Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis viertel jährlich 1 Mt. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. №. 49. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Erpedition: Oranien- Straße 23. Nationaler Größenwahn. Der Mutterberuf der Frau. Der wirthschaftliche Zersehungsprozeß. Frankreich. Bourgeoiskorruption in Aus Skandinavien. An den ,, Cri du Peuple.". Ueber Anarchismus. Gedicht. Sonnabend, den 8. Dezember 1888. Der Mutterberuf der Frau. Aus Frauenkreisen. II. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. II. Jahrgang. geleitet wird. Hier entscheiden nicht mehr natürliche" unabänderliche Ursachen, sondern die wechselnden Bedingungen der Eristenz und des Fortschrittes der Gesellschaft. Hauptsache ist nicht die mütterliche, sondern eine verstän= Indem die neuen Produktionsbedingungen die Pro- bige und liebevolle Erziehung, welche sich auf die KenntDer Hunger. Soziale Skizze. I. duktion der Gebrauchsartikel innerhalb der Familie niß und Beobachtung der Geseze stützt, welche die EntFedor Dostojewski. Schund: und Kolpor- vernichteten, ward auch der Boden für die Erziehung der wickelung des Kindes regeln. Die Mutter war früher Kraft der primitiven Artageromane. Antisemitische Schmähschriften. Kinder innerhalb der Familie zerstört; die in der GeDie soziale Frage als Kern aller Fragen. sellschaft produzirende Frau wurde ihrem„ natürlichen" beitstheilung zwischen Frau und Mann die natürliche, d. h. Die Arbeiter und die Wirthe. Berufe entzogen, der überhaupt nur so lange natürlich die durch die herrschenden gesellschaftlichen Zustände be= Gewerkschaftliches. war, als er sich mit den ökonomischen Grundbedingungen aller Gebrauchsartikel des Familienhaushalts war, wie sie Politische Nachrichten. zeichnete Erzieherin des Nachwuchses, wie sie Produzentin Kleine Mittheilungen. Vereine und Ver- deckte. sammlungen. Blattes ein! Arbeiter und Parteigenossen! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung dieses Bestellungen nehmen in Berlin alle Spediteure entgegen. Liſten zum Sammeln von Abonnenten jederzeit durch Produktionsbedingungen entsprechend innerhalb des primiDie Erziehung der Kinder ist eine gesellschaftlich noth- in ihrer Person Schneider, Schuhmacher, Bäcker, Weber, wendige Arbeit wie jede andere, fie mußte also auch bei Spinner u. s. w. darstellte. Einfach und roh wie die ihrer Ausübung demselben Entwickelungsgang folgen wie damals erzeugten Gegenstände war auch die Erziehung der die Produktion überhaupt. Sie mußte den allgemeinen Sie mußte den allgemeinen Kinder. Allein die für alle Arbeit eintretende Theilung und Scheidung der Thätigkeiten, welche der Frau einen tiven Gemeindeverbandes als gemeinsam geübte Thätig- Industriezweig nach dem andern abnahm, mußte ihr auch keit anfangen, dann zum individualisirten, in der allmählich die Erziehung der Kinder aus den Händen Familie geübten Wirken werden, um schließlich wieder aus winden, sobald die Verhältnisse an dieselbe höhere Ander Familie in die Gesellschaft zurückzukehren, vom Werk sprüche stellten, von ihr eine größere Vielseitigkeit forderten, Einzelner zur gemeinsamen Thätigkeit Vieler zu werden, die sich nur selten in einer Person vereint findet. Erſte denn auch sie unterlag dem Gebote der Arbeitstheilung Folge davon war, daß der Frau sehr bald die technische, und der Spezialisirung. Pflege und Erziehung der Kinder berufliche Ausbildung des Knaben, nach und nach die konnten nur so lange eine ausschließlich mütterliche Funt geistige Erziehung der Kinder überhaupt, der Unterricht, tion bleiben, als die Frau durch die wirthschaftlichen entzogen wurde, um Sache von Fachleuten, Spezialisten ,, Am abscheulichsten und ekelerregendsten sind die Zustände, duch die Art und Weise ihres Schaffens an das zu werden. Es fällt wohl heut zu Tage Niemand mehr ein, sich Symptome des Größenwahns dort, wo sie die Gesammt- Haus gefesselt war. Das Familienleben mußte auch nach heit aller durch eine gemeinsame Geschichte und Sprache dieser Seite hin durch die modernen Produktionsbedingun- dieser Art der Arbeitstheilung bei Erziehung der Kinder Verbundenen befällt, wo sie als nationaler Größen- gen gründlich zerstört werden, denn die Familie war keine zu widersetzen. Die Vorzüge, ja die Nothwendigkeit des wahn erscheint. moralische, sie war eine ökonomische Einheit, mit den Unterrichts durch Lehrer und hier wiederum durch Fachunsere Expedition, Oranienstraße 23, zu beziehen. Nationaler Größenwahn. „ Der Verfasser dieser Schrift weiß sich von einer so ökonomischen Grundbedingungen ihres Bestehens mußten lehrer liegen auf der Hand. Niemand wird behaupten, warmen und aufrichtigen Liebe zu dem Volke, dem er an- auch alle ihre sogenannten moralischen Pflichten und Auf- daß die Mutter die natürliche alleinige Lehrerin" ihrer gehört, erfüllt, daß er den Vorwurf ,, nationalen Stumpfgaben einer Wandlung unterworfen werden, die Gesell- Kinder sein müsse. Die Rolle der Mutter als Erzieherin finnes" oder des„ Verraths an der nationalen Sache" fchaft, die Gemeinsamkeit mußte auch in dieser Beziehung hat also bereits durch die moderne Organisation des Unterrichts eine beträchtliche Einbuße erlitten. Mit Bezug und was dergleichen wohlfeile Nedensarten mehr sind, als ihr Erbe auftreten. auf den Unterricht ist die Mutter durch die Gesellschaft nach= ruhig über sich ergehen lassen kann. Jeder, der es mit Der Umwandlungsprozeß ist leider noch nicht zu Ende. ersetzt; es ist leẞtere, welche diesen Theil der Erziehung seiner Nation ehrlich meint, soll und muß heute seine Der Kampf zwischen dem Alten und Neuen, die schwierigen organisirt und gewisse, ihr geeignet scheinende, für den Stimme erheben gegen die Verirrung einer künstlich er- Verhältnisse der Uebergangszeit machen sich auch der Beruf vorbereitete Vertreter mit ihm betraut. Die Verhitzten, von gewissenlosen Demagogen geschürten und an Kindererziehung gegenüber mit all ihren Härten fühlbar. hältnisse zwangen von zwei Seiten hierzu, einerseits die gefachten Leidenschaft, welche die ursprünglichsten und ge- Aber der Umgestaltungsprozeß ist bereits weit genug vor behufs einer größeren Vollkommenheit des Resultats sündesten Regungen der menschlichen Natur zur aberwißigen geschritten, daß über seinen Ausgang kein Zweifel auf- unumgängliche Arbeitstheilung, andrerseits die für die Verblendung und wüsten Heze ausarten ließ. kommen kann. Die Kindererziehung wird und Masse der Frauen eristirende Nothwendigkeit, dem Er„ Glauben die Maulhelden, die mit jener Unermüd- muß aus der Familie in die Gesellschaft verwerb- außerhalb oder innerhalb des Hauses lichkeit, deren nur der phrasenhafte Ueberschwang fähig ist, legt werden, sie wird und muß aus den Händen der zugehen. immer und immer wieder das alte Lied von der Größe Mutter in die von Pädagogen im weitesten Sinne des In geradezu absurdem Widerspruch mit diesen Thatihrer Nation, von deren Krieges- und Siegesthaten, von Worts übergehen. Die Frau wird nicht nur als Haus- sachen plärrt man es trotzdem als unumstößliches Dogma beren einzig dastehender Kultur, von deren unereichbar wirthin, sie wird auch als Mutter frei zur Ausübung ge- weiter, daß die Frau die Erzieherin der Kinder sein solle. edlen Männern, unnachahmlich züchtigen Frauen, unüber- sellschaftlicher Thätigkeit je nach ihrer individuellen Be- Sie ist es bereits nicht mehr in diesem Sinne. Man trefflich schönen Liedern, unvergleichlich schattigen Wäldern, fähigung und Neigung und in Maßgabe der gesellschaft- läßt dabei ganz aus dem Auge, daß die Erziehung süßen Weinen und duftenden Rosen singen und wieder lichen Bedürfnisse ihre Stellung wird auch hierin mehr der Kinder ein Beruf, eine Thätigkeit wie jede andere holen, glauben diese Lobpreiser ihrem Volke hiermit wirk- und mehr der des Mannes ähnlich werden. ist. Wie jeder andere Beruf hat sie also zur Vorauslich zu nützen? Alle sentimentale Heulmeierei kann an dem Faktum fegung eines möglichst vollendeten Gelingens, daß der sie Wenn ein Erzieher seinem Zögling, statt denselben tein Jota ändern. Ausübende, der Erzieher, natürliche Begabung für zur Arbeit und Tugend anzuhalten, fort und fort nur Ist diese Thatsache aber überhaupt zu bejammern, den Beruf, die nöthige technische Ausbildung und eine von dessen Ahnen, ihrem Ruhm und ihren Reichthümern ist sie der Thränen werth, welche Klageweiber männlichen möglichst hohe und vielseitige Entwicklung überhaupt be= erzählte, könnte dies nicht zur Folge haben, daß der und weiblichen Geschlechts über sie vergießen? size. Will man also der Frau den Beruf der Erzieherin " 1 Knabe es für angemessen hielte, auf den Lorbeeren seiner Unseres Erachtens nicht, denn die Voraussetzung: die par excellence aufzwingen, so muß man wenigsten vorausAhnen auszuruhen, daß er dumm, faul und stolz würde? Mutter ist die, von der Natur dazu vorherbestimmte Er- feßen, daß dieselbe die genannten drei, für erfolgreiche Und solche Volkserzieher, solche Volksverderber sind unsere zieherin der Kinder, erscheint uns als einer jener seichten, Ausübung ihrer Thätigkeit unentbehrlichen Bedingungen ,, nationalen" und nationalsten" Politiker. landläufigen Gemeinpläße, die noch so zahlreich durch ein in sich vereint. Dies ist jedoch bei den wenigsten Frauen Wer sein Volk liebt, der muß vor Allem für sein Jahrhundert humpeln, in dem sie nichts mehr zu suchen und Müttern der Fall. So wenig wie z. B. alle Männer Volt arbeiten, und wenn er öffentlichen Einfluß besißt, haben. mit den Keimen der Befähigung, Schuhmacher, Soldat nicht den Hochmuth der Menge kißeln, nicht auf das hin- Die Mutter ist die natürliche"( d. h. durch die oder Maler zu sein, geboren werden, so wenig sich bei weisen, was die Väter geleistet haben, sondern auf das, natürlichen Beziehungen zwischen sich und dem Kinde be- ihnen allen durch die beeinflussende Mitte diese eventuell was die Söhne leisten sollen. Zwischen Selbstgefühl stimmte) Erzieherin und Pflegerin für das Säug- vorhandenen Reime entwickeln können, ebenso wenig bringt und Arroganz besteht derselbe Unterschied, wie zwischen lingsalter, die Stillungsperiode; nicht darüber hinaus. jede Frau die Begabung für den pädagogischen Beruf Nationalgefühl und Chauvinismus. Eine gute Erziehung Aufgabe der Gesellschaft muß sein für diese Periode dem mit auf die Welt. Noch weit weniger aber ist die dem wird das Selbstgefühl, eine gute demokratische Politik das Kinde die Mutter zu erhalten und zu sichern, wie sie dem- weiblichen Geschlechte zu Theil werdende Entwickelung daSolidaritätsgefühl stärken. Ein schlechter Pädagog wird selben schon vor der Geburt, während der Schwangerschaft zu angethan, etwa vorhandene Keime dieser Befähigung die Arroganz großziehen und ein Demagog den Chauvi- in Gestalt und durch Vermittelung der Mutter die denkbar so herauszubilden, daß sich dieselben späterhin günstig entgünstigsten Entwickelungsbedingungen zu schaffen hat. Hat falten können. Die Begabung für den erzieherischen Be= Größenwahn.( Gegen den Strom. Flugschriftensammlung.) das Kind aber einmal das Säuglingsalter hinter sich so ist es ruf ist wie jedes andere Talent individuell und nicht nismus." Wien 1888. für seine weitere Entwickelung durchaus gleichgültig, ob nach Geschlechtern vertheilt. Leicht möglich, sogar ganz dieselbe von der Mutter oder von einer dritten Person wahrscheinlich, daß sich in Folge der Jahrhunderte lang Der wirthschaftliche Zersehungsprozeß unserer Zeit spielt sich kaum irgendwo in so einfachen, gleichsam typischen Formen ab, wie in den Vereinigten Staaten. Man lese z. B. folgende Korrespondenz amerikanischer Arbeiterblätter aus dem letzten Drittel des vorigen Monats: geübten erzieherischen Thätigkeit der Frau und der Ver-| parlamentarischen Lebens sind, gestatteten kürzlich wieder| Wochen lang geheim gehalten, durch den„ Temps" einen erbung die Befähigung für das Erziehen unter dem weib- einmal einen offenen Einblick in den Augiasstall der verstümmelten und gefälschten Auszug in die Welt werfen lichen Geschlecht häufiger zu finden ist, als unter den Kapitalsherrschaft. lassen, welcher über das Unternehmen abfällig urtheilte, Männern. Aber in neunzig von hundert Fällen wird In die Deffentlichkeit gezogen wurden diese Schmuzereien hierauf auf die daraus entstehende Kursminderung der diese angeborene Begabung in Folge der einseitigen weib- durch die Aeußerung Numa Gilly's, daß in der Budget- Panama- Aktien spekulirt und durch deren nach Veröffentlichen Entwickelung verkümmern, sie wird ein bloßer kommission mindestens 20 Wilson's, d. h. käufliche Burschen, lichung des Originalberichtes erfolgende Wiedererhöhung dunkler Instinkt bleiben, anstatt sich zu einem klar bebefindlich seien. Die Absicht, die drohenden Enthüllungen höchste Profite gewonnen. Eine bonapartistische Größe, wußten und mit Bewußtsein geübten Talent zu entwickeln. durch Schweigen zu begraben, ward durch Andrieur ver- welche noch durch Napoleon III. Landstrecken in Neueitelt, welcher bei dem Geschworenengericht zu Nimes gegen kaledonien erhielt, die reiche Nickelminen bergen, kaufte Gilly wegen Verläumdung klagbar wurde. Kernpunkt Stimmen für den Plan, die Kupfermünzen durch Nickelwar natürlich nicht, festzustellen, ob der Abgeordnete münzen zu ersetzen und durch Annahme eines Gesetzes Andrieur beleidigt habe oder nicht, sondern der Prozeß über die rückfälligen Verbrecher billige Hände" an Ort sollte Gilly Gelegenheit liefern, vor Gericht die Richtigkeit und Stelle zu schaffen. seiner Behauptung zu beweisen. Zu diesem Zwecke hatte Die Folge dieser Enthüllungen ist, daß Numa Gilly der Angeklagte nicht nur 13 Mitglieder der Budget verschiedene neue Prozesse auf den Hals bekommen hat. kommission, sondern überhaupt mehr als 80 Zeugen vor- Da derselbe auf„ Beschränkung seines Prozesses" vorbereitet laden lassen, die sich sämmtlich aus dem politischen high- life sein mußte, hatte er bereits das Erscheinen eines Buches Kühl und geschäftsmäßig wird aus der Pittsburger rekrutirten. veranlaßt, das den Titel„ Meine Aktenstücke" führt Gegend gemeldet, der Verband der Besizer der längs Die Feststellung, daß Andrieur nichts mit einer Reihe und eine Menge von Thatsachen über die Käuflichkeit der dem Monongahelafluß gelegenen Kohlengruben beab- von finanziellen Spizzbübereien zu thun hatte, folglich politischen Welt anführt. Die vorliegenden Aften find fichtige, die sämmtlichen Gruben auf unbestimmte Zeit zu nicht verleumdet sein konnte, sollte Anlaß geben, nach- allerdings in der Regel noch keine materiellen Beweise für schließen, weil die Preise in Cincinnati und den Häfen zuweisen, daß die betreffenden Spizbübereien mit Hilfe Gilly's Anklage, aber von all den Kammerberichten, im Süden, wohin die Pittsburger Kohle geht, zu niedrig der und jener Parlamentarier und Minister zu Stande Zeitungsartikeln, Mittheilung in Privatbriefen, welche sich seien. Die Arbeiter wolle man erst