க d. " f Berliner Volks- Tribüne. Social- Politisches Wochenblatt. Einzelne Nummer 15 Pfg. Die Berliner Wolfs Tribüne" erscheint jeden Sonnabend frith. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Inserate werden die 4 spaltige Petit- Beile oder deren Naum mit 20 Pfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pig. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. №. 47. - -www Sonnabend, den 24. November 1888. Reichstagswahlen in Sicht. Die Er Die Erhaltung des Bestehenden. haltung des Bestehenden.- Warum muß die Unsere liebenswürdigen Gegner glauben uns in den Frau hinaus ins öffentliche Leben? II. Fortschreitende Kapitalskonzentration in den Augen aller Vernünftigen abgethan zu haben, indem sie Bereinigten Staaten.- Noth und Prostitution. einfach darauf hinweisen, daß die Sozialdemokraten alles Bestehende in Staat und Gesellschaft umstürzen" wollen. Zentralisation oder lokale Gewerkschaft? Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. dann klagen sie und rufen Bleibe im Lande und nähre dich redlich", und wissen doch nicht Rathschläge zu er= theilen, wie das diejenigen anfangen sollen, die dem Stiefvaterlande den Rücken kehren. Deshalb müssen die Zustände geändert werden. Verlassen wir das Gebiet der handarbeitenden BeGedicht von Freiligrath.- Die Baronin Daß wir es nicht erhalten" wollen, versteht sich von völkerung und treten auf das der kopfarbeitenden, so von Belleville. Erlebnisse eines Sozialdemo- selbst, und es ist auch gar nicht darnach angethan, daß lachen uns auch da nicht Rosen und Sonnenschein entfraten.- Berliner Sittenbild. Der erste man sich zu seiner Erhaltung besondere Mühe geben sollte, gegen. Die Unternehmer sind in steter Sorge, daß sie Nichtgentleman auf dem Zeugenstande. Zur selbst diejenigen nicht, welche bei einer Umänderung der über Nacht ins Unglück stürzen, indem ein überAltersversicherung. Aufgepast! Verhältnisse Alles zu verlieren und Nichts zu gewinnen in mächtiger Konkurrent ihnen Licht und Luft raubt. Die thörichter Furcht glauben. Denn wie sieht das Bestehende" Beamten kommen auf keinen grünen Zweig, weil ihr eigentlich aus, selbst wenn man es durch eine kapitalistische Gehalt zu gering ist, um etwas erübrigen zu können; Brille betrachtet? noch lange bevor der Monat oder das Vierteljahr zu Der größte Theil der Bevölkerung besteht jetzt noch, Ende ist, ist das Geld zu Ende, und die Sorge um an= obgleich er sich zusehends verringert und das Heer der in- ständige Eristenz zieht ein. Trotzdem fliegt bei den Wahlen Die Reichstagswahlen dürften nach dustriellen Arbeiter stetig wächst, aus Landarbeitern und aus Angst oder Stumpffinn ein regierungsfreundlicher den Kundgebungen offiziöser Blätter bestimmt kleinen Bauern. Und dieser Theil des Volkes befindet Bettel in die Urne. Die akademischen Fächer sind überim nächsten Herbst stattfinden. sich in graufigen Verhältnissen. Vom Morgen, noch lange füllt, für die Neberflüssigen ist kein Plaz und kein Brot. Die Arbeiter werden daher gut thun, schon vor Sonnenaufgang, an bis nach Sonnenuntergang quälen Die glücklich angekommen find, sind nervös und krank, jezt alle Vorbereitungen zu treffen, bestimmte ich diese erbarmungswürdigen Menschen, ohne eine be- und das Elend ist da. Deshalb müſſen die Zustände stimmte und hinreichend lange Zeit zu haben, in welcher geändert werden. Kandidaten ins Auge zu fassen und die Wahl- fie ihr färgliches Mahl einnehmen können. Sie schehen Und diese Aenderung kann nur geschehen durch die organisation zu vervollständigen. Erfolgt dann zu weiter nichts geboren zu feines zu arbeiten und zu Ueberführung des Privatbesizes an den Arbeitsmitteln, die Wahl im nächsten Herbst oder vielleicht schlafen, d. H. ein menschenunwürdiges Dasein zu führen, an Grund und Boden und Fabriken, in den Gemeinbesiß. noch früher, so ist jede Ueberraschung aus- weil sie gegen alle höheren Intereſſen ſtumpf gemacht Dahin drängt auch die ganze Entwicklung. An uns liegt werden. Sie sind wie durch einen von Geschlecht zu Ge- es, fie möglichst bald herbei zu führen, indem wir mit geschlossen. Insbesondere muß für die Neichs- schlecht sich forterbenden Fluch zu gleichgiltigen und stumpf- allen Kräften dahin wirken, daß nur solche Männer tagswahlen das Winterhalbjahr voll und ganz sinnigen Arbeitsthieren herabgewürdigt worden, welche sehr unsere Gesetze geben, welche jene Entwicklung als eine ausgenußt werden, da erfahrungsmäßig die schwer oder fast gar nicht zu der Hoffnungsfrohen Arbeiter: Nothwendigkeit bereits erkannt haben, d. h. daß wir nur folgende Sommerzeit für Wahlvorbereitungen bewegung werden herangezogen werden können. Das ist sozialdemokratische Abgeordnete in den Reichstag dann der zähe konservative Sinn des gesunden Bauern", schicken. weniger geeignet ist. welcher die preußischen Landräthe zu seinen Vertretern im Reichstage erkiest. Warum muß die Frau hinaus ins öffentliche Leben? ( Aus Frauenkreisen.) II. Der Stand der Arbeitsschutz- und GewerbegesetzWenn es die Absicht der Regierung ist, den neugewählten Reichstag im fünftigen Jahre Schon La Bruyère giebt im 17. Jahrhundert eine um dieselbe Zeit zu berufen, wie den jetzigen, schreckenerregende Darstellung von der traurigen Lage der so ist es nöthig, daß die Neuwahlen zum Landarbeiter, die heute um so zutreffender ist, als jetzt Reichstage ebenso wie im Jahre 1884 und 1881 ihre schwere Arbeit durch Maschinen erleichtert werden fönnte, wenn sie sich genossenschaftlich vereinigten und mit schon im Laufe des nächsten Oktober statt gemeinsamen Kräften wirkten, wogegen sich aber jener finden. Die Bewegung muß also rasch in Fluß gesunde" konservative Sinn auflehnt. La Bruyère sagt: gebung ist für Arbeiterin wie Arbeiter von der höchsten kommen! " Man sieht gewisse scheue Thiere, sowohl Männchen als Wichtigkeit. Ob Freizügigkeit oder Aufenthaltsbeschränkung Der aus der nächsten Reichstagswahl Weibchen, auf dem Felde zerstreut, schwarz, fahl und ganz herrscht, kann ihr nicht gleichgültig sein, denn hiervon hervorgehende Reichstag wird als erster für die von der Sonne verbrannt, an den Boden gefesselt, welchen kann eventuell eine Verbesserung ihrer Lage abhängen, sie mit beharrlicher Ausdauer umgraben und umwühlen. das Aufsuchen lohnender Arbeit kann ihr dadurch erDauer von fünf Jahren gewählt werden. Sie haben gleichsam eine artikulirte Stimme, und wenn leichtert oder erschwert werden. Es kann ihr nicht gleichUm so wichtiger sind alle Vorbereitungen für sie sich aufrecht auf ihre Füße erheben, so zeigen sie ein gültig sein, ob sich der Staat ausschließlich als Vertreter diese Wahl. menschliches Gesicht und es sind in der That Menschen. der herrschenden Klassen, der Bourgeoisieinteressen erweist, Der Wahlkampf dürfte für die Arbeiter In der Nacht ziehen sie sich in ihre Höhlen zurück, wo sie oder ob er wenigstens nothdürftig die Interessen der arein ungemein schwieriger werden, weil das sich von schwarzem Brote, von Wasser und Wurzeln nähren. beitenden Masse zu wahren sucht, ob fer dementsprechend Sie ersparen den andern Menschen die Mühe zu säen, zu den Kapitalisten unbeschränkte Ausnutzungsfreiheit gewährt Sozialistengesetz vorher nicht zur Berathung arbeiten und einzuernten, um leben zu können, und sie oder deren Habsucht durch Schutzgeseze gewisse Zügel ankommen, sondern erst den neuen Reichstag verdienen demnach, daß ihnen das Brot nicht fehle, welches legt. Es ist von tiefgreifender Bedeutung für sie, ob der beschäftigen soll. Es ist also leicht möglich, fie gefäet haben." Wer diese Schilderung zutreffend findet Kapitalist sie Sonn- und Feiertags unbestimmt lange daß die Regierung die Parole ausgiebt: für bevölkerung auf ihren Dörfern und Feldern hat leben leisten, ihr Leben durch die Beschäftigung in ungefunden und das muß jeder fühlende Mensch, welcher die Land- Stunden ausnußen kann, ob sie Nacht- und Ueberarbeit oder wider das Sozialistengeseß! und sehen der kann nicht für das„ Bestehende" begeistert Industriezweigen um Jahre verkürzen muß, oder ob sie daß man alle Mittel versuchen wird, um auf sein. Deshalb glauben wir, müssen die Zustände ge- einen Normalarbeitstag von acht Stunden beschäftigt ist, diesem Wege eine reaktionäre Mehrheit zu ändert werden. ob sie Feiertage und Nachtschlaf kennt. Soll es sie etwa gewinnen und die Sozialdemokraten zu ver- Etwas besser als der arbeitenden Landbevölkerung nichts angehen, wenn der Arbeitsherr ihren Lohn stetig Drängen. ergeht es der arbeitenden( d. h. nicht arbeitslosen) in- tiefer herunterdrückt, oder wenn er statt dessen gezwungen dustriellen Bevölkerung. Sie hat doch bestimmt abge- ist, sich an einen Minimallohn zu halten, der ihr wenigstens Darum feinerlei Provokation, die nur messene Stunden für Mahlzeit und ein wenig Erholung die nothwendigsten Existenzbedingungen garantirt? Die Wasser auf die Mühle unserer Gegner ist, aber im Uebrigen trifft auch hier das La Bruyère'sche Geseze über die Beobachtung von hygienischen und Sicherdafür aber um so unermüdlichere ſtille Arbeit Bild zu. Arbeiten und in Höhlen schlafen ist ihr Loos. heitsmaßregeln, über Kranken-, Alters- und Invalidenkassen Deshalb müssen unseres Erachtens die Zustände geändert sind für die Industriearbeiterin von nicht geringerer Tragzur Wahlvorbereitung! weite wie für den männlichen Proletarier, denn auch sie Auch werden die Genossen gut thun, sich werden. Wenn man nun aber vollends von dem riesigen kann jederzeit als Opfer auf dem industriellen Schlachtfelde Haussuchungen, Prozesse und ähnliche Heere der Arbeitslosen spricht, dann verlangen selbst fallen und erwerbsunfähig werden, ohne daß ihr die VerSchreckmittel in ausgedehnterem Maße als eifrige Vertreter des„ Bestehenden" eine Aenderung, und hältnisse vorher erlaubten, ihre Tage für diesen Fall sicher bisher gefaßt zu machen. fie sind mit allerlei Mittelchen bei der Hand, die Abhilfe zu stellen. Aber darum keine Aengstlichkeit, schaffen sollen. So innere Kolonisation" und man Die Bestimmungen über Versammlungs- und Deportation, wie jetzt in Assoziationsrecht haben auch für ihr Leben die gleiche nur Ruhe! Der Sieg muß uns doch bemeistere seinen Zorn bleiben! Zeitungen der Kartellbrüder zu lesen ist. Andererseits Wichtigkeit wie für den Mann; ihre Fassung und Handaber wird ihnen wieder bange, wenn sie den Strom der habung ermöglicht ihr entweder einen gewissen Widerstand Auswanderung immer gewaltiger anschwellen sehen, und gegen die Uebermacht des Kapitals oder liefert fie auf wird ihr der Verdienst geschmälert, auf der anderen Seite Eine Probe auf die Behauptungen der Sozialisten. Aus den Vereinigten Staaten. größert hatte. schlachtet und verstümmelt, von derselben menschlichen Bestie. dürfen. stümmelt es. mit gebundenen Händen und Füßen an dieselbe aus. Das Versammlungsrecht giebt ihr die Möglichkeit sich im Alle sechs gehörten den ärmsten Klassen an, den Verein mit ihresgleichen über die gemeinschaftlichen InFrauen, die von einem Tag auf den anderen leben, die teressen klar zu werden, ihre Forderungen zu stellen. Das sich gezwungen sehen, von Zeit zu Zeit ihren Körper in Vereinigungsrecht setzt sie in den Stand, sich durch vereinte Der letzte Zensus( Volkszählungsbericht) der Ver- den Straßen öffentlich feil zu bieten, um die armseligen Kraft in ökonomischer Beziehung gegen die gröbsten Aus einigten Staaten zeigt, daß in den zehn Jahren 1870 bis vier Pence( 30 Pfennige) zu verdienen, welche sie zu einer schreitungen des Kapitalismus zu vertheidigen, den Kampf 1880 die Vermehrung der Fabrik- Etablissements, Schlafſtelle und zu einem Stückchen trockenen Brodes befür die volle Freiheit der weiblichen Arbeit anzubahnen. Was die übrigen Gefeße, staatlichen und sozialen Be- der Anzahl nach, nur einen kleinen Bruchtheil eines Prozents Die Bestie in Menschengestalt, welche in Whitechapel betrug, während das Kapital, über welches diese ziehungen anbetrifft, so drücken dieselben ebenso fühlbar Etablissements verfügten, sich um 700 Millionen ver- herumstreicht ein, wie es scheint, wohlerzogener" auf die Existenz der Arbeiterin wie des Arbeiters. Mensch, der sicherlich gewisse Kenntnisse besißt, die er nur Steuern und Abgaben belasten sie als Produzentin Seit jener Zeit betrug ferner die jährliche Zahl der in einem anatomischen Institut oder in einem Hospital und als Konsumentin, der kapitalistische Staat und der Bankerotte im Durchschnitt über 10000, von denen be- erworben haben kann, lockt die Frauen nach einem sogar von dem abzunehmen, was zur Erhaltung ihrer trächtlich mehr als die Hälfte auf kleine Fabrikanten mit gewandter Hand die Gurgel mit einem einzigen Schnitt, Existenz unentbehrlich nothwendig ist. Auf der einen Seite dem Geschäft getrieben wurden. Es mag also der nächste den er mit außerordentlicher Sicherheit vollführt. Das werden ihr die Bedürfnisse vertheuert, und wenn ihr Budget Bensus eine thatsächliche Abnahme der Fabrik- Etablissements Opfer verscheidet, ohne auch nur einen einzigen Schrei von mit einem klaffenden Defizit abschließt, se stellt ihr die Ge- zeigen, zugleich mit einer bedeutenden Zunahme des darin ich zu geben. Dann weidet er dasselbe aus und ververwendeten Kapitals. Es versteht sich, daß die„ Truſts", sellschaft großmüthig und moralisch die Prostitution die Ringe, diesen Konzentrirungs- Prozeß beschleunigen. frei, das„ Sicherheitsventil der bestehenden Ordnung", Also überall ein verhältnißmäßiger Rückgang der Schmaroßer und Ausbeuter, oft sogar an den Staat und Betriebe, eine Zunahme der großen Etablissements und vorausgeſeßt natürlich, daß sie auch hier ihren Zehnten an selbständigen Unternehmer, ein Verschwinden der kleinen die Gemeinde entrichtet. Jeder damit der Proletarier, die jedes Börsenmanöver macht eventuell ihren Lohn finken selbst die wenigen großen Etablissements werden erfekt Stelle, die kaum zweihundert Meter von der eben be= oder raubt ihr ganz die Beschäftigung. Die durch zügel- durch ein einziges Riesen monopol. schriebenen entfernt ist, wird ein anderer Leichnam ge= lose Spekulation heraufbeschworenen Krisen werfen sie zu Das ganze Telegraphen- System des Landes ist bereits funden, der Leichnam einer Frau, welche derselben Klasse Laufenden aufs Pflaster, treiben sie in das Spital, in den jetzt in der Hand Jay Gould's. In derselben Weise angehört und die wiederum auf dieselbe Art und Weise Tod, ins Bordell. Kriege legen das industrielle Leben und damit ihren Verdienst auf Jahre hinaus brach. Es giebt mit seinen zehntausend Millionen Dollars an Kapital, Messer des Wahnsinnigen in der kurzen Zwischenzeit von wird, in nicht allzu ferner Zeit, das ganze Eisenbahnsystem, An einem dritten Samstag fielen wiederum dem kein Verhältniß ihrer Eristenz, in dem sie sich seinen tausend Millionen jährlichen Einkommens, 200 000 Meſſer des Wahnsinnigen in der kurzen Zwischenzeit von nicht in der engsten Abhängigkeit von der Ge- Meilen Eisenschienen, 40 000 Lokomotiven, 30 000 Per- Klafter von einander entfernt sind, zwei neue Opfer. 