sünderin hinüber, der man jedenfalls an einem andern Ort viel lieber begegnet wäre. Mann. Der Richter wandte sich sofort an Hanna's Vater: Die Zeugen wurden hereingerufen. Mit ersichtlicher „ Sie sind der Magistratsdiener Pasch aus Soundso Genugthuung vernahmen Richter und Schöffen die mora,, Der bin ich, Herr Richter." in der Uckermart?" ,, Und Sie sind die verehelichte Frau Rathsdiener Karoline Pajch aus derselben Stadt?" „ Ja, Herr Richter, ich bin die Paschen!" Sie sollen Beide hier Auskunft darüber geben, ob die Angeklagte dort Ihre Tochter ist. Sehen Sie sich die selbe ganz genau an. Sie behauptet, es nicht zu sein." Nee, Herr Richter, das ist sie nicht!" erwiderte der Alte sofort. ,, Unsere Hanna ist brünett," fiel die Alte zu gleicher Zeit ein. ,, Nun, das müssen Sie allerdings am besten wissen. Sehen Sie sich nur jetzt dorthin auf die Zeugenbank, ich werde Sie nachher noch einmal fragen." " lischen Entrüstungsworte des dicken Herrn", der in seinem Aeußern einen so vortrefflichen, friedliebenden und wohlgenährten Eindruck machte. Der Nachtwächter mußte jezt zugeben, sich geirrt zu haben. Viktorine wurde erst gar nicht vereidigt, was ihr übrigens außerordentlich angenehm war. Der Richter sah wieder nach der Uhr, hörte den Amtsanwalt mit großer Unruhe an, raunte den Schöffen ein paar Worte zu, zog sich dann mit ihnen zurück, um nachzusehen, ob das Berathungszimmer noch vorhanden sei, und kam dann mit den treuen Gefährten wieder nach vorn, um das Urtheil zu fällen. Man bedurfte nicht vieler Worte, denn die Uhr war bereits halb Vier. Ich wende mich an Sie, weil ich gehört und gelesen habe, daß Sie sich nicht nur staatliche oder gesellschaftliche Interessen, sondern auch die Sorgen der einzelnen Menschen angelegen sein lassen. Meine Lage ist verzweifelt- im wirklichen Sinne des Wortes, moralisch und seelisch ver= zweifelt. FALLL Ich bin zur Ueberzeugung gelangt, daß es nicht lohnt, ein ehrlicher Mensch zu sein, und daß heut zu Tage die Begriffe Ehrlichkeit und Dummheit sich nicht nur Anfangstermin den Tag rechne, an dem ich die Universität verließ. Dabei verstehe ich unter„ Ehrlichkeit" nicht die Unmöglichkeit, zu stehlen, sondern die Unmöglichkeit, in großen und fleinen Dingen zu meinem Vortheil und anderen zum Schaden mein Gewissen zu zwingen. Und nun nach 11 Jahren des Lebens und des Dienstes bin ich zur Ueberzeugung gelangt, daß ich nur deshalb nicht vorwärts gekommen bin troß meiner idealen Lebensziele, weil ich so unverzeihlich dumm war, ehrlich zu sein. Wenn ich unbegabt oder stumpfsinnig wäre, würde ich nicht flagen, aber ich rechte mit dem Schicksal, weil meine Gaben durchaus nicht geringer sind, als die dreier Kameraden, welche heute angesehene Stellungen einnehmen und gute Einnahmen beziehen, obgleich über jeden von ihnen eine Reihe schmußiger Geschichten im Geheimformular eingetragen ist. Das alles hätte nichts zu bedeuten, wenn ich nicht im Laufe dieser 11 Jahre von allen Leuten- es waren aber viele zu hören bekommen hätte, daß es nicht darauf an= komme, ob jemand ehrlich, sondern ob er raschen Entschlusses und geschickt sei und daß nicht darin das Unglück zu suchen sei, daß jemand stiehlt oder Staatsinteressen verkauft, sondern darin, daß er eines oder das andere ungeschickt macht. Solche Neden habe ich über hundertmal in dieser kurzen Zeit gehört, und ich lüge nicht, wenn ich sage, daß ich die Anwendung dieser Grundsäge mehr als fünfzigmal beobachten konnte Nun, und was weiter? fragen Sie... Nun, bisher stand ich allein, konnte mich mit wenigem durchbringen und über die ungerechte Welt schelten. Jetzt will ich aber heirathen, so daß bald ein zweites und mehr Leben in jeder Hinsicht von mir abhängen werden... d. h. auch andere und zwar Personen, die ich mehr liebe als mich selbst, werden durch meine Dummheit zu leiden haben. Das ist der Grund, weshalb ich mich mit wichtigen moralischen Fragen an Sie wende, mit Fragen, die für mich so wichtig sind, daß ich bitte, sie wohl zu überlegen. Erste Frage: Da ich mich überzeugt habe, daß Ehrlichfeit eine Dummheit ist und die Erhöhung des irdischen Genusses hindert soll ich, auch wenn ich heirathe, ein ehrlicher Mann bleiben auf die Gefahr hin, daß meine Frau und meine Kinder mitdulden oder soll ich ein Kompromiß mit meinem Gewissen schließen und aufhören, ehrlich zu sein? Noch wichtiger ist für mich die zweite Frage: Soll ich meine Kinder zu ehrlichen Leuten erziehen, oder ist es nicht vielmehr beffer, ihnen bequemere Begriffe beizubringen, die ihnen viele Leiden ersparen und sie vielleicht vor einer aussichtslosen Lebensstellung bewahren? Es ist ja möglich, daß sie nicht starf genug sind, die Folgen der Ehrlichkeit zu ertragen. Habe ich ein Recht, die Kinder so zu erziehen, daß ihr geistiges Leben im Widerspruch steht mit der realen Welt und mit der Natur der ungeheueren Mehrzahl der Menschen? Oder endlich, soll ich gar nicht heirathen? Alma Lorenz recte Hanna Pasch konnte ihre neunte , Sie sind die unverehelichte Alma Lorenz?" wandte vierwöchentliche Strafe antreten, um fern von Madrid", er sich dann an Hanna und fügte einige formelle Dinge über ihr Schicksal nachzudenken. Als Viktorine nach Hause kam und mit ihrem hinzu. Hanna nickte. Der Richter forderte sie auf, zu sprechen und nicht zu nicken, worauf sie ein vernehmliches Schlüssel die Korridorthür öffnete, sah sie ihre Aelteste mit " Ja" jagte. hochgerötheten Wangen und zerzaustem Haare aus dem Vor acht Tagen hatte „ Sie sind bereits achtmal bestraft, und zwar wegen ,, einfenstrigen" herauskommen. groben Unjugs, Beamtenbeleidigung, Widerstands gegen man Claras sechszehnten Geburtstag gefeiert. Eine schreckDer Herausgeber des russischen Blattes umgeht zu= die Staatsgewalt und Sittenfontravention. Ist das liche Ahnung dämmerte bei der Frau Doktor" auf, die richtig?" erste aufrichtige, die sie seit langer Zeit empfand. Sie nächst die Beantwortung dieser Frage, die er sehr ,, inpackte ihre Tochter am Arm und zerrte sie in das hintere teressant und fißlich" findet. Bimmer. " Ja," klang es wieder zurück. ,, Nee, Herr Präsident, das ist mein Kind nicht," sagte der alte Nathsdiener aufs Neue, und zwar so energisch, daß der ganze Gerichtshof aufblickte.