Merliner Soeial-Politisches Wochenblatt. Die Verlängerung des Sozialistengesetzes. — Normalarbeitstag und Arbeitszeitverkürzung. — Die Lage des Proletariates in Italien. II. — Ein Spitzel und ein Fälscher.— Aue Frauenfrage.— Vom Arbeitsbureau in Washington. Modernes Elend. Skizze aus dem Dres- dener Asyl für Obdachlose von.Hermann Teistler. — Die Maschine im Schumachergewerbe.— Klaffenglück und Massenglück. Politische Nachrichten.— Gewerkschaft- liches.— Vereine und Versammlungen. Das Sozialistengesetz wird uns nlso— wie das preußische Ministerium unter Vorsitz des Fürsten Bismarck am Sonntag beschlossen haben soll— wahrscheinlich unverändert erhalten bteibem Die armen Nationalliberalen, die sich fruchtlos ihren Kopf über einen genügenden„Ersatz" des unersetzlichen Ausnahmegesetzes zerbrachen, werden sich rasch mit dieser Thatsache zu versöhnen wissem War ihnen das Ausnahme- zesctz doch nur darum uuangene.iu, weil sie den im mer < wiederkehrenden„aufregenden" Diskussionen über die Verlängerung des Gesetzes ans dem Wege gehen wollten. Das Gesetz ließen sie sich schon gefallen, aber die beständigen Debatten über seine Dauer, das ist es, was sie fürchten, und was sie beunruhigt. Der Sozialdemokratie kann es natürlich vollkommen gleich sein, ob sie auf dem Wege des Ausnahmegesetzes geschmort oder auf dem Wege eines Spezialgesetzes, das doch auch ein Ausnahmegesetz ist und bleibt— auch wenn es im Rahmen des gemeinen Rechtes seinen Platz fände— gebraten wird. Der künftigen Diskussion dieser Ausnahmebestimmungen würden die Anhänger derselben— auch wenn es anders gekommen wäre wie nach der Sonntagsntzung zu ver- muthen ist— auf keinen Fall überhoben gewesen sein. An dem Tage, wo das Ausnahmegesetz in irgend welcher Form eine dauernde Institution wird, erwächst für die sozialdemokratische Vertretung im Reichstage die Pflicht — und sie wird diese Pflicht erfüllen— in jeder Session des Reichstags den Antrag auf Aufhebung der Ausnahmebestimmungen zu stellen. Damit wird die Diskussion aufs Neue eröffnet, wird die umfänglichste Kritik der Gesetzesbestimmungen und ihrer Handhabung möglich und zwar unter Bedingungen, die für die An- Hänger des Gesetzes noch ungünstiger sind als gegenwärtig. Aber wenn auch, wie nunmehr wahrscheinlich, das Ausnahmegesetz in seiner jetzigen Gestalt abermals ver- längert wird, so tritt auch künftig die Frage an die sozial- demokratische Fraktion heran, ob sie die Diskussion über die Aufhebung des Gesetzes durch einen bezüglichen Antrag nicht alljährlich erneuern will. Sic hat gar keine Verpflichtung zu warten, bis der Endtermin herankommt. Die Furcht der Reichstagsmehrheit vor solchen Diskussionen und der Widerwille der Maffen gegen die Ausnahmegesetze muß ausgenützt werden. Die Fraktion muß aggressiv vorgehen, je aggressiver, um so besser. Zum Normalarbeitstag und zur Arbeitszeit- Verkürzung. Die„Achtstundenfrage" wird neuerdings in einer Broschüre des Engländers Tom Mann(Eight hours a day) behandelt, aus welcher wir, obwohl nicht in jeder Beziehung mit deren Inhalt übereinstimmend, einen Aus- zug bringen, welcher die hauptsächlichsten Argumente für den Achtstunden- und damit für den Normalarbeitstag enthält. Mann schreibl: „Wir haben in Großbritannien ungefähr sieb en Millionen erwachsene Arbeiter, die, abgesehen von Ueberarbeit, täglich neun Stunden arbeiten. Rechnen wir einmal aus, wie Vielen Arbeit verschafft werden kann, wenn man die Anzahl der Arbeitsstunden um eine ver- mindert. Von den sieben Millionen Arbeitern sind nach ungefährer Schätzung 900 000 ohne Beschäftigung, was mit ihren Frauen und Kindern eine Gesammtzahl von 3'/- bis 4 Millionen Menschen ausmacht, die sich ohne Existenzmittel befinden. Nimmt man nun den sechs Millionen Arbeitenden je eine Stunde Arbeitszeit ab, so entsteht sofort ein Bedarf nach 750 000 anderen Arbeitern, um die Arbeit der abgezogenen Stunden zu verrichten. „Diese 750 000 Arbeiter, aus dem Elend gezogen, beginnen sofort zu„leben und leben zu lasten", so daß sie einen neuen Strom in der Produktion erzeugen, denn es sind so viele Konsumenten mehr. Heute sind es nur Elende. „Es ist wahr, es wird wohl nicht lange anhalten, der heurige Zustand wird zurückkehren durch die Verbeste- rungen an den vorhandenen Maschinen und durch neue Erfindungen auf dem Gebiete der Industrie. Doch in der Zwischenzeit wäre viel Elend gelindert, während den Arbeitern die freie Stunde zi�.-.»eiteren geistigen Eni- wicklung dienen kann. „Ich weiß, daß Viele behaupten, die Einführung des Achtstundentages werde alle Hoffnung auf Beseitigung des Lohnsystcms nehmen, da die Arbeiter sich mit ihrem Loos zlifrieden geben würden, wenn die Lebensbedingungen günstigere sind. „Doch ist das gerade Gegentheil wahr. Ich bin selbst Arbeiter, seit meiner Jugend habe ich auf dem Felde, in Minen und an sonstigen Werkplätzcn gearbeitet, ich weiß aus Erfahrung, welchen Nutzen ein streb- famer Arbeiter aus einer freien Stunde ziehen kann. Ick kenne englische Arbeiter, die in ihrer Jugend und selbst im reiferen Alter für den normalen Arbeitstag kämpften, um eine Abendschule besuchen oder in den Lese- sälen und Bibliotheken ernste Werke lesen zu können, um sich so einen richtigen Begriff über die sozialen und öko- nomischen Fragen zu bilden „Ein zweiter Einwurf gegen das Achtstundensystem ist folgender: Wie wünschenswenh es auch sei, die Arbeits- stunden zu vermindern, so ist dies dock) unmöglich durch die Konkurrenz des Auslandes. Nimmt man dort das Achlstundcnspstem an, dann kann es in England ebenfalls geschehen; wenn nicht, thun wir es auch nicht. „Darauf antworte ich, daß jeder englische Arbeiter (au einem Arbeitstag von neun Stunden) mehr verrichtet, als ein Arbeiter irgend welcher europäischen Nation. Und was übrigens unsere einheimischen Jndusiriefächer betrifft, so ist die Klage über die fremde Konkurrenz nur ein Sprüchelchcn, welches der Unternehmer erfindet, uni seinen „Händen" die unverschämtesten Zumuthungen zu machen. „Verstehen wir wohl, daß der Reichthuni nur einer einzigen Quelle entfließt, nämlich der nützlichen, d. i. gewinn- gebender Arbeit. Je mebr Arbeiter, je mehr Rcichlhum, wenn man, wohl zu verstehen, genügend Rohmaterial in Vorralh hat. Und so lange die Welt besteht, haben die Menschen mehr erzeugt, wie sie verbraucht haben sammt ihren Familien. „Die Zahlen beweisen, daß England in einem kurzen Arbeitstag mehr erzeugt, denn irgend eine Nation des festen Landes. Der Engländer arbeitet neun Stunden, während in anderen Ländern noch ein Arbeitstag von 12, 14 bis 16 Stunden üblich ist, ohne die Ueberzeit zu rechnen. Und dennoch, welche Ergebniste! Giebl es ein mächtigeres Argument für das Achtstunden-Sristem? „In einem Pariser katholischen Blatt(La croix) stand unlängst:„Die Sonntagsarbeit, das übermäßige Arbeiten von Frauen und Kindern und selbst von er- wachsenen Männern, wüthet gleich einer Pest in ganz Europa. Das Uebermaß an Arbeitsstunden an Sonn- und Wochentagen ruinirt diejenigen, welche arbeiten, und läßt diejenigen verhungern, die nichts zu arbeiten haben." Hier ist der Christ mit dem Sozialisten vollkommen einig. „Die wichtigste Schlußfolgerung hieraus ist— fährt Mann fort— daß es nicht die Länder sind, wo die niedrigsten Löhne gezahlt werden, welche am besten mit der englischen Industrie konkurriren können. „Nehmen wir ein einzelnes Beispiel aus unserer Industrie. Die Eisenschiffbau-Unternehmer und Arbeiter dieser Brancke lagen in den letzten drei Jahren in stetem Zwist. Die ersteren blieben dabei, daß die Schiffbauer des Festlandes uns den Rang ablaufen würden, wenn die englischen Arbeiter nicht zustimmten, eine Lohnverminderung und Arbeilszeiterhöhung zu akzeptiren. Es wurde eine Deputation von Arbeitern nach dem Festland gesendet, um den wahren Stand der Dinge zu untersuchen. Sie stellte fest, daß Deutschland unser meist zu beachtender Konkurrent sei. Im Jahre 1885 lieferte Deutschland 22 326 Tonnen (d. i. eine Anzahl Schiffe, die zusammen so viel fassen konnten). Doch in England ließ eine einzige Firma am Clyde für 40 000 Tonnen vom Stapel. Frankreich er- zeugte 10 000 Tonnen, Belgien 5212; doch im selben Jahre kamen auf dem Tyne allein 103 000 Tonnen aufs Wasser! „Die englische Industrie mit höherem Lohn und weniger Arbeitszeit hac a'tjo kernen einzrgen ernstlichen Konkurrenten, indem das Festland bei übermäßiger Arbeit und Hungcrlöhnen nur 100 000 Tonnen erzeugte gegen 540 182 von den englischen Werften gelieferten Tonnen. Diese Untersuchung war entscheidend. „Ist es nickt hohe Zeit, angesichts dieser Thatsachen, daß wir das Achtstunden-System einführen, ohne zu warten, daß das Festland uns das Vorbild gebe? Ist es nicht hohe Zeit, daß wir die Herabsetzung des Arbeits- tag es fordern, um unseren Brüdern, die jetzt durch gezwungene Arbeitslosigkeit auf den Straßen laufen, Arbeit zu verschaffen? Alle Arbeiter müssen hierbei mitwirken, um sobald als möglich den glücklichen Tag begrüßen zu können, an dem jeder Arbeiter Arbeit und kein einziger deren zu viel haben wird." Und was für England in dieser Beziehung gilt, das gilt in noch bedeutend stärkerem Maße für Deutschland mit seinen endlosen Arbeitslagen. Die Lage des Proletariates in Italien. Ii. Z Die Ausnutzung der Masse hat in Italien einen so hohen Grad erreicht, daß die Interessen der Bour- geoisie selber bei den verschiedenen Seiten dieser Ausbeutung mit einander in Konflikt gerathen. Die Hungerlöhne, welche der Kapitalist zahlt, drücken die Konsumfähigkeit des italienischen Proletariats auf das niedrigste Niveau, es kann nur ein Minimum konsumiren, und wenn dieses Minimum durch in- direkte Steuern �vertheuert werden soll, so kann seine Kaufkraft der Steigerung nicht folgen. Die italienische Regierung vertheuerte dem Volke Alkohol und Tabak, da aber die Arbeitgeber die Löhne nicht steigerten, sd)ränkte der Proletarier seine Ausgaben ein. Obgleich die in- direkten Steuern auf Gebrauchsartikel durchgängig er- höht wurde», zeigen die aus ihnen gewonnenen Einkünfte doch ein Minus von 20 Millionen, das sich nur durch den schrecklichen Nothstand, nur durch die stark gesunkene Kaufkraft der Masse erklärt. Wo der Kapitalist genommen, da hat der Staat das Recht verloren, könnte man ein be- kanntes Sprichwort parodiren. Trotz alledem laufen die vorliegenden Pläne über die Ausgleichung des Defizits darauf hinaus, dasselbe durch weitere indirekte Steuern zu decken, in erster Linie durch eine Erhöhung der Salzsteuer um 5 Centesimi pro Kilo- gramm, durch Steigerung der Register- und Stempelsteuer, durch Einführung einer Abgabe auf Maaße und Gewichte, auf die Eisenbahnbillets, durch Erhöhung der Tarife für Transport— lauter Abgaben, die im Wesentlichen auf das produzirende und konsumirende Volk abgewälzt werden können. Ganz bescheiden und verschämt wagt sich neben allen diesen Projekten der Plan hervor, den Grundbesitz mit| standen, sondern nach deren fiktivem Werthe berechnet| " 1 Seine Aussagen sind natürlich höchst zweifelhafter weiteren 10 Centefimi zu besteuern, und dieser Plan stößt waren. Der unvermeidliche Krach führte zu einem rapiden Art, aber selbst sie beweisen von neuem, daß die englische auf den energischen Widerstand der gesammten Grund- und beträchtlichen Sinken der Preise Beider, die Banken Regierung gar nichts Besseres thun kann, um die Sache und Fabrikbarone, während der stärkere Druck der indirekten zweiter Größe gingen in der Folge pleite, die Banken des Clan- a- gael und der irischen republikanischen BrüderSteuern als etwas Selbstverständliches betrachtet