Berliner Volks- Tribüne. Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volts- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh.- Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Bfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis viertelfährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 867 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1889.) Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 ẞfg. Arbeitsmarkt: 10 Bfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. No. 1. Auf zu neuer Thätigkeit. ,, Mit Rücksicht auf bestehende Verhältnisse." Sonnabend, den 5. Januar 1889. Ausgabe für Spediteure: Merkur" Zimmer- Straße 54. III. Jahrgang. Arbeiter und Parteigenossen! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung dieses Fortschreitende Steigerung der Güterproduktion auf ,, Mit Rücksicht auf bestehende Verhältnisse." Die Politik allen Gebieten und daneben fortschreitende Lebensverkümdes Kleinbürgerthums. Der Panamakrach. merung der großen Mehrheit des Volkes das ist die Nimm immer hübsch Rücksicht auf die bestehenden Ein sozialistischer Roman. Das Beitrags- Signatur unserer Zeit. Während die arbeitende Klasse Verhältnisse und auf den Standpunkt Andersdenkender" jahr der Altersversicherung. Das Ende des vordem ungeahnte Reichthümer schafft, geht das Gespenst zu diesem Programm muß man jedem tüchtigen GeschäftsZwistes unter den deutschen Maurern. der Armuth und Brodlosigkeit immer mehr in Kreisen um, mann gratuliren; denn damit läßt sich vorwärts kommen, Novelle.- Die soziale Gleichheit eine die früher davon verschont blieben, und selbst bessergestellte läßt sich Karriere machen. Forderung der Moral. Der Berliner Männer überfällt heute ein Grauen bei dem Gedanken, Und das ist ja die Hauptsache in der Welt: Karriere Maurerprozeß und das Reichsgericht. Ein wohin dieser rasende Niedergang aller geordneten Ver- machen. Arbeiterinnenstreik in Frankreich. Wie hältnisse führen soll, wenn ihm nicht zu rechter Zeit noch Was geht uns Recht und Wahrheit, was Freiheit müssen es die Arbeiter bei Streifsammlungen Einhalt geschieht. und Fortschritt an! Davon kann Niemand leben halten?- Arbeiterkongreffe in Deutschland. Aber ist denn dieser Niedergang nicht zugleich ein Karriere, sein Glück muß man machen! Aufschwung, ein herrlicher, nie gekannter Aufschwung, Wie macht man das aber am besten? Ei! indem wie ihn nur je der Menschengeist bewirkt hat? Wenn man beim Schreiben was sage ich! schon beim früher die Menschheit sich in der Qual härtester Arbeit Denken und natürlich auch beim Sprechen und Handeln, verzehrte, um nur den nackten Unterhalt des Lebens für immer auf die bestehenden Verhältnisse und auf den Standsich gewinnen zu können ist es da nicht tröstlich, daß punkt Andersdenkender Rücksicht nimmt. Lebt man z. B. wir heute jeden Bedarf auf das Reichlichste mit verhält in einem großen Weltreiche, sagen wir um nicht neuere nißmäßig so geringer Anstrengung decken können? Giebt Namen zu nennen und damit auf die Verhältnisse und den Bestellungen nehmen in Berlin alle Spediteure entgegen. das der Menschheit nicht das Anrecht, dereinst die rein Standpunkt Andersdenkender keine Rücksicht“ zu nehmen Listen zum Sammeln von Abonnenten sowie Agita- physische Arbeit auf ein geringes Maß zu beschränken und sagen wir also in dem des Nero oder des Caligula, tionsnummern jederzeit durch unsere Expedition, Oranien- alle freigewordene Zeit der Erziehung, der Bildung und so wird man selbstverständlich nichts Christenfreundliches straße 23, zu beziehen. den edlen Genüssen der Kultur zu, widmevitsch Wenn uns sprechen oder schreiben, den damit, adve ine Seani Fr. Nuks vee, Beraner weits- Trivane. Que ver" Modernek zelonit, Dampfes und der zu wenig Ruchicht auf die de rehenden Verhältnisse und Eleltrizität der Strom der Produktion immer gewaltiger auf den Standpunkt der ganzen guten, braven, römischen Berlin S. O., Oranienstr. 23. fließt- wird er nicht dereinst die Tiefen des Volkes be- Gesellschaft nehmen. Das wäre aber unanständig und sofruchten, die heute brach liegen und verdorren? gar gefährlich. Das thun nur religiöse Märtyrer, fanatische Auf zu neuer Thätigkeit! Wie bei den alten Römern der Gott Janus, so hat und übergeschnappte Rechts- und Wahrheitsfreunde- im auch unsere ganze moderne Entwicklung ein Doppelgesicht: Ganzen eine Gesellschaft, unter der sich selten ein ,, anstänWenn wir, ein sozialdemokratisches Wochenblatt, am nach der Vergangenheit hin das des Jammers und der biger Mensch" findet. Die zeitgenössischen Geschichtsschreiber Beginne des neuen Jahres einen Blick zurückwerfen auf Verzweiflung, nach der Zukunft zu aber das des Trostes sprechen in der Regel mit großer Entrüstung von diesen die verflossenen Monate, so wird er in erster Linie den und der unerschütterlichen Hoffnung. ,, götterverachtenden, sittenverderbenden, staatszerstörenden wirthschaftlichen Ereignissen gelten müssen, von denen Und wenn wir jetzt den Blick dem kommenden Jahre Elementen." hauptsächlich unsere Gegenwart und unsere Zukunft und der weiteren Zukunft zuwenden, was sollte uns denn Und doch, wo stände die Welt ohne diese Leute? abhängt. Blattes ein! in unseren fröhlichen Hoffnungen erschüttern? Cornje val Zu ihnen gehören ja die chriftlichen Märtyrer im alten Und er verlohnt sich wohl, dieser Nückblick, denn Während drüben, in dem ehemals so ausgedehnten Rom, zu ihnen die christlichen Sendboten des Mittelalters, immer drängender und treibender wird die Entwicklung, Reiche des Besizes, cine Welt versinkt, haben die Besitz- zu ihnen die Märtyrer des freien Gedankens aller Zeiten, die sich schon seit langer Zeit in Deutschland wie in allen losen rastlos daran gearbeitet, eine neue Welt des Friedens zu ihnen die Reformatoren, zu ihnen die Bahnbrecher in anderen industriellen Ländern abspielt, die anfangs schnecken- und des Glückes zu errichten. Wie beim Untergang der Kunst und Wissenschaft. haft langsam vor sich ging, jetzt aber vorwärts stürmt heidnischen Welt, waren es zuerst stille Träumer, welche Sie alle nahmen entweder gar keine oder dann zu wie mit überhitztem Kessel und gluthheißen Achsen in der Ferne die Möglichkeit einer höheren Entwickelung wenig Rücksicht auf die bestehenden Verhältnisse und auf verderbenbringend, wenn ihr der Mensch ferner rathlos aufdämmern fahen. Bald aber traten die Träumer hinaus den Standpunkt Andersdenkender. Hätten sie es gethan, gegenübersteht segenspendend, wenn ein zielbewußter unter das Volt, unter ihre Leidensgenossen, und Hundert- so würden sie keine Marksteine auf dem Wege des Fortund die Zukunft schauender Volksgeist sie zu leiten und in tausende hängen heute mit ihrem Herzen an dem neuen schrittes der Menschheit geworden sein; denn aller Fort= die rechte Bahn zu bringen weiß. Glauben: daß alles einer ganz neuen Kultur zutreibt und schritt beruht auf der Kritik und Verneinung des daß fie der Fels sein werden, auf den diese Kultur sich Bestehenden. gründen wird. Aber nicht allein der Fortschritt der Menschheit beruht Mit dieser Erkenntniß aber ist ein neues Leben ein- darauf, sondern auch die Originalität der Menschen, die gezogen in die Schichten, die früher regungslos und in allein den geistigen Fortschritt bewirken und vor Verdumpfer Verzweiflung dalagen. Bewegung und Regung sumpfung bewahren kann. Was sind die hervorstechendsten Züge des großen Zerseßungsprozesses, welcher die alten gesellschaftlichen Verhältnisse zwischen Unternehmer und Arbeiter, zwischen Besitz und Besißlosigkeit, zwischen Mensch und Mensch überhaupt, mehr und mehr untergräbt und zerstört? Da sehen wir zunächst auf der Seite des Besißes überall, wohin wir blicken! Arbeiter und Arbeiter schließen Wir halten es mit Campe, der irgendwo sagt:„ Ich ein immer rascheres Verschwinden der kleinen Leute. Alle sich zusammen, sie lernen, fie bilden sich gegenseitig fort; weiß es wohl, daß ich manches Vorurtheil vor den Kopf Geschäftsunternehmungen wachsen mehr und mehr ins ein edler Wetteifer, der Zukunft und dem Fortschritte zu stoßen werde. Auch weiß ich recht gut, daß diese Art zu Riesenhafte; wem kein großes Kapital zur Verfügung dienen, hat sie ergriffen und alle Verfolgungen und Maß- handeln kein sehr bequemes Mittel ist, sich bei dem größeren, steht, der kann niemals hoffen, selbständig zu werden; wer regelungen vermögen sie darin nicht irre zu machen. Es undenkenden Haufen( und bei den Mächtigen?) Beifall und früher, als die Verhältnisse noch anders lagen, selbständig lebt und webt wie in unwiderstehlichem, warmem Früh- Liebe zu erwerben. Aber ich weiß auch, daß der Freund geworden ist, vermag die Konkurrenz der großen Neben- lingstriebe, wo einst der harte Winter alles in seinen der Wahrheit und des gemeinen Bestens sich darum nicht buhler nicht auszuhalten, er geht als Unternehmer, als Banden hielt! Das Licht der Erkenntniß und die Wärme bekümmern soll. Er schreibe, rede und thue, was selbständiger Mann zu Grunde und geräth als angestellter der Begeisterung breiten sich überall aus und alles, ihm recht, wahr und gemeinnüßig erscheint." Arbeiter in die Abhängigkeit der wenigen, im Kampf um alles muß sich wenden! Mollis( Kanton Glarus). Nt. Seidel. Großbourgeoisie, Kleinbürgerthum und Proletariat. I. den Markt siegreich gebliebenen Großbefizer. Das Groß- Aber nichts im Bereiche der menschlichen Gesellschaft tapital saugt wie ein Riesenschwamm allen Absatz und geschieht von allein, überall ist der Mensch dazu berufen, schließlich alle kleinen Geschäfte auf und läßt neben sich an der Gestaltung seines Daseins selber mitzuarbeiten. nur noch hunderttausende, von allem Besiz entblößte Großes ist bereits geschehen, aber eine noch größere Arbeit Arbeiter übrig. der Aufklärung und der Aufrüttelung der Massen steht Und diese Arbeiter? Immer verzweifelter und ver- uns bevor. Da gilt es, selber zu lernen und zu wirken, zweifelter wird deren Stellung in dem Ringen um Brod die Indifferenten zu gewinnen und die schon Gewonnenen 3 Zu den Kreisen, welche vielfach den grundlosesten und Existenz, um Menschenwürde und Unabhängigkeit. mit neuem heiligem Eifer zu erfüllen. Das neue Jahr Hochmuth gegen das Proletariat, die schroffste, unverDie Maschine macht täglich mehr und mehr Arbeiter über- muß für uns ein Jahr neuer Errungenschaften sein, sonst ständigste und unanständigste Haltung gegen die Sozialflüssig, der technische Fortschritt gestattet es, mit immer haben wir unsere Pflicht nicht gethan und Verrath geübt demokratie an den Tag legen, gehört das klein bürgerweniger Arbeitern dasselbe zu leisten. Und während hier an der Zukunft. thum. durch ein künstliches Ueberangebot von Arbeitskraft ent- Darum Glück auf zum neuen Jahre! Gerade der Kleinbürger macht sich mit Vorliebe zum steht, drängen dann auch noch die bankerott gewordenen Glück auf zu neuer Thätigkeit und zu neuem Kampfe! Apostel der widersinnigen Anschauung, daß Jedermann bet Kleinmeister herbei und vermehren die Zahl der Beschäf Glück auf zu neuen Fortschritten der Sache aller guter Aufführung und Sparsamkeit den Marschallstab des tigungsuchenden und erschweren dadurch den oft schon so Arbeiter! Kapitalisten im Tornister trage. Gegen alle Massenarmuth, alle sozialen Konflikte hat er immer das schwierigen Lohnkampf. In der That, wie weit bringt er es denn, der Herr Kleinbürger? In der Regel zum Bankerott, zum Abwirthschaften oder dazu, daß er sich aus einer Schuldenlast in die andere rettet. Was ist er heutzutage anders, als ein Mann, dessen ökonomische ,, Unabhängigkeit" im schweren, Langwierigen Todeskampfe liegt, ein Kandidat für den baldigen Ruin, ein Proletarier von morgen! Mit unbegreiflicher Verblendung flüchtet das Kleinbürgerthum in den tausend Aengsten seiner leßten Züge, mit seinen Hoff nungen und Bestrebungen in die Vergangenheit zurück, von todten, überlebten Formeln und Einrichtungen Hilfe erwartend, anstatt entschlossen mit der Zukunft zu marschiren, das neue gesellschaftliche Leben zu begreifen, das aus Trümmer- und Schutthaufen emporknospet. Rezept in Bereitschaft: zu sparen und nicht sparen und nicht ins ein Bündniß seiner ökonomischen und politischen In- Nur die kleinen Leute hatten Vertrauen in den Wirthshaus zu gehen wie er, damit man es so weit teressen mit denen des Proletariats hingewiesen, sobald es Schöpfer des Suez- Kanals und wohl auch etwas Enthusias bringe" wie er. Sich auf eine falsche, unter den be- nur einsehen lernt, daß es durch jede Unterstügung, welche mus für das größte technische Unternehmen der Neuzeit. stehenden Verhältnissen nicht durchzuführende Vorausseßung es der politischen Reaktion gegen die Arbeiterklasse leistet, Die 600 000 Antheile zu 500 Franks, die bis zum stützend, bietet er damit eine Belohnung an, welche bei einem Manne gleicht, der durch Fesselung einer dritten, Jahre 1886 ausgegeben wurden, waren( und sind wohl Lichte betrachtet, sich als eine Strafe herausstellt. sonst vielleicht hülfsbereiten Person, einem Diebe Ge- auch jetzt noch) in den Händen von 104 345 Personen, legenheit giebt, ihn selbst in aller Gemüthsruhe gründlich wovon 80 839 fünf oder weniger Aktien haben. Darunter auszunehmen. befinden sich 16 000 Frauen. Es sind also fast nur Mag sich der Kleinbürger in beschränktem Bettelstolze kleine Kapitalisten, die sich an den Zeichnungen betheiligt noch so sehr dagegegen sträuben, so beruht doch sein Heil haben. nur in der Bundesgenossenschaft mit dem Proletariat, über Das Unternehmen ist jetzt bankerott und selbstverständwelches er sich heute noch erhaben glaubt, dem er aber lich wird nun auf Lesseps geschimpft. Er hat Fehler bereits morgen selbst angehören muß. Mit unerbittlicher gemacht, sicherlich; wer thäte das nicht bei einem solchen Seine Kosten Konsequenz arbeiten die Produktionsbedingungen darauf Unternehmen, das kein Beispiel hat? hin, daß jeder Großbetrieb Hunderte von Kleinbetrieben voranschläge waren viel zu niedrig, aber das ist sogar verschluckt, und deren Inhaber zu Proletariern macht. die Regel bei jedem Hausbau; die Administration war Ehe noch die Bourgeoisie durch die Revonlution mit in vielen Beziehungen verschwenderisch, aber alles das der politischen Herrschaft die industrielle Freiheit errungen hätte das Werk nicht ruinirt. Was Lesseps zu Grunde hatte, zog das Zunstwesen der inneren und äußeren richtete, das war der Kapitalismus. Konkurrenz enge Grenzen und erhielt damit die Existenz- Als alter Sozialist( Lesseps gehörte zu der Schule Kopfscheu und vergebens zerschlägt das Kleinbürger- bedingungen in größerer Ruhe und Unveränderlichkeit. Enfantins) hätte er wissen sollen, daß ein Werk, welches. thum eines seiner ökonomischen und politischen Ideale nach Dadurch konnte sich der Kleingewerbtreibende über Wasser nahezu zehn Jahre Bauzeit, und wie es sich jetzt herausdem andern. Die ökonomische Reaktion, die Rückkehr halten. Die mit jeder neuen Entdeckung und Erfindung stellt, nahezu fünf Milliarden Franks in Anspruch