" Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh.- Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus).- Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. №. 46. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Injeraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Der neue Gesetzentwurf zur Alters- und Invalidenversicherung. Bom Uebermuth Der Arbeiter.- Warum muß die Frau hinaus ins öffentliche Leben?- Die sozialistische Bewegung in Rußland. Sonnabend, den 17. November 1888. in den dann folgenden 20 Kalenderjahren jedes Jahr um = Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. in den nächstfolgenden 15 Kalenderjahren jedes Jahr um lichen Lohnsäße noch nicht in einer solchen Zusammen4 Tausendstel des Jahreslohnes, niedriger sind und damit den alleruntersten Klassen noch stellung vorliegen, daß diese aber zweifellos viel, viel einen ganz gewaltigen Zuwachs zuführen werden. Machen doch nach der Berufsstatistik vom Jahre 1882 die landArbeiter aus. Man zählte nämlich ,, Gehilfen und Arbeiter", wirthschaftlichen Arbeiter nahezu die Hälfte der sämmtlichen bezw. Gefinde: 6 Tausendstel, von da ab jedes Jahr um 8 Tausendstel bis zum Höchst betrage von jährlich 50 Hundertstel des betreffenden Jahreslohnes. Ueber alle diese Alenderungen wird man am besten folgender Tabelle klar werden. Die Invalidenrente beträgt Gedicht. Soziales Bild aus Rußland von Gorbunoff. Ein servil gewordener aus Dichter. Ein Negerfreistaat in Brasilien. Ein Vorläufer des Sozialismus in Italien. IV. - Kosten der Streits. Reichthum und Armuth. Die Vernichtung des Kleinbetriebes. Der Gesekentwurf zur Alters- und Invalidenversicherung ist nunmehr im Bundesrath durchberathen und zur Vorlage an den Reichstag fertiggestellt. Von den hierbei getroffenen Aenderungen sind besonders zwei hervorzuheben. Einmal ist dem bundesstaatlichen Partikularismus nach dem nach dem neuen Entwurf alten Entwurf L.Kl. II. SI. III. I. IV.SI. V.KL. M. M. 144 168 M. nach 5 Jahren 120 M. M. 72 96 M. 120 10 130 78 104 130 156 182 " " 15 140 84 112 140 168 196 " " 20 150 90 120 150 180 210 " " 25 165 99 132 165 " " 180 108 144 180 " " 195 117 156 195 " " 40 210 126 168 " " 45 230 " " 50 250 " " 198 231 216 252 234 273 210 252 294 138 184 230 276 322 150 200 250 300 350 Man hat angenommen, daß 20 Beitragsjahre allenein Zugeständniß gemacht worden: man hat den Reichs- falls im Durchschnitte von den Arbeitern erreicht würden. kommissar beseitigt, welcher für den Bezirk jeder Ver- Dann hätte der Arbeiter nach dem alten Entwurf 150 sicherungsanstalt vom Reichskanzler ernannt werden sollte, Mark erhalten, er bezieht nach dem neuen Vorschlag um bei der Geschäftsführung uns beiprs bei Streitig= keiten die Interessen der anderen Beicherungsanstalten und des Reiches zu wahren. Nach den neuen Bestimmungen bleibt bloß der Kommissar", der von den Landesregierungen ernannt wird. Die verschiedenen partikularEntwurf in der ersten Klasse 90 Mark " " " " " " " " 1 zweiten britten vierten fünften " " 120 150 180 210 " " 1 " " Landwirthschaft, Forstwirthschaft, Thierzucht, Fischerei. 5 881 819 Industrie, Bergbau, Bauwesen Handel, Verkehr, Gast- und Schankwirthschaft Lohnarbeit wechselnder Art Häusliche Dienstboten in allen Berufsklassen 4 096 243 727 262 397 582 1 324 924 12 427 830 Von diesen 12,4 Millionen sollen auch die am schlechtesten gelohnten 5,9 Millionen landwirthschaftliche Arbeiter gegen Alter und Invalidität versorgt werden. Welche Ortsklassen werden dadurch maßgebend für den ganzen neuen Versicherungszweig? Wie man sieht, stehen selbst bei obiger Liste für die gewerblichen Tagelöhne, welche 40 Fälle aufführt, in 35 Fällen die niedrigsten Löhne unter 1,40 mt., bei welchem Betrage die zweite Ortsklasse abschließt in 872 Prozent aller Fälle verweisen die Minimallöhne lediglich in die erste und zweite Klasse. Betrachten wir nun, um uns ein Bild des Durchschnittes zu machen, die Marimallöhne! Diese stehen fast alle unter 2 Mart in die fünfte und beste Klasse werden also nur ganz wenige Orte gerathen( in ganz Brandenburg z. B. nur Berlin und Spandau). Ja staatlichen Regierungen werden sich darüber nicht wenig deutet das also eine ganz gewaltige Verschlechterung höchsten Löhne, die in Regierungsbezirken vorkommen, Für die Ortschaften mit niedrigen Tagelöhnen be- in 14 von den erwähnten 40 Fällen reichen sogar die freuen, der Reichskanzler wird sich kaum deshalb grämen, der Lage der Altersrentner gegen den bisherigen nur bis 1,80 Mart, d. h. bis zur Grenze der dritten und den Arbeitern kann dieser Uniform- und Titelwechsel eine Herabseßung der Rente von 150 auf Klaffe; in 371/2 Prozent der Fälle fallen, selbst den sehr gleich giltig sein. Dagegen berührt die zweite Aenderung die Arbeiter 90 und 120 Mark, von noch nicht 3 Mark wöchentlich Marimallöhnen nach, die Bezirke in die dritte Klasse. Der Durchschnitt wird also selbst hier bei den besser= sehr nahe. Die Rente soll nämlich nicht mehr überall, auf noch nicht 2,40 und 1,80 Mart! an allen Orten und in allen Berufen, 120 Mark im Ob auch für die gesammte Arbeiterschaft Deutsch- gestellten gewerblichen Arbeitern sicherlich kaum die Alter und 120-250 Mark( je nach den Beitragsjahren) zweite, geschweige denn die dritte Klasse überschreiten. Und nun nehme man die noch erbärmlicheren ortsüblichen bei Invalidität betragen. Sie soll vielmehr abgestuft, niedriger oder auch höher angesezt werden, je nach dem Tagelöhne vom Lande dazu, so wird ortsüblichen Tagelohn. lands eine noch weitere Verschlechterung der Versorgungsverhältnisse eintritt, das wird sich danach richten, ob die schlechtgestellten Ortschaften der ersten, zweiten und dritten, oder die der bessergestellten der vierten und fünften Ortsklasse die Mehrzahl der Arbeiter entschieden der ersten und Man hat dabei allerdings nicht für jeden besonderen überwiegen. Und nach den vorliegenden Aufnahmen sind zweiten Klasse zugewiesen, d. h. mit Renten von 72 und Lohnsatz auch eine besondere Rente in Aussicht genommen, wir unbedingt zur ersteren Annahme und damit zu dem 96 Mark abgefunden. sondern in fünf großen Klassen alle Vohnsäge und Schlusse gezwungen, daß der Arbeiterstand im Durchschnitt damit auch alle Rentensäße zusammengefaßt. nun noch weniger erhalten wird. Wenn das die Abstufung" sein soll, wenn die Wir finden z. B. in den einzelnen Regierungsbezirken balten soll dann sehnen wir lieber die alte schablonen= große Masse der Arbeiter noch weniger als früher er( bez. Kreisen, Oberämtern u. f. w.) folgende ortsübliche hafte Einheitlichkeit zurück, bei der jeder Arbeiter doch Tagelöhne für gewöhnliche gewerbliche männliche Ar- feine 120 Mark erhielt! beiter( in der Reihenfolge der in einzelnen Orten des Bezirkes gezahlten Mindest löhne geordnet): Zur Ortsklasse I gehören alle diejenigen Ortschaften, in welchen der übliche Tagelohn erwachsener männlicher Zagearbeiter unter einer Mark steht, der Jahres lohn wird hier mit 300 Mark angenommen; Ortsklasse II umfaßt die Tagelöhne von 1,01 bis 1,40 Mark, der Jahreslohn wird hier zu 400 Mark berechnet; Drisklasse III umschließt 1,41-1,80 Mark TageLohn, gleich 500 Mark Jahreslohn; Ortsklasse IV die Tagelöhne von 1,81-2,20 Mart, gleich 600 Mark Jahreslohn; Ortsklasse V enthält alle Tagelöhner über 2,20 Mark, der Jahreslohn wird hier mit 700 Mark berechnet. Dementsprechend werden nun Alters- und Invalidenrente abgestuft. . Mart 0,80-1,20 Aurich • Mark 1,25-2,10 Und kann die Regierung solche Hungeralmosen vor sich selber irgend wie rechtfertigen? Wir bezweifeln das, denn noch vor wenigen Monaten schrieb die Regierung 1,20-2,00 felber in der Denkschrift, welche den„ Grundzügen" beiMecklenburg( Domigegeben war, zur Rechtfertigung für den Minimalsaß von nien und Städte. 1,30-2,00 120 Mark: Baden 1,30-2,50 Kreishauptm. Leipzig 1,30-2,00 . 0,80-1,62 Aachen 0,90-1,60 . 0,80-1,60 1,00-1,50 1,00-1,75 1,00-1,75 . + 1,30-2,00 1,30-1,80 1,30-2,12 Gumbinnen Marienwerder Liegniz Breslau stönigsberg Bromberg Merseburg Brandenburg. Minden · • Oberfranken Großh. Hessen Unterfranken. Mittelfranken. · . 1,00-1,75 1,00-1,60 1,00-2,00 1,00-2,00 1,10-1,90 Oberbayern Weimar Kassel Trier . 1,10-2,00 1,10-2,00 · 1,20-2,00 1,20-2,26 1,20-2,00 1,20-1,60 1,25-1,80 1,20-2,40 Hohenzollern Oldenburg Köln • • · 1,50-2,00 1,50-2,00 1,20-2,40 Arnsberg. . Die Altersrente soll auch ferner erst vom voll: endeten 70. Lebensjahre ab und nach 30 Beitragsjahren Württemb. Schwarzbezogen werden, aber sie beträgt jetzt nicht mehr in fester waldkreis Summe wie früher 120 Mart, sondern sie beträgt Stettin. 24 Prozent des Jahreslohnes jeder Klasse. D. h. also: Hannover. der Arbeiter, welcher sein Leben an einem Orte zubrachte, Erfurt für welchen der ortsübliche Tagelohn mit weniger als Braunschweig. einer Mark festgesetzt war, erhält 24 Prozent von 300 Münster Mart, mithin 72 Mark Altersrente. Die zweite Ortsklasse erhält 96 Mark, erst die britte 120 Mart, die vierte 144 Mart, die fünfte 168 Bauzen Lüneburg + Ihrem Betrage nach wird die Nente so bemessen werden müssen, daß sie.. nur für den nothdürftigen Lebensunterhalt an billigem Orte ausreicht! · -Also vor kurzem nahm selber die Regierung noch 1,30-2,00 an, daß man mit 120 Mark höchstens an„ billigem" Würtemberg( 3streise) 1,30-2,00 Drte ,, nothdürftig" auskommen könne und jetzt schlägt Koblenz 1,30-1,80 fie selber für die Mehrheit der Arbeiter 72 und 96 Mart vor! Mecklenburg( ritters Und die weiblichen Arbeiter? D, die werden sich schaftliche Güter. 1,40-2,00 Elsaß- Lothringen 1,40-2,40 auch weiter mit zwei Dritteln dieser Zuwendungen beSchleswig- Holstein. 1,40-2,50 gnügen müssen, d. h. im allgemeinen mit 48 und 64 Mark Schwaben u.Neuburg 1,40-1,65 jährlich, mit 90 Pfennigen und 130 Pfennigen Magdeburg. wöchentlich! • 4 • 1,50-2,00 Und selbst diese Trinkgelder werden nunmehr noch . 1,50-2,40 unter Erschwerungen des Bezuges in Aussicht gestellt. . 1,50-2,20 Früher erhielt man sie, wenn man täglich nicht mehr Man wird hier auf dem ersten Blick zu dem Schlusse 333 Pfennige, monatlich nicht mehr 10 Mark verdienen tommen müssen, daß die meisten Arbeiter in die erſte und konnte. Jezt erhält man sie erst, wenn man den Mindestzweite Klaffe( bis 1,40 Tageslohn), mindestens aber in betrag der neuen Rente, d. h. wenn man in der ersten Klasse nicht mehr 20 Pfennige täglich, 6 Mark monatDie Invalidenrente ist nach Ablauf der gewöhn- die erste, zweite und dritte Klasse zu verweisen sind. lichen Wartezeit( nach fünf Beitragsjahren) auf dieselben Wenn obige Zahlen noch einen Zweifel daran lassen lich, in der zweiten Klasse nicht mehr 27 Pfennige täglich, Beträge angesetzt. Sie steigt aber, je mehr Beitragsjahre könnten, so muß dieser sofort gehoben werden bei der Er- Mark monatlich durch irgend welche Hantirung erwerben kann. Das ist das, was die Sozialreform den Arbeitern bietet! bis zur Invaliditätserklärung verstrichen sind, und zwar wägung, daß diese angeführten ortsüblichen Tagelöhne für vom Ablauf der Wartezeit an gewerbliche Arbeiter gelten, daß die landwirthschaft= Mark Altersrente. 8 Vom Uebermuth der Arbeiter. werden und jedem wahren Ordnungsmann auf lange Zeit zu irgend einer Zeit so gestellt sein könnte, um hinaus als ebenso bequemes wie siegreiches Kampfmittel sich gewohnheitsmäßig einen Lebensgenuß der Ein bekanntes französisches Sprichwort sagt:„ Die gegen die Arbeiterbewegung dienen wird. Die ganze fitt- angeführten Art zu erlauben! Jeder nicht rettungsLächerlichkeit tödtet". Aber auf dem politischen Gebiete liche Entrüstung der satten Tugend über das zunehmende los verfimpelte Mensch begreift sofort, daß das massenhat das Wort auch in seinem Ursprunglande nur selten Auchessenwollen der Menge spricht in wahrhaft ergreifender hafte Herzuströmen der Arbeiter zu einer so angenehmen oder niemals Giltigkeit erlangt. Wie machte sich Ludwig Weise daraus.. Arbeit überaus schnell den Lohn herabdrücken müßte. " Wie Bonaparte im Anfange seiner politischen Laufbahn, als Zunächst erklärt der Hochangesehene", daß der an- Wie dumm der angesehene Bürger" lügt, ist übrigens Abgeordneter in der 48 er Nationalversammlung, lächerlich. gezweifelte Bericht des ersten Berichterstatters leider" nicht weiter auch noch daraus ersichtlich, daß die von ihm beUnd doch hinderte das den„ melancholischen Papagei" übertrieben sei, vielmehr als vollkommen zutreffend bestätigt hauptete Lebensart der Bauarbeiter selbst nach seinen nicht, zuerst Präsident der Republik und dann Napoleon III. werden müsse. Aber der Uebermuth der Arbeiter gehe eigenen Lohnangaben platterdings unmöglich ist. Es zu werden. In gleicher Weise hat den Hanswurſten noch viel weiter!„ Die Lebensweise der Leute grenzt wird von ihm behauptet, die Maurer verdienten in MünBoulanger all seine Lächerlichkeit bisher nicht gehindert, ans Unglaubliche." Der Briefschreiber muß es selbst mit chen allgemein 10 Mt., die Steinträger 6-7 Mt. täglich. eine immer größere Rolle zu spielen. Gesezt nun, auch dies wäre wirklich so- was es Und erst in unserem Deutschland! Wenn da die ansehen, wie sich die Maurer und Steinträger soUnd erst in unserem Deutschland! Wenn da die wohl zum Bau als vom Bau in der Droschke nicht ist so würde das, selbst bei einer allgemein nicht Lächerlichkeit tödten würde wie viele Menschen und fahren lassen. Raum ein wenig in Arbeit, genießen vorkommenden Bauzeit von 200 Arbeitstagen, ein JahresEinrichtungen müßten da nicht längst selig entschlafen die Leute dann schon zur Frühstücksbrotzeit talte einkommen von etwa 2000 Mt. für den Maurer und von und begraben sein, die heute leider noch sehr lebendig sind Gansviertel und zwar abgefeimterweise im Früh- 12-1400 Mt. für den Steinträger ausmachen. und sich kräftig fühlbar machen! jahr, wo die Gänse eben erst auf den Markt viele Gansvierteln, Braten, Fruchteise, Torten und Nein, die Lächerlichkeit tödtet heutzutage auf dem tommen und am theuersten sind. Zur Mittagsmahl- Droschken sich selbst von einem solchen Einkommen ein Gebiete des öffentlichen Lebens, vor allem in staatlichen zeit sind den Leuten dann nach dem Zeugnisse des lediger Arbeiter, geschweige denn ein verheiratheter schaffen und wirthschaftlichen Dingen, keineswegs. Wie wäre denn zeit sind den Leuten dann Rindfleisch könnte, braucht man feinem Vernünftigen vorzurechnen. ,, vollkommen bestätigten" ersten Berichtes sonst all' der unglaubliche Unsinn möglich, der sich nament- und Braten viel zu schlecht und werden nur Geflügel Es bleibt also dabei: der„ Abendzeitungs"-Auffah lich gegenüber der Arbeiterbewegung, ihrer wissenschaftlichen und dergleichen( Fasanen, Rebhühner, Rehschlegel, viel-[ ist zu albern, um ernst genommen zu werden. Daß aber Lehre sowohl als ihren thatsächlichen Lebensäußerungen, leicht auch seine Fische, am Ende gar auch Austern?) ge- solches unerhörtes Zeug heutzutage noch durch ein größeres Tag für Tag breit macht, großspurig auf allen Gassen geffen. In den Zwischenbrotzeiten holen die Mörtelfrauen Blatt verbreitet werden und Gläubige finden kann, lärmt und in Lehrsälen und Amtsstuben sein Wesen treibt? Dann für sich und die Maurer außer dem schon erwähnten das ist bezeichnend für unsere sozialpolitischen Verhältnisse! Man denke nur an die Geschichte vom" Theilen", von Gefrorenen nur Zuckerbrod oder Butterhörnchen, der„ Vernichtung des Kapitals und der Kultur" und ähn- meist 8-10 Stück per