Berliner Volks- Tribüne. Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Einzelne Nummer 15 Pfg. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. No. 41. Inhalt: Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 13. Oktober 1888. „ Der Kongreß beginnt jeden Tag seine Sigungen frühmorgens 10 Uhr. Er vertagt sich um ein Uhr und Der internationale Gewerkschaftskongreß tritt alsdann um zwei Uhr wieder zusammen, um um in London. Wahlbetheiligung oder Wahl- 5 Uhr zu schließen. enthaltung. ,, Am Montag Abend werden die fremden Delegirten der Gewerkschaften. Die Arbeiterwohnungs- von den britischen Vereinen bewillkommnet werden. frage in Frankreich. IV.- Zur kapitalistiDie erzieherische Wirksamkeit schen Kolonialpolitik. Gedicht von Henckell. aus Rußland von Gorbunoff. lismus und die Kultur. Arbeiter Wohnungsfrage. Kräder's Begräbniß. = Soziales Bild Der Sozia Miquel und die Schnitzel. Politische Nachrichten. Kleine MittheiGewerkschaftliches.- Vereine und lungen. Versammlungen. Arbeiter und Parteigenoßen! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung dieses Blattes ein! Bestellungen nehmen in Berlin alle Spediteure entgegen. Listen zum Sammeln von Abonnenten jederzeit durch unsere Expedition, Dranienstraße 23, zu beziehen. Der Verlag der Berliner Volks- Tribüne." Berlin S. O., Oranienftr. 23. Zum internationalen Gewerkschaftskongreh in London versendet nunmehr das Parlamentarische Komitee der englischen Trades Unions folgende Einladung an die berufsgenossenschaftlichen Arbeiterverbände: " 1 Meine Herren! Das Parlamentarische Komitee erlaubt sich Ihnen mitzutheilen, daß der internationale Kongreß am Dienstag, den 6. November in St. Andreas Halle( Newman Street, Orford Street, London W.) stattfinden wird. " Von dem Mandat Ihres oder Ihrer Delegirten muß bis zum 22. Oktober nach London Nachricht ge= langt sein. „ Das Französische wird die offizielle Sprache des Kongresses bilden. Jeder Delegirte, der weder französisch noch englisch zu sprechen versteht, muß einen Dolmetscher mit sich führen. Jede dem Kongreß überreichte Legitimation muß französisch oder englisch abgefaßt sein. Der Vorsitzende des Parlamentarischen Komitees wird auch bei der Eröffnung des Kongresses präsidiren und in einer Willkommensrede die fremden Gäste begrüßen. Alsdann soll der Kongreß sein Bureau ernennen und ein Komitee erwählen, um die Vollmachten jedes Delegirten darauf hin zu prüfen, ob sie den der Einladung beigefügten Bedingungen entsprechen. Jede auf dem Kongreß vertretene Nation wird, in französischer oder englischer Sprache, einen Bericht darbieten über die Lage der Arbeiter in ihrer Heimath. Auf der Tagesordnung steht: 1. Das wirksamste Vorgehen, um im Ausland alle Hemmnisse zu beseitigen, welche die Assoziations-( Koali= tions-, Vereins-) freiheit der Arbeiter beschränken. 2. Die besten Mittel, um die Arbeiter der verschiede= nen Länder zu verbinden. 3. Einschränkung der Ueberproduktion durch Verkürzung der Arbeitszeit. 4. Empfiehlt sich die Einschränkung der Arbeitszeit auf dem Wege der Gesetzgebung oder nicht? Kein Delegirter darf zu demselben Gegenstand mehr als einmal das Wort ergreifen. Die Redezeit beträgt bei Verlesung eines Berichtes oder bei Einbringung einer Resolution eine halbe Stunde. Jeder Redner, welcher nur in die Diskussion eingreift, ist an eine Redezeit von einer Viertelstunde gebunden. 11 Die Abstimmung erfolgt nach Nationalitäten.( Jede Nation hätte demnach 1 Stimme. D. Red.) J. Mawdsley, Mit brüderlichem Gruße G. Shipton, Präsident; H. Harford, Vizepräsident; H. Slatter, Schazmeister; W. Crawford, T. Birtwittle, Henry Broadhurst, Schriftführer. * * J. M. Jack, Die possibilistische Arbeiterpartei Frankreichs fordert bereits die hinter ihr stehenden Gewerkschaften auf, sich zahlreich in London vertreten zu lassen. Ausgabe für Spediteure: „ Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. als auch ganz besonders auf die Bevölkerungen ein um so viel größerer sein. Auf alle Fälle würde dies unbedingt in England der Fall sein; und der Kongreß wird, obwohl ein internationaler, da er in London, und durch die eng= lischen Gewerkschaften abgehalten wird, natürlich einen weit größeren Einfluß in England als in anderen Ländern ausüben. Gerade dies ist einer jener Umstände, wo unsere Brüder im Auslande uns große und materielle Hülfe leisten können, und wir zögern nicht, diesen Beistand zu erbitten. Es muß anerkannt werden, daß England die Hauptstütze des Kapitalismus ist. Durch Beistand in der Propaganda des Sozialismus in England werden unsere Kameraden auf dem Kontinent unseren allgemeinen Feind, den Kapitalismus, in seiner Zitadelle, gerade im Mittelpunkt seiner Macht, an= greifen. Wir möchten daher unsere Kameraden in allen Ländern ernstlich auffordern, unsere Bemühungen hier zu unterstüßen, da sie dadurch dazu beitragen werden, den Sozia= lismus in der ganzen Welt zu fördern. Hierüber ist jetzt feine Zeit mehr zu verlieren. London heißt es in dem Aufruf- ist das Herz des Kapitalismus. Schon haben englische SozaldemoMan wird gewiß diese Bestrebungen als sehr wohl= fraten Auftrag erhalten, Gewerkschaften ihres Landes meinende beurtheilen müssen, um so größer muß aber zu vertreten. Senden wir nun auch von unserer Seite zweifellos das Bedauern sein, daß sie sich nur auf eine zahlreiche Delegirte nach London, die entschlossen sind, äußerst mangelhafte Kenntniß der deutschen Verenergisch unsere Grundsätze zu verfechten. Sie werden hältnisse stüßen und darum ihre Urheber in eine Sackihre Bemühungen mit denen unserer englischen Gesinnungs- gasse geführt haben, aus der es nur einen Rückzug geben genossen vereinigen, und der Kreis der Kämpfer für die könnte, der gegenwärtig nicht mehr möglich ist. Rechte des Proletariates wird sich erweitern. So zahlreich Da unseren Lesern die Gründe der Nichtbetheiligung zur wir pier wie die Delegirten eines Landes auch sein mögen, so Deutschlands zur Genüge bekent ind, so heben wir hier werden sie bei den Entscheidungen doch nur eine Stimme nur nochmals kurz das Folgende hervor: haben. Kein Land kann also das andere majorisiren. Arbeitervereine dürfen in Deutschland, wenn sie die Troßdem ist es wichtig, daß Frankreich stark vertreten sei. Politik berühren, bei Strafe der Auflösung nicht mit Die Arbeiterpartei hat hier im Lande einen großen Ein- einander in Verbindung treten. Schon in dem gemeinfluß errungen und dem Sozialismus Eingang in das samen Berathen und Zusammenfißen von ein paar Vorstandsöffentliche Leben verschafft. Unsere Abgesandten sollen mitgliedern sehen die deutschen Gerichte einen( verbotenen) auch in London Achtung erwerben durch ihre Zahl und Zusammenhang. Der Kongreß in London erörtert zweifellos politische ihr Auftreten." Die englische ,, Sozialdemokratische Föderation" Fragen, die Delegirten müßten mit politischen Verhaltungsversucht übrigens nochmals, Deutschland zur Theilnahme| maßregeln ausgerüstet werden, die betheiligten GewerkDas zu bewegen. Sie schreibt zu diesem Zwecke in einem schaften müßten also politisch Farbe bekennen. zweiten Zirkular: Zusammentagen mit anderen Gewerkschaftsdelegirten wäre Sie( die deutschen Sozialisten) haben uns noch nicht das verbotene In Verbindung Treten" und würde daher mit ihrer Antwort beehrt, noch irgendwie Ihren Wunsch zur Auflösung der betheiligten Gewerkschaften zweifellos kundgegeben, uns in unserer sozialistischen Propaganda in führen. England dadurch zu unterſtüßen, daß Sie die GewerkWir können nicht einmal im Inlande zu politisch schafts- Vereinigungen Ihres Landes zu bestimmen suchen, Vertreter zu entfenden zur Theilnahme an dem' Kon- angehauchten Kongressen Fachvereinsdelegirte senden, und gresse, den die Gewerkvereine Englands ins Leben zu rufen nun sollen sich die Gewerkschaften auf diese Weise in sich bestreben..... London vertreten lassen! Das geht einfach nicht, und daran Es freut uns, Ihnen mittheilen zu können, daß bereits ist nichts zu ändern. ein Mitglied der sozialdemokratischen Federation von einer ist nichts zu ändern. Daß wir den gemachten Fehler Niemandem nachtragen, der auf dem Kongresse zu vertretenden englischen Gewerkschaften zum Delegirten erwählt worden ist. Viele der eng- versteht sich natürlich von selbst. So sehr daher die lischen Delegirten werden unserer Meinung betreffs der Fragen, welche dem Kongresse vorgelegt werden, beipflichten, deutschen Arbeiter zunächst darauf bedacht sein mußten, und was Frage 4 anbelangt, so werden sie zu Gunsten eines eine Aenderung der Zulassungsbedingungen durchzusetzen, Sogar so wohlwollend werden sie jetzt- nachdem der Fehler Internationalen Achtstunden- Gesezes stimmen. wenn die altmodischen englischen Gewerkschaftler, die allen Anderer nicht mehr gut zu machen ist den Verhandlungen Einwirkungen des Staats in solchen Arbeitsfragen entgegen find( für England) in der Majorität wären, so wird auf in London aus der Ferne folgen. Mehr zu thun, liegt jeden Fall eine heftige, energische und fähige Minorität außer ihrer Kraft. Wenn die Sozialdemokratische Föderation" fich ihnen gegenüber stehen. Die englische Stimme wird daher feine einstimmige sein. freilich was wir bedauern würden- von dem schließ= Wir rechnen sicher auf Ihren Beistand, uns eine einheitlichen Ergebniß in London enttäuscht fühlen sollte, so wäre liche Zustimmung von dem Kontinent zu geben. Wenn es unseren Freunden nicht gelingt, die Majorität der eng- es zum Theil die Schuld der Föderation selber, die durch lischen Delegirten zu überreden, dann müßte die englische ihren ersten Aufruf das Parlamentarische Komitee geradezu Stimme in einer Minorität von eins gegen alle übrigen ermunterte, nicht nachzugeben, und die das Nachgeben von Gewerkvereine der Welt sein. Je rückhaltsloser die ausländischen Delegirten den eng- den Deutschen forderte, denen hier durch unüberwindlischen Bedingungen beistimmen- so ungerechtfertigt diese auch liche Gefeße die Hände vollständig gebunden waren. immer ſein mögen- desto größer wird die Wirkung des Sieges der Sozialisten Europas sein, den sie jetzt sicher in Händen haben. fannte sozialistische Führer als solche zu Gunsten der Daß sozialistische Barlamentsmitglieder und wohlbe- Wahlbetheiligung oder Wahlenthaltung sozialistischen Maßregeln stimmen würden, ist ja ganz vor dieser Frage steht, angesichts der begonnenen Agitation natürlich. Dies würde nichts Neues ergeben; es würde für die Präsidentenwahl, augenblicklich wieder einmal feinen großen Einfluß auf die Regierungen Europas aus- die Sozialdemokratische Arbeiterpartei der Vereinigten üben, noch auf jene Theile der arbeitenden Klassen, die sich Staaten. der sozialistischen Bewegung noch nicht angeschlossen haben. Aber wenn die bona fide Arbeiter- Fachvereine Da aus den gepflogenen gegenseitigen Erörterungen, Europas zahlreich genug, reich genug und ernst genug sind, soweit sie grundsäßlicher Natur sind, manches zu lernen unter ihren eigenen Mitgliedern Arbeiter zu erwählen, ihre ist, so wollen wir heute den Artikel wiedergeben, in welchem Ausgaben zu zahlen und sie nach London zur Stimmenabgabe die" New- Yorker Volkszeitung" die für sie maßgebenden zu senden, nicht als Sozialisten, sondern als Gewerkschaftler zu Gunsten der sozialistischen Forderungen, dann Gesichtspunkte entwickelt. würde der moralische Effekt sowohl auf die Regierungen, Dieses größte sozialistische Blatt Amerikas schreibt: Jedes Mal, wenn der Zeitpunkt wiederkehrt, da es schiedener Kouleurs der Geist, der stets verneint," die können, wenn die Arbeiter durch ihre Solidarität eine dem„ von Gottes Gnaden freien und unabhängigen Volke" unerbittliche, zersetzende, aufklärende Kritik. Den Sozialisten Herabsetzung der Arbeitszeit oder eine Erhöhung des Lohnes dieses Landes freigestellt wird, durch Hereinlegen gewisser, liegt dann die heilige Pflicht ob, die Reinheit der öko- durchsetzen. weil mit Namen bedruckter Zettelchen in dazu bereitstehende nomischen Bestrebungen, denen sie huldigen, vor politischen So lenkt alle Kraft, die früher in zerstörender Weise Kisten darüber zu bestimmen, von wem es sich in Zukunft Seelenverkäufern in und außerhalb der Arbeiterreihen zu explodirte, ein in die Bahn, die Arbeiter aufzurütteln aus nasführen lassen will, tritt auch an uns, Sozialisten, die bewahren, die Maske der Arbeiterfreundlichkeit den politischen ihrer verderblichen Gleichgiltigkeit, sie aufzuklären über die Frage heran, wie wir uns zu dieser Massenselbsttäuschung Wölfen im Schafspelz abzureißen, vor allem aber dem ganze wirthschaftliche Lage und sie zu organisiren zu stellen haben? Volke selbst, dem bethörten, sich selbst betrügenden Volke, darin allein die Vorbedingungen dauernder Erfolge im Prinzipiell läßt sich diese Frage sehr einfach beantworten. die Wahrheit ins Gesicht zu sagen, ob sie ihm mundet, Lohnkampfe liegen. Da nach unserer Ueberzeugung der Kapitalismus, d. h. oder nicht. Und wahrlich, die Gewerkschaftsbewegung hat auf die Monopolisirung der Arbeitsmittel in den Welchen von diesen Wegen haben die amerikanischen diese Weise Großes gethan, die Arbeiter wirthschaftlich Händen der Nicht- Arbeiter, allen Uebeln, Leiden und Sozialisten in diesem Jahre zu beschreiten? Diese Frage und politisch zu heben. Sie hat die Arbeiter überhaupt Schäden der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung zu Grunde wird gegenwärtig in Parteikreisen eifrig diskutirt. Wir erst zu wirthschaftlichem Nachdenken herangezogen; sie hat liegt, die politischen Rechte der Masse illusorisch macht und wollen der Entscheidung unserer Gesinnungs- und Partei- ihnen einen Einblick in das ganze Wirthschaftsgetriebe, in selbst unter der Maske freier Staatsformen die Macht des genossen nicht vorgreifen und haben nur im Obigen kurz das verhängnißvolle Wirken von Angebot und Nachfrage" Geldes zur Alleinherrschaft erhebt, so können wir, Sozialisten, auf die verschiedenen, diese oder jene Taktik bedingenden verschafft; sie hat ihr Solidaritätsgefühl, ihr Klassenbevon einer auf den Kapitalismus begründeten Politik kein Verhältnisse hingewiesen. Möge jeder nach reiflicher Ueber- wußtsein geweckt, ihre Ausdauer gestählt und ihren OpferHeil erwarten, noch an derselben aktiv mitwirken. legung entscheiden, welche von den gegebenen Voraus- muth gestärkt. In seiner letzten Konsequenz würde dieser Satz sezungen bei dem gegenwärtigen Stand unseres politischen Und diese gewaltige erzieherische Wirksamkeit, mit der absolutes und bedingungsloses Fernbleiben vom Lebens zutrifft.