Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Bolts- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jebe Poſt- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 mf. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 867 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1889.) Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien Straße 23. №o. 4. Injerate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Bfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 fg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 26. Januar 1889. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. III. Jahrgang. Die Lehrlingsfrage und die Ueberfüllung Die Lehrlingsfrage und die Ueberfüllung älteren Kollegen sind es, welche sich nicht mit organider Gewerbe. Die Landarbeit Ost- und Westder Gewerbe. siren, welche es durch ihr Fernbleiben von den Drganipreußens. Die Konkurrenz der ausländifationen verhindern, daß die Arbeitszeit beschränkt, schen Arbeit und das italienische Proletariat. II. Was soll mein Junge lernen, wenn er zu Ostern daß der Lohn tarifmäßig gezahlt wird. Solange als Die Entwickelung der Schuhmacherei. die Schule verläßt? Diese Frage legt sich gegenwärtig wir die der Schule entwachsenen Knaben nicht umbringen Die Einwanderung in Amerika. Die deutsche wohl mancher Vater vor, und je ernster er es mit der wollen, muß sich jedes Gewerk einen gewissen Zuwachs Kolonialpolitik. Zukunft seines Sohnes nimmt, desto unentschlossener wird von Lehrlingen gefallen lassen. Aber um so dringender Novelle. Rentier Klinkmüller. Ein er von Tag zu Tag. ist dafür zu sorgen, daß dann später durch Verkürzung Berliner Bild. Die Nähmaschine und die Spricht er mit einem Buchdrucker natürlich mit der Arbeitszeit auch die Nachfrage nach Arbeitskräften Gesundheit der Arbeiterinnen. 11.- Zentra- einem Arbeiter, denn die Prinzip ale können nie genug vermehrt wird, daß durch strikte Durchführung des Lohnlisation oder lokale Organisationen?-Aus dem Lehrlinge bekommen- so hört er nur Warnungen: die tarifs, durch straffe gewerkschaftliche Organisation der Kon= Reichstage. Stellenlosigkeit der Erwachsenen nehme von Jahr zu kurrenz unter den Arbeitern und damit dem Lohndruck Jahr zu, am Ende der langen Lehrzeit erwarte den Aus- Grenzen gezogen werden. Zur Beachtung! Berliner Arbeiterbibliothek. ße, die Criſtenzlosigkeit. Der Bater wird ängstlich, er höhung des Lohnes am cheften Unterkunft finden und am Herausgegeben von May Schippel. gelernten nichts wie Noth und Sorge. Der Vater wendet Die Lehrlingsfrage ist also eine Frage der sich nun um Rath an einen Bäcker, aber da klingt ihm gewerkschaftlichen Organisation. Ist ein Gewerk dieselbe Klage noch viel beweglicher entgegen: entfeßliche gut organisirt, so werden die Lehrlinge, wenn sie heranAusnußung der jungen Burschen und dann die Wander- gewachsen sind, durch Verkürzung der Arbeitszeit und Erflopft überall an, in allen Berufen forscht er nach, was wenigsten Schaden anrichten. Ist das Gewerk aber nicht dem ausgelernten Arbeiter für ein Schicksal beschieden sei organisirt, dann kann man auf ein oder zwei Jahre vielIn den letzten Jahren hat sich in Deutschland eine reiche und überall warnt man ihn, seinen Sohn dem fraglichen leicht die Lehrlinge durch Warnungen und Aufrufe„ abArbeiterliteratur entwickelt, welche von der geistigen Regsamkeit Berufe zuzuwenden. graulen", aber dann schadet man nur anderen Gewerken, und dem Bildungstrieb der Maffen das erfreulichste Zeugniß ablegt. So hat Handwerk also doch keinen goldenen Boden und wenn endlich her laag erfolgt, dann wird der land Diese Literatur hat sich ebociter dem Sozialen feufzt der beffimmer lub nun wender er sich Kampf um Lohn und Stellung ein um so erbitterterer, gesetz nicht anders sein konnte- zunächst allgemeineren wiffen- an Ladengehilfen, an Romptoitarbeiter, um von besseren die Lage des Gewerbes eine um so verzweifeltere. schaftlichen Stoffen zugewendet; vorläufig unterbleiben mußte hin- Aussichten zu hören. Vergebens! Auch hier lautet die Wer daher dem jungen Nachwuchs der Bevölkerung, gegen die Behandlung brennender wirthschaftlicher und Antwort, daß in allen diesen Zweigen der Thatigkeit die wer seinen Kindern eine bessere Zukunft verschaffen will, politischer Tagesfragen, der Fragen, welche die Parlamente alte Sicherheit der Eristenz längst aufgehört habe und der schließe sich unseren Organisationen an! Freilich und die Organisationen des Proletariates- die Fachvereine, daß hier der Kampf um die Eristenz, um Brot und das wollen wir auch hier im Auge behalten! die Arbeiterkassen, die ausländischen Gewerkschaften beschäftigen. Stellung mit furchtbarer Heftigkeit wüthe. -- die Organisation, die Gewerkschaft ist noch Hier sucht die Der Alte schüttelt den Kopf und glaubt zunächst, lange nicht alles, aber sie ist die Vorschule zu allen Berliner Arbeiterbibliothek seine Gewährsleute hätten übertrieben. Aber da nimmt weiteren Bestrebungen, sie ist das Sprungbrett, von dem er die Arbeiter blätter zur Hand, und da findet er es aus wir uns zu höheren Erfolgen emporschwingen! eine vielempfundene Lücke auszufüllen. Alle Gegenstände, welche zahlenmäßig nachgewiesen, wieviel Hunderte und Tausende für die Gesetzgebung, die Presse, die öffentliche Meinung, die Arbeitsloser jedes Gewerk birgt, wie die Verzweifelnden Gewerkschaften, für die öffentlich rührigen Arbeiterkreise überhaupt den Lohn immer tiefer herabdrücken. Die Zahlen lassen von Bedeutung sind, sollen in allgemeinverständlicher Darstellung feinen Zweifel mehr wo soll er nun den Sohn unterin Broschürenform von unserem Standpunkte aus beleuchtet werden. bringen? Was soll er thun? Er grübelt und grübelt, Im Allgemeinen gedenken wir jeden Monat ein zwei aber er findet keinen rettenden Ausweg und schließlich Bogen( 32 Seiten) starkes Heft zum Preise von 15 Pf. giebt er seinen Jungen auf gut Glück irgend einem herauszugeben. Meister, in der Hoffnung, daß es in diesem Gewerbe doch Nicht allein bei bei dem Namen„ Hinterpommern" vielleicht einmal besser wird. hebt sich die Brust jedes echten und rechten preußischen Aber von allein wird es nicht besser und es fragt Junkers höher und leuchten seine Augen heller; es giebt sich nur, was denn die Arbeiter gegen einen derartigen noch einen anderen Landestheil Preußens, für den das nehmern ist die Ueberfüllung der Berufe gleichgültig, wenn lisation Zustände erhalten haben, die nur zu sehr an den unerträglichen Zustand thun können unerträglichen Zuſtand thun können denn den Unter- selbe der Fall ist, in dem sich trotz aller Kultur und Zivinicht gar angenehm. mittelalterlichen Feudalstaat, der sich hier noch ein recht Zunächst ist wohl klar, daß das gegenseitige Warnen warmes Nestchen erhalten hat, erinnern. Wir meinen die der Gewerke, gerade ihnen Lehrlinge zuzuweisen, im beiden Provinzen„ Ost- und Westpreußen", von denen wir Großen und Ganzen gar nichts hilft. Halten sich die dem Leser ein Bild von dem Leben der arbeitenden LandBuchdrucker durch allerlei Aufrufe den Neuzuwachs von bevölkerung in wenigen Zügen vorführen wollen. Arbeitskräften vom Halse, so strömen umsomehr junge Auf allen ländlichen Besizungen in beiden Provinzen Leute den anderen Berufen zu und verschlimmern dort werden die darauf vorkommenden Arbeiten durch Inst= die Lage der Arbeiter. Es mag ja vorkommen, daß leute und Knechte verrichtet, welche sich den Besitorn einzelne Gewerbszweige ganz besonders überfüllt sind, und und Bächtern der Güter( und zwar meistens auf ein diesen mag man gewiß jede Entlastung gönnen. Die Jahr mit drei oder sechsmonatlicher Kündigungsfrist) vermeisten Berufe leiden aber in gleicher Weise an Ueber- miethet haben. Das Unternehmen dient keinerlei privaten Interessen, sondern jeder etwaige Ueberschuß lediglich der Erweiterung und Vervollständigung unseres Planes. Wir werden einige bekannte Berliner Parteigenoffen bitten, die Kontrolle zu übernehmen, und derer Namen baldigst veröffentlichen. An alle Arbeiter Deutschlands aber richten wir die Bitte, überall für die Verbreitung der„ Berliner Arbeiter bibliothek" energisch einzutreten, damit unser Zweck: die politisch- wirthschaftliche Aufklärung der Massen möglichst umfassend erreicht wird. Die ersten Hefte werden enthalten: 1. Ein sozialistischer Roman. 2. Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. 3. Die Gewerkschaften, ihr Nußen und ihre Bedeutung für die Arbeiterbewegung. 4. Die Arbeiterschutzgesetzgebung und die Stellung der Parteien. 5. Die Sozialreform der Regierung. 6. Die französische Arbeiterbewegung, ihre Entwicklung 7. Ein Leitfaden zum Vereins- und Versammlungsrecht und ihre Führer. der Arbeiter. 8. Die Finanzentwicklung und der drohende Bankerott unserer Großftaaten. 9. Die Handwerker und Inuungsbewegung. An Kolporteure, sowie bei Bestellung von mehr als zehn Exemplaren liefern wir das Heft zu 10 Pf. Recht zahlreichen Bestellungen entgegensehend Der Verlag der Berliner Volkstribüne". Berlin S.O., Oranienstraße 23. Die Landarbeiterbevölkerung in den Provinzen Oft- und Westpreußen. ( Von einem Ostpreußen.) I. füllung, und eine kleine Besserung durch Beschränkung Als Lohn erhalten die Instleute neben einigen. des Lehrlingszuwachses auf der einen Seite bedeutet also Naturalien einen Tagelohn, der bei einem erwachsenen nur eine Verschlimmerung auf der anderen Seite. Jedes Manne sich auf durchschnittlich 0,50 Mt., bei einer Frau Gewerk ist sich natürlich selbst am nächsten und die auf 0,30 Mt. und bei einer Magd oder einem Jungen Warnungen werden daher niemals ganz zu unterdrücken auf 0,20 Mt. ftellt. Die Knechte dagegen, die meistens sein. Aber selbst bei solchen Warnungen sollte man sich unverheirathet sind, bekommen neben freier Kost einen immer bewußt bleiben, daß sie auf die Dauer nichts Lohn in baarem Gelde, der meistens 75 Mt. und nur in fruchten, ja daß fie oft sogar den Arbeitsbrüdern in den sehr wenigen Fällen 100 Mt. für das Jahr beträgt. anderen Gewerken schaden. Nur unter besonders günstigen Umständen reicht dieser Lohn So sollen wir also alles gehen lassen, wie es geht? aus zur Befriedigung der allernothwendigsten Bedürfnisse; fragt da unwillig mancher unserer Leser. Wir sollen er reicht hierzu nicht, wenn die Kartoffeln mißrathen, die Hände in den Schooß legen, während das Unheil wenn der Erdrusch*) nicht über den Durchschnitt geht, wenn schnell an uns heranschreitet? Nein, erwidern wir darauf, die Hände sollen gerührt werden, aber an der rechten Stelle, wo auf Erfolg zu hoffen ist. Heft 1: Ein sozialistischer Roman- ist soeben erschienen. Der Bevölkerungszuwachs und der nothwendig daraus Heft 2: Die Arbeiterinnen und Frauenfrage- gelangt folgende Zustrom von Lehrlingen die sind es nicht, Sonnabend den 23. Februar zur Ausgabe. welche die Arbeitsverhältnisse zerrütten. Nein, gerade die durch Krankheit der Verdienst vermindert wird. Auf einzelnen Gütern man kann ohne zu übertreiben, behaupten, auf den meisten kommen die Arbeiter auch in den fruchtbarsten Jahren aus der Noth und der Hungerleiderei nicht heraus. Denn viel kommt *) Der Körnerertrag beim Dreschen. 1 darauf an, wie der Lohn gegeben wird. In der Regel| gewöhnlich ,, Leute" oder„ Menschen", sonst auch„ Volt", leiften lassen. Sie selbst geberdete sich gewaltig„ liberal" erhalten die Leute als Deputat Roggen, wovon nur ein Pack", häufig sogar" Bande"," Kanaille" und die bis nach dem Siege, wo sie die wirklich revolutionär Drittel gut ist; zwei Drittel desselben sind sogenanntes Männer am häufigsten ,, Kerle" genannt. gebliebenen Elemente mit Fußtritten lohnte, die sich ihr Brotkorn, leichter, kleinkörniger, mit Wicken, Rade, beson- Es ist noch gar nicht lange her, da durften die reumüthig in die Arme werfenden ,, Volksmänner" dagegen ders mit Trespe und manchmal noch mit Gerste und Arbeiter noch über ein Bund Stroh gestreckt und gehauen zu Staatsmännern" erhob. Wie der rothe Becker, schlechten Erbsen gemengter Roggen eine Sorte, die werden. Jetzt hat der Gutsbesizer hierzu kein Recht, aber Miquel und andere achtundvierziger Gesinnungsgenossen, gar nicht verkäuflich ist und höchstens als Schweinefutter ein paar tüchtige Maulschellen oder ein paar gelegentliche so haben auch Crispi und die anderen Wortführer des auf den Markt gebracht werden kann. Kluge Landwirthe Hiebe mit der Reitpeitsche, dem Stock oder Kantschu an italienischen Radikalismus ihren Weg nach Damaskus geverkaufen möglichst frühzeitig ihr gutes Getreide, und wenn Frauen, Mädchen und die jüngeren Knechte verabfolgt, funden. die Speicher leer, bedauern sie, ihren Leuten nur das kommen als eine Bagatelle nicht weiter in Betracht Die unter der Firma des Hauses Savoyen regierende oben näher beschriebene Brotkorn geben zu können. und wird dies öfter zur Aufrechthaltung der Ordnung Großbourgeoisie nugte die Zeit ihrer Herrschaft gründlich. Ein Hauptstück für den ländlichen Arbeiter ist eine und des nöthigen Gehorsams als unbedingt nothwendig aus. Das Geschäft wird ihr sowohl durch die DankbarKuh; ohne Milch und Butter kann weder er noch seine erachtet. keit des emporgetragenen Fürstengeschlechtes, wie durch die Familie existiren, zumal in der Zeit von Ostern bis zum Um das leibliche und geistige Wohl ihrer Arbeiter niedrige, vom Absolutismus als Erbe zurückgelassene Herbst, wenn auf seinen Tisch fast niemals oder nur in fümmern die meisten Gutsbesißer sich entweder gar nicht Lebenshaltung des italienischen Volks beträchtlich erleichtert. äußerst seltenen, vereinzelten Fällen Fleisch kommt. Eine oder gerade nur so weit, als sie müssen. Die schlechtesten Gewährung der vollsten industriellen Freiheit" und billiges „ herrschaftliche" Kuh giebt im Durchschnitt täglich 8 bis Schulen findet man auf den großen Gütern, hier wachsen Maschinenfutter die Hülle und Fülle Kapitalistenherz 12 Liter Milch, denn sie hat im Winter gutes Futter oft ganze Generationen ohne irgend welchen Schul- was willst du mehr? Keine Spur einer gotteslästerlichen nebst Streu und im Sommer die beste und reichlichste unterricht auf. Ist eine Schule vorhanden, so werden die Arbeitsschußgefeßgebung steht dir im Wege, und die Weide; die Kuh des armen Instmannes vermag kaum Kinder frei gelassen, wenn sie der„ Herr" znm Hüten, Hände" find Dank der hochgebenedeiten füdländischen 3-4 Liter zu geben, denn sie wird im Winter nur dürftig Jäten und anderen Feldarbeiten, zum Handlangen auf„ Genügsamkeit" zu immer niedrigeren Preisen zu haben! gefüttert und im Sommer ist die schlechteste, magerste den Baupläßen, zu den Treibjagden in den verschneiten Neben Belgien ist Italien das gelobte Land des Kapitalisten, Weide für sie gut genug. Es ist dem Herrn Besitzer auch Forsten u. s. w. verlangt, und wehe dem Schulmeister wo die Milch- und Honigströme des Mehrwerths uneinsehr gleichgültig, wenn diese schlechteste, magerste Weide den übrigens der„ gnädige" oder„ hochgeehrte" Herr gedämmt, in stolzer Breite daherfluthen, ohne sich, wie in so weit vom Gute entfernt liegt, daß es den Frauen, da nicht viel besser als seine Leute" behandelt der Ein- anderen industriellen Ländern, um Maulwurfshügel einer auch sie im„ Herrendienst" arbeiten müssen, zur Unmög spruch gegen solche Schulversäumniß erhebt oder gar den Arbeitsgesetzgebung, herumwinden zu müssen. In Italien lichkeit wird, zum Melken hinausgehen zu können; dann Muth hat, die Schulkinder zur Verrichtung von der ist sogar das Kind rückhaltslos der Industrie ausgeliefert. verlieren sie, wenn auch nicht Alles, so doch einen großen gleichen Arbeiten dem Herrn zu verweigern. Den Mit dem mechanischen Werkzeug bewaffnet, treibt der Theil der Milch, was dem„ Herrn" natürlich keinen Erwachsenen wird keine geistige Anregung und Be- italienische Kapitalist den Arbeiter durch die Arbeiterin, Schaden thut. schäftigung, wenn sie nicht im Interesse der Herren die Frau durch das Kind aus Fabrik und Werkstatt. " Die Instleute bekommen laut Kontraft Brenn- liegt, gegönnt. Sie sollen arbeiten, nicht aber lesen und Je mehr die Löhne sinken, um so unendlich länger dehnt material frei angefahren. Ist's Torf, so müssen sie sich unterrichten und aufklären; das sollen, das dürfen sie sich der Arbeitstag aus. Der steigenden Produktivität sich selbst denselben erst im Bruche zubereiten, d. H. sie nicht; wohl aber sollen sie blindlings gleich Maschinen steht das Steigen der feiernden Stände, der Massenarmuth müssen sich denselben selbst stechen, zum Trocknen auf- gehorchen, aber um's Himmels willen nicht denken. gegenüber. Die Arbeiterschaft ist mit tausenderlei Berufs= und umseßen u. s. w., was, wie jeder Einsichtige einfrankheiten, Lebensverfümmerung und baldigem Aussterben gesegnet. Arbeit verursacht. Ist's Holz, dann werden den Leuten räumen muß, eine über mehrere Wochen sich hinziehende Die Konkurrenz der ausländischen Arbeiter bie im Walde umherliegenden Weste, Spähne und Zapfen und die Lage des italienischen Proletariats. Diese fünstliche Höllen, wie sie Dante nicht schrecklicher überlassen, ferner die Stubben, welche sie sich selbst ausroden müssen, womit sie gleichzeitig dem klugen Herrn den abgeschlagenen Waldtheil für die weitere Kultur klar, d. H. nuzbar machen. 