Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volfs- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh.- Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Bfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. № 42. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Bfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Zentralisation der Gewerkschaften?( Offe= ner Brief von Gustav Keßler).- Wie man Geld macht.- Kunst und Revolution. Nobert Blum. Soziales Bild aus Rußland von Gorbunoff. Die Arbeiterklasse und die preußischen Landtagswahlen. Rede von Mar Schippel. Arbeiter und Parteigenossen! Tretet eifrig für die weitere Werbreitung dieses Blattes ein! Bestellungen nehmen in Berlin alle Spediteure entgegen. Listen zum Sammeln von Abonnenten jederzeit durch unsere Expedition, Dranienstraße 23, zu beziehen. Der Verlag der ,, Berliner Volks- Tribüne." Berlin S. O., Oranienftr. 23. Zur Beachtung! Wir haben von der Rede Mar Schippel's zu den den preußischen Landtagswahlen eine besondere Ausgabe in Broschürenform veranstaltet. Die Rede ist in dieser Gestalt zum Preise von 10 Pfennigen pro Einzelexemplar von heute Mittag ab durch die unterzeichnete Expedition zu beziehen. Wir liefern bei größeren Bestellungen 10 Stück zu 70 Pfg. 50 3,- Mark. " " 100 " " 5, " Sonnabend, den 20. Oktober 1888. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. Diese Frage hat man verschieden beantwortet und weigerung der Hilfeleistung bei der Arbeit u. s. w. mit wir halten uns bei der Wichtigkeit, welche der Gegenstand derselben moralischen Berechtigung zu erreichen, die dem für die Arbeiter aller Berufe hat, für verpflichtet, beide Innungsmeister erlaubt, dem Nichtinnungsmeister das Ausstreitende Theile zu offener Meinungsausbeuten von Lehrlingen zu untersagen oder zu erschweren, Sprache aufzufordern. oder ihn von Submissionen auszuschließen. Wir freuen uns, heute bereits unseren Lesern folgende B. Die gewerkschaftlichen Organisationen der Darstellung eines der gründlichsten Kenner der GewerkArbeiter im Besonderen. schaftsbewegung bieten zu können. Herr Regierungsbaumeister Keßler Hannover schreibt uns: Hannover, den 15. Oftober 1888. Geehrter Herr! III. Die denkbar zweckmäßigste Organisation, ohne Rücksicht auf die äußeren Verhältnisse, wäre eine Zentralisation der Gewerkschaft auf demokratischer Das gesteigerte Intereffe, das angeregt durch einige Vorkomm- Grundlage, die eine einheitliche Leitung des Kampfes um nisse und durch das Gefühl des Bedürfnisses die Frage der ge- günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen nach wohl überBerlin, sondern auch anderer Orts zur Zeit in Anspruch nimmt, ermöglicht; die sich über ein größeres Wirthschaftsgebiet werkschaftlichen Organisation der Arbeiter nicht nur in legtem Plane durch eine gut kontrolirte Zentralleitung hat verschiedene Personen veranlaßt, mich brieflich um meine Ansicht( ein ganzes Land) erstreckt und die größere Mehrzahl der in der Sache zu fragen. Ich habe zwar schon verschiedentlich Gelegenheit genommen in der mir nahe stehender Fachpresse meine Gewerksgenossen in sich aufnimmt. Darüber kann kein Meinung in der Frage zu äußern, die durch immer weitere Gr- Streit sein. fahrungen nur befestigt und bestätigt worden ist, nehmen aus den IV. Da von einem geseßlichen Zwang zum EinAufforderungen aber doch gerne Veranlassung, Sie zu bitten, mir tritt in eine solche Arbeiterorganisation schon aus Grundin Ihrem Blatte für eine Darlegung meines Standpunktes zur say abzusehen ist, der heutige Staat dazu auch die Mittel gewerkschaftlichen Organisation den Naum zu gewähren. Ich habe meine Ansicht in zwölf möglichst genau umschriebene nie bieten wird; es sogar ausgeschlossen erscheint, daß der Lehriäße cebracht, denen ich nur ganz kurze Begründungen bei- Staat irgendwo untec be heutigen Umständen einer gefügt habe, wo es fich nicht verpen ließ. Es kam mir nicht darauf an zu zeigen, was in der Theorie Arbeiterorganisation irgend welche Begünstigungen, wie das beste ist, das ist ohne Zweifel eine starte, gut gegliederte 3. B. den Innungen zu Theil werden läßt, so läßt sich Zentralisation, sondern was den nun einmal bei uns bestehenden eine jede Arbeiterorganisation nur aufbauen auf der durch thatsächlichen Verhältnissen praktisch entspricht, und das ist eben das Gemeinsamkeitsgefühl und die richtige Erkenntniß eine Zentralisation nicht. Ich bin kein Gegner der Zentralisationen, ihres Vortheils hervorgerufenen Freiwilligkeit der sondern nur von ihrer Undurchführbarkeit bei uns durch Beobachtung Entschließung unter Zuhilfenahme des Druckes auf die und Erfahrung überzeugt. Ich bin gerne geneigt, über jeden einzelnen meiner zwölf Außenstehenden, der ohne Gewalt gegen Personen und Säge in eine fachliche Besprechung einzutreten, wenn sie Wider- Sachen möglich ist. spruch finden sollten. Ich glaube durch diese Veröffentlichung die an mich gerichteten Anfragen erledigt zu haben. Mit Hochachtung grüßend Gustav Keßler. A. Gewerkschaftliche Organisation im Allgemeinen. V. Da die Voraussetzung für die Freiwilligkeit des Beitrittes des größeren Theiles der Arbeiter, die Einsicht und das Zusammengehörigkeitsgefühl, thatsächlich nur ganz ungenügend vorhanden ist, oder wenigstens bei den meisten Arbeitern noch schlummert und erweckt werden muß, so ist, um eine' kräftige Organisation herzustellen, I. Das Ziel einer jeden gewerkschaftlichen Organi- eine unbehinderte Belehrung und Erweckung der Wenn also die Arbeiter in Werkstätten fation ist, die betreffende Gewerkschaft geschickt zu machen, Arbeiter ganz unerläßlich, und diejenige Form der fich günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen zu Organisation wird die beste unter den gegebenen Umständen und Fabriken sich zusammenthun, so können sie sichern. sein, die im Stande ist, die wirksamste Agitation zu Da dieses unter den heutigen wirthschaftlichen Ver- entwickeln, fie allein wird überhaupt auf Gedeihen Anspruch sich eine wesentliche Preiserniedrigung verschaffen. Wir bitten die Arbeiter aller Orte hältniffen ohne Kampf nicht zu erreichen ist, so find alle haben. gewerkschaftlichen Organisationen, sowohl der Unternehmer VI. Es genügt zu dieser Agitation durchaus nicht, daß man nur auf die Nothwendigkeit und den Nußen Preußens, sich sofort an uns zu wenden, da wie der Arbeiter Kampforganisationen. Diejenige Organisation ist die beste, die unter den einer Organisation hinweist( sogenannter ,, gewerkschaftlicher eine Neuauflage kaum erfolgen wird. jedesmal gegebenen äußeren Verhältnissen den Boden"), weil die durch eine solche Agitation erzielten Zahlreichen, sofortigen Bestellungen entgegen- Kampf um günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen am Erfolge durch den kleinsten Fehlschlag, der den Versprechungen planmäßigsten, wirksamsten und nachhaltigsten zu führen und erregten Erwartungen nicht entspricht, sofort vernichtet werden., Es nüßt doch nichts!" sagen die Massen und vermag. zerstreuen sich, die man kaum zusammengebracht hatte. gegeben werden: ſehend Die Expedition der„ Berliner Volkstribüne" Berlin SO., Oranienstraße 23. Zentralisation oder lokale Gewerkschaft? Zentralisation oder lokale Selbständigkeit der berufsgenossenschaftlichen Arbeitervereinigungen?- diese Frage beschäftigt jetzt an allen Orten Deutschlands die Arbeiter. II. Der Zusammenhalt der Organisationen kann " Die Agitation muß Aufklärung verbreiten über den Zusammenhang der wirthschaftlichen Verhältnisse und denselben wenigstens dem denkfähigeren Theil der Arbeiter klar machen, damit sie nicht durch einzelne Mißerfolge sofort entmuthigt werden. a) durch gefeßlichen Zwang, der jedes Mitglied einer Gewerkschaft zum Beitritt zur Organisation zwingt, dort festhält, es besteuert und zum Gehorsam gegen die Beschlüsse der Organisation anhält. ( Organisation der handwerksmäßig herstellen- Es ist also nothwendig, um eine brauchbare Organiden Unternehmer in Desterreich, Zwangsinnungen.) sation der Arbeiter zu gründen, daß die Agitation, die Es ist bekannt, daß, politische Vereine" in Deutsch- Diese Organisationen widersprechen den Grund- Belehrung, die Erweckung sich ganz unbeschränkt auf land nicht mit ein ander in Verbindung treten dürfen bedingungen der heutigen Wirthschaftsweise und gleichzeitig alle sozialpolitischen Gebiete erstrecken kann; denn und daß die deutschen Gerichte schon in dem Eintreten für dem im Volke lebenden Zug der Selbstbestimmung. Sie nur dadurch ist es möglich, die Einsicht und das Zusammengesetzliche Sonntagsruhe, gefeßlichen Normal- Arbeitstag, bilden deshalb bald einen Tummelplatz widerstrebender gehörigkeitsgefühl zu erzeugen, die einer starken Arbeiterorganisation zur Grundlage dienen müssen. für gesetzliche Regelung der Gefängnißarbeit„ politische" Interessen, sind dadurch machtlos und unzweckmäßig. Bestrebungen sehen. Zentralisirte Verbände müssen also VII. Zentralisirte Arbeiterorganisationen, die b) Durch die Erkenntniß der Gemeinsamkeit der die Stellungnahme zu solchen Fragen vermeiden, sie dürfen Interessen, durch das Zusammengehörigkeits- in den einzelnen Orten Mitgliedschaften und eine Zentralihre Agitation nicht auf Aenderungen in der Gesetz= gefühl der Gewerksgenossen, die sie veranlassen, sich leitung haben, sind in den meisten Staaten Deutschlands gebung richten. Lokale Gewerkschaften jedoch dürfen das, zusammen zu schließen, planmäßig zu handeln und durch die Vereinsgeseße und ihre Auslegungen in der Mittel aufzubringen. Entwickelung dieser allein wirksamen Agitation behindert, weil sie nicht mit anderen in Verbindung" stehen. So ist die Frage: Zentralisation oder nicht?" zugleich zur Frage geworden: Sollen die berufsgenossenschaftlichen Vereinigungen der Arbeiter Politik treiben oder nicht? Sollen sie nur den Lohnkampf und das Unterstüßungswesen auf sich nehmen, oder fällt ihnen auch direkt die Aufgabe politischer Aufklärung zu? Ein gewisser Druck auf die Gewerbsgenossen, um sie in einem Staate, dem Königreich Sachsen, sind sie ganz zum Beitritt zu bewegen, ist dabei nicht ausgeschlossen. unmöglich. Es ist ihnen deshalb, wie die Erfahrung Die deutschen freiwilligen" Innungen werden von der lehrt, in Deutschland in keiner Gewerkschaft, wo man es Regierung dieserhalb mit Privilegien ausgestattet, die den versucht hat, gelungen, eine solche Zahl der Gewerks Eintritt in dieselben wünschenswerth machen sollen. Die genoffen zu vereinigen, daß es ihnen möglich wäre, einen wirksamen Kampf um günstige Lohn- und Arbeitsverhältnisse Außenstehenden werden belästigt und geschädigt. durch mit irgend welcher Aussicht auf Erfolg für die GewerkVer- schaft zu führen. Arbeitervereinigungen versuchen diesen Druck Schwarzstellen, Nichtarbeiten mit Außenstehenden, Aus diesen Betrachtungen und aus den vorliegenden Thatsachen ist zu schließen: Die Thätigkeiten dieser Zentralstelle erstrecken sich vorhanden war. Dabei hat diese Organisation gezeigt, daß besonders auf folgende Gegenstände: fie in Lohnkämpfen mehr zu leisten vermag, als irgend a) Entwickelung einer planmäßigen Agitation zur einer der in Deutschland bestehenden schwachen ZentralAusbreitung der gewerkschaftlichen Organisation nach verbände, die mehr störend als fördernd wirken müssen, solchen Gegenden hin, wo die Agitation der einzelnen weil sie es nicht anders können. schon organisirten Orte nicht hinreicht. Zentralisirte Arbeiterorganisationen, die den Kampf um günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen geleitet von einer Zentralstelle aus wirksam führen wollen, sind nur in einem freien" Lande möglich, wo die Die Zentralstelle soll die billigere Agitation der einArbeiter in der Benuzung der Presse, der zelnen Orte nie hindern, sondern anregen und fördern und Redefreiheit, des Vereins- und Versammlungs- nur da selbst handeln, wo eine örtliche Agitation nicht zu rechtes nicht behindert sind, bei uns sind erreichen ist. sie unzweckmäßig. Ich theile diese meine auf Erfahrung, Beobachtung und Ueberlegung begründete Ansicht den Genossen gerne zur Prüfung, zur Bestätigung oder zur Widerlegung mit. Ich schreibe ohne Voreingenommenheit, ohne persönliche Rücksichten, nur geleitet vom Interesse unserer heiligen Sache. Gustav Keßler. Kunst und Revolution. I. b) Ertheilen vonsachverständigem Rath bei SchwierigSo oft man noch in Deutschland bei den hier bestehen- keiten, die einzelnen Organisationen zustoßen. den Verhältnissen versuchen wird, zentralisirte Arbeiter- Die Zentralstelle hat besonders darauf zu sehen, daß organisationen zu schaffen, man wird nur Enttäuschungen bei Angriffen unterer Behörden auf die Organisationen erleben. Es sei denn, man wäre zufrieden, daß man die die nöthigen Schritte gethan werden, daß geeignete RechtsB. W. Die foziale Frage" ist keine bloße MagenVerwaltungskosten aufbringt und ein mehr oder weniger belehrung ertheilt, und ein unnöthiges Zersprengen des frage, und nur Verleumdung oder Unverstand kann uns gutes Fachorgan durchfristet. Bestehenden verhindert wird. c) Einwirkung durch Rathertheilen, Auskunftgeben vorwerfen, daß wir in grobmaterialistischer Weise allein und Abmahnen auf den Lohnkampf, sorgsames das leibliche Wohl der Menschheit bestellen wollen. VielUeberwachen desselben und Fördern der Arbeiter- mehr erstreben wir, gerade wir, eine großartige Entfaltung der sittlichen Triebe, der Wissenschaft und Kunst. interessen in demselben. Allerdings sind wir überzeugt, daß dieses Ziel nur dadurch erreicht werden kann, daß die große Krankheit auf ökonomischem Gebiet Heilung findet. Denn wie der Geiſt vom Körper abhängt, so werden Sittlichkeit, Wissenschaft und Kunſt bedingt durch den wirthschaftlichen Organismus. Betrachten wir z. B. das Elend unserer heutigen VIII. Als Hauptzweck der gewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen haben wir den Kampf um günstige Lohnund Arbeitsbedingungen hingestellt. Auf Nebenzwecke einzelner Arbeiterorganisationen, Unterstüßungskassen und dergleichen, brauchen wir nur nebenbei hinzuweisen. Was man von den Zentralstellen vielfach erwartete, Sie sind ein einigermaßen brauchbares Mittel, um einigen eine planmäßige Regelung der Ausstände, hat sich, Zusammenhang in die Organisation zu bringen, können wie auch wohl vorauszusehen war, praktisch nicht er aber den Mangel an Aufklärung, der durch die Bereichen lassen. Die Zentralstelle ist fast niemals in schränkung