„ Unsere Tochter ist „ Ist unser„ Herr" hier?" Keine Antwort. Was soll ich thun antworten Sie wie ein ehrlicher Mann! Und figlich ist sie in der That für die Vertreter der heutigen gesellschaftlichen Ordnung" oder richtiger Unordnung. Denn wer wollte leugnen, daß unter den heutigen Verhältnissen die Ehrlichkeit zu kurz und der wieder mehr zu leisten geglückt ist. Es ist eben eine[ ,, echte" Façaden bevorzugt aus Ziegel oder Sandstein, es Eigennuß und die Gewissenlosigkeit oben auf fommt? fapitalistische Lüge, wenn behauptet wird, bei ist also trop sehr erheblicher Steigerung der Bauthätigkeit Wer seine Nebenmenschen am rücksichtslosesten ausnußt, der Affordarbeit wird der Arbeiter nach seiner ein merflich höherer Bedarf an Kolonnen- Affordarbeitern wer ihnen die geringsten Löhne zahlt, wer sie die längste Leistung bezahlt. Die Affordarbeit ist nur eine Arbeits( Bußern) nicht eingetreten. Es möchte eher ein Rückgang Zeit in das Joch der Arbeit spannt, wer nicht davor art, um für denselben Kopf- und Zeitlohn mehr Leistung der Nachfrage vorhanden sein. zurückschreckt, die zarte Kraft der Weiber und Kinder von dem Arbeiter zu erhalten, mit einer fleinen Prämie Anders ist es in Hamburg der Fall. Dort hat immer stärker heranzuziehen, wer sich am besten auf jede für diejenigen verbunden, die durch Ucberhaften oder man sich leider seit Mitte der siebziger Jahre fast widerArt von verlogener Reklame und Prellerei versteht der durch körperliche Neberarbeitung es ermöglichen, diese Aus- standslos die Akkordarbeit aufdrängen lassen und hat nicht ist auf wirthschaftlichem Gebiete der Mann der Erfolge, nußung der Arbeiter fortzusehen und noch zu steigern. die wirthschaftliche Einsicht besessen, ihre Schädlichkeit stark sein Nebenbuhler aber, der die Menschenliebe und die Es ist, wenige Gewerbe und außerordentliche Um- genug zu erkennen. Es kam das daher, weil nach einer Ehrlichkeit noch nicht lediglich für einen eitlen Wahn hält, stände ausgenommen, also ein wirthschaftlicher Widerspruch, Zeit tiefen Darniederliegens der Bauthätigkeit in Hamburg erliegt im Konkurrenzkampfe. Und so ist es auf politischem wenn Arbeiter für die Affordarbeit eintreten oder fie etwa gleichzeitig mit der Einführung der Affordarbeit oder Gebiete ganz ähnlich, wo das zu allem fähige Streberthum nicht zu beseitigen streben, wenn die Gelegenheit dazu bald danach eine starke Steigerung der Bauthätigkeit den Sieg davonträgt, der selbstbewußte, freidenkende Mann günstig ist. Dieser Widerspruch entsteht hier aus wirth- eintrat. Man verwechselte die Ursachen und war nur zu aber sich sehr rasch unmöglich macht. schaftlicher Einsichtslosigkeit, die den Nußen von geneigt, die daraus sich ergebende Verbesserung der Lohnheute nicht gegen den Schaden von morgen abwägen kann. verhältnisse der Affordarbeit und der sie begleitenden Es liegt ganz in der folgerichtigen Durchbildung des Organisation zuzuschreiben. Die Unternehmer erhielten Systemes unserer heutigen Wirthschaft, wenn die Unter- durch die Akkordarbeit billigere Arbeit, als sie ohne dieselbe nehmer für die Affordarbeit eintreten. Denn die wider erreicht hätten, und die Arbeiter einen etwas höheren Lohn, streitenden Interessen der Arbeiter und Unternehmer kommen der aber natürlich den noch höheren Leistungen nicht ent= hierbei zum ganz natürlichen Ausdruck. sprach. Es schien da die Harmonie zwischen Kapital und Arbeit aufgebaut. Das muß heute so sein, und das wird sich erst ändern, wenn eine neue Grundlage unseres ganzen Lebens geschaffen ist, auf der allein die guten Eigenschaften des Menschen gedeihen können, während sie heute verfümmern und ganz zu Grunde gehen, weil sie nur Noth und Thränen für ihren Besiger nach sich ziehen. Der oben angeführte Brief enthält weniger eine Anklage gegen die Einzelnen, welche durch die ganzen Verhältnisse unehrlich geworden sind, sondern gegen das ganze heutige System, welches gleichsam auf den Eigen nutz und die Gewissenlosigkeit eine Prämie und auf die Gutmüthigkeit und Anständigkeit eine Strafe gesezt hat. Wirthschaftliche Widersprüche. * * * Diese ist nun aber gestört worden. Ganz plöglich erfahren wir durch einige Zeitungen: die Hamburger Bauinnung will die Akkord= arbeit der Maurer beseitigen. Nun kann aber doch ein Ausnahmefall eintreten, in welchem auch die Unternehmer einen Vortheil darin sehen können, die Affordarbeit zu beseitigen. Wir wollen hier nicht von dem Umstande sprechen, der z. B. viele SteinDas wird vielen ein unlöslicher wirthschaftlicher metzmeister dazu bringt, die Akkordarbeit zu beseitigen. Widerspruch zu sein scheinen. Denn daß die Innung Diese fürchten die ewigen Streitigkeiten, welche bei der dies im Interesse der Arbeiter fordert, diese Annahme Abrechnung der Affordarbeit nothwendig entstehen, wegen ist ohne Zweifel gänzlich ausgeschlossen. Die Gründe, der schwierigen Abnahme der gefertigten Arbeit, und weil welche die betreffende Junungskommission angiebt, lassen Wenn die Arbeiter in manchen Gewerken ver- gerade die tüchtigeren und sauber arbeitenden Steinmeßen über den Grad der Arbeiterfreundlichkeit der Herren auch langen, es soll die Akkordarbeit beseitigt werden, es bei der Affordarbeit den Pfuschern gegenüber zu kurz im nicht den leisesten Zweifel. solle ein Lohnsystem mit Stundenlohn oder Wochenlohn, Lohne kommen, was ein billig denkender Unternehmer sehr Wer aber unsere Ausführungen über die Kolonnenje nach Art des Gewerbes, eingeführt werden, dann er bald gewahr werden und was in ihm den Entschluß reifen Akkordarbeit begriffen hat, und wem der Umstand bekannt halten sie aus dem Lager ihrer Gegner stets die Antwort: muß, mit der ganzen Akkordarbeit zu brechen. Auch haben ist, daß in Hamburg augenblicklich der Zollanschluß die Akkordarbeit, der Stücklohn wäre für die Arbeiter wir nicht die Fälle im Auge, in welcher ein gewissenhafter unmittelbar bevorsteht und die sehr umfangreiche Bauebenso vortheilhaft als für die Unternehmer. Diese Art Unternehmer ein Stück Arbeit, das besondere Sorgfalt in thätigkeit, die derselbe veranlaßt hat, gegen das Ende der Entlohnung mache es unmöglich, daß ein jeder Arbeiter der Ausführung erforders, nicht in Afford machen läßt, dieser Zeit sich ganz fieberhaft steigern muß, wie dies bei nach Leistung bezahlt und daß auch schwächere Arbeiter um die Arbeiter nicht zum Pfuschen zu verleiten. Nein, den nothwendig schlechten Dispositionen unserer heutigen beschäftigt werden können. Wer gegen die Affordarbeit die Akkordarbeit als Kolonnenarbeit kann, ohne ihre Schäd- anarchistischen Wirthschaftsweise ganz selbstverständlich ist, auftritt, der wolle, daß die Faulen von den Fleißigen lichkeit für die Arbeiter im Allgemeinen zu verlieren, auch der wird begreifen, wie die Meister jetzt die Kehrseite ihre Schärfe gegen die Unternehmer kehren. der Affordarbeit auch zu kosten bekommen. Dieselbe ver= Auf aufgeklärte Arbeiter macht diese Beweisführung Die Kolonnenarbeit als Affordarbeit kann bei schwerer hindert sie augenblicklich, eine große Schaar Böhmen und freilich keinen Eindruck. Sie wissen, daß die Behauptung Arbeit, wie wir schon hörten, nur ganz besonders kräftige Bollacken heranzuziehen, weil diese sich mit ihrer schwachen Affordarbeit ist Mordarbeit!" überall wahr ist, wenn und möglichst gleichkräftige Arbeiter verwenden. auch freilich die Schädlichkeiten derselben nicht überall schicht alle schwacken Arbeiter ganz ohne Erbarmen ab Leistung in die Kolonnen nicht einreihen lassen. Deshalb find hier Innungsmeister plötzlich Feinde der Akkord= gleich stark hervortreten, daß aber gerade in den Gewerken, und öffnet ihnen die Reihen der Kolonnen nicht. Wenn Wenn arbeit geworden. in welchen die Art der Arbeit Kolonnenarbeit nöthig sich die Affordarbeit an einem Ort in diesem Sinne ausEs bringt das neue Jahr uns neue Lieder. Der macht, die Affordarbeit eine ganz ungeheure Ausnugung gebildet und organisirt hat, so ist es bei eintretendem Andrang der Arbeit durch den Zollanschluß wird sich verder Arbeiter herbeiführt, und die schwächeren Arbeiter gesteigertem Bedarf an Arbeitern ganz ungemein schwer, laufen, dann werden die Herren Innungsmeister wieder vollkommen