Weib", oder sie„ sättigen liche Dinge. Die Sozialdemokraten können immer sagen sich mit den leckersten Konditorwaaren". Vom Biere, und versichern, was sie wollen; und ehrliche und ver- bas doch im Uebrigen eine so große Rolle in München nünftige Gegner mögen wissenschaftlich nachweiſen, wie spielt, ist merkwürdiger Weise nichts gesagt. Sollten die albern jene der Arbeiterbewegung gemachten Vorwürfe Maurer etwa schon so feine Herren geworden sein, daß sie find. Thut alles nichts! Nicht bloß die erstbesten sich dieses gemeine Volksgetränk abgewöhnt haben? Ober Dummköpfe, nein, eine ganze Menge höchst ernst thuender treiben sie gar die Niedertracht ihres Herzens soweit, daß und für ernst genommener Menschen, öffentliche Männer, fie Bier, Gefrorenes, Butterwekeln und Zuckerwaaren zuStaatsmänner" sogar, lassen sich um keinen Preis davon sammen vertilgen? Mehr noch als alles dies empört den abbringen und wiederholen die uralte Lächerlichkeit immer Briefschreiber aber, daß Maurer, Steinträger und andere sei, daß sie weltfremd, ohne Antheil an den öffentlichen wieder aufs Neue, ohne daß dieselbe sie umbrächte. Im Bauarbeiter selbst mit dieser angenehm gewürzten Arbeit Vorgängen durch das Leben zu gehen habe, ist ebenso Gegentheil. Man sollte es nicht glauben, aber ist so: je noch keineswegs zufrieden sind, sondern oft zwei und landläufig, wie längst überlebt: fie trifft nicht einmal für plumper, greifbarer der Blödsinn ist und je länger er brei Tage in der Woche blau machen und erst zur die Zeit mehr zu,„ als der Großvater die Großmutter geist- und sinnlos wiederholt wird, desto widerstandsloſer Arbeit zurückkehren, wenn all ihr Geld verpußt iſt. Arbeiter- nahm". " V. Warum muß die Frau hinaus ins öffentliche Leben? ( Aus Frauenkreisen.) I. Die Behauptung, daß die Frau für das Haus da wird er von den gebildeten Ständen" angenommen und freundlich, wie der„ Hochangesehene" ist, würde er ja„ den Die Frau konnte ohne großen Schaden für sich und zulegt wie eine Heilsbotschaft geglaubt. Leuten den guten Verdienst gönnen, wenn sie denselben zu die Gesellschaft von dem öffentlichen Leben abgeschlossen Wer erinnert sich nicht der ausgezeichneten Geschichte, würdigen wüßten und an die ungünstige Zeit denken werden, so lange die geſellſchaftlichen Beziehungen unentwelche zu Anfang der 70er Jahre von den Berliner würden." Sobald aber die lettere komme und die Bauten wickelte, innerhalb enger Grenzen sich bewegende waren, Maurern erzählt wurde. Irgend ein edles Berliner Blatt eingestellt werden, dann laufe der leichtsinnige Bauarbeiter so lange das Individuum und dessen Lebensverhältniſſe hatte die Entdeckung gemacht, daß die riesig bezahlten" einfach zur Armenpflege oder nehme sonst die Wohlthätig- nur von den nächſtliegenden Einflüssen berührt und be= Maurer so übermüthig geworden seien, daß sie auf dem keit in Anspruch, wobei er hergebrachtermaßen bereit- ſtimmt wurden. Nicht nur die Frau, auch der Mann Bau Champagner tränken... Man denke nur: eine Man denke nur: eine williges Entgegenkommen finde". Es sei an der Zeit, mußte damals einen beschränkten Kreis von Interessen gemeine Arbeiterkehle und Champagner, der doch von hier strenger aufzutreten und die Arbeiter, deren haben, aber innerhalb des engen Kreiſes, in dem sich dieGottes- und Rechtswegen allein für die Junker, Offiziere, Jahreseinkommen besser als das vieler niederer Beamten ſelben bewegten, nahm auch die Frau mehr oder weniger Finanzmänner und andere Blüthen der Menschheit bestimmt ist! Diese schwarze That mußte gerochen werden. Und und ſelbſtändiger Gewerbetreibender" sei, nicht mehr so am öffentlichen Leben Theil, sie war auf dem Laufenden sie ward es, indem nun seit anderthalb Jahrzehnten bei Unparteilichkeit fordert zum Schlusse, daß die Bauunter- beeinflußten, in manchen Gegenden hatte sie auch ihr Wort sie ward es, indem nun seit anderthalb Jahrzehnten bei zu verwöhnen". Der Briefschreiber mit der ehrlichen über die Verhältnisse, welche die Existenz ihrer Familie jeder Lohnforderung im einzelnen und jeder Bestrebung nehmer den Armenbehörden und Wohlthätigkeitsanstalten in der Gemeindeverwaltung mitzureden. Der Zwergwirthder Arbeiterbewegung im allgemeinen gegenüber mit der Verzeichnisse der unzuverlässigen Arbeiter einreichen sollen, schaft und dem Pokalmarkte, der Kirchthurmsproduktion Sicherheit eines Uhrwerkes jener schreckliche Maurer- Damit letztere von dem Gewaß von Unterstüßungen während entsprach auch die Kirchthurmspolitik, für den Mann so Champagner wieder hervorgelangt und den Arbeitern an Sowie die Entwickelung der neuen Produktionsver den Kopf gegossen wird. Ist es doch noch kaum ein des Winters ausgeschlossen oder, wie er sagt, weniger gut wie für die Frau. Jahr her, daß ein Staatsanwalt in offener Gerichtssißung entgegenkommend" behandelt werden. ich glaube, es war zu Posen es nicht unter seinem Soweit der Musterbrief der„ Augsburger Abend- hältnisse die wirthschaftlichen Beziehungen der Gesellschaft von lokalen zu, nationalen und internationalen machte, Geschmacke gefunden hat, die alte Geschichte zum tausendsten zeitung", der unzweifelhaft bald die Runde durch die ge- mußte auch der Charakter des öffentlichen Lebens dem Male wieder aufzuwärmen. sinnungstüchtige Presse machen und bei dem Gedanken- gleichen Entwickelungsgange folgen. Der Partikularismus Diese wahrhaftige Geschichte vom standeswidrig be- reichthum der Mehrzahl unserer Gegner in wirthschaftlichen mußte dem Nationalismus weichen, wie dieser seinerseits friedigten Berliner Maurermagen hat nun aber urplöglich Dingen, im Norden wie im Süden, noch recht oft von gezwungen war, dem Kosmopolitismus Plaß zu machen. das Ansehen verloren, das sie so lange Zeit hindurch echten Mast- und Spießbürgern als Haupttrumpf gegen Sowie der Einzelne nicht mehr für den Lokal- sondern verdientermaßen genossen hat. Wie kam das? Das Ver- jede Arbeiterbestrebung ausgespielt werden dürfte. für den Weltmarkt produzirte, mußten ihn auch alle gedienst für diese unerwartete Aenderung kommt einem süd- Man kann sich vorstellen, daß die Aeußerung des in sellschaftlichen Beziehungen und Verhältnisse interessiren, deutschen nationalliberalen Blatte, der ,, Augsburger Abend- Bayern weitverbreiteten Blattes auch in Arbeiterkreisen welche die Verhältnisse des Weltmarktes beeinflussen und zeitung" zu. nicht nnbemerkt geblieben ist. Die Münchener Arbeiter, schaffen, er mußte darnach streben, dieselben und die ProDies bayerische Beamtenorgan hat nämlich zwei insbesondere die Maurer, find wüthend über das Mach- duktionsbedingungen möglichst in Gemäßheit seines InBerichten von hochangesehener" Seite Aufnahme gewährt, werk, das sie ein verächtliches Gewebe der unverschämtesten, teresses beeinflussen zu können. so Enthüllungen über den Uebermuth der Münchener faustdicksten Lügen nennen, deren Brandmarkung in den Das Ziel ist erreicht, soweit es unter der Herrschaft Arbeiter an das Tageslicht gebracht, welche jene Berliner schärfsten Ausdrücken sie von mir verlangen. Diese Stim- der Klassengegensäge und des Konkurrenzkampfes mögSektmaurer als die reinen Waisenknaben erscheinen lassen. mung ist begreiflich; aber ich kann sie nicht ganz theilen. lich ist. Nicht etwa, als ob ich die Weise, in welcher die Behaup- Die Bourgeoisie hat sich durch Revolutionen, durch Der erste Bericht des genannten Blattes beginnt tungen des Abendzeitungs"-Berichtes gekennzeichnet sind, Besißergreifung der politischen Macht das Recht verschafft, damit, daß der Lohn der Münchener Maurer unbändig irgendwie für unzutreffend hielte. Aber mag es nun Produktions- und Marktverhältnisse zu ihrem Nuß und hoch sei und daß die Genußsucht der Leute„ kein Ziel daher kommen, daß ich im Allgemeinen die Ansicht hege, Frommen zu regeln. Man höre nur: " 1 kenne". Dieser schöne Gedanke wird dann folgendermaßen daß die Beschränktheit der Menschen stets viel größer ist, Das Proletariat ist zwar dem Namen nach, mehr weiter ausgeführt:„ Die Wirthe in der Nähe der Bauten als ihre Bosheit, und daß ich diese Meinung durch vieles oder weniger unvollkommen, für politisch frei erklärt, aber können nicht fein genug kochen; Rindfleisch und Braten Lesen der uns feindlichsten Zeitungen tagtäglich neu be- in Folge seiner wirthschaftlichen Abhängigkeit entbehrt es sind zu schlecht, nur Geflügel und dergleichen wird ver- stätigt finde; oder liegt der Grund wo anders, genug der Macht, die gesellschaftlichen Beziehungen in seinem langt. Steinträger fahren mit Droschke vom Bau- ich vermag einen Aufsaß, wie den in Nede stehenden, nicht Interesse zu gestalten. Widerwillig genug mußte die Bourplaz und die Mörtelfrauen holen Gefrorenes und so ernst zu nehmen. Ich leugne nicht, daß eine so offen- geoisie zulassen, was sie nicht hindern konnte, nämlich, daß sonstige Süßigkeiten in den Konditorläden." bare Verläumdung etwas Verächtliches hat; aber der er der Arbeiter durch die Verhältnisse, in denen er lebt, es kommt noch Ist das nicht das reine Schlaraffenland? Muß da heiternde Eindruck des durch die Ungeschicklichkeit des Interesse an dem öffentlichen Leben nahm, daß er Einnicht alle göttliche und menschliche Ordnung aus dem Leim Lügners gründlich mißglückten Lügens überwiegt bei mir. blick in das politisch- soziale Getriebe gewann, das in sein gehen, wenn ganz gewöhnliche Maurer den Herren das Ein Geschreibsel von so ausgeprägter Albernheit kann mir Dasein fördernd oder hemmend eingriff, daß er sich eine Geflügel, und schmutzige Mörtelweiber den feinen Damen nicht Zähneknirschen, sondern nur ein spöttisches Achsel- Meinung, ein Urtheil über die öffentlichen Ereignisse und das Fruchteis wegessen? Aber gemach und spart euch die zucken erregen. Einrichtungen bildete und in Folge dessen dort ein Wort fittliche Entrüstung auf später auf, Und derartiges vermag den Arbeitern auch nimmer- mitzureden verlangte, wo seine Eristenzbedingungen in viel ärger! mehr wirklich zu schaden. Ich verlasse mich, wie gesagt, Frage, wo seine Thätigkeit die Grundlage des Bestehenden Die mitgetheilten Ungeheuerlichkeiten kamen nun doch nicht allzuviel auf die Einsicht der Menschen, und es wird war. Allerdings ward Alles gethan, sein Urtheil über die selbst dem Herausgeber des nationalliberalen Blattes etwas ja auch zweifellos viele tausende von Leuten geben, deren sozialen Beziehungen zu fälschen, es so zu gestalten, daß zu unverdaulich vor, und er fügte ihnen deshalb den Nach- angeborene und anerzogene Dummheit oder deren Interesse es nicht der Wirklichkeit und seinem eigenen Interesse entsatz hinzu:„ Uns scheint der Berichterstatter etwas zu scharf sie an die Behauptungen des„ Abendzeitungs"-Aufsatzes sprach, sondern nur dem Vortheile der bürgerlichen Machtgesehen zu haben; an die eisschlürfenden Mörtelfrauen glauben lassen. Auf diese ebenso unverbesserliche wie haber, der Erhaltung der bestehenden Verhältnisse. werden gewiß wenige Leser glauben." kleine Minderheit kann es aber den Arbeitern in keiner Kirche, Schule, Presse und sonstige sogenannte BilDa kam der zweifelsüchtige Mann aber schön an. Weise ankommen. Außerhalb dieses beschränkten dungsanstalten erwiesen sich in der Hand des Klassenstaats Denn allsogleich setzt sich ein hochangesehener Münchener Kreises dürfte es aber nur wenige Esel geben, als treffliche Instrumente, das Proletariat zu blenden und Bürger, welcher sowohl im öffentlichen, als auch mitten deren Ohren lange und deren Hirn verrottet zu täuschen. Und was die aktive Theilnahme des Arim Geschäftsleben steht, und dessen ehrliche Unparteilichkeit genug wäre, um auch nur einen Augenblick zu beiters am öffentlichen Leben anbetrifft, so war und ist sie jeden Zweifel ausschließt", hin und schreibt einen Antwort glauben, daß unter der Herrschaft von Angebot noch himmelweit davon entfernt im Verhältnisse zu der brief einen Brief, der von hunderttausend„ Gut- und Nachfrage eine beliebige Masse von ein- Rolle zu stehen, welche derselbe im gesellschaftlichen Leben gesinnten" mit einer wahren Begeisterung aufgenommen fachen Handarbeitern an irgend einem Orte und spielt; sie beschränkt sich noch heutzutage auf das berühmte ,, Steuernzahlen und Maulhalten". Aber im Prinzip| mit einander verknüpfen. So steigt z. B. sogar in Kräh-| mag gegen 3000 betragen haben. Sie durchwanderten wenigstens ist die Theilnahme der Männerwelt an dem winkel das Brot im Preise, obgleich die dort Ackerbau Anfangs einzeln oder zu zweien einen Bezirk, vertheilten öffentlichen Leben anerkannt, bis auf den vierten Stand treibenden Hinz und Kunz eine reiche Ernte eingefahren, sozialistische oder einfach politische Broschüren, betrieben ist sie politisch der Entwickelung der Produktionsverhält- sobald in Rußland, in Amerika, in Indien die Getreide- eine mündliche Agitation und suchten vor allem das Zunisse gefolgt. preise in die Höhe gehen. trauen des Volkes zu gewinnen. Ihre wissenschaftlichen Anders die Frau. Ihre Stellung weist einen schnei- Noch weit deutlicher fühlt ihre Abhängigkeit, ihre und technischen Kenntnisse, welche sie befähigten, dem denden Widerspruch auf zwischen ihrer wirthschaftlichen Wechselbeziehungen zu dem gesellschaftlichen Leben diejenige Bauern allerhand Dienste zu leisten, kamen ihnen hierbei Rolle und ihren gesellschaftlichen, beziehungsweise politischen Frau, welche Arbeits" kraft geblieben ist, welche aber, in trefflich zu statten. Viele Agitatoren hatten sich zu diesem Rechten. Ihr sind nicht einmal die fümmerlichen Schein- Gemäßheit der neuen Bedingungen, nicht mehr für die Zweck auf ihr Werk durch Erlernung eines Handwerks fonzessionen eingeräumt, mit denen das Proletariat ab- Familie, sondern für die Gesellschaft produzirt, welche, vorbereitet. gespeist wurde, rechtlich und politisch bilden die Frauen ökonomisch vom Manne unabhängig, hingegen vom Jedoch bald erwies sich, daß diese flüchtige Berührung einen fünften Stand der heutigen Gesellschaft. Während Kapitalisten abhängig geworden ist. Für sie ist das nicht genügend war, den neuen Ideen Eingang und Einihre ökonomische Thätigkeit sich den neuen Produktions- Interesse, die Theilnahme am öffentlichen Leben eine fluß auf den Entwicklungsgang der Masse zu verschaffen. bedingungen anpaßte und eine immer ausgedehntere wurde, Nothwendigkeit, auf welche sie zehnmal am Tage hin- Außerdem hatte die in den Landgemeinden offenkundig blieben ihre sozialen Rechte ihr in Gemäßheit der gesell- gewiesen wird, eine Pflicht und ein Recht, die ihr nur gährende Bewegung, welche nur zu deutlich mit dem Aufschaftlichen Verhältnisse zugemessen, welche die Klein- resp. eine von der Wurzel bis zum Gipfel ungerechte Gesellschafts- tauchen„ professionsloser, nicht ansässiger Individuen" in Hausproduktion zur Vorausseßung hatten. Von dem Tage ordnung vorenthalten kann. Die industrielle Arbeiterin Verbindung stand, die Aufmerksamkeit der Regierung erregt. an, an dem die Großproduktion die Kleinproduktion ver- wird unmittelbar von allen Maßregeln betroffen, welche Nicht nur die Rücksicht auf Erfolg, auch die Klugheit drängte, wo die Frau die Bedarfsartikel für den Familien- Staat und Gesellschaft ergreifen. Direkt muß fie also gebot eine Aenderung der Taktik: die Propagandisten gebrauch nicht mehr selbst herstellte, von dem Tage an auch mit diesen Gewalten in Berührung stehen, direkt wendeten die sogenannte Kolonisation