30'000 nur einer halben Stunde, an Orten, die nur wenige sellschaft und deren Einrichtungen fühlte. Wie kann man da verlangen, daß sie mit geschlossenen fonen-, 1 000 000 Güter- Wagen und 500 000 Angestellten Klafter von einander entfernt sind, zwei neue Opfer. So entseßlich diese Mordthaten an und für sich schon Augen, mit zugehaltenen Ohren, mit in den Schooß ge= Die Wasser- und Dampskraft im Fabrik- und find, so werden sie durch die Thatsachen, welche ge= legten Händen dem öffentlichen Leben gegenüberstehe, daß Minenbetrieb vergrößert sich zweimal so schnell, wie die legentlich der Untersuchungen enthüllt wurden, fie nicht da ihr Pfund an Rechten fordern solle, wo sie Zahl der Arbeiter. In manchen Induſtrien steht es an Schauerlichkeit noch übertroffen. Niemals hat sich die ftriellen Arbeiterin, die ein wichtiger Faktor der nationalen ezt schon so, daß die Anzahl der Angestellten sich stetig würdigeren Zuſtande befunden, als er hier zu Tage trat. ihren Zentner an Pflichten darbringen muß. Der induGesellschaft des Alterthums in einem verabscheuungsProduktion ist, die mit ihrem Blut und Schweiß den vermindert, während die Dampfkraft und die Produktion sich bedeutend vergrößern. verkriechen, fie muß in der Gesellschaft leben, an Stelle Frau jezt so sehr mangelt. unter eine Verwaltung kommen. rem Verhältniß. In Pennsylvanien z. B. vermehrten sich Einen Augenblick später und irgend ein Passant oder ein Polizist entdeckt den noch warmen Leichnam, aber jede Elend Londons noch in den Straßen befindet, an einer Spur von dem Wahnsinnigen iſt verſchwunden! Den nächsten Samstag, zu einer Zeit, wo sich das ermordet wurde. Die Lebensweise jeder Einzelnen dieser Frauen wurde durch die gerichtlichen Untersuchungen, die in England welches ihnen durch die Verhältnisse aufgezwungen wurde. öffentlich geführt werden, festgestellt. Und das Leben jeder derselben war ein Trauerspiel, ein Dasein des Elends, Annie Chapman war von Charakter gutmüthig, Nationalwohlstand und für sich selbst den Bettelstand Wir brauchen kaum besonders zu betonen, daß die Recht zustehen, sich in Versammlungen über ihre ben Bruchtheil der Gesammt- Bevölkerung der Vereinigten schafft, der soll nicht einmal das armselige Klasse der Kleinhändler, welche früher einen so bedeuten Interessen zu berathen, Vertreter derselben in die Staaten ausmachte, im schnellen Verschwinden begriffen gesetzgeberischen von denen sie die Ueberzeugung hat, daß dieselben das t; ein großes Kaufhaus nimmt jetzt, selbst in Dörfern, sanft und überall beliebt. Sie war zweimal verheirathet ein. Allgemeinwohl und nicht den Klassenvortheil im Auge haben. Wie die Frau mit ihrer produktiven Thätigkeit aus Aber die Annahme ist allgemein verbreitet, daß das gewesen. Aber sie trank, wie so viele Frauen in England, Lohnsystem, in diesem Lande wenigstens, die Landwirthob reich oder arm. Diese Leidenschaft gab ihrem letzten der Familie herausgeschleudert worden ist, so müssen sie schaft nicht in demselben Grade berühre, wie andere Manne, als er sich eine beſſere Stellung erworben, den schränkten Kreis der Häuslichkeit herausgerissen, fie müssen völkerung, die Zahl der Farmer stark im Wachsen begriffen halte. Eines Tages blieb das Geld aus; der Mann war auch mit ihrem Denken und Empfinden aus dem eng be- Beschäftigungsarten; und daß, im Verhältniß zur Be- Vorwand, sich von ihr zu trennen. Er fandte ihr jedoch jeden Samstag 12 Schilling( 12 Mark) zu ihrem Unteraus der Familie in die Menschheit verpflanzt werden. Die Frau darf sich nicht länger hinter den häuslichen Heerd ſei, während die Zahl der ländlichen Lohnarbeiter unbe- todt und Annie blieb mittellos. Sie suchte Beschäftigung deutend bleibe. und arbeitete schwer, wenn sie solche finden konnte. Diese Illusion ist indeß auch bereits zerstört worden. und arbeitete schwer, der einseitigen engherzigen, tief egoistischen Familienliebe In den Neu- England- Staaten nahm die Zahl der ſelbſt Nur wenn ihr dies unmöglich war, wenn ſie nichts zu muß das allgemeine Solidaritätsgefühl treten, das der ständigen Farmer um 23.000 ab, während die Zahl der effen, kein Bett zum Schlafen hatte, nur dann ländlichen Lohnarbeiter um 24 000 und das Areal des kaufe aus. Drei Tage vor ihrem Tode erzählte fie, fie bot sie ihren Körper in den Straßen zum Ver Der wirthschaftlichen Bedeutung der Frau als Produktivkraft müssen auch endlich ihre politischen und sozialen unter Anbau befindlichen Landes um 900 000 Acer zu- beabsichtige, am Sonntag zu ihrer Schweſter zu gehen. nahmen. Im Staate New- York nahm der unter Kultur Rechte entsprechen. Das politische Bürgerrecht noch länger befindliche Boden in zehn Jahren um 3359 000 Acer Sollte ihr dieſe Schuhe geben, so wollte sie auf das Land von den alten Reminiszenzen an die antiken Krieger- zu; aber die Zahl der Farmer nahm ab um 13 300, zur Sopfenernte dem letzten Hülfsmittel der Arbeitsrepubliken abhängig machen, und es der Frau versagen, während die Farm- ,, Hands" fich um 10 000 vermehrten. Eigenthümerin des Hauses, in welchem Annie schlief, daß, losen in London gehen. Am Samstag erklärte ihr die weil sie nicht Militärdienst leistet, ist eine ganz vorsintfluth- Wo immer die Zahl der Farmer sich vergrößerte, im Falle sie am Abend keine 4 Pence( 30 Pf.) zahle, fie liche Anschauung, die von dem Tage an in die Rumpelkammer gehörte, wo die Nationalökonomie nachwies, daß wuchs die Zahl der Farm- Arbeiter in noch viel größe fein Bett haben könne. Nun wohl, ich werde das Geld alle gesellschaftlich nüßliche und nothwendige Arbeit gleich die Ersteren um 14 700, die Letteren aber um 31 000; und verdienen, heben sie mir nur ein Bett auf, ich kehre gleich werthig ist. Die Frauenarbeit von geringerem Werth als alle die großen Ackerbaustaaten des Westens zeigen eine zurück," rief Annie der Eigenthümerin zu und- begab die Männerarbeit zu erklären, ist noch ein Zopf des alten ähnliche Tendenz. Sobald sie einigermaßen besiedelt find, findet einen. Er führt sie nach einem dunklen Kreuzweg, fich in die Straßen, um einen Käufer zu finden. Sie hierarchischen Geistes, welcher die verschiedenen geſellſchaft wird die Zahl der unabhängigen Farmer sich thatsächlich lichen Arbeiten in„ hohe“,„ edle" und„ gemeine" Arbeiten vermindern, gerade wie in Neu- England und New- York. deren es zahllose in Whitechapel giebt, und eine halbe eintheilte, und als höchste, edelste und einträglichste Stunde später wird ihr verstümmelter Leichnam gefunden. In der That, viele der sogenannten Farmer in Ohio, Arbeit von allen die des Kouponabschneidens an die Illinois, Jowa, Indiana 2c. sind bereits bloße Pächter Die Lebensgeschichte Annie's ist diejenige aller anderen Spiße der gesellschaftlichen Leiter stellte. In die Rumpelkammer auch mit dem alten abge- und kaum weniger abhängig oder bedürftig, wie Lohn- ihres Charakters; es ist die Geschichte Tausender und Tausender von Frauen in allen großen Städten. droschenen Einwand, der Frau fehle das Verständniß ,,, die Diese Thatsachen und Zahlen sprechen deutlich genug. Die große Liese", welche bald darauf ermordet Reife" für das politische Leben. Die Theilnahme daran Sie enthüllen uns einen Zustand der Dinge, welcher, gleich- wurde, war im höchsten Grade arbeitsam. Man trifft erfordert nur einen gefunden Menschenverstand, praktischen mäßig unter Freihandel und Schutzoll, unvermeidlich und selten eine Frau, welche so emfig ihren Arbeiten obliegt", Sinn, flare Einsicht in das eigene Interesse und dessen mit einer Schnelligkeit, von der wir keinen Begriff haben, sagte während der Untersuchung ein Zeuge. Durch den innigen Zusammenhang mit dem Allgemeinwohl. Die politische und ökonomische Schulung kann die Frau nicht zu dem schließlichen Triumpf der Gemeinwirthschaft und Tod ihres Mannes, welcher bei dem Schiffbruche eines durch das Hinterdemofenhocken erwerben, sie ist eine Folge zur Gründung eines genossenschaftlichen Gemeinwesens Floßes ertrant, in Elend gerathen, war sie beständig auf der Suche nach Arbeit, doch gelang es ihr trotz aller der Belehrung, der Erfahrung und Beobachtung, die aus Mühe manchmal nicht, solche zu finden. Dann sah sie dem Leben gewonnen, und die sich die Frau bei ihrer großen Bildungsfähigkeit leicht aneignen wird. Für den Zusammenhang zwischen Noth und sich gezwungen, das Gewerbe der Straßendirne zu beginnen, um ein Stück trockenen Brotes und ein Bett zahlen zu Bis jetzt hat der Theilnahme des weiblichen Geschlechts fönnen. Eine halbe Stunde vor ihrem Tode wurde sie am öffentlichen Leben der Gewohnheitsschlendrian und der Egoismus des Mannes ebenso sehr im Wege ge- liefern auch die jüngsten, entsetzlichen Londoner Morde von drei Männern gesehen, vollständig nüchtern und die standen wie die Gleichgültigkeit der Frau. Aber die neue Belege. Anträge eines feingekleideten Mannes zurückweisend... zwingende Logik der Thatsachen stößt letztere durch fortWhitechapel, wo die Morde sich ereigneten, ist das Es gelang jedoch, sie wegzuführen und zu ermorden. währende Berührung mit ökonomischen, mit sozialpolitischen ärmste Viertel der ungeheuren Stadt. Eine halbe Million Die Geschichte der zuletzt getödteten Frau, Kelly Fragen darauf hin, auch politisch und gesellschaftlich ihre menschlicher Wesen, welche durch das Elend in den Pro- mit Namen, ist ebenso herzzerreißend. Kaum sechzehn Rechte zu fordern, mittels deren sie auf die Produktions- vinzen gezwungen wurden, nach London zu wandern, Jahre alt, ließ sie sich durch das martialische Aussehen bedingungen, auf ihr Schicksal Einfluß üben kann. vegetirt hier, ohne sichere Existenzmittel, im scheußlichsten eines alten Soldaten bestechen. Vier Kinder entsprangen arbeiter. führen. Prostitution findet einen. Er führt sie nach einem dunklen Kreuzweg, Und Kraft der Rolle, welche sie in der heutigen Elend. Winkelige, schlecht erleuchtete Straßen, in beständiges dem Zusammenleben. Sie erzog sie alle und verheirathete Produktion spielt und die mit jedem Tage bedeutender Dunkel gehüllte Höfe, düstere Kreuzwege, stinkende Durch die älteste Tochter. Nach zehnjähriger Ehe verschwand. werden muß, wird sie ihre sozialpolitischen Rechte erhalten gänge und schmußige Gassen, welche durch Bogengänge der Soldat und ließ sie mit den Kindern allein im Elend. mit oder gegen den Willen der Männer, ja sogar gegen verbunden sind, zusammengewürfelte Häuser, Kneipen und Sie hörte niemals mehr etwas von ihm. Jest tamen ihren eigenen Willen. Allerdings hat das weibliche Ge- Schlupfwinkel aller Art das ist ein Bild jenes Stadt- düstere Tage- Tage, wie man sie nur in Großstädten schlecht seine sozialpolitische Gleichstellung nicht von der theils von London, welcher den hochgeborenen" Lords erleben kann, und von denen die Landbewohner keinen Handvoll Frauenrechtlerinnen zu erwarten und deren von England, die gesetzliche Eigenthümer des Bodens find, Begriff haben. Endlich, nach sieben traurigen Jahren, fundamentlosem Geschrei, sondern nur von dem Heer der jährlich Millionen an Miethzins einbringt. traf fie einen Mann Namens Kelly, der sich in sie verindustriellen Arbeiterinnen, die eine feste Basis für Und in diesem Viertel, in seinem elendesten Theile, liebte. Sie zogen zusammen er, glücklich, wenn es die Frauenbewegung geschaffen haben, indem sie die Frau wurden sechs Frauen ermordet vier in dem Zeitraum ihm gelang, auf dem Markte die Gemüsewagen abladen als gesellschaftlich gleichwerthige Produktivkraft, als öko- eines Monats, alle sechs Nachts vom Samstag auf den helfen zu dürfen; sie führte die Haushaltungen einiger der nomisch unabhängig vom Manne bewiesen. Sonntag, alle in einem Raume, der kaum ein halbes ärmsten Familien in Whitechapel und war froh, wenn sie Quadrat- Kilometer bedeckt, alle von derselben Hand ge- Inach zwölfftündiger, harter Arbeit genug verdient hatte, um ihre Nahrungssorgen in etwas zu lindern. Trotzdem Mittel beweist, die Arbeiterbewegung zu versumpfen,| licher" Organisation jemals gesprochen? Ich habe stets war sie immer vergnügt, stets ein Liedchen trällernd und dann werde ich ihr stets entgegentreten. " die Organisationen empfohlen, wie in dem„ Briefe" sie von allen Nachbarn gern gesehen. Der Sommer kam; Das ist meine Stellung zur Sache. angegeben sind. Herr Dietrich wird selbst zugeben, daß Kelly und seine Frau begaben sich auf's Land, um durch Gegen meinen Brief liegen nur zwei Auslassungen das ganz etwas anderes ist als ein Zentralverband. Daß aber die von mir angerathene OrganisationsFeldarbeit besseren Verdienst zu bekommen. Aber der bis jetzt vor. Mit der einen ist schnell fertig zu werden. Frost trat dieses Jahr sehr früh ein, und sie mußten bald Ich sagte in bescheidenen bedingten Worten: Eine form, die freilich Alles besißt, was die Zentral= nach der Stadt zurück. Während der letzten zwei Wochen Zentralisation, die sich auf ein ganzes Land erstreckt, wäre verbände besißen, dabei aber den Vortheil hat, in gelang es ihnen nur, einmal 1s. 8d.( 10 Groschen) und die zweckmäßigste Organisation. Mein Gegner glaubt mich der Agitation nicht beschränkt zu sein, fähig ist, auch die das andere Mal 6d.