ausschließt. Es geben die stärkeren Arbeiler die Zahl derselben zu vermehren. Es fehlt dazu das für den Segen der Affordarbeit schwärmen und sich der den Schritt an, in dem gearbeitet werden muß, und alle in die örtliche Arbeitsmethode gehörig eingeübte und Abschaffung derselben nach Kräften widersetzen. Der Tiniffeir ausgenbßen werden, weft y vidareineen sedröristentwich zibingeit, te mülvérisértyiges Material at ansye wagenblick zur Definigung verferden in pamburg, und ihren Verdienst vermindern. Die Affordpreise sind zunehmen. Die schwächeren Arbeiter als besondere vielleicht schon verpaßt worden, wenigstens dauert dieſe wo sich die Sache ohne großen Kampf gemacht hätte, ist aber sehr bald so gesetzt, daß nur bei voller Ausnutung Kolonnen zu organisiren, geht auch nur in wenigen gute Gelegenheit nicht mehr lange. Es gehört aber freilich ihrer Kraft die stärksten Arbeiter etwas mehr verdienen, Fällen. Es gehört dazu, daß die Kolonnen dauernd ver- eine mehr als voraussetzbare Einsicht der großen Mehrheit als der gewöhnliche Tagelohn beträgt, obgleich sie das bunden bleiben können und ausreichend Beschäftigung das der dortigen Maurer im Großen und Ganzen dazu, wenn Doppelte etwa leisten, was im Tagelohn ein normaler Jahr hindurch für den ganzen Verband vorhanden ist. man annehmen soll, sie werden die Gelegenheit zur AbDies trifft z. B. bei Erdarbeiten zu, wo man denn auch mit erhalten werden sollen. Arbeiter leisten würde. nicht man Ste Es liegt in diesem Umstande aber gerade und ledig- Kolonnen von der verschiedensten Leistungsfähigkeit und schaffung der Akkordarbeit jest ergreifen, wo sie ihnen lich der Vortheil für den Unternehmer. Er erhält mit dem verschiedensten Verdienst, der häufig so niedrig bringt, wenn sie auch der Gesammtheit der deutschen augenscheinlich für ihren engeren Kreis Vortheile die Arbeit um 30 bis 50 Prozent, billiger in Affordarbeit ist, daß eben nur die sogenannten„ billigen" Arbeiter dabei Maurer nach wie vor schädlich ist. Der persönliche Vorals in Tagelohn hergestellt. Der Arbeiter wird höher ihr bedürfnißloses Dasein hinfristen können, neben einander theil und der Eigennuß sind gewaltige Fürsprecher für ausgenutzt, die Zahl der beschäftigungslosen Arbeiter wird arbeiten. durch die Affordarbeiter um 30 bis 50 Prozent der Zahl Wo die Kolonnen mehrfach im Jahre sich neu bilden, Aber der wirthschaftliche Widerspruch hat sich gelöst. eine wenn auch schlechte Sache, da hoffen wir wenig. vermehrt, die bei Tagelohnarbeit Beschäftigung finden nach Bedürfniß verstärkt und vermindert werden müssen, müssen, um dieselbe Arbeitsmenge herzustellen. Dadurch um sich bald wieder ganz oder theilweise aufzulösen und wird wieder ein weiteres Herabdrücken der Löhne möglich, sich neu zusammen zu setzen, ist das Zusammenwirken von so daß es nothwendig dahin kommen muß, daß am Ende erheblich verschiedenen leistungsfähigen Arbeitern am selben spruch selbst der stärkste Affordarbeiter nicht mehr über den Drt nicht gut erreichbar. Es ist also in solchem Falle 1. niedrigsten Tagelohnjat gelangen kann. für die Unternehmer bei einer schnellen Steigerung der * * Einen ähnlichen scheinbaren wirthschaftlichen Widerfanden wir in dem Leipziger Tageblatt vom September in der Handelsbeilage berührt: Die Sticker( Unternehmer) in Plauen i. V. Dazu kommt für den Arbeiter als sehr hoch anzu- Nachfrage nach Arbeitern leicht eine merkliche Unbequem- wollen die Löhne der Sticker( Arbeiter) ' schlagende Schädlichkeit noch die Ueberarbeitung, die lichkeit und Behinderung durch die Akkordarbeit vorhanden. erhöhen, um konkurrenzfähiger zu werden. die Affordarbeit herbeiführt, so daß der Arbeiter durch Wir haben das in Berlin gesehen bei dem Bedarf Ist das nicht gegen alle modern- reaktionäre WirthWuchten", Wühlen",„ Schuften", wie im Handwerks- an Steinträgern, die ihre Arbeit leider als eine der schaftstheorie? Da steht doch fest, daß wir nur durch ausdruck dieses überhaftete Arbeiten genannt wird, seine aufreibendsten Affordarbeiten in Kolonnen betreiben. Es niedrige Löhne konkurrenzfähig sein können. Körperkräfte früh verwüstet, dann, um sich anzuspornen, führte hier zu dem Versuche mit allerlei Hebemaschinen, Groschen Lohnzulage schädigt den Nationalwohlstand", Jeder zur Schnapsflasche greift, um seinen Körper vollends zu die freilich noch alle im höchsten Grade unvollkommen sind das ist uns doch in allen nur irgend möglichen Thonarten Grunde zu richten, und daß das Loos des Akkordarbeiters, und unter den gewöhnlichen Verhältnissen durchaus nicht vorgesungen, vorgesprochen, vorgeschrieben, vorgeorakelt wor besonders wenn er als Kolonnenarbeiter schwere und an- billiger arbeiten als die Steinträger, ja die mit diesen den und nun erklären diefe Plauener Sticker- Unternehmer, strengende Arbeit zu verrichten hat, nach kurzer Jugend nur gleich billig arbeiten können durch eine ganz unzu- die Löhne müssen erhöht werden, um den Schleuderpreisen ein frühes Alter mit gebrechlichem und verwüstetem Körper, längliche Löhnung der bei den Maschinen beschäftigten des Auslandes" entgegenzutreten. Wie verhält sich das? schließlich ein früher Tod ist. Arbeiter. Aber die Maschinen haben es möglich gemacht, Wir sind leider durch äußere Umstände verhindert, Wenn trotzdem die Affordarbeit bei den Arbeitern weniger kräftige Arbeiter anzustellen, als die Steinträger den Artikel des Leipziger Tageblattes im Wortlaut anzu= Vertheidiger und Liebhaber findet, so ist in der Regel die es sein mußten, um bei den Berliner Akkordlöhnen noch geben, was er sehr verdient hätte. Wir können ihn nur Einsichtslosigkeit derselben dafür verantwortlich zu auskömmlichen, der Arbeit ,, entsprechenden" Verdienst zu haben. dem Sinne nach darlegen. machen. Der junge, kräftige Arbeiter ist stolz darauf, etwas Die Steinträger haben weniger die Verbilligung ihrer Die Sache liegt so: Schweizer Fabrikanten benußen mehr zu erarbeiten, als seine schwächeren Mitarbeiter. Arbeit durch die heutigen Maschinen zu befürchten, als die durch die Plauener Industriellen in bekanntem, kaum Er fühlt sich diesen überlegen und glaubt auf sie herab- den Umstand, daß die eintretende Konkurrenz der schwächeren glaublichen Maße herabgedrückten Löhne, um aus der sehen zu können. Außerdem befizen heute leider nur Arbeiter ihnen Arbeitsgelegenheit raubt. wenige Arbeiter die wirthschaftliche Einsicht, um den Schweiz Stoffe nach der Plauener Gegend zu bringen, und Bei der Kolonnenarbeit der Maurer, die ebenso sie bestickt wieder auszuführen. Solchen Verkehr, in welchem Schaden der Affordarbeit ganz zu übersehen. Sie sehen verwerflich und schädlich ist, die ebenso nur für ganz starke ein Stoff über die Zollgrenze eingeführt und nachdem er nur die Gegenwart und nicht die Zukunft. Sie bemerken und sehr geschickte Arbeiter, die in der ortsüblichen Arbeits- durch Arbeit werthvoller gemacht, veredelt ist, von dem nicht, wie die Affordarbeit nur eine für sie viel schlechtere art eingearbeitet sind, den Wettbewerb möglich macht, liegt selben, der ihn einführte, wieder zurück ausgeführt wird, Form ist, um sie doch nach Zeit zu lohnen, indem die Sache ebenso. Berlin kennt die Affordarbeit bei den nennt