t Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volts Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh.- Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. № 40. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Beile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 6. Oktober 1888. Der Tod Kräcker's.- Das Gewerbeschieds: Der Entwurf für ein Gewerbeschiedsgericht gericht in Berlin. Das neue Gewissen. Die näher rückende Weltkrisis. Die italie: nischen Sozialisten und die Frauenarbeit. Gewerkschaften der Arbeiterinnen. Schnitzel. Tegt. Politische Nachrichten. Arbeiter und Parteigenossen! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung dieses Bestellungen nehmen in Berlin alle Spediteure entgegen. Blattes ein! gefallen. in Berlin, Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. An einer Stelle schreibt da der Verfasser: ,, Es war die Macht des Schlachtfeldes, welches die Arbeiter des Alterthums in die Sklaverei zwang. Es ist die Macht des" Marktes", welche den Arbeiter immer ein Band der Gewalt, wenn auch nicht mehr in Form einer sichtbaren Kette. Arbeiterinnen. Die der im April d. J. vom Magistrat dem Oberpräsidenten heutigen Tages in Abhängigkeit hält. Das Band, zur Genehmigung überreicht ist, ist dort unter den Tisch Nachdem er dem Dezernenten( d. H. dem höheren Gedicht von Beranger. Skizze von Beamten, der die Sache zur Bearbeitung erhält), zu lange Ihr meint, der Arbeiter sei frei, er willigt selbst Zola. Ein Bischof, der sein Amt nieder einen Bosten auf dem Restenzettel gebildet hatte, hat er in alles ein. Ja wohl, frei wie der Sklave des AlterDie Wohnungsnoth der Arbeiter. die Nummer erledigt." thums es war: zu arbeiten für das, was andere ihm Lohnstatistiken der Arbeiter und der Unter- Dem Magistrat ist mitgetheilt, daß die Genehmigung geben wollen oder zu verhungern! Oder ist es die„ freie nehmer. Die Erklärung der Menschenrechte des Statuts vorerst nicht in Aussicht gestellt werden Selbst bestimmung" des Arbeiters, wenn er täglich zehn, in Frankreich. kann, weil die für diesen wichtigen Gegenstand erforder: zwölf, vierzehn Stunden arbeitet, die Löhne seiner Kameraden Kleine Mittheilichen eingehenden Prüfungen noch nicht zum Abschluß unterbietet, für hohe Miethe in armseligen Kasernen lebt, lungen. Gewerkschaftliches.- Vereine und gelangt sind. den Tag über als Sklave der Maschine schafft, Weib und Versammlungen. Der§ 120a der Reichsgewerbeordnung, der diese Kind in die Fabrik schickt und fast alles opfert, was das Schiedsgerichte gestattet, steht also auch noch im Zeichen Familienleben zu einem glücklichen macht?" ,, cingehender Prüfungen". Dabei mehren sich bei den ,, Nein, es geschieht nicht nach ihrer Selbstbestimmung, arbeiterfeindlichen Innungen, die von vorneherein gegen daß sie ein Dasein leben nicht viel länger, als die Hälfte die Arbeiter als parteilich anzusehenden Schiedsgerichte der durchschnittlichen Lebensdauer der Glücklichen! Ueber ( denn sonst würden sie von den Innungen nicht errichtet die ganze Erde hin kämpfen die Arbeiter dagegen, um werden) fortwährend. Die Klaſſengegensätze werden so sich selbst zu befreien, mit allen Mitteln der Streiks, der immer schärfer zugespitzt. Proteste, der Organisation und oft selbst verzweifelter Ob die„ Nummer" mit diesem Bescheid zu den Akten physischer Gewaltthätigkeiten. Ist das etwa das Benehmen geschrieben, d. h. begraben, oder ob sie zur Wiedervorlage Man versäume nicht, von jedem Wohnungs- nach so und so viel Jahren bezeichnet ist, das regiebt sich von Leuten, welche ihr Schicksal selbst bestimmen, was ihnen balisht 2 Main, faezwungen dazu vuicy eut wechsel den Spediteur zu unterrichten, damit keine aus dem Bescheid nicht. Wir vermuthen das erstere. Machtgebot; durch das Machtgebor nicht eines Eroberers, Störungen in der Bestellung erfolgen. Also lebewohl Hoffnung der Berliner Arbeiter auf sondern durch das der beiden Feldherren:" Angebot" und Der Verlag der Berliner Volks- Tribüne." ein unparteiisches Schiedsgericht, das auch in größeren Nachfrage". Lohnstreitigkeiten zur Vermeidung von Streiks angerufen ,, Einst sagte man, daß die politische Regierung eine Bevormundung sei von Männern durch andere Männer Wozu auch? Die Unternehmer sind ja befriedigt, und daß die Rechte der Herrschenden aus der Zustimmung da die Arbeiter durch den Streikerlaß, Versammlungs- der Beherrschten abzuleiten wären. Jetzt ist es offenbar, verbote, Auflösung der Organisation, Behinderung der daß das Eigenthum ebenfalls gleichbedeutend ist mit Streifsammlungen, nöthigenfalls durch Ausweisungen der der Macht des Menschen über andere Menschen... Daraus Arbeiterführer hinlänglich geschwächt sind. Wozu ein folgt dann, daß wenn das Volk ein Recht hat, seine Schiedsgericht, wenn ein Theil so stark ist, daß er den politische Regierungsform zu bestimmen, es auch über anderen mit Leichtigkeit unterwerfen kann? das Recht verfügt, die wirthschaftlichen Verhältnisse zu regeln." Listen zum Sammeln von Abonnenten jederzeit durch unsere Expedition, Oranienstraße 23, zu beziehen. Berlin S. O., Oranienstr. 23. werden könnte! + Julius Kräcker t Geb. am 26. Juni 1839. Geft. am 2. Oktober 1888. Nachdem Mar Kayser in der Blüthe seiner Kraft von einem tückischen Leiden dahingerafft wurde, nachdem ein furchtbares Schicksal Wilhelm Hasenclever den Reihen der sozialistischen Mitstreiter entriß trifft nun bereits ein dritter schwerer Schlag die deutsche Partei: Julius Kräcker, der langjährige Vertreter Breslaus im Reichstage, ist am Dienstag seinen schweren Leiden erlegen. Kräcker, der Sohn armer Eltern und gelernter Sattler, war mehr als zwanzig Jahre in der Arbeiterbewegung thätig und er hat sein reichliches Maß von Verfolgungen auf sich nehmen müssen. Er gehörte z. B. zu denjenigen Reichstagsabgeordneten, gegen die auf Betreiben des Reichskanzlers die bekannten Diätenprozesse in Szene gesetzt wurden. Seine Verurtheilung zur Zahlung der von seiner Partei empfangenen Diäten an den Fiskus führte zur Auspfändung und Versteigerung seines Hausraths, ergab aber ein so geringes finanzielles Resultat, daß nicht einmal die Prozeßkosten gedeckt werden konnten. Kräcker war schon vor Jahren wegen Verlegung des § 130 des Strafgesetzbuches zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt worden, die er auch verbüßte. Jm vorigen Jahre wurde er in Breslau in einen Geheimbundsprozeß verwickelt und als angeblicher Leiter einer angeblichen geheimen Verbindung angeklagt. Nach einer Untersuchungshaft von fünf Monaten, die ihm nicht angerechnet wurden, lautete das Urtheil schließlich auf sieben Monate Gefängniß. Diese fieben Monate trat Kräcker am dritten Osterfeiertag dieses Jahres an, an welchem Tage er auf Befehl der Staatsanwaltschaft unerwartet verhaftet wurde, um das Gefängniß nur als Sterbender zu verlassen. Möge er sanft ruhen! Das deutsche Proletariat aber wird sein Andenken immer in Ehren halten. Wir glauben kaum, daß eine andere Nachricht oder Maßregel so sehr die Situation bezeichnet, als diese der Ablehnung der Bestätigung des Entwurfes für ein Gewerbe schiedsgericht in Berlin. Nun wissen wir doch, woran wir sind. Keine rechtliche Entscheidung, sondern Kampf, in welchem dem einen Theil die Hände gebunden sind! Es ist zu beklagen! wir können es aber nicht ändern. Wir müssen die Folgen tragen und uns auf diese Thatsachen einrichten. Nur festes Zusammenstehen der Arbeiter trotz aller Hindernisse kann noch helfen, alle andere Hilfe versagt. Das neue Gewillen. Das klingt ganz anders, als was wir gewöhnlich zu hören bekommen: daß der Arbeiter ein freier Bürger, daß er mittels des freien Wahlrechtes und des freien Stimmzettels sein eigenes Geschick und seine soziale Lage selbst bestimme. Und es ist ein ,, freier Amerikaner", aus dessen Feder jene Worte kommen! Im weiteren Verlauf des Artikels führt dann der Verfasser aus, inwiefern die gegenwärtigen EigenthumsVerhältnisse die Trennung von Kapital und Arbeit, würden wir sagen gleichbedeutend seien mit der Macht des Menschen über den Menschen: „ Der Grundsatz des Zeitalters der Sklaverei war, daß der Arbeiter selbst eine Waare sei! Der Grundsatz des Zeitalters der Geldmacht ist, daß die Arbeitskraft Wir haben schon oft Gelegenheit genommen, zu be- eine Waare sei! Die Gesellschaft von heute, wie die von tonen, daß die Menge der wirthschaftlichen Erscheinungen, damals, unterstützt diesen Grundsatz mit allen ihren welche die herrschende Gesellschaftsform kennzeichnen, eine wirkungsreichen Machtmitteln der Institutionen und Gesetze. Sprache reden, deutlich und eindringlich genug, um alle ,, Unter der Herrschaft der Sklaverei sagte der Sklaven= ehrlichen Denker das wahre Wesen der Verhältnisse baron: Meine Arbeiter". Unter dem System der und ihre Unhaltbarkeit zu durchschauen lassen. Die scharfe Arbeitskraft als Waare sagt der Unternehmer genau ebenso: Waffe der schneidigen, wenigstens sozialistisch angehauchten Meine Arbeiter". Er meint damit nicht: meine Schafe, Kritik an der bestehenden Ordnung wird von immer mehr die ich füttern muß, sondern meine Schafe, die ich Kämpfern gehandhabt, selbst unter denjenigen Elementen, scheeren will." welche den letzten Grundgedanken des Sozialismus gegenüber noch immer verschlossen bleiben. " 1 Beide Grundsäße und alles, was auf ihrer Grundlage sich aufbaut, sind von zerstörender Wirkung, nicht Einen neuen Beweis dafür liefert ein in seiner Weise nur für die Freiheitsrechte des Arbeiters, sondern für die trefflicher Artikel im diesjährigen Septemberheft der an- Freiheitsrechte des Gesammtvolkes. Das neue Gewissen" gesehenen, auch in Deutschland auf allen Bibliotheken daher, welches uns sagt: die Arbeit und der Arbeiter sind vertretenen Monatsschrift North American Review", über- Eines und der Arbeiter soll und darf keine Waare sein schrieben ,, the New Conscience", das Neue Gewissen", wird der Eckstein des künftigen sozialen Gebäudes werden." und gezeichnet: Henry D. Lloyd. Leider bleibt der Verfasser in der Weiterführung dieses Der werthvolle Grundzug dieses Artikels ist der Gedankens nicht mehr konsequent. Er fordert daher nicht Nachweis, daß heute der Arbeiter eine Waare, ein im die Aufhebung des Gegensatzes von Kapital und Arbeit, Grunde vollständig unfreier Mensch sei und daß er dies er will das Verhältniß von Kapitalist und Arbeiter fort= nicht bleiben dürfe, wenn man Wandel schaffen wolle im bestehen lassen, aber es soll verbessert,„ versittlicht" werden. sozialen Elend der Gegenwart. Das soll das„ neue Gewissen" bewirken, d. H. eine sitt= " 1 " 1 Mitteln. Seit anderthalb Jahren sind in Japan 300 bis entschieden für die Unterdrückung bezw. äußerste Ein400 Aktien- Gesellschaften, meistens für die Baumwolle- schränkung der Kinderarbeit, unter ausdrücklicher Betonung Fabrikation, gegründet worden und die Leistungsfähigkeit des Rechtsstandpunktes, daß eben die Kinder nicht gleichberechtigt und ohne Verantwortlichkeit seien und daher derselben ist um 150 Prozent gesteigert worden. Gerade deshalb erwartet man einen Krach; die der Fürsorge der Erwachsenen bedürfen und unterworfen ,, Ueberproduktion" ist nämlich schon da. Wenn nun aber seien. auch dieser Krach kommen wird, so ist damit nicht gesagt, Diese Betonung und Gegenüberstellung der himmeldaß er die neue Industrie vernichten werde. Im Gegen- weit verschiedenen Rechtsstandpunkte, von denen die Frauentheil alle derartigen industriellen Katastrophen in der arbeit einerseits und die Kinderarbeit andererseits zu bezivilisirten" Welt haben immer nur die kleinen Unter- urtheilen sind, erscheint um so nothwendiger, als in den nehmungen vernichtet und der Großproduktion den Boden Arbeiterprogrammen vielfach die Frauen- und Kinderarbeit" zusammen und ohne grundsägliche Unterscheidung geebnet. " liche Umwälzung, wie sie zur Zeit des Christenthums und der Aufhebung der Sklaverei auch stattgefunden habe.(?) Der Arbeiter soll weiterhin auch in den Dienst des Kapitals treten, um leben zu können, aber er soll besser behandelt, nicht mehr als bloßes Arbeitsthier aufgefaßt werden. Die Alten" schreibt der Verfasser weiterhin ,, kauften und verkauften Menschen. Wir kaufen und verkaufen ,, nur" ihr Herzblut. Die neue Theorie, daß nicht mehr der Arbeiter, sondern nur noch die Arbeitskraft eine Waare ist, hat uns wahrlich nicht vorwärts gebracht. Sie bedeutet nur, daß die Arbeitskraft gekauft und verkauft werden kann, ohne Rücksicht auf den Mann, der So wird es auch hier kommen. Japan wird nicht genannt worden sind. Die Folgerung, als ob Frauen hinter ihr steht; daß der Unternehmer alle Vortheile des nur seinen eigenen Bedarf selber decken und damit auf- und Kinder rechtlich auf die gleiche untergeordnete, minderKäufers ausnußen kann, wofern er sich der Marktregel hören, ein Kunde Europas zu sein, sondern es wird berechtigte Stufe gestellt werden sollten, lag hier nahe von Angebot und Nachfrage unterwirft; daß seine einzigen auch erportiren. Es wird zunächst den immensen eng- genug, obgleich eine derartige, die Frau entwürdigende Beziehungen zum Arbeiter darin bestehen, dessen Leben so lischen Handel in Ost- Asien aus dem Feld schlagen und Anschauung wohl dem Standpunkte der rückläufigsten billig als möglich zu kaufen und dessen Leistungen so dann vielleicht sogar in Manchester mit ihm konkurriren. deutschen Vereinsrechte entspricht, den Grundsätzen des V. the uer als möglich zu verkaufen; daß er Löhne herab- Nun nehme man einmal an, daß es bei der Baum- Sozialismus aber stracks zuwiderläuft. drücken darf ohne irgend welche moralische Verantwort- wolle nicht stehen bleiben wird, und auch nicht bei Japan, lichkeit für gekrümmte Rücken oder gebrochene Herzen. sondern, daß über kurz oder lang die 600 Millionen Ostdaß der Käufer der Arbeitskraft mit dem Verkäufer um- asiaten( Japanesen, Chinesen und Hindus) mit der In Gewerkschaftliche Organisation der Frauen. springen kann, als sei der Letztere ein Arbeits thier und dustrie der Weisen gesegnet sein werden und man wird Wir erwähnten in unserer letzten Nummer die Annicht ein Arbeits mensch. Die Arbeit und der Arbeiter zugeben müssen, daß hier ein verteufelt böses Omen für sind Eines, weil der Mann 24 Stunden hindurch leben die kapitalistische Gesellschaft vorliegt, die nicht eristiren schauungen einer englischen Schriftstellerin über diese Frage, muß, um deren acht oder zehn zu arbeiten. Sein Herz fann, wenn sie nicht in der Lage ist, ihre Produktion be- und wollen heute kurz eine Rede berühren, welche Frau Johanna Greie( New- York) kürzlich in Philadelphia in und sein Kopf, seine Gedanken, seine Wünsche und seine ständig zu vergrößern. Das gegenwärtige Gewimmel in Afrika hat nichts zu Arbeiterpartei hielt. der gleichen Angelegenheit vor der Sektion der sozialistischen Bestrebungen, all' das wirkt zusammen, um jene ,, Waare" herzustellen, welche an jedem Morgen beim Schlage der bedeuten. Bis man den Neger zum Lohnarbeiter macht, Es giebt keine Epoche in der ganzen Geschichte der Fabrikglocke bereit ist, ihr Tagewerk zu beginnen. Wenn dürfte noch viel Wasser den Congo herabfließen. Aber in der Mann die Fabrik verläßt, dann nimmt er eben nur Ostasien, in diesem Gewimmel arbeitsgewöhnter Leute, mit Menschheit- begann die Rednerin in welcher die Frauendiese Waare" mit hinweg, um sie für den nächsten Tag den Naturschäßen und natürlichen Vorbedingungen für die frage, die von so großer Wichtigkeit für die ganze Entnothdürftig wieder aufzufrischen. Was er innerhalb der industrielle Entwicklung, in dieser Ecke der Welt lauert wickelung des Menschengeschlechts ist, so sehr in den Vordergrund des gesellschaftlichen Lebens getreten wäre, Wände des Fabrikraums zurückgelassen, ist nicht ein Ding", eine tödtliche Gefahr für die kapitalistische Gesellschaft. es ist ein Theil seiner selbst.