( 36 Pfennige) zu verdienen. Sie vollkommen todt zu schlagen, indem er sagt, eine solche Mittel, die sie gebraucht, aufzubringen, das haben ThatUm den bedingten Fall sachen bewiesen. Wenn man die Summen in Betracht schliefen auf der Straße, in den dunklen Ecken von Organisation ist" die beste. Whitechapel und durcheilten des Tags über die Straßen durch den bestimmten Fall erseßen zu dürfen, hätte er zieht, die z. B. der Leipziger Maurerstreik 1884, der Londons, Beschäftigung suchend, natürlich mit leerem aber zeigen müssen, wo eine solche sich über das ganze Berliner Maurerstreik 1885, verschiedene Töpferstreits seit Magen. Ich litt," sagte Kelly zu dem Untersuchungs- and erstreckende, alle Kameraden in Deutschland mehreren Jahren gekostet haben, was diese Organisationen, Wenn er sie die keine Zentralisationen waren, geliefert haben, so möchte richter ,,, weil ich sie leiden sehen mußte. Es regnete oft umfassende Zentralisation besteht. ganze Nächte hindurch und wir konnten uns weder vor nicht vorweisen kann, so wollen wir es bei der bedingten ich Herrn Dietrich doch bitten, einmal einen Zentraldem Regen, noch vor der Kälte schüßen. Ich wollte es Form lassen. Ich bleibe also dabei, eine Zentralisation verband zu nennen, der aus den Leistungen seiner nicht zugeben, daß sie zur Hure wurde, aber... Endlich, würde gut sein, wenn sie sämmtliche deutsche Kameraden Mitglieder, darauf kommt es an, auch nur Annähernam Sonnabend Abend, begab sie sich mit ihrem Körper umfassen würde. Wenn sie aber nach mehr als vier des geleistet hat. Vielleicht weiß er einen. Der Arbeiter soll die ihm gesteckten Grenzen durchaus auf die Kundensuche, in der Hoffnung, einige Pence für jähriger eifriger Mühe noch nicht ganz 5 pCt. derselben Brot verdienen" zu können. Sic tehrte nicht mehr umfaßt, dann ist eine solche„ gute Zentralisation" eben nicht selbst enger ziehen, er thut dies aber, indem er zurück..." Und Kelly weinte heiße Thränen über den nicht vorhanden. Mit dem Herrn Gegner, der von solch Zentralisationen gründet, die ihn in der Macht der Die Form ist die Verlust seiner Gefährtin, die er während sieben Jahren einer falschen Voraussetzung ausgeht, brauche ich mich nicht Agitations mittel beschränken. geliebt hatte. zu streiten. Ich kann ihm sagen: Du hast recht! zeige beste, mit der ich unter den gegebenen Umständen das Beste leisten kann. Das ist in der Regel die ZentraliWelch' eine furchtbare Noth, welch' eine Seelenqual, nur, wo die von dir angenommene Thatsache zutrifft! Mit mehr Ernst müssen wir einen Gegner, Herrn sation nicht. Wie die Kongresse zu gestalten sind, um welches, trotz aller Kraft, hoffnungslose Ringen gegen das moralische Bersinken führen diese Elendsdramen uns vor Dietrich, in der Buchbinderzeitung" nehmen. Die die Vereine nicht zu berühren, habe ich oft genug erörtert. Augen! Und es sind keineswegs nur fünfzig oder hundert Ausführungen dieses Herrn sind rein sachlich und an- Ich will heute darüber hinweggehen. Daß Herr Dietrich, wie ich selbst, die Wahrheit sucht Familien, welche auf solche Weise leben; nein, man kann ständig. Ich kann mich durch dieselben aber doch nicht für und nichts weiter, davon bin ich fest überzeugt. Eine sie nach Zehntausenden in London allein zählen. Ein widerlegt erachten. Herr Dietrich sagt, meine Annahme, daß zentralisirte Meinungsverschiedenheit, die, wie ich gezeigt, zum Theil Drittel sämmtlicher in den Fabriken von London angestellten Frauen und Mädchen sehen sich gezwungen- Arbeiterorganisationen durch die Vereinsgeseze( in Preußen, auf unrichtiger Auffassung meiner Säße beruht, wird uns im wahren Sinne des Wortes gezwungen auf die eine Sachsen 2c.) an der von mir als allein wirksam angesehenen nicht abhalten, uns gegenseitig mit Achtung zu behandeln. oder andere Art Geld zu verdienen, welches ihnen zur Agitation behindert sind, schließe nicht aus, daß sie den Ich habe es gerade nach den Erörterungen, die in neuerer Erlangung der nöthigsten Nahrung fehlt, ganz abgesehen Kampf um günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen wirk- Zeit über die Organisationsfrage geführt sind, für sehr von den Tausenden, die beständig, Jahr aus, Jahr ein, sam führen und sie den Vereinsgefeßen entsprechend ein- nothwendig gehalten, daß man sich um diese Frage nicht richten können. Er meint dabei: die Behandlung der mehr herumdrückt oder sie mit Phrasenbrei bekleistert, auf dem Pflaster liegen. Mehr als eine halbe Million Einwohner von London wirthschaftlichen Fragen, in Verbindung gebracht mit den sondern endlich Thatsachen reden läßt. Es soll mich sehr freuen, von Herrn Dietrich in der vegetirt in diesem Zustande, und wie viele Annie's, Kelly's jedeni einzelnen Gewerbe anhaftenden Mängeln, könne Sache bald mehr zu hören. und Große Liesen" befinden sich in dieser Zahl, von nach den Vereinsgefeßen nicht behindert werden. Die letztere Behauptung ist nicht ganz richtig. Es Zum Schluß bemerke ich noch, daß eine reichsgerichtdenen man nichts hört, weil sie nicht ermordet wurden. liegen richterliche Entscheidungen vor, wonach auch die liche Entscheidung in den letzten Tagen ergangen ist, die Lohn- und Arbeitsbedingungen größerer Gewerkschaften die Arbeiterorganisationen tief berührt. Sie liegt noch nicht gut als Zentralisation oder lokale Gewerkschaften? sehen lassen. Außerdem gehört eine große Gewandtheit meinen Organisationsvorschlag in einigen nicht gerade öffentliche Angelegenheiten" sich an- im Wortlaut vor. Es ist möglich, daß ich nach derselben " Offener Brief von Gustav Keßler. Politische Nachrichten. in der Rede dazu, um diese Klippe zu vermeiden und wesentlichen Punkten werde ergänzen müssen. dann lehrt die Erfahrung, daß die Beschränkung auf die Ich passe mich eben immer den Verhältnissen an; Als ich meinen Brief in der Organisations Mängel im Gewerk die Vereinsversammlungen langweilig ändern diese sich, so muß sich auch unsere Kampfesweise angelegenheit schrieb, war es mir vollkommen klar, daß macht. Es werden immer lokale Werkstuben- Angelegenheiten ändern. ich mit demselben manchen Anstoß bei den Zentralisationen verhandelt, deren agitatorische Wirkung zwar zur Erzielung erregen würde, und ich war neugierig, was man wohl eines Ausstandes, aber nicht zur Aufklärung der Mitglieder erwidern könnte. Ich hatte eigentlich auf recht viele und ausreicht. Wir können davon aber als unwesentlich abrecht sachliche, auf recht scharf begründete Widersprüche sehen und könnten beide Säße als richtig zugeben, ohne gerechnet, und hatte mich auf deren Beantwortung vor- von dem, was ich gesagt habe, auch nur ein Wort zurückDonnerstag voriger Woche fanden in der französi= bereitet. Ich glaubte, es würden einzelne Punkte über nehmen zu müssen. Daß die zentralisirten Verbände in schen Kammer Debatten über die von Basly beantragte den Werth der Zentralisationen sachlich erörtert und mit der Regel so schwach bleiben, ist eine Thatsache. Möge Aufhebung der Getreidezölle statt. Am interessantesten Zahlen belegt werden. Ich nahm an, mir würde Gelegen- mir Herr Dietrich einen Verband einer größeren Gewerk- war die Aeußerung eines Grundbesitzers selber. Der Graf heit gegeben werden, das von mir empfohlene Syſtem der schaft nennen, der stark genug ist, einen wirksamen Lohn Douville- Maillefeu rief den Schußzöllnern zu:„ GetreideOrganisation schärfer zu umschreiben und zu umgrenzen. tampf in einem größeren Ort zu führen. Wenn erst dieſe zölle haben immer nur Denjenigen genüßt, welche große Ich habe oft und rund erklärt, ich bin kein Feind Möglichkeit festgestellt ist, dann wollen wir erörtern, ob Vermögen im Grundbesitz angelegt haben. Ich kenne der bestehenden Zentralisationen. Da wir hier nicht mit der Verband seine Taktik den Vereinsgesetzen anpassen kann. Großgrundbesitzer, die seit der Einführung der Getreidedem unbedingt Guten, sondern nur mit dem beziehlich Ich habe gesagt in Lehrsatz 5, 6 und 7, daß den zölle 6000 Francs jährlich mehr einnehmen als früher, Guten zu rechnen haben, so habe ich ab und an sogar den Stuckateuren. bleiben. das Gründen von Zentralisationen empfohlen, wie z. B. Sentralverbänden in den meisten Staaten Deutsch weil sie ihre Bächter haben steigern können. Man bewirthWo eine Gewerkschaft fast überall lands die Möglichkeit fehlt, durch Agitation start schafte seinen Boden selber, wie ich es thue, dann wird örtlich so schwach ist, daß sie am Orte keine irgendwie zu werden, daß sie deshalb schwach und ohnmächtig man keine Getreidezölle brauchen!" Diese Apostrophe eines Großgrundbesizers an seine junkerlichen Standesgenossen ist lebensfähige Organisation bilden kann, ein gewerkschaftliches Wer meine Säße widerlegen will, muß diese drei werthvoll genug, um hier festgehalten zu werden. Zusammenschließen als einzelne Gewerkschaft aber doch wünschenswerth ist, da bleibt nichts anderes übrig, Lehrfäße durch Thatsachen widerlegen. Ich behaupte, es giebt in keiner größeren Gewerk- In Frankreich macht der Verlauf und das Ende als eine Zentralisation zu gründen. Auch bei solchen Gewerkschaften, die zwar an einzelnen schaft eine Zentralisation, die der Rede werth ist. Die eines Prozesses Aufsehen, welcher am Sonnabend in Nimes Orten eine größere Mitgliederzahl haben, an sehr vielen Schuld daran liegt in der Trägheit der Maffen. Diese verhandelt wurde, und welchen der Deputirte Andrieur aber nur wenige Personen aufweisen, wird eine Zentral- Trägheit ist nur durch sozialpolitische Agitation zu gegen den Deputirten Numa Gilly angeſtrengt hatte. Der lettere hatte bekanntlich behauptet, daß die 20 Mitglieder organisation wirksam und gut sein, wenn sich hier auch überwinden, diese fehlt den Zentralverbänden. Es ist für mich ganz gleichgültig, was nicht vor der Budgetkommission sich nicht geringere Unredlich= schon ein gemischtes System empfiehlt, wie es z. B. die Steinmetzen beißen, deren musterhaft geleiteter Verband handene starke Zentralverbände vielleicht leisten können, ich keiten hätten zu Schulden kommen lassen, wie sie dem mit den lokalen Organisationen im schönsten Einvernehmen kann zugeben, daß sie das möglichst Schönste leisten können, Schwiegersohn Grevy's, Wilson, nachgesagt wurden. Darauf erhob Andrieur als Mitglied der Budgetkommission Klage lebt. Wo man mir eine thatsächlich bestehende, brauchbare die Thatsache bleibt stehen: sie sind nicht da! Ich schreibe nicht gegen die Zweckmäßigkeit bestehender gegen Gilly. Zu Beginn der Verhandlungen wurde eine Zentralorganisation zeigen kann, da erkenne ich sie gerne als bas an, was sie ist. Ich bin ihr nicht feindlich. Ich starker Zentralverbände, ich habe sie ja für die beste Denkschrift Gilly's verlesen, welche zahlreiche verdächtige Organisation erklärt, sondern ich halte den Versuch, starke Geschäfte anführt, bezüglich deren Zeugen vernommen verlange nicht ihre Auflösung. Zentralverbände herzustellen, für aussichtslos, für Zeit- werden sollen. Peyron, Gilly's Advokat, gab vor, beweisen zu können, daß die Eisenbahnkompagnien die verschwendung bei der Lage der heutigen Gesezgebung. Warum auch? Es führen viele Wege nach Rom! Wer seinen Lebensunterhalt mit Wasser und Grünfutter Auch irrt Herr Dietrich, wenn er meint, ich wäre Abgeordneten förmlich besoldeten und zu diesem bestreitet, ist mein Feind nicht, der ich gerne ein gut Stück Fleisch esse und einen guten Tropfen liebe. Im Gegen- mit meinem Urtheil schnell fertig, wenn ich in Lehrsatz 8 Zwecke 14 Millionen Franks hingegeben hätten. Peyron theil, er macht mir keine Konkurrenz. Wer seinen Bein- das Kassenwesen einzelner Vervände", so steht es dort, sprach hierauf von einer Börsen- Spekulation bei Gelegenbruch durch Einwickelung in nasse Decken zu heilen ver- Herr Dietrich, für nicht erheblich erachte, es bei Seite heit der Publikation des Berichtes der Kommission in sucht, ist auch mein Gegner nicht; was geht mich seine lasse. Der Ausdruck einzelner Verbände" zeigt wohl für Betreff des Panamakanals. Diesen Bericht habe das Narrheit an. Ich werde beiden nur dann entgegentreten, jeden, der nicht flüchtig liest, daß ich nicht alle Verbände Ministerium 4 Tage lang behalten, ohne ihn mitzutheilen. wenn sie etwa versuchen sollten, Arbeitern einzureden, sie über einen Kamm scheere, wie Herr Dietrich meint. Ich Nach Mittheilungen aus Paris ist das schnelle Ende des hätten eine neue Art erfunden, die soziale Frage zu lösen, spreche mich über das Unterstüßungskassenwesen in dem Prozesses dadurch herbeigeführt worden, daß Andrieur wenn sie ihre Eigenheiten über den Kochtopf und die Lehrsatz 8 überhaupt gar nicht aus, tabele es nicht, lobe seinen Klageantrag zurückzog, nachdem der Gerichtshof alle Krankenpflege hinaus zum Schaden der Arbeiterbewegung es nicht, ich erwähne es nur der Vollständigkeit wegen. Angaben, welche nicht gegen den Kläger als solchen perWer seinen Leichnam verbrennen Der Raum verbot es mir, darauf ausführlicher einzugehen. sönlich gerichtet waren, von der Verhandlung ausgeschlossen verwerthen wollen. Nicht ich brauche zu beweisen, daß Verbände in der hatte; hierdurch wurde der Angeklagte Gilly bestimmt, zu lassen will, der mag es thun; wer sich begraben lassen will, den werde ich auch nicht hindern. Mir erscheinen Regel unbedeutend find, die Verneinung ist nicht zu be- erklären, daß seine Bemerkungen nicht gegen Andrieur gesolche Fragen als müßige Spielereien beschäftigungsloser weisen. Mein Gegner muß beweisen, daß es bedeutende richtet gewesen seien. Von der Mehrzahl der Pariser Verbände giebt. Das ist sehr gut begründete logische Zeitungen wird der Prozeß in Nimes als ein Possenspiel Bourgeois, da kümmere ich mich nicht darum. Ich bin tolerant in allen Fragen, nur in einer nicht. Beweisregel. Wie soll man beweisen, daß etwas nicht bezeichnet. Die gewaltsame Unterdrückung der Diskussion Wenn Jemand aus irgend einer persönlichen Schrulle ist? Wenn mir das Vorhandensein eines Dinges nicht sei verhängnißvoll für die Kammern, denn die Angriffe die naturgemäße Entwickelung der Arbeiter- bewiesen wird, brauche ich an sein Bestehen nicht zu gegen dieselben würden nur in schärferer Form erneuert glauben. Also bitte, Herr Dietrich, zeigen Sie durch genaue werden. Das Ganze liefert wieder einmal eine Andeutung bewegung hindern will. Mag Zentralorganisationen bilden wer da will, ich Bahlenangaben einen„ bedeutenden Verband" in einer dafür, wie alle öffentlichen Verhältnisse durch den Einfluß werde ihm nie entgegentreten. Sowie aber eine schwache größeren deutschen Gewerkschaft, d. h. doch wohl einen des Großkapitals forrumpirt werden. Zentralisation fich anderen kräftigeren Bewegungen feind- Verband, dem die Mehrheit der Gewerksgenossen angehört. lich entgegenstellt, wenn sie um des Mittels willen den Ich kenne keinen, lasse mich aber gerne belehren. Zweck aus den Augen verliert, wenn sie sich als ein Ueber eine große italienische Friedenskund= Dann Herr Dietrich, wo habe ich von streng ört- gebung berichten die Blätter. Am Sonntag hat in Mailand eine Versammlung von Delegirten der nord-, und den Henker" zu Vertheidigern habe. Eines dieser Bau von 28 neuen Schiffen erforderlich sein würden. italienischen demokratischen und Arbeiter- Vereinen statt Plakate war überschrieben: Die internationale Vereinigung In die eigentlichen Verhandlungen ist der Reichstag noch gefunden, in welcher folgende Resolution angenommen der Arbeiter den Arbeitern und allen Unterdrückten! Es nicht eingetreten. enthielt das folgende angenehme Programm der„ Prowurde: ladet die Versammlung alle Vereine ein, sich in gleichem Sinne auszusprechen und fordert sie auf, ihre Friedenswünsche laut zu verkünden, damit überall da, wo das Werk afrikanische Löwe oder ist es ein Spizel? der Regierung und das Parlament unzureichend ist, der gebrüllt! gesunde Menschenverstand und der entschiedene Wille der Nation sich geltend mache. sehr gut In Erwägung, daß es Italiens besondere Aufgabe ist, paganda durch die That": Kein Stein des Aufbaues der Mit Potemkin'schen Dörfern vergleicht die„ Berl. ein Element des Friedens zu ſein und keine gehässigen bürgerlichen Gesellschaft soll auf dem andern bleiben. Volksztg." den kürzlich stattgefundenen Fackelzug der Striege zu unterhalten, namentlich nicht gegen Frankreich, Keinerlei Regierungsform, statt dessen freie Vereinigung königstreuen“ Arbeiter Breslaus zu Ehren des in Erwägung, daß wenn das offizielle Italien leichtfertig der Arbeiter. Kein Eigenthum, sondern Gütergemeinschaft. deutschen Kaisers. Der Macher desselben erhielt einen den Krieg will, jenes Italien, das leidet und arbeitet, ent- Keine Ehe, sondern freie Liebe. An Stelle der Religion: An Stelle der Religion: Orden. Es ist das derselbe Fabrikbefizer Seidel, der schlossen den Frieden verlangt: darität der Menschen untereinander. die Wissenschaft. An Stelle des Vaterlandes: die Soli- seinerzeit die antisemitischen Demonstrations- VersammDas hat der lungen zu Gunsten von Schönerer und Stöcker veranstaltete. Dagegen scheint er sich bezüglich der Kosten des Fackelzuges nicht übermäßig angestrengt zu haben, da man für denselben nachträglich in einem öffentlichen Aufruf der„ SchleDer deutsche Reichstag ist am Donnerstag mit fischen Zeitung" noch Beiträge sammelt, weil, wie es in einer Thronrede eröffnet worden, die nichts Neues enthält. dem Aufrufe heißt, es„ nicht verschwiegen werden darf, In Ermangelung eines näher liegenden Denunziations- Hervorheben wollen wir nur, daß eine Novelle zum daß die nicht unerheblichen Kosten bei weitem noch nicht stoffes hat die„ Kreuzztg." ein anarchistisches Plakat in Krankenkassengesez angekündigt wird bekanntlich gedeckt sind, und den hiesigen christlichen Arbeitervereinen dem sehr unkontrollirbaren Tunis entdeckt. Sie läßt sich soll sich dieselbe hauptsächlich gegen die freien Hilfskassen nicht wohl zur Last gelegt werden können." Es wäre darüber direkt aus Tunis, 13. November, schreiben: Am richten- daß die Alters- und Invalidenversicherung nicht übel, wenn die„ Christlichen" für ihre Loyalität vorgestrigen Sonntagsmorgen sah man zahlreiche rothe besonders betont und es weiter als„ Aufgabe des Reiches" schließlich auch noch ausgepfändet würden! Plakate an den weißen Mauern und Häusern der Stadt, hingestellt wird, den afrikanischen Welttheil für die " welche, in italienischer Sprache verfaßt, anarchistische chriftliche Gesittung zu gewinnen". Dem gleichzeitig vor Amtsanwaltschaft Berufung eingelegt worden. Die neue VerhandIn der Grünauer Affäre war bekanntlich von der Köpenicker Schmähungen der gröbsten Art gegen die bürgerliche Ge- gelegten Marineetat ist eine Denkschrift beigefügt, wonach lung ist nunmehr auf den 28. November, Vormittags 10 Uhr festsellschaft enthielten, die„ das Gesetzbuch, den Gensdarmen in den nächsten Jahren ca. 117 Millionen Mark für den gesezt( Moabit, Strafkammer 2 des Königl. Landgerichtes II.) Cigarren u.Tabake Möbel, Spiegel- u. Poffterwaaren- Magazin Grosse öffentliche reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtleru.Bronceure( E.H.60.) München- Gladbach. Der Unterzeichnete nimmt Bestellungen auf die ,, Berliner Volks- Tribüne", Wahren Jakob, Süddeutschen Postillon, Franzö fische Revolution u. s. w. entgegen. Die Abonnenten werden ersucht, nicht nur selbst zu lesen, sondern mir auch neue Abonnenten zuzuweisen, was eines Jeden Pflicht ist. Wilhelm Kreisköther, Viktoriastraße 22. Restaurant Herm. Liewald, Mariannenstrasse 46, empfiehlt seinen großen Mittagtisch nach Aus: wahl mit Bier 45 Pfg.