Aertiner '(?¥* Soctal-Politisches Die Alters- und Invalidenversicherung — Der Bauer und die Sozialdemokratie.— Der„Mutterberuf" der Hra«. J.— Der internationale Geiverkschaftskongres; in London Gedicht.— Novelle.- Kapitalistische Freiheit und sozialistischer Zwang.— Zwei Frauenaufrufe.— Fortschritte der Technik — Das Koalitionsrecht in Oesterreich.— Tynamitexplosionen in Frankreich.— Der Wahlaufruf der sozialdemokratischen Reichs tagsfraktion.— Internationale Arbeiter kongresse. Wir machen auch hier die Leser ans den Aufru der sozialdemokratischen NcichstaizSsraktioll in der Beilage anfmerksam. Die Alters- und I,lvalidenversichetung der Arbeiter bildcl jetzt naturgemäß den Bchandliingsstoff der Tages presse und auck»ickl zum Wenigsten in den KarteHblätteni Tas große� Kölner Riesen-Reptil findet natürlich in der neuen Fassung des Gesetzentivurftv Che wesentliche Verbesserung desselben. Sie glaubt, daß der„kühne Wurf" gelingen wird, und daß noch in der jetzigen Reichstagstagnng„unsere sozialpolitische arbeitcrsreundlickc Gesetzgebung" mit diesem Gesetz zum vorläufigen Abschluß kommen wird. Als begründet sieht die„K. Z." nur die Einwendungen an, die sich auf den späten Beginn der Alters- Versicherung beziehen, und spricht für die Herabsetzung dieser Wartezeit nni 5 bis 10 Jahre, also auf das 65 bezw. 60. Lebensjahr. Ferner erscheint dem Blatte die Bestimmung hart, daß die Arbeiter, die aus der Ver- sicherungsvflichl scheiden, gar keine Ansprüche an die Versicherung haben, daß ihr Beitrag einfach verloren ist. Das ist alles, was die„Köln. Ztg." an dem Gesetz- entwurf vielleicht zu ändern haben möchte. Tie Arbeiterfreundlichkeit der sozialpolitischen Gesetz- gebung, die die„K. Z." auch in der Höhe der Rente findet, von welcher sie meint: Der am meisten gehörte Tadel betrifft die Höhe der Rente. Tie geringste Invalidenrente in der Ortsklasse I beträgt allerdings nur 72 Mark, die höchste 150; man mich aber bedenken, daß in weitaus den meisten Fällen nicht die niedrigste gezahlt wird und daß die höchste selbst in der ersten Ortsklasse immerhin 130 Mark, die höchste über- Haupt 350 Mark beträgt. Bis jetzt aber geschah für den Arbeiter einfach gar nichts, er war auf die öffentliche Armenpflege verwiesen. Bei dem Griff ins Ungewisse, den wir mit dem vorliegenden Gesetze thnn, hüte man ssch, die Renten zu hoch anzusetzen; denn es ist nicht zu ermessen, wie ungeheuer die Lasten sein werden, die wir uns auferlegen. Allzugroße Ilcberbürdung könnte leicht unsere Industrie— da die ausländische gar keine solche Lasten trägt— in Gefahr bringen. Läßt sich die Last ohne Gefahr steigern, so ist das später zu jeder Zeit leicht ge- schchcn, wogegen ein Hinabsteigen von einer zu hohen Stufe kaum ausführbar wäre. stellt der„Hannoversche Kouricr" insofern richtig, als er sagt: Die Abstufung der Rente stelle einen bedeutenden Fort- schritt dar gegenüber der unbedingten Gleichheit der Rente, insofern die Rente nunmehr in ihrem Mindest- betrage wenigstens so hoch sein wird, daß sie von der in der betreffenden Gegend gewährten Armen- Unterstützung nicht mehr üoertroffcn wird. Es ist also nicht richtig, daß bis jetzt„für den Arbeiter gar nichts geschah", wie die„K. Z." behauptet, er empfing eben die Unterstützung der Armenpflege. Er empfängt auch nach dem Gesetzentwurf nicht mehr, denn die Behauptung des„H. K.", daß schon die niedrigste Rente der gewährten Armenunterstützung gleichkomme, ist durchaus falsch. Die ortsübliche Armenunterstützung erreicht so ziemlich den Höchstbetrag der Renten. Der Zwanzig-Pfennig-Rentner, der die Aussicht hat, nach 50 Wartejahren, wenn er mindestens 67, wahrscheinlich ab»r 80 Jahre alt geworden ist(da nicht Kalenderjahre, sondern Arbeitsjahre zu 47 Wochen das Wartejahr, bilden), zum 33'/, Psennigrentner auszurücken, bleibt eine nicht wegzuleugnende Wahrheit, die die Arbeitersreundlich keir vollauf kennzeicknet. Der Arbeiter empfängt nur in ganz sclienen Fällen mehr, als was er als Armen Unterstützung erhielt und muß dafür ziemlich erhebliche Beiträge zahlen, die lediglich der Gemeinde zu gut kommen die ihm bisher die Armenunterstützung zu zahlen hatte. Der„Hannoversche Konrier" enthält nebenbei bemerkt eine faustdicke Unwahrheit, die wohl daher rührt, daß die Herren Arbeiterfreunde dieses Blattes den Gesetzentwurf nicht aufmerksam genug gelesen haben. Der Konrier meint, ein Arbeiter erhalte Unterstützung, wenn er„nich mebr oder nicht hinreichend" verdienen könne. Tas ist falsch. Die Unterstützung wird ihm immer nur im Falle„dauernder Erwerbsunfähigkeit" bewilligt. Die „dauernde Erwerbsunfähigkeil" bleibt aber wie früher so erklärt, daß nur der für dauernd erwerbsunfähig gilt, dessen körperliche oder geistige Fähigkeilen es ihm nicht mehr ermöglichen, durch irgend welche Arbeit das Mindest- maß der örtlichen Rente zu erwerben. Es ist dabei auf die Arbeitsgelegenheit gar keine Rücksicht genommen, es genügt diese geringe Arbeitsfähigkeit, um den Bezug der Rente auszuschließen. Diese Bestimmung ist wohl nächst der zu niedrigen Rente die härteste und die am meisten angefochtene von Seiten der Arbeiter. Sie bewirkt nämlich, daß das ganze Gesetz, selbst wenn es eine höhere Rente bieten würde, für die meisten Arbeiter werthlos wäre. Ein Arbeiter hat schon lange, bevor er dieses Mindest- maß der Erwerbsfähigkeit erreicht, keine Beschäftigung, durch die er versicherungspflichtig wird, mehr erhalten könne», er ist schon lange vorher theilweise oder ganz Almoscnempfänger geworden. Da mil dem Erlöschen der Versicherungspflicht aber alle Ansprüche erlöschen, so hat er auf die Rente keine Anwartschaft mehr, wenn endlich diese niedrigste Stufe der Erwerbsfähigkeit er- reicht ist. Ueber diesen Punkt drücken sich die Kartcllblätter alle hinweg. Die ,,K. Z." mit Stillschweigen, der„H. K." mit einer Unwahrheit. Die Rente kann eigentlich nur derjenige erhalten, der durch eine Krankheit oder durch einen Unfall, der kein Betriebsunfall ist, plötzlich bei voller Kraft seine Arbeitsfähigkeit vollständig verliert. Die Fabriken und Werkstellen nehmen schon einen älteren Arbeiter nicht mehr aus, wer wird einen Arbeiter beschäftigen, der vielleicht nur noch zur Hälfte oder zu einem Drittel arbeitsfähig ist? Es bieten sich ja junge und frische Kräfte nicht nur hinreichend, sondern über- mäßig an. Also den Arbeitern bietet der veränderte Entwurf nichts Annehmbareres als der erst veröffentlichte. Die Klasseneiniheilung der Rente ist ebenso schablonenhaft, als wie es die frühere, allgemein gleiche Rente war. Wenn früher das ganze Land über einen Kamm geschoren wurde, 'o ist es jetzt noch immer jeder Ort. Alle Berliner .. B. erhalten dieselbe Rente und zahlen denselben Beitrag. Auf ihre persönlichen Verhältnisse ist gar keine Rücksicht genommen. Der Arbeiter mit 3—400 Mark Einkommen und weniger ist ebenso belastet wie der, welcher 2000 Mark Jahreseinkommen hat. Was im ganzen Lande Unsinn war, wird in einer Stadt nicht Weisheit. Was für das ganze Land als ungerecht und undurchführ- bar erkannt wurde, ist für unsere großen Städte ebenso unpraktisch und ungcrechtferligt. Die Arbeiter werden sich durch diese Abänderungen des Gesetzentwurfes, die in den Hauptsachen Alles beim Alten lassen, die die zu niedrige Rente, die über die Armenunterstützung nicht hinausgeht, und die schabloncn- haste Gleichmacherei bestehen lassen, nicht für irgend- wie befriedigt erklären können, ganz abgesehen davon, daß die Veränderung, wie in diesem Blatte schon zahlen- mäßig bewiesen ist(S. Nr. 46) einer Herabsetzung der Rente im Ganzen gleichkommt. Wenn die„K. Z." meint, die Rente ließe sich viel- eicht steigern, wenn die Industrie es einmal ohne Gefahr tragen könne, so können wir auf diese Vertröstung einfach gar nichts geben. Die„Industrie", d. h. der Profit der Fabrikbesitzer wird immer behaupten, für die von ihr maßlos ausgepreßten und ausgenutzten Kräfte nichts weiter thun zu können, als sie eben auf die Straße zu werfen. Wenn wir darauf warten sollen, bis diese Männer kommen werden und sagen: Jetzt können wir den Arbeitern mehr geben!— dann würden wir nach tausend Jahren noch gerade da stehen, wo wir heute stehen. Der Druck der Arbeiterbewegung ist es, der dieses Gesetz wie die vorhergegangenen gezeitigt hat. Daß man in diesem Gesetz mil solchem winzigen Angebot kommt, zeigt, daß man den ganzen Ernst der Lage noch nicht begreift, daß man den Druck der Arbeiterbewegung noch nicht stark genug fühlt. Wie die Arbeiterbewegung wachsen wird, wird auch die Ansicht darüber sich verbessern, was„die Industrie tragen kann". Wenn wir in späteren Zeiten mehr erlangen werden, wird es nicht die Groß- muth, sondern die Angst sein, die es gewährt. Ohne Druck ist nichts zu erreichen, das wissen die Arbeiter schon lange. Ob ein solches Verhalten von Seiten der bürgerlichen Kreise ein kluges ist, das mögen sie mit sich ausmachen, wir erwarten es nicht anders. Schließlich ist es uns so recht. Solche kärglichen Gaben zeigen dem Arbeiter gebiete- risch seine Pflicht, dahin zu streben, daß eine Wirthschafts- ordnung eingeführt wird, bei der die Arbeit endlich zu dem ihr zustehenden Recht gelangt. Die heutige Wirth- schaftsweise wird ihm nie mehr bieten können als so klägliche Almosen, wie der vorliegende Gesetzentwurf. Sie ist unfähig mehr zu bieten. Das wissen wir! Reben dem ungenügenden Inhalte des Gesetzes in Bezug auf Höhe und Gewährung der Alters- und Jnva- liden-Rente war es noch besonders das Quittungsbuch, das die Arbeiter mit einer seltenen Einmüthigkeit als voll- ständig unannehmbar erklärten. Der Bundesrath hat auf diese allgemein sich erhebende Arbeiterstimme gar nichts ge- geben. Sie ist ganz unbeachtet verhallt. Als schneidenden Hohn müssen es die Arbeiter aber empfinden, wenn ihnen von Seiten der„Kölnischen Zeitung" Folgendes zugerufen wird: „Lebhafter Widerspruch ist namentlich aus Arbeiterkreisen gegen die Art der Entrichtung der Arbciterbeiträge, gegen das Ouittniigsbuch erhoben worden, in welchem man ein verstecktes Arbeitsbuch erkennen will. Wir glauben, daß die ehrlichen und braven Arbeiter das Arbeitsbuch gar nicht scheuen und daß sie in ihr Quittungsbuch be- rcchttgten Stolz setzen werden. Die Aufregung gegen letzteres ist ein wenig künstlich gemacht worden. Auch untersagt das Gesetz ausdrücklich jede Eintragung in das Ouitttingsbuch außer der Ilnbrauchbarmachuug der Marken. Wir halten also gerade vom Staudpunkt der Ar- bester das Quittungsbuch für etwas ganz Unverfängliches. Anderseits haben aber auch schon an vielen Orten die Ar- beitgcber erklärt, daß sie gar kein Interesse an den Quittungs- büchern haben, und so würden wir— um den Agitatoren die Möglichkeit zu benehmen, die Arbeiter gegen das zu ihrem Heile zu schaffende Gesetz aufzuhetzen— jede Maß- regel befürworten, welche das Quittungsbuch überflüssig machte. Wir müssen aber gestehen, daß einfache und prak- tische Vorschläge zum Ersatz des Quittungsbuches noch nicht vorliegen. Werden sie gemacht, so ist ihre Annahme ganz sicher." Hört ihr Arbeiter, die ihr laut und einmüthig gegen das Quittungsbuch protestirt, ihr seid weder„ehrlich noch brav." Mit solchen Albernheiten, solchem frivolen Leichtsinn werden die schwer wiegenden Gründe, die sehr begründeten Einwendungen, die ihr gegen das Quittungs- buch erhoben habt, abgefertigt. Mit der heuchlerischen Miene eines Bauernfängers, der die Unschuld des Kümmel- blättchenspieles dem arglosen Reisenden erklärt, wird da gesagt:„Eintragungen" sind ja verboten, was kann euch denn dabei geschehen? Von den„Kennzeichnungen" hat der Biedermann nie etwas gehört, so etwas kann ja gar nicht vorkommen. Unternehmer haben freilich in einer Versammlung in Berlin erklärt, sie legten auf das Quit- tungsbuch keinen Werth, sie haben an demselben kein Interesse. Gerade dieser Beschluß erkennt aber geradezu an, daß in dem Quittungsbuche etwas liegt, woran die Unternehmer wohl ein Interesse haben könnten, auch die „K. Z." selbst erkennt es ja als ein Arbeitsbuch an, 1 denn weshalb sollte es sonst für den„ braven und den Besitz der politischen Macht kommt das hängt sind; das Schwanken der Preise und des Absatzes; der ehrlichen" Arbeiter ein Gegenstand des Stolzes sein, von den Ümständen ab, unter denen das geschieht, nicht Mangel an guten Produktionsmitteln, Maschinen, Dünger wenn es ihn nicht kennzeichnete"? zum geringsten von der Haltung der Bauern selbst. Wir u. s. w., sowie endlich die Verödung des flachen Landes. Die Großindustriellen, von deren Vertretung der wollen nur untersuchen, ob das Festhalten der Bauern Alles das hört in einer sozialistischen Gesellschaft auf. angezogene Beschluß gefaßt wurde, haben freilich an einem am Privateigenthum, an Grund und Boden, unverträg- Der Staat übernimmt, wie alles andere Kapital so auch Arbeitsbuch, das zur Kennzeichnung der Arbeiter zu be- lich ist mit dem Bestreben der Arbeiterklasse, die Produktions- das Wucherkapital. Er findet sich mit den Hypothekennußen ist, nur ein geringeres Interesse. Sie befißen mittel, also auch Grund und Boden zu verstaatlichen. gläubigern in irgend einer Weise ab, und verringert diese andere, ebenso wirksame Mittel zur Verknechtung der Ar- Faßt man die Frage juristisch auf, als bloße Hypotheken, sowie die Steuern so viel als möglich. beiter. Wir haben ja gesehen, wie sich dazu ein Strich Eigenthumsfrage, dann ist der Widerspruch unlösbar. Aber nicht nur das. Heute müssen dieselben in Geld oder zwei Häkchen in einem„ Abkehrschein" sehr gut be- Privateigenthum und Gemeineigenthum an Grund und gezahlt werden; der Bauer muß nicht blos Getreide erzeugt, nußen lassen. Zwischen den Leitern der großen Fabriken Boden sind unvereinbar. Anders gestaltet sich jedoch die er muß es auch verkauft haben, wenn er seinen Verin einem engeren Bezirk ist leicht ein Uebereinkommen her- Sache, wenn man die Frage vom ökonomischen Stand- bindlichkeiten nachkommen soll. Das ist unter der heutigen zustellen. Außerdem ist die Großindustrie überhaupt leicht punkte betrachtet, nicht als Sache des Rechts, sondern als Produktionsweise nicht zu ändern. Ein sozialistisches Geanständiger gegen die Arbeiter als die Klein meisterei, Produktionsweise. meinwesen bedarf dagegen das Geld des Bauern nicht. die ganz darauf angewiesen ist, ihr schwer bedrohtes Da- Die Frage ist dann nicht die, ob das Privateigen- Ein solches Gemeinwesen würde die Hypothekenzinsen und sein auf Kosten der Arbeiter noch eine Spanne Zeit zu thum oder Gemeineigenthum gerecht" ist, sondern die, Steuern, soweit es fie bestehen läßt, in Naturalliefeerhalten. Da liegt die Gefahr, da sind die Personen, die ob das Festhalten der Bauern an ihrer Betriebsweise den rungen verwandeln. Gleichzeitig würde aber auch der auf das Arbeitsbuch nur warten, um es ohne Scham und Uebergang zur sozialistischen Produktionsweise unmöglich Staat dem Bauern den Absatz seiner Produkte Scheu auszunußen, um so mehr, da die Kennzeichnung"| macht. sichern. Wie die anderen kapitalistischen Funktionen Warum nicht? Gründung einer Alters- und Invalidenversicherung von Staatswegen auf einen Zuschlag zur Einkommensteuer. Das ist ein sehr einfacher und sehr praktischer Vorschlag. Anschluß der Alters- und Invalidenversicherung an die Krankenversicherung. Da ist ein anderer Vorschlag, auch sehr praktisch und sehr einfach. Lieber die ganze Alters- und Invalid en versicherung verwerfen, als sie mit dem Quittungsbuch