*) alle Fortbildungsschulen und Fachschulen, alle Kirchen, politischen Leben der Gegenwart, Verwerfung poliBibliotheken und Museen, wie sie heute beschaffen sind, tischer Agitation selbst unter eigener Flagge bedeuten. sich nicht messen können sie sollte schließlich in nichts Massen? schaften. Denn selbst die Organisation einer rein sozialistischen Die erzieherische Wirksamkeit der Gewerk- jenden, wie in einer Verrohung und Verderbtheit der Partei bedingt bis zu einem gewissen Grade die faktische Anerkennung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsformen, deren Schädlichkeit wir betonen und deren Ende wir voraussagen. Das alte Lied will niemals zur Ruhe kommen! Nein, das glauben die offiziösen Soldschreiber selber nicht; das hat auch alle Erfahrung längst als ganz hinIst es irgendwo im Auslande bei Streiks zu ein- fällig erwiesen! Nach abstrakter Logik spielen sich aber die Geschicke zelnen Gewaltthätigkeiten gekommen, so schreit es der Um nur ein Beispiel, freilich ein schlagendes, zu er= des Menschengeschlechts nicht ab. Den Vorkämpfern jeder Chorus der Reptilienblätter sofort in alle Lande hinaus: wähnen, wollen wir hier auf die englischen Landarbeiter neuen Weltanschauung steht vor allem die Aufgabe bevor, das seien die Folgen, wenn man den Arbeitern volle verweisen. So lange diese unorganisirt waren, griffen sie derselben zur Erkenntniß der Masse der Menschheit Freiheit des Lohnkampfes lasse; das seien die Gewerk- wie übrigens heute noch die irischen Pächter und die die Wege zu ebnen. Mit abstrakter Logik ist aber dieser schaften, wenn ihnen nicht der Kappzaum polizeilicher Be- russischen und rumänischen Bauern, also Angehörige der Masse sehr schlecht beizukommen, und zwar um so schlechter, vormundung, wie in Deutschland, angelegt sei. besißenden Klassen häufig zu dem Mittel der Brandje mehr sie solcher Logik bedarf, je vollständiger sie den Freilich entpuppen sich die Sensationsnachrichten ge- stiftung, um sich für widerfahrene Unbill zu rächen.„ Den Vorurtheilen zum Opfer gefallen. wöhnlich bald als eine leere Erfindung, wenn nicht als Bächtern wurden die Korn- und Heuschober auf den FelDie mächtigste, oberste Lehrmeisterin, welcher schließlich etwas viel Schlimmeres. Aber trotzdem wird die Verdäch- dern, ja die Scheunen und Ställe unter ihren Fenstern kein Vorurtheil in den Köpfen, keine Gewalt im staatlichen tigung der Gewerkschaften und die Anpreisung des Putt- angezündet. Fast jede Nacht flammten ein paar solche Leben widerstehen kann, ist die Erfahrung und an kamer'schen Systems auf konservativer Seite fortgesetzt. Feuer und verb reiteten Entsetzen und Echrecken unter den diese müssen auch wir Sozialisten, in jedem Falle und auf Das sind wir von jeher gewöhnt und, obwohl wir Pächtern und Grundeigenthümern. Tie Thäter wurden jedem Gebiete, appelliren. Bedingungslose Enthaltungs- uns nach dieser Richtung hin wenig Erfolg versprechen, nie oder selten entdeckt und das Volk übertrug diese BrandTaktik kann da ebenso wenig nüßen, wie das ausschließliche so wollen wir doch zur Aufklärung der Arbeiter und stiftung auf eine mythische Person, die es Swing nannte. Anpreisen eines bestimmten Patentmittels zur Förderung weil die Abwehr mitunter zur Pflicht wird nochmals Man zerbrach sich die Köpfe darüber, wer dieser Swing unſerer Sache. Wie der konsequenteſte Sozialiſt es nicht klarzustellen versuchen, daß gerade die Gewerkschaftsbe- sein möge, woher diese Wuth unter den Armen der Landvermeiden kann, einen von hungrigen Lohnarbeitern genähten Rock zu kaufen, oder von ebensolchen Lohnsklaven gebackenes wegung ein gewaltiges Erziehungsmittel, kein Mittel diſtrikte entstehe; an die große bewegende Kraft, die Noth, zur rohen Verheßung der Massen ist. Brod essen zu müssen, ebenso wenig vermag er, aus Streifs hat es schon immer gegeben auch ohne verbrechen verschwanden nicht früher, als bis die ländlichen seiner eigenen politischen Haut zu fahren, oder andere Gewerkschafts organisation so lange es überhaupt Arbeiter aus ihrem Stumpfsinn erwachten und zu einer dazu zu bewegen, so sehr ihm auch diese Haut miß ein Lohnsystem giebt, und besonders, so lange die groß- Organisation gelangten. fallen mag. industrielle Produktion Schaaren von Arbeitern eines ge- So berichtet uns einer der besten Kenner und SchilTheilnahme am politischen Leben des Volkes meinsamen Etablissements gegenübergestellt hat einem ein- derer dieser Verhältnisse. bleibt also eines der mächtigsten Agitationsmittel, zigen großen Unternehmer. Und anders war es und ist es auch in allen sonstigen die uns zur Verfügung stehen. Da ist nun allerdings in den meisten Fällen der gerade Weg, d. h. Aufstellung eigener auf rein sozialistischem Programm stehender Kandidaten, der beste. die Unterdrückung, dachten die Wenigsten." Diese Agrarmeil fie ruhige Zur Arbeiter- Wohnungsfrage.*) ( Aus Frankreich.) IV. 3 Das Mühlhausener Vorbild der französischen ArDie ersten, man möchte sagen: die ganz naturwüchfigen Berufszweigen nicht. Gerade die Organisationslosigkeit Es bleibt demnach nur übrig, in jedem einzelnen Streifs haben jedoch immer eine stark persönliche, lei- hält den Arbeiter an einer niederen Anschauung feſt. GeFalle zu entscheiden, in welcher Form diese Theilnahme denschaftliche Beimischung. Sie lodern aus irgend- rade die Gewerkschaftsbewegung aber klärt seine Meiam zweckmäßigsten, statsfinden kann. Die Löſung dieser welcher plöglicher Erbitterung der Arbeiter empor, ohne nung durch die fortgesetzte Erörterung wirthschaftlicher Frage hängt in der Regel nicht von prinzipiellen, Vorbereitung und ohne Zielbewußtsein, um natürlich ebenso Fragen, sie veredelt seins Handlungen, sondern von zweckmäßigkeits- Erwägungen ab. Da rasch wieder zusammenzusinken. Aber gerade die Unge- Ausdauer und immer bereiten und nie ermüdenden Opferdie Sozialisten die politische Agitation nur als Propaganda- schultheit der Arbeiter bringt es hier zu nutzlosen Aus- finn von ihm fordert. Mittel betreiben und nicht etwa im naiven Glauben beschreitungen; sie verhindert es, daß die Arbeiter erkennen, Wer diese Schule des Geistes und Charakters schließt, fangen sind, daß sich der Kapitalismus jemals vermittels wie gewisse unliebsame Ereignisse die nothwendigen der versündigt sich an der ganzen Zukunft unseres Volkes. der bloßen Wahlen und Abstimmungen wegdekretiren Folgen sind eines wirthschaftlichen Systems, welches Wer aber an dieser Erziehung mitarbeitet, der kann das Lassen würde, so müssen sie auch die Art, wie sie in die mächtiger ist, wie selbst der allmächtigste Fabritherr. Ge- stolze Bewußtsein tragen, viel zur Hebung des Volkes beiPolitik eintreten, darnach einrichten, auf welchem Wege rade diese ungeschultheit bewirkt es, daß die Arbeiter nicht getragen zu haben, und wenn ihn die feilen Blätter des die größte Masse des Volkes für die sozialistische erkennen, wie z. B. Maschinen nicht schädlich zu sein Unternehmerthums noch so sehr schmähen und verdächErkenntniß zugänglich gemacht werden könne. brauchen, sondern nur nüßlich sein können, wenn sie tigen. dem Menschen die Arbeitszeit verkürzen und die Arbeitslast erleichtern. Nur die Ungeschultheit dieser Arbeiter bewirkt es, daß sie nicht dauernde Reformen im ArbeitsverIn den meisten Fällen, aber durchaus nicht immer. hältniß, keine Aenderung also des Systems erstreben, sonIn einem Lande z. B. wie das unsere, in welchem der bern daß sie sich rachedürstend, sei es gegen die FabrikSozialismus in seiner klaren, bewußten Form in der herren persönlich, sei es gegen die Maschinen, wenden, eingeborenen Bevölkerung verhältnißmäßig noch wenig baß sie jenen beleidigen und diese zerstören. Aber nur, Wurzel gefaßt hat, wo hingegen die zwingende Macht der weil sie nicht über die Oberfläche hinauszusehen vermögen, beiterwohnungen fand bald Nachahmung; die Sache war ökonomischen Entwickelung immerhin eine große Arbeiter weil sie noch nicht verstehen, wie die Fabrikanten vielfach zu profitabel, um nicht vielseitigem Anklang zu begegnen. Bewegung und Organisation hervorbringt, die schließlich so handeln müssen und wie die Maschinen nicht so zu Napoleon III., der für Alles, was Fesselung des in's sozialistische Fahrwasser einlenken muß, da ist es wirken brauchen, also nur, weil sie noch ungeschult sind, Volkes hieß, eine seine Nase besaß, unterstüßte viele oft die Pflicht der Sozialisten, sich nicht von der allge: handeln die Arbeiter so, nur darum sind sie zu gewalt- Unternehmungen der Art und trug sich mit dem Plan, meinen Arbeiterbewegung in fruchtloser Prinzipien- Reiterei famen Racheakten geneigt. das Pariser Proletariat mit Wohnungen zu beglücken. abzusondern, sondern sich derselben anzuschließen und das Hier schafft erst die Gewerkschaftsbewegung Aende- Dieselben sollten selbstredend außerhalb der Stadt vorwärts treibende Element in derselben zu bilden. rung, erst sie bringt Klarheit in die Köpfe und damit gelegen sein, die Pariser Arbeiterbevölkerung auf einen Diese Taktik ist immer da geboten wo eine wirkliche, aus nimmt sie dem Lohnkampf den Stachel des persönlichen weiten Raum zerstreuen und durch die größere Entfernung der organisirten Arbeit hervorgegangene Klassenbewegung Rachegefühls und Nachebedürfnisses. von politischen Versammlungen, Vereinen, von der Or= vorliegt, die von den alten politischen Organisationen unabhängig ist. Diesem Gebote entsprechend, haben die Die Gewerkschaftsagitation zeigt, wie die Konkurrenz ganisation abhalten. amerikanischen Sozialisten sowohl an der George- Bewegung, In vielen Industriezentren bauten die Betriebsunterwie an den früheren, von den Central Labor Unions muß und wie diesem Lohndruck nicht durch einzelne Ge- nehmer resp. die Aktiengesellschaften Arbeiterhäuser, zu New- Yorks und anderer Städte geleiteten Wahlkampagnen waltthätigkeiten, sondern nur dadurch vorgebeugt werden deren Herstellungskosten meist die betreffenden Gemeinden in wirksamer Weise theilgenommen, und zwar durchaus kann, daß alle Arbeiter eines Berufszweiges sich zur beitrugen, sei es durch Subventionen, sei es durch Zunicht als„ Schwanz", sondern im Gegentheil als der ſtrengen Einhaltung eines feſten Lohnjayes oder doch eines weisung von unentgeltlichem Baugrund. Die Bourgeoisie treibende, reinigende Faktor der Bewegung. läßt bekanntlich sehr gern den Kommunesäckel, zu dem die Es können aber auch Fälle eintreten, wo den Zwecken und rohen Kraftproben gegen einzelne Fabrikanten empor- fich angelegen sein„ Arbeiterhäuser" zu errichten; die Damit ist der Lohnkampf aus bloßen Drohungen Armen das meiste beitragen, für ihre Großmuth zahlen. Besonders die Besizer von Kohlenwerken ließen sozialistischer Propaganda am Besten durch gänzliche Wahlenthaltung gedient wird. Und zwar tritt diese gehoben zu der Höhe eines opferwilligen und energijchen, Kohlengräber gehören zu den schlechtgestelltesten und abEventualität dann ein, wenn einerseits keine wirkliche, des aber auch ruhigen und zielbewußten Zusammenhaltens hängigsten aller Arbeiter. Mochten die Wohnungen von Namens würdige Arbeiterpartei im Felde steht, andererseits Die Gewerkschaftsbewegung zeigt den Arbeitern zuerst, einzelnen Fabrikanten oder von Gesellschaften hergestellt einer Wahl zu sehr auf Nebendinge abgelenkt wird, als wie die Maschinen, die technischen Verbesserungen, an sich sein, sie hatten immer den gleichen Einfluß auf die Eristenzdaß das ruhige Wort einer prinzipiellen Propaganda nur ein Förderungsmittel der Kultur sind, wie sie dazu verhältnisse des Proletariers wie die Mülhausener VorAussicht hätte, in weitere Kreise zu bringen und eine dienen könnten, dem Arbeiter so viel freie Zeit zu verDie relativ besten Unternehmungen in der Art sind daß er sich mehr erholen und in edler Weise zerstreuen Aber auch in solchen Fällen bedeutet Wahlenthaltung fann. Sie zeigt also, wie die Maschinen nicht der Feind keineswegs einen Rückzug in den Schmollwinkel, sondern sind und wie sie zum Theil heute schon segensreich wirken im Gegentheil- verdoppelte, wenn auch gewissermaßen negirende Thätigkeit. Zu solcher Zeit verkörpert sich die Aufmerksamkeit des Volkes durch die geringe Bedeutung der Unternehmer untereinander die Löhne heute drücken einheitlichen Minimallohnes verbinden. der Arbeiter. bilder. ansehnliche Schaar überzeugungstreuer Anhänger zu sammeln. fchaffen, daß er an den Schäßen der Bildung theilnehmen, die Arbeiterhäuser der Bergwerke von Leus, der Glas *) Unterdessen haben die New- Yorker Sozialisten Wahlim Sozialismus gegenüber den politischen Parteien ver- betheiligung beschlossen. Die Ned. d.„ B. V." und Kriſtallfabriken zu Baccarat und das Familiſtere zu *) Vergl. auch den Artikel in der Beilage. Wir bemerken arbeiters( Miethstare, Arbeiterhäuser durch den Staat) nicht zu übrigens, daß wir den Schlußaufführungen unseres geehrten Mit zustimmen vermöger. D. Red. d. V. Guise, obgleich auch hier die Nachtheile sich empfindlich| Sinken der Arbeitslöhne begleitet worden, bedingt durch Einwohner haben, die feste Wohnfißze besitzen, Viehzucht, fühlbar machen. die niedrigeren Kosten der Existenzbedingungen. Ackerbau, Handwerke und einen ziemlichen Handel mit In Paris hat Anfangs der achtziger Jahre eine Jm 14. Arrondissement z. B. ließen zur nämlichen der Außenwelt treiben. Das Land bildet das Quellenphilantropisch- spekulative Finanzgesellschaft in Passy und Zeit zahlreiche Neubauten die Wohnungspreise bedeutend gebiet mehrerer großen in den indischen Ozean mündenden Auteuil recht nette Arbeiterwohnungen errichten lassen. sinken. Es waren vorzugsweise Schuhmacher und Arbeiter Ströme und des Yanktsekiang. Es steht nominell unter Der durchschnittliche Kostenpreis beträgt pro Haus 4000 der Schuhfabriken, welche sich in der Gegend niederließen. chinesischer Oberhoheit, in der Weise, daß der Daleibis 4500 Fr. Das Gesellschaftskapital darf sich nicht Ihre Arbeitgeber spekulirten auf den niedrigen Wohnungs- Lama, wie der Chef der Regierung genannt wird, tributhöher als zu 4 pCt. verzinsen, Dividenden sind statuten- preis und ließen eine Herabsetzung der Löhne eintreten, pflichtiger Vasall des chinesischen Kaisers ist. gemäß ausgeschlossen. Der Miethzins ist in Gemäßheit welche von den betreffenden Schuhmachern angenommen Der letztere Umstand wird die Engländer nicht viel des 4 prozentigen Zinsfußes berechnet und erhält einen von den Fabrikanten bald auf sämmtliche Arbeiter der geniren; sie verstehen sich allenfalls, wenn die politische Zuschlag von zirka 175 Fr. behufs Amortisation des An- Branche ausgedehnt war. Die Preise der Wohnungen Einverleibung Thibets in ihre asiatischen Besitzungen wünlagefapitals, welche nach 20 Jahren erfolgt und den fliegen bald darauf empfindlich, die Löhne der Schuhmacher schenswerth sein sollte, zu einer Weiterzahlung des Tributs Miether zum Eigenthümer macht. Zins und Abzahlung haben sich nie wieder gehoben. an China oder nöthigen dieses zu einer Abmachung. Vielbetragen 500 Fr. pro Jahr, die Häuschen sind also nur Dem possibilistischen Vorschlag gegenüber muß außer- leicht begnügen sie sich aber auch mit der Eröffnung des der Aristokratie der Arbeiterschaft zugänglich. Und wie dem noch in Betracht gezogen werden, daß es nur einer Landes für ihren Handel. viele der Miether wohl Besizer werden mögen unter Pro- schr kleinen Zahl französischer Gemeinden möglich sein Damit wäre der weiße Eroberer bis in das Herz duktionsverhältnissen, welche dem Arbeiter kaum von heute würde, das Beispiel von Paris nachzuahmen. Es wäre Asiens vorgedrungen und hätte, nach der Eroberung auf morgen sein Brot sichern und kaum in einem Falle also von vornherein konsequent, die betreffende Maßregel Birmas, den lezen werthvollen Strich in diesem Kontinent unter tausenden die Aussicht auf 20 jährige, dauernde, vom Staate zu fordern. für die kapitalistische Gesellschaft aufgeschlossen Lohnende Beschäftigung zulassen? Die Kollektivisten( Marristen) stüßten ihre Agita- Millionen halb oder dreiviertel zivilisirte neue Kunden sind tion auf die Forderung einer staatlichen Tare, welche nicht zu verachten und die Handelskammern von Manchester, einen Normalpreis aller Wohnungen des ganzen Landes London 2c. werden wohl nicht versäumen, für diese Erfeststellen sollte. Durch Annahme der Maßregel wäre rungenschaft das Lob der Regierung Salisbury's