- Abendtisch nach Auswahl zu mäßigen Preisen, sowie vorzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. Ein Vereinszimmer mit Pianino, 50 Personen fassend, ist zu vergeben. Empfehle meine Glaserei, Spiegel- und Bildereinrahmung, Verkauf von Gruppenbildern, ferner Lassalle und Marg, in Delund Schwarzdruck. 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Wittwe Max Kayser, Dresden, Neustadt, Louisenstr. 84. R. Kohlhardt, Brandenburgstrasse 56 Anerkannt bestes Festgeschenk für unsere Kinder: Neu! Illustrirter deutscher Jugendschatz Eine Festgabe für Knaben, Jünglinge, Mädchen, Jungfrauen. 15 Bogen hochelegant gebunden M. 3. Das vorliegende Buch dient lediglich der Aufklärung und hält sich fern von allem bigotten und verdummenden Treiben, dem wir so oft in den deutschen Jugendschriften Cigarren u.Tabake begegnen. Dass man gleichwohl allem Guten, Edeln und Schönen gerecht werden, dass man reichhaltiges Lager, empfiehlt E. Wilschke, Junkerstr. 1, Ecke d. Markgrafenstr. Das Konzert, welches vom Gesangverein Gutenberg und vom Gesangverein der Tapezierer Berlins am 25. November stattfinden sollte, wird nicht von der Behörde genehmigt. Wann dasselbe stattfindet, wird später bekannt gemacht. Die Vorstände. dess ist alle Saiten des menschlichen Herzens auch ohne solche Zuthat anschlagen könne der Inhalt des Buches vollgültigster Zeuge: Das hoffen wir getrost. Verlag von R. Thiele, Leipzig, Leplaystr. 12. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Saubere Schlafstelle für Herrn bei Schwarz| Oranienstr. 203, vorn II. Der Arbeitsnachweis Versammlung der Zimmerer Berlins und Umgegend am Dienstag, den 27. November, Abends 8 Uhr. Tagesordnung: Kürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung. Referat und Diskussion. Der Einberufer. Vorstände eingeschr. Hilfskafen. Große Versammlung. Mittwoch, den 28. d. M., Abends 9 Uhr, in Heidrich's Saal, Beuthstr. 20. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission und Vorlegung des Petitionsentwurfs. 2. Antrag: eine ständige Kommission zur Ermittelung von nüßlichen Einführungen für das freie Kassenwesen zu wählen. Die Kommission ersucht sämmtliche Vorstände sowie Vertreter von Vorständen zentralisirter Kassen, bei dieser Versammlung vollzählig zu erscheinen. Der Petitionsentwurf liegt am Eingang zur Empfangnahme aus. Die Kommiffion. Fachverein der Tapezirer. Montag, den 26. d. M., Abends 8½ Uhr, in Feuersteins Salon, Alte Jakobstraße 75. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag und Diskussion, Ref. Herr Dr. Stahn, über:" Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Erde". 2. Wahl einer Werkstätten- Kontrol- Kommission. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Mitglieder- Aufnahme findet vor Beginn der Versammlung statt. Gäſte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Quittungsmarke legitimirt. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist es doppelt Pflicht, zahlreich zu erscheinen und ersucht freundlichst darum Der Vorstand. Der Unterstützungsverein der Maurer Berlins feiert am Dienstag, den 27. d. M., Abends 8 Uhr, sein 1. Stiftungsfest, verbunden mit einer Festrede des Herrn Mar Schippel, sowie Veröffentlichung einer Statistik über die Leistungen des Vereins in diesem Jahre, in Heydrich's Festsälen, Beuthstr. 20 ( Verein j. Kaufleute). Mitgliedskarte legitimirt. Freunde, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mitglieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Die Arbeitsvermittelungs- Kommiſſion. Arbeitsnachweis für Tischler. Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich Alte Jakobstr. 38 im Restaurant Schumann. Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 10 Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da sich die vier Kassirer der Ortsfrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, fich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, Kontrolle Abends 8-10 Uhr, Sonntags von ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu benußen. Der Vorstand. für Schlosser und Berufsgenossen befindet sich im Lokal des Herrn Sodtke, Ritterstraße 123. E. Kuntze, Skalitzerstr. 18.( 3um luftigen Stiefel) empfiehlt seinen reichhaltigen und kräftigen Frühstück u. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Abendtisch nach Auswahl zu foliden Preifen. 9-11 Uhr Vormittags. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. № 47. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Irland. Von Ferd. Freiligrath. An rost'ger Kette liegt das Boot; Das Segel träumt, das Ruder fungert. Das macht, der Fischerbub ist todt; Das macht, der Fischer ist verhungert! Denn Jrlands Fisch ist Herrenfisch; Der Strandherr praßt vom reichen Fange, Leer aber bleibt des Fängers Tisch So starb der Fischer, so sein Range. Die Heerde blöckt, die Heerde brüllt; Welch ein Gedräng von Küh'n und Schafen! Der Hirt, in Lumpen schlecht verhüllt, Treibt sie an's Meer zum nächsten Hafen. Denn Jrlands Vieh ist Herren vich: Das gerne Pady's*) Knochen stärkte Und seiner Kinder brechend Knie Der Grundherr schickt's auf fremde Märkte. Drum ist sein Vichstall ihm ein Born Der Ueppigkeit und des Genusses, Und jeglich Kuh- und Bullenhorn Wird ihm ein Horn des Ueberflusses. Er läßt zu London und Paris Den Spieltisch unter'm Gold sich biegen: Sein Volk, das er zu Hause ließ, Fällt unterdeß wie Winterfliegen. Halloh, Halloh! Grün- Erins Jagd! Pady, lang' zu! das nenn' ich Ziemer! Umsonst! auch das wird fortgebracht, Meerüber mit dem ersten Steamer! Denn Jrlands Wild ist Herren wild: Es füllt des Grundherrn Bauch und Taschen, Der bleiche Knecht, des Elends Bild, Hilf Gott! ist selbst zu matt zum Paschen! So sorgt der Herr, daß Hirsch und Ochs, Das heißt: daß ihn sein Bauer mäste; Statt auszutrocknen seine Bogs Ihr fennt sie ja: Irlands Moräfte! Er läßt den Boden nuglos ruhn, Drauf Halm an Halm sich wiegen könnte; Er läßt ihn schnöd dem Wasserhuhn, Dem Kibiz und der wilden Ente! Sumpf Ja doch, bei Gottes Fluche: Und Wildniß vier Millionen Aecker! Ihr aber seid blasirt und stumpf, Faul und verfault- euch weckt kein Wecker! O, irisch Land ist Herrenland: Drum stehn die Mütter an den Wegen, Den todten Säugling im Gewand, Und flehn euch, ihn in's Grab zu legen. So schallt die Klage Tag und Nacht, So grollt es Connaught durch und Lenster.*) Der West hat mir den Schrei gebracht Er trug ihn schrill bis vor mein Fenster. Matt, wie ein angeschossner Weih, Herschwebt er über Höh'n und Sunde Der Schrei der Noth, der Hungerschrei, Der Sterbeschrei aus Erins Munde! Die Baronin von Belleville. Aus den Erlebnissen eines Sozialdemokraten. Sonnabend, den 24. November 1888. aufschließen, Einrichtung, Preis und Lage gefielen mir. II. Jahrgang. Nun begann sie stärkere Minen springen zu lassen. Die Wirthin eine stattliche, ältere Dame mit sehr sicherem Sie erzählte von ihrer innigen Freundschaft mit dem und selbstbewußtem, wenn auch nicht sehr gebildetem Auf- Hauptmann, von ihrem geistigen Bedürfniß nach Anschluß treten beobachtete mich sehr scharf, musterte meinen Anzug an einen edlen Mann, der sie versteht, von dem Unglück vom Kopf bis zum Fuß, man sah, sie schätzte mich förm- das sie trage, eine sie über ihren Stand erhebende Bildung lich ab, stellte verschiedene Fragen über meine Beschäftigung, zu haben, die sie ihren guten Eltern entfremde. Dieser ob ich viel zu Hause sei u. s. w. Meine Erklärung, daß Umstand werfe einen Schatten auf ihr Leben und mache ich fast den ganzen Tag zu Hause wäre, auch meistens sie so recht tief betrübt. Sie kenne keinen Frohsinn, keine Abends zu Hause bleibe, nahm sie mit sichtlicher Befriedi- Heiterkeit und werde die nur finden, wenn sie ein Herz gung auf. Nach einigem Schwanken und Zögern und und einen Geist finde, die zu ihr passen. Der Hauptmann nachdem sie noch in eine Nebenstube getreten war und hier habe sich bemüht, durch kostbare Geschenke sie aufzu= flüsternd mit jemandem einige Worte gewechselt, nahm sie heitern, aber ach, vergeblich. Er habe als Dank nur ein das Handgeld von mir an und einige Tage darauf zog ich einziges frohes Lachen von ihr verlangt, sie hätte es aber nicht leisten können. Das habe ihn sehr tief betrübt. in das gemiethete Logis ein. Es war Stube mit Kabinet. Die Zimmer waren Ich hörte zu, ohne zu antworten. Sie sprach lange hoch und luftig, die Straße still, das Haus ein sehr und recht geläufig. Das Thema schien sie gut eingeübt ruhiges und elegantes, die Möbel waren anständig und zu haben. Als sie nun aber die Gegenstände zu bezeichnen bequem. Ich breitete mit wahrem Behagen am Tage nach begann, die ihr der Herr Hauptmann noch habe schenken meinem Einzuge meine Papiere auf der Platte eines un- wollen, als er versetzt wurde, und die wohl vielleicht gemein bequemen Schreibtisches aus und vertiefte mich in geeignet wären, sie heiter blickend zu machen, da fragte die Arbeit. ich, ob es ihr recht wäre, wenn wir jezt etwas zusammen Den eigentlichen Inhaber der Wohnung sah ich lesen wollten. Ich nahm dann die Uebersetzung eines morgens früh an meinem Fenster vorbei gehn. Ein kleines griechischen Dramas. Der Geist des erschlagenen Königsaltes Männchen in sehr abgeschabter Kleidung mit ver- sohnes erschien, Hekuba erfuhr das herbe Geschick, das wittertem, demüthigen Geficht und einem gewissen salbungs- ihrer Tochter wartete, sie flehte den harten Odysseus um vollen Blick im Auge, als er mich im Vorbeigehen grüßte. Rettung des Lebens des geliebten Kindes an, sie sah es Er trug eine große Tasche am Riemen über die Schulter erbarmungslos weggeführt. Der Herold verkündete den hängend, wie die Kolporteure sie zu tragen pflegen. Heldentod der edlen Jungfrau. Ich habe ihn später immer ganz früh am Morgen fort- Mich hatte die großartige Schönheit dieses zweigehen und so um acht Uhr Abends zurückkehren hören. tausendjährigen Wortes gepackt, mit flammender Begeisterung Später habe ich mich durch Einsehen des Adreßbuches las ich. Bei der Rede des Taltibius verdunkelte sich mein belehrt, daß der Inhaber der Wohnung Pf. heiße und Auge, ich mußte das Buch einen Augenblick senken. Ich penfionirter Küster sei. blickte nach meiner Zuhörerin und fand den Stuhl Die Frau fannte ich schon. Was der Mann gebückt, leer. Sie hatte sich leise entfernt. fadenscheinig und abgelebt war, das war sie aufrecht, rund, Wie sie mir am nächsten Tage lachend sagte, könne voll und voller Energie. Wie ich von ihr selbst erfuhr, sie nicht begreifen, wie ein so verständiger Mann solche war sie Handelsfrau, die auf Auktionen theils in Kom- langweilige Sachen lesen könne. Die Gelehrten haben mission für andere, theils auch auf eigene Spekulation alle Schrullen. Der Herr Hauptmann hätte sich besser Waaren aller Art besonders Möbel einkaufte. Ich hörte auf ihren ihren Geschmack verstanden. Besonders seine sie in früher Morgenstunde und am späteren Nachmittag Geschenke u. s. w. Ob ich nicht einmal einige Freunde oft in einer Nebenstube mit ihren Kunden handeln. So um neun Uhr ging fie regelmäßig fort und kehrte erst um 4 Uhr zurück. All diese Verhältnisse lernte ich, ohne mich darum zu bemühen in einigen Tagen kennen. Wenn Mann und Frau fort waren, hörte ich in den ersten Tagen in der Nebenstube leichte Tritte, wurde aber weiter durch kein Geräusch gestört. einladen wolle, man würde mir dazu die große nebenan liegende Wohnstube gerne einräumen. Es tämen so_an= genehme junge Leute zu mir, es müsse sehr interessant sein, mit diesen einen Abend zu verleben. Die Mutter würde Alles auf das Feinste besorgen. Jch Barbar lachte nur etwas verschmitt. Sie ging schmollend weg und ich sah sie einige Tage nicht. So So mochten drei bis vier Tage verflossen sein, als war die erste Hälfte des Monats vergangen. Der vereines Morgens ich saß bei meiner Arbeit leise an hängnißvolle Fünfzehnte war erschienen. Ich sah zur der Verbindungsthüre nach der Wohnung des Wirthes Kündigung meinerseits keinen Grund, besonders da die gepocht wurde. Auf meinen Zuruf trat eine junge Dame schöne Dame mich ganz vergessen zu haben schien. Sie ins Zimmer, die schon des Anschauens werth war. aber war entschlossen, nachdem die regelmäßige Belagerung -- Mittelgroß, schlank und voll, schön gerundet bei nichts ergeben, zum gewaltsamen Angriff überzugehen. leichter Zierlichkeit, ein frisches blühendes Gesicht vom Am Fünfzehnten um die Mittagsstunde trat sie bei Schimmer vollendeter Schönheit umflossen, geschmackvoll in mir ein, die schönen Glieder umwallt von starrer, lang einen einfachen, aber modernen Anzug gekleidet stand sie nachschleppender Seide. Nachdem sie die Schleppe kunstmit niedergeschlagenen Augen vor mir. Sie habe ihre gerecht ausgebreitet, stand sie da, die Augen mit der Hand Mutter gebeten, die habe es aber immer vergessen, so bedeckend und rief mit fliegendem Athem: Herr- retten Ich wußte es aus Erfahrung, ein gesunder