nimmt, zu den alten Produktionsbedingungen zerschellt machtlos mit jeder weiteren wissenschaftlichen Ausgestaltung des Pro- nach kapitalistischen Methoden nicht betrieben werden kann. an den realen Thatsachen, sie vermag gegen die Tendenz duktionsprozesses wachsende ungeahnte Entwickelung der Pro- Wenn ähnliche, ja viel geringere Unternehmungen für der modernen Produktionsweise nicht aufzukommen und die duktionskräfte hat einer unbeschränkten Konkurrenz nöthig oder ersprießlich befunden wurden, dann halfen politische Reaktion, der es sich in die Arme wirft, Thür und Thor geöffnet. immer die Staaten bei. So bei dem Bau von Eisentommt nur seinem Feinde und Erben zu Gute, der Groß- Und das Gesetz dieser Konkurrrenz lautet dahin, daß bahnen. So bei der Gotthardtbahn, die nur eine Bagatelle bourgeoisie. der Größere den Kleineren verschlingt. im Vergleich zu dem Panamakanal ist, wobei Deutschland, Die auf Thronen und in Parlamenten fizenden Vasallen Die moderne Produktion bietet die höchstmöglichen Italien und die Schweiz große Subventionen leisteten. des Großkapitals machen zwar dem Mittelstand gegenüber Vortheile, die sie zu bieten fähig ist, nur als Großbetrieb. Aber die jeßigen Staaten find ja für ein solches großes zuweilen Miene, als wollten sie einen Rückschritt auf öko- Der Großindustrielle kauft nicht nur das Rohmaterial Kulturwerk nicht zu vereinigen, sondern brauchen alles Geld nomischem Gebiete begünstigen, die Industrie wieder in die wohlfeiler und verhältnißmäßig besser-wenn ihm dies für das Militär, und so ging Lesseps auf eigene Faust vor. ausgewachsenen Schuhe des zopfigen Zunft- und Innungs- lohnend erscheint als der Kleinindustrielle, er produzirt Was ihn ruinirt hat, sind die Zinsen und Kursthums zurückzwängen. Aber bei dem Mienemachen hat es auch stets mechanisch, daher billiger und ausgiebiger, verlufte. Üm überhaupt Geld zu bekommen, mußte er sein Bewenden. Abgesehen davon, daß sich die gegen- lohnender als dieser. Er kann folglich seine Waare die Verzinsung der Anleihen und Aktien während der wärtigen Produktionsbedingungen solchen Schrullen aufs billiger losschlagen, als sein Zwergkonkurrent. So kommt Bauzeit zusagen. So erhielten die Inhaber des AktienSchärfste widerseßen, dieselben von vornherein zu todtge- es, daß sich der Klein gewerbtreibende der Konkurrenz mit Kapitals von 300 Millionen Franks fünf Prozent Zinsen borenen Kindern machen, so wird die Großbourgeoisie, dem Großbetrieb nicht gewachsen zeigt, daß er zuerst mit für sieben Jahre, also 105 Millionen. Es mußte eine welche sich politisch in dem modernen. tonftitutionellen Staate geringem, dann ohne Profit produzirt, noch weiterhin mit Anleihe um die andere gemacht werden, nur um die Zinsen verkörpert, nun und nimmer in Maßregeln willigen, welche entschiedenem Verluste und daß er als Ende vom Liede zu bezahlen. Die neuen Anleihen forderten wieder neue ihre unbeschränkte Entfaltung und Herrschaft, ihre den selbständigen Betrieb ganz einstellen muß, wie der Interessen. Es mußte weiter geborgt werden; für die Profite bedrohen. Alles Liebäugeln mit Zunftthum Handwerksmeister gezwungen war, seine Werkstatt zu Arbeiten am Kanal blieb fast nichts übrig. Diese vera und Schutz des Kleingewerbes, des Kleinhandels, schließen. langsamten sich daher ungebührlich. Bei einer solchen Zinsenlast ohne Erträgniß wird aber die Verzögerung verhäng nißvoll. des Kleingrundeigenthums, wie es gelegentlich in Die Gegenwart ist mit den Kämpfen zwischen dem parlamentarischen, hohen und allerhöchsten Kreisen an der alten und neuen wirthschaftlichen System angefüllt, und Tagesordnung ist, gehört zu dem politischen Humbug der triumphirende Vormarsch der Großproduktion ist durch Die natürliche Folge war, daß neues Kapital mit im großen Stile, zu dem politischen Gimpelfang. Der- die Trümmer vernichteter Kleinbetriebe bezeichnet. immer größeren Opfern erkauft werden mußte. Man ver artige Vorspiegelungen sind der Leim, auf welchen das Die Zahl der selbständigen Betriebe nimmt mit schrieb schließlich 100 Frants für 55, und mußte selbstKleinbürgerthum gelockt wird, wenn das Groß kapital jedem Tage ab, aber die überlebenden Betriebe werden verständlich für hundert Zinsen zahlen. Die weitere Folge um sich mit heuchlerischer Verdrehung der Thatsachen auf dafür um so umfangreicher und produktiver. Je mehr war, daß das Grundkapital so riesig anschwoll, daß eine die Nation berufen zu können des Kleinmeisters und die Produktionskräfte sich entwickeln, in um so weniger Rentabilität des Kanals, wenn einmal im Betrieb, ganz Kleinhanvers zu ve Medarf. way hedarf. Händen konzentriren sie sich, um so raschere Fortschritte unmöglich schien. macht die Proletarifccung des Kleinbürgerthums. enou wat aus geöhnlich gar kein Gelh 41 alle Kundschaft. Und der Kleinbürger geht meistentheils auf den Leim, es ist dies seine verdammte Unterthanen- Pflicht und Die gleiche Tendenz zeigt sich auch beim Handel. mehr zu bekommen. Da ließ sich die französische Regierung -Schuldigkeit, der er gehorsamst nachkommt, sogar, wenn auch hier muß der Kleinhändler vor dem Großkaufmann herbei, eine Prämienanleihe zu bewilligen. Durch die Aus= ihn dann und wann sein alter, demokratischer Haber sticht. die Segel streichen. Der Ruin des Kleinhandels marschirt ficht auf hohe Gewinne sollten die kleinen Kapitalisten Auch in seinen kühnsten Aeußerungen bringt er es in in gleichem Schritt mit dem Niedergang der Kleinproduk- wieder herangelockt werden. Auch das half nur für einige der Regel nicht über die getreueste Opposition" hinaus. tion, wie der Großhandel Arm in Arm mit der Groß- Monate; denn die Anleihe konnte nur zum Theil abgesezt Die mit großen Kapitalien Hantirenden werden. Und als nun endlich die Kompagnie vor einigen Je unhaltbarer seine gegenwärtige ökonomische Lage ist, je industrie geht. fehnlicher er mit Verkennung der Thatsachen des gesell- Riefenmagazine und Bazars entziehen dem Kleinkrämer Wochen den letzten Fehlschlag erlebte, war es mit ihr zu schaftlichen Entwickelungsganges in ökonomischer Beziehung Troß der ungeheuerlichen Summen, Ende. Sie hatte kein Geld, um die Zinsen bezahlen zu nach der„ guten alten Zeit" verlangt, wo das Handwerk welche die Reklame verschlingt, troß der luxuriösen Aus- können, die jährlich über hundert Millionen Franks beeinen„ goldenen Boden" hatte und der Kleinbetrieb seinen stattung der Verkaufslokalitäten können dieselben ungleich tragen, noch weniger, um den Bau weiter zu führen. Ein Mann nährte," um so gefügiger erweist er sich im Wider- billiger verkaufen, wie der Kleinhändler, denn Dank der Versuch der Regierung, die Kompagnie durch ein Moraspruch zu seinen Prinzipien und Sonn- und Feiertags- Konzentration des Betriebs kommen ihre allgemeinen torium vorläufig zu retten, ist durch die Kammer vereitelt programmen für die politische Reaktion, durch welche Betriebskosten niedriger zu stehen als bei jenem. Der worden. bas Großkapital das aufstrebende Proletariat zu bändigen unterbrückt meist die Mittelpersonen zwischen sich und dem finanziellen Fehlschlag. Der Kanalbau selbst ist durchGroßhändler kauft billig und zur günstigen Zeit ein, er Man sieht, es handelt sich hier lediglich um einen. Das Kleinbürgerthum ist taub und blind gegen die Produzenten, indem er direkt in der Fabrik kauft oder führbar und sogar leichter, als man vor einigen Jahren Thatsache, daß es sich nur ins eigne Fleisch schneidet, so- selbst Fabrikant ist. Das Kleinkapital unterliegt auch im annahm. Ungefähr zwei Drittel der Arbeit ist gethan; bald es Einwilligung und hilfreiche Hand zur Zügelung Handel dem Großkapital. Auch auf kommerziellem Gebiete allerdings nur für einen Schleußenkanal, der aber vorerst Die Ableitung des Chagres- Fluß der Arbeiterklasse leiht, daß jede neue Machtbefugniß, nimmt die Zahl der selbständigen Betriebe ab, die übrig vollkommen genügt. welche das Kapital auf politischem Gebiete erringt, sich bleibenden gewinnen aber dafür an Umfang und Be- durch einen großen Damm stellt sich nach neueren Forschun politisch und ökonomisch gegen das Kleinbürgerthum deutung. gen lange nicht so schwierig und kostspielig heraus, als. erwartet wurde. Könnte die Arbeit energisch aufgenommen selbst kehren muß. Jede politische Einschränkung des Proletariats, alle fortschreitende ökonomische Ausnutzung und durch zwei oder drei Jahre betrieben werden, so wäre vielleicht noch ein Aufwand von 1000 bis 1500 Millionen deffelben ist ein Schritt zum Ruine des Mittelstandes, Franks zu den etwa 2 Milliarden Franks nöthig, die der sucht. Der Panamakradh. Grinsend vor Vergnügen stehen die amerikanischen trägt dazu bei, den Kleingewerbtreibenden von heute zum und die deutschen Giftmichel an den Trümmern von Kanal und die Schuldscheinbesizer und Aktionäre bereits Proletarier von morgen zu machen. Die ökonomischen Lesseps' großem Unternehmen. Wir haben's ja immer verschlungen haben. Interessen des Kleinbürgerthums stehen denen der Großgefagt schreit jetzt diese Gesellschaft schadenfroh die bourgeoisie schroff gegenüber, lettere saugt ihr Lebens- Sache muß mit einem großen Krach enden, und der lismus ganz unfähig ist, solche große Werke zu unterAus alledem geht hervor, daß der Privatkapitamart, ihre Kraft und ihr Gedeihen ebenso gut wie aus Deutsche freut sich, weil der Franzose blamirt sein soll, nehmen. Er braucht entweder den Staat, der ihn dabei dem Schweiß der Lohnarbeiter auch aus dem Ruin von der Yankee aber, weil ihm ein spezifisch amerikanischer subventionirt, oder er düpirt die kleinen Leute, beraubt sie Tausenden von selbständigen kleingewerblichen Existenzen. Kanal vorschwebt. und schöpft nachher das Fett ab. Solche internationalen Wo aber keine Solidarität zwischen den ökonmischen Nun ja: nachdem Beide so gehandelt, wie sie es Werke sollten von den verbündeten Volksgemeinschaften in Interessen besteht, da kann auch von keiner Interessen- thaten, konnte der Ausfall auch kein anderer sein. Lesseps Angriff genommen werden; die heutigen Staaten aber gemeinschaft auf politischem Gebiete die Rede sein. Die hatte durchaus nicht die Absicht, den Kanalbau zu einem brauchen jeden rothen Heller zu militärischen Zwecken und. politischen Verhältnisse bauen sich auf den ökonomischen national"-französischen Werk zu machen. Daß es schließ haben für Kulturzwecke nichts übrig. Zuständen und in Harmonie mit ihnen auf. lich so tam, ist nicht seine Schuld. Er wandte sich an [ Nachbruck verboten.] Ein sozialistischer Roman. III. ( Fortsetzung.) Die moderne Produktionsweise läßt keinen Platz die Kapitalisten der ganzen Welt, damit sie zu diesem für einen Mittelstand übrig, dieser muß nothwendig riesigen und kosmopolitischen Werke beitrügen. Er gab zwischen Hammer und Ambos zermalmt werden. Von sich die größte Mühe. Um die Amerikaner zu gewinnen, einer unüberbrückbaren Kluft geschieden, steht sich in zahlte er sogar, in großem Unverständniß über die dortigen der Gesellschaft Großkapitalist und Nichtgroßkapitalist Verhältnisse, dem Flottensekretär Thompson in Hayes' gegenüber. Der Kleinbürger kann sich noch so sehr auf Kabinet Jahre lang als amerikanischem Direktor" der den Zehen recken und noch so weit ausholen, um den Kompagnie ein riesiges Gehalt. Sprung über die Kluft zu wagen von einem oder Aber die Yankees ließen sich nicht darauf ein, weil ms. Auch die Regierungen in Ihrem Sinne, Herr zweien aus Hundertausenden abgesehen wird er nie ihnen das Risiko zu groß war; die Engländer thaten es West, sind überflüssig geworden durch die Vereinfachung das Lager der Großbourgeoisie erreichen. Die Konkurrenz nicht, weil sie fürchteten, der Kanal würde schließlich in des ganzen öffentlichen Lebens. Fast die einzige Aufgabe treibt das Kleinkapital unfehlbar dem Großkapital in den die Hände der Vereinigten Staaten fallen, die unter dem der Verwaltung besteht darin, die Industrien des Landes Rachen. Clayton- Bulwer- Vertrag allerdings ein gewisses Recht der zu leiten. Die meisten Zwecke, um deren Willen früher Dekonomisch also im Gegensatz zu der Groß- Kontrole beanspruchen könnten. Die Deutschen thaten es Regierungen da waren, find jeßt hinfällig geworden. Wir bourgeoisie stehend, die sein natürlicher Feind, wie sie der nicht, weil Lesseps das Pech hat, Franzose zu sein, und haben keine einzelnen Staats- Abtheilungen, keine Finanzjenige des Proletariats ist, wird das Kleinbürgerthum auf die eigene hohe Finanz in Frankreich ließ ihn im Stich. Verwaltungen mehr, keine Zölle und Steuern, keinerlei " 1 Abgaben und keine Steuer- Erheber. Der Regierung ver-| Ausgaben für persönliche oder dingliche Bedürfnisse des bedurfte und wieweit das vorhandene Angebot reichte. bleibt, wie Sie wissen, nur noch die richterliche und Militärs oder der Marine, da wir weder Armee noch Jedes Unternehmen, das ein Kapitalist begann, war daher polizeiliche Thätigkeit. Wie einfach unser Rechtssystem Flotte brauchen. Wir haben keine Finanz- Verwaltung, ein sehr zweifelhaftes Experiment. Der Unternehmer, der jedoch ist, wenn Sie es mit der riesigen und verwickelten fein Heer von Zoll- und Steuer- Erhebern. Was unsere den Bedarf und die vorhandene Gütermenge gar nicht wie das jetzt unsere Zentralleitung Organisation Ihrer Zeit vergleichen, habe ich Ihnen schon Justiz und Polizei anbelangt, so genügt der Aufwand, übersehen konnte war niemals sicher, was das Volk wirklich auseinandergefeßt. Da auch die meisten Kriminalfälle und den seiner Zeit Massachusetts allein dafür machen mußte, thut die Versuchung dazu kaum noch vorkommen, so ist auch heute reichlich für die ganze Nation. Wir haben keine brauchte oder was andere Kapitalisten bereits thaten, um die Zahl und die Thätigkeit der Polizei auf ein Minimum Verbrecher, welche den Besitz der Gesellschaft bedrohen. den Bedarf zu decken. Wenn wir das heute bedenken, so beschränkt." Die Zahl der Personen, die mehr oder weniger arbeits- wundern wir uns gar nicht, wenn wir hören, daß man Aber wenn Sie keine Landtage haben, und der unfähig sind, in Folge körperlicher Leiden, und die zu im Durchschnitt fast darauf wetten konnte, ein GeschäftsReichstag nur auf ganz kurze Zeit zusammentritt, wie ihrer Erhaltung seiner Zeit eine schwere Last für die unternehmen werde zu Grunde gehen, und daß einer, der bringen Sie es dann überhaupt zu einer Gesetzgebung?" arbeitsfähigen Leute bildeten ist jetzt, wo Alle unter ge- zuletzt doch einen Treffer zog, vorher gewöhnlich öfter Wir haben keine Gesetzgebung, erwiderte Dr. Leete, sunden und bequemen Verhältnissen leben, auf eine kaum schon Bankerott gemacht hatte. Wenn ein Schuster bei oder doch wenigstens keine in Ihrem Sinne. Wenn Sie merkbare Größe zusammengeschmolzen, und von Generation jedem Paar Schuhe, das er fertig kriegt, das Leder zu von der verlorenen vier oder fünf Paaren vergeudet einen Augenblick nachdenken, Herr West, werden Sie finden, zu Generation geht sie noch mehr zurück. daß wir eigentlich gar keine Beziehungen