- Die Doktrin, daß ,, Arbeit Die ostasiatischen Horden sind heute nicht mehr ge- wie heutzutage, wo sie sich nicht mehr mit Ironie und eine Waare" sein soll, giebt einen Theil der Menschen als fährlich, wenn sie mit Spieß und Bogen kommen. Vor Gespött beseitigen läßt. Sie hat sich nach und nach ausEigenthum in die Hände des andern und ist deshalb un den kriegerischen Hunnen und Tartaren braucht man keine gebildet, muß das Stadium des Unverstandes durchmachen gerecht und verwerflich. Die Sünder werden zu Furcht mehr zu haben. Aber ihre Vettern kommen mit und wird sich fortentwickeln trop aller Gleichgültigkeit und Lauheit der Frauen, die noch so wenig an den Fragen Grunde gehen mit dem System, wenn sie es nicht einer viel gefährlicheren Waffe: der Billigkeit. ändern!" Mit dieser Waffe schlagen die Gelben die Weißen Antheil nehmen, welche sich auf das Wohl und Wehe etwas an unfehlbar aus dem Felde, und zwingen fie, Schanzen in ihres Gie Vorgänge im öffentlichen Leben lassen die Frauen Geschlechtes beziehen. Das System muß geändert werden! , Die deres sagen auch die Sozialisten nicht. Der Unterschied Form von Schutzöllen aufzuwerfen. Die Bourgeoisie ist nur der, daß die Sozialisten das herrschende System produzirt ihre eigenen Todtengräber nicht nur in dem noch vollständig kühl und gleichgültig, indem sie in dem als einen Ausfluß unserer wirthschaftsgefeßlichen Ent- Sinne, daß sie Proletarier- Massen schafft, sondern auch, Wahn befangen sind, daß diese nur die Männerwelt anwickelung ansehen und auf dem entsprechenden Wege indem sie diese zurückgebliebenen Länder aus ihrem Schlafe gehen. Indeffen tragen nicht allein die Frauen Schuld Abhülfe schaffen wollen, während für den Verfasser unseres auferweckt hat. Um Kunden zu bekommen, haben die daran, daß es noch so traurig aussieht mit ihrer geistigen Artikels alle die von ihm beleuchteten Erscheinungen mehr Kanonen Englands und Frankreichs die Thore China's Aufklärung über Dinge, welche außerhalb ihres Haushaltes, moralischer Natur sind, so daß er schließlich als wesent aufgesprengt, Japan zu Handelsverträgen gezwungen und ihres Puyes und Tandes stehen, sondern auch die Männer lich betont, die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und hat England die alten Handwerke Indiens vernichtet. find schuld an dieser beklagenswerthen Erscheinung, denn Arbeiter seien vielmehr nach den Rücksichten der Moral, Aber aus den Kunden werden allgemach Konkurrenten. fie gerathen in Zorn, wenn man ihnen sagt, daß die als nach denen des Marktes zu regeln, weshalb er auch Die Nemesis kommt in Gestalt chinesischer, japanesischer Frauen nicht allein dazu da seien, um ihnen das Leben so behaglich wie möglich zu machen; sie meinen, ihre bevorimmer von einem neuen Gewissen" redet. und ostindischer billiger Produkte. Unsere Leser werden vielleicht meinen, daß es die auf- Freilich geht das den europäischen Arbeitern noch rechtete, herrschende Stellung werde beeinträchtigt, wenn Ihnen wird man zu gewendete Mühe nicht verlohne, um zu einem solchen Ab- viel näher als den Kapitalisten. Ihnen wird man zu- die Frauen sich mit Dingen beschäftigen, die über den schluß zu gelangen. Indeß läßt sich aus der Erfahrung muthen, auf die Lebensweise der Gelben herabzukommen, Schlendrian des Alltäglichen hinausgehen; und wenn eine geltend machen, daß wer die Grundursache des herrschen damit sie diese aus dem Felde schlagen sollen. Der Kampf Frau den Muth hat, vererbten Vorurtheilen Trotz zu bieten und öffentlich das als wahr Erkannte zur That zu Con Glenvs auch nur annährend fo kar durchschaut, wie des Ostens mit dem Westen wird in den Werkstätten ge= der Verfasser unseres Artikels, früher oder später auch sich führt werden, bitterer, zerstörender, vernichtender als der machen, so wird dieselbe von den Männern der Unweiblichzur einzig logischen Wahrheit durchringen wird, daß es auf den blutigsten Schlachtfeldern. Mann, Weib und Kind feit geziehen und zu den Unnaturen gerechnet. Solche Männer begreifen aber nicht, daß die, welche gilt, das Lohnsystem abzuschaffen und durch das verzweifelt, ohne Unterlaß, ohne Hoffnung schaffen, schaffen, gemeinwirthschaftliche Produktionssystem zu ersetzen. schaffen müssen, um einen Bissen Brot gegen den Kon- gegen die Aufklärung der Frau eifern, sich ein geistiges Einstweilen aber ist der Aufsatz ein ganz guter Beleg furrenten am Yantsekiang zu vertheidigen; wenn nun und ſittliches Armuthszeugniß ausstellen. Ein aufgeklärter dafür, wie selbst Anhänger der Privatwirthschaft heute wenn eben nicht der Sozialismus wäre, der Erlöser aus Mann aber wird es ehrend anerkennen, wenn eine Frau die Schranken des Vorurtheils durchbricht. Trotzdem schon die unwürdigen Zustände fühlen, welche den Arbeiter diesem qualvollen Treiben. bedrücken. Für die kapitalistische Gesellschaft ist die Entwicklung gegenwärtig nur ein kleiner Bruchtheil der Frauen sich der Großindustrie bei den Gelben ein böses Omen, für über das gewöhnliche Niveau erhebt, bleibt es doch wahr, die Arbeiter eine frohe Botschaft. Sie bedeutet eine daß jede Frau und jedes Mädchen vor allen Dingen errapide Beschleunigung des Zusammenbruchs der kapi- kennen lernen sollte, daß ihr Wohl und Wehe mit dem öffentlichen Leben in innigem Zusammenhang steht. talistischen Welt. Einen Schritt weiter zum Abgrund. Zur Frage der Frauenarbeit. " 11 „ Die Männer, fuhr Rednerin fort, haben Gewerkschaften gegründet zur Wahrung und Förderung ihrer Interessen. Die unaufgeklärte Frau wird nun allerdings zugeben, daß das Ziel dieser Gewerkschaften gut und edel ist; sie sagt aber:„ Eure Geldopfer nüßen Euch nichts." Die unaufgeklärte Frau klagt, daß ihr Mann aus dem Hause geht, um Versammlungen beizuwohnen; wenn ihr Mann sie aber über den Zweck der Organisirung der Aus Japan wird berichtet, daß man dort in Bälde einen großen industriellen Krach erwarte. Das Reich des Mikado hat sich nämlich modernisirt und zivilifirt und zur Zivilisation gehört unbedingt auch der Krach. Die Japanesen haben den Europäern nicht nur in Die sozialistische Arbeiterpartei Italiens hat in den überraschend schneller Zeit ihre Regierungsform abgeguckt Tagen des 8. bis 10. September zu Bologna ihren vierten und selbst eingeführt,- Ausnahme- Gefeße gegen politisch Parteitag abgehalten, auf welchem 133 Mitgliedschaften mißliebige Parteien eingerechnet sondern auch ihre Pro- durch 73 Abgeordnete vertreten waren. duktionsweise. Der Japanese ist geduldig, gelehrig und Wir entnehmen dem im Mailänder Parteiblatte Arbeiter aufklärt, wird sie gegen den Besuch seiner Vergenügsam, vortreffliche Eigenschaften für einen Lohnarbeiter.„ Fascio Operaio" veröffentlichten Verhandlungsberichte sammlungen nichts mehr einzuwenden haben. Die AnSein einziger Fehler war seine Langsamkeit; war, sagen folgende, die Frage der Frauen- und Kinderarbeit betreffende schauung, daß es besser und bequemer sei, wenn man die wir, denn bei der Bedienung der Maschinerien vergeht Stelle. Frau im Dunkeln umhertappen lasse, ist daher selbst vom ihnen der Spaß schon und er wächst mit seinen höheren Alle Abgeordneten waren einig in der Erkenntniß, einseitigsten Standpunkt der Männer grundfalsch und Zwecken." daß die Arbeit der Frau und des Kindes durch den Wett trägt viel dazu bei, daß die Arbeiter- Organisationen vielJapan ist fruchtbar; es ist namentlich geeignet zum bewerb, welchen fie der Arbeit des Mannes macht, schäd- fach nicht vorwärts fommen können. Baumwolle- Anbau, der in den letzten Jahren in lich wirke. Alle erkannten an, daß es auch vom rein Auf die soziale Bewegung der Neuzeit übergehend, großem Umfange eingeführt wurde. Nach dem Anbau menschlichen Standpunkte ein Unrecht sei, Frauen und sagte Frau Greie, dieselbe erstrecke sich immer mehr auf fam aber die Verarbeitung. Der fluge Japanese sah Kinder zu Arbeiten zu verwenden, zu welchen selbst die alle Gebiete des menschlichen Lebens und habe auch die die Nothwendigkeit nicht ein, den Rohstoff nach England Arme starker Männer kaum genügen würden. In Er- Frauenwelt unmittelbar in ihr Bereich gezogen. Das zu schicken und die fertige Waare von dort zu beziehen. kenntniß der unglücklichen Lage, welche die Frauen in der Uebergewicht in robuster Kraft, welche das männliche Er begriff, daß er die doppelte Fracht sparen und den heutigen bürgerlichen Gesellschaft einnehmen, beschlossen die Geschlecht besitzt, gehe immer mehr auf Maschinen über. Profit der Fabrikanten selbst einstreichen könne. Er be- Abgeordneten mit Einstimmigkeit nachfolgende Tages- An letzteren könne die Frau so viel leisten wie der Mann stellte sich also Maschinerie und geübte Hände" in Eng- ordnung: und sie sei daher die Konkurrentin des Mannes geworden land und ließ durch letztere die einheimischen Habenichtse anlernen. Der letteren giebt es genug, denn, dem Modernisiren entsprechend wurde die Halbfeudalität des Grundbesizes abgeschafft und aus dem Hörigen ein ,, freier Mann", ein freier, besigloser Arbeiter gemacht. Die Sache ging geradeso wie in Europa, nur in Jahren statt Jahrhunderten. Die Engländer sahen dem solange mit Vergnügen zu, als sie Maschinerie und Kapital liefern durften. Japan wurde von ihren Blättern in allen Tonarten gepriesen. Allein die Sache nahm ein trauriges Ende. Die verwünschten Kapitalisten des ostasiatischen Reiches machten fich in kurzer Zeit unabhängig von den Engländern. Sie betreiben jetzt die Baumwolle Verarbeitung mit eigenen ,, Die Frage der Frauenarbeit kann nur gelöst und zwar oft eine sehr unliebsame. Nach den Berichten werden durch das Mittel der Organisation unserer der Fabrikinspektoren habe die Frauen- und Kinderarbeit arbeitenden Schwestern, welche wir unterstüßen und in den letzten Jahren eine ganz erhebliche Ausdehnung entwickeln müssen, von dem Gesichtspunkte des genommen. Puhmacherinnen verdienen auf Grund der gleichen Lohnes für gleiche Arbeit ausgehend. Angaben der Inspektoren durchschnittlich 4,80 Dollars per Denn wir erkennen in den arbeitenden Frauen Woche, Nähterinnen ebensoviel, Büglerinnen und Wäscherinnen vollkommen ebenbürtige Wesen( delle per- 9 Dollars, Stickerinnen 4,30 Dollars, Korsettmacherinnen sonalità complete), welche die gleichen Verant- 4,55 Dollars, Zigarrenarbeiterinnen 3,30 Dollars und wortlichkeiten, die gleichen Rechte und die gleichen Spizenmacherinnen 2,50 Dollars. Nun möchte ich fragen", Pflichten wie die Männer haben. fuhr Rednerin fort, wie Frauen oder Mädchen, die ganz Wir weisen deshalb jede Lösung zurück, welche allein auf sich angewiesen sind, von einem solchen Hungervon einer Einschränkung der weiblichen Arbeit lohn leben können? Nein, sie können es nicht und müssen ausgehen wollte." entweder ein trauriges Leben voll Entsagung führen oder Dagegen erklärte sich der Parteitag selbstverständlich sich der Prostitution in die Arme werfen." in= ng ch= Her Fen el= en= be= Dent er= ng en er= the de en Des 1. Ina ge, au in en Der 11= mt= Den re nb 18= Den nd gen he en em an= ild gen es er nn die ent Or= in Den ne зи зи ch= che дев ter au em ich hr, er= cmt ht. rtrer gs Del 3." em ihr Der er= [ n= Die om nd el= uf pie as che er. tnt ent en eit ng Der Der en ent nd nz er= en er Daraufhin ermahnte Frau Greie die Frauen, Schulter damit der Eigenthümer Profit, und zwar den höchst- seßlichen Wohnungsverhältnissen entrissen, welche Villermé an Schulter an der Seite ihrer Männer zu kämpfen, um möglichen Profit herausschlägt. und andere geschildert hatten. der Ausnutzung durch die herzlosen Kapitalisten ein Ende Je mehr der Zuzug von Proletariern nach einem Die erste Folge der brotherrlichen Großmuth war machen zu helfen, und richtete an die Frauen die Auf- Ort das Bedürfniß nach Wohnungen steigen ließ, um so eine intensivere Ausbeutung der Arbeiter zu noch forderung, sich ebenso zu organisiren wie die Männer, weiterer Spielraum war der Spekulation geboten. Die niedrigeren Preisen. Außerdem machte die geringe Zahl damit sie an der Lösung der sozialen Frage mithelfen, Spekulation mit Grund und Boden der Baustellen ist der neuen Arbeiterhäuser im Vergleich zu der starken Ardenn ohne Mitwirkung der Frauen sei die Lösung der Ursache der hohen Miethzinse und nicht etwa das Steigen beiterbevölkerung, die Vortheile, welche erstere immerhin fozialen Frage eine Sisyphus- Arbeit. der Arbeitslöhne, welches etliche Bourgeoisökonomen hier- boten, die Wohnungen zu einem gesuchten Artikel, zu Zum Schluß ihrer mit großem Beifall aufgenommenen für verantwortlich machen wollen. In Paris z. B. haben einer Art Prämie, welche die Fabrikanten nur an die Rede ermahnte Frau Greie die Frauen, statt die freien sich in den letzten 25 Jahren die Preise der Baustellen gesinnungstüchtigsten" und fähigsten, d. h. an die Stunden mit Klatschen zu vertändeln, sich im eigensten zum mindesten verdrei- und vervierfacht. Im Stadttheile servilsten und leistungsfähigsten Leute vergaben, an solche, Interesse und im Interesse ihres Nachwuchses ernſter der Ternes stieg der Preis des Quadratmeters Baustelle die alle Launen und Härten ihrer Brotherren willig und Organisationsarbeit zu widmen, und an die Männer binnen 10 Jahren von 50 auf 186 Fr.; in der Nähe der ohne Murren ertrugen, sich Ueberalbeit und Unterlohn richtete sie die Aufforderung, nicht länger ihrer Frau zu Rue de Rennes, einem industriellen und kommerziellen ruhig auferlegen ließen. Die Wohnungen wurden zu einem gestatten, die gegnerische Presse zu lesen, sondern ihr die Knotenpunkt wurde 1881 ein Quadratmeter Grand und wahren Danaïdengeschenk der Philantropie, zu einer Kette, Arbeiterpresse in die Hand zu geben, weil lettere allein Boden mit 658 Fr. bezahlt, während er noch 1867 gegen welche die Arbeiter an ihre Knechtschaft fesselte und sie thre, ihres Gatten und ihrer Kinder Interessen verfechte. 250 Fr. im Preise stand. In der nämlichen Gegend bei jeder Auflehnung gegen dieselbe an der Bewegung Zur Arbeiter- Wohnungsfrage.