zu der Arbeiter zu billigeren Wohnungen gelangt, ohne daß fingen. Verschiedene Privatunternehmer haben außerdem sogenannte Arbeiterwohnungen" errichtet, häßliche Miethskasernen, ohne jede Berücksichtigung der Hygiene und der Bequemlichkeit, in welchen der Arbeiter nicht billiger und noch schlechter wohnt, wie sonstwo. Die aus altem Schutt zusammengeschleuderten Häuser zeigen die schamloseste Ausbeutung, welche an dem Arbeiter als Konsument geübt wird. " 1 Sechs er die angedeuteten Nachtheile der munizipalen und fabrik- Vor einigen Wochen ist gemeldet worden, ein russi= herrlichen Bauten in den Kauf zu nehmen brauchte. Er scher General sei, unterstützt von der Regierung, auf eine bleb außerdem in der Nähe seiner Thätigkeit, im Mittel- Forschungsreise" nach Thibet abgegangen. Selbstverständpunkte des politischen Lebens, mit größerer Bequemlichkeit lich handelte es sich in Wirklichkeit um eine Durchkreuzung Vor etlichen Jahren hat sich in Lyon eine Aktien- sich zu organisiren, zu belehren. Die Maßregel konnte der Pläne Englands. Die Russen haben sich aber offenbar gesellschaft gebildet, welche den Zweck verfolgte, gute und außerdem sofort durchgeführt werden, es wären nicht Jahr zu spät aufgemacht. Der Endpunkt ihrer zentralasiatischen billige Arbeiterwohnungen zu bauen. Mit einem Kapital zehnte mit dem Bau neuer Wohnungen vergangen, sie Eisenbahn, Samarkann, ist noch nahezu tausend( englische) von 200 000 Fr. wirthschaftend, stellte sie in fünf großen hätte sich über das ganze Land erstreckt und wäre auch Meilen von der Nordgrenze Thibets entfernt und der jezige Gebäudekompleren 60 Arbeiterwohnungen zum Miethpreise der ärmften Gemeinde möglich gewesen. Die Kollektivisten Handstreich der Engländer wird jedenfalls die Machtsphäre" von 96-288 Fr. pro Jahr her. Jede Wohnung ist forderten außerdem eine hohe Besteuerung aller leer- der beiden Reiche so gestalten, daß ihre Grenze nicht der hell, geräumig, ziemlich komfortabel, ganz für sich abge- stehenden Wohnungen um dadurch die Hausbesitzer zum Himalaja, sondern die tartarische Wüste ist. Mit. der Okkupation des Berglandes von Thibet schlossen, sie ist auf alle Fälle besser als die übrigen Vermiethen gegen mäßigen Zins zu zwingen. Um einem Wohnungen der Stadt, welche der Arbeiter erschwingen Sinken der Löhne in Folge billigerer Wohnungen zu be- haben die Briten eine mächtige Position zur Deckung ihres Sie werden wahrscheinlich fann und um 25 bis 30 pt. billiger als dieselben. Das gegnen, wiesen sie auf die Nothwendigkeit eines Mini- indischen Reiches gewonnen. nicht säumen, gute Verbindungswege herzustellen und eine Kapital der Gesellschaft darf sich gleichfalls nicht höher mal- Lohnes hin. als 4 pбt. verzinsen, die Miether entrichten ihren Zins Natürlich hat weder der Staat noch die Kommune Himalaja- Bahn dürfte eines der nächsten Wunderwerke mit großer Pünktlichkeit. Das Unternehmen hatte solchen den Finger gerührt, der Wohnungsnoth ein Ende zu der Technik werden. Vor allem aber, und was die Hauptsache, erhält die Erfolg, daß sich die Gesellschaft nach kurzer Zeit mit machen, und die Bewegung ist wieder eingeschlafen. Die 1 Million Kapital neu konstituirte, die Zahl ihrer Unter- Frage der Arbeiterwohnungen muß jedoch früher oder britische Industrie ein Monopol zur Ausbeutung nehmungen bedeutend vergrößerte und sich jetzt zum dritten später wieder auf die Oberfläche des öffentlichen Lebens von sechs Millionen Menschen, die sich bisher der Male, mit 2 Millionen Kapital zu organisiren gedenkt. geschleudert werden, da keins der Mißverhältnisse ver Gemeinheit schuldig machten, ohne Manchester Kattune, Die Manchesterökonomen weinen Thränen reinster schwunden ist, dieselben umgekehrt schärfer und empfind- Sheffielder Messer und Birminghamer Stahlfedern auszukommen; die ihre Gößenbilder mit großer Mühe und Freude, daß Kapitalisten so edelmüthig sind, sich mit 4 pCt. licher hervortreten. Die Gemeinde, von welcher die Mehrzahl der höchst unrationell durch eigene Handarbeit herstellten, Profit zu begnügen, ein Edelmuth, der nebenbei gesagt doch noch recht profitabel ist, um so mehr, da Kapital Franzosen Alles hofft, wird sich meist zu schwach erweisen, während sie dieselben doch aus England zu Fabrikpreisen und Zins ungewöhnlich sicher steht, gewiß kein kleiner Vor- als daß sie die Wohnungsfrage für das Proletariat lösen haben konnten. Mit dem Einzug der Zivilisation, in theil bei der heutigen Wirthschaft mit ihren Krisen. Der fönnte. Der Staat muß hier unbedingt eingreifen, sei Gestalt von Hinterladern und Gatling- Kanonen wird das Economiste français" beeilt sich auch, den Lobpreisungen es durch eine Tare, sei es durch Errichtung von Arbeiter- alles anders und besser werden. Glückliche Thibetaner, auf die philantropische Seite des Unternehmens hinzuzu- häusern. Der Staat als Eigenthümer derselben kann keinen ihr werdet bald erfahren, was Untergang des Kleinbetriebes, fügen, daß die Lyoner Arbeiterhäuser noch eine andere so unmittelbar knechtenden Einfluß auf seine Miether aus- Ueberproduktion" und Uebervölkerung heißt! Tragweite haben; fie beweisen durch Ziffern, daß der üben wie die Kommune, welche dem Individuum näher Bau von Arbeiterwohnungen eine gute finanzielle steht, mit ihm durch mehr Fäden verbunden ist, als wie Spekulation iſt, bei welcher Jeder seine Rechnung findet, der Staat. sowohl der Arbeiter, für welche der niedrigere Miethzins einer Lohnerhöhung gleichkommt(?), wie die Kapita listen, welche einer absolut sicheren Anlage ihres Kapitals, sowie einer relativ hohen Rente versichert sind." Wie man sieht, die Philantropie ist für die Bourgeoisie eine schöne Sache, doppelt schön wenn sie eine sichere Anlage des Kapitals und verhältnißmäßig hohe Zinsen garantirt. vertritt. 11 Politische Nachrichten. Selbstverständlich bleibt auch hier Beeinflussung und Mißbrauch nicht ausgeschlossen, so lange der Staat die Die deutsche Tongkingfrage soll also wirklich den Klassen herrschaft der Bourgeoisie und deren Interesse Reichstag beschäftigen. Eine Mittheilung in der Berliner Börsen- 3tg." von angeblich wohl unterrichteter Seite Der Klassenstaat wird sich überhaupt nicht eher zu fündigt eine außergewöhnlich frühe Einberufung des Reichseiner durchgreifenden Regelung der Wohnungsfrage ent- tags aus Anlaß der oftafrikanischen Wirren an. Der scheiden, bis er zu derselben gezwungen wird. Reichskanzler werde vom Reichstage die Mittel zu einer Voll und ganz, ohne jeden Nachtheil für die ökono- großen maritimen Aktion zur Niederwerfung des Aufstandes Die französischen Sozialisten haben besonders im mische und politische Unabhängigkeit der Arbeiter, kann gegen die dortigen Besitzungen Deutscher fordern. Als Beweggrund für diese Aktion wird in der Darstellung des Anfang der achtziger Jahre die Wohnungsfrage benutzt, nur der demokratische Staat die Wohnungsfrage lösen. Last not least ist unbedingt nöthig, daß jeder Börsenblattes, wie auch in andern aus derselben Quelle um eine starke Agitation unter die Masse zu werfen. Die Wohnungspreise hatten damals gerade eine besonders be- Regelung der Wohnungsverhältnisse die gefeßliche Fest- fließenden Zeitungsartikeln der„ Kampf des Kreuzes gegen trächtliche Steigerung erfahren, und die Zeiten waren hart. stellung eines Normallohnes vorausgeht refp. dieselbe be- den Halbmond" bezeichnet. Natürlich könnte dies ziel Die Possibilisten verlangten, die Stadt Paris gleitet, da anderenfalls jede Verbesserung der Wohnver- nicht mit einer erfolgreichen Flottenaktion an der Küste 45 Millionen resp. hältnisse, ebenso wie jede Verbesserung der Arbeitsbedin- allein erreicht werden. Um das„ Kreuz" zum Siege über solle einen Budgetüberschuß von 20 Millionen zum Bau guter und wohlfeiler Arbeiter: gungen überhaupt durch ein Sinken der Löhne zu nichte den„ Halbmond" in jenen Gebieten zu führen, müßte ein wohnungen verwenden. Der Vorschlag hört sich gut an, ist aber im Grunde so kleinbürgerlich wie die meisten von der Fraktion erhobenen Forderungen. Mit 45 Millionen hätte die Stadt ungefähr 22 500 Arbeiterhäuser( à 2000 Fr.) Herstellen können, die Maßregel hätte der halben Million Proletarier gegenüber dem Tropfen im Meere geglichen. gemacht wird. planmäßiger Kriegszug in das Innere Zentralafrikas folgen, was in den Organen der Kolonialpresse auch bereits als die Aufgabe der in erweitertem Umfange auszuführenden ,, Emin- Pascha- Expedition" offen bezeichnet wird. Der ,, Hann. Cour." eignet sich unter diesem Gesichtspunkte bereits den Vorschlag des Herrn Rohlfs an, gediente deutsche Soldaten auf dem Zuge nach Wadelai mitzunehmen, welche die unausbleiblichen Kämpfe dort zu bestehen haben würden!- Jedenfalls stehen dem deutschen Die Theilung der Erde. Zur kapitalistischen Kolonialpolitik. Während sich für die Deutschen in Ostafrika eine Art Die Kommune oder deren Verwaltung und Vertretung Tongfingfrage zu entwickeln scheint, schickt sich England wäre außerdem in die Fußtapfen der philantropischen an, Thibet in britische Abhängigkeit zu bringen. Die Veranlassung zu dem thibetanischen Feldzug war Fabrikanten getreten, denn troß alles Radikalismus wäre auch hier das Klasseninteresse zum Durchbruch gekommen. ziemlich nebensächlich, mag aber hier kurz erwähnt werden. Volke große Opfer an Gut und Blut bevor, um den Zwischen dem britischen Reiche in Ostindien und Mitgliedern der Deutsch- Ostafrikanischen Gesellschaft und Die fommunalen Arbeiterwohnungen hätten sich in ein Mittel verkehrt, das Pariser Proletariat in ökonomischer Thibet liegt das Land Siffim. Es ist nur 1650 Quadrat- der hinter ihr stehenden, nach neuen Ausbeutungsfeldern und politischer Knechtschaft zu halten, dem Nepotismus, meilen groß und seine Einwohnerzahl beträgt nur 7000. gierenden Großbourgeoisie die Kastanien aus dem Feuer der Günstlingswirthschaft wäre Thür und Thor geöffnet Aber durch dieses Land führt die beste Straße nach Thibet. zu holen. Und diese Jagd nach dem Golde wagt sich gewesen. Die Vergebung der Wohnungen wäre zur Im Jahre 1814 bereits zwangen die Engländer den Rajah auch noch, in ein halbreligiöses Gewand zu hüllen und fouranten Münze geworden, Wahlstimmen zu kaufen, Oppo- dieses Ländchens, ihnen unterthan zu werden; sie wurden von einer Kulturmission gegen den Islam zu sprechen! fition zum Schweigen zu bringen, die Großindustriellen, aber immer unverschämter und als die Engländer im Die belgische Regierung richtet ihr hauptsächliches welche im Stadtrath ſizen oder daselbst Einfluß üben, Jahre 1884 Miene machten, sich den Durchgang durch hätten die Arbeiter zu den schrecklichsten Hungerlöhnen ge- das Land nach Thibet zu erzwingen, rief der Fürst die Bestreben darauf, ausländische Sozialisten aus dem Thibetaner an, welche das Land besetzten und damit dem Lande fernzuhalten. Der Pariser Gemeinderath Chauvière, zwungen. Redakteur des„ Eri du Peuple", wurde z. B. in Jumet, Die kommunalen Wohnungen waren natürlich für Einfluß Englands ein Ende machten. Das war selbstverständlich ein genügender Grund für wo er einen Vortrag halten wollte, verhaftet und nach außerhalb oder den äußeren Kreis von Paris berechnet, die weiten Strecken zwischen Wohnung und Arbeitsplatz die Briten, um das Land mit Krieg zu überziehen. Im Frankreich zurückgeschafft. 800 Arbeiter wollten die Verhätten den Proletarier gezwungen, Mittags außer dem letzten Winter wurde eine Expedition unter dem Obersten Haftung verhindern, wurden aber von reitenden Gensdarmen Dem holländischen Sozialistenführer Hause zu essen, für Kommen und Gehen Eiſenbahn, Tram- Graham ausgerüstet; die Thibetaner wurden geschlagen zurückgetrieben. way, Omnibus zu benüßen, lauter Nebenumstände, welche oder flohen vor dem Anmarsch des Feindes. Den Sommer und Abgeordneten Domela Nieuwenhuis, welcher die Erdie Vortheile der vorgeschlagenen Maßregel in Frage über ruhten die Operationen. Neulich aber nahmen die laubniß, sich in Brüssel aufzuhalten, nachsuchte, wurde ſtellten. Die billigeren munizipalen Wohnungen, welche Thibetaner Stellung am Jalapla- Paß zur Vertheidigung zwar die Durchreise, aber nicht der Aufenthalt in Belgien nach Auffassung der Poſſibilisten ein allgemeines Sinken ihres eigenen Landes. Auch hier wurden sie geschlagen. Die Engländer rücken nun in ein beinahe unbekanntes der Miethzinse bewirken sollten,( was nebenbei noch sehr gestattet. Thibet umfaßt beiläufig ein Gebiet von Vor dreizehn Jahren gab es in den Vereinigten fraglich gewesen wäre angesichts ihrer geringen Zahl) Land ein. wären zu allevem unausbleiblich von einem allgemeinen 651 000 Quadratmeilen und soll an sechs Millionen Staaten nur zwei Wochenblätter sozialistischer Tendenz, " 1 der New- Yorker Sozialdemokrat" und der„ Chikagoer die hier geboren sind, hier ihre Kriegsdienste geleistet haben, des Abgeordnetenhauses gewesen. Der Grund des AusVorbote". Beide Blätter zusammen hatten nicht viel mehr über die Grenze müssen, wenn die eigenen deutschen Lands- scheidens liegt nach der Freis. 3tg." klar zu Tage. Es als 5000 Abonnenten. Heute weisen acht sozialistische leute, weil sie etwas mehr Lohn von ihren Innungsmeistern ist derselbe Grund, welcher auf nationalliberaler Seite im Tageszeitungen und ebensoviele Wochenzeitungen einen verlangten, von Frau und Kind getrieben werden, da Jahre 1883 den Rücktritt Bennigsen's und schon vorher Abonnentenstand von weit über fünfzig Tausend Anhänger rührt unsere bürgerliche Presse keine Feder deswegen. Und den Rücktritt Miquel's veranlaßte. Jezt sind Bennigsen auf. Vor dreizehn Jahren betrug die Gesammtzahl der jetzt mit einem Male der Lärm? und Miquel wieder gekommen, Rauchhaupt und Minnigerode aber entfernen sich. Es ist ein Wechsel wie bei den organisirten Arbeiter, nach den genauesten Informationen, etwa eine halbe Million, jetzt beträgt sie das Doppelte. Im Lande der Barbarei und Wildheit", wie es die Wettermännchen. Mit Herrn v. Rauchhaupt ist nun der Nordd. Allg. 3tg." neuerdings zu bezeichnen pflegt, in letzte Landrath aus der konservativen Partei des AbgeDie„ radikale" Regierung Frankreichs hat cine Frankreich, hat man socben einen kleinen Fortschritt auf ordnetenhauses ausgeschieden, der sich mitunter noch eine Verordnung erlassen, nach welcher jeder Fremde, der sich dem Gebiete der Arbeiterschutzgesetzgebung gemacht, selbständige Anwandlung, wenn auch„, in gemäßigten Somit in Frankreich ansässig machen will, dem Bürgermeister den die ,, arbeiterfreundlichen" Parteien bei uns trotz der Formen", der Regierung gegenüber erlaubte. eine Menge Dinge mittheilen muß, die denselben eigentlich zivilisirten Zustände; in denen wir leben, noch nicht haben bleibt von den gesammten Konservativen fast nur noch nichts angehen, z. B. Nationalität, lezten Wohnort, vor durchsetzen können wegen des Widerstandes der Regierung; übrig ein Haufen von Landräthen, Regierungspräsidenten, allem aber seine„ Profession oder Existenzmittel". Dadurch die Berichte der Fabrikinspektoren erscheinen, wie wir der Staatsanwälten und bedeutungslosen Leuten, die im Ge= soll der„ Lump, der gar Nichts hat", gehindert werden, neuesten Nummer des Journal Officiel" entnehmen, dort folge derselben gewählt worden sind. sich in Frankreich niet erzulassen. Das Gesch ist ein von jetzt ab im Original, während wir fort und fort reaktionäres, wenn es auch, wie es scheint, zum Theil auf mit einem farblosen Auszuge aus den amtlichen Referaten