der Menschen" Ferner brauchen wir heute kein Geld zum Waaren- 3eit ganz abgesehen so hätte er etwa dieselbe Aussicht, zu einander haben, welche zu ihrer Regelung Gefeße er umfaß mehr und dadurch sind für die Güter- Erzeugung wohlhabend zu werden, wie Ihre Zeitgenossen bei ihrem forderlich machen. Die Grundlage, auf welcher unsere die Tausende frei geworden, die sich ehemals mit Finanz- System der Privatunternehmungen, von denen immer vier Gesellschaft beruht, ist eine derartige, daß alle Streitigkeiten Geschäften aller Art befassen mußten und die dadurch zu Grunde gingen, während eine glückte. „ Die nächste Ihrer großen Kraftverschwendungen rührte und Unklarheiten beseitigt sind, die zu Ihrer Zeit eine nüßlicheren Berufszweigen entzogen wurden. Gesetzgebung nöthig gemacht haben. Volle 99 pCt. der Auch müssen Sie bedenken, daß der Aufwand, den von der Konkurrenz her. Das gewerbliche Gebiet glich Geseze Ihres Zeitalters hatten die genaue Abgrenzung seiner Zeit die Reichen für einen übermäßigen persönlichen einem ungeheuer großen Schlachtfelde, auf welchem die und den Schutz des Privat- Eigenthums zum Zweck, die Lurus machten, aufgehört hat, obwohl die Ausgaben hier- Produzenten, indem sie sich gegenseitig bekämpften, Kräfte Regelung der Beziehungen zwischen Verkäufern und Käufern, für vielleicht überschätzt sein mögen. Aber bedenken Sie vergeudeten, die, wenn sie wie heute in gemeinsamem Zuzwischen Gläubigern und Schuldnern. Wir haben jetzt weiter, daß es heute überhaupt keine Faullenzer mehr sammenwirken ausgegeben worden wären, die Wohlfahrt Aller hätten begründen können. An Gnade und Barmweiter kein Privatvermögen als das zum persönlichen Ge- giebt, weder reiche noch arme, keine Drohnen. brauch, keinen Kauf noch Verkauf, keine Verschuldung noch ,, Eine andere Ursache der damaligen Verarmung be- herzigkeit war in diesem unerbittlichen Kampfe nicht zu Begleichung von Schulden, und daher ist für uns natür- stand in der riesigen Verschwendung von Arbeit und denken. Wenn man ein Unternehmen begann, so ging lich jeder Anlaß zu Gesezen fortgefallen, wie sie fich Mitteln, welche daraus entstand, daß jede Familie für sich man darauf aus, die Konkurrenzgeschäfte, die von früher früher als nöthig herausstellten. Früher bildete die Ge- zu Hause wusch und kochte und unzählige andere Vorrich- her schon bestanden, zu vernichten, um auf ihren Ruinen sellschaft eine Pyramide, die auf der Spize stand; alle tungen im häuslichen Kleinbetrieb ausführte, die wir heute die eigene Größe aufzubauen, und wenn das glückte, so war man der allgemeinen Bewunderung sicher. Wahrlich, Triebe der menschlichen Natur wirkten beständig dahin, genossenschaftlich erledigen. diese Pyramide zu Falle zu bringen und man vermochte Eine noch größere Ersparniß als diese, ja als alle es ist keine Uebertreibung, wenn man diesen Kampf mit sie nur aufrecht oder vielmehr auf- unrecht, wenn zusammen, wird durch die Einrichtung unseres Vertheilungs- dem wirklichen Krieg vergleicht: so sehr verzehrte er geistige Sie mir das schlechte Wortspiel gestatten wollen-zu Systems erzielt. Die Arbeit, die einst geschah von und körperliche Kräfte und so bitter waren die Leiden, die halten, indem man sie mit einer ganzen Menge von Kaufleuten, Händlern, Laden- Inhabern mit ihren verschie- er über den Besiegten und seine Angehörigen verhängte. Stüßen, Pfeilern und Verankerungen umgab. Ein Reichs- denen Anhängseln von Spekulanten, Großhändlern, Klein- Uns Männern der Gegenwart erscheint fast nichts befremtag und vierzig Landtage lieferten jährlich einige 20 000 händlern, Agenten, Geschäftsreisenden und den tausenderlei dender an ihrem Zeitalter, wie die Thatsache, daß Leute, Gefeße, um die alten zu ersetzen, die theils zusammen- Zwischenpersonen mit der daraus folgenden ungeheuren die in demselben Industriezweige thätig sind, sich nicht verbrachen, theils in Folge veränderter Verhältnisse unwirk- Verschwendung von Kraft in nußlosen Geschäftsreisen, brüdern wie Kameraden und Mitarbeiter an demselben fam wurden. Jeßt ruht die gesellschaftliche Pyramide auf Transporten und allen möglichen Reklamepraktiken alles Ziele, sondern sich als Nebenbuhler und Feinde betrachten, fefter Basis, und sie bedarf ebensowenig künstlicher Stüßen das erreicht man jetzt bei uns mit dem zehnten Theil der die man ersticken und niederwerfen muß. Das kommt uns als die ewigen Berge." früher dazu nothwendigen Leute. Unsere Statistiker be- in der That wie blanker Wahnsinn, wie ein Bild aus dem Das, Herr West, nannte man Aber Sie haben doch wenigstens Gemeindever- rechnen, daß der achtzigste Theil der Arbeiter genügt, um Tollhause vor. waltungen neben der einen Zentral- Regierung?" alle Thätigkeiten der Gütervertheilung auszuführen, die im neunzehnten Jahrhundert ein System der ,, Produktion". Gewiß, und diese haben wichtige und ausgedehnte zu Ihrer Zeit ein volles Achtel der gesammten Bevöl- Jch überlasse es Ihnen zu beurtheilen, ob es nicht richtiger Aufgaben zu erfüllen, für die öffentliche Bequemlichkeit ferung in Anspruch nahmen und diese Kräfte daher der wäre, hier von einem System zur Verhinderung der Pro= duktion zu sprechen. Unsere Verwunderung wächst und Erholung wie für die Verbesserung und Verschönerung produktiven Arbeit entzogen. sagte ich wie Sie aber, wenn wir einige der anderen unglaublichen Verder Städte und Ortschaften zu sorgen!" " Jeßt beginne ich zu sehen geudungen betrachten, welche Ihre Zeit kennzeichneten. zu Ihrer größeren Güterfülle kommen." das Während man ungeheure Kräfte verschwendete durch Entschuldigen Sie erwiederte Dr. Leete , Doktor, sagte ich im Verlaufe unseres Gesprächs vom fittlichen Standpunkte ist Ihre Gesellschaftsordnung können Sie noch gar nicht sehen. Die Arbeitsersparniffe, verunglückte Unternehmungen und durch den beständigeu die ich bisher erwähnte, mögen im Ganzen... vielleicht Aderlaß des Konkurrenzkampfes, war Ihr System auch ficherlich der Art, daß man wahnmißig sein müßte, wenn die ich bisher erwähnte, mögen im Ganzen man sie nicht bennvern wollte beim Vergleich mit die heutige Produktion gegen Ihre frühere um die Hälfte noch periodischen Erschütterungen ausgesetzt, welche früheren Ordnungen, besonders mit der meines unglück- höher stellen. Aber diese Ersparnisse sind kaum der Rede den Klugen und Unklugen, den erfolgreichen Gurgellichen Jahrhunderts! Wenn ich heute wieder in einen werth in Vergleich zu anderen ungeheuren Kraftver- abschneider und seine Opfer in gleicher Weise trafen. Ich tiefen hypnotischen Schlaf verfallen sollte und unterdeß die geudungen, die wir heute vermeiden und die daraus meine die Geschäftskrisen, die alle fünf oder zehn Jahre Entwicklung wieder zurück, anstatt vorwärts schreiten entsprangen, daß zu Ihrer Zeit die Industrien der Nation wiederkehrten, welche die Industrieen der Nation zerrütteten, Wenn Ihre alle schwachen Unternehmungen zermalmten und selbst die würde, so müßten gewiß alle meine Freunde, denen ich Einzelunternehmern, anvertraut blieben. meine Erlebnisse erzählte, freudig zugestehen, daß diese Zeitgenossen noch so wunderbare Fortschritte in der Technik stärksten lähmten, und auf die eine lange, oft vieljährige neue Welt an Friede und Glück einem wahren Paradies und in der Ausnutzung aller Naturkräfte und stoffe ge- Periode sogenannten schlechten Geschäftsganges folgte, macht haben würden, so hätten Sie sich doch niemals aus während welcher die Kapitalisten sich allmählich wieder ergleicht. * * * " 11 . ,, Aber meine Zeitgenossen waren zugleich sehr praktische dem Sumpfe der Armuth herausarbeiten können, solange bolten und Kräfte sammelten, während die Arbeiter Hungers Leute und nachdem sie ihre Bewunderung über die sittliche Sie an Ihrem privatwirthschaftlichen System festhielten. starben und revoltirten. Dann folgte wieder eine kurze Größe und den wirthschaftlichen Glanz Ihres Systems Man kann sich gar keine größere Verschwendung Zeit des Aufschwunges, darauf eine neue Krisis mit den ausgesprochen hätten, würden sie sicherlich sofort zu rechnen der Arbeitskraft ersinnen, und zu Ehren des menschlichen daran sich schließenden Jahren der Erschöpfung. Als sich beginnen und mich fragen, woher Sie denn die Mittel Geistes kann man glücklicherweise auch sagen, daß dieses der Verkehr immer höher entwickelte und die Völker gegen= zu dieser allgemeinen Wohlfahrt erhielten. Denn sicherlich, System überhaupt nicht von denkenden Menschen erfunden, seitig von einander abhängig machte, breiteten sich die wenn die ganze Nation so behaglich und selbst in Luxus sondern als ein Ueberlebsel aus rohen Zeiten vererbt Krisen über die ganze Welt aus und wuchsen an Heftigfeit.... bis im letzten Viertel des neunzehnten Jahrleben soll, wie ich es hier in meiner Umgebung sehe, so wurde. Ich will gern zugestehen antwortete ich daß unser hunderts auf ein gutes Jahr zwei schlechte kamen, sodaß gehört dazu doch ein viel größerer Reichthum, als das Volk meiner Zeit produziren konnte. Wenn ich also wirthschaftliches System kulturell recht niedrig stand, aber das industrielle System, das eine ungeahnte Entfaltung meinen Freunden auch aufs Beste alle hervorstechenden als ein bloßes reichthum- erzeugendes Räderwerk, von allen und niegekannten Glanz gewonnen zu haben schien, in sich Nach endlosen DisZüge Ihres Systems zn schildern vermöchte, so könnte Forderungen des Rechts und der Sittlichkeit abgesehen, er- selber zusammenzubrechen drohte. kussionen kamen die Nationalökonomen Ihrer Zeit übereinich Ihnen doch auf diese Frage nicht antworten. Und schien es uns doch der Bewunderung würdig." dann würden sie mir bemerken,- denn, wie gesagt, Ich sagte schon- bemerkte der Doktor- daß die Frage stimmend zu dem verzweifelten Schluß, daß diese Krisen sie waren sehr gute Rechner daß ich geträumt hätte zu weittragend ist, um sie jetzt bis in alle Einzelheiten zu ebensowenig verhindert oder geregelt werden könnten, wie und keiner würde mir ein Wort weiter glauben. Ich erörtern. Aber wenn Sie wirklich darauf brennen, die Heuschreckenfraß oder Stürme; man müsse sie als nothweiß, daß zu meiner Zeit, wenn man auch eine voll- hauptsächlichsten Einwände kennen zu lernen, die wir wendige Uebel ertragen, und den zerschlagenen Bau der ständig gleiche Theilung hätte vornehmen wollen, die jähr- Modernen gegen ihr Wirthschaftssystem erheben, wenn wir Industrie, wenn sie verzogen seien, wieder aufrichten, wie die Bevölkerung der von Erdbeben heimgesuchten Länder liche Güter- Erzeugung der Nation es nur gestattet haben es mit unserem vergleichen so will ich kurz wenigstens ihre Städte auf demselben vulkanischen Boden wieder würde, höchstens 300 bis 400 Dollars auf den Kopf zu die folgenden berühren. gewähren, also nicht mehr, als den Bedarf zur Deckung Die Kräftevergeudung, welche daraus herstammte, daß des nothwendigsten Lebens- Unterhalts mit Ausschluß jeder man die Leitung der Produktion einzelnen unverantwort= Bequemlichkeit und Annehmlichkeit. Wie kommt es denn, lichen Privatunternehmern übertrug, die ganz ohne gegen Alters- und Invalidenrente, Beitragsjahr daß Sie jetzt so viel mehr übrig haben?" " 1 seitiges Einverständniß und Uebereinkommen vorgingen, aufbaut. und Arbeitszeit. ( Fortsetzung folgt.) Ein wichtiges Zugeständniß seitens der Unternehmer. Das ist eine Frage, die eine sehr verwickelte Aus- war hauptsächlich eine vierfache: erstens die Vergeudung einandersetzung erfordert, Herr Westerwiederte Dr. Leete durch falschgewählte Unternehmungen; zweitens, die Verund ich könnte es wohl verstehen, wenn Ihre Freunde geudung durch den Konkurrenzkampf und durch die gegenseitige in dem von Ihnen vorausgesetzten Falle erklärten, Ihre Befehdung derjenigen, welche wirthschaftlich thätig waren; Auf dem Verbandstage der deutschen BaugewerksErzählung enthielte nur einen Traum, und wenn Sie drittens, die Verschleuderung durch die periodisch ausdarauf nichts entgegnen könnten. Ich vermag diese brechenden Stockungen und Krisen mit dem darauf folgen- berufsgenossenschaften am 1. September v. J. zu Stuttgart Frage heute nicht erschöpfend zu beantworten und zum den Stillstand der Industrie; viertens die Vergeudung, ist festgestellt worden, daß die durchschnittliche jährliche genauen statistischen Beweise meiner allgemeinen Angaben weil fortmährend Produktionsmittel und Arbeitskräfte brach Arbeitszeit der Bauhandwerker zweihundertzwanzig müßte ich die Bücher meiner Bibliothek zu Rathe ziehen. lagen und keinen Ertrag brachten. Wenn nur eine dieser Tage beträgt. Aber ich kann es doch unter keinen Umständen dulden. Vergeudungen eingetreten wäre, während man die anderen daß Sie durch Ihre alten Freunde in Verlegenheit gesetzt zu umgehen gewußt hätte, so hätte dadurch allein schon werden sollten, da zur Aufklärung schließlich auch nur eine zum Wohlstand bestimmte Nation zur Armuth verwenige Bemerkungen hinreichen. urtheilt sein müssen. Fangen wir zunächst einmal mit den vielen Er-" Fangen wir einmal mit der Kräfteverschwendung sparnissen an Gütern an, die wir im Verhältniß zu durch falsch gewählte Unternehmungen an! Da bei Ihrer Zeit machen können. Ihnen die Produktion und der Absatz der Produkte ohne Wir haben keine Schulden des Reiches, des Staates, jede Organisation und Uebereinstimmung der unzähligen der Kreise, noch der Gemeinden daher auch keine Rück- Privatkapitalisten vor sich ging, so wußte kein Mensch zahlungen und Verzinsungen nöthig. Wir haben keine genau, wieviel die Gesellschaft gerade von einer Waare Wir geben den diese Sache betreffenden ProtokollAbschnitt jener Versammlung wörtlich wieder: ,, ad VIII der Tagesordnung ist der bereits im vorigen Jahre verhandelte Antrag der Hamburgischen BaugewerksBerufsgenossenschaft, betreffend die einheitliche Ermittelung der Durchschnittszahl der versicherten Arbeiter, wiederum eingebracht und damit motivirt, daß die aus den Rechnungsergebnissen des Jahres 1886 zu entnehmenden Zahlen, beziehungsweise zu berechnenden Jahresarbeitsverdienste der Arbeiter den Beweis der Unrichtigkeit der Durchschnittszahl liefere, während doch diese Grundlage aller Statistik möglichst genau sein müsse. Es wird vor die Selbstversicherung, vereinbart worden. wieder zwei Kongresse, je einer von jeder der beiden Richtungen berufen werde. geschlagen, die Summe der aus den Lohnnachweisungen| Ein Ende dem Bruderswift! fich ergebenden Tagewerke durch 250 zu dividiren, da diese Zahl bereits als Norm für die regelmäßige Beschäftigung eines Arbeiters in einem Jahre, in Bezug auf feit fait drei Jahren ein Zwiespalt, der dieselben in zwei Theile den Kongreß anerkennen und beschicken werden, der Unter den Dentschen Maurern bestand bekanntlich Zu dieser Frage erklärte die Versammlung, daß beide Herr Gerhardt- Elberfeld und Andere unterstützen den nahezu gleiche Theile gespalten hatte. Es war dadurch von der( durch die Kasseler Zusammenkunft der deutschen Antrag, doch wird die Zahl 250 als Divisor mehrfach für jede gemeinsame Thätigkeit gelähmt und konnte nach Maurer der einen Richtung) eingesezten Kommission bezu groß erachtet und dafür die Zahl 220 vorgeschlagen. feiner Richtung hin die Gunst der Verhältnisse gehörig rufen wurde. Der Herr Vorsitzende führt die Entscheidung durch Abstimmung herbei und dadurch den Beschluß, daß fortan ausgenußt oder ein Angriff mit dem nöthigen Nachdruck Es wurde schließlich noch Gemeinsamkeit der Andie Summe der Tagewerke durch 220 zu dividiren vor- abgewehrt werden. fichten darüber erzielt, daß dieser Kongreß so früh als geschlagen wird. Beiderseits war man von der Unhaltbarkeit dieses möglich, aber nicht vor Mitte März oder nicht später als Die Sache ist für die Arbeiter natürlich wichtig bei Zustandes vollständig überzeugt und gaben einige Berliner gleich nach Ostern berufen werden soll. etwa wieder vorkommenden Ausständen, wenn die Unter- Maurer die Anregung, eine Verständigung zu suchen. In nehmer dem Publikum von dem hohen Jahresverdienst Folge dieser Anregung hatten sich am 2. d. M. einige eine so friedfertige, daß wir hoffen dürfen, die noch ge= Die Stimmung, die sich allerseits kund gab, war der Maurer und Zimmerer vorflunkern.