gar nicht fragen, ob gekommen waren, eine Hilfe, die natürlich entsprechend auf politische Spitzbübereien beziehen, löst sich ein starker sie sich zu einer Lohnreduktion verstehen würden, vermuth- hoch gezahlt war. moralischer Beweis los. Vor der öffentlichen Meinung lich, weil die an diesem kärglichen Lohn noch mögliche Zu den Zeugen, die sich durch ihre Aussagen und hat Gilly bereits alle noch folgenden Prozesse gewonnen. ,, Ersparniß" für die„ Bosse" zu gering ist, sondern man die Prozeß- Erörterungen am meisten belasten mußten, so Das Buch wird natürlich mit der größten Spannung erwolle die sechstausend Menschen lieber gleich auf daß sie in Wirklichkeit den Verhandlungen als Angeklagte wartet, und die Preßkosaken der Gebrandmarkten suchen die Straße werfen. beiwohnten, gehörten der frühere Ministerpräsident durch geheuchelte Gleichgiltigkeit und höhnisches Achsel" 1 Zur selben Zeit kommt der Bericht, daß die Phila- Rouvier, die Erminister Baihaut und Raynal, die zucken, daß„ Meine Aftenstücke" nichts Neues bieten, über delphia und Reading Kohlen- Compagnie in ihren Deputirten Yves Guyot, Vacher, Desmous, Sigis- den Schlag zu täuschen, den ihre Brotherren erhalten. Gruben in Ost- Pennsylvanien vom Beginn des nächsten mond Lacroix 2c. Alle diese noblen Herren hatten an- Die in dem Buche niedergelegten Fakten decken sich oft Monats an nur dreiviertel Zeit arbeiten lasse. Es läßlich der Verhandlungen mit den Eisenbahnen, wegen mit denen, welche das hochinteressante Wert von Drumond, ist nämlich zu erwähnen, daß der Kohlenring die jährliche des Panamakanals 2c., ihren Einfluß und ihre Stimmen„ Das Ende einer Welt", gebracht hat, sowie mit den Ausbeute unter die verschiedenen theilnehmenden Aktien- an Großbankiers und Aktiengesellschaften verschachert, Darlegungen von dem vor mehreren Jahren erschienenen gesellschaften vertheilt und dieselben ihre Betriebe ent- eventuell hatten sie selbst Spekulationen zurecht gemogelt. Buche Chirac's,„ Die Königin der Republik". sprechend einzuschränken haben. Die Kohlenlords finden Die opportunistische und die mit Gambetta's Nach- Die genannten drei Werke, denen sich nächstens ein weiteres es aber am vortheilhaftesten für sie, recht viele Arbeiter tretern liebäugelnde ministerielle radikale Presse that von Fabre des Essart:„ Die Affäre Gilly- Andrieur" am Platz zu haben und dafür jedem einzelnen um so wir folgen hier einem Bericht der Wiener Gleichheit" anschließen wird, bieten ein reiches Material zur Kritik weniger Beschäftigung zuzuweisen, so wenig, daß er zwar ihr Möglichstes, die Affäre in der Person ihres Ur- der heutigen Staatsverhältnisse, sie fällen ein vernichtendes gerade noch aushält, aber niemals aus den Schulden hebers vor der öffentlichen Meinung zu diskreditiren. Sie Urtheil über die Leute und die Klasse, welche die Geschicke herauskommt. Sie halten ihn somit, in Verbindung mit machte sich über Gilly's schwielige Hände- er war früher der französischen Republik leiten. anderen schönen Einrichtungen, vollkommen in der Knecht- Böttcher über seine Ungelehrsamkeit lustig, suchte ihn In Folge des Gilly'schen Buches hat Andrieur aberschaft. Und sollte er sich doch einmal empören und streiken, für eine geistige Null auszugeben, die von den Boulangisten mals seine Karte ins Spiel geworfen. Er proteſtirt gegen so fällt die Aushungerung nicht schwer. dirigirt würde und in deren Auftrage und Interesse handle. gewisse, ihn angehende Anführungen und hat, im EinWir haben auch an dieser Stelle schon erwähnt, daß Als Haupttrumpf ward ausgespielt, daß Gilly's Advokat, vernehmen mit Gilly, die Gruppe der Arbeiter deputirten der Ring dreimal den Preis der Kohlen erhöhte, Peyron, Mitglied der„ Heilsarmee" und Boulangist sei, als Schiedsrichter gewählt, deren Urtheil unparteiischer während er den Arbeitern eine geringe Aufbesserung des Behauptungen, die der Betreffende energisch bestritt. Numa als das der Gerichte sei. Lohnes verweigerte. Die Bergleute haben gestreift, bis Gilly selbst erklärte, daß die Boulangisten ihm Dokumente Mit der Affäre Gilly ist die Nera der„ Enthüllungen" fie vom Hunger überwunden wurden. Das ist jetzt ein zur Beweiserbringung gegen die 20 Wilson's" zur Ver- noch nicht abgeschlossen. Wilson in Perſon iſt mit seinen paar Monate her. Der damalige Ausfall in der Kohlen- fügung stellen wollten, daß er dieselben jedoch zurückwies. 22 000 Aftenstücken bewaffnet aufgetreten und zieht die förderung ist bereits wieder ausgeglichen; die Arbeiter Nachträglich heißt es auch, daß Wilson dem Deputirten Personen als Ordensschacherer, Stimmenverkäufer, Spekudürfen ja nicht in die Lage kommen, wieder einen Kampf des Gard geradezu vernichtende Schriftstücke gegen die lationspolitiker auf die Anklagebank, welche seinerzeit seine zu wagen. Deshalb wird der Betrieb beschränkt. Opportunisten ausliefern wollte, und daß Gilly diefelben eigene Skandalaffäre auf Ferry's Ordre und behufs Grevy's Eine Preiserhöhung wird nun auch nicht mehr lange auf gleichfalls zurückwies. Er will mit schmutzigen und zwei- Sturz ins Rollen brachten. Den Kampf hat er eröffnet fich warten lassen. deutigen Persönlichkeiten nichts zu thun haben. Wie wenig gegen den Eigenthümer des Blattes Paris", das die " Weiter im Text. Aus Grand Rapids in Michigan er Boulangist ist, beweist er übrigens am besten dadurch, Wilsonaffäre aufs Tapet brachte. Er beschuldigt den wird gemeldet:„ Die Vereinigung der Müller im Staate daß er in dem von ihm veröffentlichten Buch:„ Meine Betreffenden, einen Bankier Veit Picard, den Orden Michigan trat hier zusammen und beschloß, einen Mehl- Aktenstücke", den General Boulanger unter den hohen der Ehrenlegion für 20 000 Franks gekauft zu haben. ring zu begründen. Das Exekutivkomitee hat fünf Mit- Trinkgelder- Empfängern anführt. Beit Picard ward vorgeblich wegen seiner Verdienste ,, als „ Die Produktion von Mehl zu vermindern" Konsum an, stellt gleich um die Hälfte weniger her! habe, oder nicht. Gerichtspräsident und Staatsanwalt glieder ernannt, welche die regelmäßigen Preise und die Um zu retten, was zu retten war, suchte die gekaufte Feuerwehrmann" dekorirt. Das Gerücht behauptet jedoch, Klaffen des Mehls festzusehen haben, und die Assoziation Presse der gekauften Herren die Vernehmung der Zeugen er habe sich absichtlich etliche Versengungen an der Hand wird ihre Mitglieder bei einer erheblichen Konventional- zu hintertreiben. Die Vorladung sei eine Falle, wurde verursacht, über die sich ganz Besançon, ſeine Vaterstadt, strafe zur Beobachtung dieser Preise und Klassenunterschiede gefagt, und es sei unter der Würde der verkannten Ehren- luftig machte, da bekannt war, welchem Zwecke dieselben anhalten. Ferner wurde beschlossen, bis zum 1. Januar männer, sich in so delikaten Angelegenheiten ausfragen zu dienen sollten. Wilson veröffentlichte in der„ Petite die Produktion von Mehl um 50 Prozent zu verlassen. France" einen photographischen Abdruck des Wechsels, mindern." Der Ministerpräsident Floquet sang in einer Kammer- durch welchen sich Veit Picard zur Zahlung von 20000 Frants es fitung das nämliche Lied, dem er noch einen Vers von an die Person verpflichtet, welche ihm seine„ Dekorirung" klingt geradezu schauderhaft. Welche Folgen sich in dieser der Pflicht der Abgeordneten, die Kammerfißungen und mittheilt. Natürlich bestreitet der Bankier die Richtigkeit geschäftsmäßigen, so zu sagen selbstverständlichen und in Budgetdebatten nicht zu versäumen, beifügte. der Thatsache, hat aber bis jetzt noch nicht das Gegentheil unserer Zeit gar nicht mehr auffallenden Mittheilung offenbewiesen. Die öffentliche Meinung hatte sich jedoch bereits baren. Das Brod ist auch in Amerika theuer; man derart für die Angelegenheit in's Zeug gelegt, daß die Wilson droht mit weiteren Enthüllungen, und die hat es auf eine kleine Ernte geschoben. In Wirklichkeit Zeugen( oder besser Angeklagten) nolens volens den Weg Opportunistenklique kommt nicht aus dem Heulen und find noch hundert Millionen Bushel Weizen für die Aus- nach dem Schandpfahl antreten mußten. Ihr Fernbleiben Bähneknirschen heraus, da es wohl Niemand unter ihr fuhr jenseits des Ozeans da. Aber das Quantum war von den Verhandlungen wäre ganz richtig als Eingeständ- giebt, der nicht befürchten muß, seine schmutzige Wäsche noch nicht zu groß, um von der Spekulation beherrscht niß ihrer Schuld aufgefaßt worden. In letzter Instanz an's Licht gezogen zu sehen. zu werden. Da kam also zuerst Old Hutch" und seine bezahlte noch das Kabinet Floquet die gegen seine Existenz badurch vorzubeugen, daß sie die Personen einer Handvoll Die einschlägigen Kreise suchen weiteren Enthüllungen Gefolgschaft und machten ihren Schnitt. Der Preis stieg, von den Opportunisten geübte Nachsicht und es gab Ordre, verkommener und feiler Opportunisten mit der„ Republik“ das Brod wurde theurer, der Konsum wurde eingeschränkt, die Verhandlungen streng auf den eigentlichen Gegenstand identifiziren und jeden Angriff gegen erstere als einen die Nachfrage nach Mehl verminderte sich. Was nun? zu beschränken, d. h. lediglich auf die Untersuchung, ob Sehr einfach, man paßt die Produktion dem verminderten Gilly den Andrieur speziell beleidigt und verleumder Todesstoß für letztere bezeichnen. Des Pudels Kern iſt natürlich, dem opportunistischen Klan die einträgliche poliSie stellen keine Ausnahmen mehr dar, sondern eine Bertheidiger, durch Befragung der Zeugen und deren zum Teufel geht. Diese Beispiele ließen sich noch um viele vermehren. widersetzten sich um die Wette jedem Versuch von Gilly's tische Herrschaft zu sichern, wenn auch die Republik dabei solche„ Regelung der Produktion" wird immer allgemeiner, Hereinziehung in die Debatten die in der Luft liegenden trennbar mit der Republik" verknüpft ist, wohl aber Der Wilsonismus" ist keine Erscheinung, die unje mehr die kleinen Geschäfts- Unternehmer aufgerieben Enthüllungen zum Ausbruch zu bringen. Peyron, fortwerden und die noch übrig bleibende geringe Zahl der während unterbrochen, erklärte schließlich, daß es ihm untrennbar mit der auf Klassen vorherrschaft begründeten großen Kapitalisten oder Aktien- Geſellſchaften sich leicht unter solchen Umständen unmöglich sei, den Unschulds: Geſellſchaftsordnung, welche Alles zu einer Waare verständigen können. Dabei hilft kein Deklamiren gegen Kartelle, Ringe und feit seiner Behauptung zu erbringen. Andrieur selbst 30g riesigere politisch- finanzielle Gaunereien gezeitigt. beweis seines Klienten durch den Beweis für die Richtig- macht, für die man Käufer sucht. Das monarchistische und„ kaiserliche" Regime hat in Frankreich noch weit Trusts" oder die Erlassung von Polizeigesetzen. Damit seine Klage zurück, nachdem Gilly erklärt, daß er ihn riesigere politisch- finanzielle Gaunereien gezeitigt. kann bloß die Form desselben vernichtet werden und nicht persönlich gemeint habe. wurden dieselben damals todtgeschwiegen. wenn das geschehen wäre, dann findet sich leicht ein anderes Arrangement, gegen das mit Polizeigesetzen nicht Der anhängig gemachte Prozeß mußte jedoch zu Ende Bloßlegen derartiger Mißstände nur ihre Stärke. republikanische Staatsform beweist durch schonungsloses Der amerikanische Kohlen- geführt werden und schloß mit der Freisprechung Gilly's. Enthüllungen tragen nicht zum Sturz der Republik bei, ring, der ohne schriftliche Abmachung existirt, ist der Beweis Dieses Verdikt der Geschworenen bedeutet nichts weiter als wohl aber beschleunigen sie das Ende der Herrschaft des eine Verurtheilung der als Zeugen vorgeladenen 20 und Geldes. Diese gesellschaftliche Krankheit wird einmal organisch noch mehr„ Wilsons". kurirt werden; nicht eher freilich, als sie unerträglich gewährend der Debatte Gelegenheit gefunden, verschiedene Trotz aller Kniffe des Gerichtshofes hatte Peyron worden ist. Aber dazu sind wir auf dem besten Wege. Schmuzaffären zu berühren. Die grnßen Eisenbahn- Mit dem unerwartet schnellen Anwachsen der sozial Bourgeoiskorruption in Frankreich. gesellschaften hatten z. B. 14 Millionen unter demokratischen Bewegung hält in Schweden die zu Mitglieder der Kammer vertheilt, damit die nehmende Verfolgung gleichen Schritt. Während das Eine ganze Reihe von Standalgeschichten der schmutzigsten Eisenbahnverträge angenommen würden. Baihaut Recht der freien Meinungsäußerung in diesem Lande Art, politisch- finanzielle Gaunereien erster Güte, deren hatte als Minister den höchst günstigen Bericht eines früher nur geringen Beschränkungen unterworfen war und Helden Abgeordnete, Erminister 2c., kurz die Blüthe des Ingenieurs über den Bau des Panamakanals mehrere politische Prozesse zu den äußersten Seltenheiten gehörten, vorgegangen werden kann. davon. Aus Skandinavien. Nur Die Ihre " * * an ist in dieser Beziehung jezt eine bedeutende Aenderung| aufklärend wirken und wird darum auch von Björnsons| der Ueberschrift„ Anarchismus" aufgetischt werden. Bei eingetreten. Sämmtliche vier schwedischen Parteiblätter: Blatt„ Verdens Gang" begrüßt und gefördert. ,, Sozialdemokraten" in Stockholm ,,, Folkets Röft"( Volksdieser ungeheuerlichen Unkenntniß des Verfassers stimme) in Gotenburg, Proletären" in Norrköping und Böswilligkeit glaube ich deshalb nicht, weil diese weniger In Dänemark nimmt die Frauenbewegung eine plump wäre kann es nicht verwundern, wenn z. B. Arbetet" in Malmö sind bereits von Beschlagnahmen, erfreuliche Entwicklung. Um die Frau immer mehr in die beiden polnisch- sozialistischen Blätter„ Prezdswit" Anklagen und Verurtheilungen heimgesucht worden. Nicht das öffentliche Leben zu ziehen, hat die„ Kvindelig Frem-( Morgenröthe) und„ Walka Klas"( Klaffenkampf) unbesser als den Zeitungsmännern ergeht es den Versammi- skridtsforening"( Weiblicher Fortschrittsverein) zu Kopen- mittelbar der anarchistischen Presse zugeschrieben werden, lungs- Rednern. Die Anklagen lauten zumeist auf Behagen beschlossen, die systematische Ausbildung der Frauen obwohl fie ebenso wenig anarchistisch sind, als Herr leidigung des Königs, des Reichstages, der Behörden und in den staatlichen und gesellschaftlichen Wissenschaften in Gumprecht einen Schatten von Kenntniß sozialistischer und nicht zuletzt auch auf„ Lästerung und Leugnung Gottes." Angriff zu nehmen. Von nun an wird jeden Monat ein sozialer Dinge hat. Und ein solcher Mann und solches Das meiste Aufsehen machen in der Deffentlichkeit die Versammlungsabend der Behandlung von im Reichstage Zeug können sich in einem Blatte breit machen, das sich Prozesse der Genossen Janheft und Leustrand. Ersterer vorliegenden Berathungsgegenständen gewidmet. Für solche das Studium der sozialen Frage angeblich zur besonderen hatte gelegentlich einer großen Kundgebung gegen die Frauen aber, welchen mehr Zeit zu ihrer Belehrung zur Aufgabe gemacht hat und bei den Gegnern als Autorität jebige Zollpolitik in Helsingborg über den Empfang einer Verfügung steht, wird eine eigene politische