3 ft er 1. D. id en t ng g= eit ent tet er= in N.,. 22 ter v.). [[= Der Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Einzelne Nummer 15 Pfg. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. es №. 39. er N. a. age nt: er ter r's urf is= er= er ten, die Derr im end, den errit ten M.. 5 I. Er= nes willrts= 115.) thr trag Ber der on= gen, nere all= lung .81 hen. den sind ntag, Dr. I als Auf Wir utors rzem nes den man sich gelirts Be Wir itten Fort Ur Alle fteur find erden Anficht Slicklich Inhalt: Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Bfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg.- Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Die Die Korruption der Literatur und Presse. Gewerkschaften für Arbeiterinnen. Geschäftspraktiken unserer hohen Finanz. Koalitionsrecht und Arbeiter in Amerika. Technische Umwälzungen. Schnitzel. Sonnabend, den 29. September 1888. Ausgabe für Spediteure: ,, Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. Diese Herren Literaturfabrikanten maßen sich daher sie unerschrocken mitrathe und mitthate an dem öffentlichen auch an, den Zensor zu spielen, Stellen, die ihnen Leben, unbeirrt, vor keinem Hinderniß verzagend; daß sie nicht passen, weil sie nicht flach genug sind, oder weil sie strenge Wacht halte über alles, was an die Nation heranDer tritt, ein Zensor, Sittenrichter und Warner der Zeitihnen zu freifinnig vorkommen, durchzustreichen. Dichter oder Denker muß sich gefallen lassen, daß sein genossen sei; daß sie als treuer Eckart überall auf der Werk von diesen Herren gräulich verstümmelt wird. Schanze stehe, wo es gälte für Wahrheit, Freiheit und Wahrlich ein metternichscher Polizeizenfor wäre Recht. So dachten sich das die guten Alten. mir zehnmal lieber als diese Zensoren, denn er Ist aber weidlich anders gekommen und die guten Gedicht. Berliner Bild.- Politische hatte jedenfalls mehr Geschmack und Bildung und nicht Alten müssen sich wohl im Grabe umgedreht haben, so Unduldsamkeit. Die Arbeiterwohnungs: den gemeinen Profitgesichtspunkt. ihnen eine Ahnung davon ward, was die Geschichte in frage in Frankreich. II. Und sie bewegt Welche Flachheiten, welche Fadessen, welche magere Wirklichkeit heute für ein Gesicht zeigt." sich doch. geistige Wassersuppen werden da dem Volke geboten. Wir sehen, daß die edle Göttin mit dem priesterlichen Nichts was das Denken schärft und weckt, den Charakter Diadem um die reine Stirn zur Dirne geworden ist, die stählt, den Freiheitssinn entflammt, sondern eine ent- sich um Geld jedermann an den Hals wirft und zu allem mannende Kastratenliteratur, welche Sklaven züchtet, jede gebrauchen läßt. freie Regung erstickt und einschläfert. Und die Ursache? Politische Nachrichten. Kleine Mitthei lungen. Gewerkschaftliches. Vereine und Versammlungen. Die Postabonnenten unseres Blattes erinnern wir daran, ohne Säumen und vor Monatsschluß ihr Abonnement zu erneuern, Wir sind damit schon auf das Gebiet der Tages- Der geschäftliche Charakter der Presse, die Sklaverei presse gerathen. Hierüber schrieb kürzlich eine hervor- des Kapitals, in welche sie gerathen ist. ragende Zeitschrift: Hören wir auch Schäffle, der in seinem Bau und ,, Daß es so nicht weiter geht, nicht weiter gehen Leben" Bd. IV. folgendermaßen sich vernehmen läßt kann noch darf, darüber sind wir alle einig. Alle, der( S. 68): Durch die herrschende Gestaltung der TagesJournalist von Fach, wie der Schriftsteller, der zwischen presse wird das öffentliche Leben und der geistige Verkehr beiden steht, stimmen darin überein. Und ob auch diesem von materiellen Interessen forrumpirt. Diesen Uebelda sonst das Abonnement von der Post als erloschen und jenem der Muth fehle, seine Meinung gerade heraus stand verschuldet aber nicht die Presse an sich, auch nicht betrachtet wird, und erst nach dem Monatsschluß einge- zu sagen, es theilen doch alle die Ueberzeugung, daß unsere der einzelne Unternehiter, als vielmehr das gegebene System gangene Bestellungen mit unmüßen Kosten und Arbeits- Journalistik bis an die Wurzeln zerfressen, siech und an der volkswirthschaftlichen Organisation. So lange und Zeitvergeudungen verbunden sind ihre Grundlage( der Kapitalismus) besteht, werden wir ganz abgesehen gefault sei. davon, daß eine Nachlieferung der bereits erschienenen Beweise dies Urtheil erhärteten. Es ist, als wäre die und todtschweigen. Erst wenn die volkswirthschaftliche und Es vergeht schier keine Woche, ohne daß neue auch Journale haben, welche um Geld alles loben, tadeln Nummern oft gar nicht mehr erfolgen kann. Presse selber aus allen Kräften bemüht, ihr legtes Restchen politische Organisation so beschaffen sein wird, daß es keine Ansehen mit Stumpf and Stiel auszujäten und auszu Gründungen und Anlehen, feine private Konkurrenzjagd reuten. Sie treibt es immer toller. Unablässig schwillt mit Annonzen 2c. giebt, kann eine gründliche Gesundung ihr Sündenregister. In welch tausenderlei Nichtungen sich der Tagespresse erreicht werden. Auf dem Boden der auch ihre einzelnen Glieder verzweigen, wie sehr sie auch jeßigen Gesellschaftsordnung wird die Korruption der Presse auseinander streben, wie heftig sie sich gemeiniglich unter- gewiß eher noch zu- als abnehmen. Die Journale einander befehden, ein gemeinsamer Zug reißt sie alle fort: sind jeßt und müssen, wenn sie ohne besondere Zuschüsse Die wahrhaft diabolische Lust, korrupt zu sein und zu die Konkurrenz bestehen wollen, Geschäfts- und Spekuforrumpiren. Die Korruption ist das typische, das charakte- lationsunternehmungen sein. ristische an ihnen und, wenn eine spätere Zeit einmal die licher Organisation der Volkswirthschaft werden sie diesen Bei wahrhaft gesellschaft= Geschichte unserer Tage schreibt, wird sie damit auch dieser Charakter von selbst verlieren." Presse den Steckbrief geschrieben haben. Es ist ein unerquickliches Bild, das hier von unseren ,, Sie korrumpirt jedes Gefühl für Sitte, Anstand und Literatur- und Preßzuständen entworfen wurde. Doch ist Recht: denn sie führt die Moral im Leitartikel und es nicht die Schuld des Spiegels, wenn er einen grauendas Bordell in den An nonzen. Sie ist die un- erregenden Gegenstand treu zurückstrahlt. Indem wir aber entbehrliche und unermüdliche, jederzeit bereite und jederzeit die Ursache gezeigt haben, weßhalb unsere geistige Kultur getreue Helfershelferin jeder Art von Bank- und Börsen- an Haupt und Gliedern krankt, haben wir zugleich das humbug, von Missisippigeschäften und Südseegesellschaften, Heilmittel angedeutet. der schamlosesten Bauernfängereien und Nasführungen. Ja dieses Heilmittel: Wenn es nur nicht Sozialismus Arbeiter und Parteigenossen! Blattes ein! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung dieses Bestellungen nehmen in Berlin alle Spediteure entgegen. Listen zum Sammeln von Abonnenten jederzeit durch unsere Expedition, Oranienstraße 23, zu beziehen. Der Verlag der ,, Berliner Volks- Tribüne." Berlin S. O., Oranienftr. 23. " Die Korruption der modernen Literatur und Presse behandelt unser Genosse J. Stern in seiner neuesten ,, Wehe aber demjenigen, der es wagt, daran Anstoß hieße! Man sieht ja ein, daß die Krankheit auf einen Broschüre*) sehr ausführlich und wir glauben aus seinen zu nehmen, dagegen aufstehen und ankämpfen zu wollen. Punkt gediehen ist, welcher schleunige Hilfe erheischt. In Darlegungen das Folgende hervorheben zu sollen: Der ist ihr Antichrist, ihm gegenüber weiß sie von keiner Reden, in Büchern und Zeitungen wird der Krebsschaden Der Schriftsteller ist heute, unter der Herrschaft des Rücksicht, keinem Anstande, feiner Zurückhaltung, sie ächtet besprochen und werden Mittel und Mittelchen aller Art Kapitalismus, auf den Massenabsag angewiesen, mit ihn, verfolgt ihn, stößt ihn aus und brandmarkt ihn vor vorgeschlagen, bie besten Dichter schreiben unbewußte Satiren den wenigen Käufern von besserem Urtheil und Geschmack aller Welt als Feind und als Tollhäusler. ist ihm nicht gedient. Der Verleger kennt darum nur auf die gräßlichen Verheerungen, welche die auri sacri " Ich glaube nicht, daß mich irgend einer auch nur fames( der Durst nach Gold) auf den Glücksgefilden der einen Gesichtspunkt, den der Absaßfähigkeit, und er der leisesten Uebertreibung zeiht. Die Verlotterung der Menschheit anrichtet; aber weist daher jede Arbeit zurück, an deren Absatzfähigkeit er Presse ist auf dem Gipfel aller Sünde angelangt es geht ihnen allen wie dem zweifelt. fie aussäßigen Feldherrn Syriens Naeman, von dem die Sage Die literarischen Werke werden heutzutage nicht mehr fann gar nicht übertrieben werden. erzählt, er habe bei dem Propheten Elisa Heilung gesucht. Die Presse, für deren Freiheit unsere Väter in un- Dieser verschrieb ihm das einfache Mittel, siebenmal im vom Dichter oder Schriftsteller geschaffen, sondern vom ablässigem Kampfe gerungen, von deren Freiheit sie den Jordanfluß zu baden. Allein Naeman brauste zornig auf, Verleger gemacht. Die Literatur ist Geschäft, Mache Anbruch cines goldenen Zeitalters geträumt, die dachten er hatte ein anderes Rezept erwartet, nicht ein so einfaches, geworden; der Verleger, der das Geld hergiebt, spielt die sie sich als todesmuthige Vorkämpferin der öffentlichen natürliches Mittel. erste Violine und der Schriftsteller muß nach derselben Meinung. Irgend ein titanischer Feuerkopf, so ein himmelantanzen, er mag wollen oder nicht; sehr selten kann er brängender idealischer Hellseher, wie wir deren in jenen fie muß kommen, weil der menschliche Organismus stark Aber diese Heilung wird nicht ausbleiben. Sie kommt, seinem Genius gehorchen. Der Verleger ist der Literatur- schöneren Zeiten eine mächtige Fülle besaßen, tritt an die genug ist, feine Krankheit zu überwinden und zur Gesund= fabrikant, der Schriftsteller sein Tag- oder Stücklohn- Spiße einer großen Bewegung. Was die Besten der Mit- heit sich hindurchzuringen. Sie kommt, weil die Natur arbeiter, der so schreiben muß, wie es der Verleger welt erfüllt, das stürmt und ringt in ihm nach aus der Menschen, des Einzelnen wie der Gesellschaft, nach brückender Erscheinung. Es erfaßt ihn eine erhabene, hei- Genesung lechzt und nicht zur Ruhe kommt, bis das Gleichwünscht. " Und da dieser nur den einen Zweck im Auge hat: lige, begeisternde Idee und wirbelt ihn fort, raftlos für gewicht, die Harmonie, das Vernünftige erobert ist. ein gutes Geschäft zu machen, so darf der Literat nicht sie zu ringen, nach ihrer Verwirklichung zu streben, ihr Dann wird auch die Presse gesunden, aus einem das Publikum emporzuheben suchen, sondern er muß zu Mitkämpfer und Vorstreiter zu werben. Das ist fortan Mittel der Korruption Aller und der geistigen Knechtung ihm hinabsteigen, seine schlechten literarischen Neigungen der einzige Inhalt seines Lebens. Die freie Rede, die der Massen wird sie zu einem gewaltigen Werkzeug der hätscheln, denn nur so macht der Verleger ein gutes Wirkung von Mann zu Mann genügt ihm nicht länger. Aufklärung werden und Segen und Bildung da verbreiten, Geschäft. Er gründet eine Zeitung, daß sie überall sei, auch wo er wo sie heute alles durch ihre geschäftlichen Spekulationen, *) Einfluß der sozialen Zustände auf alle Zweige des Kultur- nicht sein könnte; daß sie seine Gedanken über das ganze durch ihre Abhängigkeit vom Kapital vergiftet. Vaterland ausgieße bis in seine entlegensten Winkel; daß Lebens. Stuttgart 1888. Gewerkschaftliche Organisation der arbeitenden Frauen. ihre eigenen besonderen Frauen- Organisationen zu bilden, wird; so lange es außer der Arbeit noch andere und welche wenigstens die Wirkung haben könnten, daß sich viel ergiebigere Quellen von Einnahmen geben wird; so die Arbeiterinnen nicht mehr zu Scabdiensten hergeben lange man durch politische Schachzüge den Rubel heben würden. und werfen kann; furz, so lange die heutige WirthschaftsSo Doch sehen wir uns jetzt diesen Hamburger Kaffeering etwas genauer an. Wir folgen dabei gerne dem Material, das uns die„ D. N." geben. Ueber die Frau auf dem Arbeitsmarkte" findet sich eine lehrreiche Abhandlung in der englischen Monatsschrift Und was die Unfähigkeit der Frauen anbetrifft, das ordnung, die den Kapitalprofit über alle anderen moralischen ,, National Review". Christina Bremner, die Verfasserin, Gewerkschafts- Prinzip zu begreifen, so bemerkt hierzu oder wirthschaftlichen Rücksichten setzt, fortbesteht. hat sich zwar noch nicht zu voller Klarheit und Konsequenz unsere Verfasserin sehr treffend, daß sie in dieser Hinsicht lange noch eine Kartellzeitung für ihre Lügen unwissende in der Frauenfrage durchgearbeitet, aber sie unterscheidet sich genau in derselben Lage befinden, wie fast gläubige Leser findet, wird es nicht besser werden mit der sich doch von vielen ihrer schriftstellernden Kolleginnen und alle männlichen Arbeiter vor fünfzig Jahren, und Moral" in Staat und Gesellschaft. Kollegen sehr vortheilhaft. über die Hälfte derselben noch heute, da es ja statistisch Nachdem sie das Recht der Frauen auf Arbeit als nachgewiesen sei, daß nur etwas über ein Drittel aller etwas Selbstverständliches vorausgesetzt, ,, denn wie Lohnarbeiter in zivilisirten Ländern organisirt ist. könnten wir ihnen etwas versagen, worüber wir gar nicht Die Frauen müssen eben aufgeklärt werden und Die Börsenspekulation besteht in der großen Hauptzu verfügen haben?" bemerkt sie fährt unsere Ver- werden es auch, nicht nur durch Rede und Schrift, sondern sache darin, daß der Verkäufer eines Papieres oder einer fasserin fort wie folgt: vor allem durch die Macht der immer unerträglicher Waare, sowie der Käufer dieser Gegenstände, beide die Allein es kann nicht geleugnet werden, daß das werdenden Verhältnisse. Absicht nicht haben, die Waare zu liefern oder ab= Eindringen von Hunderten und Tausenden von Frauen zunehmen, sondern, daß das Geschäft lediglich eine Wette ist. A. sagt zum B.:„ Ich liefere dir zum 1. Oktober in den Arbeitsmarkt die Lage der Männer verschlechtert. Es ist dies eine bejammernswerthe Thatsache, welche eine d. J. 1000 Sack Kaffee zum Preise von 70 Pfennigen Vertreterin der Frauenrechte ebenso wenig ableugnen kann für das Pfund. B. sagt:„ Ich nehme diese Lieferung × Wir sind an kartellbrüderliche grobe Unwahrheiten, dem Preise an!" Das Geschäft wird durch einen und darf, wie ein gerecht denkender und klarsehender Mann. 3 dem Preise an!" Das Geschäft wird durch einen Weibliche Angestellte werden in der Bank von Frankreich, die wider besseres Wissen ausgesprochen werden, seit den Schlußschein rechtsverbindlich gemacht, man sagt A. im Postamt, in vielen Privatgeschäften und Fabriken befür das deutsche Volk schmachvollen Februartagen des hat 1000 Sad