1 II. Der Kapitalismus pflanzt inmitten natürlicher Para ichaute. In einer Schweifung des Golfes von Spezzia, in der 3 Jahrhundertelang von einheimischen und fremden malerischsten, fast einzig dastehenden Lage der Welt, da Herrschern und einer nicht minder herrschsüchtigen Oligarchie Gartens und Ackers für Kartoffeln und Flachs beschränkt italienische Volt seit langem einer Armuth verfallen, gemacht, welche den Malern und Bildhauern der Renaissance Die ebenfalls kontrattliche„ freie Bestellung" des politisch entmündigt und finanziell ausgeraubt, war das klopfen und hämmern die Silber- und Bleihüttenwerke von Pertusola. Was haben sie aus einer Bevölkerung sich auf die Erlaubniß, die nothwendigen Arbeiten ver- welche sich in schneidendem Gegensatz von dem Reichthum ihre unvergleichlichen Modelle lieferte? Schlotternde, ge= richten und hierzu, so weit es unerläßlich, das herrschaft der umgebenden Natur abhebt. frümmte, zum Skelett abgemagerte Gestalten mit verzerrten Oberflächlich urtheilende Historiker setzen diese Armuth Zügen und grünlicher Gesichtsfarbe, von beständigen satur liche Vieh und Ackergeräth benußen zu dürfen. Diese und alle anderen Arbeiten für den Unterhalt dürfen, da die auf Rechnung der natürlichen Mitte, des aus der süd- ninischen Krämpfen gequält, sichere Opfer von Lähmungen.. Leute die ganze Woche hindurch, Tag für Tag zum Schar- ländischen, üppig und erschlaffenden Natur folgenden Hangs Für 1 Mark 15 Pf. pro Tag sind die Arbeiter dieserwerk gehen, d. h. für den„ Herrn" arbeiten müssen nur an zum dolce far niente( zum füßen Nichtsthun), anstatt Für 1 Mark 15 Pf. pro Tag find die Arbeiter dieser Sonntagen und auch nur dann vorgenommen werden, ihre Ursache in der künstlichen Mitte, in den soz i al- Hüttenwerke verurtheilt, sich täglich Zoll um Zoll vergiften wenn für den Herrn" nichts Dringendes zu thun ist. politischen Zuständen zu suchen. Wozu sich unter zu lassen. Die Symptome der aus Silber- und Blei vergiftung bestehenden Berufskrankheiten zeigen sich bei einem glühenden Himmel Tag aus, Tag ein abrackern, einzelnen Individuen bereits nach mehreren Wochen Arbeit Damit wird den Zeuten jedef Ruhetag genommen. Der Lohn, Geld und Getreide, wird auf den meisten irgend eines unverständlichen Gesezes oder Rechtes, die in den Hüttenwerken, bei anderen nach Monaten, im Der Lohn, Geld und Getreide, wird auf den meisten wenn Fürst und Fiskus jederzeit nach Belieben, trafi Gütern am ersten jeden Monats gewöhnlich am ersten günstigsten Falle nach ein bis zwei Jahren. Sämmtliche Früchte der Arbeit beanspruchen können? Wo Nichts ist, Arbeiter sind jung, denn das durchschnittliche LebensalterSonntage desselben gezahlt bezw. verabfolgt. Der hat bekannlich auch der Kaiser sein Recht verloren. Dieser beträgt 28 Jahre. Auch der stärkste Arbeiter kann nicht Herr giebt oder läßt geben immer nur so viel, als ihm Schlußfolgerung entsprechend lebte das italienische Volk in beliebt; das empfangene Geld z. B. reicht sehr häufig der Regel erbärmlich, aber es richtete sich auch nicht durch halten, nach Ablauf dieser Zeit tritt entweder der Tod länger als fünf bis sechs Jahre in den Hüttenwerken aus= kaum zum Salz und dem zum Schmalzen der Speisen übermäßige Arbeit zu Grunde. Die Anforderungen, nothwendigen Fett. Am wenn die große Abrechnung gehalten wird, erhalten die es kannte nicht die Verkümmerung und Entartung ganzer Schluſſe des Kontraktjahres, welche es an das Leben ftellte, waren niedrig genug, aber ein, oder der Mann ist für immer zu jeder Verrichtung armen Leute fast regelmäßig bedeutend weniger, als sie Bevölkerungsschichten durch den Industrialismus. zu erhalten gehofft haben. Es kommen dann Strafgelder, erwarb kein Eigenthum, aber es bewahrte, soweit dies nennen?- steht keinerlei Haftpflicht der Betriebsunter( die der Herr nach reiner Willkür und zu seinem Vortheil möglich, das Eigenthumsrecht über die eigene Person. nehmer gegenüber, weder das Opfer noch dessen Familie. einzieht) zum Vorschein, von denen sie in der Regel und nur allzu oft nichts wissen, es werden ihnen Abzüge ge- Hatten Kaiser und Könige die Sache genommen, so nahm Das Auftreten der Kapitalisten hat dies geändert. hat einen Anspruch auf Entschädigung. Die industriell hoch entwickelte, reiche und blühende macht für Abgaben, die sie nicht kennen. der Kapitalist die Person, er machte diese, indem er sie Lombardei ist mit Spinnereien, Webereien, FärbeDie Arbeit dauert für die Männer und Schar- an die Maschine fesselte, zur Sache, zur Waare, die er reien, Papier- und Tapetenfabriken übersäet. Die werfer im Sommer 16 bis 17 Stunden, mit im Ganzen fauft und konsumirt, um deren nicht gebrauchten Theil Fabriken liegen meist an reizenden Wasserläufen, inmitten etwa 2 Stunden Pause; von Ende August bis Mitte Mai mit anderen Produktionsabfällen zusammen verächtlich bei eines idyllischen landschaftlichen Rahmens, das Angenehme ist die Arbeitszeit, die auf fast allen Gütern ziemlich regel- Seite zu werfen auf den Kehrichthausen, wie Fürst mit dem Nüßlichen vereinend. Aber die von außen so. mäßig vom Aufgang bis zum Untergang der Sonne Bismarck sagen würde. anmuthenden Räumlichkeiten bergen ein der Mehrzahl nach dauert, kürzer, und dann wird nur eine einstündige Das italienische Bürgerthum der großen Kaufleute aus Frauen und Kindern bestehendes Arbeiterheer, und Pause gestattet. Von der Arbeit entlassen werden sie im von Genua, Venedig und Mailand war ganz dazu diese Frauen und Kinder sind skrofulös, schwindsüchtig. ganzen Jahr nur einmal und zwar zum Beichtgang, wofür beanlagt und vorbereitet, sich zu einer Kapitalistenklasse rheumatisch, gichtbrüchig. In den Färbereien z. B. von vielen Gutsbesigern den Leuten 1,00 M. als Ent- par excellence herauszubilden. Sein Kampf gegen die arbeiten die Kinder oft bis an die Knöchel im Waffer schädigung für den ihnen dadurch verlorenen Arbeitsertrag aristokratische und klerikale Oberherrschaft war um so stehend! Der Arbeitstag beträgt ohne Unterschied für das in Abzug gebracht wird, außerdem auch manchmal zu den leichter, als es an den Heeren der französischen Re- Alter der Hände" 17 Stunden, der Verdienst der Frauen in der Kreisstadt stattfindenden Jahrmärkten. Weihnachten, publik, welche in ihrem Banner die Freiheit über Europa schwankt dafür von 1 Mark bis 1 Mark 40 Pf., die Neujahr, Ostern und Pfingsten sind die einzigen Festtage trugen", Bundesgenossen fand, als sich die bürgerlichen Kinder verdienen 40 Pfennige! Es unfähig. Diesem industriellen Mord wie soll man es anders der Arbeiter sowohl in Ost- als in Westpreußen; Kirch- Emanzipationsbestrebungen vielfach mit dem Kampf gegen Im Allgemeinen erhält der Arbeiter in ganz Italien weihen sind hier unbekannt, und das früher allgemein die Fremdherrschaft verquickten, sich mit nationalen und einen buchstäblich erbärmlichen Lohn. Der Verdienst eines übliche Erntefest( an einem Sonntage) hat man auf den demokratischen Farben schmücken und an das populäre und Minenarbeiters beläuft sich auf 1 Mark bis 1 Mark 35 Pf. meisten Gütern den Arbeitern abgewöhnt. revolutionäre Element appelliren konnten. Wenn sich die täglich, in den Eisen- und Kupferminen von 80 Pf. bis Das vielgerühmte, patriarchalische" Verhältniß Entscheidung in die Länge zog, so kam dies daher, daß 1 Mark 45 Pf. In Süditalien fällt dieser Lohnsazz noch zwischen den Herrschaften und den Arbeitern ist wohl Italien industriell noch nicht genug entwickelt war, so daß tiefer, um in den fizilischen Minen z. B. nur noch zirka immer nur eine Sage gewesen. Noch ist der Glaube die neuen wirthschaftlichen Verhältnisse noch nicht die alten 65 Pf. zu betragen. In den Salzwerken bei Venedig unerschüttert, daß die Herrschaften eine viel höher stehende, gesellschaftlichen Formen zu sprengen vermochten. steht der Tagelohn auf 1 Mark 60 Pf. bis 2 Mark 40 Pf. gewissermaßen gottbegnadete Gattung von Menschen seien Die italienische Bourgeoisie nüßte die Zeiten des noch In der metallurgischen Industrie sind die Lohnsäge durchgegenüber den Arbeitern. Ist der Herr adlig, so muß nicht offen lodernden Kampfes zur Entwickelung auf wirthschnittlich etwas höher, am besten sind die in Venedig, wo jedes Familienmitglied mit dem Worte gnädig" an- schaftlichem Gebiete aus. Sowie aber die moderne In- ein Gießer z. B. von 2 Mark 40 Pf. bis 5 Mark 60 Pf. geredet werden; ist er" nur" bürgerlich, so heißt alles dustrie in Italien festen Fuß gefaßt hat, hebt auch der verdienen kann, während er in Secco und Genua nur mit ,, hochgeehrt" und, wenn das Beißthum klein, geehrt". Emanzipationskampf der italienischen Bourgeoisie in Gestalt 2 Mark entlohnt wird. Der Durchschnittslohn eines Wenn die Arbeiter, namentlich die Frauen, einer gnädigen des Ringens um die nationale Selbständigkeit und Einheit Maurers schwankt zwischen 1 Mart 25 Pf. und 2 Mark oder hochgeehrten Herrschaft nahe kommen, wagen sie nicht mit erneuter Stärke an, um die Fesseln zu sprengen, welche 40 Pf., Zimmerleute und Schmiede verdienen von 2 Mark zu unterlassen, zum Zeichen ihrer Ergebenheit derselben das in Kraft stehende krähwinklige politische System der bis 2 Mark 40 Pf. Eine der wichtigsten italienischen mit einer tiefen Reverenz die Hand zu küffen. Dagegen neuen Entwicklung gelegt. Die schließliche Herstellung der Industrien, die Tertilindustrie, zahlt an Durchschnittslöhnen werden von den gnädigen“ und„ hochgeehrten" Herr- italienischen Einheit unter dem Schild einer konstitu- für den Mann 1 Mark bis 1 Mark 60 Pf., für die schaften die ledigen Arbeiter mit„ Du", die verheiratheten tionellen Monarchie bezeichnet, wie die Wiederaufrichtung Frau 80 Pf. bis 1 Mk. und für das Kind 40 Pf. Jm Männer mit„ Er" und die Frauen mit„ Sie"( in der des deutschen Reiches, den Triumph der kapitalistischen Allgemeinen stehen die Lohnfäße in Gewerben, welche sich dritten Person) angeredet; auf manchen Gütern wird alles Bourgeoisie, deren Lebensinteressen eine Zerstückelung des der Kunst nähern, etwas höher, doch sind auch sie noch durch die Bank geduzt; Kämmerer, Handwerker u. dergl. Landes schnurstracks zuwiderlief. Wie in Deutschland, lächerlich niedrig genug und durchaus unzureichend, um erhalten gewöhnlich das Prädikat Ihr". Wenn die hatte auch in Italien die Bourgeoisie vom Volk die dem Arbeiter eine gesunde, kräftige Nahrung und reinliche gnädigen und hochgeehrten Herrschaften zu dritten Personen Kastanien aus dem Feuer holen, das schwerste Stück menschenwürdige Wohnung zu sichern. von ihren Arbeitern sprechen, werden diese im feinen Styl Arbeit von der demokratisch= republikanischen Bewegung Der katholische Nationalökonom Lavollé bemüht sich. : zwar nachzuweisen, daß der italienische Arbeiter trotz der Die 32 Fabrikanten produzirten sicherlich weit| kommen wollen, dürfen nicht landen. Jede Verlegung der niedrigen Löhne der glücklichste Mensch auf Gottes Erd- mehr als das Doppelte, als die sämmtlichen Klein- Bestimmungen des Gesezes wird bestraft. boden ist, weil er keine Bedürfnisse hat und von Nichts meister! Jedermann weiß nnn, daß die Großproduktion, Sehr bezeichnend für die Ansichten der Kommission lebt", aber trotz alles Ziehens und Dehnens kann er nur wenn sie einmal in einem Gewerbe festen Fuß gefaßt hat, fich ist der Motivenbericht derselben. Darin heißt es, daß ein sehr holpriges und fragwürdiges Budget über Einnahme immer rascher entwickelt, das Kleingewerbe immer mehr bisher viele Personen nach den Vereinigten Staaten ge= und Ausgabe einer Arbeiterfamilie zu Stande bringen. zurückdrängt und unaufhaltsam fortschreitet, bis sie fast kommen seien, welche man nicht zu empfangen wünsche, Er veranschlagt nämlich die Ausgaben einer dreiköpfigen die gesammte Waarenproduktion erfaßt hat. daß jährlich Tausende von mittellosen Ausländern, JrrArbeiterfamilie der Mann ist Maurer auf 1 Mark Das Kleingewerbe führt daher heute im Schuhmacher- finnigen und Blödsinnigen landen, welche den verschiedenen 80 Pf. für Nahrung, 272 Pf. für Wohnung und gewerbe denselben aussichtslosen Kampf, den früher von Staaten zur Last fallen, und daß die Auswanderung vieler 272 Pf. für Kleidung pro Tag, also zusammen rund der Großproduktion eroberte Gewerbe geführt haben. Es solcher Personen von den Behörden des Landes, woher sie 2 Mart 40 Pf. Aber wie wir gesehen, ist 2 Mark 40 Pf. sucht durch Innungen und Befähigungsnachweis ich vor tamen, unterſtüßt werde. Der Bericht bringt angebliche der höchste Lohn, den ein Maurer erhalten kann. Was weiteren Angriffen zu verschanzen, vergißt aber dabei Belege dafür bei, daß sogar Verbrecher von ausländischen thun, wenn der Mann nur zum Minimallohn Beschäfti- ganz, daß die Großproduktion sich gar nicht bemüht, diese Behörden und von einem für diesen Zweck bestehenden gung findet, wenn er, was die Regel, mehr als ein Kind ebenso fünstlichen wie schwachen Wälle irgendwie zu be- Verein in Deutschland nach Amerika verschifft werden, und hat, wenn vielleicht alte Eltern auf seine Unterstüßung an- rennen, fie führt ihren Kampf, ohne ihre Gegner hinter ferner, daß die Behörden Großbritanniens und der Schweiz gewiesen sind, wenn Krankheit und Arbeitsstockungen sich den lächerlichen Schuhwehren nur zu beachten, und hungert an diesem Verfahren festhielten, selbst nachdem sie ersucht einstellen? Im günstigsten Falle werden Frau und Kinder die Gegner einfach aus. Innerhalb ihrer Schuhwehren worden waren, davon abzustehen. in die Fabriken gezwungen, und ist dies nicht möglich, so bekämpfen sich die Kleinmeister selbst und sind nur in einem Der Bericht betont insbesondere, wie wenig wünschenshängt der Arbeiter den Brotkorb höher und bezieht ein einig, in der Ausbeutung der fremden Arbeitskraft, sie werth es sei, daß Anarchisten die Einwanderung in die noch elenderes Hundeloch. Die Normalfost der Mailänder dehnen die Arbeitszeit unmäßig aus. Vierzehn und mehr- Vereinigten Staaten gestattet werde, und sagt, es sei die Maurer und Bauhandwerker besteht dem entsprechend aus stündige Arbeitszeit ist nichts Seltenes und sie zahlen für Zeit erschienen, die Linie in der Einwanderung zu ziehen Polenta( in Wasser gekochten dicken Brei aus Maismehl), solche Leistungen den kläglichsten Wochenlohn, fie zwingen dabei und die guten von den schlechten Einwanderern abzuzu der Brot, in seltenen Fällen ein durchsichtiges Scheibchen ihre Arbeiter, in den Forderungen der Gesundheitslehre hohn- sondern". Die nach den Kohlenregionen kommenden EinKäse oder schlechte Fische das Zugemüse bilden. sprechenden Arbeitsräumen, bei schlechter Beleuchtung und wanderer werden ebenfalls als solche bezeichnet, deren bei Mangel jeder Ventilation zu arbeiten; sie glauben der Fernhaltung besonders wünschenswerth sei und zwar ,, wegen Konkurrenz, der vervollkommneten Maschinen die unbe- ihres niedrigen Bildungsgrades, ihres schmußigen und zahlte Arbeit ihrer Lehrlinge entgegenseßen zu können. lasterhaften Lebenswandels und ihrer Aergerniß gebenden Ihre Bemühungen sind aber nuẞlos, sie halten sich Gewohnheiten". Die Entwicklung der Schuhmacheret. ( 3um Untergang des Kleingewerbes). I.