Schule einge- auf diesem Gebiete gilt. Arbeiterabordnung seitens des Königs geäußert, daß letzterer richtet, in welcher Unterricht in den Staatswissenschaften, den Arbeitern einen unverschämten Hohn ins Angesicht Volkswirthschaft, Ethik, Psychologie, Staats- und Familiengeschleudert" habe. Den Reichstag hatte er einen„, elenden, recht und Geschichte seit 1848 ertheilt wird. Zu diesen gefeßlich zufammengeschwindelten" genannt, dem er Vorlesungen sollen auch Nichtmitglieder gegen sehr geringe Geldbeiträge Zutritt haben. Man kann den thatkräftigen Frauen, welche mit Unterstützung der Arbeiterpartei handeln, nur den besten Erfolg wünschen. V. Politisches und Sozialpolitisches. V. Der preußische Landtag wird nach zuverlässigen Meldungen erst am 14. oder 15. Januar eröffnet werden. Das wäre also der letzte gesetzlich zulässige Termin. " 1 Die Reichstagsersaswahl im Westkreis Breslau für den verstorbenen Genossen Kräcker findet nach der Breslauer Zeitung" in den Tagen vom 15. bis 17. Januar statt. Der Termin soll in diesen Tagen firirt werden. Die Wählerlisten sollen vom 14. Dezember ab öffentlich ausgelegt werden. wünschte, daß ihn der Fluß bald mit ins Meer hinaus trage. Diese Sprache mag ja dem in strenger Zucht gehaltenen Deutschen stark klingen; in Schweden war man aber bisher viel weniger empfindlich gegen frisch von der Wenn sich der Deutsche aufs hohe Pferd sehen und Leber gesprochene Worte, und es bedurfte erst der Fort- insbesondere, wenn er sich gegen irgendeinen aus Frank- Jm Reichstag ist von den sozialdemokratischen Abschritte des Sozialismus, um auch hier zu ändern. Der reich, Italien 2c. kommenden Fortschritt sperren will, so geordneten Schumacher und Singer mit Unterstüßung freisinnige" König stellte Strafantrag( was im Gegensatz thut er sich etwas auf sein Germanenthum zu Gute. Ins- von dreizehn Abgeordneten der sozialdemokratischen und zu Deutschland erforderlich ist, während Beleidigung des besondere heißt es, daß nur die„ Germanen" den wahren der freisinnigen Partei ein Gefeßentwurf eingebracht wor= Reichstages ohne Antrag verfolgt wird) und Janheft wurde Sinn für das Wesen und die Würde der Frau hätten den, betreffend die Aufhebung der Kornzölle. zu zwei Monaten verurtheilt. Troß eingelegter Berufung und sie zu ehren wüßten. Nun stehen gerade die nordwurde J. in Haft behalten. Die Aufregung unter den germanischen Volksstämme sammt unseren angelsächsischen Arbeitern von Schonen ist groß und als jüngst der Be- Vettern in der Bewegung für die rechtliche Befreiung und richterstatter der Zeitung Schonen- Halland", welcher Gleichstellung der Frau in erster Reihe. Da hört aber Janheft dem Gerichte angezeigt hatte, die Frechheit besaß, in Deutschland das Germanenthum schnell auf. Bei uns wieder in einer sozialdemokratischen Versammlung zu erhaben die Frauen in den allermeisten Vaterländern noch scheinen, wurde er von den entrüsteten Arbeitern geprügelt nicht einmal das Recht, eine öffentliche Versammlung zu und wäre wohl noch schlimmer weggekommen, wenn ihn besuchen von der Mitgliedschaft an politischen Vereinen nicht ein Schußmann gerettet hätte. gar nicht zu sprechen. Ja, selbst nicht wenige, sonst auf- Der Kampf gegen die Arbeiterorganisationen Am härtesten sind die Anklagebehörden dem Genossen geklärte Arbeiter stecken in dieser Beziehung noch voll der wird munter fortgesetzt. Der Vorstand deutscher MechaLeuſtrand auf den Fersen, welcher sich des Verbrechens sich in so vielen Beziehungen die deutsche Sozialdemo- und die Vereinigung der deutschen Schmiede, Zahlstelle dicksten Vorurtheile. Wenn die skandinavischen Arbeiter niker und verwandter Berufsgenossen, Zahlstelle Stettin, schuldig, macht, das ganze Land zu bereisen und in über- tratie zum Muster nehmen, so wäre es nur billig, wenn Stettin, sind auf Grund des§ 8 des Vereinsgesetzes voraus besuchten Vorträgen dem Glaubenswahn den Krieg in Bezug auf die Frauenfrage wir von ihnen lernen läufig polizeilich geschlossen worden. zu machen. Bereits dreimal hat L. deshalb vor Gericht wollten. gestanden und ist schließlich freigesprochen worden. Aber die Verfolger werden nicht müde und haben 2. jetzt abermals. Wie das„ Sächs. Wochenbl." schreibt, soll in vielen und zwar in Malmö auf die Anklagebank gebracht. Bei An den„ Cri du Peuple" in Paris. breslauer Fabriken und Werkstätten den an dem Fackelder jüngsten Verhandlung zeigte der öffentliche Ankläger, zug bei Anwesenheit des Kaisers betheiligt geweſenen Ardaß auch in Schweden die Staatsanwaltskunst sich bereits In französischen Blättern radikaler und sozialistischer beitern zwanzig Pfennig Fackelgeld vom Lohn abgezu entwickeln beginnt. Der Angeklagte wies nämlich Färbung finden sich nicht selten Nachrichten über die deutsche 30gen worden sein. Das ist trotz allem schon dagedarauf hin, es müsse nachgewiesen werden, daß seine Worte Arbeiterbewegung, welche nur einer mangelhaften Kenntniß wesenen kaum glaublich. Konnten denn die breslauer ,, allgemeines Aergerniß" hervorgerufen hätten; seine Rede der augenblicklich in Deutschland herrschenden thatsächlichen Kartellbrüder, welche aus dem Fackelzug so schönes Kapital sei aber bekanntermaßen häufig von Beifall unterbrochen und rechtlichen Verhältnisse ihre Aufnahme danken können. für die Wahlen geschlagen haben, nicht die erforderliche worden, während Niemand Mißfallen geäußert habe. Zur So berichtet z. B. der„ Cri du Peuple" vom 1. Dezem- Summe aufbringen? Es wäre doch geradezu schmachvoll, Entkräftung dieses nach Lage der Gesetzgebung schwerwie- ber:" Dem sozialistischen Zentralausschusse in München wenn obige Mittheilung sich bestätigte. genden Einwandes brachte nun der Ankläger plötzlich ein zeigten 12 000 Bauern ihren Anschluß an das sozialistische Schriftstück hervor, in welchem ihm eine Anzahl Anhörer Programm an, welches in Oberbayern vertheilt worden des Leustrand'schen Vortrages die durch denselben erfolgte ist." Es wäre ja ſelbſtverständlich nur erfreulich, wenn lichen erwachsenen Arbeiter hat im Königreich Sachsen Eine erhebliche Vermehrung der Zahl der weib= „ tiefe Kränkung ihrer religiösen Gefühle" mitgetheilt haben die Verhältnisse solche wären, daß die erwähnte Nachricht stattgefunden; im Bezirk Chemnitz vermehrte sie sich von follte. Der Angeklagte forderte Bertagung der weiteren auf Wahrheit beruhen könnte. Wie die Dinge aber liegen, 21 417 auf 23 419, im Bezirk Zwickau von 15 141 auf Verhandlung zur Prüfung dieses so spät erschienenen Be- muß sich die Ausbreitung des sozialistischen Gedankens und 17 808. Auf die mit dem Uebernachten der Arbeiterinnen weisstückes, welchem Antrag auch Folge gegeben wurde. der Verkehr der Sozialisten untereinander, insbesondere in gewissen Anlagen noch immer verbundenen Uebelstände Wie überall, beschränkt die einmal im Zuge befind- auch der der denkenden Landbewohner mit den Arbeitern weist der Fabrikinspektor für den Bezirk Aachen- Trier hin; Wie überall, beschränkt die einmal im Zuge befind- der Städte in wesentlich anderen Formen vollziehen. Ift dort waren in den Städten Aachen und Burtscheid 7548 liche Rückwärtserei, ihre Angriffe nicht auf die Sozialisten fonach die Meldung nicht richtig, so kann sie anderseits Arbeiterinnen, darunter in der Textilindustrie 4750 beallein, sondern geht immer allgemeiner gegen jede irgend- fonach allein, sondern geht immer allgemeiner gegen jede irgend unter Umständen zu einer Handhabe in den Händen der schäftigt, von denen ein großer Theil so entfernt wohnt, wie freigesinnte Bewegung vor. Ein Zeugniß dafür sind die aus der schwedischen Presse seit langem nicht mehr Behörden gegen die Arbeiterbewegung werden. Man weiß daß sie die Woche über in der Fabrik bleiben und verschwindenden„ Verdandi"-Angelegenheiten.„ Verdandi" ia in Deutschland, wozu ein findiger und besserer Waffen dort übernachten, indem sie sich in den Stopp- und ist der große Studentenverein in Upsala, zu welchem von benüßen kann. Im vorliegenden Falle ist eine derartige der Fabrikinspektor nennt dies ein Verfahren, welches aus ist der große Studentenverein in Upsala, zu welchem von ermangelnder Polizist einen angeblichen Zentralausschuß" Stopfsälen auf das Tuch oder auf lose Wolle legen, selbst religiös, sozial, wissenschaftlich und sonstwie eine freiere Gefahr allerdings zufällig ausgeschlossen, einmal weil nicht gesundheitlichen, wie aus sittlichen Nücksichten entschieden Gesinnung hat. Auch für die Arbeiterbewegung hat dieser und weil ferner die vollständige Niederlage der Münchener welche in England ganz verboten ist, hat in manchen Beeine einzige der Angaben des„ Cri du Peuple" zutrifft, u mißbilligen ist. Die Nachtarbeit weiblicher Arbeiter, Verein wiederholt Sympathien gezeigt u. A. öffentlich einen Gelbbeitrag zur Bezahlung der gegen den Sozia politischen Polizei im jüngsten Prozesse derselben die Lust zirken einen Rückgang erfahren; als Betriebe mit Nachtlisten Branting wegen„ Gottlosigkeit" erkannten Geldbuße an der Beschäftigung mit Zentralausschüssen“ und der arbeit werden jedoch noch immer vielfach die Zuckerfabriken, gezeichnet. Die Feindseligkeit der konservativen Univerfi- gleichen Dingen auf eine Zeitlang genommen haben dürfte. in Leipzig die Papierfabriken und Druckereien, in PotsdamAber die Verhältnisse liegen nicht an jedem Orte und nicht Verbindung stehenden Dinge und Personen geht nun bereits in Bezug auf jede derartige Nachricht gleich günstig. Es Frankfurt die Brikettfabriken, in Hannover und Leipzig die Spinnereien, Wollwäschereien und Flanellfabriken ge= soweit, daß man sogar Wissenschaft und Ruf der Hoch- ist begreiflich, daß man in einem politisch freien Lande schule aufs gröbste auf's Spiel seyt. Der Lehrstuhl der schwer auf den Gedanken kommen wird, daß einer großen Physiologie in Upsala war seit Jahren von einem Ver- Partei alle Arten von Ausschüssen und Vereinen verboten Technische Fortschritte auf dem Gebiete des Massenbandimitgliede, Dr. Dehrvall, vertretungsweise verwaltet sein könnten, und daß es Gerichte geben könnte, denen mordes. In der„ Kreuzztg." lejen wir:" Die Entwickelung der worden. Da jetzt ein ordentlicher Professor für dies Fach selbst die beweislose Behauptung eines beliebigen Polizisten Schnellfeuer- Geſchüße nimmt ihren stetigen Fortgang und zwar nach ernannt werden soll, erwartete alle Welt die Ernennung über das Bestehen einer Organisation zu hohen Ver- ligkeit des Feuerns zu vermehren, mit dem geringsten Aufdem Ziele hin, bei sehr hoher Durchschlagskraft, die Schnel= Dehrvall's um so sicherer, als dieser sich nicht nur als urtheilungen wegen„ Geheimbundes" genügend erschiene. wand an Bedienungsmannschaft. Um diese vorgesteckte Aufvorzüglicher Lehrer bewiesen hatte, sondern auch der ein- Allein wir Deutsche leben eben dermalen in keinem gabe zu erreichen, vereinigen sich nicht allein Vervollkommnungen zige für dies Amt geeignete und willige Gelehrte in freien Lande. Wir ersuchen deshalb die unserer Sache und Vereinfachung der technischen Konstruktion der VerschlußabfeneSchweden ist. Es ist Niemand vorhanden, der das Amt freundlichen Blätter Frankreichs und des Auslandes über- rungs- und Nichtvorrichtungen, sondern auch die Herstellung neuer überhaupt will. Aber Dehrvall steht im Geruch des Frei- haupt welchen selbstverständlich keine Absicht ferner liegt, geringerem Gasdruck und mäßigerer Raucherscheinung ergeben, als finns, Atheismus, Sozialismus und sonst schlimmer Ge- als unseren Gegnern irgendwie zu nüßen, ihre Berichte diese bisher üblichen. Lord Armstrong, der Chef der bekannten finns, Atheismus, Sozialismus und sonst schlimmer Ge über die deutsche Arbeiterbewegung mit möglichster Vorsicht Elswicker Geſchüßfabrik hat kürzlich sich geäußert, daß eine 12 Zentisinnungen und die Behörden haben nun entschieden, daß lieber der Lehrstuhl gar nicht besetzt werden solle. behandeln zu wollen. Der Schaden für die Studenten und die Hochschule ist offenbar. Aber das kümmert die fanatischen Vertreter des Alten so wenig, daß sie jetzt sogar noch den vorhandenen einzigen Physiologie- Professor Holmgren verdrängen wollen, enthält der bekannte„ Arbeiterfreund" der Herren Böhmert weil derselbe ein Fürsprecher Dehrvall's ist und das un- und Gneist in seinem letzten Hefte einen außergewöhnlich finnige Vorgehen der alten Zöpfe unausgefeßt bekämpft! albernen Auffag. Derselbe ist von einem Herrn Adolf Gumprecht geschrieben und ist in allem Wesentlichen nichts als eine Breittretung der bekannten Aufschneidereien, welche Die norwegische Arbeiterpartei will eine Massen- der Student Rudolf Martin seinerzeit in der„ Kölnischen petition für Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Zeitung" und Kreuzzeitung", sowie schließlich in einem besonders in Preußen, das Fabrikinspektorat befindet, Ueber die arge Verwahrlosung in der sich bei uns, Gang setzen, um damit einen Druck auf das Northing eigenen Buche verbrochen hat. Zur Kennzeichnung des beklagt sich auch die freisinnige Voss. 3tg." Das ganze auszuüben. Zu letzterem ist freilich wenig Aussicht, da Verfahrens des Verfassers genügt es, darauf hinzuweisen, Reich war 1887 in 48 Aufsichtsbezirke getheilt. Es fehlen die jüngsten Wahlen ein sehr rückschrittliches, arbeiterfeind daß Bebel und Most, Krapotkin und Merstallinger, der jetzt nur noch Mecklenburg- Streliß und die beiden liches Ergebniß geliefert haben und zwar nicht zum Wydener Kongreß und die Londoner Anarchistenklubs, die Lippe, ferner die Reichslande Elsaß- Lothringen, wo wenigsten durch der bethörten Arbeiter eigene Schuld. Neue Zeit" und der„ Rebell" u. s. w. u. s. w. kunter- die Gewerbeordnung erst mit dem 1. Januar 1889 in Dagegen kann die geplante Bewegung im Uebrigen nur bunt durcheinander geworfen und dem Leser zusammen unter Geltung tritt. In den 48 Bezirken sind natürlich auch Studenten und Professoren alles gehört, was politisch, täts- und Staatsbehörden gegen alle mit Verdandi in * * * ja " 1 Ueber Anarchismus V. nannt. von zehn Schuß in 472 Sekunde und eine genügende lebendige Straft befigt. um dicht vor der Mündung 27 Zentimeter Eisen zu durchschlagen, daß ein gewöhnliches Geschüz gleichen Kalibers fünf Minuten sieben Sekunden brauchen würde, um dieselbe Schußmeter- Schnellfeuergeschüß könne an der Mündung sogar 38 Bentizahl abzugeben, also mehr als die sechsfache Zeit. Das 15 Zentimeter Eisen durchbohren. Bei Verwendung der neuesten Pulversorte erzielten von 610 Meter auf 700 bis 730 Meter gesteigert. haben sich die Anfangs- Geschwindigkeiten gegenüber der zuletzt Freue dich, freue dich, o Christenheit. 