an. ward auch ihr Interesse aus der. Familie in die Ge- ihren Einfluß, ihre Ansprüche, ihre Proteste geltend machen Abgesehen von Denen, welche auf längere Zeit in sellschaft verlegt. Sogar in dem Falle, daß die Frau können. Es muß ihr vor Allem möglich sein, am öffent: Fabriken eintraten, ließen sich Andere als Schmiede, unter den neuen Produktionsbedingungen nicht selbst pro- lichen Leben Antheil zu nehmen, ihre Stimme bei Schuhmacher, Tischler, Schullehrer, Schreiber duktiv thätig war, gerieth sie indirekt, durch Vermittelung Wahlen u. s. w. als maßgebend in die Wagschale zu in den Landgemeinden nieder. Oft machte man fich des nach den neuen Bedingungen produzirenden Mannes werfen. Sie befindet sich den sozialpolitischen Zuständen nicht einzeln, sondern in ganzen Schein- Familien ansässig. in durchaus veränderte Beziehungen zur außerhalb der gegenüber in ganz und gar derselben Lage wie jeder Die einzelnen Gruppen behielten untereinander Fühlung Familie gelegenen Welt. Die Existenzbedingungen der männliche Arbeiter: also das geringere Maß an Recht und beobachteten gewisse Vorsichtsmaßregeln, der NeuaufFamilie wurden nicht mehr überwiegend vom individuellen erklären, das ihr zuertheilt ist? Willen des Familienoberhauptes bestimmt, sondern in letter Linie durch die Marktverhältnisse, von der gesammten Wirthschaftslage draußen im sozialen Leben, die ihrerseits von den politischen Ereignissen und Zuständen beeinflußt wurden. Die Höhe des Verdienstes, der den Unterhalt der Familie sicherte, die Länge der Arbeitszeit, vielfach lesen wir in einer Moskauer Korrespondenz der Wiener auch die Art der Beschäftigung, die Feierstunden und Gleichheit": Feiertage, die Gründung und Gestaltung des Familien" Ueber den Beginn der sozialistischen Bewegung in Rußland genommene mußte eine Art Noviziat" durchmachen. Die Kolonien wurden die Keime der späteren geheimen Gesellschaften. Die Niederlassung von scheinbaren oder auch wirklichen Ehepaaren erwies sich der Propaganda besonders günstig. Die Anpassungsfähigkeit der Frauen, ihr vorherrschendes Gefühlsleben stempelten dieselben zu trefflichen Mitstreiterinnen. Die Frau verstand oft sich da Eingang und Vertrauen zu verschaffen, wo der Mann vergeblich um Beides geworben. Die Berufe, welche die Frauen als Aerzte, Hebammen, Lehrerinnen ausübten, stellten eine Menge intimer Beziehungen mit dem Volke her. Im Anfange trug die russische Bewegung nach dem lebens hing nicht mehr vom Willen des Mannes, Ausspruche Stepnjat's weniger den Charakter einer polisondern von der Laune des Kapitalisten, den Nothwendig uischen als einer religiösen Bewegung. Die sozialistikeiten der Produktion und des Marktes ab. Die Preise schen Ideen steckten an und packten wie eine neue Religion, der Bedarfsartikel für den Haushalt wurden durch Ein- ihre Anhänger erstrebten nicht nur ein bestimmtes prakti So war Anfangs der Kampf der Propagandisten nur flüsse bestimmt, die nicht im Bereiche der Familie, sondern sches Ziel, sie suchten auch einem Gefühle der moralischen ein Bestreben, das Volk aufzuklären und für die neuen oft in weiter Ferne, in politisch komplizirten Maßregeln Pflicht, dem Sehnen nach Vervollkommnung Genüge zu Ideen zu gewinnen. Erst, als die Regierung mit einem lagen. Die Konkurrenz beschwor Schußzölle und Kolonial- leisten. Die jugendliche Intelligenz" beiderlei Geschlechts, niegekannten Terrorismus gegen diese friedliche Agi= kriege herauf, welche bald die, bald jene Waare ver- welche unter das Volk ging", gab sich dem sozialistischen tation vorging, da begann eine andere Kampfesweise, da theuerten. Eine neue Produktionsverbesserung warf heute Lehramt mit einer Opferfreudigkeit und Selbstlosigkeit hin, hoben jene furchtbaren Gewalt- und Racheakte an, die den Vater, morgen den Mann brotlos aufs Pflaster. welche an die ersten Zeiten des Christenthums erinnerten, fich anfangs gegen die nächsten Gegner- Spione, Kriege mit dem Auslande behufs Gewinnung oder Er- nur daß die Vorkämpfer der neuen Gesellschaftsära den Gensdarmen, Richter wandten, um schließlich auch die haltung der politischen, industriellen, kommerziellen Vor- Bekennern der christlichen Doktrin darin überlegen waren, höchsten Behörden nicht zu verschonen. Erst der weiße Terrorismus der Regierung erzeugte Herrschaft, Bürgerkriege im Innern um die bestehende Ge- daß sie nicht von dem wesentlich egoistischen Gedanken sellschaftsordnung, das Verhältniß von Kapital und Arbeit der Erringung des persönlichen Seelenheils, der para- den rothen Terrorismus ihrer Gegner, sonst wäre heute in Kraft zu erhalten, rissen erbarmungslos Vater, Sohn diesischen Seligkeit geleitet wurden. Den russischen Pro- noch die innere Entwicklung Rußlands eine wesentlich und Bruder aus der Familie, tödteten den Ernährer oder pagandisten winkte kein ausgleichendes Jenseits, während andere. sdidten ihn als hülflosen Krüppel zurück. Ein großer fie wußten, daß ihr„ Gang ins Volk" nicht nur den per Theil des zum Unterhalt der Familie bestimmten Verdienstes sönlichen Verzicht auf alle Annehmlichkeiten und Freuden geht zur Zahlung der direkten und indirekten Steuern ver- des Lebens bedeutete, sondern daß das Ziel derselben für loren, um die Kosten der Kriegsunternehmungen, des sie und die ihrigen Verlust aller Vorrechte und Besitzfolossalen Regierungs- und Polizeiapparates zu decken, ge- thümer bedeutete. Politische Nachrichten. Der Reichstag ist auf den 22 d. M. einberufen. Das Stärkeverhältniß der Fraktionen stellt sich bei seinem Zusammentritt gegen früher wie folgt: 75 Deutsch- Konservative( gegen 77), 39 deutsche Reichspartei, 99 Zentrum( gegen 101), 13 Polen, 96 Nationalliberale( gegen 98), 36 Freisinnige. 10 Sozialdemokraten, setzgebende und ausführende Gewalten crlassen Gesetze, Junge Mädchen und Männer, der höchsten Aristowelche die wirthschaftlichen Eristenzbedingungen der Familie tratie angehörend, verließen ihre Familien, arbeiteten in ruiniren, die Familienglieder auseinander reißen, den Ein- Fabriken, Werkstätten, auf Landgütern, um unter der zelnen in das Elend jagen. Die Kinder können sich nicht Wasse die sozialistischen Jdeen zu verbreiten. Leute, die nach Maßgabe ihrer Anlagen und Fähigkeiten entwickeln, an alle Bequemlichkeiten des Lebens, an alle Genüsse der sondern nach Maßgabe der äußeren Verhätnisse, der Kunst und Wissenschaft gewöhnt waren, arbeiteten schwer größte Theil der Bildungsanstalten ist den Kindern der 15 und 18 Stunden per Tag, wohnten in abscheulich unMittellosen verschlossen, und wenn der Eintritt durch de- gesunden Höhlen, nährten sich mit der groben Kost des und wehmüthige Bettelei offen steht, hält doch die Sorge Volkes, um in täglicher, stündlicher Berührung mit demum den länger zu gewährenden Unterhalt seitens der selben zu sein. Die Jugend nahm es ernst damit, dem 23 Wilde, darunter 14 Elsaß- Lothringer. Familie von der Benuzung ab. Die Erwerbsverhältnisse Volfe die Schuld ihrer Vorväter zu zahlen. Die Abnahme bei einzelnen Parteien erklärt sich zum Theil machen es dem Vater zur Nothwendigkeit darauf zu halten, Die Propagandisten" organisirten Unterrichtsturse, aus für sie unglücklich verlaufenen Nachwahlen, zum daß kein„, unnüßer Esser" im Hause ist, daß das Kind so um der Masse eine allgemeine Bildung zu verleihen, fie Theil aus erledigten und noch offenen Mandaten. Von früh als möglich verdient. weihten dieselbe durch mündliche Agitation oder durch die einigen Abgeordneten, die auf neue amtliche Posten berufen Kurz, die Frau wird als Gattin, als Haus- Lektüre und Auslegung sozialistischer Schriften in die wurden, sind Mandatsniederlegungen bisher nicht erfolgt, hälterin, als Mutter stets und überall auf Ideen ein, welche sie selbst beseelten, sie suchten die find- aber rasch zu erwarten. außerhalb der Familie bestehende gesellschaftlich einfachen Gemüther durch sozialistische Erzählungen und Großartige Spitbübereien sind in der Brüsseler liche Mächte und Einrichtungen hingewiesen, welche Lieber zu gewinnen, welche zuweilen an die alten Volks: Stadtverwaltung aufgedeckt worden. Nachdem erst kürzlich ihre eigenen Existenzbedingungen und die der Ihrigen legenden anknüpften. ein Kassenbeamter ein ganzes Packet Stadtloose, darunter beherrschen und bestimmen. Und da will man ihr nicht Neben den Sprößlingen adeliger Familien waren es ein Gewinnloos von 100 000 Franks, gestohlen und zum erlauben, sich für das außerhalb des Hauses pulfirende besonders die Söhne und Töchter der Geistlichkeit, Theil versilbert hatte, haben die jetzt bekannt gewordenen Leben zu interessiren? welche ihre Eristenz und Zukunft dem Werke der Agitation Unterschleife, die seit 10 Jahren in der Verwaltung der Die gesellschaftlichen Beziehungen bürden ihr neue opferten. Nicht nur die leicht enthusiasmirte Jugend gab Anleihen verübt werden, eine um so hochgradigere Aufund schwere Lasten auf, treffen sie in ihren innigsten sich mit Leib und Seele der Sache hin. Schon reifere regung hervorgerufen, als bei der großen Verbreitung der Empfindungen, in ihrem Wünschen und Handeln, und sie Männer wurden von dem heißen, ungeſtümen Drang er Brüsseler Stadtloose in allen Ländern auch das Ausland soll nicht nach dem Wie und Warum dieser Beziehungen griffen. Offiziere, Beamte, Richter, Aerzte ver- an der geordneten Finanzverwaltung der Stadt das höchste fragen, sie soll nicht die Rechte fordern, wo man ihr maß- ließen ihre oft mühsam errungenen Stellungen. Interesse hat. In einer Sigung des Gemeinderathes kam lose Pflichten zuertheilt? Sie soll nicht fragen, warum Ein Offizier, Namens Schisto, trat in eine Peters- die Sache endlich offen zur Sprache. Herr Heyvaert be= ihr Blümchenkaffee, ihr geschrotenes Brot, das zähe Fleisch burger Handweberei ein, Rogatschoff, ebenfalls Offizier, richtete, daß bei der Anleihe von 1867 92 000 Franks, perlsüchtiger Kühe, das dünne Baumwollfähnchen theurer durchwanderte mit einem Gefährten das Gouvernement bei der von 1874 94 000 Frants fehlen. Herr Marting geworden, warum ihr John zum Krüppel geschossent, Twer, verdingte sich bald als Holzschläger, bald als glaubte nicht, daß„ Todten" die Verantwortlichkeit aufwarum ihr Mann brotlos durch das Land streift, warum Feldarbeiter, Sophie Bardina arbeitete täglich 15 Stunden gebürdet werden könne, und Herr Lepage erklärte, daß ihr Kind nach einer freudlosen Jugend ein mühseliges in einer Spinnerei, der reiche Kosack Obuchoff propagirte ihm der Kämmerer Walravens selbst schon im Auguft Alter verleben soll, warum der Wochenlohn des Mannes die sozialistischen Ideen am Ufer des Don, der Fürst mitgetheilt habe, die bis dahin festgestellten Unterschleife mit jedem Jahr geringer ausfällt, während sein Arbeits- Peter Krapotkin organisirte bereits seit 1872 Unterrichts überschritten 230 000 Frants! Das mußte der Kämmerer tag immer länger, die Feierzeiten seltener und feltener kurse für Arbeiter und einen Arbeiterverein. Viele Revo- eingestehen. Schließlich fand der Antrag auf Einſegung werden? Sie soll keine Antwort auf die tausend und lutionäre gaben für die Sache ihr gesammtes Vermögen einer Enquete einstimmige Annahme; es ist sicher, daß noch abertausend Fragen suchen, welche ihr aus ihrer und der hin, so z. B. Dmitri Lisogub, welcher seine Großherzig- weitere Enthüllungen zu erwarten find. Man sieht, Ihrigen Eriſtenz unheimlich entgegenstarren, sie soll sich feit mit dem Galgen büßte, Frau Subotnina und ihre Berlin mit seinem Gabriel, Krüger, und Lehmann steht mit den Thatsachen abfinden, die ihr das Leben wie herab- drei Töchter, die dafür büßen mußten durch Verschickung nicht mehr allein da. ziehende Mühlsteine an den Hals hängt, ohne dieselben in nach Sibirien. ihren Ursachen zu verstehen suchen? In England ist noch immer der Unfug des ,, mehrZweck der durch aus friedlichen und hoch idea= Früher hatte die Frau nur geringes Interesse an listischen Propaganda war, das geistige und moralische fachen Stimmrechtes" möglich. Nach bestehendem Recht dem, was außerhalb des Gesichtskreises ihres Kirchthurms Niveau des russischen Volks zu heben, es über seine kann ein Wähler nicht nur in demjenigen Wahlkreise, wo vorging, weil es nur von geringem Einfluß auf die Rechte aufzuklären und dadurch für die kommende Zeit sein Wohnsiz sich befindet, sondern auch in jedem anderen, Anders heute, wo die vorzubereiten, welche den Triumph der sozialiſtiſchen Ideen in dem er Grundbesitz oder ein stehendes Geschäft hat, Gestaltung ihres Lebens war. das Wahlrecht ausüben. Die Vertheilung der Abstimmung gesellschaftlichen Beziehungen verwickelt und ausgebreitet bringen sollte. Die Zahl der Propagandisten beiderlei Geschlechts in Großbritannien über einen Zeitraum von mehr al find, wo diefelben die entferntesten Punkte der Erdkugel vierzehn Tagen ermöglicht es den glücklichen Befißenden, den Bezirk Düsseldorf heißt, nur an wenigen Orten be-[ burg nur eine einzige Strombrücke befize, obgleich auf derselben oft von dieser Bergünstigung den ausgiebigsten Gebrauch zu friedigende Wahrnehmungen. Dies ist auch erklärlich. Den der Verkehr durch Ueberlastung stocke. Durch seine Wasserverbindung machen. Zu welch' erheblicher Stimmenverschiebung das unteren Polizeibeamten fehlt im Allgemeinen das erforder durch seine günstigen Eisenbahnverbindungen sei Magdeburg berufen mit Hamburg, durch seine zentrale Lage im Herzen Deutschlands, führen kann, geht aus dem überraschenden statistischen liche Verständniß für die in Betracht kommenden Angelegen- gewesen, Mittelpunkt des Zwischenhandels für Petroleum, Getreide, Nachweise hervor, daß 1886 unter den eingeschriebenen heiten, und an denjenigen Orten, in welchen die Polizei- Bucker 2c. zu werden. Als es nun vor Jahren gegolten habe, große 4 931 000 Wählern Großbritanniens sich nicht weniger als verwaltung in den Händen der Gemeinden liegt, die noth- Petroleumspeicher zu bauen, habe man innerhalb des Weichbildes 566 000 Stimmen von solchen Eigenthümern befanden, daß wendige Unabhängigkeit und Selbständigkeit den Fabrikanten sich in Folge dessen weggewendet. So habe die Stadtverwaltung der Altstadt keinen Platz hierzu gehabt, der Petroleumhandel habe also 566 000 Stimmen mehr abgegeben werden konnten, gegenüber. auch bez. des Zuckerhandels gesündigt. Ferner tadelte Redner die als es bei der Beschränkung jedes Wählers auf eine Es scheint daher dringend geboten, die Inspektions- niedrige Bezahlung der kommunalen Arbeiter und forderte höhere, Stimmabgabe im Wahlkreise seines Wohnorts der Fall bezirke in Preußen zu vermehren oder den Fabrikinspektoren ausfömmliche Bezahlung derselben, sowie bei Ausschreibung von gewesen sein würde. Welch' erheblicher Einfluß auf das Hilfsbeamte an die Seite zu stellen, welche die gehörige Mindestlohnes für die Arbeiter, den zu zahlen die Submittenten ge= Submissionen durch den Magistrat Nominirung eines genügenden Wahlergebniß durch diese„ mehrfachen" Wähler ausgeübt Sachkenntniß und Integrität besitzen, so daß die Aufsicht halten sein sollen. Die Ausführungen Herrn Bremer's wurden werden kann, liegt bei dem gleichmäßig abgewogenen über die Fabriken mit Sorgfalt und Wachsamkeit, Einsicht mit Beifall aufgenommen und schritt man nunmehr zur Nominirung Stärkeverhältniß der britischen Parteien auf der Hand. und Eifer geführt werden kann. Sonst bleibt selbst das der Kandidaten der Partei für die Stadtverordnetenwahlen. Einstimmig