Majestätsbeleidigungsprozeß in Berlin. Wegen Ueberdie Sympathie der indifferenten französischen Arbeiter der wichtigen Beamten abgespeist werden. Die in einer flebens der Thronrede mit rothen Zetteln standen nachträglich noch rechnet, welche der Hungerkonkurrenz der Italiener sich auf Uebersicht berichtende Kommission fordert außerdem eine am Montag vor der Strafkammer des Landgerichts I die Tischler Paul Meyer und Hans Buck, sowie die Arbeiter Buske, Jänicke, diese Weise erwehren wollen. Unsere Parteigenossen in Zentralisation des Instituts unter einem Generalinspektor, Rabe, Hoffmann und Braun. Wie in der früheren Verhandlung, Frankreich haben wiederholt erklärt, daß sie gegen jede sowie eine Vermehrung der Inspektoren überhaupt, deren sprach auch dieser Gerichtshof die Angeklagten wegen Majestäts= Beschränkung der Einwanderung sind und daß ein an- Zahl unzureichend sei- lauter auch bei uns sehr noth- beleidigung frei und erachtete sie nur sämmtlich der gelinderen Verständiger Minimallohn, unter welchem zu arbeiten verboten wendige Dinge, die aber ein deutscher Aufsichtsbeamter gehen für schuldig. Es wurden verurtheilt: Meyer, Buck, Buske und Jänicke zu je 2 Monaten, Rabe, Hoffmann und Braun zu wäre, zum Schuße der französischen Arbeiter ausreichen schwerlich aussprechen dürfte. je 6 Wochen( nicht Monaten, wie ein Bericht meldete) Gefängniß. würde. Freilich davon will die„ radikale" Regierung Sämmtlichen Angeklagten wurde je 1 Monat für die erlittene nichts wissen, denn dieser Schuß würde aus den Taschen Untersuchungshaft angerechnet Jules Guesde, der eminente französische Sozialist, ihrer Auftraggeber, der Unternehmer, gezahlt werden müssen. hatte sich einer äußerst schmerzhaften Operation unterNatürlich erhebt die gesinnungstüchtige deutsche Presse werfen müssen, die aber glücklich verlaufen ist, sodaß der bei dieser Gelegenheit ein großes Halloh über die, ihre tapfere und fachkundige Vorkämpfer der Arbeitersache sehr alte Gastfreundlichkeit verrathenden Franzosen. Die sehr bald wieder seinen Freunden und Gesinnungsgenossen ehrenwerthen deutschen Chauvinisten sollten aber vor allen zurückgegeben sein wird. Dingen an die eigene Brust schlagen. Ein großer Theil selbst der bürgerlichen Presse Frankreichs erhebt gegen Nunmehr hat auch der konservative Abg. v. Rauchdieses Dekret seine Stimme. Ist das nicht ein Zeichen haupt die Wiederannahme eines Mandats für das Abgroßer Verkommenheit" dieser Kreise? Wenn in Deutsch- geordnetenhaus abgelehnt, nachdem schon vorher der Abg. land ausgewiesen wird, so daß Gensdarme selbst kleine v. Minnigerode den Verzicht auf die Erneuerung seines Mädchen unter den Betten vorholen und über die Grenze Mandats ausgesprochen hat. Rauchhaupt war seit 1877, spediren, wenn langjährig im Lande angesessene Personen, Herr v. Minnigerode seit 1878 ununterbrochen Mitglied Danksagung. Für die so überaus großen Ehrenbezeugungen, welche von den Arbeitern Deutschlands bei der Beerdigung unserem heißgeliebten Gatten und Vater erwiesen worden sind, sagen ihren herzlichsten Dant die tiefbetrübten Hinterbliebenen Familie Kräcker. Sagan. Allen meinen Freunden sage ich bei meinem Scheiden ein herzliches Lebewohl! Bruno Leopold, Liegnių. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtleru.Bronceure( E.H.60.) E. Kuntze, Skalitzerstr. 18.( 3um luftigen Stiefel) empfiehlt seinen reichhaltigen und kräftigen Frühstück- u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch nach Auswahl zu soliden Preisen. Restaurant Herm. Liewald, Mariannenstrasse 46, empfiehlt seinen großen Mittagtisch nach Aus: wahl mit Bier 45 Pfg. Abendtisch nach Auswahl zu mäßigen Preisen, sowie vorzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. Ein Vereinszimmer mit Pianino, 50 Personen fassend, ist zu vergeben. 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Beim ersteren wurden mit Beschlag be= legt: 2 Quittungen vom Generalfonds der Maurer Berlins und 14 Liſten desgl., 6 Ceterum censeo, 2 Vorwärts. Bei Legterem verlief die Haussuchung resultatlos. Bei den Haussuchungen waren 6 Kriminalbeamte beschäftigt. Große öffentliche Voiks- Versammlung. Dienstag, den 16. Oktober, Abends 8 Uhr, in der Tonhalle, Friedrichstrasse 112. Referent: Herr Max Schippel. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Einberufer. OWeissbier O( Null Weisse 25 Pfennige die grosse Weisse. Gustav Klähne, Grimmstrasse 35. Versand bis Amerika. Gold- und Silberwaaren zu Fabrikpreisen. Grosse Auswahl goldener Ketten, Armbänder, Kreuze, Medaillons, Broches und Ohrringe, sowie in Golddoublé und Silber. Spezialität: Fabrik massiver Ringe, Lager in goldenen Damen- Uhren, Korallen, Granaten und Silbersachen. Korallenschnüre in den schönsten Farben und grosser Auswahl bei billigster Preisberechnung. Trauringe à Ducaten 11 Mk. Eigene Werkstatt für Neuarbeiten und Reparaturen. Aug. 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Der Vorstand. bon Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Die von Mitgliedern des Fachvereins gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt sich einem geehrten Publikum zur Anfertigung von Herren- Garderoben jeder Art. Reichliche Auswahl in- und ausländischer Stoffe. Reelle Bedienung, guten Siz, solide Preise garantirt der Vorstand. Gleichzeitig machen wir auf unser reichhaltiges Lager: Frühjahr- und Sommerpaletots, aufmerksam. Um zu räumen herabgesetzte Preise! Fachverein der Tischler. Sonnabend, d. 13. Oktober, findet ein Vereinskränzchen in Heidrich's Festsälen, Beuthstr. 20, statt. Billets hierzu werden auf allen Zahlstellen, sowie bei folgenden Herren ausgegeben: Apelt, Sebastianstr. 27-28,( Möbelhandlung); Wiede= mann, Forsterstr. 50, 3 Tr.; Schulz, Brizerstr. 42, 4 Tr.; Glocke, Eisenbahnstr. 32, 2 Tr.; Noack, Stalizerstr. 24, 4 Tr.; Postel, Manteuffelstr. 22, 3 Tr.; Merkel, Mittenwalderstr. 13, Hof 4 Tr.; Witte, Möckernstraße 95, 3 Tr.; Millarg, Lehrter= straße 22, 2 Tr.; Bruns, Reichenbergerstr. 105, 1 Tr.; Bielstein, Gartenstr. 3a, 4 Tr. Chei Biedermann); Haberland, Reichenbergerstr. 161, v. 2 Tr.; Engeler, Gitschinerstr. 32, v. 2 Tr. bei Fr. Schmidt; Müller, Hollmannstr. 23, H. I. II.; Normann, Stegligerstr. 3, H. p.; Hannemann, Kleine Andreasstr. 14, 3 Tr., b. Sachse. Der Vorstand. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Die nächste Versammlung findet am Freitag, den 19. Oktober, Abends 7/2 Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72, statt. Der Vorstand. Freie Vereinigung n. Fachgenossen der Vergolder. Versammlung am Montag, d. 15. d. M., Abends 8½ Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. Mitglieder werden aufgenommen. Mitglieder- Versammlung der Zentral- Kranken- und Sterbekasse( E. H.) der Töpfer am Sonntag, 21. Oftober, Vormittags 10% Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dir. M. Canig über Rheumatismus und seine naturgemäße Behandlung. 2. Kassenbericht des 3. Quartal. 3. Verschiedene Kaffen- Angelegenheiten. Carl Habant, Bevollmächtigter, Sesselstr. 20. Der Arbeitsnachweis für Schlosser und Berufsgenossen befindet sich im Lokal des Herrn Sodtke, Ritterstraße 123. Kontrolle Abends 8-10 Uhr, Sonntags von 9-11 Uhr Vormittags. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mit glieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Die Arbeitsvermittelungs- Kommiffion. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Drud und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. № 41. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribüne". Brodlos. Ein armes Mädchen bin ich nur, Hab' Niemand auf der weiten Welt, Der nach mir fragt und der mich liebt, Der meines Lebens Nacht erhellt. In Blüthen schwimmt das reiche Thal, Der Frühling fuhr zum Lande ein Was soll denn mir der gold'ne Strahl? Mir lacht kein Glück, kein Sonnenschein. Einst glaubt' ich an des Himmels Huld, Der Glaube ist nun lange todt, Die Blüthe meiner Hoffnung fraß Der schwarze Wurm der Hungersnoth. An so viel Thüren klopft' ich an, Vergeblich all mein innig Flehn Um Arbeit für mein täglich Brod, Und Jeder läßt mich weitergeh'n. Kein Einziger mir mag vertraun, Kein Einziger mich mag verstehn Und will ja doch von früh bis spät Auf Arbeit, nichts wie Arbeit seh'n! Ich bin geschickt, ich bin gescheut, Und ehrlich war von je mein Sinn, Du lieber Gott, hab' ich denn Schuld, Daß ich so bleich und schwächlich bin? Noch Tausend leiden große Noth, Die Welt ist für ihr Elend blind, Und Niemand ahnt, wie tief der Groll In ihrem Herzen weiterspinnt. Und Niemand sieht, wie's dunkler wird, Bis daß einmal der Donner kracht, Und Euch das Feuer jäh verzehrt, Euch, die Jhr's selber angefacht. Carl Henckell. Eine Dorfgeschichte Soziales Bild aus Rußland. von G. Gorbunoff. Frau Sonnabend, den 13. Oktober 1888. II. Jahrgang. Sonne in dieselbe hineinschien. Ein Pferd schaffte sich Als er Soldat war, ist er so weit herumgekrochen in Sergei auch an, um die fertiggearbeitete Waare nach seinem Vaterlande, in Bulgarien, in der Türkei und überall Moskau zu bringen, und kaufte auch einige Schafe. Da hat er gefunden, daß die Leute schlecht leben. Ueberall er im Dorfe nicht als Gemeindemitglied aufgenommen, hat er immer nur das Eine gesehen, daß es den Leuten so hatte er auch kein Ackerland zugetheilt bekommen; zu eng ist, daß sie uneinig sind, daß sie darnach streben, seinen Landantheil im Heimathsdorfe hatte er dem Bruder ihr Glück, ihren Wohlstand auf Kosten anderer Leute zu überlassen. begründen. Anna Michailofna, Sergei's Frau, war von kleiner Daß dies wirklich so ist, hat er an sich selbst von unansehnlicher Gestalt, gutmüthig und völlig charakterlos. Kindheit auf erfahren. In seinem Gedächtnisse tauchen Sie war in fortwährender Bewegung, lief immer geschäftig dunkel halbvergessene Erinnerungen auf... Er war noch hin und her und doch kam dabei sehr wenig heraus. Vom ein kleiner, kleiner Knabe und lebte zu Hause bei Vater frühen Morgen bis späten Abend wirthschaftete sie im und Mutter und Großvater im Dorfe. Zuweilen besuchte Hause herum und wurde dabei kaum mit dem Besorgen sie eine Tante, ein schönes, gepußtes, junges Mädchen, des einfachen Hausstandes fertig, so daß sie nicht im viel schöner und stattlicher als seine Mutter. Sie lebte Stande war, ihrem Manne bei seiner Arbeit dem von klein auf im Hause der Gutsherrschaft, in ihrem Weben der Fransen oder beim Knüpfen derselben zu Dienste. Einst kommt sie zu den Eltern ganz verweint; helfen. Ihr Geld gab sie ihm auch nicht für den Betrieb, im Hause entsteht ein heftiges Gerede, alle sprechen durchsondern verwahrte dasselbe sorgfältig in ihrem Kasten. einander, jammernd und weinend.. Nur eines hört So kam es denn, daß Sergei Ivanitsch, sobald er man heraus, eines, das sich immer wiederholt: man besich einigermaßen in seinem neuen Hause eingerichtet hatte, fiehlt, sie solle heirathen und zwar den allerärmsten, dort einen zweiten Webestuhl aufstellte und einen jungen verkommensten Bauer im Dorfe, einen Trunkenbold, Burschen aus einem andern Dorfe zum Arbeiter annahm. Wittwer... Die Worte, man befiehlt, man verlangt, Der junge Bursche fühlte sich bald recht heimisch in den werden auf alle mögliche Art und Weise wiederholt. neuen Verhältnissen und wurde ganz als Familienmitglied Was befiehlt? was verlangt man? Sergei versteht nichts, angesehen. Im Sommer pflegte er nach Hause zu gehen, nur eines sieht er, diese Worte haben großes Unheil verum an den Feldarbeiten theilzunehmen, und im Herbst, ursacht. Als die Tante in der Kirche getraut wurde, waren dieselben beendet, kam er jedes Mal wieder zu hörten fie ausrufen: ,, ich will nicht!" Er sah, wie in der Sergei Jvanitsch zurück. Hochgewachsen und stattlich, war Kirche eine große Bewegung entstand... es war, als er immer guten Muthes und sang oder pfiff etwas vor ob die Leute sich näher zu dem Brautpaar herandrängten sich hin. Die kleine Sascha, die Tochter von Anna doch der Priester seßte ruhig die kirchliche Handlung Michailofna, schien auf ihn einen ganz eigenthümlichen fort, als ob dieser Ausruf gar nicht stattgefunden. Am Zauber auszuüben. Ihm erschien das kleine Mädchen als andern Tage hatte man die Tante todt aus dem Flusse ein so zartes, zerbrechliches Wesen, daß man nicht anders, gezogen. . ich nicht. • als mit der größten Vorsicht sich ihr nähern dürfe. Wenn Seit dieser Zeit hatten sich die Worte: man befiehlt, er sie betrachtete, ihren Bewegungen folgte, so leuchtete man verlangt, ich will nicht, dem Gedächtnisse des Knaben aus seinen Augen eine tiefe Bewunderung und eine ganz fest eingeprägt und oft erzeugten sie in ihm eine unbeeigene Innigkeit. stimmte Erregung und Beklemmung Das Kind war auch in der That ein holdes, liebliches Wesen. Die großen, dunkeln Augen blickten so eigen- all ertönten die Worte: Freiheit! Freiheit! Man hat Da kam die Zeit der Bauernemanzipation. ileberthümlich sinnend; ihre Bewegungen waren meist langsam, uns die Freiheit gegeben. Jetzt sind wir frei!... Und doch so weich, geschmeidig und graziös, daß sie an ein junges, hübsches Käßchen erinnerten. Bald setzte sie sich unwillkürlich und ohne klares Verständniß wiederholte der Knabe: wir sind frei! Am äußersten Ende des kleinen Dorfes Klimoffa stand zu Sergei Ivanitsch, bald zu Nikolai, dem Arbeiter, sab Knabe: wir sind frei! Folglich, grübelte er weiter, kann einsam ein neues Häuschen. Keine Scheuer, kein Stall, den flinken Bewegungen ihrer Hände zu und horchte auf- man uns jeßt nicht mehr befehlen, nichts voll und keine Nebengebäude gehörten dazu; nur an ber hinteren merksam ihrem unzusammenhängenden Gespräche zu; bald verlangen; folglich thue ich dies oder jenes und wann ich Seite konnte man eine kleine Umzäunung mit einem Vor- erzählte sie ihnen selbst Märchen, die sie von der Groß- will; will ich, so heirathe ich; will ich nicht, so heirathe Jm Dorfe gab es dazumal keine Schule. Zum Dorfdache bemerken, welche dem einzigen Pferde und einigen mutter gehört und änderte dieselben nach ihrem eigenen Schafen des Besizers Schutz gegen Kälte und Unwetter Geschmack ab; bald verlangte fie, Nikolai solle fingen, Sohn, welcher eben das geistliche boten. Auf dem Hofe waren weder Pflug noch Egge, prägte ihrem Gedächtnisse die Lieder ein und stellte ihm Seminar absolvirt, zurückgekehrt. Da einstweilen keine noch irgend welche landwirthschaftlichen Geräthe zu sehen; Fragen, auf die er nicht zu antworten verstand; bald Stelle als Dorfgeistlicher frei war, und der Sohn beim Stelle als Dorfgeistlicher frei war, und der Sohn beim aus Allem eben war es ersichtlich, daß der Bewohner des wollte fie, daß Sergei Ivanitsch ihr etwas erzählen solle Bater blieb, so machte letterer den Bauern den Vorschlag, doch verstand dieser nicht, irgend etwas im Zuſammen- ihre Kinder zu seinem Sohne in die Schule zu schicken, Häuschen keinen Ackerbau betrieb, daß er kein rechter hange zu erzählen. Ganze Stunden lang konnte Sascha Bauer war. Sergei Ivanitsch, der Befißer des Häuschens, war in der Sonne fißen, mit halbgeschlossenen Augen den er würde nur wenig von ihnen nehmen. Ilja wurde zum aus einem andern Dorfe, das einige Werft von Klimoffa Himmel betrachten oder in die Ferne schauen, bald sich Geistlichen in die Schule geschickt; man faufte ihm ein zusammenkauern, oder langsam die Glieder dehnen. Oft Buch mit Bildern. Sergei bekam auch Lust zum Lernen, doch sagte der Vater kurzweg:„ Du, Sergei, mußt ja entfernt war, gebürtig. Sein