48 Beamte angestellt, aber in nur wenigen Bezirken ist| diesen ersten Beamten eine Hilfe beigegeben. Arbeiterversicherung und Armenwesen. Unsere Bemerkungen in der letzten Nummer dieses Blattes gaben am Donnerstag dem Minister v. Bötticher Anlaß zu folgenden Bemerkungen im Reichstage: In einer Zeitung ich will den Namen nicht nennen, weil man mir vorwerfen könnte, ich wollte dafür Rektame machen oder sie schädigen las ich heute folgenden Artikel: Herr v. Bötticher bestritt jüngst im Reichstage, daß die Regierungen selber die ganze heutige Sozialreform als eine bloße Verbesserung des Armenwesens betrachtet hätten. Wir haben schon seit Jahren öfter, auch in diesem Blatte, die Sache Klargestellt und wiederholen daher einfach folgende Worte aus den Motiven, mit welchen die Reichsregierung die erste Unfallversicherungsvorlage beim Reichstage einführte:" N. n kommt ein fett gedruckter Saz und aus dieser Einleitung wird Jeder annehmen, es kommt ein Passus aus den Motiven. Dieser Passus ist folgendermaßen wiedergegeben: In Wahrheit handelt es sich bei den Maß- dieser Strafrede fühlten, waren wir doch noch im Stande, nahmen, welche zur Verbesserung der Lage der befiz- die von uns angezogenen Regierungsmotive abermals einlosen Klassen ergriffen werden können. nur um eine würdigere Ausgestaltung der staatlichen Armen- zusehen-wenn auch nicht im Original, so doch in dem pflege und um eine Weiterentwickelung der dieser Abdruck, der sich in den Annalen des Deutschen Reiches", bereits zu Grunde liegenden Idee." Jahrg. 1881 findet. Die Wiedergabe der Motive beginnt Dann sagt der Zeitungsschreiber: Das genügt hoffentlich auch für den Minister v. Böt- hier auf Seite 105 und gleich auf Seite 106, Beile 32 ticher." Das genügt mir nicht. Dieser Artikel enthält bis 36, lesen wir wörtlich: eine grobe Fälschung, denn der Sag lautet in den Motiven wirklich: Es handelt sich bei diesen Maßnahmen, welche zur Verbesserung der Lage der besiglosen Klassen ergriffen werden können, nur um eine weiterere Entwickelung Ser Idee, welche der staatlichen Armenpflege zu Grunde liegt."( Hört! hört! rechts.) Von der würdigeren Ausgestaltung der staatlichen Armenpflicht, wie der Zeitungsverfasser sagt, steht tein Sterbenswörtchen darin. ,, In Wahrheit handelt es sich bei den Maßnahmen, welche zur Verbesserung der Lage der befitlosen Klassen ergriffen werden können, nur um eine würdigere Ausgestaltung der staatlichen Armenpflege und um eine Weiterentwickelung der dieser bereits zu Grunde liegenden Idee." Das genügt wohl, um zu zeigen, daß mitunter auch ein Minister schnell fertig mit dem Worte" ist, und Aber schließlich werden auch solchen Täuschungen gegen- daß Beitungsschreiber" zuweilen Regierungsvorlagen besser über dem Publikum die Augen aufgehen, daß es der Regie- fennen wie die Regierung selber und die sie bewundernde rung nicht lediglich um eine Verbesserung der Armenpflege zu thun gewesen ist. Rechte des Reichstages. Bei aller Zerknirschung, die wir pflichtschuldigst nach Cigarren u.Tabake Möbel-, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin| Schlussabrechnung des Wahlreichhaltiges Lager, empfiehlt E. Wilschke, Junkerstr. 1, Ecke d. Markgrafenstr. Roh- Tabak! Sumatra à 260 Pf., deckt mit 2 Pfd. Java reines Umblatt 85 u. 90 Pf. Domingo umblatt 90 Pf. Carmen Umblatt 90 Pf. sowie alle in- und ausländischen Sorten in billigster Preislage empfiehlt H. Herholz, Brunnenstrasse 145. Schürzen! Allen geehrten Freunden theile ich hierdurch mit, daß ich hierorts eine Schürzenfabrik errichtet habe. 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Tagesordnung: Zentral- Kranken- u.Sterbekasse der Töpfer. Sonntag, 9. Dezember, Vormittags 10 Uhr, im Palmen- Saal, Neue Schönhauserstr. 20, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Neuwahl der örtlichen Verwaltung. 2. Die in letzter Bersammlung zurückgestellten Anträge. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet die bisherige Verwaltung. Karl Habang, Bevollmächtigter, Sesselstraße 20. Verein zur Regelung der gewerb: lichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Sonntag, 16. Dezember, Vormittags 10 Uhr, Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Feuerungsanlagen nach der neuen BauPolizei- Ordnung. 2. Besprechung über die von der GewerbeDeputation des Magistrats gesendeten Fragebogen. 3. Innere Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Fachverein der Tischler. komitees vom 14. KommunalWahlbezirk. Nach der Abrechnung vom 30. Oktober d. J. waren vorhanden 181,01 Mt., welche auf Beschluß des Wahlkomitees dem 6. Reichstags- Wahlkreise überwiesen wurden. Nachträglich eingekommen durch das Komiteemitglied R. Frank.. 32,55 Mt. F. Winter 3,35" Summa 35,90 Mt. Obige Summe von 35,90 Mt. bleibt auf Beschluß des Wahlkomitees zur Deckung von Unfosten in deren Händen, da noch gerichtliches Ver= fahren wegen Flugblatt- Vertheilung schwebt. NB. Das Wahlkomiteemitglied H. Blum, Wrangelstr. 10, ist dem Beschluß des Komitees, den Ueberschuß von 181,01 Mt. an das Wahl= komitee des 6. Reichstags- Wahlkreises abzuliefern nicht nachgekommen. Das Wahlkomitee fordert denselben hiermit auf, die Angelegenheit so zu ordnen, wie es seiner Zeit beschlossen ist. Das Wahlkomitee vom 14. Kommunal: Wahlbezirk. J. A.: F. Winter, Manteuffelstraße 6, III. Grosse Matinée veranstaltet vom Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Steinträger und verwandten Berufsgenossen Berlins zum Besten der Weihnachtsbescheerung der Kinder hilfsbedürftiger Vereinsmitglieder. Sonntag, den 16. Dezember, Vorm. 11 Uhr Kaufmann's Variété am Stadtbahnhof Alexanderplatz, Königstraße beſtehend in Vorstellung und Konzert. Freie Vereinigung der Vergolder und Fachgenossen. Montag, 10. Dezember, Abends 81/2 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10, Mitglieder Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Zubeil über: Gewerk= schaftliche Angelegenheiten. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vergnügungs- Komitees. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Große öffentliche Schuhmacherversammlung, Montag, d. 10. Dezember, Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37. Die = Tages Ordnung: Beitragspflicht der außerhalb der Innung stehenden Schuhmacher Berlins Der Einberufer. Der Arbeitsnachweis für Schlosser und Berufsgenossen befindet sich im Lokal des Herrn Sodtke, Ritterstraße 123. Kontrolle Abends 8-10 Uhr, Sonntags von 9-11 Uhr Vormittags. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mit glieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Die Arbeitsvermittelungs- Kommission. 1. Wie verbessern die Arbeiterinnen Berlins Sonnabend, 8. Dezember, Abends 8% Uhr, Arbeitsnachweis für Tischler. ihre age? 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Männer haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten wird ein kleines Entree nach Belieben erhoben. Die Einberuferin. Frau Löpky. Allen Freunden und Genossen empfehle mein Weiss- u. Bairischbier- Lokal. Zimmerling, Fruchtstr. 53. in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, Mitglieder Veriammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Stahn. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Fragekaften. Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich Alte Jakobstr. 38 im Restaurant Schumann. Die Arbeitsvermitte Iung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 10 Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da fich und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, bie vier Raffirer der Ortsfrankenkasse der Tischler sich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten ArDer Vorstand.beitsnachweis zu benußen. Der Vorstand. aufgenommen. Neue Mitglieder werden in der Versammlung Billets zum Weihnachtsvergnügen werden in der Versammlung ausgegeben. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. № 49. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Der Sohn des Volkes. Im stillen Dorfe war's, wo ich geboren, Wo unter'm Strohdach meine Wiege stand; D'rum hab' ich Treu' dem biedern Volk geschworen, Bei dem mir meine Jugendzeit entschwand. Die Pflugschar, hinter der mein Vater ging, Des armen Herdes fümmerliche Flamme, Sie sind das Schönste, was ich früh empfing: Es ist mein Stolz, daß ich vom Volke stamme! Die Pflugschar lernt' ich als ein Heil'ges ehren, Und ehren jede Hand, die sie geführt; Sie ist das Werkzeug, Tausende zu nähren, Wenn sie die Felder segensvoll berührt. Die Arbeit ist es, der mein Preis erklingt, Und d'rum den Müßiggang ich laut verdamme, Ein Jauchzen meinem Herzen sich entringt: Es ist mein Stolz, daß ich vom Volke stamme. Es ist mein Stolz als Bruder dich zu nennen, Der du das Feld behütet und bebaut; Im finstern Sturm und bei der Sonne Brennen, Hab' ich mit Ehrfurcht zu dir aufgeschaut, Und wärst du blieben nur ein armer Knecht, Ich weihe doch dir meiner Liebe Flamme, Nur wer nichts thut, ist für mein Herz zu schlecht: Es ist mein Stolz, daß ich vom Volke stamme. Im Volte, das da schafft mit kräft'gen Händen, Wohnt auch die Kraft, der Jeztzeit ganzes Leid, Zu Freud' und Freiheit friedlich einst zu wenden; D'rum ruf ich's meinen Brüdern: seid bereit! Den Bruder, der das Bruderwort verstand, Den faßt allmächtig der Begeist'rung Flamme; Mich knüpft an euch ein unzertrennlich Band: Es ist mein Stolz, daß ich vom Volke stamme! Die Wage bei Dortmund. Von Paul Barsch. Bei Dortmund auf dem Schöppentisch Seit Alters eine Wage steht, Von der im heil'gen deutschen Land Gar wunderliche Sage geht: Von Haß und blindem Wahn erfüllt, Sprach einst ein Richter falschen Spruch. Seit damals in der Wage steht Das Zünglein schief, gleich wie ein Fluch. Sind Klassenhaß und Vorurtheil Dereinst zerschellt im Sturm der Zeit, Und spricht von jedem Richterstuhl Die Stimme nur der Menschlichkeit, Und wird durch's deutsche Land dereinst Der hohe Geist der Freiheit wehn: Dann wird so klang die Sage fort Das Bünglein wieder g'rade stehn. So manch' Jahrhundert ist entfloh'n, Das Zünglein stieg, das Bünglein fiel, Das Recht der Völker wuchs und schwand Als mächtiger Despoten Spiel. Nun weht durch's ein'ge deutsche Reich So rühmt man laut ein neuer Hauch; O kündete der Freiheit Sieg Bei Dortmund doch das Zünglein auch! Hunger. [ Nachdruck verboten.] Ein soziales Nachtstück von R. K. unkenntlich macht. I. Sonnabend, den 8. Dezember 1888. II. Jahrgang. losen Versuch, seinem Ziele nahe zu kommen; dort in der er einen brennenden, unheimlichen Schmerz; es war ein Ferne winkte es, verhüllt von den Nebeln der Zukunft! Nagen und Bohren, ein Schneiden und Zwicken. Welch' freudige Aufregung, wenn es ihm gelang, einen Es trifft alles zu, wie es Moleschott beschreibt, dachte Schritt nach vorwärts zu machen... am nächsten Tage er und griff nach dem Auszug, den er sich gemacht und wurde er um Meilen zurückgeschleudert! Vier Jahre täg- in Dostojewsky's Buch hineingelegt hatte: Das Fleisch lichen, aufreibenden, hoffnungslosen Kampfes in der Groß- wird welf, das Herz träge, die Zahl der Pulse in der stadt! Das hatte er sich nicht vorgestellt, als er damals Minute beträchtlich vermindert... Kleine Reize haben vor vier Jahren seinen Einzug hielt. Vergebens waren große Wirkung. Das Licht thut wehe, ein stärkerer Schall all' seine Anstrengungen, vergebens sein Mühen! Fremd, wird unerträglich, eine Berührung erweckt Zorn... In unbekannt, wie er war, gelang es ihm nicht, sich Gönner schlafloser Nacht quält den Hungerndern die Gier, der zu verschaffen; und ohne Protektion ging's nun einmal mächtige Hebel so vieler Leidenschaften. Wer zu Aas nicht. Kaum daß er eine armselige„ Stunde" geben und Leichen, zum Fleisch seiner Freunde oder zu seinem konnte, um nicht ganz zu Grunde zu gehen, um nicht eigenen Körper greift, der beweist mehr als die Einsofort zu verhungern. Wie Schaum und schillernde Seifen- bildungskraft der Dichter sich vorstellen kann... Von blasen zerflossen seine Träume, wie Schnee unter dem keinem Triebe wird die Macht des Geistes trauriger besiegt. warmen Kusse der Frühlingssonne zerschmolzen seine Der Hunger verödet Kopf und Herz... Der Hungernde Hoffnungen! War das das Leben, welches er sich in fühlt jeden Druck mit Zentnerschwere, darum hat der den Sommernächten seiner Heimath ausgemalt, das seine Hunger mehr Empörungen verursacht als der Ehrgeiz unPhantasie so herrlich ausgeschmückt, und in dessen Zukunfts- zufriedener Köpfe... kalt und starr, die Muskeln zuckend bild zu schwelgen seine liebste Beschäftigung war? in gelähmten Gliedern, seufzend, mit trübem Auge, abDies hatte er nicht geglaubt, nicht im Traume geahnt, geftumpfter Empfindung, bethörtem Urtheil kämpft der daß man in der üppigen, glänzenden Weltstadt trot Gepeinigte den Todeskampf, dem häufig eine Ohnmacht tüchtiger Kenntnisse, trotz aller Mühe und Arbeit darben sein Ziel streckt, bisweilen aber rasendes Jrrereden voranund schmachten müsse! Ungeachtet des redlichsten Strebens geht drohte ihm das gräßliche, grauenhafte Gespenst des In furchtbarer Erregung richtete er sich auf:„ Das Hungertodes! soll dein Ende sein? Nimmermehr!" rief er laut.