wird. erster Ordnung schränkten ihre Geschäfte ein, die Börse schaft zu fördern, als Irland mit Ausnahmegesezen Nur hin und wieder werden Stimmen laut, welche eine ward mit werthlosen Papieren überschwemmt, die weder zu behandeln, und daß die Anwendung der Gewalt Steigerung der Staatseinkünfte durch Erhöhung der in- in Paris noch London und Berlin Abnehmer fanden. Es regelmäßig zu Gewaltthaten seitens der Unterdirekten Steuern für ein Ding der Unmöglichkeit erklären, fehlte am Kapital, um weiter zu spekuliren und weiter zu drückten führt. Je härter die englische Regierung in Irland verfuhr, desto größer wurde die Macht und der ,, da das italienische Volk bereits auf ein Nahrungs- bauen. In hervorragender Weise hat auch die auf Rechnung Einfluß der Geheimbündler und desto mehr Anhänger regime angewiesen sei, das nur Brot und Salz aufweise", da ,, der Nationalreichthum auf der Halbinsel sehr ungleich des Liebäugelns mit Deutschland zu seßende Nichterneuerung fanden sie für ihren Endzweck: Irland vom britischen vertheilt und die Masse der Staatsbürger nicht reich sei des Handelsvertrags mit Frankreich dazu beigetragen, daß Joche zu befreien und für Irland als Republik die nationale und sehr mäßig lebe." Die einzigen Gebrauchsartikel, die die Krise mit Riesenschritten heraufzog und Riefendimen- Selbständigkeit und Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Dieser geeignet seien durch höhere Besteuerung das Staatsein- fionen annahm. Die Nichterneuerung des Handelsvertrags 3weck wird in allen Proklamationen an die Mitgliederkommen zu vergrößern, seien Brot und Salz, und diese zwischen beiden Ländern hat eine fast gänzliche Störung und in den Befehlen an die einzelnen Lager" beständig in Friedenszeiten ins Unerschwingliche zu vertheuern sei der Handelsbeziehungen zwischen denselben im Gefolge wiederholt. Alle Mitglieder sind Soldaten in der geheimen nicht rathsam. In einfachem Deutsch will der aus einem geführt, die in geradezu lähmender und tödtender Weise Armee, die, wenn man den Angaben Carons trauen darf, ,, gemäßigten" Blatte herausgegriffene Passus einfach be- auf die gesammte italienische Industrie zurückwirkte, und über 60 000 kampffähige Männer zählt, welche auf den sagen, daß der italienische Nationalreichthum Eigenthum dies nicht nur direkt, sondern auch indirekt dadurch, daß Tag warten, wo England in einen auswärtigen Krieg weniger Kapitalisten, daß die Masse in einen Pauperismus sie die Börse von Paris beinahe gänzlich gegen die schon verwickelt ist, um auf ein gegebenes Signal sich zu erheben versunken ist, der sie zu einer unmenschlichen Existenz ver- ohnehin ungern afzeptirten, oft unsicheren italienischen und den Kampf um Irlands Freiheit und Unabhängigkeit urtheilt, so daß sie sich fast ausschließlich von trockenem Werthe schloß. Die aus Abbrechung der kommerziellen mit dem verhaßten Erbfeinde aufzunehmen. Die Heißsporne Brote mit Salz ernährt.*) Wolle man auf die indirekte Beziehungen mit Frankreich entstandene Umsagverminderung der Partei wollten im Jahre 1879 losschlagen; die leitenSteuerkraft der Masse spekuliren, so müsse man Brot und des italienischen Handels wird für das vergangene Jahr den Personen wußten dies aber abzuwenden und überSalz wie in Kriegszeiten besteuern und vertheuern, was auf zirka eine Milliarde geschäßt. Das Staatsbudget zeugten die Dränger, daß die Armee" nicht genügend indeß ein kizliches Ding sei, da die Masse dann aufmucken allein schon weist einen Ausfall von fast 100 Millionen gerüstet, eingeübt und organisirt sei, um den Kampf mit könne, denn von Nichts könnte sogar der an Entbehrungen Zollsteuern auf. Natürlich ist es der arme Mann, der dem wohl vorbereiteten Gegner aufzunehmen. Der offenegewöhnte italienische Plebs nicht leben. hier und da den Ausfall zu tragen hat, hier durch Ver- Aufstand in Irland hing aber damals nur an einem Der hochkonservative englische" Standard" läßt sich minderung oder Versiegung seiner Einnahme, da durch Faden; alle Pläne zum Miethen von Schiffen und zur Landung der irisch- amerikanischen Korps waren entworfen über die italienischen Budget- und Steuerverhältnisse die Erhöhung seiner Lasten. Aeußerung entschlüpfen, daß das italienische Budget außer- Der allgemeine Nothstand des italienischen Proleta-( und von Caron an die englische Regierung verrathen); halb aller vernünftigen Verhältnissen gewachsen ist, und riates gelangt nicht nur in den Manifestationen zum Aus- Waffen und Munition waren in Irland massenhaft eindaß, wenn heute die Arbeiterklasse in den Städten und druck, er äußert sich auch in einer bedeutenden Zunahme geschmuggelt; Geld zur Kriegführung befand sich vollauf auf dem Lande ihre Unzufriedenheit mit der für sie ge- der Verbrechen gegen Personen und Eigenthum. In in den Kassen der Bündler; die Zeit begünstigte außerdem schaffenen Lage ausdrücken, die Schuld davon nur an Süditalien hat das Banditenwesen beträchtlich weiter um mit ihrer Noth und der Härte der damaligen Zwangsden Regierenden liegt, welche das Land weit über seine sich gegriffen, seitdem die agrikole Krise herrscht. Vor gefeße einen allgemeinen Aufstand in Irland; England. Kräfte und über das, was das Nationalgefühl verlangt, Allem aber ist die stetig steigende Zahl der aus Italien hatte aber die Hände frei und konnte seine ganze Macht belastet haben." Auswandern den ein guter Gradmesser für die Misère gegen die Iren wenden. So unterblieb, troß allen Drängens. " Am 21. Februar bedeutungsvoller Tag zu sein " es scheint dies überall ein stand Mr. Pigott zum ersten Male den ganzen Tag im Zeugenverschlage. Er hatte zunächst- wir folgen hier dem ,, Berl. Tgbl." -nur die einstudirte Rolle zu spielen; er hatte die Antworten auf die Fragen zu geben, welche ihm ein Anwalt der„ Times" stellte. Es klappte da Alles wunderschön, Während der Staat immer höhere Anforderungen an der gesellschaftlichen Zustände. Niemand kann es dem eines großen Theiles der Bündler, die Revolution, nachdie Steuerkraft stellt, werden die Erwerbsverhältnisse italienischen Arbeiter verargen, wenn er den Staub des dem zwei Abgesandte des Erekutiv- Komitees über die Lage täglich ungünstiger. Industrie und Ackerbau fallen aus Vaterlandes von den Füßen schüttelt, das ihm nur den der Dinge in Irland berichtet hatten die eigentliche einer Krise in die andere, die Hungerlöhne wechseln mit Bettelstab, den Banditismus und das Gefängniß bietet. parnellitische Agitation nahm ihren gewaltigen Aufvollständiger Arbeitslosigkeit ab. Der kleine Grundbesitz Nicht nur in die Nachbarländer, auch nach Amerika ergießt schwung und gab den Vertretern Irlands die gewaltige des ganzen Landes, der Nordprovinzen sowohl wie von sich ein breiter Strom Derer, denen im Lande üppiger Macht, mit der alle englischen Staatsmänner heute rechnen müssen. Apulien und Kalabrien, von Sizilien und Sardinien ist Fruchtbarkeit der Hungertod entgegen grinst. Nun aber zu dem Fälscher der„ Parnellschen" Briefe gründlich ruinirt. Nur die großen Latifundienbefizer Ist es die Schuld der italienischen Arbeiter, daß sie -Mr. Pigott, der für schweres Geld einem Mittelsmann treiben nach wie vor ihr Schäfchen ins Trockene und der vaterländische Kapitalist an eine niedrige Lebenshaltung, scheeren es reichlich, der Kleinbesizer ist dagegen meist daß er sie daran gewöhnt hat, sich mit einem Hungerlohn der Londoner Times" die gravirendsten Schriftstücke nicht in der Lage, sein Fleckchen Land zu bewirthschaften. zufrieden zu geben, ist es ihre Schuld, daß der französische, verschafft hat, unter der Zusicherung, fie rührten alle von Tausende kleinbäuerlicher Eigenthümer haben ihre Gütchen deutsche und amerikanische Kapitalist auf diesen Umstand Parnell selbst her. an den Staat abgetreten, da sie außer Stande waren, die spekulirt, um billige Hände zu kaufen und die Löhne zu rückständigen Steuern zu entrichten, da der Prozentsaz der drücken? Schlägereien und Reibereien zwischen inländischen Staat- und Kommuneabgaben oft 70-80 Prozent ihres und eingewanderten Arbeiten werden den Mißstand durch Einkommens beträgt. Hunderte von Kleinbauern aus der aus nicht beseitigen, er kann allein bekämpft werden durch Gegend von Sorso( Sardinien) suchen in einer Petition gründliche Besserung der sozialen Verhältnisse. Ian die Regierung um Erlaß der Grundsteuer nach. Die Konkurrenz des Großbefizes und des Auslandes, Mißernten und hohe Abgaben haben für den italienischen Der große Prozeß, durch welchen Parnell und seinen und die Erzählung, welche Mr. Pigott davon gab, wie er Kleinbauer eine fürchterliche Krisis geschaffen, welche der Großgrundbesitz als Vorwand gebraucht, sich selbst einer Freunden die Verbindung mit den verschiedensten Gewalt- die Briefe von dem Fenier Murphy nach vielen Kreuzhöheren und bequem zu ertragenden Belastung' zu entziehen. thaten in Irland nachgewiesen werden sollte, hat mit und Querfahrten erhielt, war ganz„ gruslich": ein dunkles höheren und bequem zu ertragenden Belastung zu entziehen. einem kläglichen Fiasko der„ Times" und der mit ihr Zimmer; zwei Kerzen brennen mit mattem Schein und Die Lage der bäuerlichen Lohnarbeiter entspricht derjenigen verbündeten englischen Toryregierung geendet, sodaß die beleuchten ein Kruzifix und einen Todtenkopf; fünf Männer der Kleinbesizer. In Piemont, der Lombardei, Venetien, in den südlichen Provinzen und Sizilien nebst Sardinien Leute, welche Parnell eine Falle zu legen gedachten, nur mit Masken fizen um einen runden Tisch, und Pigott wolle, von denen er die Briefe erhalten. Erst nachdem liegen Tausende von bäuerlichen Arbeitern auf den Land- Reklame für ihn gemacht und sich selber gewaltig bloß- muß schwören, daß er nie die Namen derjenigen verrathen gestellt haben. straßen und Plägen, brechen vor Erschöpfung und Hunger Charakteristisch für den Prozeß sind nun einige Zeugen. er diesen feierlichen Eid geleistet, werden ihm die Briefe zusammen und betteln um Brot für die zahlreichen Da ist zunächst ein Spizel, Major 2. Caron. gegen Baarzahlung von 500 Pfund Sterling( 10 000 mart) Kinder. In dem Distrikt von Corato allein sollen 20 000 Garon war im nordamerikanischen Bürgerkrieg Offizier in ausgeliefert und per Kassa noch mehr derselben Waare brotlose Landarbeiter herumlungern. Die Deputirten von der Armee der Vereinigten Staaten und trat im Jahre angeboten. Aber„ Schweigen" oder„ Tod"! Ja, wenn es feine Kreuzverhöre gäbe! Sardinien drohen mit einer Massendemission, wenn die 1865 in den Bund der Fenier( den bekannten irischen Ein Spikel und ein Fälscher. " Regierung nicht Hafen- und Eisenbahnbauten in Angriff Geheimbund). Er wurde bald in den inneren Rath" Gleich zu Anfang der Nachmittagssigung begann für nimmt und den erschütterten Kredit" wieder herstellt. gewählt und im Jahre 1869 mit der Aufgabe betraut, Mr. Pigott die schlimme Zeit. Sir Charles Russel, Die industrielle Krise wüthet nicht minder schrecklich einen bewaffneten Einfall in Kanada zu organisiren, der Parnells Advokat, spielte bald mit ihm, wie die Kaze mit als die agrikole. Nur in Toskana und Mittelitalien ist gleichzeitig mit der Landung der Fenier in Irland und der Maus. die Lage in industrieller Beziehung eine relativ erträgliche. der offenen Empörung auf der grünen Insel stattfinden Bigott bekam allem Anscheine nach Angst, als er sah, In allen anderen Theilen des Landes stehen Hunderte von sollte. Der fenische Major warb Truppen in den Ver- zu welchem Zwecke die Parnell'schen Briefe von ihm erBetrieben geschlossen, liegen Tausende von Proletariern einigten Staaten an, gewann