Bruder Ilja war schon seit zwölf Jahren setzte sie sich in den Wintertagen an's Fenſter, und suchte unter die Soldaten(!), Du hast das Lesen gar nicht nöthig. aufselbständiger Hauswirth und hatte in seinem Hause durch ihren Hauch das mit Eisblumen verzierte Glas auf unter die Soldaten(!), Du hast das Lesen gar nicht nöthig. vier Webestühle stehen, auf denen Fransen gefertigt uthauen, sah zu wie endlich ihr warmer Athem das Eis Solltest Du es brauchen, so wird man Dir schon dort das wurden. die Schule zu schicken, er will ja gar nicht unter die Sergei, als jüngerer Bruder, hatte seinerzeit schmelzen macht, sich ein freier runder Fleck bildet, derselbe beibringen." Sergei bittet dringend den Vater, ihn in unter die Soldaten gehen müssen. Als er seine Zeit ab- immer größer und größer wird und sie endlich ins Frete Soldaten gehen, worauf ihm der Vater antwortete: Ach, gedient hatte, ganze sechs Jahre, war er in seine Heimath schauen kann... Und immer scheint sie in Gedanken was!" man wird Dich ja gar nicht darnach fragen, ob ... zurückgekehrt und hatte an dem Betriebe seines Bruders versunken, immer sinnt und sinnt sie... Was mögen oder. nicht. Es heißt: Du mußt gehen, Du Theil genommen. Aber Ilja war die Anwesenheit seines denn das nur für Gedanken sein, die in diesem kleinen sollst gehen, so wird es verlangt, so lautet der Befehl dummen Kindskopfe entstehen? Aller Wahrscheinlichkeit nach hätte das kleine Mädchen und Du gehst." Und wieder tauchen in der Erinnerung des Knaben keine Antwort auf diese Frage geben können; doch es kam auf, und die Zeit, und diese Gedanken nahmen unter dem Einflusse die Worte: man befiehlt, man verlangt anderer Eindrücke eine bestimmtere Form und Gestalt an. wieder erwecken sie in ihm einen unbestimmten Schmerz, Und so gestaltete sich das Leben dieser neugebildeten und eine Menge Fragen, die seinen Geist bedrücken, und doch Familie im neuen Häuschen augenscheinlich ganz alltäglich, auf die Niemand ihm Antwort giebt. voll Müh' und Arbeit wie es in jener Gegend allen Also war die Freiheit, die man ihnen gegeben, keine hat er ja auch Rechte auf einen Antheil des Besizes. Bauern eigenthümlich. Doch in der Wirklichkeit war es rechte Freiheit, keine solche, wo es keinen Zwang giebt. Freilich erhob er einstweilen keine Ansprüche auf diese nicht so. Jeder lebte hin für sich selbst, sein eigenes Und je mehr ihm solche Gedanken kamen, desto mehr Rechte, macht sie nicht geltend und doch ist es einiger geben. Lust bekommt er zum lernen. Nach und nach lernte er maßen unmöglich, diese Rechte nicht in Betracht zu ziehen. Sergei Ivanitsch arbeitete an seinem Webestuhle un- vom Bruder die Buchstaben, dann die Silben, darauf Eigentlich gehört ja dem Sergei die Hälfte des ganzen ermüdlich. Seine blonden Haare mit einem röthlichen, ganze Sätze lesen doch das Buch, welches sein Bruder Besißthums. goldigen Schimmer kräuseln sich um seine Stirne, seine hatte, gefiel ihm nicht, es war langweilig, ein anderes Die Hälfte? Nun was dies anbelangt so bekommt er die Hälfte nun und nimmermehr... Wozu auch? dunkelblauen Augen schauen finnend über die Arbeit hin- war nicht aufzubringen und so ließ sein Eifer bald nach. Es vergehen viele Jahre. Still und ernst, und Er hat ja gar nicht so viel nöthig! er steht ja ganz allein weg in die Ferne, während das Schiffchen ohne Rast und da! Auch würde Sergei selbst nie seine Ansprüche darauf Ruh' von einem Ende an das andere fliegt. Es iſt als immer grübelnd entwickelt sich der Knabe zum Jüngling. ob er in einer anderen, unbekannten Welt lebt... Er sieht, daß es Vieles auf der Welt giebt, dem man geltend machen, aber- etwas muß der Sergei doch er= Wenn er an die Vergangenheit, an sein Soldaten gehorchen und sich unterwerfen muß. Die Gemeindehalten. so sind das keine Erinnerungen an irgend versammlung( mirskoi Shod)," der Gemeindeälteste, der Da verfiel Ilja auf einen Ausweg-er beschloß, leben denkt, alle verlangen strengen seinen Bruder nach auswärts zu verheirathen und ihm welche beſtimmte Vorgänge, sondern eher gewisse Empfindungen, Starosta, die Vorgesetzten einen Theil des väterlichen Erbes zu geben. Bald fand Gefühle, unbeſtimmte Vorstellungen... Bald ziehen an Gehorsam. Seiner Ansicht nach haben die Gemeindeer auch für den Bruder eine passende Braut, eine junge ihm Erinnerungen an seinen Aufenthalt in San Stefano versammlung, der Gemeindeälteste uicht immer Recht, nicht vorüber.... einem hohen, gebirgigen Ort, von dem aus immer fassen sie einen gerechten Beschluß und doch wird Wittwe, die aus ihrer ersten Ehe ein Töchterchen von 10 Jahren und 100 Rubel im Vermögen hatte. Sie in der Ferne Schneegipfel zu sehen sind, gleich weißen ihr Ausspruch ausgeführt. Er sieht wie in Folge der lebte in einem andern Dorfe, in Klimoffa, bei ihrer alten Wölkchen! In der Sonne schimmern und blinken sie, Bitte eines Vaters, eines allgemein bekannten Trunkenboldes der Sohn desselben im Winter in ein ungeheiztes Mutter. Bald war diese Angelegenheit erledigt. Sergei gleich Edelsteinen. Einige sagen, das sei das Athosgebirge, Gebäude unter Verschluß gebracht wird, bloß weil er dem Jvanitsch wurde verheirathet, die Theilung vollzogen, und Andere behaupten das Gebirge heiße anders. Und plößlich fühlt er eine hastige Sehnsucht nach Vater sein mühsam erworbenes Geld nicht zum Vertrinken darauf zog das neuvermählte Paar in's Heimathsdorf der diesen hohen, luftigen Bergen, eine solche Sehnsucht, daß giebt. Ein anderes Mal wird ein gänzlich verarmter jungen Frau. Dort baute Sergei sich ein Häuschen, zwar klein, es ihm enge und schwül wird, und das Herz abdrückt. Bauer, der von einer ganzen Reihe Unglücksfälle heimdoch war es gut und stark; die Fenster machte er größer wäre er ein Vogel, er schwänge sich dann in die Luft gesucht ist, mit Ruthen gestraft, weil er die Steuer nicht als es eben dort zu geschehen pflegte und deshalb war es und flöge dorthin, um zu sehen, wie dort die Leute leben. bezahlen kann. Alle diese kleinen, alltäglichen Vorkomm= in der Hütte freundlich und hell, besonders wenn die Bei ihm ist immer die Hauptsache:„ wie leben die Leute?" Inisse im Leben der ländlichen Bevölkerung, welche meist Bruders läftig: er hatte ja seine eigene Familie und Kinder, Lohnarbeiter; seit lange hatte er Alles das Haus, das Land, und Alles was im Hause und Hofe war, als sein rechtmäßiges Eigenthum betrachtet und da auf einmal kehrte der Sergei zurück. Sergei nimmt jetzt in seinem Elternhause eine so eigenthümliche Stellung ein weder ist er Hauswirth, noch Arbeiter und an der heranwachsenden Jugend unbemerkt vorübergehen,| Macht vertrug sich nicht mit der überlieferten feudalen] machten auf Sergei einen tiefen Eindruck. Die Arbeiter- Wohnungsfrage Ordnung. Die Ordnung ward zu enge für das gewaltig So ist er denn zum Jüngling herangewachsen und aufstrebende Leben, das allmählich in ihr entstanden. Umstand in dem Mitte September zu Frankfurt a. M. tagenmit ihm zugleich die Tochter eines reichen Bauers gekehrte Saturne*), fraßen die neuen Kräfte der alten den deutschen Verein für öffentliche Gesundheitspflege" zur zur schmucken Jungfrau. Die beiden wissen selbst nicht, Väter auf. Verhandlung und hatte Herr Dr. Miquel, Ober- Bürgerwie es gekommen, aber eines Tages wird es ihnen ganz Das war nur ein einfacher ökonomischer( wirthschaft- meister zu Frankfurt a. M., das Referat übernommen. klar, daß sie sich herzlich lieb haben. Und von dieser licher) Prozeß, diese Umwälzung aller überlieferten Wirth- Dem Vortrage war eine laute Reklame in den poliZeit an ist es bei ihnen ausgemacht fie werden sich schaft zu völlig veränderter Gestalt. Aber es giebt keinen tischen Blättern der Herren Nationalliberalen, die in heirathen. Doch als sie es den Eltern sagen und es zu ökonomischen Prozeß, der sich nicht in der Seele des Dr. Miquel ihre Leuchte und ihren Stab verehren, vorander üblichen Freierei kommen soll- fieh, da stoßen sie Menschen abspiegelte und in einem entsprechenden geistigen gegangen, so daß man wohl glauben konnte, er würde auf Widerstand. Die Eltern des wohlhabenden Mädchens Prozeß sein Ebenbild schüfe. So schwand mit der alten die Wohnungsfrage der Armen, wenn nicht lösen, so doch wollen ihre Tochter nicht einem Bauern geben, der unter Dekonomie auch das alte Leben der Menschen und wie die um ein erhebliches Stück fördern. Es wurde von den die Soldaten muß. Lange suchen sie den Widerstand der zahllosen Vorschriften und Regeln der Produktion vor den tiefen Studien des Herrn über die Frage gesprochen und Eltern durch Bitten und Bereden zu besiegen, doch umsonst frisch aufschießenden Kräften versanken, versank auch der seine große staatsmännische und volkswirthschaftliche Er= und endlich erklärt Dunjässa dem Sergei, daß die Kreis der hergebrachten Vorstellungen vor der Anschauung leuchtung gerühmt, so daß man die Erwartungen gar nicht Eltern sie mit dem Sohne des Schenkwirthes verheirathen der Wirklichkeit. Der Schleier von Wahn und Glauben hoch genug spannen konnte. zerriß, der die lebendige Natur so lange dem Menschen Jetzt liegt die Rede des Herrn Dr. Miquel in einem verhüllt hatte, und statt der ewigen Todesstarre geheiligter ziemlich ausführlichen Berichte vor uns, und wir müssen Formeln umgab ihn die athmende Wirklichkeit. Der gestehen- wenn gleich wir, die wir Herrn Dr. Miquel Mensch war diesseitig und die Geburtsstunde der modernen und seine rednerischen Leistungen hinreichend kennen, durch Industrie war auch die Geburtsstunde der modernen Kultur. Die Reklamen über das, was zu erwarten war, nicht ge= Der Geist dieser modernen Kultur, das Ebenbild täuscht wurden so wenig die Sache Förderndes hätten Seit der Zeit sind viele, viele Jahre vergangen, und jener ökonomischen Umwälzung, enthält drei Momente, die wir doch nicht vermuthet. Die ganze Nede ist von Andoch ist die Zeit der wahrhaften Freiheit nicht gekommen. der früheren Geschichte in dieser Vereinigung und dieser fang bis Ende inhaltlos und was mehr sagen will, Auf die anderen Menschen in seiner Umgebung machen weltenweiten Ausdehnung noch alle unbekannt und darum frivol. wollen Eltern. und bald unterwarf sie sich dem Willen der Und wieder tauchen in seinem Geiste Bilder aus einer längst vergessenen Vergangenheit auf.. Die Eine ertränkt sich, weil man ihr befiehlt, die Andere unterwirft sich ruhig dem Befehle der Eltern! alle diese Begebenheiten keinen besonderen Eindruck, bei das eigentlich Charakteristische dieser neuen Epoche bilden: Die Herren nationalliberalen Hauptredner und ganz ihm aber ist es anders. Alles, was sich im Dorfe zuträgt, die in den alten Betrieben emporgekommenen und mit den besonders Herr Dr. Miquel leisten bekanntlich in der berührt ihn anders, bringt ihn auf ganz besondere Gedanken. Beschränkungen der alten Betriebsweise nicht länger ver- Thätigkeit die man, um volksthümlich zu sprechen, das Und wenn er diese Gedanken ausspricht, sie mittheilt-träglichen Kräfte wollen endlich sich selbst, sie wollen Waschen des Pelzes ohne ihn naß zu machen, so wird er ausgelacht und getadelt. So kam es, daß er von jeder Beschränkung durch einen fremden Willen be- nennt ganz Erstaunliches. Kein anderer aber, wie Alles in sich selbst verschloß. freit sein und sie wollen keinem befehlenden Zwange, Herr Dr. Miquel versteht es so gut, in einer Rede mit sondern nur noch ihrem natürlichen Triebe gehorchen. dem Vorderfaß die allergrößesten Erwartungen zu erregen Im Menschengeiste drücken sich diese Tendenzen der mate- und dann im Nachsatz alles in Frage zu stellen; jeder riellen Produktion aus als Recht der Persönlichkeit, Behauptung eine zwei bis dreifache Abschwächung folgen Freiheit und Pflicht der Natürlichkeit. zu lassen, die sie vollkommen aufhebt; tapfer Forderungen ( Fortsetzung folgt.) Die Arbeiter und die Kultur. Es braucht nicht erst gezeigt zu werden, daß die zu stellen und sie Stück bei Stück wieder zurückzunehmen, Einige sind der Ansicht, der Sozialismus wäre nichts moderne Stultur alle diese ihre Elemente nur als Forderungen bevor noch der Gegner fie verweigert hat; über unbequeme als eine Magenfrage. Gebt den Leuten zu eſſen, richtet ihnen erträgliche Wohnungen ein, sorgt für ihr Alter und aufwirft, um sie unerfüllt zu lassen. In ihrer ganzen Thatsachen mit einem Trugschluß und einer Redensart ihnen erträgliche Wohnungen ein, sorgt für ihr Alter und aller Sozialismus wird aus der Welt verschwunden sein. Entwicklung verhöhnt nur immer jede folgende Periode ohne Inhalt hinweg zu kommen. Das nennen die VerDer Sozialismus ist ihnen nichts als die Gedankenwelt jede frühere. Keine der Forderungen, die sie mit so ge- ehrer des Herrn Dr. Miquel„ staatsmännische Weisheit", wichtigem Pathos stellt, löst sie ein. Es braucht nicht erst andere weniger voreingenommene Personen aber benennen des Hungers. Anderen wieder ist der Sozialismus der letzte ab- gezeigt zu werden, welchen jämmerlichen Bankerott ihre es mit dem wenig respektvollen Ausdruck: glänzendes ſterbende Ast an dem Baume des Liberalismus, den Absichten erfahren. Wir sind ja rings umgeben von dem Blech. tollen Aberwitz der Widersprüche, in die sie sich ohne Ende Die Thatsache steht fest, daß die Arbeiter hauptsächdie Geschichte bereits gefällt hat; ein verfallender Nachlich deshalb schlecht wohnen, weil sie bessere Wohnungen Klang aus den Sturmliedern der großen Revolution. Es täglich tiefer verstrickt. Das Recht der Persönlichkeit war ihr Ruf, und nicht bezahlen können, selbst wenn sie vorhanden wären. iſt ihnen ein philoſophiſches Syſtem, das mit Nothwendig nun sind die Menschen zu Marionetten der schwankenden Man muß dabei in Betracht ziehen, daß die Miethe nur keit aus den naturrechtlichen„ Irrthümern“ der früheren Konjunktur erniedrigt. Die wirthschaftlichen Verhältnisse einen Theil des Wohnungsaufwandes darstellt. Der ankeit aus den naturrechtlichen„ Irrthümern" der früheren Philosophen sich ergiebt, das beſte Mittel, dieſe Philosophen wachsen ihnen über den Kopf und spielen Fangball mit dere Theil wird gebildet durch die Kosten der Einrichtung der Wohnung, der Reinigung und Instandhaltung der= felbst, wenn nur einmal jone, einem irregeleiteten und in's ihrem zitternden Schicksal. Maßlose gesteigerten Freiheitsgefühl entsprungenen pito- schaft der Massen eine größere. Freiheit wollte sie bringen und nie war die Knecht- felben und der Heizung und Beleuchtung. Man kann wohl als Regel behaupten: jeder Arbeiter wohnt so sophien der Revolution gänzlich überwunden sein werden. Schaft der Massen eine größere. Den Sieg der Natur schrieb sie auf ihre Fahnen. und gut, als er es bezahlen, tann. Ausnahmen, die in Diese Anschauungen haben recht, insofern sie auf hängt nun von der Lüge und Heuchelei an cherne Fesseln allen Ständen vorkommen, daß einzelne Personen aus einzelne Sozialisten zutreffen. Gewiß treibt manchen besonderem Geiz, aus Sonderlingsneigungen, aus Unvöllig ad absurdum zu führen. Es verschwindet von geschmiedet. nur die Noth und die Verzweiflung in die. Arme des So ist die moderne Kultur nur eine Kette frommer verstand sich absichtlich in zu enge und zu ungesunde Sozialismus, als der einzigen Hoffnung, daß wenigstens Wünsche und ihre Wirklichkeit ein Zerrbild ihrer Ideale. Wohnungen einschließen, sind eben Ausnahmen. Auch mag seine Kinder einmal das tägliche Brod haben und nicht aber nicht bloß, daß ihre Forderungen in der Luft schweben die