Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Bolts Tribune" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Pfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis viertelfährlich 1 Mt. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 867 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1889.) Jujerate werben die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 fg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Jnferaten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. № 5. 1 Novelle. Berliner Bild. Sonnabend, den 2. Februar 1889. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. III. Jahrgang. Internationale Verträge. Die Unter- Das Vorstehende wird erwähnt, weil es ein weiteres Mitglieder oder auch für weitere Kreise gründeten, da diese stütungsvereine der Arbeiter und die preußi- internationales Eingreifen der Staaten in wirth- Wohlthätigkeitskassen auch ohne Zweifel, wenn mit sche Polizei. Die Landarbeit Ost- und West- schaftliche Angelegenheiten darstellt. Und die Lektion, ihnen keine weitere Irreführung der Arbeiter verbunden ist, preußens. II. Die Konkurrenz der ausländi- die wir daraus für die Arbeiter ableiten, ist die: hiermit viel dazu beitragen die Arbeiterbewegung zu fördern, ihr schen Arbeit und das italienische Proletariat. III. ist grundsäßlich zugestanden, daß ein internationales ein auch weniger vorgeschrittenen Arbeitern erkennbares Die preußische Geheimpolizei unter Friedrich Interesse für die Regelung derjenigen wirthschaftlichen und ihnen einleuchtendes Ziel zu geben, so wurden diese dem Großen. Die Reichstagserfahwahl in Materien besteht, welche in dem Mitbewerb der verschiedenen, Wohlfahrts einrichtungen", die sich die Arbeiter Breslau. Aus dem Reichstage. Länder zur Geltung kommen. selbst geschaffen haben, zum Zielpunkt der Angriffe der Rentier Klinkmüller. Ein Das ist aber sehr wichtig. Wenn ein Staat die Polizei gemacht. Man fand plötzlich, daß schon die ganz Kleinbürgerthum und Prole- Fabrikanten oder Unternehmer auf diesem Gebiet nicht leere und inhaltlose Angabe in einem Vereinsstatut, der tariat in der französischen Revolution. Ar- bevorzugen soll, weil es unbillig gegen andere Länder ist, Verein bezwecke seinen Mitgliedern irgend welche Unterbeitszeitverkürzung und Produktion. Das wogegen sich diese ja durch andere Maßnahmen rächen stüßung zu leisten, den Verein zu einer Versicherungs= Elend in Irland. fönnten, so muß derselbe Grundsaß auch Anwendung anstalt mache, die der landespolizeilichen Genehmigung finden, wo es sich um die Anwendung von Lohnarbeitern bedürfe. Man stellte die Vereine vor die Wahl, entweder handelt. ihren Betrieb, die Auszahlung und Leistung der UnterWenn z. B. in England Frauen in Fabriken nicht stützungen, einzustellen, oder die Genehmigung der Polizei mehr als zehn Stunden täglich beschäftigt werden dürfen, nachzusuchen und sich unter eine ganz besondere Kontrolle in anderen Ländern aber zwölf oder noch mehr, so hat der Polizei zu stellen, die dem Vereine jede Selbständig= England sicherlich Grund zur Beschwerde. Denn seine keit der Verfügung über das Vereinsvermögen raubte. Bestellungen nehmen in Berlin alle Spediteure entgegen. treten. Und so hinsichtlich aller Beschränkungen, welche sich in der Regel nicht gutwillig fügten. Einzelne Vereine Industrie muß mit derjenigen dieser Länder in Mitbewerb Ganz natürlich war es, daß die betroffenen Vereine Am besten abonnirt man bei den Spediteuren, welche zugleich in dem einen oder anderen Lande der Anwendung von feßten ihre Unterſtüßungseinrichtungen trotz des Verbotes die Tageszeitungen bringen. Arbeitern auferlegt sind. Gegen diesen Schluß kann Liſten zum Sanimein von Avonnowie Agitu- fchwerlich etwas eingewendet werd noch wird man so Strafverfügungen auf richterliche Entscheidung ander Polizei fort and ließen es gegen die ihnen zugestellten tionsnummern jederzeit durch unsere Expedition, Dranien- zynisch sein wollen, den in der Besetzgebung zum Schub kommen. Diese Entscheidung fiel durchaus und überall der Arbeiter weiter vorgeschrittenen Staaten ein Zurüd nur zu Gunsten der angeklagten Vereinsvorstände aus, die Straße 23, zu beziehen. weichen zuzumuthen. Aber mit dem moralischen Recht und der Billigkeit los der Fall war, aus den Vereinsstatuten ergab, daß überall freigesprochen wurden, wenn sich, wie es ausnahmsist eben nichts auszurichten. Dazu gehört Macht und die Mitglieder auf die in den Statuten angeführten die Arbeiter werden solche Verträge eben nur durchseßen, Unterſtüßungen fein flagbares Recht hätten, daß die wenn sie Einfluß auf die Gefeßgebung gewinnen. Arbeiter und Parteigenossen! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung diefes Blattes ein! Der Verlag der Berliner Volks- Tribüne." Berlin S. O., Oranienftr. 23. Internationale Verträge. Leider fehlt unter den organisirten Arbeitern noch Bahlungen nur nach dem Stande der Kasse und nach Gutvielfach das Verständniß für die Wichtigkeit der Sache. balten des Vereins oder seiner Organe geleistet würden. Kürzlich ist viel von dem internationalen Vertrag über Da bleibt bloß die Hoffnung über, daß der internationale Sämmtliche Richter waren darin einig, daß eine die Abschaffung von Ausfuhrprämien auf Zucker zwischen Arbeiter- Kongreß, der dieses Jahr in Paris stattfinden Versicherungs- Anstalt oder ein Versicherungsallen betheiligten Regierungen( einer einzigen und un- wird, dem Bestreben Vorschub leistet auf vertrag, nur dann vorliegt, wenn bei Eintritt eines bedeutenden ausgenommen) gesprochen worden. Erzwingung einer internationalen Arbeiterschußgesez- pflicht gegen Zahlung einer Prämie übernommen wird; schädigenden Ereignisses eine ausdrückliche LeistungsDamit hat es folgende Bewandtniß: Fast alle Staaten betrachten den Zucker nach Bismarck einen gebung. " daß aber die Uebernahme einer solchen Leistungspflicht in der Lurus" gegenstände der großen Masse als eine dem bloßen Jnaussicht stellen einer Entschädigung, wenn ergiebige Steuer- und Zoll- Quelle und behandeln ihn die Kasse es erlaubt und der Verein es genehmigt, nicht barnach. Wenn nun aber so versteuerter Zucker( auch Die Unterstützungsvereine der Arbeiter und zu finden sei. Schnaps) ins Ausland verschickt wurde, so zahlte die die Polizei in Preußen. Von dieser Seite ließ sich also die Sache nicht an= Regierung an den Verschicker die Steuer wieder heraus Arbeitervereinigungen irgend welcher Art, die sich fassen. Die Gesetzgebung stand der Polizei hier nicht zur und nicht bloß die Steuer, sondern noch bedeutend mehr. unabhängig vom kapitalistischen Einfluß organisiren, in Seite und ein Reichsgericht surtheil war nicht zu erEs wurde nämlich der Ertrag der Produktion des Rüben- welchen die Arbeiter sich auf ihre eigene Kraft stüßen, sie langen, da als Landesstrafsachen diese Prozesse nicht ans zuckers der für den europäischen Kontinent allein in mögen aussehen wie sie wollen, haben auf Duldung, Reichsgericht kommen konnten. Die Polizei ſuchte daher Betracht kommt nach einem Verfahren berechnet, welches wenn man ihnen irgendwie beikommen kann, nicht zu in Preußen die Sache im Verwaltungswege zu erreichen. längst veraltet ist und weit weniger ergab, als neuere, rechnen. Sie erklärte, die Polizeibehörde besige als Ausfluß der verbesserte Methoden. Selbst dann werden sie verfolgt, wenn sie nur wohl- Landesh oheit in Preußen ein besonderes AufsichtsDie Folge war, daß der Staat viel mehr an Steuern thätige Zwecke haben. Man wittert hinter jeder Regung recht über solche lediglich private Vereinigungen, und zurückzahlte, als er von rechtswegen sollte, daß somit eine der Selbständigkeit der Arbeiter den Feind des heutigen in Ausübung dieses Aufsichtsrechtes ging sie jeßt gegen die Prämie für den Erport entstand. Das tam soweit, daß Wirthschaftssystemes, das sich auf der Bevormundung und Vereine vor, die ihren Mitgliedern solche Unterſtüßungen in England deutscher Zucker um fast die Hälfte des Preises Niederhaltung der ärmeren Volksklassen durch die wohl- in Aussicht stellten, wenn die Aussicht auch nur eine verkauft werden konnte, den er in Deutschland galt habenderen aufbaut. Es ist eine große Selbsttäuschung, ganz ferne und nicht faßbare war. Ja man ging noch ja, daß zu einer Zeit behauptet werden konnte, es bezahle wenn man annimmt, man ließe irgend eine wirklich kräftige weiter, man erklärte selbst solche Vereine für Versicherungssich nahezu, in Deutschland Zucker zu erzeugen, um ihn und die Arbeiter fördernde Arbeiterorganisation bestehen, anstalten, die ihren Mitgliedern gar keine Leistung verin die Nordsee zu werfen, nachdem zuvor die Export- Prämie wenn man eine Möglichkeit hat, sie zu unterdrücken. sprachen, sondern nur Wohlthätigkeitsleistungen an andere eingehoben worden war. Als man mit der allerhärtesten Anwendung der Gewerksgenossen in Aussicht stellten, wie die WanderDie weitere Folge des Systems war die unnatürliche Vereinsgefeße nicht ausreichte, als sich trotz aller Vereins- unterstüßungskassen, die bei lokalisirter OrganisaSteigerung des Ausbaues der Zuckerrübe in Deutschland schließungen und aller Mühe von Polizei und Staats- tion derselben ihren eigenen Mitgliedern nichts leisten. und Desterreich. Aller dazu taugliche Boden wurde in anwaltschaft doch immer wieder Arbeitervereine bildeten, Auch die Bestimmung allein, daß Vereinsüberschüsse zur Verwendung genommen und die Zuckerfabriken wuchsen denen man nicht beikommen konnte, sah man zu, ob sich unterstüßung von Mitgliedern verwendet werden können, förmlich aus dem Boden. Der Mitbewerb für den aus- in der Rüstkammer der Gesetzgebung nicht noch andere wurde schon von der Polizei für genügend erachtet, um wärtigen Markt wurde rasend; der Rübenzucker schlug Waffen finden, mit welchen man auch solche Arbeiter- den Verein als Versicherungsanstalt zu treffen. Suchte den Rohrzucker aus dem Felde; auf der Insel Kuba folgte vereinigungen unterdrücken könnte, die sich in den Schlingen ein Verein die landespolizeiliche Genehmigung nach, so Bankerott auf Bankerott; die Regierungen waren genöthigt, der Vereinsgefeße nicht fingen, und die auch nicht wichtig wurde sie ihm in der Regel ganz verweigert, oder es ihre Zuckerpflanzer mehr und mehr zu begünstigen, um genug waren, um gegen sie das schwere Rüstzeug des wurden ihm Bedingungen aufgelegt, die ihn aller Selbfie über Wasser zu erhalten; die Eingänge von der Zucker- Ausnahmegefeßes anzuwenden. Am liebsten würde man ständigkeit beraubten, so daß man vielfach vorzog, den fteuer wurden von den Exportprämien fast ganz auf den Arbeitern befehlen, daß sie überhaupt gar nicht zu- Verein aufzugeben. gefressen und schließlich ließ sich der Krach doch nicht ver- sammen kommen dürfen, es sei denn unter dem Vorsitz Die Annahme, daß die Polizei ein der Landeshoheit hindern. eines Reservelieutenants, eines Geistlichen oder eines entstammendes besonderes Aufsichtsrecht über diese Vereine Aus dieser Situation gab es für die Produzenten Unternehmers. Aber das geht doch nicht gut. habe, machte den Vereinen die Sache recht schwierig. eines Landes keine Rettung. Und siehe da: die Regierungen Da nun viele Arbeitervereine eine gewisse Kraft und Die Polizei schloß nun durch Verfügung einfach die Vereine, nahmen sich ihrer an und schlossen den erwähnten Ver- einen gewissen Zusammenhalt aus verschieden gearteten ohne die Richter weiter zu belästigen im Aufsichtswege trag ab, der allen diesen Begünstigungen ein Ende macht. Unterstüßungs- Einrichtungen ziehen, die sie für ihre und bedrohte die Fortsetzung der Vereine mit Executiv= ftrafen, gegen die es eine Berufung auf richterliche Ent-| Privatgesellschaften nehmen keine andere Stellung ein dem Solche Wohnungen liegen immer je zwei neben bezw. scheidung nicht giebt. Staate gegenüber wie Privatpersonen. Nur Korporationen gegen einander. Auf manchen Gütern werden sogar zwei Der Weg der Beschwerde an die vorgesetzten Behörden gegenüber besteht ein besonderes Aufsichtsrecht des Staates. Familien in eine Stube gepfercht. erwies sich als erfolglos. " 1 Dieser zweite Weg der Verwaltungsklage ist nur dann angänglich, wenn die Verfügung, wie ausdrücklich angeführt, von der Behörde in ihrer polizeilichen Eigenschaft erlassen ist, nicht wenn es sich um ein Aufsichtsrecht handelt, in Ausübung des Landeshoheitsrechtes. Diese Bestimmungen des Preußischen Allgemeinen Land- Mit vollem Recht wird der Leser fragen: Können sich Nun giebt es gegen die von der Ortspolizei- rechts gelten noch heute, nur daß das Aufsichtsrecht des denn die Leute aus der geschilderten, so trostlosen, oft behörde in dieser Eigenschaft erlassenen polizei- Staates gegen Privatgesellschaften durch die Bestim geradezu schauderhaften Lage nicht befreien? Sie find lichen Verfügungen in Preußen noch einen Weg mungen der Preußischen Verfassung und des Vereinsgesetzes ja nicht leibeigen und wir haben, wie man sagt, volle der Verwaltungsklage", der zuerst vor den Be noch besonders geregelt ist, die den Ortspolizeibehörden Freizügigkeit! Was nüßt dies aber den armen Menschen! zirksausschuß und dann vor das Ober- Verwaltungs- innerhalb fester Grenzen die Befugniß zu Kontroll- und Wohin sollen sie denn ziehen? Wo es gut wäre, da wird gericht führt. Dieser Weg ist aber erstlich, da die be- Repressiv- Maßregeln( Aufsichts- und Unterdrückungs- Maß nicht leicht eine Stelle frei. Sonst sind die Verhältnisse treffende Gefeßgebung noch neu und in den Arbeiter- regeln) verleihen. auf den verschiedenen Gütern einander so gleich oder ähnlich, treisen durchaus noch nicht geläufig geworden ist, und zum Keine gefeßliche Bestimmung bietet einen Anhalt dafür, daß ein Vortheil, der sich des Umziehens verlohnte, nur anderen auch nicht unerhebliche, kleinen Vereinen uner- daß Privatgesellschaften gegenüber neben den Polizei- schwer entdeckt werden kann. Denn nicht mit Unrecht schwingliche Kosten bei der Unsicherheit des Erfolges in behörden und den Gerichten auch eine sogenannte Auf- gilt hier die Redensart: Dreimal Ziehen ist so gut wie Aussicht stellt, von vielen der betroffenen Vereine nicht be- fichtsbehörde eine amtliche Thätigkeit entwickeln kann. einmal Abbrennen." Auch ist das Wechseln der Stelle treten. Sie haben sich einfach aufgelöst, oder dadurch, So war das Aufsichtsrecht als Ausfluß der Landes- durch mancherlei Umstände erschwert oder doch bedenklich daß sie die Wohlfahrtseinrichtungen ganz aus den Statuten hoheit beseitigt, es blieb eine einfache Ortspolizeiverfügung gemacht und nur im äußersten Nothfalle entschließt sich der strichen, geschädigt. des Polizeipräsidenten von Berlin übrig, und gegen diese Arbeiter zu kündigen und weiter zu ziehen. In den meisten ist die Verwaltungsklage zulässig. Fällen kündigt wohl der ,, Herr", wenn der Arbeiter nicht Diefer Theil des Erkenntnisses des Oberverwaltungs- demüthig genug ist, wenn er sich