in Kanada Anhänger und worben worden waren; er fürchtete ihre Veröffentlichung, auf dem Pflaster, durchziehen die Straßen der Städte, um hielt die kanadisch- englische Regierung gleich in der„ Times", und als der Zeitpunkt hierfür nahe Arbeit oder Brot bittend. Es giebt fast keine italienische zeitig von jedem seiner Schritte unterrichtet! rückte, ſette er sich mit dem Dubliner katholischen Stadt, für die nicht Manifestationen der Arbeitslosen zu Niemand ahnte im fenischen Bunde seinen Verrath, und Erzbischof, dem bekannten Nationalisten Walsh, ins verzeichnen wären, Manifestationen, die der Regel nach er behielt das volle Vertrauen der leitenden Persönlich Einvernehmen. Unter dem Siegel des Beichtgeheimnisses" ruhig und friedlich verlaufen, nichts desto weniger aber feiten, welche er im Jahre 1880 abermals verrieth, als entspann sich eine Korrespondenz, welche am 21. Februar durch Maffenverhaftungen beantwortet werden. In ganz er nach Paris berufen und von da nach Irland gesandt Mr. Pigott in Erinnerung gerufen wurde. Er erinnerte Oberitalien leiden besonders die Bauhandwerker, in Mantua find z. B. die Maurer schon seit drei Monaten ohne Be- firen. Während er im vollen Vertrauen Egans, O'Kellys, flären, warum er sich an den Erzbischof gewandt; die Sache find z. B. die Maurer schon seit drei Monaten ohne Be- wurde, um dort die Geheimgeſellſchaften besser zu organi- sich derselben ganz deutlich; er weigerte sich aber, zu erschäftigung. Davitts und anderer von ihm genannter Führer stand, sei ein ,, Beichtgeheimniß", und der Erzbischof habe ihm Anlaß zu den stürmischen Manifestationen der Arbeits- hielt er wieder gleichzeitig die englische Regierung über darum alle seine( Pigotts) Briefe zurückgesandt, wie auch lofen von Rom gab in erster Linie der Nothstand der Alles auf dem Laufenden! er dem Erzbischof die von ihm geschriebenen Briefe wieder Erd- und Bauarbeiter. Die Projekte großartiger Kom- Carons Verhör dauerte mehrere Tage. Der sehr anzugestellt habe. munal- und Staatsbauten hatten Laufende von Arbeitern rüchige Zeuge erklärte natürlich, daß er„ nur aus Loyalität ,, Haben Sie dem Erzbischof geschrieben, daß Parnell nach Rom gelockt, in Folge des Nothstandes, der Ebbe, und Liebe zum Vaterlande" in seiner Eigenschaft als und die nationale Sache eine große Gefahr bedroht, und. die in allen öffentlichen Kassen herrscht, wurden die meisten britischer Unterthan und ehemaliger Offizier und mit der daß Sie in der Lage seien, durch Aufdeckung der Umtriebe, der angefangenen Arbeiten unterbrochen oder gar nicht erst Absicht Mitglied des berüchtigten Geheimbundes Clan- a- gael, die zu dieser Gefahr geführt, die Gefahr selbst zu beseitigen in Angriff genommen. d. h. der irischen Brüderschaft, geworden ist, um in ihre und die Angreifer Parnells unschädlich zu machen?" fragte Zu der Krise der Baugewerke hat außerdem ganz Geheimnisse eingeweiht zu werden und sich durch deren Sir Charles Russel, der Vertheidiger Parnells. bedeutend die schamlose Spekulation auf Baustellen und Mittheilung an die englischen Behörden und durch den Niemals!" erwiderte Pigott. Auf Ihren Eid, Mr. Häuser beigetragen, die aus den ersten Jahren des Sieges Verrath der geplanten Anschläge nüßlich zu erweisen. Pigott, Sie haben nichts dergleichen geschrieben? ,, Bitte sehen Sie diesen Brief an, der Bourgeoisie datirt. Zumal der römischen Aristokratie Ueber zwanzig Jahre gehörte Caron dem Geheimbunde bestimmt nicht!" und Bourgeoisie hatte sich ein wahres Bau- und Spekula- an. Er führte ein Tagebuch, in welchem er alle Vor- aber lesen Sie ihn nicht, ist er von ihrer Hand?" tionsfieber bemächtigt. Bau- und Häuserbanken wurden kommnisse von irgend welcher Bedeutung und Bemerkungen Bigott sieht den Brief an; er wird kirschroth und gegründet, die eine Masse von Obligationen( Schuldver- über die hervorragenden Mitglieder des Bundes und ihre schweigt. Ist der Brief von Ihnen, ja oder nein?" schreibungen) herausgaben, die in keinem Verhältniß zum Beziehungen zu den irischen Führern niederschrieb; zugleich donnert Sir Charles. „ Ja." ,, An Erzbischof Walsh. reellen Werth des Grund und Bodens und der Immobilien der Erzbischof hat mich verrathen! „ Ja sammelte er alle Erlasse des Erefutiv- Komitees und die gerichtet?" *) Wir haben früher gesehen, daß auch das Salz vielfach ein an ihn gerichteten vertraulichen Briefe der Leiter der Ver- Ich glaubte, er habe mir alle Briefe zurückgesandt!" schwörung und ihrer Freunde. Seine Eminenz hat einen behalten, wie Sie sehen!" Lurusartikel ist, den der italienische Proletarier entbehren muß. " " Nein, ,, Er hat kein Recht dazu gehabt es ist ein Bruch des| Beichtgeheimnisses! Es ist unerhört! noch nicht dagewesen!" ,, Machen Sie das mit Sr. Eminenz ab, Mr. Pigott, ich werde Ihnen jezt Ihren Brief vorlesen!" Als die Richter zögern, ruft Russel mit größtem Pathos: " Euer Lordschaften haben darüber zu wachen, daß die Gerechtigkeit freien Lauf habe. Es ist Gefahr im Verzuge, wenn ich nicht sprechen darf, daß die wahrhaft Schuldigen entrinnen. Es handelt sich darum, den Zusammenhang zwischen Pigotts Fälschung und Und Sir Charles las, zuerst genau dieselben Worte, der Times" und zwischen der Times" und den Ministern Ihrer die Pigott verleugnet hatte, und dann noch einige Seiten Majestät der Königin und damit die Verschwörung aufzudecken, die vertraulicher Mittheilungen, die alle auf die Parnell bevor- zu Parnells Verderben ins Werk gesezt ist." Nach diesen Worten Russels bemächtigt sich unbeschreibliche stehende Bloßstellung hinauslaufen und die Versicherung Erregung aller Anwesenden. Die Richter gestatten Russel das enthalten, daß Pigott in der Lage sei, die Machinationen" Wort, und dieser beschuldigt min die ,, Times" und Houston, den aufzudecken und die Grundlosigkeit" der Anklagen nach Vermittler zwischen der„ Times" und Pigott, ganz offen, Pigott zuweisen.„ Wenn der Erzbischof sich sofort ins Mittel fortgeschafft zu haben, um die Bloßstellung seiner Auftraggeber zu Tegen wolle, so könne ein großer Skandal vermieden und Hierauf folgt ein aufregendes Kreuzverhör Houstons, des eine die nationale Sache bedrohende Gefahr abgewendet Anwalts Soames und der drei Detektives. Houston erscheint werden." Was für eine Gefahr hatten Sie im Auge, schwer kompromittirt. Es ist ein Brief Pigotts aufgefangen, in welchem Pigott dem Mr. Houston anzeigt, daß die Schatulle mit Mr. Pigott?" fragt Russel. Ich weiß nicht." Der bem gefährlichen Inhalt" glücklich verbrannt sei; Houston und die Brief war einige Tage vor dem Erscheinen der Artikel Anderen könnten daher ganz ruhig sein. Parnellismus und Verbrechen" geschrieben: dachten Sie an die bevorstehende Veröffentlichung?"„ Ich wußte ja nicht, daß die„ Times" es veröffentlichen werde!" ,, Nein!" ,, Sie wußten es nicht?" " " " berhindern. Mit der Bekanntgabe, daß Pigott wegen Meineids und Fälschung verfolgt werden wird, schließt die Sizung. Unbeschreibliche Aufregung herrscht in London. Zur Frauenfrage. Warum ist amerikanisches Sklavenhalten nicht in allen Fällen fündhaft? Weil dessen Opfer schwarz find. Warum ist sofortige Befreiung unrecht, gefährlich unpraktisch? Weil die Sklaven schwarz find. Warum soll ein Sechstel des amerikanischen Volkes aus seiner Heimath vertrieben werden? Weil es schwarz ist. Warum sind die Sklaven für die Freiheit nicht geeignet? Weil sie schwarz find. Warum sollen die Sklaven ihren Herren gehorchen? sie schwarz sind. Weil Warum find die Sklavenhalter die besten Nichter über Zeit und Weise der Emanzipation?- Weil die, auf deren Nacken fie stehen, schwarz find." ( Selections from the Writings and Speeches of William Lloyd Garrison. Boston 1852. S. 289.) Die Abfassung eines analogen Katechismus mit der stehenden Antwort:„ Weil sie Frauen sind" wäre auch feine unnüßliche Arbeit. Paulsen hat selbst große Regentinnen angeführt, wie Elisabeth von England, Maria Theresia von Oesterreich, Katharina II. von Rußland: nach ihm wären sie für ihre Stellung ungeeignet gewesen, weil sie nicht für das Waffen„ Hat es Der Druck der öffentlichen Meinung auf das Kabinet handwerk tauglich waren! Mir scheint, Paulsen's BeweisIhnen M. Houston*) nicht gesagt?" Nein!" Woran ist bereits so start, daß der Minister des Innern im verfahren ist ein werthvolles Argument zu Gunsten der dachten Sie also, als Sie diesen Brief an den Erzbischof Unterhause ankündigen mußte, die Regierung werde die Frauenbewegung: sie zeigt, zu welchen schwachen Gründen „ Ich weiß nicht" schrieben?" und etwas Anderes geeigneten Schritte thun, um die Auslieferung des selbst ein sehr gescheiter Gegner derselben jezt seine Zuflucht war absolut aus Mr. Pigott nicht herauszubringen. Er geflüchteten Pigott wegen Fälschung zu erwirken. zu nehmen genöthigt wäre. wußte nicht, was für eine Gefahr für Parnell er gemeint, In der Mittwochsfißung des Parnell- Ausschusses Warum geht unser Autor nicht noch einen Schritt was für Machinationen er im Sinne gehabt, was für theilte der Anwalt der„ Times", Webster, ein aus Paris weiter und deduzirt aus seinen Prämissen, daß die Frauen einen Betrug, den er aufdecken könne auf nichts, ihm zugegangenes Schreiben Pigott's mit, in welchem auch von der Wissenschaft ferngehalten werden müssen absolut nichts konnte sich Mr. Pigott mehr erinnern, dieser erklärte, daß er die veröffentlichten und Parnell und selbst zu Lehrerinnen nicht geeignet sind? Steht doch warum er dies und das geschrieben. zugeschriebenen Briefe zurückziehe und sprach sein Bedauern die Wissenschaft in ursprünglicher Beziehung zur Regierung". Thatsächlich herrschen in Deutschland das in dieser Seine stereotype Antwort:„ Ich weiß nicht" und über deren Veröffentlichung aus. Ich kann mich nicht erinnern" erhielt nur gelegentlich Auf Anrathen Russel's erschien Parnell selbst auf Hinsicht gegen die meisten anderen zivilisirten Staaten eine Abwechselung, wenn er, zweifellos in die Enge getrieben, der Zeugenbank und verficherte eidlich, daß die fraglichen gegenwärtig zurücksteht noch vielfach Ansichten, die von ausrief: Da ist eine Leere in meinem Gedächtniß!" Briefe nicht von ihm unterzeichnet seien. der angedeuteten nicht weit entfernt sind. Aber Paulsen Schließlich lachte Alles, selbst die Richter, und nur die selbst will den Frauen nicht nur das Lehrfach belassen, Anwälte der ,, Times" blieben ernst und sahen finster drein. sondern auch den Beruf des Arztes eröffnen. In der Eins war nunmehr sofort offenbar geworden: das That, wie sehr es wahr ist, daß die Geseze von Männern die„ Times" mit wahrhaft unbegreiflichem, strafwürdigem gemacht sind", geht schon aus dem Umstande hervor, daß Wir hatten in letter Nummer Gelegenheit, wahrhaft bei uns noch immer die Frauen nicht Aerzte werden ,, Leichtsinn" die Anklage gegen Parnell erhoben; sie hatte nicht gefragt, von wem die Parnell'schen Briefe herrührten, vorsündfluthliche Anschauungen über die Frauenfrage, die dürfen, obwohl, was Paulsen sagt, keinem Zweifel unterwie sie in den Besit des Verkäufers gekommen, ob dieser aus Gelehrtenkreisen laut wurden, kurz zu kritisiren. liegen kann: eine zuverlässige Person sei nichts wurde gethan, um Gewißheit über die Echtheit dieser Briefe zu erlangen. Wenn die„ Times" jezt für die Eile, mit welcher sie ihre Tausende von Pfunden für diese" Parnell'schen" Briefe hergab, derb auf die Finger geklopft würde, so wäre das nur eine wohlverdiente Strafe. Die Times" wird den Prozeß verlieren, die gesammten Gerichtskosten im Betrage von mindestens zwei Millionen Mark zu tragen haben und schließlich auch noch