*) Boulevard's findet. ( Aus Frankreich.) III. 11 wurde ein Haus, welches ein Einkommen von 19 438 Fr. hinderte. Nahm der Proletarier eine Lohnherabsetzung nicht brachte, pro Quadratmeter mit 645 Fr. verkauft. Der an, weigerte er sich, Ueberstunden, Nacht- und SonntagsQuadratmeter fertiges Gebäude war also billiger als der arbeit zu leisten, so hieß es: hinaus mit dem Undankbaren. Quadratmeter Baustelle. In der Gegend der neuen Post Gab er bei Wahlen seine Stimme nicht dem von seinem ward der Quadratmeter Baustelle mit 2 bis 3000 r., Herrn empfohlenen Kandidaten oder stimmte er wohl gar der Quadratmeter fertiges Gebäude mit 1275 Fr. bezahlt. für dessen Gegner, trat er gewerkschaftlichen, politischen Der Arbeiter, welcher nur einigermaßen Verdienst Solche Zahlen, die unendlich vermehrt werden könnten, oder sonstigen Organisationen bei, welche bei dem Fabrihat, darbt sich lieber einen höheren Miethzins am Munde beweisen, daß nicht der Preis der Handarbeit, sondern kanten in Mißkredit standen, drohte er gar mit der Revolte ab, als daß er seine Zuflucht zu diesen„ Cité's" nimmt, nur die Spekulation mit Baustellen die Miethszinse eines Streit's, so stafete ihm das gleiche Gespenst der die man besonders in der Gegend des Place d'Italie, des steigerten und unerträgliche Wohnungsverhältnisse schufen. Kündigung seiner bequemen und billigen" Wohnung entFaubourgs St. Antoine und längs fast aller äußerer Die Spekulation mit Grund und Boden, resp. Häusern, werth erbaut. Waren seine Eriſtenzbedingungen unerträggegen, bequem und billig aus dem ihm entzogenen Mehrwarf sich natürlich in erster Linie auf die Wohnungen, lich geworden, so hinderte ihn die Rücksicht auf die WohAber der Zwang der Verhältnisse, in denen sie leben, nach denen die Nachfrage am stärksten war. Es waren nung, dem Drt den Rücken zu kehren, sein Glück anderbringt auch die Arbeiter dieser Art gelegentlich, immer dies natürlich die Arbeiterwohnungen, da sich das Pariſer wärts zu suchen. Die Wohnung in der Hand des Brothäufiger und in größerer Anzahl in diese verrufenen Löcher Proletariat durch Zuzug jährlich im Durchschnitt um herren versetzte den Lohnarbeiter in dieselbe, ja noch in hinein. Arbeitslosigkeit und Krankheit veranlassen einen 30 000 Köpfe vermehrt. Gerade die Wohnungen, wie sie eine schlimmere Lage wie die des Hörigen im Mittelalter: Rückstand des Zinses; der Hausbesizer kennt keine Rück der Arbeiter am meisten sucht und zahlen kann, aus zwei fie fesselte ihn unter der vollen Ungunst der ficht: hinaus mit dem Lumpensack auf die Straße und Zimmern und Küche bestehend, wurden von der Spekulation modernen Lohn verhältnisse an die Scholle, sie mit den Möbeln zur Auktion! Ist der Mann ledig oder in relativer Seltenheit und damit unverhältnißmäßig hoch ward das Werkzeug zu seiner aufs Höchste geschraubten ist es Sommer, so nächtigt er wohl lieber bei„ Mutter im Preis, 3-500 Franks, gehalten. Für mindestens ökonomischen und politischen Ausbeutung. Grün", auf einer der Boulevardbänke, unter den Brücken eine halbe Million Lohnarbeiter bietet Paris rund gegen Das war des Pudels Kern, der sich hinter den oder in den Steinbrüchen, welche Tag oder richtiger Nacht 85 000 Wohnungen zum genannten Preise, während es humanen Bestrebungen verbarg. aus Nacht ein Tausenden von Obdachlosen Zuflucht gewähren, denn deren Zahl steht in keinem Verhältniße zu den vorhandenen Nachtherbergen. zur Flasche greift, um den Wurm zur tödten." 11 fast 435 000 Wohnräume unter 300 Frants aufweist, die allerdings der Mehrzahl nach nur aus einem Zimmer bestehen und in die Zahl der scheußlichen Löcher gehören, von denen früher die Nede war. 1884 hatte Paris für zirka 2 500 000 Einwohner 434 936 Wohnungen unter 84.050 68 740 von " 1 " 1 " 23 930 300 Franks, 300-500 500-750 750-1000 " 1 " 1 " 1 11 " 1 1280 7 164 1000-1 250 " 1 " 1 " 1 250-1500 " " 11 24 844 1 500-3 000 11 " " 12 121 3 000-6000 " 11 " 4.008 1846 6 000-10000 " 1 11 " 1 10 000 20 000 11 17 11 " 1 461 über 20 000 " 1 " Schnikel. Wer spräche laut, wenn's das Gesetz verwehret, Das allen schließt den Mund? Selbst Christi Wort, das alle Welt verehret, War lang nur ein geheimer Bund... Du willst der Nede setzen ihre Schranke, Einterfern Schrift und Wort? Umsonst! Es wälzt sich jeder Glutgedanke Bacchantisch und unsterblich fort. ** * Platen. Die Heuchelei ist ein Modelaster und alle Laster Noch deutlicher sprechen die Zahlen über die Zunahme ist die beste, die man spielen kann; sich mit der Heuchelei gelten für Tugenden. Die Rolle des frommen Mannes * ** * * * * Molière. Ein Shakespeare. Was aber thun im Winter, bei rauhem regnerischem Wetter, oder wenn Familie vorhanden, wenn die Frau vor Frost klappert und die Kinder weinend nach dem Bett verlangen? Zähneknirschend wandert der Proletarier dann einer Cité zu, wo er sicher ist, für etliche Sous Obdach zu finden. Morgen schon hofft er dem Unterschlupf den Nücken zu kehren, aber die Tage reihen sich zu Tagen, die Wochen zu Wochen, die Krise hält an, es giebt nur schlecht bezahlte Gelegenheitsarbeiten. Woher das Geld nehmen, die Möbel auszulösen, ein Vierteljahr Miethzins im Voraus zu erlegen? So bleibt er. Er muß sehen, wie seine Kinder mit Hautausschlägen 2c. angesteckt, wie sie zum Lügen, Stehlen, Betteln verleitet werden, wie sie heute Zeugen der Trunkenheit, morgen der geschlechtlichen Ausschweifung sind. Was thun? Der der Garniwohnungen und ihrer Einwohnerschaft von Proletarier flucht und bleibt, vielleicht daß er noch selbst der Wohnungsnoth. Zu den Garniwohnungen zählen zu befassen, ist heutzutage ſehr vortheilhaft. nämlich alle Spelunken, Nachtherbergen und möblirte gewisses Kopfhängen, einige Seufzer der Zerknirschung, Vielfach ist auch der mit zahlreichen Kindern gesegnete Zimmer, in denen dem Miether als einziges Möbel ein einige Augenverdrehungen machen der Welt gegenüber alle Arbeiter gezwungen, seine Zuflucht zu dieser niedrigsten Strohsack 2c. geliefert wird. Von 1875-1883 hat sich früheren Thaten wieder gut. Art der Wohnungen zu nehmen. Die Pariser Haus- in Paris die Zahl der Garniwohnungen um 2456 verwirthe wollen nicht an kinderreiche Familien vermiethen: mehrt( 9227 auf 11 753), die Zahl ihrer Miether dagegen Die Magerkeit, die uns quält als Folge unserer das giebt Lärm in Haus und Wohnung, die Räumlich um 106 521( 132 643 auf 240 164). Während sich Armuth, ist für die Patrizier ein Gradmesser, um daran keiten nutzen sich schneller ab, eventuell ist die Zahlungs in der angegebenen Periode die Bevölkerung von ihren Ueberfluß Stück für Stück nachzuzählen; unser fähigkeit des Miethers geringer. Manchem Arbeiter, ganz Paris um 15 pet. vermehrt hatte, war die Elend ist Gewinn für sie. denn das Proletariat bildet die kinderreichste Schicht der Einwohnerschaft der Garniwohnungen um 80 pCt. französischen Bevölkerung ist es unmöglich, zur Zeit gestiegen, und dies obgleich die Zahl der Garnis Dies gerade ist die Größe der Bestimmung dieser eine Wohnung aufzutreiben, sobald er die Zahl seiner selbst nur um 20 pCt. zugenommen! Diese Zahlen Zeit, auszuführen, was finstere Jahrhunderte nicht Kinder nennt, wird er überall mit dem Bemerken abge find beredt. einmal zu denken für möglich gehalten haben, die Wissenwiesen:„ das ist ein anständiges Haus, hier wird nicht an In der Provinz noch mehr als in Paris sind Ver- schaft an das Volk zu bringen. Zwei Dinge allein sind Leute mit Kindern vermiethet." So bleibt oft dem suche gemacht worden, der Wohnungsnoth der Arbeiter groß geblieben in dem allgemeinen Verfall, der für den zahlungsfähigen Arbeiter Nichts übrig, als in einer Gité abzuhelfen, ihnen billigere und gesundere Wohnungen tiefern Kenner der Geschichte alle Zustände des europäischen oder anderen Wohnungsbaracke Unterkunft zu suchen. zu verschaffen, natürlich zum Profite der Bourgeoisie und Lebens ergriffen hat, zwei Dinge allein sind frisch geblieben Die Wohnungsverhältnisse des Proletariats find in zum größeren Ruhm von deren Humanität. und fortzeugend mitten in der schleichenden Auszehrung den Provinzial orten, welche Sig blühender Industrien Alle Personen und Gesellschaften, welche Unternehmungen der Selbstsucht, welche alle Adern des europäischen Lebens sind, nicht besser als in Paris. Auch hier wohnt der behufs Herstellung befferer Arbeiterwohnungen in's Wert durchbrungen hat, die Wissenschaft und das Volk, die Arbeiter überall und stets theuer und schlecht. Und je gefeßt haben, verstanden in geschicktester Weise den Schein Wissenschaft und die Arbeiter! Die Vereinigung beider mehr sich die Industrie und durch den Druck der stetig der Philantropie mit der Wahrung und Förderung ihrer allein kann den Schooß europäischer Zustände mit neuem anschwellenden Reservearmee die Löhne sinken, um so eigenen Interessen zu vereinen. In letter Instanz Leben befruchten. Die Alliance der Wissenschaft und der weniger ist es auch dem allzeit beschäftigten Arbeiter war es immer und einzig der Kapitalist, der Arbeitgeber, Arbeiter, dieser beiden entgegengesetzten Pole der Gesellmöglich, eine annähernd geräumige und gesunde Wohnung dem die gefunden und billigen Wohnungen seiner„ Hände" schaft, die wenn sie sich umarmen, alle Kulturhindernisse zu erschwingen. Er wird mehr und mehr gezwungen, sein Profit brachten. Der Arbeitgeber hat alles Interesse in ihren ehernen Armen erdrücken werden, das ist das Belt in hygienischen und moralischen Pesthöhlen aufzu- daran, daß sein Maschinenfutter so billig als möglich lebt Ziel, dem ich, so lange ich athme, mein Leben zu weihen schlagen. und wohnt, je wohlfeiler die Erhaltung der menschlichen beschlossen habe! Die Wohnungsnoth des Proletariers rührt nicht Arbeitskraft, um so niedriger die Löhne. Der geringere etwa aus Mangel an Wohnungen überhaupt her. Miethszins sezte den Arbeiter in die Lage, eine HerabIn Paris schießen ganze Straßen wie Pilze aus der sehung der Löhne zu ertragen, welche er andernfalls Erde, Hunderte und Tausende von großen, freundlichen nicht ausgehalten hätte. Die gesundere Wohnung beeinRäumen stehen leer, da ihr Miethpreis die Beutelkraft flußte günstig die Kraft und Leistungsfähigkeit der Arbeiter, des Arbeiters übersteigt, und der Hausbesitzer auf Preise die in der Folge um so leistungsfähiger produzirten. hält" und lieber jahrelang nicht vermiethet, damit er nicht Diesen augenscheinlichen Vortheilen entsprechend waren die Preise drückt. Auch der Waare Wohnung gegen es gerade die als ärgste Ausbeuter ihrer Arbeiter über fehlt es weder am Bedürfniß, noch am bekannten Mülhausener Fabrikanten, welche in Produkt, sondern nur an der Kaufkraft. So Frankreich zuerst an die Errichtung von gesunden und stehen die Wohnungen Quartal auf Quartal leer, während billigen Arbeiterwohnungen gingen. Die Dollfuß, Köchlin, fich Tausende von Arbeitern mit Räumen begnügen müssen, Scheurer und tutti quanti gründeten 1853 eine Gesellschaft in denen mancher Reiche weder seinen Hund noch sein mit 300 000 Fr. Kapital, zu dem die staatsstreichlerische, Pferd nächtigen lassen würde. Aber wie Alles und Jedes in der heutigen Gesell- um Volksgunft buhlende Regierung weitere 300 000 Fr. zufügte. Mit diesen 600 000 Fr. ließ die natürlich schaft, so wird auch die Wohnung nicht produzirt, um ein menschliches Bedürfniß zu befriedigen, sondern lediglich" philantropische" Geſellſchaft Arbeiterhäuser bauen, deren Herstellungskosten pro Haus von 1850--2900 Fr. wechselten. 2) Vergl. auch die Ausführungen eines unserer Mitarbeiter in Dadurch wurden von der über 10 000 Röpfe zählenden Mülhausener Arbeiterbevölkerung etliche Hunderte den entder Beilage. Lassalle. Politische Nachrichten. Die Zentrumspartei erläßt zu den preußischen Landtagswahlen einen Aufruf, aus dem lediglich die Stelle hervorhebenswerth ist, welche das Verhältniß zwischen Staat, Schule und Kirche anbelangt. Es heißt da: Dem gesellschaftlichen Umsturze, der immer bedrohlicher sein Haupt erhebt, der Untergrabung aller staatlichen Ordnung, den Gefahren für den Thron selbst wird nur ein christlich erzogenes gottesfürchtiges Volk mannhaft und treu begegnen und erfolgreichen Widerstand leisten. Aber der christliche Charakter der Schule und das unveränderliche Recht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder sind noch immer beeinträchtigt. Der Kirche und ihren Organen muß vor Allem in Sachen des religiösen Unterrichts in den Volksschulen in vollem Umfange ge= wahrt werden, was die Verfassungsurkunde denselben zu= fichert; die Leitung dieses Unterrichts durch die betreffenden Religionsgesellschaften muß zur Wahrheit werden in dem ursprünglichen Sinne dieser Bestimmung. Der kirchlichen Behörde muß zustehen, gegen die Personen, welche zur Ertheilung des Religionsunterrichts zugelassen werden sollen, firchlich religiöse Einwendungen mit ausschließender Wirkung zu erheben und die für den Religionsunterricht und die religiöse Uebung in den Schulen dienenden Lehr- und Andachtsbücher, den Umfang und Inhalt des religiösen Unterrichtsstoffes und dessen Vertheilung auf die einzelnen Klassen zu bestimmen. Die kirchlichen Oberen allein müssen berechtigt sein, die Leiter des Religions= unterrichts in den einzelnen Volksschulen zu be= rufen; und diese Leiter endlich müssen die Befugniß haben, nach eigenem Ermessen den Religionsunterricht in der Schule selbst zu ertheilen oder dem Religionsunterricht des Lehrers beizuwohnen, in diesen einzugreifen und für dessen Erhaltung den Lehrer mit Weisungen zu versehen, welche von letzterem zu befolgen sind. Offener konnte man wohl nicht betonen, daß die Kirche bereit ist, noch mehr als früher alle sozialistischen Bestrebungen bekämpfen zu helfen, wenn die nöthige Belohnung dafür in Aussicht gestellt wird. Troßdem bezeichnet das Zentrum auch weiter als seinen Schlachtruf: Für Wahrheit, Recht und Freiheit! Glücklicherweise sind die Herren bei den preußischen Landtagswahlen ganz unter sich, sodaß sie die Erfahrung nicht zu machen brauchen, wie das Volk über ihre Bestrebungen denkt. Im Fürstenthum Reuß- Greiz, wo nach einer Bestimmung aus der Zeit von 1848 politische Vereine, auch wenn sie nur zeitweilig oder zur Besprechung von Gemeindeangelegenheiten gebildet werden, gänzlich untersagt sind, will man sich mit einem Gesuche um reichsgesetzliche Regelung des Vereinswesens an den Bundesrath und Reichstag wenden. Schön würde freilich unter den heutigen Parteiverhältnissen eine reichsgesetzliche Regelung durchaus nicht werden. Auch Lübeck hat nunmehr sein Vereinsgesetz, dessen es- wenn wir uns recht erinnern- bisher gänzlich entbehrte. Die Hauptbestimmungen lauten: und die Thätigkeit des Vereins zu ertheilen. Mitglieder des Vorstandes dem Polizeiamte schriftlich anzu- Lübecker Gesetzgeber unter dem Sozialistengesetz mit ,, soziazeigen. Die Mitglieder des Vorstandes sind verpflichtet, dem liſtiſchen Vereinen" bezeichnen wollten, ist uns nicht recht Polizeiamte auf Erfordern Auskunft über die Einrichtungen klar; jedenfalls wird die Handhabung durch die Behörden schon dafür sorgen, daß alle Arbeitervereine mit den § 2. Oeffentliche Versammlungen unter freiem politischen Vereinen gleichgestellt und entsprechend behandelt Himmel, sowie öffentliche Aufzüge sind nur mit schriftlicher werden. Erlaubniß des Polizeiamtes gestattet. Die Erlaubniß darf nur versagt werden, wenn aus der Abhaltung der Versammlung oder des Aufzuges Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu befürchten ist. § 6. Das Polizeiamt ist befugt, in die Versammlungen zu politischen oder sozialistischen(!) Zwecken Polizeibeamte zu senden. § 7. Der die Ueberwachung einer Versammlung leitende Polizeibeamte ist befugt, die Versammlung für aufgelöst zu erklären: 1. wenn die Versammlung anzeigepflichtig ist und die Bescheinigung des Polizeiamtes, daß die Anzeige erfolgt sei, nicht vorgelegt werden kann; Kleiner Belagerungszustand. Im Reichsanzeiger wird die Verlängerung des kleinen Belagerungszustandes über den Kreis Offenbach auf ein Jahr bekannt gemacht. Ferner wird bekannt gemacht, daß die auf Grund des Sozialistengefeßes bisher erfolgten Ausweisungen aus den Bezirken der Stadt und des vormaligen Amtes Harburg, sowie aus Frankfurt a. M., Hanau, Höchst und dem Obertaunuskreis bis zum 30. September 1889 verlängert werden, ebenso die Ausweisungen aus Stettin. Die Zahl der Landrathsstellen in Preußen beträgt nach dem neuesten Terminkalender für die Verwaltungsbeamten 484, das sind 20 mehr als vor 2 und 97 mehr als vor 4 Jahren. 