nicht jeder Anforderung gerichtes vom 19. November 1888 ist für die Vereine von hat fügen, nicht schlechte Behandlung hat ertragen wollen, einschneidender Wichtigkeit. Können diese Polizeiverfügungen, wenn er eine große Familie hat( mehrere Kinder und die die Vereine, welche ihren Mitgliedern eine Unterstüßung vielleicht noch alte Eltern), wenn er anfängt alt und steif Es ist nicht abzuleugnen, daß es neben den Polizei- in Aussicht stellen, für Versicherungsanstalten erklären, zu werden, wenn er schwer athmet, viel huftet und über sachen besondere Landeshoheitssachen giebt, auch ist es erst vor das Verwaltungsgericht gebracht werden, so ist Reißen in den Beinen klagt. Dann ist eine neue Stelle richtig, daß den Regierungspräsidenten und dem ihnen kein Zweifel mehr, daß sie vernichtet werden. Das ge- schwer zu finden und ein beunruhigender Gedanke ist es gleichstehenden Polizeipräsidenten von Berlin die Ausschicht mittelft einer sehr kurzen Begründung in Betreff für den Arbeiter, eines schönen Tages mit dem Losschein übung der Landeshoheitssachen, dem letzteren also der klagenden Filiale des Buchbinderverbandes: Es überrascht zu werden. Die Herren wissen und kennen dies beider Thätigkeiten zusteht, da er auch Ortspolizei ist. handelt sich nicht um einen den Mitgliedern gewährten sehr genau und nur zu häufig kommt es vor, daß sie die Als also der Buchbinderverband, dessen Berliner Rechtsanspruch, daher ist keine Versicherungsanstalt Furcht des Arbeiters vor dem Losschein mit grausamer Zahlstelle von dem Berliner Polizeipräsidenten mit der vorhanden. So lautet der Entscheid und so wird in Hartherzigkeit ausbeuten. Auflösung bedroht war, wenn sie nicht als Versicherungs- ähnlichen Fällen immer wieder entschieden werden. Ein Die Lage der freien Arbeiter, der sogenanten Losgesellschaft die Genehmigung nachsuche( die man ihr natür- ganz ähnliches Erkenntniß ist denn auch schon zu Gunsten Leute ist meistens noch schlimmer als die der Inftleute lich nicht ertheilt haben würde), in dankenswerther Weise einer Zahlstelle des Tischlerverbandes ergangen. Dieser und namentlich schäßt der Arbeiter mit Familie eine ,, fefte die Kosten daran sette und den Weg der Verwaltungs- Ausfall des Verwaltungs- Strafverfahrens giebt den Arbeiter Stelle" über alles. Nur die ledigen Arbeiter können ihre Klage gegen den Polizeipräsidenten auf Aufhebung dieser vereinen und ihren Wohlfahrtseinrichtungen wieder eine Unabhängigkeit vortheilhaft ausnußen; leicht können sie den Verfügung beschritt, da machte der Polizeipräsident die nicht zu unterschäßende Sicherheit des Bestehens, die nur Kreis verlassen und an einem fernen Orte neue und Einwendung, die Verfügung beträfe nicht eine Polizeisache verlangt, daß den sonstigen Bestimmungen der Vereins- lohnende Arbeit erhalten. Sie finden es darum vortheilsondern eine Landeshoheitssache und es wäre also die Ver- gefeße genau Rechnung getragen wird. Wir möchten vor haft, ein Dienstverhältniß auf lange Zeit und lange waltungsklage nicht zulässig. der schwarzseherischen und erschlaffenden Annahme doch Kündigungsfrist nicht einzugehen, und als freie Arbeiter Um unseren Lesern wenigstens einigermaßen den sehr warnen, alle Vereine der Arbeiter beständen nur aus sind sie auch den harten, für die Gegenwart längst ver= subtilen Unterschied zwischen Polizeisachen und Landes: Gnade der Polizei, die sie jeden Augenblick vernichten alteten Bestimmungen der Gesindeordnung nicht unterhoheitssachen klar zu machen, den freilich oft genug der könne. In einigen deutschen Staaten ist es ja freilich so, worfen. Daher kommt es auch, daß Knechte und Mägde Verstand der Verständigen nicht klar genug sehen kann, und das Sozialistengesetz giebt auch weiten Spielraum, verhältnißmäßig besser gelohnt und behandelt werden, bemerken wir Folgendes. Alle Anordnungen, die sich auf aber in Preußen und in noch vielen anderen deutschen als die Instleute. Ruhe, Ordnung und Sicherheit beziehen, find Polizeisachen. Ländern giebt es für die Vereine ein festes Recht, das Von den Gutsbesißern vermag man keine Kategorie Die Aufsicht über öffentliche Anstalten, Gesellschaften und man sich durch einfichtige Beachtung der Umstände und anzugeben, welche im Großen und Ganzen die Arbeiter Korporationen sind Landeshoheitssachen. Wenn also der durch muthige Haltung wohl festhalten kann. In Preußen schlechter oder besser behandelt. Ob adelig oder bürgerlich, Handelsminister z. B. einer Börsenkorporation befiehlt, ihr besonders, wenn man beobachtet, daß politische Vereine fromm oder gottlos, konservativ oder fortschrittlich, gebildet Statut zu ändern, so ist dagegen keine Verwaltungsklage mit einander nicht in Verbindung treten dürfen und daß oder ungebildet, den Arbeitern gegenüber sind diese Chazulässig. Vereine, die mit einander in Verbindung treten, niemals rakterunterschiede ohne jede Bedeutung. Es giebt GutsIn der Kabinetsordre vom 13. März 1825, die die auch nur von Weitem politische Angelegenheiten erörtern befizer ,,, allverehrte" Genossen der Fortschrittspartei, die Landeshoheitssachen abgrenzt, wird zu denselben wörtdürfen. wahrlich schön sprechen von Humanität und Menschenlich gezählt: Alle echten Arbervereine, die heut noch bestehen, würde, von Freiheit und Gleichberechtigung, aber auf Die Aufsicht über alle Storporationen, Gesellschaften, und es giebt deren denn doch noch eine gute Anzahl, be- ihren Gütern die lieblosesten und unbarmherzigsten Tyrannen, Berbindungen, öffentliche Institute und Anstalten, sofern stehen nicht aus Wohlwollen der Polizei, sondern sind. Darum glaubt auch das Volk nicht an den Liberaselbige nicht bloß einen gewerblichen Zweck haben, folglich weil sie ihnen durchaus nichts anhaben kann. Wir wollen lismus, weil es Tag für Tag sieht, wie die Thaten der über die Brand- und andere Versicherungsanstalten und Gesellschaften." uns da nicht durch Schwarzseherei im Kampf ums Recht fortschrittlichen Herren das schrofffte Gegentheil ihrer Hierauf stützte sich der Polizeipräsident. Er sagte erschlaffen lassen. Der oben besprochene Fall zeigt, daß liebsten Phrasen sind. Es ist noch keine Wahl vorüberdem Sinne nach: Was eine Versicherungsanstalt ist, habe er durchaus nicht ganz aussichtslos ist. " ich allein zu bestimmen, das ist eine Sachverständigenfrage, und die Aufsicht über die Versicherungsanstalten ist eine Landeshoheitssache, die ich als Regierungspräsident ausübe, dagegen giebt es keine Verwaltungsflage. Die Gerichte belästige ich nicht, sie können also gar nicht in die Lage kommen, ein Urtheil abzugeben. Ich schließe die Vereine und sie sind geschlossen. Die Landarbeiterbevölkerung in den Provinzen Oft- und Westpreußen. ( Von einem Ostpreußen.) II. gegangen, bei der nicht dem braven Volke die schönsten Dinge versprochen wurden; nicht das Geringste hat es jemals erhalten und Niemand hat auch nur den kleinsten Versuch gemacht, sein Elend zu mildern. Jahr aus Jahr ein werden Geseze gemacht; aber für wen? Die Arbeiterwissen von der Wohlthat kaum eines einzigen Gesetzes zu reden. Als im Jahre 1867 das Volk in wahrhaft er= barmungswürdiger Weise von der Hungersnoth und in Die Sache stand recht verzweifelt in Preußen für Wohl auf den meisten Gütern hat jede Arbeiter- ihrem Gefolge vom Hungertyphus heimgesucht wurde, was die Vereine, als das Bezirks- Verwaltungsgericht zu Berlin familie eine Wohnung für sich allein. Diese Wohnung haben die Herren für die Arbeiter' gethan? Wenn man den Buchbinderverband mit seiner Klage gegen den Polizei- besteht gewöhnlich aus einer Stube und einer Kammer. auch nicht gerade sagen kann, daß sie nichts gethan haben, präsidenten abwies, indem es mit ihm annahm: Ja, die Erstere hat meistens einen Flächeninhalt von 25 bis 30 so hat es doch lange gedauert, bis sie sich entschlossen Aufsicht über diese Vereine ist eine Landeshoheitssache, da Quadratmetern und ist so hoch", daß ein mittelgroßer etwas zu thun und bei jeder Gabe, die sie doch von einem ist die Verwaltungsklage nicht zulässig. Mann unter dem Balken zu stehen vermag. Der Fuß- Komitee empfingen und in dessen Auftrag nur weiter In Folge dieses Entscheides wurden sofort in fast boden ist meistens nicht gedielt, sondern entweder mit reichten, also nicht aus ihrer Tasche oder von ihrem allen preußischen Provinzen umfassende Maßregeln gegen Ziegeln oder Feldsteinen ausgeschlagen; an der Hausthüre, Speicher gaben, haben sie oft genug ihren Vortheil bald die gesammten Arbeitervereine eingeleitet. Mehrere Ober- ebenso an der Stubenthüre befindet sich kein Schloß, son- in der einen, bald in der anderen Form wahrzunehmen dern eine Klinke, die in einzelnen Fällen von Eisen, ge- gewußt. In ihrer Presse ließen sie angesichts dieses entpräsidenten gaben, wie wir wissen, den Ortspolizeibehörden wöhnlich jedoch von Holz gefertigt ist und im letteren feßlichen Elendes, wie zum Hohn, von der Faulheit, der Auftrag, über alle Arbeitervereine, die in ihren Statuten Falle mit einer daran befestigten Schnur aufgezogen wird. Trunksucht und der schlechten, liederlichen Wirthschaft ihrer irgendwie eine Unterstüßung versprechen, zu berichten. Es Das kleine Fenster mit kleinen, durch das Alter in allen Arbeiter schreiben, und wie haben sie es wird noch Regenbogenfarben schillernden Scheibchen, deren Stelle oft manchem crinnerlich sein die wirklich grauenhafte Noth follte ein großer Schlag geführt werden. Das auffallende genug Papier ersetzt, hängt nicht in Angeln, sondern ist dieser Unglücklichen im Landtage behandelt? Benehmen einiger Ortspolizeibehörden gegen die Arbeiter mit Nägeln in der Wand befestigt, kann also behufs Warum die Leute all diese Unbill und sehr häufig vereine ist auf diese Gesammtthätigkeit zurückzuführen, wie Lüftung der Stube nicht geöffnet werden. Etwa den sogar das schreiendste Unrecht ertragen? Hier zu Lande sechsten Theil der Stube nimmt der große Ziegel- oder wird Niemand, der die Verhältnisse unserer Landarbeiter das Vorkommen, daß noch in letzter Zeit einige Vereine Kachelofen ein; neben demselben befindet sich der Heerd aus eigener Anschauung selbst nur oberflächlich kennt, eine behelligt wurden. ( Ramin), auf dem gekocht wird. Lange noch nicht halb solche Frage aufwerfen. Die treffendste Antwort ist die Von jest ab wird wohl für längere Zeit, bis so groß ist die hinter der Stube liegende Kammer. Gegenfrage: Was sollen sie denn thun? Zum Richter ein findiger Polizeirath etwas Neues findet, die VerUnd in dieser elenden Wohnung befinden sich alle gehen? Vor allen Dingen ist bis zu diesem wenigstens. ficherungsverfolgung der Vereine" aufgehört haben. Wirthschafts- und Arbeitsgeräthe, im Winter sogar Kar- ein Weg von einigen, oft drei bis vier Meilen. Wollen Auf die Berufung des Buchbinderverbandes hob näm- toffeln und Gemüse, ja, die Gänse und Hühner. In diesem sie bei demselben eine Klage anbringen, so müssen sie, solich das Ober- Verwaltungsgericht den Entscheid dunkeln und dumpfen, im Winter häufig von dickem Dunst fern sie nicht einen Armenschein mitbringen und ihnen auf des Bezirksausschusses auf. und Rauch angefüllten Raum, in dem noch dazu bei Grund dessen das Armenrecht bewilligt ist, einen Vorschuß, Das Erkenntniß vom 19. November 1888 erklärt, schlechtem Wetter- das ist hier im größten Theil des deffen Höhe der Richter bestimmt, für die etwaigen Kosten daß der Regierung ein Aufsichtsrecht auf Grund des Jahres die Wäsche, die nasse Kleidung, das grüne hinterlegen. Gedenken sie also ihr Recht dem Herrn gegenLandeshoheitsrechtes über Privatgesellschaften durchaus nicht oder faule Holz getrocknet wird, leben zusammen Mann über zu wahren bezw. geltend zu machen, dann müssen sie zusteht, daß also auch die vom Berliner Polizeipräsidenten und Frau, große und kleine Kinder, die Magd( für den diesen um Urlaub nach der Stadt und wohl in den erlassene Verfügung gegen die Filiale des Buchbinder: Schaarwerksdienst), und oft noch alte Eltern. In diesem meisten Fällen auch um Geld zum Vorschuß und zur verbandes nur ein Ausfluß seiner polizeilichen Befugniß Raum, wo nur die Säuglinge und Blödsinnigen nicht Reise bitten. Und wenn der Herr, wie dies gewöhnlich, sein kann. Der Staat habe zwar das Recht, Gesell- sehen und hören, was um sie her vorgeht oder geschehen wenigstens sehr häufig geschieht, beides verweigert? Wer schaften, deren Zweck und Geschäfte der gemeinen Ruhe, soll, wird geboren und gestorben, wird gehaßt und geliebt will ihn zwingen, einen Arbeitstag zu verlieren und gar Sicherheit und Ordnung zuwiderlaufen, zu verbieten, oder hier wirbt nicht selten die Sünde und zagt die Tugend, noch an diesem Tage Geld zu geben? Doch nehmen wir wenn sich findet, daß sie anderen gemeinnüßigen Absichten tobt sich die erhitzte Rohheit und das Laster aus und fleht an, er thut es. Die Klage wird eingeleitet und veroder Anstalten hinderlich oder nachtheilig sind. Diese Ob- die Schwäche und Hilflosigkeit oft vergebens um Barm- handelt, es werden die vorgeschlagenen Zeugen beider Theile liegenheiten feien aber auch polizeiliche Thätigkeiten. Die herzigkeit und Mitleid. gehört und einige Termine abgehalten. Der Mann ges winnt den Prozeß, er bekommt den Vorschuß zurück und Die Konkurrenz der ausländischen Arbeiter niveau gelegen, Höhlen ähnlicher als Wohnstätten, in Rom sogar die Unkosten werden ihm erstattet. Was ist aber bie Folge: er kann sicher sein, daß er den„ Losschein" und die Lage des italienischen Proletariats. wiederum find sie über Kellerlöchern erbaut, die voll übelerhält und man kann fest überzeugt sein, daß er sich durchaus nicht wundern wird, wenn er entweder keine oder nur noch. " III. riechenden, faulen Wassers stehen. " In den engen, winkligen Gäßchen von Mailand, von Und da wundert man sich noch, oder macht das Klima 3 Ueberhaupt ist die Nahrung des gesammten ober- allein verantwortlich, wenn die Malaria" und andere sehr schwer eine neue Stelle finden wird. Denn den Ar- italienischen industriellen wie agrifolen( landwirthschaft- Fieber und Epidemien Tausende um Tausende des italienibeitern gegenüber halten die Herren, und wenn sie sonst lichen) Proletariats die elendeste, die sich nur denken läßt. schen Proletariats dahinraffen. die bittersten Feinde sind, zusammen wie„ Pech und Ein im Wasser gekochter, gar nicht oder nur unge= Schwefel". Gewinnt er aber nicht den Prozeß, wird er mit nügend gefalzener Reis- und Maisbrei bildet das fast aus- Genua und den meisten oberitalienischen größeren Städten der Klage abgewiesen, dann hat er den Vorschuß verloren schließliche und einzige Nahrungsmittel, spielt in der reichen, mit entwickelter Industrie ist das Proletariat in Wohnungen und den Verdienst von mindestens zwei Tagen; er muß eine hohe landwirthschaftliche Kultur aufweisenden Lom- ohne Luft und Licht zusammengepfercht, in denen sich die alle Kosten bezahlen, den Rechtsanwalt des Herrn( er bardei die