Wahrheit zugegeben werden, daß Personen, die durch so gänzlich ausgeschlossen sein werden von allen Gütern und nirgends Boden fassen und Wurzeln schlagen, ihre die Noth gezwungen, seit früher Kindheit an schlechtes des Lebens wie er. Gewiß versucht auch manch' abge Forderungen gerathen nicht nur in Widerspruch mit der Wohnen gewöhnt sind, wenn sie in bessere Verhältnisse hauster Doktrinär der liberalen oder der demokratischen Wirklichkeit und verwirren sich dadurch, sie gerathen auch kommen, erst nach einem längeren Uebergang sich auch Weltbeglückung, der keine Gnade mehr findet in den Augen in Kampf und Fehde mit ihren eigenen Geschöpfen. mit der Wohnung diesen veränderten Verhältnissen anpassen des politisch„ reif" gewordenen Bürgerthums, nunmehr sein Glück bei den Arbeitern. Denn die ökonomische Entwicklung steht nicht still fönnen und noch längere Zeit die alten Gewohnheiten Aber das sind einzelne Sozialisten, es ist nicht der und, indem sie vorschreitet und sich verändert, erzeugt sie beibehalten. auch neue Abbilder im Geiste und bereichert die Kultur. Indessen die Erfahrung lehrt, daß die Anpassung an Sozialismus. Der Sozialismus ist mehr als der Aus- Das Charakteristische der modernen Technik, wie sie in den Wohlstand sich viel schneller und leichter vollzieht, als druck einer augenblicklichen Noth oder der Ausläufer einer der Großindustrie unserer Tage zur Anwendung kommt, in der Regel die Anpassung an die Noth. philosophischen und politischen Lehre. Er ist das Ergebniß ist die Zusammenwirkung so vieler in einem Raume, Die Wohnungsfrage ist also ohne Zweifel für die wissen. Wie komisch wird da mancher ausrufen von Revolution zu befürchten. Man wird diese neue Erdie Sache wird ein Ende haben! der ganzen modernen Kultur, ihr Abschluß und ihre Erneuerung, die Befreiung von ihren Lastern und die Voll- an einem Wert, zu einem Zwecke; Gemeinsamkeit der Arbeiter eine Lohnfrage, eine Einkommensfrage. Herr Dr. Miquel stellt dies in Abrede, weil man endung ihrer Errungenschaften zugleich. Arbeit, Gemeinsamkeit der Bestimmung, Gemeinsamkeit der Der Sozialismus tritt äußerlich sehr unscheinbar auf viele Tausende zeichnen sie aus. In ihr ist alles ver- theure Waaren kaufen kann, also auch mit demselben Gesetze, Gemeinsamkeit der ganzen Lebensführung für so zu verschiedenen Zeiten für gleiche Summen billige und Der Sieg des Bürgerthums, die ungehemmte Entfaltung bunden, jeder auf den Nachbar gewiesen und von seiner Lohne schlechte und gute Wohnungen miethen könne." aller wirthschaftlichen Kräfte, die Entwicklung des maschinellen Mitarbeit abhängig, und nur in der Gemeinschaft bewährt Ja, ganz gewiß! und wenn die guten Wohnungen Betriebs hat eine neue Klasse, die besiglosen Lohnarbeiter, sich die einzelne Kraft. So entsteht auch ein neues Be- so billig sind, daß der Arbeiter sie bezahlen kann, wird er das Proletariat, geschaffen. Diese neue Klasse hat ihre wußtsein, das der Vergangenheit verschlossen gewesen. fie auch nehmen. In dieser Behauptung liegt versteckt der besonderen Interessen und durch vieles sind diese In der Werkstatt des Kleinmeisters, der mit wenigen von einem anderen Gesinnungsgenossen und Kollegen Interessen verlegt. Sie verlangt ihre bessere Wahrung Gesellen an seinem eigenen Werkzeug wirkte, war der Blechschmidt den Arbeitern gemachte Vorwurf: sie wissen und ihre Hindernisse will sie aus dem Wege geräumt individualistische Troß auf die eigene Tüchtigkeit groß- gute Wohnungen nicht zu schäßen. Wir bitten die Herren doch einmal zu beweisen, daß gewachsen, die nichts braucht neben sich und auf alle Welt einer so einfachen Thatsache gleich eine weltenstürzende schlungenen Getriebe der modernen Fabriken, in dem der zurückgewiesen haben und dafür schlechte genommen, ob= verzichtet er war eine Welt für sich; in dem ver- Arbeiter gute Wohnungen in irgend wie bemerkbarer Zahl scheinung irgendwie in die alte Ordnung eingliedern und Einzelne nichts ist und aufgeht in der Schaar der Genossen, wohl die guten Wohnungen in Wiethe, Einrichtung, Beentsteht das sozialistische Gefühl. Dem aufstrebenden heizung und Beleuchtung ebenso billig kamen, auch sonst Aber man erinnere sich einen Augenblick: als das Bürgerthum war die Idee der Brüderlichkeit nur eine feine brückende Last oder große Unbequemlichkeit,( weiter durch die Entdeckung Amerikas übergeſchwemmte Gold in Die Arbeiterschaft athmet das Gefühl der Brüderlichkeit Losung des Kampfes, ein Ausdruck der Waffengenossenschaft. Weg, Gebundensein an eine Arbeitsstelle) vorhanden war. Wir behaupten, dieser Beweis ist unmöglich, diese Be= die alten Verbände der zünftigen Betriebsweise eindrang in der täglichen Arbeitsgemeinschaft ein und sie erzeugt die schuldigung der Arbeiter ist frivol. und der Aufschwung des Handels das wirthschaftliche Es ist freilich die Lohnfrage als Wohnungsfrage in Leben beflügelte, war das denn ein gewaltigerer Beginn? gegenseitige Liebe. Und doch war's der Anfang einer Umwälzung alles einen höheren Zwed, Verständniß der Nothwendigkeit Hingabe an die Gemeinschaft, Unterordnung unter zweierlei Art zu lösen. Man kann den Lohn so er= Denkens und Seins, der ganzen Stellung des alles das wird nun erſt, ſeit die Zerrissenheit und Verein- liefern, die er mit dem bisherigen Lohn bewohnen kann. höhen, daß der Arbeiter sich eine gesunde Wohnung leisten kann, oder man kann ihm billigere Wohnungen Menschen, aller gesellschaftlichen Verhältnisse. Es sah sehr einfach aus, wenn die alten Betriebe Empfindung und lebendiger Besitz der Menschheit. Die Herr Dr. Miquel mußte aber den Charakter der Wohnungssamung des handwerksmäßigen Betriebs überwunden, nicht vollzählig ihre Thätigkeit verdoppelten, wenn die Handwerksstube sich erweiterte und die Zahl der Gesellen ganze lange Geſchichte der Entdeckung dieser Gedanken frage als Lohnfrage leugnen, weil sonst sein ganzer übriger wuchs, wenn der Meister gemach aus einem aufsehenden Geistesarbeit des Jahrhunderts hat ihren Keim in der und ihrer allmählichen Entfaltung, diese ganze ungeheure Vortrag unmöglich war. Mitarbeiter in den befehlenden Unternehmer sich verwandelte. modernen Fabrik. Der träge Fluß des Goldes ward ein bischen rascher, man baute mehr, man plauderte nicht mehr so behäbig auf der Straße, es gab mehr zu thun und mehr zu verdienen das war alles. Es sah sehr einfach aus, viele merkten ständen emporheben. es kaum, und es war doch schon die Revolution, die RevoEr mußte annehmen, daß die Arbeiterfamilien die an und für sich gesunden Wohnungen durch die Art der Benutzung ungesund machen, weil sie eine Abneigung Und diese Entwickelung wird weiter und weiter gegen gesunde Wohnungen haben. Daß also eine Familie, schreiten und die Menschheit dereinst zu glücklicheren Zu- die in einer Großstadt eine Wohnung von zwei bis drei Zimmer mit Zubehör gemiethet hat, aus Liebhaberei *) Saturnus, eine Gestalt der griechischen Mythologie, ver- Bodenräume an Schlafburschen vermiethet, um sich selbst die Zimmer an möblirte Herren", die Kammern und lution in ihrer ganzen unüberwindbaren Wildheit, in ihrer schlang seine eigenen Stinder. ganzen unwiderstehlichen Schönheit. Der Bürger gewann ökonomische Macht und diese in die Küche zurück zu ziehen und hier im Dunst und Qualm zu verkommen, sonst konnte er nicht seinen Zu= hörern vorerzählen, daß durch gesetzliche Vorschriften über noch einige Spekulanten- Gesichter, auf welche die auch ,, in Mit nichts kann ich das Wohlgefühl vergleichen, das die Benutzung der Wohnungen dem Uebelstande abzu- etwas gemilderte Ausbeutung" einen Schatten warf. Auch mich nach Ueberstehung der nächsten schmerzlichen Eindrücke helfen sei. dieser Schatten noch mußte zerstreut werden, deshalb sagt durchdrang, als ich mich frei fühlte, frei von einer Welt „ Ich gebe auch zu, daß in der Uebergangs- er in seiner zweiten These, zweiter Abschnitt: Daß das marternder, stets unerfüllter Wünsche, frei von Verhältnissen, periode, nachdem unsere höheren Anforderungen Ge- Verbot des Bewohnens ungesunder Wohnungen nur in denen diese Wünsche meine einzige verzehrende Nahrung segeskraft erlangt hätten, die Wohnungen zeitweise ver- unter den nöthigen Garantien für die Eigen- gewesen waren! Als mich, den Geächteten und Verfolgten, theuert und ihre Zahl niedriger als sonst gehalten thümer" erfolgen soll. feine Rücksicht mehr band zu einer Lüge irgend welcher würde," sagt Herr Dr. Miquel. Nun wird es unsern Lesern klar sein, warum Herr Dr. Miquel die Arbeiter versteckt beschuldigen mußte, eine Vorliebe für ungesundes Wohnen zu haben. Was heißt das? Die Sache der Spekulation aus Art, als ich jede Hoffnung, jeden Wunsch auf diese der Hand nehmen, die Ausbeutung aber nur etwas mil- siegreiche Welt hinter mich geworfen und mit zwanglosester dern und den Eigenthümern die nöthigen Garantien geben, Unumwundenheit laut und offen ihr zurufen konnte, daß das ist doch ein Kunststück, welches nur ein Staatsmann ich, der Künstler, sie, diese so scheinheilig um Kunst und Seine Vorschläge werden die Wirkung haben, die wie Herr Dr. Miquel zu stande bringen kann. Nun Kultur besorgte Welt aus tiefstem Grunde verachte,- als Wohnungen zu vertheuern und selten er zu machen, wissen wir doch, wie die Sache zu machen ist. Der Pelz ich ihr sagen konnte, daß in ihren ganzen Lebensadern die Arbeiter sollen aber weitläufiger wohnen, brauchen also wird gewaschen, ohne Zweifel, aber unter keinen Umständen nicht ein Tropfen künstlerischen Blutes fließe, daß sie nicht billigere und häufigere Wohnungen. Da ist ein Knoten, naß gemacht. einen Athemzug menschlicher Gesittung, nicht einen Hauch da fühlte Die den man nur mit dem Phrasenbrei des Herrn Dr. Miquel „ Thesen" des Herrn Dr. Miquel, die der menschlicher Schönheit auszugießen vermöge überschmieren und verbergen, aber in seinem Sinne nicht deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege" ein- ich mich zum ersten Male in meinem Leben durch und lösen kann. Mit diesen Worten ist die ganze Werth- stimmig annahm, sind dieser Nede des Herrn Referenten durch frei, heil und heiter, mochte ich auch nicht wissen, losigkeit der staatsmännlichen Lösung der Wohnungs- würdig. Sie versprechen viel, sagen nichts und lassen die wohin ich den nächsten Tag mich bergen sollte, um des frage des Herrn Oberbürgermeisters klar und offen er- Frage der Arbeiterwohnungen gerade so stehen, wie sie Himmels Luft athmen zu dürfen. wiesen. vorher stand. Richard Wagner( nach dem Dresdener Mai- Aufstand 1849). * * * Wer sich niemals Feinde macht, erwirbt sich auch Tennyson. * * * Heuchelei ist eine Art von Huldigung, die das Laster der Tugend darbringt. Rochefoucauld. Herr Miquel ist mit sich noch nicht einig, ob das Was soll in der Uebergangsperiode, und wenn sie nur einige Jahre dauern sollte, geschehen? Die Arbeiter Reich oder die einzelnen Staaten seine Rezepte ausführen sollen nicht enge wohnen, keine Schlafburschen und keine sollen, und das ist gut, während er über diese Frage nachZimmerherren halten, nicht zwei Familien einen Raum be- denkt und darüber zum Entschluß kommt, werden die niemals Freunde. nußen, der kaum für eine Familie ausreicht. Die Löhne Thatsachen seine Thesen wahrscheinlich dahin geworfen sind nicht höher, die Wohnungen aber theurer und seltener haben, wohin sie gehören, in den Papierkorb, man braucht geworden, wo soll der Rest der Arbeiter hin, die keine dann nicht erst darüber noch mehr Blech anzuhören. Wohnung erhalten oder die die theureren Wohnungen Wir wollen unsern Lesern diese Thesen, die den nicht bezahlen können? Die Polizei treibt sie aus der ganzen Inhalt der Weisheit in dieser Frage enthalten, ungesunden Wohnung aus, eine andere ist für sie nicht worüber die„ Vereinigung von Bildung, Intelligenz und da, wo sollen sie bleiben? Kann man diese tausend und Besitz", wie sich die Freunde des Herrn Dr. Miquel sehr aber tausend armen Familien während der Uebergangs- bescheiden gerne nennen, verfügt, nicht vorenthalten, damit periode" ins Nichts versetzen, um sie später wieder hervor sie selbst sehen, wie wenig da mit vielem Pomp geleistet ist. Die Thesen lauten: zu holen? Es gehört wirklich die ganze Frivolität eines satten Mannes in einer wohl eingerichteten Wohnung dazu, um von solchen ,, Uebergangsperioden", die den Untergang vieler tausend Menschen bedeuten würden, so leichthin reden zu können, oder die Gedankenlosigkeit eines nationalliberalen Schönredners, dem zur Entschuldigung dient, er habe sich bei der Sache überhaupt nichts gedacht, seine Worte wären wirklich weiter nichts als das helle Tönen eines geschlagenen Bleches. D, an die Arbeiter denkt Herr Dr. Miquel auch, sie erhalten auch Redensarten als Abschlagszahlungen auf die vertheuerten und seltener gemachten Wohnungen. Gewiß muß nebenher", sagt er, eine stete Hebung der allgemeinen Lage der arbeitenden Klassen gehen, hier warten auch der kommunalen Thätigkeit noch große Aufgaben." 11 Nun, die großen Aufgaben werden wohl noch eine große Zeit warten, bis kommunale Verbände, die Herr Miquel und seine Genossen leiten, an sie herantreten. Aber die Redensart klingt recht gut, das ist die Hauptsache. Ferner: ,, Aber ich betone ja, daß daneben auch die Einkommensverhältnisse der Arbeiter gehoben werden sollen." Nicht wahr, das tönt auch schön! Als Anfang zum Heben der Einkommensverhältnisse der Arbeiter wird Herr Miquel sicher nicht für die Verlängerung, aber wohl für die Vere wigung des Sozialistengesezes stimmen, weil sein Freund Dechelhäuser mit Schrecken an die Zeit denkt, wenn er ohne dies Gesetz den Arbeitern entgegentreten müßte. Es ist das nämlich von wegen der„ Hebung der Einkommenverhältnisse der Arbeiter." I. Der D. V. f. öffentl. G. hält zur Bekämpfung der auch in Deutschland und nicht bloß in den großen Städten bestehenden Mißstände im Wohnungswesen und der hieraus für die menschliche Gesundheit erwachsenden großen Nachtheile und Gefahren neben den unablässig fortzuseßenden und zu erweiternden Bestrebungen der Staaten, der Gemeinden, der Vereine und größeren Arbeitgeber für die Vermehrung, Verbesserung und Preisermäßigung der Wohnungen, namentlich der arbeitenden Klassen, den Erlaß eines einheitlichen Gesezes für ganz Deutschland oder mindestes für die einzelnen Staaten für möglich und bringend erwünscht. ( Matt genug!) II. Ein solches Gesetz müßte unter insoweitiger( hübsches Wort!) Abänderung und Ergänzung der bestehenden verschiedenartigen und theilweise durchaus ungenügenden Bauordnungen: 1) die im Interesse der Herstellung gesunder Wohnungen bei Neu- und Umbauten zu stellenden Mindestanforderungen vorschreiben, 2) das Bewohnen unzweifelhaft ungesunder Wohnungen verbieten und unter den nöthi= gen Garantien für die Eigenthümer zur Durch führung dieses Verbotes den Polizei- und Kommunalbehörden genügende Befugnisse einräumen, insbesondere die Beachtung der baupolizeilichen Zweckbestimmungen bei der Benutzung der Lokalitäten sichern, 3) vor Allem die gesundheitswidrige Ueberfüllung der Miethswohnungen und die übermäßige Verringerung des Luftraumes, namentlich in Schlafstellen zu verhindern geeignet sein." Wie gesagt, was mit den aus den ungesunden und überfüllten Wohnungen vertriebenen Arbeitern wird, das scheert solche Geister wie die Nationalliberalen nicht das Geringste. Schnikel. Daß der Mensch frei und daß alle Menschen gleich seien, das ist das allein naturgemäße Leben. Jeder andere Nachdem Herr