wegen verleumderischer Beleidigung zu meinen, daß die Frauen im Wesentlichen jetzt schon die die Frauen zum medizinischen Studium zulasse( was ja Parnells zu einer Buße von so und soviel tausend Pfund Stellung errungen haben, welche ihnen für alle Zukunft auch in mehreren europäischen Staaten geschieht). Amerita Sterling verurtheilt werden. Das dürfte das unvermeid- bleiben muß. Ich dagegen fürchte, wir sind in diesem ist auch hierin dem alten, durch Historie gebundenen liche Ende dieses einzig dastehenden Monstre- Prozesses sein. Punkte von dem Ziele ethischer Entwickelung noch sehr Europa vorangegangen", bemerkt er. Er hätte hinzufügen Im weiteren Kreuzverhör ist der Fälscher Pigott als weit entfernt. Paulsen's Hauptargument gegen die können, daß es auch in anderen Dingen vorangegangen ungewöhnlicher Lump entlarvt worden; es wurde festgestellt, Theilnahme der Frauen am öffentlichen Leben erscheint ist, wie in der Ertheilung des Stimmrechts zu den Gemeindewahlen an Frauen. daß er seiner Zeit sowohl dem irischen Staatssekretär mir als nicht eben überzeugend. Er sagt: Forster, der später im Phönirpark zu Dublin ermordet wurde, als auch dem berüchtigten Fenier Egan seine Dienste angeboten und von Beiden Geld erbeten hat. " Ueberdies hat nunmehr Sir Charles Nussel, Parnells Anwalt, den Beweis erbracht, daß dieselben orthographischen Fehler, welche in den Parnell'schen Briefen" vorkommen, auch sonst von Pigott gemacht worden sind. " Der Verlauf dieser Enthüllung wird in einer Londoner Korrespondenz der ,, Kreuzzeitung" folgendermaßen geschildert: Die ganze Tendenz des Kreuzverhörs ging selbstverständ= lich darauf hin, den Pigott der Fälschung der berühmten Briefe zu überweisen, und mehr als einmal stellte der ge= wandte Advokat Parnell's( Sir Charles Russel) die Frage direkt: Haben Sie die Briefe gefälscht?" Aber wie ge= fügig sich auch sonst der Zeuge erwiesen hatte, konnte weder die geschmeidigste Geben- Sie- es- nur- zu"-Art und Weise, noch der strengste Ton ihn von seinem mürrischen, aber nichtsdestoweniger hartnäckigen: Nein, ich weiß nichts davon" abbringen. In dem einen Briefe Parnells befindet sich nun ein orthographischer Fehler, das Wort hesit- a- ncy ift hesit- e- ncy geschrieben. " Wir freuen uns, heute einige recht beachtenswerthe Aeußerungen wiedergeben zu können, mit welchen Herr Professor Georg v. Gizycki- Berlin die Urtheile des Professors Paulsen über Frauenemanzipation zurückweiſt. Gizycki schreibt in der Voss. 3tg.": ,, Für wenig gelungen halte ich Paulsen's Erörterungen über die Frauenemanzipation. ,, Er scheint( in seiner kürzlich veröffentlichten ,, Ethik") Der Beruf des friegerischen Führers ist die Urform des Regierungsberufes überhaupt. Die abgeleiteten Berufe des Richters und Königs haben jene zur Voraussegung, selbstverständlich können auch sie nur in einer Hand sein, die das Schwert führt. Ein Anhang des königlichen Berufes ist ursprünglich der priesterliche: der Häuptling- König vermittelt den Verkehr des Stammes mit seinen Göttern. Der priesterliche Beruf aber ist wieder die Urform der gelehrten Berufe. Und so steht die Wissenschaft in ursprünglicher Beziehung zur Regierung. „ Jedenfalls hätte auf einem Punkte die Frau einen höchst bedeutsamen Vorzug, nämlich in der Behandlung der Frauen und Kinder. Daß die Behandlung der Frauen durch männliche Aerzte große Unzuträglichkeiten hat, liegt ja auf der flachen Hand; es leidet wohl keinen Zweifel, daß manches Uebel getragen wird und bedrohlich anwächst, nur weil die Frau sich nicht überwinden kann, darüber mit einem Arzt zu verhandeln." Unser Autor weist darauf hin, daß man in Amerika Die Frauen thun keine Kriegsdienste und auch viele Aber die meisten Frauen leisten der Männer nicht. Gesellschaft einen Dienst, welcher in seinen direkten und indirekten Folgen vielleicht mehr Frauen Leben oder Gesundheit kostet, als den Männern der Soldatenberuf. Paulsen sagt: Die natürlichen Berufe der Frau sind die Haushaltung und die Aufziehung der Kinder". Wenn das wahr und klar ist, so werden es ja Alle diese Beziehungen sind nun auch gegenwärtig feines wohl die Frauen selbst einsehen: sie sind nicht Kinder wegs ganz verloren gegangen. Die erste und wichtigste( oder sollten es nicht bleiben), die immer bevormundet Funktion der Regierung ist auch heute noch: das Schwert werden müssen. Besser als Paulsen's Ausführungen, die zu führen zum Schutz gegen äußere und innere Feinde. Kann man sie nicht zu Beamten und Richtern machen, so fann man sie auch nicht zu Gesetzgebern und Voltsvertretern machen, am wenigsten natürlich bei einer parlamentarischen Regierungsform. Kann man sie aber nicht zu Parlamentsmitgliedern machen, so kann man sie auch nicht zu Wählern machen. Heerbann und Gerichtsbann sind die beiden Säulen, auf gar sehr an Bacon's Idola tribus( die Vorurtheile der denen die obrigkeitliche Gewalt so gut als vor tausend Menge) gemahnen, gefallen mir die eines der edelsten Jahren ruht. Männer Amerikas, Wendell Philipps in seiner Rede Wenn man nun nicht sagen kann, daß das Waffenhand- über die Frauenrechte"( 1851): werk für Frauen so gut als für Männer fich schickt, so Wir leugnen das Recht irgend eines Theiles des Menschenwird man auch nicht sagen können, daß die obrigkeitlichen erklärt der große Sklavereigegner für einen Berufe nur durch Willkür dem Manne vorbehalten werden. geschlechts Kann man Frauen nicht zu Soldaten und anderen Theil zu entscheiden, oder irgend eines Individuums, Gensdarmen oder Polizisten machen, so kann für ein anderes Individuum zu entscheiden, was und was nicht man sie auch nicht zu Landräthen, Richtern, feine angemessene Sphäre" ist. Die angemessene Sphäre für alle Staatsanwälten, Regierungspräsidenten und Menschenwesen ist die weiteste und höchste, welche sie zu erreichen Sir Charles legte viel Gewicht auf diesen Umstand und Ministern machen; denn alle obrigkeitliche Ge- fähig find; welches diese ist, kann ohne vollständige Freiheit der begann am Freitag sein Verhör damit, daß er den Zeugen walt beruht zuletzt immer darauf, daß sie be- Wahl nicht festgestellt werden. Die Frauen daher sollten für sich selbst wählen, welche Sphäre sie ausfüllen, welche Bildung fie aufforderte, mehrere Worte, darunter das verhängnißvolle waffneten Männern gebietet. ,, hesitancy", nach seinem Dittat rasch auf einen Bogen suchen, welche Beschäftigung sie ergreifen wollen; und nicht sollten Papier zu schreiben. Todtenstille herrschte in dem dicht fie gezwungen sein, unterwürfig die Nechte, die Erziehung, die Bilgefüllten Saale, unterbrochen nur von dem Geräusch der dung und die Sphäre anzunehmen, welche ihnen zu bewilligen dem Feder auf dem Papier und der schneidenden Stimme des Manne gut dünkt. Wir sehen kein Gewicht in dem Argument, daß es nothwendig Anwalts. Kaum war das Diktat beendet, als der Obersei, die Frauen vom bürgerlichen Leben auszuschließen, weil häus= Richter sich die Schrift überreichen ließ und den Bogen nach furzem, scharfem Blick mit einem verächtlichen:„ Es ist Manchem unserer Leser werden diese Aeußerungenliche Sorgen und politische Verpflichtungen unvereinbar ſeien: da wir doch die Thatsache nicht im Falle des Mannes gewahren, mit" e" geschrieben" einem Kollegen zeigte. Dann war es allen klar, daß der Zeuge denselben eigenthümlichen ortho- Paulsen's als unter jeder Kritik stehend erscheinen. Da und da, wenn die Unverträglichkeit wirklich bestände, sie sich schon graphischen Fehler begangen hatte, und, wie mit einem sie aber von sonst hervorragender Seite kommen, so wollen von selbst durchsetzen würde indem weder Männer noch Frauen ein Schlage verwandelte sich der allenthalben gefühlte Verdacht wir wiederum Profeffor Gizycki darüber hören. Er urtheilt: Gesez nöthig, haben, sie von einer Beschäftigung auszuschließen, in die beſtimmte Ueberzeugung, daß man den wahren Mir scheinen diese Ausführungen eine gute Parallele zu wenn sie eine andere, damit unverträgliche auf sich genommen Fälscher vor sich habe. Es ist eben so absurd, allen Frauen darum ihre bürgerlichen Die ganze feierliche Szene, die Spannung und der sein zu Aristoteles' Beweis aus der Natur der Dinge, schließliche glänzende Beweis war ein Meisterstück von daß die Sklaverei nothwendig sei. Unser Autor hat Rechte vorzuenthalten, weil die Sorgen der Haushaltung und der Gines vergessen, nämlich seine Behauptung, zu beweisen, Familie die ganze Zeit einiger von ihnen beanspruchen, wie es Am nächsten Tage war Herr Pigott spurlos ver- daß, wer bewaffneten Männern gebietet, selbst muß Soldat, dies wäre, wenn man das ganze männliche Geschlecht darum vom Parlamente fernhalten wollte, weil einige Männer Seeleute oder schwunden! In der folgenden Gerichtssigung wurden von Gensdarm oder Polizist werden können er scheint mir Soldaten im aktiven Dienst oder Kaufleute sind, deren Geschäft alle dem Vertreter Parnell's, Sir Charles Russell, unumwunden den Unterschied der höheren Kulturzustände von denen der ihre Aufmerksamkeit und Straft erfordert.... die„ Times" und die Regierung der Mitschuld an Wilden zu gering anzuschlagen. Folgt nicht aus seinen Gefühl natürlicher Gerechtigkeit, daß das Wesen, welches von GePigott's Entweichung bezichtigt. Ausführungen, daß zur Erlangung irgend eines obrigkeit- ſeben leiden soll, zuerst demselben persönlich zuzustimmen hat? Daß das Wesen, dessen Industrie die Regierung Lasten auferlegt, Einem Bericht des Berl. Tageblatt" zufolge ver- lichen Amtes der Nachweis der Erfüllung der Militärpflicht bei der Bestimmung des Betrages und Charakters jener Lasten langte nach der Mittheilung von Pigott's Entweichung erforderlich sein müßte? Thatsächlich haben wir Hunderte eine Stimme haben muß? Wenn also die Frau zum Galgen, zum Russel das Wort zur Verlesung eines von Bigott geschriebenen von schwächlichen und körperlich gebrechlichen obrigkeitlichen Gefängniß und zur Steuerliste zugelassen wird, haben wir kein Briefes, wogegen der Vertreter der Times", General- Beamten, die zum Theil, wie Niemand bezweifelt, ihr Recht, fie von der Wahlurne zurückzuhalten... und Vertretung in Parlament und Regierung müssen zusammen Amt besser verwalten, als mancher ihrer kraftstrogenden bestehen, Rechte und Pflichten einander entsprechen. anwalt Webster, Einspruch erhebt. Ist hier irgend ein Mann willens, auf sein eigenes StimmRussel ruft leidenschaftlich: Ich bitte feierlich, im Namen der Kollegen.. Gerechtigkeit sprechen zu dürfen. Es handelt sich darum, zu zeigen, Vor noch nicht gar vielen Jahren ließ William Lloyd recht zu verzichten und sein Wohl und seine Einnahme gänzlich warum Pigott verschwunden ist, obwohl die Regierung drei Garrison einen„ furzen Katechismus für alle Theile der der Abstimmung Anderer anzuvertrauen? Nehmen wir an, irgend Detektives zu feiner Ueberwachung aufstellte." eine Klasse wollte es uns herablassend anbieten, unsere Fähigkeit Vereinigten Staaten" erscheinen. Derselbe besteht aus oder unseren Beruf für uns festzustellen für uns zu stimmer, 131 Paragraphen, von denen ich einige anführen will. unsere Sphäre für uns zu wählen wie lächerlich anmaßend Advokaten- Genie. 11 *) Der Mittelsmann zwischen„ Times" und Pigott. haben Diftirt nicht unser Besteuerung würde uns das erscheinen! Jedoch Wenige haben den gefunden auch Leute, die einmal eine Tabelle von 500 Vereinsmitgliedern| bekannten Professors Platter- Zürich über die projektirte Or= Sinn, über die vollendete Anmaßung zu lachen, mit welcher geordnet und gesichtet haben, daß sie„ Statistiker" sind. ganisation der deutschen Alters- und Invalidenversicherung." Die jeder. Stribifar die Sphäre der Martineau's und der Staël's Wir selbst haben schon oft an dieser Stelle Mittheilungen aus Freund'schen Vorschläge werden zunächst sehr günstig besprochen, zu bestimmen unternimmt!