*) Die Früchte der Kolonialpolitik durch diese, die Arbeiterklasse tief schädigenden Bemühungen Die amerikanischen Sozialisten bekämpfen diese Art bestenfalls ein Paar Jährchen länger über Wasser, können von Einwanderungspolitik natürlich auf das Schärffte. es aber doch nicht verhindern, daß die übermächtige KonWer die Fortschritte in der modernen Technik, die kurrenz sie in's Proletariat stürzt. Daß auf die Arbeiter rasche Anwendung jeder neuen Entdeckung und Erfindung im Schuhmachergewerbe der ungleiche Kampf zwischen mit Aufmerksamkeit verfolgt, der muß zur Einsicht kommen, Großkapital und kleingewerblicher Produktion auch seine daß die moderne Produktionsweise bald alle Gebiete Wirkungen ausübt, liegt auf der Hand. Wie die Wir- find so bitter und ungesund, daß auch der verbissenste Lobgewerblicher Thätigkeit erfaßt haben wird, daß bald überall fungen für die Arbeiter im Kleingewerbe sind, haben wir rebner der heutigen Regierung es nicht über sich gewinnen Taufende von Meistern von einzelnen Fabrikanten, Hundert schon gezeigt, wir müssen nun die Wirkungen der groß- kann, fie heilsam oder gar schmackhaft zu finden. tausende der verschiedensten Werkzeuge von wenigen Arbeits- industriellen Betriebsweise beleuchten. Vor Allem fällt das Und es vergeht kein Tag, der den alten Hiobsposten maschinen, und Zehntausende muskulöser Arme von Dampf, starfe Wachsen der Frauenarbeit ins Auge. Wäh- nicht neue hinzufügte. Elektrizität und einigen wenigen Weibern und Kindern, rend in der Wiener Schuhmachergenoffenschaft- d. h. im Krach war dort wenige Wochen nach dem Ausbruch des Von Afrika wollen wir heute nicht reden. Der welche den Gang der Arbeitsmaschinen beaufsichtigen, ab- Kleingewerbe alten Stiles- im Jahre 1886 neben gelöst sein werden. 5840 Gehilfen nur 283 weibliche Arbeitskräfte, das heißt durch den Uebermuth und die Ungeschicklichkeit unserer Daß die Schuhmacherei sich diesem Entwicklungsgange auf je 1000 Arbeiter nur 49 Weiber beschäftigt waren, geborenen ein so vollständiger, daß die Lage der Dinge Schnapskulturträger hervorgerufenen Aufstandes der Einnicht entziehen kann, das liegt auf der Hand. tamen im Jahre 1870 in der Schuhwaaren Großproduktion Schon die Erfindung der Nähmaschine hat eine Wiens schon auf 2264 Arbeiter 474, das heißt auf 1000 fich dort nicht mehr wesentlich verschlechtern und verändern gewaltige Umwälzung in der Schuhmacherei hervorgerufen, Arbeiter 208 Arbeiterinnen, und im Jahre 1880 auf fonnte. Genug was in Jahrzehnten mühsamer Arbeit dazu kam die veränderte Form des Absages, das Magazins 2734 Arbeiter schon 1049 Arbeiterinnen, das heißt auf vieler Jahre bedürfen, ehe wir wieder so weit sind, als dort geschaffen worden war, ist zerstört, und es wird wesen, der Verkauf der Waaren statt direkt an die Kunden, 1000 Arbeiter gar schon 384 Arbeiterinnen. Auch die wir waren, ehe das Trugbild der Kolonialpolitik uns in durch kaufmännische Vermittelung. Zahl der jugendlichen selbständigen Arbeiter ist im steten Die Klagen unserer heimischen Zünstler, daß am Steigen begriffen, denn bei der Leichtigkeit des Erlernens die afrikanischen Fiebersümpfe gelockt hatte. Statt der Niedergange des Schuhmachergewerbes die Gewerbeordnung eines sehr stark arbeitsgetheilten Gewerbes ist es schon Kultur förderlich zu sein, haben unsere Schnapsfulturträger ihr unberechenbaren Schaden gethan Schuld sei, spricht nicht nur für ihre vollständige Ver- Kindern möglich, in der Industrie thätig zu sein. Wohin uf gar nicht zu reden, in welchen sie unser Vaterland ständnißlosigkeit des wirthschaftlichen Prozesses, den wir das führen muß, bei weiterer Entwickelung der Großdurchmachen, sondern auch für ihre Unkenntniß des vor- produktion, zeigt England. Der englische Fabriksinspektoren- gebracht haben. Und doch ist, was in Afrika geschehen ist, nach liegenden Zahlenmaterials. Denn schon in dem Berichte Bericht pro 1884 führt ein Beispiel eines ganz selbder Wiener Handels- und Gewerbekammer über den ständigen Sitgesellen von 13 Jahren an. In manchen Richtungen hin für das Deutsche Reich nicht so Handel, die Industrie- und Verkehrsverhältnisse ihres demselben Fabriksinspektoren- Bericht findet sich auch die schlimm, als die neueſte Wendung der Dinge auf den Bezirkes während der Jahre 1854-56( Wien, 1857) ist sehr richtige Bemerkung:„ Der Schuhflicker dürfte samo anischen Südsee- Inseln. An diese Inseln knüpfte bekanntlich zuerst die deutsche z. B. gesagt, daß von den in Wien bestehenden 2671 Schuh- bleiben, aber nicht der Schuhmacher." Kolonialpolitik an: das Deutsche Reich sollte vor sieben machermeistern nur etwa 8-900 auf eigene Rechnung So sehen wir die Schuhmacherei denselben Verhält Jahren über die bankerotten oder doch dem Bankrott nahen für Plaßkunden, 80-100 für den Export arbeiten und nissen entgegengehen, wie früher die hausindustrielle und Unternehmungen des Hauses Godefroy das Protektorat der Rest mit Stück arbeit für die bedeutenderen Meister fleingewerbliche Weberei und Spinnerei, wir sehen, daß übernehmen, der Reichstag war aber damals so vernünftig und Kaufleute beschäftigt ist. Und in dem Berichte über die Zahl der Kleinmeister immer rascher abnimmt und in seine Zustimmung zu verweigern und den gefährlichen die Jahre 1857-60( Wien, 1861) heißt es zwar, daß immer weniger Händen sich die Großproduktion konzentrirt. Plan zum Scheitern zu bringen. von dem üblen die Schuhwaaren- Fabrikation für die Massenversorgung Immer größer wird die Kluft zwischen den Großpro- Die eingestandenen 20 Millionen Mark, welche das erst vor einigen Jahren begonnen habe, aber auch, daß duzenten und den Proletariern im Schuhmachergewerbe, Haus Godefroy oder dessen Gläubiger seitdem verloren fie sowohl für den inneren Konsum als für den Erport nicht lange mehr wird es dauern und man wird klein haben, sind durch das patriotische Veto des Reichstags den große Erfolge erziele. Es wird dort serner bemerkt, daß gewerbliche Schuhmacher nur noch eben so vereinzelt finden, deutschen Steuerzahlern erhalten worden. vermindert worden sei. zu unterminiren. * ,, Regelung famoanischer Streitigkeiten" erlitten hat. die großen Schuhwaaren- Etablissements bereits auch die als kleingewerbliche Spinner! Und dabei darf nicht außer Indeß etwas Kolonialpolitik wurde troßdem in Samoa Deckung eines nicht unbeträchtlichen Theiles des Bedarfs Acht gelassen werden, daß schon heute Hunderte und getrieben, und als ersten Erfolg hatten wir kürzlich die der Residenzbewohner an sich gerissen hätten, wodurch der Tausende von Kleinmeistern für die Großproduzenten ar- schwere Niederlage zu verzeichnen, welche unsere FlottenAbsatz des für den Lokalbedarf arbeitenden Kleingewerbes beiten und eifrig mithelfen, den Boden, auf dem sie sißen, mannschaft bei einem höchst überflüssigen Versuch der Natürlich hat mit den Fortschritten der Technik, mit der Proletarisirung großer Theile des Bürgerthums, In einem zweiten Artikel werden wir an der Hand welches dadurch immer mehr auf billige Waaren an eines im Interesse der Zünftler verfaßten Buches eines gewiesen wurde, der Niedergang des Kleingewerbes Herrn Dr. Mar Schoene über die Entwickelung der Schuhzugenommen. Unzweifelhaft ist bewiesen, daß die Zer- macherei in Deutschland berichten. Seßung im Schuhmachergewerbe schon unter der Herrschaft der alten gewerberechtlichen Normen begonnen hat. " 1 Der Kampf gegen die Einwanderung in Amerika. Diese Niederlage war aber nur die Vorläuferin einer Hiobspost von noch weit größerer Tragweite. Unsere kolonialpolitischen Anläufe auf jenen Inseln, und namentlich auch die renommistisch- chauvinistische Sprache unserer Reptilpresse, welche die samoanischen Inseln schon als deutsches Eigenthum zu betrachten schien, haben die Aufmerksamkeit der Amerikaner auf sich gezogen und die Regierung der Vereinigten Staaten zu dem sehr ungewöhnlichen Schritt eines nachdrücklichen Protestes gegen etwaige Eingriffe in die amerikanische Einfluß- und Machtsphäre veranlaßt. Im Jahre 1855, als Wien eine Bevölkerung von nur 430 000 Einwohnern hatte, zählte man 2239 Schuhmachermeister. 20 Jahre später, als die Bevölkerung außerordentlich stark zugenommen hatte, nur um 427 Die thörichten Maßregeln zur Beschränkung der Einmehr, nämlich 2766. Von diesen Jahren an, kann tros wanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika, Die Vereinigten Staaten von Nordamerika waren Steigen der Bevölkerung eine direkte Abnahme der Zahl welche die vom Repräsentantenhause zur Untersuchung des bisher das einzige freie Land, mit welchem die Beziehungen der Schuhmachermeister konstatirt werden, man zählte im Einwanderungswesens eingesetzte Kommission vorschlägt, der deutschen Reichsregierung ftets ungetrübt herzliche ge= Jahre 1880 2604 und im Jahre 1887 2536 Schuhmacher können in dieser Session nicht mehr zur Annahme ge- wesen sind. Und die Freundschaft dieses Landes, das für meister. Gleichzeitig war freilich die Zahl der Meister in langen und es steht zu hoffen, daß dieselben in ihrer acht Millionen Deutsche die zweite Heimath geworden ist, den Vororten gewachsen, daß diese aber nicht für Kunden derzeitigen Form überhaupt nicht angenommen werden. haben wir durch die Kolonialpolitik verloren. arbeiteten, sondern nur Stückmeister" waren, ist Jedem, Nach diesen Vorschlägen soll jeder Einwanderer bei Und was soll nun dem amerikanischen Protest gegender die Verhältnisse im Schuhmachergewerbe kennt, voll- der Landung in Amerika eine Steuer von fünf Dollars über geschehen? Da der deutschen Regierung die Macht ständig bekannt. Während nun die Zahl der Meister( zwanzig Mark) zahlen, allein damit erhält er noch nicht fehlt, einen Seekrieg gegen den amerikanischen Koloß zu und damit das Kleingewerbe in raschem Rückgange be- das Recht zur Landung. Schon vorher muß er in seiner führen, so würde ein mehr oder weniger bescheidener griffen war, stieg die Zahl der Großbetriebe; man zählte Heimath den dortigen Vertreter der Republik davon über- Rückzug angetreten werden müssen, und der militärischen im Jahre 1870 24 Großbetriebe mit 2738 Arbeitern, im zeugen, daß er, der Auswanderer, nicht blödsinnig, irr- Niederlage reiht sich eine schwere diplomatische NiederJahre 1880 32 Großbetriebe mit 3783 Arbeitern, es finnig oder gänzlich mittellos, kein Polygamist( Viel- lage an. hatte demnach der Großbetrieb den Kleinbetrieb in dieser weiberei Treibender), Anarchist oder Sozialist und Unter dem Eindruck des kolonialpolitischen Fiasko Zeit schon an Zahl der Arbeiter, natürlich noch mehr in feines gemeinen Verbrechens wegen bestraft worden ist". will die deutsche Reichsregierung für weitere Experimente Bezug auf die Produktionsmenge kolossal überflügelt. Wenn er in Betreff dieser Fragen den amerikanischen in Afrika statt der anfangs geplanten viel höheren Summe Konsul zufriedengestellt hat, dann erhält er von legterem von dem Reichstag bloß zwei Millionen Mark fordern. *) Mit Benutzung eines demnächst in den Bernerstorfer'schen ein Zeugniß, allein auch dieses sichert ihm noch nicht die Und das sind noch zwei Millionen Mark zu viel. Deutschen Worten" erscheinenden Artikels von Dr. Mataja über Landung, denn die Einwanderungskommission könnte an Mögen die deutschen Wähler während der bevorbas„ Schuhmachergewerbe". Es ist dabei vorwiegend auf österreichische Verhältnisse Bezug genommen, doch trifft ja alles ebenso ihm noch manches andere auszusetzen haben. Arbeiter, stehenden Debatten über die Kolonalpolitik ja ein scharfes welche auf Grund eines Kontraktes nach Amerika Auge auf den Reichstag haben. Für jeden Groschen, den für Dentschtand zu. die Kartellparteien von Schweiße des hart arbeitenden in den Belegen durch Vorschriften über die Raumverhältnisse und sogar ihre Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei. Sie seien rein zufällig an einem Abend im Dauzenberger'schen Lokale zu= deutschen Volkes für das Phantom der Kolonialpolitik be- gründliche Ventilation der Arbeitslokale zu regeln. Die Ausgaben für das Kapitel„ Reichsversicherungs- Amt" sammengetroffen, und einer der Angeklagten meinte, daß es doch werden ohne Debatte genehmigt. nichts Auffälliges sei, wenn in einem Arbeiterviertel, in dem über willigen, muß am Tage der nächsten Wahl Rechenschaft verlangt und scharfe Abrechnung gehalten werden. ( Leipziger Wähler.") = Aus dem Reichstage. Montag, den 21. Januar. Die fortgesetzte Berathung des 3000 Stimmen auf einen sozialistischen Arbeiter entfielen, acht bis Etats des Reichsamts des Innern gab Veranlassung zu einer zehn Arbeiter in einem Lokale zusammenträfen, die Gesinnungslangen Debatte über die Behandlung der bei dem Bau des Nord- genossen seien. Keiner der Angeklagten wollte den Zweck oder Inoftfeetanals beschäftigten Arbeiter. Von sozialdemokratischer halt der beschlagnahmten Bücher kennen, auch bestritten sie, daß sie Seite griff Abg. Singer namentlich die Bestimmung an, daß sozial- unter sich einen geheimen Verkehr gepflogen. demokratische Arbeiter bei dem Kanalbau nicht verwandt werden Um diesen Nachweis zu führen, waren von der Anklagebehörde Berlin, 18. Januar. Bei Fortsetzung der Berathung des sollten. Der Staatssekretär erwähnte darauf, daß diese Klausel auf eine große Anzahl Beamte der politischen Polizei ge= Post Etats bemängelt Baumbach die steigende Verwendung von Veranlassung des Reichsamts des Innern aufgehoben sei, nur geladen worden, es tritt feine einzige Privatperson als 3euge auf. Hilfsbeamten. Staatssekretär Stephan verspricht, mit der defini- Agitation" werde nicht geduldet. Mittwoch, den 23. Januar. Der Reichstag berieth am Da die Einzelheiten unseren Lesern aus den Tageblättern be= tiven Anstellung der Unterbeamten in größerem Umfange fortzu- Mittwoch über die Anträge auf Beschränkung der Frauen- und fannt sein werden, so führen wir nur zusammenfassend folgendes fahren. Von verschiedenen Seiten wird die ungenügende Besoldung Kinderarbeit. Staatssekretär v. Boetticher erklärte sich Namens an. Der Staatsanwalt beantragte gegen Lau, Kuhn und Volkder