„ Eher Ja, des Hungertodes! War's ein Wunder? Seit will ich..." Monaten war er gänzlich beschäftigungslos; seine Hab- Was er wollte, war ihm nicht recht klar; er sah im seligkeiten hatte er alle bereits verkauft oder versetzt, sogar Zimmer umher. Hatte er denn gar nichts mehr, das der Winterrock hatte in's Pfandhaus wandern müssen, einen Werth barg, den er in Geld umwandeln könnte? und selbst seine vielgeliebten Bücher, die er stets mit ängst Er erhob sich mühsam und suchte nach alten Zeitungslicher Sorgfalt gehütet, und von denen er sich nur schwer alles schon verkauft oder verbrannt, selbst seine Manuskripte vergebens, er hatte blättern und Makulaturpapieren... getrennt hatte, waren den Weg zum Antiquar gegangen, der ihm kaum den vierten Theil ihres Preises bezahlte. hatte er ins Feuer geworfen, um sich gegen die mörderische Er hatte sie opfern müssen, um den Ansturm des Hungers Kälte eine Zeitlang wenigstens zu schüßen. Erfrieren ist ebenso unangenehm wie verhungern oder ertrinken. noch eine Weile aushalten zu können. Aber jeßt war er aber nahe daran, unter den grausen Umarmungen der Noth ia, wenn man einmal nichts mehr von sich weiß zusammenzubrechen. Der Zeitpunkt war nicht mehr ferne, bis dahin? Erschöpft ließ er sich wieder auf das Sopha fallen, da er völlig wehrlos am Boden liegen mußte. Seit einigen Tagen hatte er nichts Warmes, seit fürwahr, er fühlte sich in diesen schrecklichen Augenblicken зи zu Allem fähig vorgestern überhaupt nichts genossen... in den letzten Raskolnikow fiel ihm wieder ein, und diese verhängnißWochen hatte er sich von Brot und schwarzem Kaffee volle Aehnlichkeit der Situation gab seinen Gedanken eine genährt. Dieser, wiewohl nur gefärbtes Wasser, sowie ähnliche Richtung... Vielleicht lag in der Küche der die ungenügende Nahrung hatten sein Blut ganz ver- Hausfrau ein Stück Brot. Er brauchte nicht mehr und dorben und ihm überdies ein Magenleiden zugezogen, er wollte nicht mehr; noch waren seine moralischen Grundunter dessen gräßlichen Schmerzen er sich fast jede Woche fäße vom Elend nicht zerfressen, wenn sie auch naturgemäß wand. Und doch konnte er von dem heißen, schwarzen nicht unberührt geblieben waren. Mühsam schleppte er Kaffee nicht laffen, da er das einzige Reizmittel war, das sich in die Küche hinaus. feine Lebensgeister noch wach erhielt. ( Schluß folgt.) Fedor Dostojewsky. " 1 Er befand sich in einer furchtbaren Stimmung; nicht die augenblickliche verzweiflungsvolle Lage, sondern die Aussichtslosigkeit, der gänzliche Mangel eines Hoffnungsschimmers, das war's, was ihn niederschmetterte! Die Entbehrungen der Vergangenheit und Gegenwart hatten ihn zwar grausam genug hingenommen, doch die öde, ,, Ein schreckliches und düsteres Loos- sagt Alexander trostlose Zukunft entmannte ihn! Seine Energie war Herzen in seinen Sozialen Zuständen" ist bei uns gebrochen; das Herz verödet, die Sinne stumpf, Körper Jedem bereitet, der es wagt, sein Haupt über die von und Geist geschwächt, vernichtet alle edleren Gefühle und dem kaiserlichen Szepter vorgezeichnete Schranke zu erheben. Regungen, gemordet die geistigen Fähigkeiten... das Die Geschichte unserer Literatur ist ein Verzeichniß von war das Ende vom Liede! Märtyrern oder ein Register von Sträflingen." In der That hat Rußland seine Dichter meist früh Ein grenzenloser Haß, eine fast thierische Wuth bemächtigte sich seiner und schürte das heimliche Feuer, das und auf gewaltsame Weise verloren: die beiden slavischen In der engen Kammer eines großen Vorstadthauses ihn verzehrte. Seine menschenfreundliche Stimmung hatte Romantiker, Puschkin und Lermontoff, fielen im Zweistand mit verschränkten Armen ein junger Mann von un- den höchsten Grad erreicht. Warum ich? Warum gerade kampf, lange bevor sie ihr letztes Wort gesprochen, und gefähr dreiundzwanzig Jahren; sein von dichtem, dunklem ich? Dort schwelgen viele Müßiggänger in den weichen die zarische Justiz hat ihre Opfer von jeher mit begreifHaarwuchse umrahmtes Geficht war bleich und abgemagert, Armen feuchtäugiger Buhlweiber, dort erstickt die Faul- licher Vorliebe unter den Geisteskämpfern gesucht und ge= die düsterblickenden Augen brannten wie im Fieber, durch heit im Ueberflusse, triumphirt das Laster... und hier funden. Mit jahrelanger zwangsarbeit lohnte das heilige die hohlen, dünnen, fast durchsichtigen Wangen konnte hungert ein Mensch! Rußland selbständiges Denken, die große sibirische Einöde man beinahe die Zähne zählen. Doch die quälende Empfindung des Hungers über- politischen Strömungen ein freies Wort zu sagen wagte. drohte Jeden zu verschlingen, der über die sozialen oder Der junge Mann schien von schwerer Krankheit erstanden zu sein; um seine abgezehrte, hagere Gestalt täubte all' feine Gedanken, der bittere Geschmack auf der Der Ausblick auf solches Endschicksal hat wohl nicht zum schlotterte ein abgenüßtes, dünnes Gewand, dessen Ober- Bunge wollte nicht weichen. Ein tiefer, unüberwindlicher wenigsten jene hoffnungsarme Troftlosigkeit geboren, wie Ekel vor dem Leben ergriff ihn... stöhnend vor Schmerz fie die gesammte russische Literatur durchzieht und selbst fläche bereits in jenem Glanze erschimmerte, der jede Farbe Etel vor dem Leben ergriff ihn Gram und unendliches Leid hatten preßte er das im Fieber glühende Geficht gegen die aus den geißelnden Wigworten der Gogol'schen Komödien Ein Weinkrampf macht seinen Körper hervorblickt. auf dem edelgeschnittenen Gesicht ihre furchtbaren Spuren konvulsivisch zucken; wild, mit unnatürlicher Stimme schrie Das Ausland hat erst seit verhältnißmäßig kurzer eingegraben, so daß er älter aussah, als er in der That war, ein Eindruck, der durch die eingefallene Brust und er auf und schlug fast bewußtlos vor Scham und ohn- Zeit von jenen naturalistischen Strömungen Kenntniß, die mächtiger Wuth gegen das Fenster, daß die Scheibe klirrend mit dem Beginn der vierziger Jahre in der russischen Gedankenvoll und doch wieder wie geistesabwesend zersprang. Er merkte nicht, daß er sich blutig geschnitten, Dichtung sich geltend machten; erst Turgenjem hat durch er spürte auch die Wunde nicht... herzbrechend schluchzte seine meisterhaften Novellen die allgemeine Aufmerksamkeit sah er zum Fenster hinaus. Der trübe Dezembertag neigte sich zu Ende, es dunkelte. der arme, unglückliche Jüngling, es würgte ihn an der auf die Literatur ſeines Landes gelenkt, nachdem in DeutschVom grauen Himmel fielen schwerfällig langsam die naſſen Rehle... Das war die knöcherne Fauft des Hunger- land schon etwas früher Bodenstedt und in Frankreich Prosper Mérimée der russischen Dichtung die Wege ge= Seine Gedanken verwirrten sich; der unerträgliche bahnt hatten. Turgenjew fam nach Paris als ein dumpfe Rollen der zahlreichen Wagen und Fuhrwerke; Druck im Hinterhaupt, das starke Herzklopfen steigerten Missionär der slavischen Poefie; und die Formentwicklung, unten fluthete das haftige Getriebe der geschäftigen Welt... sich, es wurde ihm dunkel vor den Augen, ihn schwindelte... mit welcher er nationale Stoffe mit feinster SeelenEr sah hinab. Da lag sie, die große Stadt, die Metropole ſtöhnend sant er auf das Sopha, das zugleich sein Nacht schilderung zu durchgeistigen wußte, verschaffte ihm bald des Reiches, die Arena des erbitterten Lebenskampfes, die lager war. Unterm Tisch lag ein stark zerleſenes Buch, einen europäischen Ruf. Obwohl Turgenjem fast ausStadt des Reichsthums und der Armuth, des üppigen es war Dostojewsky's Roman ,, Raskolnikow", die Geschichte schließlich russische Stoffe seiner Dichtung zu Grunde legte, mußte die occidentale Kultur, in der er lebte, allmählich Lebensgenusses und des grauenhaften Elends, die moderne eines armen Studenten. Dben in der kleinen, engen Kammer stand War er nicht auch so ein Raskolnikow, zerrüttet und auf sein Schaffen einwirken und die fremdartigen Härten ein verlassener, unbekannter Mensch. Tausend Gedanken mürbe geschlagen vom Kampf ums Dasein, von Visionen seiner Darstellung etwas abmildern, so daß er kaum als durchblizten sein Gehirn; tausend Wünsche und Hoffnungen gepeinigt, mit dem Tode ringend? Lag er nicht gleich- Repräsentant des spezifischen Russenthums gelten kann. durchwogten seine Brust, tausend Bilder tauchten vor falls tagelang, fast ohne etwas zu essen, auf dem Sopha Eben darum war sein Sieg mehr ein persönlicher Erfolg seinem Geiste auf und verschwanden wie Sternschnuppen. und brütete er nicht auch über sozialistische Theorien? als ein Triumph der modernen russischen Literatur. Verzweiflung! Eine fatale Aehnlichkeit mit jenem Unglücklichen! Und was er dachte, was er sann, das war Im Gegensatz dazu hat sich sein größter Nebenbuhler, Vier Jahre bereits befand sich Eugen Mark in der Doch das Hungergefühl machte alle regelmäßige Fedor Dostojewski, entwickelt. Residenz; seit vier Jahren machte er täglich den aussichts- Gedankenarbeit zunichte. In seinen Eingeweiden fühlte Der große Dichter des Leidens hat ein leidvolles die gebückte Haltung verstärkt wurde. Schneeflocken in trostloser Einförmigkeit... Von der Straße herauf dröhnte ununterbrochen das Weltstadt! todes! " Schicksal erfahren, in jeder Gestalt hat das Ungemach leben. Der weitausschauende Roman ,, Die Brüder Karama-| subtilen Studien gemacht, wie vielleicht kein Dichter vor seinen Weg gefreuzt, aber seine stählerne Lebenskraft, die zoff" entstand in jener letzten Zeit und in einer periodisch ihm. Mit dem scharfen Blick eines geübten Psychiaters er selbst oft der Zähigkeit einer Kaße vergleicht, hat es erscheinenden Zeitschrift, Tagebuch eines Schriftstellers", sieht er in das Innerste des Innern und sein ich nicht zu brechen vermocht. Dostojewski ist in demselben legte der Dichter alle seine politischen, sozialen und lite- möchte sagen kriminalistischer Spürfinn läßt ihn die Ideenkreise erwachsen, aus derselben Schule hervorgegangen rarischen Ideen nieder, untermischt mit mancherlei selbst- verborgensten Motive einer That ans Licht ziehen. Und wie Turgenjew, dennoch trennt beide Dichter ein tiefgchen- erlebten Zügen aus der Entwickelungsgeschichte des modernen dennoch sind seine Gestalten keine blutlosen Gedankender Gegensatz und nur Eins haben sie gemeinsam, die Liebe Rußland. Diese ganz eigenartige Publikation enthält die produkte, an denen der Verfasser klug und selbstbewußt für das Leid der Welt. Summe seines Hoffens und Fürchtens, Denkens und experimentirt; aus der schöpferischen Phantasie sind sie geDas Geburtsjahr Gustave Flaubert's, des cigentlichen Fühlens, es ist eine düstere Gedankenwelt, die sich ent- boren, und der sie geschaffen, scheint oft selbst erschreckt und Schöpfers des naturalistischen Romans in Frankreich, ist hüllt; alle menschlichen Beziehungen sind darin gestreift; staunend vor der Frucht seines Geistes zu stehen. Unauch dasjenige Dostojewski's. Er wurde am 30. Oktober aber als verschönendes Gestirn schwebt über ihr die reine geheuerliche Gestalten führt uns der Dichter vor das 1821 in Moskau geboren im Armenhospital. Der Menschenliebe, das innerliche Mitleid des Dichters mit schmerzende Auge, von allen furchtsam versteckten Aberste Blick des Kindes fiel auf Arme und Elende. Der den Erniedrigten und Getränkten. gründen der menschlichen Seele zieht er den schützenden Vater des Dichters, ein Sprößling des Kleinadels, der Die armen Leute" im Zarenreich wußten ihren Vorhang hinweg und zeigt uns die Verirrungen menschdem Zarenreich seine zahllosen Unterbeamten giebt, war Dichter zu ehren. De Vogüé, dessen gründliche und durch- lichen Strebens in ihrer Nacktheit. Aber der große an dem Hospital angestellt worden, nachdent er seinen dringende Studien über den russischen Roman unübertroffen Seelenkenner weidet sich nicht thatenlos an unserem EntAbschied als Militärarzt erhalten hatte. Eine freudlose sind, erzählt von der ungeheuren Erregung, welche Dosto- seßen, er giebt uns vielmehr das große, urewig wirksame Jugend in dem Krankenhause war das Theil Fedor's und jewski's Tod( am 9. Februar 1881) hervorrief. Tausende Heilmittel mit auf den Weg: die Liebe. Nicht die Liebe seiner zahlreichen Geschwister. Später erreichte der Vater von Menschen strömten dem Trauerhause zu, der Andrang zum einzelnen Subjekt, nicht die Erwiderung heischende die Aufnahme seiner Söhne in die Petersburger Ingenieur- des Volkes zur Leiche führte beinahe zu Unglücksfällen und Liebe vom Manne zum Weibe, sondern die Menschenliebe schule, die Fedor 1843 als Unterlieutenant verließ, um der Tag der Beiseßung ist in Rußland bis auf den heutigen im höchsten und reinsten Sinne, welche sich auch dem verein Jahr später bereits seinen Abschied zu nehmen und Tag unvergessen geblieben. Die nihilistische Bewegung worfensten Geschöpf nicht entzieht, weil auch dieses seinen sich ganz der Literatur zu widmen. hatte damals eben ihren Höhepunkt erreicht, Loris- Melikoff reichen Theil hat an dem Leid der ganzen Welt. Magimilian Harden Der sehnliche Wunsch des Jünglings, die Universität hatte den Versuch eines milderen Regimes unternommen, in der Franff. 3tg.". besuchen zu dürfen, war unerfüllt geblieben, der klärende das einen Monat später nach der Ermordung des Zaren Einfluß klassischer Bildung blieb seinem Geist vorenthalten. Alexander II. ein vorzeitiges Ende erreichen sollte. Alles Um so eifriger suchte er die Lücken seines Wissens durch war in Gährung, der kleinste Zwischenfall konnte die längst Schund- und Kolportageromane. Lektüre jeglicher Art auszufüllen, Buschkin und besonders erwartete Explosion herbeiführen. Und in einer solchen Gogol waren seine Vorbilder, auch George Sand, Eugène Zeit folgten mehr als zwanzigtausend Menschen dem Sarge Der Winter ist wieder ins Land gezogen mit seinen Sue, Balzac wußte er sich zu verschaffen, aber immer eines Dichters, der sein Leben den Elenden geweiht hatte, kurzen Tagen und langen Abenden, die man gerne in wieder kehrte seine Neigung zu dem Autor der„ Todten und Hunderttausende bildeten dem Trauerzug Spalier. heimischer Stube mit angenehmer Lektüre verbringt. Seelen" zurück, der ihm die Welt des Elends zuerst Priester, Studenten, Schüler, junge Studentinnen der Da greift Mancher nach einem Buche, welcher im dichterisch erschlossen. Auf seinen Spuren zu wandeln, Medizinschule, Nihilisten, Liberale die allerverschiedensten Sommer keine Zeit hatte und auch keine Lust dazu empfand. dünkte ihm die edelste Aufgabe des Dichters und in der Elemente vereinten sich zu einer Todtenfeier von erschüttern- In Stadt und Dorf thut sich das gleiche Verlangen kund That trug der erste Roman des Dreiundzwanzigjährigen der Macht. nach jenen reizenden Geschichten", die in den bunten den Titel: Arme Leute". Das Aussehen, welches Ein Jahr nach dem Tode des Dichters erschien sein Heften stehen, welche jede Woche der Kolporteur aus der dieses Erstlingswerk in Rußland machte, war ungeheuer. gewaltiger Roman Raskolnikow" in deutscher Ueber- Stadt bringt, dafür jedes Mal 10 Pfennige einkaffirend. Noch war Zurgenjew unbekannt, sein Tagebuch eines feßung. Der Eindruck war ein ganz außerordentlicher. Und 10 Pfennige ist ein solches Heft auch werth, welches Jägers" erschien erst fünf Jahre später, in dem Dichter Ein Aufsatz von Georg Brandes lenkte die Aufmerksam einem ja so viele angenehme Stunden bereitet. der„ Armen Leute" schien ein neuer Gogol erstanden feit der literarischen Kreise auf die Produktionen der rufft- Wie schön ist es nicht, einmal zu lesen, wie es so zu sein. schen Naturalisten, Heyse, Julian Schmidt u. A feierten aussieht in denjenigen Regionen der menschlichen GesellDamals regten sich bereits die erſten Keime jener den Dichter mit ungewöhnlicher Wärme, und damit war schaft, in die uns der Romanschreiber führt! Wie geht Bewegung, die wir heute als Nihilismus kennen, die für die Uebersetzer das Zeichen gegeben, auch die anderen es da ganz anders zu als in dem Leben voll Arbeit, Lehren von Louis Blanc, Fourier und Proudhon hatten Werke Dostojewski's dem deutschen Schriftthum zuzuführen. Elend und Noth, in welchem man sich befindet. Man Eingang gefunden und die studirende Jugend stand bereits Seitdem sind die Brüder Karamazoff", der Hahnrei", freut sich, daß es doch noch Menschen giebt, welche so viel im Banne der sozialistischen Theorien. Der Agitator Petra- der„ Spieler" in deutscher Uebersetzung erschienen, eben Glück, wie in den Romanen steht, zu dichten wagen bei schewski war der Mittelpunkt einer etwa vierzig Mitglieder jetzt erscheint auch der Idiot", und das Interesse für den der allgemeinen Misère, die man rings um sich her sieht. zählenden Verbindung junger Leute, die von der Aufhebung Dichter hat sich mit jedem uns neu gewonnenen Werk Dann giebt es auch einmal recht grausige Geschichten, in der Leibeigenschaft und von einer konstitutionellen Regierung nur gesteigert. Der unerbittlich fesselnder beinahe schmerz- denen viele Morde geschehen und viel Schreckliches paffirt, träumten und zu denen auch Dostojewski gehörte, ebenso volle Reiz seiner Darstellung hat ihm in Deutschland fast was den Leser immer zwischen Furcht und Entsetzen hin wie sein ihm innig