der Agitation bei jeder Zentralisation entsteht, der Lage, die betreffenden örtlichen Verhältnisse gehörig nicht ersetzen; sie sind außerdem in der Regel so unbe- zu übersehen, um zu beurtheilen, ob ein Ausstand von deutend, wie die Verbände, zu welchen sie gehören, selbst Erfolg sein kann oder nicht. Es hat deshalb nicht verfind und bürgen noch besondere Gefahren in sich, indem mieden werden können, daß selbst mit der besten Absicht Poesie. Ziemlich die ganze deutsche Schönliteratur setzt fie leicht zur„ Kassenspielerei" verleiten und die Organi- und unter Aufwenden aller Vorsicht die gröbsten Miß- sich gegenwärtig zusammen aus bunten Kolportageheften sation von der Hauptsache ablenken. griffe von den Zentralstellen gemacht sind, ganz ab- und aus Journalromanen; beides pflegt Schund zu sein. Ich wollte die Sache hier nur der Vollständigkeit gesehen, daß zuweilen persönliche Beweggründe sehr mit- Woran liegt das? Uebermäßige Arbeit und geringer bestimmend waren, und doch schließlich eine größere Lohn bewirken, daß das Proletariat im Allgemeinen ohne IX. Bei uns ist es daher nothwendig, den Kampf Gewerkschaft, wenn sie glaubt, die Verhältnisse liegen ihr Geschmacksbildung ist und nur Zehnpfennig- Hefte anstatt um günstige Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Form günstig, sich nicht durch den ihr unbegründet erscheinenden eines guten Thaler- Buches kauft. Das Bürgerthum ist zerstreuten Krieges" zu führen mit möglichst Machtspruch einer Person oder einiger Personen von ihrem nicht minder eine Wüste in künstlerischer Hinsicht; die ein= guter Benugung der örtlichen und zufälligen Umstände. Vorhaben zurückhalten läßt. Ist in einer größeren Gewerk- seitige Ausbildung des Erwerbssinnes hat sein SchönheitsWas der zu diesem Kampf zu bildenden Organisation an schaft der Stein einmal in's Rollen gekommen, so kann gefühl verkümmert. Ferner bringen es unsere wirthschaftäußerem Zusammenhang nicht zu erreichen möglich ist, ihn Niemand aufhalten, und die„ Führer" müssen mit- lichen Verhältnisse mit sich, daß nahezu nur das gedruckt wird, was Geld einbringt. Somit ist der Geschmack des muß durch höhergespannte Aufklärung der Massen, gehen, wenn sie nicht die Zügel verlieren wollen. wegen erwähnen. des durch regere Agitation ersetzt werden. Dazu gehört Die Thätigkeit der Zentralstelle wird sich nur auf Publikums für fast alle Schriftsteller maßgebend. Selbstdas Gründen von geeigneten örtlichen Organisationen, Abmahnen beschränken müssen, wenn sie von der Sache verständlich wirken noch andere Ursachen am Verfall der und die Entwickelung einer kräftigen Agitation durch Kenntniß erhält, bevor sie zu weit gediehen ist. Je weiser Dichtung mit. Unsere kurze Betrachtung sollte nur zeigen, daß die eine gut geleitete Presse und geeignete Agitatoren über und zurückhaltender sie sich dabei benimmt, um so mehr die weiteren Kreise hinaus. Gerade das, was die Zentrali- Einfluß wird sie gewinnen. Wo sie diktatorisch auftrat, ökonomischen Verhältnisse das Kunstleben wesentlich sationen in Deutschland nicht verbreiten können, das hat sie stets ihren Einfluß ganz verloren und ihrem An- beeinflussen. Ist dies aber der Fall, so folgt daraus, daß die Umgestaltung unserer wirthschaftlichen Welt eine Verständniß der sozialpolitischen Fragen unter den sehen geschadet. Arbeitern, gerade das ist es, was unsere Arbeiterorganisationen Die Zentralstelle wird durch ihre Thätigkeit aber, Aenderung der Kunst bewirken wird, daß politischer Fortindem sie zum Sammeln anregt, Sperren bekannt macht, schritt und Kunst in innigem Zusammenhange stehen. Wie es nun Eigenschaft einer neuen Wahrheit zu Die Aufklärung muß die Einschränkung in der äußeren den Verlauf der Ausstände verfolgt und dafür sorgt, daß sein pflegt, in verschiedenen Köpfen aufzutauchen, so wurde fein Mißbrauch einreißt, sehr segensreich und hilfreich auch dieser Satz vom Zusammenhange der Kunst mit der erstreben müssen. Form ersetzen. X. Die örtlichen Organisationen werden am zweck- wirten können. mäßigsten erhalten: a) durch die Gründung von Fachvereinen, in welchen die sozialpolitischen Fragen mit besonderer Bezugnahme auf das betreffende Gewerbe erörtert werden. nommen zu werden. Wenn man mit einem Gewerk d) Sammeln eines Fonds zur Ausbreitung der Agitation Revolution von mehreren Geistern durch selbständiges durch Flugschriften und Agitatoren, zum Unterstützen Nachdenken gefunden. Bereits vor vier Jahrzehnten sprach schwächerer Organisationen in Prozessen und bei de- ihn Richard Wagner, der große Tondichter, mit Klarheit und Schärfe aus. Der Aufsatz Die Kunst und sonderen Angelegenheiten. Die Streitsammlungen durch eine Zentralstelle zu die Revolution", welchen Wagner 1849 unter dem Die fachliche Abgrenzung braucht nicht zu enge geleiten, hat Uebelstände gezeitigt, die den Vortheil reichlich Eindrucke der Revolution zu Paris ſchrieb, iſt ſo werthvoll, keinen lebensfähigen Verein erzielen kann, so ist es gut, aufwiegen, den man darin suchte, und hat sich praktisch daß wir einen Bericht über denselben hier für angebracht halten. Fast allgemein, so beginnt Wagner, ist die Klage, wenn mehrere verwandte Gewerke sich vereinigen, doch als undurchführbar bewiesen. Es sind erheblich bessere ziehe ich in Anbetracht dessen, daß eben der Lohnkampf Ergebnisse erzielt, wenn die Sammlungen für jeden Aus- die Revolution habe der Kunst geschadet. Ohne Zweifel in den vorliegenden Organisationen berücksichtigt werden stand einzeln gemacht und geradezu nach dem Orte des hat die Erschütterung des wirthschaftlichen Lebens, wie sie cine Folge der Straßenkämpfe war, den Verdienst der soll, ein Anschließen an fachliche Gruppen allgemeinen Ausstandes gesendet wurden. Arbeitervereinigungen vor. e) Aufnahme von ausgedehnteren Arbeits- und Lohn- Künstler geschmälert. Aber der Künstler möge sich nicht Die wirthschaftlichen Fragen Lassen sich in fachlichen Kreisen leichter allgemein verständstatistiken, Förderung und Vertretung der Interessen mit der Kunst verwechseln. Um zu entscheiden, ob die der Gewerbsgenossen, wo sich dazu Gelegenheit findet. Revolution eine Feindin der Kunst ist, bedarf es zunächst lich vortragen und durch Beispiele besser belegen. einer Betrachtung der Hauptmomente der Kunstgeschichte. XII. Es empfiehlt sich, in Zwischenräumen von Apollo, der Gott der künstlerischen Schönheit, war einem oder zwei Jahren sogenannte Kongresse zu ver- die eigentliche Nationalgottheit der alten Griechen zur anstalten, in welchen man sich über die wichtigsten Fragen Zeit ihrer politischen Blüthe.. Ein Hoherpriester war der aussprechen und gegenseitig belehren, sowie die Thätigkeit Dichter, weihevoll wie ein Tempel die Schaubühne. Der der Zentralstelle kritisiren und prüfen kann. Zuschauerraum wurde nicht, wie bei uns, von einem b) Abhalten öffentlicher Versammlungen der Gewerksgenossen. Diese öffentlichen Versammlungen sollen einerseits den Zweck haben, solche Personen, welche aus irgend welchem Grunde den Vereinen fernbleiben, doch in die Bewegung hineinzuziehen, also eine Ergänzung der Vereine zu geben. Diese Kongresse haben ihren hauptsächlichen Werth Häuflein Begüterter gefüllt; vielmehr strömte das Volk Deshalb sollen in diesen Versammlungen auch sozial- darin, daß sie Handwerksgenossen, und zwar befähigtere in all seinen sozialen Schichten, an Dreißigtausend, in das und in der Regel einsichtsvollere Personen, mit einander Amphitheater. Und nur was das ganze Volk bewegte politische Gegenstände erörtert werden. Dann sollen die öffentlichen Versammlungen aber aus weiter Ferne in Berührung bringen. Sie nüßen und fesselte, das Erlebniß der Volksseele, wurde vom mehr als es einem Vereine möglich ist, den Willen und dadurch sehr zum Heben des Zuſammengehörigkeitsgefühls. Dichter durch die Bühne dargestellt. die Ansicht der Gewerkschaft zum Ausdruck bringen, Außerdem wird durch mündliche Erörterung manche werth- Mit der Auflösung des athenischen Staates hängt da der Zutritt und die Mitwirkung bei der Berathung volle Anregung gegeben, manche Belehrung verbreitet, der Verfall seiner Bühne zusammen. Die Ueberwinderin allen zusteht, ohne irgend welche Bedingung, auch den mancher Gegensatz ausgeglichen. Deshalb sind die Kon- Griechenlands, Rom, war des echten Kunstfinnes baar. Gegnern der Ziele des Fachvereines, wenn sie reden wollen. gresse von nicht zu unterschäßender Wichtigkeit. Wohl besaß jede größere Stadt des römischen Reiches ihr Die öffentlichen Versammlungen stellen die Weniger Erfolg haben sie gehabt, wo sie sich herbeiließen, Amphitheater; aber nicht ergreifende Reden und Thoreigentliche Vertretung der Gewerksgenossen am Drte vor. den Versuch zu machen, für die Allgemeinheit bindende gesänge erschallten darin, sondern das Brüllen von Löwe c) durch die Einſegung einer Kommission oder nöthigen Geſetze vorzuschreiben, besonders, wenn es Fragen betraf, und Panther; nicht so sehr die anmuthigen und würdefalls einer einzelnen Person als Beauftragte der die noch durchaus nicht vollkommen geklärt waren, wenn vollen Bewegungen der Schauspieler und Tänzer, sondern Gewerkschaft zu ihrer Vertretung nach Außen sie solche Fragen also durch Mehrheitssprüche zufälliger die Fechtbewegungen und das Blut feiler Gladiatoren und zur Regelung ihrer Angelegenheiten nach Innen. Mehrheiten zu lösen suchten. Da haben sie häufig nur und Sklaven vergnügten das Auge der brutalen WeltDiese Kommission oder dieser Vertrauensmann die Verwirrung noch größer gemacht, mindestens keinen haben nach dem Auftrag und unter Kontrole der öffent- Erfolg erzielt. Das großartige Sklaventhum des Weltreiches erzeugte bezwinger. lichen Versammlung Verhandlungen zu führen, Gelder Kongresse sind unter allen Umständen zu empfehlen einen allgemeinen Bankerott der Menschenwürde und einen für gewerkschaftliche Zwecke zu sammeln und zu verwalten, trop der Kosten, die sie verursachen. Ja, es ließe sich Lebensekel. Da aber die Kunst ohne Freude am Dasein etwa vorkommende Ausstände zu leiten, für die Auserwägen, ob es nicht nüßlich sein möchte, ab und an bei unmöglich ist, so konnte nicht die Kunst der geistige Ausbreitung der Agitation am Ort und in der Umgegend in gelegener Zeitsolche Zusammenkünfte von Abgeordneten druck dieses Kulturzustandes sein. Das Christenthum jeder möglichen Form zu sorgen, und das Wohl der der Gewerksgenossen für kleinere örtliche Ab- vielmehr, die Anschauung, daß diese Welt der Sinne etwas Gewerkschaft nach Kräften zu fördern und über dasselbe grenzungen zu veranstalten, wobei man sich nicht pedantisch Böses sei, daß der Zweck des Lebens in einer überfinnan die politische Geographie zu halten brauchte. zu wachen. Eine solche gut geleitete örtliche Organisation, wenn * * * lichen, rein geistigen Welt liege und erreicht werde durch das zerknirschende Bewußtsein der menschlichen Elendigkeit, durch Tödtung des Fleisches und Weltflucht, diese Religion entsprach den Kulturverhältnissen der römischen Welt. Obwohl nach dem Untergang des römischen Reiches sie befähigte und muthige Männer zur Verfügung hat, Das ist das Bild, das ich mir von der in Deutschland kann, wie die Erfahrung lehrt, eine große Gewerkschaft möglichen gewerkschaftlichen Organisation mache. Sie schmiegt mit dem rechten Geist tief genug durchtränken, um sie sich meines Erachtens den bestehenden Verhältnissen sehr gut fähig zu einem recht wirksamen Lohnkampf zu machen, an, und ist widerstandsfähig gegen die Votöße der lebenskräftige Völker Europa beherrschten, so vermochte wenn sie die örtlichen Umstände gehörig ausnutt. feindseligen Bestrebungen auf Zerstörung der Arbeiter- doch die Kunst solange nicht wieder zu blühen, als der XI. Es empfiehlt sich, für die ganze Gewerk- Organisationen. Es ist bis jetzt noch immer gelungen, Glaube herrschte, Sinnlichkeit und Schönheit seien das schaft des Landes eine Zentralstelle einzuseßen, sei wo man aus einer nach diesem Plane gegliederten Organi- Werk des Teufels. Allerdings regte sich im Ritterthum es eine Generalkommission oder ein Vertrauens- sation ein Glied herausgebrochen hat, es schnell genug des Mittelalters das Gefühl des Naturmenschen, aber wieder vollwerthig zu ersehen, wenn die nöthige Thatkraft die Herrschaft der Kirche legte den Menschen einen natura mann. Auch das weltliche Herrenthum hat hierzu beigetragen. Der sorgenlose Reichthum absoluter Fürsten weckte die Lust zum feineren Genuß dieses Reichthums, und so nahmen die Fürstenhöfe die den Griechen abgelernten Künste in ihren Sold. Indessen war die Kunst, welche zur Zeit des absoluten Herrscherthums blühte, nicht die echte Kunst; denn sie erfreute nicht die große Masse des Volkes, sondern wenige Auserwählte, und stand in deren Solde. " 1 feindlichen Zwang auf, und so ward aus dem kräftigen, vor Unmuth vergehen können, in solchen Momenten ohn-| noch so arg stürmen und toben. Wer weiß nicht, wie im natürlichen Fühlen der Ritter Verhimmelung, Ziererei, mächtig zwischen Eisengittern und eisenbeschlagenen Thüren beginnenden Lenze Wolken auf Wolken sich thürmen, wie Heuchelei. wie ein gefangenes Wild im Käfig zu fizen, oder ingrimmig fie Schnee und Hagel stürzen auf die eisbefreite Erde, wie alle Winde wehen über die vom Lebensodem geschwängerte Erst als das christliche Glaubensfeuer ziemlich aus- hin und herzurennen." gebrannt war, und die Kirche mit dieser Welt herrschsüchtig Wenn der Verfasser sich zur Herausgabe des Buches Flurhält das Alles den Frühling auf? O, nein. Die zu liebäugeln begann, konnte eine Erneuerung der Kunst entschloß, so geschah es,„ da das Bedürfniß nach be- Saat keimt ruhig fort im Mutterschooße der Erde, die stattfinden. Das rein geistige Reich Gottes" wollte lehrendem Lesestoff unter den deutschen Arbeitern zu kräftige Sonne vertreibt zugleich die schwarzen Wolkenaußerordentlich groß ist und schichten und lockt die Keime hervor aus dem befruchteten sichtbar werden und mußte sich, um seine Würde nicht ihrer Ehre sei es gesagt einzubüßen, in das Gewand der Schönheit kleiden. Und fortwährend steigt, und da eine Kenntniß des Jahres 1848 Boden, und die grünende Flur sieht mit lachendem Triumphe - Was in schweren so griff das Priesterthum zu den schönen Federn des und seiner Vorjahre von höchster Wichtigkeit ist für das dem dahinziehenden Verderben nach. Liebknecht hat deshalb und drangvollen Zeiten gefäet wurde in die Herzen des