Hilfsbeamten hervorgehoben. Bei einem späteren Titel giebt der verbündeten Regierungen gegen ein Vorgehen auf diesem Ge- mann, welche besonders belastet worden seien, je ſechs Monate Stephan eine ausführliche Uebersicht über die Ausdehnung des biet, weil einmal fein Bedürfniß(!) dazu vorläge, sodann aber und eine Woche Gefängniß, gegen die Angeklagten Schubert, Kann, Telegraphen- und Telephonbetriebes. Bebel schlägt vor, inner- auch der erstrebte Zweck durch geseßliche Maßregeln nicht erreicht Brunsch, Schulz und Brödenfeld je vier Monate und eine Woche halb eines größeren Nayons Briefe für fünf Pfennige zu befördern. werde, und man schließlich nicht so weit in die Selbstbestimmung(!) Gefängniß, und stellte anheim, hiervon je einen Monat durch die Stephan widerspricht aus Etatsgründen. Baumbach beantragt, der Arbeiter hineingreifen dürfe. Die Redner sämmtlicher Parteien erlittene Untersuchungshaft in Abrechnung zu bringen. Stephan widerspricht aus Etatsgründen. Baumbach beantragt, eine Petition betreffend eine Porto- Ermäßigung fur Drucksachen der bestritten die Berechtigung dieser Einwürfe, welche beweisen, daß die Vertheidiger, Rechtsanwalt Sachs, plaidirte für Freisprechung Regierung zur Erwägung zu überweisen. Nach längerer Debatte wird unter Ablehnung dieses Antrages Regierung heute noch manchesterlicher ist, als der Freifinn. Den der Angeklagten. Seitens des Gerichtshofes lautete das UrArbeiterstandpunkt vertrat in längerer Rede der Abg. Meister. theil gegen Lau, Kuhn und Volkmann auf je 4 Monate, gegen die die Petition zur Kenntnißnahme" überwiesen. übrigen Angeklagten auf je 3 Monate Gefängniß, gegen Langfeldt auf Freisprechung. Den Verurtheilten wurde je 1 Monat auf die Untersuchungshaft angerechnet; der Antrag des Vertheidigers auf Haftentlassung wurde vom Gerichtshofe abgelehnt, ebenso der An= trag auf Haftentlassung gegen Kaution. Beim Etat der Reichsdruckerei entsteht eine längere Debatte über die Konkurrenz, welche die Reichsdruckerei Privatunternehmungen macht. Der Etat wird genehmigt. Berlin, 19. Januar. Bei der Position" Reichsamt des Innern" wird eine Erhöhung um 14 000 Mt. zum Besoldungstitel„ Staatssekretär" verlangt. Sämmtliche Parteien, die in der Budget- Kommission ihre Vertretung haben, sind mit der Erhöhung einverstanden, von Abgeordneten Bebel wird dieselbe bekämpft. Bei der Gelegenheit beantragt Bebel, die Fabrikinspektoren berichte wieber, wie früher, vollständig und nicht auszugsweise und in verballhorntem Zustande, wie dies seit einigen Jahren eingeführt wurde, herauszugeben. Da aber den Unternehmern und der Regierung das, was jetzt veröffentlicht wird, schon zu viel ist, wird der Antrag natürlich abgelehnt. Eine sehr eingehende und lebhafte Debatte entwickelte sich wegen der Lage der Fürther Quecksilber- Spiegelbeleg= Arbeiter. Bebel wies auf die in dem Buche von Dr. Schoenlank niedergelegten Untersuchungsresultate hin und forderte die Beseitigung der mörderischen Quecksilberbelegen. Von dem Abgeordneten für Fürth, v. Stauffenberg, wurden zwar die Thatsachen, die in dem Buche in geradezu erschütternder Weise geschildert sind, zugegeben und der Fürther Aerzte anerkennend gedacht, aber doch versucht, von Uebertreibungen" zu reden, auch behauptet, das Silberbelegen der Spiegel habe sich nicht bewährt. Vom Staatssekretär v. Bötticher wurde mitgetheilt, daß zwischen dem Reichsamt des Innern und der bayerischen Regierung bereits die nöthigen Verhandlungen im Gange feien, um durch Gesetz eine erhebliche Herabsetzung der Arbeitszeit der Quecksilberarbeiter herbeizuführen und die Zustände Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager, empfiehlt [ 39 E. Wilschke, Junkerstr. 1. Ecke d. Markgrafenftr. Empfehle Freunden und Genossen Manschettenknöpfe und Broschen mit dem wohlgelungenen Porträt von Lassalle, Marg und Engels. 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Die ,, Berliner Volks- Tribüne" liefere ich für 50 Pf. monatlich frei in's Haus und sehe recht zahlreichen Bestellungen entgegen. E. Lehmann, Uferstraße 6. 43] Für Hamburg nimmit Bestellungen auf die ,, Berliner Volks- Tribüne", Neue Tischlerzeitung, Recht auf Arbeit, Hamburger Echo und andere Blätter entgegen, und besorgt pünktlich Tischler H. C. Doose, 2. Jakobstr. 11, IV., und bei Dürschuck, Neustädter Neue Straße. Rixdorf. Die Besorgung der ,, Berliner Volkstribüne", pünktlich ins Haus, habe ich im Auftrage der Expedition für die Rigdorfer Gegend übernommen. Recht zahlreichen Bestellungen entgegensehend. R. Niemetscheck, Rigdorf, Falfstr. 45. Der Berliner Geheimbundsprojek. Briefkasten. Der Ein umfangreicher Sozialistenprozeß, welcher Dienstag und Mittwoch vor der ersten Straffammer des Landgerichts I. begann, hatte so viel, zumeist dem Arbeiterstande angehöriges Publikum nach Moabit gelockt, daß der Zuhörerraum des großen Schwurgerichtssaales, in welchem die Verhandlung stattfand, bis auf den Parteigenoffe. Aber wie können Sie nur annehmen daß letzten Plaz gefüllt war. Es hatten folgende neun Personen, die sich der Artikel in Nr. 2 dieses Blattes irgendwie gegen den aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurden, auf der Anklagebank, Sozialdemokrat" wende? Er fnüpft einfach an MajestätsPlatz zu nehmen: beleidigungen an und erklärt, daß der Radikalismus damit gar nichts zu thun habe und ermahnt die Arbeiter, sich auch fernerhin auf Bedrohungen" und" Geschimpfe" gegen hochstehende Personen nicht einzulassen. Davon ist natürlich bei uns niemals die Rede gewesen, daß man nicht scharfe und schärfste Kritik gegen sie üben solle. Wir erwidern darum auch auf den übrigens auf das Freundschaftlichste gehaltenen Londoner Artikel nichts, weil wir annehmen, daß die Redaktion, wenn ihr unsere Absicht bekannt gewesen wäre, Wort für Wort das Gesagte unterschrieben haben würde. Tischler Heinrich Lau, Schuhmacher K. Schubert, Tischler Adolf Kuhn, Tapezierer Emil Kann, Arbeiter Paul Brunsch, Maurer Friedrich Schulz, Tischler G. Brödenfeld, Tischler W. Langfeldt und Tischler Rud. Volkmann. Nach der Anklage sollen sämmtliche vorbenannte Personen einem Geheimbund zur Förderung verbotener sozialdemokratischer Zwecke angehört und in zwei Fällen ohne Genehmigung der Polizeibehörde eine politische Versammlung abgehalten haben. Den Vorsitz führt Landgerichtsrath Braun, die Anklagebehörde vertritt der Staatsanwalt Oppermann, Vertheidiger sämmtlicher Angeklagten ist der Rechtsanwalt Hugo Sachs. Die der Anklage zu Grunde liegenden Thatsachen sind dieselben, wie in früheren Sozialisten- Prozessen, auch spiegelt die jezige Verhandlung im Wesentlichen dasselbe Bild wieder, wie die früheren Verhandlungen. Sämmtliche Angeklagte bestritten ihre Schuld, Lau und Schubert = Geheimpolizei. Das System der Detektiv Agenturen verdankt seine Entstehung Amerikas bekanntem Geheimpolizisten, dem verstorbenen Allan Pinkerton. Schon im Jahre 1852 gründete er die seinen Namen führende Detektiv- Agentur, welche einen Weltruf" hat und von sehr kleinen Anfängen sich emporgearbeitet hat. leber 300 Leute sind in ihrem Dienste, sie streckt ihre Fangarme nach allen Welttheilen aus und hat Agenturen in allen größeren Städten des Landes. Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herab. gesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. 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Nr. 6, 1 Treppe, von jezt as das Austragen der Berlins und der Umgegend. Grosse Versammlung Mittwoch, 30. Januar 1889, Abends 8 Uhr, in W. Heydrich's großem Saal, Beuthstr. 20. Tages- Ordnung: 1. Medizinischer Vortrag des Herrn Dr. Zaded. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Auch werden daselbst die Mitgliedsbücher bestimmt ausgegeben. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. nehmen und bitte ich, das mir geschentte Ber- Fachverein der Tapezirer ,, Berliner Volks- Tribüne", sowie sämmtlicher bestellter Arbeiterblätter besorgen wird. Auch ist derselbe gern bereit, Bestellungen auf alle in der Arbeiter- Literatur erscheinenden Bücher, Zeitschriften und Zeitungen entgegen zu trauen auch auf meinen Nachfolger zu übertragen. Achtungsvoll Carl Schoch. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Berlins. Dienstag, 29. Januar, Abends 8 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße 75. General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljahrsbericht des Vorstandes. 2. Interpellation Freiwald event. Wahl einer Werkstatt- Kontrolkommission. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragetaften. Der Arbeitsnachweis befindet sich Klosterstraße 98 im Lokale des Herrn Petersohn( Firma Pettig). Die Arbeitszuweisung Quittungsbuch legitimirt. Neue Mitglieder ist unentgeltlich, auch an Nichtvereins- werden vor Beginn der Versammlung aufgenommen. mitglieder und geschieht an Wochentagen von Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 7-9 Uhr Abends, Sonntags von 10 bis 12 Uhr freundlichst Vormittags. Oeffentliche TöpferVersammlung Mittwoch, den 30. Januar, Abends 5 Uhr, im Schützenhaus, Linienstraße 5. Tagesordnung: 1. Vorlage des ausgearbeiteten Tarifs der Tarifkommission. 2. Wahl eines Vertrauensmannes. 3. Das bisherige Ergebniß der Statistik= Aufnahme in unserem Gewerbe. 50] Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung der Cigarrenfortirer u.-Sortirerinnen Berlins. Montag, d. 28. d. M., Abends 8½ Uhr, bei Gnadt, Brunnenstr. 38. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Cigarrenfortirer und Sortirerinnen zur Gründung eines Lokalvereins. Referent: Herr Gumpel. 2. Verschiedenes. Fachverein für Schlosser und Berufsgenossen. Montag, den 28. Januar, Abends 8½ Uhr, Versammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Taresordnung: 1. Vortrag des Herrn M. Baginsky über ,, Kapital und Arbeit". Diskussion. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Verein der Sattler und Fachgenossen. Montag, den 28. Januar, Abends 8½ Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantens straße 77-79. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Th. Glocke über Gea werfichaftsorganisationen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis des Fachvereins für Schlosser und Berufsgenossen befindet sich für den Norden Anklamerstr. 49, b. Nürnberg für den Süden Dresdenerstr. 116. b. Wendt. Kontrolle Abends 8-10 Uhr, Sonntags von 9-11 Uhr Vormittags. Der Vorstand. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Aeiblatt zur„Aertiner Holks�Hribüne". M 4. Sonnabend, den 26. Januar 1889. in. Jahrgang. Arbeiter und Parteigenossen! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung dieses Blattes ein! Bestellungen nehmen in Berlin alle Spediteure entgegen. Am besten abonnirt man bei den Spediteuren, welcke zugleich die Tageszeitungen bringen. Listen zum Sammeln von Abonnenten sowie Agita- tionsnummern jederzeit durch unsere Erpedition, Oranien- straße 23, zu beziehen. Der Verlag der„Berliner Volks-Tribüne." Berlin S. O., Oranienstr. 23. �Nachdruck otrboten.] Aroggy und sein Mruder. Eine Geschichte. Nach dem Englischen. (Fortsetzung.) V. Während Froggy auf der Schwelle eines fremden Hauses schlief, erwartete Bennp auf der Hühnersteige sitzend, die zu ihrer Wohnung führte, die Rückkunft des Bruders. Er sehnte sich, Froggy zu sehen und die wunderbaren Erlebnisie des Tages zu hören. Er träumte von einem Feuer, an dem er sich wärmen konnte, von einem warmen Nachtmahl, ja sogar noch von Geld, nm Lichter, Holz, Hafermehl für den Brei und hundert andere Dinge zu kaufen, welche sie dringend gebrauchten, und deren sie seit langem beraubt waren. Während Benny im Dunkeln auf der Stiege saß, kam die Nachbarin von unten, Frau Blunt, auf deu Flur, um Holz zu holen. Zufällig schaute sie auf und bemerkte beim Schein ihrer Kerze einen kleinen Schatten. „Bist Du es, Benny, wo ist die Katze?" frug sie. Benny wollte sich amüsiren und schrie: Miau, miau zur Antwort.- „Kleiner Schelm", sagte die Nachbarin,„Du willst mich anführen! Ich weiß doch, daß Du es bist. Dein Bruder ist noch nicht nach Hause gekommen?" „Nein, Frau Blunt", sagte der Kleine,„aber er kann nicht mehr lange bleiben." „Hast Du kein Kerzenstümpfchen, Kleiner, um Dir Licht zu machen?" fuhr die gute Frau fori. „Nein, wir haben gar keins", erwiderte das dünne Slimmchen durch die Ditnkelhcit. Froggy bringt gewiß eine Kerze mit." Frau Blunt trat in ihre Wohnung und kam nach einem Augenblick mit einem Lichtstümpschen und etlichen Zündhölzchen heraus. „Nimm, Kleiner", sagte sie,„es wird schon reichen, bis Dein Bruder kommt." Benny dankte, tastete sich behutsam die Stiege hinunter und nahm sein Geschenk in Empfang. Er war höchlichst zuftieden und überrascht. Frau Blunt hatte nicht die Gewohnheit, Geschenke zu mache». Sie Harle ein halbes Dutzend Kinder, und ihr Mann war ein Trunkenbolv. Die Aermste plagte sich redlich, sie arbeitete als Aufwartefrau, sie ging Wäsche waschen und brackte doch nur mit knapper Mühe und Noch den Miethszins zusammen Stets mit der Zahlung des Zinses im Rückstand und von Frau Ragbone mit Pfändung ihrer armseligen Möbel bedroht, konnte sie gegen die Brüder nicht freigebig sein, obgleich ihr dieselben das lebhafteste Mitleid einflößten Sie kannte die Qualen der armen Kleinen, wie die aller übrigen Hausbewohner. Aber das Leiden der Kinder bc- rührte sie am schmerzlichsten. Sie hatten keine Mutter mehr, die sie das Gute thun, das Böse vermeiden lehrte. Und doch waren sie die Ehrlichkeit selbst! Nie hatte ihr auch nur ein Spahn vom kleinen Holzvorrath gefehlt, den sie auf dem Flur aufgeschichtet halte. Und die Ber- suchung mußte doch Froggy nahe genug gelegen haben. Benny blieb im Dunkeln sitzen, er wollte das Licht- stiimpfchen für Froggy's Heimkunst aufsparen. „Ich möchte wohl eine Katze sein", dachte er vor sich hin.„Die Katzen sehen im Finster», sie brauchen kein Licht, auch keine Kleider, sie kommen mit hübschen, warmen Pelzhöschen und einem Pelzmantel auf die Welt. Ihre Kleider zerreißen nicht, und sie brauchen Frau Ragbone keinen Hauszins zu zahlen, wie wir! Ach, wenn ich doch eine Katze wäre, Froggy möchte gewiß auch gern eine Katze sein... Wenn ich eine Katze wäre, so ließe ich mir den Schwanz abschneiden, damit mich Niemand daran zwicken kann... Die Miez hat uns doch neulich einen schlimmen Streich gespielt! Aber ich habe sie nicht ge- schlagen, Froggy hat es verboten..." Das Knarren des Hausthors, das geöffnet wurde, unterbrach Benny in seinen Gedanken. Das mußte Froggy sein. Hastig stand der Kleine auf und zündete das Kerzenstümpfchen an, welches einen schwachen Schein au Froggy stieg mühsam herauf. Herzklopfen,„wahrscheinlich trägt er Kohlen und Fleisch, das ist schwer." Endlich erschien Froggy am oberen Ende der Treppe. Aber kaum hatte Benny einen flüchtigen Blick auf das Gesicht seines Bruders geworfen, so war es mit seiner Freude aus. Was bedeutete die zerriffene Jacke, das dleicke und tieftraurige Antlitz, das einem Greise zu gehören schien? „Du hast Dich doch gar geschlagen, Froggy?" frug der Kleine endlich ungeduldig. „Und ob", erwiderte Froggy,„mit Mac und zwei Anderen." Er ließ sich auf den Strohsack niedersinken und Benny bemerkte, daß zwei große Thränen über seine Wangen rollten. Das bekümmerte den Kleinen lief: es war so selten, Froggy weinen zu sehen! Er mußte sehr unglücklich sein, damit er sich dies gestattete. „Weine nicht, mein Froggy", tröstete das Bübchen, mit einer sonderbaren Grimasse die eigenen Thränen zurück- drängend.