2. wenn Bewaffnete oder Minderjährige dem§ 5 zuwider Adelig sind von den Landräthen 263, das sind 58,9 pCt. Die an der Versammlung theilnehmen und troß Aufforderung meisten adeligen Landräthe findet man in Pommern, wo von 27 des die Ueberwachung leitenden Polizeibeamten nicht nur 1 bürgerlich ist. Die Provinz Brandenburg zählte unter 31 Landräthen nur 6 bürgerliche. sofort aus der Versammlung entfernt werden; 3. wenn in der Versammlung Verhandlungen vorkommen, Aufgelöst wurden am Dienstag in Berlin zwei Versammin welchen eine Aufforderung oder Anreizung zu straf- lungen. In der einen sprach Herr Kunert über die Altersversicherung baren Handlungen enthalten ist; vor den Rohrlegern. In der Diskussion nahm der Vorsitzende Neckner das Wort, um die versammelten Kollegen aufzufordern, sich Mühe zu geben, die noch schlafenden Rohrleger, welche sich noch nicht der Vereinigung angeschlossen, aufzuwecken und ihnen zu zeigen, wo sie hingehören, um für das große und allgemeine Wohl= ergehen zu wirken. Als Redner die Worte sprach:„ Wir müssen sehen, so viel wie möglich Lohn zu erringen, um ein menschen= würdiges Dafein zu führen," löfte der überwachende Polizeibeamte die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes auf und ließ den Vorsitzenden sofort aus dem Saal durch einen Beamten zur Wache sistiren zur Feststellung seiner Person. Nach erfolgter Recherche wurde derselbe wieder auf freien Fuß gesetzt. Fabrikarbeiter tagten unter Vorsiz des Herrn Willy Schmidt. Der Referent( über Altersversicherung) fam mit seinem Vortrage gar Der Senat hatte das Gesetz auf alle Vereine und nicht erst zu Ende, bei den Worten: Fingerhutweise wird den Arbeiteru wiedergegeben, was man ihnen vorher scheffelweise ge= Versammlungen ausdehnen wollen, in welchen öffentnommen hat"- löste der Beamte auf. liche Angelegenheiten verhandelt würden; die Bürgerschaft glaubte das Gesetz zu bessern, wenn es auf politische 4. wenn in der Versammlung Ausschreitungen vorkommen, welche die öffentliche Sicherheit oder Ordnung zu gefährden geeignet sind. Kann diese Gefährdung durch Entfernen der Urheber der Ausschreitungen beseitigt werden, so darf die Auflösungserklärung erst dann erfolgen, wenn trotz Aufforderung des die Ueberwachung leitenden Polizeibeamten die Urheber der Ausschreitungen nicht sofort aus der Versammlung entfernt werden. Sofort nach Erklärung der Auflösung haben sämmtliche Theilnehmer der Versammlung den Versammlungsort zu verlassen. Die Entfernung der Zurückbleibenden kann zwangsweise bewirkt werden. Briefkasten. Die § 1. Jeder politische oder sozialistische(??) Verein ist und sozialistische Vereine und Versammlungen beschränkt Sagan. An wen sollen wir denn nun eigentlich schicken? unter Uebergabe der Statuten und eines Verzeichnisses der würde und der Senat hat hier nachgegeben. Was die Das ist ja eine gräuliche Wirthschaft. Cigarren u. Tabake Unterstützungsverein der Maurer Berlins. reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Dafelbst Zahlstelle der Gürtleru.Bronceure( E.H.60.) E. Kuntze, Sonnabend, den 13. Oktober 1888. Familienfest in der Neuen Welt( Hasenhaide) Stalitzerstr. 18.( Zum lustigen Stiefel) Vorträge des engagirten Künstler Personals sowie unter gütiger Mitwirkung des empfiehlt seinen reichhaltigen und kräftigen Frühstück u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch nach Auswahl zu soliden Preisen. 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Mt. 2,-. Die II. Serie ist mit einem reichillustrirten Werke von W. Blos, Die französische Revolution, volksthümliche Darstellung der Ereignisse und Zustände in Frankreich von 1789 bis 1804 eröffnet worden. Die Lieferungshefte( 32 Seiten gr. Oktav in Umschlag à 20 Pf.) sind Zimmerstr. 44 zu haben. Hochachtungsvoll J. H. W. Diet' Verlag in Stuttgart. Königsberg i. Pr. Abonnements für die ,, Berliner VolksTribüne übernimmt Frau Godau, Polnische Gasse 10. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager, empfiehlt E. Wilschke, Junkerstr. 1, Ecke d. Markgrafenstr. Gesangvereins ,, Lorbeerkranz". Dirigent: Herr Eckert. In den Sälen: Grosser Ball. Anfang 4 Uhr. Billets sind vorher zu haben bei den Herren: W. Kerstan, Lübbenerstr. 4. C. Gimpel, Bücklerstr. 59, v. I. H. Jentsch, Andreasstr. 4, v. IV. K. Otto, Mariannen- llfer 5, Hof i. K. H. Heinrich, Münchebergerstr. 14, Hof III. J. Wernau, Zionsfirchplaz 1, b. II. W. Schulz, Rüdersdorferstr. 64, Quergeb. I. K. Wagner, Admiralstr. 28, Seitenfl. II. Heinr. Mezke, Zionskirchstr. 8, Hof part. Fischer, Thaerstr 55, v. IV. K. Bittermann, Memelerstr. 2, Hof III. J. Wolf, Langeſtr. 43, v. IV., bei Ziegmann. Aug. Dammasch, Thaerstr. 14, Hof IV. F. Zechel, Naunynstr. 70, Hof II., 2. Eingang. Rindermann, Ackerstr. 134, II. W. Müller, Zossenerstr. 25, v. IV. Ferd. Müller, Grünauerstr. 7. Rud. Zillmann, Stralsunderstr. 9, v. I. Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- u. Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Spezialität: Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. OWeissbier O( Null Weisse) 25 Pfennige die grosse Weisse. Gustav Klähne, Grimmstrasse 35. 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Billets hierzu werden auf allen Zahlstellen, sowie bei folgenden Herren ausgegeben: Apelt, Sebastianstr. 27-28,( Möbelhandlung); Wiede mann, Forsterstr. 50, 3 Tr.; Schulz, Brizerstr. 42, 4 Tr.; Glocke, Eisenbahnstr. 32, 2 Tr.; Noack, Staligerstr. 24, 4 Tr.; Postel, Manteuffelstr. 22, 3 Tr.; Merkel, Mittenwalderstr. 13, Hof 4 Tr.; Witte, Möckernstraße 95, 3 Tr.; Millarg, Lehrterstraße 22, 2 Tr.; Bruns, Reichenbergerstr. 105, 1 Tr.; Bielstein, Gartenstr. 3a, 4 Tr.( bei Biedermann); Haberland, Reichenbergerstr. 161, v. 2 Tr.; Engeler, Gitschinerstr. 32, v. 2 Tr. bei Fr. Schmidt; Müller, Hollmannstr. 23, S. I. II.; Normann, Stegligerstr. 3, H. p.; Hannemann, Kleine Andreasstr. 14, 3 Tr., b. Sachse. Der Vorstand. Verein der Sattler und Fachgenossen. Heute, Sonnabend, 6. Oftober, Abends 82 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, KommandantenStraße 77-79. Geschlossene Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Abrechnung. 3. Nenwahl der Revisoren. 4. Gewerkschaftliches. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Und kommt nach der Weinstraße 22 gleich; Denn da giebt es verschiedene Biere Und Braten von verschiedene Thiere, Sowie alle Liqueure, guten Nordhäuser auch. Einen guten Magenbitter von Dr. Haugk, Auch kann man da spielen' nen gemüthlichen Stat Und dabei erfahren, wer in Leipzig' ne Niete gezogen hat; Zeitungsspedition empfiehlt sich zur Anfertigung jeder Buchbinder- Drum kommt herbei und säumet nicht lange, Max Kirsch, Ritterstr. 107, Ecke Prinzenstr. 28. Der Arbeitsnachweis arbeit, sowie zur Lieferung sämmtlicher wissen- Wo mehrere zusammen, wird's einem nicht bange schaftlicher Werke und Zeitschriften. Abonnements auf die Berliner VolksTribüne" werden stets entgegen genommen. Arbeitsnachweis der Maler Berlins. des Vereins zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher Ritterstraße 123, Restaurant Sodtke. befindet sich im Verkehrslokal, Weinstr. 11, bei Jeden Abend von 8-9 Uhr, außer Sonnabend Bobert und ist mit Ausnahme Sonnabend, und Sonntags Vormittags von 10-12 Uhr, unjeden Abend von 8/ 2-10 Uhr und Sonntag entgeltliche Arbeitsvermittelung. Vormittag von 10-12 Uhr geöffnet. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Achtung! Am Sonntag, den 7. Oktober, findet eine fonstituirende Bersammlung des Vereins zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins statt. Es ist Pflicht eines jeden Töpfers, in der selben zu erscheinen. Das Versammlungslokal Die Bevollmächtigten der Filiale Berlin. I wird an den Plakatsäulen bekannt gemacht. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Oranienstraße 23. fi 194 น e m fi C 11 6 6 i ziarecht den den delt wird Preis annt gten ligen und gert trägt mten ren. Die 27 31 mm= rung ende bern, = fich it zu Sohl= üffen chen= amte auf mten Igter Die Der = gar den ge= fen? Fr. Uhr, über: lung statt. ellen, Apelt, Biede r. 42, Noack, 22, Tr.; hrter= 105, ( bei 161, Fr. bei I. II.; mann, nd. 2 Uhr, antennd. Stat Niete e, bange et eine 8 zur in ders slotal № 40. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Ein geistlicher Hirtenbrief.*) Hört für diese Fastenzeit Unsern Hirtenbrief, ihr Brüer; Hört ihn an mit Frömmigkeit, Nehmt und lest nad left ihn wieder. Wird dies Meisterstück verlacht, Hat's Rousseau so weit gebracht; Pfeift es aus der Uebermuth, it's Voltaire, der solches thut. Denn Jean Jacques und Arouet Sind an Allem Schuld gewesen; Satan fluchte früh und spät, Satan hatte sie gelesen; Mutter Eva's Apfelbiß Kommt von Rousseau ganz gewiß, Aber Kain's Missethat War die Frucht von Voltaire's Saat. Weil der Presse Unfug groß Dazumal in Noah's Tagen, Ließ der Herr die Wasser los, Länger konnt' er's nicht ertragen; Riß ihm endlich die Geduld, Trägt Rousseau allein die Schuld, Bricht die zweite Sündfluth ein, Trägt die Schuld Voltaire allein. Gleich in Fesseln ward das Kind Sonst gelegt, als es geboren, Daß es lerne: Menschen sind Sklav zu werden auserkoren; Läßt man's jetzt so fessellos, Liegt die Schuld an Rousseau bloß; Giebt Vernunft ihm ihren Schein, Hat Voltaire die Schuld allein. Ultra- Wolfsvertreter find Revolutionär zu Zeiten, Schwazen, schwagen in den Wind So von Freiheit als Freiheiten; Wer die neue Larve nimmt, Borgt sie von Rousseau bestimmt; Legt er sie vergeblich an, Hat's ihm Voltaire angethan. Während man behalten will, Was der Kirche ward genommen, Mühen wir urs emsig still Wieder in Besitz zu kommen, Mit den Forsten hält es schwer Und das rührt von Rousseau her. Nicht ein Holzstoß, nicht ein Scheit! Voltaire bringt es noch so weit. Büßet denn, ihr Sünder da, Oder fürchtet unsre Rache! Duldsamkeit, das wißt ihr ja, Ist nicht eben unsre Sache; Gebt der Kirche, was gebührt, Denn Rousseau hat euch verführt; Und die leid'ge Neurungssucht! Die ist Voltaire's arge Frucht. Deshalb, lieben Brüder, hat Gott erlaubt euch zu erlauben Trockne Rinden zum Salat; Wollt ihr noch gebrat'ne Tauben? Schmecken nicht mehr Rüb' und Kohl, So versucht euch Rousseau wohl; Wollt ihr Speck noch eingebrockt, Jst's Voltaire, der euch verlockt! Beranger. [ Nachdruck verboten.] Sonnabend, den 6. Oftober 1888. Gewissensbisse der Wärme ihrer Wohnung freuen, ohne Gewissensbisse an Alle denken kann, die vor Kälte zittern. ,, Haben wir Thauwetter, Julie?" Die Kammerfrau reicht ihr den Morgenschlafrock, den fie soeben vor dem großen, lustig flackernden Kaminfeuer wärmte. IV. II. Jahrgang. Die Marquise hat sich Nachmittags von Julie ein reiches polnisches Kostüm anlegen lassen und geht Schlittschuhfahren. Sie fährt bewunderungswürdig gut Schlittschuh. Im Boulogner Wäldchen ist heut eine Hundekälte, ein eisiger Windhauch röthet Nasen und Lippen der ,, nein, gnädige Frau, es thaut nicht. Im Gegen- Schlittschuh fahrenden Damen, scheint ihnen feinen Sand theil, es friert noch stärker. Auf einem Omnibus hat man in das Gesicht zu blasen. Die Marquise lacht, es amüsirt Jemand erfroren gefunden." sie, einmal zu frieren. Von Zeit zu Zeit wärmt sie ihre Füßchen an einem der lohenden Feuer, die rings um den fleinen See angezündet sind. Dann fliegt sie wieder wie eine Schwalbe über das Eis, die in ihrem Fluge kaum den Boden streift. Die Frau Marquise freut sich wie ein Kind, sie flatscht in die Hände und ruft jubelnd: " ,, Um so besser, ich kann heute Nachmittag Schlittschuhfahren gehen!" II. Welch herrliche Schlittschuhpartie! Es ist ein wahres Glück, daß es noch kein Thauwetter giebt. Hoffentlich Langsam und vorsichtig zieht Julie die Vorhänge hält die Kälte an, und die Marquise kann die ganze Das Licht soll nicht plötzlich und grell Woche Schlittschuh laufen! hereinfallen, um die zarten Augen der reizenden Marquise Auf dem Heimweg gewahrt sie in einer Seitenallee der Champs- Elysées ein armes Weib, das halb erfroren auseinander. nicht zu blenden. Der bläuliche Refler des draußen lagernden Schnees am Fuße eines Baumes zusammen gebrochen ist und vor badet das Zimmer mit flarem Licht. Der Himmel ist Kälte zittert. grau, aber das Grau des Gewölks ist so hübsch, daß es ,, Die Unglückliche," murmelt die Marquise fast zornig die Marquise an das perlgraue Seidenkleid erinnert, vor sich hin. welches sie gestern Abend auf dem Ministerball trug. Das Und da der Wagen zu schnell fuhr, und sie ihre Kleid war mit weißer Guipure garnirt, die dem Netzwerk Börse nicht gleich finden konnte, so warf sie der Bettlerin von Schnee und Eis ähnelt, das sich am Dachrand von das Bouquet zu, das ihren Wagen durchduftete, es war dem blassen Himmel abzeichnet. ein Bouquet aus weißem Flieder und gewiß seine fünf Sie trug gestern Abend ihre neuen Diamanten und Louisd'or werth. war entzückend schön. Sie ist erst um 5 Uhr Morgens schlafen gegangen, ihr Kopf ist noch etwas schwer. Troßdem setzt sie sich vor dem großen Spiegel, und Julie steckt ihr die blonde, schimmernde Fluth der Haare auf. Der Schlafrock gleitet zu Boden und enthüllt die nackten Schultern, den nackten Rücken der Marquise. Tollgeworden. Tollgeworden! so hat die gebildete englische Gesellschaft wohl ausgerufen, als fürzlich der Bischof von Westminster Abbey in London sein Amt niederlegte mit Eine ganze Generation ist in dem Anblick dieser der Begründung, daß er die heutige Kirche als ein durch Schultern alt geworden. Seitdem eine starke Regierung und durch volksfeindliches Institut erkannt und darum den lebenslustigen Damen erlaubt, sich zu dekolletiren und nichts mehr in ihr zu suchen habe, und daß er nunmehr in den Tuilerien zu tanzen, trägt die Marquise durch das alle seine Kraft in den Dienst der Armen stellen wolle. Gedränge der offiziellen Salons ihre Schultern zur Schau. Mit schönen Worten darf ein Geistlicher wohl von Sie thut dies mit einer konsequenten Beharrlichkeit, die dem Elend des Volkes sprechen, aber selber in diese Tiefen Sie zum lebenden Aushängeschild der Reize des zweiten hinabzusteigen, auf alle Annehmlichkeiten und Einkünfte Kaiserreichs gemacht hat. Natürlich mußte sie sich der des Amtes zu verzichten und dann gar noch die wohlMode anbequemen, ihre Kleider bald züchtig herzförmig, fituirten, früheren Genossen als Schmaroßer zu brandbald tief bis fast zu den Hüften herab ausschneiden, so marken, wer kann daran zweifeln, daß man tollgeworden daß die liebe Seele allmählich den Blicken alle Schäße sein muß, um sich soweit zu vergessen! preisgab, welche der Kleiderleib zu verhüllen heuchelte. Und der„ verrückte Bischof" war unbarmherzig in Auf ihrem Rücken und ihrer Brust giebt es keine erbsen- seiner Kritif. Man höre nur Folgendes: große Stelle, die nicht ber zwischen Madeleine und der Kirche des heiligen Thomas von Acquino wohnenden Lebewelt bekannt sei. Die sich stolz brüstenden Schultern der Marquise sind das üppig herausfordernde Wappen der Epoche. III. ,, Meine heutige Predigt begann er ist die legte, die ich als Bischof von dieser Kanzel halte, es ist eine Predigt, welche Euch reichen und wohlhabenden Leuten vielleicht ungewöhnlich scheint, allein ganz gewöhnlich allen denen ist, welche für die Humanität gearbeitet und gelitten haben " Ihr, die Ihr hierher kommt, in Purpur gekleidet, Selbstverständlich ist