Heidenthums, um sich zu schmücken; eine Wiedergeburt Verständniß der Gegenwart." des altgriechischen Geschmacks erfolgte. keine einseitige Biographie zu Tage gefördert, er zeichnet Volkes, was gedüngt wurde mit dem Blute von Tausenauch die Zustände, unter welchen der Mensch, Schrift- den, was entfeimte in dem milden Thaue eines langen steller und Agitator Blum rang. Nicht der Person habe Friedens und an der Sonne der allmächtig fortschreitenden bei früheren Gedächtnißfeiern die Verherrlichung gegolten, Bildung eines kräftigen sittlichen Volkes das versondern der in ihr verkörperten Volksbewegung. Dies nichtet kein Sturm, dagegen ist das finstere Unwetter will der nationalliberale Hans Blum, des demokratischen einer augenblicklich mächtigen Reaktion wirkungslos. Volkshelden Sohn und Biograph allerdings nicht zu Wort Beschränkt, dämmt, unterdrückt, verbietet, konfiszirt, bevorhaben; systematische Geschichts- Vernationalliberalisirung" mundet die Schrift und das Wort, verfolgt und verdammt nennt es Liebknecht. Der Letztere stellt Robert Blum durchaus die Vorkämpfer der Zeit, wirkt auf die öffentliche Meinung nicht als einen Halbgott hin, er erkennt zahlreiche durch die Heucheleien und Lügen der„ guten" Presse, laßt die Männer des Fortschrittes schmähen und verleumden Dennoch war es für den guten Geschmack eine ver- Mängel an. Aber es waren die Fehler seiner Zeit die Fehler nach Herzenslust, beschränkt und beaufsichtigt den Lehrstuhl hältnißmäßig goldene Zeit, als der Künstler im Solde geistreicher Priester und Fürsten stand. Denn einer viel seiner Umgebung. Und alle diese Fehler hat er wieder und die Kanzel, gewährt keine von allen Forderungen der so Gegenwart und müht euch ab Tag und Nacht, das Rad schlimmeren Herrin müssen jetzt die Künstler dienen: der gut gemacht durch seinen Tod. Hätte er gelebt Industrie. Das Wesen der modernen Kunst ist Industrie, wäre er vielleicht aus einem Helden der Revolution ein der Geschichte zurück zu drehen, den Geist der Zeit ihr Zweck Gelderwerb, ihr innerer Gehalt Stillung der Held der Contrerevolution geworden wer kann es zwingt Ihr nicht! Er bereitet still und geräuschlos, Langenweile. Falsch wie das Herz des Geldmachers ist wissen? Allein wir haben kein Recht, mit solchem„ vielleicht" aber unaufhaltsam die bessere Zukunft, die sein ist, und die Seele unserer Kunst, ihr Hauch vergiftet das Volk bis zu rechnen. Wir haben die Thatsachen in die Waagschale blickt mit lächelndem Triumphe auf Eure vergeblichen in die Tiefe. zu werfen und den Mann nach seinem Handeln zu be- Mühen! Nicht den Keim könnt Ihr mehr erreichen und Auch die moderne Kunst hat, wie die hellenische, ihren urtheilen. Die Thatsachen aber haben für ewige Zeiten zerstören, nur die jungen Blätter bewegen und erschüttern Lieblingssiz im Theater aufgeschlagen, bereitet ihre Feste Blum das Gepräge des Helden und Märtyrers aufgedrückt; und hin und wieder ein schwaches Zweiglein brechen. Abend für Abend fast in jeder Stadt Europas und be- und sein Handeln; daß er sich freiwillig an die Spiße Zwar ist es auch Schade um jeden hoffnungsgrünen Zweig, zeichnet somit dem Anscheine nach eine hohe Blüthe. Doch des Volkes stellte, welches in Wien für den Sieg der der zum Leben und zur Entwicklung bestimmt war. Aber diese Blüthe ist eine Blüthe der Fäulniß. In Wahrheit deutschen Märzrevolution kämpfte, und daß er mit seinem das Werden in der organischen und physischen Natur ist ist durch kein mit Zerstörung verbunden, und wer sich gestählt fühlt zum ist die Schönheit unserer Bühne ein verkümmertes Wesen. Leben für die Sache des Volks einstand, Das Theater schmeichelt der Beschränktheit und Geschmack- späteres Handeln, ausgelöscht oder verdunkelt worden. Kampfe, muß auch den Opfermuth in der Brust tragen; roheit. Wenn der Banquier von einer angreifenden Sein Tod auf der Brigittenau hat ihn vor den Ver- nur dann hat er gerechten Anspruch an die Frucht des Spekulation, der Beamte vom erschöpfenden Dienste im suchungen bewahrt, denen so viele seiner Genossen und Sieges." Aber lesen wir weiter, wie Blum über jene ,, Halben" Theater anlangt, will er eben nicht geistig angespannt, Mitstreiter erlegen sind die Standrechtskugeln, welche sondern zerstreut, unterhalten werden. Diesem Ge- die breite Stirn und die breite Brust Robert Blum's urtheilt, die in ihrem Zaudern und Zagen, wie Phrasenschmacke muß der geldbedürftige Künstler Rechnung tragen. durchbohrten, haben ihm die Herzeen des Volkes und der schwall unendlich mehr schaden, als der mit offenem Visir Freilich trachtet der Künstler nicht immer nach Geld; Völker, die ewige Jugend des Revolutionshelden und kämpfende Gegner: Wir glauben, äußert Blum daß die Zeit ge= manche wollen nur Ruhm erwerben. Aber da die Rühmen- Volfsmanns verliehen. Die Unsterblichkeit brauchten sie kommen ist, wo wir bauen müssen mit allen Händen, allen den eben geschmack lose Leute sind, so vermag die Ruhm- ihm nicht zu verleihen." Kräften, allen Mitteln an dem heiligen Dom des Einen sucht, welche allerdings edler als Gewinnsucht ist, den freien Vaterlandes und sehen in diesem Baue die höchste, die einzige Aufgabe der Zeit die des wahren Mannes würdig Künstler nicht zu veredeln. ist. Wir halten das Gesetz der alten Griechen, welches Denjenigen für ehrlos erklärte, der in schwierigen Verhältnissen des Vaterlandes nicht Partei nahm, für ein natürliches und weises, und glauben, daß jetzt die Zeit sei, wo man entweder mitbauen oder hindern muß. Deshalb verachten wir aus tiefster Seele die sich spreizende Hohlheit des sogenannten, oder vielmehr sich selbst so nennenden„ produktiven Liberalismus" ohne Kraft, ohne Charakter, ohne Gefinnung, ohne Ziel und ohne Willen dieses Volk, das heute die Welt stürmen will und morgen etwas anderes thut, um Hoftheater- Intendant zu werden, oder ein schlechtes Lustspiel auf die Bühne zu bringen; das gestern die ganze Gesellschaft auf den Kopf stellen wollte, um etwas " Apartes" zu haben, heute gegen Preßfreiheit schreibt, morgen wie ein greinender Schulbube sagt:„ es thut mir leid, ich will's nicht wieder thun", und übermorgen mit kindischer Frechheit behauptet: das habe ich gar nicht gesagt, oder sagen wollen!" das heute einen jungen" Welttheil ge= bären zu wollen sich vermißt und morgen sein ganzes ,, Glück" in der spießbürgerlichen Schlafmüße findet. Wir verachten jene altflugen anmaßenden Knabengreise, die über den Parteien stehen", sie beobachten und auf ihre Fehler aufmerksam machen" und so der kreisenden Geschichte gewissermaßen vorschreiben wollen, daß sie sich ganz nach den Regeln einer prüden Aesthetik geberde. Hinter diesem Dünkel verbirgt sich nur die Feigheit und Untüchtigkeit. Das ist unsere Ansicht, ist die Ansicht der Partei. Wir pflanzen ihre Fahne offen auf, lassen sie frisch und fröhlich wehen in der rauhen und milden Frühlingsluft und halten zu ihr mit liebender Treue in Freud und Leid." Fast alle ,, großen Männer", die in das Leben der Völker mit sittlicher Kraft eingreifen und neue befruchtende Freilich haben die jüngsten Jahrhunderte einzelne Ideen verbreiten, entstammen den ärmsten Klassen. wirklich große Kunstgenien erzeugt, Männer wie Shakespeare Robert Blum wurde am 10. November 1807 zu und Beethoven. Aber diesen hohen Geistern fehlt Köln als der Sohn eines völlig unbemittelten Faßbinders das hohe, verständnißvolle Publikum. Um das geboren und somit ist auch er ein Kind des Proletariats. Größte zu leisten, bedarf der Genius der Beihilfe von Seiten derer, für welche sein Werk berechnet ist. Wer den Gelderwerb als Zweck der Kunst ansieht, der allerdings muß der Meinung sein, daß die Revolution eine Feindin der Kunst sei. Wir sehen, wie der geweckte Knabe nach aufwärts strebte, wie er lieb Mütterchen und Geschwistern im Broderwerb half, daß er im Alter von 10 Jahren an der Jesuitenschule Unterricht ertheilte und allerlei Dienste verrichtete. Und wir verstehen den Seelenschmerz des Kindes, das geldmangels halber das Gymnasium verlassen und ein unsympathisches Handwerk: die Gelbgießerei erlernen muß. Dazu kam, daß Blum an Gesichtsschwäche litt. Robert Blum und seine Zeit. Mehr denn ein Menschenalter ist seit den RevoluAber er hatte immer noch Glück. Gewiß, Blum ist tionsstürmen von 1848/49 verronnen, die wilde Empörung, welche damals die Geister erfüllte ging schnell vorüber und ein Mann eigener Kraft, ein selfmade man". Der ärger denn je herrschte bald wieder die Reaktion. Und Gelbgießer wurde Theaterdiener, dann Theatersekretär und doch bildeten jene regellosen, ohne klare politische und endlich begeisternder Schriftsteller und Politiker, er darbte soziale Ziele sich vollziehenden und deshalb scheiternden bei ,, 15 Mt. Monatsgehalt und freier Station" noch soviel Erhebungen einen wichtigen Abschnitt in der Entwickelung ab, daß er seine Angehörigen unterſtüßen konnte; jeder Europas, schon weil die Massen aus dem Winterschlafe freie Augenblick galt der Weiterbildung. Doch ohne Unterstützung seitens Anderer wäre Blum nicht in die Höhe gestiegen. Liebknecht spricht eine beherzigenswerthe Wahrheit aus: erwachten. Vierzig Jahre sind dahin, neue Geschlechter kämpfen und leiden, das freisinnige Bürgerthum von ehedem ist in Bersetzung begriffen und an seiner Stelle hat das Proletariat die Führung übernommen. ,, Denn ganz allein, aus sich selbst heraus hat sich noch keiner entwickelt, und ganz auf sich selbst allein hat Natürlich hatte Blum schon in der vormärzlichen Unwiderstehliche Mächte verhelfen den Jbeen des noch keiner gestanden. Wer ganz allein auf sich selbst - und hätte er von Natur die großartig- Beit" seine Konflikte mit den Behörden; aber wie gearbeitenden Volkes zum Siege: die allmähliche, aber un- angewiesen ist der geht müthlich" wars damals noch in Sachsen. Es kamen wohl aufhaltsame Aufsaugung des Kleinbetriebes durch die sten Anlagen des Geistes wie des Charakters Großindustrie, die immer weitere Vervollkommnung der in dem Kampfe um das Dasein unrettbar zu Grunde. Fälle vor, wo politische Gefangene auf das Grausamste behandelt wurden, doch im Großen und Ganzen galt Technik und Ueberflüssigkeit Abertausender von Arbeitern, Der Mensch ist eben ,, das Produkt der Verhältnisse" Womit möglichste Rücksichtnahme. Nicht nur, daß Blum eine die Beschränktheit der Besitzenden, der Opfermuth, Bil- der selfmade man so gut wie ein Anderer. Womit möglichste Rücksichtnahme. natürlich nicht gesagt sein soll, daß auf das Individuum zweimonatliche Gefängnißstrafe wegen„ Preßvergehen" zur bungsbrang und die Ueberzeugungstreue der Armen. Dem jungen Blut der Gegenwart erscheinen die gar nichts ankomme, und daß unter gleichen äußeren Ver- Hälfte in 20 Thaler Geldstrafe umgewandelt erhielt, er die Indivi- konnte die verbleibenden vier Wochen in dem amüsantesten Wehen jener fernen Zeit idealifirt, verklärt. Manch hehre hältnissen die Möglichkeit vorausgesetzt Gefängniß verbringen. Die Freunde kamen und gingen, Lichtgestalt, die Alles für die Freiheit hingab: Haus und duen sich vollkommen gleich entwickeln würden." Entscheidungsvoll wurde für Blum das Jahr 1832, man trant, scherzte und politisirte in der Zelle, ja, Blum Hof, Stellung und Würden, ja das Leben, taucht in der Erinnerung auf. Der Edelsten Einer aber, dessen Gedächter siedelte als Theatersekretär nach Leipzig über. Hier wurde sogar beurlaubt, um am 10. November 1844 die Festrede zur Schillerfeier halten zu können. Wie ist es heute? niß Jahrhunderte währen wird, ist Robert Blum! Sein Streben und Wirken vorzuführen verlohnt der Mühe eines Gleichgesinnten. gründete er sich eine Position, von hier aus drang sein Name im Laufe der Jahre in die deutschen Lande und Seit 1843 im Besize eines eigenen Hauses, bot Blum hier auch fand er ein treues Weib, ein glückliches Familienleben. Die Rührigkeit und Schärfe Blums sind bewunderns- den ihm Näherstehenden das gastlichste Heim, auch den Und dieser ist in Wilhelm Liebknecht erstanden, der werth. Im Jahre 1840 gründete er den Leipziger Schiller- flüchtigen Polen lieh der Wackere Schutz und Hilfe. Immer schon 1878 an die Errichtung eines literarischen Denk verein, er entfachte mit die deutsch- katholische Bewegung, schwüler wurde indessen die politische Atmosphäre. Nonge's mals ging. Das Ausnahmegesetz durchkreuzte auch hier Zeitungen und Broschüren wurden ins Leben gerufen, un- Offenes Sendschreiben an den Bischof Arnoldi von Trier" alle Pläne. Die Leipziger Genossenschaftsbuchdruckerei, aufhörlich erklang der Appell an die Massen, sich aufzu-( betr. den Unfug mit dem„ Heiligen Rock") vom 15. August welcher der Verlag übertragen war, erlag den Bedräng- raffen und sich des Ernstes der Zeit bewußt zu werden. 1844 gab der Gefühlsschwärmerei und Unklarheit jener nissen und mit ihr das Werk. Nach langen neun Jahren Und Blum selbst war bemüht, durch einen verschwomme- Tage die mächtigste Nahrung. Auch Blum's Feuereifer lebt es nun wieder auf und bringt uns die Manen des nen Patriotismus hindurch zu lichteren Vorstellungen zu warf sich auf die neue Bewegung. Liebknecht stellt fest, daß Blum ,, auch auf religiösem Gebiete freisinnig" war, gelangen. Todten näher. Im Jahre 1843 gab er an Stelle des unterdrückten und zwar lange vor Ronge", vom Dogma hatte er sich Der Schriftsteller, der Selbsterlebtes schildert, packt mit Unterstützung von Herwegh, ebenfalls befreit. Der geistige Inhalt der Bewegung verdoppelt und so ist es auch mit Liebknecht, der bereits als Verfassungsfreund" Jüngling in der politischen Brandung stand und als Ver- Joh. Jacoby, Hofmann von Fallersleben u. A. das dient keine Anerkennung, aber eines hat er", so urtheilt Taschenbuch ,, Vorwärts" heraus. Welcher Geist dasselbe der Verfasser über Ronge, abgesehen von seiner Person bannter die Fremde aufsuchen mußte. und von seinem späteren Treiben vor den modernen im Gefängniß durchwehte, das Vorwort möge es bezeugen: Blum's Tod wurde Liebknecht Wohl behaupten manche kleinmüthige Seelen, es sei Titelnachfolgern( zweiter Luther") voraus, und das ist, mitgetheilt.