beschlossen wurden die Kandidaturen der Herren Bremer Den fortgeschrittenen Parteien muß das aber zum Nach- bischen Fabrikgesetzgebung unwirksam, das wir besitzen. und Schulze für die Neustadt, die der Herren Bremer, Schulze, theil ausschlagen, da allgemein zugegeben wird, daß die Restaurateur Gante, Schuhmachermeister Ebert, Kaufmann Karl Hauptmasse der besigenden Klassen in den letzten Jahren machermeister Lange für die Sudenburg. Lehmann und Schuhmachermeister Meyer für die Altstadt und Korbin das Lager der Konservativen übergegangen ist, die Doppelstimmen also deren Einfluß vermehrt haben. Zur Handhabung des Sozialistengesetzes. In Elber= feld drohte der überwachende Beamte mit Auflösung, wenn Herrn Redakteur Jeup das Wort ertheilt werde. Als Herr Grimpe dieses Verhalten fritisirte, erfolgte dann wirklich die Auflösung. Die große öffentliche Volksversammlung, die am Sonntag Vormittag der Herr O. Thierbach über den Gefeßentwurf der Alters- und Invalidenversorgung der Arbeiter referiren sollte, konnte nicht stattfinden, da der Wirth das Lokal in legter Stunde zurückgezogen hatte. Herr Buchdrucker Werner durfte am Montag wegen polizeilicher Nichtgenehmigung nicht bei den Mechanikern über die Alters- und Invalidenversicherung" sprechen. Die Auflösung der Sanssouci=( Landtagswahl-) Versammlung ist vom Berliner Polizeipräsidenten für gerechtfertigt erklärt worden; ebenso vom Potsdamer Regierungspräsidenten der Bescheid der Polizeiverwaltung in Köpenick, daß beim Redakteur dieses Blattes anzunehmen sei, er wolle als" Agitator" in Versammlungen sozialdemokratische Bestrebungen fördern. Der Ausbeutung der Kinder ist in Deutschland noch immer ein sehr weiter Spielraum gelassen. Die Bestimmungen der Reichs- Gewerbeordnung gegen die Beschäftigung der Kinder in Fabriken beziehen sich nämlich, Die Nothwendigkeit der Vermehrung der Zahl nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 2. Straffenats, vom der Fabrikinspektoren tritt auch aus den letzten In- 18. September d. I., nur auf die Kinderarbeit inner- in Berlin im Teutonia"-Salon, Belforterstraße 15, tagen, und in spektorenberichten deutlich hervor. Besonders gering ist die halb eines Fabrik- Etablissements, nicht aber auf Zahl dieser Beamten in Preußen, welches nur 18 Fabrif die ausschließlich außerhalb des Fabrik- Etablissements inspektoren mit nur 5 Hilfsbeamten hat, während auf das stattfindende Beschäftigung jugendlicher Arbeiter oder Kinder. allerdings sehr industriereiche Königreich Sachsen 7 Fabrik- Die Beschäftigung von Kindern in einer Wohnung, woinspektoren mit 14 Assistenten und 7 chemischen Sachver- selbst der Gewerbebetrieb nicht fabrikmäßig geschieht, ist Die ständigen entfallen. Dem entspricht auch die Zahl der durch die Reichs- Gewerbeordnung nicht beschränkt. von den Aufsichtsbeamten vorgenommenen Revisionen: in Schilderungen, welche über die Verhältnisse der Haus Sachsen sind im Jahre 1887 deren 7346, in Preußen industrie in Deutschland vorliegen, haben zur Genüge die nur 8909 vorgenommen, auf jeden Inspektionsbezirk kommen furchtbaren Folgen dieses durchaus ungenügenden„ Kinderin Sachsen 1049, in Preußen nur 495 Revisionen, obwohl schutzes" bewiesen. Verboten wurde vom Berliner Polizeipräsidenten die Bezirke in Preußen viel größer wie in Sachsen sind. 1. das Flugblatt mit der Ueberschrift:„ An die Indifferenten!", Vergleichen wir diese Verhältnisse mit England, so Magdeburg. Die Montag Abend im Saale des Schloß- beginnend mit den Worten:" Arbeiter! Ihr habt die Worte jenes find dort zwar nur 5 Fabrifinspektoren außer dem Chef die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen verhandelt wurde, 2. die Broschüre:„ An die Landarbeiter!", beginnend mit den gartens" stattgehabte öffentliche Volksversammlung, in welcher über Menschen gehört", und mit dem Schluß: Zu den Waffen!", derselben angestellt, aber diesen stehen 39 Subinspektoren war leider schwach besucht. Der Referent des Abends war Herr Worten: Wer und was sind wir?" und mit dem Schluß:„ Es und 10 angehende Inspektoren zur Seite; allerdings haben Bremer. Derselbe theilte zunächst mit, daß die Versammlung in lebe die soziale Revolution, es lebe die Anarchie!" die englischen Fabrikinspektoren nicht nur die Fabriken, sondern auch die Hausindustrie und die Werkstätten überhaupt zu revidiren, aber andererseits ist die Thätigkeit der englischen Fabrikinspektoren seit den 55 Jahren ihres Bestehens viel wirksamer als die der deutschen gewesen, deren erste Dienstanweisung vom 24. Mai 1879 datirt. Verfolg eines früheren Beschlusses, nach welchem die Arbeiterpartei worden sei. Wenn es sich handele, anzugeben, welche Aufgaben sich an den Stadtverordnetenwahlen betheiligen will, einberufen Vertreter der Arbeiter im Stadtverordnetenkollegium zu lösen haben würden, sollten dieselben gewählt werden, so müsse er sagen, daß es deren Aufgabe sein werde, alle Maßnahmen zu unterſtügen, die dem Wohle der Stadt zu dienen vermögen. Das habe das Stadtverordnetenkollegium in seiner jegigen Zusammensetzung nicht verstanden. Die Unterstüßung, welche die deutschen Fabrikinspektoren Wie man nicht für das materielle Wohlergehen der Arbeiter gesorgt bei den Ortspolizeibehörden finden, ist wenig ergiebig; die- habe, so habe man auch in geistiger Hinsicht nichts für die Hebung selbe beschränkt sich, wie in dem kürzlich erschienenen Magdeburgs gethan. Materiell reich sei zwar Magdeburg, aber Generalberichte gesagt wird, an vielen Orten auf die Be- Museum, feinen zoologischer Garten. Einen weiteren Mangel an geistig arm bis zur Versumpfung. Magdeburg habe kein würdiges schäftigung der jugendlichen Arbeiter; sie ergab, wie es für Umsicht der städtischen Verwaltung findet Redner darin, daß MagdeCigarren u.Tabake reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Dafelbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) E. Kuntze, Briefkasten. " Alt- Moabit. Der Arbeitgeber muß Ihnen das auch herausgeben. Klage ist anzubringen bei der Gewerbedeputation Berlin. Für das Buch ist allerdings eine gewisse Entschädigung zu zahlen, wieviel muß im Kassenstatut stehen. Chemnitz. Nein, das geht nicht. Neiben sich denn die Genossen in unserer Vater- und Heimathstadt fortwährend? Postabonnent. Beschwerden über Verspätung sind immer an die Post anstalt des Ortes zu richten. Wir liefern stets zeitungsamt in Berlin, können aber natürlich nicht wissen, warum pünktlich Freitag Abend sechs Uhr alle Eremplare an das Postdie Filiale in Pyriz oder sonstwo defekt und unpünktlich liefert. 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Beschlußfassung über ein Flugblatt. 3. Antrag des Herrn Bruns auf Krankenunterſtügung. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Fragekasten. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Heute, Sonnabend: Tanzkränzchen in Jordan's Salon, Neue Grünftraße 28. Billetausgabe hierzu bei Herrn Schmidt, Markgrafenstr. 26 I. bei Wunderwelt. Grosse öffentliche Versammlung der Sattler u. Berufsgenossen Berlins und Umgegend am Sonnabend, den 17. d. M. Abends 8% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenſtr. 77-79. Tagesordnung: 1. Berichterstattung der Organisationskommission. 2. Weitere Beschlußfassung über die Organisation. 3. Verschiedenes. NB. Das eigene Interesse unserer Kollegen erfordert das Erscheinen aller. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Die Kommiffion. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und verw. Berufsgenossen. Sonntag, 18. November, Gemüthliches Beisammensein Lindenstraße 106. Das Komitee. Freie Vereinigung der Vergolder und Fachgenollen. Montag, 19. November, Abends 8 Uhr, bei Scheffer, Juselstr. 10, Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk: die Poefte und die Arbeiterbewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Der Vorstand. № 46. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Entwicklung auf historischem Wege. Olasset doch den Geist der Zeiten! Ihn hemmt kein Wehr, kein Damm, kein Band; Er wird tagtäglich vorwärts schreiten Frei wie der Fluß durch's ganze Land. Er strömet nicht aus einer Quelle, Aus einer Lebensader nur, Ihn nährt und speist an jeder Stelle Die ganze lebende Natur. Ihr seht nur eine Quelle springen, Und diese stopft ihr zu im Nu, Und denkt es wird uns jezt gelingen, Wir stopfen ja die Quelle zu. Ihr hohen Herrn und Herrendiener, So wollt ihr schüßen Kirch' und Staat? Ihr macht's ja grade wie der Wiener, Der auf die Donauquelle trat. Er sprach mit stillem Wohlbehagen: Die Quelle hab' ich nun bekleibt! Was werden wohl die Wiener sagen, Wenn jezt die Donau außen bleibt? D'rum lasset doch den Geist der Zeiten! Ihn hemmt kein Wehr, kein Damm, kein Band; Er wird tagtäglich vorwärts schreiten Frei wie der Fluß durch's ganze Land. Hoffmann v. Fallersleben. Eine Dorfgeschichte. Soziales Bild aus Rußland. Von G. Gorbunoff. ( Schluß.) Sonnabend, den 17. November 1888. seinen Bodentheil bestellte, mit der Bitte, ihr fünfzig Rubel zu leihen. Sie warf sich ihm zu Füßen und bat und flehte, bis er ihr dieselben gab. Als diese Angelegen heit geordnet, wurde dann der Polterabend angesetzt. der II. Jahrgang. Ein servil gewordener Dichter.*) " Liebling der englischen Nation ist, so unter den Wie unter den lebenden Philosophen Herbert Spencer „ Ich hatte Alles zum Imbiß zurechtgelegt", erzählte Dichtern Alfred Tennyson. Die innere Verehrung der fie ,,, und dachte, der Bräutigam würde, wie dies bei uns Nation und die äußeren Zeichen derselben sind ihm in Bauern Sitte, den Branntwein selbst bringen. Aber sieh', reichstem Maße neben den durch die Geburt ihm bescheerten er zählt sich nicht mehr unter die Bauern und kam mit Glücksgütern zu Theil geworden, die Königin hat ihn zum leeren Händen. Die Braut fing an zu weinen, ich auch. Lord und poet laureate ernannt. Wahrscheinlich, dachten wir, ist die Braut ihm nicht mehr Er ist ein eigenthümliches Talent. Gefiel er sich in lieb, wahrscheinlich hat er sie schon überdrüssig. So saßen den Königs- Joyllen und anderen Werken in der behaglichen wir Alle, als ob wir nach einer Beerdigung das gemein- Ausmalung der findlichsten Sagen des Mittelalters, so same Mahl einnähmen. Endlich schickte der Bräutigam griff er doch auch vielfach unmittelbar in das Leben der nach Branntwein und so wurden die Gäste munter. Am Gegenwart. In Maud" wußte er wohl die Mammonsandern Tage wurden sie getraut. Ich hatte bei der herrschaft vor dem Krimkriege zu brandmarken: Schwägerin das Brautkleid, eine Nachtjacke, ein Hemd und Vom Frieden spricht man zwar und schmähet die Vergangenheit, ein Bettlaken ausgelöst. Das Uebrige von Wäsche hat Das Kontobuch nur gilt, und fast ein Jeder lügt! Indeß die Armen man zusammenpfercht wie Vieh sie alles für sich behalten. Die Hochzeit hatte der Bräutigam Der Frieden herrscht im Weinberg doch die Fabrik macht sehr schön gemacht, ganz wie es seinem Stande geziemt. falschen Wein. Was jetzt geschieht, weiß ich nicht. Nach der Hochzeit hat mein Mann sein Pferd verkauft und meinem Bruder das Geld, welches jener geliehen, wiedergegeben. Den Arbeiter Nikolai hat er entlassen. Er sagt so viel wie wir Als zwanzigjähriger Jüngling hatte er in ,, Locksleybrauchen, kann ich allein verdienen. Ich will keinen Hall" feinen Schmerz um verrathene Liebe, aber auch Arbeiter mehr halten. Er spricht davon, daß er irgend- feinen Glauben an die Jdeale aus dem Herzen herauswohin gehen will, doch weiß er noch nicht, wohin. Ich gesungen, und noch lange werden Verse wie folgende in werde nicht klug aus ihm. Er ist noch stiller wie früher Menschenherzen Widerhall finden: geworden. Was wird nur daraus werden!" Wenn Mütter ihre Kinder tödten um's Begräbnißgeld, it's Krieg, ift's Frieden? Besser Krieg zu Land und See, Wenn Mammon steht auf einem Berg von Kindsgebein' und tausend Schlachten, stürzend hundert Könige! trennen! Fluch den Mängeln der Gesellschaft, die die Kraft der Jugend brechen! Ihren Lügen Fluch, die von der Wahrheit Lebenskraft uns Fluch den kranken Formen, welche der Natur Gebot verlassen! Fluch dem Goldreif, welcher dient, des Schwachkopfs enge Stirn zu schmücken! Nicht lange brauchte Anna Michailofna auf Antwort auf diese Frage zu warten. Es traf sich, daß ein vorüber gehender Bauer zur Nacht bei Sergei Ivanitsch einfehrte und ihm unter Anderem mittheilte, daß bei ihnen in der Umgegend Leute wären, die da sagten, daß man nicht so lebt, wie man leben muß, nicht nach der Nächstenliebe Jedes Thor, mit Gold verriegelt, öffnet sich nur gold'nem Schlüssel! Gebot. oder seine Vision von einem großen Kriege, der so lange Sergei Ivanitsch horchte auf. Immer mehr fragte dauern soll: er den Bauer aus ,, Und diese Leute sind keine Mönche? Sie haben Sie sind ganz rechte Bauern. Unterdeß geht das Leben in der Familie seinen gewohnten Gang. Sascha bringt die meiste Zeit bei der Tante( der Kaufmannsfrau) zu, oder bei der Großmutter. Die Tante entzündet ihre Einbildungskraft durch Erzählungen sich nicht von der Gemeinde losgefagt?" fragte er. " Bis die Trommel nicht mehr schlug, die Schlachtenfahne ward gerollt In dem Parlament der Menschheit, der Verbrüderung der Welt! aller Bedenken den Glauben aufrecht von den Vorzügen eines Lebens in einem wohlhabenden Bestellen ihre Felder. Nichts verschließen sie. Sie leisten und wie er trotz Hausstande, wo Alles ohne Mühe erworben ist, wo man feinen Eid, sie wollen keine Soldaten werden und ziehen erhält: keine schwere Arbeit zu thun braucht; spricht von Pub und Vergnügungen. Die Großmutter seufzt und prophezeit es vor, lieber im Kerker zu fißen, als ein Gewehr zu Doch kein Zweifel! Durch die Zeiten immer mächtiger zieht ein nehmen. Sie trinken keinen Branntwein, schreien und Immer weiter in der Sonnen Umlauf wächst der Menschengeiſt. Sascha vielen Kummer für die Zukunft: Alerei Petrowitsch fluchen nicht..." Plan, ist hart und gewaltthätig, und hat schon so Vieles durchgemacht! Sie wird es schlimm haben in dem Hause dort, genauer zu sagen, worin die Lehre dieser neuen Sette on an. Doch verstand der Bauer es nicht, Sergei Ivanitsch In den nächsten Jahrzehnten schlug er einen andern Er wurde der elegante, glatte, offizielle Dichter da sie von Allen fchief angesehen werden wird. bestand. Er fam immer nur auf eine zurück- sie des offiziellen England, der den Ausdruck seiner Gefühle Anna Michailofna geht öfter als früher in die Stadt, leben sehr gut miteinander, und bei ihnen ist ebenso sorgfältig, wie die Länge seiner Silben abmaß. geht zuweilen zu Maria Nikolajefna( der Lehrerin), nimm: Alles gemeinsam, sie haben aber viel von den Er begrüßte jedes Ereigniß des königlichen Hofes, jeden dort das Geld für verkaufte Fransen, erzählt, was unter- Beamten zu leiden Erfolg der englischen Politik und ihrer leitenden Persönlichdeß geschehen und kehrt nach Hause zurück. Die großen Als Sergei Joanitsch den Vorrath an Rohmaterial, feiten mit stolz einher marschirenden Versen, aus dem Fasten gehen zu Ende und in der vorletzten Woche kommt den er gerade besaß, verarbeitet hatte, verkaufte er seine aristokratischen Dichter wurde ein dichtender Aristokrat. Anna Michailofna mit verweinten Augen zu Maria Waare und ging aus dem Dorfe weg, um zu sehen, wie Erst im Jahre 1886, ein Jahr vor dem Jubiläum der Nikolajefna und bringt ihr einen Brief von Sascha. die Leute in jenen Ortschaften leben. Er