es überflüssig, die Schultern der etliche in königlichen Palästen wohnend und mit allem Marquise zu beschreiben. Sie sind so populär wie der Lurus umgeben, denkt, indem ihr ein Geldstück in den Pont Neuf. Achtzehn Jahre lang haben sie eine wesent- Klingelbeutel werft, daß damit allen moralischen Ansprüchen liche Programmnummer der öffentlichen Schauspiele ge- nachgekommen sei. Aber ich glaube, daß selbst Christus, bildet. Wo man in einem Salon, im Theater oder sonstwo könnte er heute auf dieser Kanzel stehen, dieselben Worte die winzigste Stelle dieser Schultern bemerkte, hieß es: Euch in's Gesicht schleudern würde und zwar mit einer ,, Aha, die Marquise ist da! Ich erkenne den schwarzen solchen Gewalt und Verbitterung, wovon Ihr in diesem Schönheitsfleck ihrer linken Schulter." Jahrhundert noch keinen Begriff habt. Nicht als Bischof, Die Marquise hat sehr schöne, weiße, volle, heraus- sondern als Mensch wiederhole ich diese Worte, sehr be= der Marquise. fordernde Schultern. Die Blicke einer Regierung haben zweifelnd, ob dieselben Eure Herzen berühren, allein sie Die Schultern der Warquile. Von Emile Zola. Aus dem Französischen übersezt von C. 3. I. wohlgefällig auf ihnen geruht, haben ihnen eine größere geben mir Zufriedenheit und Gerechtigkeit in meiner neuen Feinheit und Eleganz verliehen, wie dies dem Steinpflaster und fremden Stellung. geschieht, das im Laufe der Zeit durch die Füße der Menge ,, Seit Jahren war ich einer von Euch; mein Heim polirt wird. Wenn ich der Mann oder der Geliebte der war nicht bei den Massen, es war bei den Klassen. Marquise wäre, so möchte ich lieber den kristallenen, von „ Ich bin reichlich mit irdischen Gütern ausgestattet; Die Marquise schläft in ihrem großen Bett, das den Händen der Bittsteller abgenüßten Thürknopf eines ich war ein hoher Beamter in den Reihen der Reichen, reichfaltige goldschillernde Seidenvorhänge verhüllen. Als ministeriellen Kabinets küssen, als mit meinen Lippen diese allein nicht in den Reihen der Armen. Ohne mich dagegen der helle Schlag der Stußuhr Mittag verkündet, entschließt Schultern berühren, über welche der heiße Athem der ge- 34 sträuben habe ich mich in die Gesellschaft von Männern fie sich, die Augen zu öffnen. sammten Pariser Genußwelt strich. Denkt man an die und Frauen begeben, welche Christus mit den Schriftgetausenderlei Begierden, welche sie erweckten, welche um fie lehrten und Pharisäern vergleichen würde. In dem flatterten, so fragt man sich unwillkürlich, aus welchem Hause der Lords habe ich stillschweigend neben Wüſtlingen Thon die Natur diese Schultern formte, daß sie noch nicht und Verführern gesessen, und stillschweigend habe ich hochriffig geworden und zerbröckelt sind wie die nackten Statuen, geborene Frauen als meine intimsten Freundinnen bedie in der freien Luft der Gärten und Pläge stehen, und welchen kein ehrlicher Arbeiter sein Weib oder seine Tochter an denen Wind und Wetter ihr Zerstörungswerk üben. Das Zimmer ist angenehm durchwärmt. Dicke Teppiche und schwere Vorhänge an Fenstern und Thüren machen es zu einem molligen Nest, dessen Eingang der Kälte verwehrt ist. Ein warmer, buftiger Hauch lagert über dem Zimmer, in dem ewiger Frühling zu herrschen scheint. Und sobald die Marquise ganz erwacht ist, scheint sich eine plögliche, quälende Angst ihrer zu bemächtigen. Sie wirft die Decken zurück und klingelt Julie, dem Kammer-| mädchen. " Die gnädige Frau hat geklingelt?" Sagen Sie mir, thaut es vielleicht?" Die Marquise besißt Schamgefühl, aber das konzenfie auf andere Dinge als ihren Körper. Sie hat ihre Schultern zu einer staatlichen Einrichtung erhoben. Sie hat mit ihnen für die Regierung ihrer Wahl gekämpft! Sie stand stets auf der Bresche, sie schien sich zu verAch die liebe, gute Marquise! Mit wie tief bewegter vielfältigen, fie zeigte sich bei den Miniſtern, in den GeStimme hat sie nicht diese Frage gestellt! Ihr erster sandtschaftshotels, bei einfachen Millionären. Gedanke gilt der schrecklichen Kälte, dem schneidenden Nordwind, den sie nicht spürt, der aber bitterlich kalt durch| willkommt etliche davon sehe ich heute vor mir mit verkehren lassen würde. Aber ich habe mich gefürchtet, Euch Eure Sünden vorzuhalten. Während der ganzen Zeit nahmen um mich herum in dieser großen Weltstadt... die Betrübnisse, Leiden, Armuth, Krankheit zu. Ihr und ich sind bis zur Gegenwart zum größten Theil zu beschuldigen. Wir und unsere Klaſſe haben die Früchte der Arbeiter eingeheimſt, wir haben in Vergnügen und Ueberfluß gelebt und unsere Ein Lächeln ihrer Purpurlippen unterwarf die Lüfte befriedigt, während wir die Körper derjenigen ausdie Löcher der armen Leute pfeift. Und sie erkundigt fich Schwankenden, führte dieselben der Regierung zu, ihr hungerten, denen wir unser täglich Brot sowie die Kleidung, jegt, ob der Himmel gnädig gewesen, ob sie sich ohne Alabasterbusen stüßte den Thron, und in den Tagen der die wir tragen, verdanken.. *) Gefahr enthüllte sie weitere verborgene Reize, die überChansoniers wurde bereits im Jahre 1817 veröffentlicht, es paßt Das eben mitgetheilte Gedicht des genialen franzöſiſchen zeugender wirkten als Schwerter und Soldaten. Um ein Votum zu entreißen drohte sie eine so gründ" Meine Mitbürger! Ich weiß nicht, wie es mit Euch steht, allein für mich hat dieses leichte und selbstsüchtige Leben ein Ende! Ich bin immer mehr zu der UeberPflicht gegenüber meinen Mitmenschen vernachlässigt habe, und endlich bin ich davon überzeugt, daß meine Stelle gegenwärtiges Verhalten ganz und gar der Lehre Christi Hirtenbriefe gegen die alles untergrabende Demokratie", daß wir liche Dekolletirung an, daß sich die grimmigſten Oppositions- zeugung gelangt, daß ich während meiner Tage meine es der Vergessenheit entreißen. Nur die Namen haben sich in den männer befiegt erklärten. frommen Ergüssen geändert: damals waren für alles Jean Jaques Rousseau, Voltaire( Arouet) und die Aufklärer die Sünden| Trotz alledem find die Schultern der Marquise noch daß sich eine Furche in ihren weißen Marmor grub. höcke, heute sind es die Marr, Engels und die sozialistischen Demo- heut blendend schön. Sie haben eine Welt getragen, ohne nicht hier, als ein gut bezahlter Bischof einer Kirche, deren fraten. entgegen ist, sein darf, sondern mein Platz soll sein unter| Tage tretende Hilflosigkeit einem anerkannten Bedürfniß| droht, mit der Familie auf die Straße geworfen zu den Armen, ja unter den Arbeitern, deren Früchte wir gegenüber, nicht unterdrücken können. werden. Ihnen sind die Ukase der Fabrikpaschas in Erim Besize halten. Als Beispiel, wie ernste Besorgniß sogar diese reaktionären innerung, welche ihnen vorschreiben, welche Zeitungen nur ,, Zu lange habe ich die traurigen sozialen That- Kreise ergreift über diese erschreckliche Unfähigkeit der in seinen" Häusern gehalten werden dürfen. Sie wissen, sachen unserer sogenannten christlichen Civilisation ver- heutigen Gesellschaft, möge man aus der nachfolgenden| daß ein Widerstand gegen Verschlechterung der Arbeitsnachlässigt. Zu lange habe ich über füße Dinge zu Auslassung der streng reaktionären ,, Dresdener Nachrichten" bedingungen unmöglich ist, wenn jede Arbeitseinstellung Euch gesprochen und Friede verkündigt, während kein Friede ersehen: unzweifelhaft die Ermission nach sich ziehen muß. Also da war. Ich wußte, daß Elend unter dem Volke war,„ Wir erinnern nur an die Anträge betr. die Sonntagsruhe, das Verweisen auf die Industrie wegen Abhilfe der Hunger in unserer Mitte und Prostitution auf den Straßen. des Verbots der Kinder, der Einschränkung der Frauenarbeit. Wohnungsnoth ist ein zu gefährliches Geschenk, als daß Allein vormals habe ich geglaubt, und Euch zu dem Glauben Der Bundesrath war niemals dafür zu Hause. Er ließ die Arbeiter es gerne annehmen werden. die vom Reichstage einstimmig gefaßten Beschlüsse unausgeführt. veranlaßt, daß dies ein Erbtheil der Natur sei. Die ablehnende Haltung des Bundesraths wurde durch Herr Miquel, der kartellbrüderliche Oberbürgermeister „ Jedoch habe ich jetzt gelernt und Ihr könnt die Vorstellungen der Großindustriellen herbeigeführt. von Frankfurt, will die Frage der Wohnungsnoth durch dasselbe auch lernen, wenn Ihr nur wollt daß unser Sie vereitelten, gegen ihr eigenes Interesse, verblendet von kurz einige Gesezesparagraphen und einige PolizeiLuxus und Vergnügen nur durch dieses Elend besteht. sichtigen Eigennus, alle wohlgemeintent, wahrlich gemäßigten und verordnungen lösen. Der Wohnungswucher soll durchaus ausführbaren Maßregeln, die zur Schonung der Kräfte Deswegen habe ich beschlossen, daß von diesem Tage an des gesunden Arbeiters, zur Wiedererweckung eines Familienlebens unter Strafe gestellt werden. Wir glauben, daß das ein neues Leben beginnen soll. Heute lege ich mein unter den Arbeitern vorgeschlagen wurden. Die Gewinnsucht, gerade soviel nüßen wird, wie die Wucherparagraphen Gewand ab, lege mein Amt als Bischof nieder und erkläre die Profitmacherei der Industrie- Magnaten trugen stets über gegen den Geldwucher. Wenn man die Wohnungsmiethen mich meines Palastes, den ich bewohne, sowie meiner Ein- alle Forderungen der Menschenfreundlichkeit und des wohlverstandenen amtlich feststellen wollte, und dies wäre so geschehen, daß Interesses den Sieg davon. Es ist kein gesunder und natürlicher künfte und des Sites im Hause der Lords als verlustig. Zustand, wenn die Fabriken voll Kinder stecken, während es dem Kapitalprofit unbequem würde, so könnte man Ich gebe alle Vergnügungen der Gesellschaft und der Welt Tausende von Familienvätern und anderen Erwachsenen arbeitslos heute das Kapital nicht zwingen, sich überhaupt in Wohnungsauf, um endlich als Mensch einen Plaz unter den sind oder sich unter der Konkurrenz der Kinderarbeit mit unaus- bau anzulegen. Die Zustände würden sich verschlimmern, Menschen einzunehmen. kömmlichen Löhnen begnügen müssen. Aus den Berichten der die Häuser würden sich verschlechtern, die Noth würde fächsischen Fabrikinspektoren ergiebt sich die bedenkliche Thatsache, „ Es ist, ich weiß, cin gewagter Schritt und dessen daß ein immer größerer Theil des weiblichen Geschlechts größer werden. Ebenso müssen die polizeilichen BeFolgen sind mir vollständig klar. Einmal entschlossen, nicht fabrikmäßig sich beschäftigt und auch die Zahl der in Fabriken schränkungen des Herrn Miquel wirken, die die Beschaffenlänger mehr von der Arbeit anderer zu leben, werde ich verwendeten Kinder sich ständig vermehrt. In dem Streben nach heit der Wohnungen regeln sollen. Die Wohnungen gezwungen sein, der großen Armee der Arbeitslosen mich immer billigeren Herstellungskosten der Induſtriewaaren werden vertheuert und die deutschen Arbeiter sind durch stellt man immer mehr Frauen an Stelle der Männer in anzuschließen. Morgen werde ich den Versuch machen, die Arbeit ein und holt, wenn auch diese zu theuer werden, die die Unterdrückung ihres Vereinigungsrechtes gehindert, die meine erste Rede im Trafalgar Square über denselben Kinder herbei. Solche Unnatur muß sich einmal rächen. entsprechende Lohnerhöhung zu erhalten. Oder ist man Tert zu halten, den ich heute hier gebrauchte und es ist Alle gewaltthätigen Umwälzungen sind dadurch entstanden, daß wirklich so kindlich einfältig zu glauben, Fabrikanten oder nicht unmöglich, daß ich morgen Abend mein man es verabsäumte, eingerissene Mißstände rechtzeitig zu beseitigen. Innungsmeister werden ohne Zwang die Löhne der Daher ist das Verlangen nach Abschaffung dieser Mißstände und Quartier in einer Polizeizelle aufschlagen muß. Einführung eines wirksamen Arbeiterschutzes ein hervorragend kon- Bertheuerung der Wohnungen entsprechend erhöhen? Man Allein ich würde dadurch nichts Härteres erfahren, denn fervatives Interesse. Die soziale Frage ist keine Fachfrage für müßte also den Arbeitern mindestens gleichzeitig das selbst Christus, im Falle er es jetzt unternehmen würde, gelehrte Nationalökonomen, feine Interessenfrage der Fabrikanten, Vereinigungsrecht wieder geben, das. Sozialistenin diese Abbey( Westminster) einzutreten, denn er würde eine Parteifrage für Sozialdemokraten, sondern eine Volksfrage, gesetz aufheben. Werden Herr Miquel und seine von der die Zukunft unseres Volkes abhängt. Es wird die preisals ein Vagabund arretirt und eingesperrt werden, liche Aufgabe aller staatserhaltenden Parteien im Reichstage sein Freunde, Herr Dechelhäuser und die anderen dafür zu weil er nicht genug Subsistenzmittel aufweisen könnte. gegenüber der Kurzsichtigkeit des Industrialismus und haben sein? Wäre außerdem damit schon genügend geFür Euch und Eure Klasse würde er nur ein Arbeiter Kapitalismus mit Nachdruck die Stimme für einen durchgreifen- schehen? Giebt es nicht Gewerbe, die so tief herabsein, dessen sauren Schweiß Ihr Euch aneignet. Diese den Arbeiterschutz zu erheben." gekommen sind, daß ihnen auch das Vereinigungsrecht Aneignung, deren Folge Elend und Verkommenheit unter Wir nehmen gebührend Kenntniß davon, daß hier nichts mehr nützt? den Arbeitern birgt, ist aufzuheben. alle Parteien, die der Kurzsichtigkeit des Industrialismus Wie man sich auch drehen und wenden mag, auf Diesem Streben will ich von jetzt an mein Leben und Kapitalismus" entgegen für einen durchgreifenden diese Grundforderungen einer jeden der Rede werthen widnien. Es ist kein Leichtes, so lange Bischof von London Arbeiterschutz" eintreten, hier als„ staatserhaltende Par- sozialen Reform stoßen wir immer wieder, und davon zu sein und auf all dies zu verzichten, aber ein gutes teien" bezeichnet sind, wenn uns auch diese Verbrüderung wollen Herr Miquel und seine Freunde nichts wissen, also Gewissen zu haben, und ein edles Werk recht gethan, ist in etwas eigenthümliche Gesellschaft bringt. Wir haben ist alle ihre Mühe weiter nichts werth, als das Dreschen viel besser als ein Palast mit einem Gehalt von zehntausend die Forderung nach durchgreifendem Arbeiterschutz" zuerst von leerem Stroh. Die Urtheilslosen mögen noch so sehr Pfund( 200 000 Mark) das Jahr." und laut erhoben, wir Sozialdemokraten. Bravo! schreien und sehr erbaut sein, der Arbeiter wird sagen: Eine gute und gesunde Wohnung ist ein schönes Ding, wenn man sie bezahlen kann. Er wird das Richtige getroffen haben. Die hochmüthige Gesellschaft, zu welcher der Bischof Wir sind aber ganz sicher, daß diese schönen Worte sprach, wird natürlich über diese Rede die Achseln gezuckt der Herren Reaktionäre noch sehr lange schöne Worte haben, und wenn es dem Manne wirklich Ernst ist mit bleiben werden. Die Kurzsichtigkeit des Industrialismus seinem Zukunftswirken, so wird er zweifellos soweit er und Kapitalismus" beherrscht nicht nur die Schlotjunker, alles kirchliche Beiwerk bei Seite läßt nur unter den sondern auch die Krautjunker. Von beiden wird sie nicht Arbeitern Verständniß finden. Nichts von oben, alles von weichen, bis der Druck der äußeren Verhält isse sie zwingt. unten zu erwarten, das muß jeder lernen, der heute auf Kapitalismus und Industrialismus sind eben die fozialem Gebiete etwas erreichen will. Grundpfeiler der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung, daran ändern keine Redensarten etwas. Die Wohnungsnoth der Arbeiter. Sehr schlagend zeigt sich die Unfähigkeit der heutigen Gesellschaft an einem besonderen Punkt der Arbeiternoth, an der Wohnungsfrage. Sehr scherzhaft klingen dem gegenüber die anderen