„ Ich vergesse nicht", so schreibt er den trüben Novembermorgen, an welchem die Schildwache vor Herbst im Vaterlande und der Winter nahe, weil die daß er gegen die Reaktion kämpfte, während Stöcker, meinem Fenster mir die Zeitung mit der Nachricht von Stürme brausen und es finster wird am Horizont. Laßt Döllinger und Konsorten Werkzeuge der Reaktion sind." Am 12. August 1845 war in Leipzig in eine wehrBlum's Erschießung und Fröbel's Begnadigung auf der es stürmen! Jedem Winter folgt der Frühling. Und der Spitze des Bayonnets an mein Fenster reichte. Ich hätte Frühling erkämpft sich die Herrschaft, mag der Winter lose, durchaus nicht demonstrirende Menge vor dem Hotel " " des Generalkommandanten Prinz Johann, des späteren| Die nehmen sich wechselseitig ab, was sie zuvor schon an- ,, Wo herrscht denn die Wahrheit?" denkt Sergei, Königs, geschossen worden; zwölf Personen blieben infolge deren, außerhalb ihres Kreises Stehenden, genommen haben. ,, wo lebt man so, wie es die Gerechtigkeit verlangt?" eines Mißverständnisses" todt auf dem Platze. Die Er- Ihr Besißthum ist doch das Resultat fremder Thätigkeit; Es entbrennt der Krieg. Das Regiment, in dem regung war ungeheuer, ein Aufstand schien unvermeidlich. sie selbst thun in ihrem Leben keinen Streich ehrlicher Sergei als Soldat diente, stand lange an der Grenze, Blum's Nede in einer großen Volksversammlung be- Arbeit und da Werthe nur durch Arbeit geschaffen werden dann marschirte es in Bulgarien ein. Ein hartnäckiges schwichtigte die Massen und beugte so nuglosem Blut- können, so müssen sie also von ihnen irgendwie auf Grund Fieber befiel Sergei und er blieb im Lazareth. So kam vergießen vor. des bloßen Besizes von anderen abgetreten" sein. Jetzt es, daß er in keiner Schlacht war und alle Schrecknisse geht ein Theil der Besizrente wieder an andere Be- des Krieges erlebte, ohne je auf dem Kampfplaße gewesen ſizende- verloren durch das Börsentreiben, sofern die zu sein. Die schweren Leiden der Verwundeten, der Tod Leute, die auch unter den Befißenden nicht alle werden, seiner Kameraden, die Erzählungen von den geschehenen angelockt durch die Aussicht auf den mühelosen Erwerb, Grausamkeiten, den Verheerungen ganzer Ortschaften, von all das legte sich als getäuscht durch schwindelhafte Gründungen, Zeitungsberichte den Verfolgungen der Besiegten und künstliche Manöver Papiere abkaufen, die nicht werth schwere Last auf seine empfängliche Seele und erweckte in find, was sie vorstellen oder wofür sie erworben wurden. seinem Geiste einen neuen Schwarm quälender Gedanken auch mit diesen Leuten braucht man nicht viel Bedauern und Zweifel, die ihn unablässig verfolgten, ihm keine Ruhe und Rast ließen. Robert Blum schreibt über dieses Mißverständniß" an Johann Jacoby: 11 -" Wie bei uns die Augustereignisse gewirkt haben? Gut und schlecht wie man will. Die Reaktion ist allerdings furchtbar in diesem Augenblicke, und es giebt kein Land, in welchem man so viel Knechtungsversuche aller Art macht; aber gerade dadurch ist auch der Spießbürger zum Theil zur Besinnung gelangt und hat die schwere Täuschung erkannt, die so lange ihn benebelt hat. Unsere Kammer ist gut, aber fie erzielt natürlich nichts. So lange ein deutscher Minister einer ganzen Kammer auf alle ihre zu haben. Mehrheitsbeschlüsse mit Unverschämtheit sagen Es handelt sich aber noch um etwas. Bei diesen Warum tödten und verfolgen so unbarmherzig fann: es bleibt beim Alten! car tel est notre plaisir Börsen- Manövern wird in Wirklichkeit die ganze Be- die Menschen einander? Und wie hat man nur das Herz, ( denn das ist unser Vergnügen), so lange bleibt das ganze völkerung berührt. seine Hand gegen einen Menschen, und sei es selbst ein Kammerwesen eine heillose Spiegelfechterei. Aber wenn die Kammer wirklich fruchtlos auseinandergeht, so steigert sich Zum Beispiel: des„ Cotton- Trusts" des Baumwoll- Türke, zu erheben? Man sagt, der Türke sei unser Feind, die Stimmung im Lande bis zur Unglaublichkeit wie ringes wegen wird jezt in den englischen Spinnereien nur der Türke sei cin wildes Thier und doch hat er eine denn überhaupt die Stimmung in unseren kleinen Städten halbe Zeit gearbeitet; jeder britische Arbeiter und all die menschliche Gestalt, so gut wie der Christ..." und auf dem Lande vielfach entschieden gut ist und das Leute, die mit ihm geschäftlichen Verkehr haben, müssen Du bist recht wunderlich", sagte ihm darauf einer Syſtem iſt es endlich, gegen das sich der Ha kehrt- nicht büßen für die Wucherer, welche die Baumwolle zurück- seiner Kameraden, ein Artillerist.„ Siehst Du denn Jemand, Haß mehr gegen die Menschen und die Umstände." wenn Du im Kampfe bist? Die Kanonen stehen ja weit Wenige Jahre nur noch sollte Blum im Dienste der halten. Freiheit wirken. Ueberall brach sich die lang zurückgeSo ist es auch, und erst recht mit dem Weizen; die bis zwei Werst weit vom Feinde. In dieser Entfernung haltene Empörung über alle Verhältnisse stürmisch Bahn. Mehlpreise steigen, und zwar viel mehr, als durch die kannst Du ja den Menschen gar nicht deutlich sehen, weit Blum cilte im November 1848 den revoltirenden wirkliche Sachlage geboten ist. Die Ernte in den Ver- weniger das Gesicht unterscheiden. Du siehst nur eine Wienern zu Hilfe. Hier endete nach kurzer Inhaftirung, einigten Staaten ist gut gerathen und der Ausfall in schwarze Masse. Du achtest nur auf das Kommando, einen Tag vor dem 41. Geburtstage, unter den Kugeln West- Europa lange nicht so groß, als er vermuthet wurde. und denkst nur daran, die Befehle pünktlich und schnell österreichischer Soldaten der Treueste der Treuen. Er wird übrigens durch die große Ernte in Rußland zum auszuführen, und keinen Fehler zu machen. Und wenn Einige Jahre vor seinem Tode schrieb Blum an Theil wettgemacht. Mit dieser Steigerung haben aber Du es schlecht gemacht, wenn der Feind den Sieg gewinnt, seine Schwester Elife: diese Börsen- Manöver viel zu thun. Wenngleich selbst- so wirst Du entweder selbst getödtet, oder verstümmelt oder verständlich kein Gedanke daran sein kann, daß die zu Tode gequält. Da hören alles Mitleid und alle Corner"-Preise im wirklichen Geschäft maßgebend werden, Weichherzigkeit auf." Ein anderer Soldat erzählte, es sei einem nur schlimm so haben sie doch die Tendenz, schon wegen der künstlichen Zurückhaltung der Waaren, den Preis im allgemeinen zu zu Muthe, während man sich zum Kampfe richte; sobald erhöhen. Und hat einmal eine Steigerung an einem Ende man erst einmal in Reih' und Glied sei, die Trommel begonnen, so geht sie wohlbekanntermaßen durch die ganze erklingt so erhebt sich ein Gesumm, ein Geräusch, das Kette, so daß die Vertheuerung des Bushel Weizens um Blut drängt zum Kopf- und gleichviel, man verliert 20 Cents bei der Frau, die fünf Pfund Mehl einkauft, in jedes klare Bewußtsein. Man drängt vorwärts, schwingt zehn- oder zwanzigfacher Stärke fühlbar wird. die Waffen rechts, links, schießt und denkt gar nicht, Was aber ist gegen dieses Verfahren zu machen? auf wen man zielt. Unter den heutigen Verhältnissen gar nichts. Das Wettern Aber bedenke doch was Du sprichst", entgegnete ihm gegen die Börse in bürgerlichen Kreisen ist zwecklos. Ihre Sergei, Du weißt ja doch, daß Du gehst, um Blut zu Geschäfte" sind in ganz legitime Formen gekleidet. Auch vergießen!" mit Strafgesetzen würde sich da nichts ausrichten lassen, Aber man muß doch diese Hunde endlich zur Ruhe vorausgesetzt, die Macht dieser Leute wüßte dieselben nicht bringen? Wir streiten ja für eine heilige Sache!" hinfällig zu machen. Hier hilft nur eines: Der Austausch der Güter muß unter die Kontrolle der Gesellschaft gestellt und der Handel Handel ist Prellerei, sagt Benjamin Franklin abgeschafft werden. " Ich bin sehr glücklich in meiner Häuslichkeit, aber ich habe sie erst dann begonnen, als ich meiner Frau auf das Bestimmteste erklärt, daß ich sie und meine Kinder verlasse, sobald eine höhere Pflicht mich ruft; und dies steht fest bei mir allerdings auch bei meiner Frau, daß selbst die Gewißheit, daß die Meinen betteln müßten, mich nicht einen Augenblick abhalten würde, mein Leben einer großen Sache, meinem Vaterlande zu weihen." * * * ,, Er hat sein Wort gegeben, und er hat es eingelöst. Essetai haemar! Es kommt der Tag!" Solche Größe erhebt! Auch wir leben in einer ernsten, großen Zeit und bedürfen stählerner Männer. Keiner von uns wird das gelobte Land erreichen, aber bessere Zeiten vorbereiten vermögen wir Alle. Wer in die Reihen der Kämpfenden tritt, den darf im entscheidenden Augenblick nichts hinieden fesseln! Hs. R. F. Wie man Geld macht. Ein alter Börsenspekulant in Chicago, Hutchinson ge= nannt, hat soeben durch Fleiß und Sparsamkeit" etliche Millionen Dollars gemacht", sofern er sie von seinen Schuldnern auch wirklich eintreiben kann. Es handelt sich um den Weizen- Corner, von welchem lezzthin viel die Rede war. " 1 " Eine Dorfgeschichte Soziales Bild aus Rußland. von G. Gorbunoff. ( Fortsetzung.) Wenn Du nun aber nicht mit Türken, sondern mit anderen Christenmenschen kämpfen müßtest?" " Und mit andern Christenmenschen würde ich auch tämpfen, wenn man es verlangte! Ich bin ja nicht dafür verantwortlich, sondern die, welche es verlangen." ,, Es ist doch gut, daß ich krank geworden und nun beim Lazareth bleiben muß, um die Verwundeten zu pflegen", dachte bei sich Sergei. Es wäre ihm schrecklich gewesen, in den Kampf zu gehen, nicht weil er den Tod fürchtete, sondern weil er nicht den Muth hätte, auf seinen Nebenmenschen zu schießen. Hutchinson, oder„ Old Hutch", wie er an der Börse genannt wird, hatte berechnet, wieviel Weizen beiläufig im Als Sergei das bestimmte Alter erreicht hatte, wurde Monat September im gewöhnlichen Verlauf der Dinge er unter die Soldaten gesteckt. Der Krieg nahm ein Ende und Sergei wurde aus nach Chicago kommen würde. Diesen kaufte er unter Mit seinem Regimente durchwanderte er viele, viele dem Dienste entlassen. allerhand Manipulationen, welche sein Thun und seine Orte seines Vaterlandes. Schon im ersten Jahre, während Zu Hause nahm er die gewohnte Arbeit wieder auf, Absicht verdeckten, in aller Stille auf. Es heißt, daß dies fie ihre Winterquartiere bezogen hatten, lernte er lesen, dachte, im Sommer wieder an die Feldarbeit zu gehen. nahezu zehn Millionen Bushel gewesen seien. und vertiefte sich in die Evangelien. Die Lehre ergriff Da merkte er, wie ungelegen und unlieb er dem Bruder Nachdem das geschehen, bot er sich erst recht als tief seine Seele, durchdrang sein innerstes Wesen. Alles und der Schwägerin gekommen. Deshalb ging er so willig Käufer an und zwar zu fortwährend erhöhten Preisen. wird gut werden, wenn nur die Menschen einander lieben auf die Theilung und die Heirath ein. Ein Haufe der Börsianer, die von der wahren Sachlage wie die Brüder, wahrhaftig wären und gerecht handeln Ihm war es ja im Grunde gleich. Wenn ihm nur keine Ahnung hatten, fiel ihm zur Beute. Sie verkauften würden. Aber, wenn er um sich schaute, sah er wohl, die Möglichkeit geboten, irgend eine Arbeit zu betreiben, selbstverständlich, was sie nicht hatten und an eine wirk daß Niemand so that, Niemand das Gebot erfüllte; über die ihn nicht hinderte, sich in seine Gedanken zu verbeißen liche Ablieferung des Gekauften zur festgesetzten Zeit wird all sah er, daß die Menschen darnach strebten, sich auf und ihm erlaubte, sein Brod zu verdienen, ohne Anderen bei dem ganzen Geschäft gar nicht gedacht. Kosten der Andern zu bereichern, sich ihr Leben zum im Wege zu sein. ,, Old Hutch" aber kaufte unverdrossen Millionen um Schaden Anderer besser einzurichten. Da er sein Häuschen am Ende des Dorfes hingebaut Millionen Bushel und der Preis stieg immer mehr. Da Mit seinem Regimente lebte er einige Zeit in einem hatte, so geschah es nicht selten, daß ein verspäteter ging den Bären" ein gewaltiges Licht auf. Sie sahen, Regierungsbezirk, wo schönes, fruchtbares Land war, wo Wanderer, oder ein Durchreisender ihn um Obdach und daß der alte Fuchs den ganzen Vorrath in Händen hatte der Beden prächtigen Weizen hervorbrachte, wo die Bauern Nachtlager ansprach. Sergei liebte es, wenn bei ihm und daß sie von ihm und zu dem von ihm festgestellten Preise nur vom Ackerbau lebten und gar kein Handwerk nebenbei Jemand vorsprach; er liebte es, sie auszufragen; saß mit die Waare zu kaufen hatten, die sie am 1. Oktober ihm betrieben. Hier war den Leuten der Boden Alles ihnen oft bis in die tiefe Nacht hinein, hörte ihren Erzu liefern verpflichtet waren. Sie waren in einem ,, Corner". machte ihren Reichthum aus, war ihr einziger Ernährer. zählungen zu, stellte ihnen Fragen über Dinge, die ihm Wäre es ihnen möglich gewesen, den Weizen von Ja, das Fleckchen Land hatte hier Werth, denn es war so viel Kopfzerbrechen machten und ihm keine Nuhe ließen. Dakota, Minnesota oder Kansas zur rechten Zeit nach wenig Land vorhanden, und von Niemand konnte man Wie leben die Leute dort und dort? Giebt es solche Orte, Chicago zu bringen, dann würde der Alte eingeklemmt hier Land pachten. wo die Menschen so leben, wie es die Gerechtigkeit gewesen sein. Aber der hatte die Sache gut berechnet und Mit der Zeit waren aber neue ,, Seelen" zugekommen, fordert? Warum leben die Menschen jetzt nicht so wie dafür vorgesehen, daß der Corner erst entdeckt wurde, als die Anzahl der Familienglieder hatte sich in den Bauern ehemals und warum geht jeder seine eigenen Wege? das Herbeischaffen der Frucht für die rechtzeitige Lieferung häusern stark verändert. In vielen Familien, die früher Doch nie bekam er Antworten, welche ihn befriedigen unmöglich geworden war. So konnte er den Preis des sehr viele Glieder zählten, hatte der Tod stark aufgeräumt, fonnten, obgleich viel verschiedenes Volk im Laufe der Zeit Bushel Weizen auf zwei Dollars firiren und zu diesem jegt waren sie klein geworden; andere hatten im Gegen- bei ihm vorgesprochen. werden die Verkäufer, die nicht haben, was sie verkauften, theil sich stark vermehrt, und doch blieb das Land jeder Einst, spät am Abend, kam ein alter, stark gebeugter mit ihm ausgleichen müssen. Das heißt, sie haben die Familie nach der Zahl der früheren Familienmitglieder Mann vor seine Thür und bat ihn um ein Nachtlager. Differenz zwischen dieser Notirung und dem von ihnen zugetheilt. Es wurde das Verlangen nach Umtheilung Er hatte einen großen Handschlitten bei sich, der voll verbeim Abschluß des Geschäfts vereinbarten Lieferungs- Preise des Bodens laut- nach Umtheilung je nach der Anzahl schiedener Ristchen und Kästchen, Körbchen und Bündel in baar an Hutchinson zu zahlen. der vorhandenen ,, Seelen" jeder Familie, andere bekämpften war. In denselben steckten Gläser und Büchsen mit verVielleicht läßt er mit sich handeln und thut es billiger. dieses Verlangen, widerstrebten demselben. Ein um das schiedenen Delen aus all' den verschiedenen Lampen, welche Nach den Börsenregeln braucht er es nicht und die Ver- andere Mal wurde die Gemeindeversammlung berufen, es in den Klöstern vor den Heiligenbildern brennen, den lierer müssen bezahlen oder werden ausgestoßen. Ob er kam sogar zu Schlägereien... Klöstern auf dem Berge Athos, in Jerusalem; dann hatte die Schuld auch an den Gerichten eintreiben könnte, wollen Und wie aufmerksam Sergei auch hinhorchte, und er Kreuze, Heiligenbilder, Amulette und dergleichen Sachen wir nicht erörtern; es liegen Entscheidungen für und den verschiedenen Verhandlungen folgte überall behielten mehr. gegen vor. die Oberhand die Starken, d. h. die Reichen, welche Sergei Ivanitsch nahm ihn freundlich auf und verItem: Hutchinson wird um diverse Hunderttausende Recht behielten die Nutznießung von größeren, ihnen brachte mit ihm die ganze Nacht in Gesprächen. Den oder Millionen reicher und die anderen Spieler werden nicht zukommenden Landparzellen. Nur selten und das Gesprächen des Alten lauschten auch Nikolai, der auf dem um so viel ärmer sein. Etliche haben sich bereits bankerott immer erst nach langem, erbittertem Kampfe kam es zu Ofen lag, und Anna Micheilofna, die sich auf ihrem Bette anmelden lassen, ein Bankbeamter ist nach Canada durch- einer Umtheilung des Landes, wie es die Gerechtigkeit ausgestreckt hatte und die kleine Sascha, die neben Sergei gebrannt, nachdem er sein eigenes Vermögen und 5000 Dollar erforderte. Ueberall führten das große Wort und leiteten Ivanitsch sißend die dunklen träumerischen Augen fest auf von dem Gelde der Bank verspielt. Der Eine oder der die Gemeindeangelegenheiten die Mirogodi und Kulecki(!) den Alten heftete. Andere mag sich umbringen, was auch kein Schaden ist.