gleiche Rolle wie die Kartoffelkost in Irland, Krankheiten vermehren, wo die Skrophuloſe zahlreiche seiber hat keinen nehmen können), und- außerdem be- im sächsischen Erzgebirge und Voigtlande, in Schlesien. Opfer fordert, wo ganze Generationen dahinsiechen und kommt er in jedem Falle als Zugabe den Losschein auch Und wie die schlechte Ernährung der Bewohner jener Epidemien häufig mit vernichtender Heftigkeit auftreten“. Gegend in dem charakteristischen ,, Kartoffelbauch", in Rachitis In Sizilien bewohnen die landwirthschaftlichen Arbeiter der Hieraus ist es sehr leicht erklärlich, weshalb die Ar- und Strofulose ihren Ausdruck findet, so die Reis- und Stegel nach kegelförmige Hütten, aus Lehm und Schilf beiter nur sehr selten gegen ihre Herren Recht suchen. Aus Maisabfütterung des lombardischen Volkes in einer be- zusammengeklebt, deren einzige Deffnung als Thür, Fenster einer langen, mehr als dreißigjährigen Erfahrung ich war sonderen Hautkrankheit, der„ Pellagra". und Abzugskanal für den Rauch dient. Der ganze Hausfrüher bei Gericht, bei Rechtsanwälten und über zehn Jahre Hundelöcher besteht aus einem Wer den armseligen Speisezettel des italienischen rath dieſer„ idyllischen" als Rechtskonsulent beschäftigt ist mir nicht erinnerlich, Volkes überhaupt mit der umgebenden reichen Natur, Strohhausen als Lagerstatt, etlichen Kürbisflaschen, Töpfen, daß einmal ein Instmann oder Knecht den Herrn ver- welche die kräftigsten und wohlschmeckendsten Speisen liefert, Kesseln und dem Arbeitswerkzeuge. Die Minenarbeiter, klagte, so lange er sich in deſſen Dienst befand; und vergleicht, dem muß es sofort frappiren, daß die Ursache deren Heimath nicht nahe bei den Gruben liegt, verbringen ebenso erinnere ich mich nur einiger weniger vereinzelter der schlechten Ernährung nicht in natürlichen sondern in ihre Nächte in Höhlen und Löchern, welche sie in die FelsFälle, daß Herren von den fortgezogenen Instleuten auf fünftlichen Ursachen liegt. Der lombardische Land- und wände graben, und die den Höhlen wilder Thiere oft ähnHerausgabe von Sachen, die sie ihnen wegen Schulden Fabritarbeiter richtet sich mit Reis- und Maiskost zu licher find, als den Wohnstätten menschlicher Wesen". einbehalten hatten, verklagt wurden; ob die Kläger diese Grunde, während die lombardische Tiefebene, deren natürliche ihrem malerischen Aeußeren das Entzücken der Maler und Die Mehrzahl der italienischen Bauernhütten, die mit Prozesse gewonnen haben, entsinne ich mich nicht mehr. Fruchtbarkeit durch eine hoch entwickelte Bodenkultur beSelbst zum Amtsvorsteher geht der Arbeiter nur deutend gesteigert ist, die verschiedensten, saftigsten Gemüse noblen Weltbummier von Beruf bilden, stellen sich bei sehr ungern. Gewöhnlich hält der Amtsvorsteher, der den und Früchte in Hülle und Fülle erzeugt, während von genauer Betrachtung als die jämmerlichsten Wohnungen Gutsbesißer als angesehenen" oder„ einflußreichen" Mann hier aus Millionen und Millionen von Eiern und Hundert heraus, die man zwar von weitem ansehen kann, aber schäßt, mit dem er freundschaftlich verkehrt oder doch gern tausende Stück von Geflügeln aller Art ins Ausland ver- von Gesundheitswegen nun und nimmermehr bewohnen sollte. verkehren möchte, sich berufen und verpflichtet, den Kläger schickt werden, Besonders seitdem der St. Genis und der Neben Massenarmuth, niedrigen Löhnen, ungenügender gehörig abzukanzeln oder wie man sich hier ausdrückt St. Gotthard durchbohrt sind, überschwemmen die oberihn scharf ins Gebet zu nehmen, ihm den Standpunkt klar italienischen Gemüse, Früchte, Eier, Geflügel die Märkte Ernährung, miserabler Wohnung zeigt Italien auch die zu machen. Der Schluß solch einer Predigt ist meistens von Frankreich, der Schweiz, Deutschland, werden billig für den tapitalistischen Industrialismus so charakteristische eine Drohung mit irgend einer Strafe, die größtentheils losgeschlagen und nivelliren durch ihre Konkurrenz die hochgradige Ausbeutung der Frauen- und Kinderarbeit. in Haft besteht. Wir wollen aber annehmen, der Kläger Preise der betreffenden Lebensmittel. Mögen die Preise In allen Industrien ist die Nachfrage nach„ Händen“ von bleibt bei seiner Klage stehen und es wird nun zur Ver- auf dem ausländischen Markte noch so tief sinken, der Frauen und Kindern vorwiegend; während der Mann oft handlung derselben ein Termin bestimmt. Der Arbeiter oberitalienische Lieferant wird doch fortfahren, seine Waaren feiern muß, finden Frau und Kind in Folge der für sie kommt an dem bestimmten Tage keuchend zu Fuß und muß in dorthin zu transportiren, denn er weiß, daß auch die üblichen Hungerlöhne fast stets Beschäftigung. Frauen sind der Amtsstube entweder an der Thür oder noch häufiger im scheinbar schlechtesten Preise noch immer die Kaufkraft der in Italien nicht nur mit den feinsten und schwierigsten, Flur oder gar draußen selbst im Unwetter stehen bleiben, und lombardischen Masse übersteigen. Auch hier haben die ondern auch mit den härtesten Arbeiten betraut. Wer Niemand kümmert sich um ihn. Der verklagte Herr dagegen Verhältnisse eine Kluft zwischen der Konfumtionsfähigkeit die italienische Arbeiterin in den Steinbrüchen und Hüttenkommt in seiner eleganten, mit reich geschirrten eleganten und der Konsumtionsmöglichkeit geschaffen, es fehlt weder werken schaffen gesehen, dem muß die Rede vom schönen Pferden bespannten Equipage stolz gefahren, läßt sich durch den am Bedürfniß noch am Produkt, aber der Ausgleich beider aber schwachen Geschlecht als eine eigenthümliche Fabel Diener bei dem Herrn Amtsvorsteher melden, wird von wird durch die mangelnde Kauftraft, durch das Dazwischen- erscheinen. Die italienische Arbeiterin zaubert in Genua diesem auf's Zuvorkommendste empfangen und in dessen treten des Waarencharakters aller Dinge aller Dinge unmöglich und Benedig nicht nur die kostbarsten Spißen hervor, fie flechtet nicht nur in Toskana Stroh, fie trägt auch auf beftes Zimmer geleitet. Endlich kommt es nach langem gemacht. Warten seitens des Arbeiters zur Verhandlung. Der ver- Die Ernährung des italienischen Land- und Fabrik- ihrem Kopfe die schwersten Lasten. An der genuesischen klagte Herr sist mit dem Amtsvorsteher an einem Tisch, arbeiters entspricht durchgängig weder den gesundheitlichen Küste z. B. sind es besonders Frauen, welche auf dem der klagende Arbeiter steht vor ihnen. Die Klage wird Anforderungen, noch dem Reichthum der ihn umgebenden Kopfe die Steine aus den Brüchen transportiren, beim vielleicht nicht ganz unbegründet gefunden; aber daß sich natürlichen Lebensmittel, sondern einzig und allein dem Bauen Handlangerdienste verrichten. In den Badeorten, mit denen die Ufer des Golfs von Spezzia besäet sind, der obfiegende Arbeiter über das Urtheil freuen darf, daß elenden Lohn, der ihm gezahlt wird. bringen die Frauen nicht nur sämmtlichen Mundbedarf er einen nennenswerthen Vortheil damit errungen, das In Neapel und Palermo lebt der Proletarier von auf dem Kopfe an Ort und Stelle, sondern sie schleppen glaubt weder er selbst, noch glaubt es ein Anderer, der Salat, Kastanien, Orangen, zu denen im günstigsten Falle auch gleicherweise Koffer und sonstiges Gepäck der zahlmit den hiesigen Verhältnissen nur halbwegs bekannt ist. noch Fische und kleine Krabben treten, welche das Meer reichen Reisenden und. Badegäste. wird. In jedem Falle hat er zwei halbe Arbeitstage verloren bei der Ebbe zurückläßt. Der Bauer von Kalabrien und und für die Zukunft mag er sich vorsehen, denn bei der Apulien nährt sich von Brot und einem Salat von jo ergiebt sich für die ökonomische Lage des italienischen Fassen wir die angeführten Thatsachen kurz zusammen, geringsten Veranlassung hat er mit Sicherheit zu erwarten, Paradiesäpfeln. Die genannten Provinzen sind die Korndaß ihm eines schönen Tages der Losschein eingehändigi kammer von Italien, aber die fruchtbaren Ländereien find Proletariers, für seine materiellen Existenzbedingungen, daß er nebst Weib und Kind einen unmäßig langen und in der Hand eines mächtigen Grundadels konzentrirt, Wenn der Arbeiter nach dem Vorhergesagten aber welcher sich mit Hülfe des Zensus in den Besitz aller nach Belieben des Brotherrn auszudehnenden Arbeitstag auch weiß oder doch der Meinung ist, d. H. glaubt, daß Aemter gebracht hat, nach Belieben schaltet und waltet und gegen einen lächerlich niedrigen Lohn schafft, der seine Lebensweise auf dem denkbar niedrigsten Niveau erhält. er durch eine Klage gegen seinen Herrn bei der Polizei die kleinbäuerlichen Bächter und Halbpächter in einer AbGleicherweise erbärmlich ist es um seine Lage in polioder dem Richter zu seinem Nechte entweder nur sehr hängigkeit und einem Elend hält, wie sie die Zeit der Leibschwer oder gar nicht gelangen kann; wenn er sich ferner eigenschaft nicht schlimmer fannte. Was für den norditalieni- tischer Beziehung, ist es um die Wahrung seiner geistigen sagen muß, daß selbst ein für ihn günstiges Urtheil ihm schen Proletarier der Reis oder Mais ist, das sind für und moralischen Interessen bestellt. nur sehr wenig oder gar nicht nüßt, der bloße Prozeß den füditalienischen Arbeiter die Macaroni. Fleisch ist aus ihm dagegen fast immer schadet; welcher Weg bleibt ihm dem Küchenzettel fast des gesammten italienischen Volkes dann noch, um zu seinem vollen Rechte zu gelangen? Er( die oberen Zehntausend natürlich abgerechnet) gestrichen, hat nirgends einen Einfluß, seine auch noch so gerecht- außer den angedeuteten Hauptnahrungsmitteln figuriren ist schon sehr alt. fertigten Klagen verhallen gleich einer Stimme in der darauf nur noch Früchte, Gemüse, wenn es hoch kommt, 1768 hat ein österreichischer Beobachter an der Spree Wüste, denn der Himmel ist hoch und der König ist weit, Käse und Fische. seine Wahrnehmungen über den Berliner Polizeidienst zu wie man hier sagt, nirgends sigt ein Genosse von ihm, Nach Lavollé verausgabt der italienische Arbeiter Papier gebracht und nach Jahren, gewiß aus dem Tageder sich seiner mit aller Kraft annehmen möchte. Soll er durchschnittlich pro Tag 52-64 Pf. für seine Beköstigung, buch, dem österreichischen Polizeiminister v. Bergen diese Beschwerde führen in der Presse, beim Kreis- oder Land- und so niedrig diese Zahlen erscheinen, erweisen sie sich schäßbaren Notizen zur Verwerthung für heimisches Spigeltage? Das kann er nicht; an einer Arbeiterpresse fehlt doch noch der Wirklichkeit gegenüber für durchgängig zu thum und Vertrautenwesen mitgetheilt. Baron Scherzer es in den beiden Provinzen Ost- und Westpreußen gänzlich hoch gegriffen. Dabei darf man nicht vergessen, daß diese also schreibt am 17. November 1794: und in den Schulen darf das Volk unter keinen Umständen Nahrungsweise dazu bestimmt ist, die Kräfte zu erseßen, so weit gebildet werden, daß es befähigt wird, einmal welche der italienische Arbeiter während einer 14-, 15-, ja selber, ohne fremde Hilfe, die eigene Sache führen zu 17 stündigen Arbeitszeit in einer oft glühenden Atmosphäre können, und in den Kreistagen, sowie im Landtage ſizen verausgabt! die Herren, die über sein Wohl und Wehe zu berathen Die Wohnung des italienischen Proletariers ist und zu beschließen haben und nur zu genau weiß er, ebenso jämmerlich wie seine Ernährung und steht im was er von ihnen zu erwarten hat. An wen soll er sich schreienden Widerspruch zu den nothwendigsten Anfordenun wenden? Auf dem Lande giebt es nur noch den rungen der Hygiene, sie wird zur Ursache von Siechthum Lehrer, der ihm die Beschwerde schreiben könnte; aber und Epidemie. Die Polizeispionage in Preußen Anno 1768 war ich in Berlin und wurde sehr vertraut mit Jemanden, der bei der königlichen geheimen Polizei angestellt war. Dieser eröffnete mir im Vertrauen, daß des Königs allerbeste geheime Spionen in den großen Städten die Würthe, Traiteurs und Eigenthümer der Hotels garnis wären, für welche der König zum Theil ganz, zum Theil die helfte des Zünßes bezahle, und wenn sie sonach etwas Wichtiges entdecken, ihnen nebst diesen noch eine angemessene Belohnung ertheilt... Für das aber, daß der König für diese Würthe den Zünß zahlet, sind sie verbunden, von allen wenn Jemand Zusammenfünften, Gesprächen und sogar bey ihnen wohnt, der dem Staat verdächtig scheinet seinen bey sich habenden Briefschafften täglich einen verläßlichen Prothocoll- Auszug der Geheimen Polizei einzuschicken, wodurch Friedrich der Große weit verläßlicher als durch die Wiener Tagzetteln täglich erfahren hat, wer in seinen Hauptstädten angekommen und was allda seine Beschäftigung seŋe. von dieser wird sich wohlweislich hüten. Der Gutsbesizer, Die Thatsache läßt sich dadurch nicht beschönigen und wenn dieser auch nicht sein Patron ist, kann ihm viel wegleugnen, daß die wohlgesinnten Dekonomen den italieninüßen, aber noch viel mehr schaden; dessen Wohlwollen schen Arbeiter für ein so wunderbar konstruirtes Wesen ist ihm viel werth und dessen üble Laune hat er mit erklären, daß er nicht nur an der schlechtesten Ernährung Recht nur gar zu sehr zu fürchten. Zudem ist den Lehrern ein Wohlgefallen findet, sondern auch gegen die Mißstände von der Regierung alle sogenannte Winkelschreiberei" und seiner Wohnungen unempfindlicher ist, als sonst wer. Im jede Unterstüßung eines Querulanten" unter allen um- Allgemeinen kann man ohne Uebertreibung erklären, daß ständen verboten. Das war immer so! Jezt kommt noch die Wohnungen der italienischen Arbeiter, ganz besonders von hinzu, daß der Herr Gutsbesitzer oder dessen guter Freund auch der Landarbeiter, wahre Hundelöcher sind, von denen wissen und besonders Geheimnisse." Schulinspektor ist oder doch werden kann, und jeder sogar der in Genügsamkeit schwelgende Herr Lavolle zupreußische Lehrer weiß nur zu gut, was ein Schulinspektor, geben muß, daß sie wahre Brutstätten für Epidemien und gleichviel ob ein geistlicher oder ein weltlicher, für sein Krankheiten bilden". Feucht, niedrig und dumpf zum Er- Der Sieg der Sozialdemokraten in Breslau. Wohl und Wehe zu bedeuten hat. " ( Schluß folgt.) Man versteht danach, warum es in Lessings ,, Minna Barnhelm" heißt: Die Polizei will alles, alles sticken, schmutzig, miserabel möblirt, von Ungeziefer wimNach amtlicher Feststellung entfielen bei der Stichwahl in melnd, ohne Abzugskanäle für das schmutzige Wasser und Breslau- West auf den Kandidaten der Sozialdemokratie, Schneiderdie Kloaken, schlecht ventilirt, oft nur mit der Thüre als meister Kühn in Langenbilau, 9948 Stimmen, während der DeutschDeffnung, ohne Rauchfang, ohne Fenster, so stellen sich freisinnige, Stadtrichter a. D. Friedländer, mit 8237 Stimmen in der Minorität blieb. die italienischen Arbeiterwohnungen vielfach dar. In Der Sieg der Breslauer Parteigenossen, der überall freudig Neapel find fie der Mehrzahl nach unter dem Boden- begrüßt werden wird, ist der Lohn ihrer thatkräftigen Agitation und gleichzeitig der Beweis, wie tief der