Schmerzen, welche die Bourgeoisie der Arbeiterwohnungen wegen hat. Sie weiß nicht, wer sie bauen soll, sie wartet, daß irgend ein edler Wohlthäter kommen wird, der fich Milliarden irgendwie erwuchert oder ergaunert hat, wie etwa Peabody( sprich: Piboddi), der edle Amerikaner, und der diese Milliarden nun hergeben wird, um den Arbeitern zu nüßen. Auch sollen einige Gemeinnüßige Baugesellschaften" schon ganz wunderbar Schönes manchen Das mächtige Sichregen der Arbeiterbewegung Durch den bei der heutigen kapitalistischen Gesellschafts- Orts geleistet haben. So etwa in dem Maßstabe, als ob hat bis jetzt wenigstens das eine Gute erzielt, daß man ordnung ganz unausrottbaren und gar nicht einschränkbaren man ein Fünfzigpfennigbrod in den Ozean wirft, um die in allen Kreisen der bürgerlichen Gesellschaft sich mit den Grundstücks- und Häuserwucher ist ein Wohnungs- armen Wallfische vor dem Hungertode zu retten bei einer Beschwerden der Arbeiter beschäftigen muß, wenn auch elend der ärmeren und also der arbeitenden Volksklassen Wallfischhungersnoth. Bis diese edlen Menschenfreunde bisher außer ganz ungenügenden Versuchen man aus erzeugt, das man nicht wegleugnen kann, das man selbst mit den überzähligen Milliarden gefunden sein werden, theoretischen Besprechungen nicht herausgekommen ist, in widerwillig anerkennen und zugestehen muß, da die That- bis die gemeinnüßigen Bauvereine durch Bazare, Konzerte, welchen die Worte christliche Pflicht, Nächstenliebe, ernste sachen zu laut und zu deutlich reden. Auch die frivolen Lotterien und andere Betteleien einen genügenden Fonds Bestrebungen u. s. w. eine breite Rolle spielen, ohne daß Trost gründe besonders freifinniger" bürgerlicher Volks- zusammengeschnorrt haben werden, unterhält man sich die Sache selbst wesentlich weiter rückt. wirthe und Beschönigungsredner, daß die Arbeiter an der damit, ob es zweckmäßiger ist, Arbeiterviertel von den Daß dabei die überschwänglichsten Lobeserhebungen nicht zu schäßen wissen, daß sie besser wohnen würden, im zierlichen Gemisch mit der fetten Bourgeoisie wohnen Wohnungsnoth selbst schuld sind, weil sie gute Wohnungen noch nicht gefundenen Geldern zu gründen, oder die Arbeiter über die mit dem pomphaften Namen soziale Reform" bezeichnete, in Deutschland von der Regierung zum größten wenn sie mehr für Wohnungen ausgeben würden, daß sie zu laſſen. gar nicht zu wohnen verstehen, ihnen also gute Wohnungen An eine aufrichtige Lösung der Frage zu denken, Theil auf Kosten der Arbeiter eingeführte oder geplante nichts nüßen würden, und wie diese albernen Einwände fällt keinem Menschen ein, denn diese Lösung ginge nur Verbesserung der Armenpflege mit beigegeben werden, alle heißen, können den schreienden Thatsachen gegenüber Wege, die sozialdemokratisch sind und die das Bürgerist feststehender Gebrauch. nicht zur Wirkung gelangen. Man kann sagen, die thum darum nicht gehen kann. Da spielt das Bürgerthum So wenig die Empfänger dieſes mageren Geschenkes, Wohnungsnoth der Arbeiter ist in allen Kreisen anerkannt also nicht mit. genannt soziale Reform, die Arbeiter, sich für dasselbe und man ist auch darüber einig, daß irgend etwas gebegeistern können; so wenig wir bis heute auch nur eine schehen muß, um sie zu heben. einzige unabhängige Arbeiterstimme vom äußersten rechten bis zum äußersten linken Flügel in der Arbeiterbewegung Etwas" nun eigentlich aussehen soll, dann zeigt sich die So wie aber die Frage aufgeworfen wird, wie dieses gehört haben, die etwas anderes als höchstens eine ganz ganze Unfähigkeit des heutigen Wirthschaftssystems. bedingte kühle Anerkennung einzelner Verbesserungen der Armenpflege durch die beiden sogenannten sozialreforma Ausschnitt entnahmen, sagt:„ Die Wohnungsnoth ist die Dasselbe reaktionäre Blatt, dem wir schon den einen torischen Gesetze, die Krankenversicherung und die Unfall- Quelle schwerer sittlicher, gesundheitlicher und gesellschaftDie durchschnittlichen Wochenlöhne versicherung, ausspricht; so bestimmt und einstimmig auch licher Uebelstände. Wohnen muß der Mensch, es ist nicht werden in Berlin jährlich vom statiſtiſchen Bureau der die ganze Arbeiterschaft die geplante Alters- und Invaliden in der Ordnung, daß er sich's am Munde abdarbt, um Stadt veröffentlicht. versicherung als den Arbeitern mehr schädlich als nüßlich den Miethszins aufzubringen." So wird es in der Frage der Wohnungsnoth der Arbeiter auch ferner nur Worte, Worte und wieder Worte Handeln nicht kommen. geben, aber zu einem auch nur einigermaßen ersprießlichen Wir bemerken von vorne herein, daß die veröffent= ablehnt: die bürgerlichen Drgane preisen diese Gesetze und Das ist sehr richtig. So wie aber die Frage heißt: lichten Zahlen nur einseitig durch Befragen der Geſeßentwürfe in den höchsten Tönen als eine unendliche was soll geschehen? dann findet es nur den Gemeinplay Unternehmer festgestellt sind, die ein Intereſſe daran Hebung der materiellen Lage der Arbeiter, für als Antwort:„ Eine Wohnungsreform mittelst zahlreichen haben, die Löhne recht hoch erscheinen zu laſſen, wenn es welche die besondere Anerkennung und Dankbarkeit der Bauens billiger" Wohnungen nimmt den sozialen Gegen- fich um weiter nichts als um ſtatiſtiſche Zahlenangaben sätzen einen guten Theil ihrer Schärfe und Gefahr. handelt. Die Unternehmer geben zu diesem Zweck also Arbeiter beansprucht wird. Es macht einen eigenthümlichen Eindruck, wenn der Möchte das Reich, Staat und Stadt, jedes das ihrige die Löhne besonders bevorzugter, das ganze Jahr Geber eines zweifelhaften Geschenkes den Werth desselben thun, um die Erbauung gesunder und billiger Wohnungen hindurch beschäftigter Arbeiter an. in den Himmel erhebt, während der Empfänger, der sich zu begünstigen. Den Anfang aber soll die Industrie So darf z. B. einem Maurer keine Stunde Arbeitsdas Ding genau angesehen und es richtig geschätzt hat, machen, denn hauptsächlich sie bewirkt die Wohnungsnoth." zeit verloren gehen und er muß 50 Pfennige Stundenes mit mitleidigem Achselzucken dahin thut, wo man wenig Es wird jeder unserer Leser einsehen, daß mit so lohn das ganze Jahr hindurch erhalten, wenn er auf einen allgemeinen Nedensarten die Sache nicht einen Zoll breit Durchschnittslohn von 24 Mt. 25 Pf. kommen soll. Nun werthvolle Sachen aufbewahrt. Nun, man hat nach der Richtung der Verbesserung weiter geschoben ist. Die Arbeiter vor Allem haben mit erhalten aber nicht alle Maurer 50 Pfennige Stundenlohn der Armenpflege hin, in der Fürsorge für kranke und ver- sehr gutem Grund gegen die Linderung der Wohnungs- und nur ein sehr kleiner Theil hat keine Ausfälle an der unglückte Arbeiter aber wenigstens einen, wenn auch sehr noth durch die Fabrikanten das allerärgste Mißtrauen. Arbeitszeit, die bei den letzten langen Wintern 2000 Arschwachen, Versuch gemacht. Sowie aber ein Schritt ge- Sie wissen, daß die Wohnung in dem Hause des Fabri- beitsstunden im Jahr kaum erreichen möchte. Die Zimmerer= schehen soll zur wirklichen Hebung der materiellen Lage fanten eine der schwersten Fesseln ist, die man ihnen an- gesellen sind im Durchschnitt noch schlechter gestellt, da der gesunden und doch nothleidenden Arbeiter, dann legen kann. Die sozialen Gegensäge werden dadurch ohne bei ihnen noch viel weniger 50 Pf. Stundenlohn erhalten, versagt die Fähigkeit der heutigen Gesellschaft so voll- Zweifel sehr erheblich verschärft und vergiftet, daß dem es ist also offenbar falsch, wenn der Durchschnittslohn der kommen, daß sogar recht wenig arbeiterfreundliche Kreise Arbeiter bei jedem Konflikt in wirthschaftlicher oder poli- Gesellen im Baugewerbe mit 24,25 Mt. angegeben wird, derselben ihre ernſten Bedenken über diese so offen zu tischer Beziehung mit dem Fabrikanten sofort die Gefahr er beträgt in Wirklichkeit noch nicht 20 Mark. zu Danach möge man die Richtigkeit der anderen Zahlenangaben beurtheilen. Die Unternehmer geben übrigens ganz andere Zahlen an, wenn es sich darum handelt, Leistungen für die Arbeiter zu machen. Da rechnen sie den jährlichen Durch schnittslohn für die Gesellen im Baugewerbe in Berlin nur auf 900 Mark an, während er nach den Angaben des städtischen statistischen Amtes 1260 Mark also mehr als 331 Prozent mehr betragen müßte. Das städtische statistische Amt giebt uns folgende Zahlen an: Cr= ur 11, 3= ng 10 er B er -ch i= m 18 ent en ав n 3= 1, de e= 1= ch te n er er an 13 in der Industrie der Steine und Grden im Baugewerbe 25,45 24,25 in der Industrie der Heiz- u. Leuchtstoffe 23,25 1= der Nahrungs- und Genußmittel 22,25 ne der Maschinen 21,95 zu e= 6= bt 21,50 21,30 20,30 + 18,60 17,60 uf en on 10 en hr rd es as Den höchsten Wochenlohn erhielten die Oberdrucker mit 60,- Mt., dann folgen die Ober- Maschinenmeister in den Druckereien mit 57, Mt., die Metteure mit 48,-, die Faktoren in den Druckereien mit 43,80, die Poliere und Obermeister im Baugewerbe 42,35, die Wertmeister in der Induſtrie der Steine und Erden 40,73 und die Werkmeister in der Maschinenindustrie 40,- Mf. Die durchschnittlichen Wochenlöhne in den Jahren 1885 bis 1887 schwankten bei den Werkmeistern der einzelnen Industrien zwischen 40,10 M.( Druckereien 2c.) und 30,95 M.( Industrie der Heiz- und Leuchtstoffe). Die Gesellenlöhne betrugen im Zeitlohn in den Druckereien. der Metalle des Papiers und Leders Mark 26,25 Wie das Bürgerthum einst demokratisch war. Nehmen wir wieder das Baugewerbe, so finden wir| freiheit für jede Ansicht, auch für die Schönfärberei neben dem Zeitlohn von 24,25 Mt. einen Stücklohn von sein muß, ist selbstredend. Die Erforschung der Thatsachen Die Sache ist nicht so ganz ohne Bedeutung, da diese 36,15 Mk. Abgesehen davon, daß diese Zahl ebenso wird schon das Richtige ergeben. Zahlen, die das städtische statistische Amt angegeben hat, übertrieben ist und der Durchschnittslohn mindestens um der Steuereinschätzung z 11 m Grunde gelegt 331/3 pCt. tiefer zu setzen ist, bestätigt sie dennoch das, werden. Es ist hieraus ersichtlich, wie wichtig es für was schon oft gefagt ist. Der Akkordarbeiter arbeitet für die Arbeiter ist, eine genaue Lohnstatistik zu besitzen. Die zwei und bekommt bestenfalls für anderthalb bezahlt. Frage ist schon oft und vielseitig angeregt, hat aber nie- Er macht sich selbst Konkurrenz, indem der Stücklohnmals die gehörige Beachtung bei den Arbeitern gefunden. arbeiter durch seine Anstrengung die Arbeiterzahl gleich- Als das Bürgerthum durch die französische Revolution Das ist sehr zu bedauern. sam verdoppelt und dadurch Stücklohn wie Zeitlohn zur Macht gelangte, da legte es in seiner„ Erklärung hinabdrückt. der Menschenrechte" alle die Grundideen nieder, von Dabei sind die Bauhandwerker nach diesen Angaben welchen in Zukunft das ganze politische und gesellschaftliche noch günstig gestellt. Da wo der Stücklohn, die Akkord- Leben beherrscht sein sollte. arbeit, als allgemeiner Gebrauch eingeführt ist, verdient Die Erklärung vom August 1789 ist so denkwürdig, der Akkordarbeiter, trotz seiner Schufterei, nur ganz wenig daß wir sie an dieser Stelle wiedergeben wollen. Sie mehr als der Zeitlohnarbeiter, oft in Wirklichkeit dies lautet: nicht einmal. ,, 1. Alle Menschen werden frei und an Rechten gleich geboren und bleiben es. Daß die Töpfer( Ofensetzer) einen Durchschnitts- Grund nur in der allgemeinen Wohlfahrt haben. Die gesellschaftlichen Unterschiede können ihren verdienst von 43,35 Mt. haben, ist inn ungsmeister- Grund nur in der allgemeinen Wohlfahrt haben. 2. Der Zweck aller bürgerlichen Vergesellschaftung ist die Er= lich gelogen, da können wir gar keinen anderen mehr haltung der natürlichen und unverjährbaren Rechte der Menschen. parlamentarischen Ausdruck gebrauchen. Ebenso entspricht Diese sind: Freiheit, Eigenthum, Sicherheit und das Recht auf es den thatsächlichen Verhältnissen nicht, wenn der Lohn Widerstand gegen Unterdrückung. 3. Der Urquell aller Machtvollkommenheit ist wesentlich der Zimmergesellen auf 26,55 bezw. 27,50 Mk. und das Bolt. Keine Körperschaft und kein einzelner Mensch kann ei der Maurer auf 24,35 bezw. 25,30 Mt. angegeben wird. Ansehen geltend machen, ohne daß es ausdrücklich von dem Volk Wie es Jedermann bekannt ist, steht der Lohn der Zimmer- abgeleitet iſt. gesellen leider immer eine Kleinigkeit schlechter als der der keinem Andern schadet; also hat die Ausübung der natürlichen 4. Die Freiheit besteht darin, daß man Alles thun darf, was Maurergesellen. Das ist eine so bekannte Thatsache, daß Rechte jedes Meschen keine andern Grenzen als die, welche den man hier bei diesen Angaben die Absicht sehr leicht merkt. übrigen Gliedern der Gesellschaft den Genuß der nämlichen Rechte Die Zimmerer in Berlin drängen nämlich danach, eine versichern. Diese Grenzen können nur durch das Gesetz bestimmt Gleichstellung mit den Maurern zu erreichen und werden. 5. Das Gesetz darf nur die Handlungen verbieten, die der drohen schon längere Zeit mit Ausstand. Da lügen die Gesellschaft schädlich sind. Was nicht durch das Gesetz verboten ist, Innungsmeister, aus deren Angaben doch ganz unzweifel- darf nicht verhindert werden, und Niemand kann gezwungen werden, haft diese Zahlen genommen sind, den Zimmergesellen so- das zu thun, was das Geses nicht befiehlt. 6. Das Gesetz ist der Ausdruck des allgemeinen Willens. fort einen höheren Lohn an, als die Maurer haben. Alle Staatsbürger sind berechtigt, in Person oder durch Bevoll= Wir können nur unser Bedauern darüber ausdrücken, mächtigte( Abgeordnete) an der Schaffung desselben Theil zu nehmen. daß die städtischen Behörden so wichtige Zahlenangaben Es muß, schüßend, oder strafend, für Alle dasselben sein. Da so unreinen Quellen entnehmen. Als Entschuldigung die Staatsbürger in den Augen desselben alle gleich sind, so müssen müssen wir freilich anerkennen, daß andere Quellen nicht sie auch alle auf gleiche Art zu allen öffentlichen Wür= den, Stellen und Aemtern zugelassen werden, nach ihrer leicht aufzuschließen sind. Indessen, wenn die städtische Befähigung und ohne andern Unterschied, als Charakter und Talente Behörde sich an die Berliner Arbeiterschaft wenden und unter ihnen machen. diese ersuchen würde, gewerkschaftsweise in öffentlichen 7. Niemand kann angeklagt, in Verhaft genommen oder ge= Versammlungen die Höhe der im Gewerbe gezahlten Löhne fangen gehalten werden außer in den durch das Gesetz bestimmten Der Wochenlohn der Lehrlinge schwankt im Zeitlohn festzustellen, so würden sich dadurch wenigstens kontrol- willkürliche Maßregeln verlangt, wer sie ausfertigt, vollzieht oder Fällen und nach den durch dasselbe vorgeschriebenen Formen. Wer zwischen 10,40 m.( Baugewerbe) und 5,70 M.( Industrie der Be- lirbare Angaben erzielen lassen, die, wenn sie nicht richtig vollziehen läßt, muß bestraft werden; aber jeder Bürger, der verfleidung und Reinigung). Bei der Maschinenindustrie verdienen die erscheinen, durch Entgegenstellen bewiesener Thatsachen be- möge des Gesetzes erfordert oder ergriffen wird, muß augenblicklich Lehrlinge im Stücklohn 11,85 M. wöchentlich. Der Lohn der Arbeiter bewegt sich im Zeitlohn zwischen richtigt werden können, statt daß diese Behörden sich jetzt gehorchen; Widerstand macht ihn strafbar. 8. Das Gesetz darf keine anderen Strafen festjeßen, als die im 20,25 M.( Heiz- und Leuchtstoffe) und 15,20 M.( Metalle), im an die ausgesprochen arbeiterfeindlichen Kreise der In- strengsten Sinn und augenscheinlich nothwendig find; Niemand kann Stücklohn zwischen 25,20 M.