ging und kam Königin Vittoria, erschien sein eigenes Jubiläumsgedicht Sascha bittet, Maria Nikolajefna möchte zur Hochzeit nicht wieder. Anna Michailofna erwartete ihn, beklagte Locksley Hall sixty years after" und mit diesem kommen. Aber Anna Michailofna hat einen großen, ihn und ihr Schicksal und dann verließ auch sie ihr zugleich ein Drama, The promise of May". großen Kummer auf dem Herzen. Die Schwägerin hat Häuschen. Die Fensterläden vernagelte sie, die Thür In Lockley Hall nach sechzig Jahren" stellt er sich, ihr wieder einen schlimmen Streich gespielt. Sie hat das ebenfalls, nahm ihre Habseligkeiten und siedelte zu ihrer nun achtzigjährig, im Geiste noch einmal auf die Stätte, Hochzeitskleid der Schneiderin gegeben und jene hat zehn alten Mutter über. wo er vor sechzig Jahren seine Zukunftsvisionen hatte. Rubel dafür verlangt. Als ein Jahr nach Sascha's Hochzeit Maria Nikolajefna Er betrachtet erst die Schicksale der ihm bekannt geweſenen Da Anna Michailofna kein Geld gehabt hat, so hat ihrer früheren Schülerin begegnete, erkannte sie dieselbe Personen, den vorzeitigen Tod einiger von ihnen, dann die Schwägerin die Rechnung bezahlt, aber das Kleid zu beinahe nicht wieder. Ihre Augen schienen größer geworden das Fortschrittsstreben der Menschheit, wie sehr es„ ausfich genommen und giebt jezt dasselbe nicht eher heraus, und blickten so schwermüthig und müde. Sie war so gearter" sei. Die Gegenwart und ihre Gleichheitsals bis alles bis auf den letzten Kopeken bezahlt wird. blaß und mager geworden, als ob sie eine schwere Krant bestrebungen erhält dabei als Zensur folgenden unglaublich Auch die Wäsche, welche früher gekauft worden ist, giebtheit durchgemacht habe. Sie war auch wirklich lange faden Gemeinplag: 22 11 sie nicht heraus, sondern sagt, daß fie ihr eigenes Geld frank gewesen, war zu früh niedergekommen und konnte Neidsucht trägt der Liebe Maske und verschmitzt mit frechem dafür bezahlt hat. Früher hat sie doch gesagt, daß sie seit der Zeit sich gar nicht mehr erholen. Muth gleichem Blut!" flach. schwach! jein Schicksal hat der Volks" geist dann erfüllt! das Geld eben für Sascha gesammelt hat und jetzt sagt„ Ich will Ihnen nun die Wahrheit jagen", erwiderte Ruft fie Starken zu und Schwachen: Ihr seid gleich von fie, sie wird die Sachen herausgeben, falls fie für dieselben sie endlich auf alle die theilnehmenden Fragen von Maria Gleich?- O ja! wenn das Gebirge gleicht der Ebene glatt und das Geld bekommt. Und doch sind es eben diese Sachen Nikolajefna; ich habe mir früher das Leben ganz anders gewesen, mit denen sie das Mädchen verlockt hat. Und gedacht. Mir schien es immer, als ob es mir überall Sprich nur, Nedner, bis der Löwe wie die Kaze klein und das Mädchen ist doch noch so jung, so jung und so dumm. zu enge ist, daß ich aus meiner Hütte fort müsse, daß Bis durch überhister Sprache Gaukelei die Kaze schwillt Was versteht sie denn von Allem. Und der Bräutigam? mir dann Flügel wachsen würden... Und die Flügel Größer als der Leu Ja, der flößt ihr jetzt geradezu Furcht ein! Er ist 10 find mir nicht gewachsen. Ich verstehe ja nichts wie schrecklich grob und frech er wird sie verderben, sie die Andern zu machen. Alles gleitet mir aus den Händen, und so noch einige Verse weiter. Im modernen Realis= zu Tode quälen. Ach!" jammerte fie, in welchen und eben aus diesem Grunde überhäuft man mich mit mus sieht er nur das Abstoßende, ohne die Berechtigung Abgrund hat mich diese Hochzeit gestürzt! Es ist noch Vorwürfen in der neuen Familie die Verwandten rücksichtsloser Wahrheit anzuerkennen: ein Glück, daß mein Mann so gut ist, daß er alles für meines Mannes. Und jetzt kann ich auch nichts mehr Taucht der Kindheit Rosenknospe in der Goffe faulen Pfühl! das Mädchen thut, obgleich sie doch nicht seine Tochter ist." machen. Bücher lese ich nicht; auch wegen des Bücher: Laßt die trübe Jauche laufen in die Quelle klar und kühl! Lange, lange jammerte das arme Weib. Glücklicher lesens hat man mir immer Vorwürfe gemacht. Die Laßt in Zola's Nachtgebilden schwelgen eurer Jungfrau'n Sinn; weise hatte Maria Nikolajefna eben für eine größere Bücher, welche ich von Ihnen hatte, hat meines Mannes Vorwärts, vorwärts! ja, und rückwärts! niederwärts zum Abgrund hin! Summe Fransen verkauft, so daß wenigstens Aussicht da Schwägerin gewiß ihrem Knaben gegeben. Doch ich weiß Auch die Hoffnung auf Menschenverbrüderung war, das Hochzeitskleid und einige Wäsche für Sascha noch Alles, was darin steht. Ich habe ja auch nicht und ewigen Frieden wird ihm hinfällig. Denn, wenn auszulösen. lange zu leben, man sagt, ich habe die Auszehrung. Ach, der Krieg aufgehört hat, dann: * Es kamen die Osterfeiertage und in der Woche nach rief sie plötzlich, wie schön wäre es doch, wenn ich so Aber wie? wenn dann vertausendfacht sich drängt der Menschen Zahl Ostern fand die Hochzeit statt. Maria Nikolajefna fuhr sterben würde, wie jene Königin in meinem Lieblings- Spät wird euch der Friede werden! Stommt er je? Spät oder bald? Wie soll Friede selig walten, wenn die Ernten all zu schmal?(!) nicht zur Hochzeit. Aber auch die Hochzeit verging nicht, märchen. Die Blätter würden auf mich niederfallen, kann er, ch' die müde Erde, wie der Mond dort, todt und kalt? ohne neuen Kummer für Anna Michailofna zu bringen. immer mehr und mehr und ich würde immer in die Halb widerruft er dann Alles, indem er sich mit Ihr Mann hatte nicht die fehlenden fünfzig Rubel für Ferne schauen, dorthin... von wo die Kraniche geflogen seinem hohen Alter als zu lahm für den Fortschritt der den Bräutigam aufbringen können. Sie hatten denselben kommen, und die Schwalben wo es so sonnig, so Jugend entschuldigt, dann wieder wünscht er, das herangebeten, die Hochzeit einige Wochen aufzuschieben, aber er hell und so warm ist und die Blätter, sie würden hatte gesagt: wenn Ihr die Hochzeit aufschiebt, so habe mich zudecken, bis ich nichts mehr denken kann." ich später die Braut nicht mehr nöthig hundert Rubel gebe ich auch nicht heraus. wendete Anna Michailofna fich an ihren Bruder an den Bruder, der in der Stadt beim Kaufmann lebte, denn dieser hätte ihre Bitte auf keinen Fall erfüllt sondern an einen andern, der auf dem Lande als Bauer und Eure Im Herbst trug man Sascha zu Grabe und Anna Darauf Michailofna blieb allein zurück. Vom Manne hatte sie nicht keine Nachrichten und ihre Hütte steht bis jetzt mit vernagelten Läden und verrammelter Thür. wachsende Geschlecht wäre nur halb so nach dem Lichte verlangend, als er, und so endigt das Gedicht in ziemlich verworrenen Säßen, denen man die zitternde Unbestimmtheit des Achtzigjährigen deutlich anmerkt. Schwerer wiegend als dieses servile Jubiläumslied *) Nach einem Artikel von Dr. Paul Barth in de Bernerstorfer'schen ,, Deutschen Worten". ist das mit ihm zugleich erschienene Drama„ Das Ver-| Wie kam jener Neger in den Besitz der kostbaren für nöthig befunden worden, die ausgesandte Macht mit sprechen des Mai", von Anfang bis Ende voll offener Steine? Warum schlich er verstohlen in jenen Laden, Geschüßen zu versehen, und eine völlige Niederlage überund versteckter Angriffe auf den reformfreundlichen Theil während doch gegen eine geringe Abgabe Jedermann frei zeugte die Portugiesen bald, daß es nicht so leicht sein der englischen Jugend. Edgar, der traurige Held des und ungehindert in der Umgebung Diamanten waschen würde, zu dem beabsichtigten Ziele zu gelangen. Erst Stückes, Maler, erstgeborener Sohn eines Landlords, vom kann? Er ist ein vogelfreier Mann, geächtet vom nachdem man Kanonen herbeigeschafft hatte und mit Vater enterbt, weil er eine Pächterstochter verführt hat, Staat, ein Mitglied der gefürchteten ,, Neger- Republik" diesen den aus übereinander gefügten Baumstämmen geht auf Kunstreisen und verführt wieder die fünfzehn- in den unzugänglichen Serras des an Diamanten über- bestehenden Wall von Palmares an einzelnen Stellen jährige, liebliche Tochter eines kleinen Gutsbesizers zum reichen Flußgebiets des oberen Jequitinhonha. Dort leben zerstört hatte, ließ der verzweifelte Widerstand, welchen Dank für die vertrauensvoll angebotene Gastfreundschaft. inmitten steiler, wild zerklüfteter und kaum zugänglicher die Palmaresier bisher geleistet, etwas nach und endlich Da er sie nicht heirathen mag, um nicht möglicherweise Felsen 2000 bis 3000 Negersklaven beisammen, die hier gelang es den Portugiesen, Herren der Stadt zu werden. auch von seinem reichen Onkel wegen dieser Mesalliance im Herzen des brasilianischen Kaiserreiches einen förmlichen Bombe wußte dem Schicksal, in die Hände der wüthenden enterbt zu werden, verläßt er das Mädchen, das nun in Freistaat gebildet haben. Feinde zu fallen, durch selbstgewählten Tod zu entgehen, Verzweiflung aus dem väterlichen Hause flieht. Ihr Rund um ihre Felsenveste, weche schon von Natur seine Waffengefährten aber starben nicht minder helden= Vater, darüber vom Schlage getroffen, erblindet, ihre uneinnehmbar ist, haben sie tiefe Gräben und sorgsam müthig, indem sie sich vom Gipfel des inmitten der Stadt Schwester hält die Wirthschaft in nothdürftiger Ordnung. verwahrte Fangeisen angebracht. Wehe dem Unvorsichtigen, gelegenen Felsens herabstürzten. Nur Frauen, Greise, Edgar zieht in die Welt und ergiebt sich dem Taumel der seinen Fuß auf das dürre Laubwerk oder den Rasen Kinder und Verwundete fielen in die Gewalt der Portuder Sinnesgenüsse. Nach fünf Jahren fühlt er zwar nicht seßt, der die Eisenspizen verdeckt; eine schreckliche Ver- giesen und wurden als Sklaven verkauft. Die Stadt Gewissensbisse über diese altfränkische Schwachheit ist wundung der Füße ist die sichere Folge. selbst wurde zu jener Zeit( 1696) bis auf den letzten er hinaus- aber heftigen Kazenjammer. Er kehrt nun Die Diamantenwäschereien im nahen Flusse sind Rest zerstört und nichts blieb übrig von dem einst so heim, erbt seines Dheims Güter und beschließt, das ver- es, aus denen die Neger ihren Lebensunterhalt in leichter blühenden Drte als sein Andenken. lassene Mädchen wieder aufzusuchen. Auch diese ist eben Weise erlangen, und gerne sind die Diamantenhändler Ob die Neger des neuen Staates eine Ahnung von nach fünfjähriger leidensvoller Verbannung nach Hause bereit, den Ertrag der Arbeit gegen Geld oder Waaren diesem ihrem historischen Vorbilde haben, ist schwer zu gekommen, aber in Folge eines Unfalls erkrankt. Sie umzutauschen. sagen. Ob sie zumal jezt nach erfolgter Emanzipation stirbt, nachdem sie ihn erkannt und ihm vergeben, aber Schon wiederholt hat die brasilianische Regierung der Neger in Brasilien auf die Dauer ihre Unab= ihres Vaters Verzeihung nicht erlangt hat. Er wirbt um gut ausgerüstete Expeditionen gegen die entflohenen hängigkeit bewahren werden wer weiß es? Das ihre Schwester, wird aber energisch abgewiesen. Sklaven abgeschickt, um die Flüchtlinge einzufangen, doch Stückchen Erde, wo sie sich niedergelassen haben, ist jedenDieser Bursche soll eine Illustration der stets haben die Schwarzen, von ihren aufmerksamen falls auch ohne seine Diamanten der Art, daß die Neger erziehenden Wirkung der modernen Ideen sein(!), Freunden rechtzeitig über die drohende Gefahr benachrichtigt, dort auf die Nähe der Weißen noch verzichten könnten, denn er tritt gleich zu Anfang als„ Sozialist" auf, hat die Angriffe mit den Waffen in der Hand erfolgreich da der Boden fruchtbar ist und Wild und Fische in Masse keine Achtung vor der Königin und predigt das Recht zurückgeschlagen und dadurch ihre Unabhängigkeit behauptet. vorkommen. des Volkes auf das Land". Was nach Tennyson Kaum zwei Fuß breit ist der Pfad, der zu ihrer weit solche Leute am meisten nach der zukünftigen Demokratie ausgedehnten Felsenveste heraufführt, und auf diesem verlangen läßt, verräth er in folgenden Versen: ,, Und wenn der Mensch, Kind der Entwicklung, wegwirft alle Bande Und alle Sitten der Gemeinsamkeit, Als einz'ger Gottheit seiner Neigung folgt, Dann tritt ein gold'neres Weltalter ein Verpönt ist keine Lust dann. Wann die Woge Der vollen Volksherrschaft die alte Welt Bewältigt hat, wird aus der Fluth ersteh'n Die neue, venusgleich, doch ohne Ring, Brautschleier, Kirchentand, nackte Natur In aller Lieblichkeit!" " rollten sie große Steinblöcke auf die Angreifer herab oder sandten ihnen sicher ihre wohlgezielten Kugeln entgegen. Carlo Pisacane, ein Vorläufer des Sozialismus in Italien. IV. Den Bedarf an Lebensmitteln und Schlachtvieh kaufen die Neger heimlich von den benachbarten Facendeiros, C. Z. Konsequent mit sich selbst erweist sich der welche sie glänzend bezahlen, oder sie halten auch wohl bepackte Maulthiere auf offener Straße an und zwingen Verfasser der„ Saggi" in seiner Auffassung der Ehe und die Führer, ihnen die Ladung zu verkaufen. Die geängstigten Familie. Treiber müssen dann die Lebensmittel an einen entlegenen Nachdem er die Weibergemeinschaft als unnatürlich Ort transportiren, wo sie jedoch den verlangten Preis erklärt, da die Liebe erklusiv ist, fordert er die freie gewissenhaft ausbezahlt erhalten und dann ruhig ihres Ehe. Die Liebe ist die einzige Bedingung, welche für Da die Zukunft Throne, Kirchen, Rangunterschiede, Weges weiter ziehen können; ja es ist sogar vorgekommen, den Abschluß einer Ehe erforderlich ist, welche für so Sitten, Ehe und dergleichen wegfegen wird, Tugend und daß sie Nachts 50 oder mehr Stück Schlachtvieh von den lange dauert, als die Liebe zwischen beiden Theilen fortLafter nur zwei verschiedene Masken des Selbst sind", so Weiden getrieben haben, und des Morgens der erstaunte besteht. wäre es thöricht, seine Zukunft an eine Ehe zu binden. Facendeiro die entsprechende Geldsumme, aber auf der Die Kinder verbleiben bis zum 7. Jahre bei der Das Leben ist eine Reihe von Empfindungen: meine Thürschwelle seines Hauses vorfand. Mutter, der sie durch ein Naturgesetz gehören. Der For= Aufgabe ist es, da mich kein Paradies mit Huris erwartet, In Rio de Janeiro hatte man bis vor etlichen Jahren derung gegenüber, daß der Mann so lange für den Unterdie angenehmen mir schon hier auszusuchen, die Blume zu keine Kunde von dieser Republik im Kaiserstaate. Lallemand, ihrer Mutterpflichten an der Arbeit verhindert sei, müssen halt der Frau zu sorgen habe, als dieselbe durch Erfüllung pflücken und weiter zu geben." Das ist die Phraseologie Tschudi und andere Reisende, welche die Gegend von wir jedoch einwenden, daß damit die Frau in die ökonodieses Burschen, durch welche sich der Sozialismus aber Diamantina besucht, erwähnen dieses sonderbaren Freimische Abhängigkeit vom Manne und damit in die alte kaum beleidigt fühlen wird. Wenn es in England unter staates mit keiner Silbe; derselbe mußte seine Entstehung Knechtschaft geriethe. Nicht der Mann, sondern die Geden jungen Anhängern dieser Partei wirklich einige erst den letzten Jahrzehnten verdanken, wenn die ganze nechtschaft geriethe. Nicht der Mann, sondern die Ge= Laugenichtse giebt, so sollte Tennyson doch bedenken, daß Geschichte nicht auf Erfindung oder bedeutender Ueber- sellschaft hat während der betreffenden Periode für den solche in jeder Partei vorkommen, und schon die Geschichte treibung beruht. Die Sache erinnert indessen lebhaft an Unterhalt der Frau zu sorgen, denn die Frau leiſtet der englischen Philosophie sollte ihn belehren, daß Atheis- eine Episode aus dem 17. Jahrhundert, welche mit der während derselben