befreundeter Bruder Aleris. Man mehr Bewunderer noch gewonnen, als Leo Tolstoi, der und her schleudert. hatte nächtliche Zusammenkünfte, las verbotene Bücher, Rousseau der slavischen Welt, besigt, dessen einfache Größe Heuer ist es die verehrliche Verlagsbuchhandlung von diskutirte die neuen, aus Frankreich importirten Lehren- nur der philosophisch geschulte Geist voll zu würdigen Adolf Wolf in Dresden, welche die Lesewelt in Stadt und Grund genug für die russische Polizei, so gefährlichem vermag. Land mit einem interessanten, hiftorisch politischen KolTreiben Einhalt zu thun. Am 23. April 1849, früh um Einer bangen Räthselwelt steht man gegenüber, wenn portageromane in uneigennüßiger Absicht beglückt. Der 5 Uhr, wurden vierunddreißig Verdächtige verhaftet und man zum ersten Male Werke von Dostojewski liest, alle Roman heißt Das Kaisergret'l von Trautec oder die ins Gefängniß geworfen. Dostojewski war unter ihnen. unsere geistigen Gewohnheiten, jede literarische Tradition Feinde des Hohenzollernhauses", und die Hefte weisen Durch kaiserliche Gnade wurde das Todesurtheil in dem schlägt er in Trümmer, um über ihrem Grabe eine neue gute Bilder von allbekannten Persönlichkeiten", wie dem Augenblick, da es vollzogen werden sollte, in mehrjährige Gedankenwelt von beinahe unerhörter Kühnheit und Groß- Kaiser Wilhelm II. und dem Reichskanzler, auf, und diese 3wangsarbeit umgewandelt, und der junge Dichter trat artigkeit aufzubauen. Erst die intimere Kenntniß seiner Bilder erläutern den Text in dankenswerther Weise. Und die traurige Fahrt nach Sibirien an, weil er zu denken Lebensschicksale giebt uns den Schlüssel zu manchem seiner wie herrlich ist dieser Tert! In dem Prospekte heißt es gewagt hatte, was der Kaiser Nikolaus ebenfalls dachte. Werke: im Elend erwachsen, von willkürlicher Gewaltthat darüber: Dostojewski hat niemals über sein Schicksal geklagt, mißhandelt, hat sich dieser„ Scythe", wie ihn Vogüé er hat es im Gegentheil gepriesen, weil es ihn dem nor nennt, jene fast fanatische Liebe zur Menschheit bewahrt, malen Leben entrückt hat, in dem er nach seiner Meinung die ihm aus dem alten Glauben entsprang. Dostojewski unfehlbar dem Wahnsinn verfallen wäre. Sein nervöser ist ein Nihilist in vielen Dingen, aber er hat die Zustand, ein epileptisches Leiden und ein pathologischer muthige, unerschütterliche Glaubensfestigkeit der ersten Hang zu mystischen Beängstigungen konnten nur durch den Christen, und erinnert in dieser Hinsicht besonders in schnellen Umschwung in seiner Eriſtenz, durch die Noth- seinem Tagebuch eines Schriftstellers" nicht selten an wendigkeit, sich gegen die ungeheuren Schicksalsschläge zu Lamennais, in dem sich ein ähnlicher religiöser Demokrastählen, beseitigt werden. Jedenfalls war sein Loos ein tismus verkörperte. Es scheint, daß diese Ideen von einer furchtbares: seine zarte Natur, der brennende Ehrgeiz und geistigen Kirche", die ja auch bei George Sand oft herWissensdrang, der ihn verzehrte, seine unheimlich über- vortreten, um die Mitte des Jahrhunderts allerorten in reizte Einbildungskraft mußten ihm den Aufenthalt unter der Luft lagen. ,, gemeinen Verbrechern" zu einem Martyrium schwerster Tief und echt, wie der religiöse Glaube des Dichters, Art machen. Er hat die Geschichte seiner Gefangenschaft ist auch sein Patriotismus: er glaubt an Rußland, wie er ( ,, Memoiren aus dem todten Hause") geschrieben an den Heiland glaubt, er hat einen unausrottbaren Haß ohne Groll, ohne Verbitterung, mit der ausgesprochenen gegen alles Ausländische, und findet in einem Disput über Tendenz, zu heilen und zum Werke der Nächstenliebe auf- russische und occidentale Literatur das stolze Wort: zurufen. Als Erster hat er den Schleier von dem Ge- haben den Geist aller anderen Völker und den des russimälde der sibirischen Hölle fortgezogen, und wirklich hat schen Volkes obendrein; wir können daher wohl die anderen sein gellender Warnungsruf den ersten Anstoß zur Re- verstehen, aber nimmermehr diese uns." Die mächtige formirung der sibirischen Zustände gegeben, wie Turgenjew's Wirkung, welche die Romane Dostojewski's in Deutschland Jägertagebuch der Leibeigenschaft ein Ende machen half. und Frankreich hervorgerufen haben, beweist am besten, Nach zehnjähriger Verbannung kehrte Dostojewski wie irrig er das Verhältniß Rußlands zu den anderen 1859 über den Ural zurück in die Heimath. Die nächsten Völkern beurtheilt hatte. Der Feuergeist eines Asceten Jahre gehörten der journalistischen Thätigkeit, der sein re- loderte in diefem Dichter, der sein Vaterland allen fremden formatorischer Geist bis an sein Ende vor allen anderen Einflüssen verschließen wollte, um es durch furchtbare Leiden zugethan blieb. Er gründet nacheinander zwei Blätter, der endlichen Erlösung entgegenzuläutern. er sucht seinen slavophilen Ideen Geltung zu verschaffen, Natürlich kann ein Dichter, der meist„ peinliche" " " Wir aber er erreicht nichts als seinen vollständigen Ruin. Von Stoffe behandelt, niemals auf den vollen Beifall Derjenigen nun an sollte er der drückenden Sorge ums tägliche Brod, zählen, welche von der Kunst nur angenehme und wohlder schleppenden Schuldenlast nicht mehr ledig werden, feile Unterhaltung verlangen. Von dieser Seite ist denn seine ganze fernere Eriſtenz ist, ähnlich wie das Leben auch Dostojewski, ebenso wie Tolstoi, der Vorwurf nicht Balzacs, eine beständige Flucht vor dem Drängen der erspart worden, daß sie krasse" Vorgänge zum GegenGläubiger. stand ihrer Darstellung gewählt hätten. Bedürfte es einer ,, Noch sind nicht zwanzig Jahre verflossen, seitdem das deutsche Volk sich wiedergefunden und ein Reich der Macht und Stärke aufgerichtet hat, deffen so hochgehaltene Friedensliebe in dieser Zeit schon verschiedene Male hart auf die Probe gestellt wurde. Und jedesmal, wenn wir uns bereits „ auf des Messers Schneide" befanden, hörten wir an= deutungsweise von den unsichtbaren, geheimen Gewalten, welche, lichtschen wie der Böse, seit Jahren bemüht sind, die strahlende Schönheit der deutschen Kaiserkrone zu verdunkeln, und die alles daran segen, um unser großes, mächtiges Vaterland wieder ohnmächtig und bedeutungslos zu machen. In jene Gesellschaftskreise, von denen die unterwühlenden Bestrebungen ausgehen, wird ein deutsches Mädchen- das Kaisergretl" gedrängt, um dessen Herkunft sich der Schleier des Geheimnisses webt. Mit zitterndem Herzen verfolgen wir die Umgarnung und die Schicksale des reinen, unschuldigen Kindes; wir müssen es mit ansehen, wie es das Opfer der Tücke und Bosheit wird. Und die strafende Gerechtigkeit-wo bleibt sie? Soll wirklich das eble, vaterländisch gesinnte Kind geopfert werden? In fesselnder, glühender Schilderung führt uns der Verfasser an die Orte in Paris, London, Petersburg, wo die finsteren Pläne geschmiedet werden. Es bangt uns um diejenigen, deren Untergang beschlossen wird; wir folgen mit klopfendem Herzen dem Verfasser, wenn er den verbergenden Schleier der Geheimnisse wegzieht und uns die Gefahren zeigt, in welchen sich unser Vaterland und seine edlen Regenten sich besanden und zum Theil noch befinden. Und das Kaisergret!? Wie eine Erscheinung aus lichten Höhen tritt uns dann das Kaisergret! entgegen. Dankbarkeit und Liebe zu unserem erhabenen Kaiserhause leiten alle ihre Handlungen. Vor nichts scheut sie zurück: ja, sie ist bereit, sich selbst zu opfern, als sie zum letzten Male, ihre heiße Liebe zu dem Erkorenen ihres Herzens vergessend, kühn die Fäden der Gegner zerreißt." Ist das nicht ergreifend? Ein deutsches Mädchen zerSechs Jahre, von 1865 bis 1871, verlebte Dofto- Vertheidigung gegen diese Nothrufe der entseßten Philister, jewski im Ausland, wohin ihn die Noth getrieben und so würde der Hinweis auf die Nationalität der beiden reißt kühn die Fäden jener unsichtbaren, geheimen Gewalten, wo er seine drei bedeutendsten Werke schrieb:„ Ver- Dichter genügen: Das Rußland der vierziger und wohl welche finstere Pläne gegen unser Vaterland und seine brechen und Strafe"( ,, Raskolnikow")," Der Idiot" auch das der achtziger Jahre, konnte uns keine harmlosen edlen Regenten schmieden! Das muß in jedes deutschen und Die Besessene n". Plauderer, keine bequemen Unterhaltungsschriftsteller her- Mannes Brust das Hochgefühl patriotischer Begeisterung " 1 Seine Popularität wuchs, der steigende Erfolg vorbringen, in diesem Reich der unvermittelten Extreme hervorrufen und nebenbei für die Verlagsbuchhandlung seiner Bücher gestattete ihm endlich, die drückendsten muß mehr als anderswo noch jeder echte Dichter ein ein schönes Stück Geld abwerfen, da alle deutschen Männer Schulden zu tilgen und die leßten zehn Jahre seines muthiger Streiter für die höchsten Menschheitsideale sein. solche Romane kaufen müssen. Lebens konnte er in leidlicher Ruhe im Vaterlande ver- Dostojewski hat den Menschen zum Objekt seiner ( Eingesandt.) Stellen hervor: Die soziale Frage als Kern aller Fragen. ist und Absatz findet, heben wir aus der Sudelei folgende| Leim, sie sind ja furchtbar dumme Menschen, die sich von den Redakteuren der großen Zeitungen und deren großen Würzburg, 29. Oktober. Der Kaiser hat der Trabanten einseifen und von den russischen Heilgehilfen Es ist ein eigenthümlich erregtes Zeitalter, in dem Abordnung der Berliner Gemeindekollegien nicht bloß nach Rothschild, Bleichröder, Mendelsohn u. s. w. rasiren lassen. O diese jüdische Geldaristokratie! wir leben. Ein neuer Geist gährt in ihm, nur daß er Noten, sondern nach Pfundnoten den Tert gelesen... Wie die stolzesten Spanier waren sie zu Hof gefahren überall von veralteten Formen umschlossen ist, die es zu Manchmal kommt ein Attentat oder Unglück wie zersprengen gilt, damit eine neue und bessere Welt in und wie die getauften Mäuse mit herabgedrückten Augen- auf Bestellung der Börsenbarone. Es ließe sich viel Jugendfrische und Jugendfreudigkeit erstehe. deckeln und hängenden Ohren traten sie den Rückweg an... darüber sagen, doch wir wollen nicht noch mehr Teufel Wenn man hört, im öffentlichen Leben, im industriellen Das deutsche Volk gönnt den Herren die erhaltenen an die Wand malen. Leben, in Kunst und Wissenschaft, in der Landwirthschaft, Fußtritte von ganzem Herzen Es ist genug, daß das deutsche Judenthum wieder in der Erziehung, in der Grundlage jedes gesellschaftlichen Eine eckelhaftere und aufdringlichere Bande als es entgelten muß, was die goldene Internationale am wie individuellen Lebens, überall ertönt uns der Ruf nach der Berliner Fortschrittsring ist, giebt es nirgends mehr. deutschen Volke sündigt. Denn das deutsche Judenthum, Reform entgegen, nach Beseitigung des Alten, welches Wie ein Schwarm von flüggen Läusen hat er sich an das gerechte und ungerechte, ist weiter auch nichts als das früher einmal gut war, jeßt aber abgelebt ist, und mehr den jungen Stamm der deutschen Einheit angeschmissen. deutsche Christenthum, das gute und das schlechte: Wir schadet als nüßt. Eine neue Generation wächst heran Das schönste und bekannteste Exemplar dieser nationalen alle zusammen dienen dem Gotte Bal, wir alle sind Knechte des Kapitalismus, das goldene Kalb ist mit neuen Anschauungen, ein neues Geschlecht, welches Lause brut ist das„ Berliner Tageblatt" erkannt hat, daß das schlechte Alte durch ein besseres Die Noblesse ist der Schoflesse ein Dorn im Auge. unser Gott, der Geldhaufen der Berg Sinai, von dem Neues ersetzt werden muß, und welches gewillt ist, den Ein vornehmer Mann, wie Kaiser Wilhelm II., liegt den herab uns die Geseze gegeben werden, die Millionäre geistigen Kampf für seine neuen Ideen mit den Vertretern herrschsüchtigen Plänen der alles gierig verschlingenden sind die Heiligen, die wir verehren und denen wir die des Alten, die jetzt noch die Macht in der Hand haben unersättlichen Gesellschaft des heuchelnden Freisinns und größten Opfer bringen. Der Wandel dieser Heiligen ist Darum wird unerforschlich, über jede Kritik erhaben; wir müssen selbst und sich dem Neuen aus Eigennutz oder Eigensinn hart- gemeinschädlichen Fortschritts im Wege. Märtyrer sein, wenn jene angegriffen werden. Alles ist näckig widersetzen, mit Begeisterung und Siegesbewußtsein gegen ihn jede Rücksicht bei Seite gesetzt. aufzunehmen. Die giftgeschwollenen Berliner Freisinnsapostel, ihnen zu Willen: Kaiser und Könige, Minister Dieser geistige Kampf, welcher auf allen Gebieten diese siebengescheidten Maulriesen und abgeschmackten und Diplomaten, die Presse und das Volk. Die Mächtigen sprechen und handeln für sie, die Zeitungen entbrennt, ist zur Zeit noch ein zersprengter und zusammen- Schnauzen wackler. schreiben und agitiren für sie, die Völker arbeiten und hangsloser, ohne einen einigenden und einheitlichen Mittelzahlen für sie. * * * punkt; oder besser gesagt, dieser Mittelpunkt ist noch Würzburg, 31. Oktober. Das eigentliche Volt nicht von allen Kämpfern erkannt. Denn vorhanden ist kommt bei den Landtagswahlen nicht zur Geltung. Das er und heißt die soziale Frage. Lösen wir diese, so Wort haben die Knallprozen und die sind in Berlin sind jene anderen Fragen mit gelöst, oder ihre Lösung tagblättlich- freisinnig. Pfui Teufel! * wird erst mit ihr ermöglicht oder erleichtert. * * Wir alle sind erbärmliche, bedauerliche Sklaven. Wir schaffen durch unser Erwerbsleben alle nur für die Mästung weniger Millionäre. Der geringste Hausirer ist ein Haarröhrchen für ein paar Schazkammern. Jeder Wenn alle Kämpfer zu dieser Einsicht gelangen, so Unser Volt kann die Schnauzenwacklerei des von uns hat seinen Antheil an der Sündfluth, die sich würden sie sich sammeln und mit vereinten Kräften das Berliner Fortschritts, die Stichelei und Stachelei des von dieſen über die Völker ergießt. Unsere große Zeitungen Ziel um so schneller erreichen. preußischen Freisinns, die Nörgelei und Deutschthümelei wehren jeden Angriff auf die Heiligen der Börse ab, und bestrebungen auf ihrem speziellen Gebiete außer Acht lassen Tyrannei der Eugen Richter'schen Sippe nicht im Mindeſten landesverrätherischen, wohlstandmordenden Kapitalismus Damit wollen wir nicht sagen, daß sie die Reform- des Berliner Tageblattes, die Hochnasigkeit und die diejenigen, welche solchen Heiligen den Schein abreißen, werden von Staatswegen verfolgt, der Kampf gegen den sollen, sondern nur zu verstehen geben, daß sie ihre ertragen. Deren ganze Politik ist lediglich die fatte Reformbestrebungen und deren Verwirklichung nur als Tugend und zahlungsfähige Moral, welche spintifirend wird als ein Kapitalverbrechen gebrandmarkt. Und doch Ausstrahlung eines großen Brennpunktes, der sozialen die Zivillisten der Fürsten mit einander vergleicht und sagen wir es immer und immer wieder: Die deutsche Frage, zu betrachten haben und deshalb auf die soziale die Zivilliste des Präsidenten der Republik Frankreich als Börsenbaronie hat sowenig ein Vaterland wie die franzöFrage ihr Hauptaugenmerk richten sollen. Die Lösung Muster hinstellt, dabei aber