- wahre Blutaussauger, während das Volk sich dem Soweit ginge die Sache blos die Börsianer an. Trunke ergab und immer niedriger und niedriger sank... ( Fortsetzung folgt.) Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: T. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. № 42. Die Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Sonnabend, den 20. Oktober 1888. II. Jahrgang. Arbeiterklasse und die Landtagswahlen wie ein Kampf von Hofschranzen und Lakaien. Gewiß, im Weißen Saale des Berliner Schlosses feierlichst erin Preußen. Nach der Rede von Mar Schippel. ( Berlin, Tonhalle, 16. Oktober 1888.) schiedenheit mehr. I. es stecken auch dahinter sehr durchsichtige politische Bestre öffnet. bungen, aber um dieser ganz belanglosen Bestrebungen Das war vielleicht der Gipfelpunkt der damaligen willen soll uns der Selbständigkeitssinn, das Mannes- konstitutionellen Bewegung, mit der es darauf sehr rasch gefühl des Volkes nicht in der Weise zu Grunde ge- rückwärts ging, weil die Reaktion die Fäden der Macht richtet werden, wie es durch den fortgesetzten Gößendienst mehr und mehr wieder in ihre Hände bekam. Ueber die gewaltige agitatorische Bedeutung, der bürgerlichen Parteien geschehen muß. Zunächst erklärte das Ministerium Camphausen der welche Wahlen für unsere Parteibewegung haben, besteht Treiben dem Volke wieder große politische Strebeziele vor sung, so wie es ihr beliebe, festzustellen", sondern sie In diesem kleinlichen, charakter- und gedankenlosen Nationalversammlung, sie sei nicht berufen, eine Verfas= wohl heute unter den Genossen keinerlei Meinungsver- Augen zu rücken, es aus den niedrigen Tagesstreitigkeiten habe die Verfassung mit dem Königthum zu vereinbaren", wieder emporzuführen zu wahrhaft demokratischen Forde- die Zustimmung des Königs sei erforderlich, damit die Sind die Wahlen für uns erfolgreich, so bieten fie rungen welche schönere und lohnendere Aufgabe könnte Grundrechte des Volkes Geltung erhielten. uns auf Jahre hinaus den Vortheil, daß bei allen Fragen, es für die Arbeiterpartei geben, welche wirksamere Anregung welche die Gesetzgebung beschäftigen, unsere Vertreter fort könnten gerade hierdurch die Berliner Arbeiter ihren Damit war bereits der Keim zum Konflikte gelegt. und fort den Standpunkt des Proletariates, die Forde Genossen draußen im Lande bieten! Welches Element der dem unausbleiblichen späteren Konflikte gewachsen zu zeigen. Die Nationalversammlung that jedoch nichts, um sich rungen der großen, befißlosen Mehrheit des Volkes be- Gährung und Zerseßung könnten sie damit auch unter die Sie tagte und tagte, sie verwies den Verfassungsentwurf tonen können daß die Abgeordneten, indem ihre Reden Anhänger anderer Parteien werfen! weit hinaus in alle Lande schallen, unausgesezt dazu beider Regierung an eine Kommission, die Kommission Wir sind also, aus Gründen verschiedener Art, ent- arbeitete ihrerseits einen ganz neuen, selbständigen Enttragen, die Arbeiter über ihre eigenen, oft nur ganz un- schlossen, die Zeit der Wahlbewegung für das preußische wurf aus; man beschloß ein Jagdgefeß, welches den Kleinbestimmt gefühlten Interessen aufzuklären, sie in der Er- Abgeordnetenhaus nicht unbenüßt vorübergehen zu lassen, bauern gegen das Wild der Großgrundbesitzer schüßen kenntniß ihrer Klassenlage und der Ursachen davon zu nur kann unsere Theilnahme nicht in der Aufstellung von sollte, man erklärte Adel und Orden für abgeschafft, alles fördern. Siegreiche Wahlen gewähren die Möglichkeit, Kandidaten und in der Abgabe von Stimmen bestehen, ganz vortrefflich, aber man that nichts, um dem Volke Kritik an allen Vorschlägen und Handlungen der herrschen- sondern sie muß sich wenden gegen das ganze politische eine wirkliche Machtstellung zu schaffen. den Parteien zu üben, diese Parteien vor aller Welt ins System, welches den überlebtesten Parteien noch ein Unrecht zu setzen, indem man sie durch Einbringung ungestörtes Dasein ermöglicht. Die Regierung hingegen arbeitete unausgesetzt mit fieberhaftem Eifer an der Festigung ihrer Stellung. Am wirklich arbeiterfreundlicher Anträge schende Maske zu lüften und offen gegen diese Forde dieser Protest wird sich mit schneidendster Schärfe richten Berlin einmarschirt Unser Protest wird unsere Agitation sein und 7. Juli waren die zurückgezogenen Truppen wieder in sie standen der Regierung zur Ver= rungen aufzutreten und damit sich als Arbeiter feinde müssen fügung. Am 26. August wurde mit Dänemark an den bloßzustellen. Schleswig- Holsteinischen Grenzen der Friede von Malmö geschlossen, und damit standen die Truppen Wrangels bereit, bei schwankenden Entscheidungen ihr Schwert in die Wagschale zu werfen zu Gunsten der Regierung. Nachrichten aus Wien verstärkten ebenfalls den Muth der Königlichen. Am 28. Oktober hatte Fürst Windischgräß den Sturm auf die Hauptstadt Desterreichs begonnen, am Nationalgarde wurde aufgelöst, Standrecht und Belagerungs31. Oktober befand sich die Stadt in seinen Händen, die zustand waren erklärt. - zwingt, die täugegen das System der Dreiklassenwahl. II. So wird unter den Arbeitern fortschreitende Klarheit über die Ursachen ihrer Noth und ihrer Abhängigkeit in der Gegenwart und über ihre nothwendigen Strebeziele in der Zukunft geschaffen. So werden die Massen aufEs dürfte Manchem noch unbekannt sein, daß den gerüttelt aus ihrer Gleichgültigkeit und Unwissenheit. So Wahlen zur Volksvertretung wird zwischen den Parteien der Besißenden und der Partei der Besißlosen die große geistige Scheidung gefördert, die in Preußen anfangs das allgemeine Wahlrecht vollzogen sein muß, wenn unsere Bestrebungen dereinst zu Grunde gelegen hat, daß man also früher dem preußiAussicht auf Verwirklichung haben sollen. schen Volke ein Recht zugestand, dessen Gewährung zu Aber selbst erfolglose Wahlbewegungen dienen fordern die heute maßgebenden Parteien in hervorragendem Maße dem Fortschritte unserer Sache. ihrem linken Flügel nicht einmal den Muth haben. selbst in So lagen die Dinge, als eine Demonstration in Freilich sind es nur wenige Wochen, in denen wir uns Schon im Jahre 1815 gelobte die preußische Ne- schuf. Vor dem Schauspielhause, in dem die NationalBerlin den gewünschten Anlaß zu energischem Vorgehen hier nach Verlauf von drei oder fünf Jahren den gierung, eine Verfassung und eine Volksvertretung zu versammlung tagte, hatte eine aufgeregte Menge ihren Massen zuzuwenden vermögen. Aber in diesen Wochen schaffen. Aber wie es so oft geht: Versprechungen, dem Unwillen gegen die Rechte kundgegeben. Um ein festeres gerathen Schichten der Bevölkerung in Fluß und Regung, Volfe in der Noth gemacht, werden im Glücke nicht ge- Regiment einzuführen, wurde darauf am 1. November die sonst ganz leblos, in Theilnahmlosigkeit und Vor- halten. Das Volt, welches den wankenden Thron wieder bereits ein Ministerium Brandenburg eingesetzt. urtheilen erstarrt, daliegen. In Wahlzeiten werden sie aufgerichtet hatte, mußte sich mit der alten Einflußlosigkeit Nationalversammlung spürte jetzt endlich, wie der Wind Die wachgerufen, sie reiben sich den Schlummer aus den Augen, begnügen. Was allein geschah, das war, daß man im wehte: der Graf Brandenburg war wegen seiner reaksie wohnen dem Meinungskampf der Parteien bei, und Jahre 1823 für jede der acht Provinzen Provinzial- tionären Gesinnungen allgemein bekannt und aefürchtet wenn sie sich vielleicht auch noch nicht für uns entscheiden, stände" schuf, ganz nach dem alten überlebten Wuster| und ebenjo der Winter ves Innern, Freiherr v. Manso wird doch der Keim neuer, unausrottbarer Gedanken in der ständischen Vertretungen. Da waren die„ Standes- teuffel. Trotzdem blieb die Volksvertretung demühtig und ihre Brust gelegt und die Frucht davon fällt uns doch herren" und bildeten ihre Curie allein oder mit der unterwürfig, sie wagte es nur, im Frack und mit der schließlich zu. Ritterschaft", den Vertretern der Rittergutsbefizer, zu- Supplikantenmiene" den König zu bitten, die Berufung Wo also unsere Partei irgendwie in der Lage ist, sammen. Herren" und" Ritterschaft" hatten stets der zurückzunehmen. Die Antwort darauf war, daß Graf wird sie auch ohne Aussicht auf unmittelbaren Erfolg Bahl nach das Uebergewicht. Die Abgeordneten der Brandenburg blieb, daß die Nationalversammlung aber, in ihrem eigenen Interesse in den Wahlkampf eintreten. Städte" und des kleinen„ Land" besizes bildeten immer nach einem Regierungsukas vom 8. November, bis zum Um so unbegreiflicher wird es Manchem erscheinen, die Minorität. Grundbesitz, christliches Bekenntniß und 27. November vertagt wurde und dann nicht wieder in daß wir bei den preußischen Landtagswahlen bisher unbescholtener Ruf das waren die Erfordernisse, welche Berlin, sondern in Brandenburg zusammentreten sollte, tein Lebenszeichen von uns gegeben haben. jeder Abgeordnete erfüllen mußte. wo sie offenbar für etwaige oppositionelle Gelüste nicht Die folgenden Ausführungen werden zeigen, warum Als 1847 die Regierung dem immer drohenderen denselben Rückhalt an der Bevölkerung hatte wie in Berlin. das kaum anders sein konnte. Aber andrerseits würde Rufe nach Schaffung einer allgemeinen preußischen Volks- Jezt sah die Nationalversammlung endlich ein, daß man einen großen politischen Fehler darin erblicken vertretung nicht mehr widerstehen konnte, bildete sie durch es biegen oder brechen hieß. Sie widerstand zunächst und müssen, wenn unsere Partei ihr vollständig thatenloses den Zusammentritt aller der so bestehenden Provinzial richtete am 15. November sogar an das Volk einen AufBeiseitestehen in alle Ewigkeit hinein fortseßen wollte. stände den sogenannten„ Vereinigten Landtag" ruf zur allgemeinen Steuerverweigerung, um der volksFreilich, bei der jetzt begonnenen Wahlbewegung wird eine zweifellos sehr würdige Versammlung, die aber heute feindlichen Regierung die Mittel zu ihrem Fortbestande fich kaum noch eine große, umfassende Agitation für unsere eines gewissen komischen Eindruckes nicht verfehlen würde, abzuschneiden. Darauf wurde die Bürgerwehr- dieselbe Forderungen, und besonders für unsere erste Forderung denn ihre Mitglieder saßen gesondert nach Provinzen und Bürgerwehr, welche nach der Revolution geschaffen worden die Abschaffung der Dreiklassenwahl " 1 innerhalb jedes solchen Kreises von Provinzialen waren war, um die geseßlichen, Freiheiten" des Volkes zu wieder die ,, drei Curien der Stände", mit der„ Curie der schüßen" ins Leben rufen lassen. Aber dem demnächst gewähl- Herren" an der Spitze, geschieden. von oben aufgefordert, die Nationalvernach den sammlung zur Aufgabe ihrer Sigungen zu zwingen. Die ten Abgeordnetenhaus wird vielleicht Ehe dieser Vereinigte Landtag" noch Proben seiner Bürgerwehr weigerte sich; die Antwort war, daß sie aufErfolgen, welche die freisinnige Partei wohl erwarten darf Leistungsfähigkeit geben konnte, brach in Berlin die Regelöst wurde. So war der Volksvertretung das letzte nur ein kurzes Leben beschieden sein und dann, in volution( 18. März 1848) aus, und da sie zunächst Machimittel, auf das sie sich stüßen konnte, zerschlagen. Der neu entbrennenden entscheidenden Wahlschlacht soll siegreich war, so wurde nothgedrungen die Begründung einer Sie wollte troßdem weiter tagen; als ihr der Zutritt man uns wenigstens nicht ungerüstet finden. wirklichen Volksvertretung für das ganze Land und die zum Schauspielhaus durch Kanonen und Bajonnette verAber sei dem, wie ihm wolle, auch jetzt noch sollten Schaffung einer Verfassung auch von der Regierung als sperrt wurde, trat sie in Lokalen zusammen, welche ihr wir in letzter Stunde alles thun, um die alte Thaten- nothwendig zugestanden. Am 2. April trat der Vereinigte die städtischen Behörden bereitwillig zur Verfügung stellten. losigkeit abzuschütteln, nicht durch Sammeln von Stim- Landtag nochmals, zur letzten Session, zusammen, am Sie wurde mit Gewalt auseinandergetrieben. men sondern um durch Protest versammlungen 8. April 1848 nahm er ein Wahlgefeß für Preußen Da dachte sie ans Nachgeben, aber ehe sie in Brangegen die ganze heutige Form der Volksvertretung an. Auf Grund desselben sollte sofort eine„ National denburg noch beschlußfähig war, wurde sie aufgelöst und in Breußen und gegen die Art ihres Zustandekommen versammlung" zur Feststellung einer Verfassung vom Bolke zu gleicher Zeit( am 5. Dezember 1848) eine neue Verbie Boltsmassen zum Bewußtsein ihrer politischen Recht gewählt werden. Am 10. April ging der alte Ver- fassung oftroyirt. losigkeit zu bringen, zur Einsicht ihres Gegensabes einigte Landtag" bereits auseinander, um