den Arbeitern auflegen! der Arbeiter im Quittungsbuch nicht verboten ist. Der Die kapitalistische Produktionsweise hat den Arbeiter würde er auch den Lebensmittelhandel übernehmen, soweit Vertreter dieser arbeiterfeindlichen Unternehmer, der Herr von seinen Produktionsmitteln getrennt. Der Befißer der die Neste der Waarenproduktion im In- und Ausland es Ackermann hat es ja offen ausgesprochen, daß man ein Produktionsmittel und der Arbeiter find zwei verschiedene noch nothwendig machen. Das sozialistische Gemeinwesen Arbeitsbuch wünscht, um die schwarzen Listen zu Personen geworden. Ersterer kauft dem Letzteren seine wäre aber im Stande, Alles, was der Bauer produzirt, erseßen. Diesen bietet sich das Quittungsbuch als Arbeitskraft ab und wendet sie nach Belieben an, stets in ihm abzukaufen oder abzutauschen. Denn der Bedarf von schweres Mittel zur Schädigung der Arbeiter. Glaubt die einer Weise, daß der Werth des Produktes, das der Arbeiter Lebensmitteln in einem solchen Gemeinwesen muß ein „ K. 3." wirklich über solche Thatsachen so leichten Kaufes schafft, größer ist als der Werth der Arbeitskraft, die der ganz anderer sein als heutzutage. Das Volk wird sich wegzukommen mit der faulen Redensart: man mache Arbeiter bei der Arbeit ausgiebt. Dieser Werthüberschuß, besser nähren und die Lebensmittelverfälschung aufhören: andere Vorschläge? der„ Mehrwerth" fällt dem Kapitalisten zu und bildet die der Bauer gewinnt also im Staate eine sichere und stetige verschiedenen Formen arbeitslosen Einkommens in der Kundschaft. modernen Gesellschaft- des Zinses, Profits und der Der große Bedarf an Lebensmitteln, den ein soziaGrundrente. Die moderne Großindustrie steigert die listisches Gemeinwesen namentlich im Anfang haben wird, Produktivität, die Schaffenskraft der Arbeit ins Riesenhafte, wo es plößlich heißen wird, große Massen Halbverhungerter ohne den Arbeitslohn- den Preis der Arbeitskraft zu sättigen, wird aber auch den Staat veranlassen, von auch nur einigermaßen zu erhöhen. Die Folge ist auf Eingriffen in die Landwirthschaft abzusehen, der einen Seite, daß die Arbeiterklasse sich immer mehr welche die Lebensmittelproduktion gefährden könnten. Der Wenn ein System nothwendig auf einen so kolossalen ausgeschlossen sieht von den Errungenschaften der Kultur; Arbeiter wird den Bauer brauchen, um vollauf Nahrung Fehler, wie auf das Quittungsbuch führt, so ist es ohne auf der anderen Seite, daß die Produktion immer leichter zu erhalten. Weit entfernt, diesen von Haus und Hof zu Umstände zu verwerfen. die Bedürfnisse des Marktes überschreitet, daß Krisen ent- jagen, wird er vielmehr dahin trachten, daß er bleibt, wo Möge man sich nicht täuschen. Für das Linsengericht stehen, bis schließlich die Ueberproduktion eine unheilbare er ist, daß es ihm wohl gehe und daß seine Arbeit so dieser Alters- und Invalidenversicherung werden sich die wird. Die gesammte Produktionsweise geräth in Un- produktiv als möglich sei. Arbeiter das Quittungsbuch nicht auflegen lassen. Sie ordnung, Unsicherheit ergreift alle Kreise und die Unzu- Ein Staatswesen, in dem die Arbeiterklasse die poliwerden, wie sie es viel tausendstimmig ausgesprochen haben, friedenheit mit der bestehenden Produktionsweise bleibt tische Macht besitzt, wird nicht bloß die Lasten der Bauern lieber auf die ganze Alters- und Invalidenversicherung nicht mehr auf die Arbeiterklasse beschränkt, wenn auch verringern, wird nicht bloß den Absatz der Produkte sichern verzichten. diese unter dem wirthschaftlichen Niedergang am meisten und regeln, es wird auch alles aufbieten, ihnen die Proleidet. duktion zu erleichtern. Die Dünger- und MaschinenDiese ökonomische Situation verlangt dringend, was fabriken des Staates werden die Bauerngemeinden mit den auch die Interessen der Arbeiterklasse erheischen, eine nöthigen Hilfsmitteln versehen. Regelung der Produktion, eine Aufhebung der Freiheit" Endlich wird aber in einem sozialistischen Gemeinwesen der Kapitalisten, ihr Eigenthum nach Belieben zu verwenden; auch die Wanderung vom Dorf in die Stadt aufDie Bauern und die Sozialdemokratie. sie verlangt aber auch die Aufhebung der Trennung des hören. Nur in dieser findet sich heute noch die MögProduzenten vom Produktionsmittel. Die Produktions- lichkeit( wenn auch nicht große Wahrscheinlichkeit) für Die Arbeiterklasse ist und bleibt der Träger der mittel sind aber unter der kapitalistischen Großindustrie mittellose Leute, fortzukommen, Geld zu verdienen. In sozialistischen Bewegung, diese wird stets im Wesentlichen so ungeheuer umfangreich und kostspielig geworden, daß ihr allein sind jene Errungenschaften der Kultur zu finden, eine Arbeiterbewegung sein. sie nur gesellschaftlich benützt werden können. Heute deren Werth mitunter höchst zweifelhaft ist, an denen Aber die Klasse der industriellen Lohnarbeiter ist nicht schon ist jeder kapitalistische Betrieb ein gesellschaftlicher, theilzunehmen aber einmal die Verhältnisse Jeden drängen, die einzige, die in einem Gegensatz zur Kapitalisten ein für viele Arbeiter gemeinsamer; nur gehört das der nicht stupid oder blafirt, überhaupt genußunfähig ist. klasse steht. Für Bauern und Handwerker bedeutet die Produkt der gesellschaftlichen Arbeit nicht der Gesellschaft, Immer mehr ziehen die intelligenten und energischen EleEntwicklung der kapitalistischen Produktionsweise, das fondern einem Einzelnen, dem Besizer des Betriebes, mente vom flachen Land in die Städte; eine Gegend, die Gedeihen der Kapitalistenklasse, geradezu den Ruin. dem Kapitalisten. Der gesellschaftliche Charakter der Arbeit die Eisenbahn erreicht, entvölkert auf diese Weise rasch. Niemals ist das deutlicher zu Tage getreten, als im unter der kapitalistischen Produktionsweise und ihre un- Nur die Dummen und die Arbeitsunfähigen bleiben zurück, legten Jahrzehnt. geheure Produktivkraft, die ein planloses Arbeiten ver- Mangel an Arbeitskräften tritt ein, der mit zum Rückgang Die Folge davon ist eine kräftige kapitalistenfeindliche bietet- beide machen es nothwendig, den Arbeiter in der Landwirthschaft beiträgt. Das ist unter den heutigen Agitation im Kleinbürger- und Kleinbauernthum, eine der Weise zum Besizer des Produktionsmittels zu machen, Verhältnissen nicht zu ändern. Alle Versuche, die ArbeitsAgitation, die an Kraft immer zunimmt, und deren Be- daß man die gesammte Arbeiterklasse zum Besitzer sämmt- fräfte an das flache Land zu fesseln, schlagen heute in ihr deutung keineswegs unterschäßt werden darf. Vorläufig licher Produktionsmittel macht, soweit diese gesellschaftlicher Gegentheil um, da sie denselben den Aufenthaltsort wirkt dieselbe freilich reaktionär, da sie die Erhaltung Produktion dienen. vollends verleiden. und Förderung veralteter Betriebsformen anstrebt und vom Standpunkt der Klasseninteressen, die sie vertritt, auch Sobald die Produktion organisirt ist und das Haften Die ökonomische Entwicklung fordert die Ver= anstreben muß. Der einzelne Handwerker und Bauer staatlichung der kapitalistischen Großbetriebe, der und Jagen nach Arbeit und Gewinn aufhört, sobald der kann sich über diese Beschränktheit erheben und sich der Eisenbahnen, Fabriken, Bergwerke, der großen Landgüter Handel es nicht mehr nothwendig macht, daß große Waarenvorwärtsstrebenden Sozialdemokratie anschließen, aber er u. f. w., nicht aber die Verstaatlichung kleiner Werk- und Menschenmassen sich an wenigen Punkten fonzentriren, kann dies nur durch eine gewisse Gedankenarbeit; dadurch, stätten und Bauernwirthschaften, wo der Einzelne noch werden die Großstädte überflüssig und die Rückwanderung daß er erkennt, daß die heutige Produktionsweise Hand- immer einzeln arbeitet, nicht in Gesellschaft vieler Anderer. der Menschen auf das flache Land kann beginnen. Die werker und Bauern später doch ins Proletariat stößt, daß Die Verstaatlichung der Kleinbetriebe wäre nicht nur nicht Landwirthschaft wird wieder Arbeitskräfte bekommen und er demnach die eigene Lage oder die Lage seiner Kinder nothwendig, sondern vielfach einfach undurchführbar. Die Dünger. Freilich wird der Charakter der Landwirthschaft dann in der Zukunft verbessern hilft, wenn er die Klaffen- industriellen Kleinbetriebe dürften auch ohne staatlichen interessen des Proletariats vertritt. Zwang bald verschwinden, da Niemand ein solcher Narr auch sich wesentlich ändern, denn mit den Industriearbeitern Es ist nicht zu erwarten, daß sich, namentlich unter sein wird, sich in einer engen Werkstatt mit elenden Wert wird auch die Großindustrie auf das flache Land verlegt, den Bauern, allzu viele finden werden, die, diesem Gedanken- zeugen mit kläglichem Erfolg zu plagen, wenn er in dieses wird der modernen Kultur erschlossen werden. Der gange folgend, sich der Sozialdemokratie anschließen. Die großen, luftigen Räumen bei kurzer Arbeitszeit ein be- Bauer und der Industriearbeiter werden einander näher treten, sie werden immer mehr mit einander und für einMehrheit der Bauern dürfte stets, so lange überhaupt quemes Auskommen findet. eine Bauernklasse eristirt, auf deren Klassenstandpunkt im Anders auf dem flachen Lande. Der Bauer ander arbeiten, bis schließlich auch der Bauer völlig in den beschränktesten Sinne stehen, der nicht den Uebergang zu hängt zäh an seinem Grund und Boden; noch giebt es Bereich der sozialistischen Produktionsweise gelangt ist. Aber er wird nicht ein Proletarier, wie heute, sobald einer höheren Produktionsweise verlangt, sondern die zahlreiche abgelegene Gegenden, in denen der Einfluß der Erhaltung der bäuerlichen Betriebsweise. fapitalistischen Produktionsweise sich wenig merkbar ge- ihn die herrschende Produktionsweise erfaßt. Jeder Schritt, Es ist nun die Frage, ob die Sozialdemokratie macht hat. Die Bauern in der Nähe der Städte den er unter der Herrschaft der sozialistischen Produktionsin einem unüberwindlichen Widerspruch zu der Bauern- und der großen Landgüter, die meist ohnehin proletarisirt weise näher an diese heran thut, ist ein Fortschritt zum bewegung steht, die immer mächtiger anwächst, mit sind, dürften, angezogen durch die Vortheile der gesellschaft Bessern, bedeutet eine Hebung seiner Lage. Der Sieg andern Worten, ob die Klasseninteressen der industriellen lichen Produktion, die sie vor Augen haben, sich bald der der Sozialdemokratie bedeutet nicht die Vernichtung, sondern die Kräftigung des Bauernstandes, eine Kräftigung, Lohnarbeiter in nie zu überbrückendem Gegensatz zu denen selben zuwenden. der Bauern stehen. Die sozialistische Produktionsweise bietet aber auch die ihn befähigt, aus sich selbst ohne schmerzhaften UeberBeim ersten Anblick scheint es so: Die Interessen denjenigen Bauern Vortheile, die, noch nicht gang, wie heute, die Elemente einer höheren Produktionsder ersteren erfordern die Verstaatlichung oder besser ganz oder halb proletarisirt, an ihrem Grund- weise zu entwickeln. gesagt, die Vergesellschaftlichung der Produktionsmittel, eigenthum festhalten. Die Bauern haben also bei einem Sieg der Sozialalso auch des Grund und Bodens. Der heutige bäuer- Sie bietet ihnen nicht blos die Vortheile der Demo- demokratie nichts zu verlieren, nur zu gewinnen. Wenn liche Betrieb ist dagegen mit dem Privateigenthum an tratie, Erleichterung der Militärlasten, Verminderung die Arbeiter einmal in den Besitz der politischen Macht Grund und Boden eng verbunden, oder genauer gesagt, unnüßen staatlichen Aufwandes und dergleichen Vortheile, fommen sollten, dürften sie etwas Gescheidteres zu thun mit dem Privateigenthum an Haus, Hof und Feld, nicht die heute nur die Sozialdemokratie bringen kann, da die haben, als die Bauern zu expropriiren. aber an Wald und Weide. Hier scheint ein Widerspruch bürgerliche Demokratie längst zu schwach oder zu feig ge= Die Arbeiter werden die Bauern brauchen, diese aber vorzuliegen, und in der That will der Bauer von der worden, als daß von ihr etwas Ernstliches zu erwarten auch die Arbeiter; sie thun daher gut, nicht mit Mißtrauen Sozialdemokratie, welche Vortheile immer ihm diese bieten wäre. Sie bietet noch weitere, größere Vortheile für den auf dieselben herabzusehen. mág, in der Regel deshalb nichts wissen, weil er fürchtet, Bauern, die er außer ihr nicht erwarten kann, da die Wir erwarten nicht, daß in Folge von theoretischen sie wollen ihm seinen Grundbesig nehmen. Rückkehr zu urwüchsigen Zuständen unmöglich ist. Auseinandersetzungen die Bauern sich der Sozialdemokratie Es kann uns nicht etwa einfallen, der Arbeiterklasse Zu den Mißständen, unter denen der Bauer heute anschließen werden. Jede Klasse hat ihre eigenen InterVorschriften darüber geben zu wollen, wie sie sich den leidet, gehören die Verschuldung, die hohen Hypotheken- essen zu vertreten, ihren eigenen Klassenkampf zu kämpfen Bauern gegenüber zu verhalten hat, wenn sie einmal in zinsen und Steuern, die in baarem Gelde zu entrichten und bedarf daher einer eigenen politischen Organisation. Die Arbeiterklasse wird, wie Eingangs betont, der Träger Die materiellen Verhältnisse haben also in den oberen seiner Glieder, die sich in die Bourgeoisie erheben, in's der sozialistischen Bewegung bleiben, der sie bisher gewesen. wie in den niederen Schichten die gleiche Tendenz bethätigt: Proletariat versinken. Die Frauen der bessergestellten Aber es ist nicht gleichgiltig, ob die Bauern wissen, was sie haben die Erziehung der Kinder der Mutter Kleinbürger suchen sich in Nachaffung ihrer Schwestern die Sozialdemokraten wollen oder nicht, und ob die aus den Händen genommen, die Erziehung ist in der der Großbourgeoisie der Erziehung der Kinder thunlichst Bauernorganisationen sich der Sozialdemokratie feindlich Hauptsache nicht mehr das Werk und die Aufgabe der zu entledigen. Das Gros der Kleinbürgerinnen dagegen gegenüberstellen oder eine wohlwollende Neutralität ihr durch Familienbande verknüpften Personen, sondern von wird durch die Nothwendigkeit eines Nebenerwerbs als gegenüber beobachten. außer der Familie Stehenden, auch oft außer ihr Lebenden. Näherin, Stickerin, Lehrerin so ziemlich in die gleiche Lage Die neuen Produktionsbedingungen haben die Frau nicht perseßt wie die Arbeiterfrau. Pflege und Erziehung nur der häuslichen Arbeit, sie haben sie auch bereits zu der Kinder entschlüpft also auch in diesem Stande immer einem guten Theil der Kindererziehung enthoben, und mehr den Händen der Mutter. das gezeitigte Resultat ist für die Frau der Bourgeoisie wie für die Proletarierin das gleiche. Es ist daher keineswegs überflüssig, wenn wir von Zeit zu Zeit erwägen, inwieweit unsere Ziele mit denen der Bauernschaft vereinbar sind, und wenn wir diese mit unseren Bestrebungen bekannt machen. Allzugroßen Illufionen über den Erfolg dieser Thätigin London. keit darf man sich freilich nicht hingeben. Das Schwer- In der Folge zeigt sich jedoch der nämliche tief Der internationale Gewerkschaftskongres gewicht ist immer auf die Propaganda und die Organisation in der Arbeiterklasse zu legen, und nie dürfen wir unser Programm einer unsicheren Bundesgenossenschaft zuliebe verwässern und abschwächen. Karl Kautsky. Der Mutterberuf der Frau. Aus Frauenkreisen. greifende Unterschied wie zwischen dem luxuriösen Müßiggange der Ersteren und der erdrückenden Ueberarbeit der Letteren. Die Frau des Kapitalisten kann für Er- Seit Jahren bereits befinden sich die scheinbar so fest= ziehung ihrer Nachkommen geeignete Stellvertreter, treff gefügten englischen