Sozialismus auch in die anscheinend träge daliegenden Massen der dortigen Bevölkerung eingedrungen ist. Daran hat weder der„ Fackelzug" noch der angeblich 2000 Mitglieder zählende„ königstreue Arbeiterverein" etwas zu ändern vermocht. Daß der Deutschfreisinn" troß aller seiner„ Andrängeleien" an die Kartellbrüder und trotz der offenen Unterstüßung des Zentrums und der Nationalliberalen eine Niederlage erleben würde, war mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten, aber es war nicht vorauszusehen, daß er mit faft 2000 Stimmen hinter dem sozialdemokratischen Kandidaten zurückbleiben könnte. Breslau- West kann jetzt mit vollem Recht zu den sicheren Wahlkreisen der Sozialdemokratie gerechnet werden. Nachdem es bei den Faschingswahlen 1887 die Feuerprobe gegen das Kartell bestanden, ist jetzt der Beweis geliefert, daß auch bei einer Nachwahl gegen den Deutschfreisinn die sozialdemokratischen Reserven in Bewegung zu bringen sind. Denn die 2149 Stimmen, die Kühn gegen den ersten Wahlgang mehr erhalten hat, sind fast vollständig als rein sozialdemokratische zu betrachten. Antisemiten und Konservative haben sich der Abstimmung ganz enthalten. Nunmehr heißt es, den Ostkreis wieder zu erobern, der 1887 durch unerhörte Wahlpression verloren gegangen ist, Aus dem Reichstage. durch die Kritik Bebels gestört wurde, der den Sklavenbefreiungsschwärmern unter die philantropischen Nasen rieb, daß es in Deutschland Hunderttausende von Arbeitern giebt, die in weit schlimmerer Lage sind, als die Negersflaven. Am Donnerstag trat das Haus in die Berathung des Antrages Lieber- Hiße, betr. das Verbot der Sonntagsarbeit ein. Die Redner aller Parteien von den Sozialdemokraten der Abg. Harm sprachen sich im Sinne des Antrages aus. Geh. Rath Die Majorität ließ sich jedoch die Laune nicht verderben Lohmann erklärte aber, daß zwar die verbündeten Regierungen den die zweite Lesung wurde beschlossen nur daß, um den Schein im Antrage ausgesprochenen Bestrebungen freundlich" gegenüberzu wahren, die Vorlage vor eine Kommission verwiesen wurde. ständen, aber wegen der Schwierigkeit, hierbei allen Verhältnissen Was dabei herauskommt, das sieht freilich in einem anderen gerecht zu werden, es den Abgeordneten überlassen müßte, sich an Kapitel. Und der Reichstag, welcher einst die Kostenrechnung und die Landesregierungen" zu wenden. Selbst auf konservativer Seite die Todtenliſten zu prüfen hat, wird nicht so leichten Herzens seine wird diese Verschleppungspolitik der Regierung auf das Schärfste Aufgabe erfüllen, als vorigen Sonnabend der Fasching- Reichstag. getadelt. Das Tranerspiel in Ostafrifa und auf den samoanischen Die Berathung des sozialdemokratischen Antrages auf Inseln giebt uns einen Vorgeschmack. Dem Anfang wird die Mitte Aufhebung der Kornzölle wurde wegen der vorgerückten und das Ende entsprechen. Stunde nach 1/2 stündiger Debatte abgebrochen. Abg. Bebel wies zur Begründung des Antrages auf die Getreidepreissteigerung der letzten Zeit hin und bezeichnete die Beseitigung der Getreidezölle als das erste Ziel einer gesunden Sozialpolitik. Aus seiner Nede werden wir in nächster Nummer einige Auszüge bringen. Der Redner der Freikonservativen, Abg. v. Kardorff war nicht nur gegen jegliche Zollbeseitigung oder Ermäßigung, sondern hielt selbst die bestehenden hohen Zölle nicht für ausreichend. Ende nächster Woche soll der Reichstag bis Mitte März vertagt werden, damit die Kommissionen für Altersversorgungs- und Genossenschaftsgesetz ihre Berathungen unterdeß beenden. Schnitzel. Der Arbeiter joll über dem Nächstliegenden- Besserung einer Lage niemals das große Ziel der Zukunft vergessen, dem er entgegenzustreben hat und das ihm allein gründliche und dauernde Heilung seiner Uebel bringen kann. Jeder Arbeiter, der darnach strebt, muß nicht blos Freund und Vertheidiger seines Standes, sondern er muß zugleich auch Sozialist sein; er muß mit seinem Herzen nicht blos das Leiden seines Standes, sondern dasjenige der Gesellschaft selbst umfassen. In diesem Falle ist er Humanist und Kosmopolit, während er im ersten Falle mur Standesegoist wäre. Prof. Büchner. Die Kosten hat das Volk zu tragen, und wir wollen bloß wünschen, daß die Verantwortlichkeit auf die richtigen Schultern gewälzt wird. Montag, den 28. Januar entspann sich eine kleine Debatte über die Zuckersteuer, die für unsere Leser wenig Interesse bietet. In der Reichstagsfizung am Dienstag( zweite Berathung der Afrikavorlage) erstattete zunächst Abg. Meyer( Jena) Namens der Kommission einen kurzen Bericht, worauf Abg. Richter das Wort erhielt, um in 1/ 2stündiger Rede nochmals den Standpunkt der freifinnigen Partei darzulegen und zugleich auf die legten Neden des Reichskanzlers und des Abg. v. Bennigsen das Nöthige zu er= widern. Der Redner wies auf die Mißerfolge der Seeblokade hin, Die große Kolonialdebatte hat endlich am Sonnabend bezweifelte, daß sich nach dem Aktionsprogramm des Hauptmann voriger Woche stattgehabt und sie ist ebenso klein gewesen, wie Wißmann durch militärische Machtentfaltung erhebliche Erfolge er neulich die„ kleine", die ja auch eigentlich eine große" hatte sein zielen lassen, schilderte die geringen Aussichten der wirthschaftlichen sollen. Es kam genau so, wie es jeder halbwegs intelligente Entwickelung Ostafrikas, kennzeichnete die Wandlungen in dem Zeitungsleser von intelligenten Politikern gar nicht zu reden Kolonialprogramm des Kanzlers und ironisirte die eigenthümliche voraussehen konnte. Graf Herbert Bismarck stotterte einige Art, wie der Kanzler das Majoritätsprinzip, aber allerdings mur handschriftliche Bemerkungen. Der Löwe des Tages", Herr für Afrika, verherrlicht habe. Die auswärtige Lage und die neuen Lieutenant Wißmann, hatte durch einige schon hundertmal schweren Belastungen Deutschlands seit zehn Jahren für Militärgelesene Aufklärungen" der Vorstellung ein etwas afrikanisches zwecke verbieten es vollends, in Afrika auf Abenteuer auszugehen. Gepräge zu geben; und nachdem Herr Bamberger spielend die Sonst betheiligten sich Dechelhäuser( ntl.), Graf Mirbach( f.), folonialpolitischen Spinnweben und Rauschgoldflitter zerrissen und Virchow und Windthorst an der Debatte. Letzterer versicherte weggeblasen hatte, trat Fürst Bismarck als Deus ex machina nochmals, daß seine Partei sich nur für Unterdrückung der Sklavenauf die parlamentarische Bühne, betheuerte, daß er von Anfang an jagden und des Sklavenhandels interessire, was allerdings im Ver- Die gestrige Reichstagsberathung( über Arbeiterschus) macht gewollt habe, was er jetzt wolle, und daß er bloß wolle, was das laufe der Verhandlung immer mehr zurückgetreten ist. Die falsche einen überaus traurigen Eindruck.... Daß allerdings der deutsche Volk wolle, und daß er in dieser ganzen nationalen Sache Situation, in welche die Zentrumspartei durch den Antrag Windt- ablehnende Standpunkt der Regierung gegen den Arbeiterschutz in eigentlich gar keinen Willen habe, sondern nur das Instrument des horst gerathen, zu verhüllen, erwies sich auch für den Urheber dieses Klaffendem Gegensatz steht zu dem Volt das läßt sich nie deutschen Reichstags sei, der den Willen des deutschen Volkes Antrages immer schwieriger. Seitens der Regierung betheiligte und nimmer leugnen.. Es muß und wird die schwersten, repräsentire u. s. w., u. s. w. Das heißt: der Herr Reichskanzler sich niemand an der Diskussion. Der Reichskanzler war nicht traurigsten Folgen haben, wenn der Bundesrath dabei verharrt, glaubt selbst nicht an den Erfolg der Kolonialpolitik, hält es aber erschienen. Nur auf ausdrückliche Provokation des Abg. Windthorst das einzige Hinderniß zu sein, welches dem Arbeiterschutz im für nöthig, dem Schulknaben Michel ein kleines Spielzeug zu versicherte Hauptmann Wißmann nochmals, daß alles darauf an- Wege steht. Stöckers Volk". Lassen, das seine Gedanken von ernsteren und näheren Dingen ab- komme, die Araber durch Anwendung von Gewalt mit möglichst lenkt, und wälzt darum wohlweislich die Verantwortlichkeit auf viel Energie in furzer Zeit„ traitabel zu machen." Verschiedene Versammlungsberichte wegen Raummangels den Reichstag. Mittwoch dritte Berathung der oftafrikanischen Vorlage. Von für nächste Nummer zurückgestellt. den Sozialdemokraten betheiligte sich Sabor, sonst die Abg. Spediteure für Steglitz, Lichterfelde und Friedenau gesucht. Magdzinski( Pole), Windthorst, Stöcker, welchem der Abg. Richter Adressen an unsere Expedition. sehr scharf erwiderte.- Dann Branntweinsteuerdebatte. 5. W. 17 Zeilen, 2,55 Mt. " Herr Windthorst, der den Brei hat einbrocken helfen, gab zu der Bescheerung seinen Segen mit etwas fauer- süßem Gesicht kurz die schönste Harmonie, welche nur auf eine halbe Stunde Große öffentliche Versammlung der Korbmacher Montag, den 4. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Roll, Adalbertstraße 21. Tagesordnung: 1. Der Nußen der Gewerkschaftsorganisation. Referent: Th. Glocke. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 2. Februar, Abends 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünftr. 28, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung:" 1. Vortrag des Herrn Dr. Wille über: " Zufriedenheit und Völkerglück". 2. Vereinsangelegenheiten( Beschlußfassung über die stattfindenden Bergnügungen). 3. Fragefaften. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Der Vorstand. Verband deutscher Mechaniker und verw. Berufsgenossen. ( Zahlstelle Berlin.) Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 16. Februar er., Abends 8 Uhr, in der Berliner Ressource( Kolosseum), Kommandantenstraße 57. Großer Wiener Maskenball. * " Fachverein der Steinmetzen. Gr. Versammlung am Sonntag, den 3. Februar, Vormittags 10 Uhr, in Ahlgrimm's Salon, Sophienstr. 34. Tagesordnung: 1. Wahl eines Kassirers. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und Berufsgenossen Berlins. Billets hierzu zum Preise von 50 Bf. find zu haben auf allen Zahlstellen des Vereins, sowie bei folgenden Herren: Hannemann, Kl. Andreasstr. 14 bei Sachse, Hof 3 Tr.; Rambow, Wienerstr. 20, Portal I, bei Gröger; Müller, Hollmannstraße 23, H. 1 Tr.; Witte, Invaliden straße 21, 2 Tr.; Engler, Gitschinerstraße 32, bei Frau Brandt, 2 Tr.; Manz, Steinmeßſtr. 75; Elsaßer, Nostizstr. 40, H. p.; Apelt, Sebastianstr. 27/28( Möbelhandlung); Schulz, Brizerstraße 42, v. 4 Tr.; Monien, Kreuzbergstr. 9, Querg. 3 Tr.; Millarg, Lehrterstr. 22; Haber Versammlung land, Reichenbergerstr. 161, v. 2 Tr.; Wilte, Möckernstr. 95, 3 Tr.; Wiedemann, Forsterstraße 50, 3 Tr.; Merkel, Mittenwalderstr. 13, H. 4 Tr.; Schmidt, Markgrafenstr. 26, 1 Tr., am Dienstag, den 5. Februar, Abends 8 Uhr, bei Wunderwelt; Glocke, Eisenbahnstr. 32, v. 2 Tr.; Brund, Reichenbergerstr. 105, 1 Tr. Der Vorstand. Unterstütungsverein der Maurer Berlins. Sonntag, den 3. Februar, Vormittags 11 Uhr, Grosse Matinée im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a., unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Lorbeerkranz" sowie Außerordentl. Generalversammlung eines bestrenommirten Doppelquartetts. eines bestrenommirten Doppelquartetts. Auftreten der beliebten Duettisten Emmy und Hugo Müller sowie verschiedener Spezialitäten. Um recht zahlreiche Betheiligung wird gebeten. am Mittwoch, den 6. Februar, Abends 812 Uhr, im Neuen Klubhaus, Kommandantenstr. 71-72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn P. Ernst über:" Materialistische Geschichts- Auffassung". 2. Diskussion. 3. Stassenbericht. 4. Wahl des Schriftführers und der Preßtommission. 5. Besprechung über Veranstaltung eines Herrenabends event. Wahl eines Komitees. 6. Verschiedenes. 7. Fragefaften. Mitgliedsbuch legitimirt. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Bereinigung der deutschen Maler, Ladirer, Anstreicher und verw. Berufsgenossen. ( Filiale Berlin III, Ost.) Dienstag, den 5. Februar, Abends 8 Uhr, Versammlung bei Heise, Lichtenbergerstr. 21. Tagesordnung: 1. Monatsbericht. 2. Vorlesung. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Gäste haben Zutritt. Die Bevollmächtigten. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9% Uhr und Sonntage Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mitglieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich ſtatt. Billets find zu haben in allen mit Plakaten belegten Lokalen, sowie bei den Herren: W. Kerstan, Lübbenerstr. 4. Fischer, Thaerstr. 55, v. IV. C. Gimpel, Pücklerstr. 59, v. I. H. Jentsch, Andreasstr. 4, v. IV. K. Otto, Mariannen- Ufer 5, Hof i. K. H. Heinrich, Münchebergerfir. 14, Hof III. J. Wernau, Zionsfirchplatz 1, v. II. W. Schulz, Rüdersdorferstr. 64, Quergeb. I. K. Wagner, Admiralstr. 28, Seitenfl. II. Heinr. Mezke, Zionstirchstr. 8, Hof part. Soeben erschien: K. Bittermann, Memelerstr. 2, Hof III. J. Wolf, Langestr. 43, v. IV., bei Ziegmaun. Aug. Dammasch, Thaerstr. 14, of IV. in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Max Schippel über: Die Gewerkschaften, ihr Nußen und ihre Be= deutung für die Arbeiterbewegung. Centralkranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. W. Oertliche Verwaltungsstelle Berlin F. Montag, den 4. Februar, Abends 8 Uhr, Brunnenstr. 34, Vettin's Salon, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1888. 2. Vortrag des Herrn Sperling, praft. Vertreter der Naturheilkunde, über: Wie kommt die Naturheilung zu Stande? Wie wird diese Naturheilung am besten unterstützt durch die medizinische oder naturgemäße Heilweise? 3. Ver= schiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. F. Bechel, Naunynſtr. 70, Hof II. 2. Eingang. Arbeitsnachweis für Tischler. Rindermann, Ackerstr. 134, II. W. Müller, Zossenerstr. 25, v. IV. Ferd. Müller, Grünauerstr. 7. Rud. Zillmann, Stralsunderstr. 9, v. I. Berliner Arbeiter bibliothek Herausgegeben von Max Schippel. 1. Heft: Ein sozialistischer Roman. 32 Seiten, Preis 15 Pfennige. Inhalt:„ Ertrag des Kapitals" und Aneignung des Ertrages fremder Arbeit. Die Bedeutung der Streifs. Wachsende Kapitalskonzentration und sozialistischer Betrieb. Sozialismus, Verbrechen und Gesetzgebung. Sozialismus und Gütervermehrung. Sozialismus und Frauenemanzipation. Der Sozialismus und der moralische Fortschritt. Die folgenden Hefte werden enthalten: 2. Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. 3. Die Gewerkschaften, ihr Nußen und ihre Bedeutung für die Arbeiterbewegung. 4. Die Arbeiterschutzgesetzgebung und die Stellung der Parteien. 5. Die Sozialreform der Regierung. 6. Die französische Arbeiterbewegung, ihre Entwicklung und ihre Führer.- 7. Ein Leitfaden zum Vereins: und Versammlungsrecht der Arbeiter. 8. Die Finanzentwicklung und der drohende Bankerott unserer Großstaaten. 9. Die Handwerker- und Innungsbewegung. An Kolporteure liefern wir das Heft zu 10 Pf. ebenso an Arbeiter bei Entnahme von mehr als zehn Exemplaren. Recht zahlreichen Bestellungen entgegensehend Der Verlag der ,, Berliner Volkstribüne". Berlin S.O., Oranienstraße 23. Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. Februar ab Dresdenerstraße 116, im Restaurant Wendt. Die Arbeitsvermitte= lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 10 Uhr Abends, Sonntage von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da fich die vier Kassirer der Ortsfrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, fich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu benußen. Der Vorstand. Arbeitsnachweis der Maler früher Ritterstr. 123 bei Sodtke, jetzt Dresdenerstr. 116( Restaurant Wendt). Jeden Abend von 7-8 Uhr( außer Sonnabend) und Sonntags Vormittag von 10-12 Uhr un entgeltliche Arbeitsvermittelung. Die Bevollmächtigten der Filiale I, Für Zetel( Oldenburg) nimmt Bestellungen auf die Berliner Volkstribüne“ im Auftrage der Expedition entgegen 44] Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: T. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. Tischler Friedrich Eilers, bei Johann Prull. № 5. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". Wissen und Nichtwissen. Von Leopold Jacoby. Unheilvoller Als das Darben der Erdenkinder Und alles Leid der Menschen ist Das Nichtwissen Vom eig'nen Elend. Seh ich Millionen Menschenwesen In ein Marterjoch gepreßt, Stumpfen Blicks durchs Tagewerk wandeln, Dann in bittrem Groll und Gram Muß mein Herz und Hirn erbeben. Toren haben es Glück genannt, Haben die Menschen selig gepriesen, Die unbewußt der Seelenqualen Sich des niedern Daseins freu'n, Mit dem Vieh zugleich zufrieden leben. Lieber wissend bluten in Qual, Lieber bewußt in Qual vergehn! Fürchterlicher Als das Elend der Menschen ist Das Nichtwissen, Seis auch vom Elend. [ Nachdruck verboten.] Sonnabend, den 2. Februar 1889. III. Jahrgang. Sie ist todt und trug ihn nur ausschauend ,,, für den Fall, daß die Königin gleich ge- Mutter Hut.... antwortet habe." Sonntags." Froggy hatte sein Kapital bereits auf dem Nachhause- ,, Er ist nicht so verrückt, wie die, welche die Damen mege angegriffen: er hatte Hafermehl für Brei gekauft, jest tragen," brummte der Konstabler, als er die Kiste Brot, Holz und Kohlen. Er zündete sofort das Feuer an wieder schloß. und kochte eine große Schüssel Haferbrei, den sie zusammen Als er die Mansarde verließ, blickte er sich nach mit hölzernen Löffeln aßen. Er versicherte Benny, daß Froggy und Benny um, nickte mit dem Kopfe und sagte: sie Mittags für zwei Penny gebratene Kartoffeln und Es scheint mir, daß sich diese Kinder nicht satt essen. Abends noch einmal Haferbrei als„ Thee" genießen Sie wären im Workhaus"( Arbeitshaus, Armenhaus) würden. Die Kleinen fühlten sich im Besitze der wenigen viel besser aufgehoben, als hier." " 1 Schillinge als wahre Kapitalisten und fanden, daß heute Sobald die Kinder allein waren, fand Benny die jogar ihre Mansarde fast freundlich aussah. Sprache wieder. Froggy theilte Benny mit, daß er nicht länger kehren" Froggy", sagte er, der Konstabler weiß nicht, daß würde. Er wollte seine Jacke ausflicken, sich gut kämmen, wir der Königin geschrieben haben, sonst hätte er nicht so schön als möglich machen und eine Stelle als Lauf- vom Workhause geredet. Ich habe mich schrecklich ge= junge fuchen. gefürchtet, als er herein kam, und Du bist auch ganz roth geworden." " Das glaub ich wohl", gab Froggy zur Antwort, bereits wieder damit beschäftigt, einen endlos scheinenden Faden auszuziehen. Nachdem die Brüder das aus gebratenen Kartoffeln bestehende Mittagsmahl verspeist hatten, hockte Froggy auf den Boden nieder und fing an, das Loch seiner Weste auszubessern. Er war mit der Nadel ganz geschickt und konnte so gut oder besser ausbessern und zusammenstückeln, Der arme Mac thut mir doch leid," fuhr Benny als manches kleine Mädchen. In Hemdärmeln, mit tief traurig fort. Ob er wohl schon eingesperrt ist?" in die Stirn hängenden Haaren und fest aufeinander ge= Die Polizei hat ihn noch nicht gefunden," erwiderte preßten Lippen saß er da, stach mit der Nadel cifrig Froggy.„ Er wird ihr zu schaffen machen, denn Mac darauf los und zog einen so unendlich langen Faden aus ist pfiffig." " und ein, daß jeder einzelne Stich Mühe kostete. Benny So verflossen mehrere falte, traurige Nebeltage. fletterte wieder nach dem Dachfenster und blieb den ganzen Froggy irrte durch die gleichgültige Riesenstadt von Thür Nachmittag Froggy und sein Bruder. oben poden, mit Froggy, plaudernd, ſeiner zu Thür, ohne Arbeit zu finden, und Benny harrte am Eine Geschichte. Nach dem Englischen. ( Fortsetzung.) VI. Maus zusehend, die auf und ab trippelte und nach dem Mansardenfenster noch immer auf das Kommen eines Boten der Königin ausspähend. königlichen Bedienten. Sobald ein schwerer Tritt die Unterdeß lagerte sich gelblicher Nebel über die Riesen- Treppe herauffam, klopfte sein Herz stürmisch, und stets stadt und verhüllte alles wie mit einem Trauerschleier. ward seine Hoffnung enttäuscht. Der Horizont der Mansarde ward durch einen Wald von Das Bischen Geld von Salomo ging auf die Neige, Dächern und Schornsteinen begrenzt, die schwärzer und und wenn Froggy keine Arbeit fand, oder wenn die schmutziger als je ausschauten, während Benny diefelben Königin nicht antwortete, so gab es abermals Nichts zu heut herrlicher als je fand. Bei jedem Geräusch, das essen und zu heizen. Und diesmal enthielt die alte Riste aus der Straße herauftönte, versuchten die in dem blassen nicht das Geringste mehr, das man versezen konnte! Den Er hatte die Augen kaum geschlossen, denn der Gesichtchen flammenden Augen den dichten Nebel zu durch- armen Kleinen stand nur die Auswahl offen, vor Hunger neben ihm ruhende Benny murmelte im Schlafe: dringen, um zu sehen, ob die Königin Jemand schickte. zu sterben oder ins Arbeitshaus zu gehen. Aber die ,, Nur ein ganz kleines Stückchen Brot." Der arme Er malte sich aus, was sie wohl thun würden, wenn Kinder verloren den Muth nicht und hofften von einem Kleine ward sogar im Traume vom Hunger gequält. unten die Hausthür knarrte und ein leibhaftiger, scharlach- Tag zum anderen. Am folgenden Morgen erhob sich Froggy frühzeitig, um einen großen Plan zu verwirklichen, den er in der Nacht gefaßt. Froggy muße ihm um jeden Preis zu essen verschaffen. gekleideter Diener der Königin ins Zimmer träte, mit Eines Nachmittags langweilte sich Benny entfeßlich Er erinnerte sich, daß sein Vater manchmal Kleider Kohlen, Fleisch, Brot, Zucker, Geld und einem Anzuge in der einsamen Wohnung. Er wollte gern Pferd spielen, beim Pfandleiher versezte und wieder auslöfte, wenn für Froggy beladen. und in Ermangelung eines anderen lebenden Wesens, das die Geschäfte besser gingen. Froggy wollte dasselbe thun. Aber mit der Zeit ward Benny müde, mit offenen er einspannen konnte, rief er Frau Ragbone's Mieze Die Reichthümer der armen Kleinen waren nicht Augen zu träumen; er ließ sich von Froggy die Erlebnisse herein. Er begann die Kaße mit Bindfaden einzuschirren, groß. Frau Ragbone hatte den besten Theil ihrer arm- des gestrigen Tages erzählen. Mit lebhaftem Interesse pfiff dazu und schrie wie die Fuhrleute hü und hott! Die seligen Habe davon geschleppt, um sich für rückständigen verfolgte er die Beschreibung Chickabiddy's und Dandy's Kaße schien jedoch das Spiel nicht nach ihrem Geschmack Zins bezahlt zu machen. und wie sie sich vor dem Polizisten aus dem Staube ge- zu finden, fie sträubte das Fell, schüttelte sich und war Aber Froggy fand doch noch etliche Kleinigkeiten macht und eine besondere Sprache gesprochen hatten. Als mit einem Sprunge draußen. zusammen, die er zum Pfandleiher tragen konnte: die er gerade dabei war zu erzählen, wie Mac dem alten Wieder allein geblieben, kam Benny auf den Gedanken, kleine Matraße, auf der er früher geschlafen, als er nicht Herrn sein Taschentuch gestohlen, wurde heftig an der herunter zu gehen, um einen Spielkameraden zu suchen. älter wie Benny war, eine alte Weste, eine Belzmüße seines Hausthür geflingelt. Natürlich waren die Brüder davon Da er jedoch Treppe und Straße leer fand, stieg er sofort Vaters und mehrere große Hemden. In einem baum- überzeugt, daß der so bestimmt und sehnlich erwartete wieder in die Mansarde herauf. wollenen Taschentuch lag noch etwas, aber das war heilig. goldbetreßte Lakai der Königin endlich erschienen sei, und In seiner Abwesenheit war hier etwas sehr Trauriges Es war der Sonntagshut der Mutter, den sie trug, wenn der Umstand, daß sich alle Aufmerksamkeit der Nachbar- geschehen. Die Kaze war durch die offen gelaffene Thüre sie sich schön machen wollte. Froggy konnte ihn nicht an- schaft auf Frau Ragbone's Haus wandte, bestärkte sie nur gekommen, hatte Benny's Maus beim Knabbern der schauen, ohne in Thränen auszubrechen, weil der Hut, in ihrer Ueberzeugung. Krümchen überrascht und dieselbe todtgebissen. Benny wie er sagte, der Mutter so ähnlich war." Er erinnerte Das genannte Haus selbst schien in allgemeiner Auf- tam gerade noch zur rechten Zeit, um die Kaße zu verihn so deutlich an das theure, mütterliche Antlig, wenn regung begriffen, Thüren wurden aufgerissen und zuge- hindern, die Maus aufzufressen. Froggy Sonntags Abends auf ihren Knieen saß, die schlagen, neugierige Gesichter neigten sich über das Treppen- Die Pfötchen in die Luft gereckt, die Augen geschlossen Hände in ihre Hände gelegt, und ihr seine Kinderträume geländer, und das Geschrei der Kinder, vermischt mit lag das graue, niedliche Thierchen falt und todt auf dem anvertraute. Um alles in der Welt hätte Froggy nicht Straßenlärm, ward von Frau Ragbone's zorniger Stimme Fußboden. Benny wollte nicht daran glauben, daß die den Hut versetzt, eher hätte er die Jacke vom Leibe her übertönt, die gegen eine harte und ungerechte Behandlung" Maus todt wäre. Er liebkoste und streichelte sie, um sie fortgegeben. Der Hut war für ihn, was für ein reicheres protestirte und Jemand freigebig mit den gröbsten Schimpf- aufzuwecken, aber als sie auf seine Liebkofungen nicht Kind das Bildniß der todten Mutter ist. wörtern belegte. antwortete, kalt und unbeweglich blieb, so ganz anders, als sie gewöhnlich war, da brach er in lautes Schluchzen aus. Es that ihm auch leid, die anderen Gegenstände zum Erstaunt und erschrocken sahen die Kinder einander Pfandleiher zu tragen, aber er tröstete sich damit, daß an. Das scheint doch nicht die Königin zu sein, Froggy," von der Königin bald Hilfe kommen mußte, und daß er sagte Benny fleinlaut und verstimmt. dann Alles auslösen könnte. ,, Gewiß nicht," antwortete Froggy, aber ich kann der Froggy seßte Benny von seiner Absicht in Kenntniß, auch nicht herausbekommen, was es eigentlich giebt." schärfte ihm ein, im Bett" liegen zu bleiben und machte In ,, Benny, mein Benny, was fehlt Dir?" frug Froggy, in diesem Augenblick hereintrat. „ Ich habe meine Maus verloren", schluchzte Benny, fich mit seinem Packet auf den Weg, um einen Laden mit zitternd, die Arme hoch herauf mit Seifenschaum bedeckt meine liebe, kleine Maus, die ich so lieb hatte." aus ihrer Wohnung, um einen Blick über das Treppengeländer zu werfen. " " Auch Froggy war das Weinen nahe. den üblichen drei Goldkugeln als Schild zu suchen. „ Ja sie ist todt", sagte er so ernst wie ein Arzt. Unterwegs fiel Froggy ein, bis zu dem alten Salomo Wer kann sie nur getödtet haben?" zu gehen. Dandy hatte gesagt, daß er ein gutmüthiger Die Polizei sucht im Hause", rief sie den Kindern „ Die Kaße", versette Benny unter Thränen. Teufel sei" und ihm selbst schien es, daß der Alte gut auf eine Anfrage hin zu. Daran ist nur dieser Tauge- Ich hatte... die Thüre... aufgelaffen,... als ich In der City ist bei einem müthig ausgesehen habe. Gewiß würde er einen ver- nichts von Mac schuld. herunter ging, um mich zu amüsiren... Sie nünftigen Preis für die Sachen zahlen. Juwelier gestohlen worden, und der schlechte Bube soll an ist hereingelaufen... und hat sie... todtgebissen.. Die Straße war zu so früher Stunde noch fast ver- dem Diebstahl betheiligt sein. Die Konstabler denken, daß Sie hätte sie... auch aufgefressen,.. wenn ich nicht laffen und öde, der Bube begegnete nur den Karren, welche er vielleicht Uhren oder Ringe hier versteckt hat...." Kehricht und Abfälle fortfuhren, Milchfrauen, Händlern mit Obgleich Frau Ragbone fortfuhr zu protestiren und Brunnenkresse und zwei oder drei Polizisten, die den das ganze Lexikon ihrer Schimpfreden erschöpfen zu wollen Kleinen mit argwöhnischem Auge musterten. Einer von schien, durchsuchten die Konstabler gründlich das ganze ihnen hielt ihn fogar an und frug, was er in seinem Haus. Nachdem die Räumlichkeiten behaussucht worden, Backete habe, und wohin er es trage. tam auch, zum großen Schrecken der Kinder, die Mansarde gekommen wäre." Und das magere, schmerzerfüllte Gefichtchen dem Bruder zuwendend, setzte er voller Bitterkeit hinzu:„ Es scheint, daß Alle sterben müssen... Warum nur?" ,, Wahrscheinlich weil es so besser ist", antwortete Froggy, nachdem er einen Augenblick nachgedacht. Warum ist es besser?" wollte Benny weiter wissen. Bitt gar schön, Herr," sagte Froggy, indem er seinen an die Reihe. Der haussuchende Konstabler war der Back bereitwillig öffnete,„ ich gehe nur zum Pfandleiher." nämliche, welcher am Morgen Froggy auf seinem Gang Weil es so viel Elend giebt, daß es besser ist zn Der Konstabler wühlte das Packet durch, nickte dann zu dem Pfandleiher angehalten hatte. Als er jetzt des sterben", versette Froggy. Froggy zu und ließ ihn weiter gehen. Knaben anfichtig wurde, erinnerte er sich des Umstandes Benny schien sich etwas zu überlegen, schaute dann Ohne daß sich weiter Jemand um ihn kümmerte, kam und notirte die Adresse des Pfandleihers, sowie Zahl und empor und frug: er endlich beim alten Salomo an. Zehn Minuten später Art der verseßten Gegenstände. Der Polizist unterzog den Aber wenn Benny wie die Maus stirbt, ist das trat er glückstrahlend aus dem Laden: der Jude hatte ihm Strohsack der Kinder und die Holzkifte einer genauen Durch- auch besser so?" " mehr gegeben, als er zu hoffen wagte. Die Brüder suchung. Lettere enthielt nur noch den Sonntagshut der Die Frage schien Froggy schmerzlich zu berühren. konnten, wenn sie sparsam waren, fünf oder sechs Tage todten Mutter, und als der Mann die Hand danach aus- Er schaute sein Brüderchen traurig an, schlang die Arme mit dem Gelde wirthschaften, und unterdeß kam sicher streckte, rief Froggy erschrocken: um dessen dünnen, weißen Hals, drückte ihn fest an sich Rachricht von der Königin. Bei seiner Heimkunft fand er„ Oh Herr, entschuldigen Sie, aber zerknittern Sie und rief unter hervorquellenden Thränen: Benny an der Dachluke hockend und nach dem Briefträger den Hut nicht, wenn es möglich ist.... Es ist meiner Oh, mein Benny. Das wäre nie, nie gut. Sprich ,, Vielleicht wäre es besser, wenn wir alle beide stürben", sagte Benny mit seinem dünnen Stimmchen. " Ich