den neuen, aus Am 6. Dezember 1848 schuf die Regierung zugleich zu den alten, mehr und mehr alle sachlichen Bestrebungen freiheitlicherem Geiste geschaffenen Bildungen Platz zu ein neues Wahlgeset, das zwar bereits einschränkender verlassenden und in bloßen Hofschranzenkämpfen ver- machen. kommenden Parteien. Die alten Parteien, die in ihrem Gößendienst sei es gegen todte oder lebende Herrscher gar kein Wort mehr für wirkliche Volksbestrebungen zu finden vermögen, sollen fühlen, daß in ihrem Rücken noch eine breite Masse der Nation steht, die nicht gewillt ist, sich dem jammervollen Todtentanz anzuschließen, der, mie es scheint, das freisinnige" Bürgerthum noch weit über diejenigen Grenzen des Servilismus hinausführen soll, welche konservative Leute jemals erreicht haben. war wie das vom 8. April, aber immer noch unendlich Das zwischen der Regierung und der damaligen freisinniger wie das heutige Wahlrecht: die Wahlberechtigung Volksvertretung vereinbarte Wahlgesetz vom 8. April 1848 fam weiter allen Preußen zu, welche das 24. Lebensjahr geftand nun dem Volke zu vollendet hatten, nur mit der weiteren Bedingung, daß sie ,, selbständig sein mußten. das allgemeine Wahlrecht. Das Gesetz proklamirte gleich im Anfang: Auch die so gewählte Kammer erwies sich nicht ge= fügig genug, am 27. April 1849 wurde sie ebenfalls aufgelöst. Jeder Prerße, welcher das 24. Lebensjahr vollendet und nicht den Nollbesitz der bürgerlichen Rechte in Folge rechtskräftigen richterlichen Erkenntnisses verloren hat, ist in Nunmehr beschloß die Regierung eine Radikalkur der Gemeinde, worin er seit sechs Monaten seinen Wohnsiz gegen alle unliebsamen Parlamente und erließ am und Aufenthalt hat, stimmberechtigter Urwähler, insofern er 30. Mai 1849 durch Verordnung diejenigen Bestimmungen, nicht aus öffentlichen Mitteln Armenunterſtügung bezieht. Das preußische Volf schritt sehr bald auf Grund wirksamen Einflusses auf die Gesetzgebung berauben. Das die heute noch die Masse des preußischen Volkes jedes weitgehenden Wahlberechtigung zur Ernennung seiner Dreiklassenwahlsystem Wahrlich, kaum jemals seit dem Bestand einer Verfassung überhaupt ist in Preußen ein Wahlkampf in so würdeloser Weise geführt worden, wie gerade gegenwärtig Der Barteien mehr, kein Kampf um verschiedene politische Vertreter. Um 22. Mai bereits wurden die Sizungen wurde eingeführt. seitens der alten Parteien. Das ist überhaupt kein Kampf dieser das alles nimmt sich vielmehr aus der so gebildeten Nationalversammlung vom Könige Ideale und Ziele Am III. Die Hauptbestimmungen der Verordnung vom 30. Mai 1849 lauten: § 8. Jeder selbständige Preuße, welcher das 24. Lebensjahr vollendet und nicht den Vollbesitz der bürgerlichen Rechte in Folge rechtsfräftigen richterlichen Erkenntnisses verloren hat, ist in der Gemeinde, worin er seit sechs Monaten seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hat, ſtimm= Armenunterstützung erhält. § 12. Die erste Abtheilung besteht aus denjenigen Urwählern, auf welche die höchsten Steuerbeträge bis zum Belaufe eines Drittheils der Gesammtsteuer(§ 10) fallen. Die zweite Abtheilung besteht aus denjenigen Urwählern, auf welche die nächst niedrigeren Steuerbeträge bis zur Grenze des zweiten Drittheils fallen. zur ersten Wählerklasse " 1 zweiten britten " 1 " " 153 808 Wähler 409 945 2 691 950 11 " 1 Wir sehen hieraus wie schon Lassalle betonte, 1 1878 1881 1884 1887 63,9 pt. 58,6" 62,2" 77,5" mals in Preußen 3 255 700 Urwähler, die in folgender nicht zu verwundern, daß die Massen, im Gefühle ihrer Weise in drei Wahlklassen zerfielen. Es gehörten in ganz Einflußlosigkeit, von jeher wenig Interesse für die Preußen preußischen Landtagswahlen gezeigt haben, und daß lettere daher immer, gerade in der dritten Klasse, nur von einem geringen Bruchtheil der Wahlberechtigten gemacht worden sind. Die Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhause sind berechtigter Urwähler, sofern er nicht aus öffentlichen Mitteln daß 153 808 sehr reiche Leute soviel politische Macht er nicht nur Minoritätswahlen insofern, als die maßhielten wie 2 691 950 Kleinbürger, Kleinbauern und Ar- gebende erste und zweite Klasse nur wenige Prozent der § 10. Die Urwähler werden nach Maßgabe der von beiter zusammen, daß ferner diese 153 808 sehr reichen wahlfähigen Bevölkerung umfaßt, sondern auch dadurch, ihnen zu entrichtenden direkten Staatssteuern( Kassensteuer, Leute, welche die erste Abtheilung und die 409 945 mäßig daß von allen Wahlberechtigten noch nicht ein Grundsteuer, Gewerbesteuer) in drei Abtheilungen ge-= theilt, und zwar in der Art, daß auf jede Abtheilung reichen Leute, welche die zweite Abtheilung bilden, gerade Drittel fich überhaupt an der Wahl betheiligt. ein Drittel der Gesammtsumme der Steuerbeträge noch einmal so viel politische Macht hatten, als die An den Reichstagswahlen nahmen von allen Wahlaller Urwähler fällt. ganze übrige Nation zusammengenommen ja, daß die fähigen Theil: 153 808 sehr Reichen und die bloße Hälfte der 409 945 Wähler der zweiten Klasse schon soviel politische Macht hatten wie die andere Hälfte der mäßig reichen zweiten Klasse und die 2 691 950 der dritten zusammengenommen. Wie stark oder wie schwach aber die Betheiligung an Man kann sich die Schwere der Rechtseinschränkung, den preußischen Landtagswahlen war, ist amtlich für welche das preußische Volk durch die Oktroyirung der ganz Preußen seit 1866 nicht mehr festgestellt worden. Dreiklassenwahl erlitt, auch noch in folgender Weise deutlich Aus der älteren Statistik ergiebt sich jedoch, daß zur Wahl machen: Bei allgemeinem Wahlrecht hätten bereits 563 753 nur gingen: Wähler der dritten Abtheilung ebensoviel Einfluß gehabt wie die Wähler der ersten und zweiten Abtheilung zusammen ( 153 808+ 409 945= 563 753). Jezt üben diese Leute nur noch die Hälfte des Einflusses und was über ihre beträgt, so werden zunächst von den am höchsten Be- Zahl hinaus in der dritten Wählerklasse steckt, also eine steuerten so viele ausgesondert, daß ihre Steuern zusammen Masse von weit über 2 Millionen( bei 314 Millionen ein Drittel, also 3000 Mark ausmachen. Angenommen, Wählern überhaupt!) ist sogar seines Wahlrechtes, Die Freisinnige 3tg." behauptete neulich, daß bei es gäbe in der Gemeinde das ihm ehemals zukam, vollständig verlustig der letzten Landtagswahl( 1885) nicht mehr wie 15 pCt. der Wahlberechtigten wirklich von ihrem Recht Gebrauch Wo die proletarische Zersetzung unserer Gesellschaft gemacht hätten, und wir halten dies für keine zu niedrige " am weitesten vorgeschritten ist, wo auf der einen Seite Schäßung. In den Großstädten mit ihrem lebhaften politischen so würden diese 17 Steuerzahler gerade 3000 Mark der Riesenreichthum, auf der anderen das Massenelend ins zusammen aufbringen, also ein Drittel der Gesammtsumme, unermeßliche gewachsen sind, da ist natürlich auch der Pulsschlag ist die Betheiligung noch halbwegs eine bessere, zuſammen aufbringen, also ein Drittel der Gesammtsumme, Unterschied zwischen der ersten und dritten Wählerklasse und doch betrug sie in Berlin z. B. nur: welche keine Steuer zahlen. Die dritte Abtheilung besteht aus den am niedrigsten besteuerten Urwählern, auf welche das dritte Drittheil fällt. In diese Abtheilung gehören auch diejenigen Ürwähler, Wenn also in einer Gemeinde um die Sache durch ein Beispiel klar zu machen- von sämmtlichen direkten Staatssteuern die Gesammtsumme 9000 Mark 2 Einwohner mit je 300 Mark Steuern(= 600 Mt.) gegangen. 5 " 11 " 1 10 240 120 " 1 " 1 " " " 1 " 1 " 1 (= 1200 (= 1200 " sie würden also. bilden. die erste Abtheilung Alsdann geht man herunter zu denen, welche vielleicht 90, 75, 60, 45, 30 Mark Steuern zahlen, deren zusammen, um abermals 3000 Mark Steuern vollzumachen, vielleich 120-150 sind, welche alsdann ausmachen. die zweite Abtheilung Endlich kommt man zu der großen Masse derer, welche geringere oder gar keine Steuern entrichten, und die natürlich nach hunderten wo nicht nach tausenden zählen können. Das ist die dritte Wählerklasse. überheiten Mijenität den Baustaga shosandustan am klaffendsten. Berlin weist z. B. eingeschriebene Wähler auf: I. Abtheilung III. Abtheilung 1861 2186 91 388 + 1862 2594 83 599 1863 2857 87 457 1866 2992 67 609 1867 2963 100 759 1870 3837 100 670 1873 5579 111 872 1876 4612 131 826 1879 4048 164 812 1882 1885 4764 4964 240 226 236 673 insgesammt in der 3. Abtheilung 1855 16,1 pŒt. 12,7 pŒt. 1858 22,5 18,5 H " 1 1861 27,2 23,0 " " 1862 34,3 30,5 " " 1863 30,4 27,3 " " 1866 30,9 27,6 " " 1873 1876 1879 1882 1885 insgesammt III. Klasse 25,4 pct. 22,4 22,9 22,1 pбt. 18,5 " " 19,6 11 И 33,8 " 26,16 30,9 23,10" " Volksvertretungen mit ihren Beschlüssen sollen mit dem Volkswillen übereinstimmen, man kann sich aber denken, wie gering bei derartigen Minoritätswahlen oft die Uebereinstimmung ist. Von 100 Urwählern betheiligten fich greifen wir die Zahl einmal hoch!- vielleicht 25 an der Wahl der Wahlmänner. Möglich, daß die fernbleibenden 75 durchaus anderer Meinung sind, aber Kein Wahlsystem kann den Volkswillen mehr 4964 Wähler der ersten Klasse hatten also in Berlin die 25 entscheiden, oder vielmehr die Majorität dieser 25 1885 dasselbe politische Recht wie 236 673 Wähler der entscheidet, d. h. also: eine Handvoll( 13) Mann; die Jede dieſer Abtheilungen wählt nun die gleiche Zahl britten Klasse! 1,9 pet. aller Wahlberechtigten übten Wahlmänner haben vielleicht nur 13 von je 100 Wählern von Wahlmännern; die Wahlmänner der vielen kleinen denselben Einfluß auf das Wahlergebniß wie 90 pCt. ganz und gar auf ihrer Seite. Sie spalten sich nun einzelnen Bezirke treten dann für den ganzen großen Jeder Wähler der ersten Abtheilung galt mehr wie das Majorität unter ihnen braucht also nicht mehr als 7 von wiederum bei der Ernennung des Abgeordneten, die Wahlkreis zusammen und wählen in vollſtändiger Gleich: 45 fache eines Wählers der untersten Abtheilung. Fast majorität unter ihnen braucht also nicht mehr als 7 von des Kreises. genau so pet. mari zouhlberechtigten umschlicht allein wir geordneten sich selber wiederum bei Abstimmungen in zwei ie 100 Stimmen darzustellen. Und wenn dann die Abbritte Klasse! Nach diesem Wahlsystem haben also in unserem fingirten Beispiele 17 Wähler der ersten Klasse, der Klasse Natürlich kommt es sogar öfter vor, daß in einem fast gleiche Theile scheiden, so kann es kommen, daß ein der Reichen, soviel Rechte und einen ebenso großen Ein- bis 1750 Einwohner umfassen Bezirke-die Urwahlbezirke sind klein und sollen 750 Gesez gleichsam nur 4 von je 100 Volkssttimmen fluß auf das Wahlergebniß und damit auf die ganze Ge- die ganze erste Klasse ausfüllt, weil er sich in der - ein einziger Wähler für sich hat und daß es dennoch zur Annahme setzgebung als etwa 120-150 der zweiten, weniger wohl günstigen Lage befindet, ein Drittel der gesammten in fälschen wie die Dreiklassenwahl mit der politischen gelangt. habenden und vielleicht 800-1000 Wähler der dritten, Rechnung kommenden Steuer zahlen zu können. 1861 armen Klasse. Dieses Wahlrecht bedeutet also, daß die in voller Ausführlichkeit statistisch behandelt worden für spätere Wahljahre ist das Wahlergebniß nicht mehr Theilnahmlofigkeit, welche sie hervorruft, und mit dem ingroße, arme Mehrheit des Volkes bei den Wahlen 1861 famen Fälle, in welchen sich der Wahlberechtigung preußischen Landtagswahlen gegenüber herrscht, dafür noch direkten Verfahren, mit dem sie verbunden ist. zum Landtag immer in die Minderheit zurück in der ersten Abtheilung nur ein einziger Mann erfreute, preußischen Landtagswahlen gegenüber herrscht, dafür noch gedrängt wird; dieſe Mehrheit kann ihren Einfluß nur fast in allen größeren Städten vor: in Breslau in 35 Be- folgende Beispiele, wiederum aus dem Jahre 1861, weil in der dritten Abtheilung geltend machen, und selbst wenn zirken, in Görlitz in 3 Bezirken. sie hier ihre Wahlmänner durchseßt, so werden diese einfür später eine derartig in's Einzelne gehende Statistik fach überstimmt, wenn sie mit den Wahlmännern der ersten ersten Abtheilung die alleinige Wahlberechtigung hatte, in der ersten Abtheilung In der Mehrzahl der Fälle, wo ein Wähler der nicht mehr vorliegt. Es erschienen damals thatsächlich zur und der zweiten Abtheilung zusammen zur Wahl des Ab- stand ihm sogar die Wahl zweier Wahlmänner zu. in der ersten Abtheilung geordneten schreiten. Das Volk kann also nur Kandidaten Dieser Glücklichen, die allein eine Abtheilung bildeten und zu.