Kaffee gefirt. schäftigt. Geschicht dies aus Menschenfreundlichkeit, mit Jahres 1887 viel zu sehr gewöhnt, um noch über irgend Kommt nun der 1. Oktober heran, dann schickt nicht dem Wunsche, armen Eltern, die mit einer allzugroßen eine neue wissentlich ausgesprochene Unwahrheit in der etwa A. dem B. die 1000 Sack Kaffee zur Abnahme, Anzahl von Töchtern gesegnet sind, zu Hilfe zu kommen? fartellbrüderlichen Presse sonderlich erstaunt zu sein. Es das würde nur unnüße Transportkosten machen, wenn A. kommen aber zuweilen doch Leistungen im Gebiete der den Kaffee wirklich hätte. Er ist dazu freilich berechtigt, Wahrlich nicht: Ritterlichkeit und Humanität find Verdrehung und Fälschung der Thatsachen vor in dieser es war aber ein stillschweigendes Abkommen, daß nicht bis heute noch unbekannte Größen auf dem Arbeitsmarkte. nobelen politischen Journalistik, die geradezu unglaublich wirklich geliefert wird. Ist der Kaffeepreis am 1. Oktober Alles, was die Arbeitgeber wollen, ist billige Arbeits- sind und ein schlagendes Zeugniß für die Unwissenheit kraft. Das Kapital iſt dem Geschlecht gegenüber sehr und Unbildung des Leserkreises abgeben, für welchen diese gleichgültig, aber es liebt billige Arbeit. Das Kapital Presse die geistige Nahrung liefert. fümmert sich nicht um's Vaterland und hält VaterlandsW Das ist doch zu stark! " B. 71 Pfennige für das Pfund an der Börſe notirt, so hat der A. dem B. für jedes Pfund Kaffee, das in liebe für dumme Eitelkeit. Es wird zur äußersten Grenze reaktionären„ Dresdener Nachrichten" vom 12. d. M. auf 70 Pfennige wirklich, so ist das Geschäft unentschieden Eine solche erstaunliche Lüge finden wir in den 1000 Єäcken Kaffee durchschnittlich enthalten zu sein pflegt, 1 Pfennig, Differenz" zu zahlen. Steht der Kaffee der Erde, des Himmels oder der Hölle fliegen, um billige Das Blatt schildert sehr richtig das Treiben der und wird meistens verlängert, steht der Kaffee niedriger Arbeit zu finden." Börsenjobber in Hamburg durch die Bank treue als 70 Pfennige, so muß der B. dem A. den Unterschied Frau Bremner zitirt dafür, wie männliche Arbeit und gute Kartellbrüder, sowohl die Beschnittenen als bezahlen. Wie schon gesagt, kann der A., wenn er will, von weiblicher verdrängt wird, ein Beispiel, welches in die Nichtbeschnittenen in Beziehung auf die dort augen wirkliche Waare liefern. Der B. hat die Absicht, den der That so typisch ist, daß wir es wörtlich wiedergeben. blicklich ausgeübten Kaffeeschwänze", über die wir " In einer schottischen Hafenstadt, zu deren bedeutendsten unsern Lesern zur Kennzeichnung des hohen sittlichen wird also suchen, alle vorhandene Waare in seine Hand Preis der Waare so hoch als möglich zu treiben. Er Induſtrien das Weben von Segeltuch gehört, waren Werthes unserer Ordnungserhalter noch im Nachfolgenden wird also suchen, alle vorhandene Waare in seine Hand noch bis vor wenigen Jahren nur Männer darin be- eine kleine Belehrung geben wollen. Das edle kartell- 3 bringen. Er kauft also Alles, was ihm angeboten schäftigt. Bald trug aber die unerbittliche Konkurrenz die brüderliche Blatt fügt daran folgende Betrachtung: wird, und zu immer steigenden Preisen. Der Firer A. üblichen Früchte. Die Löhne der Arbeiter wurden reduzirt. muß dem entgegenarbeiten und nun auch seinerseits sehen, ,, Etliche Dugend Personen besigen also die Macht, auf den Die Männer waren organisirt und legten die Staffee einen Zoll von über 17 Millionen zu legen. Das Publikum sich die Waare zum Lieferungstage zu sichern, um möglichst Arbeit nieder. Da fanden sich aber einige alleinstehende hat diese neue Steuer zu zahlen, ohne daß es auch nur darum be- wenig zu verlieren oder durch großes Angebot, das er im Frauen und Mädchen, die den Arbeitgebern ihre Dienste fragt würde. Wenn das Reich den Kaffeezoll um diesen Betrag letzten Augenblick eintreten läßt, den Preis zu werfen und anboten. Sie wurden mit Freuden acceptirt. Es folgten erhöhte, welches Geschrei würde sich in den deutschso noch einen Gewinn zu machen. freisinnigen und sozialdemokratischen Blättern erheben! Andere, bis endlich die Frauen, Töchter und Schwestern und doch käme der Ertrag nur der Gesammtheit der Steuerzahler Ist z. B. viel Kaffee zum 1. Januar auf Termin der früheren Arbeiter selbst sich gezwungen sahen, zu Gute( fiche Schnapszol, Schutzzoll u. s. w.); das Reich macht gefirt, so können in der Zwischenzeit in dem Kampf ebenfalls die Arbeit anzunehmen, die bis dahin von den davon doch nur einen nüßlichen Gebrauch für das allgemeine Beste. zwischen Verkäufer und Abnehmer um den Besitz der Männern verrichtet worden war. In ganz kurzer Zeit militarismus u. i. w.). Hier aber, wo nur ein halbes Schock erzielt werden, die dann am Stichtage plößlich tief fallen, ( Siehe Dotationen, Appanagen, Zivillisten, Generalspensionen, Waare, die sich zum Liefern eignet, ganz fabelhafte Preise wurden in der ganzen Industriebranche nicht nur der einen Börsianer dem Volfe eine neue Staffeesteuer auflegt, schweigen Stadt, sondern in allen Nachbarhäfen längs der Küste, die so edlen Zeitungen mäuschen still. Der Staat sollte wenn die Verkäufer die Oberhand behalten, wenn die Firer nur Frauen beschäftigt und zwar bei der Hälfte des schleunigst einschreiten und dieses Kaffee- Termingeschäft einfach ver- fiegen, während im umgekehrten Fall die Preise für längere Lohnes, den die Männer erhalten hatten. Da bot sich bieten. Das ist gar kein Handel mehr mit vorhandenen Waaren, Zeit über das Maaß hoch bleiben können. Dio Käufer sondern lediglich ein Hazardspiel, welches mit fingirten Waaren denn das merkwürdige, ungehese che Schauspiel einer getrieben wird, dessen Folge aber doch eine kolossale Preissteigerung haben dann eine„ Schwänze" gemacht, die gelungen iſt, ganzen weiblichen Bevölkerung mit der dreifachen Last des des Kaffee's ist, von der das Volk den Spielgewinn zu zahlen hat. wie man in dem Börsen- Rothwelsch sagt. Diese Spekulationskäufe gehen in der Regel weit über Hausstandes, der Kinder und eines langen Arbeitstages In den aufgehobenen Spielhöllen spielten die Spieler doch mir auf den Händen, während alle Männer der Stadt mit ihrem eigenen Gelde und verloren auch nur für sich. Hier den wirklichen Vorrath an Waare hinaus. Die„ Schwänze" auf den Händen, während alle Männer der Stadt aber wird der Spielgewinn nicht aus den Kaffen der Spielgesell- kann nur glücken, wenn die„ Firer" mit aller Anstrengung müßig herumgingen. Die meisten von diesen wanderten schaft, sondern schließlich aus den Taschen des Volkes, welchem der nach Glasgow, wo sie sich dem Riesenheere der Arbeits- Staffee vertheuert wird, bezahlt. Wie lange wird man es noch nicht so viel wirkliche Waare liefern können, als sie verLosen anschlossen, oder kümmerlichen Verdienst fanden, in- dulden, daß der Handel zum Hazardspiel und die Börse zur Spiel fauft haben. Die Firer gewinnen die Partie, wenn sie dem sie ihre eigenen Brüder in verschiedenen Schiffs hölle gemacht wird?" mehr wirkliche Waare heranbringen, als ihr Bedarf beträgt, So, also die deutschfreisinnige und vor Allem die wenn sie gedeckt" sind. Industrien unterboten. Der von mir zitirte Fall ist einer aus tausenden. Er zeigt uns, daß Frauen als sozialdemokratische Presse hat ihre Stimme nie gegen diese Man sieht also, daß der reelle Handel mit wirklicher Werkzeuge benutzt werden, um die Männer außer Arbeit" Ringe“ und„ Aufschwänzungs- Vereinigungen" erhoben!? Waare zwischen dem Verbraucher und dem Kaufmann zu bringen, ihre eigene Häuslichkeit, ihre Gesundheit zu oder dem Hersteller der Waare von diesem Börsenspiel Grunde zu richten, Alles um die Profite der Kapitalisten natürlich durchaus nicht sympathischer gegenüber, als den dadurch Preisschwankungen unterliegt, die gar keinem Wir stehen den deutschfreisinnigen Börsenjobbern in bedeutende Mitleidenschaft gezogen wird, daß die Waare und Aktionäre zu erhöhen." fartellbrüderlichen, aber eins müssen wir zur Steuer der natürlichen Zusatz unterworfen sind und den Verbrauchern, Damit die Frauen nun nicht mehr wie Kulis, Polacken Wahrheit denn doch bemerken: der deutschfreisinnigen Presse, sowie den Zwischenhändlern ganz bedeutende Opfer und und Italiener den Männern die Löhne herabdrücken, schlägt die auf durchaus manchesterlicher wirthschaftlicher Grund- Verluste kosten kann. die Verfasserin als erstes Mittel vor: gewerkschaftliche lage arbeitet, sind die Kartelle, Ninge oder ähnliche Organisation der Frauen, entweder in den von den Spekulanten- und Fabrikantenvereinigungen durchaus nicht Umfang an. So ist es diesmal im Hamburger Kaffee Die„ Schwänze" nimmt manchmal ganz ungeheuren männlichen Arbeitern bereits gegründeten, oder in selbst lieb. Diese greifen in das heilig gehaltene freie Spiel ständigen Gewerkschaften.„ Die Gewerkschaften müssen der wirthschaftlichen Kräfte", in die freie Konkurrenz" geschäft geworden. ihre Thüren den Frauen öffnen und sie auffordern, mit ein und sind daher jedem echten freisinnigen Manchester- wurden in Hamburg 5 147 000 Säcke Kaffee gefirt, In der Zeit vom 11. Juni bis 15. November 1887 vereinten Kräften für die Emanzipation der Arbeit ein mann ein Greuel. Das ist auch in der deutschfreisinnigen während der solide Handel in den Vorjahren in derselben zutreten. Einige Gewerkschaften( in England) haben dies Presse ganz entschieden zum Ausdruck gekommen. Es ver- Beit nur 694 000 Säcke zum Verkauf brachte bereits gethan, aber zu wenige, um eine merkliche Wirkung hindert das zwar nicht, daß auch freisinnige Börsianer beiden letzten Monaten des Vorjahres( 1887) betrug der auszuüben. Die Organisation muß eine allgemeine und Fabrikanten sich an den„ Ringen" und dergl. Arm durchschnittliche Tagesumsatz 60 900 Säde, während in werden, um wirksam zu sein. Jeder weiß, daß die in Arm mit den Kartellbrüdern gerne betheiligen, wenn wirklichkeit nur 2600 Säcke verkauft wurden. Hauptgefahr für die Gewerkschaften seitens der Nicht sie dabei glauben, etwas verdienen zu können, aber ihre Gewerkschafts- Leute droht. Diese werden von den Arbeit Presse hat den äußeren Anstand immer gewahrt. Das Eine kolossale Preissteigerung des Kaffees, die jeder gebern dazu benußt, um während eines Streiks die Aus- ist nicht abzuleugnen. Haushaltung ungemeine Opfer auflegte, war die Folge ständigen zur Vernunft", d. H. zu Hungerlöhnen, zu dieser Schwänze". Was nun gar die sozialdemokratische Presse anbringen, zwei Begriffe, die im Verständniß der Arbeitgeber betrifft, so kann man doch nicht stärker gegen den arbeitsMan hat sich mehr in der Spekulation den billigen gleichbedeutend sind." Zu den Haupthindernissen einer raschen Entwicklung beutung des Volkes durch diefe Kapitalistenkliquen, 5. Juli hatte dieser Kaffee den Preis von 59 Pf.; am losen Verdienst der Spekulation, gegen die Aus- Kaffees zugewendet. Es ist besonders der von den ärmeren Klassen gebrauchte Santos- Kaffee, der herhalten muß. Am der Organisation unter Arbeiterinnen zählt Frau Bremner die sich zu„ Ringen" vereinigt haben, protestiren, als es 3. September stand er auf 81 Pf.; 4 Tage später auf nicht sowohl die Abneigung dagegen seitens der männlichen von dieser Seite geschehen ist. Sind wir nicht selbst 185 Pf. Am 6. September besonders, wo er Mittags Gewerkschafter, von denen die meisten im Gegentheil zu wegen beabsichtigten Umſturzes der heutigen Staats- und den wärmsten Borkämpfern der Frauen- Organisation ge- Gesellschaftsordnung verboten worden, als wir unserer auf 92 Pf. stand, ſchnellte er bis zum Abend auf 130 Pf. hören," sondern in erster Reihe das Uebel selbst, das Entrüstung über das Treiben des Kupferringes in hinauf. Es ist dabei vorgekommen, daß in Hamburg ver löhne der Frauen, aus denen sie nicht im Stande find, daß wenigstens einige Beamte, gut kartellbrüderliche dem Wege nach Kassel war, wieder zurückgekauft, und durch Organisation kurirt werden soll, die Hunger- Baris Ausbruck gaben? Ist dadurch nicht anerkannt, kaufter, verladener und versteuerter Kaffee, der schon auf einigermaßen nennenswerthe Fachvereins- Beiträge zu bezahlen, Beamte, dieses Treiben mit unserer Gesellschaft so ver- durch Eilfracht wieder nach Hamburg gebracht wurde. und in zweiter ihre mangelhafte Bildung, nament wachsen halten, daß sie nicht zu trennen sind? Man muß bedenken, daß am 31. Juli nur 98 356 Säde lich in Allem, was soziale Interessen betrifft, ihre Unfähigkeit, ſich zu der Höhe der Erkenntniß zu erheben, daß noch bulben, daß der Handel zum Hazardſpiel und die vom 1. Juli bis 1. September v. J. 18% Million Sad Santos- Kaffee Wenn die„ D. N." fragen: wie lange wird man Santos Kaffee in Hamburg vorhanden waren, daß aber ihr eigenes, individuelles Interesse mii dem der gesammten Börse zur Spielhölle gemacht wird? so ist auch hierauf von diesem Kaffee gehandelt wurden. Klasse, der sie angehören, übereinstimmt. die Antwort sehr leicht gegeben. Dies wird so lange " 1 Kann man kartellbrüderlich- frecher lügen?! Allein diese beiden Hindernisse sind nicht unüberwindbar. dauern, als men bie fartenbrüderlichen Drömungsmänner, Die Armuth der Frauen mag ihnen den Eintritt in die Spekulanten und Kapitalisten als Stüßen von Staat und 18 auf der Basis hoher Beiträge begründeten Gewerkschaften Gesellschaft ansehen wird; so lange man dem Grundsay: verwehren, kann sie aber nicht daran hindern, vorläufig„ Bereichert Euch" in Staat und Geſellſchaft nachleben ist 11 1 h il 51 11 g b g 31 C น t 2 103 11 ල g n e 6 D D 11 th I D e 11 f 11 9 In den C 11 f n a 9 Die Unkosten dieses Handels allein an Makler Millionen Mart aus. bis so flar auf der Hand liegend, daß es nicht weite Das Schädliche und das Verwerfliche dieses Gebahrens p C 11 1 a a e δ t e e r e 11 e r t t r e r D n r S It 1. 