Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volts- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 mt. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1888.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. №. 50. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Bfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Bfg.- Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. " Ausgabe für Spediteure: Merkur" Zimmer- Straße 54. Sonnabend, den 15. Dezember 1888. II. Jahrgang. Die Verpflegung armer Schulkinder in Mutter wirklich zu arm sind, um die Kinder mit geeigneten die in ihm und außer ihm liegen, und die sich unter Paris. Der Mutterberuf der Frau. Die Kleidern und Schuhwerk für den Schulgang zu versehen, einander fördern, bekämpfen, aufheben. Krenzzeitung über Belgien. Aus Liebknecht's so werden Kleidung und Schuhe unentgeltlich zur Rede. Die soziale Gleichheit eine Forderung Verfügung gestellt. Jede Ausrede solcher Art wird dadurch der Moral. Die Lage der Tagelöhner in beseitigt. Hinterpommern.- Die Unfallversicherung 1887. ohne Kenntniß der physischen( körperlichen) und psychischen Das Ziel der Erziehung kann nicht erreicht werden, ( geistigen) Gefeße, welche die Entwickelung des Kindes beherrschen, ohne Verständniß für die natürliche und gesellschaftliche Umgebung, in welcher dieselbe vor sich geht. das heißt also Es kann auch nicht vollkommen erreicht werden ohne Kenntniß und Beobachtung der pädagogischen Methoden, welche fich auf die obigen Gesetze gründen. Ferner sind Schulküchen bei jeder Schule vorhanden, Gedicht von Derossi. Der Hunger. um für die Kinder Mahlzeiten zu liefern. Für jede dieser Soziale Stizze.- Zentralverbände oder lokale Mahlzeiten werden 10 Centimes Gewerkschaften? Offener Brief von Gustav 8 Pfennige gezahlt. Das Essen wird in der Schule an Keßler.- Wachsende Internationalität im Ort und Stelle hergestellt. Die Sache geschieht in folgenWirthschaftsleben. Aus Frankfurt a. M. der Weise: Das Kind geht zum Lehrer und erhält für Zur Berliner Arbeiterinnenbewegung. Jeder Handwerker oder Künstler muß das Material seine 10 Centimes eine Anweisung auf eine Portion Effen. kennen, das er bearbeitet, er muß Meister gewisser technischer, Ist jedoch ein Kind zu arm, um diesen Preis entrichten berufsmäßiger Handgriffe sein, die für Gestaltung des zu können, so ist der Lehrer schon vorher davon unter- Materials nothwendig sind. Das Gleiche muß von der richtet, und das arme Kind erhält seine Anweisung in Person gelten, welche Menschen formen soll. Sie muß deren Eltern zahlungsfähig sind, sodaß die Mitschüler welche zur Behandlung am geeignetsten scheint, sie muß derselben Weise und zu derselben Zeit wie die Kinder, den Thon kennen, den sie zu kneten hat, die Methode, nicht erfahren, wer umsonst zu essen bekommt. Sind für den erzieherischen Beruf vorbereitet sein. die Anweisungen vertheilt, so gehen die Schüler nach der Rantine, und der Mann, welcher die Jour hat, bringt möglich erzeugt werden, überläßt man ihre Damit die einfachsten Gegenstände so vollendet als Die Postabonnenten unseres Blattes erinnern wir daran, ohne Säumen und vor Monatsschluß ihr Abonnement zu erneuern, das sonst von der Poſt als erlosch en betrachtet wird. Erst nach dem Monatsschluß eingegangene Bestellungen sind mit unnügen Kosten und Arbeits- und Zeitvergendungen verbunden abgesehen davon, daß eine Nachlieferung der bereita gang jedem Schüler oder ieder Schülerin ihre Martion in Nummern oft gar nicht mehr erfolgen tann. Die Kreuzbandabonnenten bitten wir, wo es irgend angeht, in Zukunft bei der Post zu bestellen. Die Be stellungen müssen einige Tage vor Monatsschluß bewirkt fillen, verschieden, bald besser, bald schlechtse, je nachdem der man übergiebt ihn einem Fachmann, dem Schuhmacher, Rüchenmeister ehrlich ist oder nicht. Gewöhnlich bestehen damit ihn dieser nach allen Regeln seiner Kunst in die die Portionen aus Fleisch und Gemüse oder aus Wurst Kur nehme. Auf die Erziehung der Kinder nimmt man und Linsen. In beiden Fällen wird ein großes Stück nicht soviel Rücksicht, für die wichtigste aller gesellschaftBrod beigegeben. lichen Funktionen sieht man von der Nothwendigkeit einer So ist jedes Kind in Paris, dessen Eltern zu arm beruflichen Ausbildung ab. werden und können bei allen Postanstalten des Reiches find, um es zu kleiden und zu beköstigen, wie es der Mehr noch ihre Ausübung durch Kräfte, die nicht erfolgen( unter Nr. 850 der Zeitungspreisliste für Unterricht erfordert, sicher, auf öffentliche Kosten anständig für den Beruf ausgerüstet und vorbereitet sind, wird 1888). Gegen 15 Pf. Aufgeld pro Quartal liefert der gekleidet und genügend genährt zu werden. Die Erfahrungen zum Dogma erhoben, denn:„ die Mutter ist die natürBriefträger frei in's Haus. Auch nehmen alle Brief- mit diesen Mahlzeiten in den Schul- Kantinen sind dieselben, liche Erzieherin der Kinder." Also die erste beste träger solche Postbestellungen entgegen. Wo nicht wie sie fast überall sich ergeben. Sie haben entschieden Gans man verzeihe den Ausdruck- welche Mutter besondere Nachricht erfolgt, stellen wir vom 1. Januar eine hohe erziehliche Bedeutung: Die Kinder verbessern wird, erhält durch die bloße Geburt die magische Gabe, an die Kreuzbandlieferung ein. sich nach jeder Richtung hin, und die Eltern trifft in sich dieses schweren und folgereichen Berufs zu erledigen! keiner Weise das Brandmal des Almosens. Und das Diese Auffassung ist ihren Ergebnissen nach geradezu verUeber die Verpflegung armer Schulkinder alles verdankt man lediglich dem Umstande, daß die brecherisch. Gemeindebehörden von Paris offen anerkannt haben: in Paris veröffentlicht der bekannte englische Sozialdemokrat Hyndman in der Londoner„ Pall Mall Gazette" einen Artikel, der uns wichtig genug erscheint, um ihn hier in den Grundzügen wiederzugeben. Er lautet: Aber," sagt der wohlgesinnte Spießbürger mit einem 1. Hungernde Kinder können sich geistig nicht ent- sentimentalen Augenaufschlag gen Himmel, aber die Natur wickeln, und hat der Frau den Instinkt der Mutterliebe gegeben, und dieser Instinkt tritt da helfend und ergänzend ein, wo das Wissen fehlt." 2. Gesunde Kinder sind für ein Gemeinwesen eher noch mehr werth wie gut unterrichtete Kinder. Der Gemeinderath von Paris giebt jetzt jährlich Eine schlechte Beweisführung, die sich auf solche Was die Behandlung der armen Kinder und ihre 300 000 Franken für diese freien Mahlzeiten aus, und Gründe stüßt! Unfre Zeit ist nicht so mystisch, um noch Versorgung mit Nahrung in den Schulen anbelangt, so die verfügbare Gesammtsumme zu diesem Zweck und zur an die wirksame Kraft gleichsam überweltlicher Offen= find auf Anordnung des Gemeinderaths von Paris ver- Bekleidung der von allem entblößten Kinder werden zum barungen zu glauben. Der Instinkt der Mutterliebe ist blind, er tappt im schiedene Veranstaltungen getroffen, die um so bemerkens- Theil durch private Sammlungen und zum Theil durch werther sind, wenn wir bedenken, daß von den 88 Gemeinde- öffentliche Fonds aufgebracht. Alle diejenigen, welche Finstern. Er kann nun und nimmer ersetzen, was das räthen in Paris nur 10 Sozialisten sind und nur 15 fort- jährlich 6 Franken an den allgemeinen Erziehungsfonds Wissen und Können zu leisten vermöchte. Er kann im geschrittene Radikale, während die übrigen Opportunisten zahlen, gehören zu der Kommission des Arrondissement. besten Falle bei der Erziehung des Kindes das Schlimmste oder offene Reaktionäre sind. So werden jährlich 400 000 Mark für diesen Zwed aus- verhüten, aber er ist unfähig, das Vollendete zu leisten. Was trotzdem schon erreicht worden ist, zeigt in der gegeben, und alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß Die Frau, die über die Grundbedingungen der körperThat, was eine entschlossene zielbewußte Minorität durch dieser Betrag in der nächsten Zukunft noch rasch wachsen lichen Entwickelung des Kindes im Dunklen tappt, der ein Agitation und Thatkraft selbst in einer Körperschaft zu wird, selbst wenn das System der unentgeltlichen Verab- Schlüssel für das Verständniß von dessen geistiger Herauserreichen vermag, in der die Majorität aus den erbittertften reichung von Mahlzeiten nicht für alle Schüler zur An- gestaltung fehlt, die nicht weiß, wo sie mit zartem Takt Gegnern besteht wendung kommen sollte. und ohne schulmeisterliche Pedanterie fördernd oder hemmend Der Elementar- Unterricht ist in Paris unentgeltlich, Es würde sicherlich gut sein, wenn die( Londoner) einzugreifen hat, die Frau, welche über keinen der techdie Eltern brauchen kein Schulgeld zu zahlen. Da die Schulverwaltung eine Spezialkommission nach Paris senden nischen Kunstgriffe verfügt, welche dem Kinde die Entwicke= Kinder aber in die Schule müssen, so sind die Behörden wollte, um die Wirksamkeit der Schulküchen und das lung zur Menschwerdung erleichtern, die kann auch nicht der Meinung, daß es durchaus im Interesse des Gemeinde- System kostenfreier Gewährung von Kleidern und Schuhen zur Rolle der Erzieherin berufen sein, und wäre sie zehnwesens liegt, die Kinder nicht nur zum Schulbefuch zu an bedürftige Kinder einer näheren Prüfung zu unter- mal des Kindes leibliche Mutter. zwingen, sondern auch dafür zu sorgen, daß sie in einer ziehen! solchen körperlichen Beschaffenheit dort hinkommen, daß sie durch den Unterricht nicht in ihrer Gesundheit Das ist heute ein Ariom aller geschädigt werden. fortgeschrittenen Pädagogik, so befremdlich dies den NationalDekonomen der alten Schule scheinen mag. Wenn daher Eltern in Paris versäumen, ihre Kinder Der Mutterberuf der Frau. Aus Frauenkreisen. III. Täglich hat man Beispiele vor Augen, welche zeigen, was für Ungeheuerlichkeiten, um nicht zu sagen Verbrechen gegen die Entwickelung der kindlichen Natur die zärtlichsten Mütter im Namen des Instinkts der Mutterliebe" be= gehen. Ein gut Theil der körperlichen und geistigen Verfrüppelung der Jugend ist darauf zurückzuführen, daß die Erziehung dem ,, mütterlichen Instinkt" überlassen bleibt, anstatt dieselbe zur Sache eines zielbewußten Wissens und Könnens zu machen. All die populären Abhandlungen" über Kinderpflege und Jugenderziehung können hieran nichts ändern, um so weniger, da sie für die Mehrzahl nimmt, sie werden nur ersucht, einen Bericht über ihre Ziel und Zweck der Erziehung ist, die Kinder zu der Mütter verloren gehen. Die Frau, welche täglich 10, Lage an die Schulkommission einzureichen, welche aus Menschen in der vollen Bedeutung des Wortes zu formen. 12 und noch mehr Stunden in der Fabrik oder von früh gewöhnlichen Bürgern jedes Arrondissements zusammen- Der moderne Mensch ist aber ein sehr komplizirtes Ge- bis spät Abends im Hause gewerblich arbeitet, hat nicht gesezt ist. Stellt sich alsdann heraus, daß Vater und schöpf, das sich in Gemäßheit bestimmter Geseze entwickelt, die Möglichkeit, sich Forschungen über ihren Beruf als zur Schule zu schicken, so werden sie nicht vor irgend Rechtfertigt vielleicht das Vorhandensein der zweiten, eine hohe Behörde zitirt, um dort einer öffentlichen und oben genannten Vorausseßung, die bessere technische Ausdemüthigenden Untersuchung unterworfen zu werden, die bildung, daß man der Frau so apodiktisch die Rolle als fast immer den Charakter einer Kriminal- Untersuchung an- Erzieherin zuspricht? Erzieherin hinzugeben. Ihre Eingriffe in die Erziehung| Dagegen ist der erste beste Kneipwirth oder Branntweinmüssen sich meist darauf beschränken, Hosenböden einzu- schänker, der ein X von einem U nicht zu unterscheiden feßen und Strümpfe zu stopfen, wenn sie vorher das dem vermag und Zeitlebens nie eine Schule besuchte, eine„ poliKinde nöthige Stück Brot verdient hat. tische" Persönlichkeit, deren Votum über das Schicksal des Gerade mit Rücksicht auf den Zweck und das Ge- Staates entscheiden kann. lingen des Erziehungswerks ist es durchaus nothwendig, " So verhält es sich mit der politischen Seite unseres das, was bereits zum größen Theil für den Unterricht Staatswesens. geschehen, für die gesammte Erziehung des Kindes durchzuführen. In sozialer Beziehung sieht es womöglich noch trauriger aus. Keiner Regierung, ob liberal oder klerikal, Dieselbe muß aus den Händen der für den Beruf ist es noch eingefallen, den obligatorischen Schulunterricht gar nicht oder nur ungenügend ausgerüsteten Frau in die- vorzuschlagen, durch den allein das belgische Volk aus dem jenigen von berufsmäßig ausgebildeten Erziehern, resp. tiefen Abgrund der Unwissenheit herausgebracht werden Erzieherinnen übergehen. Die Gesellschaft muß auch nach könnte, in dem es sich heute befindet. Im Gegentheil! dieser Seite hin in ihr Recht eintreten und ihre Pflichten Die 116 000 Wähler, von denen gut die Hälfte selber übernehmen. Die Macht der Gewohnheit und Phrase nicht lesen und schreiben kann, schwärmen für den„, freien" will zwar noch an dem Grundsay festhalten, daß die Er- Schulunterricht, d. h. für die Freiheit, gar keinen Schulziehung des Kindes Aufgabe der Mutter sei, allein die unterricht zu genießen. Deshalb dürfte es außer Spanien Verhältnisse machen diese Aufgabe mit jedem Tag that- und den orientalischen Ländern kaum ein Land in Europa geben, welches eine so große Anzahl von ganz Ungebildeten sächlich immer illusorischer, immer hinfälliger. aufweist, wie Belgien. Punkt, ein Fels, der aus der Brandung hervorragt, das ist die Arbeiterklasse, welche in ihrem Kern unter der Fahne der Sozialdemokratie marschirt. Auf diesen Fels wird sich die europäische Kultur retten. Mit Lachen, mit dem Verhöhnen dieser Bestrebungen ist es nicht gethan. Sie( zu den Nationalliberalen) haben am wenigsten ein Recht dazu! Vor zwanzig Jahren, als dem Bürgerthum die Angst vor dem Proletariat noch nicht in den Knochen lag, haben auch Sie für diese Jdeale geschwärmt; aber Sie haben die Fahne der Demokratie fallen lassen. Wir haben sie aufgenommen, wir führen sie die Sozial demokratie ist nur konsequente Demokratie ¡ und wir werden mit dieser Fahne auch zum Siege marschiren. Die soziale Gleichheit eine Forderung der Moral. 