*) der hauptsächlichsten Führer der deutschen Maurerschaft bliebenen Verschiedenheiten werden sich auf diesem, nach 220 Tage fann ein Maurer oder Zimmerer durch- beider Richtungen in Bremen versammelt, um eine drei Jahren wieder ersten Voll- Kongreß der deutschen schnittlich im Jahre arbeiten, wenn er immer Arbeit erhält Ausgleichung des Maurerstreites anzubahnen. Maurer leicht und ohne jede Schwierigkeit ausgleichen und nicht wegen Arbeitsmangel feiern muß! Das macht im Jahr 220: 6= 36% Wochen. diese Verhandlungen ohne große Mühe und fast ohne Dank dem beiderseitigen Friedensbedürfniß führten lassen. 47 Wochen soll das Beitragsjahr der Alters- und Invaliden- jeden Widerspruch zur einstimmigen Annahme von Vor- werkschaft wieder ihren Marsch gemeinsam und mit verWir können so hoffen, diese große und wichtige Geversicherung haben, fehlen also 1013 Wochen jährlich. Bei der Altersrente erhöht sich auf diese Weise die schlägen, welche die Beilegung des Streites in kürzester einten Kräften zum Heile der gesammten Arbeiterbewegung Zeit in ganz sichere Aussicht stellen. fortsetzen zu sehen. Wartezeit von 30 Beitragsjahren auf nahezu 39 Kalenderjahre. In den 50 Wartejahren, die zum Erreichen der Es galt hauptsächlich, zu verhindern, daß der Streit höchsten Invaliden rente erforderlich sein sollen, sind in den Organen der beiden Richtungen in der Weise 2350 Wochen enthalten. Um sie zu erreichen, braucht der weiter geführt würde, wie es leider häufig genug geschah, Bauhandwerker mehr als 64 wirkliche Jahre, wenn und wurde also beschlossen mit Zustimmung der anwesen- Die Freunde unserer Zeitung ersuchen wir um gefällige er immer Arbeit hat: er wird dann also mindestens den Schriftleiter der beiden Blätter, daß von nun ab der Mittheilungen von Adressen aus ihren Bekanntenkreisen von solchen Personen( besonders auswärts) welche voraussichtlich geneigt 81 Jahre alt! Wohl bekomm' es ihm. gegenseitige Streit, insbesondere soweit er sich auf Per- find, auf die„ Volkstribüne" zu Neujahr zu abonniren. Nach sonen und persönliche Fragen bezieht, eingestellt wird Empfang der Adressen werden wir an die Betreffenden Probenummern und beide Blätter die für die deutschen Maurer wichtigen unserer Zeitung absenden. Natürlich muß die Mittheilung rasch Vorkommnisse sämmtlich ihren Lesern vorführen werden, geschehen. gleichgültig, welche Seite sie betreffen. Kolporteur. Das Schwarz'sche Buch über Lübeck können Kolporteure zu äußerst ermäßigtem Preise beziehen durch die Ver= lagsbuchhandlung. Hamburg, Große Theaterstr. 44. *) Es sind übrigens dabei die Tage noch nicht in Abzug gebracht, die der Bauhandwerker durch Laufen nach Arbeit oder sonstwie beschäftigungslos ist, wenn das Wetter das Arbeiten gestatten würde. Dann mußte verhindert werden, daß nicht etwa Briefkasten. Restaurant Herm. Liewald, Möbel-, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin| Allgemeiner Metallarbeiter- Berein Mariannenstrasse empfiehlt seinen großen Mittagtisch nach Auswahl mit Bier 45 Pfg.- Abendtisch nach Auswahl zu mäßigen Preisen, sowie vorzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. Ein Vereinszimmer mit Pianino, 50 Personen fassend, ist zu vergeben. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager von C. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Wohlschmeckende, gesundheitsgemäß bereitete Speifen werden zu billigen Preisen nach stets reichhaltiger Karte im neu eröffneten Vegetarischen Speisehause von A. Kaemmerer, Spandauerstraße 7071 I. ( Ecke der Kaiser Wilhelmstr.) von Mittags 12 bis Abends 10 Uhr verabreicht. Behagliche Räume. Besondere Zimmer für Damen. Kein Trinkgeld. Kein Bierzwang. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager, empfiehlt E. Wilschke, Junkerstr. 1, Ecke d. Markgrafeuftr. Kaffee Restaurant H. Hoffmann, empfiehlt sein Kaiserstraße 4, Weiß- und Bayrisch- Bier- Lokal allen Freunden und Genossen, sowie seiner werthen Nachbarschaft. Bureau- Vorsteher a. D., tücht. Jurist, in kaufm. Buchführ. geübt, mit schön. Handschr., erbietet sich zu jedweder Arbeit, auch z. Unterricht. von Kindern. Such. ist in Folge jahrelanger, sehr harter Haft ohne Existenzmittel und äußerst leidend, aber noch arbeitsfähig. Die Adresse ist in der Erp. d. Bl. zu erfahren. Für Zetel( Oldenburg) nimmt Bestellungen auf die Berliner Volkstribüne" entgegen Tischler Friedrich Eilers, bei Johann Prull. Kötzschenbroda b. Dresden. Die ,, Berliner Volks- Tribüne" liefere ich für 50 Pf. monatlich frei in's Haus und sehe recht zahlreichen Bestellungen entgegen. E. Lehmann, Uferstraße 6. Verband deutscher Mechaniker und verw. Berufsgenossen. ( Bahlstelle Berlin.) General- Versammlung am Mittwoch, den 9. Januar, Abends 81/2 Uhr, bei Lammers, Kommandantenstr. 71-72. Tagesordnung: 1. Rassenbericht vom IV. Quartal. 2. Jahresbericht des Vorstandes. 3. Bericht des Ausschusses. 4. Wahl des Gesammt- Vorstandes. 5. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. 6. Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. recht zahlreiches Erscheinen Der wichtigen Tagesordnung wegen bittet um Der Vorstand. Kommandantenstrasse 35, I. bon Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Die von Mitgliedern des Fachvereins gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt sich einem geehrten Publikum zur Anfertigung von Herren- Garderoben jeder Art. Neichliche Auswahl in- und ausländischer Stoffe. Reelle Bedienung, guten Siz, solide Preise garantirt der Vorstand. Gleichzeitig machen wir auf unser reichhaltiges Lager: Frühjahr- und Sommerpaletots, aufmerksam. Um zu räumen herabgesezte Preise! Gold- und Silberwaaren zu Fabrikpreisen A.S. 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Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Auch werden daselbst die Mitgliedsbücher ausgegeben. Um recht zahlreichen Besuch betreffs des Vortrages bittet Der Vorstand. General- Versammlung des Vereins der Freien Vereinigung und Fachgenossen der Maurer Berlins Sonntag, den 6. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Lotale Sanssouci, Stottbuser 4a. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung der Gewerkschaften für die Arbeiterbewegung.( Ref.: Mar Schippel.) 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren. 4. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Mitglieder werden aufgenommen. Eine zweite Versammlung findet am Donnerstag, den 10. 5. M., Abends 8 Uhr, im Lokale Königshof, Bülow= straße, statt. Tagesordnung: 1. Die Entwickelung der Gewerkschaften in den letzten 40 Jahren. 2. Diskussion. 3. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und Berufsgenossen. Montag, d. 7. d. M., Abends 8½ Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28. Versammlung. Tagesordnung: Vortrag über Volkswirthschaftliche Theorien. Der Arbeitsnachweis für Schlosser und Berufsgenossen befindet sich im Lokal des Herrn Sodtke, Ritterstraße 123. Kontrolle Abends 8-10 Uhr, Sonntags von 9-11 Uhr Vormittags. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mitglieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. ,, Berliner Volkstribüne", Fachverein der Tischler. Arbeitsnachweis für Tischler. pünktlich ins Haus, habe ich im Auftrage der sehend. Expedition für die Moabiter Gegend über- Sonnabend, 8% nommen. Recht zahlreichen Bestellungen entgegen- Sonnabend, 5. Januar, Abends 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, Außerordentliche General- Berjammlung. Robert Hein, Birkenstr. 31, Hof part. Bautzen. Abonnements für die „ Berliner Volks- Tribüne“ übernimmt John Schwabel, Kornmarkt 6. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn B. Bruns. 2. Bereinsangelegenheiten und Fragekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Der Vorstand. Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich Alte Jakobstr. 38 im Restaurant Schumann. Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt au Wochentagen von 8 bis 10 Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da fich die vier Kassirer der Ortsfrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, sich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu benußen. Der Vorstand. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: T. Posekel, Berlin 9. O., Dranienstraße 23. Aeiblatt zur„Aertiner Holks-Hribüne". i. Sonnabend, den 5. Januar 1889. m. Jahrgang. �Nachdruck»trBotenJ Aroggy und sein Mruder. Eine Geschichte. Nach dem Englischen. I. In Shoreditsch, einem der elendsten StadttheileLondons, wohin der im Ueberfluß Prassende des Westend wohl nie seinen Fuß setzt, lebte vor etlichen Jahren eine Familie, die aus Vater, Mutter und zwei kleinen Buben bestand. Ihr ganzer Reichlhum war ein Marionettentheater, bei dessen Vorstellungen Jeder von ihnen mitwirkte, Benny, der jüngste Bube ausgenommen, der noch zu klein war, um sich nützlich zu machen. Während der Varer, hinter einem grünen Vorhang verborgen, den Kaspar und den Polizisten mit näselnder, den Kindern wohlbekannter Stimme plaudern machte, stand die Mutter, welche Benny auf dem Arm trug, hinter der kleinen Baracke Wache, um Neugierige abzuwehren, die das Geheimniß der Koulissen zu ergründen suchten. Froggy, der ältere Bube, welcher kaum größer als Benny war, stand unterdeß neben der großen Trommel und überwachte die Fenster der Nachbar- schaft: war der Augenblick der Kollekte gekommen, so konnte er seiner Mutter sagen, welche Fenster während der Vorstellung als Logen gedient, und wo man folglich einsammeln gehen konnte. Der Bube hieß eigentlich Thomas oder Tommy, aber sein Vater hatte für ihn den Namen Froggy, d. h. Fröschchen, aufgebracht, weil er oft an einem heiseren Husten litt, der an das Quaken der Frösche erinnerte, und weil sich seine kleinen Hände im Winter stets eisig kalt anfühlten. Das Leben dieser armen Leute war hart genug. Jeden Morgen verließen sie Shoreditsch, um nach den wohlhabenderen Stadtvierteln zu wandern, deren Bewohner sich den Luxus leisten konnten, den Hanswurst zu sehen. Im Sommer wie im Winter, bei Regen, Schnee und Hagel wie bei Sonnenschein hieß es für sie: vorwärts. Das schlechte Wetter gerade verhalf der Familie zuweilen zu einer besseren Einnahme. Wenn sich die Kinder der Reichen an Regentagen zu Hause langweilten und der £'♦ �y! nebst Trommelwirbel an ihr Ohr schlug, so konnten sie gar eindringlich bitten und betteln,„nur noch dieses Mal" den Kaspar sehen zu dürfen. Die Eltern ließen sich meist rühren, und an einem Fenster des Erdgeschosses erschienen dann zwei bis drei glückstrahlende Kindergesichter, welche der herumziehenden Truppe das Zeichen für den Beginn einer Vorstellung gaben. Der geheimnißvolle Kasten ward geöffnet, der Vorhang ging auf, KaSpar, der Polizeikommissar, der Doktor K. erschienen auf der Szene. Das waren die guten Tage. Aber oft bot die arme Familie auf dem Heimmarsch einen traurigen Anblick. Der Vater, mit dem kleinen Theater beladen, ging voraus, und sein unsicherer Schritt zeugte von häufigen Stationen in der Schenke. Dann kam die bleiche, abgezehrte Mutter, welche jeden Augen- blick von einem trockenen Husten geschüjtclt ward, trug Benny und that ihr Bestes, Froggy zu trösten, der sich an ihrem armseligen Rock klammerte und einmal über das andere ausrief: „Ach, Mutter, jviö müde ich bin! wie müde ich bin! Wenn ich doch klein wie Benny wäre, damit ich auch getragen würde.'' Und die Mutter antwortete gutwüthig scheltend: „Schäme dich doch! Froggy ist ein großer Junge!... Froggy ist artig und marschirt tapfer darauf los, bald wird er zu Hause am Tisch sitzen Und zufrieden sein." Der kleine Mann fand dann seine Kräfte wieder und sagte kein Wort, bis man das elende Loch erreichte, das die armen Leute ihr Heim nannten. Das Heim hatte sicher nickts Verführerisches. Es war eine nackte, bei einer benachbarten Feuersbrunst halb verbrannte Mansarde, die an einem schmutzigen, schwarzen Hause klebte. An fast sämmtlichen Fenstern fehlten die Scheiben, denn dieselben waren nie ersetzt worden, seitdem sie von dem Kuß der Flammen zersprungen waren. Der Umstand trug während der Winternächte gerade nicht zur Behaglichkeit der Bewohner bei, aber er hatte auch einen Vor- theil: die dem Gin(Wachholderbranntwein) ergebene Hausbesitzerin, die sich nie zu Reparaturen� entschließen konnte, vermiethete die Mansarde zu einem sehr mäßigen Preis. Die Mutter Froggy's hatte etliche zerbrochene Scheiben mit Papier verklebt, mit alten Lumpen hatte sie Löcher verstopft, und so drang zwar nicht viel Licht in die Wohnung, aber der Wind wurde wenigstens in Respekt gehalten. Samstag Abend kam die Arme stets etwas früher nach Hause, um das Haus für die ganze Woche schön zu machen. Auch sie fühlte das Bedürfniß, ihrem Heim für den Ruhetag einen festlichen Anstrich zu geben, den allerdings nur ihr« eigenen Augen wahrzunehmen vermochten. An einem Dezemberabend war der Heimmarsch der Familie trauriger als je. Den ganzen Tag über war russiger Schnee gefallen, wie er nur in London fällt. Wie gewöhnlich hatten sie Tausende von Straßen und Plätzen durchwandert, aber sie hatten fast nichts verdient und kamen mit leeren Taschen heim. In düsteres Schweigen versunken marschirte der Barer voraus, Niemand aus- weichend, rechts und links an Passanten anstoßend. In triefenden, am Leibe festklebenden Kleidern kam die Mutter mit den Buben Hintenack). Benny schlief, Froggy hielt jedoch die Augen weit offen und verlor nichts von dem, was um ihn her vorging. Ohne selbst recht zu wissen warum, fühlte er, daß heute Abend in Haltung und Gang seiner Mutter etwas schrecklich Beunruhigendes lag. So wanderte er ohne Klagen vorwärts, er fühlte instinktiv, daß nicht der Moment dazu angethan war, die Mutter zu quälen. Wenn eine Gasflamme ihr Licht auf sie warf, erschien sie ihm entsetzlich