1, n it It D 11 of r e 1, r ce cr g [= ie er 11 el re 1, d e= 7 t, ent er er Je 11 8 f. ק t te d 8 nöthig ist, darüber Betrachtungen anzustellen, die doch zwickte Alternative stellen werde. Sie werden es nicht desto billiger kann man produziren, desto eher kann man wahrscheinlich wieder ein Verbot des Blattes hervor- thun, weil sie es nicht thun können; sie würden damit alle Konkurrenten auf dem Markte schlagen! rufen würden. Wir wollen nur den D. N." gegenüber den kapitalistischen Ast absägen, auf dem sie sitzen. Man Armer Kleinmeister, das sind schlimme Thatsachen hervorheben, daß diese Besteuerung des Volkes zu Gunsten forge nur dafür, sich nicht durch dunkle Nedensarten be- für dich! der wenigen Kaffeespekulanten, die dabei verdienen, schwichtigen zu lassen; man dringe darauf, daß offen und Für den Arbeiter bedeuten sie heute freilich auch von uns für ebenso unrecht gesunden wird, als die von unmißverständlich Farbe bekannt werde, und das Resultat steigende Arbeitslosigkeit, aber wie lange wird es noch den Kartellbrüdern dem Volke aufgelegten Kornzölle, wird zeigen, daß unsere Behauptung gerechtfertigt war. dauern, dann werden sie nur dazu dienen, der Masse die Schutzölle und die Schnapssteuer zum Nutzen eines Ist dieses Resultat gewonnen, so steht die Sache so: Arbeitslast zu erleichtern, die Arbeitszeit zu verkürzen und eng begrenzten Kreises von Landwirthen und Fabrikanten. Die durch richterliche Entscheidung thatsächlich Gesetz ihr ein menschenwürdigeres, reicheres Dasein zu gewähren! Wir sehen nicht nur den Splitter im Auge der Börsianer, gewordenen Verschwörungs- Paragraphen stempeln alle Die Mittel, einen allgemeinen Wohlstand zu sondern auch den Balfen im Auge der Kartellbrüder und wirksamen Mittel der Arbeiter- Bestrebungen zu Verbrechen. schaffen, häufen sich täglich mehr und mehr. An den ihres junkerlichen Anhanges. Die einzig noch mögliche Abhilfe in den Augen Arbeitern wird es liegen, eine Wirthschaftsordnung zu Vieler- durch die Vermittlung der alten Parteien ver- schaffen, welche die Möglichkeit besserer Zustände auch sagt: Republikaner wie Demofraten wollen die Arbeiter zur Wirklichkeit macht. machtlos wissen. Will die verehrte Redaktion der„ D. N." nicht ihrer fittlichen Entrüftung auch einmal Luft machen gegen die Drahtzieher der Schwankungen des Rubelkurses? Wir bitten nur recht muthig voran zu gehen, wir werden gerne Gefolgschaft und Unterstüßung leisten. Sollte uns freuen, einmal da mit der Kartellpresse zusammen in fittlicher Entrüstung arbeiten zu können. Stoff ist ja wohl genug vorhanden, also nur immer frisch an die Arbeit! Da werden wir aber wohl lange warten können, denn Bauer, das ist ja gauz etwas anderes! wird es bei dem edlen Dresdener Blatt heißen. Uns aber ist der Mund verbunden. Schnikel. Wenn dann die Konvention nicht im Stande ist, aus dieser verblüffend einfachen Lage die nothwendigen Konsequenzen zu ziehen und die erlösende Formel zu finden, so müßten wir uns in dem Charakter und in der Einsicht Anschlag bringt, sagen, daß er besser ist als sein Nächster? Wer kann, wenn er die Macht der Verführung in der Männer, die in Troy zusammen kommen werden, sehr wenn das Glück und die Gemächlichkeit den Menschen getäuscht haben. Sind sie aber die rechten Leute, so kann nicht ehrlich macht, so erhält es doch wenigstens auf der die Konvention in Troy der Ausgangspunkt einer neuen Bahn der Rechtlichkeit. Ein von einem Schildkrötensuppenunabhängigen politischen Arbeiterbewegung werden, welche alle bisherigen Versuche einer solchen in demselben festmahle kommender Stadtrath wird seine Kutsche nicht Maße an Stärke, Umfang und Zielbewußtsein übertrifft, aber hungern. und sehet zu, ob er nicht einen Laib Brod verlassen, um eine Hammelkeule zu stehlen. Laßt ihn als die Umstände dafür gesorgt haben, daß die Situation eine jest um so viel flarere als früher, den blödesten mitgehen heißt. Augen erkennbare, und in ihren Konsequenzen zwingendere geworden ist. Technische Umwälzungen. * Thackeray, Jahrmarkt des Lebens. * Den Bampf um ihr Koalitionsrecht, d. h. gegen die von uns in Nr. 36 der„ Volfstribüne" Die furchtbarste Quelle inneren Krieges( d. h. des geschilderten„ Verschwörungs" geseze, scheinen die Arbeiter Verbrechens) ist die materielle Noth und die Ueppigder Vereinigten Staaten mit aller Energie aufnehmen feit. Ein ganzes Heer von Verbrechen und Lastern gehört zu wollen. So hat die einflußreiche Central Labor hierher. Raub, Diebstahl, Betrug, Unterschlagung, Er( Arbeits-) Union des Staates New- York eigens eine pressung, Gründungs- und Börsenschwindel, Erbschleicherei, Generalversammlung nach Troy einberufen, um Mittel Daß die deutsche Industrie während der Gründer- Ausbeutung der Arbeiter durch den Arbeitgeber und umund Wege zur Beseitigung der Verschwörungsgesche zu zeit des vorigen Jahrzehnts eine ungeheure Umwälzung gekehrt, Steuerbetrug und Steuerdruck, Wucher mit allen finden." erfahren hat, ist Allen bekannt. Ueberall legte man neue Formen des sozialen Parafitenthums, Unzuchtserwerb, Die ,, New- Yorker Volkszeitung" knüpft daran folgende Etablissements mit den fortgeschrittenften technischen Ein- Ergaunerei von Sinefuren und Konzessionen durch parlatreffende Ausführungen: richtungen an, sodaß das Ergebniß eine unglaubliche Bermentarische Korruption, Entwendung technischer GeheimDie Willkürmaßregeln der Polizei, die Verdikte der befferung des ganzen technischen Produktionsapparates des nisse, Waarenfälschung, Markenfälschung, Verläumdung der Bourgeois- Geschworenengerichte und die Entscheidungen der Landes war. Konkurrenten, Verruf von Waaren und von Kreditwerthen höchsten Richter- Kollegien des Staates New- York haben Daß auch nach den Gründerjahren fein Stillstand find insgesammt Formen inneren, mit Gewalt und thatsächlich festgestellt, daß den Arbeitern diejes Staates cintrat, ja daß unter dem Drucke des schlechten Geschäfts- List geführten Unterhaltungskampfes.. Dieser( innere) „ gefeßlich", d. h. nach der gerichtlichen Deutung der ganges sogar wahrhaft verzweifelte Anstrengungen gemacht Krieg wird von den einen aus Noth, von den anderen betreffenden Paragraphen des Strafgesetzbuches, kein einziges worden sind, Maschinen einzuführen, zu verbessern und deshalb begonnen, weil der Reichthum Staffeln zu allen Mittel zur Vertheidigung ihrer ohnedies schon recht damit billiger zu produziren das lehrt eine soeben übrigen Gütern und Genüssen des Lebens baut. niedrigen Lebenshaltung oder zur Erringung einer besseren veröffentlichte Zusammenstellung der„ Statist. Korresp." Lebenslage übrig gelassen worden ist, als der direkte über die Anwendung der Dampfkraft in Preußen. Streit um Lohnerhöhung oder gegen Lohnherabsetzung. * Schäffle. Alle anderen Streiks sind als eine„ Verschwörung", als und Dampfmaschinen, welche vornehmlich für die Industrie offenkundig ist, daß die eine Hälfte der ganzen Nation Nicht nur die Zahl der feststehenden Dampflessel Was für eine Täuschung! Zu einer Zeit, wo es gegen die Geseze verstoßend, erklärt worden. in Betracht kommen, ist um ein Beträchtliches gestiegen, sich in einem Zustande befindet, der nicht weit vom VerEin Streit wegen Anstellung von Scabs ist„ Ver- sondern auch die Benutzung vortheilhafterer Kessel- hungern schwörung"; ein Streik wegen Entfernung eines nichts- formen und Maschinenkonstruktionen machte sich in immer ungern entfernt ist, und Hunderttausende von Familien würdigen, arbeiterschindenden Bormanns ist„ Verschwörung"; tärferem Maße geltend. beim Aufstehen nicht wissen, wo sie am Tage eine Mahl= und im Alter zu bilden. Cobbett 1817. ein Streik wegen Aufrechterhaltung von Gewerkschafts- Während die Zahl der Dampskessel einfachster Beit finden sollen: in einer solchen Zeit legt man ein bestimmungen ist„ Verschwörung" u. s. w. Daß alle Form, die einfachen Walzenfessel, seit 1879 eine Abnahme Projekt vor, die Ersparnisse der Tagelöhner und Arbeiter dieje Streiks indirekt nur Streiks wegen Lohnerhöhung( von 3916 auf 3573) zeigt, haben sich alle übrigen Keffel- zu sammeln, um sie der Regierung zu leihen und ein oder gegen Lohnherabsetzung find, ficht die Herren Richter formen einer erheblich gesteigerten Verwendung zu erfreuen Vermögen zur Unterhaltung der Leiher in Krankheit und Bourgeois- Geschworenen durchaus nicht an. Im Gegen- gehabt, darunter namentlich die Flammrohrkessel mit theil, sie sind sich sehr wohl bewußt, daß ohne diese fried- Querficdern, welche auf das Fünffache( von 341 auf lichen Zwangsmittel cine Organisation nicht die mindeste 1731), und die engröhrigen Siederohrkessel( 1879 640, Hoffnung hat, ihr eigentliches Ziel zu erreichen, so daß 1888 1500), sowie die Feuerbüchsenkeffel mit Heiz- und sie ohne dieselben ihren Bestand als Organisation gar Siederöhren, welche auf über das Doppelte gestiegen sind. nicht aufrecht erhalten kann. Aber gerade deshalb erfolgen Geht hieraus hervor, daß man in Preußen die einjene Entscheidungen; man erlaubt den Arbeitern scheinbar die Führung des Kampfes um ihre Lebenshaltung, schneidet fache Kesselform mehr und mehr verläßt und sich einer ihnen aber alle Mittel ab, diesen Kampf auch nur mit vermehrten Verwendung leistungsfähigerer Bauarten zueinem Schimmer auf Erfolg wirklich zu führen. Darum wendet, so ist es eine natürliche Folge davon, daß auch wird auch der„ Boykott" zum Verbrechen, zur Verstärkere Zunahme erfuhr als diejenigen, welche mit niederem die Zahl der Kessel mit hohem Atmosphärendrucke eine schwörung" gestempelt, ebenso wie die Kennzeichnung notorischer„ Scabs" und sonstiger Lataien der Kapitalisten. Drucke arbeiten. Es wurden nämlich gezählt " 1 Kessel mit einem Atmosphären Anfang Anfang überdrucke von unter bis 2 Atmosphären über 2 bis 5 Atmosphären über 5 Atmosphären nicht festgestellt. . 4 1879 1165 27 067 4 179 1888 903 31171 13 415 86 Es ist demnach eine Thatsache, daß die Arbeiter des Staates New- York- wenn sie die Geseze" beobachten wollen in Folge der gerichtlichen Deutung der„ Verschwörungs" geseze vollständig hilflos dastehen; daß ihnen keine Hoffnung bleibt, durch ökonomische Kämpfe ihre Lage zu verbessern oder sich nur gegen das Herabfinken in eine noch schlechtere Lage zu schüßen. Einer Abnahme der Kessel mit einem Drucke von Gegenüber der Wichtigkeit dieser Thatsache für die unter bis 2 Atmosphären steht also eine Zunahme der Arbeiter verschwindet die Streitfrage über Freihandel oder jenigen mit einem Ueberdrucke von 2 bis 5 Atmosphären Schutzzoll vollständig, wie sie jetzt vor der Präsidenten- um 15,2 pet. gegenüber, während die Kessel mit mehr wahl unablässig breitgetreten wird. Alle Arbeiter- Organi- als 5 Atmosphären Ueberdruck sich sogar verdreifacht haben. sationen, sie mögen einen Namen haben, welchen sie wollen, Also überall gewaltige technische Fortschritte, die müssen die Beseitigung dieser Verschwörungsgesete natürlich nur der Großbetrieb voll und ganz ausnutzen anstreben, oder ihre Existenz ist vollständig gegenstandslos fann. Sie bedeuten demnach eine weitere Erschwerung geworden. der Stellung der kleinen Unternehmer, auf deren Und so bietet sich denn in der Lösung dieser Aufgabe Beseitigung unsere ganze Wirthschaftsordnung schon aus für sämmtliche Arbeiter Organisationen ein Vereinigungs- anderen Gründen hinausläuft. punkt von seltener Klarheit und Wichtigkeit; in diesem Dieselbe Lehre muß man auch aus folgenden Zahlen Sinne ist die Konvention von Troy von außerordentlich entnehmen: weitreichender Bedeutung. Die Zahl der feststehenden Dampfmaschinen mit Was unserer Meinung nach auf der General- ermittelter Leistungsfähigkeit betrug 1888 43 271; versammlung geschehen sollte, ist folgendes: Die beiden ihre Gesammtleistungsfähigkeit belief sich auf 1447 352 alten Parteien( Demokraten und Republikaner) sollten Pferdestärken. Sie essen gut, sie trinken gut, Erfreun sich ihres Maulwurfsglücks, Und ihre Großmuth ist so groß Als wie das Loch der Armenbüchs. Heine. Politische Nachrichten. Folgenden kläglichen Beschluß haben die englischen Gewerkschaften kürzlich auf ihrem Jahreskongreß gefaßt: ,, Es möge eine verbessernde Aenderung in den Gesetzen be= treffend die Einwanderung dahin stattfinden, daß ausländischen Personen, welche kein Vermögen besitzen, das Landen auf englischem Boden untersagt, resp. verweigert wird, namentlich wenn sie nicht nachweisen können, daß sie erfahrene, mit Einsicht und Geschicklichkeit begabte Handarbeiter sind, welche am Tage ihrer Ankunft sofort Kongreßlingen, welche 816 944 englische Arbeiter verin Arbeit treten können." Dies der. Beschluß von 165 Rongreßlingen, welche 816 944 englische Arbeiter vertreten!! Das Arbeitshaus, der lezte Zufluchtsort für die Aermsten der Armen in England, vermag den Anforderungen nicht mehr zu entsprechen. In der letzten Sitzung der Paddington Arbeitshaus- Verwaltung in London legte der Direktor der genannten Anstalt der Versammlung vor, daß der Andrang der Elenden ein wahrhaft furchtbarer sei. An dem der Sitzung vorhergegangenen Abend konnte faum mehr als die Hälfte der Obdachsuchenden aufgenommen werden. Es entspann sich ein förmlicher Kampf zwischen den Halbverhungerten, um eine Unterkunft für die Nacht. Die Zahl der Gesuche um Aufnahme hat während des als solche nicht in ihren einzelnen Vertretern der Ver- Zu Anfang 1879 war in Preußen bei 29 171 Maschinen leßten Monats um. 70 pet. zugenommen, eine Steigerung, einigten Staaten aufgefordert werden, zu der eine Gesammtleistungsfähigkeit von 887 780 Pferdeftärken die der Verwaltung um so besorgnißerregender vorkam, Frage der Verschwörungs- Gesetzgebung Stellung festgestellt worden. als die Berichte der anderen Werkhäuser ganz ebenso zu nehmen und durch ihre berufenen Organe die Tendenz Während also die Zahl der Maschinen von 1879 lauten. Man weiß sich absolut keinen Rath, da der Andieser Stellungnahme laut und deutlich zu verkünden. zu 1888 um 48,3 pCt. stieg, hat sich die Anzahl der drang während des kommenden Winters ein noch viel Wir hegen nicht den mindesten Zweifel darüber, Pferdestärken um 63,0 pбt. vermehrt, ein Zeichen, daß größerer werden wird. Die Herren sind also mit ihrem denn es liegt in der Natur der Sache- daß beide in diesem neunjährigen Zeitraume vornehmlich größere Latein zu Ende. Parteien diese Stellungnahme unter mehr oder minder und leistungsfähigere Maschinen zur Aufstellung ge= süßen Redensarten ablehnen werden. Man entschlage langt sind. Im Jahre 1879 kam hiernach auf eine sich aller Sorge darüber, daß die eine oder andere Partei Dampfmaschine eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit von sich vielleicht doch mit den Forderungen der Arbeiter in 30,4, im Jahre 1888 dagegen eine solche von 33,4 Pferdedieser Beziehung solidarisch erklären und in Folge dessen stärken. Kürzlich begann der Stockholmer ,, Sozial- Demokrat" seinen vierten Jahrgang. Die erste Nummer desselben war eine illustrirte Festnummer mit Portraits von Aug. Palm und Arel Danielson. Der Geschäftsstand des Organes ist den Anhängern der unabhängigen Arbeiterpolitik eine ver- Je größer die Maschine, desto leistungsfähiger ist sie, gegenwärtig ein ganz günstiger, so daß die Genossen mit " Stontrakt öffentliche Versammlungen im Saale des Schüßenhauses nicht abhalten lassen darf und sich in Folge dessen die vorgedachte Anzeige erledigt. dem Plane umgehen, es von Neujahr ab täglich erscheinen dienten schneidigen Redakteur der Arbeiterstimme", als zu lassen. Zu der diesen Sommer in Kopenhagen hauptsächlichstem Führer. Es unterliegt keinem Zweifel, stattgefundenen Skandinavischen Ausstellung" war eine daß die große sozialdemokratische Arbeiterbewegung geDas ist allerdings eine sehr einfache„ Erledigung" der Sache, Abtheilung französischer Arbeiter auf Kosten der Stadt schaffen werden wird. Die im Vordertreffen stehende bei der sich nur die eine Frage aufdrängt, wie denn der sonderbare Paris gesendet worden, welche von den Kopenhagener schweizerische Arbeiterschaft wird sicher wie ein Mann für Zufall entstand, daß der Schützenvorstand der Polizei nicht Genossen sehr gut aufgenommen wurden und mit denselben die Bildung einer neuen sozialdemokratischen Partei ein- etwa seinem Bächter solche Enthüllungen machte. Die Polizei wird doch nicht..? Doch wozu uns in solche Gedanken einin jeder Weise fraternisirt haben. Bei einem Ausfluge treten. Bietet die Schweiz, wie wir gezeigt, auch man- lassen! Wunderbarer Weise machte es aber der zweite Wirth genau derselben nach Malmö übersendeten sie dem daselbst im cherlei Betrübendes, so versöhnt doch wieder der außer wieder so. Er sagte erst den Arbeitern den Saal zu und dann erGefängniß befindlichen Genossen Danielson folgenden Gruß: ordentliche Aufschwung, den die Arbeiterbewegung genom- hielten lettere am 25. 