und müsse sie selbst mich fragen, ob es mich stören würde, Sie mich! Ach, das Unglück! Ich habe im Auftrage kräftiger Mann am Ausgange der Vierziger Jahre ist wenn sie täglich nur etwa eine Stunde lang Klavier spiele. eines vornehmen Frauenpereins eine Geldsammlung vorwohl noch sehr geeignet, selbst bei jüngeren Weibern echte Sie habe es der Uebung wegen nöthig, da sie als Klavier- genommen. Jetzt soll ich das Geld abliefern, ich muß und innige Liebe zu erwecken, wenn ihm die Umstände virtuosin nächstens auftreten wolle. Sie würde wirklich sofort zur Sigung gehen und mir fehlen 25 Thaler. günstig sind. Ich wußte aber auch, daß Männer in nicht länger als eine Stunde üben, da sie um Stunden Ich weiß nicht, wo sie geblieben sind, ich muß sie verloren haben. Netten Sie mich vor der Schande, ich will Ihnen diesem Alter sehr vorsichtig und mißtrauisch sein müssen, zu geben dann ausgehen müsse. Ich gab natürlich meine Einwilligung, indem ich sagte, danken( ein füßes Lächeln) wie Sie es nur wünschen wenn ihnen die Neigung von Weibern entgegengebracht wird, ohne daß sie selbst etwas gethan haben, sich dieselbe gute Musit störe mich nicht leicht, und bald hörte ich einen können! Chopin'schen Walzer ertönen. Wenn der Vortrag auch Ich hatte die Feder weggelegt, mich nach der Dame zu erwerben. Dabei besaß ich nie die Eitelkeit, die sich einbildet, nicht gerade fein empfunden zu bezeichnen war, so war umgedreht und genoß den wirklich künstlerisch schönen Weiber im Sturme erobern zu können. Ich hatte es viel großes Geschick nicht zu verkennen. Das Spiel verstummte, Anblick, wie sie da stand, die Arme nach mir vorgestreckt, mehr oft erfahren, daß meine Person etwas Herbes be- ich hörte das Klavier schließen und bald darauf den leichten den Kopf feitwärts gewendet, so daß er das klassische für mich Profil und das herrlich wallende Haar sehen ließ. Sie fitzen müsse, das die Weiber mehr abstieß als' anzog, und Schritt, der jeßt was soll ich es leugnen daß es immer längeren Umganges und einiger Mühe viel mehr Interesse hatte, als früher, über den Korridor hatte sicher mindestens eine Stunde lang vorher, als ich meinerseits bedurft hätte, wenn ich dem Herzen eines eilen. Ich konnte nicht unterlassen aufzustehen und ans sie im Nebenzimmer umher trippeln hörte, diese Stellung Weibes näher treten wollte. Wenn dies schon in meinen Fenster zu treten, als sie vorbei ging. Sie lächelte mir vor dem Spiegel eingeübt. Da ich sizen blieb, sie betrachtete und schwieg, verlor jüngeren Jahren, in den Jahren der Lebensblüthe so ge- einen Gruß zu und ging leichten zierlichen Schrittes dahin, wesen war, so mußte mich in dem späteren Alter jedes beschwert mit der Musikmappe, die übrigens öfters ganz fie die Sicherheit des Auftretens. Einen Augenblick schwankte sie unentschlossen, wie sie auffallende Entgegenkommen von Weibern mißtrauisch andere Sachen enthalten soll, als gerade Noten. machen, das Beobachten und Abwägen herausfordern. Ich Von diesem Tage ab machte sich die junge Dame weiter verfahren solle. Dann flammte fie in sehr unkann von mir wohl sagen, so oft ich mich auch habe täglich am Vormittage irgend ein Geschäft in meinem schönem Zorn auf, ihre wahre Natur brach durch. Der täuschen und betrügen lassen, ein Weib, das mir Liebe log, Zimmer. Ich bemerkte, wie sie sich bemühte, mir zu ge- schöne Mund sprudelte eine Fluth häßlicher Worte hervor hat mich nie betrogen. So war ich gut vorbereitet, das fallen, mir unsichtbare Schlingen um die Füße zu legen. und sie erklärte mir, daß ich nicht werth sei, von ihr weiter beachtet zu werden. fleine Abenteuer, das ich in den nachfolgenden Zeilen Eines Tages traf fie mich bei einer Aquarellmalerei, Eine halbe Stunde später hatte ich meine Kündigung. schildern will, zu bestehen, ohne aus demselben als Ge- und erbat sie sich die Erlaubniß, mir eine Weile zusehen Ich zog aus und hatte das kleine Abenteuer fast verfoppter hervorzugehen. zu dürfen. Sie nahm so dicht neben meinem Stuhle Es war im Jahre 1877 oder 78 als ich in die plaß, daß ich bei jeder Bewegung ihren Körper streifen geſſen, als ich die schöne Auguste im Hocheleganten ReitNothwendigkeit gesetzt war, mir in Berlin wo möglich für mußte. Als sie bemerkte, daß ich falt blieb, erhob fie fostüme, gefolgt von einem Diener, der eine sehr vorgefeßt nehme Uniform trug, auf dem Potsdamer Bahnhof traf. längere Benutzung eine möblirte Junggesellen- Wohnung zu sich plößlich und meinte, das sei doch eigentlich eine lang- Als sie mich sah, lächelte sie und schwippte mit der Reitsuchen. Es ist dieses besonders für einen älteren Herrn, weilige Arbeit. Wenn ich es erlaube, wolle sie mich Abends der an eine gemüthliche Familienwohnung gewöhnt ist, besuchen, ich könne ihr wohl etwas vorlesen. Sie höre gerte. Der Diener feßte einen kleinen Koffer in ein Koupee erster Klasse und fort ging es nach Potsdam. Die Dame eine nicht gerade leichte und angenehme Aufgabe. In meine Stimme gerne. Der Inhaber der Wohnung vor hatte Karriere gemacht. Verfolgung derselben durchschritt ich die Tempelhofer Straße mir habe ihr auch zuweilen aus sehr guten Büchern vor- Einige Jahre darauf wurde eine Baronin Ella von und hatte daselbst schon mehrere möblirte Zimmer besehen gelesen, während sie eine Handarbeit gemacht habe. ohne zu finden, was ich wünschte. Da zog noch ein an Ich hatte mich freilich darüber nicht erklärt, doch Belleville aus Berlin ausgewiesen, weil sie„ lästig einem Parterrfenster angebrachter Zettel meine Aufmerksam brachte sie mir Abends meinen Thee selbst, den bis dahin gefallen". Ihre Karriere war zu Ende. Sie protestirte keit auf sich, ich trat ins Haus und ließ mir das Zimmer die Mutter mir gebracht hatte, und setzte sich mit einer vergeblich, sie sei gar keine Baronin von Belleville, sie sei Handarbeit an den Tisch, mir gegenüber, indem sie sagte: die unverehelichte Pf. Half ihr nichts, sie war läftig und *) Pady: volksthümliche Bezeichnung für den Irländer. Steamer( ſprich: Stiemer)= Dampfer. Connaught und Lenster: So saß ich auch immer als der Herr Hauptmann hier mußte fort. Sie soll jetzt in Amerika Memoiren schreiben. zwei der vier irländischen Provinzen. ben wohnte. Berliner Sittenbild. von einer Gasflamme erleuchtet wurde. verzweifelnd durch die Straßen eilt und vergeblich nach| Du siehst Hunderte, sie sind wie früher da; aber nun einem Bergungsort für sich und ihr Kleines Auslug hält! kommen sie nicht mehr zu Fuß, sondern per Droschke! Du machst mir wahrlich viel Beschwerden, Und wenn jetzt plößlich diejenigen, welche die FriedrichDer Liebe Kind, ich dacht es nie; straße ,,, Unter den Linden", Leipzigerstraße auf und abgehen, von der Polizei aufgegriffen und auch unter die„ Sittenkontrole" gestellt würden, in einer Woche wäre doch wieder Das wird ein wilder Junge werden: ,, Allons, enfants de la patrie!" Der Sprecher stockte. Zwei„ Harfenjulen" stiegen in die„ Kaffeeklappe" hinab, die in der Nähe der„ Linden" lag.„ Hier ist nischt zu machen" lautete der Willkommen des Wirthes, aber ehe die Mädchen den Rückweg anzutreten vermochten, rief ein Droschkenkutscher: Das Spiel hatte abgebrochen, aber Minuten der alte Zustand; die sozialen Verhältnisse schaffen eben ,, Gewiß, Legt nur los!" bleibt nur da!"„ Bravo, Frize, Du bist doch immer vors verstrichen bis man sich wieder in der Wirklichkeit zurecht- fortwährend neue Rekrutinnen. Wie schädlich ist übrigens Gefühl!" erklangs zustimmend von den übrigen Gästen. fand und an die Kälte draußen, die Sorgen der nächsten die polizeiliche Zurückdrängung! Heut mag die niedere Diese bestanden aus einigen Kollegen dessen, der den Stunden dachte. Die Uhr zeigte die elfte Stunde an, Prostitution freilich nicht mehr in vornehmen Straßen Protest gegen die Fortweisung erhoben, etlichen Blumen- Mumme mußte um diese Zeit die„ Klappe" schließen ihre Schlafstätte haben, dafür aber haust sie in den überverkäufern und Verkäuferinnen, Zuhältern und ein paar und so rüstete sich denn der Stamm der Gäfte zum Fort- völkerten Vorstädten und ärmeren Vierteln und trägt so Menschen, die der gewöhnliche Ausdruck als„ Vagabunden" gehen. Mit einem Knir und von einem ihrer gewonnenen ihr Gift immer mehr in die Familien." bezeichnet; im Ganzen füllten an zwanzig" Personen die Verehrer in die Backen gekniffen, empfahlen sich als erste Er hatte Rudolf, der von Beruf Gürtler war, eines von Tabaksqualm durchschwängerte„ Kaffeeklappe", in der die Harfenjulen"; die Uebrigen folgten hinterher. Den kein Mann aufrecht stehen konnte und die nur nothdürftig Beschluß bildeten ein älterer und ein jüngerer Mann. Tages in der„ Volksküche" kennen gelernt und sich bald Lettere beiden hatten dasselbe Ziel: eine in der zu ihm hingezogen gefühlt. Beide ließen die äußeren Mumme, der dicke Wirth, erhob keinen weiteren Ein- Müllerstraße befindliche kleine Herberge. Der Mann mit Einwirkungen tief auf sich wirken, Wilhelm wie Rudolf spruch und so ließen sich die arg durchfrorenen„ Harfen- dem ergrauten Haar und sein jugendlicher Begleiter wußten genug aus Büchern und Erfahrungen, um Menschen julen" an einem Tische nieder.„ August bring den Mächens schauerten in ihren leichten, vielfach geflickten Sachen, als und Dinge von bestimmten Gesichtspunkten aus zu be= mal erst was Warmes, dann kann die Musike losgehen" fie in die Nacht hinaustraten. Wie zufrieden doch eigent urtheilen. Während der Jüngere, der durch Krankheit wandte sich ein anderer Droschkenkutscher an Mumme. lich Mumme sein kann," begann der Jüngere das Gespräch und darauf folgende Arbeitslosigkeit herabgekommen war, Durch ein hinter dem„ Buffet" angebrachtes Schiebefenster jetzt zählt er all die Mark, die er aus unseren Pfennigen sich der steten Hoffnung hingab, daß sein Schicksal bald wurden nach wenigen Minuten zwei Tassen Kaffee geschoben, zuſammenſcharrt, steckt sich eine Pfeife an und legt sich eine Wendung zum Besseren nehmen, daß er ein festes Mumme legte auf weitere Aufforderung mit Wurst belegte dann sorgenlos ins Bett, das in einer warmen Stube Obdach und ein neues Unterkommen finden werde, hatte Stullen dazu und überbrachte Alles den vielmals steht. Weißt Du, Wilhelm, wenn in diesem Augenblicke der Aeltere jeden Wahn aufgegeben. Und sein Aeußeres eine Fee an uns heranträte und spräche: Wünscht Euch etwas, ich würde ein„ Himmelbett" wählen und mich so zeugte mit dafür. Das abgezehrte, mit einem kurzen grauen Bart umrahmte Gesicht, die gebückte Haltung und lange in ihm mollig fühlen, bis es draußen in der kalten die zitternden Hände verriethen Verfall und Siechthum. Er war ein gutmüthiger Mensch, der den letzten Groschen Welt wieder besser aussieht!" nur über seine Vergangenheit bewahrte er Schweigen. mit einem Genossen theilte, er sprach und plauderte gern, Dankenden. Bisweilen flog, von heftigem Winde durcheinander gewirbelt, Schnee gegen die Fenster, und ging die Thür auf, so wehte eisiger Winterhauch von oben herab in den Keller. In diesen war vollste Lebendigkeit und Freude eingezogen. Die Stimmen der Mädchen tönten noch frisch, Harfe und Guitarre ließen auch nichts zu wünschen übrig und die Zuhörer geriethen allmählich in jene reine Stimmung, die die ganze Umgebung vergessen läßt, wo man träumt und glücklich ist. Anfangs spöttelte man über die Hof" und Keller sängerinnen; ein vielleicht siebzehnjähriger mit Blumen handelnder Bursche, der den Arm vertraulich um ein in gleichem Alter stehendes, ebenfalls auf den Straßen Rosen und Veilchen anbietendes Mädchen gelegt hatte, begleitete sogar den Feenwalzer" auf einer Blechpfeife. Ohne eine Bitte zu äußern, hielten die„ Harfenjulen“ nach diesem ersten Stücke den Gästen ein Notenblatt hin, das sich im Nu mit Nickeln besäte; wer auch nur über Weniges verfügte, spendete 5 und 10 Pfennige. Nun kam das„ Rheinlied" an die Reihe und mit ihm schlug die Stimmung um, die Kritik verstummte, man lag im Bann der Melodie und berauschte sich an den senti" 1 In unendlich scheinender Länge zog sich, nachdem 11 erwiderte er sei zufrieden, wenn Du heut Nacht auf dem Wilhelm lachte.„ Was Du doch für Schrullen hast" Strohsack der alten Mutter Klüppede träumen kannst. Das Gefinge vorhin packte an die Nieren, mir gings auch die Friedrichstraße durchschritten, die Chausseestraße hin. nahe, aber hoffen kann ich nicht mehr. Ich bin 55 Jahre, In ihr herrschte fein überquellendes Leben, man brauchte schwach und gebrochen, wenn ich alter Kopf morgen über den Berg gehe, kräht kein Hahn um mich. Jeder von nicht auf den Fahrweg zu schreiten, um Vorübergehenden uns hat noch 15 Pfennige Schlafgeld, denken wir lieber auszuweichen, nur Soldaten der Gardefüfilierkaserne und daran, in welchem Viertel wir morgen wieder Geld zu wenige Zivilisten spazieren rasch dahin. An diesem und fammenkloppen. Und fallen wir einem Geheimen" in jenem Hause zeigte auch eine Laternenflamme, daß noch die Hände, so ist uns am meisten geholfen. Brr, ist das Bier und ähnliche Stärkungsmittel zu haben seien. frisch!" Die Unterhaltung wurde von dem Alten wieder aufSie waren inzwischen unter den in Folge der Kälte und genommen. Mir ist ganz eigen zu Muth geworden", der vorgerückten Stunde verhältnißmäßig wenig bevölkerten meinte er, was in meiner Erinnerung todt schien, wird Linden" angekommen. Belebter sah es in den„ Café's" wieder lebendig, liebe, treue Wesen treten mir abermals und den Restaurants der Geld- und Geburtsaristokratie nahe. Du bist noch jung, Rudolf, ich glaube auch, daß aus. Durch die mächtigen, unverhangenen Spiegelscheiben Du nicht im Schlamm stecken bleibst, vielleicht kannst Du gewahrte der Blick, wie man sich nach dem socben über etwas aus einer Geschichte lernen, die ich Dir erzählen will." standenen Theaterabend in Speisen, Süßigkeiten und Zwanzig Jahre sind es her, daß ich in eigener Weinen stärkte. An einem Fenster saßen Börsenleute, an häuslichkeit Weib und Kind bergen fonnte. Es war nicht mentalen Versen. einem anderen Kavaliere; die Gesichter glühten, man stieß viel, was ich damals als Tischlergeselle verdiente, doch es Selbst Mumme ließ etwas wie Empfindung hervor: mit den„ Damen" an, schlürfte das Getränk, griff zeitweise reichte zum Sattessen, wir konnten uns anständig kleiden treten; aus einer kurzen Tabakspfeife dichte Wolken ent- nach den" gefüllten Fruchtschalen, dann nach dem Zahn- und an Sonntagen, wenn das Wetter schön war, hinaus sendend, saß er schmunzelnd in seinem von den Motten stocher und gönnte auch bisweilen den draußen Vorüber nach dem Grunewald ziehen. Wenn meine Frieda das zerfressenenen Polsterstuhle und nickte den Vortragenden gehenden und hin und wieder neugierig Stehenbleibenden kleine, vor Freuden in die Händchen klatschende Grethel halb vertraulich, halb herablassend zu. Nachdem das Lied Ein Paar nahm einen Divan ein. Die im Arme trug, wenn wir bei den von zu Hause mitverklungen, nahm er das Wort:„ Det war ja recht schön, Kleine, welche kurzgeschnittenes blondes Haar und blitzende genommenen Stullen und einer großen Weiße saßen, Kinder, aber die Liebe muß doch och was Gründliches Augen zierten, blies ihrem Galan einem fahlköpfigen, un- dünkte