1. Moralphilosophie und materialistische Geschichtsauffassung. B. W. Die foziale Gleichheit ist eine Forderung der Moral. Die Entwickelung des Kindes fährt bei dem Wechsel " Sich da! also auch die Moral ist auf unserer nicht schlecht, sie wird aus einem Werk des blinden Es ist begreiflich, daß ein Zustand, welcher 116 000 Instinkts zur Sache einer zielklaren Wissenschaft. Staatsbürger zu unumschränkten Herren über nahezu sechs Seite! recht angenehm!" So ungefähr nimmt ein Genoffe den Saz entgegen, daß die soziale Gleichheit eine Forderung Aber noch ein weiterer, schwerwiegender Grund Millionen andere Staatsbürger macht, nicht emig Nach und nach ist troß der der Moral sei; er empfängt ihn mit kühler Befriedigung, spricht dagegen, daß die Erziehung der Kinder die vor Zeiten dauern kann. nehmste Aufgabe der Frau sein kann. Wer erziehen will, von der Regierung geflissentlich verbreiteten faft mit Gleichgültigkeit, als würden ihm nach einer der muß selbst erst erzogen sein. Es ist überflüssig, Finsterniß ein Lichtstrahl in die rechtlosen und dem Elend kräftigen Mahlzeit Ueberflüssigkeiten, wie Knackmandeln und Konfekt gereicht. Sie rufen dabei zu verweilen, wie wenig die Frau von heute dieser preisgegebenen Arbeitermassen gedrungen. Ein anderer Genosse aber ist nicht so galant. Was, Die Regierung Forderung, in ihrem weitesten Sinne gefaßt, entspricht. nach politischen Rechten und Brot. Was fümmert uns die Morul? Seit Jahrhunderten geknechtet und verstlavt, systematisch dagegen, welche es nicht gerne sieht, daß diese Rufe ins ruft er entrüstet aus. Moral? Fauler Zauber! Ideain einem Zustande der Untergeordnetheit gehalten, von Ausland dringen und dort die belgischen Zustände in liſtiſcher Schwindel! Geburt an die Zielscheibe einer ſyſtematiſch durchgeführten seltsamem Lichte erscheinen lassen, will nun glauben Damit lockt man keinen Hund hervor. Moralphilosophie körperlichen und geistigen Verkümmerung, ist die Frau machen, daß bloß einige Hezer an der Unzufrieden- macht keine Weltgeschichte. Das einzig Wahre ist die nothwendiger Weise ein unvollkommen und einseitig ent- heit der arbeitenden Klassen schuld seien. Wenn materialistische Geschichtsauffassung." Die materialistische Geschichtsauffassung! Allerdings wickeltes Geschöpf. Die Männer unter sich halten die Défuisseaur, Mignon, Mareille u. s. w. eingesperrt sind, Frau im Grunde für eine niedere Abart der Gattung so meint man in der Rue de la Loi, werden die wild ein Wort von großem Wahrheitsgehalt. Wenn sich nur Mensch. Und wunderbar, dieses unentwickelte Geschöpf, gewordenen Arbeiter wieder zahme Lämmer werden. nicht so viel Unklarheit mit dem Worte verbände! Wenn .. Mit diesem es nur nicht so sehr als Phrase mißbraucht würde! das durch seinen Herrn und Meister bei jeder wichtigen Selbstsame Selbsttäuschung Hören wir Friedrich Engels über die materialistische Gelegenheit, bei jedem Versuch, sich die menschenwürdige Elend sollte sich die Regierung in erster Linie Stellung zu erkämpfen, an seine Unterlegenheit erinnert beschäftigen, statt die Arbeiterbewegung mit Geschichtsauffassung.„ Wir haben schon mehrfach darauf wird, das soll von der Natur„ auserwählt" sein, die Staatsanwälten und Gensdarmen bewältigen bingewiesen," ſagt er, daß die Produktion, und nächst der Produktion der Austausch ihrer Produkte, die Grundheranwachsenden Generationen zu erziehen. Wer wird hier- zn wollen." Ehre! bei nicht mit dem alten Wort fragen: kann auch ein Also zu lesen in einem Leitartikel des konservativsten lage aller Gesellschaftsordnung ist; daß in jeder geschichtlich Blinder einen Blinden leiten?" Die Gegner der Frauen- aller preußischen Blätter, in einem Blatte, das sonst nicht auftretenden Gesellschaft die Vertheilung der Produkte und emanzipation füllen Bände an, um die Inferiorität des genug„ Staatsanwälte und Gensdarmen" auf die„ Heßer" mit ihr die soziale Gliederung in Klassen und Stände sich weiblichen Geschlechts zu beweisen. und auf der anderen in der Arbeiterbewegung heßen kann. Das Organ des darnach richtet, was und wie produzirt und wie das Seite tragen sie kein Bedenken diesem niedrigstehenden entschwundenen Herrn v. Buttkamer als schneidiger Gegner Produzirte ausgetauscht wird. Hiernach sind die letzten Ursachen aller gesellschaftlichen Veränderungen und UmGeschöpf die wichtigste aller gesellschaftlichen Aufgaben zu aller Buttkamerpolitik! zuertheilen, ja sogar als dessen eigentlichen Beruf" zu Allerdings nur für das Ausland! Aber liegen die wälzungen zu suchen, nicht in den Köpfen der Menschen, erklären. Diese Logik macht dem männlichen Geiste alle Verhältnisse in Preußen nicht vielfach ganz ähnlich? in ihrer größeren Einsicht in die ewige Wahrheit und Herrscht bei den preußischen Landtagswahlen nicht auch Gerechtigkeit, sondern in Veränderungen der Produktionsund Austauschweiſe; sie sind zu suchen nicht in der Philooutwy" die enter" weryuixit, darauf eingehen, wie die im bloß der Geldſack"? Geräth die hervorragende Bildung fophie, sondern in der Dekonomie der betreffenden Epoche." Juyt mange dritte avtenung, wenn ne nicht über größeres tausenden steht, erzeugt wird, und wie dieselbe in Folge Einkommen verfügt? Und herrscht die oben erwähnte vie leßten Ursachen der gesellschaftlichen neuer, günſtiger Entwickelungsbedingungen verschwinden„ seltsame Selbsttäuschung" nicht auch bei der preußischen Heißt das etwa, daß Ideen, Aufklärungen nicht zu den muß. Für den Augenblick müssen wir die geringere Ent- Regierung? Ursachen gesellschaftlicher Veränderungen gehören? Wenn wickelung der Frau einfach feststellen, damit aber auch deren Warum also in die Ferne schweifen, während ähnliche der Erde bildet, so ist hiermit doch nicht gesagt, daß die die Sonnenwärme die letzte Ursache aller Vorgänge auf Ungeeignetheit für die Rolle der Kindererzieherin. Uebel so nahe liegen? Goethe's Ausspruch: Entdeckung Amerikas auf keine speziellere Ursache, z. B. auf den Stand der damaligen Kosmologie, des Handels Aus Liebknecht's Rede zum Etat und der Technik, zurückzuführen sei. Die Betonung glauben wir nach dem Stenographischen Bericht" noch letter Ursachen, allgemeiner Ursachen schließt doch folgende Schlußworte über Bürgerthum und Proleta- nicht das Wirken anderer näherliegender und spezieller ri at hervorheben zu sollen: Ursachen aus? Sicherlich entsprang die Freiheitsbewegung Die Eltern könnten erzogene Kinder gebären, Wenn die Eltern selbst erzogen wären gilt in erster Linie von dem Verhältniß zwischen Mutter und Kind. Die konservative„ Kreuzzeitung" über Belgien. „ Der Ernst der Lage in Belgien liegt nicht in der Streitbewegung, sondern in den ungesunden sozialen und politischen Verhältnissen, welche hier herrschen. Solange die Grundlage der Unzufriedenheit, welche sich einer großen Anzahl belgischer Staatsbürger bemächtigt hat, nicht entfernt ist, wird Belgien fortgesett inneren Krisen ausgesetzt sein, bis eines Tages durch das Zusammenwirken verschiedener Umstände der gewaltsame Umsturz des heutigen politischen und sozialen Systems erfolgen wird. " Die Hauptursache, weshalb die Arbeiterbewegung gerade in Belgien eine immer akutere Form annimmt, liegt in der Thatsache, daß die belgischen politischen und sozialen Verhältnisse sich seit Jahrzehnten nicht geändert haben, während alle Länder rings um uns herum nach jeder Richtung hin fortgeschritten sind ,, In Belgien ist seit 1830 für die Arbeiter nichts geschehen. Die 116 000 bevorrechteten Wähler, welche ganz allein über das Geschick des Staates entscheiden, haben sich niemals dazu verstehen können, den übrigen Staatsbürgern irgend ein politisches Recht einzuräumen. Sie allein bestimmen durch ihre Abgeordneten und Senatoren, wie viel Steuern die Staatsbürger zu zahlen haben. Die große Mehrzahl der letzteren muß sich mit der bescheidenen Rolle begnügen, das Geld in die Staatskaffen zu tragen. Die privilegirten Wähler bestimmen ferner, wie viel Blutsteuer" die anderen zu entrichten haben; denn sie selbst kaufen ihre Söhne um 1600 Franken los und lassen die unteren" Klassen für sie die Militärpflicht genügen. Ihr Grundsatz lautet: Wer den Geldsack hat, darf mitreden, sonst Niemand. " Selbst eine hervorragende Bildung und Intelligenz ist nach Ansicht der belgischen Gesetzgebung durchaus keine Befähigung für die Ausübung politischer Rechte. Leute, welche die Universitätsstudien vollendet haben und seit Jahren ein Richteramt bekleiden, oder als Beamte fungiren, besigen nach belgischem Rechte kein Wahlrecht, wofern sie nicht einen genügend hohen Gehalt beziehen, um mindestens 42,32 Franken jährlicher direkter Steuern zu zahlen. Veränderungen Fonomischem Gebiete. Ich habe leider bei derjenigen Klasse, die allein uns die des vorigen Jahrhunderts einer ökonomischen Umwälzung. unerquickliche und verhängnißvolle Entwickelung der Dinge Nachdem das Bürgerthum im feudalen Mittelalter die hätte ersparen können, bei dem deutschen Bürgerthum, handwerksmäßige Industrie auf eine hohe Stufe entwickelt einen solchen Mangel an Charakterstärke gefunden, hatte, erschlossen die großen Entdeckungen zur See, sowie daß ich ihm die Straft nicht zutraue, sich dieser extremen, reaktionär- verhezerischen Politit so energisch entgegenzustemmen, das Anwachsen des Bürgerthums, der Industrie und dem daß dieselbe aufgegeben werden muß. Ich habe zu dem Handel bedeutende Absaßgebiete. Das Handmerk genügte deutschen Bürgerthum das Vertrauen nicht, daß es unser zur Befriedigung des gesteigerten Bedürfnisses nicht mehr; politisches Leben in heilsamere Bahnen wird hineindrängen die Manufaktur wuchs und blühte empor. Da fühlten können. Zum Glück haben wir noch eine Klasse, die Ideale hat, fich Handel und Industrie in ihrem Drange nach großund diese Klasse ist das Proletariat, das arbeiten de artiger Entwicklung gehemmt, durch die Schranken der Volt. Jedem von Ihnen muß es Respekt einflößen, wenn feudalen Ordnung, durch Zunstfesseln, Differenzialzölle, Sie sehen, wie z. B. bei den Wahlen die deutschen Arbeiter Lokalvorrechte, Sonderprivilegien und Ausnahmegefeße. schutzlos allen Maßregeln und Machtmittelr der Behörden und der befizenden Klasse gegenüber, ohne Entschädigung, Das Kapital bedurfte des freien Erwerbes, der freien häufig den Tagelohn opfernd, nicht selten mit hungrigem Konkurrenz; und die Arbeit bedurfte der Freiheit vom Magen, bei den Wahlen hingehen mit Wahlzetteln und Wahl- Feudalismus und Zunftwesen, der Bewegungs- und flugblättern, wissend, daß sie vogelfrei sind, und daß jeder Kontraktsfreiheit. Die vereinigten Interessen des Bürgers, Polizist sich herausnehmen kann, sie zu verhaften. Da ziehen fie hit, getragen von der Begeisterung ihrer Ideale. Unter Arbeiters und Bauers wurden bald zielbewußt und dem Bürgerthum haben Sie das nicht, wenigstens bei weitem agitatorisch; eine geistige Bewegung entstand; Politiker nicht in dem Maße; da wird die Wahlagitation zum großen forderten Rechtsgleichheit für alle Bürger, und Philosophen Theil mit Geld gemacht. Zu den Arbeitern hat sich verkündeten Freiheit und Gleichheit als Menschenrechte. das Ideal gerettet, das in den anderen Klassen keine Stätte mehr findet. Und das Jdeal giebt unverfiegbaren Viele Geschichtsschreiber befinden sich in dem Wahne, Muth, unbezwingliche Kraft. Die Verfolgungen nehmen be- die französische Revolution sei hauptsächlich die Wirkung ständig zu, immer breitere Lücken werden in unsere Reihen dieser geistigen Bewegung. Diesen Historikern gegenüber geriffen, aber in jede Lücke, für jeden Gefallenen treten zehn betont die materialistische Geschichtsauffassung mit Recht, ein. Sie machen die Leute nicht müde: mit Heldenmuth die wirthschaftlichen Zustände als letzte Ursache der schreiten sie voran, immer vorwärts- und ich bin der Meinung, jeder ehrliche Deutsche soll wenigstens Respekt Revolution. Doch es wäre ein Mißverständniß dieser haben vor der Mannhaftigkeit. Hier haben Sie eine Geschichtsauffassung, zu glauben, die geistige Bewegung sei Mannhaftigkeit, wie sie bloß die feste Ueberzeugung nur eine Begleiterscheinung, ein unwirksamer Schatten der giebt, daß man für eine gerechte und heilige Sache kämpft. Alle Ideale der Humanität haben sich gegenwärtig in der materiellen, und die Revolution wäre auch ohne die geistige Arbeiterklasse verkörpert. Ich wurde ausgelacht, als ich vor- Bewegung eingetreten. hin vom allgemeinen Weltfrieden redete: vor wenigen Wer macht denn die Geschichte? Wochen hat in Bordeaux ein franzöfifches Arbeiterparla- das menschliche Wollen ein wesentlicher Faktor derselben. Jedenfalls ist ment getagt; einstimmig wurde der Beschluß gefaßt, gegen den Redes Wollen aber, sofern es vom volksthümlichen SprachChauvinismus in Frankreich zu protestiren und dahin zu wirken, daß die Arbeiter aller Länder sich über die Köpfe gebrauch und nicht von philosophischer Willkür als solches der Feinde des Friedens die Hand reichen und den Welt- bezeichnet wird, hat folgende Bestandtheile: frieden herstellen. In London haben wir ebenfalls vor furzem ein Arbeiterparlament gehabt, in dem Arbeiter aus fast allen Ländern der Erde mit Ausnahme Deutschlands, der Schweiz und der Vereinigten Staaten vertreten waren. Auch hier haben die Arbeiter sich ausgesprochen zu Gunsten der allgemeinen Völkerverbrüderung, gegen die Verhebung der Nationen, gegen den Krieg. So ist denn innerhalb dieser brandenden Wogen, dieser allgemeinen Auflösung und Verhegung wenigstens ein fester 1. ein Gefühl der Lust oder Unlust( Antricb); 2. die Vorstellung eines Ereignisses, welches eine Steigerung des Luftgefühls oder eine Verminderung des Unluftgefühls mit sich bringt( 3wed); 3. die Vorstellung einer Ursache dieses Ereignisses, welche Ursache mit einer Handlung des Vorstellenden beginnen muß( Mittel); Sind diese 4 geistigen Elemente nicht vollzählig im Bewußtsein beisammen, so findet kein Willensakt statt. 4. die Abwesenheit eines Gefühls, welches stärker ist| beseitigung zu erfüllen. Auch Fourier und St. Simon| Die sllavische Abhängigkeit dokumentirt sich denn auch als 1 und zu anderen Vorstellungen wie 2 und vermochten ja in ihrer Zeit nicht mehr zu erreichen, als auf allen Gebieten. Wehe dem, der bei einer etwaigen 3 antreibt( Sieg des Antriebes 1). die Bildung sozialistischer Konventikel, eben weil die öko- Begegnung mit dem gnädigen Herrn nicht sofort die denomischen Bedingungen für eine große sozialistische Be- voteste Haltung annimmt und die Müze bis tief zur Erde wegung noch fehlten. Der Vorwurf der Erfolglosigkeit zieht. Jeder Tagelöhner ist verpflichtet, dem Gutsherrn Wenden wir diese geisteswissenschaftliche Betrachtung trifft also nicht nur moralische Theorien, sondern auch drei Arbeiter zu stellen. Ist eine Familie nicht so glückauf das Völkerleben an. Punkt 1 besagt in dieser Hin- sozialpolitische, trifft alle Theorien, deren Forderungen nicht lich, ein Kind von 14 Jahren zu besißen, so muß dieselbe sicht, daß keine Massenbewegung möglich ist, ohne daß die zeitgemäß sind. Aber die Forderungen der Moral des sich einen Knecht oder ein Mädchen miethen. Morgens um Masse von starken Gefühlen bewegt wird. Die stärksten allgemeinen Glückes sind zeitgemäß, ebenso zeitgemäß, wie 51/2 Uhr, sobald der Hofmeister„ klappert", gehen aus Massengefühle aber sind die sogenannten materiellen es einst Rousseau's moralische Forderungen waren. Denn jedem Hause drei Arbeiter nach dem Hofe", wo sich der Gefühle, welche sich auf die Befriedigung leiblicher Bedürf- die Moral des allgemeinen Glückes ist, wie späterhin ein- Sammelplaß befindet und wo die Arbeiter in verschiedene nisse beziehen. Und diese Befriedigung entspricht selbst- leuchten wird, die Moral des Sozialismus, und dieser ist Abtheilungen vertheilt werden. verständlich genau der wirthschaftlichen Lage, in welcher sicherlich zeitgemäß. Der Nachweis, daß die soziale Originell ist besagtes ,, Klappersignal." Das Klappersich die Masse befindet. Die materialistische Geschichts- Gleichheit eine Forderung der Moral sei, scheint mir heut brett ist an einem Baume lose befestigt und wird auf auffassung hat das Verdienst, die Bedeutung der materiellen zu Tage nicht minder angebracht zu sein, wie vor 100 demselben mit zwei hölzernen Hämmern nach Art des Gefühle in der Geschichte erkannt zu haben. Jahren der Nachweis, daß die Moral die politische Trommelns angeschlagen. Glocken, wie man sie sonst auf Den in 2 und 3 vorgeführten Willenselementen Gleichheit verlange. Das erkennt auch Engels an, indem den modernen Gutshöfen findet, haben in der hinterpomentspricht im Treiben der Völker die Aufklärung über er sagt:„ Wenn jetzt derselbe Ruf( er meint den mora- merschen Kultur noch keine Aufnahme gefunden. ihre Bedürfnisse. Das Bessere, im Interesse der Masse lischen Ruf aus dem fittlichen Bewußtsein heraus) nach Sind die Abtheilungen geordnet, dann gehen die= Liegende wird erkannt, und die Mittel zur Verwirklichung Abschaffung der Klassengegensäße und Klassenunterschiede, selben unter Leitung eines Aufsehers an die Arbeit, welche desselben werden herausgefunden. Anfangs sind nur ein der bis 1830 die arbeitenden und leidenden Massen kalt von Morgens 6 Uhr bis Sonnenuntergang, also im zelne Intelligenzen die Erkennenden, doch deren Agitation ließ, wenn er jegt ein millionenfaches Echo findet, wenn Sommer gewöhnlich bis 9 Uhr Abends währt. Eine verbreitet die Aufklärung über die Massen. Erst dadurch, er ein Land nach dem andern ergreift, und zwar in der Stunde verbleibt zum Mittagessen. daß die Masse ein anziehendes Ziel vor Augen sieht, und selben Reihenfolge und mit derselben Intensität, wie sich Für diese Arbeitsleistung beträgt der Lohn für eine dadurch, daß dieses Ziel bestimmte, zu ihm führende Wege in den einzelnen Ländern die große Industrie entwickelt, Familie: freie Wohnung, ein gewisses Quantum Brotkorn, zeigt, wird aus dem dunkeln Gefühlsdrange der Masse wenn er in einem Menschenalter eine Macht erobert hat, einen Morgen Acker zum Kartoffelbau und an Geldleistung ein Handeln.