6. M. nicht etwa vom Wirthe, sondern „ Die französische Arbeiterdelegation sendet dem Bürger men hat. Mag nun kommen, was da wolle, mag die von der Polizei folgenden Utas: Auf Ihre erneute Anzeige vom gestrigen Tage, die AbRedakteur Arel Danielson ihren brüderlichen Gruß. Wir Polizei noch ärger als bisher werden, mag man massenhaltung einer öffentlichen Volksversammlung in dem Brase'schen fordern ihn auf, den Kampf, den er begonnen, fortzusehen, haft die deutschen Sozialdemokraten ausweisen, die Lokal betreffend, erhalten Sie hierdurch zur Nachricht, daß Brase heute hier angezeigt hat, daß er sein Lokal zu der ihn versichernd, daß er die Anerkennung und Sympathie Schweizer Genossen sind bereit, in die Lücke zu treten und fraglichen Versammlung nicht hergiebt. der Sozialisten aller Länder für sich hat. Für die Dele- den Kampf für die Sache der Sozialdemokratie fortzugation: S. Bonhomme." führen. - Was für Gründe mögen wohl inzwischen auf Herrn B. eingewirkt haben und welcher sonderbare Zufall war auch hier wieder Daß das Befinden des Abgeordneten Kräder im Spiel, daß die Polizei zuerst von dem Entschlusse des Wirthes Während sich in der Schweiz auf der Seite der wußte und daß die Polizei ihn den Arbeiternübermittelte? Ist sich abermals verschlimmert habe, theilten wir bereits mit. Die Polizei in Sorau das Mundstück der Wirthe, oder sind die Bundesbehörde die beschämendste Reaktion breit macht, wie aus Breslau berichtet wird, leidet kräcker furchtbar. Wirthe das Werkzeug der Polizei? In Forst war die Sache nimmt die sozialdemokratische Entwicklung ihren stetigen großartigen Aufschwung. Die Agitationsreise, welche Die beiden ihn behandelnden Aerzte konstatirten Bauchfell- weniger komplizirt und umständlich. Dort werden seit Jahr und Liebknecht gemacht, hat Versammlungen von solcher entzündung und Leberkomplikationen. Und während der Tag alle Versammlungen verboten, nur mit dem Unterschiede, daß Liebknecht gemacht, hat Versammlungen von solcher das eine Mal betont wird, der Einberufer sei Sozialdemokrat, Größe gebracht, wie sie vorher nicht dagewesen, und einen Kranke auf seinem Schmerzenslager fich windet und krümmt, das andere Mal: dem Redner seien sozialdemokratische Gesinnungen während die Familie verzweiflungsvoll sein Bett umsteht, zuzutrauen. Diesmal konnte man dem Einberufer nichts anhaben, Enthusiasmus für die Sache der Sozialdemokratie gezeigt, beeilt sich die Gerichtsbehörde, ihm die Prozeßrechnung denn dieser war wohlbestallter Innungsmeister; so mußte es denn wie man ihn sich nicht besser wünschen kann, und waren in Höhe von 1519 Mark und 66 deutschen Reichspfennigen der Referent büßen; bei den Liebknecht'schen Vorträgen auch überwiegend deutsche Sozialdemokraten vertreten, so nahmen doch auch zu präsentiren, mit der Aufforderung, dieselbe„ binnen die Schweizer in bedeutendem Maße daran Theil. Es ist acht Tagen" bei Androhung der Auspfändung zu bedas nicht zu verwundern, da der Bundesrath durch sein zahlen! Die Aerzte verboten der Familie, dem Kranken von diesem Akt der Breslauer Gerichtsbehörde Kenntniß Vorgehen der Sozialdemokratie eine wirksame Reklame gemacht hat. Die schweizerischen Arbeiter haben klar er- 34 geben, weil dies die Katastrophe beschleunigen würde. kannt, daß nur die kräftige sozialdemokratische Organisation Einer eigenthümlichen Handhabung des Versamm Da der Redakteur der„ Volkstribüne" in Berlin zu den prononzirtesten Sozialdemokraten, Rednern und Agitatoren gehört, müssen wir annehmen, daß die öffentliche Versammlung, welche am 26. 6. M.. hierselbst stattfinden soll, dazu bestimmt ist, sozialdemokratischen Zwecken zu dienen. Die Abhaltung der Versammlung wird deshalb hiermit verboten. Der Erste Bürgermeister. Enzmann. Aehnlich war es in Sommerfeld. Da nun aber der gleiche Referent über den gleichen Gegenstand unbeanstandet in Frankfurt a. D., dem Size der vorgesetzten Behörden der kleinen Laufizer Lokalbeherrscher, sprechen durfte, so wird hoffentlich die erhobene Beschwerde etwas fruchten, sodaß auch die Arbeiter dieser Gegend Auf Ihre Anzeige vom heutigen Tage gereicht Ihnen sich über einen Gesezentwurf aussprechen können, der sie doch gewiß hiermit zum Bescheide, daß der Schüßenhauspächter, Herr sehr nahe angeht und über den die Regierung nach ihren eigenen Nirdorf, nach Mittheilung des Schützenvorstandes, laut Stundgebungen die Meinung der Arbeiter zu hören verlangte. im Stande ist, den Arbeitern dasjenige Maß von Achtung lungsrechtes befleißigen sich die Behörden der Niederlausis. zu verschaffen, das ihnen immer noch bestritten wird. Ein Für Dienstag Abend hatten die Arbeiter Soraus den Saal des Schüzenhauses gemiethet, um über die Altersversicherung ihre schweizerischer Arbeitertag wird sich mit der Bildung einer Meinung fundzugeben. Zu ihrem größten Erstaunen erhielten fie großen schweizerischen sozialdemokratischen Partei beschäf- am 24. d. M. bereits folgenden schriftlichen Bescheid seitens der tigen. Bisher bestand eine verhältnißmäßig kleine sozial- Bolizeiverwaltung( gez. Heinzel): demokratische Partei mit Zürich als Zentrum, und Conzett, dem um die schweizerische Arbeiterbewegung so sehr verRestaurant Herm. Liewald, Mariannenstrasse 46, Abendtisch empfiehlt seinen großen Mittagtisch nach Auswahl mit Bier 45 Pfg. nach Auswahl zu mäßigen Preisen, sowie vorzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. Ein Vereinszimmer mit Pianino, 50 Personen fassend, ist zu vergeben. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Dafelbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) E. Kuntze, Stalitzerstr. 18.( Zum lustigen Stiefel) empfiehlt seinen reichhaltigen und kräftigen Frühstück u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. 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Von Mar Schippel. Broschirt Mt. 1,50. Geb. Mt. 2,-. Die II. Serie ist mit einem reichillustrirten Werke von W. Blos, Die französische Revolution, volksthümliche Darstellung der Ereignisse und Zustände in Frankreich bon 1789 bis 1804 eröffnet worden. Die Lieferungshefte( 32 Seiten gr. Oftav in Umschlag à 20 Pf.) sind Zimmerstr. 44 zu haben. Hochachtungsvoll J. H. W. Diet' Verlag in Stuttgart. Große öffentliche Versammlung der Eine sehr freundl. Schlafstelle für einen Herrn zu verm. Waldemarstr. 3, 4 Tr. bei E. Diether. Grosse öffentliche Versammlung der Fabrik- und Handarbeiter Berlins. Bergolder und Beruisgenoñen Dienstag, den 2. Oktober, Abends 8½ Uhr, im Vereinshaus Süd- Ost, Waldemarstrasse 75. Tages- Ordnung: Die Alters: und Invalidenversicherung der Arbeiter. Referent: Herr Mar Schippel. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Gold- und Silberwaaren zu Fabrikpreisen. 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Verschiedenes und Ausgabe der Billets zum Stiftungsfest, welches Sonnabend, den am 6. Oftober in Fiebig's Lokal, Gr. Frankfurters straße 27/28, stattfindet. Die Mitgliedskarten werden nur vom Kassierer verausgabt. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher u. verw. Berufsgenossen Berlins. Montag, 1. Oktober, Abends 82 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79, Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: Vortrag des Herrn Türk über:„ Die Be deutung der Literatur." Der Arbeitsnachweis für Möbel, Spiegel- u. Volflerwaaren- Magazin Schloffer und Berufsgenoffen bon Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Die von Mitgliedern des Fachvereins gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt sich einem geehrten Publikum zur Anfertigung von Herren- Garderoben jeder Art. Reichliche Auswahl in- und ausländischer Stoffe. Reelle Bedienung, guten Sig, solide Preise garantirt der Vorstand. 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Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 10 Uhr Abends, Sonntage bon 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da fich die vier Raffirer der„ Ortsfrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, fich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, erfuchen wir, nur den obengenannten Ar beitsnachweis zu benußen. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: T. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Der Vorstand. № 39. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribüne". Die leidende Stadt. Wolke, du weiße Taube im Blauen, Willst du mich locken zu seligem Fluge Ueber die jugendfröhlichen Wiesen, Ueber der Wälder jubelnde Häupter, Ueber den spiegelnden See? Ach ich kann nicht schwärmen wie eh'; Ueber Wiesen, über Wälder Seh ich finstre Schatten gleiten, Trauerschatten... mir wird so weh. Wie ein Wandrer, Der zur sterbenden Mutter eilt, Vor Sorge nicht sieht die Gärten am Wege Und der Bäume, der alten Freunde, Grüßendes Flüstern überhört: So schwebt vom deutenden Hügel Meine seufzende Seele Achtlos über den Reiz der Flur Zur fern gelagerten Stadt Und umfängt die trübe Stadt Mit leidender Liebe, Wie der weinende Wandrer Die franke Mutter. Leidende Liebe, Kränze mein williges Haupt Mit dornigen Träumen, Laß mein durftendes Auge trinken Meiner Geschwister Leiden; Mit Geliebten leiden ist füß, Und Vergessen ist Sünde. Trübe Stadt, mürrische Schaar Schwärzlicher Dächer in Dunst gehüllt, Steinerne Nefter brütender Uebel, Feuchte Kerkermauern, Bange Krankenkammern Meiner bleichen Geschwister! Dort am engen Giebelfenster Trauert ein blasses Mädchengesicht Gleich welkender Blume geneigt; Durch die schmalen Finger Schleicht der Faden schlangenhaft Und heftet die matte Hand An das peinliche Gewebe; Finster wie ein Sklavenvogt Schaut vom Hof die Mauer zu. Drunten im sonneschmachtenden Hofe Sißt auf fühlen Steinen ein Kind Träumerischen Auges Und spielt mit Hölzchen Und pflanzt die Hölzchen in spärliche Erde Und baut ein Gärtchen Im sonneschmachtenden Hofe. Heimlich aber schleicht das Siechthum Und füßt des Kindes Wange. Wo ist des Kindes Mutter? Sie krümmt den schmerzenden Rücken Am dunstigen Waschsaß, Bis die barmherzige Nacht Die müde Hand ergreift. Der Vater aber steht Auf staubiger Straße im Sonnenbrand Und schwingt mit braunen Armen Den eisenbereiften Stampfer Zum Stoß auf ächzende Steine, Die fich fügen zu hartem Bunde, Der Erde keimende Sehnsucht, Halm und Blumen zu ersticken; Und Mutter Erde lockte so gern Die Menschenkinder mit Halm und Blumen Zu Kindesliebe und Kindesglück. Odornige Träume, Schmiegt euch heiß und heißer Um die Erlösung grübelnde Stirn. Wilder lodre mein Sehnen, Lauter rufe mein Flehen: Erlösender Tag, erwache! Früher hebt der erlösende Tag Dann vom Schlaf sein muthiges Haupt; Himmlisches Licht Regnet auf die schmachtende Stadt Die finstern Dächer vergoldend; Wonnige Luft in Strömen Bespült die dumpfigen Mauern Und scheucht aus steinernen Nestern Dunkle Wolken gespenstischer Vögel. D felig, Zu öffnen die Thore der Stadt, Genesende Geschwister An den Händen zu führen Sonnabend, den 29. September 1888. Zur mutterglücklichen Natur, Die mit heißem Sonnenmunde Die bleichen Kinder küßt. Dann schwärmen wir Hand in Hand, Gelockt von fliegenden Wolken, Den weißen Tauben im Blauen Ueber die jugendfröhlichen Wiesen, Ueber der Wälder jauchzende Häupter, Ueber den wonnespiegelnden See. Bruno Wille. Was die Weltstadt verschlingt. Von Hans R. Fischer. Motto: Die Nacht verrinnt, der Morgen dämmert, Vom Hof her poltert die Fabrik Und walkt und stampft und pocht und hämmert, Ein hirnzermarterndes Gequieck! Die Nacht verrinnt, der Traumgott ruht nun, Die Nacht verrinnt, der Traumgott ruht nun, Die Welt geht wieder ihren Lauf, Zum Himmel sprigt der Tag sein Blut nun, Die Nacht verrinnt und seufzend thut nun Das Elend seine Augen auf. Arno Holz. II. Jahrgang. Preis eine lange Untersuchungshaft und die Ladung von Arbeitgebern, die sie dann womöglich nicht wiedererkennen. Nein, nein! lieber ein paar Tage Haft. Wer hebt den Stein auf und wirft ihn nach dem, der aus Verzweiflung im Schnaps Betäubung sucht, der voll wilder Wuth über die beste aller Welten zum Verbrecher wird, wenn er verkommt und verdirbt? Menschenwürde, Freiheit, Wanderlieder, Verherrlichungen des Umherschweifens in deutschen Landen, Alles schrumpft zusammen, enthüllt sich als Fata Morgana! Die Welteren gehörten wie die Jüngeren den verschiedensten Gewerkschaften an; doch auch Kaufleute, Schreiber und Technifer waren in dem Saale der„ Christlichen Herberge" zusammen. Mancher Aeußeres machte noch einigen Eindruck, Andere trugen verschossene Sachen, schon gelb gewordene Gummi- oder Papierwäsche. Das Haus gewährt dreimal hintereinander ein Bett zu 25 und mehr Pf. die Nacht. Es erzielt wie alle Bennen" und Herbergen ein glänzendes Geschäft; der jährliche Ueberschuß beträgt Tausende von Mark. Die Meisten waren wegen ,, Mangel an Beschäftigung", frankheits- und anderer widriger Verhältnisse wegen zu Besuchern der Herberge geworden. Dem und Jenem getrat ein Rückschlag ein und der Kampf ums Dasein begann lang es vielleicht, wieder empor zu klimmen, dann aber von Neuem in furchtbarer Gestalt. Es giebt eine Art von Wohlthätern, deren Spezialität es ist, Dürftige für eine kleine Vergütung zu be= Unerträgliche Schwüle herrschte in dem von über schäftigen. Wenn aber irgend ein Unterschleif begangen hundert Personen besetzten Saale der Berliner Christlichen plößliche Entscheidung vorzieht, wenn die angenommene oder wenn man einem allmählichen Hungertode eine Herberge zur Heimath", Oranienstraße Nr. 105. Während draußen die Maienfonne Alles blendete