bleich. Warum ging sie mit so unsicheren, schwankenden Schritten? Warum schien sie unter dem leichten Gewicht Bcnny's zusammen zu brechen? Warum sprach sie nicht? Alle diese Fragen drängten sich durch Froggy's kleines Gehirn, während er der armen Frau folgte. Plötzlich überfiel ihn eine unerklärliche Angst. „Mama", sagte er,„warum sagst Du nichts? Schläfst Du?" Die Frau fuhr beim Klang seiner Stimme erschrocken zusammen:„Nein, Froggy, erwiderte sie, während sie einen Seufzer zu ersticken suchte, aber mir ist schlecht, sehr schlecht. Ich weiß nicht, ob ich bis nach Hause kommen kann." „So gieb mir Benny, Mutter", schlug der Kleine vor,„icki kann ihn tragen, er ist nicht zu schwer für mich." Damit stellte er sich vor sie hin und streckte die Arme aus, um die Last in Empfang zu nehmen, welche die Mutter lautlos aus ihren Händen gleiten ließ. Sie mußte sehr krank sein, damit sie Benny seinem älteren Bruder anvertraute. Noch nie hatte Froggy den Kleinen tragen dürfen, da sie stets befürchtete, beide Kinder könnten fallen. Mit etwas leichterem Schritt marschirte die Mutter nun vorwärts, aber von Zeit zu Zeit mußte sie stehen bleiben, um Athcm zu schöpfen. Froggy versuchte dann die Erschöpfte zu stützen, er sprach ihr Muth zu, wie sie so oft mit ihm gethan. „Nun sind wir schon in Shoreditsch, Mutter", tröstete er,„nimm Dich nock ein wenig zusammen, gleich sind ivir zu Hause!... Ach, wer hilft nur der Mutter nach Hause zu gehen? Warum läuft Papa so schnell? Ich könnte den Kasten tragen, und er könnte die Mutter führen... Aber ich sehe ihn nicht." Nachdem sie unzählige Male Halt gemacht, langten sie endlich vor dem Hause an. Benny stieß die Thür auf und war mit zwei Sprüngen in der Mansarde. „Vater", rief er,„komm schnell und hilf der Mutter die Treppe herauf. Sie steht unten und ist so müde, so müde..." Der Mann stürzte eilig die Treppe hinunter, trug die an der Thürschwelle ohnmächtig zusammengebrochene Frau in die Mansarde und legte sie behutsam auf dem Strohsack nieder, der ihnen als Bett diente. Er nahm ihr die durchnäßten Kleider, die kothigen Schuhe ab, hüllte sie in die einzige vorhandene Decke und suchte sie zu er- wärmen.. Sie war ihm stets eine ergebene, liebevolle und treue Gefährtin gewesen. Der Gedanke, sie zu verlieren, erfüllte ihn mit Entsetzen. Sie war von jeher nicht kräftig gewesen, aber so schwach wie heute hatte er sie noch nie gesehen. Kaum war sie sonst nach Hause gekommen, so bereitete sie das Ab-mdbrot und suchte Alles so behaglich zu machen, als es ihre Armuth nur zuließ. Sie machte es dem Vater bequem, sie fütterte die Kleinen und machte sie durch liebevolle Pflege das schlechte Wetter, die Müdigkeit, das Elend vergessen. Wie anders war es heute! Unbeweglich, stumm, mit geschlossenen Augen lag sie da, ohne Bewußtsein dessen, was um sie her vorging. Der Vater zündete Feuer an, um Thee zu kochen. Er befahl Froggy den Kleinen zu füttern und zu Bett zu bringen. Die Herstellung von Benny's Lagerstatt erforderte besondere Vor- bereitungen, denn das Bübchen schlief oben auf dem kleinen Theater, und Froggy hatte sich schon oft die Frage gestellt, wo Benny schlafen sollte, wenn er so groß sein würde, daß seine Beine über den Kasten herabhängen müßten. Aber Froggy erledigte sich dieser Aufgabe mit großem Geschick, und nachdem er den kleinen Bruder mit ernster Würde abgefüttert, entkleidete er ihn, legte ihn nieder, deckte ihn sorgfältig zu und wiegte ihn, bis er eingeschlafen war. Darauf schlich er auf den Zehenspitzen zum Vater: „Ich habe Benny zu Bett gebracht", sagte er,„was soll ich nun thun?" „Auch schlafen gehen, hübsch still und ruhig sein", lautete die Antwort. Froggy zog sich in einen Winkel des Zimmers zurück und streckte sich auf einem kleinen Strohsack aus. Er war hungrig und hätte gern zu Abend gegessen, aber angesichts der kranken Mutter und des besorgten Vaters wagte er nicht, seine Portion zu fordern. Er gab sich alle Mühe zu schlafen, allein der Hunger hielt ihn wach. Lange lag er mit weit offenen Augen da. Er betrachtete die jämmerliche Wohnung, mit den feuchten, kahlen Wänden, die qualmende, im Windhauch flackernde Kerze,' das KaSparletheatcr, welches Benny trug. Aber seine Blicke wanderten immer wieder zu dem Lager zurück, auf dem die Mutter ruhte. Er sah, wie der Vater Thee brachte, wie die Kranke zu trinken versuchte. Stunden vergingen so, und endlich schloffen sich die schwer gewordenen Lider des Kindes. Es tagte bereits, als Froggy erwachte. Der Vater wachte noch neben der armseligen Lagerstatt, und die Mutter sprach zu ihm: „Harry", sagte sie mit schwacher Stimme,„ich glaube wohl, daß wir zum letzten Mal miteinander Vorstellungen gegeben haben." Es schien Froggy, als ob er Schluchzen hörte. „Du bist ein gutes Weib gewesen, Jeanie", sagte der Vater,„Du warst geduldig und sanft. Wenn ich je ein böses Wort gesagt, so verzeih mir". Deutlich tönte jetzt Schluchzen an Froggy's Ohr, seine Augen füllten sich mit Thränen. Nach einer kurzen Pause murmelte die Mutter mit noch schwächerer Stimme: „Verlier den Muth nicht, Mann, pflege die Kinder gut! Schicke Froggy in die Abendschule. Erzähle den Kleinen, daß ich in ein anderes Land gegangen..." Bei diesen Worten schlüpfte Froggy flink wie ein Häschen unter seiner Decke hervor, eilte barfuß durch das Zimmer und stellte sich an das Lager der Sterbenden. „Mutter!... Mutter!" rief er aus..., Du willst in ein anderes Land reisen? Wohin gehst Du, sag'?" Und als die Antwort auf sich warten ließ, drängte er in den Vater um Auskunft. „Vater", frug er,„ist das Land weit. Kostet das Reisebillet viel? Wo ist das Land?" „In dem Lande sind alle Menschen glücklich", ant- wortete der Vater schluchzend. „So will ich auch in das Land", stieß der Knabe fast ungeduldig hervor.„Warum willst Du ohne uns, ohne Benny und mich abreisen, Mutter? Warum gehen wir nicht alle zusammen dahin, wenn man dort glück- lich ist?" „Bald kommt auch ihr alle in das Land, Harry, Froggy und Benny", murmelte die Mutter, ehe sie in einem Seufzer ihr Leben aushauchte. „Jeanie, meine Jeanie" schrie der Mann in miTdcm Schmerz, ohne Äntivort zu erhalten. „Ist Mutter in das schöne Land gegangen?" frug Froggy leise, während er den Vater anschaute. »Ja, ja, Froggy", gab der Vater unter Thränen zurück.„Nun hat Mutter keine Sorgen mehr, sie ist nie mehr müde und krank." „Um so besser", sagte das Kind,„da bin ich zufrieden und gehe wieder schlafen." Froggy suchte seinen Strohsack wieder auf und schloß die Augen. Aber lange noch hörte er, wie der Vater neben der todten Mutter schluchzte, und ohne zu wissen warum, brach auch er in Thränen aus, obgleich er im Grunde seines Herzens ftoh war, daß seine Mutter nie mehr müde und krank sein würde. (Fortsetzung folgt.) Die soziale Gleichheit eine Forderung der Moral.*) 2. Die soziale Gleichheit. B.W. Ueber den Begriff„sozial", welcher eine Schöpfung der Neuzeit ist, hat sich der Sprachgebrauch noch nicht geeinigt; die Vorstellungsmasse, welche das Wort„sozial" bezeichnet, befindet sich noch in einem Zustande des Fließens, der Veränderung; der Kristallisationsprozeß des Begriffes (sozusagen) ist noch nicht vollendet. Deswegen empfiehlt es sich nicht, für den Begriff„sozial" eine feste Formel aufzustellen. Dies ist für unfern Zweck auch gar nicht nöthig. Unser Zweck wird hinlänglich erreicht, wenn die wesentlichen Bcstandtheile des Begriffes, diejenigen Vorstellungsgruppcn, welche der Sprachgebrauch übereinstimmend zu ihm rechnet, in's Auge gefaßt werden. Zu diesen feststehenden Theilen des Begriffes„sozial" gehören diejenigen Verhältnisse der Gesellschaft, von denen in Abhängigkeit stehen: die Erziehung im weitestem Sinne, die körperliche, geistige und sittliche Erziehung, die Erziehung während des gesammtcn Lebens; der Beruf, die Wahl desselben, die Befriedigung innerhalb desselben; der Erwerb, die davon bedingte Nahrung, Wohnung und Kleidung, sowie das gleichfalls davon abhängige Ver- gnügen; und das Familienleben. Die sozialen Verhältnisse unserer Gesellschaft zeigen eine bedeutende Ungleichheit. Eine an Zahl höchst ge- ringe Gesellschaftsklasse ist in der Lage— wenn sie auch selten von dieser Gunst weisen Gebrauch macht— eine gute Erziehung zu empfangen, einen Benif zu wählen, welcher der Neigung entspricht, gute Nahrung, Wohnung und Kleidung, reichliches Vergnügen und Familienglück zu genießen, bei Krankheit und im Alter wohl versorgt zu *) Vergl. Nr. 50, 1888. Wir bemerken übrigens, daß wir vielfach anderer Ansicht wie der Verfasser sind und auf das Thema zurückzukommen gedenken. D. Red. sein. Die große Mehrzahl des Volkes dagegen muß von und Unrecht sind Sagungen, welche Menschen aufgestellt so darf er es nicht allzu genau mit der Wahrhaftigkeit Kindesbeinen an der körperlichen Pflege entbehren und haben; die nichtmenschliche Natur kennt kein Recht und nehmen; und der Krämer wird oft genug vor die Wahl vielfach mit noch unentwickeltem Körper harter Arbeit Unrecht. Aber viele Naturrechtler verbinden mit dem gestellt, entweder geschäftlich zu Grunde zu gehen oder fröhnen; die geistige Ausbildung dieser Mehrzahl, des Begriff ,, Natur" die Vorstellung von etwas Heiligem, stets seine Kunden zu betrügen, z. B. die Waare zu verfälschen eigentlichen Volkes, befähigt dasselbe nur zur Handarbeit, Gesundem und stets das Richtige Treffendem; sie ver- und schlecht zu wiegen. Die Allgemeingültigkeit der morahält es in Unkenntniß über wichtige Thatsachen der göttern also die Natur. Jedoch dieselbe ist kein Wesen, lischen Forderungen hat zur Vorausseßung allgemein gleiche Natur und Gesellschaft und macht ihm höhere Geistes- welches Zwecke verfolgt, kein fühlendes und denkendes sittliche Freiheit, d. h. Freiheit von Hindernissen genüsse nicht zugänglich; der Beruf wird fast allgemein Wesen. Nur soweit sie sich darstellt als Gehirn, verfolgt des sittlichen Handelns, von sittlichen Anfeindungen, von von den Verhältnissen aufgenöthigt, ist hart und nimmt sie Zwecke. Doch angenommen, die Natur künde durch Versuchungen zur Unmoralität. Nur in einer sozialKraft und Zeit übermäßig in Anspruch; der Erwerb ist wesentlich gleiche Gestaltung der Menschen wirklich ihren gleichen Gesellschaft können die Menschen thun und lassen, derartig gering, daß die nothwendigsten Bedürfnisse nur Wunsch an, daß die Menschen gleich glücklich sein sollen, was sie thun und lassen sollen. Nur für eine solche kümmerlich befriedigt werden, Vergnügen nur spärlich und so ist damit noch nicht erwiesen, daß es auch gut sei, Gesellschaft also können gerechterweise allgemeine Moralforin groben Formen genossen wird, und die Sorge den der Natur ihren Willen zu thun. Hat nicht die Natur derungen aufgestellt werden. Arbeiter während des ganzen Lebens begleitet, da bei auch böse Intentionen? Das Reich des Mephistopheles Demnach bleibt fest wie der Hauptsatz der Moral die Arbeitslosigkeit, welche häufig eintritt, das Einkommen gehört doch auch zur Natur; und der Optimismus, der Forderung der sozialen Gleichheit bestehen. Wer seinem aufhört, und für Krankheit und Alter so gut wie gar da redet von jener Kraft, die stets das Böse will, und Leben den höchsten Werth geben, das heißt nicht ausnicht gesorgt ist; das Familienleben der großen Volks- stets das Gute schafft", ist mehr Behauptung, als Beweis. schließlich für sein enges Jch, sondern für das Wohl einer masse verkümmert unter diesen Umständen und bringt nur Die Ableitung unserer moralischen Forderung aus dem möglichst großen Anzahl arbeiten will, der muß ein leuchspärliches Glück hervor. vermeintlichen Willen der Natur ist also fehlerhaft. tendes Jdeal in der sozialen Befreiung der Hauptschichten Unter sozialer Gleichheit ist demnach ein Zustand der Die soziale Gleichheit folgt nicht aus dem Natur- unserer Bevölkerung sehen, in ihrer Erlösung vom Drucke Gesellschaft zu verstehen, welcher die angedeuteten Klassen- recht es giebt kein solches- sondern ist ein Ideal- der materiellen Noth, in ihrer Erhebung aus einem verunterschiede beseitigt. Es braucht wohl nicht hervor- recht, eine Forderung der Moral des allgemeinen fümmerten Lebensgenusse zu hohem Glücke. Allen Wohlgehoben zu werden, daß die anzustrebende soziale Gleich- Glückes. stand, Muße und Bildung! Denn Wohlstand, Traulichheit nicht etwa gleich schlechte Verhältnisse bedeutet, Grundsaz dieser Moralphilosophie ist der unbestreit- keit der häuslichen Verhältnisse, gesunde Lebensweise, Bilsondern gleichmäßig gute; die Gleichmachung soll nicht bare Saß: Gut ist dasjenige, aber nur dasjenige, welches dung des Geistes und Herzens sind für die Blume des die gut fituirten Klassen auf einen tieferen Standpunkt mehr Lust als Unlust bewirkt, einen Ueberschuß des Glückes Glückes Regen und Sonnenschein. bringen, sondern die elend lebende Masse zu möglichst über das Unglück hervorbringt. Etwas ist also desto Schaffet eine Gesellschaftsordnung, welche mit allen günstigen Lebensbedingungen emporheben. Die soziale besser, je mehr Glück es verbreitet. Und höchstes Gut Bildungsmitteln an jeden Geist ohne Unterschied heranFreiheit ist also ein nothwendiger Bestandtheil der ist ein Zustand der Natur und der Gesellschaft, welcher tritt und denselben so hoch emporzuführen sucht, als er sozialen Gleichheit. allen fühlenden Wesen das höchste Glück verschafft. Selbst- steigen kann. Lasset nicht mehr den Geldbeutel der Eltern Eine Gesellschaft von sozialer Gleichheit würde etwa verständlich ist dieses höchste Gut ein Jdeal, dem wir uns über die Erziehung und den künftigen Beruf des Kindes folgendermaßen beschaffen sein: Die Kindererziehung wird nur nähern können. Unsere Moralphilosophie stellt mun entscheiden, sondern allein dessen Neigungen und Fähig= mit den zur Erzielung gutbefähigter Menschen denkbar unter Zuhilfenahme der Erfahrung Forderungen auf, keiten. besten Mitteln betrieben; selbstverständlich vermag nur die welche die menschliche Gesellschaft dem höchsten Gute näher Tragt dazu bei, daß bald eine Zeit erscheine, wo die Gesellschaft bezw. eine von der Gesellschaft betriebene bringen. Die Moral des allgemeinen Glückes hat also Arbeit ihre aufreibende Kampfnatur abgelegt hat, wo kein Erziehungsanstalt, dieses Ideal zu erreichen; die Erziehungs- die echt sozialistische Losung: Das größte Glück der Rücken mehr vom frühen Morgen bis zum späten Abend anstalt sucht alle Kinder ohne Unterschied des Standes größten Anzahl! sich unter Lasten krümmt, wo die Feierstunde aufhört eine und Einkommens der Eltern körperlich, geistig und sittlich Aus diesem Grundsatze folgt nun die Verpflichtung Pause der Erschöpfung zu sein, einzig bestimmt zum auf eine möglichst hohe Stufe zu bringen; der Grenzpunkt der Gesellschaft, aus jedem Menschen ein möglichst Schmieren der lebendigen Maschine, wo Elend und Sorge für die Bemühungen der Erzieher ist einzig und allein die Grenze der Befähigung des Zöglings. Ist diese Grenze mit soviel Bebauungsmitteln, soviel glückerzeugenden Urgroßes