Gewerkschaften( Trades Unions) in lich ausgebildete Erzieher und Lehrer vom Fach wählen, einer tiefen inneren Gährung. Die Elite der englischen deren Wirken ihre eigene Leistungsfähigkeit vielleicht weit Arbeiterschaft umfassend und darum mit reichen Mitteln in den Schatten stellt, die Kinder entwickeln sich unter ausgerüstet, nur die„ gelernte" Arbeit vertretend und günstigen Vorbedingungen. darum feiner maßlosen Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkte Wie ganz anders liegen die Dinge für die Arbeiter- preisgegeben wie die Angehörigen derjenigen Berufe, für frau! Der Erzieher ihrer Kinder heißt fast unvermeidlich: die rasch jeder arbeitsrüftige Mann, oder sogar Frau und der Zufall, die einzig konsequent auf ihre Entwickelung Kind eingelernt werden kann noch dazu lange Zeit von einwirkende Schule, die Noth. Die Frau des Reichen, dem einzig dastehenden Aufschwung der englischen Industrie In den vorausgegangenen Artikeln über die veränderte welche dem Kinde ihre Brust vorenthält, um nicht die begünstigt, hatten die Trades Unions große Erfolge im Stellung und Rolle der Frau ward der Nachweis geführt, Schönheit ihrer Formen zu beeinträchtigen, läßt dem Lohnkampfe zu verzeichnen und sie glaubten, alle ihre daß die ökonomischen Verhältnisse die Wirksamkeit der Säugling durch die„ kräftige Amme vom Lande" eine Intereffen genügend wahren zu können, wenn nur der ehemaligen ,, Hausfrau" zu einem wirthschaftlichen Anachronis- gesundere Milch reichen, als ihr eigener, durch die Sünden Lohnkampf vollständig frei, nicht durch Geseze oder be= mus gemacht, daß dieselben die Thätigkeit und Interessen der Väter verdorbener Organismus erzeugen könnte. Die hördliche Eingriffe gehemmt sei. Die englischen Gewerkdes weiblichen Geschlechts aus der Familie in die Gesell- Personen, welche die weitere Entwickelung des Kindes schaften wollten daher an dem grundlegenden Verhältniß schaft verlegt haben. überwachen und leiten, sind durch besondere Ausbildung zwischen Kapital und Arbeit nichts durch staatliche ReforI. Die Wir hatten dabei die Funktion der Hausfrau" nur für ihren Beruf vorbereitet. Die Arbeiterfrau hingegen men geändert sehen, sie wollten auch fernerhin, um den von der ökonomischen Seite her im Auge und ließen den tann in der Regel nicht daran denken, ihrem Kinde einen Lohn, die Arbeitszeit und die sonstigen Arbeitsbedingungen zweiten, vom dichtenden und philosophirenden Spießbürger- gleichwerthigen Ersatz für die eigene Pflege zu bieten. festzustellen, an dem„ freien Vertrag", der freien Konthum besungenen ,, Naturberuf" der Frau„ als Mutter der Verhindert nicht Kränklichkeit oder schlechte Ernährung, das kurrenz" zwischen Kapitalist und Arbeiter festhalten, weil Kinder, die lehret den Mädchen und wehret den Knaben" Kind an der Mutterbrust aufzuziehen, so erheben die sie sich stark genug fühlten, durch die Macht ihrer Veraußer dem Spiel. Erwerbsverhältnisse ihren Einspruch dagegen. Vielleicht bände dem Arbeitsvertrag einen Inhalt zu geben, der für Die Frau muß ihren Mutterpflichten, sie muß den muß sich die Mutter sogar als Amme an Fremde ver- den Arbeiter durchaus zufriedenstellend wäre. Kindern erhalten bleiben", unter diesem Schrei wird viel- dingen, aber noch weit häufiger ruft sie der schrille Schrei fach der Kreuzzug gegen die Emanzipationsbestrebungen der Dampfpfeife, wenn kaum der Tag graut, in die Fabrik. ren auseinanderzuseßen, warum dieser Standpunkt mit der Wir brauchen unseren Lesern kaum noch des Breitedes weiblichen Geschlechts gepredigt. Mit der keinen Sie bleibt den langen Arbeitstag über an die Maschine Zeit immer mehr hinter der wirklichen wirthschaftlichen Widerspruch duldenden Erklärung, daß der natürliche geschmiedet, nur in den knapp bemessenen Mittagspausen Entwicklung zurückbleibt. Je mehr die moderne GroßBeruf der Frau die Mutterschaft, die Erziehung der Kinder Beruf der Frau die Mutterschaft, die Erziehung der Kinder die Zeit findend, nach Hause zu heßenden günstigen industrie sich ausbreitet, desto schwächer wird die Position ist, glaubt man jeden Anspruch auf Pflichten und Rechte Fall vorausgesetzt, daß sie nahe genug wohntum des„ gelernten" Arbeiters, desto leichter ist er durch den der Frau innerhalb der Gesellschaft von vornherein todt einen flüchtigen Blick auf das Kind zu werfen, ihm Nahrung rasch herangezogenen ungelernten Arbeiter ersetzt. zuschlagen, und zwar doppelt todizuschlagen, nämlich mit zu reichen. Absatzstockungen, die Arbeiterentlassungen nehmen immer ,, moralischen Gründen." In der Zwischenzeit ist das Kleine der Sorge eines mehr überhand, die Zeiten des Aufschwunges und der Der Philister liebt bekanntlich nichts so sehr, als wie etwas älteren Geschwisters, dem guten Willen einer Nach- Blüthe schwinden immer rascher zusammen, so daß der unbequeme Thatsachen und Erscheinungen mit moralischen barin überlassen, vielleicht auch einer anderen bezahlten bloße Lohnkampf immer schwieriger und ergebnißloser Gründen" abzuwehren. Moralische Gründe" sind kleid Person, welche das Aufpäppeln als Geschäft betreibt und wird. Das haben auch die englischen Gewerkschaften_an sam, dazu billig wie Brombeeren und bequem, fie entheben Engel macht". Damit der kleine Schreihals so lange ihrem eigenen Fleische erfahren: von Jahr zu Jahr find des Nachdenkens und ermöglichen hübsch klingende Gemein- als möglich ruhig liegen bleibt, erhält er den üblichen ihre Kassen immer schwerer durch die Unterstützungen an pläge. Die bürgerliche Moral ist der Wüstensand, in schmutzigen Lutschbeutel in's Mündchen gestopft, wenn ihm Arbeitslose belastet worden, so daß der Lohnkampf sich welchen Vogel Strauß den Kopf versteckt, sie muß auch nicht gar die Nahrung mit narkotischen, Tod oder Blöd- darum schon mehr und mehr verbot, weil die Gelder dazu in letzter Linie herhalten, wenn es gilt, die Frau an's finn nach sich ziehenden Mitteln verſegt wird, damit er zu fehlen beginnen. Haus zu fesseln. ,, recht fest und recht gut schläft". An Stelle der Mutterrecht fest und recht gut schläft". Was nun? Bei Defretirung des Naturberufs" der Frau, Kinder milch tritt dünne, verfälschte Kuhmilch und allerhand Unions schon seit Jahreu unentschlossen. Die Führer, die Vor dieser Frage stehen die Trades zu gebären und zu erziehen, kommen natürlich die Tausende Kindernährmittel", von denen günstigsten Falles gilt, Mitglieder des Parlamentarischen Komitees", die Leiter und Abertausende von Frauen, die nie in die Lage oder Daß sie nicht geradezu wie Gift auf den zarten kindlichen der Kongresse werden von den bürgerlichen Parteien auf Möglichkeit versetzt sind, Mutterpflichten zu üben, gar Organismus einwirken. Mit der übrigen Pflege des jede Weise umworben, um die Verbände in der alten, nicht in Betracht. Und doch ist deren Zahl, Dank den Säuglings, mit der Beobachtung der hygienischen und für das Kapital unschädlichen Bahn zu erhalten, und sie gesellschaftlichen Zuständen, im fortwährenden Steigen Reinlichkeitsvorschriften sieht es der Ernährung entsprechend thun das auch, theils aus mangelndem Verständniß für begriffen, und die Frage nach Beruf und Erwerb ist eine aus. Glücklich noch, wenn der Arbeiterin eine gute Krippe die gänzlich veränderten Forderungen einer neuen Zeit, Lebensfrage für sie. In Folge der Kriege, welche viele oder Kleinkinderbewahranstalt zur Verfügung steht, in theils aus Liebedienerei gegen die maßgebenden Größen Tausende von jungen Männern hinwegraffen, noch mehr welche das Kind aufgenommen werden kann. und Parteien des Tages. Unten aber, in den Tiefen, in Folge der immer größer werdenden Schwierigkeiten, Ist das Säuglingsalter überschritten, so bleibt das macht sich eine ganz entgegengesezte Strömung bemerkbar, einen Hausstand zu gründen, nimmt die Zahl der Ehen ab, der wirthschaftliche Nothstand, die Eigenthums- und Kind der sehr bedenklichen Beaufsichtigung durch Geschwister welche die Aussichtslosigkeit des bloßen Lohnkampfes bei Erwerbsverhältnisse führen auch innerhalb der Ehe viel- und Bekannte anvertraut oder auch ohne jede Ueberwachung, der unverändert fortbestehenden Wirthschaftsordnung betont, fach zur Enthaltung von Kindererzeugung, die schlechte mit unbeschränkter Freiheit, sich zu verbrennen, in's Waffer welche daher nicht mehr auf dem Wege des„ freien Verphysische Entwickelung meist auch eine Folge der gesell- zu fallen, aus dem Fenster zu stürzen. Vielleicht kann es trages" zwischen Kapital und Arbeit, sondern auf dem schaftlichen Zustände macht es vielen Frauen unmöglich, treten, aus dem es dann in die Volksschule gelangt. die Sache des Proletariats fördern will. Diese Richtung in eine Kinderbewahranstalt, in einen Kindergarten ein- Wege der gesetzlichen Einschränkung der Kapitalsübermacht Kinder oder wenigstens gefunde, lebensfähige Kinder zu Die Mutter athmet beruhigt auf, sie hat die Ueberzeugung, will die Arbeiterklasse nicht bloß gewerkschaftlich, sondern gebären. Mit welchem Rechte also für alle diese Frauen gebären. Mit welchem Rechte also für alle diese Frauen daß sich ihr Kind wenigstens für so und so viel Stunden auch politisch organisirt sehen, um durch eine weitblickende eine Regel erklären, welcher die Vorbedingung fehlt? Andrerseits, ist die Frau, welche als Mutter im unter Aufsicht befindet, daß die Gefahr, Schaden zu nehmen, und weitgehende Arbeiterschußgefeßgebung das zu erreichen, Kreise von Kindern steht, wirklich eine Erzieherin und in etwas vermindert ist. Volkskinderbewahranstalten und was auf die alte Weise nicht mehr errungen werden kann. Volksschulen bieten zwar den Kindern keineswegs das, kann sie es unter den heutigen Verhältnissen sein? Bei diesem Zweifeln und Schwanken seßten beide Werfen wir einen Blick in die Familien der oberen was fie bieten sollten, und sie werden es im Klassenstaate streitenden Theile große Hoffnungen auf den beschlossenen Zehntausend, so finden wir, daß die Ausübung des auch nie bieten, allein für die Proletarierin ist schon das internationalen Arbeiterkongreß. Die alten„ SchwanzNaturberufs" seitens der Frau gewöhnlich darin besteht, Eine von Bedeutung, die Aufsicht, behuss Verhütung des politiker", welche eine besondere Arbeiterpartei nicht daß dieselbe dem Entwickelungsgange der Kinder entsprechend gröbsten Schadens. wünschten, rechneten auf diese Zustimmung der ausländieine Reihe von fremden Kräften, von physischen und Die Regel in den einschlägigen Kreisen ist, daß die schen Delegirten und spekulirten darauf, daß diese Zugeistigen Lohnarbeitern bezahlt, auf welche sie alle Mutter Mutter nicht diejenige Art der Pflege und Erziehung ſtimmung die ihnen feindliche sozialistische" Minorität auf pflichten" abwälzt, dabei meist herzlich bedauernd, daß wählen dann, welche ihr für die Entwickelung des Kindes Jahre hinaus zur Einflußlosigkeit herabdrücken würde: und sie nicht auch den unangenehmen Gebärsatt auf Miethe- am geeignesten scheint, sondern diejenige wählen muß, ebenso erwarteten die sozialistisch angehauchten Trades personen abwälzen kann. Auf die Amme folgt die Bonne welche ihr am billigsten zu stehen kommt und ihr die Unions von dem Kongreß zweifellos eine Stärkung ihrer oder Kindergärtnerin, dann kommen Erzieher und Er- meiste Zeit für den Erwerb frei läßt. Sie selbst kann Richtung. zieherinnen, Lehrer und Lehrerinnen. Die förperliche, auf die Entwickelung ihres Kindes nur Einfluß üben in Zunächst schien sich alles günstig für die Führer angeistige und moralische Entwickelung des Kindes ist infolge den kurzen Pausen der Arbeitszeit, nach dem Feierabend, zulassen. Sie hatten die Einladungsbedingungen abzuder günstigen materiellen Verhältnisse Fachleuten anveran Sonn- und Festtagen wenn es nicht Ueber- und fassen und sie wußten dieselben so engherzig und einschrän= traut, und die Mutterpflichten beschränken sich darauf, Sonntagsarbeit giebt. Ihr Körper iſt abgerackert, ihr fend zu gestalten, daß dasjenige Land, dessen Arbeiter am diese Fachleute zu wählen, zu besolden, eventuell auch zu Geist von Sorgen gequält, in den Feierstunden wartet folgerichtigsten sozialistisch denken gelernt haben - daß beaufsichtigen. Nur in seltenen Fällen übt in den betreffen- ihrer gewöhnlich eine doppelte Arbeitslast, es gilt das Deutschland gar nicht vertreten sein konnte. den Kreisen die Mutter einen direkten Einfluß auf die während der Brotarbeit an der Hausarbeit Versäumte Nur als Vertreter gewählte Mitglieder der GewerkEntwickelung ihrer Kinder aus, und noch seltener ist nachzuholen. Wie soll die Frau dann noch in der schaften sollten das Recht haben, in London zu erscheinen dieser Einfluß ein verständiger und günstig erzieherischer. Lage und Verfassung sein, günstig auf die Ent- und an den Sizungen theilzunehmen. Nun können die Das, was in der Großbourgeoisie der Ueberfluß wickelung ihrer Kinder einzuwirken? deutschen Fachvereine nicht einmal zu allgemeinen Kongressen bewirkt, das bringt in dem Proletariat die Noth zu Bleibt noch der biedere gute Mittelstand übrig, in Deutschland Vertreter entsenden, wenn„ politische" Stande. Je geringer und unsicherer der Verdienst des dieses Raritätenkabinet für alle längst überlebten Ein- Fragen zur Erörterung stehen. Thun sie das, so werden Mannes wird, je mehr es ein eisernes Gebot der Noth- richtungen, deren Hüter von Begriffen und Zuständen, die sie seitens der Behörden und Gerichte als„ politische Verwendigkeit ist, daß die Frau erwerbend auftritt, um die unseren Großvätern theuer und heilig waren. Aber die eine" erklärt und aufgelöst, weil sie durch den allgemeinen Eristenzkosten der Familie decken zu helfen, um so weniger Verhältnisse des Mittelstandes sind in keiner Beziehung Kongreß mit einander in Verbindung getreten" sind. Das Kleinbürgerthum ist unrettbar dem Dieses Schicksal würde ihnen natürlich erst recht bevorist es ihr auch möglich, ihren Kindern zu leben, sich mit maßgebend. deren Erziehung zu befassen. Untergange verfallen und muß, mit Ausnahme weniger stehen, wenn sie gar mit ausländischen Vereinsdelegirten wollten. Arbeiterversicherung und Armenwesen. Herr v. Bötticher bestritt jüngst im Reichstage, daß die Regierungen selber die ganze heutige Sozialreform zur Berathung politischer Maßnahmen zusammen tagen geradezu auf einen Bruch abgesehen zu haben, um sich seiner Niederlage zu entziehen. Das alles glückte jedoch In gleicher Weise muß sich Desterreich fernhalten, und nicht und die Schläge, welche es erhielt, werden zweifellos da die deutsche Sozialdemokratie einen Aufruf an alle noch lange in den Trades Unions nachzittern. Länder erließ, den Londoner Kongreß überhaupt nicht zu Der Bann ist gebrochen, welcher bisher noch immer als eine bloße Verbesserung des Armenwesens betrachtet hätten. beschicken, so blieben auch die Schweiz, Nordamerika, auf den wirklich fortgeschrittenen Elementen der englischen Wir haben schon seit Jahren öfter, auch in diesem Schweden und Spanien fern. Gewerkschaften lastete. Sie haben Fühlung gewonnen mit Trozdem nahmen die Verhandlungen einen ganz ander kontinentalen Arbeiterbewegung, sie haben neue Kraft Blatte, die Sache Klargestellt und wiederholen daher einderen Verlauf, als es nach diesen„ Erfolgen" des parla- gesogen aus der Zustimmung fast aller ausländischen Ver- fach folgende Worte aus den Motiven, mit welchen die mentarischen Komitees scheinen mußte. treter. Ihre Gegner aber, die verzopften und korrumpirten Reichsregierung die erste