man Veredelungsverkehr". Er ist vielfach zollfrei. man die Affordpreise, die Stücklöhne sofort herabseßt, Maurern als durchgeführtes System nur bei den Er kommt an unserer österreichischen und schweizerischen wenn der Arbeiter bei ihnen in einer gewissen Zeit, in Pußern, die die Façaden und den inneren Wandputz Grenze ziemlich ausgedehnt vor. einer Woche oder einem Monat, nach Annahme des Unter- herstellen. Dieselben haben sich deshalb von den übrigen und nach drüben Kattune und andere Stoffe und dergleichen Es werden nach hüben nehmers zu viel verdient hat, d. H. wenn durch der Arbeiter Maurern vollständig abgesondert, da sie mit ihnen nicht hingeschickt, um, bedruckt und gefärbt, zollfrei wieder zurück Anstrengung er etwas mehr verdient hat, als nach den mehr gemeinsame Interessen haben. Wenn hier nicht für zu kommen und dann in den Handel zu gehen. Auch ortsüblichen Gewohnheiten zum Leben gerade nothwendig die Unternehmer eine Behinderung entstanden ist bei der mit anderen Waaren geschieht das. ist. Der Arbeiter murrt zwar jedesmal bei solch ein sehr gesteigerten Bauthätigkeit in Berlin, so liegt es daran, tretendem Abzuge, aber er schuftet noch in erhöhtem Maße daß die heutige Mode in der Baukunft sich mehr und als bei uns, wo die Materialien durch Schutzölle ganz Nun sind in der Schweiz die Stoffe bedeutend billiger weiter, um einen neuen Abzug vorzubereiten, wenn ihm mehr von den gepußten Façaden abwendet, und sogenannte riesig vertheuert sind. Der schweizer Fabrikant kann alſo " bei Plauen von den Plauener Arbeitern billigere Stickereien herstellen lassen und dann nach Frankreich, England, Amerika liefern, als der Fabrikant in Plauen dieselbe Waare liefern kann. welche die Arbeiter schützen gegen die Ausbeutung der Kapitalisten. gramm aus. Und so ist es in jedem Lande! Wenn wir unsere b) Alsdann sollen die Fachvercine übereinstimmend hiermit, Augen auf unsre internationalen Kräfte richten, auf die bei jeder Gelegenheit das behandeln, was von Bedeutung Handvoll der wirklich zielbewußten, zum Handeln Entfür die Arbeiter ist, ob es nun sozial- ökonomischen oder schlossenen, auf das kleine Häuflein derjenigen, die wirklich Wird die fertige Stickerei in unser mit Schutzöllen politischen Charakters ist. unabhängig und von allen Nassen- und Klassen- Vorgesegnetes Vaterland als fertige Waare wieder eingeführt, c) Endlich muß man bekennen, daß die privatkapitalistische urtheilen frei sind, müssen wir nicht dahin kommen, Produktionsweise ein ständiges Hinderniß ist, das Glück so tritt der Zoll freilich in Kraft, aber es geht der Streit und die Zufriedenheit im allgemeinen zu fördern. bescheiden zu sein? dahin, wer kann den Engländern, Franzosen und Der Kongreß spricht sich daher für das sozialistische Pro- Folgt daraus aber etwa, daß wir Grund hätten, zu Amerikanern ihr Leben auf Kosten der heimischen verzweifeln und den Kampf aufzugeben? Nein, gewiß Arbeiter so angenehm als möglich machen? Da Der Schneiderfachverein von Stockholm hielt folgende nicht! Aber es ist nothwendig, daß man die Lage genau schlägt der schweizer Fabrikant den Plauener durch des Anfrage: Hat es Einfluß auf die Arbeitslöhne, daß Staat überschaue, daß man nicht in's Ungewisse hinein den legteren eigene Landsleute. und Kommune ihre Arbeiten auf Submission ausgeben? politisch- wirthschaftlichen Kampf beginne, und daß man seine Deshalb sind die Plauener Sticker- Unternehmer plötz- In der Diskussion wurde erörtert, daß die Arbeiter dadurch Taktik nur den verfügbaren Mitteln entsprechend einrichte! lich Schwärmer für hohe Löhne geworden. Sie ausgebeutet würden, daß die öffentlichen Arbeiten den Darum schreiben wir auch diese Zeilen. Wenn man wollen den Stickerlohn so hoch stellen, wie in der Schweiz, Mindestfordernden übergeben werden und in Folge dieser fie anders auslegen wollte, so hieße das, der Wahrheit nur mit Abzug des Schutzollbetrages, der ihnen das Schmußkonkurrenz bekommt der Arbeiter einen Lohn, mit widerstreiten und die Ansicht des Schreibers verdrehen. Rohmaterial vertheuert. Sie sagen offen, so hoch wie die dem es unmöglich ist zu leben. Folgende Resolution wurde Schließlich werden auch die kleinen wirthschaftlichen Kämpfe, schweizer Löhne können wir den Lohn der hiesigen Sticker angenommen: die heute durch die Streiks ausgefochten werden, damit Werden öffentliche Arbeiten auf Submission ausgegeben, enden, daß sie selbst dem Widerspenstigsten zeigen, wie nicht stellen, denn dann wären unsere Waaren wieder um den ganzen Schutzoll theurer. Den Zoll müssen so wird in Folge deffen der Arbeitsloh niedergedrückt, der enden, daß Arbeiter dadurch ausgesaugt. Der Kongreß soll dahin nothwendig ein gewerkschaftlicher und politischer unsere Arbeiter tragen. streben, daß die Arbeiten des Staats und der Kommune Zusammenschluß aller Arbeitenden ist. Alles wirkt heute ausgeführt werden von Fachvereinen jedenfalls ohne Zwischen- auf diese Erkenntniß hin, fast in allen Ländern haben sich händler und unter Festsetzung eines Minimallohnes. die Arbeiter zu einer besonderen Partei zusammenEs löst sich hiermit unschwer die Frage, die einst von Heuchlerischen und lügnerischen Volkswirthen aufgeworfen wurde: Wer trägt den Schußzzoll? Wir sehen hier offen ausgesprochen: der heimische Arbeiter des geschützten Landes. Das ist auch für die anderen Fälle in der Regel ebenso richtig. * * * Eine kräftige Organisation der Fachvereine soll dahin wirken, daß der Arbeitslohn in die Höhe kommt, damit geschlossen und auf ihren Kongressen entwerfen sie die ersten und unumgänglich nöthigen Grundlinien zu dem der Arbeiter ein menschenwürdiges Dasein führt. Sodann kam es zur Frage der Streifs. Herr großen vereinigten Werk für das Proletariat aller Länder. Ein Jahr trennt uns nur noch von den großen Jensen( Kopenhagen) führte aus, daß die Streits in sehr Arbeiter- Kongressen des Jahres 1889. Nüßen wir vielen Fällen zum Nachtheil der Arbeiter ausfallen, man diese Zeit aus, um unsere Kräfte zu verstärken, um das Wir hielten es für interessant, unseren Lefern zu möchte nur im äußersten Nothfalle, jedoch mit der größten Joch der Gleichgiltigkeit abzuschütteln, welches auf vielen zeigen, unter welchen Umständen Arbeiter für Akkord- Vorsichtigkeit streiken. Viele Redner äußerten sich im unserer Brüder der Arbeit noch lastet. Richten wir den arbeit, Innungsmeister für Aufhebung der Afford- Sinne des Referenten und empfahlen die Errichtung von Muth auf, wo er gesunken ist. Verstärken wir unsere arbeit und wiederum profisüchtige Unternehmer für Produktivgenossenschaften. Andere sprachen für Errichtung Organisation, erörtern wir die Forderungen, welche alle Erhöhung der Löhne sein können. von Schiedsämtern. Verschiedene Resolutionen wurden vor: Sozialisten vertreten sollen, die von allen Enden der Welt Wenn aus Unternehmerkreisen ähnliche andere ,, Wohl- geschlagen und zulegt folgende gegen 8 Stimmen an herbeikommen werden, um den Bund der Leibeigenen des thaten" für die Arbeiter ersonnen werden, so wird man genommen. modernen Kapitalismus zu besiegeln! denselben Hintergrund antreffen, ob diese Wohlthaten" Der Kongreß spricht seine Ansicht dahin aus, daß ein Streif nicht eher erklärt wird, bis die Arbeiter ordentlich nun Jnnungseinrichtungen, Sparkassen, Konsumvereine, In Vorstehendem glauben wir gezeigt zu haben, daß organisirt in Fachvereinen sind, und erst wenn alle fried- die Schönfärberei unsere Sache nicht ist. Aber wir sind Häuserbauvereine, Krankenkassen oder sonst wie heißen. Lichen Mittel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vergebens auch nicht weniger überzeugt, daß, wenn wir nur energisch Es ist immer derselbe Faden, der besteht aus Eigennut find. Alsdann werden die Fachvereine den Streif nach die Hände rühren, und wenn keine verhängnißvollen Erund Profitsucht. Für die Arbeiter kommt dabei kein Segen heraus. Der zweite skandinavische GewerkschaftsKongres in Kopenhagen.