Glücksquantum herauszuarbeiten und daher um das Brod unmöglich find. Und hüten wir uns vor einem Fehler: Betrachten erreicht, so ist weiterhin dafür zu sorgen, daß der zu ent- fachen an seine Natur heranzutreten, als bei derselben wir die soziale Gleichheit nicht fühlen Herzens, mit dem laffende Zögling denjenigen Lebensberuf oder diejenigen fruchtbar anschlagen Gedanken: Das ist ein Jdeal, dessen Verwirklichung in Lebensberufe einschlägt, zu denen er wirklich berufen, d. h. durch Anlage und Neigung bestimmt ist; die Berufs,, Und nicht fruchtlos verschwendet werden!" weiter Ferne liegt. Freilich mag das Endziel vielleicht erst nach Jahrzehnten erreicht werden; aber bedenken wir, wahl wird also eine freie sein. Die Berufsthätigkeit wird höre ich die Streiter aus dem andern Feldlager einwerfen, was jeder Schritt, welcher uns dem Ziele näher bringt, den wahren Zweck der Arbeit erreichen, nämlich den welche glauben, eine schwache Stelle in der sozialreforma bedeutet. Ueberschauen wir unser Leben: Welch einer Menschen nur soweit anstrengen, als es die Hervorbringung führen sie den Einwand fort, rohe Naturen, welche nur torischen Front gefunden zu haben. ,, Es ist unsinnig, Fülle von Wohlgefühl ist schon ein einziges Herz fähig! der zum guten Leben nöthigen Produkte erfordert, und führen sie den Einwand fort, rohe Naturen, welche nur Und mit e Millionen glücklich und immer glücklicher zu durch diese mäßige, nicht einseitige Anstrengung das Lebens- für grobe Genüsse empfänglich find, auf eine ihre Fähig sehen! Ist es nicht begreiflich, daß der greise Faust„ im gefühl erhöhen, sowie Schaffensfreudigkeit bewirken. Was keit übersteigende Höhe des Glückes bringen zu wollen. Vorgefühl von solchem hohen Glück" den höchsten fo mirh herfsthe hie Menschen der Es wäe verlorene Liebesmühe, dem Bauer Zeit und Augenblick genoß? Idealgesellschaft befähigen, angenehm und gefund zu Gelegenheit zu schaffen, feingeistige Bücher zu lesen, und wohnen, sich gut zu nähren und zu kleiden, ein hinreichendes dem Fabrikarbeiter Geld, um gute Konzerte hören und Maß von Muße und Vergnügen, insbesondere edlem Theater besuchen zu können. Dieses gewöhnliche Volk Vergnügen, zu genießen und in Krankheit und Alter fich mag in seiner jetzigen sozialen Lage verbleiben; es soll zu pflegen. Das Jdeal des Familienlebens verlangt in arbeiten; wenn nur eine Klasse von feiner organisirten erster Linie Befreiung der Ehe vom Drucke derjenigen Naturen, eine Blüthenlese der Gesellschaft, durch immer Verhältnisse, welche heutzutage die Liebesehe erschweren; großartigere Leistungen der Kultur und immer höhere diese Befreiung wird besonders dadurch herbeigeführt, daß Freuden beglückt wird." Weib sowohl wie Mann im Lebensalter der Geschlechtsreife wirthschaftlich völlig frei dastehen und also heirathen können, ohne Noth befürchten zu müssen. Das Familienleben solcher ungefährdeten Liebesehen wird glücklich und für die Gesellschaft segensreich sein. Bemerank Gift Der Berliner Maurerprozeß und die Rechtsprechung.*) O Um die Hamburger Kommission zu einem Vereine zu machen, mußte nach der als richtig angenommenen Begriffserklärung auch eine Leitung" festgestellt werden. Das Urtheil des Reichsgerichtes thut dies in folgender Weise: ,, Wie schon erwähnt ist, fordert der erste Nichter zum Begriffe des Vereins" eine gewisse Leitung der Verbundenen, das heißt eine, die Unterordnung der Einzelnen unter den Willen der Gesammtheit ermöglichende Organisation. Der Richter fügt mit Recht hinzu, deß die Organisation nicht nothwendig in Bes stimmungen über Nechte und Pflichten, nicht in Statuten sich ausdrücken müsse. Daß der in Nede stehenden Kom= mission eine solche Organisation gefehlt habe, sagt aber das Urtheil nicht, dieselbe muß daher als vorhanden unterstellt werden, zumal bei entgegengesezter Annahme nicht abzusehen wäre, wie die Kommission die im Urtheile bargelegte umfassende Thätigkeit hätte entwickeln können." Das sind die lauten oder geheimen Gedanken der Gegner; mancher der unsrigen wird denselben schon begegnet sein. Unschwer ist es, die Haltlosigkeit derselben nachzuweisen. Die Gegner bedenken folgendes nicht: Die sozialen Unterschiede unserer Gesellschaft sind keineswegs durch die Natur geschaffen. Weit entfernt, ihre Gaben parteiisch unter die sozialen Klassen zu vertheilen, bedenkt 3. Die Moral und ihre Folgerungen. die große Mutter den Sohn des Tagelöhners nicht minder Unter Moral ist an dieser Stelle zu verstehen nicht reichlich, als das Kind des Millionärs. Mit nichten darf der Inbegriff der moralischen Triebe, derjenigen daher der Angehörige der sogenannten besseren Gesellschaft Forderungen, welche ein sittlich gebildetes Gemüth un- als ein von Hause aus feiner organisirtes und zu höheren mittelbar aus seinem sittlichen Bewußtsein heraus aufstellt, Freuden bestimmtes Wesen betrachtet werden, denn die sondern die Moralphilosophie, welche ihre Säße logisch gewöhnlichen Sterblichen niederer Geburt. Leset nach in begründet. Die Berufung auf die Stimme des Herzens der Geschichte des Geistes, wieviel Genien der Kunst und enthält keinen allgemeingültigen wissenschaftlichen Zwang; Wissenschaft, wieviel groß fühlende Adelsgestalten aus mit dem Herzen kann man nichts beweisen, denn das Bauernmark und Proletarierblut entsprossen sind. Erst fittliche Gefühl der einzelnen Völker und Zeiten hat sich infolge der Erziehung im weitesten Sinne des Wortes in unzählbaren Fällen widersprochen. Und auch in unserer- pflegt sich zu dem Unterschiede von Reich und Arm Man sagt, die Erklärung sei ganz richtig", läßt aber Zeit trifft das sittliche Gefühl durchaus nicht immer das der Unterschied von Gebildet und Ungebildet, Feinfühlig Rechte. Stellen wir uns z. B. vor die Frage: soll ein und Grobsinnig, Edel und Gemein zu gesellen. Die EinFamilienvater in erster Linie für seine Familie sorgen, wirkung roher Eltern, harter Verhältnisse und einer mangeloder giebt es etwas, das mehr Rücksicht verdient, z. B. haften Bildung macht aus einem Menschen einen rohen, die Ueberzeugung, die Menschheit? Sicherlich wird in der ungebildeten Menschen. Daß eine Leitung" umgewandelt wird in eine Organisation", daß also wieder ein Begriff, mit dem hier nichts anzufangen war, durch einen anderen ersetzt wird, ist nachgerade eine ganz gewöhnliche Erscheinung geworden. nicht eines der Merkmale, die sie giebt, bestehen. Aus der „ Dauer" wird eine längere Dauer", aus der„ Leitung" wird eine recht unbestimmte Organisation". Aber weiter, daß diese nicht vorhanden war, ist im Berliner Erkenntniß nicht gesagt, folglich muß unterBruft eines Menschen vom gewöhnlichen Schlage das In kurzer Zusammenfassung lautet der für die stellt werden, daß sie vorhanden war. Gewissen sprechen: zuerst kommen deine Kinder und deine Forderung sozialer Gleichheit gelieferte Beweis: Die Ge- Wir machen vor diesem Beweise eine tiefe Verbeugung. Frau. Und doch wagt, wenigstens in der Theorie, wohl sellschaft soll so eingerichtet sein, daß jeder Mensch das Das ist eine Schlußform, mit welcher„ Alles zu beweisen" kein Philister Arnold von Winkelried einen pflichtvergessenen jenige Glücksquantum erreicht, welches zu genießen er wir uns auch anheischig machen. Bis jetzt glaubten wir, Menschen zu schelten, weil derselbe die Freiheit der Schweiz durch seine natürlichen Anlagen befähigt ist. Die natürliche um im Urtheil dem Angeklagten eine Thatsache zu untermehr liebte, als seine Familie. Aus dem bloßen Gefühle Befähigung zum Glücke ist nun feineswegs nach Gesell stellen, müßte sie wenigstens annähernd erwiesen sein. kann demnach die Nothwendigkeit der sozialen Gleichheit schaftsklassen verschieden, sondern gleich. Daher ist die Nein, es genügt, daß ihr Nicht- Vorhandensein nicht ausnicht hergeleitet werden. gegenwärtig bestehende soziale Ungleichheit, die Abstufung gesprochen ist. Wem aber sonst sollen wir unsere Führung anver- der Gesellschaft in besser und schlechter fituirte Klassen, Nun brauchte der Berliner Richter die Erklärung trauen, wenn das Herz irren kann? dem Kopfe! Die unmoralisch. des Begriffes„ Verein" gar nicht weiter zu verfolgen, als Moral philosophie hat in Fällen zu entscheiden, wo das Noch aus einem anderen Grunde muß die Moral- er zu dem Schluß gekommen war, eine solche gewählte Gemüth Anzweiflung verdient. Welche Moralphilo- philosophie soziale Gleichheit verlangen: Die Moral stellt Kommission wäre keine Vereinigung“, die einen Verein allgemein gültige Forderungen auf, verlangt von bilde, weil die Freiwilligkeit des Entschlusses und " sophie? Es dürfte nöthig sein, zunächst zu zeigen, wie der jedem zurechnungsfähigen Menschen, daß er ihre Gebote die Dauer fehle; es war für den erkennenden Berliner Verstand nicht verfahren darf, um die soziale Gleichheit befolgt. Dies Verlangen aber ist in einer sozial- un- Richter also gar keine Nöthigung da, zu untersuchen, ob als moralische Forderung zu erweisen. Wenigstens ein gleichen Gesellschaft ungerecht. Ungerecht ist es z. B. eine Leitung vorhanden gewesen. Nach dieser Richtung moralphilosophischer Gedankengang, welcher in zahlreichen von einem Armen dieselbe Achtung vor fremdem Eigenthum hin haben auch, wie uns erinnerlich ist, durchaus keine Köpfen lebt, möge hier widerlegt werden. Aus der zu verlangen, wie von einem Wohlhabenden. Ungerecht Beweisaufnahmen stattgefunden. Die Hamburger Kommission Behauptung, daß alle Menschen von der Natur wesentlich ist es, ein Weib zu verdammen, das sich aus Elend hat bestritten, daß eine solche Leitung vorhanden wäre gleich geschaffen seien, wird gefolgert, daß die Menschen prostituirt. Unsere sozialen Verhältnisse zwingen geradezu und bewiesen ist ihr das Vorhandensein nicht. Wir halten gleiches Anrecht auf Genuß haben. Diese Folgerung zu unmoralischen Handlungen. So ist die Unredlichkeit den Schluß des Reichsgerichtsurtheiles also für einen ist falsch. Ihr Fehler geht hervor aus einem Fehler, ein nahezu unentbehrliches Erwerbsmittel für unseren welcher in dem Begriff des Naturrechtes liegt. Necht Handelsstand. Will z. B. der Börsianer Geschäfte machen,*) Vergl. Nr. 52, 1888. " Trugschluß. Er wird durch den Nachsatz nicht besser, einseitige Aufforderung zur Verbindung) als ein in Etwas schwer verständlich ist der folgende Abschnitt. in welchem gesagt ist: ,, weil die Kommission eine Verbindung treten" angesehen wissen. Im ersten Theil wird zugegeben, ganz unumwunden zu umfassende Thätigkeit entwickeln konnte, wäre Es wurden Beziehungen geschaffen, die das Bewußt- gegeben, daß erwiesen sei, der Berliner Fachverein habe nicht abzusehen, wie sie dies ohne Leitung hätte sein von der Gemeinsamkeit wachrufen, sagt er. Ganz jede Verbindung mit anderen Vereinen von sich thun können." gut, das Bewußtsein von der Gemeinsamkeit eines fern gehalten, und im Nachsatz ist gesagt, es wäre Es erinnerte uns dieser Schluß einigermaßen an die Zweckes ist aber doch lange noch keine Verbindung zur nicht erwiesen, daß die Vereine sich in einem thatsächlichen theologischen Beweise" für das Dasein Gottes. Weil Erreichung dieses Zweckes. Das Bewußtsein der Noth- Irrthum befunden haben. Diese Vereine" können also eine Welt vorhanden ist, muß auch jemand da sein, der wendigkeit muß natürlich der Verbindung vorangehen, nur die anderen noch in der Anklage genannten und anfie geschaffen hat. In diesem Trugschluß wird unter denn niemand wird eine Verbindung schließen, die er für gezogenen Vereine sein, auf den Berliner Fachverein kann geschoben, daß eine Welt durchaus durch Schöpfung", unnüz hält, aber es ist nicht nothwendig, daß aus ihm sich das Folgende im Erkenntniß nicht beziehen. Der entstanden sein muß. Die andere Annahme, Kraft und eine Verbindung entsteht. Berliner Fachverein ist danach eigentlich als Stoff sind ewig, nimmt dieser Annahme jede Grundlage Mancher Herr Gerichts- Assessor hat das dringende vollkommen freigesprochen zu betrachten. und stößt den Beweis" um. Vewußtsein von der Nothwendigkeit der Verbindung mit Um ihn zu belasten, müßte neues Material herbeiEine Leitung ist zu einer Organisation durchaus einer reichen Erbin und es giebt vielleicht auch reiche gebracht werden, was, wie wir annehmen, nicht vornicht nöthig. Man kann sich sehr gut vorstellen, daß Erbinnen, die das dringende Bewußtsein haben, daß es handen ist. 5 oder 6 Personen, die eine Kommission bilden, zusammen- Zeit zu einer Verbindung sei; aber ach, das Wasser ist Zu dem letzten eingerückten Abschnitt des vorstehentreten, und durch freiwillige Uebernahme die Ge- manchmal gar zu tief, das Bewußtsein der Nothwendigkeit den Ausschnittes bemerken wir: schäfte unter sich vertheilen, daß dann, wenn man sich hilft nichts. nach Verabredung oder zufällig wieder trifft, jeder sagt; was er gethan hat, man die Sache freundschaftlich bespricht und sich wieder trennt, um in derselben Form weiter zu arbeiten. Das wäre eine gewisse Organi sation ohne jede Leitung. Wir, die wir das Vereinsleben aus dem Grunde kennen, können sagen, daß dies gerade die Art ist, wie kleinere Kommissionen in der Regel arbeiten. daß freilich die Organisationsform der deutschen Das Gesetz bestraft nicht Absichten und Bewußtsein, Maurer deshalb so gewählt war, um den Zweck, die Versondern muß mindestens, wenn es auch die Ueberzeugung besserung der Lage der Maurer zu erreichen, ohne die meint, auf eine Thatsache schlagen. nach dem Gefeße, unmögliche Verbindung aller Fachvereine nöthig zu haben. Nicht die Verbindung der Fachvereine war Zweck, sondern nur das Mittel zum Zweck, das verworfen wurde, weil es als untauglich befunden. " Soll das auch abgeschafft werden? Soll das Bewußtsein von der Nothwendigkeit einer sozialen Umformung nicht bloß sozialistengesetzlich- polizeilich, sondern auch gemeinrechtlich- richterlich bestraft werden? wurde. Auf dem besten Wege dazu scheinen wir durch die Die Verbindung wäre ganz unangreifbar. gewesen, Wozu da Leitung? Die Berliner Lohnkommission, beginnende Flüffigmachung der Rechtsbegriffe zu sein. wenn die Zentralkommission den ihr anfänglich mit voller die mit angeklagt war, gab in der Verhandlung eine ganz Das Reichsgerichtsurtheil unterstellt" ferner Absicht gegebenen Charakter einer durchaus nicht politischen der Wahrheit entsprechende Schilderung ihres Geschäfts- nochmals, daß, da nicht festgestellt ist, daß die Hamburger Kommission bewahrt hätte. Dann wäre es einerlei ge= ganges. Man traf sich in den Versammlungen der Maurer Kommission nicht mit dem Berliner Fachverein in Ver- wesen, ob man sie als Verein" ansah oder nicht. gelegentlich, man setzte sich an einen Tisch für einige bindung getreten ist, sie mit ihm in Verbindung ge- Freilich ist vielerseits der Begriff„ Verein" anders Augenblicke zusammen und machte sich die nöthigen Mit- treten ist. aufgefaßt, als das Reichsgericht ihn auffaßt, was nicht lungen. Man vergewisserte sich dabei, daß jeder das Dies widerspricht zwar der früheren, von uns mit- Befremden erregen möchte. Aber