( Speeches, Lectures, and Letters by den Berichten gebracht, welche Herr Wright uns freundlichst zur hierauf die Pläne Schäffle's ablehnend alsdann noch die Wendell Phillips. Boston 1884. S. 11. u. ff.) Verfügung stellte, und wir hoffen, den Bundes- Arbeitsstatistiker Ausführungen der„ Voltstribüne" über das Quittungsbuch. Der Chef des arbeitsstatistischen Bureaus recht lange seiner wichtigen Stellung erhalten zu sehen. in Washington. Carroll D. Wright, der bisherige Chef des„ Bureau of Labor" zu Washington, vor vier Jahren von Präsident Arthur ernannt, ist von Präsident Cleveland für das Amt wieder nominirt worden und wird zweifellos vom Senat bestätigt werden. Herr Wright, ein Republikaner, ist einer der ältesten Statistiker Amerikas und Begründer des statistischen Bureaus von Massachusetts. Es ist erfreulich, daß durch Wright's Wiederernennung die Pläne verschiedener Aemterjäger unter den„ Arbeiterfreunden", die bereits bei Herrn Harrison dieses Amtes wegen angeklopft hatten, zu Schanden geworden sind. Sogar ein Ignorant wie Litchman spekulirte mit Hilfe Quay's auf diesen 3000 Dollars- Posten, der von einem Nichtfachmann ebensowenig verwaltet werden kann, wie das Amt eines Chefs des geologischen Bureaus. In Amerika, wo fast jeder glaubt, sich für jedes Amt zu eignen, Restaurant Rud. Wendt 116 Dresdenerstrasse 116 zwischen Oranienplay u. Bukowerstr. Borzügliches Weiß und Bairisch- Bier. Speisen in großer Auswahl. 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In Conrad's Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistik veröffentlicht Herr Handelskammersekretär van der Borght eine ungemein fleißige Zusammenstellung aller Vorschläge und Kritiken zur Altersversicherung- mögen sie nun von der Presse, von Privatschriftstellern, Handelskammern, wirthschaftlichen Vereinen oder von sonst welcher Seite kommen. Soviel wir feststellen konnten, ist die werthvolle Arbeit äußerst objektiv. Von sozialistischen Aufsäßen waren dem Verfasser leider nur bekannt die Schippel'sche Kritik in der Neuen Zeit" und einige Artikel der Volts tribüne"- leztere aber wohl auch nur aus kurzen Bitaten in Schmoller's" Jahrbuch für Gesetzgebung und Verwaltung des Deutschen Reiches." " " Die Deutschen Worte"( Pernerstorfer, Wien) denken natürlich brachten in ihrem Dezemberheft einen bemerkenswerthen Aufsatz des Berliner Arbeiterbibliothek. Wir machten schon früher bekannt, daß dieses Unternehmen feinerlei privaten Interessen dienen soll, sondern jeder etwaige Ueberschuß nur zur Erweiterung und Vervollständigung unseres Planes. Folgende bekannte Genossen waren so freundlich, die Kontrolle darüber zu übernehmen: Buchdrucker Wilhelm Werner, Manteuffelstr. 71. Schlossermeister Emil Franke, Saarbrückerstr. 6. Schuhmacher W. Süßmayr, Steglitzerstr. 26. Die zweite Auflage von Heft 1: Ein sozialistischer Roman wird spätestens am 12. März erscheinen. Heft 3: Arbeiterinnen- und Frauenfrage am Sonnabend, den 30. März. Der Verlag der„ Berliner Volks- Tribüne." Möbel, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin| Verband deutscher Mechaniker Kommandantenstrasse 35, I. bon Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Die von Mitgliedern des Fachvereins gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. 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" Was Schäffle's Quintessenz des Sozialismus" auf theoretischem Gebiete, ist ungefähr Schippel's Modernes Elend" auf demjenigen der beschreibenden Nationalökonomie, so eigenartig, wie es noch für kein anderes Land auch nur versucht wurde..... " Die zweite Serie ist eröffnet mit W. Blos, Die französische Revolution. Preis pro Lieferung 20 Pf. Zu beziehen durch alle Buchhändler und Spediteure, sowie durch die Expedition des Volksblatt", Berlin, Zimmerstr. 44. 11 Der Arbeitsnachweis der Former und verwandten Berufsgenoffen Für Hannover nimmt Bestellungen auf die ,, Berliner Volks- Tribüne befindet sich von jest ab für SO.: Staliger: entgegen straße 11 bei Schwarzkopf und für N. bei Joh. Gnadt, Brunnenstr. 38. Kommandantenstrasse 35, I. Louis Gremse, Marstallstraße 30 a. und verw. Berufsgenossen. ( Bahlstelle Berlin.) Donnerstag, den 7. März, Abends 8% Uhr, bei Jordan, Neue Grünstr. 28, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadeck über:„ Die Verbreitung der Schwindsucht und der Tuberkelbacillen." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. General- Versammlung der Freien Vereinigung und Fachgenossen der Maurer Berlins Sonntag, den 3. d. M., Vormittags 10% Uhr, Köpnickerstr. 100, bei Mundt. Tagesordnung: 1. Die englischen Trades- Unions und ihre Organisation. Referent Herr Pankow. 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren. 4. Verschiedenes. An alle Kollegen, welche dem Verein noch nicht angehören, ergeht die Mahnung, jezt un gesäumt demselber beizutreten. Der Vorstand. Fachverein der Tischler. Heute, Sonnabend, d. 2. März, Abends 8% Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünftr. 28, Mitglieder Veriammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Paul Ernst über: Materialistische Geschichtsauffassung. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. NB. Die Fragebogen für Erhebung einer Lohn- und Arbeitsstatistik werden in der Ver= sammlung ausgegeben. Der Vorstand. Achtung! Arbeiter- Bildungs- Verein ,, Berlin Nord". Diejenigen Mitglieder, welche sich in die Listen haben eintragen lassen, werden ersucht, ihre Mitgliederkarte am Sonntag, den 3. März, Vormittags von 10-12 Uhr und am Abend von 7-9 Uhr im Gnadt'schen Lokale, Brunnen= straße 38, abzuholen. Auch werden in dieser Zeit dafelbft Mitglieder aufgenommen. Der Vorstand. J. A.: Hugo Lehmann. Arbeitsnachweis für Tischler. Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. Februar ab Dresdenerstraße 116, im Restaurant Wendt. Die Arbeitsvermitte= lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 10 Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da fich die vier Kassirer der Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, fich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu benußen. Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mit glieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: T. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. № 9. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribüne". [ Nachbruck verboten.] Modernes Elend. Ein Bild aus der großen Stadt. Von Hermann Teiftler. " Sonnabend, den 2. März 1889. III. Jahrgang. Was los?... Was wollen Sie?... Gehören mich hier. Sprachlos starrte ich den Jammer an Sie hierher?... Wenn nicht, dann scheeren Sie sich Meine Feder sträubt sich, jenen Anblick zu schildern zum Teufel!" einen Anblick, den ich nie vergessen werde! Noch heute zum Gehen wenden. „ Nun?" braufte der Unbekannte auf " Ich war von einem derartigen Empfang nicht sonder beherrscht mich der dumpfe, bittere Eindruck, den das lich erfreut und schüttelte befremdet den Kopf. Sollte moderne Barackenlager damals auf mich machte... In mein Bruder hier wohnen? Fast glaubte ich, es sei mir regelmäßigen Zwischenräumen waren elf Tische aufgestellt Das Schicksal verschlug mich nach Dresden. Spät ein Streich gespielt worden. Mergerlich wollte ich mich so defekt und wurmstichig, daß sie nur noch durch Drähte, Schnüre und Leisten zusammengehalten wurden. am Abend traf ich mit dem Schnellzuge ein. Eigen ,, Soll Hinter jedem Tisch stand ein ebenso morsches Schränkchen thümliche Gefühle bewegten meine Brust, als ich die Stadt ich warten bis zum jüngsten Gericht, ehe ich Antwort oder eine halbzerfallene Komode, worin die unglücklichen betrat, welche mir in Zukunft ein Asyl gewähren sollte. bekomme?... Haben Sie nur geflingelt, um uns zu Familien ihre werthlosen Habseligkeiten aufbewahrten. Wem nie der Stern des Glückes strahlte, wer seiner höhnen?... Da kennen Sie mich schlecht!... Donner- Bu jeder Abtheilung gehörten außerdem zwei bis drei altPrinzipientreue wegen Haß und Verfolgung erntet der wetter, wir sind nicht zum Spaß hier!" modische Stühle, deren Zustand keineswegs zum Sißen wird Pessimist und hegt Mißtrauen gegen Alles, was er Ich fragte nach meinem Bruder. einlub. Um die Tische gruppirten sich Frauen und unternimmt. Tritt eine Wendung in seinen äußeren ,, Was fällt Ihnen ein?" Kinder. Die Gruppen schienen nach Familien streng von - schnauzte der Mann Verhältnissen ein, steht er vor einer neuen Periode seines Mitten in der Nacht?... Das wären schöne Sachen! einander gesondert zu ſein;- alle verharrten an ihrem Lebens: so taucht im Hintergrunde alsbald mit LapidarWollen wir ja nicht einführen... Kommen Sie Play. Scheu und furchtsam wendeten sich die Gesichter schrift die quälende, skeptische Frage auf:„ Was wird das Ende sein?" So erging es mir bei der Ankunft in hübsch zur rechten Zeit... Um neun Uhr wird geschlossen nach mir. In den abgemagerten Zügen las ich Noth und Ordnung muß sein!" Entbehrung, Kummer und Elend. Selbst die schmalen Dresden. Und daß sich all' mein Fühlen und Denken um diese Kardinalfrage tonzentrirte, ist nur eine noth- berührt, trat ich den Rückweg an. Und frachend fiel das Thor ins Schloß... Seltsam Wangen der Kinder zeigten eine krankhafte Blässe: der Was hatte das Alles Keim des Todes war bereits in ihre zarten Körper wendige Konsequenz vielfacher Enttäuschungen und herber zu bedeuten?... gesenkt!... wie ihre Gefährten, die draußen spielten, so Erlebnisse. Ich logirte in einem Hotel und wanderte am nächsten fiechten auch sie allmählich dahin!... Die armselige Für jeden Fremden bietet Sachsens Hauptstadt die Morgen nochmals zu„ Hamburgs" hinaushoffend, daß Kleidung ließ die verkümmerten Gestalten nur noch elender mannigfaltigsten Reize von der Menschheit geschaffen und ermöglicht. Auf alle Räthsel der großen Stadt! theils von der Natur, theils sich das Räthsel des vorigen Abends lösen werde: das erscheinen. Der Oberkörper vieler Frauen war bloß zur Touristen übt Dresden und seine Umgebung eine unwider- Räthsel der großen Stadt!... Mein Weg führte an Hälfte von bunten Feßen bedeckt, der Busen kaum vom Touristen übt Dresden und seine Umgebung eine unwider den prächtigen Palästen der König- Johann- Straße vorüber Hemd verhüllt... Hier und da stand bei dem Tisch ftehliche Anziehungskraft aus Mir ist es niemals Paläste, deren Parterre und Beletage meist zu Bier-, eine rohgezimmerte Wiege. In verwaschenen und farbenanders ergangen, wenn auch aus Gründen, die einen Wein- und Cafélokalen hergerichtet sind. Wie herrlich reich zusammengenähten Windeln ruhten die kleinen völlig abweichenden Gesichtspunkt haben. Nicht bloß die mußte man in den übrigen Stockwerken dieser neuen Geschöpfe, die im Elend geboren waren, und die im Naturbeschaffenheit, sondern das rauschende Leben, die gesellschaftlichen Zustände locken Tausende nach der Elb- Straße wohnen! Welcher Reichthum mochte in all den Elend aufwachsen mußten. Prachtbauten geborgen sein! Welche Fülle köstlichen Gutes residenz. Wer zur begüterten Klasse gehört, der findet hier Alles, was die Kulturbedürfnisse eines modernen zeigten die prunkenden Schaufenster der Magazine! Solche Eindrücke beherrschten noch meinen Ideenkreis, Menschen erfordern: Abwechslung, zerstreuung, Theater, als ich vor dem alten, baufälligen Gehöfte anlangte. Eine Konzerte, Bälle, Soiréen, Diners, Bierpaläfte, Wein