eine gesellschaftlich nothwendige Arbeit. mus nicht nothwendig zu höhnischer Verleugnung von Gründung des Ortes Palmares in der Nähe von Gesellschaft die Vormundschaft und Erziehung der Kinder. Vom Alter von 7 bis 18 Jahren übernimmt die Pernambuco zusammenhängt. Auch diese Niederlassung Recht und Gewissen führt. Aber mit dem achtzigjährigen Dichter ist kaum zu verdankte ihre Entstehung flüchtigen Sklaven, denen es mit 18 Jahren sind die jungen Leute mündig und frei, rechten. Schon aus dem losen Zusammenhange der Verse gelungen war, sich einer Anzahl Feuergewehre zu bemächtigen Sie haben mittels der Arbeit selbst für ihre Bedürfnisse zu in Locksley Hall sixty years after" geht hervor, und sich ihre vollständige Unabhängigkeit zu erkämpfen. forgen. daß ihm die logische Gedankenfolge abhanden gekommen, Als ihr kleiner Staat fest begründet war, suchten sie gleich Nach seinen eignen Worten wollte Pisacane durch sein Geist nur noch der Spielball seiner allerdings noch den Gründern Roms sich ihre Frauen durch den Raub Andeutung einiger Hauptpunkte einer künftigen Gesellschaftslebhaften und energischen Gefühle ist. Dieser Mange! aller farbigen Weiber in den umliegenden Ansiedelungen ordnung nachweisen, daß man ohne jeden Grund behauptet, die Menschen könnten nicht anders leben, als wie es läßt ihn auch schließlich seinen atheistischen Bösewicht" zu verschaffen. Auch ihre übrigen Bedürfnisse wußten fie die Menschen könnten nicht anders leben, als wie es als bekehrten„ Philister" darstellen, der auf Sozialismus durch Erpressung und Beraubung der Nachbarschaft zu gegenwärtig der Fall ist, und daß sich alle sozialen Heilund Kommunismus als„ utopische Albernheiten" verächtlich gewinnen. mittel als nuglos erweisen, so lange das individuelle hinabsieht. Dies mildert die Beleidigung aber nicht, Bald waren sie zu einer drohenden Stellung gelangt, Eigenthum fortbesteht." sondern verstärkt sie noch, da dem Vertreter der revolutio- welche in Folge fortwährenden Zuzuges die europäischen für die Anfangszeit des großen Fortschrittes vorschlägt. Interessant sind auch die Maßregeln, welche Pisacane nären Theorien nun nicht einmal die Ehrlichkeit der Pflanzer einestheils mit Furcht erfüllte, anderntheils sie Alle zur Zeit desselben in Kraft befindlichen Gesetze, Erlasse, Konsequenz gelassen wird. dazu bewog, die Gunst der Palmaresier mit Waffen und Kurz, das Ganze ist eine erbärmliche Karrikatur, die Waaren zu erkaufen. Einrichtungen, Verpflichtungen sind mit einem Schlage ab= aber in den Tory- Kreisen Englands und jetzt- nach Ursprünglich war die Bevölkerung auf zwei Nieder- barung weiter erhalten werden, verlieren ihre Gültigkeit. geschafft. Alle Kontrakte, welche nicht durch freie Vereinder Esmarch'schen, wenn auch elenden Uebersetzung auch lassungen vertheilt. Eine derselben, bei Porto Calvo, Sämmtliche Steuern und Abgaben werden durch eine einDeutschland zur Stärkung konservativer Gesinnung als wurde 1644 schon durch die Holländer wieder vernichtet, heitliche Steuer auf den Reichthum ersetzt. Der italienische reine Wahrheit servirt werden wird. erhielt sich aber lange genug, um ihr die Berechtigung zu Landeskongreß bestimmt die Steuer für die einzelnen GeAuch das noch ist zu„ fürchten", daß Tennyson einer historischen Erinnerung zu sichern. Nachfolger finde, und immer weitere Kreise durch pathetische meinden, diese wiederum bestimmen dieselbe für die einzelDie Palmarefier waren allmählich zu einem gesellschaft nen Gemeindemitglieder. Alle Staatsbürger, ohne UnterVerse vor den„ revolutionären" Ansichten grufeln gemacht lichen Zustande gelangt, welcher, falls der neue Staat sich schied des Alters und Geschlechts, haben sich und ihre werden. Lassen wir den Gegnern den Spaß! Ihnen fortschrittlich entwickeln sollte, eine feststehende Verfassung Güter dem Vaterland zur Verfügung zu stellen, bis der macht er Vergnügen und uns schadet er nichts. nöthig machte. Man entschloß sich daher in Palmares erste Sieg erfochten worden ist. Ein Negerfreistaat in Brasilien. für die Gründung eines Wahlreiches, dessen erster Fürst Jede Gemeinde wird durch einen vom allgemeinen bis zu seinem Lebensende der Neger Zombe wurde. Stimmrecht erwählten Gemeinderath verwaltet, der jederSeine Nachfolger aber sollten aus den tapfersten und verzeit abgefegt werden kann. Die Gemeindemitglieder be= Zeitungen aus Südamerika brachten vor einiger ständigsten Männern des Volkes erwählt werden. Auch fißen die politische und richterliche Gewalt. Die RechtsZeit eine gar wundersame Mähr aus Brasilien. Dieselbe Magistratspersonen wurden gewählt und Geseze erlassen, pflege kann für eine bestimmte Zeit erwählten Delegirten entstammt den Mittheilungen eines Deutschen Namens welche die Ordnung im Reiche aufrecht zu erhalten bestimmt übergeben werden, jeder Verurtheilte kann an die Gemeinde Robert Schlosbach, der das ungeheure südamerikanische waren. Der Fleiß, mit welchem die Bürger von Palmares appelliren. Der Gemeinderath hat alle wirthschaftlichen Reich vor etlichen Jahren durchstreifte. Wir lassen einen sich nicht allein dem Aufbau eines Staatswesens, sondern Kräfte und Hilfsquellen zusammenzufassen und eventuell Auszug aus seinem Berichte folgen: auch der emfigsten Pflege der Landwirthschaft, sowie dem zur Verfügung zu stellen. Wer, wie der Schreiber dieser Zeilen, nächtlicher Handel und der Industrie widmeten, hatte zur Folge, daß Weise durch die Straßen der brasilianischen Stadt die Ansiedelung in kurzer Zeit an Wohlstand mit den dessen Mitglieder durch allgemeines Stimmrecht erwählt Ueber dem Gemeinderath steht der„ Nationalfongreß", Diamantina geritten ist, dem wird es aufgefallen sein, blühendsten Nachbarkolonien der Holländer wetteiferte. werden. Er repräsentirt das Land nach außen hin und daß einzelne Läden, deren unverschlossene Thüren immer In fünfzig Jahren nach Erbauung der ersten Hütten sah bestimmt die Höhe der Leistungen an den Staat und die nur angelehnt sind, schwach erleuchtet erscheinen. Oft man schon prächtige Wohnungen zwischen den in Gärten Zahl der Männer, welche jede Gemeinde für die Unabhuscht ein schwarzer, kraushaariger Neger heimlich hinein: und Feldern zerstreut liegenden Häusern von Palmares, hängigkeit und Vertheidigung des Vaterlandes zu stellen die Thür wird verschlossen, und nun beginnt zwischen dem und die Bevölkerung des Ortes, welche anfangs kaum hat. Widerspenstige Gemeinden können von der Nation Inhaber des Ladens und dem schwarzen Sohne Afrikas vierzig Köpfe zählte, war auf nicht weniger als 20 000 Seelen beim Nationalkongreß in Anklage versetzt werden. Das ein seltsamer Handel. Der Letztere zieht ein kleines Papier angewachsen. Heer wählt seine Führer und hat die Befehle der Nation hervor, öffnet es und hält es an die matt brennende Die Fortschritte der Negerrepublik machten die portu- zu vollstrecken. Lampe, bei deren Schein dem Kaufmann hell blißend die giesische Regierung im höchsten Grade besorgt. Die schönsten Diamanten entgegen funkeln. Bald find die Portugiesen beschlossen deshalb die Vertilgung des kleinen Fragen in die Hand und beginnt mit folgendem Erlaß an Der Nationalkongreß nimmt die Lösung der sozialen Beiden handelseinig, und für Geld oder Kleider und Staates, und bald zogen 7000 Mann Truppen gegen alle Pächter, Hintersassen 2c.: Ezwaaren gehen die Diamanten in den Besiz des die gefürchteten Palmarefier zu Felde. Da man indessen Händlers über. den Feind sehr unterschätzt hatte, so war es nicht einmal Stelle der Grundbesitzer getreten, was für Euch und die Durch Aufhebung der Rentenzahlung seid Ihr an " 1 Gellschaft sehr vortheilhaft ist. Ihr, die eigentlichen Pro-| wir lieber annehmen, daß je für ein Jahr in diesem| Wilden kann der zivilisirte Mensch nicht mehr zurückduzenten, Ihr empfangt und behaltet ganz gerechter Weise sechsjährigen Zeitraum( 1881-87) die Verluste an Lohn kehren. die Frucht Eurer Arbeit, und die Gesellschaft hat die Last für den einzelnen Betheiligten an Streiks, resp. Lockouts Nun denn, eine solche Maschine wird natürlich nicht jener müßigen Mitesser*) abgeschüttelt, welche den Preis auf einen solchen Betrag, wie etwa 40 Dollars sich be- erfunden werden, jedenfalls nicht morgen. Aber es ist der Lebensmittel in die Höhe trieben, um ihrer Genußsucht laufen. Indessen, wir wollen noch weiter gehen: sehr die Frage, ob der Abstand zwischen dem heutigen leben zu können. Jeder Staatsbürger litt durch sie. Jetzt wir wollen annehmen, daß die Vertheidigung seiner Produktionswesen und einer solchen Maschine größer wäre, werden diese Müßigen zur Arbeit gezwungen. An Euch Lebenshaltung den Arbeiter im Durchschnitt wöchent- als der Abstand zwischen der Produktionsweise des Wilden aber ist es, von ihrem ehemaligen Ueberfluß zu genießen. lich 2 Dollars( 8 Mark) in den Vereinigten Staaten und unserem heutigen Fabrikbetrieb. Dabei ist ferner zu Aber auf welche Weise? Die Erfahrung hat bewiesen, kostet Gewerkschaftsbeiträge, Streik Sammelgelder, bedenken, daß, wenn auch keine Maschine, wie die be= daß eine Theilung des Grund und Bodens die Gleich- Arbeitslohnverluste bei Streifs, Alles zusammen- schriebene, erfunden wird, so doch die Technik die Proheit nicht auf die Dauer sichern kann, denn dieselbe er- gerechnet. Nun, was bedeutet dieses Opfer von 2 Dollars duktion fortwährend erleichtert, vielleicht bis zu einem Grade, zeugt durch die Macht der Thatsachen eine neue Klasse pro Woche gegenüber den schrankenlosen Lohn- den wir heute noch nicht ahnen. = von Grundbesitzern. Andrerseits hat Jedermann gerade reduktionen, mit denen die Unternehmerklasse über die Zwischen dem Zustande, den wir eben geschildert und so viel Necht auf den Grund und Boden wie Ihr selbst. Arbeiter herfallen würde, sobald nach dem Herzenswunsche dem heutigen, ist aber kein wesentlicher Unterschied, der Die gleiche Ungerechtigkeit, welche auf Euch lastet, lastet gewisser Schwärmer die gewerkschaftlichen Organisationen Unterschied besteht bloß im Grade. Was in jenem Falle auch auf Euren Tagelöhnern. Ihr haltet ihnen einen flöten" gegangen wären. Wahrlich, das Kapital würde fast die ganze Menschheit beträfe, das betrifft heute einen Theil der Frucht ihrer Arbeit zurück. Das darf nicht sein. die Arbeiter nicht übel tanzen lassen zu diesem ,, verhäng- sehr großen Theil derselben, die unfähig zu arbeiten Eine Reform macht sich nöthig, welche die Rückkehr der nißvollen Flötenspiel". wegen Nichtbe sizes der Mittel zum Arbeiten, und Uebel verhindert, die wir glücklich besiegt haben. Zu ,, Schrankenlose Lohnreduktionen", sagten wir, werden wegen Nichtverwendung ihrer Arbeitskraft, weil die diesem Zwecke muß das Eigenthumsrecht abgeschafft, es durch jenes Opfer von 2 Dollars Kriegssteuer-wenn Maschine die Sache besorgt. muß das ganze System verändert werden. Die es so viel ausmacht- abgewendet. Schrankenlose? Während nun das Mittel in dem Falle, wo es sich Natur hat dem Menschen vorgeschrieben zu arbeiten, um Nun ja, die Schranke des Hungertyphus vorbehalten, um fast die ganze Menschheit handelt, jedenfalls sehr zu leben; für den Müßiggang giebt es keinen Platz am nahe läge, quälen sich heute die Menschen damit ab, ein Bankette des Lebens, die Natur befiehlt ihm, weiter zu Mittel zu finden. Woher dieser Unterschied? Weil derer, gehen, und sie wird früher oder später selbst ihr Urtheil welche Maschinen haben, und ihrer Freunde noch zu viele sind. Aber das Mittel, das in jenem Falle nahe läge, ist heute ebenso gut anwendbar, und wird auch das Mittel sein, das über kurz oder lang angewandt werden wird. vollstrecken." Dies in seinen groben Umrissen der Sozialismus Pisacane's, der bereits den Stempel der neuen Zeit trägt. Der Wagen des Fortschritts", der ihn selbst zermalmte, ist seit Abfassung der„ Saggi" eine gute Strecke weiter gerollt und hat manche seiner Theorien bestätigt, andere hinfällig gemacht. Keinesfalls verdienen dieselben die Vergessenheit, in welche sie durch die Schuld politischer freilich! Was wollen die Opfer also sagen, da doch einmal viele große Erfolge erreicht werden, welche alle Opfer weit überwiegen, und da doch vieles Unheil verhütet wird, das sonst über die Arbeiter hereinbricht. Gewiß, Streiks soll man nicht leichtfertig beginnen, man soll sich immer vorher darüber klar werden, was sie tosten; aber man soll sich auch von den geborenen Heulmeiern nicht blauen Dunst vormachen lassen. Steigende Produktion aller Güter neben Intoleranz gefallen find. Der Insurgentenführer, von Sapri, der in seinem Charakter, in seinen Ueberzeugungen Steigender Entbehrung an allen Gütern. antike Heldengröße mit modernem Scharfblick vereinigt, Nicht jedem ist es möglich, die Wirkung einer Urverdient in der Geschichte des Sozialismus seinen Plaz; sache in gewöhnlichen Durchschnitts- Ereignissen zu erkennen. er gehört nicht nur der Phalanx an, welche für die Be- Für solche, welche das nicht können, muß man die Wirkung freiung Italiens kämpfte, er zählt zu den Edlen, welche gleichsam übertreiben, so stark schildern, wie sie nur ganz die Emanzipation des Menschengeschlechts auf ihr Banner felten eintritt, um sie dadurch ihnen zum Bewußtsein zu geschrieben. bringen. Kosten der Streiks. Des„ Irrthums zähe Lebensdauer" bewährt sich auch in einem Einwand, welcher immer und immer wieder, so oft derselbe auch schon widerlegt worden, gegenüber den gewerkschaftlichen Kämpfen der Arbeiter aufgetischt wird. zum warnen. Man erlaube uns daher auch hier, einen Augenblick zu übertreiben, um recht klar zu machen, wie neben einer Allernöthigsten sich entwickeln kann. Vermehrung aller Güter eine steigende Entbehrung am Die Arbeitsmittel müssen der ganzen Mensch= heit zugänglich gemacht werden, die Maschine muß in den Dienst der Menschheit, statt in den Dienst einiger Weniger, gestellt werden. Wie der Kleinbetrieb verschwindet. Die Zunahme des Großbetriebes bringt es mit sich, daß die zurückgeht. 