„Armer Froggy!... Tu hattest wohl einen schlechten Tag, sag'? Hast Du nicht Kapriolen gemacht, wie Mac wollte?... Warum hat er Dich geschlagen?... und die Andern auch, sag', Froggy?" „Weil ich nicht mit ihnen stehlen wollte", antwortete Froggy.„Mac und seine Freunde sind Diebe. Ich habe es selbst gesehen, und weil ich das gestohlene Geld nicht wollte, so sind sie über mich hergefallen. Ich wollte mir das nicht gefallen laffen, so haben wir uns geschlagen... uno sie haben mir die Jacke zerriffen." Froggy warf einen bedauernden Blick nach seiner Schulter, aus der das Hemd durch ein großes Loch schaute. „Armer Froggy", rief Benny mitleidig aus.„Nimm meine Jacke aus dem Kasten, sie ist mir doch zu groß, Du sagst immer, daß ich wie ein altes Männchen in ihr aussehe." Er brach in lautes Lachen aus, um Froggy aufzuheitern. Aber dieser starrte mit angsterfüllten Augen vor sich hin und sagte mit einem tiefen Seufzer: „Ich pfeife aus die Jacke. Aber ich sehe schon ein, daß ich nie genug Geld für Dich verdienen kann. Wir müssen ins Workhouse(Arbeitshaus) gehen... Du wirst sehen!..." Froggy schlug die Hände vor das Gesicht und weinte bittere Thränen. Auch der Kleine konnte das Schluchzen beim Gedanken an dieses Workhaus nicht unterdrücken. Alle Nachbarn sprachen von ihm mit dem Ausdruck der größten Furcht und des tiefsten Abscheus. Ins Arbeits- Haus zu kommen erschien den Brüdern als das größte Unglück, als die schmachvollste Erniedrigung, die sie in ihrem elenden Dasein treffen konnte. „Wir haben Niemand, der uns Helsen könnte", fuhr Froggy fort... Wir haben keine Freunde. Wir können hier vor Hunger sterben. Was kümmern sich die Leute darum?...„Ich habe Dir zwei Brötchen gebracht", fuhr er nach einer Pause fort, indem er dieselben dem Bruder reichte. Benny ließ sich nicht überreden, beide Brötchen zu verspeisen, Froggy mußte ihm Gesellschaft leisten, und die Kinder aßen schweigend. „Du hast die Königin gesehen?" ftug Benny, nach- dem er sein Mahl beendet und die Krümchen der Maus gegeben hatte. „Ach ja", sagte Froggy,„und die Prinzessin und die roihen Kutscher... Alles, alles... Und Du hast mit Jack gespielt?" „Nein, er wollte nicht", erwiderte das Kind,„aber erzähle mir, wie sieht die Königin aus?" „Oh, sie ist nicht etwa schön", sagte Froggy,„aber sie sieht gulmüthig aus. Sie schien sich zu freuen, daß man so viel Hurrah schrie." „Trug sie die Krone aus dem Kopfe? forschte Benny weiter. „Nein, einen schwarzen Sonntagshut. Sic sieht wie eine Großmutter aus. Ob sie wohl zu stolz ist, an uns zu denken? Ach, wenn sie wüßte, wie hungrig wir sind. „Weist Du was, Froggy?" rief der Kleine wie unter dem Einfluffe einer' plötzlichen Eingebung aus, wir schreiben an die Königin, um ihr es zu sagen." „Ach wer weiß, ob der Briefträger den Brief nimmt", antwortete Froggy, bei dem bloßen Gedanken an einen so kühnen Plan erröthend. „Gewiß, er nimmt ihn", rief Benny bestimmt aus. „Wir packen ihn gut ein, schreiben„Buckingham Palais" daraus, und daß er für die Königin ist." Nach kurzem Zaudern war auch Froggy für das Projekt gewonnen. Aus einer von den Eltern ererbten Holzkiste suchte er ein blaues Fläschchen hervor, daß noch etliche Tintentropfen enthielt. Er fand auch eine alte Stahlfeder, Briefbogen und Kouvert, die vom langen Liegen ganz vergilbt waren. Nun wurden ein paar Tropfen Waffer zu der Tinte geschüttet, und es konnte an die dornenreiche Arbeit gehen. Die Brüder setzten sich aus den Erdboden, einander gegenüber, das Kerzenstümpfchen stand zwischen ihnen, und sie zerbrachen sich den Kopf, wie der. Brief anzufangen sei. Es kostete Froggy viele Mühe, gewisse Worte zu schreiben, denn er hatte seine Orthographie etwas verschwitzt, seitdem er die Abendschule die wackelige Stiege warf,—?>--?—-,»..,..... „Wie langsam er geht", dachte Benny mit freudigemnicht mehr besuchte, auch mußte er sich redltch plagen, um gewisse Buchstaben zu malen. Aber endlich brachte er Doch folgenden Brief zu Stande: Liebe Frau Königin! Wir sind zwei kleine Brüder, die in Shoreditsch wohnen. Wir haben kein Geld, und wir haben keine Eltern. Wir wohnen in einem miserablen Loch. Die Mutter ist gestorben, und der Vater ist gestorben, und Froggy(das bin ich) weiß nicht, wie er Brot für den kleinen Benny verdienen soll. Das ist nämlich mein Bruder. Man sagt, daß Sie eine gute Frau sind, und Sie sehen auch nicht bös aus. Ich habe nämlich Ihre Photographie gesehen, und ich habe Sie auch heute selbst gesehen mit dem Fräulein Prinzessin, als Sie in den Park fuhren. Sie lachten uns Alle an, als ob Sie uns Alle kannten und fragen wollten, wie wir uns denn mit den Kohlen und dem Holz einrichten, wo jetzt Alles so theuer ist. Benny und ich haben gar nichts mehr, und wir haben morgen nichts zu essen, und wir haben auch kein Geld. Ich fürchte mich so, ins Workhaus zu gehen. Alle Leute meinen, daß es darin viel schlechter ist, als im Gefängniß. Wenn Sie nur Frau Blunt fragen wollen, so wird die Ihnen schon sagen, daß ich die Wahrheit schreibe. Es ist nämlich die Nachbarin unter uns." Hier brach der Brief jäh ab. Das Kerzenstümpfchen flackerte hin und her und drohte zu erlöschen, und das Schreiben mußte noch in das Kouvert gesteckt und adressirt werden. „Froggy, glaubst Tu, daß die Königin selbst zu uns kommen wird?" frug Benny mit glänzenden Augen. „Nein, ich denke, daß sie einen Bedienten schickt", erwiderte Froggy, indem er sich alle Mühe gab, das Kouvert dadurch zu schließen, daß er mit der geballten, nicht eben reinen Faust kräftig darauf drückte. „Das Kouvert klebt nicht", setzte er nach einer Minute hinzu; wir müssen den Brief mit einem Stückchen Bindfaden zusammenbinden. Das sieht gerade nicht schön aus, aber das schadet nichts." Er zog einen verwirrten Knäuel von grobem und seinem Bindfaden aus der Tasche, suchte ein hübsches Stückchen aus, schlang es mehrmals um das Kouvert und knüpfte die Enden fest zusammen. Darauf schrieb er mit großen, steifen Buchstaben aus den Brief: „An die Frau Königin, Bucknam Paläs(Buckingham Palais)." Das Schreiben war postfertig und Froggy trug es sofort in den Briefkasten. Da in Frau Ragbone's Haus der Eingang nie geschlossen ward, brauchte Froggy nicht zu befürchten, auf- gehalten und befragt zu werden. Er stürmte durch die dunklen, stillen Straßen, in denen nur der schwere, ab- gemessene Schritt des Polizisten wiederhallle oder das heisere Geschrei eines Trunkenen, der sich mit einem ein- gebildeten Feinde herumschlug. Froggy fand bald einen Briefkasten, dem er die wichtige Botschaft anverttaute. Er war voller Hoffnungen über den glücklichen Erfolg des Schreibens. Als er nach Hause kam, versperrte Mister Blunt den engen Gang zur Treppe. Er war betrunken heimgekehrt und fluchte gegen seine Frau, die zitternd, im Hemde auf dem Treppenflur stand. Mit etlichen Schimpf- reden begrüßte er Froggy, der sich im Vorüberdrückcn sagte:„Wenn ick mich je verheirathe, so werde ich nie so mit meiner Frau reden." Die elende Mansarde lag im tiefen Dunkel, denn das Lichtstümpschen war endlich unter Zischen und Flackern erloschen. Der kleine Benny war bereits fest eingeschlafen und sah im Traume prachtvolle Lakaien in rothen, mit Gold garnirten Röcken. Mit einer Botschaft und Geschenken der Königin beladen, kamen sie in das armselige Loch und brachten unter Anderem Froggy eine neue Jacke, die, welch' unerhörter Luxus, Schöße und alle Knöpfe halte!... (Fortsetzung folgt.) Mentier Ktintimüller. Ein Bild aus dem älteren Berlin. Von Arthur Zapp. Dreißig Jahre lang hatte er vom frühen Morgen bis zum späten Abend gearbeitet und gespart, um das Ziel zu erreichen, das ihm von allem Ansang an wie ein Ideal vorgeschwebt. Dreißig Jahre lang war er des Morgens um fünf Uhr aufgestanden und des Abends um elf Uhr zu Bett gegangen, dreißig Jahre lang hatte harte, unablässige Arbeit, die selten durch ein paar Stunden sonntäglicher Erholung unterbrochen wurde, neben Essen, Trinken, Schlafen und— Sparen seinen Lebensinhalt ausgentacht. Bei alledem war seine Frau seine treue Gefährtin gewesen, welche ebenso stüh aufstand wie er, welche die Hände ebenso geschäftig regte und die ihm beim Sparen nicht nachstand. Sie war vierundzwanzig Jahre alt, er nur eiit Jahr älter, als sie heiratheten uud in der Lands- bergerstraße einen Bttdikerkeller eröffneten. Der Verdienst war anfangs gering, denn die Kundschaft mußte erst erworben werden. Aber das fleißige Ehepaar ließ sich keine Mühe verdrießen, vorwärts zu kommen. In der ganzen Nachbarschaft war Klinkmüllers Geschäft des Morgens das Der Angstschweiß stieg dem Grübelnden auf die So dürfen wir uns kaum wundern, wenn die Zuerste, das geöffnet wurde. Dadurch allein erwarb man Stirn und ein heftiger Schauder ergriff ihn. Dieser sammenstellung in II. und III. schon offenbar anormale, eine Anzahl neuer Kunden. Im Sommer bildeten die Gedanke war für ihn so furchtbar, daß er den Budiker krankhafte Verhältnisse zeigt. Summiren wir II. und Maurer, welche von außerhalb nach Berlin auf Arbeit bis in den Grund seiner Seele erschütterte. Anstatt zu III., so ergiebt sich, daß von 167 im Alter von 16 bis kamen, des Klinkmüller'schen Ehepaars beste Kundschaft. sparen, wie bisher, sollte er selbst an sein Kapital, seine 20 Jahren stehenden Fabrikarbeiterinnen auf Nähmaschinen Es war ihrer ein volles Dußend, die bei dem Budiker Freude, seinen Stolz, die Hoffnung seiner alten Tage, nur 52 eine völlig normale weibliche Entwickelung darlogirten und ihr Abendbrot bei ihm einnahmen. Diese Hand anlegen? Nimmermehr! boten, also kaum der dritte Theil sich gesund entLeute machten nicht viel Ansprüche und wenn sie auch nicht Während der ganzen Woche, welche auf die Mit- wickelt zeigte. viel Geld hatten, so konnte doch im Herbst immer ein theilung des beabsichtigten Hausverkaufes folgte, kam kein In Zusammenstellung IV. und V.( also von 20 bis ganz stattliches Sümmchen auf die Sparkasse getragen Lächeln auf seine Lippen, ging kein fröhliches Wort aus 24 Jahren) zeigen sich die Zahlen günstiger, so daß also werden. Für die Schlafstelle allein gaben die Maurer seinem Munde. im Alter von 20-24 Jahren durchschnittlich mehr als die Hälfte der Näherinnen normale körperliche Verhältnisse darbot. Es verdient indeß berücksichtigt zu werden, daß die letzteren relativ günstigen Zahlenverhältnisse zum Theil auch folgenden Umständen ihre Entstehung mit zu ver= danken haben: " jede Woche zehn Silbergroschen und auch bei dem Abend- Am achten Tage hielt er des Abends nach Geschäftsbrot, das der Mann mit fünfzehn Pfennigen täglich beschluß eine große Berathung mit seiner Frau ab, ohne zahlte und das abwechselnd aus Pellkartoffeln mit Hering die er weder im Großen noch im Kleinen etwas unter und Pellkartoffeln mit Frieben" bestand, blieb ein ganz nahm. Die Besprechung endete mit dem Beschluß, das annehmbarer Verdienst übrig. Haus selbst zu kaufen. Aber Mutter", hatte der Budiker Mit den Jahren wurden die Einnahmen noch größer ängstlich eingewandt, als sie zuerst diese Idee zur Sprache und die Spargroschen noch reichlicher. Der Ruf der gebracht, det kann man nich so uff die leichte Achsel guten Weißen", welche Vater Klinkmüller schänkte und nehmen, bedenke die Sorgen! Wenn wir die Zinsen von des guten Happens, den Mutter Klinkmüller vorseßte, ver die Hypothek mal nich prompt zahlen können!" breitete sich in der ganzen Landsbergerstraße. Der Keller ,, Unfinn, Vater, wir werden sie ihr schon zahlen. konnte schließlich die sich stetig vergrößernde Schaar der' N bischen de Ohren steif halten un et wird schon jehn." Gäste, besonders an den Sonnabenden und Sonntagen, Das Haus wurde gekauft und Klinkmüller's hielten nicht mehr fassen und Klinkmüller siedelte kurz entschlossen die Ohren steif und sparten und knauferten noch mehr als nach dem gegenüberliegenden Hause über, in dem er den früher. Die Bezahlung der Hypothekenzinsen bereitete Parterreladen gemiethet hatte. ihnen wenig Schwierigkeiten. Sie legten vielmehr wie 1. Hat in dieser Zeit schon eine Reihe von Arbeiterinnen, welche die schädlichen Einwirkungen der Maschinenarbeit längere Jahre ertragen hatte, die Fabrik verlassen und geheirathet. 2. Eine große Anzahl hat gemäß eigener besserer Erkenntniß oder auf ärztliche Empfehlung hin die Maschinen verlassen und sich entweder einer anderen Fabrikarbeit zugewandt, oder ist in häusliche Dienste getreten. 3. Muß zugestanden werden, daß ein gewisser, wenn auch fleiner Prozentjaz sich an die schädlichen Einflüsse der Nähmaschinenarbeit so gewöhnt, daß die Folgen weniger zu Tage treten. Jedenfalls dürfte sich aus obiger Zusammenstellung Die Ausgaben waren nun zwar wesentlich größer, früher jedes Jahr noch ein hübsches Sümmchen bei Seite um so mehr, als sich der Storch zweimal in dem unan- und lösten nach und nach die Hypotheken ab, bis auf ohne Zweifel ergeben, daß die anhaltende Thätigkeit auf der Nähmaschine besonders im jugendlichen Alter von sehnlichen Budikerkeller eingestellt und den Klinkmüller's einen kleinen Betrag, der zur ersten Stelle stehen blieb. zuerst ein Knäblein, dann ein Mägdlein bescheert hatte, Die neue Würde als Hausbefizer veranlaßte den 16-20 Jahren auf die für spätere Zeit, resp. für den aber das Ehepaar wußte durch um so angestrengtere Budiker nicht im Geringsten, in seiner Lebensweise etwas Beruf als Frau so eminent wichtige geschlechtliche EntThätigkeit und knauferische Sparsamkeit das Plus der zu ändern. Den einzigen Lurus erlaubte er sich bei der wickelung höchst ungünstig einwirkt. Haushaltungskosten mehr als einzubringen. Erziehung seines Sohnes, den er das Gymnasium besuchen Die angeführten statistischen Erhebungen legen die Das Sparen, anfangs eine Nothwendigkeit, war ließ. Mit siebenzehn Jahren trat der junge Klinkmüller, Schlußfolgerung überaus nahe, daß Blutarmuth und ihnen mit den Jahren zur zweiten Natur geworden. Sie nachdem er das einjährige Zeugniß erhalten, als Lehrling Bleichsucht häufige Krankheiten bei den Arbeiterinnen sparten, weil es ihnen Vergnügen bereitete, weil sie ihrem in eine Eisenhandlung ein. Damit aber glaubte der der Nähmaschinen sein müssen. Und in der That sind die ganzen Wesen nach nicht anders konnten. Das Sparen Budifer seiner Vaterpflicht mehr als genügt zu haben. Klagen derselben über permanente Müdigkeit und Abschien ihr Lebenszweck geworden zu sein. Sie sparten, Von nun an mußte der junge Mann sich selbst erhalten geschlagenheit der Glieder, über Schwindel, Ohrensausen wie sie athmeten, unwillkürlich. Das Sparen war von und als er sich zehn Jahre später etablirte, stand ihm und Kopfschmerz, sowie Herzklopfen so alltägliche, daß fast ihnen zu einer förmlichen Kunst ausgebildet, die sie ohne nichts, als was er sich selbst erspart hatte, zur Verfügung. Die dritte ärztliche Verordnung in der Darreichung von Unterlaß übten, täglich, stündlich. Als er im ersten Jahre seinen Vater einmal bat, ihm Eisenpräparaten besteht. Auch zeigt die Erfahrung, daß Klinkmüller wußte immer die billigsten Quellen für ein paar tausend Thaler ins Geschäft zu geben, damit er fräftige, vollblütige Mädchen, wie sie in Dr. Hensgen's seine Einkäufe zu finden und er ließ sich einen stunden- eine sich ihm bietende günstige Gelegenheit zu größeren Wirkungskreise besonders aus dem benachbarten westlangen Weg nicht verdrießen, konnte er eine Waare ein Einkäufen ausnüßen könne, da kam er bei dem vorsichtigen