Echaar schmutziger, zerlumpter Kinder hockte an dem restaurants, Cafés, Bordelle, patriotische Feste und Aus der hintersten Ecke wankte mir eine Frau mit wie die unzähligen Vergnügungsgelegenheiten alle heißen Knöchernen Glieder bildeten deutliche Merkzeichen der Noth, abgehärmtem Gesicht entgegen. Es war die Gattin meines Eingange. Ihre blassen, eingefallenen Wangen, ihre mögen. Ueberall tritt uns prunkender Reichthum, schwelgen des Elends, der Entbehrung. Die Mädchen waren halb Bruders- nur noch der Schatten ihrer früheren Rüftigder Genuß in den verlockendsten Formen entgegen. Freilich nackt, mit bunten Feßen bekleidet, die noch nicht bis an teit! nur noch das Stelett einer ehemaligen kraftstroßenden birgt sich unter der blendenden Hülle die Fäulniß der die Kniee reichten; einige trugen nur ein kurzes, unsauberes Schönheit! Thränenfeuchten Auges reichte sie mir die Gesellschaft. Hinter dem duftigen Schleier des Vergnügens Hemd. Unter den Knaben fand man allerlei kuriose magere Hand. treibt die Ausschweifung ihre üppigsten Schmaroßerblüthen, Trachten, die aus den mannigfaltigsten Mode- Epochen deren widerlicher Geruch die gesellschaftliche Luft verpestet herzurühren schienen fragte ich nach immer Flick auf Flick; nur einer Weile. und in uns Ekel und Grauen erregt... Mit ver- felten war der ursprüngliche Stoff zu erkennen! Die„ Es ist schrecklich!... Die Wohnungsnoth!" jammerte schränkten Armen steht der Proletarier da und sieht in Größeren tollten und balgten sich herum; andere führten das arme Weib, einen Stuhl von Kleidungsstücken befreiend. den rauschenden Festen und Schwelgereien, in all' der die gewöhnlichen Kinderspiele auf oder trieben sonstige Dann ist dieser Ort ein Armenhaus?" prahlerischen Herrlichkeit nur eine frivole Verhöhnung der Kurzweil. Die Kleineren trochen am Boden umher und Armuth, eine herzlose Vergeudung auf Kosten der Enterbten! durchwühlten behaglich den Schmuß der Straße. Als ich Oberflächliche, nach dem Schein urtheilende Menschen näher fam, blickten fie mich mit neugierigen Augen an, finden auf den Straßen, wie in den Häusern nichts als die tief in den Höhlen lagen. Ein halbwüchfiges Mädchen Wohlstand und Zufriedenheit. Für die Dinge, welche sich etwas besser gekleidet, als die Uebrigen sprang im Schooße des werkthätigen Volkes abspielen, haben sie kein Auge, kein Verständniß; die Noth und die Ver- freudig auf mich zu. zweiflung der Armen bleiben ihnen verborgen. Das Elend den sämmtlichen Kindern meines Bruders umringt. rief sie und im Fluge war ich von flüchtet scheu vor dem grellen Lichte der Deffentlichkeit jammernd zieht es sich zurück in die äußersten Schlupf mir ab, um vorwärts gehen zu können. Lächelnd wehrte ich den zudringlichen Schwarm von Das älteste winkel, in dumpfe, ungesunde. Höhlen... Unbeachtet mädchen hielt meine Hand umfaßt; die anderen Geschwister will es bleiben; fern von Glanz und Lebensfreude will es hüpften jubelnd in den Hof hinein. feine Opfer foltern und vernichten. In Lumpen gehüllt, wagt es nicht, sich unter die reichgeschmückten Günstlinge ist das für ein Gehöfte?" Fortunas zu mischen und dort zu weilen, wo des Mammons goldne Fülle prangt... Das ist die Kehrseite des groß städtischen Lebens! ,, Der Onkel!" ... Wie kommt Ihr hierher?" antwortete Die Athmosphäre des Zimmers war derartig dumpf und schwül, daß ich zu ersticken meinte... Wenn in dieser dunstigen Stubenluft die eingepferchten Menschen frank und siech wurden, wenn das zarte Leben der Kinder verwelkte, so war dies nur eine nothwendige Folge. " Muß ich Euch hier finden?" " " Volksmund heißen die Gebäude kurzweg Baracken" oder Man nennt ihn nicht so!" erwiderte sie- ,, Im " Städtisches Asyl für obdachlose Familien" minder abHamburgs" Doch klingt der offizielle Name " chreckend, wenn nicht gar human... Aber die Hausordnung die ist stark und abschreckend!... Sie befindet sich vorn an der Thür; Du kannst sie lesen, wenn Du fortgehst!" Ich sette mich und hörte die Leidensgeschichte meines Bruders und seiner Familie. Vor zwei Jahren wurde das Projekt der neuen KönigJohann- Straße verwirklicht. Einige Gassen mußten vollfragte ich Was ständig von der Erde verschwinden, um der großen Prachtstraße Plaß zu machen. Rücksichtslos begann der Durchdas Mädchen traurig- Ich weiß selbst nicht, wie es Bewohner aus ihrem Domizil vertrieben. Um die Gebäude ,, Mir gefällt es ganz und gar nicht!" bruch. Lange Häuserreihen wurden niedergerissen und die Dir erzählen..." fam und warum wir hier sind... Die Mama wird es wäre es nicht schade gewesen, denn sie waren alt und baufällig. Aber die zahlreichen Familien, welche darin Die Kleine zog mich behend nach einer großen, wohnten, wurden obdachlos. Meist gehörten sie dem hölzernen Bude, welche im hinteren Theil des Hofes er:„ vierten Stande" an. Ihr Einkommen war äußerst dürftig. richtet war. Hier und da hockten ebenfalls ärmlich Die kleinen Logis in den Vorstädten wurden schon während gekleidete Kinder in Gruppen bei einander. Im Schatten der ersten Tage überfüllt. Größere Wohnungen stiegen nächster Weg führte daher nach dessen Wohnung. In der eines Baumes saßen zwei junge Frauen mit vergrämten blitzschnell im Preise; für die armen Familien war die engen Schreibergasse angelangt, suchte ich bie mir bekannte Gefichtern und verweinten Augen. Eine von ihnen mochte geforderte Miethe zu hoch So wanderten ganze Hausnummer auf und stieg in das vierte Stockwerk empor. früher zu den Schönheiten des Proletariats gehört haben Massen durch die Stadt An der Thür klingelte ich. Eine fremde Person öffnete jezt war sie trotz ihres geringen Alters zu einer blaffen Obdach! Viele schliesen im Freien... Da ich ganz plößlich nach Dresden gekommen, hatte ich noch kein eigenes Heim. Erst am folgenden Tage wollte ich mir ein solches suchen. Bis dahin hoffte ich bei einem älteren Bruder bleiben zu können, der schon seit vielen Jahren in der Hauptstadt arbeitete. mir. Ich fragte nach meinem Bruder. Der wohnt nicht mehr hier!" wortet. Fronisch setzte die Frau hinzu: ist draußen bei Hamburgs." Mein " 1 ohne Unterkommen, ohne Jammergestalt der Armuth geworden. Auf den Knieen wurde mir geant= Schließlich mußte die städtische Verwaltung eingreifen, wiegte sie ein frankes Kind... Die Andere stroßte noch um die gräßlichen Zustände zu beseitigen. Sie errichtete „ Seine Wohnung in Kraft und Jugendfülle. Ihre Körperformen waren in der ehemaligen Schankwirthschaft Hamburg" ein Asyl voll und rund. Das Gesicht war mädchenhaft und schön. für die beklagenswerthen Menschen. Dies genügte nicht; Ich schüttelte den Kopf. Der Name war mir un- An ihren Brüsten, die verführerisch unter dem Gewand bekannt. Nachdem ich mich mit Erfolg erkundigt, wo hervorquollen, trank der erstgeborene Knabe... Nur Auch in anderen Theilen der Stadt wurden vorläufige eine Holzbaracke mußte alsbald im Hofe erbaut werden. Hamburgs Grundstück liege, wanderte ich in der bezeichneten wenige Jahre noch und das Elend wird auch diese Asyle geschaffen... Die Kalamität dauerte fort, denn Richtung durch die Straßen... Allmählig wurden die Allmählig wurden die junonische Erscheinung gräßlich verwüstet haben! Häuser vereinzelter, die Gasflammen spärlicher. Die der Durchbruch ging erst im vorigen Jahre zu Ende. Ueberall blickte man mich scheu und befremdet an. Immer neue Obdachlose entstanden, weil Niemand kleine Gegend machte einen ländlichen Eindruck. Selten begegnete Aus einem Fenster des Seitenbaues rief mir eine barsche Logis für die Arbeiter bauen mochte... Heute graffirt mir Jemand, der in der Lage war, den Weg zu meinem Männerstimme zu: Ziele näher zu beschreiben. die Wohnungsnoth noch gleichermaßen, obwohl die Hausbefizer ihr Vorhandensein bestreiten. Herrschaftliche Logis für den Arbeiter thut man nichts!. werden gebaut Und doch wächst die Arbeiterbevölkerung durch den Zuzug unaufhaltsam... Außerdem ist die Miethe beständig gestiegen. Wenn die Quartale zu Ende gehen- dann irrt manche Familie vergeblich nach einer Wohnung umher. Der Hauswirth läßt sie faltblütig ermittiren, und sie müssen schließlich in den Baracken Zuflucht suchen!.. ,, Wohin wollen Sie?" Ich drehte mich um und nannte den Namen meines " So?... Dann holen Sie gefälligft die Erlaubniß knurrte der Mann am Fenster. „ Es ist der Aufseher!" flüsterte meine kleine Nichte schüchtern. und ich sah Noch einige schmußige Querstraßen vor mir ein bäuerliches Haus, dessen rohe Lehmwände Bruders. im ersten Moment eine Scheune vermuthen ließen. Diese voreilige Annahme erwies sich beim Näherkommen als bei mir ein!" Irrthum: die Fenster im Parterre und Obergeschoß verriethen eine menschliche Wohnung. Gleichgültig wollte ich weiter gehen Da erkannte ich im unsicheren Laternenschein am Giebel eine Firma, auf welcher der Name Hamburg" zu lesen war. . Ift Ich schüttelte mit dem Kopf und murmelte: denn das ein Zuchthaus?" Der Beamte gestattete mir endlich großmüthig, meine Verwandten besuchen zu dürfen. * * * Auch mein Bruder war unter die Kalamitosen gerathen. Er hatte die alte Wohnung räumen müssen und ein Mein Ziel war also erreicht, doch fand ich das in den Hof führende Thor verschlossen. Nach wiederholtem anderes Logis, wie es seinen Erwerbsverhältnissen entsprach, Läuten hörte ich schlürfende Schritte. Das Thor wurde nicht finden können. Lange zögerte er, aber die Noth geöffnet. Ein schnauzbärtiges Gesicht schob sich durch die Ich betrat die Holzbaracke. Die Kinder führten mich zwang ihn endlich doch, draußen bei„ Hamburgs" um Spalte, während eine polternde Korporalftimme knurrte: in ein großes Zimmer... Unsägliches Elend empfing Obdach zu bitten. Nun wohnte er bereits seit einem . . Jahre hier. Es war ihm bisher nicht wieder möglich vereint. Sämmtliche Regeln der modernen Kochkunst| der Wohnungsnoth geworden- sie fanden kein Obdach! gewesen, ein selbständiges Logis zu erlangen. Wenn ein werden zur Anwendung gebracht. Oberste Regel ist natür-... Das, was ich beobachtet und geschildert habe, dürfte Vermiether hörte, daß er gegenwärtig in den Baracken lich die Sparsamkeit; dieser müssen sich die gastronomischen dem Asyl den Charakter einer wohlthätigen Einrichtung" wohne, so zuckte er„ mitleidig" die Achseln und sagte Gelüste fügen. Dem Magen des Feinschmeckers dürften vollständig nehmen. Noch weniger wird der humane unter allerlei philantropischen Redewendungen: Bedaure, die Gerichte, welche hier gesotten werden, freilich nicht Zweck dadurch erreicht, daß man jeden säumigen Zahler mein Lieber, ich muß zunächst die Obdachlosen berück- konveniren... ein fürstliches oder kommerzienräthliches in das städtische Arbeitshaus überliefert. fichtigen... Sie haben ja Wohnung; dort treibt Sie Diner sieht ungleich anders aus- von den Genüssen Rechnen wir aus, was den Obdachlosen jährlich der Niemand heraus seien Sie froh!" der armen Junker noch gar nicht zu reden!... Aufenthalt in den Baracken kostet, so ergiebt sich für eine Grollend fügte sich mein Bruder. Im Laufe der Was ich vorhin als unmöglich geschildert, das mag Familie mit zwei Kindern die ansehnliche Summe von Zeit kam eine dumpfe Apathie über ihn er that in der Küche zuweilen vorkommen die gegenseitige Einhundertneun Mark fünfzig Pfennig. In Wirklichkeit später nichts mehr, um diese Stätte des Elends zu ver- Entwendung von Nahrungsmitteln! Dazu bietet sich in find aber die meisten Familien bei Weitem zahlreicher. Lassen- er hatte sich daran gewöhnt! Nur seine Frau der That reichliche Gelegenheit. Oft wird die Aufmerksam Die Miethe wird infolge dessen entsprechend