die Augen zudrückt, wenn die fiſche, ſie ist die Goldene Internationale, die durch diesen der sozialen Frage ist die Frühlingssonne, die nach allen Minister, Senatoren und Abgeordneten des demokräzigen missethat an einem Volke, vor keinem Verrath an dem ihren jeder Nationalität entkleideten Charakter vor keiner Seiten Leben spendet und überall Leben weckt. Spekulanten- Ringes sich und ihren Freunden und nur nach dem Diesen Satz überall zu beweisen, übersteigt die Kräfte Schüßlingen die fettesten Posten, die einträglichsten Be- eigenen Geburtslande zurückscheut und des Einzelnen. Ihn zu bestreiten, wird aber Niemand stellungen, die größten Trinkgelder verschaffen, wenn sie Grundsaße hantirt: Das Geld stinkt nicht... Die deutsche Sau hat noch Wolle, fie muß noch mehr wagen, welcher ihn bei den Hauptfragen, die öffentliches den Staat als ihre Melkkuh betrachten und viel mehr geschoren werden- sagte einst König Wenzel, dessen steter Interesse beanspruchen, als richtig erkannt hat. Millionen einsacken als der russische Zar und dessen Günst Begleiter ein Bluthund und ein Henker war. Die heutigen Wenn alle Männer in ausreichendem Maße Nahrung, linge beziehen. Könige der Welt" die Börsenbarone- haben feinere Wohnung, Kleidung, Licht und Luft erlangt haben, wenn Unser Volk haßt die vorlaute, freche Berliner Niesen- Gesellschaft, sie haben ihre Freundschaft sogar in den ihre Geistesbildung und politische Einsicht eine allbefriedigende guschenpartei, welche die Freiheit der Börse als ersten höchsten Kreisen, aber das Heßen und Hängen der Völker Höhe erreicht hat, d. h. wenn für sie die soziale Frage politischen Glaubensartikel bekennt, jeden Andersdenkenden höchsten Kreiſen, aber das Heßen und Hängen der Völker gelöst ist, werden sie der Frauenfrage keine Schwierig- als einen schlechten Kerl bezeichnet, hinter einem allerhöchsten besorgen sie gründlicher, wenn auch eleganter als weiland keiten mehr entgegenstellen: auch diese ist gelöst. Unterrock ihr Versteckelesspiel treiben und das Reich in der deutsche König Wenzel von Böhmen. Wenn mit der Lösung der sozialen Frage Wohlstand die Filiale einer englisch- tagblättlichen Aktiengesellschaft Würzburg, 19. November. Das Nergeln, und Bildung einzieht, ist die Erziehung der Kleinen nach verwandeln möchte. gesunden Grundsäßen möglich und selbstverständlich: die Wir im Süden des Reiches haben deshalb unsere Stänkern, Kritteln, Anschnarchen, Anbohren und Erziehungsfrage ist gelöst. Dann wird Niemand mehr Freude an dem Kaiser, der sich vor den großen Mäulern, Anzapfen, das Sticheln, Stacheln und Stechen, die heranwachsende Jugend in dumpfige Schulräume den goldenen Kälbern und politischen Metzgern seiner wie es der Berliner Freifinn treibt und wie es diesem die sperren wollen, damit sie widerwillig und zum Schaden Hauptstadt nicht fürchtet und sich in aller Form deren siebengescheidten Krämer in Breslau und die Börfianer in ihrer Gefundheit an Geist und Körper unbrauchbares und Ungezogenheiten verbittet. Diesen Berlinern, welche wie Frankfurt nachmachen, dieses Gebahren ist nicht deutsch. freche und unverständliches Zeug in den sogenannten höheren Bildungs- dressirte Menagerie- Zebras am Nasenring des Tage- Eine solche vorlaute, aufdringliche, anstalten lerne, um eine staatliche Versorgungsstelle zu blatt- Mosse einhertrotteln, dabei aber sich geberden, als dreiste, gehässige und häßliche Art ist uns Bayern bekommen: die Schulreform ist endgültig und wahrhaft ob sie die Weisheit mit Vorleglöffeln verzehrt und den zuwider, sie widerspricht unserm ganzen Wesen und zwar verwirklicht. so sehr, daß ein Mann wie Eugen Richter trotz seiner hervorragenden Talente und Gaben bei uns allgemein als der General- Mistpappler bezeichnet wird. übrigen Deutschen einige Pfunde davon voraus hätten, diesen großschnauzigen Schablonen- Politikern gebührte es, wenn ihnen der Kaiser sagte: Ihr lieben Berliner, glaubt mir doch, Ihr denkt nicht und gleicht noch den Kindern, Und darum gehöret euch lange noch Die Ruthe auf den Hintern. * * * Das Gezerte der Berliner Trödler, Bändlerkrämer, Jobber, Gründer und Scheerenschleifer ist vom allgemeinen Wurschtstandpunkt zu betrachten. * * * Dann wird Jeder ein Interesse daran haben, sich so zu nähren und zu kleiden, so zu wohnen, wie es seine Gesundheit verlangt: die Ernährungs-, Kleidungsund Wohnungsfrage ist gelöst. Die Vereine, welche sich mit ihr beschäftigen, sind, wie sie jetzt keine Rücksicht auf eine gründliche Aenderung der sozialen Verhältnisse nehmen, wirkungs- und bedeutungslos, kleine Mittelchen gegen ein großes Uebel. Der Hunger wird nicht mehr Der große Pump ist gelungen. Rußland erhält von zu kennzeichnen. die Körper und Geist zerrüttende Trunksucht herbeiführen: dem internationalen Moloch 500 Millionen gegen eine Bewegung gegen den Mißbrauch geistiger Getränke den vorher geleisteten Nachweis, daß es nicht so böse ist, Dürfen Wirthe in letzter Stunde das bereits ist überflüssig, wie Vereine gegen Armuth und gegen als es aussieht. Zehn Armeekorps, die es in seinen Westversprochene Versammlungslokal Bettelei, gegen Obdachlosigkeit und Prostitution. provinzen angehäuft hat, sind zwar ein bischen viel, nach * * * Diese Blüthenlese genügt wohl, um das Machwerk verweigern? Die edlen Bestrebungen der internationalen Friedens- unserer deutschen Schäßung an 400 000 Mann, allein gesellschaft bleiben zwecklos, solange einige internationale wie stark diese Armeekorps sind, wissen die Russen selbst Diese wichtige Frage ist in einem Berliner Prozeß, Störenfriede ein kapitalistisches Interesse an den greuel- nicht. Außerdem sind dieselben auf einem Ländergebiete der ziemlich zwei Jahre lang von dem Schneider N. Frank vollen Kriegen der Völker untereinander haben, die doch vertheilt, das so groß oder größer ist als das deutsche an Gerichtsstelle ausgefochten wurde, von der ersten Zivilalles Andere eher zu thun haben, als sich gegenseitig zu zer- Reich. Somit erscheint die Gefahr nicht so arg, wie sie kammer des Landgerichts I, als der letzten Instanz, zu fleischen. Auch wird dann ein einfaches leichtes inter- gemacht wurde. Die Zeitungen haben ein unnöthiges Gunsten der Wirthe bejaht worden. nationales Verständigungsmittel, um dessen willen Geschrei gemacht, Fürst Bismarck hat sich gewaltig geirrt, Das betreffende Erkenntniß zeigt aber zugleich, wie jetzt ein Heer von Broschüren und Schriften aufgeboten als er gegen die russischen Werthe die Reichsbank und die es die Arbeiter in Zukunft bei schwankenden Wirthen zu Seehandlung ausrücken ließ, die preußische Regierung halten haben: es bedarf der Schriftform, d. h. des wird, sich von selbst ergeben. abgewiesen: Auf diese Weise könnte man noch eine unendliche hat ein großes Unrecht gegen den freundnachbarlichen Kontrakts. Reihe von Reformbestrebungen heranziehen und erörtern. Staat verübt, als sie den Besitz russischer Papiere für Herr F. hatte Schadenersatz für Plakate, Annonzen Doch möge das Gesagte genügen zum Beweise der Noth- unpatriotisch erklären und allen Waisenbehörden befehlen u. s. w. verlangt. Er wurde u. a. mit folgenden Gründen wendigkeit, daß sich Alle um das erhabene Banner der ließ, die russischen Papiere aus ihren Truhen zu entfernen. sozialen Frage schaaren müssen. Möge in Aller Herzen Auf einen Wink von Berlin sank der Rubelkurs und das dringen das Wort, mit dem der Wahlaufruf der sozial- Vertrauen der deutschen Hausknechte in die russischen Werthe, Rußland hatte seine liebe Noth mit diesem Haberdemokratischen Partei schließt: Frisch an's Werk! feldtreiben, gegen seinen Staatskredit. Das russische Volk jammerte über die riesige Schädigung seiner Interessen, die Hohenpriester des internationalen Moloch kauften um Spottpreise die abgeschobenen„ Russen" der gemichelten kleinen und mittleren Kapitalisten, der Herr Finanz in Zur Aufklärung, Belehrung und Unterhaltung" des Petersburg wurde aufs äußerste mürbe gemacht und Volkes hat die antisemitische ,, N. Bayrische Landesztg." schließlich zu jedem Zugeständniß breit geschlagen. Das deren Hauptmitarbeiter, wenn wir nicht irren, der war der Zweck der ganzen Mache, für welche Presse und berüchtigte Memminger in Würzburg ist sechs ihrer Politik, die hohe wie die kleine, in Kontribution und Artikel in einem Extraabdruck erscheinen lassen. Aktion versetzt worden war. Die Herren Aktionäre Blüthenlese aus einer antisemitischen Flugschrift. Das Machwerk zu kritisiren, hieße ihm zuviel Ehre schmunzeln, weil ihnen auch Fürst Bismarck so vortrefflich anthun. Um aber unseren Lesern eine Vorstellung davon Vorspann geleistet hat. zu geben, was alles auf Seiten der Antisemiten möglich Also gehen die deutschen Kapitalisten auf den russischen ,, Mit Recht behauptet die Beklagte, daß nach den Anführungen des Klägers ein flagbarer Vertrag zwischen den Parteien gar nicht geschlossen sei Es kann daher auch nicht davon die Rede sein, daß Kläger etwa durch wirkliche Nichtabhaltung der Versammlung der Beklagten ersaßpflichtig geworden wäre. Da nun die An= nahme einer blos einseitigen Bindung der Beklagten ohne eine Gegenleistung des Klägers nach der Sachlage nicht geboten erscheint, so ist die Aeußerung derselben nicht als ein bindendes Versprechen, sondern nur als ein Inaussichtstellen im Sinne des§ 3 Allgem. Landrecht I 5 aufzufassen. Nimmt man aber auch an, daß die Beklagte sich dem Kläger gegenüber einseitig gebunden habe, einem unbestimmten Personenkreise die Benuzung ihres Saales zur Abhaltung einer Versammlung zu gestatten, so würde ein solcher Ver= trag doch, wie der erste Nichter mit Recht annimmt, zu seiner Giltigkeit der schriftlichen Abfassung bedürfen." * * * * * erster Linie die Beschränkung des Koalitionsrechts, welche es sehr fönnen. In seinem Schlußwort fordert Referent noch die Stollegen Vereine und Versammlungen. Der Reichstagsabgeordnete Singer hat am 30. November in Berlin, wo er jetzt unter dem Schuße seines Mandats dem Kleinen" zum Troz reden kann, in einer Versammlung über Die Mittwochssigung bot in der Fortsetzung der die Alters- und Invalidenversicherung gesprochen. Mehrere tausend Personen versammelten sich auf der Straße, da der Saal schon um 7 Uhr gefüllt war. Ein zahlreiches Aufgebot von Schußleuten war erschienen. Am Schlusse der mit stürmischem Beifall aufgenommenen Rede empfahl Singer eine entsprechende Resolution, die einstimmige Annahme fand. Nachdem die Herren Werner, Knaat, Hinze. Radwiz im Sinne des Referenten gesprochen, äußerte der Schuhmacher Mar Baginsky:„ Von den Vertretern der heutigen Gesellschaftsordnung hätten die Arbeiter nichts zu erhoffen, dieselben müßten vielmehr ihre Geschicke selber in die Hand nehmen, durch eigene Agitation" weiter kam der Redner nicht, denn hier erfolgte tommen. brotlos geworden. Gewerkschaftliches. Aus dem Reichstage. zuständige Militärgericht nicht sehr schmeichelhaften Weise Jahr eine rege Bauthätigkeit in Aussicht stelle und somit ein günDie erste und zweite Sigung der Seffion hat nur und zwar an der Hand von Akten, die man nicht in den stiges zu werden scheine, forderte er die Kollegen zu einmüthigem Zusammenhalten auch bei ungünstigen Zeiten auf. Denn nur Einigdie Konstituirung des Bureau's und damit Herrn von Papierkorb verweisen kann. Materiell stimmen vielleicht feit mache start. In der hierauf folgenden Debatte sprachen sich viele dem Herrn Minister darin bei, daß dieser Herr von alle Redner in demselben Sinne aus. Kollege Dietrich hebt noch Levezow die Präsidialwürde gebracht. In der dritten Sigung( Dienstag, den 27. Nevember) Ehrenberg kein gefährlicher Hochverräther ist, aber über besonders diejenigen Mängel hervor, welche es dem Arbeiter erbegann die Etatsdebatte, die durch einen ungemein feine Gefährlichkeit oder Kindlichkeit zu entscheiden, wäre schweren, seine berechtigten Wünsche durchzuführen. Da sei in langweiligen Vortrag des neuen Schaßsekretärs Herrn von Sache der Untersuchung gewesen, und schon zu diesem erschwert, die Indifferenten aufzumuntern und zu gemeinsamen Malzan- Gülz eingeleitet wurde. Wenn es fluge Politik Zwecke hätte die Militärbehörde, als ihr der von dem Handeln heranzuziehen. Dagegen seien die Kapitalisten nur zu eines neuen Ministers ist, im Anfange keine allzu hohen ehemaligen Offizier getriebene hochverrätherische Unfug gut organisirt, indem der Bund der Bau-, Maurer- und ZimErwartungen zu erwecken, so hat der Herr Schaßsekretär aftenmäßig dargelegt worden war, zugreifen müssen. Die mermeister über ganz Deutschland und darüber hinaus verzweigt sei. Dieselben sollen den Beschluß gefaßt haben, im kommenden seine Aufgabe meisterhaft erfüllt. Denn hinter den Er- Civilgerichte gehen ihr ja darin- man denke an Herrn Frühjahr eine allgemeine Lohnreduzirung über ganz wartungen, die man ihm nach seiner Jungfernrede als Geffcken-mit einem Beispiele voran, das zur Nach- Deutschland durchzuführen. Darum sei es doppelt unsere AufReichssädelwart entgegenträgt, wird es ihm kaum möglich eiferung anspornen muß. Aber Herr v. Ehrenberg ging gabe, uns zu organisiren, damit wir dem gemeinsam entgegertreten sein, jemals zurückzubleiben. Zahlen, nichts als Zahlen. aus dem Verhör in Karlsruhe frank und frei von dannen, zu reger Thätigkeit auf. Es sei eines jeden Pflicht, dafür zu agiReine Spur von einem Programm, um die bereits start er promenirte auch dann noch, als ihm ein Steckbrief getiren, daß es in Zukunft feinen Buser gebe, der nicht im Berein im Verfall befindlichen Finanzen des Reichs auf einer folgt war, einige Zeit als Herr v. Ernst, wie Bebel sei, dann wird es auch möglich sein, den Machinationen der Arbeitneuen Grundlage aufzubauen. - an den warmen Wassern Wiesbadens und geber energisch und erfolgreich entgegen zu treten. Nach ErlediAls 1. Redner nahm mittheilte wie gewöhnlich Eugen Richter das Wort, nach ihm verschwand erst, als die Frankf. 