Unfallversicherungsvorlage beim Reichstage einführte: Der Kongreß verhandelte über die Organisation der Freunde der Gladstone und Salisbury, haben fühlen müssen, Arbeiter und er erklärte, daß dieselbe nicht nur eine ge- wie die wirklich zielbewußte Arbeiterschaft bereits über ihren werkschaftliche, sondern auch eine politische sein müsse, eine Dr- Standpunkt hinausgeschritten ist, und der Eindruck dieser ganisation des Klassenkampfes gegen das Kapital, um die Wahrnehmung auf ihre Anhängerschaft wird nicht ausendgiltige Befreiung der Arbeit vorzubereiten. Der Kongreß lehnte die Resolution des Schotten Keir Hardie ab und nahm dafür den Antrag des französischen Sozialisten André Gély an! England stand allein mit seiner Entscheidung, fünf Länder sprachen sich gegen das bisherige Verhalten der Trades Unions aus! bleiben, die Zersetzung der Trades Unions wird fortschreiten und die neue Nichtung wird über die alten Führer hinwegschreiten, wenn sie sich den neuen Verhältnissen nicht anzupassen verstehen. der In Wahrheit handelt es sich bei den Maßnahmen, welche für Verbesserung der Lage der befitlosen Klassen ergriffen werden können, nur um eine würdigere Ausgestaltung der staatlichen Armenpflege und um eine Weiterentwickelung der dieser bereits zu Grunde liegenden Idee. Das genügt hoffentlich auch für Herrn v. Bötticher, ja, wie er sagt, alle Arbeiterblätter lieft. Briefkasten. Sonst leistete der Kongreß vielleicht nicht ganz das, was man von ihm erwartete. Am Dienstag, den 6. NoAehnlich bei den Berathungen über die Arbeitszeit. pember, trat er zusammen, am Sonnabend schloß er bereits Wegen Erkrankung unseres Redakteurs mußten wir Auch hier war England für Beschränkung der übermäßigen seine Sizungen, und bis Donnerstag Mittag verbrachte er Arbeitsstunden durch rein gewerkschaftliches Vorgehen und seine Zeit mit der Prüfung der Mandate und der Ver- das zusammenfassende Referat über die Situngen und hier schloß sich ihm merkwürdigerweise Italien( Vertreter lesung einzelner Berichte über die Lage der Arbeiter in Vorlagen des Reichstages bis zur nächsten Nummer zuDas war ein schwerer Fehler, Berlin. Herr Sch. hat in Parteifreisen schon oft erklärt, daß Lazzari) an. Die vier anderen Nationen waren aber für verschiedenen Ländern. den gesetzlichen Normalarbeitstag, und da nach Nationen der in künftigen Fällen sicherlich vermieden werden wird. er eine Berliner Kandidatur für den Reichstag nicht anzunehmen abgestimmt, jeder Nation eine Stimme zuertheilt wurde, So hätten wir denn nur noch zu bemerken, daß allgemein gedenkt. Auch bei Abgeordneten hat er hier keinen Zweifel gelaſſen, so entschied sich demnach der Kongreß für den gesetzlichen das Fernbleiben Deutschlands bedauert wurde, daß man 10 3. B. dem Abg. S. gegenüber, als dieser mit ihm vor einem Jahre über die nothwendige Neubesetzung des 2. Berliner Kreises für alle Länder vollständige Koalitions- und Vereinsfreiheit sprach. Sie sind also falsch berichtet. Die Erhaltung des VerNormalarbeitstag. rückstellen. Bisweilen schien es, als sollten die Delegirten resultat- für Arbeiter forderte, und daß man in einer Erklärung frauens der Arbeiter, daß ihm bei seiner Berliner Wirksamkeit jede los auseinandergehen, so heftig plaßten die Gegensäße gegen alle Völkerkriege und für ein internationales Schieds- persönliche Nebenabficht fehlt, erscheint Herrn Sch. viel wichtiger, aufeinander. Das parlamentarische Komitee schien es auch gericht die Solidarität der Arbeiter aller Länder anerkannte. wie diese kleinliche Genugthuung. Darum die Ablehnung, von der abzugehen wir auch heute noch gar keinen Grund sehen. Nachruf. Allen Freunden und Bekannten meines mir verstorbenen Mannes sage ich für die Betheiligung bei seiner Beerdigung meinen innigsten Dank. Frau Bertha Trumpf nebst Tochter. Oftbahnhof 4. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager, empfiehlt E. Wilschke, Junkerstr. 1, Ecke d. Markgrafenftr. Roh- Tabak! Sumatra a 260 Pf., deckt mit 2 Pfd. Java reines Umblatt 85 u. 90 Pf. Domingo umblatt 90 Bf. 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Vortrag Tages Ordnung: = des Reichstagsabgeordneten Herrn N. Frohme. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Große öffentliche Schuhmacherversammlung, Montag, den 3. Dezember, Abends 8½ Uhr, in den Bürgerfälen, Dresdenerstr. 96. Tages Ordnung: Die Beitragspflicht der außerhalb der Innung stehenden Schuhmacher Berlins zu den Kosten der Innung. Der Einberufer. Grosse öffentliche Arbeiterinnenversammlung Donnerstag, den 6. Dezember, Abends 81/2 Uhr, bei Nieft's, Weberstraße 17. Tagesordnung: Der Stand der Arbeiterinnenbewegung. Die Einberuferin: Antonie Leuschner. Verband deutscher Mechaniker und verwandter Berufsgenossen. ( Bahlstelle Berlin.) Versammlung am Mittwoch, d. 5. Dezember, Abends 8 Uhr, bei Lammers, Kommandantenstr. 71-72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Benkendorf. 2. Diskussion. 3. Berathung über die vom Magistrat einge= sendeten Fragebogen. 4. Verschiedenes. 5. Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Verein der Sattler und Fachgenossen. Mitglieder- Versammlung Dienstag, den 4. Dezember, 3. Wie stellen sich die Tischler Berlins zu dem in diesem Jahre zu Braunschweig statt- in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr 77/79. findenden allgemeinen deutschen Tischler- Kongreß. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Quittungsmarken& Für die beiden Jerichower Kreise Für die beiden Jerichower Kreise Königsberg i. Pr. Kautschukstempel- Fabrik von Conrad Müller Schkenditz- Leipzig empfiehlt sich allen Arbeitervereinen, Krankenkassen u. f. w. Ausführung sauber und schnell. Preislisten gratis und franko. Allen Freunden u. Bekannten empfehle mein Weiss- und Bairisch- Bier- Lokal. Billard, 2 heizbare Kegelbahnen. Johann Gnadt, Brunnenstr. 38. Freundliche Schlafstelle f. anständigen Herrn oder Dame, Dieffenbachstr. 28, III., b. Lorenz. nimmt Abonnements auf die ,, Berliner Volkstribüne" entgegen und erwartet recht zahlreiche Bestellungen H. Pohlmann, Burg bei Magdeburg, Kl. Hof 6. Unterstühungsverein der Maurer im Westen Berlins. Dienstag, den 4. Dezember, Abends 8 Uhr, im Lokal Franz, Surfürstenstraße 31. Mitglieder Versammlung. = Tagesordnung: 1. Ortstassen und freie Hilfskaffen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes in Vereinsangelegenheiten. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Heitsch über:„ Die Uebelstände der heutigen Produktionsweise. 2. Besprechung über die Statistik in unserem Abonnements für die ,, Berliner Volks: Gewerk. Tribüne" übernimmt Frau Godau, Polnische Gasse 10. Der Arbeitsnachweis des Vereins zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins befindet sich Klosterstraße 98 im Lokale des Herrn Petersohn( Firma Pettig). Die Arbeitszuweisung ist unentgeltlich, auch an Nichtvereins= mitglieder und geschieht an Wochentagen von 7-9 Uhr Abends, Sonntags von 10 bis 12 Uhr Vormittags. Das Arbeitsnachweisebureau des Fachvereins der Tapezirer Berlins, bisher Sendelstr. 16, befindet sich vom 1. Dezbr. ab im Restaurant Freigang, Schützen: straße 18-19. Bureaustunden wie bisher. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Vereinigung der Drechsler Deutschlands. ( Ortsverwaltungen Berlins.) Der Arbeitsnachweis verbunden mit Verkehrslokal und Herberge befindet sich im Restaurant, Klosterstr. 98. Die Ausgabe der Adressen findet statt: an den Wochentagen von 812-91/ 2 lhr und Sonntag Vormittag von 10-11 Uhr unentgeltlich für Mitglieder, desgl. für Nichtmitglieder der Vereinigung. Wir ersuchen um rege Benutzung des Arbeitsnachweises; gewissenhafte Leitung ist unsere Pflicht! Die Arbeitsvermittelungskommission. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Drud und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. № 48. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Begräbniß. Ein Wintermorgen war es, nebelschwer, Zog ein Begräbniß durch den Schnee daher. Vier ruß'ge Gesellen trugen den Sarg, Der einen jungen Kameraden barg. Der ward durch raschen Tod im Hospital Befreit von einem Leben voller Qual. Zum Friedhof gings hinaus im flücht'gen Schritt, Kein Kreuz war zu seh'n, kein Priester ging mit. Nicht Vater, nicht Mutter, nicht Kranz und Flor, Die Raben nur frächzten den Leichenchor. Am Grabe sprach Einer ein Weilchen noch Von Freiheit, von Gleichheit und Menschenjoch. Dann senkte den Sarg man in's Grab hinein Und schlug drauf gar eilig den Heimweg ein. Doch als sich das Häuflein Menschen verlor, Wankte ein Mädchen durchs Kirchhofthor. Warf ein paar Blumen dem Todten hinab, Weinte noch lange am offenen Grab. Aus Gg. Schaumberg. [ Nachdruck verboten.] Sonnabend, den 1. Dezember 1888. II. Jahrgang. ungefähr das gleiche Alter wie die ,, Wasserpolackin" haben zum Morgen wach; sie dachte mehr als je an das kleine mochte, aber von Arbeit und Noth vor der Zeit gealtert Wesen, das sie erstickt hatte. Als kaum der Morgen war. Die in Lumpen um sie hängende Jacke zeigte die graute, und Mutter und Kind noch eng aneinander ge= runzlige, erdfarbene, sonnenverbrannte Haut, die rothen schmiegt schliefen, schlüpfte die Wasserpolackin verstohlen Haare quollen in verwirrten, zerzausten Strähnen unter aus der Hütte, schlug eilig den Weg nach B. ein und dem Kopftuch hervor, und die grauen Augen schauten mit stand erst einen Augenblick still, als sie die ersten Häuser unverhohlenem Erstaunen auf die Fremde, deren Erschei- des Fleckens vor sich sah. Langsam, die Ladenschilder nung zu dieser Stunde, an diesem Orte, etwas Ungewöhn- musternd, ging sie durch die einzige Straße des Ortes. liches an sich hatte. Endlich schien sie gefunden zu haben, was sie suchte. Sie Guten Abend", sagte sie, während sie die Dellampe klopfte an die noch geschlossenen Läden eines Weißwaarenin die Höhe hob, was wollt Ihr hier?" geschäfts und ließ sich öffnen. Die Krämerin hielt neben Zwirn, Nadeln, Stoffen, Bijouterien auch Spielzeug, verlegene Puppen, Archen Noah, Schäfereien, Bauernhöfe. zum größten Erstaunen der Frau kaufte die Wasserpolackin sämmtliche Spielsachen auf, bezahlte alles baar und ging eilig fort. " Ich kann nicht weiter," murmelte die Wasserpolackin mit fast schluchzender Stimme. Die Stadt ist weit, und wenn Ihr mich für diese Nacht behalten wolltet, wäre mir geholfen.... Ich habe Geld, ich kann Euch für die Umstände, die ich Euch mache, bezahlen." ,, Kommt herein", sagte die Bewohnerin der Hütte nach einem Augenblick des Zögerns. Warum habt Ihr nicht in B. übernachtet?" Sie war wieder auf dem Wege zur einsamen Hütte im Walde, als sich eine Hand schwer auf ihre Schulter legte. Sie drehte sich um und fuhr erschreckt zusammen, Niemand wollte mich behalten", antwortete die denn vor ihr stand ein Gensdarm. Die Unglückliche hatte Wasserpolackin, und mit gesenktem Blicke setzte sie hinzu: vergessen, daß es den entlassenen Sträflingen verboten ist, ,, denn seht, ich... ich bin aus dem Zuchthause ent- sich in der Nähe des Zuchthauses aufzuhalten. lassen, und da haben die Leute kein Zutrauen zu unsereins." Anstatt Dich hier herumzutreiben, solltest Du „ Ach so! .. Nun kommt nur herein. Ich hab' schon in L. sein," sagte streng der Gensdarm.„ Marsch, gehabt, was sollt Ihr mir da stehlen? Kann man es Die Wasserpolackin wollte die Sache erklären, aber über sein Gewissen bringen, einem Christenmenschen bei das war vergebene Mühe... Im Handumdrehen war solcher Kälte die Thüre vor der Nase zuzuschlagen?. ein Wagen requirirt, die Frau mußte unter Eskorte eines Gleich mach' ich Euch ein Bett aus Haidekraut." Gensdarmen darin Plaz nehmen und fort ging die Fahrt Die Frau holte aus einem Verschlag nebenan Haufen im Galopp. von dürrem Haidekraut, die sie neben dem Kamin in einer Ecke der Hütte ausbreitete. dem Zuchthaus entlassen. feine Angst. Ich hab ja nie etwas Anderes als Elend auf den Weg!" Nach dem Französischen des A. Theuriet. Uebersetzt von C. 3. Am Vorabend des Sankt- Ruprechtstages, spät am Nachmittage drehte sich das Thor des Zuchthauses zu B. schwerfällig und kreischend in seinen Angeln. Zögernd und widerwillig schien es der Frau Durchgang zu gewähren, Ihr wohnt ganz allein hier?" frug schüchtern die die langsam und schüchtern auf die Straße trat. Sie Wasserpolacin. mochie wohl dreißig Jahre zählen und trug ein abgeJa, mit meinem Göhr zusammen, die bald sieben färbtes Wollkleid; das bunte um den Kopf geschlungene Jahre alt ist", erwiderte die Frau.„ Ich schlage uns so Zuch war tief in die Stirn gerückt und rahmte ein Gesicht mit Arbeit im Walde durch." ein, das bleich und aufgedunsen die Spuren des Gefäng- ,, Euer Mann ist todt?" erkundigte sich die Zuchtnißregime's trug. Die Frau war soeben aus dem Zucht- häuslerin weiter. " Der Wagen holperte über die gefrorene Landstraße dahin, während die arme Wasserpolackin das Packet Spielsachen in den steifen Händen hin- und herdrückte. An einer Biegung des Weges zweigte der Fußpfad ab, welcher nach der Hütte ihrer Gastfreundin führte. Als die Wasserpolackin die Stelle erkannte, fühlte sie ihr Herz stürmisch klopfen, und sie flehte den Gensdarm an, sie aussteigen zu lassen, sie mußte Etwas bei der Frau besorgen, die zwei Schritte von hier im Walde wohnte. Sie bat so inständig und eindringlich, daß der Gendarm sich rühren ließ. Das „ Das arme Göhr hat Pferd war schnell an einen Baum gebunden, und ZuchtJeder hat sein häuslerin und Gendarm schlugen den Seitenweg ein. Päckchen zu tragen Da ist Euer Bett fertig, und Vor der Thür der Hütte spaltete die Beerenchristel Brennhier habt Ihr ein paar Erdäpfel, die uns vom Abendessen holz. Als sie ihren Besuch in Begleitung eines Gensdarmen übrig geblieben sind. Das ist Alles, mehr hab ich nicht." vor sich sah, blieb sie mit offenem Munde und herabIhre Reden wurden durch eine Kinderstimme unter- hängenden Armen stehen. brochen, die aus einem dunklen, von dem Hauptraum der Hütte mittels einer dünnen Bretterwand getrennten Verschlage nach der Mutter rief. Damit ergriff fie die Lampe und suchte den Verschlag auf, die Wasserpolackin im Dunkel zurücklassend. noch?" Still," sagte die Wasserpolackin, schläft die Kleine „ Ja,... aber " 11 So tragt ihr leise diese Spielsachen aufs Bett und fagt ihr, daß Knecht Ruprecht sie gebracht habe Ich war nach B. zurückgegangen, um das Zeug zu kaufen, aber wie es scheint, darf ich dort nicht mehr hin, ich werde nach 2. gebracht." haus entlassen worden. Die Kameradinnen im Zuchthaus ,, Ich hab' nie einen Mann gehabt," gab die„ Beerennannten sie kurzweg die Wasserpolactin." Wegen Kindes- christel" rauh zur Antwort... mord verurtheilt war sie genau heut vor sechs Jahren in keinen Vater... Was wollt Ihr? das Zuchthaus gebracht worden. Jetzt war sie endlich frei. Sie hatte ihre armseligen Kleider zurückerhalten, sich die ersparten Groschen im Bureau auszahlen lassen und befand sich nun außerhalb der Gefängnißmauern. Der ihr zugestellten Marschroute nach, mußte sie sich nach 2. begeben. Die Post nach 2. war bereits abgefahren. Schüchtern und linkisch stolperte die Frau dem Gasthofe ,, Gute Nacht!", setzte sie noch hinzu.