höher... erging sich in Gram und Sorge Sie war grenzenlos keit der Frau von anderen Dingen gefesselt. Viele sind und dafür lediglich ein Massenquartier, wo es keine unglücklich. Täglich vom gräßlichsten Elend umgeben, wurde sogar genöthigt, den Heerd zu verlassen, wenn auch nur persönliche Freiheit mehr giebt? Es ist herrlich weit ihre Stimmung allmählich düster und lebensmüde. für kurze Zeit. Insbesondere muß die besorgte Mutter gekommen mit der Humanität unseres Jahrhunderts!. Gestern war mein Bruder mit ärgerlicher Laune nach abwechselnd zu ihren Kindern eilen, die sie unbeaufsichtigt Für derartige Beträge könnte man doch mindestens EinzelHause gekommen. Eine neue Anordnung gefiel ihm nicht. in der Zimmerabtheilung zurückließ. Unterdessen wird wohnungen mit Zubehör beanspruchen, natürlich ohne Er ließ seinem Unmuth freien Spielraum. Der Aufseher geschöpft, gezerrt, gefahndet zum Nachtheil der Ab- jener barschen Hausordnung unterstellt zu sein. Selbständige erschien und rügte das ungebührliche Betragen". Beide wesenden! Allerdings sind solche Unehrlichkeiten nur Logis, aus zwei Räumen bestehend, sind in den Vorgeriethen in einen argen Wortwechsel. Schließlich wurde die Folge der drückendsten Armuth. Die bedauernswerthen städten nicht theurer, als der Aufenthalt in den Baracken. meinem Bruder der Aufenthalt im Asyl verboten.. Opfer des modernen Elends suchen ihre karge Mahlzeit Nur genügt die Zahl solcher Wohnungen nicht, um die er mußte sich von seiner Familie trennen! Ihn traf auf Kosten Anderer zu erhöhen Hungernde Menschen Obdachlosigkeit zu bannen. dieses Loos nicht allein. Schon drei Familienväter waren find zu Allem fähig! Ehe man diese Unglücklichen mit Durch jene wohlthätige Einrichtung" erzielt die seit einigen Wochen fortgewiesen worden... In dieser Steinen bewirft, möge man die Ungleichheit der heutigen Stadtverwaltung ein glänzendes Geschäft. Das Zimmer Thatsache liegt ein trauriges Kennzeichen der sozialen Gütervertheilung beseitigen!. im Hauptgebäude, wo wir zwölf Familien mit durchZustände unserer Zeit!... So wird das Familienleben So spielt sich das Leben bei„ Hamburgs" ab; so schnittlich fünfzig Personen untergebracht sehen, ergiebt zwangsweise aufgelöst! entrollte es sich meinem Blick. Wer ein empfindsames für das städtische Budget einen Gesammtertrag von rund Herz besitzt, dem muß das moderne Elend als eine furcht- Ein tausend drei hundert und fünfzig Mark! bare Anklage erscheinen... .. Nun wird man erwarten, In den Abendstunden begab ich mich nochmals zu Der Raum ist ungefähr zwölf Meter lang und neun daß die Obdachlosen kostenfrei in das für sie errichtete„ Hamburgs". Als ich die Thür des Barackenzimmers Meter breit. Gegenwärtig sind elf Familien mit mehr Asyl aufgenommen werden. Weit gefehlt! als vierzig Personen darin untergebracht. Jede Familie Asyl aufgenommen werden. Weit gefehlt! Sie müssen öffnete, drang mir eine furchtbare Stickluft entgegen. Sie die ihnen gewährte Wohlthat" bezahlen überreichlich schnürte mir förmlich die Kehle zu. Das Gemach war kann nur die nothwendigsten Sachen in der ihr anbezahlen! dicht mit Menschen gefüllt die Obdachlosen waren gewiesenen Abtheilung aufstellen. Die übrigen Gegenstände Alle Einrichtungen des Asyls mögen noch so drückend sämmtlich heimgekehrt... Der Fremde Der Fremde hätte wahrwerden in einem Schuppen aufbewahrt. Keine Familie darf den ihr zugetheilten Platz überschreiten. Die Ab Art, wie die persönliche Freiheit der Bewohner einsie sind nur unbedeutend im Vergleich zu jener scheinlich das Asyl für ein übervolles Restaurant gehalten. Von der scheußlichen Athmosphäre zurückgetrieben, theilungen sind durch Striche von einander getrennt. Ihr geschränkt wird. Wer die Hausordnung nicht mit eigenem schloß ich die Thür und entfernte mich. Diese Luft war Flächeninhalt beträgt höchstens vier Quadratmeter. Die Holzbaracke enthält außerdem zwei kleinere Auge sah, dem klingen ihre rücksichtslosen Bestimmungen mit dem Peſthauch des Todes geschwängert. Mir ist schier unglaublich. Wir geben an dieser Stelle ihren gesagt worden, daß der Aufenthalt im Asyl während des Räume, in denen zur Zeit zwanzig Personen Aufnahme ichier unglaublich. verflossenen Winters beinahe fünfzig Kinder als Opfer gefunden haben. Ein vierter Raum dient als Schlaffaal Inhalt wörtlich wieder: und ich halte dies für durchaus wahrfür die Männer. Im Seitenbau schlafen die größeren„ Die Obdachlosen unterstehen der Aufsicht der vom gefordert habe Knaben. Für die Frauen und Kinder befindet sich der Armenamte angestellten Beamten, deren Anordnungen ſie ſcheinlich! Schlaffaal im oberen Stockwerk des massiven Vorder- sofort unweigerlich Folge zu leisten haben. gebäudes. Während der Nacht ist also die Familie ,, Kein Obdachloser hat Anspruch auf bestimmte Räume, gänzlich zersprengt; die Angehörigen schlafen in drei und muß daher ein Jeder das Zimmer beziehen, das ihm verschiedenen Gemächern. Von einem ehelichen Verkehr vom Aufseher angewiesen wird, beziehentlich muß er in zwischen Mann und Frau fann unter folchen Umständen dem angewiesenen Raum seine Effekten einstellen. keine Rede sein. Der ideale Wunsch des Kapitalismus Fremden Personen, welche nicht mit einem Ueber* * * fein So sieht das moderne Elend in der Großstadt aus. Trotz seiner erschütternden Tragik war das geschaute Bild doch nur ein winziges Glied aus der sozialen Nachtseite. Das Leben birgt im Schooße der großen Stadt noch ganz Das Leben birgt im Schooße der großen Stadt noch ganz andere Schrecknisse. Bis in die fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts herrschte die Handarbeit in der Schuhmacherei ohne jede Einschränkung. Schuhfabrikation stattgefunden, indem gegen Ende der dreißiger Vorher hatte in diesem Jahrhundert mur eine Reform in der Jahre der deutsche Schuhmacher anfing, statt, wie seit Alters her, den Boden an den Schaft anzunähen, ihn mit Hilfe von Holznägeln anzustiften begann. ist erreicht: Kinder werden nicht mehr erzeugt; der Lebensweisungs- oder Erlaubnißscheine des Armenamtes versehen unterhalt wird infolge dessen niedriger und der sind, ist der Aufenthalt in dem Grundstücke unbedingt Die Maschine im Schuhmachergewerbe.*) Proletarier kann billiger arbeiten! Daß der Mann untersagt, so daß also den Obdachlosen auch die Andadurch den Prostituirten in die Arme getrieben wird, daßnahme von Besuch nicht gestattet ist. andere Frauen und Mädchen seinen Geschlechtsorang Die Obdachlosen haben unter sich Frieden zu halten befriedigen müssen dies bedenkt der edle Philantrop und Streitigkeiten gänzlich zu vermeiden. Wo bleiben da die vor Sittlichkeit triefenden Die Erregung ungebührlichen Lärmes, die VorTugendphilister, die schwärmerisch- christlichen Moralisten?... nahme von Arbeiten, mit welchen störendes Geräusch Im Parterre des Vordergebändes sind in der Regel verknüpft ist, überhaupt alle Handlungen, welche die zwölf Familien mit durchschnittlich fünfzig Köpfen unter Belästigung der Mitbewohner verursachen, sind strengstens gebracht. Hier tritt uns dasselbe Elend entgegen, als im untersagt. nicht! Barackenbau.. Sie " Weit wichtiger als dieses aus Amerika eingeführte technische Verfahren ward die gegen Ende der vierziger Jahre aus Nordamerika eingeführte Nähmaschine. Dieselbe war ursprünglich für den Schneider bestimmt, es gelang aber bald, sie auch für den Schuhmacher geeignet zu machen. Sie ward zunächst die unentbehrliche Gehilfin für die Anfertigung der Schäfte. Die Nähmaschine wurde von den Schuhmachern mit Freuden begrüßt, denn die schwere und nicht allzu häufig vollständig rein gelingende Leistung, eine schöne gleichmäßige Naht zu ſteppe, leistete die Maschine in überraschend sicherer und dazu schneller Weise. Besonders seitdem die Nähmaschinen mit Doppelsteppstich, welche jedes Leber steppen können, eingeführt und ihr Preis bedeutend ermäßigt wurde, bürgerte sie sich rasch ein. Mit Feuer und Licht ist behutsam und vorsichtig So zusammengepfercht, müssen unter den Obdachlosen umzugehen. Insbesondere ist den Anordnungen der Aufnatürlich die mannigfaltigsten Unzuträglichkeiten, Bänkereien seher betr. des Auslöschens der Lichter pünktlich nach und Konflikte entstehen. Wie mir gesagt wurde, ist es zukommen. Unter Umständen kann den Obdachlosen der zum größten Theil das harmlose Treiben der Kinder, Gebrauch des eigenen Lichtes untersagt werden. wodurch heftige Szenen heraufbeschworen werden. Die ,, Die Obdachlosen, welche die ihnen angewiesenen kleinen Geschöpfe können sich nicht so leicht in die eiserne Räume zeitweilig verlassen, haben bis längstens 9 Uhr Disziplin und das strenge Anstaltsleben schicken. Die Schuhmacher- Nähmaschine wurde die Gehilfin beim Abends in dieselben zurückzukehren. Macht es sich zur haben ja das Elend nicht verschuldet; ihr Unglück besteht Aufrechterhaltung der Ordnung erforderlich, daß zu einer Schaftbau sowohl im Klein, als auch im Großbetriebe, dagegen machte sich letzterer allein die weiteren Hilfsmittel im Schaftbau lediglich darin, bei der Wahl ihrer Eltern unvorsichtig früheren Zeit die Rückkehr stattzufinden hat, so ist den zu eigen, so die in den sechziger Jahren eingeführte Bügelgewesen zu sein... Man spricht auch von Unehrlichkeiten bezüglichen Anordnungen auf das Pünktlich ste nach- maschine, die Handpresse, welche die Theile der Schäfte für der Bewohner unter einander. Ich kann nicht daran zukommen. Kinderschuhe u. a. auspreßt und so beim Zuschneiden und Material glauben. Denn keine der Familien hat Sachen im Besiz, Es ist den Obdachlosen streng verboten, in trunkenem erspart. Die Handpresse ist aber schon ersetzt durch eine neuere Maschine, welche die Arbeit noch mehr erleichtert und beschleunigt: die im Stande wären, Andere zum Diebstahl zu ver- 3ustande in die ihnen angewiesenen Wohnungsräume die Stanzmaschine. In den siebziger Jahren traten in den leiten. Wer sollte sich nach Lumpen und wer nach zurückzukehren oder geistige Getränke in dieselben mit- Dienst der Schuhfabrikation ferner die Deseneinse maschinen, trocknem Brote sehnen?. Möglicherweise sind die zubringen. Unter Umständen haben die einpasfirenden welche die Desen in die Schnürschäfte selbstthätig eintreibt, und die Knopfloch nähmaschine, welche die Knopflöcher an die bedauernswerthen Leute doch so naiv, zu glauben, daß ihr Obdachlosen zu geftatten, daß ihre Kleider und Effekten Schäfte zum Stnöpfen ebenfalls ſelbſtthätig ausnäht; ferner find armseliger Besißstand den Neid ihrer Mitmenschen erwecken von den Aufsehern untersucht werden. anzuführen die Lederspaltmaschine, mit deren Hilfe dem Oberkönne!... Die Obdachlosen haben sowohl bezüglich ihrer Person, leder eine gleichmäßige Stärke verliehen und das Sohlenleder Auch im gegenseitigen Verkehr macht sich das dent: als auch bezüglich der Räume, die ihnen angewiefen find, egalisirt und gespalten werden kann. Außerdem giebt es eine bar größte Mißtrauen geltend. Niemand glaubt an die für die größte Ordnung und Reinlichkeit Sorge zu tragen sowie die Abschrägmaschine welche die kanten der Schafttheile fleinere Hilfsmaschine zum Schneiden und Umbiegen der Niemchen, Verschwiegenheit und Aufrichtigkeit der übrigen Asyl- und den hierüber gegebenen Anordnungen sofort nach abschärft, und endlich die Walkmaschine, welche dazu dient, die bewohner. Jeder hält die Anderen für Denunzianten, zukommen. Ebenso haben die obdachlosen Mütter für die Schafttheile in eine Fuß und Bein entsprechende Form zu bringen; als neueste Erfindung ist die Knopfannähmaschine anzuführen. die Alles, was gethan und gesprochen wird, der Aufsichts- Reinhaltung ihrer Kinder zu sorgen. behörde berichten. Ganz besonders wurde jenes jugendliche, ,, Wer gegen die Vorschriften dieser Hausordnung nur des Schaftbaues gingen Hand in Hand solche auf dem Gebiete Mit diesen Erfolgen der modernen Technik auf dem Gebiete üppig- schöne Weib, das ich beim Eintreten im Hofe fißen im geringsten Punkte verstößt, oder wer die An- des Bodenbaues. Die sinnreichsten mechanischen Hilfsmittel traten sah, mit argwöhnischem Auge betrachtet. Man glaubte, ordnungen der Aufseher nicht befolgt, hat seine sofortige hier in Thätigkeit. Doch ausschließlich hat sich die Großsie spiele die Verrätherin, um sich bei den Beamten ein- Einlieferung in die städtische Arbeitsanstalt zu produktion mit ihnen ausgerüstet, ihr hoher Preis macht sie bei zuschmeicheln. Vielleicht that man ihr Unrecht. gewärtigen; wohingegen derjenige, welcher sich wider einem Betriebe, der sie nicht voll ausnügen fann, unrentabel. 