- Doch ich höre von Seiten einiger die allen gegen ihn vereinten Mächten troßen und des 70 Pfg. für den ersten Arbeiter, 50 Pfg. für die Frau Materialisten den Einwand:„ die Einsicht, daß ein Ziel Sieges in naher Zukunft gewiß sein kann woher und 30 Pfg. für den jugendlichen Arbeiter pro Tag. Dem etwas Gutes ist, vermag die Menge nicht nach jenem kommt das? Daher, daß die moderne große Industrie Verdienst entsprechend ist auch die Ernährung. Des MorZiele zu treiben. Das Proletariat z. B. ist nicht deswegen einerseits ein Proletariat, eine Klasse geschaffen hat, die gens trockenes Brot und Kartoffelsuppe, des Mittags sozialistisch, weil es eingesehen hat, daß der Sozialismus zum ersten Mal in der Geschichte die Forderung stellen trockene Kartoffeln mit Zwiebeln und etwas Talg. Fleisch etwas Gutes ist, sondern unsere wirthschaftlichen Zustände, kann der Abschaffung, nicht dieser oder jener besonderen bekommen die Arbeiter nur zu sehen, wenn sie Sonntags die Noth des Volkes und politische Verhältnisse, kurz Klassenorganisation, oder dieses und jenes Klassenvorrechtes, einmal zur Stadt gehen, um Salz und echten preußischen geschichtliche Faktoren wälzen und stärken den Strom der sondern der Klassen überhaupt... Sowohl die von der Fusel für die Woche einzukaufen, dann können sie dasselbe aber nicht sozialistischen Bewegung. Ob wir wollen oder nicht, die modernen kapitalistischen Produktionsweise erzeugten Pro- in den Läden der Fleischer bewundern Gesellschaft treibt dem Sozialismus entgegen."-Auf duktivkräfte, wie auch das von ihr geschaffene System der laufen. Und wie sieht es denn in einer Arbeiterwohnung diesen Einwand ist zu erwidern: Würde das Proletariat Gütervertheilung sind in brennenden Widerspruch gerathen auch dann sozialistisch sein, wenn es einsähe, daß die mit jener Produktionsweise selbst und zwar in solchem aus? Vor dem Fenster vorerst die schöne Aussicht und sozialistische Gesellschaftsform nicht zu seinem Wohle Grad, daß eine Umwälzung der Produktions- und Ver- die angenehme Atmosphäre des Düngerhaufens. Tritt man gereiche, oder gar das Unheil noch vergrößere? Unzweifel- theilungsweise stattfinden muß, die alle Klassenunterschiede dann durch die niedrige Thür in's Innere, so starrt Einem haft würde diese Einsicht unsere Bewegung ersticken. Und beseitigt, falls nicht die ganze moderne Gesellschaft unter- alles in Schmutz entgegen. Im Hausflur befindet sich nun möchte ich sehen, wie ohne diese Bewegung der gehen soll. In dieser handgreiflichen materiellen That- die Hühnerstiege jeder Tagelöhner muß eine gewisse im Winter werden die Sozialismus kommen soll. Die Leute, welche sagen: sache, die sich den Köpfen der ausgebeuteten Proletarier Zahl Eier an den Hof liefern „ Auch ohne unser Zuthun erfüllt sich die Zeit", haben mit unwiderstehlicher Nothwendigkeit in mehr oder weniger Hühner mit in die Wohnstube genommen, und ist eine allerdings insofern Recht, als das Zuthun des gewöhnlichen flarer Gestalt aufdrängt-in ihr, nicht aber in den Vor- Familie so glücklich, ein Schwein zu befizen oder auf AbEinzelnen die geschichtliche Entwicklung weder aufhalten stellungen dieses oder jenes Stubenhockers von Recht und zahlung nehmen zu können, so muß auch mit diesem die noch fördern kann. Wenn aber sehr Viele sich auf ihr Unrecht, begründet sich die Siegesgewißheit des modernen Wohnung getheilt werden. Die Fußböden der Wohnungen Unvermögen berufen, so stockt das Handeln einer Masse, Sozialismus." find meist aus Lehm, seiten mit Steinen gepflastert. Nicht und Massen spielen eine Rolle in der Weltgeschichte. Jene Nun wohl, die Moral des allgemeinen Glückes selten kann man sehen, daß bei großer Reinigung" Materialisten mit den Händen in der Hosentasche sind gründet sich nicht auf eines Stubenhockers Vorstellungen der Schmutz mit dem Spaten vom Fußboden beseitigt nichts anderes, als türkische Fatalisten, welche glauben: von Recht und Unrecht, sondern auf Gedanken, welche wird. ,, Mit mir wird das und das geschehen, ob ich nun will, jeder gesunde Kopf anerkennen muß; das Streben des Damit nun die Tagelöhnersfrau nicht vor lauter oder nicht will; ich werde z. B. in der Schlacht fallen, Proletariats zum Sozialismus, welches aus der Einsicht Langeweile verkümmert, besonders im Winter, sorgt die mag ich mich nun geschickt vertheidigen, oder ganz toll- hervorgeht, daß nur der Sozialismus die Gesellschaft vom„ Gnädige" für ausreichende Beschäftigung. Die erstere ist kühn kämpfen. Allah hat Alles vorher bestimmt." Die Untergang rettet, ist, wenigstens zum großen Theil, ein verpflichtet, der Frau des Gutsherrn das sogen. ,, Hausökonomischen Verhältnisse sind der Allah unklarer Mate- moralisches Streben im Sinne der Moral des allgemeinen laken" zu spinnen, welches aus 20 Stücke Garn, jedes rialisten. Glückes. zu Stück 2200 Meter Faden, gleich 44 000 Meter Faden, Engels theilt diese Unklarheit nicht( obwohl er durch So möge denn der Nachweis, daß die soziale Gleich- besteht, welche umsonst gesponnen werden müssen. Wollten wir auf eine weitere Detailschilderung uns übertriebene Betonung des materialistischen Gedankens heit eine Forderung der Moral ist, zu den Interesseeine gewisse Unklarheit in anderen Köpfen angerichtet hat). gefühlen, welche das Volk nach unseren Zielen treiben, einlassen, wir könnten noch manches Erbauliche berichten. Er sagt:„ Der zur Aktion berufenen, heute unterdrückten auch moralische Kräfte gesellend, in den Strom der Die wenigen Proben werden aber wohl genügen, um zu Klaffe die Bedingungen und die Natur ihrer eigenen Agitation münden, ohne dessen bahnbrechende Gewalt zeigen, daß die alte feudale Herrlichkeit noch nicht ganz Aktion zum Bewußtsein zu bringen, ist die Aufgabe des der bloße Druck materieller Noth vielleicht eine Art Kuli- geschwunden ist, sondern sich im gesegneten Hinterpommern theoretischen Ausdrucks der proletarischen Bewegung, des thum, schwerlich aber eine bessere Gesellschaftsform er- ein stilles Pläßchen gewahrt hat. Es muthet einem bei wissenschaftlichen Sozialismus." Das soll doch heißen: zeugen dürfte. Der proletarischen Bewegung fehlt etwas, und das soll die Wissenschaft hinzuthun: Aufklärung; erst die Aufklärung macht aus der dunkeln Massengährung eine ziel- und mittelbewußte Bewegung, eine Handlung. ( Schluß folgt.) Hinterpommern! der Schilderung dieser Zustände so eigenthümlich an, als hörte man eine längst verklungene Melodie aus alten Zeiten, und doch kann man tagtäglich im Eldorado unserer Junker beobachten, daß die neue Zeit mit ihrer erlösenden Sphärenmusik diese alten Melodien noch nicht verdrängt hat. Doch auch hier wird dermaleinst die erlösende Zukunftsidee der Menschheit ihre Triumphe feiern. Die Ergebnisse der Unfallversicherung im Jahre 1887. Und nun frage ich: Soll die dem Proletariat nöthige Ueber dieses Eldorado unserer Junker schreibt ein Aufklärung nur in politischer und wirthschaftlicher sachkundiger Korrespondent dem ,, Norddeutschen Volksblatt", Belehrung bestehen, wie leider noch viele Genossen meinen? einer tüchtig geleiteten Arbeiterzeitung: Diese Belehrung zeigt allerdings dem Arbeiter, daß unsere ,, Hinterpommern!" Bei diesem Namen hebt sich die Partei sein Intereffe bestellt. Aber ist es auch nicht auch Brust jedes echten und rechten Schnaps- und Krautjunkers werthvoll zu zeigen, daß der Sozialismus im wahren In höher, leuchten seine Augen heller. Ja, wenn man ganz teresse der ganzen Menschheit liegt? Der Mensch ist Deutschland, die ganze Welt in Hinterpommern hinein Dem Reichstag ist soeben eine Uebersicht über die nicht ganz und gar selbstsüchtig. Er hat auch Triebe, praktiziren oder mit hinterpommerscher Kultur beglücken Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften mitgetheilt welche auf das Wohl Anderer gerichtet sind, moralische könnte, wir schafften uns ein Paradies auf Erden; die worden. Triebe z. B. Gerechtigkeitsgefühl. Der ganze Mensch goldene Zeit" würde anbrechen. Die Unfallversicherung ist bekanntlich mit dem letzten wird folglich nur dann für eine Sache gewonnen So ungefähr zeigt sich der Gedankengang eines Voll- Quartal des Jahres 1885 in Kraft getreten. Der gegensein, wenn nicht bloß die auf das eigene Wohl- blutjunkers, wenn dieser trauliche Name an sein Ohr wärtige Bericht stellt somit den zweiten vollständigen ergehen zielenden Bestrebungen, sondern auch klingt, der ihn gemahnt an die traulichen Gefilde der Jahresbericht dar. die moralischen Triebe zu dieser Sache treiben. Heimath, an die biederen, arbeitsamen Menschen, welche Die landwirthschaftlichen Arbeiter waren im Jahre Aus diesem Bewußtsein heraus entsprang z. B. im Zeit noch nicht von dem vergiftenden Hauch der neuzeitlichen 1887 noch nicht versichert. alter der großen Revolution das Bestreben, die Forde- Gleichmacherei angesteckt sind und zu ihrem„ Herrn" in rungen des Bürgerthums als Forderungen der Moral zu stummer Ehrfurcht emporblicken. erweisen und aus diesem Bewußtsein heraus entspringt So ein Leben und Treiben auf einem hinterpommerhier der Versuch, nachzuweisen, daß die soziale Gleichheit schen Gutshofe bietet eine Fülle interessanten Stoffes für eine Forderung der Moral ist. den Kulturhistoriker unserer Zeit, der leider vielfach unbeDoch Engels sagt:„ Wenn wir für die hereinbrechende nußt bleibt. Versuchen wir es, ein naturgetreues Bild Umwälzung der heutigen Vertheilungsweise der Arbeits- von dem Kulturzustand eines solchen Gutshofes zu erzeugnisse sammt ihren schreienden Gegensäßen von Elend geben. Den nachstehenden Mittheilungen sind die betreffenden Zahlen des Jahres 1886 zur Vergleichung in Klammern beigefügt. Die Zahl der versicherten Personen betrug 3 861 560( 3 473 453). Dieselben vertheilten sich auf 62 Berufsgenossenschaften. Die für die Umlagen anrechnungsfähigen Löhne betrugen 2 389 349 536 Mt.( 2 228 338 865 Mk.). Die und Ueppigkeit, Hungersnoth und Schwelgerei, keine bessere Der Gutsherr ist so ziemlich unumschränkter Herrscher Lohnbeträge über 4 Mt. sind, wie wir bemerken, für den Sicherheit hätten, als das Bewußtsein, daß diese Ver- in seinem Gebiet, niemandem ist er Rechenschaft schuldig, Mehrbetrag nur mit einem Drittel anrechnungsfähig. Für theilungsweise ungerecht ist, und daß das Recht endlich niemanden fällt es ein, ihn zur Verantwortung zu ziehen. die Löhne der jugendlichen und nicht ausgebildeten Arbeiter doch einmal siegen muß, so wären wir übel dran und Es ist durchaus kein seltener Anblick, den gnädigen ist nach dem Gesetz der ortsübliche Tagelohn Erwachsener könnten lange warten. Die mittelalterlichen Mystiker, die Herrn" damit beschäftigt zu sehen, seine Arbeiter mit hoch- berechnet. vom nahenden tausendjährigen Reich träumten, hatten schon geschwungener Reitpeitsche anzutreiben und aufzumuntern. Die Zahl der neuen Unfälle, für welche im Jahre das Bewußtsein von der Ungerechtigkeit der Klassengegen- Die Leibeigenschaft in vollkommenster Form herrscht auch 1887 Entschädigungen bei Todesfall oder Krankheit sätze. An der Schwelle der neueren Geschichte, vor heute noch auf der Mehrzahl der hinterpommerschen Güter, über 13 Wochen festgestellt wurden, betrug 17 102( 10 540). 350 Jahren ruft Thomas Münzer es laut in die Welt troß ihrer formellen Aufhebung. Es ist sehr selten, daß Die Anzahl sämmtlicher im Jahre 1887 überhaupt zur hinaus. In der englischen, in der französischen bürger- ein Arbeiter einen Gutshof verläßt, um auf einem anderen Anmeldung gelangten Unfälle betrug 115 475( 100 159). lichen Revolution ertönt derselbe Ruf und verhallt." sein Brot zu suchen, die Mehrzahl derselben stirbt da, wo Für Unfälle mit der Folge einer dauernden, völligen Ja, er verhallte, er mußte verhallen, weil jene Zeiten sie geboren sind; der Sohn wird, was der Vater war Erwerbsunfähigkeit waren im Jahre 1887 in 3166( 1778) nicht reif waren, die moralische Forderung der Klassen- lein stumpfsinniger Tagelöhner auf der alten Scholle. Fällen, für Unfälle mit tödtlichem Ausgange in 3270 ( 2716) Fällen Entschädigungen festzuseßen. Die Zahl der von den im Jahre 1887 getödteten Personen hinterlassenen entschädigungsberechtigten Personen beträgt 2143( 1802) Wittwen, 4723( 3949 Kinder und 217( 184) Aszendenten, im Ganzen 7083( 5935). kosten betragen 725 619,66 Mt.( 277 247,60 Mt.). das Jahr 1888- gegenüber stehen. Der am Schlusse Bemerkenswerth ist die weitere Erhöhung der des Rechnungsjahres verbliebene Bestand beläuft sich für Verwaltungskosten. sämmtliche Berufsgenossenschaften auf 3 109 088,93 Mt., der Gesammtbetrag des Reservefonds auf 15 720 841,66 Mr. Briefkasten. Die noch nicht völlig zum Abschluß gelangten Kosten der ersten Einrichtung belaufen sich, einschließlich der AusAuffallend ist die Steigerung der Unfälle mit der gaben auf Grund übernommener Unfallversicherungsverträge Folge einer dauernden völligen Erwerbsunfähigkeit.(§ 100 des Unfallversicherungsgeseßes), bei sämmtlichen Die Entschädigungsbeträge des Jahres 1887 62 Berufsgenossenschaften für das Jahr 1887 auf umfassen natürlich auch diejenigen Personen, deren Renten- 225 673,92 Mt.( 590 133,24 Mt.). Bei Geldeinsendungen bitten wir immer hinzuzufügen, bezüge aus den Jahren 1885 und 1886 stammen und In den Reservefonds sind für das Jahr 1887 bis für welchen Monat der Betrag gift. Es erspart das gegenim Jahre 1887 weiter gelaufen sind. Hiernach stellten zum 15. August 1888 9935 438,94 mt.( 5401878,06 mt.) feitige Irrthümer und Schreibereien. Hannover. Wenn wir in einem Monat als Agitations= sich in den Berufsgenossenschaften die Entschädigungs- eingelegt worden, so daß im Ganzen 19 157 394,85 Mt. nummern 1000 Gremplare nachdrucken, so kostet uns das( Drud beträge auf 5 373 496,46 mt.( 1 711 699,98 m.)( 10 305 253,20 m.) an effektiven Ausgaben für die und Papier) etwas über 15 Mark. Gewinnen wir damit nur und die laufenden Verwaltungskosten auf 2 897 165,87 Mt. 62 Berufsgenossenschaften nachgewiesen sind, denen 40 neue Abonnenten, so find die Kosten bereits in einem Monat ( 2 324 294,32 Mt.). Die weiteren Ausgaben an Kosten 22 266 483,78 Mt.( 12 381 958,46 Mt.) an effektiven gedeckt; bleiben die Abonnenten, so find die ferneren Monats= der Unfalluntersuchungen und der Feststellung der Ent- Einnahmen die letzteren umfassen den von den meisten beiträge bereits Ueberschuß. W. J. Saalfeld. St. hat noch nichts bezahlt. Wir quittiren schädigungen, an Schiedsgerichts- und Unfallverhütungs- Berufsgenossenschaften mitumgelegten Betriebsfonds für deshalb für November. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager, empfiehlt E. Wilschke, Junkerstr. 1, Ecke d. Markgrafenstr. Roh- Tabak! Sumatra à 260 Pf., deckt mit 2 Pfd. Java reines Umblatt 85 11. 90 Pf. Domingo umblatt 90 Pf. Carmen umblatt 90 Bf Pf. sowie alle in- und ausländischen Sorten in billigster Preislage empfiehlt H. Herholz, Brunnenstrasse 145, Schürzen! Allen geehrten Freunden theile ich hierdurch mit, daß ich hierorts eine Schürzenfabrik errichtet habe. Ich empfehle: Kinderschürzen für jedes Alter, Schürzen für junge Mädchen, Schürzen für Damen, Wirthschaftsschürzen 2c. 2c. Waschächte Stoffe und gutes Sigen garantirt. Ich versende dieselben nach allen Orten Deutschlands, bei Entnahme im Betrage von 10 Mt. franco gegen Nachnahme. Bei Kinderschürzen genügt die Angabe des Alters. Preiskourante gratis und franko. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, jeden Besteller und Bestellerin zufrieden zu stellen, und bitte mein Unternehmen freundschaftlich zu unterſtüßen. Wittwe Max Kayser, Dresden, Neustadt, Louisenstr. 84. Allen Freunden u. Bekannten empfehle mein Weiss- und Bairisch- Bier- Lokal. Billard, 2 heizbare Kegelbahnen. Johann Gnadt, Brunnenstr. 38. Empfehle meine Glaserei, Spiegel- und Bildereinrahmung, Verkauf von Gruppenbildern, ferner Lassalle und Marg, in Delund Schwarzdruck. Ang. Bebel, Liebknecht und Kräcker, Cabinet- und Visites- Format. Neu: Lassalle und Hafenelever als Präsidenten des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Aufträge nach außerhalb werden prompt besorgt. K. Scholz, Wrangelstraße 32. Allen Männern der Arbeit empfehle mein W. Haugk, Anerkannt bestes Festgeschenk für unsere Kinder: Illustrirter Illustrirter deutscher Jugendschatz Deutscher Jugendschatz Eine Festgabe für Knaben, Jünglinge, Mädchen, Jungfrauen. 15 Bogen hochelegant gebunden M. 3. Preis 1 Mk. 50 Pf. sehr passend als Geschenk. Zu haben bei R. Kohlhardt, Brandenburgstr.56. Das vorliegende Buch dient lediglich der Aufklärung und hält sich fern von allem Cigarren u.Tabake bigotten und verdummenden Treiben, dem wir so oft in den deutschen Jugendschriften begegnen. Dass man gleichwohl allem Guten, Edeln und Schönen gerecht werden, dass man alle Saiten des menschlichen Herzens auch ohne solche Zuthat anschlagen könne der Inhalt des Buches vollgültigster Zeuge: Das hoffen wir getrost. dess ist Verlag von R. Thiele, Leipzig, Leplaystr. 12. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sowie durch die Expedition des„ Berliner Volksblatt", S. W., Zimmerstrasse 44. Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- u. Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Spezialität: Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. Fachverein der Tischler. Bereinigung der Drechsler Sonnabend, 15. Dezember, Abends 8% Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Die Gewerkschaftsbewegung in Amerika. Referent: Th. Glock e. 2. Bereinsangelegenheiten. 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Am ersten Weihnachtsfeiertag findet wie alljährlich das Weihnachtsfest " des Vereins in der Berliner Ressource" Kommandantenstraße 57, statt. Dasselbe beſteht aus Konzert, Theateraufführung und Ball. Für Kinder findet eine Ausloosung von Geschenken statt. Näheres besagen die Programms. Deutschlands. ( Ortsverwaltungen Berlins.) Der Arbeitsnachweis verbunden mit Verkehrslokal und Herberge befindet sich im Restaurant, Klosterstr. 98. Die Ausgabe der Adressen findet statt: an den Wochentagen von 812-92 Uhr und Sonntag Vormittag von 10-11 Uhr unentgeltlich für Mitglieder, desgl. für Nichtmitglieder der Vereinigung. Wir ersuchen um rege Benuzung des Arbeitsnachweises; gewissenhafte Leitung ist unsere Pflicht! Die Arbeitsvermittelungskommission. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Der Arbeitsnachweis befindet sich Klosterstraße 98 im Lokale des Herrn Petersohn( Firma Pettig). Die Arbeitszuweisung an Nichtvereins= ist unentgeltlich, auch mitglieder und geschieht an Wochentagen von 7-9 Uhr Abends, Sonntags von 10 bis 12 Uhr Vormittags. Am Weihnachts- Heiligabend und Sylvester findet die Arbeitszuweisung Nachmittags von Grosse Matinée veranstaltet vom Verein zur Wahrung Billets hierzu werden auf allen Zahlstellen, sowie bei folgenden Herren ausgegeben: Apelt, Sebastianstr. 27-28,( Möbelhandlung); Wiedemann, Forsterftr. 50, 3 Tr.; Schulz, Brizerstr. 42, 5-6 Uhr statt. Weiss- u. Bairisch- Bier- Lokal.; Glocke, Eiſenbahnstr. 32, 2 Tr.; Noad, Forsterstr. 57, v. 1 Tr.; Postel, Manteuffelstr. 22, 3 Tr.; Merkel, Mittenwalderstr. 13, Hof 4 Tr.; Witte, Möckernstraße 95, 3 Tr.; Millarg, Lehrterstraße 22, 2 Tr.; Bruns, Reichenbergerstr. 105, Die Besorgung der 1 Tr.; Bielstein, Gartenstr. 3a, 4 Tr.( bei ,, Berliner Volkstribüne", Biedermann); Haberland, Reichenbergerstr. 161, pünktlich ins Haus, habe ich im Auftrage der b. 2. Tr.; Engeler, Gitschinerſtr. 32, v. 2 Tr. bei Fr. Schmidt; Müller, Hollmannstr. 23, H. I. II.; Expedition für die Moabiter Gegend über- Hannemann, Kleine Andreasstr. 14, 3 Tr., bei nommen. Recht zahlreichen Bestellungen entgegen- Sachse; Markmann, Breslauerstr. 6, Hof 3 Tr. sehend. bei Stropp; Normann, Steinmeßstr. 75, H. 3 Tr. RAST 10 der Fillenhauer Weinstraße 22. Robert Hein, Birkenstr. 31, Sof part. Kranken- Unterstützungsbund Quittungsmarken& der Schneider. Kautschukstempel- Fabrik Donnerstag, den 27. Dezember( 3. Weihnachtstag) von Conrad Müller Schkeuditz- Leipzig empfiehlt sich allen Arbeitervereinen, Krankenkassen u. s. w. Ausführung fauber und schnell. Preislisten gratis und franko. Restaurant von F. Mitan. Wienerstrasse 31. vis à vis vom Görlitzer Bahnhof. Vollständig renovirt, vorzügliches Weißund Bairischbier, Speisen in bekannter Güte. Weihnachtsfeier in der Berliner Ressource 57. Kommandantenstr. 57. Gr. Instrumentalfonzert und Ball sowie für die Kleinen Weihnachtslotterie( Loos gratis). Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pfg. nach. Entree 30 Pf. Eröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Billets find vorher zu haben: Krausenstr. 11 im Bureau, Grenadierstr. 33 bei Seefeld, Annenstraße 9 bei Baum und in den mit Plakaten be= legten Handlungen. Um zahlreichen Besuch bittet höflichst Das Komitee. der materiellen Interessen der Steinträger und verwandten Berufsgenossen Berlins zum Besten der Weihnachtsbescheerung der Kinder hilfsbedürftiger Vereinsmitglieder. Sonntag, den 16. Dezember, Vorm. 11 Uhr int Kaufmann's Variété am Stadtbahnhof Aleranderplay, Königstraße bestehend in Vorstellung und Konzert. Freie Vereinigung der Schneider Berlins. Montag, 17. Dezember, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Gnadt, Brunnenstr. 38. Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Otto Thierbach:„ ,, Ueber 3weck und Ziele der gewerkschaftlichen Organisation." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Königsberg i. Pr. Abonnements für die ,, Berliner Volks: Tribüne übernimmt Frau Godau, Polnische Gasse 10. Verband deutscher Mechaniker und verw. Berufsgenossen. ( Zahlstelle Berlin.) Versammlung am Mittwoch, d. 19. Dezember, Abends 8½ Uhr, bei Lammers, Kommandantenstr. 71-72. Tagesordnung: 1. Vorlesung des Protokolls vom letzten Ver= bandstage, am 12., 13. und 14. August d. J. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Metallarbeiter Berlins! Montag, den 17. Dezember, Abends 8 Uhr, im großen Saale von Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Oeffentliche Versammlung sämmtl. Metallarbeiter Berlins. Tagesordnung: 1. Vorlage der von der Kommission ausge= arbeiteten Statuten des neu zu begründenden Metallarbeiter- Vereins für Berlin und Umgegend. 2. Aufnahme von Mitgliedern. 3. Wahl des Vorstandes. Der Einberufer. Vereinigung der deutschen Maler, Ladirer, Anstreicher und verw. Berufsgenossen. Filiale Berlin II.( W. u. SW.) Montag, d. 17. d. M., Abends 8 Uhr, Kurfürstenstr. 31. Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag von Kollege Schweizer. 2. Lohnstatistik. 3. Lokalfrage. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Bevollmächtigte. Unterstützungsverein der Maurer Berlins. Dienstag, den 18. Dezember, Abends 8 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Besprechung über das vom Magistrat an den Vorstand gerichtete Schreiben. 2. Soll§ 4 der Statuten im Winter aufrecht erhalten werden oder nicht. 3. Unterstüßungs- und Vereinsangelegenheiten. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Verein der Sattler und Fachgenossen. Sente, Sonnabend, 15. Dezember, Abds. 8½ Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten straße 77-79. Mitglieder Versammlung. = Tagesordnung: 1. Vortrag über Zweck und Ziele unseres Vereins. Referent Kollege Wirths. 2. Verschiedenes. 3. Fragetaften. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Zu der am 1. Weihnachtsfeiertag stattfinden den Abendunterhaltung, mit Bescheerung ver bunden, find Billets à 40 Pf. inkl. Tanz in der Versammlung zu haben. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. № 50. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribüne". Der Zufriedene. Von C. Derossi. Wie ist das Leben doch so fein; ' s ist Alles so, wie es muß sein. Wie fließen schön die Tage! Ich esse viel, ich trinke gut, Leg' mich zu Bett recht wohlgemuth Wer hat da Recht zur Klage? Man schreibt, die Stadt sei's Elends voll; Zum Kuckuck, find die Menschen toll? Es wird doch Brod gebacken! Man sollte jeden schlimmen Fant, Der solche Lügen bringt ins Land, Sogleich beim Kragen packen. Da las ich heut' in einem Blatt, Daß, weil die Kinder nicht recht sätt, Das Lernen schlecht will gehen. Ich meine, grad' bei vollem Leib Sie lernen schlechten Zeitvertreib, Ich kann an mir das sehen. Man schwaßt, es sei so ernst und rauh. Ich hab' mit meiner lieben Frau Beim Heerde Plaz genommen. Die Kohlen machen ihn schön heiß; Ein Dummrian, der das nicht weiß, Und wo sie zu bekommen. Man jammert über schlechte Zeit; Das thut man schon seit Ewigkeit. Ich habe nicht zu klagen, Die Miethe geht ganz pünktlich ein. Wer niemals will zufrieden sein, Den kann der Neid nur plagen. Ja, ich erkenn' es dankbar an. Gut hab' ich's, wie ich's wünschen kann. Nur eins will mich stets hindern: Das immer unzufried'ne Pack Mit seinem dummen Schnickeschnack Zum Glück soll sich's vermindern. Wenn unsre Polizei was mehr Und eifriger dahinter wär, Man baldigst Ruhe hätte. Dann tränke Jeder wohlgemuth, Das Essen schmeckte Allen gut, Man ging getrost zu Bette. ' s ist Alles doch so herrlich heut'! Ich kann die unzufriednen Leut' Nun einmal gar nicht leiden. Das Klagen stört mir den Genuß; Auch man stets darauf achten muß Aufregung zu vermeiden, Weil dieses die Verdauung stört. Derjenige ist nur bethört, Der Alles wünscht hiernieden. Wer immerdar zufrieden ist, Der ist zugleich ein guter Christ Und lebt in Ruh' und Frieden. Hunger. [ Nachdruck verboten.] Ein soziales Nachtstück von R. K. II. Blick zufällig auf das Fensterbrett. Himmel! Einige Münzen lagen dort... Erschrocken wich er zurück; Sonnabend, den 15. Dezember 1888. II. Jahrgang. Unsinn! dachte er. Ich habe ihr doch nie etwas gestohlen, Gesichts und durchlief wie ein elektrischer Schlag seinen fie kennt mich seit langem, warum sollte sie vor mir etwas Körper; die Augen in dem grauen, ausdruckslosen Gesichte verstecken? Vielleicht hat sie es gar aus Vergessenheit wurden glasig und stier, seine Gestalt schien zusammendort liegen lassen, oder ist es für den anderen Miether zuschrumpfen... Die Ruhe im Kabinete ihres Miethers bestimmt? Sie wird mir wohl eine solche That nicht fiel der Quartiersfrau nicht auf, kannte sie ja seine zutrauen, zudem werden ihr ja die Beweise fehlen; meine Gewohnheit, tagelang auf dem Sopha zu liegen. Als Noth ist kein Beweis. Wo steht es denn geschrieben, daß jedoch am nächsten Morgen wieder alles ruhig blieb, ein armer Teufel zugleich ein Dieb ist? Uebrigens will öffnete sie die Thür. Ein betäubender, fader, widerlich ich ja die paar Pfennige sobald als möglich zurückgeben. füßer Geruch benahm ihr den Athem. Entsetzt schrie fie Er machte sich mit dem Gedanken immer mehr ver- auf und rannte fort. Einige Minuten später füllte sich traut; mit der Sophistik der Verzweiflung überzeugte er das enge Gemach mit Personen. fich, daß er ein Recht dazu habe, sich vor dem Hunger- Der Arzt, ein untersetter, feister Herr mit goldgefaßter, tode zu retten; und wenn es dazu einer Aneignung fremden scharfer Brille konstatirte eine Vergiftung und betrachtete Eigenthums bedarf, so dürfe man eben auch davor nicht kopfschüttelnd den zum Skelett abgemagerten Körper, den zurückschrecken... der Hunger ausgehöhlt und ausgemergelt hatte. Faft beruhigt erhob er sich wieder und wankte hinaus; Der arme Jüngling war an einer Krankheit gestorben, aber er zitterte, als er die Hand darnach ausstreckte. Sollte die die Wissenschaft nicht mit ihrem wahren Namen zu er das ganze nehmen? Nein, das war gefährlich; einen bezeichnen wagt: am Elend. Theil konnte er abstreiten. Die alte Here wird doch nicht behaupten wollen, daß ihr Gedächtniß untrüglich sei? Das ganze Geld zu nehmen, war jedenfalls bedenklicher. Er feilschte mit sich selbst; endlich zählte er sorgfältig soviel von der Summe ab, als nöthig war, um sich ein bescheidenes Nachtmahl kaufen zu können. Er schlich sich hinab, kein Mensch im Hause hatte ihn gesehen. Es war ein abscheulicher, naßkalter Sonntag und daher jeder im warmen Zimmer. Zentralverbände oder örtliche Gewerkschaften?*) Offener Brief von Gustav Keßler. Mit doppeltem Schriftwechsel pflegt nach Rechtsgebrauch ein Streit hinlänglich beleuchtet zu sein. Der unparteiische Richter kann dann mindestens zu einem Zwischenurtheil Erst nach einigen Stunden kehrte er heim, betäubt schreiten, feststellen, was noch weiter aufzuklären ist. Bei von dem Dunst und Qualm der Schenke, in der er ab einer Zeitungsfehde kann leider solche Kürze nicht angesichtlich länger gesessen, um sich gut durchzuwärmen. Er wendet werden. Wir haben die Frage angeregt, wir gab sich keine Rechenschaft über das, was er gethan; feine müssen und werden sie weiter vertreten. nervöse, gereizte Stimmung war in das Gegentheil umgeschlagen: Apathische Gleichgültigkeit lullte ihn ein. Spät am andern Tage erwachte er; es war zwar im Zimmer noch dunkel, aber es ging doch schon gegen Mittag. Er merkte es an der lebhaften Bewegung im Hause. Mit schwerem Kopfe erhob er sich, der gestrige Ausgang hatte ihn mitgenommen. Die rauhe Winterluft, die ungewohnte Anstrengung, das fortwährende Grübeln und Brüten hatten das ewige Hungergefühl verstärkt; er fühlte sich schwach und unfähig zu denken. Die Nahrung, die er gestern hastig verschlungen, hatte den Magen ge= reizt... Er war so ausgehungert, daß er glaubte ungemessene Quantitäten verzehren zu können; er glaubte überhaupt nicht, daß ihn jemand befriedigen könnte eine unerfättliche Gier nagte in ihm! Und heute befand er sich genau auf dem Punkte, wo er gestern gestanden. Heute mußte die Entscheidung fallen! Er war entschlossen, seinem Dasein ein Ende zu bereiten; der Gedanke, der ihn schon lange verfolgt, heute wollte er ihn zur That machen! Da öffnete sich die Thür, seine Quartiersfrau trat ein. Sind Sie gestern nicht in der Küche gewesen?" Er starrte sie an wie ein Gespenst. " „ Ich habe auf dem Fensterbrett Geld liegen gelassen und jetzt fehlt ein Theil, achtzig Pfennige Ich weiß von nichts!" sagte er mürrisch. „ Das ist doch merkwürdig, es war ja sonst Niemand zu Hause..." ,, Muß ich es genommen haben?" brauste er auf. Sie sah ihn an mit ihren häßlichen Augen, durch •... Die Lehrsäße, die ich aufgestellt habe, lassen sich unter drei Gedankenreihen zusammenfassen: 1. Starke und brauchbare Zentralverbände wären die beste Form der gewerkschaftlichen Organisation. 