3tg." die Aufmerksam- gung einiger Rechtsschutzsachen machte der Vorfißende noch bekannt, daß in der am 19. dieses Monats stattfindenden Abendversammlung sprachen v. Wedell- Malchow( kons.) und Herr v. Hüne keit der Behörden auf den harmlosen Badegast lenkte." ein Vortrag über: Zeitlohn und Stücklohn? gehalten würde. ( Centr.) Der Kriegsminister gestand auch zu, daß die BestimErst am Mittwoch wurde jedoch die Generaldebatte mung, wonach Sozialdemokraten von militärischen durch Liebknecht auf die Höhe einer grundsäglichen Lieferungen ausgeschloffen sind, weiter bestehe und weiter Kritik der gesammten inneren und äußeren Politik erhoben, bestehen werde. gegen welche der Staatssekretär von Bötticher und Herr v. Bennigsen nur mit sehr schwachen Deduktionen zu antworten wußten. Liebknecht schilderte die steigenden Aus- Militäretatsberathung nichts Wesentliches. gaben für Militärzwecke als eine Folge der Annerion des Elsaß, versicherte wiederholt auf Grund seiner persönlichen Donnerstag und Freitag Alters- und InvalidenErfahrungen in Frankreich, daß letteres keinen Krieg persicherung, worauf wir in nächster Nummer zurückwolle. Einer der Führer der französischen Mehrheit habe ihm versichert, Krieg bedeute unter allen Umständen die Vernichtung der französischen Republik. Liebknecht beflagte die verheßende Wirkung des Reptilienfonds gegen- Aufruf an die Arbeiter Deutschlands!! Flensburg. die polizeiliche Auflösung der Versammlung auf Grund des§ 9 des über Frankreich. Redner ging darauf auf die innere Durch die Arbeitseinstellung der Former find auf der hiesigen Sozialistengesetzes. Brausende, nicht enden wollende Hochrufe auf Politik ein, sprach von der Steuerlast, von der sogenannten Schiffswerfte zirka 900 Arbeiter durch die Maßregelung einer all- Singer und die Sozialdemokratie beantworteten den Auflösungsaft; Sozialreform, welche thatsächlich nur ein Stück Armen- gemeinen Aussperrung von Seiten der Werftdirektion unharmherzig unter Absingung der Arbeitermarseillaise verließen die Versammelten gesetzgebung sei, vom persönlichen Regiment des Reichs- wird, weil anderweitige Beschäftigung schwerlich zu finden, ist aus fort. Die Sozialdemokraten zogen, etwa 1000 Mann start, in Da die Noth hierdurch eine große werden den Saal. Auf der Straße setzten sich die Hochrufe noch lange kanzlers, von den Bemühungen, den Reichsphilister in der Mitte der Ausgesperrten ein Komitee ernannt, um Unterſtüßung langem Zuge, die Arbeitermarseillaise singend, von berittenen Schuß,, weißglühende Angst" bei den Wahlen zu setzen durch und Nachweis von Beschäftigung entgegen zu nehmen. Arbeiter leuten esfortirt, die Friedrichsstraße entlang. Die Kreuzztg." Kriegsfurcht und rothes Gespenst. Im Vorbeigehen schil- aller Orten, bestätigt Gure Solidarität. Schnelle Hilfe thut noth. benutzt die Gelegenheit, um über den„ Versammlungssprenger" Alle Gelder sind zu senden an H. Bachmann, Flensburg, Norder= derte er auch die Haltung der konservativen Presse gegen straße 61. Alle Briefe an H. Ambelang, Norderstraße 61. Alle Baginsty zu räſonniren, den sie sogar nach der in der Beilage erKaiser Friedrich. Die Rede gipfelte in einer Aufforde- arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. wähnten Schuhmacherversammlung anarchistisch" findet. Das ist Die Innung und die freien Schuhmacher in Berlin. die Arbeiterbewegung noch große Hoffnungen sehen darf, alles erlogen. Herr B. eine junge, tüchtige Kraft, auf welche rung zu einer internationalen Abrüstung mit einem hat Appell an die Humanität. Es könnten doch im Kriegs- Die für sämmtliche Schuhmacher Berlins am Abend des 3. d. M. zwar in vielen Versammlungen bereits gesprochen, aber nur in einer nach den„ Bürgerfälen"( Dresdenerstraße) einberufene öffentliche fall nicht 36 Millionen Deutsche„ auf der Strecke liegen Schuhmacherversammlung war nicht rege besucht. Die Versammlung einzigen war der überwachende Beamte- wegen einer ganz unbleiben." Nachdem Redner noch von dem Bankerott der war einberufen zum Zwecke einer Besprechung der obligatorischen der Schuhmacherversammlung aber war ein Bruder von Max B., schuldigen Bemerkung schuldigen Bemerkung zur Auflösung geschritten. Der Redner in Ausnahmegeseze gesprochen, wandte sich die Rede wieder Beitragspflicht der außerhalb der Innung stehenden und von„ Anarchismns" ist bei beiden keine Rede. auf einzelne Fragen zurück und behandelte insbesondere Schuhmacher Berlins zu den Kosten der Innung und fand unter Vorsiz des Herrn Kördel statt. Die von der Kommission der Schneider nach die Kornzölle, die Kolonialpolitik und die falschen BezugDer Referent des Abends, Herr R. Baginsky, stellte zunächst Sanssouci einberufene Versammlung zur Beantwortung der nahmen auf das Christenthum. Diesem System keinen die Berechtigung der von der hiesigen Schuhmacherinnung in Szene Magistratsvorlage wurde seitens des fönigl. Polizeipräsidiums Mann und keinen Groschen, mit dieser Erklärung schloß gefeßten Maßregel, bestehend in der Heranziehung vorläufig der nicht genehmigt. die Rede. Meister, welche außerhalb der Innung stehen, zu den Kosten der Fachverein der Tapezirer Berlins. Außerordentliche Innung, denen die Gesellen bald folgen dürften, in Zweifel. Durch Generalversammlung am Montag, den 10. d. M., Abends 8 Uhr, die Beiträge zur Innung würden Meister wie Gesellen, die im in Feuerstein's Salon, Alte Jakobftr. 75. Tagesordnung: 1. BorKampfe ums Dasein kaum zu bestehen vermöchten, noch mehr ge- trag über Barock und Rokkoko. Referent: Herr Ludwig. 2. Er= schädigt, während die großen Kapitalisten frei ausgehen. Hätte fich gänzungswahl des Vorstandes und Wahl eines Büreauhalters zum Am folgenden Tag nahm wiederum ein Sozialdemo- denn die Berliner Innung irgendwie bewährt? Der Arbeits- Arbeitsnachweis. 3. Bericht des Vergnügungskomitees und Fragefrat, der Abg. Singer, hauptsächlich das Interesse des zweckdienlich, da er nicht bedeutend sei und auch nicht unentgeltlich, aufgenommen. Mitgliedsbuch legitimirt. Um recht zahlreichen und nachweis der Innung decke seine Kosten allein, sei überhaupt nicht fasten. Neue Mitglieder werden vor Beginn der Versammlung Parlaments in Anspruch. Es handelte sich um den frei- wie beides bei dem Gesellennachweis, Weinstraße 11, der Fall sei. pünktlichen Besuch ersucht freundlichst der Vorstand. finnigen Antrag zum Schutz der Wahlfreiheit" über Die Herberge der Junung verdiene kaum diesen Namen, dieselbe deren Verlegung Singer," Ridert( freis.) und Kröber sei an einen Restaurateur verpachtet, sei viel zu theuer und zu flein, werde deshalb von den Gesellen wenig oder gar nicht in Anspruch ( bürg.- dem.) recht drastische Beispiele vorbrachten. Der genommen, In der Gesellenherberge, Weinstraße 11, erhalte jeber nationalliberale Abg. Marquardsen emfiehlt die Ueber- Bugereifte 75 Pf., wofür er nächtigen und frühstücken könnte. Die weifung des Antrages an die Wahlprüfungskommission, Innung zahle auch Reise geschenke, jedoch nur an Gesellen, welche welchem Antrage das Haus bestimmt. bei Jnnungsmeistern gelernt haben. Und doch sollen sämmtliche Vereinigung der Drechsler Deutschlands. OrtsMeister und Gesellen zu diesen Kosten beitragen! Die übrigen verwaltung Berlin I. Versammlung am Montag, den 10. d. M., Wohlfahrtseinrichtungen, Fachschule, Schiedsgericht 2c. seien Abends 8/2 Uhr, Alte Jakobstraße 38 bei Schumann. TagesFreitag, 30. November. Bei der Berathung des ebenso zwecklos und bedeutungslos, wie die vorgenannten. Nachdem ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Durchberathung des Statuts der Etats des Reichstags erwähnte Minister v. Bötticher, er der Referent derartig nachgewiesen, daß die Wohlfahrtseinrichtungen Vereinigung. 3. Verschiedenes. nehme an, daß das neue Reichstagsgebäude im Herbst burchaus nicht zweckdienlich" find, wie das Gefeß es verlange, der Steinträger und verw. Berufsgenossen Berlins. Sonntag, der Inmungen, zu deren Kassen die Mitglieder beitragen sollen,-Verein zur Wahrung der materiellen Interessen. 1892 bezogen werden könne. äußerte derselbe seine Meinung dahin, daß Meister und Gesellen den 9. d. M., Vormittags 11 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10, Bei der Besprechung des Etats für das Reichsamt eine Beschwerdeschrift an die obere Verwaltungsbehörde behufs 2 Treppen, Versammlung. Tagesordnung: 1. Das Unfallversicherungsdes Innern sprachen u. A. Witte, Goldschmidt, Meyer, Aufhebung der von dem Polizeipräsidium ertheilten Genehmigung gesetz mit Anschluß der Alters- und Invalidenversicherung. Referent Bebel über das Kunstbuttergefeß. Bebel wandte sich zur Verwerthung der im§ 100 f der Gewerbeordnung der Innun- Herr W. Liefländer. 2. Vereinsangelegenheiten. gegen die konservativen Buttervertheurer. Von der anderen Seite betheiligten sich noch Behr und der Marineminister Graf Monts. * * * " * * " * * * Graf Н -Verband deutscher Zimmerleute. Generalversammlung sämmtlicher Berliner Lokalverbände am Sonntag, den 9. Dezember, Vormittags 10 Uhr, Kommandantenstr. 72( Neues Klub- Haus). Tagesordnung: Die Vorlage: Kürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung. Entgültige Beschlußfassung der Berliner Lokalverbände. Das Erscheinen aller Mitglieder iſt Ehrensache. gen gewährleisteten Rechte richten sollten, da auf dem Klagewege-Verein der Nähmaschinenarbeiterinnen Berlins. nicht dagegen anzufämpfen sei. Ferner empfahl er Beitritt zum Freitag, den 14. d. M., öffentliche Mitgliederversammlung, AnnenVerein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher, straße 16, Vereinslokal. auch den Kleinmeistern, welche nun wohl bald einsehen lernen-Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierwürden, daß sie mit den Arbeitern zu gehen hätten.( Großer arbeiter und Berufsgenossen. Generaloersammlung am Sonnabend, Beifall). den 8. d. M., Stommandantenstr. 77-79( Gratweil'sche Bierhallen). Durch die Anwesenheit verschiedener Innungsfreunde wurden Tagesordnung: 1. Ergänzungswahl des Vorstandes: des 1. Vordie Verhandlungen vielfach gestört und gestalteten sich dieselben recht ſizenden, des 1. Schriftführers, des 2. Kassirers, 2 Beisiger und lebhaft. In einer Reſolution wurde der obengenannte Verein mit 2 Revisoren. Wahl der Arbeitsvermittlungs- Kommission und der der Abfassung einer Beschwerdeschrift beauftragt. Rechtsschuß- Kommission. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. WerkDie nächste Versammlung in dieser Angelegenheit findet Montag, statt- und Vereinsangelegenheiten. den 10. d. M., Abends 8½½ Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37, statt. Bei der Berathung des Militäretats ging es in nächstfolgender Sigung, am 4. Dezember, im Reichstag sehr lebhaft zu: eine ganze Fülle der Gesichte" ging vor den Hörern vorüber, die meisten derselben aber waren derart, daß die gewohnheitsmäßigen Lobredner unserer Zustände wohl einiges Alpdrücken empfunden haben werden. Auf die Anfrage des Abg. Richter, ob die Meldung Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metalleines rheinischen Blattes, daß die Regierung zur Verstärarbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Rigdorf. Sonnabend, fung und vermehrten Bespannung der Artillerie 40 bis Für nicht gerechtfertigt wurde auf eingereichte Beschwerde den 8. d. M., Monats- Versammlung. 50 Millionen verlangen werde, der Wahrheit entspreche stattgefundenen Versammlung der Filiale 5( Nord) der Vereinigung fämmtlicher Berufsklaffen, Filiale Berlin 1, hält am Sonnabend, vom Berliner Polizeipräsidium die Auflösung der am 14. November Die Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins oder nur ein offiziöses Preßmanöver sei, erwiderte der der Maler, Lacirer, Anstreicher u. s. w. erflärt. den 8. d. M., Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78, eine Versammlung Kriegsminister, die Nothwendigkeit einer Verstärkung der Zimmerleute Berlins und der Umgegend. Alle die- ab. Tagesordnung: Wahl des Ausschusses für das Jahr 1889. Artillerie werde allerdings erwogen, aber dafür, daß diese ienigen Pläße und Bauten, welche noch nicht im Befige einer Sam- Filiale Berlin 2. Versammlung am Sonnabend, Abends 8 Uhr, Erwägung sich schon zu einer Vorlage mit der Forderung legten großen Tonhallen- Versammlung einen Kameraden sofort zu melliste sich befinden, ersuchen wir auf Grund des Beschlusses der bei Löstow, Prinzenstr. 79( Gartenzimmer). Verband deutscher Mechaniker und verwandten Berufsvon 40-50 Millionen verdichtet habe,„ fehle ihm jede entfenden an H. Jäckel, Schönhauser Allee 177b, 2. Hof Barterre genoffen( Bahlstelle Berlin). Drittes Stiftungsfest am Sonnabend, Unterlage". Die Frankf. 3tg." bemerkt dazu: Wir oder um es möglichst bequem zu machen, auch Abends von 7 bis den 8. d. M., im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11-13. schließen daraus, daß die Vorlage kommen wird wohl 10 Uhr, Beuthstr. 10, Restaurant Schulz, um daselbst die Liſten in Zimmerleute von Berlin und Umgegend. Der " aber erst, wenn die Hundert Millionen für die Schlacht- Empfang zu nehmen. Wir ersuchen alle Kameraden, diefe Nach- Arbeitsnachweis veranstaltet am Dienstag, den 1. Januar 1889, aber erst, wenn die Hundert Millionen für die Schlacht richt möglichst zu verbreiten. Auf Verlangen werden die Listen Vormittags 11 Uhr, in Kaufmann's Variété am Mexanderplaz flotte die„ patriotische Opferwilligkeit" der jeßigen Mehr- auch ins Haus gesandt. Auch find nunmehr die Lohnzettel der eine große Matinee, Konzert, Vorstellung und Auftreten sämmtlicher heit in Zug gebracht haben werden und daß es dann Gewerbebeputation spätestens bis Sonntag einzusenden. Spezialitäten. Wir laden alle Zimmerleute, Freunde und Gönner gehen wird, wie im vorigen Jahr mit der Landwehr- und Berlin hielt am 2. 3. M. feine regelmäßige Versammlung ab. Ortland, Stegligerstr. 79, S. 1 Tr.; Kirschte, Arndtstr. 25; Gefrois, Lohnbewegung. Der Fachverein der Buter in freundlichst ein. Billets, vorher à 30 Pf., sind zu haben bei Landsturmvorlage; mit 40-50 Millionen macht man zu- Der wichtigste Punkt der Tagesordnung lautete: Wie sind die Gitschinerstr. 54, vorn 4 Tr.; Petereit, Laufigerstr. 51, H. part.; nächst die Sache der öffentlichen Meinung mundgerecht, gegenwärtigen Arbeits- und Lohnverhältnisse, und welche Stehr, Wilsnackerstr. 26, H. r. 4 Tr.; Hilgenfeld, Ackerstr. 133, nachher werden 100-150 daraus, aber es ist dann Aussichten bietet das kommende Jahr? Der Vorfigende, Stollege 3.. 2 Tr.; Viez, Ruppinerstr. 13, vorn 4 Tr.; Queißsch, Eisenwieder das Allerlegte, was gefordert werden soll, Dähne, entrollte in längerer Rede ein ungefähres Bild unserer bahnstr. 20, ferner bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern und im Punktum: heutigen Arbeitsverhältnisse und wies nach, daß unter der heutigen Arbeitsnachweis, Beuthstr. 10. Freunde und Gönner, welche den Produktionsweise auch im Baufach die Theilung der Arbeiten in Absatz der Billets vermitteln helfen wollen, bitten wir, sich an Das zweite Thema, welches breit und ausgiebig ver- Spezialfächer immer mehr hervortrete, und wir daher nur noch H. Jäckel, Schönhauser Allee 177b 2. Hof, zu wenden. handelt wurde, waren die Kriegervereine, mit ihrer Saisonarbeiter seien. Darum müsse es auch Aufgabe sein, unsere Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, Wahlthätigkeit und ihrer Ausschließung aller Reichsfeinde. Arbeitszeit in der Saisonzeit so theuer wie möglich zu verkaufen, den 9. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Spazier Endlich kam auch die Affaire Ehrenberg zur nach genossenschaftlicher Organisation der Arbeit nach Kräften zu ſammlung und Verkauf von Geschenken( Bazar) zum Besten Un auch müsse es in Zukunft Aufgabe sein, die Grundidee, das Streben über Selbstbildung". Abends 7 Uhr ebendaselbst gesellige Ver Sprache. Herr Bebel behandelte sie in einer für das fördern. Nachdem Redner noch darauf hingewiesen, daß das nächste bemittelter. Damen und Herren als Gäfte willkommen. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. "