möchte nicht ohne Froggy auf eine solange Reise gehen", setzte er hinzu, seinen Bruder zärtlich küssend. „ Ich werde Dir eine andere Maus suchen", sprach seinerseits Froggy, um den Kleinen zu trösten. " „ Ich kann keine Andere so lieb haben, wie die", versetzte Benny mit traurigem Kopfschütteln. Es giebt keine andere Maus wie sie. Zu denken, daß ihre glänzenden, klugen Aeuglein geschlossen sind, und daß sie nicht mehr in ihr Loch huscht!" Er begann aufs Neue zu schluchzen und ging traurig zu Bett, er legte das todte Thierchen neben sich und gab ihr ein Brotkrümchen vor den Mund, für den Fall, daß sie vielleicht wieder lebendig würde. Froggy versuchte am nächsten Morgen den traurig vor sich hin brütenden Kleinen zu zerstreuen. ,, Weißt Du", sagte er ihm, was wir machen, wenn der Winter vorbei und schönes Wetter ist?" „ Nein." mir nie vom Sterben. Wenn Du stirbst, so sterbe ich zurückkehrte, bei der süßen Beschäftigung des Küssens. Der Verkehr mit seinem Sohne, der ein hübsches auch, wie könnte ich ohne Dich leben." Anna wurde in die Küche verbannt und durfte den Laden und gebildetes, aber armes Mädchen geheirathet hatte, nicht mehr betreten. Der Friseur aber, der am nächsten beschränkte sich auf steife Gratulationsbesuche bei den Tage durch eine in aller Form vorgebrachte Werbung um Geburtstagen. Herzliche Beziehungen walteten zwischen Anna's Hand den Zorn des Alten beschwichtigen wollte, den beiden Familien nicht ob, da der Sohn, in fümmerwurde mit Hohn nnd Spott abgewiesen. Vergeblich war lichen Verhältnissen lebend, eine tiefe Verbitterung gegen auch alles Bitten und alles Weinen Anna's, die mit un- seinen Vater im Herzen hegte. Sein kleines Geschäft trug gewohnter Festigkeit erklärte, von ihrem Geliebten nicht knapp so viel ein, als zur Erhaltung seiner Familie nothlassen zu wollen. So'n Lüderjahn, so'n Schlummerkopp, wendig war, an Sparen von Mitteln zur Erweiterung der den ganzen Tag in den Kneipen rumläge, würde mit desselben war nicht zu denken. seinem Willen nie und nimmer sein Schwiegersohn. Der Um seine Tochter bekümmerte sich Klinkmüller gar Mensch habe nicht Lust, etwas zu thun, sei als lüderlich nicht. Die heimlichen Besuche seiner Frau bei Anna, die und faul im ganzen Viertel bekannt und vertrinke und sich inzwischen, nachdem sie majorenn geworden, mit ihrem verspiele Alles, was er verdiene. Friseur verheirathet hatte, entgingen dem Rentier zwar Und von dem einmal Gesagten ging der alte Budiker nicht, aber er stellte sich so, als ob er nichts davon nicht ab, der Name des Friseurs durfte in seiner Gegen- merkte. Die gelegentlichen Versuche seiner Frau, ihn für wart nicht mehr genannt werden und damit war die die Tochter, die in Folge des lüderlichen Lebenswandels Sache für ihn erledigt. Nicht aber für die liebende Anna, ihres Gatten in elenden Verhältnissen lebte, milder zu die heimlich nach wie vor mit dem Geliebten Verbindung stimmen, verliefen ohne jedes zufriedenstellende Resultat. unterhielt und die wenige Monate später, als sie sah, Er versagte nicht nur jede Hilfe, sondern verbat sich auch daß sich der Vater nicht erweichen ließ, aus dem elterlichen mit aller Strenge, Annas in seiner Gegenwart zu er= Haus verschwand. wähnen. Er habe keine Tochter mehr, wenigstens erkenne Wir gehen zusammen auf den Kirchhof, wo Mutter Und Dieser Vorfall trug auch dazu bei, daß der Budiker er die Frau des Friseurs nicht als sein Kind an. liegt Ich bin mit Papa einmal dort gewesen schon jetzt, trotzdem er erst im besten Mannesalter stand hiervon ging der Alte nicht ab. Es war so hübsch dort. Die Vögel sangen, es gab viele und noch ein rüftiger, kräftiger Mann war, sich zur Ruhe Seine Enkel, die seine Tochter in der Ehe mit dem Bäume und Blumen. Es war fast wie auf dem Lande, feßte. Durch sein dreißigjähriges, unablässiges Arbeiten Friseur gebar, hatte er nie gesehen, nie ihnen die Hand wie Papa sagte." und Sparen hatte er soviel erworben, daß er jährlich auf das kindliche Haupt gelegt. Erst fünfzehn Jahre „ Erzähle mir noch etwas vom Kirchhof", bat Benny 800 Thaler Zinsen hatte, ein Einkommen, mit dem die später, als die schlecht gepflegten Kinder gestorben waren, beiden einfachen, alten Leute sich einen behaglichen Lebens- als Anna immer brutalere Mißhandlungen von dem „ Es waren viele schöne Blumen dort", fuhr Froggy abend hätten bereiten können. Allein Behaglichkeit war immer tiefer sinkenden Friseur zu erdulden hatte, der sich fort.„ Die reichen Leute pflanzen Blumen auf die ein Begriff, den der alte Budiker nur vom Hörensagen in seinen Erwartungen auf eine stattliche Mitgift so Gräber, die armen legen Sträuße von wilden Blumen kannte und der mit seinen Gewohnheiten und Lebens- gänzlich getäuscht fah, erst da kehrte die Unglückliche als nieder. Das wollen wir auch thun, Benny. Aber weil ansichten im schroffsten Widerspruch stand. Freilich ge- vollkommen gebeugte und vor der Zeit gealterte Frau ins wir nicht wissen, wo Vater und Mutter begraben sind, staltete sich seine Lebensweise, nachdem er seinen Beruf Vaterhaus zurück. Natürlich durfte sie auch jetzt, wenn so legen wir unsere Blumen auf ein Grab, das keine hat." aufgegeben, jetzt wesentlich anders, aber auf seine Neigungen fie auch in Gnaden wieder aufgenommen wurde, die Die Aussicht auf den Besuch des Kirchhofs zerstreute und sein ganzes inneres Wesen konnte diese äußerliche Hände nicht müßig in den Schooß legen. Der Vater Benny etwas... Die Maus sollte feierlich mit allen Veränderung keinen Einfluß ausüben. Auch jetzt war das kaufte ihr eine Nähmaschine und verſchaffte ihr von einem Ehren begraben werden. Die kleine Leiche ward in einen Klinkmüller'sche Ehepaar von der kleinlichsten Sparsamkeit, Wäschegeschäft Arbeit, sodaß sie im Stande war, ihre Lumpen gewickelt und in eine leere Streichhölzchenschachtel auch jetzt haßte es jeden Lurus, jede Verschwendung, jede persönlichen Ausgaben selbst zu bestreiten. Der erwachsene gelegt. Sie sollte in einem wüsten Terrain begraben überflüssige Ausgabe wie ehemals. Mensch muß sich selbst erhalten" war eine der Lebenswerden, das der gewöhnliche Tummelplay aller Kinder der Nachbarschaft war, denen es mit seinen großen Schutt der Uhr ab. Des Morgens puzte der Ex- Budiker und Ihre Tage spielten sich sehr gleichförmig, fast nach regeln Klinkmüller's, von denen er innerhalb seiner Familie keine Abweichung gestattete. haufen als eine Art Kalifornien erschien. Zwar hatten fic Rentier sein und seiner Frau Schuhzeug, machte Holz Klintmüller aber sparte mit seiner Lebens- und in dem Berge von Auſterschalen und Abfällen noch nie klein zum Anzünden des Feuers und ging in jeder Weise Gesinnungsgenossin unermüdlich weiter und man kann etwas anderes gefunden als alte Stiefeln, zerbrochene seiner schwachen und seit dem Verschwinden Anna's wohl, ohne gegen die Wahrheit zu verstoßen, behaupten, Theekannen, todte Kazen und Hutkrämpen, aber sie durch kränkelnden Frau hilfreich zur Hand. In den Vormittags: daß er auch von seinen jährlichen Zinsen ziemlich die stöberten ihn mit der steten Hoffnung, daß sie doch einmal stunden beschäftigte er sich mit dem Reinigen des Hofes Hälfte zurücklegte. Als er zum letzten Schlummer die etwas finden könnten. Erzählten die Mütter nicht wunder hinter seinem Hause und mit der Fütterung seiner Hühner Augen geſchloſſen hatte, konnte man von ihm nicht viel bare Geschichten von Goldstücken und Diamantenringen, und Tauben, die er sich nach Aufgabe seines Geschäfts, mehr sagen, als: Er lebte um nach einer Pause. die im Kehricht gefunden wurden? er, was gingen sie die armen Leute an. um eine Beschäftigung und eine kleine Gelegenheit zum " zu sparen. Traurig und einförmig verflossen die nun folgenden Verdienste zu haben, angeschafft hatte. Nach dem Essen Wochen. Wunderbarer Weise waren die Kinder noch hielt er nach alter Gewohnheit einen Mittagsschlaf, den Ueber die Rolle des Kleinbürgerthums und nicht vor Hunger gestorben. Froggy verdiente dann und er jetzt in seiner beschäftigungslosen Zeit natürlich länger Proletariats in der französischen Revolution ein paar Pence, zuweilen half eine mitleidige ausdehnte wie ehemals. Dann trant er seinen NachmittagsNachbarin über einen bösen Tag hinweg. Seit dem Tode kaffee, bei dem die Cichorie selbstverständlich das Haupt- urtheilt in einer längeren Artikelſerie unser Genosse Karl der Maus war Benny nicht mehr froh und heiter Ingredienz bildete, und kleidete fich zum Ausgehen an, um geworden. Er hockte noch immer stundenlang am Dach- jeinen täglichen Spaziergang zu absolviren. Zu diesem Ingredienz bildete, und kleidete sich zum Ausgehen an, um Kautsky*) folgendermaßen: Im Privilegienstaat genossen verschiedene Dertlichkeiten fenster, aber er erwartete nicht mehr einen Boten der Zwecke lenkte er Tag für Tag, Jahr aus, Jahr ein seine das Privilegium, von der Herrschaft des Zunftzwanges Königin. Die wußte nicht, wie der Hunger thut, dachte Schritte nach dem nahegelegenen Friedrichshain. Niemals ausgeschlossen zu sein. Dieser galt ja ursprünglich Wenn Froggy nicht zufällig eine kleine Arbeit fand, wählte er einen anderen Zielpunkt seiner Ausgänge und bloß für die Städte, nicht für die Dörfer. Manche Wenn Froggy nicht zufällig eine kleine Arbeit fand, es entsprach ganz seinem an Regelmäßigkeit gewöhnten Dörfer, die in der Nähe einer großen, rasch anwachsenden so irrte er durch London, um Beschäftigung zu suchen. Charakter, daß er sogar immer dieselben Alleen und Wege Stadt lagen, zu Vorstädten wurden und mit der Stadt Jeden Tag ging er auf weitere Entdeckungsreisen, denn durchwandelte, ja, auf denselben Bänken seine Ruhepausen verschmolzen, wußten sich auch in der Folgezeit des Zunftjeden Tag bemerkte er, daß Benny bleicher und bleicher abhielt. Eine Ausnahme machte er nur, wenn seine zwangs zu erwehren. Als unter Ludwig XVI. das ward. Wie flehentlich bat er nicht Inhaber und Inhaberin Lieblingsalleen frisch mit Kies bestreut waren. Er haßte Elend unter den nichtzünftigen Handwerkern und die von Läden, in denen ein Laufjunge gesucht ward, ihn für diese Kieswege ungemein, weil sie das Schuhwerk so sehr Opposition gegen die Zünfte wuchs, suchte die Regierung die Gemüther dadurch zu beruhigen, daß sie diese Privilegien Einen Lurus, eine unnöthige Ausgabe gestattete sich der Vorstädte ausdehnte, manchen Dertlichkeiten auch neu Herr Klinkmüller' doch, seit er Rentier geworden war. ertheilte. In Paris waren in dieser Beziehung besonders Jeden Abend von 7 bis 9 Uhr saß er im Gasthof zum begünstigt die Faubourgs St. Antoine und du Temple. grünen Baum", der seinem Hause gegenüberlag, und Alle Gesellen, die selbständig werden wollten und den Posten anzunehmen. Niemand wollte ihn. Den Einen war er zu klein, die Andern hatten den Plaz bereits vergeben, Manche fanden ihn zu schwach und zu jung. Viele steckten ihn mit rauhen Worten zur Thür hinaus ,,, da sie nichts mit zerlumpten Bettlern zu thun haben wollten". ( Fortsetzung folgt.) Rentier Klinkmüller. Ein Bild aus dem älteren Berlin. Von Arthur Zapp. ( Schluß.) abnußten. spielte bei einer Weißen" mit dem Wirth und einem feine Aussicht hatten, eine zünftige Meisterstellung zu er= anderen Gaste ,, Schafskopf", die Partie zu einem Pfennig. Langen, drängten sich in diesen Vorstädten zusammen. Schwer genug war es dem alten, in Sparsamkeit ergrauten Eine Unzahl kleiner Meister vegetirte kümmerlich in Mann geworden, sich zu dieser Extravaganz zu entschließen, diesen engen Bezirken, außerhalb deren sie ihre Produkte aber er sagte sich, daß er, wolle man nicht das Gerede nicht verkaufen durften, und je mehr ihre Zahl und die der Leute allzusehr herausfordern, in irgend einer Weise Konkurrenz wuchs, die sie sich untereinander machten, defto die Veränderung seiner Lebensstellung ausdrücken müsse. unmuthiger trugen sie die Schranken, die der PrivilegienUm 9 Uhr Abends ging das Klinkmüller'sche Ehepaar staat ihnen auferlegte, desto erbitterter verglichen sie ihr zu Bett, einerseits um am andern Tage früh aufstehen Elend mit der proßenhaften Behäbigkeit der Zunftmeister Ein weit schwereres Zerwürfniß fand kurz darauf zu können, andererseits um am Petroleum zu sparen. in den benachbarten Stadttheilen. In den von Zunftzwang befreiten Bezirken legten zwischen Vater und Tochter statt. Anna hatte nur die Nur im Sommer, an besonders heißen Tagen, genoß Volksschule besucht- Mädchen haben genug gelernt, man, am offenen Fenster sigend, etwas länger die er- aber auch die Kapitalisten am liebsten ihre Manufakturen wenn sie gut zu kochen und zu nähen verstehen, war des frischende Abendluft, ohne jedoch deshalb dem Sparsamkeits- an, weil sie dort am leichtesten fanden, was sie brauchten: Budikers Ansicht in Betreff der Mädchenerziehung. Nach prinzip untreu zu werden. Während der Sommermonate ein großes Angebot geschickter Hände, an deren Aus= ihrer Konfirmation mußte fie fleißig in der Wirthschaft nämlich wurde die Lampe überhaupt nicht augezündet, beutung fie nichts hinderte. Neben einer Unzahl kleiner helfen, auch oft in den Abendstunden, wo das Geschäft denn das hätten die Klinkmüllers für eine abscheuliche Meister und Gesellen finden wir daher in den fraglichen Vorstädten auch zahlreiche Lohnarbeiter der kapitalistischen besonders flott ging, den Vater bei Bedienung der Gäste Verschwendung gehalten. unterſtüßen. Bei dieser Gelegenheit hatte das junge Alle anderen zerstreuungen, wie etwa der Besuch Industrie, die sich meist aus den handwerksmäßigen Mädchen die Bekanntschaft eines jungen Friseurs gemacht, von Theatern und Konzerten, eristirten nach wie vor für Arbeitern rekrutiren und ganz in deren Ideengang lebten. der einer der besten Kunden ihres Vaters war. Der alte Klinkmüllers nicht. Seinem Bedürfniß an geistiger An- Das Proletariat als selbstbewußte Klasse bestand vor der Klinkmüller hatte nichts dagegen, daß Anna fich freundlich regung und seinem Interesse an den öffentlichen Vor- Revolution noch nicht. Hand in Hand mit diesen Elementen gingen andere, gegen die Gäste benahm, im Gegentheil, im Interesse des gängen genügte der Rentier, indem er sich gemeinschaftlich Geschäfts forderte er das sogar von ihr. Das Wort: mit einem Nachbar auf ein kleines Nachrichtenblatt bie fich theils aus ihnen rekrutirten, theils von ihnen Verdienen!" stand in seinem Lexikon obenan und alle abonnirte. Was seine politische Parteistellung anbetraf, lebten und ihre Interessen theilten, Kleinhändler, So bunt diese Menge war, sie war doch in Mittel, den Verdienst zu fördern, wofern sie nicht gegen so rechnete er sich zur Fortschrittspartei und zwar lediglich Wirthe ze. Gesetz und Sitte" verstießen, waren ihm recht. aus Oppositionsgründen. Er war ein überzeugter Gegner gewissem Grade einheitlich. Es durchdrang fie ein intensiver Des jungen Mädchens Freundlichkeit aber galt weniger der Regierung und wenn dieselbe sich zu freisinnigen