2. Die Erfahrungen und die feststehenden Thatsachen haben gelehrt, daß starke und brauchbare Zentralverbände in Deutschland nicht möglich sind.- Be= gründung der Ursachen dieser Erscheinung. 3. Wenn man also starke und brauchbare Organisationen in gewerkschaftlicher Beziehung wünscht, muß man sie in anderer Art herzustellen suchen. Vorschlag einer solchen, schon mehrfach erprobten Form. Jeder Leser, der diese drei Säße ansieht, wird sofort einsehn, daß der mittlere derselben der Angelpunkt ist, die Klammer, die das ganze System hält. Gelingt es, diese Klammer zu lösen, dann, aber auch nur dann bin ich überwunden. Ueber den ersten Punkt ist kein Zwiespalt. Ueber den dritten Punkt kann man in Einzelheiten verschiedener Ansicht sein. Ich mache den Vorschlag auf Grund der guten Erfahrungen, die mit der von mir empfohlenen Form der Organisation schon gemacht sind, z. B. bei den Maurern und den Töpfern. Ueber die Einzelnheiten der Ausführung kann aber nach örtlichen, gewerklichen und sogar persön= lichen Verhältnissen erheblich abweichend beschlossen werden, das ändert das System nicht. Sowie man mir aber den zweiten Punkt durch eine Thatsache, die für die heutige Zeit und unser Land zutrifft und natürlich den Grundsäßen entspricht, welche unter uns, die wir uns um die Sache kümmern, Der Hungernde suchte gierig in der Küche. Doch nicht zweifelhaft sind dann fällt meine ganze Aus= waren seine Sinne wirklich schon so stumpf, hatte er die dringenden Blicks „ Ich habe ihnen mittheilen wollen, daß ich das führung. Sehkraft verloren oder war wirklich nichts vorhanden?... Mir ist eine ganze Reihe Gegner erwachsen, aber Er fand nichts, nicht ein Krümchen Brot; die argwöhnische, Kabinet bereits anderweitig vermiethet habe..." ſagte geizige Hauswirthin hatte alles sorgfältig versperrt und sie endlich nach einer Baufe, die ihm eine Ewigkeit dünkte; merkwürdigerweise, troßdem ich schon in meinem vorigen weggeräumt. Mit einem Fluche auf den Lippen wandte in zwei Tagen muß es geräumt sein. Und sie schlürfte offenen Briefe" den springenden Punkt der ganzen Schlußfolgerung bezeichnet habe, hier se ßt nicht er sich, um in sein Loch zurückzukriechen Da fiel sein hinaus. Er wollte aufspringen, ihr nach, aber er war wie einer ein. gelähmt. Herr A. Dietrich, der schon in meiner früheren Verfluchte Here!" knirschte er; er beruhigte sich. Auslassung genannt wurde, hat uns durch eine neue doch eine magische Gewalt, eine unwiderstehliche Macht Die Gefahr der Obdachlosigkeit konnte ihn nicht mehr aus Aeußerung erfreut. Er sucht in etwas eigenthümlicher Art zog ihn hin zum Fensterbrett Er folgte dem Drange, dem Gleichgewicht bringen; sie war nur geeignet, ihn in zu beweisen, daß ich selbst zugegeben habe, es gebe unwillkürlich, instinktiv... es waren wenige Pfennige, es waren wenige Pfennige, seinem Entschlusse zu bestärken. Ihn interessirte nichts aber sie reichten hin, sein Leben zu retten... Eine heiße Blutwelle stürmte zum Herzen, das hörbar klopfte Ich bin zu ungeschickt zum Diebe, fuhr es ihm durch in seinen Ohren rauschte und brauste es, er mußte sich an die Wand lehnen, um nicht niederzusinken. Sein sonst den Kopf; hätte ich das Ganze genommen, würde sie graues, erdfahles Gesicht war bleich wie Schnee, ein leises überhaupt vergessen haben, daß sie das Geld dort hinBeben ging durch seine Glieder... Es war ein entsetz- gelegt. Aber ist es nicht merkwürdig, daß sie gleich mich licher Kampf! Sollte er der Versuchung folgen? Sollte verdächtigt, weil ich arm bin? Ich hätte es ihr ja gestehen können, daß ich mir das Geld ausgeliehen... ach, was! er nachgeben dem verbrecherischen Triebe? Er drehte sich zur Wand. . . · mehr auf der Welt... Sein Herz gerieth in tobende Bewegung, jagte ihm das spärliche Blut durch die Adern, daß ihm die Schläfen War er nicht tausendmal elender als der elendste hämmerten.. Noch einen Moment und er war verloren! Proletarier der Handarbeit? Wie wär's, wenn er sich " Feigling"! zischte er grimmig durch die Zähne... diesen Vorkämpfern für eine neue Gesellschaftsordnung an Ich will mir's überlegen, solange werde ich es wohl schlösse? Und wäre es auch nur, um Rache zu nehmen .. noch aushalten? Hier könnte mich die Quartiersfrau über- an der Niedertracht? Ha, das wäre ein Hochgenuß! Rache! raschen"; und er begab sich in sein Loch zurück. Auf dem Sopha fizend, wälzte er den Gedanken hin ,, Ja, ich empöre mich!" schrie er und wollte sich erund her; er erwog alle Folgen, alle Umstände. Daß er heben; er sant kraftlos zurück. In seinem Hirne spürte einen Theil des Geldes, wenn nicht das ganze, nehmen er einen wahnsinnigen Schmerz; seine Brust arbeitete müsse, wollte er nicht heute noch verenden, war ihm klar... feuchend, sein Athem flog pfeifend und rasselnd aus der Er war bereits so weit! Kehle, der Puls war unregelmäßig, bald stürmisch, bald Sein Entschluß stand fest; aber warum hatte die stockend sonst so mißtrauische Alte das Geld dort liegen lassen? Wozu den Umweg durch das Irrenhaus oder Hospital? War das nicht etwa eine Falle? Wollte sie ihn auf die war sein leßter Gedanke, und mit dem Rest seiner Kräfte Probe stellen? taftete er nach einem Fläschchen, das er unterm Sopha Er war ihr die Miethe für mehrere Monate schuldig; versteckt hatte. Ohne zu zögern, trank er den Inhalt aus. vielleicht wollte sie ihn auf diese Weise losbringen? Ein Zucken ging durch die schlaffen Muskeln seines . ( bei uns natürlich, denn andere Länder hätten ja keine Bedeutung für uns) starke Zentralverbände, indem er sich wörtlich folgendermaßen äußert: ,, Weiter verwickelt sich Herr Keßler in riesige Widersprüche. Nachdem er zwei Absäße weiter oben schreibt,„ ich schreibe nicht gegen die Zweckmäßigkeit bestehender starker Zentralverbände", sagt er jetzt wieder, wenn mir das Vorhandensein eines Dinges nicht bewiesen wird, brauche ich an sein Bestehen nicht zu glauben." Also oben wird zugegeben, daß es starke Verbände giebt, und unten soll ich durch genaue Zahlenangaben" einen„ bedeutenden Verband" nachweisen. Das ist Herrn Dietrich ist hier das Unglück passirt einen Vordersaz ohne Nachsaz anzuführen. Der Saz heißt mit Weglassung einiger hier unwesentlicher Zwischenworte, wie jedermann in Nr. 47 noch leſen kann: " Ich schreibe nicht gegen die Zweckmäßigkeit bestehender starker Zentralverbände, sondern ich halte den Versuch, starke Zentralverbände herzustellen, für aussichtslos." Das ist doch wohl das gerade Gegentheil von dem Zugeben, daß starke Zentralverbände bestehn. Wo der Versuch, schon eine Sache herzustellen, als aussichtslos be= *) Um Mißverständnisse zu vermeiden, bemerken wir ausdrücklich, daß wir der obigen Frage ganz unparteiisch gegenüberstehen und wahrscheinlich bereits in nächster Nummer auch einer Stimme aus dem anderen Lager das Wort geben. Die Ned. der Berl. Volkstr." zeichnet wird, da giebt man doch das Bestehen der Sache nicht zu. Es heißt das doch: ich brauche gar nicht gegen starke Zentralverbände zu schreiben, sie sind eben unmöglich. Es steht sogar im Satz vorher noch ausdrücklicher: " Es ist für mich ganz gleichgültig, was nicht vorhandene starte Zentralverbände vielleicht leisten können, ich kann zugeben, daß sie das möglichst Schönste leisten können, die Thatsache bleibt stehen: sie sind nicht da!" Herr Dietrich wird wohl zugeben, daß er da mit dem ,, Widerspruch nachweisen" nicht gerade sehr vorsichtig gewesen ist. Es ist ihm noch auf einer anderen Stelle das Versehen passirt, einen Vordersaz ohne seinen Nachsaz anzuführen, womit er einen noch wunderbareren Erfolg erzielt hat. Ich weiß nicht, ob ich die Nothwendigkeit, einen Gedanken, den man anführt, vollständig zu geben, noch beweisen muß. welche vorhanden sind. haft geleiteten" Verband der Steinmeßen damals übersehen, dieser Sache, die sich auch schon in Vereinen und auch in so sind es alse in Wirklichkeit rund 30 Zentralisationen, die der Presse verlautbart haben. Drei Maurerkongresse haben zur Zeit in Deutschland bestehen und die man Herrn Keßler zeigen fann. Ja, find die aber auch alle brauchbar? wird meiner Ansicht gegen wüthende Gegenwehr der Gegner sich Herr Keßler fragen. Wir wissen nicht, wann Herr Keßler angeschlossen, viele Vereine haben im Sinne derselben BeWenn die„ N. T.- 3." meint, wenn einer Zentralisation die Zensur brauchbar" ertheilt, der schlüsse gefaßt. Verband der Steinmetzen muß sich dieselbe doch erworben 100 000(???) angebliche Mitglieder den Zentralverbänden haben, da er Keßler's Lob erfährt. Demnach steht die Frage so: Sind den Schneidern, Schuhmachern, Drechslern, angehören, müßte ich im Irrthum sein, so ist dieser BeTischlern, Zimmerern u. s. w. ihre Verbände das, was der weis doch selbst ein Irrthum; ich kann ihn umdrehn und Verband der Steinmeßen für diese ist? Wir glauben diese sagen, wenn bis heut nur solch eine Minderheit der in Frage mit Ja beantworten zu dürfer. Mit den Einrichtun- der Bewegung befindlichen Arbeiter diesen Zentralverbänden gen der Verbände anderer Gewerke sind wir nicht genau Wachsende Internationalität des Wirthschaftslebens. Daß das Obst jemals ein internationaler Handelsartikel werden könne, hat wohl vor einem Menschenalter noch niemand geglaubt. Heute exportiren aber einzelne Länder, z. B. die Vereinigten Staaten bereits große vertraut, glauben aber, daß sie denen tm Tischlerverband so angehört, dann müssen die Anhänger und Gründer der ziemlich ähnlich sein werden. Und bezüglich des letzteren Zentralverbände im Irrthum sein. Und das ist so. behaupten wir, daß er für die Tischler zum Mindesten das bedeutet, was den Steinmetzen der ihrige Verband bedeutet. Auch der Tischlerverband lebt mit den lokalen Organisationen des gleichen Berufs im schönsten Einvernehmen, wenn er auch darauf hinwirkt, daß dort, wo dem Verband keine Hindernisse im Wege stehen, die lokalen Vereine in den Verband aufgehen sollen, damit nicht durch doppeltes Vereinswesen Zersplitterung der Kräfte stattfindet." Wenn ich z. B. sage: Du mußt sofort sterben So schnell sind wir mit der Sache denn doch nicht wenn Du Blausäure trinkst! es ließe nun jemand den fertig. Ich habe nirgends gesagt, daß der SteinmeßNachsatz fort, und machte mir aus dem Vorderjazz den verband das ist, was man eine brauchbare Arbeiter- Mengen. Vorwurf, ich habe ihn mit sofortigem Tode bedroht, was organisation nennen kann, und darin bin ich mit der Wir lesen darüber in landwirthschaftlichen Fachwürden Sie von solch einem Manne sagen, Herr Dietrich? Leitung des Verbandes einig, daß dem nicht so ist. Diese blättern: Nicht wahr, Sie würden sagen: Das ist-! bedauert dieses selbst Der Verband wird musterhaft ge= Also zugegeben habe ich nicht, daß starke Zentral- leitet, lebt-- wie auch der Tischlerverband, was ich sehr Bis vor einigen 40 Jahren war der Obstbau in den wie auch der Tischlerverband, was ich sehr ganzen Vereinigten Staaten gröblich vernachlässigt, deckte verbände bestehen, ich habe es in der entschiedensten anerkenne, und auch anderswo schon hervorgehoben habe Art bestritten. Und vorgezeigt sind mir keine solche mit den örtlichen Fachvereinen in sehr gutem Einvernehmen, daran, Obst zu erportiren. Zum ersten Male machte ein knapp den eigenen, mäßigen Bedarf, und niemand dachte Zentralverbände, ich glaube also heut noch nicht, daß thut was er kann, um zu erstarken, aber erreicht leider eingewanderter Schotte im Jahre 1845 den Versuch und sehr wenig. Warum halten die Herren Gegner meiner Behauptung schickte von New- York 5 Tonnen mit Obst nach Glasgow. Dann kommt die„ N. T.- 3." auf eine Sache zu Der Erfolg befriedigte ihn und so entwickelte sich allmäh= denn so scheu und sorgfältig mit dem vollständigen Zahlen: sprechen, die von keiner anderen Seite angeführt ist und ich ein regelmäßiges Exportgeschäft in Obst, welches jedoch material zurück, das sie doch über ihre Verbände besißen? die doch das Einzige ist, was sich für die Zentral- erst nach 30 Jahren einen lebhaften Aufschwung bekam, Es wurden die Gewervereinler gründlich und mit verbände anführen läßt. Es ist wahr, daß Zentral- als die großen Weizenernten aus dem Innern der VerRecht von uns, von mir auch, verhöhnt, als sie mit ihren verbände, wenn sie an einem kleinen Orte Filialen ge- einigten Staaten jenen bekannten Preisdruck des Getreides 60 000 über ganz Deutschland zerstreuten Mannen prunken gründet haben, hier länger festen Fuß behalten als Fach hervorriefen und daher auf den Anbau von lohnenderen wollten. Es wurde ihnen bewiesen, das sei nichts, gar vereine, selbst wenn der ganze Verein wieder verfällt, Produkten hinwiesen. In den 4 Jahren von 1875-1878 nichts im Vergleich mit der Zahl der gewerkschaftlichen was ja oft genug vorkommt. Es bleibt meistens der wurden schon 312 Millionen Tonnen Obst ausgeführt. Arbeiter. Wie steht es mit unseren 30 Zentralverbänden, Filialvorstand als eine Art Stamm übrig. Auch Der Westen des Staates New- York galt früher als Doch, Herr A. Dietrich nennt uns einen starken mag, wo nur wenige Kollegen an einem Orte find, und die Kornkammer, und die daselbst gelegene Stadt Rochester ein Anschluß an die Fachvereine anderer Gewerke nicht gut hatte den Beinamen der Mühlenstadt, weil längs den Zentralverband. Er schreibt: „ Ich soll nun Herrn K. einen Verband nennen, der möglich ist, die Zugehörigkeit zu einem Zentralverband einen Ufern des Genesseeflusses eine große Mühle neben der start genug ist, einen wirksamen Lohukampf in einem größe- gewissen moralischen Halt bieten. andern die zuströmenden Getreidemassen verarbeitete und ren Orte zu führen. Wie naiv! Ich brauchte ja nur auf Da kommen wir auf ein Feld der persönlichen weithin verschickte. Der Preisdruck traf diese blühende die Buchdrucker hinzuweisen, die thatsächlich schon wirksame Anschauung, worüber man eigentlich gar nicht streiten Gegend ebenso hart, wie uns in Europa; der Getreidebau Lohnkämpfe geführt haben, doch ich halte mich gar nicht fann. Ich bin nämlich nicht geneigt, diesem Umstande hörte auf, lohnend zu sein, und die Landwirthe sahen sich Ich glaube, die Also die Buchdrucker, das ist es, was Herr ein sonderliches Gewicht beizulegen. gezwungen, etwas Neues und Besseres an die Stelle zu Dietrich von starken Zentralverbänden kennt. Wenn er Zentralverbands- Vertheidiger überschäßen diesen Vorzug. feßen. Nach reiflicher Prüfung entschlossen sie sich zum mehr kennen würde, hätte er sicher auch mehr genannt. Meiner persönlichen Erfahrung nach haben die schwachen Obstbau, und heute sind alle jene Weizenfelder verschwunIch will diese Anführung rein thatsächlich behandeln. Stämme, welche in zerstreuten Orten von solchen Zentral- ben. die wir besitzen? dazu verpflichtet." erbracht. Die Mühlen am Genessee haben ohne eine einzige mindern. Die trockenen Aepfel werden nämlich in Der Buchdruckerverband wurde gegründet, wenn ich verbänden noch eine Zeitlang zurückbleiben, keinen Werth, Ausnahme ihren Betrieb eingestellt und sind Fabriken 2c. nicht irre, im Jahre 1863. Jeder der die Vorgänge sie hindern aber häufig das Entstehen anderer Fachvereini- geworden. In zwölf der fruchtbarsten Grafschaften des unseres politischen Volkslebens kennt, weiß, wie himmel- gungen, die vielleicht träftiger werden könnten. Zuletzt ist westlichen New- York bildet seit 15 Jahren der Ertrag des weit die damaligen Zustände von den heutigen verschieden die Rücksicht auf solche kleinste Orte nicht maßgebend. Die Obstes, speziell der Aepfel, die Haupteinnahme des Far= sind. Besonders in Preußen begann die Verfolgung der gewerkschaftliche Bewegung kann sich nur auf die organi- mers. Beim letzten Zensus, der 1880 vorgenommen wurde, Arbeiterorganisationen und die Beschränkungen des Vereins- ationsfähigen größeren und mittleren Orte stüßen, lieferte der Staat New- York bereits für 38 Millionen rechtes erst in der Mitte oder gegen Ende der siebziger so lange es nicht gelingt, in den kleinen Orten gemischte Mark Obst, und beim nächsten Zensus von 1890 erwartet Jahre sich in ganzer Schärfe auszubilden. Es hatten sich Organisationen verschiedener Gewerbe zu schaffen. Es ist man eine Verdoppelung dieser Summe. damals mehrfach starke Verbände gebildet. Herr dies freilich oft recht schwierig, Zentralverbände taugen Der größte Theil dieser Aepfel wird in der Umaber gar nicht dazu. Tessendorf fegte sie weg. Der Buchdruckerverein hatte Ueber den Druck, der auf den Vereinen aller Art von 10 deutschen Meilen bereits 1500 Evaporatoren in gegend von Rochester gebaut, wo 1887 in einem Umkreise Zeit gehabt, stark zu werden unter den günstigen Verhältnissen und hatte bald die Arbeitersache ver- lastet, bin ich mit der„ N. T.