leider hat man auch fast freiwillig übernommene Amt auch nach dem Zwecke ver- getheilten Feststellung und auch einem späteren Saz des absichtlich die Augen dagegen verschlossen, was nun einwaltet habe. Ein jeder sprach sich aus ohne besondere Erkenntnisses. Es ist festgestellt, daß die Delegirten der mal in unserer Rechtsprechung allgemein als politisch" Form, man sah, wie jeder denkt, es ist also auch keine Berliner Maurer thatsächlich nicht Abgeordnete des angesehen wird. Die Lehren dieses Prozesses werden wohl Abstimmung erforderlich gewesen. Da giebt es weder Fachvereins waren; daß die Handlungen einzelner Vereins- nicht so leicht wieder in den Wind geschlagen werden. Vorsitzende, noch Schriftführer, noch Einberufer, noch Leiter, genossen nicht ohne Weiteres dem Vereine zur Last Sie sind kostspielig genug, selbst wenn der größere Theil noch Ordner, aber freilich eine gewisse, Organisation" zu bringen sind; daß der Verein geradezu sich bemüht der Angeklagten freigesprochen werden sollte, was nicht giebt es, wenn auch eine sehr lockere. Leitung heißt nicht: hat, jede Verbindung zu vermeiden. Freilich die ausgeschlossen ist. Die Kosten werden um so theurer, als Unterordnung des Willens des Einzelnen unter Hamburger Kommission ist dabei nicht ausdrücklich ge- der Prozeß die Amnestie des Kaisers Friedrich überdie Gesammtheit, sondern umgekehrt: Die Unter- nannt, weil für diese Verbindung auch nicht der Schatten dauert hat, und also den Verurtheilten eine recht erheb= ordnung des Willens der Gesammtheit unter den eines Verdachtes beizubringen ist. liche Kostenlast zufallen wird. Einzeln willen. Diese Unterstellung ist nicht gefährlich; da sie Eine Kompagnie Soldaten wird durch den Hauptmann thatsächlicher Natur ist, hat der Richter sie nachzuprüfen, geleitet. Der Gesammtwille wird seinem Einzelnwillen und da sie nicht beweisbar ist und nicht beweisbar sein untergeordnet. Ein Flug Tauben hält sich auch zusammen kann, so muß das Urtheil danach fallen. Das Reichsund befolgt eine gewisse Flugrichtung, aber selbst der auf gericht ist nicht maßgebend in Thatsachen, sondern nur in merksamste Beobachter wird da keine Leitung sehen. Ein Rechtsgrundsätzen. gemeinsamer Trieb leitet das Ganze und jede einzelne Wir setzen hier noch ein Stück Erkenntniß her, das Taube, wenn sie auch einmal abirrt, schließt sich immer kennzeichnend ist: wieder dem onzen, en Wir halten also diese Stelle aus dem Urtheil des Reichsgerichts vor dem Urtheil des prüfenden Denkers für nicht stichhaltig, ja für die schwächste Stelle im ganzen Urtheil, für so schwach, daß sie keineswegs eine Rechtsregel für den erkennenden Richter abgeben tann. Wir können nicht erschöpfend sein. Das Reichsgerichtserkenntniß bietet noch manche andere Bedenklichkeit, wir wollen nur noch kurz den Begriff Verbindung von Vereinen" betrachten. " 1 Das Vereinsgesetz verbietet im§ 8b Vereinen, die politische Gegenstände in Versammlungen zu erörtern bezwecken, daß sie sich mit anderen Vereinen gleicher Art zu gemeinsamen Zwecken in Verbindung setzen. Wir lassen es gelten, daß die mit„ insbesondere" im Gesetz eingeLeitete Aufzählung nicht erschöpfend ist, der Ausdruck ,, insbesondere" deutet, unserer Ansicht nach, schon an, daß nur einige vorzügliche, aber nicht alle Arten der Verbin dung aufgezählt sind. Wir haben nichts dagegen, wenn angenommen wird, auch durch Abgesandte, Boten u. s. w. kann eine solche Verbindung hergestellt werden. Ganz gewiß; wenn ein Verein in A., einen Abgesandten an einen Verein in B. schickt, der den Verein in B. auffordert, mit dem in A. zu einem gemeinsamen Zweck zusammen zu wirken, der Verein in B. den Boten nicht nur empfängt und aufnimmt, sondern auch Schritte thut, um der Aufforderung nachzukommen, dann ist ohne Zweifel eine Verbindung im Sinne des§ 8b eingetreten. Eine bestehende Entscheidung darüber lautet: Ein in Verbindung treten kann nicht schon in dem einseitigen, zur Herstellung der Verbindung geschehenen Schritte gefunden werden, vielmehr gehört dazu, daß die Handlung, durch welche der eine Theil mit dem anderen sich in Verbindung setzen will, eine entsprechende Erwiederung seitens des Letzteren finde, oder eine sonstige auf die Herstellung gegenseitiger Beziehungen gerichtete Thätigkeit desselben zur Folge habe.( Erfenntniß vom 12. Juli 1875.) Das ist klar und bestimmt, dieser Erklärung kann man die denkrechte Krystallform ansehen, sie ist fest und starr, zu bestimmt für die heutige Rechtsprechung, man muß suchen, sie zu erweichen und auch formbarer zu machen. " In objektiver Beziehung würde demgemäß der That bestand einer Ueberschreitung der im§ 8b des preußischen Vereinsgesetzes den politischen Vereinen gesezten Beschränkung anzunehmen sein. Ein Arbeiterinnenstreik in Frankreich. Cz. Die in der Weißgerberei von Tissier mit dem Färben der Häute beschäftigten 95 Arbeiterinnen sind seit bem 20. Dezember in Ausstand getreten. Ursache d. 3 Kampfes ist eine plöglich eingeführte sehr beträchtliche Lohnherabseßung, der zu Folge der Verdienst für eine dreizehnstündige Arbeitszeit von 3 Fr. auf 1 Fr. 50 Cts., resp. 2 Fr. gesunken wäre. Das Urtheil enthält aber noch folgende Erwägung: Die Streifenden fordern den früheren Lohnfah, Zum strafbaren Inverbindungtreten gehört ein bewußtes Zusammenwirken auf beiden Seiten, die ferner Abschaffung der Strafen für sogenannte fehlerhafte Mittheilung von der einen und das Aufnehmen von Arbeit, welche ihnen bei jeder Gelegenheit und in einer.. der anderen Seite. Eine solche Verbindung ist Höhe zudiktirt wurden, daß sie den Preis des betreffenden für den Verein zur Wahrung der Interessen Stückes Arbeit überstiegen für ein 5 Cts. gezahltes der Berliner Maurer nicht nachweisbar Stück Arbeit z. B. 25 Cts. Strafe, Reduzirung der gewesen. Es fragt sich, ob durch diese Verneinung des Bewußt- Arbeitszeit auf zwölf Stunden, von früh 6 Uhr bis seins ein selbständiger Entscheidungsgrund gegeben ist. Das Abends 6 Uhr, mit je einer Viertelstunde Pause für Frühist jedoch nicht der Fall. In den Urtheilsgründen wird an stück und Vesper, Aufhängen der Häute auf Kosten des mehreren Stellen ausgeführt, daß der vom Hamburger Fach- Arbeitgebers, Einstellung sämmtlicher Streikender. vereine ausgegangene Vorschlag, die Fachvereine als Der Arbeitsherr hat bereits Aufrechterhaltung des solche in einen Zentralverein aufzunehmen, anderer= feits bekämpft und vom Kongreß abgelehnt alten Lohnsates, Einstellung aller ausständischen Arbeiterinnen worden ist, und daß speziell der Berliner Verein und Beschränkung der Arbeitszeit zugesagt. In den übrigen noch anderweit das Bestreben kund gegeben hat, Punkten hat er sich bis heute nur zu halben Konzessionen jede Verbindung mit anderen Vereinen von sich bereit erklärt. Das Aufhängen der Häute soll zwar auf fern zu halten. Dagegen erhellt aus dem Urtheile nichts von einem thatsächlichen Irrthume, unter dessen Einflusse die seine Kosten geschehen, aber den Arbeiterinnen dafür pro Vereine hätten annehmen können, daß eines oder das andere Frank 5 Cts. abgezogen werden." Fehlerhafte Arbeit" der Thatbestandsmerkmale der§§ 8 b, 16 des preußischen soll nicht bezahlt und pro Haut mit 5 Cts. gestraft werden. Vereinsgesetzes nicht vorliege. Danach sieht man sich ge= Die streifenden Arbeiterinnen bestehen auf einer vollnöthigt, den zuletzt erwähnten Ergänzungsgrund des ersten Richters dahin aufzufassen: ständigen Kapitulation Tiffier's und setzen den Ausstand Die Zusammenberufung von Kongressen auf noch fort. Von allen Seiten fließen ihnen materielle und Grund von Wahlen, zu denen auch die keinem Fach- moralische Solidaritätsbeweise zu. Die Korporation der vereine angehörigen Maurer berufen wurden, sowie die Wahl der„ Skontroll- Kommission", später Agita- Weißgerber von Paris, St. Denis und Gentilly hat sich tions- Kommiffion" seitens des Kongresses ist in der solidarisch mit ihnen erklärt. Der Streik wird vorausMeinung erfolgt, daß auf diese Weise ohne Ver- sichtlich mit dem Siege der Arbeiterinnen enden, auf alle lezung des preußischen Vereinsgesetzes der Zweck zu Fälle aber das Resultat zeitigen, daß sich die betreffenden erreichen sei, welchen zuerst der Hamburger Verein Arbeiterinnen in einer Organisation zusammenschließen. durch Verbindung aller Fachvereine mittels eines In den zahlreichen Versammlungen, welche von den Zentralvereins erreichen wollte. Nach Ansicht des ersten Nichters waren also die Streikenden, sowie von Arbeitervereinen u. f. w. verleitenden Vereinsorgane in demselben Jrrthume befangen, anstaltet worden, ist die Nothwendigkeit einer Organisation welcher, wie dargelegt worden ist, den ersten Richter da- als erste Voraussetzung für eine Verbesserung der Arbeitszu veranlaßt hat, den vom Kongresse bestellten Kommisfionen den Charakter eines Vereins abzusprechen. Sonach verhältnisse erklärt worden. liegt auf Seiten der Vereinsorgane eine irrige Auffassung des Begriffs„ Verein", also ein Verkennen der strafrechtlichen Norm vor, welches die Angeklagten von der Strafe nicht befreit.( Vergleiche Entscheidungen des Reichsgerichts in Strafsachen Band 2 Seite 268; Band 3 Seite 184, 300; Band 12 Seite 103). Diese Gründe rechtfertigen die Aufhebung des Urtheils, soweit dasselbe angefochten, und der durch den Rechtsirrthum beeinflußten Feststellung." Wie müssen es die Arbeiter bei Streiksammlungen halten? Ein öffentliches" Kollektiren findet nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 2. Straffenats, vom 13. Juli d. J., nicht erst dann statt, wenn mittelst desselben das Publikum in seiner Ge= fammtheit angegangen, sondern schon dann, wenn über einen festbegrenzten Personenkreis der persönlichen Bekanntschaft, der Arbeitsgemeinschaft oder ähnlicher privater Verbindung" hinausgegangen wird. Wir glauben, in dem ersten eingerückten Abschnitt Wie man das versucht? man sehe den im vorigen hat das Reichsgericht die Berliner Nichter mißverstanden. Aufsatz gegebenen Abschnitt aus der Berufungsbe= Die Berliner Richter meinen doch offenbar, der Thatgründung der Staatsanwaltschaft an. Das vor- bestand des Inverbindungtretens" muß mit Bewußtsein Auf diese Entscheidung muß bei allen Sammlungen Rücksicht gedruckte Erkenntniß seßt voraus, um den Begriff der hervorgerufen sein, und nicht aus Versehen. Es ist nicht genommen werden. Die Baustelle", die Arbeiterschaft in einer Fabrik", ist ein fest begrenzter Personenkreis, ebenso eine jede ,, Ver= Verbindung zu erfüllen, daß die Aufforderung eine nachgewiesen, daß der Berliner Verein mit irgend einem fammlung"( ob eine öffentliche oder eine Vereinsversammlung ist auf Herstellung von Beziehungen gerichtete anderen Verein jemals mit Bewußtsein in Verbindung gleichgültig). Tellersammlungen in solchen Versammlungen innerThätigkeit als Erwiederung findet. Der Herr gestanden hat. Es ist nicht gesagt, daß er zwar Mit- halb des umschlossenen Raumes, nicht vor der Thüre außen, Staatsanwalt, dem ohne Zweifel dieses Urtheil auch theilungen aufgenommen hat, ihm aber das Bewußtsein find also gestattet. Wo die Polizei fie behindert, muß Beschwerde bis an den Minister geführt werden, wenn es nothwendig ist. Auch vorschwebte, will jede auf Herstellung gegenseitiger gefehlt, daß diese Mittheilung von einem politischen Ver- dürfen in solchen Versammlungen der einzelnen ArbeitergemeinBeziehungen gerichtete Thätigkeit( also auch die ein käme. schaften Listen aufgelegt werden. gehört. C'est la guerre Beim Sammeln an öffentlichen Orten muß man sehr stellen seien, und die Form festzustellen, unter welchen dies ge-| 15. Dezember v. J. ist auf die Beschwerde vom Vorstand hin von vorsichtig sein. Gaststuben gelten als öffentliche Orte. Da schehen könne. der Behörde als für nicht gerechtfertigt erklärt worden. darf man höchstens einen persönlich Bekannten auffordern, der mit Berboten wurde in Berlin ein Flugblatt, ferner in Die Berichte über die Lage des Gewerks und der Organizur Gewerkschaft gehört, auch Vereinsmitglied ist oder sonst einem Dresden die Nr. 116 des„ Sächsischen Wochenblatt", dabei der Sammlung betheiligten festbegrenzten Personenkreis an- fationen gaben für ganz Deutschland dasselbe trübe Bild: Herunter- gegen wurde durch die Reichskommission das Verbot der Nr. 90 gehen der Löhne, herbeigeführt durch die sich immer mehr aus- Dieser Zeitung wieder aufgehoben. Es wird auch dann noch an Uebertretungen nicht fehlen, sie dehnende moderne Produktionsweise, und überall dieselben Maß- Der Flensburger Formerstreik dauert unverändert fort. werden kaum zu vermeiden sein, denn der Begriff: festbegrenzter Personenkreis" ist nicht gerade sehr bestimmt, obgleich er sehr fest- nahmen der Behörde gegen die sich bildenden Gewerkschafts- Haltet den Zuzug fern und sendet Briefe an H. Jensen, Schlesbegrenzt aussieht. Sind z. B. sämmtliche Gewerksgenossen einer organisationer. In Dresden löste die Behörde die Verbandszahl- wiger Chaussee 6. das ist der Krieg.„ Der einzelne Stadt nicht ein feſtbegrenzter Personenkreis? Sind die gesammten stelle und die Lohnkommission auf. In Hamburg wurde der Lokal- Schütze ist sich selbst und allen den Eindrücken, welche auf seine Bewohner einer Stadt, eines Landes ganz Europas nicht auch fest- fachverein aufgehoben. In Hannover wurde die Verbandszahlstelle Nerven einwirken, überlassen. Für ihn bleibt es deshalb wichtig. umgrenzte Personenkreise, oder muß die Umgrenzung eine engere unter das Gesetz für Versicherungsgesellschaften gestellt. In Düssel- daß der Knall des Gewehrs ihn animirt, der Geruch des Mauer sein. Aber solche Kautschukbegriffe sind unserer heutigen Rechtssprechung einmal eigenthümlich. dorf geschah dasselbe. In Elberfeld und Barmen mußten die Pulvers ihn betäubt, und daß der Rauch ihm die Gefahren, die Wir bitten unsere Freunde also, in der Ausübung sich so zu Vereine aus dem Verband austreten, wenn sie ihr weiteres Be- Greuel der Kampfes entzieht und eine Maske giebt, hinter der organisiren, daß die nothwendigen Sammlungen sich dieser Ent- stehen nicht einbüßen wollten. Aus Berlin wurde gleichfalls über er, wie hinter einem dichten Schleier, vorwärts marſchiren konnte, gegen einen Feind, den er nicht sah. Wir fürchten deshalb, daß scheidung möglichst anpassen. Listen, ferner Vertrauensmänner, die in ben Fabriken, auf den Baustellen, wo sie selbst beschäftigt Schließung der Verbandszahlstelle, über Versammlungsverbote und das rauchlose Pulver den Infanteristen eines wirksamen Mittels find, sammeln, find ganz ungefährdet. Wer von einem Bau oder Nichtgenehmigung von Versammlungen berichtet. Auch der An- zur Erhaltung des kalten Blutes und zur Erzeugung des Elans Werkstatt zu anderen mit Liſten geht, wird auch unangefochten sein, strengungen und Chikanen der Innungen, die Fachorganisation der berauben wird."