*) I. Kräften unterstützen. Wie ist ein Streit am besten zu organisiren und wie eignisse dazwischen treten, niemals ein gewaltigerer Vorist eine gemeinsame Streikkasse für die Arbeiter Stan- stoß zu Gunsten unserer Sache unternommen werden kann, dinaviens zu gründen? Zu dieser Frage wurde vor- wie gerade vor den Kongressen und durch dieselben. Komme geschlagen, einen Wochenbeitrag zu erheben. Knudsen es, wie es wolle, die Augen der Arbeiter werden, sich öffnen, ( Stopenhagen) führte aus, daß dieser Vorschlag unmöglich und mit uns werden sie dafür eintreten, daß ihre Hebung auszuführen sei. Eine kräftige Organisation wurde ange- und Befreiung nur durch ihre eigene Kraft zu er= rathen und Hurop( Kopenhagen) schlug vor, daß die Kasse warten ist! am besten zu erlangen wäre durch lokale Fachverbände. Vom 16.- 19. August tagte in Kopenhagen der Hansen( Stockholm) sprach für zentralisirte Verbände im zweite Kongreß sämmtlicher Fachvereine von Dänemark, Schweden und Norwegen. Gewerbe. Folgende Resolution wurde angenommen: vereinen. Sammelt Euch! Unter dieser Ueberschrift lesen wir in dem Fachblatt Der Gerber": Der Kongreß fann sich nicht für die Errichtung einer Es waren anwesend 16 Delegirte von 21 Fachvereinen gemeinsamen Streiffasse erklären, jedoch für Fachverbände aus Schweden, 6 Delegirte von 10 Fachvereinen aus und ein organisirtes Zusammenarbeiten zwischen den FachWenn man etwas erreichen will, muß man eine Norwegen, 36 Delegirte von 37 Fachvereinen aus den Der Fachverein der Maurer in Malmö stellte den Kraft dahinter seßen. Es ist nicht genug gethan, daß dänischen Provinzen und 75 Delegirte von 51 Fach- Antrag, das Akkordsystem abzuschaffen. Viele Redner man fromme Wünsche äußert, sich für irgend etwas invereinen aus Kopenhagen selbst. Zusammen 133 Delegirte, sprachen sich dafür aus mit dem Zusay, den Arbeitslohn teressirt, sondern es muß, da es einem nicht auf dem welche 120 Fachvereine vertraten. am Freitag auszuzahlen. Ein Resolution wurde ange- Präsentirteller entgegengebracht wird, erkämpft werden. Maler Jensen aus Kopenhagen eröffnete im Namen nommen, daß die Fachvereine dahin streben sollen, die Aber auf welche Weise? Indem der Einzelne ins Feuer des Kongreßkomitees die Versammlung im Versammlungs- Affordarbeit abzuschaffen und dafür Stundenlohn einzugeht und gleich dem Schweizer Winkelried sozusagen die gebäude der dänischen Sozialdemokraten. Der große Ver- führen und Bezahlung am Freitag. sammlungssaal war reich geschmückt mit rothen Fahnen Spieße des Feindes in seine Brust treibt, um den Anderen und mit Schildern von sämmtlichen Gewerksgenossenschaften. eine Gasse zu bahnen? Das wäre freilich sehr heroisch, Herr Jensen hieß alle Delegirte von auswärts herzlich wenn es sich dabei auch nicht um richtige Spieße handelt, willkommen und dankte für den zahlreichen Besuch. Er sondern darum, daß man aus der Arbeit geworfen, mit hob unter anderem hervor, daß dieser Kongreß, welcher ( Nach einem französischen Arbeiterblatt.) jammt seiner Familie auf die Straße gesetzt wird, wobei zusammengetreten sei, die Beschlüsse, welche hier gefaßt man ruhig zusehen kann, ob diejenigen, denen man den Angesichts der vielen Streiks, deren Rückwirkungen sich Weg bahute, auch erkenntlich dafür sind. werden, voll und ganz durchführen müsse, damit er frucht überall fühlbar machen und deren Dauer eine ununterbringend werde für alle fachgewerklichen Organisationen brochene zu sein scheint, angesichts des offenkundigen Uebel- zelne Arbeiter ist in dem Befreiungskampfe der Arbeit Nein, darum handelt es sich heute nicht. Der einin diesen drei Ländern, damit alle Arbeiter endlich einmal wollens der Kapitalisten, die jedes Zugeständniß, jede Ver- völlig machtlos. im Stande seien, ihre Lage zu verbessern. In diesem minderung der erdrückenden Abgaben", welche sie den Saal, wo wir Vertreter der Fachvereine Skandinaviens Arbeitern entziehen, zurückweisen, angesichts des schrecklichen Thaten zu verrichten, d. h. keine solchen, welche eine EntEs giebt also heute für Einzelne keine heroischen zusammen gekommen sind, um unsere eigenen wichtigen Zwanges, unter dem die arbeitenden Massen von scheidung im allgemeinen Kampfe herbeiführen könnten, Angelegenheiten genau zu überlegen, tagte vor 5 Jahren Allem entblößt, vom Hunger gequält den anekelnden womit selbstverständlich nicht gesagt werden soll, daß bei Die Arbeiterwelt. die deutsche Sozialdemokratie, unsere Bruderpartei, und Orgien einer Bankokratie zusehen müssen, deren Forde- den einzelnen Episoden dieses Kampfes nicht große Opfer hielt ihren Kongreß ab, und ich ermahne hiermit alle rungen und deren Hochmuth feine Grenzen zu kennen von Einzelnen zu bringen wären. skandinavischen Arbeiter, die Beschlüsse dieses Kongresses scheinen hat sich in der Arbeiterwelt von einem Ende als ebenso bindend anzuerkennen, wie unsere deutsche Europa's bis zum anderen, und ebenso im„, freien" Amerika Schaaren zu sammeln, die ja zum großen Theil noch Worum es sich heute handelt, ist, die zerstreuten Bruderpartei die ihrigen." Redner erklärte den Kongreß eine unerhörte Verbitterung angehäuft. hiermit für eröffnet und brachte ein kräftiges Hoch aus nicht einmal zu der Erkenntniß gekommen sind, daß das Die Streiks, diese Scharmüßel des sozialen Krieges, Kapital ihr Gegner ist; ja, die zu einem gar nicht geringen auf das Zusammengehen der Arbeiter Dänemarks, Schwedens tauchen nahezu überall auf, und sie werden nicht wieder Theil in dem Wahn befangen sind, daß es ihr Wohlund Norwegens.