- 3." vollkommen einig. Ich Thätigkeit waren. Diese Evaporatoren, zu deutsch Verleugnet, das rettete ihn, sonst wäre er da, wo der meine nur, daß den lokalen Gewerkschaften die Bewegung dampfer, find es, welche allein eine derartige Ausdehnung deutsche Maurer- und Steinhauerverband blieb, und wo unter dem Drucke leichter ist, als den Zentralverbänden des Obstbaues ermöglichen, weil sie die schlimmste Schattenviele andere Verbände hingingen und wo heut ein jeder und daß hierin gerade der Umstand liegt, weshalb die feite des Obstes, seine geringe Haltbarkeit, vollständig be= Verband unfehlbar hin gehen würde, wenn er wirklich letzteren nicht gedeihen. etwas mehr als. Spielerei, wenn er wirklich stark wäre. Sollte es sich übrigens bestätigen, daß das Reichs- seitigen und außerdem die Transportkosten erheblich verDas Beispiel schlägt nicht durch. Ein anderes ist nicht gerichtsurtheil im Berliner Maurerprozeß so lautet, wie Riften von je 50 englischen Pfund verpackt und kostet eine es gesagt wird, dann trifft es die Zentralisationen noch folche nach Liverpool 30 Gents oder 1,27 Mt. Fracht. angeführt. Der Beweis, daß heut in Deutschland starke schwerer als die freien Vereinigungen. Doch darüber ist wollte man die Aepfel, aus denen jene 50 Pfund bereitet Zentralverbände möglich sind, ist also nicht vorher nicht zu urtheilen. wurden, in frischem Zustande verschicken, so würde man Es bleibt feststehend, brauchbare Zentralisa- dagegen dafür 2,50 Dollars oder 10 Mt. 60 Pf. Fracht Ich wollte noch eine andere falsche Lesart des Herrn tionen bestehen nicht, und da man sich alle Mühe zahlen; in Büchsen eingemacht nahezu dasselbe, nämlich A. Dietrich feststellen. Die Sache ist einigermaßen komisch. giebt, solche zu schaffen, auch recht tüchtige Männer in der 2,10 Dollars oder 8,90 Mt. Die frischen Aepfél würden Herr Dietrich seift einen Kopf gehörig ein und wäscht ihn Regel bei der Arbeit sind, so muß wohl ein Grund vor auf der langen Reise zum Theile bestoßen und unanſehngründlich. Er glaubt mich unter den Händen zu haben. handen sein, der das Gedeihen verhindert. Diesen Grund lich werden, zum Theile faulen, die Büchsen fangen zuEr bearbeitet aber seine Freunde, auf deren Urtheil er finde ich in der mangelnden Beweglichkeit der Zentral- weilen zu gähren an; nur das trockene Obst verträgt die verbände, wo es sich um die Aufklärung handelt, da haben Tour ohne Nachtheil bei jeder Witterung. die örtlichen Organisationen einen großen Schritt voraus. Ich fand in einigen Fachblättern einen Artikel, der Außerdem ist es ganz sicher, daß ein Zentralverband, der Herbstes und Winters 1887 andauernd 30 000 Menschen. Die 1500 Evaporatoren beschäftigten während des auf mich mehr komisch wirkte. Es ruft da ein rabiater stark geworden ist, sich mit einem Schlage unterdrücken Ihre Produktion betrug etwa 30 Millionen getrockneter Zentralverbändler, der wild geworden ist, ungefähr so aus: läßt, während die zerstreuten Fachvereine, Lohnkommissionen, epfel zum Werthe von 81/2 Millionen Mark; der einzelne Eine über das ganze Land sich erstreckende, alle Kameraden Generalausschüsse nie recht unter ein Urtheil gefaßt Evaporator trocknet je nach der Größe 25-1000 Bushel in Deutschland umfassende Zentralisation ist die beste werden können und bis jetzt immer Mittel geblieben find, Aepfel täglich. Sie verarbeiteten 5 Millionen Bushel oder Organisation. die Organisation wieder zu ergänzen. Die Unterdrückung 250 Millionen Pfund frischer Aepfel, und entfernten aus Ich sage: jawohl, Kamerad, Du hast recht, zeige nur, eines Zentralverbandes schlägt alles mit einem Schlage denselben 200 000 Tons Wasser mit Hülfe von 15 000 Tons wo die Voraussetzung zutrifft. todt und macht in der Gewerkschaft für lange die Neu- Kohle. Im Jahre 1888 find bereits wieder 150 neue Herr Dietrich übersieht den Nachsay, in dem ich sage: bildung schwer, wie die Geschichte der Metallarbeiter Evaporatoren fertig gestellt, weil der Obstbau sich immer Mit dem Herrn Gegner, der von solchen falschen bewegung zeigt. mehr erweitert. Vorausse zungen ausgeht, brauche ich nicht zu Ich muß diesmal zum Schluß kommen, ich kann streiten", der darauf hinweist, die gegebene Erklärung manchen nebensächlicheren Einwurf nicht berühren, manches ganzen Erdenrund Abnehmer, doch sind Deutschland, Die trockene Waare findet überall auf dem einer ,, starken einer„ starten Organisation" wäre vom Gegner nicht so ausführlich behandeln als ich es gerne möchte. England, Belgien, Holland und Frankreich Hauptkäufer. aufgestellt. Er weist mir die Dummheit dieses Ausspruches Es wird sich im Laufe der Zeit dazu wohl noch Gelegenzu, da protestire ich, sonst unterschreibe ich jedes Wort, heit bieten. Ich muß jetzt strenge bei den Hauptsachen verstärkt, so treten die Menschen verschiedener Länder und So werden die internationalen Zusammenhänge überall welches er sagt. Wohl bekomme es seinen Freunden. bleiben. Deshalb lasse ich auch alle Angriffe gegen mich Erdtheile in immer engere Beziehungen, so find die NaWeiter hat Herr Dietrich nichts Neues zur Sache bei- als Person vollkommen unbeachtet. Nur möchte ich die tionen immer unlöslicher- durch Produktion und Absat gebracht, was näher zu besehen wäre. anderen Herren, die sich auch für Kenner der gewerk auf einander angewiesen.„ Nationale Wirthschaften" giebt mit Stolz hinweist. Auch eine recht beachtenswerthe Abhandlung als unsere schaftlichen Bewegung halten, darum um Entschuldi- es heute schon längst nicht mehr und trotz aller Schutzölle Gegnerin bringt die„ Neue Tischlerzeitung", die eine gung bitten, daß mich zwei Redaktionen so bezeichnet haben, werden sie mehr und mehr zerfallen und der höheren Form Entgegnung verdient. Freilich, Beweise dafür, daß es ich kann ja nicht dafür. der internationalen Wirthschaft immer mehr Platz machen. brauchbare Zentralverbände giebt, bietet sie auch keine. Daß die Organisationsfrage angeregt ist, Die Herren sind alle zahlenſcheu. Diese Zeitung sucht sich bedauere ich nicht. Daß die amtlichen Organe der Zentral- Sozialistengesetzliches aus Frankfurt a. M. so aus der Sache zu ziehen, daß sie meint: verbände anderer Ansicht sein würden, als ich, das war " Ja, in aller Welt, was will denn dann Herr Keßler? mir klar, als ich den ersten Buchstaben in der Sache Frankfurt a. M., 11. Dezember. Wozu der ganze Lärm mit seinen Lehrfäßen? Wir haben Die abenin unserem ersten Artikel über diesen Gegenstand 29 be- schrieb. Allein stehe ich mit meinen Ansichten keineswegs, teuerlichen Schilderungen in der jüngsten„ Denkschrift" stehende Zentralverbände aufgeführt, und da wir den„ muster- ich habe sehr tüchtige und erprobte Gesinnungsgenossen in und besonders der Theil über die angeblichen hiesigen Verhältnisse, haben wohl überall die höchste Verwunderung| Hand dieser könne man dann weiter arbeiten und, wenn die Ver- Zunahme der Großbetriebe; Vermehrung der elemenerregt und nur Etwas konnte man allenfalls daran aus- hältnisse geklärt sind, an die Gründung von Fachvereinen denken. taren und technischen Hilfskräfte; stets wachsendes Elend Wenn auch gewerkschaftliche Organisationen nicht im Stande seien, setzen, nämlich den Mangel paffender und packender Illu- große Erfolge nach außen zu erringen, so stehen sie doch dem Ar- der Kleinmeister und Arbeiter, daß ist die Signatur der Zeit. strationen, durch Vorführung bestimmter Fälle. beiter im Kampfe gegen die Uebermacht des Kapitals helfend zur Diesen Vangel hat man augenscheinlich an maß- Seite. Um wie viel größer aber werden die Erfolge der Arbeiter Dem Berichte des englischen Handelsamts entnehmen gebender Stelle ebenfalls empfunden und-o Glück! es sein, wenn die Arbeiterinnenbewegung sich der Arbeiterbewegung wir Folgendes:„ In den letzten 7 Jahren wurden im anschließt; denn beide gehören zusammen und nur gemeinsam ist ihm abgeholfen. Herr Minister Herrfurth kann mit fönnen sie den Sieg über die heutigen unwürdigen Zustände in den Vereinigten Königreich nicht weniger als 817 Personen Genugthuung den Angriffen auf seine Denkschrift entgegen- Arbeits- und Lohnverhältnissen davontragen.( Lebhafter Beifall.) beim Eisenbahnschienenlegen getödtet, das macht per sehen, denn es ist wieder eine geheime Verbindung Darum, Arbeiterinnen, so schloß Rednerinn, reicht Euch die Hand Jahr 117 Todesfälle. Die Zahl der mehr oder weniger entdeckt, und zwar eine solche, wie sie kaum merkwür- zum Bunde, der in aufopfernder Thätigkeit durch die Kraft aller Schwerverwundeten beläuft sich auf viele Tausende." die Noth der einzelnen besiegen wird! Wir werden stark sein, wenn diger gedacht werden kann. alle Arbeiterinnen vereint vorwärts gehen, von einem einzigen Ge- Mr. Channing, Mitglied des Parlamentes, konstatirte im Bisher war man immer von dem Grundsatz ausgedanken beseelt, der da ist: Hebung der geistigen und materiellen Unterhaus, daß man auf dem Gebiete des Signalwesens gangen, daß zu einer Verbindung mehrere Individuen, Interessen der Arbeiterinnen!"( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) alle möglichen Erfindungen gemacht habe, welche den An der darauf folgenden Diskussion betheiligten sich Frl: Schienenlegern beim Herannahen des Zuges die nöthige wenigstens drei Personen gehörten tres faciunt colJagert, Frau Gubela, Herr Delze und Herr Berndt. Bei legium; selbst zu einer chemischen Verbindung gehören den Worten des letteren:„ Durch die steigende Brotlosigkeit und Warnung geben. Alle erfundenen Vorrichtungen seien wenigstens zwei Elemente. In Frankfurt höre es und das Elend der Maffe zerstückelt sich das System von selbst, das der auch von Technikern als praktisch anerkannt, die Eisenbahnstaune, o Welt- hat man entdeckt, daß eine Person Arbeiter bekämpft", erklärte der überwachende Beamte die Versamm tompagnien hätten aber nur einige versucht, keine einzige eine Verbindung im Sinne der§§ 128, 129 des Str.- G.- lung auf Grund des§ 9 für aufgelöst. Unter brausenden Hochs jedoch eingeführt." Und warum nicht? Um den erund dem Gesange der Arbeitermarseillaise verließ die wohl 2000föpfige Menge den Saal. Der Gesang setzte sich auf der Straße fort. beuteten alljährlichen 31- Millionenprofit der vereinigten Eisenbahnaktionäre nicht in seinem Steigen zu hindern, viel weniger denselben noch zu schmälern. B. bilden kann! Schnikel. = Oberflächliche Menschen behaupten mit Ben Akiba, daß„ Alles schon einmal dagewesen" sei. Die oberflächlichen Leute haben recht; allerdings nur„ oberflächlich." Da naturgemäß Eines aus dem Anderen sich entwickelt, Das„ laissez faire, laissez aller" ist todt, ist auch immer eine gewisse Aehnlichkeit zwischen den ein- Durch zerlump te Kleider sieht man das kleinste die Zeit, wo Lassalle gegen den Nachtwächterstaat" zelnen Erscheinungen vorhanden. So wird auch aus der Laster; lange Röcke und Pelzmäntel verbergen Alles. protestirte, ist vorbei. Das Prinzip, daß den Staat die Zeit Metternichs seligen Angedenkens eine ähnliche Ge- Beschlagt die Sünde mit Gold, so wird die starke Lanze wirthschaftlichen Verhältnisse nicht kümmern, daß er in schichte erzählt, so sich in Wien zugetragen. Es war da- der Gerechtigkeit brechen, ohne verwunden zu können; den Kampf zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Ausselbst der„ große" Belagerungszustand verhängt. Alles kleidet sie in Qumpen, so ist ein Strohhalm hinreichend, nußern und Ausgenußten nicht einzugreifen habe, hat heute Zusammenrotten, Stehenbleiben u. s. w. auf Straßen und sie zu durchbohren. Plägen natürlich strenge untersagt. War da ein ehrsamer Bäcker oder Brauer, der einen selbst für Wien ungewöhnlichen Körperumfang aufzuweisen hatte, ermüdet von dem Transport seiner Leiblichkeit, einen Augenblick stehen ge= blieben um ,, a bissel zu verschnaufen" Ein biederer, aus Böhmen stammender, Polizist, dies bemerkend, stürzt auf ihn zu und schreit: I bitt' Ihna, gängens auseinander, Sie san an Auflauf!" ** * Das sind die Weisen, Jean Paul. Die durch Irrthum zur Wahrheit reisen. Die bei dem Irrthum verharren, Das sind die Narren. * * * F. Rückert. Dich beliebt zu sehen bei Allen, Gieb Dir keine Müh'! Wer den Thoren will gefallen, Wird ein Thor wie sie. A. F. E. Langbein. dem Bestreben nach Sozialreform" Plaß gemacht. Der Staat ist aber in den Händen derselben Klassen geblieben, welche ihn früher beherrschten, nämlich in den Händen der besitzenden Klassen. Sehen wir nach der Wiener ,, Gleichheit" zu, wie sich der moderne Staat als Sozialreformer" vortheilhaft auszeichnet vor dem alten Staat als Nachtwächter". Die Wiener Schriftsetzer glauben, bessere Lohnbedingungen erreichen zu können, fie treten in den Lohnkampf ein. Da liegt ein Kampf vor, Doch Scherz bei Seite! Wie war die neue Verbinder Schwachen gegen die Starken, der Arbeit gegen das dung in Frankfurt entdeckt? Höchst einfach. Ende vorigen Kapital. Der Sozialreformer ,, Staat" greift ein. Gewiß! Monats wurde dem Schneider Schäfer, der sich be= Und wie? Er macht den Versuch, den Lohnfond zu konkanntlich vor zwei Jahren in der Verzweiflung aus dem fisziren, er maßregelt die Streifenden und verbietet ihre Versammlungen. Fenster seiner Wohnung auf die Straße stürzte, als er Ein anderes Bild: Die maßlos wieder verhaftet werden sollte, von seinen Freunden ein bedrückten Arbeiter der Wienerberger Ziegelfabriks- GeGrabstein gewidmet. Natürlich erfuhr dies eine Anzahl Wir sollten nicht erstaunt sein, wenn nach dem sellschaft rühren sich, sie bringen ihre unerhörten Leiden Parteigenossen und Kollegen des Verstorbenen und be- schottischen Sprichwort:„ Ein fatter und ein hungriger vor die Deffentlichkeit. Der Sozialreformer Staat" ist suchten daher am Sonntag, den 24. November, den Mann können schlecht mit einander sprechen" die Logik des verpflichtet, einzugreifen in den Kampf dieser Hilflosesten Friedhof. Einige Kränze wurden niedergelegt und auch reichen Mannes, der die Rechte des Eigenthums ver- aller Hilflosen gegen eine mächtige Aktien- Gesellschaft. ein kleines rothes Läppchen am Denkstein