( Heiz- und Leuchtstoffe) und 15,80 m. nungen oder an mit diesen zusammenhängende und gleich gestraft werden, als vermöge eines vor dem Verbrechen gegebenen, ( Nahrungs- und Genußmittel). bekannt gemachten und nächstdem in aller Form angewendeten Jugendliche Arbeiter verdienen zwischen 10,20 M.( Stücfohn gefinnte Personen wenden. in der Metallindustrie) und 7,70 M.( Beitlohn ebenda); Als Antwort auf diese übertriebenen Zahlen würde Gesetzes. 9. Da Jeder für unschuldig anzusehen ist, bis seine Straferwachsene Arbeiterinnen zwischen 13,25 M.( Beitlohn in es sich vielleicht empfehlen, wenn die Gewerkschaften barkeit erwiesen worden, so muß, wenn es unvermeidlich wird, Druckereien) und 9,80 M.( Stücklohn in der Textilindustrie); bie jugendlichen Arbeiterinnen endlich zwischen 7,60 m.( Beit- aus eigenem Antriebe Versammlungen berufen Jemanden in Verhaft zu nehmen, alle Strenge, bie nicht die jugendlichen Arbeiterinnen endlich zwischen 7,60 m.( Beit- und in diesen genau feststellen würden, mit Angabe der nöthig ist, um sich seiner Person zu versichern, durch das Geſetz Werkstelle oder des Bauplatzes, was als höchster, was ernstlich untersagt werden. Von den Gesellen der einzelnen Gewerbe hatten den höchsten als niedrigster Verdienst anzunehmen ist, und was in seiner religiösen wegen, beunruhigt merden, wenn anders 10. Reiner soll wegen seiner Meinungen, auch nicht Wochenlohn die Ofensetzer und Töpfer mit 43,35 M.( Stücklohn), den meisten Fällen gezahlt wird. Denn beiläufig ge- ihre Aeußerung die durch das Gesetz eingeführte Ordnung nicht stört. die Dachdecker mit 37 M.( Stücklohn), die Ofenseger 2c. mit 36 M. ( Zeitlohn), die Steinbildhauer mit 35 M.( Zeitlohn), die Maschinen- fagt, auch hier sind Durchschnittszahlen sehr wenig werth. baugehilfen mit 44,20 M.( Stückfohn), die Giseleure mit 32,25 M. Schon mehr werth ist die Zahl, welche anzeigt, was ver( Stücklohn), die Lithographen 31,10 M.( Zeitlohn), die Schrift dienen die meisten Kollegen. Die Durchschnittszahl gießer mit 30,45 M.( Zeitlohn), die Schriftsetzer mit 30,95 M. ist nämlich in der Regel höher als die Zahl, welche an ( Stücklohn) u. f. w. 12. Die Beschüßung der Rechte des Menschen und StaatsWir erwähnen ferner noch die Löhne der Gesellen bei folgen- zeigt, was verdient der größte Theil. den wichtigeren Gewerben im Zeit- bezw. Stücklohn: Dann ist kennzeichnend der geringste Verdienst. bürgers erfordert eine öffentliche Macht. Diese Macht wird Zeitt. Stückt. Er zeigt das Elend, das in einem bestimmten Gewerbeonach zum Besten Aller und nicht zum besonderen Nußen Derer, denen sie anvertraut wird, errichtet. herrscht, während die Durchschnittszahl es verschleiert. 13. Zur Unterhaltung der öffentlichen Macht und zu den Kosten Wenn in den ersten Versammlungen dieser Art durch der Verwaltung ist eine gemeinschaftliche Steuer durchaus noth= wendig. Diese muß unter alle Bürger nach Maßgabe ihres Mangel an Uebung in der Sache auch vielleicht feinewendig. Diese muß unter alle Bürger nach Maßgabe ihres Vermögens gleich vertheilt werden. brauchbaren Ergebnisse erzielt werden sollten, die Erfah- 14. Alle Staatsbürger haben das Recht, in Person oder durch 20,85, 23,10 rung würde bald lehren, wie die Sache anzustellen ist, um Schuhmacher. 14,25, zum Ziele zu kommen. Barbiere u.Friseure 20, Maurer. Zimmerer Maler der Holz- und Schnisstoffe der Bekleidung und Reinigung in der Textilindustrie. Der Stücklohn ist in den meisten Industrien für die Gesellen wesentlich höher, namentlich, beim Baugewerbe, wo er auf 36,15 M. und bei der Induſtrie der Heiz- und Leuchtstoffe, wo er auf 30,85 M. steigt; dagegen beträgt er in der Textilindustrie nur 16,20 Mr. Lohn in der Maschinenindustrie) und 5,80 M.( Zeitlohn in der Bekleidungsindustrie). en en et, er t, r, en ge en 6 te er de 11, Zeitl. Stückt. M. M. Ee, 38 ch Klempner Schlosser Mechanifer 21,40, 25,55 Müller + • 21,85, 26,70 • 20,75, 25,25 en 21,-, 18, + • er Tuchmacher. 15,-, 11, + en + 4 19,50, 20,20 Uhrmacher Gerber Sattler . Tischler Drechsler . 18,83, 23,30 22,25, 24,15 Möbelpolirer 19,75, 22,25 M. M. . $ 20,70, . • 11,50, Schlächter( Kost u. Logis) Schneider.. 16,50, 18, Hutmacher + + + 24,35, 25,20 26,55, 27,50 . 22,85, 24, Wir wollen nur nebenbei bemerken, daß es bei solchen Erhebungen sich hauptsächlich darum handelt, mit der größten Offenheit und Ehrlichkeit zu verfahren 24, 25,95 und nur zu erweisende Angaben zu machen. Photographen. 22,85,-Die erste Frage wäre; Anstreicher. Pianofortearbeiter 24,55, 27,30 Graveure 11, Böttcher + . 24,85, 24, ur . 21,35, 24,10 er= m Bäcker( Kost u. Log. 9,90 M.) 20,15, er te en er t= n HERED en 8= n= en E n er Cr= r= ba 11, er Dr + . 16,95, 20,35 Wie es bei den Baugewerben steht, wird es sicher auch bei den anderen Gewerben sich verhalten. Auch da werden sich leicht Uebertreibungen nachweisen lassen. Welche Zeit im Jahr ist der Arbeiter in der Regel beschäftigt, und welche Zeit muß er aus anderen als persönlichen Hindernissen feiern? Die zweite Frage: Welches ist der höchste, und welches der niedrigste nnd welches der gewöhnliche Arbeitsverdienst in der Zeit, während welcher wirklich gearbeitet wird? d. H.: Was wird für die gearbeitete Schicht wirklich bezahlt? Wie lang ist der Arbeitstag? Die dritte Frage ergiebt sich dann aus den beiden vorhergehenden: Wir können die Arbeiter nur auf die Wichtigkeit einer Lohnstatistik auch hier nochmals hinweisen. Die Lohnkommissionen der verschiedenen Gewerke dürfen es nicht unterlassen, immer und immer wieder die Aufnahme solcher Statistiken anzuregen, wenn auch vielfach der Erfolg kein lohnender sein wird. Die Trägheit und der Unverstand der Massen muß immer auf's neue angegriffen und bekriegt werden. Jeder Arbeiter von einiger Intelligenz aber muß sich die Aufgabe stellen, nicht nur selbst genaue Lohnaufzeichnungen zu machen, sondern auch seine Kollegen auf die Wichtigkeit solcher Aufzeichnungen lohn. hinzuweisen und sie dazu anzuhalten. 11. Die freie Mittheilung der Gedanken und Meinungen iſt eines von den kostbarsten Rechten des Menschen; jeder nur daß er für den Mißbrauch dieser Freiheit in den durch das Staatsbürger kann also frei reden, schreiben, drucken, Gesetz bestimmten Fällen verantwortlich ist. Abgeordnete die Nothwendigkeit der öffentlichen Steuer zu be= stimmen, dieselbe frei zu bewilligen, auf die Verwendung derselben acht zu geben, den Antheil eines Jeden, die Vertheilung, die Eintreibung und die Dauer festzusetzen. 15. Die Gesellschaft hat das Recht, von jedem öffentlichen Beamten Rechenschaft von seiner Verwaltung zu fordern. 16. Eine Gesellschaft, in welcher die Rechte nicht gesichert sind und die Trennung der öffentlichen Gewalten( gefeßgebende und voll= ziehende D. Ned.) nicht festgesezt ist, hat keine Verfassung. 17. Da das Eigenthum ein unverleßliches und heiliges Recht ist, so kann Niemand deffelben beraubt werden, außer wenn die öffentliche, gehörig erwiesene Noth es augenscheinlich fordert, und unter den Bedingungen einer genauen und im Voraus zu bestim= menden Schadloshaltung." Freiheit, Gleichheit, demokratische Führung der Staatsgeschäfte, das Recht auf freie Aeußerung aller Gedanken und Meinungen, auf Widerstand gegen Unterdrückung wie sieht es heute mit der Erfüllung aller dieser schönen Versprechungen aus? Was ist der höchſte, der niedrigste und der ge- Arbeiterversicherung, Gewerkschaftliches. wöhnliche Jahresverdienst? Hieraus berechnet sich der durchschnittliche WochenDie Angaben müssen für Stücklohn und für WochenDie Sache hat ja auch ihre sehr praktische Bedeutung lohn getrennt werden. für die Berechnung der Rente bei einem Unfall. Hier Ein genaues Protokol von einer mit der Feder verwird der Unternehmer die Neigung haben, den Verdienst trauten Person müßte geführt werden, in welches alle einber Arbeiter so niedrig als möglich anzugeben, um die zelnen, während der Verhandlung gemachten Angaben von der Berufsgenossenschaft, also mit aus seiner Tasche genau eingetragen werden. So würde sich ein Bild von den Lohnverhältnissen eines anzufechten. Der bekannte Zentralverband deutscher In= dustrieller hielt am Sonnabend in Berlin eine Delegirtenversammlung ab, um Stellung zum Entwurf des Bundesrathes zu nehmen. Die Delegirten sprachen sich aus: für eine einheitliche Reichsversicherungsanstalt, bezw. für möglichst ausgedehnte, mindestens einen Bundesstaat umfassende Versicherungsanstalten, für das Umlageverfahren mit Ansammlung starker Reserven, zu bezahlende Rente möglichst zu verringern. Besitzt der für Heranziehung der Krankenkassen zur Be= Arbeiter keine genauen Aufzeichnungen über den verdienten Gewerbes ergeben, das von den Innungslügen sicher weit Lohn, so wird es ihm meistens ganz unmöglich sein, die abweichen würde. Man versuche es einmal, vielleicht sind gutachtung des Rentenanspruches. Hervorzuheben ist besonders noch, daß die GroßRichtigkeit der zu niedrigen Angaben des Unternehmers so bessere Resultate zu erreichen, als mit der Zettel statistik. Wenigstens würden solche Versammlungen das industriellen erklärten, sie legten auf das Quittungsbuch Also versäumt nicht, Arbeiter, statistisches Verständniß und das Interesse für die statistischen Auf- vom Standpunkte der Arbeitgeber aus keinen Werth. Es Material über die Lohnverhältnisse zu sammeln. narmen erwecken und die Zettelstatistik würde dann sind also nur die Kleinmeister, welche hartnäckig auf dem Was die Angaben über die Akkordlöhne anbetrifft, besseren Erfolg haben, als es heute in der Regel der neuen Arbeitsbuch bestehen, um ihre Arbeiter noch schärfer so ergiebt sich aus denselben die ganze Schädlichkeit Fall ist. der Akkordarbeit für die Arbeiter. Daß in solchen Versammlungen vor Allem Redemaßregeln zu können. . Das„ Deutsche Volksblatt" des Herrn Stöcker derselben bei. Troßdem er ein Eingehen auf das eigentliche Thema Große öffentliche Versammlung der Maler und seines Vortrages Zwecke und Ziele der Gewerkvereine" möglichst Berufsgenossen am Montag, den 8. Oktober, Abends 82 Uhr, wendet sich voll heiligen Eifers gegen die verlogenen vermied und des Breiteren über die„ soziale Reform" der Regie- im Neuen Klubhause, Kommandantenstr. 72. Tagesordnung: Die Sozialdemokraten, welche in der Alters- und Invali- rung sich ausließ, die nicht auf der Tagesordnung stand, konnte er Bestrebungen der Arbeiterbewegung und ihre Bedeutung für uns den- Versicherung nichts sehen wollen, als eine theils doch dem nicht entgehen, daß er in der Debatte von Herrn Keßler Maler und Berufsgenossen. Referent: Kollege Buhr. 2. Diskussion. verbessernde, theils verschlechternde Reform des Armen- und Herrn Zocher von hier auf das eigentliche Thema gebracht und Der wichtigen Tagesordnung wegen wird um zahlreichen Besuch wesens. Mit welcher Sachkenntniß dabei das Organ für gründlich festgenagelt wurde. Der Vorsitzende kam ihm durch un- gebeten. erwarteten Schluß der Versammlung zu Hilfe. Der Fachverein der Rohrleger veranstaltet sein dies= chriftliche Sozialreform auftritt, dafür nur einen Beleg. Herr Witte sprach vor einer ebenfalls sehr schwach besuchten jähriges Wintervergnügen am Sonnabend, den 20. Oktober, Abends Das Volksblatt" schreibt nämlich: Versammlung, die auch zu etwa einem Drittel aus Sozialdemokraten 8 Uhr, in Feuerstein's neu renovirtem Salon, Alte Jakobstr. 75. bestand, in seiner nicht gerade sehr anregenden Art. Zu Anfang Billets find zu haben bei den Komiteemitgliedern Aug. Hirsch, brachte der Vorsitzende und dann fast wörtlich ebenso Herr Witte Naunynstr. 86; Stockel, Monbijouplatz 10; Handt, Langestr. 74; dem Byzantinismus sein reifliches, doppeltes Opfer. Dann ging Karpenkiel, Naunynſtr. 87. Um recht zahlreichen Besuch wird ge= beten. Herr Witte die Thätigkeit des Reichstages durch. " Die Invalidenrente ist die größte Hauptsache im Gesezentwurf und die soll nicht nur den Krüppeln zu Theil werden, wie Herr Werner meinte, sondern allen Arbeitern, welche ihre Berufs arbeiten nicht mehr verrichten können. Das„ Deutsche Volksblatt" schreibt offenbar nach dem Grundsaße: Ich kenne die Gefeßentwürfe der Regierung zwar nicht, aber ich lobe sie. Denn wem allein will der Bundesrath die Invalidenrente zugestehen? Die Invalidenrente wird nur bewilligt unter der geradezu barbarischen Bedingung, daß der Arbeiter Der Herr war früher Sozialistenfresser vom reinsten Wasser.- Der Interessen- Verein der Kisten- und Koffer= Er hat hier früher einmal den anwesenden Sozialisten mit der mach er feiert am Sonnabend, den 6. Oktober, sein Stiftungsfest Faust gedroht, und ihnen zugedonnert, er werde mit ihnen schon in Fiebig's Lokal, Gr. Frankfurterstr. 27/28. Großer Ball; Auffertig werden, wie er schon mit anderen fertig geworden sei. Im treten des Gesangshumoristen Herrn Willy Dähne und des SalonReichstag hat er mehrmals für Verlängerung des Sozialistengefeßes humoristen Karl Wertens. Kotillon. Billets find noch zu haben gestimmt. Diesmal blies er Friedensschalmeien. Er sagte wörtlich: im Arbeitsnachweise- Bureau im Restaurant des Herrn Heußeler, " Ich bin für Aufhebung des Sozialistengesezes, und wegen der un- Franzstr. 6. berechenbaren Folgen, welche die bezügliche Aenderung des gemeinen Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin Rechtes mit sich bringen könnte, der Ansicht, daß die Sozialdemo- Centrum. Generalversammlung am Dienstag, den 9. Oktober, infolge seines förperlichen oder geistigen Zustandes nicht im fratie und ihre schweren Irrthümer bekämpft werden müssen in Abends 82 Uhr, im Neuen Klubhaus, Kommandantenstraße 72. Stande ist, durch die gewöhnlichen Arbeiten, welche seine offener Rede und freier Diskussion, die durch das Sozia- Tagesordnung: 1. Abrechnung der Lokalkasse für die Monate Juli, bisherige Berufsthätigkeit mit sich bringt, oder durch listengeset so gut wie ausgeschlossen ist." Dieser Aeußerung folgte August und September. 3. Verschiedenes und Fragekasten. andere, seinen Kräften und Fähigkeiten entsprechende Ar- Hohngelächter der anwesenden Sozialdemokraten, da die freie Dis= Fachverein der Puzer. Sonntag, den 7. Oktober, beiten den Mindestbetrag 2c. der Invalidenrente zu erwerben". fussion" in dieser Versammlung so aufgefaßt war, daß Herrn Keßler Vormittags 11 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10, Generalversammlung, Man muß so etwas schwarz auf weiß vor sich haben, das Wort von vornherein abgeschnitten war, weil man festsezte, Tagesordnung: 1. Kassenabrechnung. 2. Neuwahl des Vorstandes. um es für möglich zu halten! Alle Fabrikinvalidenkassen daß nur Wähler des Kreises zu Anfragen" das Wort erhalten 3. Vereinsangelegenheit. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Vorstand. dürften hier unendlich menschlicher sein; die Knappschafts- sollten. Auch über das Quittungsbuch der Alters- und Invalidenver-- Fachverein der Buchbinder und verwandten kassen haben für den Begriff der Invalidität die Defini- ficherung äußerte sich Herr Witte dahin, daß er die Gefährlichkeit Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 8. d. M., tion des Bergfertigseins", d. h. der Unfähigkeit, weiter des Buches anerkennen könne. Abends 8/2 Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16 I. in den Bergwerken zu arbeiten. Auch die ,, Grundzüge" Die Anwesenden, selbst die Anhänger des Herrn Witte, nahmen Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Benkendorff über„ Der hatten doch wenigstens noch insoweit Erbarmen, als sie den Vortrag mit bemerkenswerther Stälte auf, obwohl sich Herr Kampf um's Dasein in der Natur". 