*) Durchsetzen, die zugleich einem Theil der Wahlmänner der ihre zwei Wahlmänner ernannten, zählte man in ersten und zweiten Abtheilung, die also den reicheren Klassen genehm sind. Das Volk ist hier nicht gleichberechtigt, sondern von der Gnade weniger Besserfituirter abhängig. Er fand Wahl Für die unglaubliche Theilnahmlosigkeit, welche den nur 1 Wähler in 10,7 pet. aller Urwahlbezirke, 2 11 " Königsberg Köln. 11 in der zweiten Abtheilung " 11,1 " " 1 " 1 19 nur 1 Wähler in 279 Fällen, . Danzig, Elberfeld, Barmen je.. Düsseldorf, Stettin je 5 2 " " " 4 3 519 689 11 " 1 " " " Posen, Halberstadt, Aachen, Krefeld je 3 Elbing, Stralsund, Erfurt je in der dritten Abtheilung 2 Die erste Abtheilung wurde 1861 gebildet von größeren Städten Dieterici, der preußische Statistiker, hatte noch vor Erlaß der Dreiklassenwahlverordnung, die nach dem alten, allgemeinen und gleichen Wahlrecht Wahlfähigen nach ihrer Wohlhabenheit zu gruppiren versucht. dabei, daß bei gleichem und allgemeinem Wahlrecht in weniger als 4 pet. aller Wähler in 106 Kreisen oder Preußen die Wohlhabenden noch nicht über 53 pet. der 16 größeren Städten und 10 Kreisen, von weniger als von weniger als 3 pct. in Stimme verfügen würden; Rittergutsbesitzer, Rentiers, 2 pet. in Posen, Köln, Aachen, dem Jadegebiet. Geistliche, Fabrikanten u. s. f. bildeten nach ihm nur 5,30 pCt. aller Urwähler bei dem alten, freisinnigeren preußischen Wahlrecht. Die Schicht von mittlerer Wohlhabenheit( Lehrer, Handwerksmeister, Wirthe, Fuhrherren, Das sind die Privilegirten! kleine Landbefizer) machte etwas über ein Viertel der Urwählerschaft aus; sie konnte demnach ein Viertel der Stimmen abgeben. Die Arbeiter und ganz kleinen Leute aber bildeten nach Dieterici nahezu 69 pCt. aller Urwähler, gebiert das Dreiklassenwahlsystem! ihre Abstimmung war also entscheidend, und wenn sie 94 pet. aller Urwähler find 1861 in Köln in die dritte Und ihnen stehen gegenüber die Rechtlosen: fast Städten Königsberg, Danzig, Stettin, Posen, Aachen, im Klasse hineingezwängt mehr wie 90 pct. in den Kreise Königsberg. gar kein Wähler in 32 Fällen, nur 1 " " 2 " " 1 " 3 " " 1 " 1 4 130 209 313 327 " 1 " 1 " " 1 " 1 Dieses geflissentliche Fernbleiben besonders der Wähler der dritten Klasse vermag natürlich mitunter dem ganzen wähler der ersten Klasse eine möglichst umfaffende Einflußfeierlichen Wahlakt einen starken komischen Beigeschmack zu geben. Das Dreiklassensystem will dem einzelnen nahme auf die Wahl gewähren, dem der zweiten Klaſſe eine geringere, und dem der dritten nur einen Bruchtheil Solche ungeheuerlichen Ungleichheiten und Gegenfäße lichkeit öfters umgekehrt, wenn in der dritten Klasse faſt wiederum dieser Berechtigung. Es kommt aber in Wirkgegen ihr Interesse stimmten, so war es eben ihre Schuld. mehr wie zwei Drittel aller Steuern zahlte, wo er daher Kreiſes Altenkirchen nur 1 Wähler der dritten Abtheilung, Kamen doch sogar Fälle vor, wo ein einziger Mann alles schwänzt. So erschien 1861 in einem Bezirk des Das Dreiklassensystem hat alle diese Verhältnisse umge- die erste und zweite Klasse ausfüllte und wo man deshalb er wählte seinen Wahlmann( oder seine Wahlmänner) so kehrt, es hat die große Masse der Bevölkerung in die eine da Niemand in zwei Klassen wählen darf dritte Abtheilung hineinverwiesen und somit deren Majo- zweite Klasse ausfallen lassen mußte. risirung durch die beiden anderen Abtheilungen, welche troß ihres oft lächerlich kleinen Bestandes über die doppelte Wahlmännerzahl verfügen, zu einem leichten Spiel gemacht. IV. die Da bei einem derartigen Wahlsystem die Entscheidung Was man damals nach der Dieterici'schen Statistik ganz und gar bei einer kleinen Minderheit liegt, so ist es sofort vermuthen konnte, hat die Erfahrung bei den Wahlen alsdann vollauf bestätigt. Nach den amtlichen Listen, die Bei 750 Einwohnern werden also 3 Wahlmänner gewählt: von *) Auf 250 Einwohner soll immer ein Wahlmann kommen. im Jahre 1849 von der Regierung nach dem Erlaß des jeder Abtheilung einer; bei 1500 Einwohnern 6 Wahlmänner: Dreiklassenwahlgesetes aufgenommen wurden, gab es da- von jeder Abtheilung zwei. gut, wie die 7 Erschienenen der zweiten und die 11 der ersten Klasse! Man denke, ein Habenichts der dritten Klaffe soviel wie 7 Angehörige der zweiten und 11 der ersten Klasse! Und ähnlich traf es sich noch öfter! In einem Bezirke des Kreises Kempen übten 3 erschienene Wähler der untersten Abtheilung dieselben Rechte aus wie 6 der mittelsten und 12 der obersten; in einem Bezirke Der dritten Abtheilung infolge dieser eigenthümlichen Verdes Kreises Skl. Goar wogen die Stimmen von 6 Wählern kettung der Umstände ebenso schwer wie die von 9 der zweiten und 16 der ersten Abtheilung; in einem zweiten Bezirk von 4 der dritten wie von 5 der zweiten und von 18 der ersten in einem Bezirke Krefelds von 5 der britten wie von 8 der zweiten und von 15 der ersten Klasse u. s. f. haben würden, beschränkt werden wenn man mit 180| Milliarden, so kann der Arbeiterstand zwar mehr erhalten: Mark Steuerbetrag zur zweiten oder dritten Abtheilung nicht zehn, wie vorher, sondern etwa fünfzehn Milliarden; gehört, also auf etwa ein Zehntel des Einflusses reduzirt sein Antheil ist trotzdem gesunken, er beläuft sich nur wird, je nachdem man alphabetisch über oder unter dem noch auf ein Viertel. Und hat es die Nation in ihrem Das Kapitel der„ Kuriosa" ist überhaupt bei der Ki" oder„ Kla" steht so ist das eine politische Rang- raftlosen Wirthschaftsaufschwung vielleicht bis auf hundert Dreiklassenwahl ein äußerst reichhaltiges. So soll wie ordnung, mit der mancher" u" und" 3" nicht so ohne Milliarden gebracht, dann mag der Arbeiterstand selbst wir schon erwähnten auf 250 Einwohner eines Bezirkes Weiteres einverstanden sein wird. zwanzig Milliarden als Lohn beziehen, sein Antheil ist immer ein Wahlmann kommen, die Zahl der Wahlmänner Doch davon abgesehen, könnten sich in Berlin bei dennoch auf ein Fünftel herabgedrückt. eines Urwahlbezirks aber soll meistens durch 3 theilbar der bevorstehenden Wahl noch ganz andere Verschiebungen Die politischen Rechte nach dem Antheil am Gesein( also 3 oder 6 betragen), damit jede der drei Klassen zwischen den drei Klassen herausstellen. Bis zum Steuer- sammteinkommen oder was dasselbe ist: nach der einen oder jede zwei Wahlmänner ernennt. Darnach betrag von 816 Mark geht nach der kürzlich veröffent- Summe der gezahlten Steuern abmessen, heißt also die müßten die Urwahlbezirke immer auf 750 oder 1500 Ein- lichten Berliner Gesammtaufnahme die erste Abtheilung Arbeiterklasse zu immer größerer Machtlosigkeit verurwohner abgegrenzt sein. Derartige Bezirke sind natürlich herab. Nun wird sich aber bei vielen der zu bildenden theilen, heißt sie gerade zu einer Zeit dazu verurtheilen, nicht immer zu bilden, besonders nicht auf dem Lande, kleinen Urwahlbezirke herausstellen, daß in ihnen überhaupt wo in Folge der sozialen Wirren die Gesetzgebung mehr sodaß auch Bezirke mit 4 oder 5 zu ernennenden Wahl- kein Zahler einer so hohen Steuer wohnt; es könnte sogar und mehr dem Einflusse des Proletariats unterstellt wer= männern vorkommen. Wie sollen nun drei gleichberechtigte vorkommen, daß noch kein Wähler hier 180 Mark zahlt, den sollte. Wählerklassen zusammen 4 oder 5 Wahlmänner zu Stande daß nur Leute vorhanden sind, die sonst in Berlin zur Wenn die Steuerstatistik Preußens das nicht so handbringen? Da hat man zu dem Ausweg gegriffen, daß dritten oder doch zur zweiten und dritten Abtheilung zu greiflich zeigt, so liegt es daran, daß man durch schär= von 4 Wahlmännern die erste Abtheilung einen, die zweite geschrieben sind. Dann bildet man für den Bezirk beson- fere Einschäßung der unendlich vielen kleinsten Einzwei, die dritte Abtheilung wiederum einen ernennt. Mit dere Abtheilungen: der Wähler, der in anderen Bezirken kommen meistens die rückläufige Bewegung der unteren der Gleichheit der Klassen ist es hier allerdings vorbei, Berlins der zweiten Klasse angehört, rückt alsdann hier in Einkommensmassen verdeckt. Hunderttausende werden in aber man hilft sich doch aus der Klemme. Von 5 Wahl- die erste Klasse empor und dasselbe könnte mit Wählern höhere Klassensteuerstufen verseßt, ohne daß ihre finanzielle männern wählen die erste und die dritte Klasse zwei, die der dritten Klasse geschehen. Man kann also selbst in Lage sich irgendwie gebessert oder doch entsprechend ge= zweite begnügt sich mit einem. Dadurch wird die Ab- Berlin an Einfluß auf die Wahlmänner gewinnen oder hoben hätte. So verzeichnet die Steuerstatistik in den stufung des Wahlrechtes, welches in der ersten Abtheilung verlieren, wenn man ein paar Straßen näher oder untersten Stufen unendlich oft Einkommensvermehrungen, am umfassendsten, in der dritten am niedrigsten sein soll, weiter wohnt. die thatsächlich nicht stattgefunden haben während sie natürlich ebenfalls vielfach wieder über den Haufen ge= In Puttbus stellte sich 1861 bei der Gesammt- in den obersten Stufen die Einkommensteuer dem wirkworfen. So kam es 1861 im Kreise Demmin vor, aufnahme heraus, daß der Höchstbesteuerte mehr wie zwei lichen Vermögenszuwachse gar nicht zu folgen vermag. So daß ein Bezirk vier Wahlmänner zu wählen hatte. Drittel der überhaupt entrichteten Steuersumme zahlte; sieht es alsdann allerdings vorübergehend oft genug In der ersten Abtheilung befand sich ein Wähler mit die zweite Abtheilung fiel somit aus und die dritte Ab- aus, als sei der Antheil der armen Schichten nicht gegen 2180 Thalern Steuern: er wählte einen Wahlmann. In theilung begann bei 69 Thalern Steuer. In dem den Antheil der Reichen herabgedrückt worden. der zweiten Abtheilung befand sich wiederum ein Wähler einen Bezirk, wo der Höchstbesteuerte wohnte, wurde die Doch bietet auch die offizielle Steuerstatistik Anzeichen mit nur 1604 Thalern Steuer, er zahlte also nur etwas Wahl demgemäß abgewickelt und es verlief alles nach genug für das erwähnte Entwicklungsgesetz und für die über zwei Drittel des obigen Betrages: der wählte aber Wunsch. Im anderen Bezirk aber fehlte nun der Steuer- dadurch schließlich bedingte Entrechtung der Massen. zwei Wahlmänner. In der dritten Abtheilung wählten zahler erster Klasse, man ging also an eine neue Ab- Betrachten wir z. B. die Zusammenstellung der dann schließlich theilungsbildung speziell für diesen Bezirk. 295 Wähler Steuerbefreit en in Preußen. Diese besigen wohl das um die Harmonie zu vollenden 192 Wähler mit 893 Thalern Steuer wiederum einen zahlten hier insgesammt 1011 Thaler Steuern. Jede Wahlrecht in der dritten Klasse, aber sie zählen bei der Wahlmann!*) neue Abtheilung hatte also ca. 337 Thaler einzuschließen. Abtheilungsbildung, die nach den unterrichteten Steuern Die Abtheilungsbildung geschieht z. B. nicht so( und In die erste Abtheilung kamen demnach 20 Wähler mit erfolgt nicht mit. Je größer daher ihre Zahl, desto gewaltiger kann auch gar nicht so geschehen), daß man für ganz 345 Thalern, in die zweite Abtheilung 51 Wähler mit schwillt die dritte Abtheilung an. Preußen die Gesammtsteuersumme zusammenfaßt und dann 329 Thalern, in die dritte 224 Wähler mit 337 Thalern. Nun gab es aber Steuerbefreite, also gänzlich Mittelsagt: wer mehr als x Mark Steuern zahlt, gehört zur Die dritte Abtheilung schloß nunmehr nach oben mit den lose in Preußen: ersten Abtheilung, wer zwischen x und y Mark Steuern 5- Thaler- Männern; die zweite mit den 9- Thaler- Männern, zahlt, kommt zur zweiten Klasse, und alle niedriger sodaß in dem einen Bezirk von Puttbus die Leute mit Steuernden bilden die dritte Abtheilung. Jeder der kleinen 69 Thalern bereits zur 3. Abtheilung, in dem anderen Bezirke oder jede Gemeinde, die mehrere Bezirke umfaßt, Bezirk die mit mehr als 9 Thalern bereits zur 1. Abgeht vielmehr selbständig vor; sie stellt in ihrem engen theilung gehörten! Da jede Abtheilung in Puttbus zwei Während demnach von 1877-1881 die Gesammt= Bereiche die Gesammtsumme der entrichteten direkten Wahlmänner zu ernennen hatte, so wählten demnach in zahl der Erwerbenden von 8,65 Millionen auf 9,16 Millionen Staatssteuern fest und bildet danach ihre besonderen Ab- dem einen Bezirk die 302 Wähler dritter Abtheilung mit stieg, also um 5,86 pCt., nahmen die Steuerbefreiten" theilungen. Nun sind die Wohlstandsabstufungen überall 2181 Thalern 2 Wahlmänner, die neugetheilten 295 Wähler zu um 16,5 pCt. Von 39,17 pCt. der Gesammtzahl der die denkbar verschiedensten, damit gruppiren sich die über- des zweiten Bezirks mit 1011 Thalern 6 Wahlmänner, Erwerbenden wuchsen sie auf 42,94 pCt.! einander lagernden Steuerbeträge ebenfalls auf die ver- bei der Hälfte der Steuerleistung übten sie das dreifache Das sind nun freilich nicht lauter Personen, welche schiedenste Weise: hier in einem reichen Villenort, umfassen Recht aus! Es geht wirklich nichts über die Logik der das 24. Lebensjahr überschritten haben, also wahlberechtigt die ganz großen Steuersummen vielleicht schon mehr als Dreiklassentheilung! wären. Aber die Zahl der steuerbefreiten Wähler wird V. 1877 1878 • • 1879 1880 1881 ' + 3,39 Millionen, 3,50 3,61 3,76 3.93 " " 1 " zwei Drittel, so daß in die erste und zweite Abtheilung Doch kehren wir wieder zu ihren ernſteren Seiten zweifellos in demselben Maße zugenommen haben, in nur die Zahler ganz hoher Steuern gehören, in der zurück. demselben Geschwindschritt sind also breite Massen der ersten und in der zweiten Abtheilung hätten wir hier britten Klasse zugeströmt, ohne daß dadurch die Abtheilungsalso nur ganz hohe Steuerfäße; dort in einem kümmerbildung irgendwie beeinflußt worden wäre. lichen Weberdorf sind möglicherweise fast lauter arme besiglosen Mehrheit des preußischen Volkes sofort ihre Preußens werfen, auf die Stadt, welche die intelligenteste Wir haben bereits gesehen, in welchem Maße der Und wenn wir einen raschen Blick auf die Hauptstadt Leute wohnhaft, die zuſammen mehr als zwei Drittel der Steuern entrichten; dann füllen die Armen neben der politischen Rechte entzogen und geschmälert wurden, als und rührigste Arbeiterbevölkerung in ihren Mauern birgt, britten auch die ganze zweite Abtheilung aus, diese weist lichen Vereinbarung zwischen Krone und Parlament, sondern waren wegen eines Einkommens von weniger als 420 Mark das Dreiklassensystem nicht auf dem Wege der gesetz- so wird das Bild noch viel ungünstiger. In Berlin also nur niedrige Einzelsteuerbeträge auf, und selbst die durch Oftroyirung an die Stelle des früheren allge- steuerbefreit: erste Abtheilung beginnt mit einem niedrigen Sage. meinen gleichen Wahlrechtes trat. Hier, in dem Weberdorfe, könnte also z. B. der Lehrer Gewisse unwiderstehliche Entwicklungsströmungen unserer troß seines mäßigen Gehaltes zur ersten Abtheilung ge- Volks- und Finanzwirthschaft arbeiten nun unablässig hören, er wäre ein Mann von politischem Einfluß, wäh= rend er drüben in der Villenstadt in die dritte Klasse baran, alle Ungerechtigkeiten der Dreiklassenordnung verwiesen und somit politisch als unzurechnungsfähig be- von Jahr zu Jahr zu steigern. handelt wäre. Jeder Klassenwahl liegt der Gedanke zu Grunde, daß die Bevölkerungsschicht, welche einen gewissen Bruchtheil 154 667 Personen, 164 556 180 850 1880/81. 1881/82. " 1882/83. " 1883/84. 191 433 " 1884/85. 1885/86. 1886/87. 196 697 201 249 208 812 " " " So darf es uns denn nicht Wunder nehmen, wenn der direkten Steuern zahlt, also einen gewissen Bruchtheil halb des kurzen Zeitraumes von sechs Jahren, innerhalb Ein Zuwachs von mehr wie 54 000 Personen innerwir 1866 in Preußen Bezirke finden, wo man mit vier des nationalen Einkommens bezieht, auch über einen ent- zweier Wahlperioden! Man kann sich hiernach eine VorThalern Steuer schon in der ersten, bevorrechteten Ab- des nationalen Einkommens bezieht, auch über einen ent- zweier Wahlperioden! theilung wählt; daneben aber Bezirke, wo man mit 1005 sprechenden Theil des politischen Einflusses verfügen soll, stellung machen, wieviel Urwähler sich in der dritten AbThalern noch zur britten, einflußlosen Abtheilung gehört! der dem Bolke überhaupt verfassungsmäßig zugestanden ist. theilung anhäufen, ohne deren Wagschale tiefer sinken zu Soll also die Ungerechtigkeit, welche dieses System machen. 1861. 1867. 1873. 1876. 1879. 1885. 