befestigt. Dies theidigt, dem armen Mann, der seine Kinder nach Brod gab Veranlassung zu einer Untersuchung. Verschiedene schreien hört, durchaus nicht einleuchtend erscheint." bekannte Genossen und Arbeiter, die auf dem Friedhof bemerkt wurden, erhielten einfach eine polizeiliche Vorladung; bei einer weniger bekannten Persönlichkeit, einem Schneidergesellen, schöpfte man wahrscheinlich besonderen Verdacht. Derselbe war in jüngster Zeit in gewerkschaftlicher Beziehung sehr thätig, hatte im Oktober eine öffentliche Schneider* * * Macaulay. Politisches und Sozialpolitisches. Gewiß, der Gewerbe- Inspektor waltet ehrlich seines kläglich zugeftuzten Amtes. Aber Staatsanwalt und Polizei auch und zwar gegen die Arbeiter. Der einzige Bundesgenosse der armen Ziegelarbeiter: die Deffentlichkeit, wird ihnen nach Möglichkeit beschränkt. Der Staat, sei er Nachtwächter" oder„ Sozialreformer", ist eben eine Maschine, die ihre Arbeit im Dienste und im Interesse In Preußen sind 18 Fabrikinspektoren angestellt, aber Desjenigen verrichtet, der ihn beherrscht. Und heute sind versammlung einberufen und war Schriftführer im Orts- trotz der sehr ausgedehnten Bezirke, die ihnen unterſtellt das die besitzenden Klassen; an dieser Thatsache und verein des deutschen Schneider Verbandes." Er wurde sind, waren 1887 doch nur 5 Assistenten vorhanden, von ihren Folgen ändern die schönsten Phrasen Nichts. Sache am 29. November in der Werkstelle verhaftet. Bei der denen zwei dem Gewerberath für Düsseldorf zugetheilt der Arbeiter muß es darum sein, sich politische Macht Beschlagnahme seiner Gegenstände fand sich denn auch ein Trier- Aachen Verwendung finden. Diesen 23 preußischen find, während die anderen drei in Berlin, Arnsberg und zu erringen! geradezu vernichtendes Beweismaterial: Erstens SchreibBeamten stehen nicht weniger als 25 Beamte im KönigAlle Vorstände von freien Hilfskassen werden gebeten, zeug; man denke, bei einem Schriftführer! Graublaue reich Sachsen gegenüber; in den dortigen 7 Bezirken sind vorbereitungen zu treffen, damit in kürzester Frist ein Kongreß Hanf- Couverts, ferner Geldbeträge, in verschiedenen Sum7 Inspektoren, 14 Assistenten und 4 chemische Sachver der freien Kassen zusammentreten kann. men abgezählt. Höchst verdächtig, besonders am Ende Als Ort für den Kongreß ist Berlin in Aussicht genommen, des Monats und kurz vor Weihnachten! Sodann der ständige angestellt. Wenn nun auch zuzugeben ist, daß angefangene Entwurf zu einem Vortrag über Streiks und diese Beamten zugleich die Dampfkesselrevisionen mit vor- um Vertretern der verschiedenen Fraktionen des Reichstags, sowie zunehmen haben, die in Preußen anderweitig versehen Regierungsvertretern die Gelegenheit zu bieten, möglichst bequem Shlips!! Verbotene Schriften wurden, wie es scheint, nicht werden, so bleibt Sachsen doch immer noch bedeutend im den Sizungen des. Kongresses beiwohnen zu können. Sobald die Shlips!! Verbotene Schriften wurden, wie es scheint, nicht Vorsprung, wenn man bedenkt, daß die Aufsichtsbezirke Regierungsvorlage bekannt ist, wird weiteres bekannt gegeben. gefunden; aber die Hanfcouverts, die milliardenweise räumlich ziemlich klein sind, daß die Betriebe ziemlich eng - o Gipfel der Verschwörerei einen kleinen rothen Es ist nothwendig, daß sämmtliche Kassen sich schleunigst fabrizirt werden, können bekanntlich zu gar nichts Anderem zusammengedrängt liegen, so daß die Beamten keine so darüber schlüssig machen, ob sie den Kongreß beschicken wollen und gebraucht werden, als zur Versendung des Sozialdemokrat". Eine größere Anzahl seiner Bekannten, meistens großen Reifen zu machen haben wie die preußischen Be- daß sie im letzteren Falle die Wahl von Delegirten vornehmen, Schneider, find als Zeugen vernommen worden. Warten amten, die etwa 100 Tage durchschnittlich auf Reisen sind. damit keine Verzögerung eintritt, wenn der Kongreß für nothwendig Außer in Sachsen und Preußen sind nur noch in Würt- befunden wird. Die Beschickung des Kongresses müssen sich die wir die Hauptverhandlung ab. M. befindet sich nech in temberg, Baden; Bremen und Hamburg Hilfsbeamte an- Rassenvorstände schon deshalb angelegen sein lassen, um etwaigen Untersuchungshaft. Vorwürfen der Mitglieder vorzubeugen, welche möglicherweise dahin Der Gesangverein„ Amicitia" wurde an den beiden geftellt. gehen, nicht Alles gethan zu haben, um die Kassen vor Schaden zu bewahren. wollen, werden ersucht, der unterzeichneten Kommission sobald Diejenigen Kassen, welche eventuell den Kongreß beschicken als möglich davon Mittheilung zu machen. letten Sonntagen, als er bei Feierlichkeiten mitwirkte, mit Helene Campbell, die amerikanische Schrift= begeisternden Hochrufen empfangen. Der bescheidene Verstellerin, welche unermüdlich das Elend der weiblichen ein wird noch einen Weltruf, ähnlich dem Kölner Männer Arbeiter an das Tageslicht zieht, erklärt sich offen als Gesangverein" erlangen. Und das hat die Regierung mit Sozialistin. Sie schreibt:„ Das genossenschaftlich produihrer Denkschrift gethan! zirende Gemeinwesen muß kommen; nicht cher ist das Also nochmals: Alle auf dem Posten, wenn der Nuf an Euch Leben wirklich des Lebens werth und für diesen Tag follten Alle arbeiten." Sie hat sich durch genaue Studien ergeht!" Hamburg- Altona, 10. Dezember 1888. Bur Berliner Arbeiterinnenbewegung. in England überzeugt, daß keine Fabrikgeseßgebung im Die Kommission: G. Blume, Vorsitzender der Zentral- KrankenDie große, öffentliche, start besuchte Arbeiterinnen- Berſamm- Stande ist, den wüthenden Wettbewerb so zu zügeln, daß und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter( E.H.). Lung, die am Donnerstag voriger Woche in Nieft's Salon, Weber- nicht dabei den armen Arbeiterinnen das Lebensblut aus- C. Deisinger, Vorsitzender der Allgemeinen Kranken- und Sterbeſtraße 17, tagte, verfiel bei den Ausführungen des Tischlers Franz gepreßt wird, daß daher über die Arbeiterschutzgesetzgebung tasse der Metallarbeiter( E. H.). 2. J. Levinson, Vorsitzender Berndt der polizeilichen Auflösung. In das Bureau wurden ge- hinaus noch weitere Fortschritte in der oben bezeichneten der Allgemeinen Krankenkaffe zu Altona( E. H.). wählt: Frl. Jagert, Frau Leuschner und Frau Schulz. Frau E. Ihrer aus Belten erhielt hierauf das Wort zu einem Richtung geschehen müssen. vortrefflichen Referat über„ Der Stand der Arbeiterinnenbewegung". Wir können leider wegen Raummangels nur die Stellung der Frau Sämmtliche Zuschriften in dieser Angelegenheit sind zu richten Die von dem verflossenen Minister v. Butttamer den UnterstützungsUnterstützungsverein und Versicherungsgesellschaft. vereinen gegenüber zur Geltung gebrachte Auffassung, daß dieselben als Versicherungsgesellschaften anzusehen und als solche der staat= lichen Aufsicht unterliegen, ist neuerdings auch vom OberverwaltungsBerliner Buchbinder- Fachverein gegenüber, heben wir folgende gericht als unrichtig bezeichnet worden. Aus der Begründung, dem Stelle hervor:" Die Großen fressen die Kleinen auf; diese an 2. J. Levinson, Altona, Blumenstraße 5 a. Shrer zur praktischen Organisationsfrage wiedergeben: Das Thatsache tritt uns überall entgegen, wo eine Statistik richtigste Mittel zur Abhilfe so mancher Schäden wäre an sich über die Entwickelung der gewerblichen Betriebe vorhanden die Gründung von Fachbereiuen. Doch augenblicklich wären dieselben auch noch verfrüht. Erst müßten Vorarbeiten gemacht ist und deshalb ein Ueberblick über diese Entwickelung werden, und dann sei auch zu bedenken, daß Fachvereine für Frauen ermöglicht wird. Im Jahrbuch für bremische Statistik nur auf Grund des§ 152 der R.-G.-D. aufgebaut werden können. heißt es: Die Fachvereine der Männer find politisch, doch Frauen und Unmündige haben kein politisches Recht.( Lebhafter Beifall). Es könnten also nur gewerkschaftliche Fragen erörtert werden, Debatten über volkswirthschaftliche, z. B. über die Alters- und Invalidenbersicherung, feien nicht gestattet. Ein allgemeiner ArbeiterinnenVerein, wie der, welcher bestanden habe, und der, welcher jezt ge= gründet worden ist, sei nicht im Stande, die vielseitige Arbeit der verschiedenen Branchen zu bewältigen. Richtig dagegen sei es, dort zuerst Abhilfe zu schaffen, wo der Schuh am meisten drückt; das Wichtigste seien 2ohnkommissionen für die einzelnen Gewerbe. Es sollten für jedes Gewerbe öffentliche Versammlungen einberufen und die Lage desselben eingehend besprochen werden. Aufgabe der Kommissionen würde es sein, Lohustatistiken aufzustellen; an der Die Zahl der industriellen Betriebe ist von 1875 bis 1885 von 8477 auf 7844 zurückgegangen, worin sich nur die allgemeine Erscheinung der Ueberflügelung der Kleinbetriebe durch die Großbetriebe ausspricht... Stark angewachsen sind auch die Umtriebsmaschinen und ihre Pferdestärken. 1875 besaßen wir 152 Dampfkessel mit 2596 Pferdestärken, 1885: 176 mit 3876 Pferdestärken. Die Anzahl der Gasmotoren ist von 5 auf 47, die Pferdestärken sind von 23/4 auf 110 gestiegen. „ Es ist dem klagenden Fachverein darin beizutreten, daß weder der Unterstüßungsverband, noch der Fachverein selbst als Versicherungsanstalten im Sinne des Gesetzes vom 17. Mai 1853 anzusehen sind. Der Begriff der Versicherung, sowohl der Sachen-, als der Personen- Versicherung, ist dadurch bedingt, daß für den Fall des Eintritts eines schädigenden Ereignisses eine Leistungspflicht übernommen wird. Dies trifft weder bei dem Unterstützungsverbande, noch bei dem Fachvereine zu. Ersterer hat aus seinem Statut die Bestimmung, welche unter den Mitteln zur Erreichung| demnächst in London in Separatdruck mit Zufäßen und einem findenden Matinee, deren Ertrag der Vereinskaffe zu Gute kommt, des Vereinszwedes" die Gewährung eines Reisegeschenks offenen Brief Burrow's an den Erzbischof von Ganterbury er- find Billets a 30 Pf. vorläufig bei Herrn Zachau, Bergstr. 59, 3 Tr.; J. Kabel, Invalidenstr. 22, Hof 1 Tr.; Kemniz, Bernauerund wenn möglich. Gewährung einer Arbeitslosen- Unter- scheinen. straße 50; Marten, Liesenstr. 4, Hof 4 Tr.; sowie in den mit stüßung für verheirathete Mitglieder" aufführte, entfernt; Friedrichshagen bei Berlin. Am Sonntag, den 9. d. Plakaten belegten Geschäften zu haben. von einem Rechtsanspruche der Mitglieder auf diese, Eine öffentliche Versammlung der Dachdecker Leistungen kann daher überhaupt nicht die Rede sein. Zwar Mts., fand im„ Gesellschaftshause" eine gut besuchte öffentliche Verbezeichnet auch das gegenwärtige Statut als Mittel zur Er- sammlung statt, in welcher an Stelle des durch Krankheit ver- Berlins und der Umgegend fand am Sonntag, den 25. November reichung des Vereinszwecks„ Unterstützung solcher Mitglieder, hinderten Herrn Schippel, der Buchdrucker Herr Werner unter in Stellers kleinem Saal, Andreasstr. 21, statt. In das Bureau welche für ihre Thätigkeit für den Verband besagter Bereine lebhaftem Beifall über das Alters- und Invalidenver- wurde Herr bold als 1. Vorsitzender, Herr Radwig als 2. Voroder in Folge getroffener Maßnahme durch denselben arbeits- sicherungsgesetz" sprach. Nach angeregter Diskussion wurde von figender, Herr Thiele als Schriftführer gewählt. Auf der Tageslos werden", allein abgesehen von der sehr zweifelhaften der Versammlung die folgende Resolution des Herrn D. Schmidt ordnung stand Vortrag des Herrn Thierbach über Fachvereine Frage, ob die Zusicherung einer Schadloshaltung unter den einstimmig angenommen:„ Die Versammlung erklärt sich mit dem und Inmungen. Redner führte an, wie die Arbeiterorganisationen Begriff der Versicherung zu bringen ist, ergiebt sich aus§ 32 Referenten voll und ganz einverstanden und verwirft hiermit den schon früher bestanden haben und daß im 15. Jahrhundert schon des Statuts, daß es sich auch in diesen Fällen nicht um ganzen Gesezentwurf aus folgenden Gründen: 1) weil das Alter Streiks stattgefunden haben. Es ftreiften 3. B. im 15. Jahrhundert einen Rechtsanspruch des Mitgliedes auf Schadenersatz, von 70 Jahren nur von einer kaum nennenswerthen Zahl von Ar- die Schneider in Wesel 10 Jahre bis die Innungen in eine sondern lediglich um eine nach dem Ermessen des beitern erreicht wird, 2) weil von der festgesetzten Altersrente nicht Strafe genommen wurden und der Streik dadurch beendet war, aber Verbandsvorstandes zu gewährende oder nicht zu gewährende einmal ein Kind an der Muttersbruſt, viel weniger ein erwachsener zu Gunsten der Arbeiter. Redner empfahl zum Schluß, die Arund im ersteren Fall ihrer Höhe nach zu bestimmende Unter- Mann ernährt werden kann, 3) weil die Quittungsbücher nur zur beiterblätter zu lesen, wie Volkstribüne und Volksblatt. Nur diese Controle der Arbeiter von den Arbeitgebern benügt werden würden". könnten den Arbeitern Aufklärung verschaffen. Zur Diskussion stüßung handelt. Unter lebhaften Hochs auf die Arbeiterpartei wurde die Ver- sprach Herr Rackwiß noch über Streifangelegenheiten. hätten schon ganz früher stattgefunden, nach der Biblischen Gefammlung hierauf geschlossen. Als Delegirte zum Tischler- Kongreß find in allgemeiner schichte war der Thurmbau zu Babel auch nur ein ganz gewöhnTischlerversammlung in Berlin gewählt worden: die Herren licher Streit, da sich die Arbeiter nicht mehr nach Belieben wollten Glocke, Wiedemann und Apelt. Zur Deckung der Kosten ausnußen lassen. Es sprachen noch mehrere Redner im Sinne des nimmt die gewählte aus 5 Mann bestehende Kommiffion freiwillige Referenten. Beiträge entgegen. Aufgelöst wurde die Versammlung der Berliner Mit dem Plan der Errichtung einer Genossenschafts- Kernmacher, welche am Sonntag im Lokale des Herrn Gnadt, bäckerei seitens der Berliner Bäckergesellen beschäftigte sich am Brunnenſtr. 38, stattfand. Dienstag auch der Lokalverband der Bäckergesellen im Seefeld'schen Fachverein der Buchbinder und verwandten Lokal. Herr Pfeiffer bezeichnete das Unternehmen trotz des ab- Berufsgenossen. Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, lehnenden Beschlusses der letzten Volksversammlung als gesichert. Vereinsversammlung im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16. Am Sonntag soll eine Versammlung der bisherigen Zeichner behufs Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wille über„ Was heißt näherer Prüfung der Genossenschafts- Sabunger stattfinden, worauf Freiheit"? 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. sich die Genossenschaft nach Neujahr zu bilden gedenkt. Aufnahme neuer Mitglieder. Ebenso ist es völlig zweifellos, daß auch aus§ 2 des Statuts des Fachvereins, welches von einer Unterſtüßung in allen vorkommenden Fällen des Berufs redet, irgend welche Rechtsansprüche für die Mitglieder nicht herzuleiten sind." Gelder für die gemaßregelten Sommerfeld'schen Arbeiter nehmen in Empfang: die Kollegen Otto Klein, RitterStraße 15 part.; Ernst Fahrenwald, Dieffenbachstr. 72; Paul Mert, Laufiberstr. 32; Gottfried Schulz, Adalbertstr. 94, uod Reckner, Birkenstr. 76. Nutzen der Gewerkschaften. Das Arbeitsbureau des Staates New- York berichtete neuerdings, daß 1311 Fabrikanten, die heute 60 pCt. höhere Löhne, als vor 5 Jahren zahlen, dazu durch die Organisation der Arbeiter genöthigt wurden; nur 6 Fabrikanten schreiben die Erhöhung der Löhne auf Rechnung des hohen Schutzzolles. Polizeilich verboten wurde die öffentliche Frauenversammlung, welche von dem neuen Arbeiterinnenverein zum Dienstag Abend nach dem Königstadt- Kasino( Holzmarkt- und Alexanderstraßen- Ecke) einberufen war. zu können. Aus dem Reichstage. Die Vereinigung der Drechsler Deutschlands will ihre erste ordentliche Generalversammlung vom 27. bis Die Berathung des Gesezentwurfes zur Alters- und 30. Dezember d. J. in Magdeburg abhalten. Die Tagesordnung Invalidenversicherung nahm drei Sigurgen Donnerstag, lautet: 1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes. 2. Durchberathung Freitag und Montag- in Anspruch, ohne wesentlich Neues bieten des Statuts. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Wahl des Ausschusses und des Sizes desselben. 5. Berichte der Delegirten über die Lage des Gewerbes in den von ihnen vertretenen Orten. 6. Diskussion über eine Zentrallohnkommission, resp. über einen zentralen Streitfonds. 7. Besprechung über eine zentrale statistische Kommission, eventuell Wahl derselben. 8. Die Gewerkschaftsbewegung und die Jnnung. 9. Unsere Fachzeitung. 10. Die Drechslerfrankenkasse. Der Vorstand bemerkt in seiner Einladung noch weiter: Delegirte aus Städten, in denen keine Zahlstelle beſteht, welche den Verhandlungen der Generalversammlung beiwohnen wollen, sind herzlichst willkommen. Doch machen wir darauf aufmerksam, daß es unter den heutigen Verhältnissen empfehlenswerth ist, dieselben in einer öffentlichen Versammlung und nicht in werth ist, dieselben in einer öffentlichen Versammlung und nicht in einer Vereinsversammlung zu wählen. Ferner weisen wir darauf hin, daß jeder Delegirte mit einem Mandat versehen sein muß. Sozialistengesetzliches. Im Elberfelder„ Geheimbunds" Prozeß, der gegen weit über hundert Angeklagte geführt werden wird, find vom April bis Juni d. J. 1095 Tage Untersuchungshaft verbüßt worden. Die Summe der( nicht verzinsten) Kautionen beträgt 10 000 Mark. Dazu kommen die zeitraubenden Vernehmungen und Haussuchungen. Im Freiburger Sozialistenprozeß betrug für die Angeklagten: die Untersuchungshaft 130(!) Wochen 5 Tage, bie zuerkannte Strafe 222 Monate, wovon 17 Monate als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet wurden. Streits Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsa verwaltung„ Berlin III"( für den Ost- und Nordbezirk Berlins.) Versammlung am Montag, den 17. d. M., in Saeger's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Diskussion über die Tages= ordnung der vom 27.- 30. d. M. stattfindenden Generalversammlung in Magdeburg. 2. Antrag des Kollegen Ranzius, die am 3. d. M. vollzogene Delegirtenwahl der Ortsverwaltung Berlin III" für ungültig zu erklären und die Neuwahl eines Delegirten vorzunehmen. 3. Bericht über die eingelaufenen Fragebogen. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist pünktliches Erscheinen sämmtlicher Mitglieder unbedingt nothwendig. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasserund Dampf- Armaturen. Sonnabend, den 15. d. M., Abends 81/2 Uhr, Mitgliederversammlung bei Heidrich, Beuthstr. 22, L. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Pirch über„ Gewerbe= Schiedsgerichte". 2. Wahl eines Beisizers. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste durch Mitglieder eingeführt haben Zutritt. Quittungsbuch legitimirt. Kernmacher Berlins und Umgegend. Große öffentliche Versammlung am Sonntag, den 16. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Lokale Brunnenstr. 38. Tagesordnung: 1. Vorlegung der von der Kommission ausgearbeiteten Statuten. 2. Mitglieder- Aufnahme. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Der„ Minister für Sozialpolitik", Herr v. Bötticher, eröffnete den Reigen durch eine gedrängte Wiedergabe der umfangreichen Motive, welche dem Regierungsentwurf beigegeben sind. Herr Grillenberger erwiderte in 2/2 stündiger Rede, alle Einwände, welche vom Standpunkte der Arbeiter aus zu machen sind, berührend. Sonst betheiligten sich noch an der Debatte: von den Freifinnigen die Herren Schrader und Rickert, vom Zentrum die Herren Hiße und Spähn, von den Nationalliberalen die Abg. Buhl und Dechelhäuser, von den Konservativen milderer und schlimmster Fachverein für Schlosser und Berufsgenossen. Art die Herren Leuschner, Lohren und v. Helldorf, von den Elsässern Am Montag, den 17. d. M., findet in Feuerstein's Tunnel, Alte Herr Grad mit der profitablen Fabrikantenhumanität, von den Polen Jakobstr. 75, eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Herr v. Komierowski, vom Bundesrath Freih. v. Marschall. Das diesjährige Weihnachts- Vergnügen, bestehend in Theater, Die Meinungsverschiedenheiten bezogen sich weniger auf den komischen Aufführungen, Weihnachtsbescheerung und Ball, findet am Grundgedanken der Zwangsversicherung, den alle Parteien aner- 29. d. M. im Schweizer- Garten am Friedrichshain statt. Starten fannten, wie auf politische und technische Details. Den ultra- à 30 Pf. find bei allen Vorstandsmitgliedern, sowie beim Festmontanen und partikularistischen Vertretern behagt der Reichs- komitee zu haben. zuschuß nicht, wie denn derartige Rücksichten zweifellos im BundesFachverein der Former und verw. Berufsgenossen. rath gegen die gemeinsame Neichsanstalt und für territoriale Ver- Sonntag, den 17. d. M., Vormittags 10 Uhr, Versammlung in ficherungsanstalten entschieden. Herr Dechelhäuser war für Berufs- Heydrich's Lokal, Beuthstr. 20. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl. genossenschaften, ebenso Herr Hize, während der Abg. Buhl und 2. Arbeitsnachweis. 3. Bibliothek. 4. Verschiedenes und Frage= ebenso Grillenberger den Anschluß an die Krankenkassen empfahlen. taſten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Vorstand. Die Rentensäge wurden von den verschiedensten Seiten als ganz unzureichend anerkannt. Durchaus streitig ist die Frage geblieben, ob das Umlageverfahren oder das Prämiendeckungsverfahren eingeführt werden solle. Zu ersterem neigt man vielfach in der Industrie, noch mehr in der Landwirthschaft. Am pathetischsten in der Betheuerung, daß das Quittungs--Fachverein der Steindrucker und Lithographen buch ein ganz harmloses und auch für die Arbeiter ein sehr nüß- Berlins. Versammlung am Donnerstag, den 20. d. M., in liches Ding sei, war der nationalliberale Vizepräsident, Groß- Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: Mit vollständiger Freisprechung endete der Prozeß, der grundbefizer, Großhändler und Großspekulant Buhl. Wohlan, 1. Vortrag des Kollegen A. Schulz über Humanität“. 2. Abam Dienstag wegen Vertheilung von Flugblättern zur Berliner während Herr Buhl mit allem Pathos seiner patriotischen Mannes- rechnung vom Herrenabend. 3. Abrechnung vom Winterfest. Stadtverordnetenwahl stattfand und zwar gegen folgende seele im Reichstage aussprach, daß das Quittungsbuch niemals, ja 4. Antrag betr. Weihnachtsunterstützung arbeitsloser Mitglieder. Herren: Töpfer Leo Profos, Posamentier Rudolf Klau, Arbeiter niemals zur Schikanirung der Arbeiter benutzt werden solle und 5. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitwas ja obendrein mit Strafen bedroht sei veröffent- glieder werden aufgenommen. Gleichzeitig wird ersucht, daß alle Otto Rennthaler, Tischler Hermann Apfelgrün, Tischler Albert Fricke, Buchbinder Otto Galle, Tischler Friedrich Giedow, Weber lichte die Deutsche Arbeiterzeitung", zu deren Leitern Herr Mitglieder, welche nachweislich mindestens 4 Wochen vor WeihHermann Mähler und Mechaniker Friedrich Schrader. Selbst der Buhl gehört, einen Artikel, in welchem das Arbeitsbuch gelobt nachten arbeitslos, bis Ende September die Beiträge bezahlt und 1 Jahr Mitglied des Vereins find, bis zum Donnerstag, den 20. d. M., Staatsanwalt erklärte: Eine Verbreitung in geschlossenen Kouihre Adressen an den Vorsißenden H. D. Sillier, Strautsstr. 26a, verts verbiete das Sozialistengesetz nicht und demnach müsse er oder in der Versammlung einreichen. Freisprechung beantragen. Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Reiche Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhschloß sich diesen Ausführungen an und stellte außerdem den Anmacher und verwandten Berufsgenossen Berlins. Montrag, den Angeklagten die Kosten des Prozesses zu ersetzen, weil die tag, den 17. d. M., Abends 82 Uhr, Versammlung in Gratweil's Anklage erhoben worden sei, obgleich die polizeiliche Vernehmung Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: Vortrag schon den vorliegenden Thatbestand ergeben habe. Nach längerer Am Dienstag wurde der schweizerische Handelsvertrag, ohne Kollegen N. Baginsti über„ Volkswirthschaftliche Theorien". Berathung erkannte der Gerichtshof unter dem Vorsitz des LandAllgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallgerichtsdirektors Martius auf Freisprechung sämmtlicher Angeklagten. Verweisung an eine Kommiſſion, angenommen. In der Mittwochsfizung beschäftigte sich der Reichstag mit den arbeiter( E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 5. Sonnabend, Auch wurde beschlossen, den Angeklagten, außer Galle, die Kosten des Prozesses zurückzuerstatten.- Ebenso find bekanntlich schon zünftlerischen Anträgen auf Einführung des Befähigungs- den 15. d. M., Abends 9 Uhr, Mitgliederversammlung bei Ackermann, früher der Tischler Karl Meyer, der Lederarbeiter Johann Otto nachweises für Handwerker. Außer den Mitantragstellern Megner Lothringerstr. 81. Tagesordnung: Kassenbericht. Verschiedenes. ( Zentrum) und Ackermann erklärt sich kein Redner für die Anträge; und der Weber Karl Baudisch freigesprochen worden. die Abgg. Duvigneau( natl.), Schmidt( freis.) und Lohren( Reichsp.) erklären sich sämmtlich dagegen. Namens der Sozialdemokraten sprach der Abg. Frohme gegen die Vorschläge. Eine Verweisung an eine Kommiſſion wurde nicht beliebt, es wird daher die zweite Berathung im Plenum stattfinden. Die große öffentliche Formerversammlung, welche am Sonntag, den 9. d. M. in Faustmann's Salon, Invalidenstr. 144 tagen sollte, wurde von vornherein polizeilich verboten. Die Tagesordnung war: Das bisherige Resultat der eingesandten Stettiner Arbeit und die allgemeine Stellung der Berliner Former dazu. Ein Referent war nicht angegeben. Es ist Beschwerde eingereicht. könne ward, ,, weil dann die Polizei leichter und sicher er ihre Leute kontroliren tann" und weil der gute und vernünftige Arbeiter dann leichter bessere Arbeit bekommen wird." Herr Buhl ist also von seinem eigenen Organ Lügen gestraft worden. Die Donnerstagsfizung( Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften) bot nichts Bemerkenswerthes. Heute, Freitag, gelangt der Windthorst'sche Antrag zur Verhandlung, bei welchem Aufklärungen über die Absichten der Regierung in Ostafrika in Aussicht stehen. Vereine und Versammlungen. Literarisches. Theodor Schwars. Das alte Lübeck. Bilder aus der Stultur und Geschichte Lübecks. Hamburg, Johannes Wedde. 1888. Preis 4 Mart. Ein sehr tüchtiges Buch, das sich von der gewöhn= lichen oberflächlichen Geschichtsschreibung fernhält und wohl geeignet ist, den vornehmsten Siz alter deutscher Bürgerfreiheit dem größeren Publikum nahe zu bringen. Soeben ist erschienen das 9. und 10. Heft von der Französischen Revolution". Boltsthümliche Darstellung der Ereignisse und Zustände in Frankreich von 1789-1804. Von Wilhelm Blos. Mit vielen Porträts und historischen Bildern. ( Stuttgart, Dieß.) Zu beziehen durch alle Spediteure, pro Heft " Briefkasten. Die Weihnachts- Predigt des„ Bischofs von London," welche vor Sturzem die Runde durch die Arbeiterzeitungen des ganzen Erdballs machte und die auch wir in unsrer Nr. 40 brachten, hat, wie sich jetzt herausstellt, den Londoner Sozialisten Burrows zum Verfasser. Der Londoner" Star" bringt folgende interressante Die freie Vereinigung der Maurer und Fachgenoffen 20 Pfennig. Mittheilung bezüglich dieser Rede: Als Mr. Herbert Burrows Berlins wählte am 3. Dezember ihren Vorstand. Als Vorsitzen- Berliner Gauner. Kriminalistische Stizzen von Ostar seine Weihnachtspredigt für den Bischof von London schrieb, hat er der wurde Herr Wernau, als erster Kassirer Herr K. Schmidt, als Klaußmann. Verlag von J. H. Schorer, Berlin, Wien und für die Sache des Volkes mehr gethan, als er sich vielleicht gedacht Schriftführer Herr F. Müller gewählt. Für den Süden wurden Leipzig. Preis 1,50 M. Das gut ausgestattete Buch verdient hat. Die Nede machte die Runde durch die Preffe der ganzen gewählt: als stellvertretender Borsigender Herr Raschke, als stell- um seines thatsächlichen Materials willen gelesen zu werden. In Welt. Dieselbe ist eine Abschiedsrede über den Bibeltert:" Gehet vertretender Saffirer Herr Hanisch, als stellvertretender Schriftführer populärer Sprache und anschaulicher Schilderung bietet es die verhin, Ihr Reichen, und weinet und weheklaget über Guer Elend, Herr P. Schulz. Für den Osten: stellvertretender Vorsitzender schiedensten Typen aus der Welt der Berliner Verbrecher und im das über Euch kommen wird", und wendet sich an Seine Mit- Herr Hermerschmidt, stellvertretender Kassirer Herr Mariz, stell- Glend Verkommenen. bürger." Sie flagt die Kirche an; erklärt, daß er, der Bischof, bis vertretender Schriftführer Herr Wegener. Für den Norden: stelldahin in einem Paradiese von Narren gelebt habe; daß er be- vertretender Borsigender Herr Däumichin, stellvertretender Kassirer schlossen, seine Bischofswürde und seinen Siz im Oberhanje nieder- Herr Laubsch, stellvertretender Schriftführer Herr Rabe. Für den zulegen, seinen Palast zu verlassen, seine zehntausend Pfu:: Jahres- Westen: stellvertretender Vorsitzender Herr Zöllner, stellvertretender Einkommen aufzugeben, um fünftighin sein Leben der Sache der Kassirer Herr Röhl, stellvertretender Schriftführer Herr Silberschmidt. nothleidenden Menschheit zu widme. Diese Nede wurde vor Als Revisoren: Herr Karbe, Herr Alb. Schlösser, Herr S. Schmidt. C. S. Dortmund. Brief und Betrag für September, einigen Monaten allerwärts, in Europe wie in America, in London Mit einem dreimaligen Hoch auf das Gedeihen des Vereins wurde Oktober und November dankend erhalten. wie in Wien, Paris, Berlin und Nom nachgedru..t und von die Versammlung geschlossen. O. F. Altwasser. Nechnen Sie die verkauften ab und Millionen Menschen gelesen. Sie wanderte in den Westen von Der Verein zur Wahrung der Intereffen der sehen Sie zu, daß Sie die anderen noch verkaufen. Retourniren Amerika und wir bemerken, daß sie schon British Columbia erreicht Miether des Nordens Berlins hielt am Sonntag, Müllerstr. 178 brauchen Sie vorläufig nicht. hat, wo sie natürlich als eine effektvolle Weihnachts- Predigt und eine Mitgliederversammlung ab, welche sehr gut besucht war. Zum A. W. Stuttgart. Betrag erhalten, quittiren wir den Rest als eine fürchterliche, von der Kanzel herabkommende Anklage an- ersten Punkt der Tagesordnung, Vereinsangelegenheiten, sprach September. gesehen wurde. Mr. Burrows darf sich dazu gratuliren, nicht nur Herr Zachau in längerer, mit Beifall aufgenommener Nede über uns, und mit uns London, sondern die ganze Welt zum Besten Zwecke und Ziele des Vereins. An der Diskussion betheiligten sich Rothenfurt. Daß die Kirchengemeinde die Grabinschrift gehabt und zur selben Zeit die Sache, die ihm am Herzen liegt, bie die Herren Weiſe, Gleinert und Poetsch u. f. w. Zu der am ſehr bezeichnend, aber formell ist die Gemeinde im Recht. gefördert zu haben. Die Predigt wird, wie die" Justice" schreibt, zweiten Feiertag im Eisteller- Etablissement, Chausseestr. 88, statt- G. T. Monoster. IV. Quartal bezahlt. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin 9. O., Dranienstraße 23. A. W. Eilenburg. Ihre Vermuthung trifft zu. In beiden Orten wird die B.-T." nicht gelesen.