„ Ich muß zu des Fleckens zu und verlangte mit zitternder Stimme eine Seht, Nachtherberge. Der Gasthof war überfüllt, und der Wirth, der Kleinen gehen. Das Göhr hat Angst.. dem wenig genug an derart Gelichter" gelegen war, rieth daß Ihr gut schlaft." ihr, bis zu der am anderen Ende des Ortes gelegenen Schenke zu gehen. Heilige Mutter Gottes", rief die Beerenchristel verDurch den abweisenden Bescheid noch unbeholfener Nachdem dieselbe gegessen, streckte sie sich auf dem und ängstlicher gemacht, ging die Wasserpolackin" ihres Haidekraut aus und versuchte, die Augen zu schließen. wundert aus. ,, Still, still", erwiderte die Wasserpolackin leise und Weges weiter, um in der Schenke Unterkunft zu suchen, Aber der Schlummer kam nicht. Durch die Bretterwand die eigentlich nur eine Trinkstube für die in der Nähe be- hindurch hörte sie, wie die„ Beerenchristel" halblaut mit wendete sich der Hütte zu. Von dem Gendarmen gefolgt, traten sie zusammen schäftigten Erdarbeiter war. Die Schenkwirthin musterte ihrer Kleinen plauderte, welche die Ankunft der Fremden fie mißtrauisch vom Kopfe bis zum Fuße, witterte in der im Schlafe gestört hatte, und die nun nicht wieder ein- an das armselige Bett. Die Wasserpolactin legte behutFragenden sofort die Zuchthäuslerin und schickte dieselbe schlafen konnte. Die Beerenchristel hätschelte und liebkoste fam Puppen, Arche Noah und Schäferei auf das Bett, schließlich unter dem Vorwande fort, daß sie Niemand be- das Kind, sie herzte und küßte es, und die naiven Aus- füßte den entblößten Arm des Kindes, und sich zu ihrem herbergen könne. Die Wasserpolacin wagte nicht länger brücke der Mutterliebe ergriffen die Wasserpolacin jonder- Begleiter wendend, der verstohlen mit dem Handrücken über die Augen fuhr, sagte sie fast fröhlich: zu bitten, gesenkten Hauptes entfernte sie sich, aber in bar in tieffter Seele. Nun können wir weiter." Die Aeußerungen von Zärtlichkeit, deren Zeuge ste ihrem Innern stieg dumpfer Haß gegen die Gesellschaft auf, welche sie mitleidslos von sich stieß. Ihr blieb nichts ward, erweckten in ihrem Herzen einen unklaren mütterAnderes übrig, als L. zu Fuß zu gewinnen. Die Nacht lichen Instinkt. Sie dachte an das neugeborene Kind, das brach schnell herein und hüllte die einsam dahin Wandernde sie vor sechs Jahren erstickt hatte, sie dachte daran, daß Kapitalistische in tiefes Dunkel. Wie ein grauer, endloser Streifen zog ,, wenn die Sache nicht übel ausgelaufen wäre", ihr Kleiner sich die Landstraße durch den Wald, ein rauher, durch jetzt das Alter des Mädchens nebenan haben müßte. dringender Nordwind rüttelte die Bäume und wirbelte Dieser Gedanke und der Klang der Kinderstimme ließen Haufen abgestorbener Blätter am Boden dahin. fie bis in ihr Innerstes erbeben, sie war wehmüthig gerührt und hatte große Lust, in Thränen auszubrechen. " Freiheit und sozialistischer ,, Zwang". Aus Studentenkreisen. Schon viele gläubige Geistliche haben sich über die Sozialdemokratie ausgesprochen und zumeist in ihr den für das Ende der Welt geweissagten Antichrist gesehen. ,, Schlaf, schlaf, mein Göhr," sagte die Beerenchristel. Wenn Du artig bist, bringt Dir Knecht Ruprecht schöne Der Stimme eines Predigers in der Wüste vergleichbar ist es, wenn einmal ein Gottesmann es wagt, die Sachen." Der Knecht Ruprecht hat die artigen Kinder gern, Sozialisten nicht gleich von vorn herein als Söhne der gelt Mutter?" sagte das Kind. " Ja, ja, mein Göhr." " 1 Die Frau hatte während der sechs Jahre Haft mit ihrer sigenden Lebensweise das Gehen fast verlernt. Die Kniegelenke waren ihr wie zusammengeschnürt, die neuen Schuhe drückten die Füße, welche seit langem nur an Sie hatte taum eine weite Holzschuhe gewöhnt waren. Meile zurückgelegt, so fühlte sie sich todmüde, und die mit Blasen bedeckten Füße weigerten fich, sie weiter zu tragen. Vor Kälte zitternd sank sie auf einem Meilenstein zusammen und frug sich, ob sie hier, in der Nacht, vor Hunger Spielfachen bringt?" Da „ Ja, manchmal." und Frost wie ein räudiger Hund verrecken sollte. plötzlich schien sie durch die Windstöße einen schleppenden Gesang zu vernehmen; sie lauschte aufmerksam nach der bracht?" Richtung, aus welcher die Töne klangen, und unterschied eines jener eintönigen Wiegenlieder, mit denen man Kinder zu arm." in den Schlaf fingt. " 1 " 1 Hölle zu verfluchen, und ihnen doch wenigstens noch mancherlei Gutes nachzusagen. So hat sich vor einigen Ist es auch wahr, daß er morgen den Kindern Jahren der Abt Uhlhorn in Hannover, wie es scheint in einer Versammlung von Geistlichen, in einem Vortrage über„ Sozialismus und Christenthum" vernehmen lassen, Warum hat er denn mir noch niemals welche ge- und ist darin dem Sozialismus bis auf einen Hauptpunkt, der den hochwürdigen Abt denn auch zum Gegner des und dann sind wir auch Sozialismus macht, ziemlich gerecht geworden. Wir wohnen zu weit Er sagt zur Begründung seines Themas, daß der Er bringt also nur den Reichen Spielsachen? Das Sozialismus eine so bedeutsame Erscheinung der GegenWie elektrifirt stand die Frau auf und ging, einen ist nicht gut. Warum bringt er den armen Kindern Nichts? wart sei, daß Jedem, einem Geistlichen zumal, daran liegen müsse, sie richtig zu verstehen und zu beurtheilen. Seitenpfad einschlagend, der Stimme nach. An einer Ich möchte auch gern Spielsachen haben." Vielleicht bringt er Dir auch Etwas, wenn Du Dies erkennen wir an, nur meinen wir, daß der Abt Biegung des Weges schimmerte ihr durch die Bäume ein röthlicher Lichtschein entgegen und bald darauf stand sie artig bist... Schlaf artig ein, dann bringt er Dir viel- seinen Geistlichen ein klägliches Armuthszeugniß ausstellt, wenn er nicht einmal von„ gebildeten" Leuten, wie es die por einer armseligen Hütte, deren mit Rasenschollen ge- leicht Etwas zum Spielen." Mutter, ich will schlafen... damit mir Knecht Herren Geistlichen doch sein wollen, voraussetzen darf, daß decktes Dach sich an die Felswand lehnte. Aus dem einsie wissen, was Sozialismus sei, und ferner meinen wir, zigen Fenster der Hütte schimmerte der Lichtstrahl, welcher Ruprecht morgen Etwas bringt." Es ward still. Nur gleichmäßige und leichte Athem- daß zugleich damit ein glänzendes Zeugniß für den Ardie" Wafferpolackin" hierher geleitet hatte. Mit angstvoll klopfendem Herzen blieb diese stehen und entschloß sich züge tönten durch den Raum. Das Kind schlief, die Mutter beiter ausgesprochen ist, welcher dem weisen Herrn Pastor nur zögernd, zu klopfen. Der Gesang verstummte, und auch. Nur die Wasserpolackin schlief nicht. Ein füßes eine ganze Reihe recht instruktiver Vorlesungen zu halten gleich darauf erschien auf der Schwelle eine Frau, welche und zugleich schmerzlich beklemmendes Gefühl hielt sie bis und ihm erst das Verständniß der Welt und des Lebens, In dem Vortrage will Abt Uhlhorn untersuchen, ob der Sozialismus dem Christenthume feindlich sei, und zu dem Zwecke hat er die Lehren des Sozialismus in ihren Grundzügen zu entwickeln, und dies hat er in klarer und gemeinverständlicher Weise gethan. 11 welches ohne Kenntniß der sozialen Frage unmöglich ist, auf Kosten der individuellen Freiheit, das heißt aber auf| pflichtung auf, als für Aufrechterhaltung des Friedens und zu erschließen im Stande ist. Kosten aller Kultur." die Verbrüderung der Völker einzutreten, sie läßt den= Diese Ausführungen des Abtes von Loccum schlagen selben außerhalb der Verfolgung dieses Ziels jede AktionsDer den Thatsachen ins Gesicht, und klingen fast wie eine freiheit und jedes politische Glaubensbekenntniß. Fronie auf unsere Gesellschaftsordnung, da man doch nicht Aufruf endet mit den gewiß wahren Worten:„ Woher im Ernst annehmen kann, der Herr Abt erblicke in unseren stammt der Ruf Frieden und Arbeit" der durch die Zuständen die goldene Freiheit, von der alte Lieder fingen, Welt tönt? Er geht von dem Volke aus, das man in 3. B. setzt er das Wesen der heutigen kapitalistischen und die neue Lieder als auf ewig verschwunden beklagen. allen Ländern als den Störer der öffentlichen Ordnung Produktionsweise in folgenden Worten auseinander:„ Nicht, Wo bleibt die Freiheit des talentvollen Kindes des hinstellen möchte." Angesichts dieser Lage liegt den Frauen die Pflicht wie früher, produzirt der Einzelne was er braucht, um mittellosen Arbeiters, welches die hohe Schule der Wissenumschaft dann höchstens mit dem, was er überschüssig produzirt, schaft mit mehr Erfolg als das seines reichen Nachbars ob, ihren ganzen Einfluß zu Gunsten der Gerechtigkeit, des durchmachen will? Ist das Freiheit, wenn es mit Friedens, der Menschlichkeit in die Wagschale zu werfen. einen Tausch zu treiben, sondern der Einzelne produzirt, Fast gleichzeitig mit diesem Aufrufe hat die„ Gewas er nicht braucht, Tauschwerthe. Zu dieser Produk unzerreißbarer Kette an die stampfende Maschine in der tion gehört beides, Kapital und Arbeit. Die Arbeit allein dumpfen Fabrik durch die grausame Noth geschmiedet sellschaft für Verbesserung des Looses der Frau wird? und Forderung ihrer Rechte" eine Adresse veröffentfann nicht produziren, denn es bedarf dazu der Produktionsmittel, Maschinen u. s. w.( d. h. des Kapitals). Das Wer wagt es zu behaupten, daß heute alle Menschen licht, in welcher für 1889 zur Abhaltung eines nationalen Kapital allein kann auch nicht produziren, es bedarf dazu Amte sind? Nicht bei einem Tausendstel ist es der Fall. aufgefordert wird. in einem ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechenden und internationalen Frauenkongresses zu Paris der Arbeit. Beide, Kapital und Arbeit, müſſen ſich zur Die Adresse führt an, daß bereits im vorigen JahrProduktion vereinigen, aber in diesem Zusammentreten ist Der Herr Abt hat ja selbst anerkannt, daß das Kapital das Kapital der herrschende Faktor. Ein Unter- der übermächtige Faktor im Wirthschaftsleben ist. Was hundert Olympe de Gouges und Rosa Lacombe zu wiedernehmer oder eine Gesellschaft von Unternehmern, die im soll denn die ohnmächtige Arbeit gegen diesen Riesen Holten Malen verlangten, das weibliche Geschlecht an der Besitz des Kapitas ist, beschafft die Produktionsmittel, unternehmen? Wenn sie einen eigenen Kopf zu haben Emanzipation der ganzen Nation(??) theilnehmen zu dingt die Arbeiter und produzirt. Die Arbeiter erhalten wagt, läßt der Niese sie hungern, und wer hungert ist lassen, daß aber diese, wie alle ähnlichen Versuche fehlihren Lohn, das Produkt der Arbeit fällt den Unter- nicht frei, das möge sich der Herr Abt, welcher wahr geschlagen sind, während in England und Amerika die Frauen am kommunalen Leben theilnehmen. nehmern zu, und der Mehrwerth, den dieses Produkt scheinlich satt zu essen hat, merken. Aber nicht allein der Arbeiter" ist an Händen und Beide Schriftstücke werden natürlich von dem schreibbesitzt, bildet den Unternehmergewinn. Dieser ist nicht etwa auch bloß Bezahlung für geleistete Arbeit, für die Füßen unter den heutigen Verhältnissen gebunden, auch felnden Spießbürgerthum weidlich zu ebenso wohlfeilen als geistige Arbeit, die Leistung des Unternehmens. Nicht der in den höheren" Regionen der menschlichen Gesell- alltäglichen Wizen über die„ Schrullen alter, verrückter bloß: denn für den Fall, daß der Einzelne eine Fabrit schaft Lebende. Er wage nur einmal nach seiner Neigung Schachteln" ausgenutzt. Wir wollen nicht erst auf eine Kritik der zwar sehr unternimmt, steckt diese Bezahlung mit darin. Aber der den traditionellen Gewohnheiten seiner Umgebung entgegen " 11 Fortschritte der Technik. jest immer häufigere Fall, daß der Unternehmer die zu treten: er ist unmöglich gemacht. Diese Ueberlegung humanitären, aber auch sehr einseitigen, um nicht zu sagen Fabrik durch Andere leiten läßt, die besoldet werden, zeigt, hemmt ihn und feffelt ihn mit unzerreißbaren Banden. naiven Auffassung der Frauen- und Kriegsfrage eingehen, daß er nicht bloß Bezahlung für geistige Arbeit ist, sondern Ist das Freiheit des Individuums? Wir können auch, wie dieselbe in beiden Aufrufen zum Ausdrucke gelangt. ein Gewinn, den das Kapital als solches macht. Das was wahrscheinlich den Herrn Abt intereffiren wird, weil Jedenfalls erweisen sich ihre Urheberinnen nicht dümmer Kapital ist produktiv geworden. Der Satz des Aristoteles: es in sein Fach schlägt, mit einer langen Lifte von Theo- und niedriger denkend als unsere bürgerlichen DurchschnittsDas Geld bekommt keine Junge" ist thatsächlich widerlegt. Logen aufwarten, welche wider ihre Ueberzeugung von politifer masculini generis. Im Gegentheil. Ein Mensch, der Kapital besitt, braucht gar nicht ihren Eltern zu dem verhaßten Studium gezwungen sind zu arbeiten, fein Kapital arbeitet für ihn. Er und lebenslänglich in ein Amt gezwängt werden, in welbraucht nur sein Kapital in irgend einem Unternehmen chem sie sich bis zum letzten Athemzuge unglücklich fühlen. richtig anzulegen, dann kann er ohne Arbeit den Ge- Wir behaupten nicht zuviel, wenn wir sagen, daß Aus einem Vortrage, welchen der berühmte Ingenieur winn einziehen, den sein Kapital für ihn erwirbt, er braucht von der untersten Sprosse der Stufenleiter der heutigen Sir Fr. Bramwell zur Eröffnung der diesjährigen Vernur Koupons und Dividendenscheine abzuschneiden. Das Gesellschaft bis hinauf zur höchsten Alles in eiserne, starre, sammlung der englischen„ Gesellschaft zur Hebung der heißt, er genießt die Früchte fremder Arbeit." unbewegliche Bande geschlagen ist. Wissenschaft"( Association for the advancement of Dem gegenüber ist ein Blick auf die von uns erstrebte science) hielt, heben wir Der Abt setzt dann weiter das Prinzip des Sozianach der„ Voss. 3tg." lismus, die Beseitigung des Privatkapitals und Ueber- Gesellschaftsordnung eine wahre Erlösung. Da wird es kurz folgendes hervor: führung aller Produktionsmittel in Gemeinbesiz, richtig dem Interesse der Gesammtheit entsprechen, wenn der Ein- Die Maschine verrichtet heute unzählige Arbeiten, zu welchen auseinander, meint dann, daß darin Manches liege, was zelne gemäß seiner Neigungen und Fähigkeiten beschäftigt die Muskelkraft selbst von tausenden von Menschen nicht ausreichen dem Christenthum entschieden näher stehe, als der egoistische werden kann, und der Einzelne wird sich wohl fühlen, würde. Nehmen wir z. B. die Galeere der Alten mit ihren Ruder= Kapitalismus der Gegenwart, daß es über den Sozialis- wenn er seine individuellen Anlagen harmonisch ausgebänken und vergleichen wir sie mit dem Dampfer, welcher den mus keine Glaubenslehre gebe, daß er ein nationalöfono- ftalten kann. Die Gesellschaft würde dann geradezu einen Ozean durchfurcht. Nehmen wir ferner an, der Dampf sei nicht misches Prinzip sei, der mit dem rechten Glauben nichts Selbstmord begehen, wenn sie von dem Einzelnen ver entdeckt, und es müßte jener Dampfer mittelst Nuder in Bewegung zu thun habe, und weist die Vorwürfe gegen den Sozia langte, was ihm zuwider wäre. Sie wird namentlich gelegt werden. Dessen Länge beträgt 200 Meter, und es gewährt lismus, daß er die Faktoren der christlichen Kultur Eigen- dafür sorgen, daß Geist und Körper gleichmäßig ausge- demnach jeder Bord Raum für 400 Riemen mit je drei Mann. Macht im Ganzen 2400 Mann. Nehmen wir ferner an, die thum, Ehe, Familie 1. s. w. unterdrücke, zwar als immer- bildet werden, daß die höchste Ausbildung des Menschen Arbeit von je sechs Mann gliche einer Pferdestärke, so gelangen hin bedenklich, aber doch nicht im Prinzip des Sozialismus erreicht werde. Die körperliche Arbeit wird Erholung von wir zu 400 Pferdestärken. Da aber die Nuderer nicht wie die begründet zurück ob mit Recht oder Unrecht, lassen der geistigen sein und die geistige von der körperlichen. Maschine ununterbrochen arbeiten, so sind, um diese Straftleistung wir hier dahingestellt. Die Befürchtung des Herrn Abtes, daß in