ich mich als der glücklichste Mann. Wie ein Brauthaben, gebt doch mal die„ Lindenwirthin zum Besten." gefähr 28 jährigen Herrchen, Zigarrettendampf ins Gesicht. paar drückten wir uns die Hände, ich streichelte meiner Und die„ Harfenjulen" thaten ihm den Gefallen. Auch Das Monocle lief dadurch an und sank nieder, aber ein fades Friedas dunkles Haar und guckte ihr immer und immer dieser Gesang fand allseitige Zustimmung. Erst wurde Lächeln bezeugte, daß der Uebermuth widerstandslos hinge- wieder in die lieben, braunen Augen. Und selbst die leise mitgesummt, dann fiel der Chor kräftig ein: nommen wurde. Und als das Mädchen sich auf dem weichen, Vögel in dem Grün über uns schienen unser Glück zu elastischen Polster schaukelte und ihrem Verehrer eindringlich verstehen, das war ein Gezwitscher und Jubiliren und in die Augen sah, da war auch wieder das Monocle an das Grethel jauchzte und schmiegte sich bald an mich, bald seiner Stelle und der Mund verzog sich zu einem: äh! an die Mutter. ,, Da vertrank der Wanderknab' Mantel, Hut und Wanderstab, sprach betrübt: Ich scheide. Fahre wohl, du kühler Trank, Lindenwirthin jung und schlank, schönste Augenweide, schönste Augenweide!" Spricht zu ihm das schöne Weib: Hast ja noch ein Herz im Leib, laß es mir zum Pfande!" was geschah, ich thu's euch kund: Auf der Wirthin rothem Munde heiß ein anderer brannte, heiß ein anderer brannte." einen Blick. ,, Nee, hat die Line ooch n' Glück gehabt. Ich seh die„ Der Sonnenschein wich und das Unglück schritt Jöhre noch, wie sie Seefe verkoofen ging" sprach eine alte heran; wir hatten es zu gut. Als ich eines Abends von Streichholzverkäuferin zu einer Kollegin, indem sie in das der Arbeit heimkam, lag Grethel röchelnd in ihrem Bett. Restaurant blickte und auf die Kurzgeschorene wies. Die Der Arzt war schon dagewesen und hatte Diphteritis festAlte ging topfschüttelnd weiter, von Zeit zu Zeit monoton gestellt. Wir wachten die ganze Nacht am Lager des Hin und wieder öffnete sich die Thür und man hörte, rufend:" Schweden, Wachs, Schweden, Wachs!" Kindes; am andern Morgen erschien der Doktor nochmals, daß bald der, bald jener Droschkenkutscher der erste in der Man bog in die Friedrichstraße ein, deren Läden zum ohne jedoch irgend welche Hoffnung auf Genesung machen Reihe der Fahrenden war. Rasch wurde die Rechnung Theil noch geöffnet waren. Abertausende von Mark zu können. Die Stunden, die ich an diesem Vormittage beglichen, der Hut aufgeſtülpt und hinaus gings. Die bargen die Schaufenster an Werthen. Dort lagen Diamanten, an der Hobelbank verbrachte, waren schrecklich. Ich stürmte Dableibenden machten sichs bequemer, sie strecken sich ge- Berlen und Geschmeide verschiedenster Art, da funkelten Mittags aus der Werkstelle fort, aber ich kam zu spät, mächlich, schmauchten eine Cigarre und tranken nebenher mit Brillanten besetzte Uhren. Kostbarste Pelzstoffe und unser Ein und Alles hatte ausgerungen. eine neue Mocca" zu zehn Pfennigen. Auf kurze Zeit Wintergarnituren winkten aus anderen Geschäften. Alles Aber es sollte noch schlimmer werden. Die Fabrik, gewährte man auch der erstickenden Luft durch Aufklappen aber übergoß elektrisches Licht mit einer Fluth von Helle, in der ich arbeitete, entließ eine Menge Arbeiter, ich war der Fenster einigen Abzug. Die Mädchen schmiegten sich die jede Einzelheit plastisch hervortreten ließ. Die meisten unter ihnen. Sechs Wochen mußte ich feiern, Uhr, Traudann fester an ihre Geliebten und Mumme schien seine Passanten eilten theilnahmlos vorüber, nur Fremde und ringe und Kleidungsstücke wanderten inzwischen ins Leihblaue Schürze als Abwehr gegen den Zug enger um den weibliche Personen schauten oft theils sehnend, theils be haus. Meine Frau nähte von früh bis spät Leinenwäsche, feisten Bauch zu spannen. Noch einmal veranstalteten die wundernd zu den ausgestellten Schäßen. Studenten, Lebe- boch es war zu wenig, was sie damit für den Hausstand „ Harfenjulen" eine Kollekte und aufs Neue gaben die Gäste männer mannigfachster Kategorien, Mädchen der Straße" erübrigen konnte. Endlich fand ich ein Unterkommen, ihrer Erkenntlichkeit durch reichliches Nickelgeld Ausdruck. Jeilten allein oder in Gemeinschaft ihres Weges. Rechts man bot mir einen Wochenlohn von nicht ganz vier Wars eigener Trieb oder geschahs auf abermalige Anregung, und links lockten„ Restaurants mit freundlicher russischer, Thalern, um nicht völlig zu verhungern, nahm ich an. kurz, die Zwei stimmten Herweghs Kranke Liese" an. französcher, englischer Kellnerinnenbedienung",„ Bräus" Freilich sollte ein neuer Schlag fallen. Frieda erkrankte Die Menschen in dem dumpfen Keller schleppten und Weinstuben. Und wer nur halbwegs modern ge- an einer Lungenentzündung, ich wußte nicht, was beginnen. sämmtlich an den Ketten eines theils mühseligen, theils kleidet war und nnternehmungsfähig oder einfältig aus- Kleine Darlehen von Freunden, soweit ich solche noch ergebrochenen, theils verlorenen Daseins. Jene kaum der sah, dem drückten auch die Zettelvertheiler der Kneipen halten konnte, waren bald für Medizin und Pflege ausSchule entwachsenen Händler und Händlerinnen, diese von mit Damenbedienung" noch ertra besondere Einladungen gegeben, auch ein Vorschuß vom Arbeitgeber reichte nicht dem Leibesverkauf ihrer Bräute" lebenden Zuhälter, dort in die Hand. lange hin und Sachen gab es auch nicht mehr zu ver" die verkommenen Vagabunden", sie waren alle Produkte ,, Da hast Du Berlin, wie es weint und lacht, Freund kaufen. Konnte ich noch eine Hoffnung haben, so war es der Verhältnisse. Unter verderbter Umgebung aufgewachsen, Rudolf", meinte der Alte zu dem neben ihm Herwandeln- die, daß meine Frau zu gesunden begann. Mir konnte ausgeschlossen Unter- den. von Bildungsmitteln, fördernder Unter den. Blaub, auch die armen aufgepusten Dinger, die Niemand etwas Schlechtes nachsagen, ich rackerte mich ab stüßung und erbarmender Liebe, früh hinausgepeitscht in vor uns hergehen, haben Wünsche um Andere, und ich und erfüllte alle Verpflichtungen. Aber die Noth trieb den Lohn- und Lebenstampf mußten sie zu Individuen denke nicht, ihr geringster ist der, soviel zu besitzen, um mich zu einem Fehltritt: Verbrechen und schweren Verwerden, deren Endschicksal im„ Arbeitshause" oder im mit den von ihnen ausgehaltenen Burschen sich vergnügen trauensbruch nannte ihn später der Staatsanwalt. Ich Zuchthause ruht. Andere waren mit einer Fülle von Hoff zu können. Unvernünftige Menschen legen dies als hatte einmal im Komtoir der Fabrik zu thun, doch ehe nungen nach dem großen Berlin gekommen und sie erreichten Gefühlsroheit und Uebermaß von Sinnenluft aus, mir ich von dem Buchhalter abgefertigt werden konnte, verstatt des Glückes das schaurigste Elend. Und wieder ein ist es ein Zeugniß, daß auch in dem elendsten Geschöpf, strichen einige Minuten. Vor mir auf dem Tische lag Theil hatte Verführung, Habsucht, Krankheit und Miß- das doch überwiegend durch Noth und Verführung zur eine ganze Reihe von Goldstücken. Ein einziges, so dachte geschick aller Art zu Boden gedrückt und festgehalten. Prostitution getrieben wurde, der Trieb nach Liebe und ich, könnte dir viel helfen; ich schaute um mich, ohne selbst Herwegh's erschütternde Weise sprach zu den Ge- Hingabe gewaltig lebt. Wie viele solcher Mädchen uns recht zu wissen warum. Der Buchhalter schrieb noch immer müthern, fie berührte Saiten, die Jeder verstand. Wie hier begegnen und doch hat sie die Polizei aus den in ein Buch, Niemand war weiter im Romtoir. Abermals Viele kennen die Klage jenes Mädchen des Volkes, das feinen Vierteln" verwiesen. Geh' in die Cafés" und mußte ich die blinkenden Stücke ansehen und dann ein " 1 Griff und ich ließ einen Doppeldukaten in die Tasche gleiten " Denn nur vom Nußen wird die Welt regiert. Schiller. * * Willst deines Hauses Glanz du aufrecht halten? Laß rasten deiner Väter Schild und Schwert! Die thun es nicht, die geben nicht den Werth, Die Zeit ist abgelaufen, wo sie galten. Das Neue wird, das Alte muß veralten. Die Meinung hat im Lichten sich verklärt Und von der rauhen Faustkraft abgekehrt; Das Wort ist's, der Gedanke, welche walten. Chamisso. Der erste Nichtgentleman auf dem Zeugenstand" Die Schriftseger Wiens sammelten 26.000 Gulden für Streifzwecke. Die Kommission der Schriftseger, welche den Fond verwaltete, wurde seitens der Statthalterei aufgelöst und der Fond der Gremialkasse zugewiesen, welche das Geld an die Sammler zurückerstatten soll. Sollte weiter gesammelt werden, dann werden die Gelder konfiszirt. Bei uns in Deutschland wird zwar auch beschlagnahmt, aber nicht zurückerstattet. Zu folgender Ketzerei versteigt sich die ultra- konservative " Kreuzzeitung" in einem Artikel über die auch in Europa immer mehr überhand nehmenden Kapitalistenvereinigungen( Ringe" und„ Trusts"): ,, Nach den jüngsten Nachrichten ist das neueſte Ereigniß auf dem Gebiete des Kapitalismus, der englische „ Salz- Trust", wirksam geworden. Auch das letzte der großen englischen Salzwerke, die sich hauptsächlich in der Grafschaft Cheshire befinden, ist von der Börsenvereinigung, welche ein Kapital von 3 Millionen Pfund Sterling( 60 Millionen Mark) zu diesem Zweck aufgebracht hat, in Beschlag genommen bezw. angekauft worden, und Der Alte rang nach Athem, wie wenn sich eine eiserne Hand auf seine Schulter legte, so richtete er sich plötzlich scheu auf. Jeßt ging's rasch abwärts", sprach er mit Stockender Stimme, man merkte das Fehlen des Dukaten und wußte ebenso bald, daß ich der Dieb war. Ich leugnete nicht lange. Nach einigen Wochen wurde ich mit einer langen Gefängnißhaft bestraft. Vielleicht schadete mir mein Schweigen auf der Anklagebank, ich konnte keine Worte der Vertheidigung finden. Ich dachte an Frieda, die freilich wieder gesund war, an die Schande und den Unverstand der Menschen, in deren Augen ich ein Lump war. Und als ich im Gefängniß saß, verzweifelte ich schließ= lich an Allen, sogar an meinem Weibe. Seelisch und körperlich gebrochen, verließ ich die Haft. Die Frühlingssonne lachte so freundlich, Menschen und Natur feierten betitelt sich eine Broschüre, die bei M. Ernst in München die Arbeit": bas Salz in England, dessen Durchschnittspreis für das Auferstehungsfest, der harte Winter war überwunden. Ich empfand an diesem Tage nichts von dem, was alle erschienen ist, und einen getreuen Bericht über die Ver- die Tonne gegenwärtig 2½½ Schilling beträgt, auf 10% Schilling, Menschen bewegte. Meine Frau wohnte jetzt in einer handlungen des Münchener Geheimbund- Prozesses am also auf das Bierfache zu steigern, kann nunmehr beginnen 26. und 27. Oftober d. J. giebt. Sie foftet 30 Pf. und Das Unternehmen" ist im Gange; die nöthigen Kapitalien find vorhanden und auch die Arbeitswerkzeuge"( die Produktionsanderen Straße, aber ich vollbrachte es nicht, geraden mittel, würden wir richtiger sagen) festgenagelt und nicht mehr Weges in die Wohnung zu gehen. Ist Frieda nicht auch umfaßt 32 Bogen klein gedruckter Schrift. Dieser Prozeß, welcher mit einer glänzenden Frei- dem Privatbetrieb, sondern dem„ Trust" zur Verfügungan dir irre geworden? Sie wird wie alle sein und dich verstoßen oder verachten! Vielleicht hat sie bei einem sprechung der 13 Angeklagten endete, erregte insofern auch ganz so wie der Sozialismus verlangt, daß diese Arbeitswerkin weiteren Kreisen größtes Aufsehen, als bei dieser soll aber nur das erste dieser Unternehmen auf englischem Boden zenge" auch nicht im Privatbesitz sein sollen.... Dieser„ Trust" Anderen Trost gefunden! Solche widersinnige Gedanken erfüllten mich, als ich wieder vor Frieda hintreten wollte. Gelegenheit zum ersten Male seitens der Anklagebehörde sein. Sit es gelungen, den Salz-„ Trust" ins Land zu jeben, ip Neben ihrem Hause war ein Kaufmannsladen. Ich ging einer jener dunklen Ehrenmänner, deren sich die politische wird auch der Kohlen-, der Eisen-," der Mehl-, der Fleisch-„ Trust" hinein, faufte mir ein paar Zigarren und frug nebenbei Polizei zur Auskundschaftung der sozialdemokratischen nicht lange mehr ausbleiben; und der englische Freihandel( die " freie Stonkurrenz") wird nur noch bestehen für den, nach meiner Frau.„ Ja, die kennen wir, die wohnt in Arbeiterbewegung bedient, auf den Zeugenstand gebracht ber baran„ glaubt". Selbstverständlich wird sich dann die Nr. 30; ein recht nettes, stilles Weibchen, das mit Nie- wurde, nun alle Welt sich überzeugen konnte, welcher Art Börse beeilen, das, was sich auf englischem Boden so gut„ bewährt", mandem zusammenkommt", erhielt ich zur Antwort. Wohl jene Männer sind, von denen Herr von Buttkamer meinte, auch auf das Festland zu verpflanzen, und das Syſtem, woran noch eine halbe Stunde stand ich an der Hausthür, da kam der daß sie ja allerdings im Allgemeinen auf den Titel Herr Grillo seinen Verstand verlor, wird auch für die deutsche und sogar die Grundbedingungen unserer Lebenshaltung, Briefträger an. Auch an ihn wandte ich mich. Ich gab Gentlemans" keinen Anspruch erheben könnten, deren Bei- Wirthschaftlichkeit zu der Frage werden: ob wir unsere Interessen der zusammengefaßten Ausbeutung Privaten übermich für den Vertrauensmann eines Geschäftes aus und hilfe aber die politische Polizei nicht entrathen könne. Der Verlauf des Prozesses, insbesondere die Ver- lassen sollen, oder ob bei uns der Staat, wie in der Eisenbat um Auskunft. Und noch Eines", ich versuchte einen öffentlichung der Aktenstücke, warf aber auch noch inter- bahnfrage, feit zufaſſen ſoll, um aus der Noth eine Tugend zu machen." Abgesehen von der unklaren und schiefen Forderung scherzenden Ton anzuschlagen, bekommt sie auch essante Streiflichter auf die Art und Weise, wie das des Staatsbetriebes" flingt das fast, als ob ein rother Sozialist briefe?" Der Briefträger lachte hell auf, dann wurde er Material zu den jetzt so häufigen Geheimbundsprozessen dem" Blatte der blaublütigen Junter ein Kukutsei ins Nest gelegt ernst. Ich weiß nur, daß sie eine Frau ist, deren Mann wohl toot ist, und daß sie von früher Morgenstunde bis zusammengetragen wird. Diese Darlegung ist von höchstem hätte. Arme freie Stonkurrenz, bald werden deine Anhänger in alle spät in die Nacht an der Nähmaschine arbeitet. Die Nach- Interesse, nicht nur für alle Vorkämpfer in der sozial- Winde auseinandergeblasen sein! barinnen sagen, lange würde sie nicht mehr machen, die demokratischen Partei, sondern für Jeden, dem für das barinnen sagen, lange würde sie nicht mehr machen, die öffentliche Leben auch nur ein kleiner Theil Interesse gearme Frau huste Tag und Nacht und sie sei doch eine so blieben ist sei er Freund oder Feind der Partei der anständige Person. Ja, die verdammte Nähmaschine." " " 1 LiebesJch hielt das alte Glück wieder für gekommen, als ich meine Frieda herzte und küßte. Aber die Besinnung kam zurück, ich bemerkte, wie elend die Gute aussah und wie hohl ihr Husten klang. Enterbten." 