91 388 Urwähler, 100 759 " 111 872 " 131 826 " 164 812 236 673 " H Wer 4 Thaler Steuern zahlte, konnte jeder der drei Klassen Die Wahlergebnisse, die für Berlin auch in den letzten zugetheilt werden, je nachdem sich in dem Bezirke, wohin gegen die Massen birgt, nicht größer und größer werden, ihn zufällig das Schicksal verschlagen hatte, die allgemeinen jo heißt das voraussetzen, daß die beſißloſe Mehrheit des Jahren ausführlich vorliegen, bestätigen denn auch vollauf Volkes immer denselben Bruchtheil des gesammten die Vermuthungen, welche durch die oben betonten ThatEinkommensverhältnisse gestalteten. Welch eine weise nationalen Einkommens bezieht. Hätte ihr Einkommen fachen und Zahlen erweckt werden. Der dritten AbScheidung der Bevölkerung! Selbst in derselben Stadt, in demselben Orte kann früher ein Drittel betragen, so hätten die Besißlofen gerade theilung waren hier nämlich zugeschrieben: man mit demselben Steuerbetrage in eine höhere Abthei- die dritte Klasse ausgefüllt, sie hätten mithin bei den Abthei- Wahlen wenigstens ein Drittel der Wahlmänner aus lung befördert oder in eine niedere degradirt werden. Um Darüber wollen wir gar nicht weiter flagen, daß eigener Kraft und nach eigenem Entschlusse ernannt. diese, an sich schon geringe Machtstellung zu behaupten, 3. B. die Angehörigen derselben Steuerstufe verschiedenen müßte jedoch ihr Einkommen weiter ein volles Drittel des Klassen und damit verschiedenen Graden von politischem Nationaleinkommens bleiben. Sinkt es beispielsweise auf Einfluß zugeschrieben werden wegen des Anfangsbuch ein Viertel herab, weil die Löhne lange nicht in dem jedem neuen Wahlgang in die dritte Klasse hineingedrängt Zehntausende mehr sehen sich also in Berlin bei stabens ihres Namens. Das ist, solange die Abtheilungen Maße steigen wie die Einkünfte der Millionäre und selbst dieselbe Drittelssumme der Gesammtsteuer umfassen sollen, der kleineren Befißenden so verfügt die Besiglosigkeit bleiben gezwungen ist. Die ersten beiden Klassen aber, in die Klasse, welche ständig in der Minorität zu nicht zu vermeiden. Immerhin, wenn z. B. bei den jeßigen nicht einmal mehr uneingeschränkt über die dritte Klaffe, denen Wahlen in Berlin Wähler mit einem Steuerbetrage von zahlreiche Wähler strömen hier alsdann aus den höher ohne Kampf und ohne Aufwand von Mitteln der Sieg so lange das bestehende Wahlrecht fortdauert 816 Mark zur ersten Abtheilung gehören, einschließlich besteuerten Schichten herbei, nunmehr selbst das Wahl- gesichert ist, diese Klassen vermehren sich nur um ein des Anfangsbuchstabens S", die übrigen jedoch schon an resultat der dritten Klasse, der sie ehemals fernstanden, lächerlich kleines Häuflein. die zweite Abtheilung glauben müssen, und daher auf etwa mitbestimmend. ein Viertel des Einflusses, den sie in der ersten Klasse noch rechtloser geworden sein. Die Massen würden in solchem Falle Und so und nicht anders verläuft die Entwicklung Von 1873 bis 1885 finden wir in der ,, demokratischen' Reichshauptstadt eine Zunahme der Landtagswahlberechtigten *) Manche Leser werden überrascht sein, daß die Steuerbeträge in den drei Abtheilungen nicht gleich sind, da doch die Gesammt überall in kapitalistischen Ländern. Es ist ein, bereits faft von 136 853 auf 264 126, d. h. um 127 273. steuersumme genau gedrittelt und danach die Abtheilungsbildung ge- allgemein zugestandenes, nationalökonomisches Gesetz, daß Von diesen 127 273 Neuhinzukommenden sind 124 801 schehen soll. Gerade obiges Beispiel zeigt, daß die Steuersummen in mit dem Fortschritt des Kapitalismus, mit der unglaubden Abtheilungen nicht immer gleich sein können. Insgesammt b. h. wurden hier gezahlt: 2180+1604+ 893 Thaler Steuerlichen Steigerung der Produktion der Arbeitslohn als der dritten machtlosen Klaſſe zugewiesen worden also die ganze Vermehrung der wahlfähigen Bevölkerung 4677 Thaler. Ein Drittel davon, also immer ca. 1556 Thaler Antheil am Nationaleinkommen sinkt. bis auf etwa 2500 wurde den politisch vollständig Rechtlosen zugetheilt. = würden eine Abtheilung zu bilden haben. Nun zahlt aber der Schafft eine Nation durch ihre Arbeit jährlich dreißig Reichste des Bezirkes schon 2180 Thaler, der Zweitreichste schon Milliarden, so mag der Arbeiterstand vielleicht gerade ein 1604 Thaler, jede dieser Summen muß man also eine Abtheilung Drittel, also zehn Milliarden, zu eigener Verwendung bilden laffen, fodaß die dritte Abtheilung das zu wenig hat, was beziehen. Steigt aber der jährliche Gesammtertrag auf sechzig jene über das Drittel hinaus zahlten. Und während so die dritte Abtheilung von 136 853 auf 264 126 anschwoll, ohne ein Quentchen mehr Einfluß| Kapitals als nothwendig hinstellen aber den Arbeiter die Steuer dürfe von Einfluß sein auf die Größe der auf die Wahlen zu gewinnen, nahm die Zahl der gleichsam noch die Strafe der politischen Rechtsverfüm- gewährten politischen Rechte: selbst der müßte das preußische Wahlberechtigten in der ersten Abtheilung von merung dafür aufzuerlegen, daß er bei der Theilung seines Dreiklassensystem unbedingt verwerfen! Produkts den Kürzeren zog und den Schaden hatte, 5579 auf 4964 ab, ohne daß die Klasse dadurch ein Duentchen ihrer Macht eingebüßt hätte! Das Privileg des Adels und des feudalen Grundbesitzes ist nur ersetzt worden durch das Privileg des bürgerlichen Reichthums, und wer will sagen, welcher Zustand der kulturfeindlichste ist! VI. den Arbeiter um so schwerer zu bestrafen, je ungeVII. rechter ihm vorher im Theilungsprozeß mitgespielt wurde Wir sind am Schlusse und haben uns nunmehr nur das ist etwas, wofür auch der gewiegtefte Klopffechter noch zu fragen: haben wir von den herrschenden Parteien Wir blicken heute mit Geringschäßung zurück auf die des Befißes die Billigung der Massen gewiß niemals wird irgend ein energisches Eintreten für die erste unserer in ,, mittelalterlichen Zustände, wo die Angehörigen von ein erringen können. paar standesherrlichen" Familien, wo eine Handvoll Preußen aufzustellenden Forderungen zu erwarten? Aber selbst wenn die entrichteten Steuern irgendwie Rittergutsbefizer" und sonstiger Bevorrechteter durch ihre den Maßstab für die Rechte der einzelnen Bevölkerungs- nur mit Nein! antworten können. Als der bürgerlichUnd darauf wird jeder, welcher diese Parteien kennt, Sonderstellung den kleinen Besitz und die besißlose Arbeit schichten bilden dürften, so wäre für die bisher schon statt demokratische Abgeordnete Stern im Jahre 1883 die vergewaltigten! Wir haben gar keinen Grund dazu, denn gefundene und noch weiter fortschreitende politische Herab- Frage des Wahlrechtes zur Erörterung stellen wollte, war wie die eben mitgetheilten Erfahrungen zeigen, haben wir würdigung der Massen noch immer nichts bewiesen, da mitten unter uns privilegirte Schichten, die noch so wenig durch die Vermehrung der indirekten Steuern, die neben der„ geheimen Stimmenabgabe" auch noch das alles gerade die Fortschrittspartei, welche ihn hinderte, zahlreich sein und an Zahl sogar zurückgehen mögen und jedem Bourgeoisstaate eigen ist die Steuerlaſt mehr gemeine, gleiche und direkte Wahlrecht, wie es im Reiche die dennoch die Gesetzgebung durch die von ihnen geschaf- und mehr auf die Schultern der Besitlosen gewälzt wird, besteht, zu fordern. fenen Volksvertretungen beherrschen. und dieser Abwälzung also selbst nach der heuchlerischen Theorie unserer Gegner So werden es denn die Arbeiter Preußens fordern. eine Erweiterung So werden es die Besizlosen, einzig auf ihre eigene der politischen Rechte der Volksmassen folgen müßte. Kraft gestüßt, sich erkämpfen. Bietet sich ihnen hier doch Seit der Einigung Deutschlands gehören Zölle und zugleich die glänzendste Gelegenheit, alle Parteien zu offener indirekte Steuern dem Reiche. Wenn wir in folgendem Farbebekennung zu zwingen, und dadurch vor aller Welt darum die Gesammtsummen für das Reich feßen, so die innere Hohlheit derjenigen Parteien aufzudecken, die fällt doch der entsprechende Antheil des Zuwachses auch heute noch mit der demokratischen Phrase die Massen be= auf Preußen und auf die ärmeren Schichten dieses thören und die doch zu demokratischen Thaten niemals Landes. Im deutschen Zollgebiete betrugen alle Zölle mehr den Muth finden werden. und Verbrauchssteuern zusammen: Verkommen die Parteien, die uns bisweilen nahe 1872: 164,0 Millionen Mark standen, mehr und mehr in dem elenden Sykophantenthum 1888/89: 493,4 Doch müssen wir hier erst einen Einwand unserer Also eine Steigerung auf das 3 fache, um 330 Mil- und dem Intriguenspiel höfischer Schmaroßer so wird Gegner und der Freunde der Klassenwahl erledigen! lionen binnen 16 Jahren, und diese Steigerung haupt- es unsere Pflicht, selber um so mannhafter aufzutreten Man hat den Bestand der Klassenwahlen oft damit fächlich getragen von der ärmeren Masse des Volkes! und dem Volke das Gefühl für seine Würde und sein zu beschönigen gesucht, daß man hier eine Uebereinstim- Etwa 150 Millionen mehr durch Zölle, 8 Millionen durch Recht zurückzugeben. Und wer wäre zuerst zu dieser hohen Aufgabe bemung zwischen Pflichten und Rechten der Staats- die Tabaksteuer, 30 Millionen durch die Zuckersteuer, bürger als wenigstens„ erstrebt" erklärte. Wer die Pflicht( neben den vielen Millionen, welche an die Zuckerprinzen rufen, wenn nicht die Arbeiter der Reichshauptstadt? Berlin marschirt an der Spitze der Bewegung" habe, viel Steuern zu zahlen, solle auch das Recht er- mehr als früher bezahlt werden), 14 Millionen mehr halten, viel zu entscheiden. durch die Salzsteuer, 115 Millionen durch die Brannt- so rief uns neulich ein von uns hochgeehrter Parteigenosse zu. Uebernehmen wir die Führung auch in dieser Frage, Arbeitern braucht man heute wohl das Empörende weinsteuer! und Verlogene dieser Beweisführung kaum noch des Und da sollen noch ferner nur die direkten Steuern geben wir das Signal, daß im ganzen Lande und auf Näheren auseinander zu setzen. Verfügt der Besitz über der Volksmasse den Maßstab ihres politischen Rechtes der ganzen Linie der Kampf ein großes Einkommen, so heißt das weiter nichts, als bilden die direkten Steuern, die mehr und mehr den daß er von dem Ertrage der Arbeit, von dem Werthe, indirekten gegenüber zurücktreten – die direkten Steuern, eröffnet wird. welchen der Arbeiter in Fleiß und Schweiß geschaffen die man für einige Klassensteuerstufen sogar ganz zu be= hat, viel vorweg genommen hat. Man mag sagen, daß seitigen strebt was die Abtheilungsbildung noch mehr die leitende Rolle des Besitzes im Produktionsprozeß nicht zu Üngnnsten der kleinen Leute verschieben würde! zu entbehren ist und mag daher auch die Bezüge des Nein, selbst wer heute noch der Meinung sein sollte, Aber noch andere Verhältnisse tragen dazu bei, die Ungerechtigkeiten des Dreiklassensystems zu immer uner träglicherer Höhe zu steigern- Ursachen, die in der Finanzentwickelung unserer modernen Staaten liegen. " " " gegen das Dreiklassenwahlsystem Dann werden wir dem reichen Ruhmeskrauze, welcher die Arbeiter Berlins bereits schmückt, ein neues, unverweltliches Blatt eingefügt haben! Cigarren u. Tabake| Oeffentliche Schneiderversammlung. bes stammergerichts ein möbl. 3. al3 Schlafſtelle. reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) E. Kuntze, Stalitzerstr. 18.( 3um lustigen Stiefel) empfiehlt seinen reichhaltigen und kräftigen Frühstück- u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch nach Auswahl zu soliden Preisen. Der Volksfreund. Illustrirte Zeitschrift für Unterhaltung und Belehrung. Alle 14 Tage 1 Heft( 3 Bogen) zu 25 Pf. Redaction: Emanuel Wurm, Manfred Wittich, Dresden. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. Blatt für den Arbeiter. Restaurant von F. Mitan. Wienerstrasse 31. vis à vis vom Görlitzer Bahnhof. Vollständig renovirt, vorzügliches Weißund Bairischbier, Speisen in bekannter Güte. Cigarren u. 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Referent: Kollege August Täterow. " Ein junger Handwerker sucht in der Nähe Adr. m. Preisang. unter M. G. bef. d. Erp. d.Bl Fachverein der Tischler. 2. Das Verhalten der Presse, speziell der Fachzeitung der Schneider" der Berliner Schneider- Dienstag, 23. Oktober, Abends 8 Uhr, bewegung gegenüber. Zahlreiches, pünktliches Erscheinen erwartet Der Einberufer. Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- u. Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Spezialität: Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. In den nächsten Tagen erscheint: Rede des Reichstagsabgeordneten W. Liebknecht über Die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter. Neu! Nach stenographischen Aufzeichnungen. Der Preis der Broschüre ist äußerst gering. Bestellungen nimmt entgegen Albert Schmidt, Wurzen( Sachsen) Schrotstraße 7. T Der Volksfreund gehalten wie die Neue Welt. Die französische Revolution von W. Bloß. liefert die Buchhandlung von frei ins Haus. R. Kohlhardt, Brandenburgstrasse 56 Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen. Montag, 22. Oktober, Abends 9 Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16. General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Statutenänderung. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreichen Besuch bittet. Der Vorstand. Neu! Vereinigung der deutschen in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht, Bericht des Vorstandes, Bericht der Arbeitsvermittelungs- und Werkstattkontrollkommission. 2. Ersazwahlen des Vorstandes. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten. Der Vorstand. Verein der Sattler und Fachgenossen. Die Versammlung am Sonnabend, den 20. Oka tober findet nicht statt. Der Vorstand. Haupt- Mitglieder- Versammlung der Zentral- Kranken- und Sterbekasse( E. H. 64) der Sattler und Berufsgenossen Deutschlands, Hoffnung." Montag, 22. d. M., Abends 82 Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20, im untern Saal. Tagesordnung: 1. Kassenbericht pro III. Quartal 1888. 2. Ersagwahl eines Revisors. 3. Abrechnung vom Sommervergnügen. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Kranken- Unterstützungsbund der Schneider. Sonntag, den 21. Oktober, X. Stiftungsfest in der Berliner Ressource Kommandantenstr. 56. Gr. Instrumentalkonzert mit Theater, Cither- un d Gesang- Vorträgen. Entree à Person 30 Pfg. Nach dem Konzert Ball in beiden Sälen. Herren zahlen für Tanz 50 Pfg. nach. 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