Haß, nicht bloß gegen die Privilegirten, die Zunftmeister, den Kunden ihres Vaters, als vielmehr dem hübschen Anschauungen bekannt hätte, so wäre Klinkmüller wahr- die Pfaffen, die Aristokraten, sondern auch gegen die jungen Manne, dessen gluthvolle Blicke, dessen geflüsterte scheinlich konservativ gewesen. Die Höhe des Budget Bourgeoisie, die sie theils ausbeutete, als Steuerpächter, Schmeichelworte und verstohlene Händedrücke ihr leicht überschritt nach Klinkmüller's Ansichten jedes vernünftige Kaufmann( namentlich als Händler mit Lebensmitteln und erregbares Blut in heftige Wallung brachten. Das Ende Maß; es hätte viel, viel sparsamer gewirthschaftet werden Rohstoffen), Wucherer, Unternehmer, theils ihnen Konkurrenz vom Liede war, daß es eines Tages im Klinkmüller'schen müssen. Lokal eine heftige Szene gab. Der Budiker überraschte So lebten die alten Leute einförmig und einsam die Beiden, als er einmal von einem kurzen Ausgang dahin. machte. *) Neue Zeit". Stuttgart, Dies. 1889. Januar- und folgende Hefte. Troß dieses Hasses und der drastischen Art und zu verlieren und standen daher der Revolution kühl gegen- des Fabriksgefeßes gleichfalls etwas gestiegen. So betrug Weise, in der sie ihm mitunter Ausdruck gaben, waren über. Die feudalen Hindernisse und deren Ausläufer in der jährliche Durchschnittslohn von Kindern und Erwachsenen diese Sansculotten ebensowenig Sozialisten, als der Staatsverwaltung, der Kirche, der Armee, radikal in einer Grobspinnerei, welche wenig jugendliche Arbeiter etwa unsere heutigen Antisemiten, womit wir sie diesen hinwegzuräumen, die der vollen Entfaltung der kapitalistischen beschäftigt, in den Jahren 1868 bis 1877 599 Fr. oder nicht auch in anderer Beziehung verglichen haben wollen. Produktionsweise im Wege standen, dazu bedurfte es per Tag 2 Fr. und in den Jahren 1878 bis 1886 Der Antisemitismus verhält sich zum Sanseulottismus wie anderer Leute, als der Kapitalisten, Leute, die bei einer 674 Fr. oder per Tag 2,25 Fr." die ohnmächtige Verbissenheit eines griesgrämigen Greises Umwälzung nichts riskirten, die keine Rücksichten auf hohe Allerdings meint Herr Blocher, daß sich die zwölfte zu dem überquellenden Thatendrang eines Lebensfrischen Kundschaften zu nehmen hatten und die kräftige Arme Stunde vollständig durch gesteigerte Thätigkeit nicht ein= Jünglings. zum Dreinschlagen besaßen. Solche Leute waren die bringen lasse, eine gewisse Minderleistung entfalle doch Es führt zu einer ganz falschen Auffassung, wenn Bauern, waren die nichtzünftigen Handwerker und Prole- auf den Einzelnen. Nun, das halten wir an sich noch man die fansculottischen Elemente Proletarier nennt, tarier. Wie ganz anders aber als jene konnten diese für kein so großes Unglück; daß die allgemeine Produktion fie den modernen Lohnarbeitern der Großindustrie gleich die Entwicklung beeinflussen, die, in den Vorstädten von nicht gelitten hat, zeigen die obigen Zahlen. Indeß, um stellt und ihnen deren Tendenzen unterschiebt, wie es Paris konzentrirt, bald die Hauptstadt, die Regierung, auch diesen Gesichtspunkt nicht außer Betracht zu lassen, namentlich die Historiker der preußischen Schule von Sybel den König, die Volksvertretung in ihrer Macht hatten, wollen wir bloß auf den von uns eingeschalteten Sat bis Oncken und Mahrenholz gern thun, um dem bürger- und die der Stachel des Hungers immer wieder vorwärts hinweisen, wo es heißt, daß während der ganzen Periode In den meisten lichen Leser ihre sittliche Entrüstung über das revolutionäre trieb, zuerst die Bourgeois vorwärts drängend und dann die Maschinen die nämlichen waren. Treiben um so schmackhafter zu machen. Es führt zu diese niedertretend und über sie hinwegschreitend, als Fällen find aber, wie bekannt, die Unternehmer darauf einer falschen Auffassung nicht bloß dieser Elemente, sondern dieselben sich nicht mehr weiter wagten. Sie sind es bedacht gewesen, als Ausgleich für die Herabsetzung der der ganzen Revolution, auf deren Gestaltung sie so großen gewesen, die den alten Feudalstaat in einer Weise weg- Arbeitszeit die Maschinerie zu vervollkommnen, und wo sie Einfluß genommen. fegten, wie das in keinem andern Lande der Welt geschehen, dies thaten, war der Erfolg, daß die frühere Produktion 11 Die Politik des Privilegienstaates selbst hatte in die den Boden ebneten und vorbereiteten, dem unter dem weit überflügelt wurde. Mit Recht zieht unser Schweizerischer wenigen kleinen Vorstädten der Hauptstadt die thatkräftigsten Direktorium und der Napoleonischen Aera binnen wenigen Gewährsmann einen Saß aus der„ Monatsschrift für und rücksichtslosesten Elemente ganz Frankreichs konzentrirt, Jahren mit zauberhafter Schnelligkeit eine neue Produktions- Tertilindustrie", dem Organ des Vereins deutscher Wolldie wenig oder nichts zu verlieren, alles zu gewinnen weise, eine neue Gesellschaft erwachsen sollte. Was die kämmer und Kammgarnspinner" an, wo es mit Bezug hatten. Kein Wunder, daß die fraglichen Vorstädte die Kapitalisten nie vermocht, das haben ihre erbittertsten auf die Baumwoll- Industrie der Vereinigten Staaten heißt: Zentren der Revolution wurden. Sie wurden die Gegner wider Willen für sie gethan. Wie in jeder anderen Industrie, so sind heutzutage Beherrscher von Paris, durch Paris die Beherrscher Aber der Kampf der revolutionären Kleinbürger von auch in der Baumwoll- Industrie diejenigen Etablissements Frankreichs. Frankreich, namentlich von Paris, wenn er auch schließlich die rentabelsten, welche die größte Produktionskraft befizen Für sie hatte die Revolution mit dem Umsturz des mit ihrer Niederlage endete, ist auch für sie nicht erfolglos und mit den besten und neuesten Maschinen arbeiten. Privilegienstaates nicht geendet; sie mußten sie immer gewesen. Die riesenhafte Kraft, die sie in ihm entfaltet, Kleine Etablissements bezahlen deshalb heute auch lange weiter treiben und sie schließlich in Permanenz erklären. Die großartige historische Rolle, die sie gespielt, haben nicht so gut wie die großen. Diese Lage der Dinge ruft Sie konnten sie nicht schließen, denn ihre Ziele waren ihnen ein Selbstbewußtsein und eine politische Reife denn auch neben der Anlage neuer Institute eine allgemeine unvereinbar mit dem regelmäßigen Getriebe der kapitalistischen verliehen, die sich nicht ohne Weiteres verwischen ließen Ausdehnung und Vergrößerung der bereits bestehenden Produktionsweise, deren letzte Schranken sie selbst nieder- und die heute noch nachwirken. Die jakobinischen Traditionen Spinn- und Webefabriken hervor. Die Nachfrage nach gerissen, und doch waren sie selbst unfähig, eine neue, verbreiten heute noch einen jugendlichen Schimmer um den neuesten Erfindungen und verbesserten Maschinen ist höhere Produktionsweise an ihre Stelle zu setzen, deren den bürgerlichen Radikalismus Frankreichs, daß er troß eine sehr rege in dieser Branche, da die bestehenden Vorbedingungen noch nicht gegeben waren. Ihr Ziel, seiner Greisenhaftigkeit immer noch mannhafter auftritt, Etablissements zu stetigen Neuanschaffungen und VerWohlstand für Alle auf Grundlage der Arbeit, war als seine Genossen in anderen kontinentalen Staaten, sie änderungen gezwungen sind." damals unmöglich, es war unvereinbar mit der rasch sich halten heute noch einen, freilich allmählich schwindenden entwickelnden kapitalistischen Wirthschaft. Nur die Revolution Bruchtheil des Proletariats in seinem Schlepptau. in Permanenz konnte durch gewaltsame Eingriffe deren Die blasse Furcht läßt unsere Historiker in jedem Wirken noch einigermaßen Widerstand leisten, durch Jakobiner einen Kommunisten sehen. In Wahrheit ist Requisitionen, durch Feststellung eines Marimums der heute die jakobinische Tradition eines der mächtigsten Lebensmittelpreise, durch das Köpfen der Ausbeuter, der Hindernisse, die in Frankreich dem Erstehen einer großen, Spekulanten und Börsenjobber, der Kornwucherer, der einigen, selbständigen sozialdemokratischen Arbeiterpartei betrügerischen Lieferanten. Aber der Grundlage des entgegenwirken. Elends und der Ausbeutung der Massen, der kapitalistischen Produktionsweise, konnten sie nicht zu Leibe gehen, und so war die Ausbeutung wie eine Hydra, je mehr Köpfe ihr abgeschlagen wurden, desto mehr wuchsen ihr nach. Der verkürzte Arbeitstag und die Produktion. Hier, und in der neueren Zollpolitik der großen Staaten liegen die Ursachen, weshalb die Verhältnisse in der Schweizerischen Spinnerci in der neueren Zeit sich verschlimmert haben, und nicht am Fabriksgesez. Es fehlt ihr an Expansionskraft. Und so sieht denn auch Herr Blocher ihre Rettung nicht etwa in der Aufhebung des Fabriksgesetzes, im Gegentheil tritt er, und das mögen sich die Freunde des ,, freien Arbeitsvertrages" merken, gerade als Mann der Praxis für einen Ausbau, eine Ergänzung der Fabriksgesetzgebung im Sinne der Pflege der Wohlfahrt der Arbeiter, für eine Kräftigung der Arbeiterklasse ein. Das Elend in Irland. Irland", sagt Marr, ist gegenwärtig nur ein von Die Situation war eine hoffnungslose für die Sie ist schon hundertfach widerlegt worden, und doch Sansculotten. Die Verhältnisse hatten ihnen die Macht taucht sie immer wieder auf und kann daher nicht oft in die Hand gespielt, ihnen aber die Mittel versagt, genug widerlegt werden, die Fabel, daß eine Reduktion dauernde Institutionen zu ihrem Vortheil zu schaffen. Der Arbeitszeit auch eine Reduktion der Produktion bedeute. Die Revolution schließen bedeutete aber für sie, fich Wir wollen daher an dieser Stelle nach der Wiener einem breiten Graben umgebener Gartenbaudiſtrikt Eng= willenlos dem Elend ergeben, das die kapitalistische Pro-„ Gleichheit" wieder ein Beispiel aus der Erfahrung lands, an welches es Korn, Wolle, Vteh, industrielle und duktionsweise für Handwerker, Kleinhändler und Prole- folgen lassen, daß das genaue Gegentheil von dem beweist, militärische Rekruten liefert." tarier in Bereitschaft hielt, und das sie leicht ohne große was Klassenegoismus und Klassenvorurtheil gegen die Besser ist es seitdem um nichts geworden. In jenem ökonomische Studien erkennen konnten, da sie es bereits Forderung der Arbeiter nach Einführung kürzerer Arbeits- Lande ist der Malthusianismus bis in's Ungereimte fühlten. So blieb ihnen nichts übrig, als die Macht festzeit in's Feld zu führen lieben. zur praktischen Ausführung gebracht. Es hat sich von zuhalten, so lange es ging, und je mehr sie sich dadurch Jm Jahre 1877 erhielt die Schweiz ein Fabrik- Jahr zu Jahr in stets größerem Maße entvölkert, in Gegensatz zu den Bedürfnissen der Produktionsweise gesetz, welches für die Arbeitszeit in Fabriken eine Marimal- sowohl durch die periodisch wiederkehrende Hungersnoth, und zu den Interessen der anderen Klassen setzten, denen zeit von 11 Stunden festjeßte. Da bis dahin in einer der unter der glorreichen Regierung" der Königin Viktoria gegenüber sie nur eine Minorität bildeten, desto mehr großen Anzahl von Fabriken 12 und mehr Stunden( nach Angabe von Sir William Harcourt) bereits 1 250 000 wurden sie zu der Anwendung der einzigen wirksamen gearbeitet worden war, so hätte nach der obigen Theorie Iren als Schlachtopfer fielen, als auch und vornehmlich Waffe gedrängt, die ihnen blieb, des Terrorismus, eine erhebliche Verminderung der Produktion eintreten durch die starke Auswanderung nach den Vereinigten einer Waffe, deren Anwendung auch der Kriegszustand müssen. In Wirklichkeit aber trat das Gegentheil ein. Staaten. Irlands Bevölkerung betrug: ihnen aufdrängte. In einem Artikel„ Die Spinner und das FabriksJahr 1841 1851. • 1861. 1871. 1885. Seelen 8 222 664 6 623 985 6 798 564 5 412 377 4962 693 Aber mit dem Ausnahmszustand kann man nicht gesetz" bringt der ,, St. Galler Stadtanzeiger" mit Bezug ewig regieren. Die Revolution in Bermanenz hieß auf die Schweizerische Spinn- Industrie folgende interessante permanenter Kampf, Kampf Frankreichs mit dem AusZahlen: land, Kampf von Paris mit den Provinzen, Kampf der In der Periode von 1870 bis 1877 betrug der Borstädte gegen die wohlhabenden Quartiere, endlich Kampf jährliche Export an Baumwollgarn im Durchschnitt im Innern der„ revolutionären Masse" selbst. Aufgerieben 49 237 Meterzentner, in der Periode von 1876 bis 1881 durch diese ewigen Kämpfe erlag sie schließlich der durch dagegen 71 153 Metergentner. Diese wahrhaft erschreckliche Abnahme der Bevölkerung Die Zunahme beträgt die Revolution troß aller Beeinträchtigungen erstarkten etwa 45 pCt. Die Garneinfuhr wuchs dagegen von geht indessen nicht, wie es nach der Malthus'schen Lehre Bourgeoisie, die das Lumpenproletariat in ihre Dienste jährlich 10 760 Meterzentner auf 15 145, also um etwa der Fall sein sollte, mit vermehrtem Wohlstand Hand in nahm und schließlich auch an die Armee appellirte, deren 40 pCt." Hand, sondern gerade das Gegentheil ist der Fall. Kern aus Bauern bestand, die ganz andere Interessen Das Elend hat sich vermehrt im umgekehrten VerHieraus geht bereits hervor, daß das Fabriksgesetz hältniß zur Bevölkerung. Die Bastillen des arbeitenden hatten als die Pariser Kleinbürger und Proletarier. keinesfalls die Wirkung gehabt, die Industrie zu schädigen, Volkes, die Arbeitshäuser füllen sich von Jahr zu Jahr Man hat diese Niederlage, die mit dem Sturz ihren Bestand zu untergraben. Robespierre's( am 9. Thermidor oder 27: Juli 1794) Sehen wir aber weiter zu, wie das Fabriksgesetz mehr mit den warmblütigen Söhnen und Töchtern des beginnt, nachdem ihr der Fall Heberts präludirte, und die auf die Verhältnisse in den einzelnen Etablissements gewirkt. grünen Eilandes". Die Armenunterstüßung wird zu am 4. Prairial( 14. Mai 1795) besiegelt ward, ein In einem Vortrag, den seinerzeit der Spinnerei- einem kolossalen Boften im Haushaltungs- Budget des Scheitern der Revolution genannt. Als ob ein historisches direktor Blocher also ein Vertreter der Unternehmer- ganzen, an den Bettelstab gebrachten irischen Proletariats. Zur Verdeutlichung des steigenden Elends können Ereigniß, eine durch die Verhältnisse herbeigeführte That in Basel gehalten, führte er folgende Verhältnißzahlen sache„ scheitern" tönnte! Ein von Einzelnen geplantes der jährlichen Produktion aus einer Großspinnerei während folgende Zahlen dienen: Unternehmen, ein Putsch, eine Emeute kann scheitern, nicht der Jahre 1873 bis 1882 an.