irgend einem zu erreichen, mindestens 4800 Mann erforderlich. Vergleichen wir nun dieses winzige Ergebniß mit den 19 500 Pferdestärken der Dies sind ihm alles jedoch nur Nebenfragen. Die Industriezweige oder sonst wo zuviel gearbeitet werde, iſt jüngsten Schiffsmaschinen. Um eine solche Leistung zu verwirklichen, Hauptfrage ist erst diese: gegenstandslos, da sehr viel konsumirt werden wird, und müßte man 234 000 Mann an Bord nehmen, und dieses Heer es können noch viel, viel mal mehr Menschen auf unserer, von Ruderern vermöchte obenein niemals dem Schiffe eine Ist die Durchführung des Sozialismus möglich jetzt so traurigen, dann aber herrlichen Erde leben, wenn sie Schiff von 200 Metern Länge überhaupt nicht viel über den Geschwindigkeit von 20 Knoten zu verleihen. Auch würde ein ohne Aufhebung der individuellen Freiheit? nach dem Stande der dann höher als je stehenden Wissen hundertsten Theil dieser Mannschaft aufzunehmen im Stande sein. Denn das ist offenbar, hebt er die auf, so hebt er schaft den Arbeitsprozeß leiten. Frieden und Freude wird Ein anderes Beispiel, welches eben so eindringlich lehrt, daß auch alle Kultur auf." dann herrschen statt wie heute Kampf und Noth. Wenn die Maschine unendlich mehr leistet, als selbst die vereinigten AnDer Herr Abt hat damit einen Haupteinwurf gegen es sich ja einmal ereignen sollte, daß zuviel Menschen strengungen von Tausenden von Menschen, wie sie zur Zeit der Pharaonen üblich waren, ist das der Lokomotive. Allerdings den Sozialismus wieder vorgebracht; und wir haben die einem Arbeitszweige zudrängten, so werden die Ueberit der Fall denkbar, daß man einem Zuge 3600 Menschen vorPflicht, ihn so viel wie möglich zu erörtern, um seine schüssigen vermöge ihrer Intelligenz, die auf einer nach spannt, deren Gesammtkraft derjenigen einer Lokomotive gleichkommt. ganze Grundlosigkeit immer wieder festzustellen. naturgemäßen Grundsäßen geleiteten, total anderen Er- Dieſe nimmt aber mit ihrem Tender einen Raum von nur Herr Uhlhorn sagt:„ Die Wirthschaft eines Volkes ziehung als heute beruht, leicht einsehen, daß sie da nicht 45 Quadratmetern ein und legt 90 Kilometer in der Stunde zurück, während der unendliche Zug der 3600 Menschen es höchstens auf besteht in Produktion und Konsumtion. Produktion und verwandt werden können, wo sie es wohl möchten, und 5-6 bringen würde. Konsumtion müssen in richtigem Verhältniß zu einander dann freudig dem Arbeitsfelde zueilen, wo sie nöthiger stehen. Diese Ordnung macht sich jeßt, so zu sagen, von sind. selbst, ohne daß den Einzelnen äußerlich Zwang angeDas ist Freiheit! Denn: Bildung und ökonomische than wird, gerade dieje Güter zu produziren oder gerade Sicherstellung macht frei, wer aber hungert, ist nicht frei! " 1 Zwei Frauenaufrufe.. Den ungeheuren. Fortschritt, welcher in einer solchen Konzentrirung der Kraft und in den dadurch ermöglichten Leistungen liegt, verdanken wir einzig und allein der Ingenieurkunſt, d. h. der Stunit, die großen Naturkräfte zu bändigen und zu lenken. Sir Fr. Bramwell verhehlt sich indessen, gleich allen einfichtigen diese zu konsumiren. Produktion und Konsumtion regeln Leuten, feineswegs, daß die Dampfmaschine, nach dem heutigen fich gegenseitig, und wenn sie einmal in ein MißverhältStande der technischen Wissenschaften, als ein sehr unvoll= tommenes Betriebsmittel gelten muß. Er erinnerte daran, daß niß gerathen, gleicht sich das in Kurzem aus. Keiner wird auch die vollkommene Dampfmaschine höchstens den sechsten gezwungen, einen bestimmten Beruf zu erwählen, AckerTheil der Kraft ausmust, welche in dem Brennstoffe steckt. Aller= bauer oder Handwerker, Schlosser oder Maurer zu werden. Eine Gruppe französischer Frauenrechtlerinnen, dings seien große Fortschritte auf diesem Gebiete zu verzeichnen. Bedarf die Gemeinschaft in einem Geschäftszweige mehr an deren Spize Maria Martin, Chefredakteurin der Bür- Die beste Watt'sche Maschine verzehrte auf jede Pferdeſtärke und Arbeiter, so wird der Geschäftszweig lohnender, und sofort gerin", Maria Deraismes, Mme. Grieß- Traut 2c. stehen, heruntergelangt, und es giebt sogar Maschinen, welche mit 500 bis Stunde 3-4 Kilogramm Kohlen; jest find wir bereits auf 925 Gramm Strömt die Arbeit dahin. Ich sage nicht, daß der Zustand, haben eine„ Liga der Frauen zu Gunsten des 600 Gramm, dem sechsten Theil obiger Menge, vorlieb nehmen. so wie er jegt ist, ohne Mängel wäre. Die große Friedens und der Vereinigung aller Völker" Tros alledem ist aber und bleibt der Dampfmotor nach Bramwell Maschine arbeitet nicht ohne Reibung, und mancher Ein-| gebildet, welche in der letzten Zeit für Vaterland, Freiheit ein barbarisches Werkzeug". zelne wird oft recht empfindlich davon gequetscht. Aber und Menschlichkeit" einen Appell an die Frauen aller die Prophezeiung, die Tage der Dampfmaschine seien Vor sieben Jahren", bemerkte Bramwell, wagte ich in York den großen Vorzug hat der jezige Zustand doch, daß der Nationen erlassen hat. gezählt, es sei denn, daß ein bisher nicht eingetretener Einzelne frei ist, frei in seiner Berufswahl, frei, in seinem Nach einem Hinweis auf die von dem italienischen bedeutender Fortschritt in deren Bau gelingt. Wer dem hundertEntschluß, was er arbeiten und was er verbrauchen will. Sozialrevolutionär Cipriani kürzlich ins Leben gerufene jährigen Jubiläum der britischen Vereinigung im Jahre 1931 beiWohl ist Abhängigkeit da, wir alle sind vom Ganzen ab- Union der lateinischen Völker", welche einem Krieg zwischen Staunen, sie als ehrwürdige, den Ingenieur vom Standpunkte der wohnen wird, wird unsere jezigen Maschinen in den Museen anhängig, aber es bedarf doch keines äußerlichen Zwanges, Italien und Frankreich vorbeugen soll, fordert die Liga Alterthumswissenschaft intereffirende Dinge behandeln, etwa wie wir um den ganzen Prozeß aufrecht zu erhalten. Immer ist der Frauen das weibliche Geschlecht auf, der überall den offenen Zylinder Newcomen's betrachten. Es sind sieben Jahre doch Naum da für den freien Willen und Entschluß des drohenden Kriegsgefahr gegenüber nicht länger in Still- her, und ich sehe nichts, was mich veranlassen könnte, mein Wort zurückzunehmen." Individuums." schweigen zu verharren. Weniger erklusiv als die er- Die Frage aulangend, was an die Stelle der Dampfmaschine Diesem Urtheil über die heutige Gesellschaftsverfassung, wähnte Union richtet die Liga ihren Aufruf an die treten soll, so bemerkt Bramwell ganz richtig, wir hätten bereits welches ja in allen Tonarten von den Anhängern des Schwestern aller Völker, denn für das Mutterherz kann erlernt, den Wasserdampf als Trieb kraft zu entbehren. Davon bestehenden Systems wiederholt wird, schließt sich folgendes es keinen Raffenunterschied geben." Es heißt dann zeugen unter anderem die Gasolindampfmaschine von Yarrow, sowie die Gasmaschine und deren Ableger, welche eine Pferdestärke mit über die sozialistische an:" Der Sozialstaat bedarf so viel weiter: einem stündlichen Verbrauch von 500 Gramm Kohle leistet. Die tausend Ackerbauer, so viel hundert Maurer, Schlosser u. s. w. Ersparniß aus deren Anwendung beträgt also bereits über 33 pбt. Wenn sich nun so viele nicht finden? Wird der SozialAuf die Gesammtzahl der Kraftmaschinen in der Welt übertragen staat nicht zwangsweise so und so viel zu Ackerbauern, zu macht dies bereits einen ungeheuren Minderverbrauch an BrennHandwerkern bestimmen müssen, d. h. wird er nicht die menschliche Gesellschaft in ein 3wangsarbeitshaus verwandeln müssen, wo Jeder thun muß, was ihm befohlen wird, und jede Freiheit ein Ende hat? Die sozialistische Theorie, so wie sie jetzt ist, ist nur durchführbar Alle Frauen, welche einsehen, daß der Krieg nicht nur den materiellen, sondern auch den moralischen Ruin der Familie bedeutet weil er dadurch alle Begriffe auf den Kopf stellt, daß er den Brudermord zu einer Tugend erhebt, stoff aus. weil er nothwendiger Weise die gewaltthätigen Instinkte Es versteht sich übrigens von selbst, daß ein so geschulter unserer Natur auf Kosten der edelsten Bestrebungen ent- Mann wie Sir Bramwell auch die Gas maschine nicht als das letzte wickelt, alle Mütter, welche ihre Söhne zu Bürgern und Werk der Entwicklung anfieht. Er hofft zuversichtlich, es werde nicht zu Soldaten erziehen wollen, müssen sich der Liga angelingen, Elektrizität unmittelbar aus der Verbrennung der schließen und erklären, daß sie den Krieg nicht wollen." Kohle zu erzeugen und damit die Dampf- und Gasmaschinen Die Liga legt ihren Mitgliedern keine andere Ver- sämmtlich aus der Welt zu schaffen, sei es, daß der einzelne große Betrieb den benöthigten elektrischen Strom selbst hervorbringt, oder was noch besser, diesen aus Elektrizitätswerken bezieht. auf Parteien nicht bauen darf, welche die reinste Klassenherrschaft repräsentiren. Dies des Näheren zu beweisen wird unsere Aufgabe sein, sobald der Wahlkampf beginnt. Wir werden dafür sorgen, daß Euch das entsprechende Material nicht fehlt. Einige Dynamitexplosionen in Paris Ueberhaupt hält er mit Recht auf den Bezug von Betriebskraft haben auch in Deutschland wiederum den üblichen Anlaß aus einer Zentralstelle große Stücke. In dieser Beziehung zu Heßartikeln gegen den Sozialismus gegeben. Zunächst handelt es sich darum, wie schon erwähnt, Mittel für sind bereits bedeutende Fortschritte zu verzeichnen. Nicht bloß Daß dieselben sich an eine ganz falsche Adresse richten, den Wahlkampf zu sammeln. Gure stets bewährte Opferwilligkeit Elektrizität wird auf diese Weise allgemein zugänglich gemacht; wir läßt uns das Beste hoffen. Geld kann nie zu viel vorhanden sein. besitzen bereits mehrere Anstalten, welche den Abnehmern Druck- möge folgende Korrespondenz aus Paris zeigen: Luft und Druckwasser, Dampf- und Heißwasser als Beiriebs- Wir haben bereits wiederholt über die Agitation Alsdann ist es Gure Aufgabe überall in den Wahlkreisen Antraft liefern. Für sehr bedeutsam hält Sir Bramwell es auch, daß die neueste berichtet, welche die Pariser Köche, die Kellner der Kaffee- knüpfungen zu suchen und Vertrauensmänner zu gewinnen, welche Wahlvereine und Wahlkomitees zu bilden. Londoner unterirdische Bahn nicht mit Lokomotiven, sondern elektrisch häuser, Restaurants, Weinstuben, die Arbeiter der Lebens- 3 gegebener Zeit die Agitation in die Hand nehmen. Später sind Nach den Beschlüssen des St. Gallener Parteitages, welche für betrieben werden soll, und er hofft, dieses Beispiel werde zahlreiche mittelbranchen und die Friseurgehilfen seit Jahren gegen Nachahmungen hervorrufen. bie bureaux de placement( Büreaus für Stellen- unsere Taktik maßgebend sein müssen, sollen in allen Wahlkreisen, in welchen Parteigenossen vorhanden sind, Kandidaten unserer Partei Bedeutsam sind auch die neueren Errungenschaften der In- vermittelung) unterhalten. aufgestellt werden, für die mit Aufbietung aller Kräfte zu agitiren genieurkunst in Bezug auf die Anwendung neuer Stoffe. Die betreffenden Agenturen sind noch ein Geschenk, ist. Wo immer also ein Parteigenosse zur Wahlzeit sich befindet, Noch vor hundert Jahren verwendete man bei Bauten fast ausschließlith Stein, Backsteine und Holz. Das Metall war so gut mit dem Napoleon III. die Pariser Arbeiter bedachte, und er muß für die Abgabe sozial- demokratischer Stimmen thätig sein. wie unbekannt. Allmählich kam mit dem Fortschreiten der Hütten- das dazu bestimmt war, der Revolutions- und Demokraten- Es handelt sich nicht blos darum, die Vertretung unserer Partei kunde das Eisen auf, welches wiederum, Dank der Verfahren von riecherei der Polizei Helfershelferdienste zu leisten, während im Reichstag möglichst stark zu machen, es handelt sich nicht weniger auch darum, durch die Abgabe sozialdemokratischer Stimmzettel fest= Bessemer und Siemens, neuerdings vom Stahl verdrängt wird. Mit Hilfe des Stahles, eines Materials, welches vor wenigen es gleichzeitig erlaubte, die Arbeiter doppelt auszubeuten. zustellen, wie groß die Schaar der wahlberechtigten Staatsbürger Jahren gleichsam ein Lurusartikel war, vermag der Ingenieur an Ganz besonders sind die Arbeiter der genannten Be- ist, die unsere Gesinrungen theilen, in der Sozialdemokratie die Aufgaben heranzutreten, an die man früher nicht denken durfte. schäftigungszweige der Plünderung seitens der Stellen- Vertreterin ihrer Interessen sehen. Darum Agitation bis in die entlegendste Hütte. Eine MilSo die Forthbrücke mit ihren Spannungen von 532 Meter, so die vermittler preisgegeben. Um den Arbeitsuchenden recht oft lion Stimmen und eine entsprechende Anzahl Vertreter Riesengeschütze, die Schiffspanzer und die Geschosse, welche diese das Fell scheeren zu können, bestehen z. B. zwischen den muß das Mindeste sein, was die nächsten Wahlen uns bringen. Panzer durchbohren sollen. So erstaunlich die Ergebnisse der Ersetzung des Eisens durch Eigenthümern mancher Agenturen und gewissen Restaura- Dafür müssen wir unsere ganzen Sträfte einsetzen. Ein anderer sehr wichtiger Punkt betrifft die aufzustellenden den Stahl bereits sind, so stehen wir doch erst am Beginn der teuren 2c. förmliche Abmrachungen, denen zu Folge lettere Kandidaten. Es müssen Vielkandidaturen vermieden werden, Entwicklung. Namentlich hat es den Anschein, als werde das bisher eigentlich nur dem Namen nach bekannte Metall Aluminium ihre billig gelieferten Hilfsarbeiter nach einem bestimmten, wie auch in St. Gallen und früher schon beschlossen wurde. Aber fünftig bei der Darstellung des Stahls eine ungemein wichtige furzen Termin entlassen, um dieselben von Neuem auf die es wird bei der großen Zahl tüchtiger Sträfte, welche der Tod und Rolle spielen. Wiederholte Bersuche haben nämlich dargethan, daß Arbeitsuche und den Agenten in die Hände zu treiben. andere Umstände aus unseren Reihen entfernten, hier und da Mangel eine im eigentlichen Sinne des Wortes homöopatische Zugabe von Die große Erbitterung, welche in den Kreisen der betreffen- an geeigneten Sträften eintreten. Viele brave und befähigte Ge= nossen besigen nicht die Unabhängigkeit der Stellung, um eine Kan= Aluminium nicht bloß die Härte und Widerstandskraft des den Arbeiter gegen die Stellen- Vermittelungsbureaus herrscht, bidatur annehmen zu können. Es wird also nicht zu umgehen sein, Kupfers, sondern auch die des Stahls bedeutend erhöht. Auch erhält lezteres Metall dadurch, wenn polirt, Silberglanz. Diese ist also durchaus begreiflich und gerechtfertigt; sie ist seit daß hier und da eine Doppelkandidatur vorkommt. Treten solche Entdeckung würde uns aber nicht viel nüßen, wenn die unermeß- Jahren ruhig, macht sich aber hin und wieder in mehr Fälle ein und sollte eine Doppelwahl daraus hervorgehen, dann liche Hize des elektrischen Stromes uns nicht soeben erst das Mittel oder minder heftigen Aeußerungen Luft. an die Hand gegeben hätte, Aluminium viel wohlfeiler darzustellen In der jahrelangen Kampagne, welche sie behufs scheidung darüber, wo der Doppelt- Gewählte das Mandat annehmen als bisher, und es in beliebigen Mengen zu erzeugen. Wann werden diese riesenhaften Fortschritte endlich zum Segen der gesammten Menschheit ausschlagen? Das Koalitionsrecht der Arbeiter Wochenblatt: eines Verbotes der privaten Stellenvermittlungsbureaux führen, haben sie so ziemlich alle Mittel erschöpft. Sie haben bei Deputirten und bei der Kammer petitionirt, fie haben durchaus friedliche Manifestationen veranstaltet, Versammlung auf Versammlung abgehalten, um eine Abschaffung der Agenturen