und Leben und Stellung bald wieder aufgegeben wird, ja, da jammern Kraft gebar, sah man hier eine große Masse in Halbdunkel eine Art von Wohlthätern ist zu nennen. Das sind solche die Herren über Undankbarkeit und Verworfenheit. Noch getaucht, eng aneinander gepreßt. Lange Tische nebst die aus Unkenntniß und Schwäche statt auf einmal etwas Bänken und Stühlen zogen sich durch den Raum, in dessen Volles zu bieten, die„ Gaben" in kleineren Naten verMitte, gegenüber dem Buffet ein Betpult und Harmonium theilen und die niemals ganzes, nur halbes Vertrauen ihren Plaß hatten. Die Wirklichkeit trat nun wieder in ihr Recht. Flüsternd redete Einer mit dem Anderen, man berathschlagte das Thun am neuen Tage, erwog, wie Arbeit, Wohnung oder ein paar Pfennige zu beschaffen seien. Ein gut Theil hatte noch nicht gefrühstückt. Zu ihnen " Der ernst und würdig ausschauende Hausvater bielt spenben. Man glaubt nicht, wie feinfühlig der Arme ist und wie schwer die Dankbarkeit drückt, die man solchem die Morgenandacht ab. In eintöniger Weise sprach er Geben schuldet. betend die Hoffnung aus, daß Jeder Nächstenliebe üben und nach aufwärts streben möge. Als Haupttheil folgte der Choral Wie schön leuchtet der Morgenstern." Es rechneten auch die, welche obdachlos die ganze Nacht dauerte ziemlich lange, bis der von sämmtlichen Anwesen- Berlin durchschweift und nun ermattet in der Frühe die den geführte Gesang verstummte, Satz für Satz wurde Herberge aufgesucht hatten. Hier hofften sie ein Stündvorgesagt, dann erst erklang kräftig, aber ohne besonderes chen zu ruhen, vielleicht gar ein menig zu schlummern. Gefühl das Vernommene. Endlich klappte der Deckel des Wie verheißungsvoll sprach doch auch der Spruch dieser Instrumentes, die Fenster des Saales öffneten sich und christlichen Stätte kommet her zu mir Alle, die Ihr herein strömte die Frühlingsluft. mühseelig und beladen seid, ich will Euch erquicken!" Auch ein junger, vielleicht 25jähriger Mann zählte zu diesen Unglücklichen. Hohlwangig, in schäbigster Kleidung drückte er sich in eine Ecke. Sein Nebenmann vernahm eine Geschichte, die trotz des bitteren Ernstes eines komischen Ein gewaltiges Stück sozialen Lebens zeugte diese Anstriches nicht entbehrte. Der Obdachlose hatte bis vor Kurzent für vierzig Mark einen Monat hindurch als Menge, die in der Mehrzahl aus jungen Burschen, zum Schreibgehülfe eines Geschäftes fungirt. Zu seinen Obgeringeren Theile aus Männern im vorgerückteren Alter bestand. Da waren Rheinländer und Schlesier, Bommern liegenheiten gehörte auch die Verwaltung eines im Keller und Westphalen, Bayern und Schwaben, Berliner und lagernden Zentner Hundekuchens. Das war eine arge Wiener, ein Italiener radebrechte mit einem Wasserpolacken, Versuchung. Vorschuß gabs nicht und doch verlangte der alte Kunden", die das Schicksal schon jahrelang" walzen" Magen Zufuhr. So wurde denn allmählich von dem ließ, saßen bei Jünglingen, in deren Gefichtern die Stürme Leckerbissen losgebröckelt, doch eines Tages hieß es: der des Lebens noch keine Spuren zurückgelassen hatten. Sie, Hundekuchen wird verpackt und fortgeschafft. Es fehlte die Unerfahrenen, die einestheils bei„ Lehrlingszüchtern" ein Biertel Zentner. Der Verzehrer dieser Menge leugnete kaum das Nothwendigste erlernt und dann nach gethanem nicht sein Freveln, aber die Strafe war doch Entlassung. Dienst schonungslos auf die Landstraße getrieben worden Prüfenden Auges blickte der Hausvater nach gehaltewaren, anderentheils durch den Drang nach Verbesserung ner Andacht" im Kreise umher; ein Wink und die Befreiwillig den Wanderstab ergriffen hatten, vermochten diensteten der Herberge, stramme, pausbackige ehemalige troß aller äußeren Festigkeit eine gewisse Beklommenheit Landbewohner, gingen die Reihen der Dafizenden ab. nicht zu verbergen. Diejenigen, welche noch einen Noth- Hinaus, wer nicht hier geschlafen hat!" schallte es durch groschen bei sich führten, konnten allenfalls, geriethen sie den Saal. Keiner entfernte sich. Nun trat man aufs nicht in irgend ein Neg der Weltstadt, einige Tage und Geradewohl an Einzelne heran, eraminirte sie und packte Wochen existiren, ganz anders aber wars mit denen, die sie schließlich ohne weitere Umstände am Kragen. Vervöllig mittelos oder deren einzige Habe der„ Berliner" schiedene wagten Widerspruch. Haben Sie doch ein Einmit etwas Wäsche, Kleidung 2c. bildete. Kam nicht bald sehen!" Wir sind ja erst heut Morgen in Berlin an= Hilfe, so fiel Alles für ein Spottgeld dem Tröbler oder gekommen."" Ne schöne christliche Herberge, erst Beterei, den mehr besitzenden Genossen zu. dann Rausschmeißerei!" Die Hausknechte verstanden dies Mit magischer Gewalt ziehts nach der Reichshaupt- schlecht. Gummischläuche wurden zur Hand genommen stadt; aber wie Weniger Sehnen erfüllt sich. Unter dem und Schlag auf Schlag faufte auf Die hernieder, welche Massenglanz, dem Prahlen und Proßen sieht das Auge an diesem Orte, dessen Förderer aus den höchsten geistlichen bald: Nichtigkeit, Dede und Armuth. Wer allein auf sich und weltlichen Würdenträgern bestehen, Erbarmen und angewiesen ist, wer nicht mit außerordentlicher Zähigkeit Duldsamkeit zu Hause wähnten. In das Schreien und Toben aber gellte der Ruf: Rache! und Kraft ausgestattet ist und dem kein Zufall zum Retter wird, nimmt Schaden. Immer dichter schwillt das Heer der Proletarier an, immer stärker werden die Schaaren der Arbeitslosen und derer die für Geringes ihr Leben im Dienste der Industrie, der Arbeit opfern. * * Und immer dunkler wird die Nacht, Die Liebe schläft ein und der Haß erwacht Und immer üppiger dehnt sich die Luft Und immer angstvoller schwillt die Brust; Kein Stern, der blau durch die Wolken bricht, Kein Lied, das süß von Erlösung spricht Mein Herz schlägt laut, mein Gewissen schreit: Ein blutiger Frevel ist diese Zeit!" * * Die alte Geschichte von Abertausenden in Berlin! Es währt nicht lange und der Arme, der irgendwo um eine Unterstützung anspricht, fällt in die Hände der Polizei. Arbeit ist bei der Entlassung natürlich nicht sofort zur Hand, die Kleidung reißt immer mehr herunter, der Körper wird siech, Energie und Muth sinken und der„ Vagabund" ist fertig. Die Hilfe des Privat- Asyls" verschwindet bald, ein fünfmaliger Appell an das„ Städtische Weltstädtisches Leben pulsirte an dem Abende vor Obdach" erfolgt, man thuts verzweiflungsvoll ein sechstes Weihnachten desselben Jahres in der Leipzigerstraße. Mal und wird nun wegen Arbeitsscheu" per Gegenüber den„ Reichshallen" ruhte auf einer Bank in grünen Wagen" dem Polizeirichter übermittelt. Gewiß, sich zusammengesunken ein Mann: der Hundekuchenverzehrer. der Vagabund" kommt frei, wenn er den Nachweis der Es mußte ihm seit seinem Weilen in der Herberge immer Arbeitsbemühungen liefert, aber Wenige wagen um diesen trauriger ergangen sein. Ein leichter Sommeranzug, der " " neben zahlreichen Flicken auch aufgesprungene Näthe zeigte,[ ein Zustand der Natur und besonders der Gesellschaft,| bewegt; sodann, weil die Befriedigung dieses Bedürfnisses konnte unmöglich gegen die jetzige rauhe Wintertemperatur welcher möglichst vielen Wesen ein möglichst großes in hohem Maße dem Gemeinwohl dient, wie folgende schützen. Auch physischer Verfall war nicht ausgeblieben. Glück verschafft. Dies höchste Gut ist selbstverständlich Ueberlegung zeigt. Entbehrungen Schmerz und Kampf hatten mit der Zeit bei noch nichts Wirkliches, sondern etwas, das erst verwirkdem Armen das schleichende Gift der Schwindsucht ge- licht werden soll. fördert. Hin und wieder hob sich der Kopf und man gewahrte ein Gesicht, in das der Stempel der tödtlichen Krankheit mit furchtbarer Wahrheit gedrückt war. Die Kultur, 6. H. die von der menschlichen Gesellschaft geleistete Fortentwickelung der Lebensbedingungen in Was ist nun sittlich gut? Das Sittlichgute muß der Richtung des höchsten Gutes, oder die Steigerung der zunächst unter den allgemeinen Begriff des Guten fallen, Mittel zum allgemeinen Glücke, ist eine Folge nicht allein ferner im Unterschiede vom Egoistisch Guten etwas Höchst des sittlichen Fortschrittes, sondern unzweifelhaft auch Drüben vor dem„ Spezialitäteniheater" fuhr Wagen gutes sein, und endlich Eigenschaften des Wollens be- einige Geschichtsforscher, z. B. Bukle, lassen sogar nur auf Wagen an. Mit süßlicher Miene, vertraut oder frech, zeichnen; so faßt der Sprachgebrauch, der berufenste dies letztere gelten des geistigen Fortschrittes. Denn bisweilen auch befangen spazierten Vertreter und Vertrete- Kritiker jeder Begriffserklärung, das Sittlichgute auf. der geistige Fortschritt, die Erkenntniß der Gesetze von rinnen des Genusses und der Neugierde nach der Stätte, Sittlichgut sind demgemäß Regungen des Willens, welche Natur und Gesellschaft, seßt uns in den Stand, diese wo dressirtes Vieh, zweideutige Kouplets und als Aufguß zum höchsten Gute beitragen, d. h.„ das größte Glück der Geseze unserm Wohle diensbar zu machen, dergestalt, daß die Quellen der Unlust minder stark fließen, die Quellen dazu geistloser patriotischer Singjang unter dem rasenden größten Anzahl" fördern. Beifall der Menge das Regiment führten. Nach dieser Grundlegung untersucht die wissenschaft- der Lust aber reichlicher strömen. Der geistige Fortschritt Reichthum und Pracht sprachen aus den hellerleuchte- liche Sittlichkeitslehre, welche Wirkungen für das allgemeine nun kommt keineswegs durch vereinzeltes, unterſtüßungsten Schauläden, die fortwährend welche der Vorüber Glück die einzelnen Regungen des Willens erfahrungs- loses Nachdenken des Einzelmenschen zu Stande, sondern hastenden zum Stehenbleiben und dann und wann auch gemäß haben. So gelangt sie zur Eintheilung der durch das geistige Zusammenarbeiten der Gesellschaftszum Eintreten und Kaufen veranlaßten. War doch Charaktereigenschaften in Tugenden und Laster. Folgende Erwägungen führen nun zu dem Ergebniß, Jeder Forscher, welcher das Wissen der Menschheit morgen Weihnachtsabend, den auch der Aermste nicht in feinem Gedächtniß zu streichen vermag. Jene verlorenen daß die Duldsamkeit als Tugend und Pflicht, die bereicherte, wurde durch die Vorarbeiten anderer Forscher Kinder des Volkes, die fragenden Auges dahinwandelten, Intoleranz dagegen, somit auch die politische, als ein erst in den Stand gefeßt, die Wissenschaft weiter zu entwickeln, und gleicht also dem Maurer, welcher auf einem sie bezahlten die nahe Festesfreude mit der Hingabe ihrer schweres sittliches Uebel angesehen werden muß. Leiber am heutigen Abend. Intoleranz ist ungerechtigkeit.-Die Zufügung eines von Genoffen emporgeführten Bauwerke stehend weiter Und für all die Arbeiter und Arbeiterinnen, die auch Leides kann unter Umständen etwas Gutes sein, wenn baut. Millionen denkender Köpfe haben zu diesem Werke ihr Liebstes mit einer kleinen Gabe beglücken wollten, hieß nämlich die guten Wirkungen der Leidzufügung das Leid ihre Beobachtungen und Ansichten gleichwie Bausteine es tage, wochenlange Verdoppelung der Thätigkeit, um selbst überwiegen. Eine solche gute Leidzufügung ist die herbeigetragen. Viele von diesen der Allgemeinheit preisdas Ausgegebene wieder nachzuholen. Andere zogen ihres gerechte Strafe. Die physische oder moralische Bestrafung gegebenen Ansichten waren natürlich unnütz oder gar Weges, die nicht wußten, wo ihnen heut und morgen ein einer That soll- abgesehen von anderen, unberechtigten schädlich, weil irrthümlich. Die Irrthümer aber wurden Obdach, geschweige denn ein Bissen Brot bescheert werden Motiven bewirken, daß in Zukunft die Furcht vor mehr und mehr beseitigt oder berichtigt, indem widerwürde und die kein Wort einlud:" Kommet her zu mir solchem und ähnlichem Thun und die Abneigung davon sprechende Thatsachen auftauchten, welche neue Urtheile Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will Euch größer ist, als der Anreiz dazu. So wird ein Raufhold herausforderten, und diesen Urtheilen eben durch ihre erquicken!" richterlich bestraft, damit er die gesetzlichen Folgen der Thatsächlichkeit siegreiche Kraft verliehen, so daß die glieder. Niemand achtete Desjenigen, der in diesem rauschen- Stauferei aus eigener Erfahrung kennen lerne und durch falschen Urtheile unterliegen mußten. Denn wie in der den Strome ermattet zusammengejunken war und im Schlafe die Erinnerung daran abgeschreckt werde, fürder zu raufen; Pflanzen- und Thierwelt, so waltet auch in der GedankenVergessenheit des Elends suchte. Vielleicht träumte er als und ein Knabe wird wegen Lügens getadelt, damit er welt ein Kampf ums Dajcin", in welchem die stärkeren Kind unter einem strahlenden Tannenbaum zu kauern, eine derartige Abneigung gegen das Lügen bekomme, daß Gedanken die schwächeren überwinden, so daß eine Anslese Mütterchen koste und herzte ihn, Alles blickte so lieb andere Motive ihn dazu nicht oder wenigstens feltener zu des Tüchtigen entsteht. bewegen vermögen. Der vernünftige Zweck des Strafens ,, Wollen Sie sofort ausstehen und weitergehen, hier ist also Abänderung des Willens. und traut.. Je großartiger diese geistige Schlacht sich entfaltet, desto bedeutender sind offenbar die Errungenschaften des wird nicht geschlafen", ein Schußmann sprachs und Wird aber ein Verhalten bestraft, welches gar nicht Sieges, desto bedeutender die Beiträge zur Wahrheit und richtete den Ruhenden auf. Leute traten hinzu ohne jedoch vom Willen abhängt, so ist die Bestrafung sinnlos und allgemeinen Beglückung. Hieraus folgt, daß die Moral irgendwie in Aufregung zu gerathen. Ein gewohntes lediglich vom Uebel. Mit Recht spricht daher das Straf zahlreich als möglich auf die Wahlstatt ziehen, um mit die Forderung aufstellen muß: Laßt die Gedanken so gesetzbuch denjenigen Urheber einer sonst strafbaren That von den dauernden Motiven seines Willens gezwungen denn vielleicht ist gerade diese Ansicht zur Siegerin und frei, welcher zu derselben von einer andern Gewalt als einander zu konkurriren; erstickt feine einzige Ansicht, mag fie euch auch unvernünftig oder gar schädlich erscheinen; Bild; Einer nur nahm das Wort. modisches Herrchen, schließlich sind die Bänke nur noch " Sie haben ganz recht", äußerte beistimmend ein für Bennbrüder da." Der jäh Erweckte verschwand langsam im Gewühl. Die politische Unduldsamkeit. wurde. falls das Ergebnis eines Dranges, welcher durchaus nicht unterdrückte Vermuthung, daß die Erde nicht, wie die Nun gut, Einsichten, Ueberzeugungen sind gleich- also zur Kulturförderin berufen. Wäre z. B. die einst von Priestern verschrieene und von Gefühlsmotiven, wie diese im Bereiche des Wollens Bibel meint, eine Scheibe, sondern eine Kugel sei, erstickt walten, ausgeht, sondern von