( Dieselben sind auf die aber eine Entwicklung, die erst dann zur Revolution wird, gleiche Tageszahl, die gleiche Spindelzahl und die gleiche wenn sie vollzogen ist; eine gescheiterte Revolution ist Feinheitsnummer umgerechnet. Die Maschinen waren eben keine Revolution. Eine Revolution kann ebensowenig während der ganzen Periode die nämlichen): scheitern, als ein Sturm. Im Sturme scheitert freilich In den ersten fünf Jahren, 1873 bis 1877, betrug manches Schiff und in der Revolution manche Partei; die tägliche Arbeitszeit zwölf Stunden, in den folgenden man darf aber dieselbe nicht mit der Revolution identi- fünf Jahren bloß elf Stunden. Für das Jahr 1873 ift fiziren, nicht dieser die Ziele unterschieben, die jene sich die Verhältnißzahl gleich 100 angenommen: dann gab es gesetzt hat. im Jahre 1874: 98,5, 1875: 106,7, 1876: 104,08, Die Jakobiner und Vorstädter von Paris find 1877: 102,1, 1878: 97,6, 1879: 101,9 1880: 104,5, gescheitert, weil die Verhältnisse eine Revolution zu 1881: 110,8, 1882: 102,6. Gunsten der Kleinbürger und Proletarier nicht Das Mittel der ersten Periode beträgt 102,4, das gestatteten, weil sie alles unhaltbar machten, was der der zweiten 103,5. tapitalistischen Revolution im Wege stand. Ihr Wirken Bemerkenswerth ist, daß im ersten Jahr nach der war aber kein vergebliches. Die verschiedenen Fraktionen Reduktion auf elf Stunden die Zahl plößlich fiel auf der Kapitalisten waren, wie fich zeigen läßt, zum Theil durch 97,6 und dann aber stetig stieg, bis die frühere Zahl * Augenblick vortheile an der Erhaltung des Privilegien- nicht nur erreicht, sondern noch etwas übertroffen war. * Staates interessirt; sie hatten alle durch Neuerungen etwas Die Löhne sind in der Periode nach Erlaß aufgenommen: In die Arbeitshäuser wurden 1859 1871 • " Armenunterstützung genossen im Ganzen: 114 594 153 706 Personen, 181 032 225 510 1884 253 342 299 663" Die letzten Jahre haben diese schrecklichen Zahlen. noch übertroffen. Nach einer im März 1887 veröffent= lichten Aufstellung des Local Government Board Return" betrug die Anzahl der Unterstüßten: Zusammen: 450 489 705 826 Jahr: In den Armenhäusern: Außerhalb: 1885.. 329 550 120 939 1886.. 357 621 348 205 Darnach kann es nicht lange mehr dauern, daß ganz Irland der Armenversorgung anheimfällt. In drei Jahren ist die Anzahl der Paupers um mehr als 100 Prozent gestiegen. ,, Die Paupers sind derjenige Theil der Arbeiter= flaffe, welcher seine Existenzbedingung, den Verkauf seiner Arbeitskraft, verloren hat und von öffentlichen Almosen vegetirt."( Marr.) Vereine und Versammlungen. Von je 7 Jren lebt einer von öffentlicher Mildthätig- ,, Mein Unternehmen bezweckt die Verfolgung wie Be= feit. In Connaught, einer irischen Grafschaft mit obachtung des Geschäfts- und Dienstpersonals außerIn Rigdorf war es nach langer Zeit endlich gelungen, wieder 800 000 Einwohnern, empfingen nicht weniger als halb seiner geschäftlichen Thätigkeit, sowie Feststellung im privaten und geschäftlichen Verkehr, sowie überhaupt Observation 247 134 Personen, oder 309 von 1000, öffentliche Unter- aller Angelegenheiten, zu deren Verfolgung nicht genügende Gründe einmal eine öffentliche Volksversammlung zu veranstalten, ftüßung! zur amtlichen Annahme vorhanden sind. da bisher alle Bemühungen an der leidigen Lokalfrage gescheitert Die Erfolge meiner langjährigen Thätigkeit in diesem Fache waren. Der Referent, Herr W. Werner, entledigte sich seiner für Behörden sowie für Private, und meine Beziehungen zu diesen Aufgabe in glänzender Weise. Den Vorsiz führte Herr Nimetschek, liefern meinem äußerst wichtigem Unternehmen Erfolg. Politisches und Sozialpolitisches. Das Leipziger Arbeiterblatt ,, Der Wähler" wurde in seiner Nr. 4 nachträglich beschlagnahmt. Die Nummer soll einen Artikel über den Morier- Geffken- Fall enthalten. Die Kosten werden nach freiem Uebereinkommen, resp. nach an der Diskussion betheiligten sich die Herren Schubert, Klinger, Zum preußischen Justizminister ist der konser- ber 3ahl des zu beobachtenden Personals festgestellt. Die Hagendorf, Ostermann und Loose. Hoffen wir, daß dieser VerZum preußischen Justizminister ist der konserjenigen Herren, welche durch einen bestimmten Beitrag beitreten, fammlung recht viele ähnliche nachfolgen werden; die Genossen vative Staatssekretär v. Schelling ernannt worden. haben dadurch die Berechtigung, einen Privatdetektiv zu ihrer Verwerden ersucht, den Wirth des Lokals( Hoffmann, Bergstraße fügung zu erhalten, und sind alsdann für sie nur die Kosten zu Eine furchtbare Niederlage haben die französischen zahlen, welche der Betreffende an direkten Baarausgaben, welche Nr. 133), durch ihren Besuch geneigt zu machen, uns dasselbe öfterzu überlassen. Bourgeois Republikaner erlitten. Am Sonntag wurde durch die Observation entstehen, hat. Indem ich Sie im eigenen Interesse um eine Unterredung er- Der Fachverein der Berliner Tischler erfreut sich eines Boulanger mit 244 070 Stimmen zum Abgeordneten suche, zeichne, um gefällige Diskretion bittend, hochachtend... stetigen Aufschwunges. Fast jede Woche lassen sich 30-40 Mitvon Paris erwählt. Auf Jacques fielen 162 250 Stimmen, Den streikenden Steinmezen wurden am Wilhelm Haffelmann, der frühere sozialdemokratische glieder aufnehmen. auf Boult( den Sozialisten) nur 16 760 Stimmen, sodaß Reichstagsabgeordnete, hat in Newyork einen Biersalon" eröffnet. 21. Januar 100 Mt. bewilligt. Die nächste Versammlung findet die Majorität für den tapferen General" eine ganz über- Zeichen der Verarmung. Der Pferdefleischkonsum in Sonnabend, den 2. Februar statt. Vom 1. Februar ab befindet wältigende ist. Berlin hat sich im vorigen Jahre in ganz erstaunlichem Maße ver- sich der Arbeitsnachweis Dresdenerstraße 116( Restaurant mehrt. Während im Betriebsjahre 1887/88 in Berlin 6034 Pferde Wendt). Am 16. Februar findet ein großer Wiener Maskenball geschlachtet wurden, ist diese Zahl im Jahre 1888/89 auf 8420 in der Berliner Ressource", Kommandantenstraße 57 statt. Der Verein der Sattler und Fachgenossen tagte am angewachsen. Montag, den 28. Januar, in Gratweil's Bierhallen mit der TagesVom Berliner Steinmetzenstreik. Die Meister geben sich ordnung: 1. Bortrag des Herrn Glocke über gewerkschaftliche Belastung der Krankenkaffen durch Unfälle. Das in die allergrößte Mühe, um Steinmetzen von auswärts herzuloden, Organisation. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 3. Verschiedenes. Herr Glocke allen Krankenkassen Deutschlands gezahlte Krankengeld betrug 1887 52 Millionen Mark, d. h. beinahe eben so viel wie der gesammte die Innungsmeister wollen sich Gesellen kaufen und haben dazu schilderte die Entstehung der Gewerkschaften und gedachte hierbei der Verfolgungen und Anfeindungen, denen die Organisationen aller Rapitalwerth der 1887 festgestellten Unfallentschädigungen. Die Leute gefunden, welche sich als Anwerber und Seelenverkäufer her- Länder stets ausgesetzt gewesen und in der Gegenwart noch ausBerufsgenossenschaften berechnen die Belastung mit einem Unfall, geben, sind aber nicht gewißigt genug, um ihre erhaschte Beute auch gesetzt sind. Hierauf charakterisirte Redner das Verhältniß des der vorübergehende Erwerbsunfähigkeit von mehr als 48 Mart. festhalten zu können, sondern schicken die Beute nur her, damit sich heutigen freien" Arbeiters zu dem Unternehmer im Gegensatz zu Man wird eher zu niedrig als zu hoch greifen, wenn man die Be= lastung der Krankenkassen mit einem Unfall, der eine Krankheit bis dieselben Berlin ansehen können; dann fühlen sich die angeworbenen dem in früherer Zeit; doch kam der Redner nicht weit, da bei den folgenden Worten: daß der heutige Unternehmer kein persönliches zu 13 Wochen zur Folge haben kann, auf rund 50 Mt. ver- Kollegen mit den Streikenden solidarisch und reisen wieder ab. Interesse daran hätte, die Arbeitskraft des heutigen freien" anschlagt. Nun sind 1887 rund 106 000 Unfallanzeigen erstattet Das schöne Meistergeld wird nun so unnütz fortgeworfen. Die 10 Arbeiters so hoch zu halten wie" die Auflösung durch den überworden, woron rund 16 000 den Genossenschaften zur Last fallen, aus Stuttgart am Freitag angekommenen Steinmezen fuhren am wachenden Beamten erfolgte. Es ist dies bereits die zweite Aufso daß etwa 90 000 den Krankenkassen obliegen; das giebt also Unfälle, an welchen in der Hauptsache das urgezügelte Profitstreben fetzte, wurde denselben ein donnerndes Hoch nachgesandt, welches gerechtfertigt erklärt worden. Es ist bereits wieder Beschwerde ereine Belastung der Krankenkassen von 4/2 Millionen Mark für Montag wieder in ihre Heimath. Als der Zug sich in Bewegung lösung. Die erste war am 15. Dezember 1888 und ist auf die Beschwerde vom Vorstand hin vom Polizeipräsidium als für nicht der Fabrikanten und ihre Vernachlässigung von Schußmaßregeln von den Abfahrenden aufs freudigste erwidert wurde. Das Ur- hoben schuld ist. Volksversammlung. Am Mittwoch, den 30. Januar fand sellschaft für die Besserung verwahrloster Kinder oder wie man sich als Köder in die Zeitungen rücken, einen Lohn von 55-60- besuchte Versammlung statt, in welcher Herr Bruno Wille über Tugend und Profit des Kapitals. Die New- Yorker Ge- komischste ist nur, daß die Annonzen, welche die Innungsmeister im großen Saale des Grandhotel Alexanderplatz eine zahlreich unzutreffender Weise ausdrückt iugendlicher Verbrecher", bildet ein versprechen, und uns wollen sie nur 30 Pf. geben; wo bleibt da„ die Duldſamkeit" sprach. An der Diskussion betheiligten sich die interessantes Beispiel dafür, daß Tugend, Moral und Nächstenliebe die Moral? Allen Gebern unsern herzlichsten Dank für das bisher Herren Kunert, Dolinski, Vogtherr und der Vorsitzende zu den Dingen gehören, die sich auf dieser Welt gut zahlen, vorausgesetzt nur, daß man es versteht. Es wird neuerdings über Gespendete. Kollegen, haltet fest zur Sache und laßt uns den uns Krause. Eine Resolution sprach sich scharf gegen die Unduldsamdas Treiben dieser Gesellschaft geschrieben: Die Gesellschaft leitet so brutal aufgedrungenen Kampf Schulter an Schulter siegreich zu feit der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats aus. Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. das" House of Refuge( wörtlich: Haus der Zuflucht) auf Randall's Ende führen. Ein Zurück wäre Feigheit; es wird wieder Sonnen- Sonntag, den 3. Februar, Vormittags 11 Uhr, Adalbertstraße 21: Eiland und hat dort, angeblich um den Kindern ein Handwerk bei- schein. Hoch der Fachverein! Versammlung. zubringen, mit dem sie sich später ernähren können, eine reguläre Zum Streik der Braunschweiger Former. Kollegen, - Tischler- Verein. Wiener Maskenball am Sonnabend, Fabrit errichtet, in welcher an 500 Knaben mit der Anfertigung Arbeiter! Der hier am 5. November v. J. ausgebrochene Streit, den 9. Februar, Abends 9 Uhr, im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. " billiger, gewebter Strümpfe beschäftigt werden. Die Behauptung, die Kinder sollten ein Handwerk lernen, ist nur eine fromme" sowie die am Freitag, den 7. Dezember erfolgte Aussperrung der An die Maler, Lackirer, Anstreicher und ver= Lüge; denn in allen Strumpffabriken des Landes arbeiten nur Former Braunschweigs( 169 Mann an der Zahl), dauert unverwandten Berufsgenossen Berlins. Es sollte Dienstag, den Mädchen und keine Männer, und in der Anstalt nur Knaben, die ändert fort. Die Unternehmer haben sich nach auswärts zu ihrer 5. Februar, Abends 8 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobſtraße 48a, nach der Entlassung ebenso leicht eine Anstellung als Millionäre eine öffentliche Versammlung stattfinden, Tagesordnung: 1. Zwed wie als Strumpfweber finden könnten. Der Zweck der Einführung Unterſtügung gewandt und ist Seitens des Verbandes der deutschen und Nußen der Berufs- und Lohnstatistik. Referent: Herr Mag ist ein ganz anderer: die Knaben arbeiten ohne Lohn; Miethe, Gisengießereien bei einer Zusammenkunft in Hannover der Beschluß Schippel. 2. Verschiedenes. Polizeilich nicht genehmigt. Heizung u. s. w. der Fabrik und alle anderen Kosten bezahlt die gefaßt, überall wo die Fabrikanten mit den Arbeitern in Konflikt Verein zur Wahrung der Interessen der Klaviera Stadt; die Gesellschaft kann also sehr billig verkaufen und andere seien, die Ersteren dadurch zu unterſtüßen, daß ihnen von den arbeiter und verw. Berufsgenossen. Versammlung am Sonnabend, Fabrikanten unterbieten! Aehnlich sind ja auch unsere Vereine zur Versorgung entlassener Strafgefangener" anderen Eisengießereien die Arbeiten zum Selbstkostenpreis geliefert den 2. Februar, Abends 82 Uhr, Kommandantenstr. Nr. 77-79. ( Gratweil'sche Bierhallen). wenn auch nicht in der Absicht, so doch in der Wirkung werden. Um so mehr thut es noth, daß die Arbeiter zusammenKranten und Sterbekasse der deutschen Wagen richts als Vereine zur Besorgung spottbilliger Arbeitskräfte, da der halten. Mit unserem Siege wird ein bedeutender Fortschritt in der bauer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Maskenball am entlaffene Gefangene froh ist, nur überhaupt unterzukommen, wenn Entwickelung der Arbeitersache gemacht sein. 2. Februar in der Berliner Bockbrauerei, Tempelhoferberg, nicht der Lohn auch noch so erbärmlich ist. Die Sperre in den Hamburger Eisengießereien dauert stattfindet, da hierzu die polizeiliche Genehmigung nicht ertheilt ist. Nicht blos Amerika, auch Berlin hat seine ,, Pinkertons", d. h. private Geheimpolizisten, welche den Verkehr der fort. Von Seiten der Arbeitgeber wird Alles aufgeboten, den Sieg Arbeiter und Angestellten überwachen müssen, sei es um Auf- davonzutragen, denn der Zuzug aus Böhmen und Oberschlesien ist lehnungs- und Streifgelüfte, sei es um Unreellitäten zu entdecken. sehr stark, da die Fabrikanten ihre Agenten in dortiger Gegend So heißt es z. B. in einem Schreiben, das unter dem Datum des haben. Deshalb ersuchen wir alle Arbeiter, Zuzug fernzuhalten und 11. Oftober 1886 an eine namhafte hiesige Firma seitens eines uns nach Sträften zu unterstützen. Alle brieflichen Anfragen richte man an H. Ostfeld, Niedernstr. 120. Gelder zur Unterstüßung an Berliner Privatdetektivinstitutes gelangte: 2. Eskelson, Paulstr. 40. Die Stommission. ,, Durch mehrere Inhaber erster Firmen veranlaßt, eröffne ich unterm heutigen Tage ein Privat- Detektiv- und Auskunfts- Institut. Brieftast en. Braunschweig. Es ist ein Irrthum, daß der 1870 ver haftete und verurtheilte Schneider A. Kühn in Braunschweig identisch ist mit dem jezigen Breslauer Abgeordneten. W. H. Bei Arbeitslosigkeit erlischt Ihre Mitgliedschaft ohne Kündigung. Restaurant Möbel, Spiegel- u. Polfierwaaren- Magazin Rud. Wendt 116 Dresdenerstrasse 116 zwischen Oranienplatz u. Bukowerstr. Vorzügliches Weiß- und Bairisch Bier. Speisen in großer Auswahl. Arbeitsnachweis für Tischler, Schlosser, Maler und Buchbinder. Billard und Kegelbahn zur Verfügung. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager, empfiehlt [ 39 E. Wilschke, Junkerstr. 1. Ecke d. Markgrafenstr. Quittungsmarken& ASTE Kautschukstempel- Fabrik der EVER Verein Feilenhauer von [ 46 Conrad Müller Schkeuditz- Leipzig empfiehlt sich allen Arbeitervereinen, Krankenkassen u. f. w. Ausführung sauber und schnell. Preislisten gratis und franko. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager bon C. Klein. 15. Ritterstraße 15. [ 40 Dafelbft Zahlstelle der Gürtleru.Bronceure( E.H.60.) 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