zu erzielen. erwarten wir von Eurer Disziplin, daß Ihr alsdann die Entsoll, dem später von uns zu ernennenden Zentral- Wahlkomitee überlaßt, das die Frage unter Hinzuziehung von Vertrauensleuten aus den betheiligten Wahlkreisen erledigen wird. Wir erwarten also, daß kein Standidat, welchem die Umstände eine Doppelkandidatur auferlegen, sich im Voraus über die Annahme der Wahl in einem bestimmten Kreis im Falle seiner Doppelwahl verpflichtet. Das allgemeine Interesse muß über dem Wahlkreisinteresse stehen. Parteigenossen! Die Zeiten sind uns günstig wie nie zuvor. ist in Desterreich ebenso wenig vorhanden, wie in Die Bewegung zeitigte erst heftige Demonstrationen, Die arbeitenden Massen fühlen jeden Tag mehr, daß die Dinge Deutschland. Dr. Viktor Adler schreibt darüber in seinem als ihre Träger annehmen mußten, daß eine Gewähr auf die Dauer so nicht weiter gehen können, daß gründliche soziale Umgestaltungen nöthig sind, um die Noth der Zeit und das menschihrer gerechten Forderung auf den Sankt Nimmerleinstag liche Glend" zu heilen, nicht klägliches Flickwerk und Stückwerk, Diejenigen Leute, welche die Sozialdemokraten als verschoben sei. Bekanntlich wurden vor etlichen Monaten wie es bisher unter dem Titel der Sozialreform ihnen geboten Aufwiegler und Umstürzler verurtheilen, welche fortwährend verschiedene Restaurants demolirt, Versuche gemacht, Arbeits- wurde. Und wie der Arbeiter, so leidet auch der Bauer und der Kleinbürger. Alle führen mit ihren letzten Kräften den verzweifelten behaupten, eine gründliche Besserung der Lage des arbeiten- permittelungsbureaux zu demoliren und deren Besitzer zu Stampf um das Dasein gegen die Kapitalmacht und suchen nach den Volkes müsse auf friedlichem und gefeßmäßigem lynchen. Nun haben Einzelne aus der Legion, welche Hilfe und Rettung vor dem Untergang. Sorgt also für ihre AufWege bewirkt werden, verweisen die Arbeiter auf die in unter dem Fortbestand des Uebels leiden, zum Dynamit flärung. Desterreich durch die Gesetze gewährleisteten Waffen im gegriffen. In der Nacht vom 6. zum 7. November sind Lohnkampf, auf die Gewerkvereine und die Streiks. zwei in verschiedenen Straßen gelegene bureaux de folg nicht fehlen. Ueber den Werth dieser Waffen und seine Grenzen placement mittelst Dynamit in die Luft gesprengt worden. haben wir häufig genug gesprochen, wir wissen, was sie Die Explosionen haben bedeutenden materiellen Schaden leisten, was sie nicht leisten können. Heute handelt es sich angerichtet, da nicht nur die Bureaux, sondern auch die um die Möglichkeit ihrer Handhabung. Dieselbe Gesellschaft, welche behauptet, daß in ihr Raum sei für jede Reform, daß sie die Möglichkeit für jebe Besserung des Arbeiterlooses biete, die Geseze macht, welche Lohnverabredungen gestatten dieselbe Gesellschaft wechselt ihre Ansicht, sobald es ernst wird. Und daß sie das kann, dafür sorgt sie vorsichtig in ihren Gesetzen. -Thut Ihr, thun wir unsere Schuldigkeit, dann kann der Er= Frisch an's Werk! Berlin, den 27. November 1888. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags. Bebel. Diez. Frohme. Grillenberger. Liebknecht. Meister. Sabor. Schumacher. Harm. Singer. Internationale Arbeiterkongreffe. Der Beschluß des internationalen Arbeiterkongresses benachbarten Läden schwer gelitten haben, so sind z. B. allein mehr als 700 Fensterscheiben zertrümmert worden. Menschenleben sind dagegen bei keiner Explosion gefährdet worden, eine Kopfwunde, welche ein Polizist durch einen Glasscherben erhielt, wurde durch ein hastig aufgerissenes und zugeworfenes Fenster verursacht. Natürlich hat es aus Anlaß der Erplosionen die in London nächstes Jahr abermals einen internationalen Der Fachverein der Bäcker Wiens gedeiht, er beginnt üblichen Verhaftungen geregnet, die mit Auswahl und Arbeiterkongreß abzuhalten und zwar in Paris, wird eine Organisation dieser arbeitsüberlasteten Menschen zu Vorliebe solche Personen betreffen, die gelegentlich in seitens der deutschen Sozialisten die entsprechende Würdigung werden. Die Bäckergehilfen denken nicht an den Streit, sozialistischen Versammlungen auftraten oder für Sozialisten finden. In erster Linie handelt es sich darum, daß die obwohl sie Grund dazu hätten. Aber die Bäckermeister galten. So ist z. B. ein gewisser Louvet verhaftet französischen Sozialisten sich verständigen und gemeinsam Sie fürchten sich und denken daran. die Polizei worden, obgleich derselbe erst kürzlich das Hospital nach vorgehen, damit die Welt nicht das traurige Schauspiel schließt den Fachverein. einem sechsmonatlichen Aufenthalt verlassen hat und an erlebt, daß die Arbeiter eines Landes in zwei Parteien Die Buchdrucker Wiens, die politisch harmloseste Gelenkrheumatismus und Darmkatarrh noch so schwer gespalten sind, wovon jede zur Einberufung eines interArbeiterorganisation Desterreichs, deren Mehrzahl nicht leidet, so daß er im Wagen auf das Polizeiamt trans- nationalen Kongresses auf eigene Faust vorgeht. Seitens über ihre Nase hinaussieht, geschweige über den Klassen- portirt werden mußte. Der Mann steht in dem Rufe, der deutschen Sozialisten wird wahrscheinlich auf die staat hinaus denkt diese braven Leute wollen ihre Lage Sozialist zu sein, und da möchte man so gern seine Schuld Einberufung eines selbständigen Kongresses verzichtet, wenn die französischen Arbeiter sich verständigen. verbessern. Sie stellen einen Tarif auf, sie wählen eine beweisen. Die Possibilisten haben unterdeß schon folgenden Kommission, ihn durchzusetzen, sie sammeln einen Fond, Die Reaktion setzt Alles daran, die Explosionen den um ihn zu erkämpfen. Lauter Dinge, die nicht nur mit Sozialisten in die Schuhe zu schieben oder diese wenigstens Aufruf veröffentlicht: Bürger dem Gesetze, sondern mit höchst reaktionären Ansichten sehr moralisch dafür verantwortlich zu machen, um die Situation vereinbar sind. Nicht vereinbar aber sind sie mit dem zu einer Beschneidung der armseligen politischen Freiheiten Interesse ihrer Herren, der Buchdruckereibefizer. Zwei auszubeuten. Jahre sieht die Behörde dem Sammeln der Gelder, der Im Jahre 1889 soll in Paris ein internationaler Arbeiterkongreß abgehalten werden; die französische„ sozialistische Arbeiterpartei"( Fédération des travailleurs socialistes de France) wird mit der Einberufung beauftragt. Der eben stattgefundene internationale Gewerkschaftskongreß in London, welchem die Vertreter Englands, Belgiens, Hollands, Dänemarks, Italiens und Frankreichs beiwohnten, hat in seiner Sizung vom 10. November diese Resolution durch folgenden einstimmig gefaßten Be= schluß verstärkt: Der internationale Arbeiterkongreß zu Paris im Jahre 1886, auf welchem England, Deutschland, Belgien, Dester= Auf wessen Seite der Anlaß für die Attentate liegt, reich- Ungarn, Schweden, Australien und Frankreich ver= Thätigkeit der Kommission zu und findet beides, wie das ist Jedem klar, der nur für einen Pfennig Logik treten waren, nahm in seiner Sigung vom 28. August natürlich, ganz gefeßlich. Nun find 30 000 fl. beisammen; befißt. Die Ursache der Explosionen, das ist die Verfolgende Resolution an: die Chefs fühlen, daß sie Grund haben, sich zu fürchten. zweiflung, die entstand, weil Regierung und Parlament Der Magistrat als Gewerbebehörde löst die Kommission in sträflicher Gleichgiltigkeit, wenn nicht in bösem Willen, auf, die zwei Jahre lang unter seinen Augen gearbeitet, keinen Finger rührten, um einem schreienden Mißstand ein ja, die in Anwesenheit seines Vertreters gewählt wurde. Ende zu machen. Die Statthalterei, an welche die Gehilfen sich wenden, bestätigt die Auflösung. Noch mehr, der Magistrat verlangt nun, daß die Summen, welche sich die Tausende von Arbeitern durch zwei Jahre kreuzerweise vom Munde abgekargt haben, daß die Waffe, welche ihnen eine kleine Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge würde das Mandat Verbesserung ihres Lohnes erkämpfen soll, daß der Tarif- des jezigen Reichstages im Februar 1890 erlöschen. Aber die fond abgeliefert werde. An wen?- An ihre Feinde, und bereits im Herbst 1889 die Neuwahlen angeordnet wer Wahrscheinlichkeit ist vorhanden, daß derselbe früher aufgelöst wird an das„ Gremium" der Prinzipale! Und als sich die den. Dies veranlaßt uns, Euch zuzurufen: Seid auf der Hut und Gehilfen in ihrem Organe Vorwärts" darüber beklagen, rüstet Euch! wird er einfach konfiszirt. Wir haben ein Koalitionsrecht, aber die Prinzipale fürchten sich! Aufruf zu den Reichstagswahlen. Parteigenossen! Sammelt Geld, Geld und abermals Geld, damit Ihr für den Wahlkampf mit der nöthigen Munition versehen seid. Die Forderung einer internationalen Arbeiter= schußgesezgebung soll bestimmt auf die Tagesordnung des internationalen Kongresses gesetzt werden, der 1889 in Paris stattfinden soll nach der Entscheidung des 1886er Pariser Kongresses. Das National- Komitee der sozialistischen ArbeiterDer nächste Wahlkampf wird sehr heftig werden. Nicht weil partei Frankreichs hat daher die Ehre, Sie zu benachrichNun werden die Buchdruckergehilfen weiter refurriren, zu befürchten ist, daß die Wählerschaft sich durch Schreckgespenster, tigen, daß sie bereits die nöthigen Vorbereitungen in die vielleicht wird ein Abgeordneter interpelliren, und zuletzt wie sie die Startellparteien in den berüchtigten Tagen des Februar Hand genommen hat für den Kongreß, der dazu berufen werden sich möglicherweise die Gemüther der konservativsten 1887 durch Wort und Schrift dem Volke vorschwindelten, sich wie- ist, eine hohe Bedeutung zu gewinnen. derum einschüchtern laffen wird die Pifrinsäure, die Bretteraller Arbeiter revolutioniren. Vielleicht werden sie baracken, die Melinitbomben nebst den famosen Bildern, welche die Nach den früheren Pariser und den jeßigen Londoner endlich einsehen, daß ihr Loos das Loos aller Arbeiter Wehrlosigkeit der deutschen Grenzen dem Philifter vorlogen, haben Beschlüssen soll eine internationale Arbeiterverist, daß es nichts nüßt, gegen den Stachel zu lecken, daß wohl für immer ihre Zugkraft verloren und auch Herr Boulanger, einigung geschaffen werden, deren Grundzüge in der das einzige vernünftige Ziel ist, den Stachel zu beseitigen. der Wau- Wau der Kartellparteien, ist in seiner Nichtigkeit entlarvt Sigung vom 9. November 1888 angegeben wurden. der Wahlkampf wird heftig werden, weil der Reichstag nicht Die Arbeiter aller Länder können nicht gleichgiltig Für die Entwicklung der Buchdruckergehilfen wird wie die bisherigen Reichstage also ihr heutiger Lohnkampf jedenfalls sehr nüßlich sein. its abre igen att stage nur auf drei Jahre, ſondern auf bleiben gegenüber dem Erstarken des sozialistischen Geistes, fünf gewählt wird. Vor allem werden sie Eines lernen: Der gesetzliche Boden ist eine vortreffliche Sache, aber er muß vor handen sein. Diese Verkürzung des Volksrechts ist auch eine Errungenschaft das sich bei allen Nationen übereinstimmend zeigt. der Kartellparteien. Die Organisation, wie sie aus den Berathungen Lestere werden alle Anstrengungen machen sich abermals die 1889 hervorgehen wird, die heute zerstreuten Kräfte ord= Mehrheit zu sichern, einerlei durch welche Mittel. So viel an uns liegt muß dieser schöne Plan zerstört werden. nend und sammelnd, wird die Macht der organisirten Die deutsche Arbeiterklasse muß endlich überall einsehen, daß sie Arbeiter beträchtlich erhöhen und in einer nahen Zukunft Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsden Sieg der Arbeiterforderungen und die Aufhebung der Zum Kampf gegen die freien Hilfskaffen. verwaltung, Berlin II"( für den Ost- und Norbbezirk Berlins.) Landesgrenzen herbeiführen, die uns heute wohl noch äußerlich, aber nicht mehr innerlich trennen. Wir laden Sie daher ein, an den Sizungen des Kongresses theilzunehmen. Rundschreiben, welche die Organisation und Tagesordnung bestimmen, werden wir später versenden.". * * * Petition der Vorstandsmitglieder freier Hilfskassen zu Berlin an den Reichstag betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter. Hoher Reichstag! Versammlung am Montag, den 3. d. M., in Saeger's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Durchberathung des Statuts. 2. Wahl eines Delegirten zur Generalversammlung in Magdeburg. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die segensreiche nothwendig. Thätigkeit, welche die Gesetzgebung durch Einführung des Kranken- verwandten Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 3. d. M., Freie Vereinigung der Graveure, Giseleure und Unfallversicherungs- und Hilfskaffen- Gesetzes den Arbeitern entgegen Abends 9 Uhr, Dresdenerstr. 45( Dresdener- Garten). TagesWir brauchen wohl kaum hinzuzufügen, daß den bringen will, im höchsten Grade abgeſchwächt wird durch Beſtim- ordnung: 1. Geschäftliches, Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bordeutschen Arbeitern unter den heutigen Verhältnissen ein herausstellte, resp. erst durch nicht vorhergesehene verschiedenartige Glückes". 3. Verschiedenes. Gäste find willkommen. mungen, deren Schädlichkeit sich erst durch festgestelltes Einwirken trag des Herrn Dr. Wille über„ Die Moral des allgemeinen Beitritt zu einer internationalen Organisation weder mög- Auslegung dieser Gefeße seitens einzelner Behörden zur öffentlichen lich noch auch nur so ausnehmend dringlich erscheint, und Kenntniß fam, aber zugleich Ursache wurde, die Entwickelung, Berufsgenossen. Montag, den 3. d. M., Abends 8 Uhr, Fachverein der Buchbinder und verwandten solange die Arbeiter Frankreichs innerlich noch so wenig namentlich der freien Stassen niederzuhalten, haben sich die Vereinsversammlung im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenſtr. 16. unterzeichneten der Aufgabe unterzogen, diejenigen Abänderungsstark und einig sind, thäten sie wohl auch besser, die vorschläge, welche dem Hohen Reichstage schon einmal von einem Tagesordnung: 1. Vortrag über„ Unfallversicherung“. 2. VerAeußerlichkeit einer formellen internationalen Organi- Kongreß freier Stassen( abgehalten zu Gera am 14.- 16. Noschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer vember 1886) in Form einer Denkschrift unterbreitet wurden, auf Mitglieder. sation nicht so stark zu betonen. Die anderen Punkte der Tagesordnung werden aber zweifellos allen Arbeitern gleich bedeutsam erscheinen. Politische Nachrichten. deren Werth, resp. Unterstützung hin, zu prüfen. Die Prüfung ergab, daß diese Abänderungsvorschläge in seltener Unparteilichkeit nur Bitten enthalten, welche geeignet sind, dem gesammten Krankenkassenwesen und zugleich vom Standpunkt des Rechts aus, zum gemeinsamen Vortheil zu gereichen, so daß auch die Unterzeichneten dem Hohen Reichstage die Bitte aussprechen, „ diese Abänderungsvorschläge zum Gesez zu erheben." Ein großes Grubenunglück in den KohlenbergDurch die inzwischen von Seiten der Regierungsorgane, jedoch werken zu Dour hat von Neuem die Aufmerksamkeit erst nach dem Abhalten des Kongresses, laut gewordenen Behauptungen, Dour hat von Neuem die Aufmerksamkeit den freien Kassen erwüchse durch das Zurückweisen älterer oder auf den traurigen Zustand der belgischen Arbeiterärztlich ungesund befundener Arbeiter ein großer Bortheil", fanden schaft gelenkt. Seit Jahren fordert man, daß das sich die Unterzeichneten verpflichtet, auch diese Frage zu prüfen. Arbeiten der Kinder und Weiber in der Tiefe der Gruben Die Prüfung ergab, daß z. 3. die Zwangskassen durch das 1/3 der aufhört, und nach amtlichen Versicherungen hat das„ fast Aufnahme, immer noch im Vortheil find. Meisterbeiträge und die, erst durch Arbeitsfähigkeit erzwungene ganz" ein Ende erreicht. Und jeßt muß man erleben, daß Knaben und Mädchen in der Tiefe von 612 Metern sogar des Nachts arbeiten. Unter den Verunglückten befinden sich zahlreiche Knaben und Mädchen von 15, 16 und 18 Jahren. In einer Familie sind der Vater, die beiden Töchter von 16 und 18 Jahren und ein 15 jähriger Sohn getödtet worden. Man sieht also, was es mit der angeblichen Besserung dieser Verhältnisse auf sich hat. Die belgischen Großindustriellen wollen, um mittelst eines möglichst niedrigen Selbstkostenpreises die ausländische Konkurrenz erfolgreich zu bekämpfen, auf die Weiber- und Kinderarbeit nicht verzichten. Und da wundern sie sich noch über die Stimmung der Arbeiterkreise. Unterstüßungsverein der Maurer Berlins. Dienstag, den 4. d. M., Abends 812 Uhr, in Scheffer's Lofal, Inselstr. 