( Bravo). aufhören, sondern im Gegentheil an Stärke zunehmen bis thäter" sei, ohne welchen in der Welt nichts unternommen Punkt 1 war das politische Programm der zu dem Tage, wo die Produzenten, durch eine harte Er- würde, und dem sie also ihre Existenz verdankten. Fachvereine. fahrung belehrt, zu der Einsicht kommen, daß die theilHierzu hielt Herr Jensen( Kopenhagen) den Vortrag weise oder allgemeine Einstellung der Arbeit( wenn lettere sie veranlassen kann, sich auf dem Sammelplage einzuAn diese Elemente ist nur heranzukommen, wenn man und entwickelte in längerer Nede das Programm der sozia- wirklich zu bewerkstelligen wäre) ganz hilflose Mittel sind, finden den Organisationen anzuschließen, wenn listischen Partei und zum Schluß schlug er die Resolution um die Befreiung der Arbeit herbeizuführen vor, welche vor 2 Jahren auf dem Gotenburger Kongreß daher, der besseren Erkenntniß ihrer Rechte und Pflichten gehen soll. Die Aufklärung seitens der fortgeschrittenen wo sie sie auch noch nicht wissen, wohin der Marsch eigentlich mit großer Majorität angenommen worden ist. Viele folgend, endlich eine dauernde und mächtige wirthschaftlich- Elemente wird dann schon das Weitere thun. Redner schlossen sich dem Referenten an und sprachen für politische Organisation schaffen werden. die Resolution. Herr Möller( Kopenhagen) warnte jedoch, Aber welch weiter Weg liegt noch vor uns! Wie nicht allzuviel Politik in den Fachvereinen zu treiben. viel Bemühungen wird es noch gelten ehe wir es so weit ( Redner hat vielleicht an Deutschland gedacht. Anm. d. Red.) gebracht haben! Zum Schluß trat Herr Jeppesen( Christiania) seinem Vor- Unsere Pflicht als Sozialisten befiehlt uns, die Wahrredner entgegen, und hob unter anderem hervor, daß Fach- heit nicht zu verschweigen, sondern es offen und mit er= vereinsmitglieder, sowie alle Arbeiter ihr ganzes Streben hobener Stimme zu sagen, damit es alle Betheiligten verdem Sozialismus widmen müßten. Folgende Resolution nehmen: daß die Arbeiterwelt heute erst im Reime vorwurde mit allen gegen eine Stimme angenommen: handen ist, daß sie ihre Kräfte erst zu sammeln beginnt! a) Da des Arbeiters ökonomische Lage nur unter dem Schuße des Gesezes als befestigt angesehen werden kann, Mögen diejenigen, welche an der Wahrheit dieses so wollen die Fachvereine suchen, auf die Gesetz- Bugeſtändnisses zweifeln, einmal ihre Blicke um sich werfen, gebung einzuwirken, damit der Arbeiter politisch mögen sie die Kämpfer unsrer Organisation zählen und gleichgestellt wird mit den übrigen Klassen. fie dann vergleichen mit der ungeheuren Masse der In Die Volksvertretung soll nachher des Arbeiters wirth differenten, der Energielosen, derjenigen, die sich mit schaftliche Stellung behandeln, und Gesetze erwirken, uns nicht solidarisch fühlen! Welch eine Armee macht *) Der erste Kongreß tagte vor 2 Jahren in Gotenburg in das aus, und welche Gefahr birgt diese Menge für die geringen Kerntruppen der Tapferen! Schweden. Der energischste und opferwilligste Arbeiter ist nur ein einzelner Stab im Bündel. Allein kann er nichts ausrichten, nur vereint mit den Uebrigen ist er start. Und darum lautet der Ruf im heutigen Kampfe: Sammelt Euch! Nur die Vereinigung kann zum Siege führen. wohl dumpf fühlen, daß es ihnen irgendwie fehlt, aber Dies zur Erkenntniß der Massen zu bringen- welche nicht wissen, wie diesem abzuhelfen ist muß eine unserer Hauptthätigkeiten sein. Und je mehr Erfolg wir damit haben, um so leichter wird es uns gemacht, geistige Aufklärung zu verbreiten. Der isolirte Arbeiter hat einen beschränkten Gesichtskreis. Ihn kümmert nur das eigene Ich, und er sieht nur, so weit seine Nase reicht". Er will nichts wissen von dem, was außer seinem einspurigen Geleiſe iſt. Es ist eine mühsame häufig vergebliche Detailarbeit, die Aufklärung solcher Elemente. Aber veranlaßt sie, in irgend eine Organisation einzutreten, welche sich nicht mit Der zweite deutsche Innungstag, der vom Herr May Schippel. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. DieSpielereien beschäftigt, sondern für den Fortschritt der 10.- 12. September in Berlin stattfand, sprach sich natür- Versammlung ist genehmigt. Fachverein der Buchbinder und verwandten dann werden sie, wenn auch langsam, lich wiederum für die Legitimationspflicht der Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 17. d. M., Menschheit wirkt aber sicher andere Menschen werden, die ein offenes Auge Gesellen aus. Die betreffende einstimmig angenommene Abends 82 Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16 I. Tagesordnung: 1. Zur Frage der weiblichen Hilfsarbeiter. 2. Verfür das haben, was um sie herum vorgeht. Dann werden Resolution lautet: fie tüchtige Glieder des großen Heerbannes" werden, Der II. deutsche Innungstag erklärt, daß zur organischen schiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder.- GästeDurchführung des Innungsgesetzes vom 18. Juli 1881 willkommen. welcher dazu berufen ist, alles Unrecht aus der Welt zu -Eine öffentliche General Versammlung die allseitige Regelung des Gesellen- Legitimationswesens im schaffen. Interesse der Ordnung in unseren Werkstätten noth- Drechsler und Berufsgenossen findet am Dienstag, den 18. September, Abends 82 Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktwendig ist; er fordert zu diesem Behufe die Ausdehnung der gese- straße 72( Ecke Alexanderstraße) statt. Tagesordnung: 1. Bortrag lichen Verpflichtung zur Führung eines Legitimations- und Diskussion über„ Unsere Lohnverhältnisse" und" Was wir Ausweises auf die sämmtlichen Altersklassen der gewerb- wollen". 2. Die Stellung der Berliner Kollegen für den Eintritt in eine Lohnbewegung. 3. Verschiedenes. In Anbetracht der lichen Arbeiter Die Organisation ist der Panzer, den wir uns anlegen, nicht nur um die Hicbe des Feindes aufzufangen, sondern um unter seiner Deckung langsam und sicher vorzubringen. Vereinigung ist die Signatur der Zeit. Bei den Gegnern ist es die Vereinigung, um aus dem Ertrage der allgemeinen Arbeit kleine Kreise zu bevortheilen; bei den Arbeitern diejenige des Widerstandes, welche schließlich zur Solidarität führen wird. Maßregelungen, Prozesse. " mit der Maßgabe, daß die Ausgabe der Legitimations- wichtigen Tagesordnung werden die Gewerkskollegen Berlins zu bücher durch Innungsverbände und die Abstempelung recht zahlreichem Besuch dieser Versammlung eingeladen. Freie Vereinigung der Vergolder und Fachsowie die sonstige Handhabung... lediglich durch die genossen. Versammlung am Montag, den 17. September, Abends Inungen geschehe. Der deutsche Innungstag beauftragt das Bureau, in 8% Uhr, im Saale des Herrn Scheffer, Inselstr. 10. Tages= jeder nur möglichen Weise auf die gefeßliche Durchführung ordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Mitglieder der obligatorischen Arbeitsbücher sowohl bei den werden aufgenommen. Große öffentliche Generalversammlung sämmtlicher Behörden als auch beim deutschen Reichstage hinzuwirken. Die Innungen wollen also die Legitimationen voll- immerleute Berlins und Umgegend am Sonnabend, den 15. September, Abends 8½½ Uhr im„ Neuen Klubhaus", Komman Der Reichstagsabgeordnete Liebknecht ist auch für ständig in die Hände bekommen, um die Arbeiter nach bantenstr. 72. Tagesordnung: Abrechnung des Arbeitsnachweises. das Hanau- Frankfurter Gebiet ausgewiesen worden. freiem Belieben fennzeichnen zu können.- Ebenso war Neuwahl der Kommission. Verschiedenes. Konfiszirt. Die letzte Nummer der in München in Viereck's Schneiderversammlung. Die am 14. Auguſt cr. in der Verlag erscheinenden Münchener Post" wurde am letzten Sonn- ihre Stellung zu den Schiedsgerichten und Arbeits( um die Organisationsfrage der Schneider Berlins zu berathen) gab ein Artikel über die Thatsache, daß in München ca. 1500 bis Geige spielen, um die Unternehmerinteressen zur Geltung hat ihre Arbeiten beendet und beruft zu Montag, den 17. d. M., abend sozialistengefeßlich konfiszirt. Anlaß über die Konfistation nachweisen, überall sollen die Zunftmeister die erste öffentlichen Schneiderversammlung gewählte Siebener- Kommission 2000 Schulkinder Mittags ohne Aufsicht und theilweise ohne Mit zu bringen. Bei der Alters- und Invalidenversiche- nach dem Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, tagbrot find. Leipzig. Fünf Ausweisungen! Es geht wieder los! rung war man dagegen so gnädig, zu beschließen, die eine Versammlung der Schneider Berlins mit der Tagesordnung der Schneider Berlins und eventuelle Vorschläge zur Gründung Jacob, Albert Kolbe und August Hermann wurden auf Grund des ab gewährt werden, die eine Hälfte der Kosten sollten die einer Lokalorganisation. Referent Herr Zizmann. Bei dieser hochDie fünf Steinmeßen Franz Kizing, Hermann Eichhorn, Hermann Altersrente solle vom 60.