3ahl der selbständigen Unternehmungen mehr und mehr ( 1875-1882) die Zahl der Hauptbetriebe von 1278 249 auf Dementsprechend ist denn auch in Preußen während 61/2 Jahren 1 245 362 gefallen. fogar um 39 655, demnach um 6768 mehr als der allgemeine Während dieser Zeit fiel jedoch die Zahl der Kleinbetriebe Rückgang. Während die Anzahl der Gewerbebetriebe überhaupt nur um 2,57 pét. zurückgegangen ist, gingen die Kleinbetriebe um 3,2 pt. zurück. Schon diese Zahlen beweisen den allgemeinen Rückgang der Kleinbetriebe in Preußen und das Vordrängen der Bruchtheil der Gesammtzahl aller Unternehmungen. Großbetriebe: die Kleinbetriebe bilden einen immer geringeren betriebe zeigt sich dieselbe Entwicklung. Auch in der Vertheilung der Arbeiter auf Groß- und Klein1882 nur mehr 54,9 pet. aller industriellen Arbeiter, während die Das Kleingewerbe beschäftigte im Jahre 1875 57,6, im Jahre Großindustrie 1875 42,4, dagegen 1882 schon 45,1 pGt. aller industriellen Arbeiter beschäftigte. Wenn man nun in Betracht zieht, eine um wie viel größere Leistung an Produkten( wegen der Maschinenbeihilfe) auf den Fabrikarbeiter als auf den hand= das deutsche Kleingewerbe, welches im Jahre 1882 nur wenig werksmäßigen fällt, so kann man aus diesen Zahlen ersehen, daß mehr als die Hälfte sämmtlicher deutscher Industriearbeiter be= schäftigte, von der Großindustrie in der Gesammtproduktion schon start überflügelt wurde. nach den einzelnen Gewerbe- Gruppen, so findet man die interessante Man denke sich den Wilden. Ein wilder Volksstamm fann gewiß nicht so viel Kleidungsstücke herstellen, wie ein zivilisirtes Volk von gleicher Stärke. Aber bei einem Ueber die Kosten der Streits find neuerdings mancherlei wilden Volksstamm erfriert doch schwerlich Jemand, denn Zusammenstellungen veröffentlicht worden und immer hat seine Kleidung aus der Haut eines Thieres kann sich Jeder sie die kapitalistische Presse ausgenüßt, um die Arbeiter selber machen, seine Schuhe ebenfalls und kein Wilder von den Aufwiegelungen" der Führer der Lohnbewegung braucht wegen Mangel an Fußbekleidung barfuß zu laufen. Bei den Wilden, welche nicht mit Maschinen arbeiten, Besonders geschah dies mit den von uns ebenfalls fann Jeder wenn auch nur in eingeschränktem Sinne öfter erwähnten amerikanischen Berichten, welche die Arbeits- für sich selbst arbeiten, und das erzeugen, was er für statistiker des Staates New- York und des Bundes in sich selber braucht; bei uns kann das keiner und wenn Letzter Zeit veröffentlichten. Selbstverständlich ist von sich nicht ein Maschinenbefizer findet, der dem armen beiden das Untersuchungswerk des„ nationalen"( Reichs) Teufel seine Arbeitskraft abkauft, dann muß er verhungern, Bureaus von um so viel größerem Werthe, als es sich weil die selbständige Anwendung seiner Arbeitskraft eine Betrachtet man die Vertheilung der Industriearbeiter genauer hier um Feststellungen handelt, die auf das ganze Land Unmöglichkeit für ihn ist. sich erstrecken und den Zeitraum von sechs Jahren umErscheinung, daß in den Jahren 1875 bis 1882 in allen Ge= Nun sezen wir einmal den Fall, es erfände Jemand werben( mit Ausnahme der Gruppen der Industrie der Nahrungsfassen. Nun hat Kommissär Wright in seinem Berichte auch Angaben über die Opfer für, und Verluste durch morgen eine Maschine, welche durch die bloße Luft in mittel und des Buch- und Kunstdruckes) die Zahl der in Kleinauch Angaben über die Opfer für, und Verluste durch Streits aufgeführt; und diese sind es nun, welche für die Bewegung gesetzt werden könnte, und welche so vollkommen betrieben beschäftigten Arbeiter zurückgegangen, die der in verschiedenen Zeitungen wieder als„ gefundenes Fressen" und es käme nach zwei Minuten der fertige Gegenstand 17% pGt. und in der Textilindustrie um 7½s pGt. Beim Bergwäre, daß man nur das Rohmaterial hineinzulegen brauchte den Fabriken thätigen gewachsen ist! Am hervorstechendsten war der Rückgang im Baugewerbe um herhalten müssen. heraus. Man legte z. B. fünf Pfund Schafwolle hinein bau, den Hütten- und Salinenwerken und bei der Torfgewinnung Da seht ihr es jetzt, ihr armen, durch gewissenlose und es käme ein fertiger Anzug heraus, oder man legte ist die Zahl der Arbeiter der kleinbetriebe fast auf die Hälfte Hezer verführten Arbeiter! So und so viele Millionen einen Baumstamm hinein und nach zwei Minuten hätte gefallen! Verlust an Arbeitslöhnen! So und so viele Millionen man eine Zimmer- Einrichtung. Wenn eine solch wunder- Statistik ist die Zahl der Arbeiter im Kleingewerbe heute schon In 9 von den 16 Industriegruppen der deutschen Gewerbean Opfern für Streifunterstügungen! Oh, ihr bethörten bare Maschine erfunden würde, dann wäre die Produktions- absolut geringer als in der Großindustrie. Im Bergbau, dem Arbeiter! Da habt ihr den Beweis: um wie viel besser kraft der Menschheit auf den denkbar höchsten Gipfel ge- Hütten- und Salinenwesen und bei der Torfgewinnung kommen würdet ihr euch stehen, wenn ihr gar nicht streiken und gestiegen, eine weitere Steigerung müßte schon zu einem nur noch von je 100 beschäftigten Arbeitern 1,25 auf die Kleinbetriebe. In den Industrien der Steine und Erden, in der eure Gewerkschaften ganz aufgeben würdet!" Zustande führen, in welchem das Schöpferwort„ Es werde!" chemischen Induſtrie, bei den Gewerben der Leuchtstoffe, Fette und genügte. Harze und im Baugewerbe ist nur mehr ein Viertel bis ein Fünftel, bei der Verfertigung von Maschinen, Geräthen und apparaten nur mehr ein Drittel sämmtlicher Arbeiter im Kleingewerbe beschäftigt. So heulen sie, die superklugen kapitalistischen Frau Basen, und es giebt immer noch unter den Arbeitern so Nun sollte man glauben, daß wenn eine solche manchen dummen Bruder", der troß der so oft schon Maschine da wäre, die Dinge in solcher Menge und so in den Arbeiter Organen gegebenen Widerlegung dieser außerordentlich billig erzeugt würden, daß man Kleider, Jeremiade den Kopf schüttelt und hübsch gelehrig den Schuhe und Zimmereinrichtungen sozusagen auf der Straße ganzen Kohl wiederkaut. Wohlan, wie hoch belaufen sich denn nach der angeführten Statistik die Kosten und Verluste für Streiks, auf den einzelnen Durchschnitts Streifenden berechnet? Die Antwort lautet, nach C. D. Wright's Bericht, wie folgt: Betheiligt in den Jahren 1881-1887, waren: zwar an Streifs: 1318 624 Arbeiter an Lockouts+): 159 548 " in Summa 1 478 172 Arbeiter Summa der Verluste für Arbeiter an Löhnen und bei Streits 59 948 822 Dollars bei Lockouts 4 430 695 fände. Bei all diesen Zahlen aber darf nicht vergessen werden, daß viele Personen, welche als kleingewerbliche Arbeiter gezählt wurden, in Wirklichkeit im Dienste der Großindustrie stehen! Man denke Die Geschichte hat aber einen Haken. Die Maschine Schneider- u. a. Gewerbe, welche oft" mehrere Gehilfen oder Lehrnur an die vielen großstädtischen Meister" im Schuhmacher-, selber ist so kostspielig, daß nur einige wenige ganz Reiche linge halten und fast gar keine Stundenarbeit verrichten, sondern dieselbe anzuschaffen im Stande wären. Was wäre die von der Fabrik oder dem Großhändler das Rohprodukt beziehen Folge? Die Folge müßte unbedingt sein, daß der größte und für diese die Waaren verfertigen. Theil der Menschheit keine Schuhe, keine Kleider, keine Gehilfen dem Kleingewerbe zugezählt, obgleich sie doch nichts anderes Ferner wurden sämmtliche hausindustrielle Meister und Möbel hätte, weil die Besitzer der Maschinen nur ein find als außer der Fabrik beschäftigte Arbeiter der Großindustrie. paar Menschen brauchten, um dieselben in Betrieb zu Da nun im Jahre 1882 275 207 hausindustriell beschäftigte Per= setzen, die ganze übrige Menschheit aber beschäftigungs- fonen, das sind 8 pt. sämmtlicher und mehr als 141/2 pt. der fleingewerblichen Arbeiter als kleingewerbliche, statt als großlos und ohne Mittel zum Leben wäre. industrielle Arbeiter gezählt wurden, so ändert sich das Verhältniß vollends zu Ungunsten der Kleingewerbe. Die Besitzer der Maschinen hätten also gar nicht ein mal Gelegenheit, dieselben ergiebig zu verwenden. Die Maschine würde gewissermaßen werthlos, und die denkbar höchste Entwicklung der Produktionskraft würde zu gänzlicher Produktionsunfähigkeit führen. Und was folgt daraus? Daraus folgt einmal, daß immer weniger Arbeiter selbständig werden können, daß immer weniger Leute Aussicht haben, es jemals bis zum Unternehmer zu bringen, daß daher immer mehr Menschen sich lediglich als Arbeiter fühlen und lediglich Arbeiterinteressen verfolgen lernen. Darnach ergiebt sich im Durchschnitt für den einzelnen Betheiligten an Streiks, resp. Lockouts, ein Verlust an Nun ist es wohl begreiflich, daß die Menschen einen Je mehr somit die Arbeiterpartei anschwillt und Macht gewinnt, Lohneinnahme im Betrag von 43,33 Dollars d. h. solchen Zustand keinen Augenblick lang dulden würden. besto klarer müssen auch ihre Ziele werden. Die wenigen Es wäre doch wohl absurd zu glauben, daß die Menschheit weil legtere feine Produktionsmittel zur Verfügung haben und so Besißenden bringen immer mehr Menschen in ihre Abhängigkeit, für den Zeitraum von 6 Jahren, 1881-87. Statistiker Wright bemerkt nun allerdings und sich hinlegen und verkommen würde, während ein paar in den Dienst des Fremden treten müssen. Dieser Fremde oder wir stimmen ihm darin gern bei daß die auf Lohn- Leute Maschinen da stehen haben, die man nur mit ein diese fremde Aktiengesellschaft arbeitet aber bei wachsendem verlust bezüglichen Angaben, welche das Bureau erlangt paar Handgriffen zu bedienen braucht, so daß man sofort Großbetriebe immer weniger selber mit. Er erscheint immer mehr als unangenehmer Herr und dabei doch ganz entbehrlich. Das hat, offenbar sehr unvollständig sind. Den wahrschein- Alles im Ueberfluß hat. Die Menschen würden jedenfalls ganze Denken der Massen richtet sich daher immer mehr darauf, lich weit mehr an Vollständigkeit grenzenden Erhebungen an die Maschinen gehen, auch ohne Erlaubniß der Eigen die durch nichts mehr gerechtfertigte Uebermacht des Privatbesizes des New- Yorker Staats- Statistikers entsprechend wollen thümer, würden die paar Handgriffe machen, und sich mit mit ihrem Gefolge von Noth und Abhängigkeit für die Mehrheit allem Nöthigen versehen. Die Maschine würde der all- des Volkes zu beseitigen durch Ueberführung der Produktionsmittel in den Gemeinbesiz des Volkes, durch ihre Verwendung zum *), digeritozi" im Tert, eigentlich Verdauer, Verdauende. zum Nußen ein= †) Aussperrung der Arbeiter, Schließung der Fabriken seitens gemeinen Benütung übergeben, weil sonst die Mensch- allgemeinen Besten, nicht mehr wie heute Das Geheimniß der„ Eisernen „ Eisernen Maske" zu enthüllen Diese Person müsse also offenbar ein Beamter(!) oder Vertrauensmann der Polizei sein, der aber gleichwohl der sozialdemokratischen Parteileitung über die wichtigsten Maßnahmen(!) der Behörde regelmäßig Bericht(!) erstatte. Dergleichen Erklärungen haben schon früher häufig im Sozialdemokrat" gestanden(?). Nun ist es wohl dem Abgeordneten Singer gelungen, Beamte von kantonalen Polizeibehörden der Schweiz zur Preisgabe von Amtsgeheimnissen zu veranlassen, es mag demselben wohl auch geglückt sein, wie in der bekannten Affäre Haupt- Schröder, Individuen, die sich vorher einer Behörde zur Verfügung gestellt hatten, durch ein höheres Angebot für sich zu gewinnen, daß aber ein preußischer Beamter sich hierzu hergegeben haben sollte, erscheint als eine schamlose Verleumbung. Zu dieser feierlichen Entrüstungskundgebung lag gar kein Grund vor, da die obigen Mittheilungen durchaus unwahr sind. Herr Schippel hat als Angeklagter mit größtem Nachdruck hervorgehoben, daß er über die eiserne Maske gar nichts wisse, daß er nicht einmal in der Lage sei, darüber weitergehende Vermuthungen anzustellen, als sie bei jedem Leser der Warnungen des Sozialdemokrat" entstanden seien und wie sie sicherlich auch in der Redaktion der Kreuzzeitung" entstanden sind. Da es ihm Herr Krohm zum schlimmen Vorwurf machte, daß er auch gar nichts gethan habe, Näheres über die Entstehung und Begründung der Warnungen zu erfahren, so erwiderte der Angeflagte weiter, daß er darüber auch gar nichts erfahren wolle, weil allgemein die Vermuthung bestehe, daß die„ Maste" einen besonderen Einblick in manche Geheimnisse der politischen Polizei besize, und weil infolge dessen kein Parteigenosse die Hand dazu bieten könne, die Behörden auf die Spuren dieses Gewährsmannes zu führen. Das war alles und zweifellos für Niemanden etwas neues, jedenfalls war es etwas ganz anderes als man der„ Kreuz- 3tg." schreibt. Wir fügen gleich hinzu, daß die Angaben der Kreuz- 3tg." den Berichten der Zeitungen nicht entnommen sein fünnen, sie stammen also wohl aus polizeilicher Quelle. Man vergleiche sie nur mit den wirklich gefallenen Aeußerungen und hat einen neuen Beweis dafür, wie zuverlässig diese Quellen sind, denen heute noch die Gerichte mitunter unbesehens Glauben schenken, Achtung! Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins am Dienstag, den 20. d. M., in der Tonhalle, Friedrichftraße 112, behufs Gründung eines Vereins. Näheres siehe Sonntag Säulenanschlag. Jeder Kollege hat die Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Fortschritt des Großbetriebes bringt uns somit tros daß dieser Entwurf schon längst in den Händen des Ober- ebenso feine organische Regelung den thatsächlichen sozialen Veraller vorübergehenden Schäden unserem Ziele immer näher und präsidenten von Brandenburg, Herrn von Achenbach, sei, daß der- hältnissen, sowie der volksfreiheitlichen Auffassung des Arbeiternäher und darum bedauern wir ihn nicht, sondern wir freuen uns selbe aber auf die lange Bank geschoben zu sein scheine. Redner standes angepaßt werden müſſen; in weiterer Erwägung: daß über ihn. schloß seinen Vortrag mit einem warmen Appell an die Arbeiter, namentlich in Bezug auf die traurige Lage der Arbeiter in den damit sie sich alle organisiren sollen und darauf dringen, daß dieser Töpfereibetrieben mit der auffallenden jährlichen Steigerung der Entwurf zum Gesez erhoben würde. Bei den Steinmeßen Arbeitsinvaliden es schon nothwendig erscheint, die einzelnen Berufe referirte am Freitag voriger Woche Herr Baake in öffentlicher Ver- nach ihrer Beschaffenheit in Bezug auf dieses Gesez zu ordnen, sammlung über die„ Alters- und Invalidenversicherung".- Bei erklärt die heutige Versammlung des Fachvereins der Töpfer Hamden Kistenmachern sprach am Montag Herr Paul Ernst über burgs: die in dem Alters- und Invalidenversorgungsgesetz nach ist auch bei dem letzten Krohm- Prozesse nicht gelungen und damit die Revolution in der Dichtung"; der Vortragende kam nicht zu dem Regierungsentwurf festgesetzte Rente von 120 Mart bis zur ist natürlich für manchen Betheiligten der ganze Zweck dieses Vor- Ende, weil der Ueberwachende auflöſte. Die Kernmacher be- Steigerung auf 250 Mark jährlich für vollständig ungenügend gehens vereitelt. Den Aerger darüber begreifen wir, aber immer schlossen am Sonntag die Gründung eines besonderen Fachvereins, und unzureichend, da unbedingt, wenn dem einzelnen Invaliden hin sollte er unseres Erachtens nicht zu solchen Unwahrheiten Anlaß der sich folgende Ziele stecken soll: Festſezung eines Minimallohnes und dem alten Arbeiter geholfen werden soll, ihm von dem auf geben, wie wir sie in der„ Kreuz- Zeitung" vom Dienstag finden. von 30 Pf. pro Stunde, Abschaffung der Sonntags- und Ueber- Grund des Unfallversicherungsgesetzes jährlich festgesetzten örtlichen Das Blatt läßt sich nämlich schreiben: stundenarbeit, Herabseßung der Arbeitszeit, Frontmachung gegen all- Durchschnittslohn 662/3 pCt. als Rente bezahlt werden muß. In dem kürzlich hierselbst verhandelten Privatbeleidigungs- zuharte Fabrikordnungen, Errichtung eines Arbeitsnachweises und Ebenso ist im Regierungsentwurf die Altersgrenze von 70 Jahren Prozeß des Medailleurs Krohm gegen den Redaktenr der schließlich als höchstes Ziel die Belehrung und geistige Ausbildung insbesondere für die Arbeiter im Töpfereibetriebe viel zu hoch ansozialdemokratischen„ Volfs- Tribüne", Schippel, erklärte der der Mitglieder. gesetzt; es ist deshalb durchaus nöthig, wenn diese Berufsarbeiter leztere, die Brandmarkung eines unehrlichen Parteigenoffen Eine überaus zahlreich besuchte öffentliche Arbei- Nußen und Vortheil von diesem Geseze haben sollen, die Alters= in der sogenannten„ schwarzen Liste" oder(!) eisernen terinnenversammlung tagte in Berlin am Donnerstag in Hensel's grenze auf 50 Jahre festzuseßen. Die Versammlung erklärt Maste" gehe stets(!) von einer Person aus, welche sowohl Salon. Beide Säle waren dermaßen überfüllt, daß lange vor der weiter den§ 84 des Gefeßentwurfs( Quittungsbuch) als eine Bein die inneren Verhältnisse der sozialdemokratischen Eröffnung Tische und Stühle entfernt werden mußten und ein an- drohung und Gefahr für die politische und wirthschaftliche Freiheit Partei(?!!), als auch in die der Berliner politischen Polizei wesender Polizeilieutenant sich veranlaßt sah im Interesse der„ öffent- des Arbeiterstandes. Wenn von Seiten der maßgebenden Regieeinen flaren Einblick habe. lichen Ruhe und Ordnung" die Männer zu bitten, das Lokal zu rungsfaktoren eine Aenderung dieses Paragraphen nicht durchgeführt verlassen. Hier wurde er von Frl. Jagert unterbrochen, welche wird, erklärt die Versammlung, auf die Wohlthaten des Gesetzes meinte, daß vorläufig, da die Versammlung noch nicht eröffnet wäre, verzichten zu wollen." Diese Resolution wurde von der Ver= nur die Einberuferin zu bestimmen hat. Nachdem Frau Leuschner sammlung einstimmig angenommen. Die Versammlung eröffnet, wurde Frl. Jagert zur ersten, Frau Leuschner zur zweiten Vorsißenden und Frau Baake zur SchriftReinickendorf. Große öffentliche Arbeiterführerin gewählt. Alsdann wurde der Frau Ihrer das Wort zu Versammlung am Sonntag, den 18. November, Vorihrem Referat: Die Alters- und Invalidenversicherung" ertheilt. Rednerin schilderte, wie nothwendig es wäre, daß die Frau sich an mittags 11 Uhr, im Restaurant Lüdicke, Amendestraße 1. solchen Fragen, wie die vorliegende, betheilige, damit nicht, wie Tagesordnung: 1. Die Sozialreform und die Alters- und beim Krankenkassen- und Unfallversicherungsgesez über die Köpfe der Invalidenversorgung. Referent: Herr Otto Krumpf. 