fälischen Sauerlande zuwandern, nach 1-2 jähriger Arbeit paar Groschen billiger haben. Dienstpersonal Dienstpersonal hielt er Alten schön an. Zu Spekulationen gebe er sein mühsam erblassen und allmählich ihr früheres gesundes Aussehen nicht, alle Arbeit verrichtete er und seine Frau selbst. Er erworbenes Geld nicht her. Der Sohn möge warten, bis machte des Morgens den Laden rein, fegte die Straße er selbst soviel zusammengespart habe, als er zur Aus- Arbeiterinnen Krankheiten des Magens. Sei es, daß Mit der Blutarmuth kompliziren sich häufig bei den und bediente seine Gäste bis zum späten Abend selbst. dehnung seines Geschäfts benöthige. Er denke, für seine Er denke, für seine einbüßen. Den ganzen Tag über konnte man ihn in Hemds- Kinder genug gethan zu haben. Sein Vater habe ihm deren Entstehung auf mangelhafte Blutbildung zu beärmeln, eine blaue Schürze vorgebunden und auf dem nicht einen rothen Heller gegeben. Aber nun habe es ziehen, oder als Folge der Zirkulationsstörung, veranlaßt Kopfe ein schmieriges Käppchen, hinter dem Ladentisch auch bei ihm geschnappt". Wenn er einmal die Augen durch Druck auf das Organ beim Sißen und Vornübererblicken. Auch in der Art, wie die Wirthschaft und der zugemacht haben werde, dann könne man mit seinem Gelde beugen des Oberkörpers, aufzufassen ist, sicher steht fest, Haushalt geführt wurde, verrieth sich der hochentwickelte anfangen was man wolle, aber so lange er noch lebe, daß der akute und chronische( zeitweilige und dauernde) Sparsamkeitsfinn des Klinkmüller'schen Ehepaars. Nichts rücke er keinen Pfennig mehr heraus. Damit war die Magentatarrh eine auffallend häufige Krankheit bei den gab es, woraus der Budiker nicht noch einen Nußen zu Angelegenheit ein für allemal erledigt und der Sohn Maschinenarbeiterinnen ist, die gewöhnlich bei zeitweiligem oder dauerndem Verlassen der Arbeit eine Besserung ziehen verstanden hätte. Sogar die Kartoffelschalen, welche wagte nicht weiter auf seiner Forderung zu bestehen. erfährt. in ziemlichen Quantitäten sich täglich aufstapelten, mußten noch etwas einbringen, indem sie dem Milchmann gegen ( Schluß folgt.) In Zusammenhang mit dem chronischen Magentatarrh steht das häufige Vorkommen von Blutungen des ein kleines Quantum Milch zum Viehfutter überlassen Nähmaschinenarbeit und Untergrabung der Magens in Folge von Geschwürsbildung desselben. wurden. Nicht genug damit. Auch seine Gäste erzog Klinkmüller zur Sparsamkeit. Nichts konnte ihn mehr in Harnisch bringen, als mußlose Verschwendung. Jeder Gegenstand, der Geld gekostet hatte, und war es auch noch so wenig, war ihm etwas Heiliges, das so sehr als möglich geschont werden mußte. Bis auf die SchwefelGesundheit. II. ( Schluß.) Wenden wir uns fährt Dr. Hens gen in seinem lation. Das sogenannte runde Magengeschwür, welches man ja überhaupt auch häufig bei Blutarmen antrifft, hat Dr. Hensgen sehr oft bei diesen Arbeiterinnen zu konstatiren Gelegenheit gehabt, so daß, dasselbe wohl als Folgefrankheit der anhaltenden ſizenden Arbeitsthätigkeit aufzu= faffen ist. hölzer hinab erstreckte sich seine ökonomische Schonung. lehrreichen Vortrage fort der Frage zu, welche Krank- Als Folge der Blutstockung kommen endlich sehr Sobald am Abend die Lampen brannten, durfte kein heitsformen speziell es sind, die wesentlich bei den Näh- häufig Anschwellungen der unteren Extremitäten vor. Zündholz mehr verbraucht werden und den leichtsinnigen maschinenarbeiterinnen zu Tage treten, so müssen wir in Es erübrigt noch, den Einfluß der Maschinenarbeit Gast, der in der Absicht, die Pfeife oder Zigarre anzu- erster Linie hervorheben Störungen der Blutzirku- auf das Nervensystem zu schildern. zünden, die Hand nach der Streichholzschachtel ausstreckte, Eine gewisse, bis zur Hysterie gesteigerte Nervosität packte er am Arme. Dafür gab es Fidibusse, die kosteten Theoretisch betrachtet, liegt es ja ziemlich auf der tann man bei den Arbeiterinnen der Nähmaschinen sehr Hand, daß bei 10-13 stündigem Sigen pro Tag und häufig fonstatiren. Es wirken hier auch wiederum die Nachdem der Budiker etwa fünfzehn Jahre in dem namentlich in Folge der durch dauerndes Treten der oben geschilderten Verhältnisse der mangelhaften BlutParterrelokal gearbeitet und gespart hatte, trat ein Er- Bebale nothwendig werdenden, fast ständigen Muskel- bildung und der Blutstockungen, welche gelegentlich auch eigniß ein, das in dem Leben der Klinkmüller's einen zusammenziehung und Anspannung der Unterextremitäten das Nervensystem in einen frankhaften Zustand versezen wichtigen Abschnitt bezeichnete. Der Besizer des Hauses eine Behinderung der Zirkulation des, Blutes mit Stockung können, so daß die Affektionen des Nervensystems dann starb und die Erben theilten dem erschreckenden Budiker desselben in gewissen Bezirken des körperlichen Ernährungs- Folgezustände der ungenügenden Blutversorgung des Gemit, daß sie das ererbte Grundstück zu verkaufen wünschten. gebietes eintreten muß. Nun wird aber, wie die Erfahrung hirns und Rückenmarks find nichts. Klinkmüller fühlte sich von tiefem Entfeßen ergriffen. zeigt, auch die Bildung des Blutes in Folge einer dauernden Bezüglich Erkrankungen der Athmungsorgane will Wenn man ihn nun ausmiethete, oder der neue Besißer Behinderung der normalen Bewegung eine mangelhafte; Dr. Hensgen nicht behaupten, daß die Arbeiterinnen der irgend etwas anderes mit dem Laden im Sinne hätte? und so müssen wir auch demgemäß bei Nähmaschinen- Nähmaschine ernstlichen Störungen derselben in höherem Würde er an einem anderen Plage dasselbe Glück, den- arbeiterinnen Erscheinungen mangelhafter Blutbildung, also Grade ausgesetzt wären, als die anderen Arbeiter der Blutarmuth und Bleichsucht vorfinden. Erhebungen, die Textilbranche; namentlich kam er nicht zu der Ueberselben Zuspruch haben wie hier? Wenn mit dem Lokal Blutarmuth und Bleichsucht vorfinden. auch sein Geschäftsglück wechselte? Er und seine Gäfte Dr. Hensgen seit 3 Jahren darüber anstellte, beſtätigen zeugung, daß dieselben häufiger an Lungentuberkulose erdies in vollstem Maße. frankten. Meine ärztliche Erfahrung ging vielmehr dahin, Es ergab sich nun Folgendes. Die Menstruation daß ein" Theil derselben der Schwindsucht leichter in ខ្លី ឥ ន −||| im Alter von bei I. 14-16 Jahren II. 16-18 bei bei späteren Jahren anheimfällt, wo sie die Fabrik verlassen regelmäßig unregelmäßig noch nicht erfolgt und in den Ehestand getreten sind. Rasch aufeinander 4 7 20 19 36 36 " 33 39 4 " IV. 20-22 34 19 " 11 11 " 17 7 " " 3 121 1 120 folgende Wochenbette verzehren dann häufig den ohnehin schon geschwächten Körper. Hierzu kommt weiter als ungünstiges Moment vielfach, daß bei dieser Art von Arbeiterfrauen, die ihre Thätigkeit auf der Maschine in unserem Industriebezirke, wo eine bedeutende Haus= industrie sich entwickelt hat, häufig noch im eigenen Hause fortseßen, das letztere selbst in hygienischer Be= hatten sich an die alten räucherigen Wände so gewöhnt, daß der Gedanke an eine Veränderung Alle mit dem war: höchsten Unbehagen erfüllte. Er wußte, wie zähe der Berliner an seiner Stammkneipe festhält, wie ihn nur ganz außerordentliche Umstände veranlassen können, dem liebgewordenen Stammtisch treulos zu werden. Hatten doch im Laufe der Jahre wohl ein Dugend Konkurrenten III. 18-20 in der Nachbarschaft sich festzuseßen und ihm die Kunden V. 22-24 abspenstig zu machen versucht. Aber einer nach dem VI. 24-30 andern hatte schon nach kurzer Zeit den Kampf aufgegeben; VII. 30-35 neben ihm hatte Niemand aufkommen können. Wenn es nun einem seiner Konkurrenten auf irgend eine Weise Die Zusammenstellung von 1. hat nichts besonders ziehung höchst unvortheilhaft und womöglich noch un= gelang, ihn bei dem neuen Befißer auszustechen, was Auffallendes: in dem Alter von 14-16 Jahren ist die günstiger sich gestaltet, als die Fabrik: Mangel an würde dann aus seinem Geschäft werden? In der Nähe weibliche Entwickelung bei einer großen Zahl von Mädchen Reinlichkeit, fehlende Ventilation der oft ungesunden Wohnwürde er kaum ein passendes Lokal finden. Er könnte noch nicht bis zur Pubertät( geschlechtlichen Reife) vorge- räume, unzweckmäßig zubereitete Nahrung, Sorge für eine dann irgend wo anders hingehen und noch einmal von schritten. Bedenkliche Folgen aber kann es mit sich bringen, große Kinderschaar sind schwächende Momente, die häufig vorn anfangen. Die Zeiten aber hatten sich inzwischen wenn in dieser Zeitperiode der Entwickelung hemmende der Tuberkulose( Lungenschwindsucht) den Boden vorgeändert, der geschäftliche Wettbewerb war ein schärferer Momente einwirken, wie man als solche ein anhaltendes bereiten." 61 geworden. Wenn er mit einem neuen Geschäft Unglück Sißen und namentlich Treten auf der Nähmaschine bei" Ich darf nicht unerwähnt lassen, daß bestimmte Erhatte, wenn er genöthigt war, das sauer Erworbene an- häufigem Mangel von frischer Luft in überfüllten Fabrik- krankungen der ersten Luftwege( nämlich die katarrhalische zugreifen und vom Baaren zu leben? räumen bezeichnen muß. Angina( Luftröhrenentzündung), der Rachenkartarrh und ber Nasenrachenkartarrh) so häufig bei Nähmaschinen-| Zentralisation oder lokale Organisation? der ganzen Gewerkschaft gestattet, und daß doch die sozialarbeiterinnen der Wollbranche vorkommen, daß ich geneigt bin, sie als eine spezifische Erkrankung dieses Zweiges von Schreiben in dieser Frage zugegangen. Wir bringen es sehr gern unerläßlich nothwendig halte, nicht leidet. Seitens des Herrn Keßler ist uns nochmals das nachstehende politische Agitation in der Gewerkschaft, die ich für Arbeiterinnen zu bezeichnen. Als Erklärung für die That- zum Abdruck, erklären aber zugleich, daß wir in Zukunft uns auf Daß derselbe Gegner mir dann die Absicht unterlegt, sache der Häufigkeit des Vorkommens dieser Erkrankungen eine Wiedergabe der Preßstimmen beschränken werden, um so Provinzial- oder Gauverbände bilden zu wollen, ist mir dürfte man sich vielleicht vorstellen, daß in vornüberge- unsere Leser wenigstens auf dem Laufenden über das Für und nicht verständlich geworden. Wider zu halten. beugter Haltung des Kopfes bei der raschen Bewegung des Sonst enthielt diese Auslassung nichts, was besonders Um unsere eigene Stellung mit einigen Worten zu bezeichnen, bearbeiteten Gewebes auf der Nähmaschine aufwirbelnde so möchten wir vor allem bemerken, daß von beiden Theilen im erwähnt werden müßte. Kleinste Woll- oder Baumwollpartikelchen mit dem Luft- Streite sehr viel übertrieben wird. Daß man die Reaktion dadurch bezwingen wird, daß strom eingeathmet und auf dem ersten Wege der Athmungs- Organisation, für die sozialpolitische Aufklärung der Mitglieder Zentralisirte Verbände können allerdings direkt, innerhalb der man ihr Vereinigungen zum Auflösen durch die Polizei organe abgelagert werden. Hier, also im Nasenrachen- nichts leisten, weil sonst die ganze Zentralisation – als eine Ver- gründet, daran glaube ich freilich nicht. Ich stelle den raum haftend, reizen fie die Schleimhaut und erzeugen die bindung politischer Vereine- behördlich zertrümmert werden würde. Zweck der Organisation über die Form und wenn ich oben genannten Krankheiten." Zu einem guten Theil kann diese mangelnde politische Agitation auch einen die Mehrheit einer Gewerkschaft umfassenden Die Haltung des vielfach noch in der Entwickelung aber durch eine tüchtige Gewerkschafts presse, durch öffentliche Zentralverein für die möglichst beste Organisation halte, Versammlungen ersetzt werden. begriffenen Körpers der jungen Fabriknäherinnen hat außer Ebenso kann die politische Thätigkeit der Lokalorganisationen, so gebe ich den Kampf ganz sicher nicht auf, wenn mich anderen Nachtheilen auch die so häufig zu beobachtenden ihre starke Seite, recht raich dadurch unterbunden werden, daß die Erfahrung lehrt: eine solche Organisation ist unerreichseitlichen Verbiegungen und Verkrümmungen der ihnen die Behörden keine Versammlungen mehr gestatten und ihnen bar, also muß eine andere gewählt werden. Die bestehen= Wirbelsäule zur Folge. Wenn man die Anfängerinnen sonst Schwierigkeiten bereiten. den schwachen Zentralisationen, die bei uns nur Andererseits sind freilich auch die Vorzüge der Zentralisationen bei ihrer Maschinenarbeit beobachtet, so sieht man, daß bei Streifs u. f. f. ziemlich geringe, da mit den Mitteln unserer zu erreichen gewesen sind, sind im gewerkschaft= sie häufig mit einem Arme sich auf die Maschine legen Zentralverbände nur Streiks ganz minimaler Art durchgeführt lichen Kampf werthlos, im Sinne der sozial= und mit gleichzeitiger Drehung des Oberkörpers die Schulter werden können, bei allen größeren Streits aber die fremde Unter- politischen Aufklärung hinderlich. Ich halte es der anderen Seite tiefer stellen. Hieraus entsteht auf die süßung der anderen Gewerke, der Nichtverbandsmitglieder heran- für die Arbeiter also am ersprießlichsten und am besten, Dauer eine Stoliose( Verkrümmung) der Brustwirbelsäule. gezogen werden muß genau wie bei den Lokalorganisationen. Ebenso find manche andere Vortheile jeder Organisation wenn sie solche Zentralvereine, aus welchen bei den bei Auch Blaschko beobachtete bei den Näherinnen der Näh- ziemlich illusorisch und andere Nachtheile nicht noth- uns bestehenden Verhältnissen nichts Gescheutes werden maschinen die Neigung zu Verkrümmungen der Wirbel- wendig, sodaß es uns gar nicht so einfach erscheint, zu einer kann, nicht bilden. säule und spricht die Anficht aus, daß es sich empfehle Entscheidung zu kommen. Kampf und Verfolgung wird es auch für die anderen Mögen sie nun die einzelnen Gewerke treffen, wie sie wollen, ,, nur Mädchen vom Beginn des vollendeten 16. Lebens- jedenfalls handelt es sich hier durchaus nicht um Gegensäße, bei Vereine genug geben, sie werden da aber mehr leisten, jahres nach dem Eintritt der Regel bei der Nähmaschine denen es sich verlohnte, leidenschaftlich zu werden. Herr Keßler weil sie stärker werden und sich den Umständen besser an= zu beschäftigen, nachdem der Körper bereits seine volle ist das in der Boltstr." nie geworden und wir möchten, indem passen können. Ausbildung erlangt hat". wir die Diskussion an dieser Stelle schließen, nun auch die Freunde Nun ist mir aber ein neuer Einwurf gemacht, der und Gegner der Keßler'schen Vorschläge bitten, das Gleiche zu thun. nothwendig berücksichtigt werden muß. -* * * Die Nähmaschine meint Dr. Hensgen zum Schlusse gewiß eine der großartigsten Erfindungen der Neuzeit, hat im letzten Jahrzehnt eine staunenswerthe Ausdehnung gefunden und wird vielleicht in nächster Zeit noch weiteren Boden im Erwerbsleben erobern." Die Redaktion der B. V.