Verstandesgründen, von B. W. Zur Begründung der verbreiteten Anficht, Beweisen. Und eben deswegen, weil jede Einsicht ein worden, so würde Kolumbus niemals auf den Gedanken die Gegenwart übertreffe an Menschlichkeit das finstere logisches Muß ist, darf man ihr mit keinen andern gerathen sein, durch eine Seefahrt nach Westen Ostindien Mittelalter", pflegt auch darauf hingewiesen zu werden, Waffen als mit denen der Logit, also mit Gegengründen, zu erreichen, und Amerika wäre wohl heute noch unentdeckt. Seid also duldsam allen Meinungsäußerungen gegendaß in früheren Jahrhunderten die geistige Unduldsamkeit begegnen. Die Weltgeschichte hat auch keinen einzigen Fall fest- über, ja suchet zu Meinungsäußerungen anzuregen, spendet eine Macht gewesen sei, welche viel tausend Scheiterhaufen angezündet, eine Reihe verheerender Kriege angeftiftet und gestellt, in welchem es gelungen wäre, eine Wahrheit aus sittliches Lob jeder Gedankenoffenbarung! Und wenn ihr zahllose Gedanken von allgemeinem Werth erstickt habe, dem Kopfe eines zurechnungsfähigen Menschen durch selbst werthvolle Gedanken in euch fühlt, wenn ihr euch so ver= während der lebenden Gesellschaft entschieden das Lob der Strafen, überhaupt durch Gefühlsmotive, zu vertreiben; eine Ueberzeugung angeeignet habt und hiernach zu Toleranz gebühre. diese vermochten wohl die Sprachmuskeln im Zaume zu trachten, ist eines jeden Denkfähigen Pflicht Wenn man bei dem Worte Toleranz nur an Duld- halten und also Stillschweigen nach Außen zu erzwingen, schweiget nichts davon, entziehet die Kinder eures Geistes samkeit in Sachen des religiösen Glaubens denft, so nicht aber das Drängen der Gründe aufzuheben, das nicht dem Wirken für das allgemeine Wohl sondern sendet verdienen unsere Kulturstaaten allerdings dieses Lob in heimliche Und dennoch!" der Ueberzeugung verstummen sie auf die geistige Wahlstatt, damit sie sich messen mit den Meinungen der andern Leute! Falsch ist die Meinung, gewissem Grade; die religiöse Toleranz hat in der That zu machen. Auf Fortschritte gemacht, obgleich weniger aus sittlichen Beweg- Es ist also fruchtlos und unsinnig, den Träger einer man dürfe gemeinnütige Wahrheiten verschweigen. gründen, als deswegen, weil die Neuzeit der Religion Ueberzeugung wegen seiner Einsicht zu bestrafen, ebenso einem gefährlichen Frrwege befand sich Immanuel Kant, gleichgültiger gegenübersteht. Wenn aber der Begriff unsinnig wie die Bestrafung eines Menschen wegen an- als er schrieb: Wenn gleich alles, was man sage, wahr Toleranz weiter zu fassen und darunter ganz allgemein geborener Körperbeschaffenheit, auf welche das Wollen sein müsse, so brauche man deswegen doch nicht alles zu geistige Duldsamkeit, Freiheit des Denkens und der feinen Einfluß hat, ebenso unsinnig auch, wie das Ver- sagen, was wahr sei. Der Philosoph hätte sich, um Aussprache der Gedanken zu verstehen ist, so haben wir halten des Berserkönigs Xerres, welcher das Meer wegen diesen Trugschluß zu vermeiden, das Wesen der Unterfein Recht, uns mit beionderer Toleranz zu brüsten. Denn vermeintlicher Widerspenstigkeit mit Ruthen peitschen ließ. lassungssünde klar machen sollen. Unduldsamkeit ist somit Ungerechtigkeit. cine Art der Unduldsamkeit steht gegenwärtig in üppiger Schädigt nicht derjenige, welcher eine gemeinnügige Blüthe: die politische Unduldsamkeit, die gewaltsame Hier pflegt ein Einwand aufzutreten: Wenn die Wahrheit verschweigt, d. h. ihre Wirksamkeit nach Außen Unterdrückung politischer Ansichten und die Verfolgung Träger gewisser Ueberzeugungen, so heißt es, bestraft erstickt, offenbar das Gemeinwohl? Hätte Kant Recht, so ihrer Vertreter. Insbesondere gegen die Sozialdemokratie werden, so geschieht dies nicht, weil sie diese Ueberzeugungen dürfte der Grundsatz aufgestellt werden: Alles was du richtet sich die politische Intoleranz, und zwar so ziemlich hegen, sondern weil sie dieselben geäußert haben; Ge- thust, muß gut sein; aber du brauchst nicht alles zu thun, in allen ,, modernen Kulturstaaten", mögen dieselben nun danken sind zollfrei; nur die Aussprache wird bestraft, was gut ist. Und dann könnte z. B. einem Feigling, monarchisch oder republikanisch sein; und diese Unduldsam- weil diese stets vom Willen abhängt und unter Umständen welcher unterläßt, einen Menschen aus Lebensgefahr zu feit wird wahrscheinlich vorläufig noch fanatischer werden, gemeingefährlich ist. retten, obgleich er dazu im Stande ist, kein sittlicher Vorwerden. je mehr die herrschenden Klassen zu der Ansicht gelangen, Auf diesen Einwand ist zu erwidern: Zunächst ist es wurf daraus gemacht werden. Anhänger des Kant'schen daß ihre Sonderinteressen durch den Sozialismus bedroht unrichtig, daß nur die Aussprache gewisser Gedanken be- Irrthums mögen als Zurechtweisung den Ausspruch Jesu straft wird. In vergangenen Zeiten wurden vielmehr betrachten, der Denkende solle sein Licht leuchten lassen, Doch mag auch unsere Zeit der politischen Unduld- Tausende gefoltert und hingerichtet, weil sie nur im Veranstatt es unter einen Scheffel zu stellen, und die Worte samkeit verfallen sein, mag auch eine moralische Agitation dacht eines kezerischen Glaubens standen; und noch heute des Liedes: gegen dieses Uebel nicht die Kraft haben, den Sinn der giebt es Priester, welche den bloßen Gedankengang, sofern Intoleranten zur Umkehr zu bringen, immerhin dient die er von der Glaubensfagung abweicht, als Sünde bezeichnen moralische Agitation zur Begeisterung und Stärkung der und mit Gewissensstrafen belegen. Sogar in unserer Jede schlechte Handlung hat neben ihrer unmittelbaren Unrecht Leidenden. Darum ist die Untersuchung wohl öffentlichen Meinung ist diese Art der Gedankenintoleranz Leidwirkung noch eine mittelbare, indem sie nämlich verangebracht, wie die Moral über die politische Unduldsam- wie ein epidemisches Gift verbreitet, ganz besonders poli- schlechternd wirkt, die Gesinnung anderer Menschen for keit urtheilt oder vielmehr urtheilen muß. tischen Ansichten gegenüber. Würde nicht mancher Beamte rumpirt. So besteht auch das Uebel der Unduldsamkeit Wer die Wahrheit kennet und saget sie nicht, Der ist fürwahr ein erbärmlicher Wicht." Welche Moral?- Selbstverständlich keine Moral, heutzutage Gefahr laufen, seines Amtes entsetzt zu werden, nicht allein in dem Leiden von Märtyrern ihrer Ueberderen Vorschriften aus Glaubenssäßen gefolgert werden; wenn wider seine Absicht und ohne Fahrlässigkeit seinerzeugung und in der Vereitelung eines menschheitlichen denn solche Vorschriften enthalten keinen wissenschaftlichen seits, vielleicht bei einer eidlichen Aussage vor Gericht, Fortschrittes, sondern zugleich in einer Schädigung der Zwang. Auch nicht eine Moral, deren Weisungen von offenbaren würde, er ſei Sozialdemokrat? Und wie groß ist oft Sittlichkeit. Denn das böse Beispiel wirkt ansteckend, und der Selbstfucht irgend welcher sozialer Schichten beeinflußt die Entrüstung fanatischer Philister, wenn in einem ernst- die Bedrückung überzeugungstreuer Leute schafft begreiflicherfind. Ueberhaupt weder eine Moral der bloßen Be- gemeinten Gespräche, wo doch Offenheit anerkannte Pflicht weise vielfach Gegenmotive gegen die Ueberzeugungstreue hauptung, noch eine solche der bloßen Macht, vielmehr ist, eine entgegengesetzte politische Ansicht hervortritt! sowohl auf Seiten der Bedrückten als auch derer, welche eine Moral wie sie sein sollte, eine Moral der Be- Doch selbst angenommen, wir wären im Besize völliger die Bebrückung mit ansehen. So züchtet die Unduldſamgründung, welche durch Thatsachen und Folgerungen Freiheit zu denken, ohne indessen unsere Gedanken feit wiederum Unduldsamkeit, außerdem Furcht vo nachweist, daß sie zum wahrhaft Sittlichguten anleitet. äußern zu dürfen, so wäre eine solche ,, Gedankenfreiheit" freier Meinungsäußerung, Grundlage dieſer Sittlichkeitslehre ist der richtige nur eine Spottgeburt. Die wahre Gedankenfreiheit beſteht gültigkeit, Frivolität, Heuchelei und Streberr Begriff des Guten. Gut ist, was beglückt, was einen vielmehr gerade in der freien Aeußerung der Gedanken, thum Ueberschuß der angenehmen über die unangenehmen Gefühle, in Freiheit der Rede, der Presse. Diese Freiheit ist aus Allgemeinheit. der Freuden über die Leiden bewirkt.„ Höchstes Gut" ist zwei Gründen zu fordern; einmal, weil es uns ein natürſittliche Gleich 6 a t a 0 1 1 9 11 n 6 jedenfalls egoistische Triebe auf Kosten der Nirgends sind auch die genannten Lafter mehr ver 1 9 bengemäß die Bedingung des größtmöglichen Glückes, alſo liches Bedürfniß ist, auszusprechen, was uns geistig start dem 2 11 11 9 1 C a 114 Б 1 a 11 9 S t D [ 0 t 3 D e Et nt IT I. = et r ch u 23 et Lit 9 at, r ju m r= ge ent 10 วน 1, 9, 311 or en ju n, rte ren er= C= feit er= en Der and er ue, che m or r= ber perem Und sie bewegt sich doch. Der Fortschritt in unserem politischen und sozialen man dies früher gewöhnlich annahm. Volke lastet. Und wenn die geistige Tyrannei gar von Baues bezogenen, nicht ausgetrockneten Wohnungen sind der Regierung ausgeht, wie z. B. in Rußland, wenn oft so feucht, daß sich die Kleider im Schranke mit einer also Gesetze und obrigkeitliche Maßregeln religiöser wissen- dichten Moderschicht überziehen, aus Spalten und Rissen Leben pflegt sich lange nicht so stetig zu vollziehen, wie schaftlicher oder politischer Unduldsamkeit erlassen werden, wandern Schaaren von Ungeziefer ein, da die Häuser so erreicht die Demoralisation der Gesellschaft und das vielfach aus Schutt und Abbruch errichtet worden. daraus fließende Elend einen besonders hohen Grad. Wenn auch beschwerlich so sind doch die hoch gelegenen Im Gegentheil wird der Fortschritt periodisch durch Denn für sittlich unselbständige Leute, wie es deren nur Wohnungen verhältnißmäßig noch die gesündesten, sie haben ausgesprochen rückläufige Strömungen unterbrochen, allzu viele giebt, ist ihre Regierung bekanntlich die be- Sonne und reinere Luft als die unteren Etagen. Nicht selbst in den am meisten fortgeschrittenen Kulturländern. deutendste moralische Autorität, und wenn also diese schlecht heizbare, finstere Kämmerchen kosten gegen 150 Fr., Zimmer So ist z. B. Großbritannien in mancher Behandelt, so muß ihr böses Beispiel die betreffende Schlechtig- mit Küche nicht unter 250 Fr., zwei Zimmer mit Küche ziehung in seiner freiheitlichen Fortentwickelung stark zukeit wie eine reißende Seuche verbreiten. 300-380 Fr., eine abgeschlossene kleine Wohnung mit rückgedrängt worden, durch den reaktionären Fanatismus, So zeigt denn auch die Geschichte, wie nach kurzer Borsaal, drei Zimmern, Küche und gesondertem schwarzen welcher im Ausgang des vorigen und im Anfang dieses Jahrhunderts es zu einem Vernichtungskrieg gegen das Wirksamkeit von Intoleranzgefeßen Maßregelungen aus Kabinet ist nicht unter 500 Fr. zu haben. Die geschilderten, find noch die erträglichen Wohnungen, republikanische Frankreich aufgestachelt hat. Etwas ganz Unduldjamkeit bei Privatanstalten wie bei Behörden zur Tagesordnung gehören. Sittlich selbständigen Charakteren welche sich nur der besser ſituirte Arbeiter vergönnen kann. Aehnliches können wir zur Zeit in Deutschland bemerken aber erscheint eine intolerate Regierung nicht mehr als Geradezu scheußlich und grauenhaft sind die Wohnungs- und die politische Geschichte eines jeden Landes hat solche moralische Macht, sondern lediglich als brutale verhältnisse der Cité's( Komplere von Arbeiterwohnungen), Fälle aufzuweisen. Es ist nothwendig, dieser Thatsache eingedenk zu Autorität. Daher empören sie sich innerlich gegen die der Holzbaracken, welche auf Bauplägen 2c. in WohnObrigkeit, und diese Empörung ist um so gewaltiger, als räume umgewandelt sind. Der Fußboden derselben besteht bleiben, weil sonst unsere Ueberzeugung von dem Vorfie fittlichen Kräften entlodert. Eine Regierung aber, gegen meist nur aus festgestampfter Erde, das Dach aus ge- herrschen der fortschrittlichen Bewegung Gefahr läuft, in welche sich die Besten empören, dürfte sich schwerlich theerter Pappe, die Fenster sind ohne Scheiben, im günsti- jenen widerlichen Fetischdienst auszuarten, der kritiklos alle gen Falle mit Papier verklebt, die Verbindungsthüren im Staatsaktionen der jeweiligen Machthaber als hervordauernd halten. Inneren fehlen ganz. Die Zimmer, wenn man diese ragende„ Kulturfortschritte" anbetet. Hundelöcher so nennen kann, haben weder Defen, Kamine, Die reaktionären Anläufe pflegen aber in unserem noch Feuerheerd, ermangeln auch der Schornsteine. Will Zeitalter von nur kurzer Dauer zu sein und sie verder Bewohner Feuer anzünden, so dienen einfach Thür- mögen im Allgemeinen den mächtigen Strom des Fortund Fensteröffnungen als Abzugskanäle für den Rauch. schritts nicht aufzuhalten. So schädigt die Intoleranz nicht allein die davon Betroffenen, sondern auch die Unduldsamen. Was von Ueberzeugungen im Allgemeinen gilt, trifft selbstverständlich auch auf politische Ueberzeugungen zu. Somit ist politische Unduldsamkeit ein sittliches Uebel. Dumesnil führt in seinem berühmten Buch über die Daß ein Fortschreiten im Leben der zivilisirten Völker Und gegenwärtig fällt dieses Uebel besonders schwer ins Wohnungen der Armen eine Wohnung an, die ohne Fuß schon seit geraumer Zeit vorherrschend gewesen, lehrt das Gewicht. Denn wir leben in einer Zeit, welche von der boden und Fenster, ohne Schornstein war, deren ganzes vergleichende Studium der Geschichte, wenn wir zum VerPolitik ganz besondere Kulturförderungen erwartet. Die Möblement aus einem Haufen Hobelspähne, der Lagerstätte gleich genügend lange Zeiträume nehmen, so daß die zu= Lösung der hochwichtigen sozialen Frage", des Problems bestand. Der Miether zahlte für das Loch pro Monat fälligen Schwankungen sich verlieren. Wenn wir z. B. der Armuth und der davon abhängigen Unbildung und 12 Fr. pränumerando und hatte außerdem die Pflicht, den Zustand des westlichen Europas im Anfang des Rohheit, ist eine Aufgabe unserer Politik. Darum tummelt Hühner und Hunde des Hausherrn, welche mit im Zimmer neunten Jahrhunderts mit demjenigen im Ausgang des euch, ihr politischen Gedanken, uneingeschüchtert durch In- nächtigten, zu hüten. Dumesnil fand noch viele ähnliche, dreizehnten vergleichen, so werden wir nicht umhin können, toleranz! Diese Feindin vermag doch auf die Dauer ja noch schlechtere„ Wohnungen". Fünfstöckige Gebäude eine entschiedene Besserung zu konstatiren. Mit dem Ausnichts gegen die Wahrheit auszurichten, weil die Wahrheit waren von oben bis unten in über- und nebeneinander gang des 17. Jahrhunderts wird der Fortschritt sogar länger leben wird, als die Intoleranz. befindliche Verschläge getheilt, deren Mehrzahl