2. Abrechnung von der nicht vorhandene Gelegenheit, den Mindestbetrag der Witte viele Mühe gab, durch allerlei Mäßchen die Versammlung Dampferpartie. 3. Verschiedenes und Fragekasten.- Aufnahme zu beleben. Kaum zum Schluß kam ein mattes Bravo! und zwei neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Rente zu verdienen, ebenfalls als zur Rente berechtigend bis drei Personen klatschten. Bereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsbezeichneten. Der Gesezentwurf aber wendet sich nur den- Die Versammlung am Tage darauf, in welcher Herr Keßler verwaltung Berlin III"( für den Ost- und Nordbezirk Berlins.) jenigen Arbeitern zu, welche auf keinerlei Weise, sei es über die sozialen Reformen" der Regierung sprach, war von allem Versammlung am Sonntag, den 7. d. M., Vormittags 10 Uhr, auch nur durch Lumpensammeln oder Stiefelputzen, noch diesem das Gegentheil. Der Saal war bis auf den letzten Platz in Seeger's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag gefüllt und der Vortrag wurde mit warmer Begeisterung aufge- über:" Die Statistik und deren Werth für die Gewerkschaft". 2 Mart 30 Pfennige die Woche verdienen könnten, auch nommen, wie er lebendig und packend gegeben wurde. Freie Dis- 2. Gewerkschaftliches. 8. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. wenn die größte Arbeitsnachfrage herrschte. Der Arbeiter fuffior war gestattet, an welcher sich aber nur ein nationalliberaler Gäste haben Zutritt.- Ausgabe der Billets zum 27. Oftober. Unterstüßungsverein der Maurer Berlins. Dienstag, bekommt also in der That auch nicht einen Pfennig, es Herr übrigens recht sachlich betheiligte. Die Versammlung sei denn, er habe es zum vollkommenen Krüppel, der keine nahm in einer Reſolution gegen die Alters- und Invaliden den 9. Oktober, Abends 82 Uhr, in Scheffer's Lokal, Inselstr. 10, versicherung und besonders gegen das Quittungs buch Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung des Kassirers vom Hand mehr rühren kann, gebracht.- Der Herr Einsender Stellung. legten Quartal. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Unterstützungs= im ,, Deutschen Volksblatt" hätte demnach sowohl ,, Zorn" wie und Vereinsangelegenheiten. ,, Mitleid" über das Auftreten der Herren Werner und Buhr sparen können und die Zeit für seine politischen Herzensergüsse lieber auf das Studium des Gefeßentwurfes verwenden sollen. - Herr Keßler sprach später noch in Poeßneck und in Sonneberg mit Erfolg in sehr gut besuchten Versammlungen. Fachverein der Tapezieret. Montag, den 8. d. M., Abends 82 Uhr, findet in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75, Der Bundesrath und die Zigarrenfabrikation. eine Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. Folgende Resolution wurde von einer öffentlichen Tabatarbeiter- Referent: Kollege Wildberger. 2. Vorstands- und Reviſoren- Wahl. versammlung zu Braunschweig einstimmig angenommen: 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Mitgliederaufnahme Die heute in Braunschweig tagende öffentliche Tabafarbeiter- vor Beginn der Versammlung. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, Versammlung spricht ihr Votum über den Erlaß des Bundesrathes, zu erscheinen. betreffend die sanitären Verordmungen dahin aus, Verband deutscher Zimmerleute Lokalverband Berlin West und Umgegend. Versammlung am Montag, den 8. d. M., Abends 82 Uhr, in Sange's Salon, Stegligerstr. 27. Tagesordnung: 1. Abrechnung des 3. Quartals 1888. 2. Verschiedene Punkte der Alters- und Invalidenversicherung. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Es findet die Kontrole der Quittungsbücher und Unterſtüßungskarten statt. Schneiderversammlung. Am Montag, den 8. d. M., Abends 82 Uhr, findet im Neuen Klubhaus( Grüner Saal, part. rechts), Kommandantenstr. 72, eine von dem provisorischen Vorstand der in der am 17. September stattgehabten öffentlichen Schneider= versammlung gegründeten, Freien Vereinigung der Schneider Berlins" einberufenen Versammlung statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Statutenberathung und definitive Konstituirung der Ver= einigung. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Mitglieder- Aufnahme. In erwartet der provisorische In München sprach am Sonntag voriger Woche der frühere Reichstagsabgeordnete Herr Vollmar über den Bundesrath sent wurf in/ 4stündiger Rede. Die Schraz'sche Bierhalle war so daß der Erlaß in keinem Falle die Würdigung verdient, die lesen wir im Landboten" schon um 9 Uhr in der Frühe voll derselbe vor der Deffentlichkeit beanspruchen soll, weil sich derselbe besezt, so daß, wer um 10 Uhr tam, mit einem Stehplatz unter nicht auf alle und jegliche Haus industrie erstreckt. den Thüren und vor den Fenstern vorlieb nehmen mußte. Wer Wenn die Versammlung auch prinzipiell für jegliche Verbesseaber gar erst nach 10 Uhr fam, der konnte getrost wieder umfehren. rung der wirthschaftlichen Lage einstehen muß, so hat doch der ErAn ein Beikommen war für einen solchen Nachzügler absolut nicht laß bei der heutigen planlosen Produktionsweise für die Bessermehr zu denken, trotzdem innen im Lokal Tische und Stühle zum ſtellung der Tabakarbeiter feine Bedeutung. großen Theile hinausgeschafft wurden, damit die Zuhörer, Schulter Außerdem verzichtet die Versammlung auf alle anscheinenden an Schulter in Reihen formirt, in verdreifachter Raumfassung Humanitätsvorlagen und Klassenbevorzugungen, indem sie sich mit sich aufstellen konnten. Daß die Polizeidirektion diesmal allen Industriearbeitern solidarisch erklärt, die unter dendie Bewilligung zur Abhaltung der Versammlung ertheilte und selben unerträglichen Zuständen leiden. Herrn Vollmar es ermöglichte, nach einer Pause von zwei Zum Schluß protestirt die Versammlung gegen jede MaßJahren wieder einmal in offener Volksversammlung vor den regelung des Arbeiterstandes und wird nicht eher den RegierungsMännern der Arbeit zu erscheinen, hat Tausende und Abertausende organen sich sympathischer gegenüberstellen, als bis dieselben durch überrascht. Es wird um diesen Preis deshalb auch gern darüber greifende Reformen, wie das seinerzeit von der sozialdemokratischen Borstand zahlreiches Erscheinen der Kollegen. daß Kranken- und Begräbnißkasse der Bau- und mittelst deffen eine allgemeine Einladung zu der Volksversammlung und jegliche Maßregelung durch Streiferlaß, Auflösungen von erfolgen sollte, versagte und während der Versammlung selbst starke Arbeiterverbänden, durch Versammlungsberaubung sowie sämmt- Fabrikarbeiter Berlins.( E. H. 13). Generalversammlung Gendarmeriepatrouillen zu Fuß und zu Pferd in der Nachbarschaft liche, in die Rechte des Arbeiterstandes einschneidende Wirkungen der Mitglieder am Sonntag, den 7. Oktober, Vormittags 10% Uhr, des Versammlungslokales plazieren ließ. Auch der Besizer des zurücknehmen. Demnach geht die Versammlung über den Erlaß im Lokale des Herrn Saeger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: Hauses, dem ängstliche oder boshafte Gemüther furchtbar zugesetzt des Bundesraths, der außerdem nur auf das Tabaksmonopol, also 1. Raffenbericht. 2. Innere Kaffenangelegenheit. 3. Verschiedenes. haben und dem man weiß machte, sein Haus werde 10 000 Mart ein selbsüchtiges Spekulations- Interesse hinzielt, zur Tagesord- Das Kassenbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht der Borstand. weniger werth, wenn er die sozialdemokratischen Knoten" eine nung über. An die Drechsler Deutschlands! Luckenwalde. Kol- deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen( G. H. 86, Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Versammlung darin abhalten lasse, wird wieder aufathmen, nachdem legen! Arbeiter! Freunde! Auch in unserem Drte iſt die Lage der Hamburg). Aufnahmen finden jeden Sonnabend Abend von 8 bis Drechsler eine traurige. Die im vorigen Monat aufgenommene Hamburg). Aufnahmen finden jeden Sonnabend Abend von 8 bis Statistik stellte zur Genüge fest, daß wir energisch Front machen 10 Uhr statt: im Norden Kl. Hamburgerstr. 27 bei Wittschow, im müssen gegen das weitere Umfichgreifen der Mißbräuche in unserem Osten Langeſtr. 34 bei Girsch, im Süden Reichenbergerstr. 16 bei Gewerbe, welche den Drechsler zu den schlechtest gezahlten Arbeiter Pätzold, im Westen Zoffenerstr. 33 bei Falfe. Vereinigung der deutschen Maler, Lacirer, Anmachen würden. Wir beſchloſſen deshalb, unsern Meistern folgen streicher und verwandten Berufsgenossen. Filiale Berlin I. des zu unterbreiten, welches bis zum 16. September bewilligt sein soute: Die Arbeitszeit soll, nicht wie bisher 12 Stunden, sondern Generalversammlung am Dienstag, den 9. d. M., bei Deigmüller, 11 Stunden betragen und auf Affordarbeit 15 pet. Zuschlag zu Alte Jakobstr. 48a. Tagesordnung: 1. Stassenbericht und Verlesung gewähren. Es ist uns aber von unseren Arbeitgebern ein solcher Neuaufgenommener Mitglieder. 2. Wahl eines Beisigers. 3. Feſt Bescheid zugegangen, daß an ein Zurückgehen von unserer Forderung ſegung der Reiſeunterſtügung. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch nicht zu denken war, wollten wir nicht ganz und gar zu Grunde legitimirt. Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, gehen. Wir waren deshalb gezwungen, am 20. September die Arbeit einzustellen. Im Ausstand befinden sich 34 Drechsler, den 7. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Völkeldarunter 15 verheirathete. Kollegen, Arbeiter allerwärts! Wir Magdeburg über„ Der Wunderglaube und die Bibelwunder" richten nun an Euch den Apell, sorgt für Fernhaltung des Zu- Damen und Herren als Gäste willkommen. zugs nach hier und unterstützt uns in materieller Hinsicht nach Kräften, damit der Kampf zu unseren Gunsten endet, denn unser Sieg ist auch der Eurige. Briefe und Sendungen wolle man richten an: Martin Köhler, Luckenwalde, Jüterbogkerstr. 8.- Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. der Verlauf ein so brillanter war und sein Bächter Bierquantitäten verkaufte, wie noch nie. Die zum Schlusse angenommene Resolution hatte folgenden Wortlaut: Die heute im Saale der Schraß'schen Gastwirthschaft tagende Volksversammlung ist der Ansicht, daß die Alters- und Invalidenversicherung in der vorliegenden Gestalt den berechtigten Ansprüchen der deutschen Arbeiter nach keiner Richtung entspricht. Die Höhe der Nente ist so vollkommen unzureichend, daß ihr Höchstbetrag im besten Falle als„ Mindestbetrag" ausreichend erscheint. Die Zulässigkeit der theilweisen Auszahlung der Rente in GeDie Wartezeiten sind zu lang, und die Altersgrenze für die Altersversorgung weitaus zu hoch. Die Anzahl der steuerpflichtigen Wochen im Jahre entspricht nicht den vorhandenen wirthschaftlichen Verhältnissen und ist erheblich zu vermindern. stalt von Lebensmitteln ist unannehmbar. Der Antheil der Arbeiter an der Verwaltung entbehrt jeder ernsten Bedeutung. Die Rechtsprechung des Reichsversicherungsamts muß im vollen Umfange auf die Alters- und Invalidenversicherung ausgedehnt werden; eine Beschränkung derselben auf das blos formale Gebiet ist zu verwerfen. Vereine und Versammlungen. Briefkasten. Bauhandwerker Mag. Es bleibt dabei. Gruß! Friedr. Müller. Leider sind uns mehrfach Klagen über die Lässigkeit der Spediteure zugegangen. Sie können verlangen, daß Sie die Nummer Sonnabend früh erhalten. Im Nothfall wenden Sie sich an einen anderen Spediteur. W. M. Nein, der Termin bis Ende des Quartals muß eingehalten werden. Wrangelstraße 32. Völlig unannehmbar ist das Quittungsbuch, welches das Abhängigkeitsverhältniß des Arbeiters wesentlich verschärfen würde, indem es ihn unter eine fortgesezte Kontrole des Unternehmers, wie metallarbeiter, Dreher, Drücker, Klempner, Former, Schlosser, - Die große öffentliche Versammlung sämmtlicher der Verwaltungsbehörde stellt. H. G. Dortmund. Wenden Sie sich an Glaser Scholz, Das Gesetz ist nach dem vorliegenden Entwurfe keinerlei sozial- Schleifer, Schnittarbeiter u. s. w., die am Dienstag, den 9. 6. M., reformatorische Maßregel, sondern nichts als eine Neuordnung des ordnung: Stellungnahme zum allgemeinen deutschen Metallarbeiter: nicht endlich abrechnen. Abends 8 Uhr, in Heydrichs Lokal, Beuthstr. 20, mit der Tages- Geestendorf. Wir können nicht weiter liefern, wenn Sie Armenwesens, durch welche ein großer Theil der Armenlaft von fongrek, Referent: Herr Gottfr. Schulz, stattfinden sollte, findet den Schultern der Vermögenderen ab- und auf die Arbeiter ge- erst am Mittwoch, den 10 d. M. statt, weil an dem erstgenannten einem Buchhändler. Sagen Sie, das Buch sei bei Meißner in Zittau. Bestellen Sie es nur ruhig in Zittau selber bei Der jezige Gefeßentwurf bringt somit den Arbeitern nach jeder Tage der Saal bereits von dem Verein junger Kaufleute gemiethet Hamburg erschienen 1. Bd. 9 Mart, 2. Bd. 8 Mark. ist. Polizeiliche Genehmigung ist vorhanden. Achtung! Am Sonntag, den 7. Oftober, findet eine Straße 51 wohnt und ist nähere Angabe nicht nöthig? W. T. Erhalten, wird besorgt. Ist das richtig, daß Dombr. tonstituirende Versammlung des Vereins zur Regelung der gewerb= Boje. Bestellung nicht erhalten, also fommen Sie ihm nur wälzt würde. Richtung weit mehr Nachtheile als Vortheile und ist deshalb unannehmbar. Im Uebrigen ist die Versammlung der Ansicht, daß ein wirkſames Arbeiterschutzgesetz zusammen mit einem unbeschränkten Stoali- lichen Verhältnisse der Töpfer Berlins statt. Es iſt Pflicht eines auf den Belz. tionsrecht die Intereffen der Arbeiter weit wirksamer fördern würde, leben Töpfers, in derselben zu erscheinen.( Versammlungslokal f. Säulenanschlag.) als alle Versicherungsgesetze. - Tischlerverein. Sonnabend keine Versammlung. Sonne Aus Saalfeld a. S. schreibt man uns: Die Mitte des tag, den 7. Oftober, Herrenpartie nach Hermsdorf. Treffpunkt Monats September brachte einiges Leben in die hiesige politische Stettiner Bahnhof, Abfahrt Morgens 7 ihr 23 Minuten. Bewegung, die sonst nicht sehr merklich war. Nicht nur, daß die-Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. gewerkvereinlerischen Arbeiterfänger ihre Neße auszuwerfen Versammlung am Sonntag, den 7. Oftober, Vormittags 10 Uhr, beschlossen hatten, auch unser deutschfreifinnige Landtagsabgeordneter, Oranienſtr. 51 bei Preuß. Quittungsbuch legitimirt. der Herr Witte, bereiste den Wahlkreis. Mit dem HarmonieVerein der Steinhauer Berlins und Umgegend. apostel, Herrn Stamin und dem Herrn Witte, traf durch einen Zu- Die Generalversammlung findet am Sonntag, den 7. Oftober, fall Herr Keßler hier zusammen. Vormittags 91% Uhr, im Lokal Gartenstr. 123 statt. TagesDie Versammlung des Herrn Kamin war sehr schlecht besucht. ordnung: 1. Stassenbericht. 2. Wahl eines neuen Vorstandes. Etwa 15 seiner Anhänger und etwa 40 Sozialdemokraten wohnten 3. Verschiedenes. Verbotene Bücher und Schriften. Ein Staatsanwalt bemüht sich oft, Mit des Gesezes scharfen Waffen Ein Büchlein, daß ihm nicht gefällt, Womöglich aus der Welt zu schaffen. Bertreibt er heute solche Schrift, Liest man sie um so fleiß'ger morgen, So liegt es ob dem Staatsanwalt, Für den Vertrieb der Schrift zu forgen. ( Luft. Blätt.") Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23.