10, Paul Ernst über„ Die Revolution in der Literatur". 2. Diskussion. Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn 3. Bericht der Revisoren. 4. Unterstützungs- und Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Versammlung am Sonntag, den 2. d. M., Vormittags 10 Uhr, -Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Oranienstr. 51 bei Preuß. Quittungsbuch legitimirt. und Berufsgenossen findet am Sonntag, den 2. d. M., Vortmittags Oeffentliche Versammlung der Metallschleifer und Berufsgenossen findet am Sonntag, den 2. d. M., Vormittags 10 Uhr, in Strieger's Salon, Wasserthorstr. 68, statt. Tages= ordnung: Die Alters- und Invalidenversicherung. Referent: Ernſt Prüfer. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. - Drechsler und Berufsgenossen. Große öffentliche müller's Saal, Alte Jakobstr. 48a. Wichtige Tagesordnung, betr. Versammlung am Montag, den 3. d. M., Abends 8 Uhr, in Deigzur diesjährigen Wahl eines Innungs- Gesellen- Ausschusses. RefeInnungswesen. Referent: Kollege Hildebrandt. 2. Stellungnahme zur diesjährigen Wahl eines Innungs- Gesellen- Ausschusses. Refe= Sizung, Fennstraße( Restaurant Raupenfraß). rent: Kollege Pindric. 3. Verschiedenes. Klub Schiller. Montag, den 3. d. M., Abends 8 Uhr, gemäß, den§ 52 des Kr.- Ver.- Ges. streichen, mithin das der Sollte dagegen der Hohe Reichstag, den Abänderungsvorschlägen Arbeitgeber wegfallen, so erlauben sich die Unterzeichneten, um Einführung eines Gesetzes zu petitioniren, durch welches die 45 Jahre alte, versicherungspflichtige Arbeiter, eine Spezialkasse zu Gemeinde- Versicherung angehalten wird, für sämmtliche, über errichten mit festen, möglichst niedrigen Beiträgen und höherer Unterſtügung, zu deren Ermöglichung die Gemeinden so lange einen arbeiter befindet sich Waldemarstr. 61, bei Pfifter. - Der unentgeltliche Arbeitsnachweis für Klaviers schöpft, welcher Zeitpunkt ungefähr mit dem für Aufbringung des den 2. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn E. Vogtherr Ertra- Zuschuß zu leisten hätten, bis diese Altersklassen nahezu erFreireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, Reservefonds festgestellten Jahr( unter Anrechnung 1/20 der Zurück über„ Christlicher und vorchristlicher Geisterglaube". Damen und legung, also bis zum Jahre 1910, zusammenfallen würde. Herren als Gäste willkommen. Wir, die Unterzeichneten, richten daher an den Hohen Reichstag find, die so schon benachtheiligte Stellung der freien Kassen noch das dringende Gesuch, alle Abänderungsvorschläge, welche geeignet mehr zu erschweren, gänzlich abzulehnen, sowie den vorstehenden Wünschen das weitgehendste wohlwollendste Entgegenkommen Vereine und Veriammlungen. Literarisches. Briefkasten. Listen zum Sammeln von Abonnenten find jederzeit auf unserer Expedition zu erhalten und werden auch gratis überfandt. Steinträger. Zu spät erhalten. Besten Gruß! E.. in Kiel. Von den eingesandten 18 Mark verrechnen wir 12 Mt. Broschüren und 6 Mr. Abonnementgeld für Oktober, November und Dezember. Bon der ,, Nenen Zeit", Stuttgart, Verlag von J. H. W. Trotz alles Protestirens gegen staatlichen Zwang" angedeihen zu laſſen. Diez, ist soeben das zwölfte Heft des 6. Jahrganges erschienen. haben die englischen Gewerkschaften auf ihrem letzten Das bei der Prüfung von allen Seiten zugestellte Beweis- Abhandlungen: Die deutsche Fabrikinspektion im Jahre 1887. Von Jahreskongreß in Bradford in Bezug auf die Haus- material„ verschiedenartiger Gesezauslegung durch Behörden", er- August Bebel.- Shelley als Sozialiſt. Haus- möglichter" Ausbeutung der Kassen durch Simulanten, sowie MaßZur Eisenbahnreform. industrie doch einige Beschlüsse gefaßt, die von ganz regelung von freien Staffenmitgliedern durch Privatunternehmer 2c.", Rüegg. Selbsthilfe. Literarische Rundschau: Mar Krezer, Aus Briefen an Johann Philipp Becker. III. Von Reinhold praktischer Auffassung zeugen. So verlangte er, daß der glaubten die Unterzeichneten dem Hohen Reichstage nicht unterbreiten Meister Timpe.- Dr. Kuno Frankenstein, Die Lage der Arbeiterinnen Artikel 69 des englischen Fabrikgesezes, der das Recht der zu dürfen, da diese Thatsachen durch 13, der Denkschrift angehängte in den deutschen Großstädten. Notizen. Fabrik- Inspektoren, Haus- Arbeitsstätten zu bebaß zwar die Berliner Aufsichtsbehörde durch loyales Verhalten Zeitschrift für Plastik" im Prinzip anerkennen( Aufklärung über Anlagen genügend erwiesen sind. Dagegen müssen wir anführen, Die Bildhauer Berlins sind verpflichtet, soweit sie die treten, gewissen Beschränkungen unterwirft, ganz gestrichen uns manche Gesezesbestimmung in ihrer Schärfe nicht fühlbar bie Arbeiterinteressen der Bildhauer) dieselbe in der augenblicklichen werde. Weiter verlangt er, daß Artikel 75 dahin ergänzt machte, wir aber durch den Besuch von Generalversammlungen die Strifis, in welche dieselbe durch Trennung des Unterstützungsvereins werde, daß jeder Unternehmer, der Arbeiten vergiebt, die Klagen über andere behördliche Entscheidungen und mehr noch der Bildhauer Deutschlands von ihr gerathen ist, zu unterstützen. ganz oder theilweise außerhalb seiner Geschäftsräume aus kaffe hier am Orte, persönlich kennen lernten. Es ist daher nur erbeten beim Kollegen Hagenstein, Büschingstr. 25. P. König. Maßregelungen von Privatunternehmern zu Gunsten einer Zwangs- Neu- Abonnement für 1. Quartal 1889 bis ſftätestens 1. Dezember geführt werden, eine Lifte der betreffenden Arbeitsstellen ein Aft der Gerechtigkeit, wenn die Auslegung der diesbezüglichen erbeten beim Kollegen Hagenstein, Büschingstr. 25. P. König. auffeßen soll zu Händen des Fabrik- Inspektors. Weiter Gesetzesbestimmungen einer Zentralbehörde unterbreitet würde. soll Niemand in Wohn- oder Privat- Arbeitsräumen Arbeitskräfte anstellen dürfen, der nicht die amtliche Genehmigung dazu einholt. Und schließlich soll ein Artikel in das Gesetz eingefügt werden, der es für ungefeßlich ( d. h. strafbar) erklärt, wenn Arbeiter, die in irgend einer In der Sommmerfeld'schen Werkstatt( LampenFabrik oder Werkstätte beschäftigt sind, um den Beschränkungen branche) hat eine stärkere Maßregelung wegen des bekannten Geder Arbeitszeit zu entgehen, aus dieser oder anderen werkschaftsflugblattes bei den Drückern, Klempnern u. s. w. stattFabriken Arbeit entnehmen, um sie anderwärts auszuführen, gefunden, sodaß vor Zuzug gewarnt wird. Näheres in der oder wenn Befißer von Fabriken oder Werkstätten zum nächsten Metallarbeiterversammlung. gleichen Zwecke Entnahme von Arbeiten veranlassen oder Tischlerkongrek. Am 26. und 28. Dezember d. J. soll in gestatten.- Das sind Eingriffe in den freien Arbeits- Braunschweig ein allgemeiner Tischlerkongreß stattfinden. Derselbe wird hauptsächlich sich mit der Reorganisation der Streikvertrag, gegen den die gefeßliche Festsetzung der Grenze stommission befassen. Die Delegirten sind in öffentlichen Tischlerdes Arbeitstages ein wahres Kinderspiel ist. Aber sie Versammlungen zu wählen. find nothwendig wie er und darum muß ihre Durch eine von ca. 2000 Personen besuchte Versammlung mit der TagesBr. Magdeburg. Am Sonnabend voriger Woche tagte hier B. Görlitz. Wird immer zugleich fortgeschickt. führung und Erweiterung mit aller Kraft angestrebt ordnung: Das Krankenkassenwesen und Bericht der Kommission, stimmt abgesandt worden. Wenn Sie die fehlenden Nummern anW. B. Gotha. In voriger Woche ist das Exemplar bewerden, genau wie die Durchführung des Normal- welche das heimische Produkt eines Vereins zur Verbreitung von geben, liefern wir sie gern nach. arbeitstages. Volfsbildung, verbunden mit Familienkrankenkasse" erwägen sollte. Herr Grillenberger sollte referiren, hatte aber in letter Stunde recht sauer gemacht, da oft selbst die Namen nicht deutlich zu lesen Magdeburg. Sie haben uns mit Ihrem Bericht die Arbeit wegen Krankheit in seiner Familie abgesagt. Zunächst wurde von waren. Wollen Sie das nächste Mal nicht etwas mehr Rücksicht Herrn Lankau über die Haltung der Magdeburger Aerzte gesprochen, nehmen. Wegen Raummangels mußten wir außerdem äußerst mit denen man sich zu Vorbesprechungen in Verbindung gefeßt furz sein. hatte, und die von vornherein erklärten, daß sie mit sozialdemo kratischen" Vereinen nichts zu schaffen haben wollten. Die weitere Hilfskaffen. Bericht leider wegen Raummangel nicht zu Thätigkeit der Kommission wurde alsdann von verschiedenen Seiten fachlich erläutert. Herr Schoch wandte sich gegen die Leute, die Achtung! Ein guter seidener Schirm ist am Donnerstag im im Stillen Unfrieden säten, aber öffentlich nicht erschienen und in Schweizergarten( Versammlung) stehen gelassen worden. Nachricht freier Rede und Gegenrede etwaige Gegensäge zum Austrag bittet man zu geben an Tischler F. Winter, Manteuffelstr. 6. III. brächten. Das sei unwürdig und die Genossen müßten solchen Leuten den Rücken kehren. Nach einer eingetretenen Pause wurde über folgende Anträge debattirt: 1.„ Die Versammlung erklärt, daß die Kommission voll und ganz ihre Schuldigkeit gethan und beauftragt dieselbe weitere Prüfungen und Erhebungen betreffs der also 3,20 Mt. zu bezahlen, so daß Sie noch 1,80 Mt. für Dezem F. N. in Hamburg. Für November haben Sie 8 Grempl. ber gut haben. Bei Aufgabe von Vereins- und VerVereine, Berlin. sammlungs- Inseraten möchten wir um gleichzeitige genaue Angabe der Kassirer bitten. bringen. Aufforderung zum Abonnement. Ein ungerechter Vorwurf. Es wird den Vertretern der neuen Gesellschafts- Idee von den Vertretern des Beſtehenden vorgeworfen, daß sie„ trasse Materialisten" seien. Das ist zum Mindesten ein großes Mißverständniß, wenn man unter diesem Materialismus die Hintansezung von geistigen und sittlichen Idealen versteht. Denn obwohl jene sogenannten Materialisten in erster Linie für das materiell gesicherte Wohlergehen des Volkes eintreten, so ist das doch bei ihnen nur Mittel zum Zweck, da sie von dem Gedanken ausgehen, daß ein der Eristenzunsicherheit oder gar der Noth anheimgegebenes Volk nicht auf einen höheren Kulturstandpunkt gebracht werden kann. Diese verrufenen Materialisten hätten im Nothfalle vielleicht gar nichts dagegen, wenn das Volk der Zukunft die einfache Lebensweise der Spartaner führte und sich also mit einer schwarzen Suppe" begnügte. Aber sie wollen, daß ihm diese Suppe nie fehle, und daß es zur Erlangung Familienkrankenkasse vorzunehmen und das Resultat ihrer Arbeiten derselben und zur Gewinnung alles dessen, was sonst zu einem einer später dazu einzuberufenden Versammlung vorzulegen und zu Die Berliner Volfstribüne" erscheint jeden Sonnabend „ menschenwürdigen Daſein" gehört, keine 12 oder gar 14 Stunden dieser Versammlung einen der Herren Neichstagsabgeordneten ein- früh in Berlin und sucht in gründlichster Weise alle auftauchenden zu arbeiten brauche, damit Andere neben dieser Suppe noch die zuladen. 2. Die Versammlung wolle befchließen, einen Arbeiter- politischen und wirthschaftlichen Fragen vom diversen Leckerbissen genießen können, mit denen sie ihre angeblich bildungs- Verein ins Leben zu rufen. 3. Die Gründung eines Vernichtmaterialistischen Gaumen fißeln. Sie wollen ferner, daß aus eins sei so lange zu verschieben, bis die Kommission ihre Vorarbeiten dem Ertrag der Arbeit des Volkes überhaupt keine arbeitslosen beendet habe." Für den Bildungsverein sprach besonders Herr Drohnen der Gesellschaft gespeist werden, welche heute den Haupt- Ad. Schulze, dagegen Herr Bremer auf Grund früherer antheil an demselben haben, sondern daß aus diesem Produktions- schlimmer Erfahrungen. Auch Herr Bremer wandte sich gegen die Gerade heute, wo das Vereinsleben der Arbeiter gänzlich ertrage, so weit er nicht zum förperlichen Wohlergehen des Volkes Art, wie Herr Heine über die Stöpfe der Magdeburger hinweg seine barniederliegt, erscheint uns ein Wochenblatt, wie das unfrige als dient, diejenigen Einrichtungen zu treffen und zu befördern find, Versammlung einberufen habe, da dadurch leicht Uneinigkeit und ein unentbehrliches Aufklärungsmittel des Volkes. welche zur geistigen Hebung desselben führen. Ja, sie sind Zersplitterung" hätte entstehen können. Die heutige große Versammsogar damit einverstanden, daß das Volk über jenen materiellen lung habe ja doch davon Zeugniß abgelegt, daß Heine's Bestreb= Bedarf hinaus noch recht viel lleberzeit" arbeite, um für legteren ungen sich den Magdeburgern wieder als Standidat aufzudrängen, weitere Verbreitung der Zweck die reichlichsten Mittel zu erhalten. Der Eingangs ange- ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob die Partei am Orte Schaden führte Vorwurf ist zudem ein heuchlerischer. Als ob jene, von Ge- nehme, vollständig erfolglos feien. Nachdem Herr Schulze noch für nüssen übersättigten Moralisten jemals ein anderes Ideal gekannt seinen Antrag, Herr Lantau und Köster dagegen gesprochen, wird einzutreten. hätten, als die Pflege ihrer Genußsucht, und als ob ihnen Kunst der 1. und 3. Antrag einstimmig angenommen, der 2. Antrag ebenund Wissenschaft nicht lediglich dazu dienten, eine angenehme Ab- so abgelehnt. Darauf folgt furz vor 12 Uhr der Schluß der nicht Bei Bestellungen in Berlin wende man sich stets direkt an wechslung in den Sinnentigel zu bringen! Hat man jemals ge- allein wichtigen, interessanten, sondern auch der Magdeburgs Arbeitern die Spediteure. Dieselben liefern die„ Berliner Volks- Tribüne hört, daß diese Elemente ihre materiellen Interessen für geistige würdigen Versammlung. und sittliche Ziele geopfert haben? Wegen Kaufs von Sammelbons wurde am 23. d. M. der Buchbinder Höhne von dem Schöffengericht I zu Moabit, zu 10 Mark Geldstrafe oder 2 Tagen Gefängniß verurtheilt. Das Gericht sah in dem Kauf„ Beihilfe zur Verbreitung." Der Staatsanwalt hatte eine Woche Gefängniß beantragt. Oeffentliche Männer- und Frauen- Versammlung am Donnerstag, den 6. Dezember, Abends 8½½ Uhr, in Moabit, Berle bergerstraße 23( Artushof). Oeffentliche Versammlung der Vorrichter, Zuschneider und Stepper am Sonntag, den 2. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72. sozialistischen Standpunkte aus zu beleuchten. Wir bitten alle Freunde unseres Blattes, recht eifrig für die ,, Berliner Volks- Tribüne" des für 50 Pfennige monatlich jeden Sonnabend Morgen frei in's Haus. Probenummern jederzeit gratis. Durch jede Postanstalt Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Der Verlag der ,, Berliner Bolts- Tribüne." Berlin S. O., Oranienstr. 23. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23.