-Tr." Der Londoner Sozialdemokrat" sagt, wie in voriger Nummer mitgetheilt ist: Aufgeben der Zentralisation heiße Aufgeben eines guten Rechtes der Arbeiter, statt eines frischen und fröhlichen Kampfes um das Recht." Träfe dieser Vorwurf zu, dann würde ich noch heut Der Gegenstand, warum der Streit geführt wird, ist ziemlich von allen meinen Gegnern richtig aufgefaßt worden. ziemlich von allen meinen Gegnern richtig aufgefaßt worden. Es ist selbstverständlich, daß ich, wenn ich gegen Bentralisationen schrieb, die zu bekämpfen sind, die ,, Wenn wir auf der einen Seite die Lichtseite dieser Zentralverbände verstanden wissen will, die von einem Erfindung hervorheben und den immensen Segen der gemeinsamen Vorſtande geleitet sind und in den einzelnen alles widerrufen, was ich in der Sache geschrieben habe; selben anerkennen müssen, so darf uns dies doch nicht ab- Drten von diesem Zentralvorstande abhängige Zahlstellen, denn ich bin sicherlich nicht ein Mann des faulen Friedens. Ich frage mich aber vergeblich: welches Recht soll halten, auch die Schattenseiten hervorzukehren, die nament- Ortsvereine, Filialen oder wie sie sich sonst nennen mögen, lich aus der übermäßigen Benußung der Maschine für die befizen. Diese Abhängigkeit kommt vielleicht nicht überall aufgegeben sein, wenn wir statt einer unbrauchbareren Gesundheit der Arbeiterinnen entspringen... in gleicher Art und in gleicher Schärfe zum Ausdruck, ist Organisations form eine brauchbarere wählen? Die Schädlichkeit der Maschine aber liegt vornehm= aber immer eine ziemlich enge und sichtbare, so daß auch Um weiter nichts als um einen Wechsel in der Form lich in dem überanstrengenden Arbeiten an der dem Vereinsgesetze gegenüber dieselbe niemals fraglich handelt es sich. Nicht um Einstellung des Kampfes. Die gewesen ist. felben. Zentralisation hat sich, wo sie versucht ist, nicht bewährt, Die dagegen von mir empfohlenen Organisationen die andere Form der lokalen Organisation hat sich als Es ist für Jeden einleuchtend, daß ein 10 bis 12stündiges Sigen pro Tag auch ohne Muskelarbeit legen ihren Schwerpunkt in die Fachvereine, welche verwendbarer, als praktischer zum Kampf bewiesen, deshalb der Beine ermüdend wirkt, wie viel mehr noch ein solches miteinander wo das Vereinsgesetz den Vereinen, die sich empfehle ich fie. mit politischen oder öffentlichen Angelegenheiten beschäftigen, Welchen Kampf meinen wir denn, wenn von gewerkmit anstrengender Muskelthätigkeit! Hierzu kommt noch, eine Verbindung nicht gestattet gar keine Verbindung schaftlichen Organisationen gesprochen wird? Da ist doch daß dieses Sigen häufig geschieht in einem Fabriklokal, baben sollen; denn die Fachvereine werden von uns von keinem anderen die Rede, als von dem um günstige welches überfüllt mit Arbeiterinnen, eine durch ausge- durchaus als Vereine gedacht, die- wenn auch mit Lohn- und Arbeitsbedingungen auf Grund des athmete Luft, Gewebspartikel und Heizstaub verdorbene durchaus als Atmosphäre enthält und ungenügend ventilirt wird; zu- Einschränkung auf die das gewerkschaftliche Leben ganz§ 152 der Reichsgewerbeordnung. Nun, wird der von weilen bei sehr flottem Fabrikbetriebe kommen dann noch nahe betreffenden Gebiete, doch ganz entschieden politische den Töpfern, den Maurern, die solche lokale Dr Ueberstunden hinzu, so daß die Arbeiterin, wie ich aus und besonders sozialpolitische Angelegenheiten erörtern ganisationen haben, nicht ebenso frisch, ebenso muthig und auch sicher ebenso erfolgreich geführt, als von den SchuhErfahrung weiß, von Morgens 6 bis Nachts 12 Uhr, Daß Gewerke, die solche Fachvereinsorganisationen m achern, den Zimmerern, die sich Zentralverbände allerdings mit Unterbrechung von 2 bis 3 Stunden befißen, außerdem sich eine irgendwie eingerichtete Zentral- geschaffen haben? Wenn diese Gewerkschaften mit ZentralArbeitspausen, somit im ganzen 15 Stunden an der stelle schaffen, ist nicht ausgeschlossen und sehr gut verbänden den Lohnkampf führen, spielen da die Verbände Nähmaschine sitzt.. Sollen die Schädlichkeiten, wie sie die Maschinen- angänglich, wie die Erfahrung es zeigt. Diese Zentral- als solche eine irgendwie nennenswerthe Rolle, sind sie arbeit im Gefolge haben kann, einigermaßen ausgeglichen stelle steht dann aber mit den Fachvereinen in keiner nicht wirklich, wie die„ Deutsche Metallarbeiterzeitung" werden, so wird es meiner Ansicht gemäß nöthig sein, Verbindung, die den bestehenden Vereinsgesetzen widerspricht. fagte, nur verzierende Schnörkel dabei? Diese Zentralkommission" kann verschiedene öftere Arbeitspausen eintreten zu lassen und die Ar Was den Kampf um weitergehende Rechte anbetrifft, beiterin dazu anzuhalten, diese Pausen zu körperlicher Aufgaben zu erfüllen haben, dieselben werden aber immer wird da eine aufgeklärte Gewerkschaft, die in ihren lokalen Bewegung in freier Luft zu verwenden. Während sich nur auf die Privatangelegenheiten der einzelnen Fachvereinen sich einen in sozialpolitischen Fragen bewanderten Stamm ausgebildet, die ihre Führer gedieser Periode könnte das Fabriklokal genügend gelüftet Gewerkschaft beziehen dürfen. sollen. aus= werden, und die auf körperliche Erholung verwendete Zeit Zur Besorgung der gewerkschaftlichen Privatangelegen- zwungen hat, sich diese Fragen vollkommen klar zu machen würde nicht übel angebracht sein, so daß mit erfrischten heiten in den einzelnen Orten werden dann nach schlechter bestehen, als eine Gewerkschaft, die ihre„ OrtsKräften sicher mehr geleistet werden könnte, wie bei ge- Bedarf und Geschmack Kommissionen oder Vertrauens- verbände ermahnt hat, sich ja von aller Politik fern zu ringer hemessenen Pausen. Wenn die männliche studi- männer, dauernd oder für bestimmte Zwecke, eingesetzt, halten, sogar politisch hervorragende Männer auch nicht rende Jugend nach jeder Stunde ein sogenanntes die, wenn es nothwendig ist, mit der allgemeinen Zentral- über unpolitische Sachen zum Vortrag zuzulassen, die die akademisches Viertel zur Erholung nöthig hat, nun tommission oder mit den ähnlichen Einrichtungen an gewählten Vorstandsmitglieder für Ortsverbände" nicht warum sollte der weiblichen Jugend, welche angestrengt anderen Orten in Verbindung treten dürfen, wenn sie sich bestätigt, weil sie politisch anrüchig sind? Es thun das ja nicht alle Zentralverbände so offen, körperlich arbeiten muß, nach Verlauf von 2-2 Stunden sorgfältig jeder Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten nicht auch ein Viertel gegönnt werden dürfen! und jeder Erörterung politischer Angelegenheiten ent- das weiß ich, aber alle müssen die politische Be= lehrung von von ihren Verbands- Vereinen Wem dieser Vergleich parador klingen und meine halten haben. Forderung übertrieben erscheinen sollte, dem möchte ich Diese schon mehrfach in Wirksamkeit vorhandene, von schließen, weil sie sonst unrettbar der Auflösung entgegen halten, was Pistor in dieser Frage der weiblichen den Verhältnissen geschaffene, nicht etwa von mir er- verfallen. Wenn es sich also um Aufgeben von Rechten, industriellen Ueberbürdung, wie ich sie mit Recht bezeichnen fundene Organisation habe ich kurz mit dem Namen um Aufgeben des Kampfes handelt, dann sind es nicht die lokalen Organisationen, die dieser Vorwurf treffen kann. darf, sagt:„ Dagegen muß vom sanitären Standpunkte lokale Organisation" bezeichnet. Ich bin da, wie gesagt, auch von allen Gegnern immer wieder darauf hingewiesen werden, daß es für die Die Arbeiter haben das Recht, zur Erreichung Trägerinnen eines künftigen Geschlechtes durchaus un ganz richtig verstanden worden, nur einer*) hat die Frage günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen sich zu vereinigen. zuträglich ist, wenn sie in der Entwickelungsperiode oder dadurch etwas verwirrt, daß er sagt, die Organisation Gut, fie thun es. Sie wählen aber eine Form dazu, die in der letzten Zeit der Schwangerschaft derartigen Arbeiten nach meinem Vorschlage wäre nichts anderes als eine ihnen am meisten praktisch zum Ausüben dieses Rechtes ausgesetzt sind, welche die Athmung direkt oder indirekt zentralisirte Verbindung. Diese Behauptung ist schon in erscheint. Welches Recht haben sie da aufgegeben? Die Arbeiter haben das Recht, sich zu gefeßlich erbeschränken oder durch Staub, Hitze 2c. benachtheiligen und förmlicher Beziehung nicht richtig, wenn man nicht mit die Blutbildung hemmen, wie dies in vielen Zweigen der Begriffen spielt, sondern sich bei jedem Wort etwas festes laubten Zwecken zu vereinigen. Gut, so gründen sie FachTextilindustrie, Hüttenarbeit 2c. unvermeidlich ist. Aus und streng umgrenztes denkt. Wenn wir von einer vereine und suchen hier, anknüpfend an die gewerblichen den in der Entwickelung geschädigten Mädchen Verbindung" sprechen, hier davon sprechen, wo es Verhältnisse, die Arbeiter sozialpolitisch zu belehren, müssen elende Frauen werden, welche dann sich darum handelt, Drganisationen gegen den Angriff auf fie ernennen Lohnkommissionen aus den Gewerkschaften, erbärmliche Kinder zur Welt bringen." Grund der Vereinsgefeße sicher zu stellen, müssen wir den um die Angelegenheit der Ausstände und der Regelung Begriff auch immer so gebrauchen, wie er in den betreffen- der Arbeitsbedingungen zu besorgen, sie seßen General= Nach dieser Begriffs- Kommissionen ein, um die gewerkschaftlichen AngelegenDeftere Arbeitspausen, Bewegung im Freien, kürzere den Gesetzen verwendet wird. Welches Arbeitszeit Herr Dr. Hensgen hat gewiß Recht. bestimmung stellen die von mir vorgeschlagenen Ein- heiten der ganzen Gewerkschaft zu ordnen. Aber er bleibt uns die Antwort schuldig auf die Frage, richtungen eine zentralisirte Verbindung" nicht dar. Recht ist da vergeben? Db Nehmen wir ein Beispiel: Ich komme dürstend in ein wie sich die widerstandsunfähigen Arbeiterinnen diese noth- Darauf kommt es bei unserer Verhandlung an. wendigen Lebensbedingungen erkämpfen sollen gegen das nebenan noch eine, gefeßlich nicht faßbare Gedanken- Wirthshaus, finde da einen Freund und sage: Weißbier Privatkapital, welches gerade durch die verlängerten verbindung in der Organisation besteht, darauf kommt löscht mir den Durst am besten, ich will eine Weiße Arbeitszeiten und die verkürzten Ruhepausen seine Gewinne es nicht an. Ich leugne es nicht nur nicht, sondern ich trinken. Er sagt: trink sie hier nicht. Sie ist hier unIch bestelle mir ein Steigert-wenn auch die Gesundheit seiner Sklavinnen lege darauf besonderen Werth, daß die von mir vor- genießbar, du wirst krank davon! dabei zusammenbricht. geschlagene Organisation für die Fragen, auf welche es Glas Bairisch. Habe ich da ein Recht vergeben? Ich Hier hilft keine Heilkunde, hier hilft nur die Sozial- in der gewerkschaftlichen Bewegung hauptsächlich an- habe zwar nicht das Getränk genommen, von dem ich politik und dieser sind leider die Arbeiterinnen und kommt, die Fragen wegen Erreichung günstiger Lohn- weiß, daß es mir unter regelrechten Verhältnissen Arbeiterfrauen bisher noch immer ferngeblieben. und Arbeitsbedingungen, ein gemeinsames Handeln am dienlichsten gewesen wäre, sondern ein anderes, das fast dieselben Dienste thut, weil unter den thatsächlichen Verhältnissen dies flüger war. * * * " *)„ Gewerkschafter" Nr. 50. 1888. Man wird mir also wohl genauer sagen müssen, welches Arbeiterrecht durch meinen Vorschlag verlegt sein soll, bis ich den Vorwurf als gerechtfertigt betrachte. Gustav Keßler. Politisches und Sozialpolitisches. Vereine und Versammlungen. In der an die Reichstagsfraktion gewandt habe, um eine Einstellung aller Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Am Da die Sozialistengesetzliches. Die Reichskommission bestätigte| Fragekasten, statt. Herr Klein theilte das erfreudige Resultat mit, das Verbot des von August Heine in Halberstadt zusammengestellten daß der Verein schon weit über 700 Mitglieder zählt, und und von Fritz Herbert in Stargard gedruckten und verlegten forderte zu reger Agitation für denselben auf. Herr Ernst theilt Kalenders. Verboten wurde auf Grund des Sozialistengesezes mit, daß die Dreher der Fabrik Behnke u. Komp., Buttkamerdurch die Regierung von Sachsen- Meiningen das kürzlich in Poßneck straße 7, die Arbeit wegen erheblicher Lohnreduktion niedergelegt verbreitete Flugblatt ohne Angabe eines Druckers oder Ver- hätten, und warnt vor Zuzug. Die Versammlung beschloß, eine fassers:„ Die Fliegen und die Spinnen", beginnend mit den 3ahlstelle bei Hoffmaun, Rigdorf, Bergstr 133, einzurichten. Nach Worten: Ihr kennt es Alle", und schließend mit den Worten: dem Herr Miethe noch einen lebhaften Appell an die Versammlung ,, So lernt denn, zu wollen!" in Betreff der Agitation und Mitgliederzuführung gerichtet hatte, Die Vorlage wegen Erhöhung der Zivilliste des wurde die Versammlung um 11/2 Uhr geschlossen. Wie christliche Staaten ihre Angestellten bezahlen. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner preußischen Königs von 12/2 auf 1534 Millionen wird demnächst im Abgeordnetenhause eingebracht und nach der Bei einer Gerichtsverhandlung wegen Unterschlagung und unrichtiger Knopfarbeiter hielt am 22. b. M. feine ordentliche GeneralRegisterführung stellte sich am Montag vor einem Berliner Schwur- versammlung in Säger's Lokal, Grüner Weg 29, ab. In den ersten Berathung der Budgetkommission zur Vorprüfung gericht heraus, daß der Angeklagte als Briefträger in Birken- Vorstand wurden folgende Kollegen gewählt: 1. Vorsitzender Weis= überwiesen werden.- Die Eugen Richter'sche Freifinn. werder täglich 1,35 Martschreibe: täglich eine Mark und pflat, 2. Spies. 1. Kassirer Friedemann, 2. Michel. 1. Schriftführer Richter, 2. L. Schulz. Als Beifizer Geu, Häkel, Seifert. Zeitung" giebt bei diesem Anlaß folgende Uebersicht über fünfunddreißig Pfennige erhielt! Als Revisoren Kleinert, Diermann, Steffahn. die Einkünfte des preußischen Königs: Die KronfideikommißAuch der Papst bezieht eine nicht unwesentliche EinGegen Zentralisation sprach sich am Mittwoch Abend mit rente umfaßt nicht das gesammte Einkommen der Krone, nahme aus der Schnapsbereitung. Die„ Karthäuser" mönche in allen gegen acht Stimmen eine öffentliche Versammlung der Berliner sondern nur diejenige Rente, welche aus den allgemeinen Frankreich, weltberühmt durch den Lurusschnaps, den sie fabriziren, Sattler, Täschner, Riemer und Berufsgenossen aus. Staatseinkünften zum Unterhalte des königlichen senden jährlich 500 000 Frants Peterspfennig nach Rom. Beim Bigarrenarbeiterversammlung am Dienstag blieb die Sache noch Hauses zugeschossen wird. Außer dieser Kronfideikommiß- Jubiläum Leo XIII. spendeten die Starthäuser ebenfalls 500 000 Frants. unentschieden. Herr Abg. Meister hatte das Referat übernommen. Ein Zwischenfall könnte hier durch die Zeitungsberichte Mißrente fließen die Einkünfte des königlichen Hauses noch verständnisse erregen, weshalb wir ihn furz berühren. Der erste aus einem umfassenden Besitz an Pacht- Gütern und Redner in der Diskussion hatte Herrn Meister scharf angegriffen, Forsten und aus der Anlage von Effekten. Die weil er gegen die Volkstribüne" aufgetreten sei. Herr Meister erwiderte darauf nicht minder scharf und bestritt auch die BeKapitalsanlagen Friedrich Wilhelms III. wurden 1840 An die Arbeiter Berlins und Deutschlands. Die hauptung. Das gab dem anwesenden Redakteur Anlaß zu der Erauf 15 Mill. Mt. angegeben. Ueber die Kapitalrücklagen Lage der ausgesperrten Berliner Steinmetzen ist noch dieselbe. flärung, daß er eine derartige öffentliche Besprechung der AnWilhelms I. sind verschiedene Angaben verbreitet. Man So entschieden wie bisher wird auch ferner das Aufgeben des gelegenheit entschieden mißbillige, um so mehr, als er sich bereits beziffert dieselben auf etwa 20 Mill. Mt. Die aus der beziffert dieselben auf etwa 20 mill. Mt. Die aus der allgemeinen Staatskaffe gewährte Kronfideikommißrente Fachvereins von uns abgelehnt, in dem Bewußtsein, den Gewalt- gegen die„ Tribüne" gerichteten Feindseligkeiten zu erzielen. wurde bekanntlich 1820 auf 7719 296 Mr. festgesezt. Stecht, sowie durch thatkräftige Hilfe aller klassenbewußten Arbeiter Montag, den 28. Januar, Abends 8½½ Uhr, findet in Scheffer's streich der Meister durch mannhaftes Eintreten für unser gutes Durch Gesetz vom 30. April 1859 wurde dieser Betrag und Freunde, mit Erfolg begegnen zu können. Ihre Arbeiter- Salon, Inselstr. 