Dr. Miquel durch solche Redekämpfe Bustand ist nur ein unwürdiges, äußerliches Machwerk, den Boden für seine Lösung der Arbeiterwohnungsfrage ein schlechtes Possenspiel, in welchem der Eine die Rolle vorbereitet und ihn frei gemacht hat von allen unbequemen des Herrn, der Andere die des Sklaven, dieser die Nolle Thatsachen, die ihr hinderlich sein könnten, beginnt der des Schmeichlers, jener die des Gönners übernimmt. Nur durch Feigheit und Dummheit können die Menschen diesen eigentliche Eiertanz. Rechtszustand verlieren. Die Sache muß vor Allem der Spekulation aus der Hand genommen werden!" Das klingt ſonor und kräftig. Der Mann meint es ehrlich wird sich mancher sagen, er geht der Frage * * * Voltaire. Kräcker's Begräbniß. Breslau, den 5. Oktober. Für heut Nachmittag 4 Uhr war Das Begräbniß des am Dienstag Berstorbenen angesetzt. Der zu früh Dahingeschiedene war wenige Tage vor seinem Tode nur um deswillen nach dem Hospital gebracht worden, weil seine immer mehr überhand nehmenden Schmerzen und sein Wehgeschrei den Aufenthalt in der Wohnung unmöglich machten. Die Familie hatte später den Todten nach seiner jahrelang innegehabten Wohnung, Schuhbrücke Nr. 42, bringen lassen. Von hier aus sollte die Beerdigung nach dem neuen Kommunal- Friedhof bei Gräbschen stattfinden. Es war zu erwarten, daß die Parteigenossen und Freunde Sträcker's bei dieser Gelegenheit dem scheidenden Genossen ihre An= erkennung zum Ausdruck bringen würden. Da veröffentlichte der Polizeipräsident, Frhr. v. Uslar- Gleichen folgende Bekanntmachung durch rothe Plakate an den Anschlagstafeln: ,, Unter Hinweis auf die Vorschriften der§§ 9 und 10 der Verordnung vom 11. März 1850 über die Verhütung eines die geseßliche Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauchs des Versammlungs- und Vereinigungsrechts, sowie auf Grund des§ 9 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch die Veranstaltung eines öffent= lichen Aufzuges bei Gelegenheit der Beerdigung des verstorbenen früheren Sattlers, Reichstagsabgeordneten Kräcker, am Freitag, den 5. d. M., verboten. Vor jeder Uebertretung dieses Verbotz wird gewarnt und darauf verwiesen, daß nach§ 17 des Gesetzes vom 21. Oftober 1878 die Theilnahme an solchem Aufzuge mit Geldstrafe bis zu 500 Mt. oder mit Gefängniß bis zu drei Monaten, die Leifer, Ordner, Agenten, Redner u. s. w. aber mit Gefängniß von einem Monat bis zu einem Jahre be= straft werden." Etwa eine Stunde vor der für die Beerdigung festgesetzten Zeit begannen sich die Straßen, welche der Trauerzug voraussichtlich passiren würde, durch größere Menschenansammlungen zu füllen. Die Schuhbrücke entlang strömten Tausende von Menschen, welche theils am Trauergefolge theilnehmen wollten, theils aber auch nur herbeikamen, um den Sarg an sich vorüberziehen zu lassen. Die zahlreich aufgestellte Schußmannschaft ließ auf Anweisung der gleichfalls zur Stelle befindlichen Revier- Kommissarien und des PolizeiInspektors Schewenz den Fahrdamm in der Schuhbrücke überhaupt nicht mit Personen besetzen; von 32 Uhr ab wurde das Terrain von der Ursulinerstraße bis zum Ausgang der Schuhbrücke an der Promenade für jeden Menschenverkehr insoweit gesperrt, daß nur noch diejenigen Personen passiren durften, welche Kränze mit Schleifen trugen. Punkt 4 Uhr wurde der weiß lackirte, in der Form den Metalljärgen nachgeahmte Sarg auf den Leichenwagen gehoben, es bedeckten denselben mehrere Kränze und Bouquets, bei denen die rothen Blumen vorherrschend waren. Am Fuße des Sarges befand sich eine weißseidene Schleife, gewidmet von den Parteigenossen aus Ratibor. Der Zug arrangirte sich in der Weise, daß dicht hinter dem Wie oft angeln die Menschen in Dingen nach Beifall, Sarge in etwa 10 Fuß Höhe ein ausnehmend großer Balmwvedel mit ganzer Kraft zu Leibe. Nun hat auf diesem Gebiete die schlechterdings keinen Beifall verdienen. Der Eine getragen wurde, der Stengel desselben endete in einem schön ge= arbeiteten, mit rothen Blumen gezierten Bouquet, von oben herab die letzte Stunde des Kapitalismus, der unsere Zeit ver- behauptet, daß er so und so viele Meilen in sechs Stunden hing eine breite, weiße Atlas schleife, welche die Widmung enthielt: giftet, geschlagen. Der Staatsmann Dr. Miquel, der gelaufen ist. Wahrscheinlich ist es eine Lüge. Aber voraus-" Die sozialdemokratische Frattion des deutschen Reichstages ihrem Ober- Bürgermeister von Frankfurt am Main, der National- gesetzt, es ist wahr, was dann? Dann ist er ein guter Jeschiedenen Freunde und Kollegen am 5. Oktober 1888." Begleitet Ein Anderer behauptet, und wurde der Palmenträger von den Reichstagsabgeordneten Bebel und Singer und einer Deputation Berliner Arbeiter. Es folgten noch liberalen erster Führer und Hoherpriester erklärt sich gegen Postbote, das ist Alles. sie ist todt! Was wollen wir mehr. wahrscheinlich nicht ohne starke Bekräftigung, daß er rasch etwa 50 Träger von Kränzen mit Schleifen, in vielen Kränzen Doch Halt! wir wollen nicht zu früh jubeln. Da hinter einander sechs bis acht Flaschen schweren Wein war wieder die rothe Farbe vorherrschend, die Schleifen zum Theil finden wir einige Säße weiter die Bemerkung, der Herr getrunken hat. Zu seiner Ehre will ich annehmen, daß aus sehr theurem Bande gefertigt. Dr. Miquel erwartet von seiner Lösung der Wohnungs- er ein lügnerischer Mensch ist. Thue ich es nicht, so ist frage eine Erleichterung der Spekulation, er sagt: die Spekulation er ein Vich. * * * Chesterfield. Das Die Gesinnungsgenossen aus Solingen hatten eine schwarze Freunde Sammetschleife mit der Inschrift:„ Dem braben, treuten Free und Kollegen" und mit folgendem Verse gewidmet:„ Wenn du denn die Blume bist, o bescheidenes Gemüth, tröste Dich! Beschieden ist " Jetzt kann die Spekulation schwer den fünftigen Segen allem, was da blüht. Laß den Sturm des Todes doch Bedarf( an Wohnungen) berechnen. Ist aber erst feſtge= Es ist jetzt die offene Absicht der Regierung, sich auf deinen Lebensstaub verstreuen, aus dem Staube wirst du noch stellt, daß in dieser Wohnung nur so und so viel Leute hundertmal dich selbst erneuen." Die ferneren Inschriften lauteten wohnen dürfen, so läßt sich auch der neue Bedarf firiren. Kosten der Volkssouveränetät zu verstärken etwa ein Dußend Mal:„ Dem Kämpfer für Wahrheit, Freiheit Immer müßten die Kommunen, sogar unter Subvention Parlament hat die Pflicht, dies Unwesen zu beseitigen. und Recht". Die erwähnten Stränze waren gewidmet von:„ Berliner mithelfen." Das Volk eines freien Staates, das so sorgsam darauf Freunden“,„ Berliner Sattlern"," Berliner Tischlern"," Breslauer Also sie lebt noch, die Spekulation, sie hat von den bedacht gewesen ist, daß seine Geseße aus der allgemeinen Tischlern Westen"," Breslauer Tapezierern"," Bigarrenarbeitern Nebensarten des Herrn Dr. Miquel keinen Schaden ge- Uebereinstimmung Aller hervorgehen, kann nicht so Breslau Westen"," Genossen des 16. sächsischen Reichstagswahl= reiſes"," Barteigenoffen bes IV., V. und VI. sächsischen Reichs= nommen, ja sie kann sogar noch Konjunkturen ausbeuten." sinnlos ſein, die Ausführung dieſer Geseze Personen tagswahlkreises“,„ Frankfurter Sozialdemokraten"," Breslauer ArGr mill es indessen nicht ganz hindern, nur etwas anheimzugeben, die nicht verantwortlich sind. Und in beitern" und„ Seinen Wählern Breslau- Weſten"." Die Inſchriften der That ist es bis auf die jüngste Zeit auch immer das der übrigen hervorragenden Kränze lauteten:" Dem muthigen Vermildern; denn er sagt: „ Wenn aber der plögliche Wechsel( im Bedarf nach erste Augenmerk des Parlamentes gewesen, der Regierung treter der deutschen Sozialdemokratie zur lebten Verehrung, die Sozialisten Geras." Dem muthigen Kämpfer für die ArbeiterWohnungen) und die Ausbeutung solcher Konjunkturen( also jede Unterſtüßung vorzuenthalten, bis die Gewalt in die jache, die Breslauer Arbeiter."-" Dem Vertreter ihrer Intereſſen die Spekulation) seitens der Unternehmer durch ein Wohnungs- Hände eines Ministeriums kommt, welches das Vertrauen die Ohlauer Arbeiter"." Dem Vorfämpfer für die Arbeitersache, gesez etwas gemildert würde, so wäre dies neben Anderem des Parlamentes und des Volkes besißt... Jeßt aber gewidmet von den Freunden aus dem Rheinlande" und von Ge= nur willkommen zu heißen." " Dem Märtyrer für Das klingt schon ganz anders, als der kühne Ruf: erfüllt das Parlament dieſe Aufgabe nicht, jezt ist es nur finnungsgenossen aus dem Eulengebirge". ,, Dem unsere heilige Sache, die Halberstädter Parteigenossen". ein willfähriges Werkzeug des Hofes. Das Parlament wadferen Kämpfer für die Arbeitersache, Redaktion und Erpedition „ Die Sache muß der Spekulation aus der Hand genommen ist verderbt und von seiner Bestimmung abgefallen. der ,, Schlesischen Nachrichten." Als ein Opfer seiner Ueber= zeugung durch das Sozialistengesetz betrauern den Tod unseres un= bergeßlichen Freundes die Genossen des Wahlkreises Cottbus- Sprem Es ist aber noch nicht die letzte Wandelung. Herr berg". Wer den besten seiner Zeit genug gethan, der hat gelebt Dr. Miquel sah wohl in dem Kreise, vor dem er sprach, werden." Burke( konserv.) 1770. * " zu für alle Ewigkeiten, gewidmet von seinen Gesinnungsgenossen in| 10 resp. 8 Jahre Gesellen, haben aber in diesem Zeitraum noch Zentral Kranken- und Begräbnißkasse für Liegnig". Dem Vertreter unserer Interessen, gewidmet von keinen Töpfer kennen gelernt, der einen solch hohen Durchschnitts- Frauen und Mädchen in Deutschland.( E. H. 26 in den Genossen Striegau- Freiburg- Schweidniz." ,, Edler Kämpfer, verdienst hat. Wir sind es der bürgerlichen Gesellschaft sowohl Offenbach). Mittwoch, den 17. d. M., Abends 82 Uhr, Annenstr. 16 ruhest Du; in unsern Herzen fortlebeſt Du; an Deinem Grab als auch unserer eigenen Familie schuldig, diese Angaben nicht un-( Klubhaus), Hauptversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht geloben wir: für Recht und Freiheit fort zu fämpfen hier. Zum widerlegt zu lassen. Wir beide haben es uns zur Aufgabe ge- des dritten Quartals. 2. Medizinischer Vortrag. Die Mitglieder ehrenden Andenken die Halle'schen Sozialdemokraten." macht, dieses richtig zu stellen und es ist Pflicht eines jeden Töpfers, werden ersucht, recht zahlreich in dieser Versammlung uns hierin zu unterstüßen und möge daher ein jeder, welcher im erscheinen. Die Zahlstellen der Kasse befinden sich für Besize einer Lohnstatistik ist oder sonstwie seinen Verdienst nach- Nord, bei Herrn Grothmann, Bernauerstr. 76 v. St., für Nordwest weisen kann, uns dies schriftlich zukommen lassen. Es wäre bei Herrn Schießl, Friedrichstr. 154, S. III., für Ost und Nordost sehr zu wünschen, daß sich hieran recht viele Kollegen betheiligen, bei Frau Schneider, Blumenstr. 29, Seifenhandlung, für Südost damit wir im Stande sind, eine ausführliche Arbeit zu liefern. bei Frau Schneider, Oranienstr. 20, H. I. I., für West und SüdMit kollegialischem Gruß Hugo David, Berlin, Lübbenerstr. 25, west bei Frau Rohmann, Wilhelmstr. 3, Quergeb. III, sowie beim v. 4 Tr., Otto Köppen, Berlin, Oderbergerstr. 36. Vorsitzenden Herrn Bielefeldt, Brückenstr. 4 im Laden. Meldungen Eintritt kostet 1 M., wofür das Quittungsbuch nebst Statuten verzur Aufnahme werden in allen Zahlstellen entgegengenommen. Der abfolgt wird. Hinter den Kranzträgern folgten eine große Anzahl von Parteigenossen, den Abschluß des Zuges bildeten eine Anzahl Equipagen und Droschken. Der Zug bewegte sich über die Schuhbrücke, Albrechtsstraße, Grüne Röhrseite des Ninges, Schweidnigerstraße und Schweidniger Stadtgraben, Neue Graupenstraße, Gräbschenerstraße und Gräbschener Chauffee. Alle Straßen waren dicht besetzt. Um 5 Uhr traf der Leichenkondukt am Thore des Friedhofes Die konstituirende Versammlung des Vereins zur bei Gräbschen ein. Die Polizeimannschaften Breslaus hatten ihm nur bis zur Accise das Geleit gegeben, von dort aus begleiteten Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer nur zwei Gendarmen das Trauergefolge. Der Kirchhof war be- Berlins fand am 7. d. M. im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72,- Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der deutschen sonders in der Umgebung des Grabes von Menschenmassen an- statt. Die Versammlung hieß die erfolgte Gründung des Vereins Drechsler 2c.( E. H. 86 Hamburg), Verwaltungsstelle Berlin A. gefüllt, die Gendarmen öffneten den Leidtragerden nur mit Mühe den Weg zu dem mit Tannengrün und weißen Blumen geschmückten gut, so daß der Verein 63 Mitglieder zählte, nahm den Entwurf Mitgliederversammlung am Sonntag, den 14. d. M., Vormittags 10/2 Uhr, bei Saeger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Geschäft= Grabe. Während der Sarg unter dem Wehklagen der Familien- der Vereinssatzungen provisorisch en bloc an und wählte ebenfalls liches. 2. Stassenbericht. 3. Verschiedenes. Diejenigen Mitglieder, angehörigen hinabgesenkt wurde, intonirte der Chor:" Unter allen provisorisch einen Vorstand, bestehend aus den Herren David und welche ihre Beiträge beim Kassirer Albert Schulz bezahlen, werden Wipfeln ist Ruh". Der Todtengräber forderte die Trauer- Ver- Manthe als Vorsitzende; Weichert( Kassirer), Hannaske( Schriftführer), ersucht, alle am Blaze zu sein. fammlung zu einem stillen Baterunser auf; das Lied:" Da unten D. Köppen und N. Topf( Revisoren). Die Mitgliedschaft wird und Berufsgenossen. Tanzkränzchen am Sonntag, den 14., Reise Unterstützungs- Verband der Schneider ist Frieden im dunklen Haus" beendete die Feier. Noch einige Minuten standen Alle still am Grabe, dann senkte erworben durch die Mindestzahlung von wöchentlich 10 Pf. zur Abends 7 Uhr, Grenadierstr. 33. Alle Freunde und Gönner find fich der Palmenzweig, dies war das Zeichen für die Niederlegung Deckung der Unkosten. Ein besonderes Beitrittsgeld wird nicht freundlichst eingeladen. der Kränze. Jede Schleife wurde abgenommen und den Angehörierhoben. gen übergeben, die Kränze aber am Grabe zu einem Halbkreise ge= ordnet. Als Bebel und Singer zuerst die drei Handvoll Erde" hinabwarfen, drängten sich Alle hinzu, um dem Geschiedenen diesen legten Liebesdienst zu erweisen. Es war inzwischen 6 Uhr geworden, die Dunkelheit brach bereits herein, da entfernten sich die Tausende von Menschen mit derselben Ruhe, mit welcher fie gekommen waren. ( Bresl. Morgenztg.) Friedrich Engels, der treue Freund und Mitarbeiter von Karl Marr, weilte vor Kurzem, ohne sein Inkognito zu lüften, über einen Monat in den Vereinigten Staaten, von wo er am 29. September wieder zurückfuhr. Friedrich Engels, sein Leben lang ein unermüdlicher Arbeiter, hat sich besonders seit dem Tode von Karl Marr nicht Ruhe und Rast gegönnt, um dessen bahnbrechendes Werk" Das Kapital" in seinen Schlußbänden, zu denen sich das gesammte Material in dem literarischen Nachlaß von Marr befand, druckfertig zu machen und der Welt zu übergeben. Die Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins Fachverein der Tapezierer. Am 8. Oftober tagte in sämmtlicher Berufsklassen, Filiale Berlin 1, hält am Sonnabend den 13. d. M., Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78, Restaurant Woll= Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75, die erste Generalversamm- schläger, eine Versammlung ab. Neue Mitglieder, ohne Unterschied lung des Fachvereins der Tapezierer, welche gut besucht war. Auf des Berufes und Geschlechts von 14-45 Jahren, werden in jeder der Tagesordnung stand zunächst: Vortrag über die Nothwendigkeit Versammlung, sowie bei den Herren Saffe, Hasenheide 48, Cohn, einer gewerkschaftlichen Organisation. Kollege Wildberger legte in Chriſtinenstr. 