2. Diskussion. Frauen hinweg Geseze geschaffen werden, welche sie zwar ebenso stark interessiren, wie die Männer, wobei aber trotzdem die Frauen nicht den geringsten Einfluß hätten. Man sollte nicht durch theoretische Nathschläge von oben herab etwas ausflügeln, sondern man sollte die Arbeiter und Arbeiterinnen fragen, wie sie über derartige Sachen denken. Die Rednerin kritisirt dann die einzelnen Paragraphen des Gesezentwurfes, sie rechnet unter Anderem nach, daß der Arbeiter - Fachverein der Former und verw. Berufsgenossen. erst zirka 560 Mark einzahlen müsse, ehe er 70 Jahre alt ist und demgemäß Anspruch auf Altersrente hätte. Alsdann wendet sie Sonntag, den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, Versammlung in fich in scharfen Worten gegen das Quittungsbuch, welches sie als Faustmann's Lokal, Invalidenstr. 144. Tagesordnung: 1. Vortrag eine ganz verwerfliche Einrichtung hinstellt, welche nur dazu da des Herrn Kendziora über: Was lehrt die Moral- Wissenschaft wäre, um die Arbeiter in noch größerer Abhängigkeit zu halten. von der Handarbeit. 2. Diskussion. 3. Bibliothek. 4. Verschiedenes Billets zu dem am 3. Weihnachtsfeiertage Auch gegen die Verwaltungsparagraphen führt sie aus, daß es eine und Fragekasten. Degradirung der Frau ist, wenn nach§ 36 nur männliche Personen stattfindenden Winter- Vergnügen sind in der Versammlung beim als Aufsichtsräthe u. s. w. gewählt werden können. Im Großen Komitee zu haben. Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Orts= und Ganzen verspricht der Gesezentwurf viel, um recht wenig halten zu können. Sie schließt mit den Worten Goethe's:" Nur der ver- verwaltung„ Berlin III"( für den Ost- und Nordbezirk Berlins.) dient die Freiheit und das Leben, der täglich sie erringen muß", Versammlung am Montag, den 19. d. M., Abends 8½½ Uhr, und mit der Aufforderung, die Frauen möchten dieser Worte ein- in Saeger's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Die gedenk sein, sie möchten fich organisiren in Fachvereinen und sollten Generalversammlung der Vereinigung der Drechler Deutschlands darnach trachten, sich die Freiheit geistig sowohl wie materiell zu am 27.- 30. Dezember d. J. in Magdeburg. 2. Ausgabe der erringen. Hierauf wurde eine Resolution, welche sich gegen das Fragebogen zur Lohnstatistik. 3. Verschiedenes. In Anbetracht Alters- und Invalidengesetz ausspricht, einstimmig angenommen. Der wichtigen Tagesordnung werden die Gewerkskollegen gebeten, In der folgenden Diskussion sprach Frl. Jagert ihr Bedauern recht zahlreich zu erscheinen. darüber aus, daß es noch immer Leute gebe, welche in der - Vereinigung der deutschen Maler, Lackirer, AnBetheiligung der Frauen am öffentlichen Leben etwas Unfittliches streicher und verwandten Berufsgenossen. Versammlung und Unmoralisches sehen. Sie ist ganz entschieden gegen das vor- am Montag, den 19. d. M., Abends 8 Uhr, Kurfürstenstraße 31. liegende Gesetz und hofft, daß die Arbeiterwelt zeigen wird, wie sie Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schweizer. 2. Lokalüber das ganze Gesez denkt. Rednerin wendet sich noch gegen die frage. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Vereine christlicher junger Männer, Lina Morgenstern und sonstige Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallsogenannte Humanitätsvereine und meint, man sollte zu derartigem arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 1. SonnGemengsel nie die Hand bieten. Ueberhaupt verwahrt sich die abend, den 17. d. M., Abends 81/2 Uhr, Lichterfelderstraße 8 Rednerin dagegen, daß der Arbeiterinnenbewegung derartige( Restaurant Winter), Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Vereine, auch wie z. B. der Verein zur Unterstützung der aus dem Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Erfazwahl ausscheidender OrtsKranhause Entlassenen, in die Schuhe geschoben werden. Den verwaltungsmitglieder. 3. Junere Kaffenangelegenheiten. Zu dieser Arbeitern könne nur geholfen werden durch gründliche Umgestaltung diesjährigen lezten Mitgliederversammlung werden die Mitglieder der gesammten Wirthschafts- und Arbeitsverhältnisse. Quadsalbereien ersucht, vollzählig zu erscheinen. Das Mitgliedsbuch legitimirt. helfen nichts, und brauchten wir nicht zusammen zu sein, wenn die Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der MetallFrüchte der Arbeit gleichmäßig vertheilt wären.. Frau Gubela arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 4. Sonntag, den spricht sich dahin aus, daß es rein unmöglich ist, von dem wenigen 18. D. M., Vormittags 10/2 Uhr, Mitgliederversammlung, bei Verdienst noch einen Beitrag zur Versicherung zu zahlen. Als sie Strüger, Gartenstr. 123. Tagesordnung: 1. Staffenbericht. 2. Wahl dann den von Frl. Wabniß gegründeten Verein einer Betrachtung eines Revisors. 3. Innere Staſſenangelegenheit. unterzieht, wird sie von der Vorsitzenden unterbrochen, worauf sie nur Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallnoch einen neu gegründeten Verein der Nähmaschinen- und Handarbeite- arbeiter( E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 8. Sonnabend, rinnen, welcher am Freitag in der Annenstraße tagen wird, empfehlen den 17, d. M., Abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung Badstr. 16, fann. In der weiteren Disfuffion erhält Herr Joseph das Wort, bei D. Hagen( früher Pflangang). Tagesordnung: 1. Staffenbericht. um auszuführen, daß der Gesezentwurf gegenwärtig wieder eine 2. Wahl eines stellvertretenden Bevollmächtigten. 3. Innere Kaffennoch schlechter wegkommt als bisher. Seiner Ansicht nach wäre Umarbeitung erfahren habe, wonach im Allgemeinen der Arbeiter angelegenheiten. der Gefeßentwurf in der von der Regierung vorgeschlagenen Weise überhaupt nicht möglich, sondern nur nach Art der freien Hilfs tassen, wobei der Arbeiter Selbverwaltung habe. Herr R. Baginsky wendet sich in scharfen Worten gegen Herrn Joseph, dessen Theorie er als echt manchesterlich verwirft und dessen Ansicht nur dahin geht, daß der Arbeiter alles zu bezahlen hat. Die Arbeiterinnen sollen versuchen, sich in Bildungsvereinen und Fachbereinen zu organifiren und sich Aufklärung verschaffen, dies sei besser wie der Verein des Fräulein Wabniz. Herr Baake meint, der Staat kümmere Die Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins ich heute sehr wenig um die Invaliden der Arbeit. Der Staat sämmtlicher Berufsklassen, Filiale Berlin 3, hält am Sonnabend, hat aber unbedingt die Verpflichtung, daß er für die alten und den 17. 6. M., Abends 8 Uhr, Brunnenstr. 38, im Lokal, invaliden Arbeiter sorgt und zwar in ganz anderer Weise wie bisher. eine Mitglieder- Versammlung ab. Gäste find willkommen. Die ganze heutige Gesellschaft, die ganze Kultur, sie verdankt ihr Neue Mitglieder jedes Geschlechts und Berufs, von 14 bis 45 Jahren, Bestehen nur der Arbeit und hat deshalb der Arbeiter ein Recht werden in jeder Versammlung, sowie von H. Rudolph, Koloniezu verlangen, daß er in ausgiebiger Weise das wiederbekommt, straße 150a; P. Schindler, Ackerstr. 172; W. Raschke, Griebenowwas er zur Erhaltung der heutigen Gesellschaft beigetragen hat. Straße 3; K. Ludwig, Wilsnackerstr. 53; G. Holze, Ackerstr. 101, Auch er jei gegen die sogenannten Humanitätsvereine, welche nur aufgenommen. Unflarheit hervorrufen. Herr Thierbach beleuchtet die sogenannte- Ortskrankenkasse der Maurer Berlins. Die MitSozialreform, als dessen Strone das vorliegende Gesetz betrachtet glieder werden zur Wahl von 216 Vertretern für die Generalwird, und sagt, daß der Staat durch Erlassung von zwei Steuer- Versammlung auf Sonntag, den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, stufen u. f. w. den Arbeitern den kleinen Finger gereicht habe, nach Große Frankfurterstr. 117 hierdurch eingeladen. Das Quittungswährend er aber durch Einführung der Branntweinsteuer, burch buch berechtigt zum Eintritt. Vermehrung der indirekten Steuern die ganze Hand genommen Verband der Möbelpolirer von Berlin und UmSozialpolitisches. Parallel mit der Entwicklung der Großindustrie und der kapitalistischen Wirthschaft überhaupt geht bekanntlich auch die Anhäufung der Bevölkerung in den Städten und besonders in den Großstädten. Das zeigt auch das kürzlich veröffentlichte Ergebniß der deutschen Volkszählung vom 31. Dezember 1885. Wenn man z. B. als Großstädte die Orte von mindestens 100 000 Einwohnern, als Mittelstädte die von 20 bis 100 000, als Kleinstädte die von 5 bis 20 000 als Landstädte die von 2 bis 5000, als Landorte endlich die von weniger als 2000 Einwohnern bezeichnet, so lebten am 1. Dezember 1885 von der Gesammtbevölkerung in den 21 Großstädten. " 11. 116 Mittelstädten • " 11 683 Kleinstädten " " 1951 Landstädten " allen übrigen( Land-) Orten 4 446 381 Einwohner 4 171 874 " 6 054 629 " 5 805 893 " " 26 376 927 Zusammen 46 855 704 Einwohner. Danach kommen auf die Landbevölkerung 56,3 pCt., auf die Stadtbevölkerung 43,7 pct. der gesammten Einwohnerschaft des Reichs, und zwar speziell auf die Großstädte 9,5 pбt. " " T Mittelstädte 8,9 " " " " " Kleinstädte. 12,9 Landstädte. 12,4 " " Seit dem Jahre 1871 ist der Prozentjaß der städtischen Bevölkerung und namentlich derjenige der größeren Städte ein immer größerer geworden. Es lebten nämlich unter 100 Einwohnern des Reichs Mittelstädten in Großstädten PF Kleinstädten " Landstädten " " 1871 1875 1880 1885 11,2 12,0 4,8 6,2 7,2 9,5 7,7 8,2 8,9 8,9 12,6 12,9 12,4 12,6 12,7 12,4 anderen Orten 63,9 61,0 58,6 56,3 Diese Entwickelung bedeutet natürlich zu gleicher Zeit ein Zurückdrängen der trägen und rückständigen ländlichen Elemente, und eine Stärkung der intelligenten und fortgeschrittenen Städter, besonders aber eine Stärkung der Arbeiterbewegung. Vereine und Versammlungen. Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin I. Versammlung am Montag, den 19. d. M., Abends 8 Uhr, Alte Jakobstraße 38 bei Schumann. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Besprechung über die stattzufindende General- Versammlung. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes. -Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Versammlung am Sonntag, den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, Oranienstr. 51 bei Preuß. Tagesordnung: 1. Statutenberathung. 2. Fragefasten. Quittungsbuch legitimirt. hat. Alsdann meint er, daß die Unterstügung für Invalidität gegend. Montag, den 19. b. M., Abends 82 Uhr, im allerdings zum Verhungern zu viel und zum Leben zu wenig fei, Andreasgarten, Andreasstr. 26, Verfanunlung. Tagesordnung: aber grade ausreichen würde, um langsam zu verhungern. Nach- 1. Vortrag des Herrn Dr. Mar Baumgart über„ Die Idee des dem Fräulein Jagert mitgetheilt hatte, daß die in voriger Ver- ewigen Völkerfriedens". 2. Aufstellung von Kandidaten zur Joseph unter großer Unruhe der Versammlung das Wort, welches 3. Verschiedenes. Die Aufnahme neuer Mitglieder sowie Annahme sammlung gewählte Kommission sich aufgelöst habe, erhält Herr Delegirten- Neuwahl bei der Ortskrankenkasse der Möbelpolirer. ihm aber wegen steigender Unruhe entzogen werden mußte. Herr von Mitglieder- und freiwilligen Beiträgen erfolgt alle 14 Tage Delze wendet sich an die Versammlung mit der Bitte, die größte in den Zahlstellen des Verbandes und zwar: bei Ecke, ZedenickerRuhe zu beobachten. Er betrachtet in solcher ernſten Versammlung ſtraße 2, bei Wirsing, Andreasstr. 44, bei Moris, Manteuffelſtr. 27. eine Unruhe, wie die gehörte, als einer Arbeiter- Versammlung-Freie Vereinigung der Graveure, Giseleure und unwürdig. Dann richtet er an Frauen und Männer die Auf- verwandten Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 19. d. M., forderung, recht oft öffentliche Versammlungen zu besuchen, fich Abends 81/2 Uhr, Dresdenerstr. 45( Dresdener- Garten). Tagesnicht gegenseitige Vorwürfe darüber zu machen und namentlich nicht ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Jessen über„ Die Benutzung durch Lesen von anderen als Arbeiterblättern die Gegner zu unter- funstgewerblicher Vorlagen. 2. Verschiedenes. stüßen. Nach dem Schlußwort der Frau Ihrer schloß die VerLuckenwalde, 10. November. Der hier gegründete sammlung um 114 Uhr. Arbeiterbildungsverein macht die erfreulichsten Fortschritte. Gestern hielt er seine Eröffnungs- Versammlung, wobei Herr Kunert- Berlin über„ Den Kampf um den Fortschritt in der Weltgeschichte" referirte. Die Versammlung legte das beste Zeugniß von dem regen Eifer der Arbeiter ab. " - Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. H. * In der Extraversammlung des Fachvereins der Spazier über„ Das Schöne in Natur und Stunst". Damen und Töpfer Hamburgs am 5. d. M. stand auf der Tagesordnung: Herren als Gäste willkommen. Am Montag, den 19. d. M., Das Alters- und Arbeiterinvalidenversorgungsgesez nach der Regie- Abends 8 Uhr, findet ebendaselbst eine beschließende Versammlung, rungsvorlage". Nach den einleitenden Worten des Vorsitzenden der Mitglieder statt. Göttge referirte in längerer Rede G. Heinke, der an der Hand Berliner Versammlungen. Im Fachverein der Schlosser statistischen Materials die Mängel des Gefeßentwurfes klarlegte und sprach am 12. d. M. Herr Thierbach über gewerbliche Schieds- folgende Resolution zur Annahme empfahl:" In Erwägung: daß gerichte". Er führte diesen Entwurf, wie er dem Stadtverordneten- ein Arbeiterinvaliden- und Altersversorgungsgesetz für den Arbeiter follegium vorgelegen, an, unterzog die einzelnen wichtigen Para- ein Aequivalent für sein an Entbehrung so reiches Leben bedeuten raphen einer eingehenden Kritik und erklärte der Versammlung, soll und deshalb die Leistungen dieses Gesezes, wie Rente u. 5. w., 0,60 M. können sie in Briefmarken einsenden. Druck und Verlag: T. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Briefkasten. Leipzig. Das läßt sich wohl so allgemein nicht entscheiden. H. W. Frankfurt a. M. Abonnementspreis Kreuzband,