bei Tag wie bedeutend beschleunigt, weil die Zivilisation inzwischen in Ist doch bereits das Todesurtheil der Unduldsam- bei Nacht finster waren, da sie ihr Licht erst aus zweiter Europa heimisch geworden und sie nunmehr aus eigener feit besiegelt; besiegelt von einem Entwickelungsgesetz der und dritter Hand durch die Fenster oder durch den Korridor Kraft die Hindernisse zu besiegen vermochte. So hat Menschheit. Denn, wie nachgewiesen wurde, gehört die erhielten. Die außer Dienst gesetzten Wagen von Seil- z. B. der dreißigjährige Krieg den politischen Fortschritt Unduldsamkeit zu den Hemmungen des Kulturfortschrittes. tänzern und anderen herumziehenden Künstlern bilden Deutschlands für ein ganzes Jahrhundert lahm gelegt, Diese Hemmungen aber werden mehr und mehr beseitigt äußerst gesuchte Wohnungen, welche durchschnittlich zum während die nach den Napoleonischen Kriegen eingetretene so lautet das Gesetz. Preise von 160 Fr. pro Jahr vermiethet werden. Reaktion nicht einmal dreißig Jahre angehalten hat. Der Beweis dafür liegt in folgender Betrachtung: Der Besizer der Cités's und anderer Lokalitäten Gehen wir nunmehr dazu über, den Einfluß des kulDie Entwickelungslehre kennt neben der Anpassung der vergiebt sämmtliche Wohnungen in der Regel atl bloc an turellen Fortschritts auf die Gestaltung der wirthschaftLebewesen an die Bedingungen ihres Daseins auch eine einen Hauptmiether, welcher dieselben dann an After- lichen Verhältnisse zu erörtern, so ist es vor Allem der Anpassung dieser Bedingungen an die Lebewesen, und zwar miether abtritt und auf diese Weise hohen Profit heraus- Umfang der Produktion der Güter, welcher in allen durch die Wirksamkeit der Lebewesen. Letztere Leistung schlägt. Der Aftermiether vermiethet oft seinerseits wieder zivilisirten Ländern in der Neuzeit und als unmittelbare ist dem Menschen in so hohem Grade gelungen, daß er an Aftermiether dritter Hand. Natürlich liegt es im Folge dieses Fortschritts in's Riesenhafte angewachsen ist. mit Recht Herr der Natur genannt wird. Doch nicht Interesse des Hauptmiethers, durch möglichste Zusammen- Sodann sehen wir aber auch die schöpferische Fähigkeit bloß der pflanzlichen und thierischen Natur tritt der drängung der Bewohner den Profit beträchtlich zu steigern, und die Thatkraft des Individuums außerordentlich ge= Mensch eigenwillig und erfolgreich gegenüber, sondern auch er nimmt neue Miether auf, so lange nur noch ein Fuß steigert, wiederum in Folge des Gesammtfortschrittes, welseinen Mitmenschen, so daß er auch Herr der Gesellschaft breit Naum frei ist. Der Hauptmiether hat in vielen cher den Menschen der Vereinzelung entrissen und dem ist und diese seinen Interessen gemäß prägt. Solche Baracken einen Wein- und Branntweinschank eingerichtet, gemeinsamen Wirken mit Seinesgleichen zugeführt hat. Präger der Gesellschaft pflegten lange Zeit Minderheiten von den er neben dem Haupteingang installirt, damit jeder Denn sonst, was die Stärke der Muskelkraft und die Menschen zu sein, allerdings übermächtige Minderheiten. Miether beim Vorübergehen eventuell trinken muß. Die Geschmeidigkeit der gewöhnlichen geistigen Gaben betrifft, Aber die Faktoren der Neuzeit, insbesondere die Maschine, Wohnungen werden unmöblirt oder als„ garni" möblirt, Geschmeidigkeit der gewöhnlichen geistigen Gaben betrifft, die Eisenbahn, der Großbetrieb, die Großstadt, die all- d. H. mit einem Strohsack, einem Haufen von Lumpen schieden nach. Aber eben das ist ja das Charakteristische: steht der Kulturmensch dem barbarischen Halbwilden entgemeine Volksbildung und die Presse, begründen und zeitigen oder Hobelspähnen ausgestattet, vermiethet. Der Zins mehr und mehr die Herrschaft der Majorität. Daher muß täglich oder wöchentlich pränumerando( im Voraus) und in die Zivilisation eintreten, werden sie der Disin dem Maße, wie die Menschen die Wildheit verlassen unterliegt es keinem Zweifel, daß nach einer größeren oder entrichtet werden, sonst wird der Miether unwiderruflich und in die Zivilisation eintreten, werden sie der Dis= ziplin fähig; sie gewöhnen sich, nach einem im Voraus geringeren Zeitspanne die menschliche Gesellschaft ein Ge- an die Luft gesetzt. präge haben wird, welches nicht der Wohlfahrt einer Das Hauptfontingent für die Bewohnerschaft solcher angenommenen, allgemeinen Plan zu arbeiten, wenn fie einzelnen Volksschicht, sondern dem allgemeinen Lokalitäten stellen die Lumpensammler, Straßenkehrer, von gleich nicht immer selbst denselben entworfen haben, sie Wohle angemessen ist. auswärts gekommene Bau- und Erdarbeiter, eingewanderte lernen ihre persönlichen Schrullen der von der Allgemeinkurz, es greift Daß aber zu den moralischen Bestandtheilen dieses Italiener, Bettler von Profession, Leute mit sogenannten beit befolgten Regel unterzuordnen Die Be- immer mehr das Prinzip der vereinten Arbeit unter Gepräges die Dulb samkeit auf allen geistigen Gebieten, unqualifizirbaren Erwerbszweigen, Diebe 2c. die religiöse, wissenschaftliche und politische Toleranz gehört, wohnerzahl eines einzelnen„ Hauses" steigt oft hoch in die Berufsgenossen Play, wo ein Jeder den ihm zugewiesenen folgt daraus, daß die Unduldsamkeit dem allgemeinen Hunderte; ein berühmtes im Faubourg St. Antoine ge- Ausführung des seinigen sich ebensogut ihm, als er Jenem Theil ausführt, im Bewußtsein, daß der Ander in der Wohle widerspricht, die Duldsamkeit dagegen das- legenes Hotel garni" für gewerbsmäßige Bettler be- Ausführung des ſeinigen sich ebensogut ihm, als er Jenem selbe fördert. herbergt in einem Raum nächtlich gegen 80 Gäste. Zur Arbeiter- Wohnungsfrage. ( Aus Frankreich.) II. bei und unterordnen muß. Natürlich ist die Einwohnerschaft diefer Löcher eine dieses Prinzips haben wir es zu verdanken, daß gegenLediglich der Anwendung und der Weiterausbildung stetig fluktuirende, die fortgezogenen oder herausgeworfenen wärtig in allen Kulturländern, fast täglich Riesen- UnterMiether lassen als Erbschaft Haufen von Schmuß, Unrath, nehmungen ausgeführt werden, an deren Vollendung selbst Legionen von Ungeziefer zurück, wenn sie nicht in einem die despotische Gewalt der Pharaone Aegyptens unweiger unbewachten Augenblick Fensterrahmen und Thüren verlich gescheitert wäre. Das Geheimniß liegt darin, daß brennen, die der Hauswirth dann nie zu ersetzen pflegt. der moderne Arbeiter, im schroffen Gegensatz zum Sklaven Die Gebäudekomplexe oder mehr und minder fantastischen des Alterthums genossenschaftlich disziplinirt ist; er Die äußeren Viertel und neueren Faubourgs von Häufer" sind von einer Garnitur Lumpen, Papierfeben, befißt die Jenem völlig fremde, kulturelle Fähigkeit, nicht Baris, sind zwar von breiten, mit Bäumen bepflanzten Knochen, Kehricht, Gemüseabfällen, Unrath eingefaßt. Ab- nur Arbeiter, sondern Mitarbeiter eines planmäßig unterBoulevards und Avenuen durchzogen, allein abgesehen davon, tritte sind in der Regel nicht vorhanden. nommenen Werkes zu sein, wobei er seinen Theil völlig daß dieselben weit ab von den Mittelpunkten des inDie Vermiether kümmern sich natürlich zum Teufel übernimmt und gewissenhaft ausführt, weil er die Zuver dustriellen und kommerziellen Lebens liegen, sind die sie um die hygienischen und moralischen Verhältnisse, welche sicht hat, daß seine Berufsgenossen und Mitarbeiter in begrenzenden Wohnungen in der Regel so theuer, daß sie in ihren Wohnungen" herrschen. Die jeder Aufsicht er- gleichem Maß und ebenso pflichtgetreu das Ihrige thun die Miethkraft eines Proletariers übersteigen. Kleinbürger mangelnden Kinder leben in steter Berührung mit ganz werden. aller Art, Beamte und Angestellte, welche entweder durch verkommenen und verrohten Erwachsenen, mit Maquereaus Das Prinzip der Genossenschaft wird denn auch den hohen Miethzins aus dem Inneren der Stadt ver-( Louis, Pennbrüder), Freudenmädchen der untersten Kategorie, allgemein, selbst von Seiten der bürgerlichen Wirthschaftstrieben oder durch die freundlichere Lage in die Vorstädte Bettlern, Dieben 2c. Ein Besucher fand z. B. ein zehn- lehre als das leitende, für die moderne Produktion und herbeigelockt sind, haben sich hier festgesetzt. jähriges, halbnacktes Mädchen in Gesellschaft zweier halb vom Geist des allgemeinen Fortschritts nothwendig diktirt, Die Arbeiter bewohnen auch hier die Höfe, die Dach- wüchsiger Burschen, welche die Kleine in die Geheimnisse anerkannt. und Mansardenlöcher der betreffenden Häuser, der Neben- des Falschspielens einweihten, auf einem Lumpenhaufen So sagt schon John Stuart Mill:„ Die Genossenstraßen und Sackgäßchen, welche zwar neueren Datums, nebenan balgte sich ein jüngeres, ganz nacktes Kind mit schaft ist die Trägerin aller wahren Kultur, zugleich der aber in hygienischer Hinsicht nicht besser sind, als die zwei räudigen Kläffern um einen Knochen. gewaltige Hebel, welcher alle Sklaverei aus der Welt zu altersgrauen Bauten im Zentrum der Stadt. Auch hier Zu den zahlreichen Spezialitäten, welche die Beschaffen bestimmt ist.... Wenn die Menschen genügend weder Luft, noch Licht, schlechtes und ungenügendes Trink- wohner derartiger Höhlen betreiben, gehört das Taufen- lernen werden, ihre an und für sich gar nicht übergroßen wasser, mangelhaft gebaute Abtritte und Abzugskanäle, lassen der Kinder. Die Pfarrer der verschiedenen Kirchen Mittel- gleichviel welcher Art dieselben auch sein mögen giftige Dünste. Dazu kommen in den Häusern selbst, gehen zeitweilig in diese Höllen, um unter dem Vorwande, genossenschaftlich zusammenzuthun, dann werden sie welche in der größten Eile, aus schlechtem Material und die Sittlichkeit zu wahren, Proselyten zu machen. Die Wunder der Zivilisation verrichten, die weder das Gold mit Außerachtlassung der primitivsten gesundheitlichen und Frau eines Lumpensammlers gab zu, daß ihre Kinder eines Krösus, noch die Sklaven eines Pharao so zu vollbaulichen Vorsichtsmaßregeln ausgeführt worden, dünne gegen achtmal katholisch und dreizehnmal protestantisch ge- bringen vermochten. Wir haben ein Recht, zu erwarten, Wände, klaffende Mauerspalten, schlecht schließende Fenster tauft waren, jede Taufe hatte ihr einen Franc, sowie einen daß das Genossenschaftsprinzip in seiner Weiterentwicklung, und Thüren, durch welche der Zugwind Diphtheritis und neuen Kattunrock eingebracht. Rachenbräune bläst, und durch die Pestilenzgerüche einströmen. Die meist unmittelbar nach Vollendung des die gesammte Produktion und Konsumtion beherrschen wird, wobei die Menschen wahrscheinlich das höchste Maaß von Wohlstand, Freiheit und Bildung erlangen werden." Fachverein der Schlosser und Berufsgenossen Die kapitalistische Produktion selber ist es, welche Verhältnissen( in der privatkapitalistischen Produktionsweise) wurmehr und mehr das genossenschaftliche Zusammenarbeiten zeln und nicht von einzelnen Personen hervorgerufen oder unter Versammlung am Sonnabend, den 29. d. M., im Lokale des brückt werden können, die Entscheidung über Inszenirung eines Herrn Heidrich, Eingang Beuthstr. 22. Tagesordnung: 1. Lokaldurch die Entwicklung des Großbetriebes heraussolchen den betheiligten Kollegen selbst zu überlassen. Infolge frage. 2. Revisorenwahl und Wahl eines zweiten Bibliothekars. bildet. dessen erklärt sich dieselbe ganz entschieden gegen jedes Schieds- 3. Wintervergnügen und Wahl eines Festfomitees. 4. Aufnahme Welch ein gewaltiger Fortschritt wird es erst sein, gericht und beauftragt die hiesigen Delegirten, die Abschaffung des neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes. Gäste stets willkommen. Verband deutscher Zimmerleute Lokalverband Ber wenn die Früchte dieser kombinirten Arbeit auch wirklich selben zu bewerkstelligen. Ferner erklärt sich die heutige Versammlung mit allen Arlin West und Umgegend. Versammlung in Sange's Salon, Steg-. den Genossen und nicht bloß dem Besize zufließen. beitern, welche in einen Kampf mit den Unternehmern eintreten, ligerstr. 27. Tagesordnung: 1. Vortrag über die Moral des solidarisch und verspricht, dieselben nach Kräften unterstüßen zu allgemeinen Glücks. 2. Besprechung eines Vergnügens. 3. Ver schiedenes und Fragekasten.( Der Tag fehlt leider in der Mitthei= wollen." Ferner wurde noch ein Theil einer Resolution angenommen, lurg. D. Red.) - Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin und mit besserem Inhalt erscheint, für obligatorische Einführung Centrum, Neues Klubhaus, Kommandantenstraße 72. Dienstag, den 2. Oktober, Abends 82 Uhr. Tagesordnung: 1. Produk desselben eingetreten werden kann. Das Amt als Delegirte zu dem Kongreß nahmen an: Mar tionslehre und ihre Anwendung in der Praxis. 2. Wahl eines Baginski, Klinger und Süßmaier. Nachdem vorher die Zahl der Vergnügungskomitee- Mitgliedes. 3. Verschiedenes und Fragekaſten. selben auf zwei festgesetzt war, wurden gewählt: Baginsti und Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste haben Zutritt. Verein zur Wahrung der Interessen der KlaKlinger. Das Alte stürzt, es ändern sich die Zeiten und neues vierarbeiter. General- Versammlung am Sonnabend, 29. d. M., so leitete Herr Gottfr. Schulz am Abends 8½ Uhr, Kommandantenstr. 77-79( Gratweils Bierhallen). Leben blüht aus den Ruinen Montag fein Referat in der Metallarbeiterversammlung ein, und Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Schippel über die Vernich der überwachende Beamte löste auf. Jetzt hat das Polizeipräsidium, tung der freien Stonkurrenz durch die großen Kapitalsmonopole." noch vor erhobener Beschwerde, den Beamten verständigt, daß ein 2. Ergänzungswahl der Arbeitsvermittlungs- Stommiffion. 3. Werk statts- und Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Schiller'scher Vers noch nicht unter das Sozialisten gesez fiele. Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. Sonnabend, den 29. d. M., Abends 8½½2 Uhr. Stöpnickerstr. 68, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Abrechnung der Billets. Arbeiterversicherung, Gewerkschaftliches. welcher besagt, daß wenn das Fachblatt unter anderen Bedingungen Die Berliner Vorstände eingeschriebener Hilfstassen*) tagten, zusammenberufen durch den Vorstand der Krankenund Sterbekasse der Berliner Hausdiener,( Eingeschriebene Hilfstaffe Nr. 61), am Mittwoch, den 12. September, bei Jordan, Neue Grünstraße 28, behufs Stellungnahme zu der von Seiten der Regierung angekündigten Prüfung des Hilfskaffengesezes. Herr Kuhntke sprach über den Zweck der Versammlung; er führte folgendes aus: Seit zirka einem Jahre würden in fast allen Zeitungen Vermuthungen und Wünsche über die von Seiten der Regierung vorzunehmende Prüfung des Hilfskaffengefeßes laut, die den genannten Kaſſen nur zum Nachtheil gereichen müßten. Namentlich die Forderung, die Hilfskassen zu verpflichten, Jeden ohne Rücksicht auf Körperzustand und Alter aufzunehmen, sei so schwerwiegend, daß Jeder, welcher in Beziehung zu den freien Hilfskassen stehe, verpflichtet sei, gegen diese Zumuthurg vorzugehen, da eine derartige Verpflichtung die Hilfskaffen untergraben würde. Redner erwartet, daß die hier versammelten Herren bereit sein werden, sich zu vereinigen und gegen diese Maßnahme vorzugehen. Die Herren Hinze, Zigmann und Nöske meinten, man solle noch etwas warten, bis Bestimmtes über die Pläne der Regierung bekannt sei. Herr Sasse schlug jedoch vor, unverzüglich eine Sommission zu wählen, welche sämmtliche noch fehlende Vorstände ausfindig macht und dieselben auffordert, genügendes Material zu sammeln, um dem Neichstag unsere Wünsche unterbreiten zu können. Nachdem die Herren Kickbusch, Waldermann, Caro, Oberländer, Augustin und Kuhntke diesen Vorschlag empfohlen, stellte Herr Augustir den Antrag, eine Kommiſſion von 5 Herren zu wählen, und es wurden gewählt die Herren Schilling, Koppenstr. 48; Cronenberg, Jägerstr. 56; Augustin, Pappel- Allee 7; Nöske, Manteuffelstr. 96, und Kuhntke, Bergstraße 58. " Die Arbeiter der Fabrik von Carl Vogelsang in Bielefeld( Armaturenfabrik, Metall- und Eiſengießerei), haben wegen Lohndruckes und Nicht- Entlassung eines Technikers die Arbeit eingestellt. Arbeiter Deutschlands! Unsere Forderung ist gewiß die gerechteste und unser Vorgehen ein durchaus notwendiges, des könnt ihr gewiß sein. Wir erwarten daher aber auch, daß ihr uns in diesem, unserem gerechten, Kampfe beiſteht, denn die hier streifenden Arbeiter sind zum weitaus größten Theil Familienväter. allen Dingen aber haltet Zuzug von Arbeitern dieser oder ähnlicher Branchen von hier fern. Alle Anfragen und Zusendungen sind zu richten an Wilh. Petring, Neuenkirchener Alle arbeiter= straße 21, Bielefeld. Die Streif- Kommission. freundlichen Blätter werden um Abdruck obiger Zeilen ersucht. Kleine Mittheilungen. Vor vom Sommernachtsball. Vergolder und Berufsgenossen. Große öffentliche Versammlung am Sonnabend, den 29. September, Abends 8 Uhr, Tagesordnung: im Saale des Herrn Scheffer, Inselstr. 10. 1. Wie denken die Vergolder Berlins über einen Verband über Deutschland. Referent Herr Pirch. 2. Verschiedenes. Die Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins. jämmtlicher Berufsklassen, Filiale Berlin 1, hält am Sonnabend, den 29. d. M., Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78, Restaurant Wollschläger, eine Generalversammlung ab. Tagesordnung: Allgemeine Mitgliederabstimmung über einen wichtigen Vorstandsbeschluß. Neue Mitglieder werden in jeder Versammlung, sowie zu jeder Tageszeit beim Vorsitzenden Saffe, Hasenheide 48, und beim Kassirer Schilling, Stoppenſtr. 48, aufgenommen. Interessen- Verein der Kistenmacher. Am SonnDie Verlängerung des kleinen Belagerungszustandes abend, den 29. d. M., Abends 9 Uhr, in Jordan's Lokal, Neue Grünstr. 28, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Ersaz über Berlin, Potsdam, Charlottenburg und Spandau, sowie die wahl der ausgelooften Vorstandsmitglieder. 2. Verschiedenes und Kreise Teltow, Niederbarnim und Osthavelland, ferner über Stettin Ausgabe der Billets zum Stiftungsfeste, welches am Sonnabend, und Umgegend, über Frankfurt a. M., Hanau und Umgegend, und den 6. Oktober in Fiebig's Lokal, Gr. Frankfurterstr. 27/28, ſtattendlich über Altona und Umgegend wird vom Reichsanzeiger" findet. Die Mitgliedskarten werden nur vom Kassirer ausgegeben. veröffentlicht. " " Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 30. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Hans Spazier über:" Die menschliche Geſellſchaft und der Staat in der Lehre Spinoza's". Damen und Herren als Gäste willkommen. Literarisches. und ihre Heilung. 32 Seiten. Ehrmann. Es hilft ja doch nichts. Das ist der ewige Refrain aller berer, welche den Glauben an sich selbst, an die Menschheit und den endlichen Sieg der Gerechtigkeit verloren haben. Es hilft ja Sämmtliche Vorstände und Vertreter eingeschriebener Hilfs- doch nichts," ist noch schlimmer als der salomonische Gemeinplatz kassen werden gebeten, ihre Adressen einem der Kommissionsmit alles ist eitel." Wer diese beiden Aussprüche zu seinem Motto glieder umgehend zukommen zu lassen. erwählt, der sollte sich gleich einfargen lassen, denn er wird nie ,, Der Volksfreund". Illustrirte Zeitschrift für Unter Eine öffentliche Versammlung der Zimmerer Berlins etwas Erfleckliches leisten. Es ist dies die vollständige Bankerotttagte am Montag in Sanssouci über die Altersversicherung". erklärung eines unnüßen und verächtlichen Lebens. Alles hilft haltung und Belehrung, mit den Beilagen:" Die Kunsthalle" und " Der Hausarzt", unter der Redaktton von Emanuel Wurm und Der Redakteur dieses Blattes hatte das Referat übernommen. entweder zum Guten oder Bösen, aber das Schlimmste auf der Manfred Wittich. Erscheint vom 1. Oktober ab alle 14 Tage Auch die Berliner Drechsler beriethen in öffentlicher Welt ist die Ermattung des Willens, die Erschlaffung des in Heften( 3 Bogen) zu 25 Pfennig. Probenummern schon jetzt Versammlung am Montag über die„ Altersversicherung". Herr Charakters und der geistige Tod. Ein indisches Märchen erzählt zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postämter. Liefländer referirte. Neue Schriften von J. Stern: Halbes und ganzes In Striesen- Dresden fand am 22. September eine große von einem Manne, der einen kostbaren Edelstein in's Meer fallen Die soziale Krankheit, ihre Ursachen Stuttgart, Verlag von J. E öffentliche Volksversammlung statt, in welcher Bebel über den ließ. Um wieder in Besitz seines Eigenthums zu gelangen, holte Freidenferthum. 15 Seiten. „ Gefeßentwurf zur Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter" er einen Eimer herbei und begann unverzagt das Meer auszuschöpfen. referirte. Der Redner beleuchtete in seinem zweistündigen, oft durch Sechs Tage lang segte er seine Bemühungen ununterbrochen fort, rauschenden Beifall unterbrochenen Vortrage zunächst die heutige foziale Organisation und die gegenwärtige Lage des arbeitenden am siebenten Tage bekam der Meergeist Angst, daß dieser rasende Boltes in gesellschaftlicher, wirthschaftlicher und politischer Beziehung. Mensch ihm noch das Meer trocken legen würde und brachte den Sodann erläuterte er die historische Entwicklung der sogenannten Edelstein herbei. Wäre das menschliche Elend auch unerschöpflich Sozialreform, zu welcher sich übrigens die Regierung nur bequemt wie das Meer, das uns verloren gegangene Glück verdient es wohl, habe, weil sie von der Sozialdemokratie gedrängt worden sei. Ferner fritisirte der Redner eingehend die bereits geschaffenen daß man das ganze Leben dafür einsetzt, dieses Meer von Jammer sozialreformatorischen Werke": das Kranken- und das Unfall- und Elend auszuschöpfen. Der Erdgeist wird vielleicht Furcht beversicherungsgesetz. Es handle sich hierbei um feine Sozialreform, kommen und der Beherrscher des Meeres sich vielleicht eher untersondern nur um eine Veränderung der Armenpflege. Dies sei werfen. Die uns umgebende Noth ist aber bei weitem fein unspeziell in der Begründung zum Unfallversicherungsgesetz betont worden. Und in der Bahn einer veränderten, d. h. verschlechterten erschöpfliches Meer. Wir brauchen uns nur aufzuraffen, brauchen Armenpflege bewege sich auch das geplante Alters- und Invaliden- nur an dem gegenwärtigen Zustand der Dinge feinen Gefallen mehr versicherungsgesetz, oder, wie es mit Vorliebe bezeichnet werde: der zu finden, um das scheinbar grenzenlose Meer sofort zum VerSchlußstein der Sozialreform, die" Strone des sozialen Gebäudes" schwinden zu bringen und uns wieder in Besiz des verlorenen 1. j. w. Der Referent erörtert nunmehr ausführlich die Mängel Edelsteins der allgemeinen brüderlichen Menschenliebe und des und Gebrechen, die Unzulänglichkeit und absolute Unannehmbarkeit des vorliegenden Gefeßentwurfes. An der Diskussion betheiligte menschenwürdigen Daseins für alle Erdensöhne zu setzen. fich namentlich der Reichstagsabgeordnete Singer und kennzeichnete in längerer Rede das mit der Versicherung verquickte Quittungsbuch. Zum Schluß wurde folgende von Herrn Bebel verfaßte und feine Stellung zu der geplanten Versicherung genau präzisirende Resolution einstimmig angenommen: Die Versammlung erklärt: Der Entwurf eines Gesetzes, betr. die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter, entspricht in keiner Weise den berechtigten Forderungen der deutschen Arbeiter. ( Mich. Arb. 3tg." Das Loos der Nähterin. Die Nähmaschine hat das Produkt der weiblichen Näharbeit gewaltig gesteigert, aber das traurige„ Lied vom Hemde" hat heute vielleicht noch eine furchtbarere Bedeutung wie früher. Und obschon der Lohn einer NähArbeiterin schauerlich niedrig geblieben und geworden ist, finden sich immer zwanzig bereit, die Arbeit zu übernehmen, sobald eine sich weigert, sich mit dem ihr gebotenen Lohne zu begnügen. Denn das gewöhnliche Maschinen- Nähen der meisten Arbeiterinnen ist keine Der Entwurf ist in seiner jegigen Gestalt unannehmbar, weil Stunstarbeit, feine erst berufsmäßig zu lernende Arbeit, jedes die Höhe der Nente ungenügend; die Dauer der Wartezeit zu lang; Mädchen kann diese Arbeit verrichten. Aber die Gesundheit jeder die Altersgrenze für den Empfang der Altersrente viel zu hoch; Maschinennäherin wird unwiderbringlich zerstört. Niemand kann die Anzahl der für das Beitragsjahr in Anjazz gebrachten Wochen- 8-12 Stunden täglich anhaltend nähen, ohne die Augen überbeiträge zu groß; das geplante Quittungsbuch unannehmbar ist.-mäßig anzustrengen; dazu kommt die schlechte Stubenluft, die geFerner ist die Zulässigkeit der Gewährung von Naturalien bis zur zwungene, nachtheilige Störperhaltung und oft das Gift, das im Höhe von 3/4 der Rente(§ 8) zu verwerfen; der Verlust des ein- verarbeiteten Material steckt. Die Nähmaschine ist an dem Gesundgezahlten Beitrages für diejenigen, die durch die Umstände gezwungen heitsverlust gar vieler Frauen Schuld; das weiß jeder Arzt. Jede aus der Versicherung scheiden, eine Ungerechtigkeit, und die Be- Frau fann zeitweilig ohne Schaden an der Nähmaschine arbeiten, schränkung des Reichsversicherungsamtes auf eine bloße Revisions- feine aber 8 Stunden oder gar länger. Es ist festgestellt, daß das instanz eine schwere Schädigung für die Interessen der Versicherten. Endschicksal der berufsmäßigen Maschinen- Näherin Blutarmuth, Endlich erachtet die Versammlung die ganze Organisation der verdorbener Magen und Nervenleiden ist. Dr. Nichols von Massa= Stassen für verfehlt, weil schwerfällig und kostspielig. Sie verlangt chussetts( Vereinigte Staaten), der vor einigen Jahren die Unterdie Gründung einer einzigen Reichs- Alters- und Invalidenkasse für suchung von Maschinen- Näherinnen zu einem speziellen Studium das ganze Reich, mit dem Recht für die Unternehmer, deren Eintommen 2000 Mark nicht übersteigt, dieser Kasse als Versicherte beitreten zu können. Sie beansprucht ferner die Abstufung der Nente und der Beiträge nach der Höhe des Verdienstes und die Uebernahme der Versicherungsbeträge durch das Reich, insofern das Einkommen der Versicherten die Höhe von 750 Marf nicht übersteigt." gemacht hatte, erklärt, daß eine gesunde Frau von normaler Stärke nicht mehr als 3 bis 4 Stunden an der Nähmaschine arbeiten dürfte. In allen Hospitälern und Anstalten haben die Aerzte reichlich Gelegenheit, an Näherinnen ihre Beob= achtungen zu machen, die sich wenig von einander unterscheiden; eine Nähmaschinen- Arbeiterin, die lange diesem Berufe angehört, hat nur wenige Tage im Jahre, an denen sie sagen kann, daß sie " gefund" ist. Und je mehr durch die Konkurrenz der Lohn dieser Wenigstens im allgemeinen für Zentralisation sprach Arbeiterin sich verringert, desto färglicher werden selbstverständlich fich die am Montag im Luisenstädtischen Konzerthause tagende ihre Mahlzeiten und desto weniger Widerstandskraft wird fie öffentliche Versammlung der Schuhmacher Berlins aus. Ihre haben, ihre Leiden auszuhalten. Resolution lautete nämlich: 1. Die heutige Versammlung erklärt sich in betreff der Organisationsfrage im Prinzip für Zentralisation, erwartet aber, daß in allen Städten, wo die Behörden an die Zentralisation Forderungen stellen, wie z. B. bei den Buchdruckern u. s. w., dieselben sich selbst auflösen und Lokalorganisationen gründen. 2. Die Versammlung erklärt: In Erwägung, daß Streits in den heutigen wirthschaftlichen *) Wegen Raummangels verspätet. Vereine und Versammlungen. - Fachverein der Former und verw. Berufsgenossen. Große Versammlung am Sonntag, den 30. d. M., Vormittags 10 Uhr, in Heidrichs Lokal, Beuthstr. 20.( Großer Saal). Tagesordnung: 1. Die Einführung des Minimallohnes in der Metallbranche.( Referent Herr Störsten). 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Briefkasten. Listen zum Sammeln von Abonnenten find jederzeit auf unserer Expedition zu erhalten und werden auch gratis übersandt. Schuhmacher. Nach§ 2 des Krankenversicherungsgesetzes. liegt es im Ermessen der einzelnen Gemeinde, ob sie die Verficherungspflicht auch auf die in der Hausindustrie Beschäftigten ausdehnen will. Eine allgemeine Pflicht besteht nicht. Stockholm. Für diese Nummer zu spät, in nächster Nummer alles. Nummer leider vergriffen. Prozeß. Vielleicht für nächste Nummer. Haugk. So geht es wohl kaum. Gerettet! Ihr guten Leut aus Land und Stadt, hört', was sich begeben hat! Das Vaterland war in Gefahr, Der Thron bedräut und der Altar; Doch eines Mannes kühne That Gerettet hat so Reich als Staat! ehrt und preist den wackern Mann Und nehmt Euch ein Erempel dran! Nach Radevormwald lobesam Zur Kirmeß ein Haufirer kam. Er hatte Schirme zum Verkauf, Stellt sie in seiner Bude auf. Doch seht! Just über seinen Stand Ein Parapluie war aufgespannt, Und dieses, Kreuzschockschwerenoth! War roth, war roth, war blutig roth!!! Da fam die weise Polizei Und sagte streng:„ Ei, ei, ei, ei! Wer solche Schirme mit sich führt, Wird arretirt, wird konfiszirt! Das ist des Unheils Giftgewürm: Auf Umsturz sinnt der rothe Schirm..." Allein, was that der weise Mann? Er hängt dem Schirm zwo Wimpel an; Die Landesfarben trugen sie, Die hung er an das Parapluie! So ward nun dieses eins, zwei, drei: Schwarzweißroth- reichs- und faijertreu! Da braust's auch schon wie Donnerhall, Wie Schwertgeflirr und Wogenprall: Erleichtert hob sich jede Bruſt, In Radevormwald stolzbewußt; Und alle Herzen stimmten ein: Lieb Baterland, magst ruhig sein! Berantwortlicher Rebatteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.