( nicht vom 70.) Lebensjahre ein: Bericht der Siebener- Kommission über die Organisationsfrage Sozialistengefeßes ausgewiesen. Sie sind unseren Lesern aus dem Versicherten, die andere der Staat tragen, die Unternehmer wichtigen Frage für die Berufsgenossen ist zahlreicher Besuch erSteinmegenstreif- Geheimbundsprozeß bekannt. Eichhorn hat noch nichts. Dafür sollen aber die Berufsgenossenschaften wünscht. 5 Wochen, Jacob 7 und Hermann 2 Wochen von seiner Strafe zu Zentral- Krankenkasse der Maurer 2c.( Grundstein zurverbüßen. Zu welchen Mitteln die Leipziger Steinmezinnungs-( d. h. also die nichts zahlenden Unternehmer) die VerEinigkeit), örtliche Verwaltung Berlin 1. Mitgliederversammlung meister bei dem Lohnkampfe gegriffen haben, ist schon des öfteren waltung in die Hand bekommen. Man weiß nicht, soll am Sonntag, den 16. September, Vormittags 10 Uhr, Inselstr. 10. dargelegt worden, und in Anbetracht dessen wird man sehr leicht man mehr über die Einfachheit oder die Einfältigkeit und Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Sommerfeldt über das zu dem Gedanken gedrängt, daß bei dieser neuesten Maßregel gegen Ausverschämtheit solcher Beschlüsse staunen! Natürlich Thema:" Wie gelangen die thierischen Parasiten, insbesondere die die fünf Arbeiter die Leipziger Steinmeßinnungsmeister mit Material und Sterbekasse der gedient haben könnten. Sollte dies der Fall sein, so können die bekamen Hauſirhändler, Abzahlungsgeschäfte, Offiziers Bandwürmer, in den menschlichen Störper. - Allgemeine KrankenHerren Innungsmeister auf den Lorbeeren ihrer Thaten ausruhen; konsumvereine auch ihr Theil ab, zur Besprechung der Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin I. Sonnfie haben dann 4 Familienväter von ihren Familien getrieben! Sonntagsarbeit hatte man jedoch keine Zeit. Weiter abend, den 15. d. M., Abends 81/2 Uhr, Lichterfelderstr. 8( WilhelmsSozialistenprozeß in Berlin. Der Prozeß gegen Mähler beschloß man, darauf hinzuwirken, daß die bevorzugte" höhe), Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. und Genossen wegen Majestätsbeleidigung und Vergehens gegen das Sozialistengesetz resp. die polizeilichen Vorschriften über das Stellung der freien Hilfs kassen beseitigt werde, natür- 2. Innere Staſſenangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird ersucht. Plakatwesen wurde am Dienstag vor der 4. Ferienſtrafkammer lich wiederum zum Vortheil der Innungskassen, welche- Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallfür Arbeiter bei Innungsmeistern obligatorisch werden arbeiter( E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 3. Versammlung, des Berliner Landgerichts I verhandelt. follen. Zur Unterdrückung von Streiks schlug Herr Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, Manteuffelsir. 90. TagesFoß- Hamburg im Namen des Hamburger Jnnungs- ordnung: 1. Kaffenbericht für Juli- Auguſt. 2. Verschiedenes. Allgemeine Kranten- und Sterbekasse der Metallausschusses folgendes vor: arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 6. Sonntag, den Streitigkeiten und Differenzen über Feststellung von 16. d. M., Vormittags 10%/ 2 Uhr, Gartenstr. 123 bei Strüger ,. Lohn oder Arbeitsbedingungen eines Gewerks Mitgliederversammlung. unterstehen der Untersuchung und Entscheidung Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der MetallEinigungsamtes. arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 7. SonnDas Einigungsamt muß zusammengesezt sein aus einem abend, den 15. September, Abends 8/2 Uhr, bei Jakob, Lindowervon der Aufsichtsbehörde für die Innungen und den übrigen straße 26, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kaffenbürgerlichen Ständen zu ernennenden Vorsißenden und... bericht. 2. Wahl von Beitragsammlern und Krankenbesuchern. Beisitzern, welche zu gleichen Theilen aus Arbeitgebern und 3. Verschiedenes. Arbeitnehmern bestehen. Fachverein der Former und verw. Berufsgenossen. Unter Anwendung förperlichen Zwanges(§ 153 der Versammlung am Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, in Gewerbeordnung), sowie Drohungen, Ehrverlegungen Strüger's Salon, Wasserthorstr. 68. Tagesordnung: 1. Wie ver= oder Verrufserklärung bei Streits ist u. A. zu verstehen: halten wir uns zur Einführung der Lohnarbeit?( Referent Herr 1. Gewalt gegen Person oder Vermögen. Deffentliche Körften). 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. 4. Wahl eines Revisors. Bekanntmachung irgend welcher Art, welche 5. Verschiedenes und Fragekasten. Namen von Arbeitgebern oder Arbeitnehmern enthalten, find, sobald sie zu Zwecken der Arbeitssperre oder dergleichen veröffentlicht werden, als Gewalt(!) gegen Vermögen zu betrachten. Es handelte sich um die bekannte Beklebung der Thronrede mit rothen Streifen, welche die Inschrift:„ Antwort: Soch die Sozialdemokratie!" enthielten. Das Aufkleben fand in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli in ganz Berlin statt und als der That verdächtig wurden folgende 24 Personen in Haft genommen: Strumpfwirker Mähler Drechsler Dost- Tischler Giedow Klempner Fröhner- Tischler Meyer- Arbeiter Engels- Möbelpolier Buck Arbeiter Ruske Arbeiter Jänicke Maurer Polte Schlosser Küner Metalldreher Schönborn Arbeiter Wagner Arbeiter Rabe Tischler Schloffer Scholz Schlosser Kußbach Hoffmann Arbeiter Braun Zimmermann Päsler Schriftsezer Pollack Gigarrenmacher Götting Maurer Zachert Maurer Hannebauer Arbeitsbursche Böse. Im Laufe der Verhandlung wird dieselbe bezüglich der Angeflagten Meyer, Buck, Ruske, Jänicke, Rabe, Scholz, Hoffmann und Braun behufs Vernehmung weiterer Belastungszeugen vertagt. Die anderen Angeklagter werden sämmtlich von der Anklage wegen Majestätsbeleidigung freigesprochen. Sie werden jedoch mit Ausnahme von Giedow und Böse wegen Vergehen gegen§ 28 des Sozialistengesezes( der kleine BeLagerungszustand"-Paragraph, Ankleben von Plakaten ohne polizeiliche Genehmigung) und gegen§ 134 des Reichsstrafgesetzbuchs ( Beschädigung oder Verunstaltung öffentlich angeschlagener behörd= licher Bekanntmachungen) zu 2 Moraten Gefängniß unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft, verurtheilt. Gegen Giedow wurde auf 6 Wochen Gefängniß unter Anrechnung eines Monats Untersuchungshaft, gegen Böse auf 14 Tage Gefängniß, welche als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet werden, erkannt. Auf Antrag der Vertheidigung wurden sämmtliche Angeklagte aus der Haft entlassen. Arbeiterversicherung, Gewerkschaftliches. In der Bezirks armenanstalt zu Stollberg betrugen während des lettverflossenen Jahres die Verpflegungstosten für je einen Insassen täglich 45 Pfg., eine Thatsache, welche im Hinblick auf die im Alters- und Invaliden- Gefeßentwurf vorgesehene Altersrente in Höhe von 333 Pig. pro Tag der Beachtung werth erscheint. 