- Diese erbauliche Schilderung finden wir in der christlichen Streuzzeitung". wenn er sich nur an Gewerksgenossen wendet, die zu seinem Be- Gesellen zu nichte zu machen, wurde vielfach gedacht. Trotz alledem fanntenfreis gehören. Es ist in der gewerkschaftlichen Bewegung sprach aus sämmtlichen Delegirten der ungebeugte Muth, weiter zu wohl auch noch nie anders gesammelt worden. organisiren, und die Absicht, für die Hebung der Lage der im Tischlergewerbe arbeitenden Kollegen thätig zu sein. Bei den Aufrufen zu Sammlungen werden wir uns diesem Entscheid dadurch anpassen müssen, daß wir immer hervorheben, es wird nur beabsichtigt, im festbegrenzten Bekanntenkreise zu sammeln. Sämmtliche Delegirte sprachen sich im Prinzip für Schließlich: Man laffe sich nicht verblüffen und nicht von 3entral- Organisation aus. Während aber ein Theil der jedem unteren Polizeibeamten sich seines Rechts widerstandslos berauben. Redner sich unbedingt für dieselbe erklärte und hierbei besonders ( Vereinsblatt für Bauhandwerker.) Hamburg die Gründung von Branchenvereinen miẞbilligte, wiesen die Berliner Delegirten darauf hin, daß, nachdem bei der Berichterstattung über die Lage des Gewerks am Ort doch wohl so viel Momente zu Tage gefördert seien, die beweisen, daß an Orten, wo Aufruf zum Tabakarbeiterkongres. An die Tabatarbeiter Deutschlands!" Die unterzeichneten Tabakarbeiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, Ostern und folgende Tage einen öffentlichen Tabafarbeitertongreß zu veranstalten; der Ort wird später bekannt gemacht. Wir ersuchen sämmtliche Tabatarbeiter, dies zu beachten. Es ist nothwendig, jest schon öffentliche Versammlungen einzuberufen, um hierzu Stellung zu nehmen, damit der Kongreß aus allen Theilen Deutschlands beschickt wird. Alles Nähere, z. B. Tagesordnung, Ort u. dgl., wird demnächst durch ein Flugblatt betannt gemacht. Damit das Flugblatt auch in dem kleinsten Orte, wo Tabatarbeiter sind, Verbreitung findet, so ersuchen wir sämmtliche Kollegen, sowie die Bevollmächtigten des Unterſtüßungsvereins deutscher Tabakarbeiter, uns von solchen Orten, welche sich noch feiner Vereinigung angeschlossen, Adressen zukommen zu lassen, damit teine Ortschaft bei Verbreitung des Flugblattes übersehen wird! Auch Tagesordnungen, welche eingeschickt werden, sollen, wenn möglich, berücksichtigt werden. C. Meihöfener, Ph. Hoock, L. Moses, Hamburg. H. Meister, Hannover, H. Witt, C. Thieme, Altona. H. Junge, Bremen. O. Stapper, Ottensen. Sämmtliche Briefe sowie Anfragen find an Ph. Hood, p. Adr.: Herrn H. Rath, Hamburg, Poolstr. 33, 1. Etage zu senden. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Der Kongreß der Metallarbeiter Deutschlands hat vom 27.- 80. Dezember in Weimar einen durchaus befriedigenden Verlauf genommen bedauerlich war es unseres Erachtens jedoch, daß Berlin nicht vertreten war. die Behörde, troz aller Anstrengungen seitens der am Ort wohnenden Stollegen, sich dem Verband anzuschließen, das Anschließen an den Verband nicht dulde, Lokalvereine zu gründen seien. Es wurde auch hierzu eine diesbezügliche Resolution von denselben gestellt und vom Kongreß angenommen. Es heißt da: In Erwägung, daß gegenüber der immer größeren Konzentration des Kapitals einerseits, sowie der durch die Begünstigung der Behörden sich immer mehr ausdehnenden Innungen anderseits, die Lage unseres Gewerbes nur durch eine alle Kollegen des Gewerbes umfassende Organisation gehoben werden kann, ist von den Kollegen allerorts in Deutschland auf zentrale Organisation hinzuwirken. Stellen sich jedoch unübersteigbare Hindernisse seitens der Behörde der Zentralisation entgegen, so sind starke Lokalbereine zu gründen, die für die Interessen der Kollegenschaft am Ort wirken und Aufklärung über die heutigen Verhältnisse geben. Politisches und Sozialpolitisches. ihnen mehrere amerikanische Arbeiterblätter bringen folgende Notiz: Eine Ente. New Yorker kapitalistische Blätter und nach " Lucy Parsons, die Wittwe des vor einem Jahre gehängten Chicagoer Anarchisten, wird in Kurzem Frau Bernstein heißen. Letzterer ist Redakteur des deutschen„ Sozialdemokraten". Frau nach kurzer Bekanntschaft einen Heirathsantrag, welchen sie ange= Parsons lernte Bernstein in London kennen; derselbe machte ihr nommen hat. Der Tag der Hochzeit ist jedoch noch nicht festgesetzt." Natürlich wird Bernstein in Zusammenhang damit auch als " Anarchist" bezeichnet. So kann man mit einem Male zu einer gänzlich veränderten politischen Anschauung und zu einer Frau tommen auch wenn man bereits eine hat. Vereine und Versammlungen. Fachverein der Puzzer. Sonntag, den 6. Januar Vormittags 11 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Neujahrsgruß des Gesangvereins an die Mit glieder. 2. Abrechnung vom 4. Quartal 1888. 3. Erledigung von Nechtsschutz- und Unterstützungsgesuchen. 4. Innere Vereinsange legenheiten. 5. Verschiedenes und Fragetasten. NB. Der Masken= ball des Fachvereins findet am 26. Januar in den Räumen der Brauerei Friedrichshain" am Friedrichshain Nr. 5 statt. Billetausgabe findet am Sonntag in der Versammlung statt. Außer= dem bei folgenden Herren: W. Buchholz, Ackerstr. 57; 2. Simanowsky, Ackerstraße 73, 2 Tr.; A. Bethge, Fürstenbergerstraße 11; G. Lehmpfuhl, Swinemünderstraße 16, Hof 2 Tr.; A. Kelpin Ruppinerfir. 3. " 1 Die Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend.. Versammlung am Sonntag, den 6. d. M., Vormittags 10 Uhr, Oranienstr. 51 bei Preuß. Quittungsbuch legitimirt. = Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. Sonnabend, den 5. Januar, Abends 8 Uhr, Adalbertstraße Nr. 8. General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljahresbericht. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. Das MitVom 30. Dezember bis 1. Januar fand der Partei- gliedsbuch legitimirt. tag der österreichischen Sozialdemokratie in Verein zur Wahrung der Interessen der Klaviera arbeiter und Berufsgenossen. Generalversammlung am Sonnabend, Hainfeld statt. Anwesend waren etwa 80 Theilnehmer ben 5. d. M., Kommandantenstr. 77-79( Gratweil'sche Bierhallen). und 25 Gäste, darunter der frühere Reichstagsabg. Auer- Tagesordnung: 1. Bericht über die Vereinsthätigkeit. 2. Abrech München. Auf die Verhandlungen kommen wir in nächster Nummer zurück. Wir fonstatiren einstweilen nur, daß der Streit unter den zwei Richtungen der österreichischen Arbeiter jett als vollständig beigelegt betrachtet werden kann. Der preußische Landtag ist auf Montag, 14. d. M. zusammenberufen. Herr v. Puttkamer hat als Anerkennung seiner 70 Delegirte waren anwesend( 40 Metallarbeiter, 8 Klempner, politischen Dienste den schwarzen Adlerorden, die 7 Schlosser und Maschinenbauer, 4 Former, 3 Schmiede, 2 Werft- höchste Auszeichnung in Preußen, erhalten. arbeiter, von den Drehern, Gelbgießern und Gürtlern, Metall" nung vom Stiftungsfest. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschie denes. Die Mitglieder werden erfuat, vom Kommers abzurechnen. Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 7. d. M.,. Abends 82 Uhr im Vereinslokal, Louisenstädtisches Klubhaus, Annenstr. 16, I. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Ben fendorf: Ueberseeische Entdeckungen." 2. Verschiedenes und Frage kasten. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. - Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Orts-, verwaltung„ Berlin III" Versammlung am Montag, den 7. d. M. in Saeger's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Bericht. des Delegirten über die stattgehabte Genralversammlung in Magde burg. 2. Abrechnung vom letzten Quartal. 3. Abrechnung von den Vergnügungen. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der wich tigen Tagesordnung wegen ist pünktliches Erscheinen sämmtlicher Mitglieder unbedingt nothwendig. Aufnahme neuer Mitglieder. Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin drückern, Mechanikern und Optikern, Maschinenwärtern und Heizern Die Erhöhung der Zivilliste des preußischen je 1 Vertreter. Lücke- Köln, Söhler- Braunschweig und Segiz- Rönigs von 12 auf 15 Millionen bezw. 16 Millionen Fürth leiteten die Verhandlungen. Als Schriftführer wurden Mark soll nach der„ Nat.- Ztg." in einer Regierungsvor- en 8 1hr, im Neuen Klubhauſe, Kommandantenſtr. 72. TagesBrehmer, Prädes, Diederich, Schmoll, Niemann- Chemnig, Siegerist, lage vom Landtage verlangt werden. Wir können ordnung: 1. Vortrag. 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1888., Schwarz gewählt. Die Rednerliste führten Zaubert und Lorenz. hierzu nur die Bemerkung der Freis. Stg." wiederholen, 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Neue Dann wurde beschlossen, über die Verhandlungen des Kongresses daß die preußische Kronfideikommißrente im Jahre 1859 Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen wird ein Protokoll im Drucke erscheinen zu lassen, mit dessen Abfassung von 7/2 auf 9 Millionen und im Jahre 1869 von 9 gebeten. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall-. auf 12 Millionen Mark erhöht worden ist und daß diese arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 4. Sonn die Herren Scherm, Segiz und Präder beauftragt wurden. Da das Organ der Metallarbeiter, die„ Metallarbeiterztg." Rente es dem verstorbenen Kaiser Wilhelm ermöglicht abend, den 5. Januar, Abds. 81/2 Uhr, in Kellers Salon, Andreas zweifellos alles Wissenswerthe für die Betheiligten bringen wird, so hat, in den Jahren seiner Regierung Ersparnisse zurück- ftraße 21. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des beschränken wir uns auf die Wiedergabe folgender Resolution: zulegen, welche auf den Betrag bis zu 50 Min. Mark Herrn Dr. Rehfisch über: Stoffwechsel im thierischen Organismus.. 2. Jahresabrechnung. 3. Verschiedenes. .. Der Kongreß erklärt es für die Pflicht aller Metall- beziffert werden. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall. arbeiter, sich den bestehenden Metallarbeiter- Organisatio= arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Nixdorf. Sonnabend nen anzuschließen und wo solche nicht vorhanden sind, unden 5. d. M., Monats- Versammlung. verzüglich Organisationen zu gründen. Als die zweckmäßigste Organisation erachtet der Kongreß im Prinzip die Zentralisation und erkennt deshalb die bestehenden zentralisirten Organisationen an, sieht jedoch mit Rücksicht auf die gesetzlichen und politischen Verhältnisse von der Gründung einer weiteren Zentralisation zur Zeit ab. Er empfiehlt vielmehr die Förderung und daß sowohl Branchen-( allgemeine Metallarbeiter-) als auch Von den Landtagswahlen in Preußen. Acht Plätze hat die deutschkonservative Partei, wie sich jetzt bei näherer Ermittelung im Abgeordnetenhause herausgestellt hat, bei den letzten Landtagswahlen eingebüßt. Die freisinnige Partei hat 11 Pläße verloren Diese 8+ 11= 19 Pläge find zu Gute gekommen den Freikonservativen mit 4 Pläßen, den Nationalliberalen mit 14 Plätzen und der Zentrumspartei mit 1 Plaz. Briefkasten. bitten wir, alle Einsendungen, Annoncen u. s. w. bis Freitag Die Vereinsschriftführer und Correspondenten früh an uns gelangen zu lassen, da wir wegen der Sendungen schließen müssen. Gründung lokaler Organisationen mit der Maßgabe, Eine jämmerliche Haltung zeigte die Majorität der nach auswärts die Redaktion einige Stunden früher als bisher errichten find. Vertrauensmann: 1. der Schlosser und Maschinenbauer, Stadtverordnetenversammlung Berliner am Die auswärtigen Spediteure bitten wir um Be Abonnent. Von der Nationalzeitung" wird allerdings Fach- Organisationen, je nach den örtlichen Verhältnissen, zu Donnerstag in der Frage, ob der freireligiösen Ge- achtung der gleichzeitig folgenden Abrechnungen. Bur Betreibung einer regen und geregelten Agitation meinde weiter Schulräume zur Ertheilung von Unter- die„ Boltstribüne" sehr häufig geplündert, ohne daß eine Quellen ernennt der Kongreß für folgende Berufsgruppen ie einen richt eingeräumt werden sollen. Der„ liberale" Stadtv. angabe jemals für nöthig befunden wird. Der Reporter, welcher 2. der Schmiede, 3. der Klempner( Spengler), 4, der Eisen- Siebmann befürwortete die Zurückweiſung der bekannten die Mittheilungen der Arbeiterblätter zu Originalforrespondenzen urd Metallgießer, 5. der sonstigen Metallarbeiter, und er- Petition, weil es die Würde und das Ansehen unserer umarbeitet, ist unseres Wissens ein Herr Holzerland, der auch wartet, daß die Arbeiter einer jeden Gruppe ihrem Schulhäuser nicht gestatten, daß in denselben Gott ge- die Deutsche Arbeiterzeitung" leitet. Der Artikel über„ Die Ver Vertrauensmann volles Vertrauen entgegen bringen und ihn leugnet und der König nicht geehrt wird" und die pflegung armer Schulkinder in Paris" in liberalen Blättern stammt zur Erreichung des vorgenannten Zwecks thatkräftig unter Versammlung schloß sich durch ihre Abstimmung dieser ebenfalls von uns. stüßen. Drucksachen. Einzelne Nummern der Stenographischen BeFerner überträgt der Kongreß den Vertrauensmännern Meinung an. Einzig die Vertreter der Arbeiterpartei, richte des Reichstags sind käuflich zu haben in der Druckerei ber die Pflicht, energisch die Interessen sämmtlicher Metallarbeiter, Tußauer und Kunert, nahmen sich der bedrängten Ge-" Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", Wilhelmstr. 32, zum Preise namentlich auch bei Arbeitseinstellungen und Ausschlüssen, meinde an, ohne natürlich etwas anderes zu erreichen, von 5 Pfg. pro Druckbogen. zu vertreten und erwartet, daß die Metallarbeiter den zu als daß die unglaubliche Unfähigkeit, die in der Berliner eine eingeschriebene, freie Hilfskaffe, die selbständig verwaltet wird. Hutmacher. Die Hutmacher haben selbstverständlich auch diesem Zwecke getroffenen Anordnungen der Vertrauensmänner möglichst Folge leisten. Gemeindevertretung sich breit macht, sich alles Ernstes Sie besigen auch ein eigenes Fachorgan„ Correspondent" in Im Frühjahr 1890 soll ein neuer Kongreß statt- auch noch entrüstete. Altenburg. finden. K. H. in Passau. 5 Mark für November und Dezember erhalten. C. A. in Zittau. Betrag für Dezember erhalten. F. B. in Calau. Mt. 1,50 pro Monat. Ausweisungen. Außer dem Töpfer Pgöz ist auch der Schneider Albrecht auf Grund des Sozialistengesetzes aus Leipzig und Umgegend ausgewiesen worden. Der vom Reichsgericht 1886 verurtheilte Anarchist Drobner, der dieser Tage seine Strafe zu Ende verbüßt hat, ist aus Preußen und Sachsen ausgewiesen worden. A. R. in Rheine. Betrag fönnen Sie immer in Briefmarken senden. Alle Neujahrsgrüße werden von der Redaktion und Expedition hiermit dankend erwiedert. Lustiger Stiefel. Mit bestem Dank vielmals erwiedert, Allgemeiner deutscher Tischler- Kongreß. Am Mittwoch, den 26. Dezember, traten in Braunschweig Delegirte der Tischlergesellenschaft aus allen Theilen Deutschands zufammen, um in ernster Arbeit zu berathen, in welcher Weise die Nichtgerechtfertigt. Die Auflösung der Versammlung des immer trüber werdenden Verhältnisse im Tischlergewerbe abzu- Fachvereins der Sattler und Fachgerossen Berlins am Auf gute Freundschaft und festes Zusammenstehen! Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.