11 " Sozialpolitisches. bekannten Minenſtatiſtikers, Mr. Ellis Lever, entnehmen wir folgende Zahlen:„ In Großbritannien find 600 000 Kohlengräber, wel che Schreckliche Ziffern. Einem Bericht in der ,, Times" des 160 000 000 Tonnen Kohlen ans Tageslicht befördern( eine Tonne 20 Zentner); von diesen 600 000 werden nicht weniger als 1200 getödtet und 100 000 verwundet. Diese Zahlen wiederholen sich fedes Jahr. Für die Einen wiederholt sich die Aussicht des unnatürlichen Todes, für die Anderen öffnet sich der Einblick in goldgefüllte Kassen. Das nennt man dann noch ,, Ordnung". Die Zahl der in Fabriken beschäftigten ,, jugendlichen Arbeiter" in Preußen ist nach dem letzten Fabritinſpektorenbericht im Reg.- Bez. Potsdam von 1469 im Jahre 1883 auf 1677 im Jahre 1887 gestiegen. Auch im Bezirk Minden- Münster, Kölnstoblenz und Arnsberg hat sie zugenommen. Die größte Zahl jugendlicher Arbeiter weist das Königreich Sachsen auf, wo sie 24 111 beträgt und auf diese Summe von 20 570 im Vorjahre gewachsen ist; die Zahl der darunter befindlichen Kinder im Alter von 12-14 Jahren beläuft sich auf 10 652. Nahezu die Hälfte dieser jugendlichen Arbeiter wird in der Textilindustrie, besonders in der Stickerei und der Vigognespinnerei beschäftigt. kommen. Sie hat allein im Bezirke Chemnitz 479, im Bezirk Wie in England bei der ersten Einführung der Fabrikinspektoren Die Innungsmeister ärgern sich bekanntlich sehr, Nach sechs Monaten trug man das letzte Liebste, was daß ihre Krankenkassen nicht recht aufkommen wollen. ich besaß, auf den Kirchhof. Wie jammervoll war es Das ist aber doch sehr natürlich. Die Innungsmeister uns noch indessen ergangen. Ich hatte in einer Wert haben an die Innungskrankenkassen ebenso wie an die stelle Arbeit gefunden, aber nach einigen Wochen erhielt Ortskassen ein Drittel der Beiträge zu zahlen, die Gesellen ich die Entlassung. Ein Kollege theilte mir nachher mit, und Gehilfen zwei Drittel. Bei den Ortskrankenkassen daß der Meister gesagt habe, einen Spizbuben brauche er haben die Arbeitgeber demgemäß aber auch nur Annicht, er hätte es nur früher erfahren sollen. spruch auf ein Drittel der Stimmen im Vorstande. Meine Frau war tot, die Gläubiger erschienen und Bei den Innungskassen liegt es aber ganz in dem belegten, was nur irgendwie entbehrlich, mit Beschlag. Ich Belieben der Junung, welche Mitwirkung sie den verkaufte ein so versiegeltes Stück und erhielt die zweite Gesellen" bei der Kaffenverwaltung einräumen will. Strafe. Kraft und Energie schwanden hin. Auf dem letzten Innungstage ist man in dieser Beziehung Der großen Zahl der jugendlichen Arbeiter entspricht die der Und dann überfiel mich halb Fatalismus, halb Wuth, sehr deutlich gewesen. Daß nach dem Gesetz die Arbeit- uebertretungen, welche bei der Beschäftigung derselben vorich fand Gefängnißbekannte und nahm an ihren Unter- geber kein Recht haben, mehr als ein Drittel der Stimmen Zwickau 458 betragen, und der Bericht klagt, daß die Polizeinehmungen theil. Ich wurde gefaßt und wegen wiederholten im Vorstande in Anspruch zu nehmen, ist der Aerger der behörden zu wenig thun, um die bestehenden Vorschriften zur Diebstahls zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängniß Handwerksmeister, die darüber ungehalten sind, daß sie Geltung zu bringen. verurtheilt. Als ich darinnen über mein Dasein brüten stets in der Minderheit bleiben. Sie wollen allein die ist es auch in verschiedenen deutſchen Bezirken, beiſpielsweiſe in konnte, hoffte ich noch einmal auf ein Besserwerden. Ich macht haben und die„ Gesellen", troßdem dieſe an Bei- Minden- Münster, in der Pfalz, in Chemnitz, in Meißen, in Oldendachte nicht an die Polizeiaufsicht. Ein guter Stern wollte trägen mehr bezahlen als die Arbeitgeber, majorisiren. burg vorgekommen, daß man versucht hat, die Fabrikinspektoren es, daß ich nach der Entlassung wirklich bald ein UnterDie Gesellen" betheiligten sich aber auch noch aus bei deren Herannahen durch plösliches Entfernen der jugendkommen auftrieb, aber da erschien der recherchirende Beamte anderen Gründen lieber an freien Hilfskassen oder an lichen Arbeiter zu täuschen. Im Bezirke Chemnitz wurde feſtgestellt, daß ein Arbeitgeber die von ihm beschäftigten jugendlichen Drtskrankenkassen. Es ist für den Gesellen angenehmer, Arbeiter angewiesen hatte, dem Aufsichtsbeamten über die Arbeitsund ich befand mich auf der Straße. „ Jetzt fehlt mir selbst zum Stehlen der Muth. Seit wenn er nicht bei jedem Arbeitswechsel die Kaffe zu zeiten, welche weit überschritten waren, und über die vorschriftsDie Innungen beanspruchen deshalb mäßigen Pausen, welche nicht innegehalten wurden, unwahre einigen Jahren ist mir der Bettel das Einzige und das wechseln braucht. ,, Rummelsburger Arbeitshaus" die Station, wo ich dann jetzt für sich das Recht, daß ein Arbeiter, der bei einem Angaben zu machen. Meister brauchen und wann absteige. Ich wünschte, es wäre bald vorbei." der Innung angehörigen Arbeitgeber diese ja nicht immer zu sein in Arbeit tritt, ohne Weiteres Mitglied der Innungskasse sein soll. Eine In der Penne der Mutter Klüppecke herrschte am solche Zwangsmitgliedschaft kennt das Gesetz bisher nur nächsten Morgen große Aufregung. Die alte Herbergs- für die Ortskrankenkassen, sobald der betreffende Arbeiter Nach dem neuen Bundesrathsentwurf sollen die dem mutter war in Verzweiflung. Auf dem Boden, wo zehn nicht seine anderweite Versicherung nachweist. Dann würde Arbeiter versprochenen Renten bekanntlich nicht nach den Mann auf Strohsäcken ruhten, hatte man den Tischler also das seltsame Verfahren Plaß greifen, daß ein Schuh- verschiedenen bezogenen Löhnen, sondern nach Ortstodt aufgefunden! ,, Herzschlag" habe ihn getroffen, äußerte machergeselle, der bei einem nicht der Innung angehörigen klassen abgestuft werden, d. h. nach den Beträgen, wie sie der herbeigeholte Arzt. Um neun Uhr früh fuhr der Arbeitgeber in Arbeit tritt- wenn er nicht einer freien schon im Krankenkassengesetz als„ ortsübliche Tagelöhne" Wagen der Morgue vor und holte den Todten zur Hilfskasse angehört- der Schuhmacher- Ortskrankenkasse gewöhnlicher" Arbeiter festgesetzt sind. Sezirung ab. Hans R. Fischer. * * Schnikel. Freie Untersuchung der Wahrheit von allen Seiten. ist das einzige Mittel gegen Wahn und Irrthum, von welcher Art fie sein mögen. Herder. * * Das lebhafteste Vergnügen, welches ein Weiser in dieser Welt haben kann, ist: neue Wahrheiten entdecken; das nächste nach diesem ist: alte Vorurtheile loswerden. Friedrich der Große. * " beitreten muß; tritt er bei einem der Innung angehörenden Arbeitgeber ein, so muß er der Innungskasse beitreten, bei welcher seine Mitgliedschaft erlischt, sobald er bei einem anderen, nicht der Innung angehörenden Arbeitgeber zu arbeiten anfängt. Bur Alters- und Invalidenversicherung. ( Materialien und Zeitungsstimmen.) Die Voss. 3tg." wendet sich dagegen mit folgenden Ausführungen: ,, Nehmen wir einen Ort der ersten Klasse, wo der ortsübliche Tagelohn nach der Vorschrift des Krankenfaffengesetes als 80, 90 oder 100 Pfennig beträgt. Das Einkommen des Arbeiters wird auf 300 Mt. jährlich Gegen die Bundesrathsverordnung betr. die Cigarrenindustrie hat der Verein deutscher Tabakfabrikanten veranschlagt, die Rente auf 24 bis 50 Hundertstel, also und Händler" eine Denkschrift ausarbeiten lassen, in der unter 72 bis 150 Mt. anderem betont wird: es seien weniger die Groß- Industriellen, ,, Nehmen wir an, daß ein Arbeiter, der 80 Pfennig - solche Tagelöhne find amtlich festge= welche durch die neue Verordnung geschädigt werden, als gerade die täglich verdient kleinen und besonders die Haus- Industriellen und doch sollte der Staat gerade im wirthschaftlichen Intereffe die Cigarren- stellt wirkliche 300 Tage arbeitet, so erzielt er 240 mt. Sigarren- ſtellt Haus- Industrie begünstigen, denn sie sei der Weg, auf welchem im Jahr, vielleicht, weil er nur 250 Tage Arbeit findet, fich die Cigarren arbeiter leicht aus der wirthschaftlich abhängigen auch nur 200 Mt. Die Rente beträgt für ihn also Stellung eines Arbeiters in die wirthschaftlich unabhängige 36 bis 75 pt. Stellung eines selbständigen Fabrikanten heraufschwingen können. Wenn die Herren nichts Besseres zu sagen wissen, dann sollten sie " In demselben Orte wohnen aber auch HandwerksDie Wahrheit ist einfach, und es ärgert den Menschen, mit ihrer Weisheit lieber zu Hause bleiben. Die Arbeiter find be- gesellen, die vielleicht 2 Mt., 2,50 Mt. oder in Handdaß sie so einfach iſt. * * Ich ging zur Tempelhalle, Da hört ich christlich Recht: Hier innen Brüder Alle. Da draußen Herr und Knecht. * Goethe. Uhland. reits viel zu aufgeklärt, um nicht überzeugt zu sein, daß die schein- werken, die besonders tüchtige Ausbildung verlangen, 3 Mt. bar größere Unabhängigkeit in der Hausindustrie in Wirklich täglich verdienen. Ein solcher Arbeiter kann also in Wirkfeit nur eine größere Ausbeutung der Arbeitskraft, womöglich der ganzen Familie und nich! nur des Mannes, und dann einen lichkeit ein Jahreseinkommen von 600, 750 oder gar viel schlimmeren Lohndruck bedeutet. Die Arbeiter sind nicht gegen 900 Mt. haben; seine Rente berechnet sich nach dem solche Schußmaßregeln, sie sind nur mißtrauisch, weil lediglich die Normalsatz des betreffenden Ortes, er erhält also bei Tabatindustrie damit bedacht wird, und weil sie fürchten, daß dem 750 Mt. Einkommen ebenfalls nur 72 bis 150 Mt. Kleinbetrieb hier nur darum das Leben sauer gemacht wird, um reineren Tisch für die Einführung des Tabakmonopols zu machen. Nente, je nach der Länge der Beitragszeit, also 10 bis 20 p@ t. Arbeiter des Norden Berlins! Am Mittwoch, den ,, Ebenso kann es in einem Orte der höchsten Lohn- Eine große Volksversammlung tagte ebenfalls am Klasse( mehr als 2,20 Mt. täglich) vorkommen, daß ein Sonntag über die Altersversicherung in Reinickendorf Amende- 28. d. M., findet in Hensel's Lokal, Invalidenstr. 1, eine öffentliche gut bezahlter Arbeiter über die 700 Mt. rechnungsmäßigen Strumpf referirte. Nachdem der Referent in einigen Worten der Arbeiter- Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Gründung eines Einkommens hinaus verdient; nehmen wir in den rheinisch- Schwierigkeit gedacht hatte, ein Lokal zu einer Versammlung zu Arbeitervereins des Nordens Berlins. 2. Wahl eines provisorischen westfälischen Industriebezirken einmal an, daß ein Vor- bekommen, da auch hier das Saalabtreiben von gewisser Seite Vorstandes. 3. Wahl einer Statutenberathungskommission. arbeiter 1500-1800 Mark verdient. Seine Rente stellt praktizirt würde und die Wirthe auf alle erdenkliche Weise, graulich" Zur Nachricht. Die zu Freitag, den 23. d. M., im fich auf 168 bis 350 Mt., also bei 1500 Mt. Einkommen 14 stündiger Rede eine scharfe Kritik an der Sozialreform und Lokale Sahm, Annenſtr. 16, angekündigte Versammlung des Vereins gemacht würden, ging er auf das eigentliche Thema über, um in auf 11 bis 23 p Ct. In demselben Orte giebt es aber dem vorliegenden Gesezentwurf der Alters- und Invalidenversorgung der Nähmaschinen- und Handarbeiterinnen Berlins und auch Lohnarbeiter gewöhnliche Handlanger welche zu üben. In ähnlichem Sinne äußerten sich die Herren Lehmann, Umgegend kann in Folge eines Irrthums seitens des Lokalinhabers nur 1,50 Mt. täglich, also im besten Falle( bei 300 Ar- Ehrlich, Chemniz u. a., sowie schließlich in einer Reſolution die nicht stattfinden. Dieselbe findet dagegen am Montag, den 26. d., beitstagen) 450 Mark jährlich verdienen; sie haben An- ganze Verſammlung. Nachdem der Referent zum Schluß die An- Abends 8 Uhr, im Neuen Klubhaus, Kommandantenstr. 72, im wesenden aufgefordert, tüchtig für die Arbeiterpartei zu agitiren spruch auf dieselbe Rente, die bei ihnen aber 371/3 bis und dafür zu sorgen, daß auch der Wahlkreis Niederbarnim Barterresaal statt. 772/3 pCt. des früheren Einkommens beträgt. einen Arbeitervertreter in den Reichstag sendet, wurde die VerFachverein der Buchbinder und verwandten Wenn der Bundesrath sich entschlossen hat, die Ein- sammlung nach einer kurzen Ansprache mit einem dreimaligen Hoch Berufsgenossen. Montag, den 26. d. M., Abends 8 Uhr, heitlichkeit der Rente aufzugeben, um dafür eine Ab- auf die Sozialdemokratie vom Vorsitzenden geschlossen. Vereinsversammlung im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16. Eine öffentliche, von ungefähr 1500 Personen be- Tagesordnung: 1. Vortrag über„ Die Lage der Arbeiter und ihre stufung nach fünf Ortsklassen eintreten zu lassen, sollte suchte Manrerversammlung tagte am Dienstag in der Ton- Organisation". 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willes sich da nicht vielmehr empfehlen, eine Abstufung nach halle", Friedrichstr. 112. Nach Wahl des Bureaus, aus den Herren kommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Sontag, den 25. d. M.: fünf( oder mehr) Lohnklassen herbeizuführen?" Wernau, Grothmann, Kerſtan und Müller bestehend, wurde die Besichtigung des Postmuseum. Sammelpunkt im Vereinslokal, Gründung eines Vereins einstimmig beschlossen und demselben Annenstr. 16, Vormittags 10 Uhr. Alle Kollegen eingeladen. der Name Freie Vereinigung und Fachgenossenschaft der Maurer Berlins" gegeben. Der Verein bezweckt: * * * Für die Provinz Brandenburg würde sich die Ortsklasseneintheilung etwa folgendermaßen stellen. Zur ersten Klasse gehören die Kreise Arnswalde, Guben, Spremberg, West- Sternberg und Züllichau- Schwiebus, in welchen( mit Ausnahme der Städte Spremberg, Liebenau, Schwiebus und Züllichau) der Tagelohn nur 1,00 Mark beträgt. Die meisten anderen Kreise der Provinz Brandenburg gehören in die zweite Klasse: 1,01 bis 1,40 Mark Tagelohn. In die dritte Klasse von 1,41 bis 1,80 Mark ge= hören meist die Städte: Angermünde, Oderberg, Schwedt, Eberswalde, Luckenwalde, Neu- Ruppin, Oranienburg, Biesenthal, Freienwalde, Strausberg, Wriezen, Potsdam, Rathenow und Küstrin; aber auch ganze Kreise, wie Nieder- Barnim, Ost- und Westhavelland, Ost- und Westpriegniz. Zur vierten Klaffe( 1,81 bis 2,20 Mark Tagelohn) gehören die Städte Brandenburg, Charlottenburg, Witten berge und Köpenick, ferner die nahe bei Berlin gelegenen Ortschaften der Kreise Nieder- Barnim und Teltow. In die fünfte Klasse gehört neben Berlin allein noch die Stadt Spandau. Herr August Heine in Halberstadt Wir müssen Herrn H. also bitten, die„ Volkstribüne" vorläufig außer Spiel zu lassen, und sich lediglich mit den Magdeburger Genossen und ihren sachlichen Einwänden gegen sein Auftreten auseinanderzusehen. Wahrung der Rechte und Verbesserung der Lage der Maurer Berlins in materieller, geistiger und sittlicher Beziehung. Dies soll geschehen: 1. durch Erzielung möglichst günstiger, mit den Zeitverhältnissen in Einklang stehender Arbeitszeit- und Lohn verhältnisse, sowie durch strenges Innehalten der gesetz lichen vierzehntägigen Kündigungsfrist. Fachverein der Rohrleger. Sonntag, den 25. d. M., Vormittags 102 Uhr, in Feuerstein's Tunnel, Alte Jakobstr. 75, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Antrag des Kollegen Krohn. 3. Abrechnung vom Wintervergnügen. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Fachverein der Tapezierer. Montag, den 26. d. M., Abends 8½½2 Uhr, findet in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75, eine Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag und Diskussion. Referent Herr Dr. Stahn über: Vergangenheit, 2. Abschaffung aller Akkord- und Pfuscharbeit, Beseiti- Gegenwart und Zukunft der Erde. 2. Wahl einer Werkstattgung aller Sonntags- und Ueberstundenarbeit( Noth- Kontrollkommission. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. fälle, in denen Gefahr für Leben und Gesundheit anderer Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Quittungsbuch Personen vorhanden ist, finden Berücksichtigung). legitimirt. Um recht zahlreichen und pünktlichen Besuch( schon der Wichtigkeit des Vortrages halber) ersucht der Vorstand. 3. durch möglichste Erstrebung gesundheitsdienlicher, im Winter heizbarer Baubuden auf den Arbeitsplägen. 4. durch Erhaltung eines Rechtsschutzes, sowie sachverständigen Beistand in begründeten Rechtsstreitigkeiten. 5. durch Belehrung der Mitglieder in technischer, praf tischer und wissenschaftlicher Beziehung auf allen Gebieten. 6. durch Pflege der Geselligkeit. Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. Sonnabend, den 24. November, Abends 8 Uhr, Adalbertstraße 8, Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Baumgart über:„ Das deutsche Zunstwesen im Mittelalter." Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Abrechnung der Billets vom Stiftungsfest. Das Eintrittsgeld foll 30 Pf. betragen, der monatliche Beitrag Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasser20 P. Die Versammlungen finden an folgenden Terminen statt: und Dampf- Armaturen. Sonnabend, den 24. d. M., Abends in S. und N. alle 14 Tage vor dem 1. und 15. eines jeden Monats; 82 Uhr, Mitgliederversammlung bei Heidrich, Beuthstr. 22, I. in 0. und W. alle 14 Tage nach dem 1. und 15. Alle Viertel- Tagesordnung 1. Vortrag des Herrn Kendziora über Werth jahre findet eine Generalversammlung statt. und Preis der Arbeit. 2. Vierteljahrsabrechnung. 3. Aufforderung Zentralisation oder lokale Fachvereine? Diese des Magistrats betr. Einsendung einer Lohnstatistik. 4. Verschiedenes Frage beschäftigte am Sonnabend auch eine öffentliche Versammlung und Fragekasten. Gäste durch Mitglieder eingeführt haben Zuder Sattler Berlins. Raummangels wegen fönnen wir leider tritt. Quittungsbuch legitimirt. nur kurz Folgendes aus den Reden hervorheben. Herr Haußner: Verband deutscher Mechaniker und verwandten Eine Zentralisation müsse auf§ 152 der R.-G.-O. aufgebaut Berufsgenossen( Zahlstelle Berlin). Die Versammlung am werden; dieser Paragraph lässt aber nur die Erörterung von rein Mittwoch fällt aus und findet die nächste am 5. Dezember statt. gewerkschaftlichen Fragen zu, alle Politik sei ausgeschlossen. Das 3. Stiftungsfest wird am 8. Dezember im Böhmischen BrauDieses ewige Gewerkschaftliche sei ermüdend langweilig und die hause, Landsberger Allee 11-13, gefeiert. hat gegen die„ Boltstribüne" verschiedene Beschwerden erhoben, die florirende, auf§ 152 aufgebaute Organisation sei die der Buch- Versammlung am Sonntag, den 25. d. M., Vormittags 10 Uhr, Organisation werde nicht recht in Fluß kommen. Die einzige Fachverein der Marmor- und Granitarbeiter. unseres Erachtens durch nichts gerechtfertigt sind. Herr H. selber schrieb uns vor einigen Tagen, daß er den drucker. Dieſe hätten ja allerdings große Invaliden- und Kranken- in Deigmüller's Lokal, Alte Jakobstr. 48a. Auch Nichtmitglieder Verfasser des Berichtes in Nr. 45 dieses Blattes sehr wohl kenne kassen, aber auch diese seien jetzt unter den Versicherungs- find willkommen. und ihn vor einem Schiedsgericht widerlegen werde. Dann ist es paragraphen gestellt und brach gelegt; was ferner aus diesen - Verein zur Wahrung der Interessen der Schuheitel Spiegelfechterei, wenn der ehemalige Reichstagsabgeordnete" Bionieren der Arbeit" geworden sei, das wisse jeder. Außerdem macher und verwandten Berufsgenossen Berlins. Monsich speziell gegen den Redakteur Schippel wendet, da dieser mit beständen ihre Stassen schon seit 1862, und sie verfügten über einen tag, den 26. d. M., Abends 81 Uhr, Generalversammlung im Form und Inhalt des Angriffes gar nichts zu schaffen hat. gehörigen Geldschaß. Diese könne man schon nicht als Vorbild für Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72. Herr Sch. stand nur vor der Frage, ob er den Bericht zurück- das Sattlergewerbe hinstellen, da erſtens die Mittel nicht da wären, Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsschicken oder abdrucken solle. Er entschloß sich zu letzterem und und weil zweitens die Verhältnisse ganz andere geworden seien. Es verwaltung„ Berlin III"( für den Ost- und Nordbezirk Berlins.) zwar aus folgenden Gründen: sei das Bild einer großen Einöde, wenn immer nur Gewerkschaft- Herren- Abend am Sonnabend, den 24. d. M., in Saeger's Lokal, Der Streit ist nicht von den Magdeburger Genoffen, sondern Stellung zum Normalarbeitstag sei verboten, weil es eine öffentliche glieder von den Verwaltungen I und II werden herzlich eingeladen. liches erörtert werden darf. Schon die Beschlußfassung über Grüner Weg 29. Gönner und Freunde, zumal aber die Mitvon Herrn Heine in die Oeffentlichkeit hinausgetragen Angelegenheit berühre. Wenn die Verhältnisse anders lägen, dann worden. Herr H. fonnte längst durch, ein Schiedsgericht seine würde er selbstverständlich für Zentralisation eintreten, so nicht. Berlin Zentrum. Die Versammlung findet der großen General- Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Parteiangelegenheiten geregelt haben; dann wäre alles in Ruhe würde er selbstverständlich für Zentralisation eintreten, so nicht. abgelaufen. Statt dessen suchte er in einer öffentlichen Versammlung Herr Bombin: Er wolle die Gründe mittheilen, die ihn bewogen versammlung wegen nicht statt, und werden die Mitglieder ersucht, feine Gegner zu überrumpeln, denen nichts anderes übrig blieb, sondern sehr muthig, aber für eine andere Sache. Ein Grund, der Tonhalle, Friedrichstraße, unbedingt recht zahlreich zu erscheinen. haben, seine Meinung zu ändern; er sei durchaus nicht entmuthigt, in der Generalversammlung am Dienstag, den 27. d. M., in der als vorläufig zu protestiren und zu demonstriren. Damit hatte Herr H. den offenen Konflikt geschaffen, und natürlich hatten ihn die Zentralverbände verwerfen mache, jei die furchtbare Mitglieder werden aufgenommen. nunmehr die Magdeburger Freunde um in den Augen der un- Vorsicht, die bei jedem Wort und jeder Handlung beobachtet werden - Verband deutscher Zimmerleute Lofalverband Bereingeweihten Masse nicht als bloße Störenfriede und Strakehler zu einmal einen llebergriff oder ein unbedachtes Wort zu Schulden Abends 8/2 Uhr, in Sange's Salon, Stegligerstr. 27. Tagesmüsse. Es könne sehr leicht pafsiren, daß eine Filiale sich in West und Umgegend. Versammlung am Montag, den 26. d. M., erscheinen die Pflicht, die Gründe ihrer Gegnerschaft offen kommen läßt; dann sei die ganze Organisation zum Teufel, fie ordnung: 1. Vortrag des Herrn Zubeil. 2. Verschiedenes. 3. Frage= die Pflicht, die Gründe ihrer Gegnerschaft of fen 8½ darzulegen. Das ist in dem uns eingesandten Schriftstück geschehen und wird aufgelöst. Das einzig Gute, was eine solche leisten könne, faſten. Herr H. trägt selber die Schuld daran, daß wir die Darlegung sei die Reifeunterstützung. Aber diese könne nicht obligatorisch-Verband deutscher Zimmerleute. Lofalverband Berlin gar nicht zurückweisen konnten, wenn wir nicht für Herrn Heine eingeführt und jedem zug theilt werden, da sonst der Verband als Ost und Umgegend. Versammlung am Mittwoch, den 28. d. M., Partei ergreifen wollten. eine Versicherungsgesellschaft angesehen werden würde und demgemäß Abends 8 Uhr, Große Frankfurterstr. 72-73. Tagesordnung: könnten in dem Bundesstaat Sachsen keine Filialen errichtet werden, Aufforderung seitens der Gewerbe- Deputation. 2. Die Beschlüſſe der behördlichen Aufsicht und Einflußnahme untersteht. Außerdem 1. Wie stellen sich die Mitglieder zu der an Centrum gestellten benn dem stehe der§ 24 des sächsischen Vereinsgesetzes entgegen. der fombinirten Sigung vom 15. d. M. 3. Verschiedenes und Nach diesem ist es einem fächsischen Verein verboten, mit einem Fragekasten. Neue Mitgleder werden aufgenommen. anderen, der sich mit öffentlichen Angelegenheiten befaßt, in Ver= bindung zu treten. Es könnten also in Sachsen nur Zahlstellen arbeiter( G. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 8. Sonnabend Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall errichtet werden, durch diese könne unmöglich bei den Mitgliedern den 24. 5. M., Abends 8/2 Uhr, Mitgliederversammlung bei Jakob, Aufklärung verbreitet oder das Solidaritätsgefühl geweckt werden. Lindowerstr. 26. und das erstere sei durchaus nöthig, damit die Mitglieder denken Das Konzert, welches vom Gesangverein Gutenlernen und sich Klarheit verschaffen, wo des Uebels Wurzel fist. berg und vom Gesangverein der Tapezierer Berlins am 25. NoEr empfehle aus diesen Gründen die Bildung von Fachvereinen vember 1888 stattfinden sollte, wurde von der Behörde nicht auf Grund des§ 8b des preußischen Vereinsgesetzes und das Ins- genehmigt. Wann dasselbe stattfindet, wird bekannt gemacht werden. lebentreten einer Lohn organisation, die sich über ganz Deutsch- Verein zur Pflege freireligiösen Lebens. Sonnland erstreckt. In den Fachvereinen könnten politische, öffentliche und tag, den 25. d. M., Vormittags 10% Uhr, Niederwallstraße 20, wirthschaftliche Fragen erörtert werden; nur dürften dieselben weder im untern Saale: Vortrag des Herrn Dr. Völkel. Todtenfeier. unter sich, noch mit der Lohnorganisation in Verbindung treten. Gäste, Damen und Herrn, haben freien Zutritt. Religionsunterricht Das gehe ganz gut. Der Vorwurf, daß das Intereffe nicht da jeden zweiten und letzten Sonntag des Monats, Vormittags 9 Uhr. wäre für die Fachvereine, sei ganz falsch, das Intereffe für sozial- Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, politische Grörterungen sei immer da gewesen, aber durch die lang den 25. b. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. B. weiligen, fortwährenden Vorträge über Astronomie, Wasserheilver- Wille:" Der Tod."( Todtenfest, Mitwirkung unseres Gesangfahren u. s. w. getödtet worden. Für Berlin also empfehle er vereins). Damen und Herren als Gäste willkommen. die Bildung von Fachvereinen für Sattler und Berufsgenossen", für andere Orte, in denen die Sattler nicht zahlreich genug sind, um einen selbständigen Verein gründen zu können, die Bildung von allgemeineren Fachvereinen für Lederarbeiter", in denen verschiedene Gewerfe zusammentreten und sich Aufklärung verschaffen. Wenn diese erst überall verbreitet sei, dann würde es nicht mehr wie beim legten Sattlerstreik vorkommen, daß Schuhmacher die Nummer zusammenfassend zu sprechen. Stellen von streifenden Sattlern besetzt hätten. Herr Wirths sprach allerdings auch nur in bedingter Weise für Zentralifation. Er empfehle die Einberufung eines Kongresses, um dort Eine Versammlung der Vorrichter, Zuschneider und die Meinungen der anderen Kollegen zu hören und dann zu bewissen gar nicht, wie das aufgefaßt wird. Stepper Berlins sprach sich am Sonntag gegen die Hirsch schließen, was das beste sei. Ein Zentralverband sei segenbringend, Duncker'schen Gründungen und für einen wirklichen Fachverein aus. es müßten aber unbedingt bestimmte Punkte in das Programm auf- Orte Wohl die ersten Versammlungen, welche sich mit dem genommen werden; wenn das nicht anginge, dann sei auch er für neu umgearbeiteten Gesezentwurf der Alters- und Invaliden- die Bildung von Fachvereinen. Nach einer längeren Diskussion, in versorgung beschäftigten, fanden am Sonntag in Berlin statt. Der Herr Stabel für Zertralisation und die Herren Krause, Schreiber 3aren In dem Feuerstein'schen Salon, Alte Jakobstr. 75, tagte eine von und Bernhardini für Fachvereine eintraten, wird mit allen gegen Seiten des Ziseleurs Herrn Müller einberufene öffentliche Versamm- 13 Stimmen eine Resolution gegen Zentralisation und Yung der Graveure, Ziseleure und verwandten Berufsgenossen für Fachvereine angenommen. Bum zweiten Punkt der TagesBerlins. Herr Dolinski, Buchdrucker, referirte und in einer Re- ordnung stellt Herr Bombin den Antrag, eine Kommission von solution wurde der Entwurf allgemein verurtheilt. Bei den 7 Mitgliedern zu wählen, welche die nöthigen Arbeiten zur Bildung Modelltischlern sprachen nach einem Referat des Herrn Kleinert eines Fachvereins thun und alles zu dem am 27. und 28. Denoch die Herren Zubeil und Thierbach. Auch hier sprach sich die zember in Berlin abzuhaltenden Kongreß vorbereiten soll. Dieser Versammlung durchaus ablehnend aus. In seinem Schlußwort Antrag wurde mit allen gegen 13 Stimmen zum Beschluß erhoben forderte der Referent auf überall für die Weiterverbreitung der und die Herren Bombin, Aßmann, Bernhardini, Stegemeyer, Bendt, Arbeiterideen einzutreten und bei den Reichstagswahlen dafür zu Heitsch und Wildberger einstimmig in die Kommiffion gewählt. sorgen, daß Männer in denselben gewählt werden, die des Vertrauens der Arbeiter würdig sind und ihre Interessen auch vertreten. I Zur Abwehr! Seit vorigen Sonnabend ist der Redakteur dieses Blattes einer polizeilichen Ueberwachung unterworfen, wie er sie selbst unter Herrn v. Buttkamer niemals hat ertragen müssen. Nicht genug, daß ihm die ungebetene Begleitung in den Straßen auf Schritt und Tritt folgt, verläßt sie ihn auch nicht, wenn er am Post- oder Bahnhofsschalter zu thun hat, ja sie folgt ihm sogar in Bedürfnißanstalten und in das Innerste der Häuser, um hier festzustellen, an welcher Thüre er flingelt. Das ist sehr ärgerlich, aber vielleicht nicht weiter bedenklich. Bedenklicher ist es jedenfalls, daß der unfreiwillige Begleiter ganz ohne unseren Willen mehrfach unsere Spuren verlor und ganze Nachmittage wartend an einer Stelle zubrachte, die wir während dieser Zeit gar nicht berührten. Die Vermuthung ist vielleicht nicht ausgeschlossen, daß dieser Zeitraum, um nicht offen ein Versehen und eine Ungeschicklichkeit einzugestehen, mit freien Phantasien über unseren Verbleib ausgefüllt werden könnte. Wir wollen daher gleich hier betonen, daß wir in der Lage find, uns für die ganze Woche durch Zeugen auszuweisen und jede, später vielleicht einmal erhobene, irrthümliche Behauptung als Irrthum zu entlarven. Vereine und Versammlungen. " Briefkasten. Düsseldorf. Wir kommen auf den Prozeß in nächster Buchbinder. Leider kein Raum. Schloffer P. In nächster Nummer. Steinmetz B. Das fönnen wir doch nicht bringen. Sie Schöneberg. Welcher Spediteur verbreitet denn in diesem die" Volkstribüne"? Wir bitten um sofortige Mittheilung. Hamburg. In nächster Nummer. Abonnent. Potemkin baute rasch künstliche Hütten, um dem bei der Reise ein angenehmes Bild zu bieten. Arbeiter und Parteigenossen! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung dieses Blattes ein! Bestellungen nehmen in Berlin alle Spediteure entgegen. Listen zum Sammeln von Abonnenten jederzeit durch unsere Expedition, Oranienstraße 23, zu beziehen. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Verlag: T. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23.