45 Pfennige der Arme, 331/3 Pf. der Rentner-, das ist nicht einmal eine Verbesserung des Armenwesens, ge= Sozialreform. schweige denn gar Zum Altersversicherungsgesetz wird eine sehr bezeich nende Aeußerung des Bezirksarztes Dr. Schmid in Bruck bei München veröffentlicht. Derselbe erklärt nämlich, daß die Alters versicherung für Arbeiter in Spinnereien nicht in Betracht komme ,, infolge Mangels an höheren Altersklassen". Nach einer Statistik der Leipziger Buchdruckergehülfen, von der nur wenige Truckereien sich ausgeschlossen, stellt das Alter der Leipziger Buchdruckergehülfen sich folgendermaßen: Sezer Drucker Zusammen unter 18 Jahren 1 1 Gehülfe 18-20 112 61 173 21-25 254 74 328 26-30 299 86 385 31-35 156 45 201 36-40 134 170 41-45 84 24 108 46-50 54 11 65 51-55 5 32 56-60 28 61-65 10 3 13 66-70 1 8 71-75 4 1 5 76-80 1 Es stellt sich hiernach das Durchschnittsalter auf noch 10. eines 2. Drohung oder Einschüchterung oder Aufstellung von Bedingungen seitens der Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, welche einem Friedensbruch gleichkommen oder in die Hausordnung des Einen oder des Andern hineingreifen; 3. Belästigungen oder Störungen folgender Art: a) beständiges Verfolgen von Ort zu Ort, zum Zwecke des Arbeitsausschlusses; b) Versteck von Werkzeugen oder Kleidungsstücken oder deren Fortnahme oder Hinderung an dem Gebrauche solcher; Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. Sonnabend, den 15. d. M., Abends 81/2 Uhr. Köpnickerstr. 68, Versammlung. Tagesordnung: 1 Vortrag des Herrn Dr. Ganiz. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Fachverein der Lithographicsteinschleifer und Berufsgenossen. Versammlung Montag den 17. d. M., Abends 9 Uhr, Grenadierstr. 33. Vortrag des Herr Sander über Zweck und Ziel des Fachvereins. Gäste willkommen. Die Luruspapierpräger sind besonders eingeladen. Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin.( E. G.) Generalversammlung Dienstag, den 18. September 1888, im Lokale Mohrenstr. 40. Tagesord= nung: 1. Monatsbericht. 2. Vorstant swahl. 3. Geschäftliches. - Maler und verwandte Berufsgenossen Deutsch lands( Filiale Berlin West und Südwest.) Versammlung, c) leberwachung oder Umstellung von Bahn- Dienstag, den 18. d. M., Abends 82 Uhr. Tagesordnung: 1. Vor höfen, Schiffs- Landungsplägen oder sonstiger öffent- trag des Kollegen Schweiger. 2. Wahl eines Bibliothekars und licher Verkehrsanstalten, des Wohnhauses resp. des Erfagwahl der Arbeitsvermittlungskommission. 3. Grenzregelung. Arbeits- und Geschäftslokals oder der Zugänge zu 4. Verschiedenes. solchen, oder Verfolgung eines Einzelnen in ungehöriger Art auf Straßen. Auch diese Resolution wurde natürlich gebillgt. daß dieser Nachweis von einer Person' geführt wird, welche jeder Einsicht und Fachkenntniß entbehrt, andererseits aber ein Arbeitsuachweis der Töpfergesellen mit Stenntniß Große Landpartie der Schuhmacher am Sonntag, den 16. September. Treffpunkt: Askanischer Play, Mittags 1 Uhr. Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 16. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über:„ Die Wahrhaftigkeit". Damen und Herren als Gäſte ebendaselbst beschließende Versammlung der Mitglieder. willkommen. Am Montag, de 17. b. M., Abends 84 Uhr Eingesandt. Die Drechsler warnen vor Zuzug nach Hamburg. Die Glasergesellen Leipzigs haben wegen Streitigkeiten über Einführung eines Lohntarifs die Arbeit niedergelegt und bitten darum, den Zuzug fernzuhalten. Die Meister suchen besonders Tischler aus Norddeutschland heranzuziehen. Der Arbeitsnachweis für Töpfer in Hamburg. Am Velten, 26. August. Sonntag Vormittag wurden die hiesigen September nahmen die Töpfer Hamburgs folgende Resolution an: Fabriken durch den Amtsvorsteher, auf Veranlassung der höheren In Erwägung, daß der von den Töpfermeistern Ham- Behörde revidirt, da bei der letzteren eine Denunziation eingelaufen burgs errichtete Arbeitsnachweis, Hohe Bleichen 41, ein war, daß an jedem Sonn- und Feiertag Vormittag regel Privatunternehmen seitens der Meister ist, welches mäßig gearbeitet wird, was auch der Wahrheit vollkommen entspricht. Ganz besonders werden die vielen Lehrlinge dazu gezwungen, auch an diesen Tagen ihr Arbeitspensum zu leisten, ohne daß ihnen eine Entschädigung dafür geboten wird. Es han delt sich also bei dieser Art der Sonntagsarbeit nicht nur um die unbedingt nöthige Arbeit, als Nachsehen der im Feuer stehenden Brände und dergleichen, sondern um Fabrikation. In vorsichtigster Form hatte die„ Beltener Zeitung" davon eine Notiz gebracht und zu gleicher Zeit aber nur den Arbeitsnachweis des rechtweisung, als beruhe die Mittheilung auf unwahrheit, obgleid der Redakteur, Herr W., erhielt dafür vom Amtsvorsteher eine Zu Fachvereins der Töpfer Hamburgs, welcher bisher allen die Thatsache bereits im ganzen Ort bekannt war. Nun famen Anforderungen genügt hat, als die Interessen der Töpfer die Herren Fabrikanten zu der Frage: Wer ist der Denunziant? Hamburgs fördernde Institution anzuerkennen, zu unterstüßen Die Antwort war gleich bereit: der Vorstand des hiesigen Töpfer alle anderen Arbeitsnachweise aber bis auf Weiteres zu indem er im Begriff war, eine Annonce an die Adresse der Fabri fanten zu richten, deren Wortlaut ungefähr war, es sei nicht AufEs befindet sich also das Arbeitsnachweis- und Wander- gabe des Fachvereinsvorstands, Denunziationen einzureichen, der unterſtügungsbüreau des Fachvereins der Töpfer Hamburgs nach felbe beschäftige sich mit würdigeren Dingen; doch wurde diese vom der Meister besteht, erklärt die heutige Versammlung, den Arbeitsnachweis der Meister nicht zu benußen und Stellung gegen diesen Arbeitsnachweis zu nehmen, ignoriren. wie vor bei Herrn Diehl, Gr. Rosenstraße 37 in Hamburg. Vereine und Versammlungen. Redakteur mit der Entschuldigung zurüdgewiesen, nicht noch gegen die Fabrikbesiger vorgehen zu können. Da diese Beitung also augenscheinlich nur für den Amtsvorsteher und bie Fabrikanten bestehen will, wie sie uns ja schon öfters gezeigt hat. so sollten die Arbeiter sich doch endlich belehren lassen und jenen Große öffentliche Versammlung jämmtlicher auch das Abonnement allein überlassen, sich dafür jenen Zeitungen 30 Jahre alt. Was bedeutet nun hierbei die erst mit Abends 82 Uhr, im Stonzerthaus Sanssouci, Kottbuserstraße 4a- felben vertreten. nicht 30 Jahre; der größte Theil der Gehülfen ist unter Zimmerleute Berlins und Umgegend am Montag, den 24. d. M., mehr zuwenden, die nicht allein mit Vergnügen das Geld des Ar beiters einstecken, sondern auch ehrlich und wahr die Interessen dem 70. Lebensjahre beginnende„ Altersversorgung"? Tagesordnung: Referat und Diskussion über die Gejegesvorlage der Alters- und Invalidenversorgung der Arbeiter. Referent: Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: T. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. 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