7, Geelhaar, Höchstestr. 20, Hamann, Neue Grüna straße 27, Stuhlmey, Landsbergerstr. 105, Meßfow, Straße 16 Nr. 4, klaren Worten den Werth und die Nothwendigkeit einer Arbeiter Schilling, Stoppenstr. 48, aufgenommen. organisation klar. Punkt 2 betraf die Vorstandswahl. Zu Punkt Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall3, Vereinsangelegenheit, wurde beschlossen, daß nur der Vorstand arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 1. Sonnabend, den 13. d. M., Abends 82 Uhr, Lichterfelderstraße 8 berechtigt ist, Versammlungsberichte an die" Tapezierer- Zeitung" zu( Restaurant Winter), Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: schicken, nicht aber der Redakteur selbst solche zu bringen hat. Zum Staffenbericht. Abrechnung vom diesjährigen Sommerfest. VerSchluß brachte der Vorsitzende ein dreifaches Hoch auf den neuen schiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu er= Verein aus. Die nächste Versammlung findet am Montag, den scheinen. Ferner den Mitgliedern zur Kenntniß, daß der Bevoll= mächtigte P. Kunth seine Wohnung nach Barutherstr. 11 vorn 29. Oktober in demselben Lokal statt. 3. Etage verlegt hat. Achtung! Allen Klavier- Arbeitern zur Nachricht, daß Freie Kranken- und Begräbnißkasse der Schuhdie Spielraumhobler bei Franz, Köpnickerstr. 33a, wegen Lohn- macher und Berufsgenossen Berlins.( E. H. 27). General differenzen die Arbeit niedergelegt haben. Es wird gebeten, Zuzug versammlung am Montag, den 15. d. M., Abends 8 Uhr, im fernzuhalten. Verein der Klavierarbeiter und Berufsgenossen. Innungshause, Fischerstr. 25. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kaffenbericht. 2. Innere Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Quittungsbuch legitimirt. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 4. Sonntag, den 14. d. M., Vormittags 10% Uhr, Mitgliederversammlung, bei Keller, Andreasstr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Rehfisch über„ Sinneswahrnehmung", mit Fragekasten. 2. Kassen= bericht. 3. Verschiedenes. Aber neben der rastlosen Thätigkeit, welche Engels für ErFachverein der Buchbinder und verwandten füllung dieser großen Aufgabe entwickelte, war er mit einer Fülle Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 15. d. M., von Arbeiten überhäuft, welche ihm, dem mit allen Waffen der Abends 8/3 Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16 I. Wissenschaft und der Erfahrung ausgerüsteten Veteranen der sozia- Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Benkendorff über„ Der listischen Bewegung naturgemäß zufielen. Kampf um's Dasein in der Natur". 2. Verschiedenes und Fragetasten. Aufnahme nener Mitglieder. Gäste willkommen. Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin III"( für den Ost- und Nordbezirk Berlins.) Generalversammlung am Montag, den 15 d. M., Abends 8/2 Uhr, in Saeger's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Die Statistik und deren Bedeutung für die Gewerkschaft". 2. Bericht des Vorstandes über die Thätigkeit der Ortsverwaltung.- Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 14. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Prof. J. G. Vogt- Leipzig über„ Die neueren Anschauungen über Entstehen und Vergehen der Welt". Abends 7/2 Uhr ebendaselbst gesellige Versammlung. Vortrag des Herrn J. G. Vogt über Volks- und Straßenleben in China". Zu beiden Versammlungen Damen und Herren als Gäste willkommen. Diese nie unterbrochene, aufreibende Thätigkeit im Dienste der Wissenschaft und unserer großen Sache, konnte nicht verfehlen, auf den nunmehr Achtundsechzigjährigen einen, seine Gesundheit schädigenden Eindruck zu machen. Diese Thatsache trat in den letzten Monaten in solchem Grade hervor, daß die ärztlichen Berather Engels' diesem ein Abbrechen seiner Thätigkeit wenigstens für furze Zeit und eine Reise, möglichst eine Seereise, zur Pflicht machten. Dabei wurde ihm die unbedingteste Ruhe, das möglichste 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Aufnahme neuer Abwenden von geistiger Anstrengung, angerathen. Und so entschloß Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Die Mitglieder werden ersucht, sich Engels in Begleitung eines Freundes nach Amerika zu ihr Quittungsbuch mitzubringen und recht zahlreich zu erscheinen. gehen. Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Orts Ruhe in Amerika! Es klingt fast wie Hohn. Und doch hat verwaltung Berlin I. Versammlung am Dienstag, den 16. Oktober, es Engels fertig gebracht, genau das Ziel zu erreichen, um des- Abends 8/2 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstraße 48 a. willen ihn die Aerzte auf Reisen schickten. Als er nach einer ziem- Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vorstandswahl. 3. Verlich ausgedehnten Tour durch den Osten Nordamerika's, die" City schiedenes. of New- York" bestieg, um nach London zurückzukehren, war er thatsächlich in einem Grade verjüngt und neu gekräftigt, wie er es beim Beginn seiner Reise vielleicht selbst nicht erhofft hatte. Fachverein der Rohrleger. Sonntag, den 14. d. M., Vormittags 10 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75, Versammlung. Tagesordnung: 1. Die neue Bauordnung in unserm Fach. 2. Billetausgabe zum Wintervergnügen. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Gesangverein der freireligiösen Gemeinde feiert am Sonntag, den 14. d. M., sein Stiftungsfest im„ Deutschen Hof", Luckauerstr. 15, wozu derselbe alle Freunde und Bekannte einladet. Briefkasten. Liften zum Sammeln von Abonnenten find jederzeit auf unserer Expedition zu erhalten und werden auch gratis übersandt. Eines freilich war durchaus nöthig, um das gewünschte Ziel zu erreichen: das Festhalten absoluten Inkognito's während seiner Reise. Und das ist ihm denn auch ganz vortrefflich gelungen. Zu Fachverein der Former und verw. Berufsgenossen. Statten kam ihm dabei freilich, daß er weder ein obskurer deutscher Montag, den 15. d. M., Abends 8 Uhr, Versammlung in Krieger's H. K. Oesdorf- Pyrmont. Kreuzband kostet M. 0,60. Prinz noch ein berühmter Faustkämpfer oder Zirkus- Direktors. son- Lokal, Wasserthorstr. 68. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. Folglich haben Sie für Dezember 30 Pf. zu gut. Warum kein dern nur einer der größten Gelehrten unserer Zeit ist. Und so 2. Arbeitsnachweis. 3. Besprechung über unser diesjähriges Stiftungs- Postabonnement? war sein Name in der Passagierliste der" City of Berlin" nicht fest. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 2. N. Wädensweil, Schweiz. Schicken Sie den Betrag Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. in Schweizer Briefmarken. geeignet, die durch ihre berufsmäßige Ignoranz" gefeiten Vertreter der englisch- amerikanischen Presse aufmerksam zu machen. Generalversammlung am Sonnabend, den 13. d. M., Abends J. A. Sorau. Die Uebrigen zur Agitation vertheilen. Aber wehe! Wenn sie später es erfahren hätten und das hätte 8 Uhr, Köpnickerstr. 68. Tagesordnung: 1. Vierteljahresabrechnung. W. T. Hier. Karte erhalten nnd besorgt. nicht aubleiben können, falls Engels' Abwesenheit nicht geheim ge- 2. Wichtige Vereinsangelegenheiten. Das Erscheinen aller Mit- Abonnent. Nummer 40 ist leider vollständig vergriffen. halten worden wäre, wer der Mann war, der unter dem un- glieder ist Pflicht. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Einige Exemplare werden uns aber morgen durch die Spediteure scheinbaren deutschen Namen die Gestade dieses Landes bestiegen Verein zur Wahrung der Interessen der Kla- zurückgegeben werden. Wir senden dann, soweit es geht. hatte; der Kommunistenführer Engels hätte von dem Augenblick vierarbeiter. Versammlung am Sonnabend, 13. d. M., Abends Spediteur auswärts. Mehr übersandte Nummern bitten an vor ihnen auf dem nordamerikanischen Kontinent feinen Moment 81/2 Uhr, Kommandantenstr. 77-79( Gratweil's Bierhallen). Tages wir immer zur Agitation zu verwenden. Verrechnet werden sie beschaulicher Ruhe mehr gehabt. ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Benkendorff über Selbstmord nicht. Diesem Umstande und der ihm dringend auferlegten Pflicht, und die Ursachen seiner Zunahme." 2. Abrechnung vom Sommer- Arbeiterbildungsverein Nürnberg. Wir kommen Ihrem sich nach jeder Richtung hin aufregenden Demonstrationen zu ent- vergnügen. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitglieds- Wunsche gern nach und senden Ihnen ein Freieremplar. ziehen, ist es wohl zuzuschreiben, daß nur ein paar Parteigenossen, buch legitimirt. Die Vereinskassirer bitten wir um recht baldige Abrechnung denen die Verschwiegenheit zur Pflicht gemacht wurde, von der AnVerein zur Wahrung der materiellen Interessen der Annorzen. Folgende Adressen sind uns unbekannt: Stiftenwesenheit Friedrich Engels' Kenntniß erhielten. der Steinträger und verw. Berufsgenossen Berlins. Sonntag, macher, Wagenbauer- Strankenkasse. Friedrich Engels war am 17. August mit der City of Ber- den 14. d. M., Vormittags 102 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10, R. W. Hamburg. Wollen Sie nicht Briefmarken schicken? lin" in New- York angelangt. Er wohnte zuerst einige Tage in 2 Treppen, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljähriger Stassen Sonst warten wir auch. Lafayette Place, dann bei seinem Freunde, Herrn F. A. Sorge in bericht. 2. Innere Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Vorrechte. Der einzige deutsche Staat, welcher in seinem Hoboken. Er reiste dann nach Boston, wo er u. A. einen alten Mitglieder werden ersucht, pünktlich und recht zahlreich zu erscheinen. Grundgeseze erklärt, daß er bei seinen Angehörigen überhaupt keinen Freund aus der Chartisten- Zeit aufsuchte, von dort nach den Nia- Neue Mitglieder werden aufgenommen. Adel anerkenne, ist die freie Stadt Bremen. In Hessen genießen gara- Fällen, Toronto, Montreal, Plattsburg, Adirondacks, Lakes Tischler- Verein. Generalversammlung am Sonnabend, die" Standesherren" unter den sonst üblichen Rechten noch das Champlain und George, den Hudson herunter und kam dann nach den 13. d. M.. Abends 9 Uhr, Kottbuserstr. 4a. Tagesordnung: eines besonderen Gerichtsstandes(!) für Verbrechen und Vergehen, New- York zurück, um am 29. September abzureisen. 1. Kassenbericht vom 3. Vierteljahr. 2. Antrag betr. Anschaffung sowie für freiwillige Gerichtsbarkeit( lettere auch für Familieneiner Vereinsbibliothek. 3. Vereinsangelegenheiten. Nur Mitglieder mitglieder). haben Zutritt. Das Quittungsbuch legitimirt. Vereine und Versammlungen. Elsaß 500. Reichstagsabg. Bebel, Plauen bei Dresden. Verband der Möbelpolirer Berlins und Um- Das genügt vollständig. gegend. General- Versammlung am Montag, den 15. d. M., Verein. Sie haben vollständig Necht. Für die Vereine ist Abends 1/29 Uhr, im Andreasgarten, Andreasstr. 26. Tagesordnung: das Annonziren eine geringe Ausgabe, die Blätter aber, welche Vergolder Berlins! Ein Jahr ist verflossen, seit unser 1. Stassenbericht. Bericht des Vorstandes. Bericht vom Arbeits- die Arbeiterinteressen mit Opfern vertreten, werden dadurch wesentFachverein mit der festen Ueberzeugung gegründet wurde, daß Ihr nachweis. 2. Neuwahl des Vorstandes und der Kommissionen. lich unterstützt. Hoffentlich sind Ihre Bemühungen in Ihrem Verein begriffen hättet, wie nothwendig eine feste Organisation in unserem 3. Anfrage. 4. Verschiedenes und Ausgabe der Billets zum bald mit Erfolg gekrönt. Gewerke ist. Leider haben wir die Wahrnehmung machen müssen, Stiftungsfest am 27. Oktober in Mohrmann's gesammten Fest= Streifabrechnungen bringen wir nicht, wo Fach blätter daß die große Mehrzahl der Kollegen dem Verein noch fernsteht. räumen, Frankfurterstr. 117. in dem Gewerk eristiren. Kollegen, sind die Zustände derartig, daß ihr nicht nothwendig habt, Verband deutscher Zimmerleute. Große General- Oberröblingen. Beschwerden über unpünktliche Postlieferung dem Vereine beizutreten? Wohin wir auch blicken, finden wir versammlung sämmtlicher Lokalverbände Berlins am Sonntag, den find zunächst immer an das Postamt des Ortes zu richten, da wir Lohnreduktion, Bedrückung durch überstrenge Fabrifordnungen ge- 14. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Neuen Klubhaus, Kom- doch nicht wissen können, was dort passirt ist und woran die Stö= schaffen, um das selbständige Bewegen der Arbeiter im 3aum zu mandantenstr. 72. Tagesordnung: Wie weit und in welcher Weise rung liegt. halten. Kollegen, bedenkt nun noch die übermäßig lange Arbeits- ist von den Mitgliedern das Statut einzuhalten? 2. In welcher Einsender. Die Entlassung des Modelltischlers Voß in der zeit in vielen Werkstätten, so giebt dies ein Bild, wie es trauriger Weise gedenkt der Verband die Beschlüsse der letzten großen öffent- Berliner Maschinenfabrik( vorm. Schwarzkopf), weil er Sonntag nicht gedacht werden kann. Kollegen, Eure Manneswürde muß Euch lichen Verbandsversammlungen auszuführen? 3. Wahl eines nicht arbeiten konnte, ist allerdings ein starkes Stück; aber die sagen, daß hier Wandel geschaffen werden muß. Darum kommt Ausschußmitgliedes. 4. Wahl eines Schiedsgerichts. 5. Ver- näheren Details solcher leider hundertfach vorkommenden Ereignisse Alle am 15. dieses Monats, Abends 82 Uhr. zur Versamm- schiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen werden gehören in die Tagesblätter. lung des Fachvereins der Vergolder und Fachgenossen, Insel- sämmtliche Mitglieder ersucht, zu erscheinen. Neue Mitglieder Ausgewiesener Stettin. Was ist denn an der Sache straße 10 bei Scheffers mit dem festen Vorsage: es muß anders werden aufgenommen. weiter? Der Belagerungszustand wird jährlich erneuert bis werden und wir wollen unsere Pflicht erfüllen. Sage feiner, es Verein zur Wahrung der Interessen. der Schuh- Ende September. Ihre erste Ordre konnte also nur lauten bis hilft doch nichts. Es hilft. Viele wenig machen ein Viel, und macher und verwandten Berufsgenossen Berlins. Mon- 30. September 1888, weil man nicht wußte, ob dann noch der Bea vereinte Sträfte führen zum Ziel. Mit kollegialischem Gruß Der tag, den 15. d. M. Abends 8 Uhr, Versammlung im Königstadt- lagerungszustand bestehen würde und nur unter dem Kleinen" derVorstand. Kafino, Holzmarktstr. 72. Vortrag des Herrn Dr. Zadeck: artige Ausweisungen möglich sind. Nunmehr ist Ihnen die ErAn die Töpfer Berlins! Kollegen! In den Zeitungen Zentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen neuerung bis Ende September 1889 übermittelt, weil der Bewaren die vom städtischen statistischen Bureau herausgegebenen Wagenbauer.( E. H. 8, Hamburg.) Bezirk Berlin 2. Große lagerungszustand bis dahin von neuem angenommen ist. Soweit Wochen- Durchschnittslöhne veröffentlicht. Da heißt es: Die Töpfer Versammlung am Sonntag, den 14. d. M., Vormittags 10/2 Uhr, man davon reden kann, ist hier also alles in Ordnung". und Ofensezer verdienen wöchentlich im Durchschnitt 43,35 M. im Invalidenstr. 16 bei Herrn Bankstädt. Tagesordnung: 1. Rechnungs- Verschiedene Vereinsberichte mußten wegen Raummangels Afford und 36 M.m Zeitlohn. Kollegen! Wir unterzeichnete find I legung des 3. Quartals. 2. Sassenangelegenheit. 3. Verschiedenes. zurückbleiben. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23.