10, eine allgemeine Versammlung der Berliner um 1/3 Mill. Mt. und durch Gesetz vom 27. Jan. 1868 freundlichkeit beweist die Innung durch versuchte Heranziehung Ortsverwaltungen statt. Tagesordnung: 1. Diskussion über:„ Unsere um weitere 3 Mill. Mt. erhöht, so daß die Kronfidei auswärtiger Arbeitskräfte. Mögen uns alle Arbeiter, wohin gewerkschaftliche Lage und die Beschlüsse der Generalversammlung kommißrente sich gegenwärtig auf 12 219 296 Mt. beläuft. auch dieser Aufruf dringt, darin unterſtüßen und uns den balbigen zu Magdeburg." 2. Wahl der Mitglieder des Ausschusses( Siz Zum Reichswahlgesetz. Eine sehr bedenkliche Entscheidung Sieg sichern, indem sie durch nöthige Aufklärung den Zuzug fern Berlin"). 3. Regelung des Arbeitsnachweises. 4. Verschiedenes. hat die Wahlprüfungskommission des Reichstages getroffen in halten. Wir halten den Fachverein hoch und wollen ihn auch Tagesordnung für die Regelung unserer gewerkschaftlichen Interessen Bezug auf Auslegung des Wahlgesetzes aus Anlaß der Prüfung ferner mit Ausdauer und Energie vertheidigen. Wir rechnen auch äußerst wichtig ist, ersuchen wir alle Kollegen, Mann für Mann, einer Nachwahl in dem Wahlkreise Schubin- Inowrazlaw. Dort ferner auf Eure Unterstützung und sagen für die bisher ge- in dieser Versammlung zu erscheinen. Freie Vereinigung der Zuschneider, Vorrichter hat der Schubiner Landrath diejenigen in die Wählerliste ein- leistete Hilfe beſten kameradschaftlichen Dank. Wie wir bisher in und Stepper. Heute Sonnabend, den 26. d. M.: Alte Jakob= getragenen Wahlberechtigten von der Wahl ausgeschlossen, gleicher Nothlage befindliche Arbeiter unterſtüßt haben, so werden ftraße 83 bei Reiher: Vortrag des Herrn Krause: Die Lage unseres. getragenen Wahlberechtigten von der Wahl ausgeschlossen, wir es auch ferner thun. Die Gemeinsamkeit der Interessen ver- Gewerbes. welche zur Zeit der Vornahme der Wahl nicht mehr in dem bindet uns mit Euch, unser Ziel ist ein gleiches, reicht uns die -Zimmerleute Berlins und Umgegend. Sämmtliche Wahlbezirk, wo sie abzustimmen haben, wohnen. Bisher noch außenstehende Sammellisten sind bis Sonntag einzusenden. hat bekanntlich bei den Wahlen, insbesondere bei allen Nachwahlen, helfende Bruderhand. Sendungen wolle man an Steinmetz Herrn Starten und Marken werden an die Pläge verabfolgt. Verein der Steinhauer Berlins. Mitgliederversamm die entgegengesetzte Praris gegolten. Aber mit 8 gegen 5 Stimmen Joſeph Jeschke, Moabit, Melanchthonstr. 5, Hof r. I gelangen Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck lung am Sonntag, den 27. d. M., Vormittags 92 Uhr, bei Krüger, nahm die Kommission an, daß die Wählerliste bei den Wahlen Gartenstr. 123. Wahl eines neuen Schriftführers. nicht allein maßgebend sei, sondern derjenige, welcher sein Wahlrecht gebeten. Zimmerleute Berlins und Umgegend. Streiffarten und Fachverein der Buchbinder und verwandten ausüben wolle, zur Zeit der Wahl( resp. Nachwahl) zugleich Marken sind bei folgenden Kameraden in Empfang zu nehmen: Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 27. d. M. seinen Wohnsiz in dem betreffenden Wahlbezirk haben müsse. Es Im Norden bei Leonhardt, Antonftr. 7 v. 4 Tr., Viez, Nuppiner- Abends 82 Uhr im Vereinslokal, Louisenstädtisches Klubhaus, ist zu hoffen, daß das Plenum des Reichstags in anderer Weise straße 13 v. 4 Tr. Im Often bei knüpfer, Greifswalderstr. 29 Annenstr. 16, I. Tagesordnung: 1. Bericht über die statistische v. 3 Tr., Jeschke, Friedenstr. 103 v. part. Im Süden bei Zipke, Aufnahme im Winterhalbjahr. 2. Anträge zum Verbandstag, entscheidet, andernfalls müssen namentlich in den städtischen Wahl- Eisenbahnstr. 37 v. 4 Tr., Schmidt, Laufiberstr. 3, Hasselberg, 3. Stellungnahme zu der am 23. Januar stattgefundenen Verkreisen die größten Unzuträglichkeiten entstehen. Man erwäge nur, Reichenbergerstr. 138 v. 4 Tr., Schreiber, Gneisenauftr. 82 Hof L. fammlung der in der Lederbranche beschäftigten Arbeiter. 4. Verdaß beispielsweise in Berlin die Wählerlisten für die Reichstags- 4 Tr., Streßmer, Streuzbergstr. 30 Seitenfl. 2 Tr. Im Westen schiedenes und Fragekasten. In Anbetracht der wichtigen Tageswahlen im September aufgestellt werden, während die Wahlen bei Baulsch, Courbierstr. 7 Hof part., Naumann, Steinmeßstr. 28 ordnung ist das pünktliche Erscheinen sämmtlicher Mitglieder durch selber erst Ende Oktober erfolgen. In der Zwischenzeit am bei Stehr, Milsnackerstr. 26 r. Seitenfl. 4 Tr. Ferner sind sämmt- Berlin Zentrum. Versammlung am Dienstag, den 29. Januar, Hof 4 Tr., Ortland, Stegligerstr. 79 Hof 1 Tr. In Moabit aus erforderlich. Verband deutscher Zimmerleute. Lokal- Verband 1. Oftober findet ein großer Umzug statt. Da ferner die alten liche Listen einzusenden. Wählerlisten für die Dauer eines Jahres bei Nachwahlen Geltung Aufruf an die Schlosser und Berufsgenossen Berlins. Abends 8 Uhr, im Neuen Klubhaus, Kommandantenstraße Nr. 72. behalten, so bringt die obige Auslegung bei Nach wahlen eine Sollegen! Ihr alle fennt die schlechte Lage unseres Gewerks, seht, Tagesordnung: 1. Vortrag über Gewerbe- Schiedsgerichte. 2. Be wie die Unternehmer täglich darnach streben, den fargen Lohn fanntmachung des jetzt stattfindenden Versammlungstages. 3. Vergroße Einschränkung für die Ausübung des Wahlrechts immer mehr herabzudrücken, daß die Wohnungsmiethen fast un- schiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder erschwinglich sind und durch die indirekten Steuern ein großer Theil werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet der Vorstand. Die Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins des Lchnes verloren geht. Ferner ist euch bekannt, daß alle GeVerfassungsgemäß hat in diesem Jahre in Sachsen werkschaften darnach streben, ihre materielle Lage zu verbessern. Da sämmtlicher Berufsklassen, Filiale Berlin 1, hält am Sonnabend wiederum ein Drittel der Mitglieder der 2. Ständekammer ist es wohl an der Zeit, daß wir uns die Frage vorlegen, ob die den 26. d. M., Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78, Restaurant Wollauszuscheiden und die deshalb nothwendig werdenden Schloffer Berlins noch länger in beschaulicher Ruhe verharren, oder schläger, eine Versammlung ab. ob sie sich dem hier bestehenden Fachverein der Schlosser und BeKrankengeld 3Zuschuß- und Begräbnißkasse der Landtagswahlen werden voraussichtlich im Auguſt zur rufsgenossen anschließen wollen. Nach den obigen Ausführungen Berliner Knopfarbeiter. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Ausschreibung gelangen. Mit Berücksichtigung eines durch müssen wir die letzte Frage wohl entschieden bejahen; wir müssen der Rendant M. Viol, Wrangelstraße 45, vorn 2 Tr., wohnt und Tod erledigten Mandats macht sich bis jetzt die Neuwahl darnach streben, eine Organisation zu schaffen, die im Stande ift, Mittags von 12 bis 1 Uhr und Abends von 8 bis 9 Uhr zu von 28 Abgeordneten erforderlich. Es handelt sich dabei zu geeigneter Zeit den Kampf mit den Arbeitgebern aufnehmen zu Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag können. Darum auf, Kollegen, organisirt euch, zeigt, daß ihr ge= um 17 Siße der konservativen, 3 der nationalliberalen, willt seid, für Verbesserung eurer Lage einzutreten. Die nächste den 27. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Völkel= 7 der fortschrittlichen, 1 der sozialdemokratischen Versammlung des Fachvereins findet am Montag, den 28. d. M., Magdeburg über„ Schöpfungssagen nach der vergleichenden Mytho Partei; die Stadt Chemniß hat in ihrem 2. Bezirke an bei Feuerstein, Alte Jakobstraße, statt und werden auch in nächster logie". Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. Stelle des verfassungsmäßig ausscheidenden Abgeordneten Zeit Wanderversammlungen abgehalten, die wir genügend bekannt machen werden. Sorgt deshalb dafür, daß wir groß und stark Schriftsteller v. Vollmar eine Ersaßwahl vorzunehmen. und somit auch aktionsfähig werden. Mit kollegialischem Gruß Der Vorstand. mit fich. Lassen. " Literarisches. Bon der ,, Neuen Zeit", Stuttgart, Verlag von J. H. W. Bei den württembergischen Landtagswahlen wurden Mit polizeilicher Auflösung endete die Versammlung Diez, ist soeben das erste Heft des 7. Jahrganges erschienen. im Ganzen, dem„ Beobachter" zufolge, am 9. Januar, dem Wahl der Freien Vereinigung der Berliner Schneider", die am Montag Aus dem Inhalt des ersten Heftes heben wir hervor: Abhandtage, abgegeben: Für die Volkspartei 76 780 Stimmen, für die Abend in Deigmüller's Salon tagte. Der Referent, Herr Gerisch, lungen: Die Klaffengegenfäße von 1789. Zur hundertjährigen GeSozialdemokratie 10 754 und für die vereinigten Regierungs- wies an der Hand eines umfangreichen unb überaus drastischen denkfeier der großen Revolution. Von Starl Kautsky.„ La parteien 164 348. Die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen hat Bahlenmaterials nach, wie grundfalsch der von freihändlerischer Terre." Von Robert Schweichel. Die sozialen Inſtitutionen fich gegenüber den letzten Landtagswahlen verdreifacht. Seite aufgestellte ökonomische Lehrsatz sei, daß durch das Sinken des alten Peru.- Die Verschwendung in der kapitalistischen Proder Rente allmählich ein Ausgleich zwischen Armen und Reichen duktionsweise. Die Kuhjungen. Von Edward Aveling und Die Schweizer Arbeiterschaft hatte bisher in dem im Sinne der Gerechtigkeit erfolgen würde. Mit großer Spannung Eleanor Mary- Aveling. Die Fabrifinspektion in der Schweiz ,, Arbeitertag" und dem von ihm gewählten Aktions- verfolgte die gut besuchte Versammlung die streng wissenschaftlichen 1886 und 1887. Von August Bebel. Die englische Fabrikfomitee" eine korporative Vertretung gehabt, welcher über Ausführungen, die sich auf amtliche Zahlen aufbauten. Als der inspektion. Notizen: Unglück auf See. Riechende Blumen.50 Arbeitervereine sich unterstellt hatten. Das ist nun Referent bemerkte, daß im Gegensatz zu den Verbindungen der Die Arbeitslosigkeit der Erwerbsthätigen im Staate Massachusets 1886. Kapitalisten( den Ringen) die Verbindungen der Arbeiter nur Ziele Soeben ist erschienen das 12. und 13. Heft von der anders geworden: die Organisation des Arbeitertags hat verfolgten, die auf Hebung des Gemeinwohl es gerichtet seien, Französischen Revolution". Voltsthümliche Darstellung der fich in die Sozialdemokratische Partei der Schweiz daß aber diese hohen und edlen Aufgaben nur unter Mühen und Ereignisse und Zustände in Frankreich von 1789-1804. Von umgewandelt, deren Erekutivorgan das in Bern domizilirte Stämpfen zu erreichen sein würden, daß aber troßdem ein Jeder das Wilhelm Blos. Mit vielen Porträts und historischen Bildern. Parteikomitee ist. Als Leiter des letzteren fungirt Rechts- Seine dazu beitragen könne erfolgte in sehr barschem Tone die( Stuttgart, Dieß.) zu beziehen durch alle Spediteure, pro Heft Rechts- Auflösung auf Grund des bekannten§ 9 mit der Aufforderung, 20 Pfennig. anwalt Steck in Bern, welcher bei der Arbeiterschaft der sofort den Saal zu verlassen. Die Versammlung war erst starr Bom ,, Volksfreund", illustrirte Zeitschrift für Unterhaltung Schweiz als flug und prinzipienfest erprobt ist. vor Staunen, dann leerte sich unter brausenden Hochrufen der und Belehrung mit den Beiblättern Die Kunsthalle" und" Der Saal. Gegen die Auflösung wird Beschwerde erhoben werden. Hausarzt" ist soeben das neueste Heft erschienen und ist der Inhalt wiederum ein sehr reichhaltiger. " " " Briefkasten. Die Töpferlohnbewegung in Berlin. Nach dem neuen Geheimbund in Frankfurt a. M., 23. Januar. Seit Lohntarif sind die Tarife für verschiedene Akkordarbeiten wesentlich geraumer Zeit wieder ein Sozialistenprozeß! Das Publikum ein anderartiges als das sonst auf der Gallerie gewohnte hat erhöht werden. Arbeiten auf Stamine, altdeutsche Defen, Spülbecken, fich zahlreich eingefunden. Auf die Anklagebank schreitet eine elend Waschherde, diverse Zementarbeiten sollen im Tageslohn gearbeitet und fummervoll aussehende Gestalt mit wankenden Schritten, denn werden. Der Lohn für einen Sezer foll 94 Pf. per Stunde beDie Freunde unserer Zeitung ersuchen wir um gefällige der Mann ist lahm und trägt das Geficht verbunden. Es ist der tragen, bei achtstündiger Arbeitszeit also 7,50 M. per Tag. Unter25 Jahre alte Schneider Georg Meier von Waldmünchen, brechungen sind vorgesehen 1/2 Stunde Frühstück und 1/2 Stunde Mittheilungen von Adressen aus ihren Bekanntenkreisen von wegen Landstreicherei und Bettels in seiner Jugend bestraft Mittagspause. In der Zeit von Oktober bis April wird nur von solchen Personen( besonders auswärts) welche voraussichtlich geneigt Eintritt der Tageshelle bis zur Dunkelheit, jedoch nie länger als find, auf die Voltstribüne" von jest ab zu abonniren. Nach offenbar als wandernder Handwerksbursche. Er iſangeklagt 8 Stunden gearbeitet. Bei fünstlichem Licht soll nicht gearbeitet Empfang der Adressen werden wir an die Betreffenden Probenummern wegen Theilnahme an einer verbotenen geheimen Verbindung werden, wenn nicht zwingende Gründe vorliegen. Die Bauten, in unserer Zeitung absenden. ( 8128f des Sozialistengesezes).( Vergl. die Korrespondenz in Gewerkschaft. Sowie die Arbeitervereine uns in geNr. 50 der ,, Volfstr.") Obgleich die Privatzeugen absolut nichts benen gearbeitet wird, müssen schon mit Fenstern versehen sein; auch gegen ihn aussagen konnten, genügten die Aussagen der Polizei, hat der Bauunternehmer einen verschließbaren Raum zu beschaffen, nügendem Make durch Inferiren unterstützen, werden wir in dem die Kleidungsstücke aufbewahrt werden können. Ueberstunden alle Geschäfts- Annonzen zurückweisen. Augenblicklich ihn zu 3 Monaten Gefängniß zu verurtheilen, unter Anrechnung und Sonntagsarbeit ist thunlichst zu vermeiden, im andern Falle können wir das noch nicht, aber regen Sie und Ihre von 1 Monat Untersuchungshaft. muß die Stunde mit 1,88 m. bezahlt werden. Am Sonnabend Freunde die Sache in Ihren Vereinen an, dann werden Ift die Aufbewahrung des„ Sozialdemokrat strafbar?( Lohntage) wird um 4 Uhr Feierabend gemacht; der Unternehmer wir in wenigen Wochen so weit sein. Lotterie- Annoncen Das Reichsgericht hat diese Frage in der Straffache des Drechslers hat die Zeit, während der die Gesellen unnöthigerweise auf Aus- und ähnliches haben wir jederzeit abgelehnt. C. 2. in Chemnitz. Wir konnten troß unserer Bemühungen Hermann Trümper zu Berlin bejaht. Der höchste deutsche Gerichts- zahlung des Lohnes warten müssen, zu bezahlen. Eine öffentliche Versammlung des Allgemeinen Metall- nichts darüber erfahren. hof hat die von dem Genannten gegen das verurtheilende ErkenntExpedition. F. in Greiz. Nov. 11. Dez. 4,80 M. in niß des Berliner Landgerichts I eingelegte Revision verworfen, arbeitervereins Berlins und der Umgegend fand am Monweil die Aufbewahrung als wissentliche Hilfeleistung und Theilnahme tag, den 21. Januar, in Rirdorf im Lokale des Herrn Hoffmann, Briefmarken erh. B. V. in Augsburg. Streuzband fostet Bergstraße 133, mit der Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn pro Monat 0,60 M. Der eingesandte Betrag würde also für aufzufassen sei. Dr. Stahn. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Februar, März bis Mitte April genügen. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: T. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23.