1857 erfand ein Amerikaner die Pflock oder Holznagelmaschine, vielleicht war ihre Schönheit der Grund zum Verdacht! seßlich zeigt, seine Arretur durch Organe der Königlichen 1858 fam ebenfalls in Amerika die erste Sohlennähmaschine Man flüstert sich nur leise und verstohlen in die Polizeidirektion zu erwarten hat. zur Aufstellung. Ihr folgten die Wendemaschine zum Nähen Ohren. Familienangelegenheiten werden erst recht geheimniß- Für die Benußung der vom Armenamte zur der gewendeten Arbeit und die Gelbdoppelmaschine zum Randvoll verhandelt und erledigt... Während der Unter- Verfügung gestellten Räume hat jede erwachsene einstechen mit farbigem Faden. Mit diesen drei Sohlennähmaschinen war das Ziel, jede Art von Sohlenbefestigung auf mechanischem haltung ermahnte mich die Gattin meines Bruders wieder Person für den Tag 10 Pfennige zu entrichten; Wege auszuführen, erreicht. Ihre außerordentlichen und vorzüg= holt mit ängstlich flehender Miene: die Stimme zu dämpfen. für jedes Kind ist von den Eltern für den Tag lichen Leistungen haben sehr viel zu den Erfolgen der Fabrikanten Dabei flog ihr Blick scheu und forschend von Tisch zu 5 Pfennige zu bezahlen. Diese Beträge sind pünktlich gegenüber den Handarbeiten der Schuhmacher beigetragen. Hierzu Tisch. Ist der Aufenthalt in den Baracken für das jeden Sonntag an den Aufseher abzuführen. Wer sich in fommt noch, daß jest mit der Stanzmaschine die Sohlen, AbfazFamilienleben schon peinlich genug in gesellschaftlicher der Bezahlung dieser Vergütung fäumig zeigt oder dieselbe flecke, Stappen und der Rand ausgestanzt werden. Das Klopfen der Sohle wird jezt durch die Sohlenlederwalze, das Nähen Beziehung wird er geradezu unerträglich! ganz unterläßt, hat seine sofortige Wegweisung aus dem der Sohlen durch Riß-, Sohlennäh- und Sohlenplättmaschinen Für alle Bewohner befindet sich im Vorderhause eine Grundstück oder seine Ueberlieferung nach der besorgt, kleine Hilfsmaschinen schärfen die Stappen, schneiden die Leder, spalten und ringeln. Ist der Stiefel im rohen fertig, so gemeinschaftliche Küche. Hier strömen sie zusammen, Arbeitsanstalt zu gewärtigen." muß er noch ausgeputzt werden. Auch das besorgen nunmehr die um ihr farges Mahl zu bereiten. Von dieser Einrichtung Jeder Kommentar zu dieser kategorischen Hausordnung Maschinen, welche Absaz und Sohlenschnitt abraspeln und diese werden die Frauen in der Holzbaracke am härtesten ist überflüssig; mich erinnerte sie an die Verhaltungs- sowie die Sohlen selbst abglasen und zuletzt den vorher mit der betroffen; bei Wind und Wetter müssen sie über den Hof maßregeln der Gefängnisse und Zuchthäuser. Was haben Hand geschwärzten Absatz und Sohlenschnitt poliren. Neben der Steigerung der Arbeitsleistung und der Rohstoff= hinweg Morgens zeitig und Abends spät! Kopf an die Unglücklichen denn verbrochen, daß man sie so schonungsKopf steht das„ Ewig- Weibliche" um den„ trauten" Heerd los und diktatorisch behandelt? Sie sind lediglich Opfer • *) S. auch Nr. 4 dieses Blattes. lich erleichtert. K ersparniß, die auf diesem Wege erzielt wird, kommt in Betracht, Erleichterungen und Verschönerungen umgeben, ab, welche den Kämpfenden innewohnen, sondern auch von daß die mit der Maschine vorgerichteten einzelnen Stücke die größte welche von den sparsamen, nur auf Gewinn bedachten den äußeren Waffen, welche sie zufällig führen. In der Gleichmäßigkeit zeigen, ein Umstand, der die weitere Vorarbeitung sowohl mit der Hand, namentlich aber durch die Maschine wesent a pitalisten verschmäht werden, ja wegen der Kon- menschlichen Gesellschaft haben diese Waffen eine ganz befurrenz verschmäht werden müssen. Und sollten diese fondere Wichtigkeit. Wie bei einem buchstäblichen Kampfe Das Streben unserer Zeit, jeden Arbeitsprozeß zu erleichtern, Mittel noch nicht im Stande sein, für die etwas unan- ein Schwächling siegen kann, weil er eine Feuerwaffe zu beschleunigen und wohlfeiler zu gestalten und das dadurch immer genehmen Verrichtungen genug Menschen zu stellen, so führt. während sein Gegner über große Körperkraft, aber mehr hervortretende Bestreben nach möglichſter Unabhängigkeit von menschlichen Arbeitskräften haben auch in der Schuhmacherei zu wird die Einsicht vernünftiger Wesen, daß solche Ver- auch nur hierüber, verfügt: so werden in der Gesellschaft großartigen technischen Errungenschaften geführt. Fast alle Hand richtungen doch gethan werden müssen, im Verein mit zahllose hochbefähigte Menschen unter die Botmäßigkeit ungriffe bei der Herstellung des Schuhwerkes können von dem moralischen Triebe, welcher durch Lob und Tadel befähigterer Wesen gebracht, weil die letzteren die wichtigen jetzt an durch Maschinen verrichtet werden. Nur eine der Genossen eine ungewöhnliche Steigerung erfahren wird, Waffen einer vornehmen Geburt, des Geldes oder des einzige Thätigkeit, allerdings eine der wichtigsten, das Aufzwicken des Schaftes auf den Leisten, ist noch von keiner Maschine in be- sicherlich dazu im Stande sein. Sollte sich die Noth von diesen Faktoren bewirkten Wissens besißen; wie friedigender Weise übernommen worden, obwohl es auch dazu an wendigkeit einzelner ungewöhnlich schwieriger oder gefahr- mancher Aristokrat wird von seinem Diener an natürlichen Versuchen bis jetzt nicht gefehlt hat. Es wäre aber thöricht, an- voller Arbeiten herausstellen, so könnten den moralischen Geistesgaben und zudem an Körpertüchtigkeit übertroffen, zunehmen, daß nicht auch für diesen Theil der Schuhmacherei bald Belohnungen auch materielle hinzugefügt werden. und wie mancher mittelmäßige Geist hat einen hohen die geeignete mechanische Vorrichtung erfunden werde welche weitere menschliche Arbeitskräfte in der Schuhmacherei entbehrlich machen wird. Die Triebkraft für die Hilfsmaschinen war ursprünglich die Kraft der menschlichen Hand oder des menschlichen Fußes. Mit der stärkeren Verwendung der Arbeitsmaschinen tamen auch immer mehr Betriebsmaschinen in Verwendung.*) Aber auch schon jetzt merkt man den Beginn dieses Umgestaltungsprozesses. Neben der Einführung der Maschinen läuft eine immer tiefer einschneidende Umgestaltung der Arbeitstheilung, eine Verschiebung in der Zahl der Meister und Gehilfen und im Verhältnisse der Groß- zu den Kleinbetrieben. " Ganz unsinnig ist die Meinung, die sozialistische Gesellschaft Lehrstuhl inne oder einen Ministerposten, während hinter werde Faullenzer erzeugen, welche sich von jeglicher Arbeit dem Pfluge ein geborener Philosoph oder Mathematiker zu drücken suchen. Wie sollte das möglich sein in einer wandelt, und im dumpfigen Fabrikraum bei übermäßiger Gesellschaft, welche der Arbeit ihre frühere aufreibende und einförmig körperlicher Anstrengung ein staatsmännisches Eigenschaft genommen hat, welche ihre Mitglieder in hohem Genie verkümmert! Demnach führt die soziale Konkurrenz Die hier geschilderte Entwickelung der Maschinerie, die rasche Maße beaufsichtigt, welche das Gefühl der Solidarität in durchaus nicht immer zur Auslese des Guten. Aufeinanderfolge der Erfindungen, welche allem Anſcheine nach nur allen Herzen lebendig hält und zudem nur denjenigen eſſen Indessen sagt F. A. Lange in seiner„ Arbeiterfrage": den Anfang einer langen Reihe von Erfindungen bedeutet, zeigt schon, in wie hohem Maße auch die Schuhmacherei, die am Be- läßt, der arbeitet? Uebrigens pflegt die Unannehmlichkeit Die Volkswirthschaft läßt hergebrachter Weise die Kultur ginne der kapitalistischen Produktionsweise für immer dem Klein- der körperlichen Arbeit von den Weißhänden stark über- mit dem Urjäger" oder„ Urfischer" beginnen, der durch betriebe gesichert schien, der Revolutionirung ausgesetzt ist. Es ist schätzt zu werden. Nur Leute, welche infolge einseitiger einen Zufall oder ein klug ersonnenes Instrument, oder für Jedermann einleuchtend, daß die in den nächsten Jahren zu er- geistiger Thätigkeit oder völliger Nichtsthuerei entart et durch größere Kraft und Geschicklichkeit mehr Vorräthe erwartende Einbürgerung dieser und anderer Maschinen den ganzen find, können der Meinung sein,„ Holz hacken" und worben hat, als er braucht, und nun einen Theil der= Produktionsprozeß der Schuhmacherei von Grund aus umge= stalten wird. ,, Steine klopfen" seien Verrichtungen von besonderer Un- selben einem Andern, der Mangel hat, gegen gewisse annehmlichkeit. Die gesunde Menschennatur liebt Dienstleistungen abgiebt. Weit einfacher und den Zustän= geradezu körperliche Arbeit, wofern dieselbe mit Maß und den roher Urvölker angemessener ist die Annahme, daß Abwechselung ausgeübt wird, wie dies die Sozialisten ver- statt des Urjägers und Urfischers ein frecher Räuber langen. Die Ansicht aber, körperliche Arbeit sei etwas oder, was dasselbe sagen will, Eroberer die mit GeNiedriges und Entwürdigendes, dieses Produkt herr- walt Unterworfenen gegen Schonung ihres Lebens als schaftlicher Ueberhebung, ist bereits jetzt im Schwinden Sklaven für sich arbeiten ließ. Der Räuber, von der unbegriffen und wird nach dem Siege der Arbeiterbewegung mittelbaren Noth und Sorge um das tägliche Brod durch B. W. Bekanntlich erfreut sich nur der zwanzigste vollständig ausgerottet sein. feine Sklaven befreit, erhält Muße, Körper und Geist zu Theil der modernen Gesellschaft einer sozialen Lage, welche Nicht minder haltlos wie der socben kritisirte ist ein bilden und sich in seiner bevorzugten Stellung zu einem den Glückstrieb der menschlichen Natur einigermaßen be- anderer Einwand gegen die Moralität der Massenbe- wird auf diese Weise ein Bildungsgrad möglich, der unter in mancher Beziehung veredelten Wesen heranzubilden. Es friedigt. Neunzehn Zwanzigstel des Volkes dagegen sind glückung, nämlich folgender: Die Emporhebung der untern wird auf diese Weise ein Bildungsgrad möglich, der unter derartig dürftig gelohnt, so übermäßig angestrengt, so Gesellschaftsklasse zu den Genüssen der obern Klasse wäre den gleichen Verhältnissen auf keine andere Art zu ermangelhaft gebildet und den Gefahren der Erwerbslosig- eine Verschwendung, wenn nicht etwas noch Schlimmeres; die Adels- und Fürstengeschlechter aller Zeiten und Völker zielen ist. Aus solchen veredelten Raubthieren scheinen sich keit, des leiblichen wie geistigen Verkommens derart aus- denn die„ rohe" Masse des Volkes ist nur ro her Genüsse gesetzt, daß sie im Verhältniß zu jenen besser Situirten fähig und hat keinen Sinn für die höheren, feineren herausgebildet zu haben. Diese„ edlen Geschlechter" aber, unglücklich genannt werden müssen. Kurz, unsere Gesell Freuden der„ Gebildeten". Hierauf ist zu entgegnen so verhaßt uns ihr Ursprung sein mag, sind eben doch schaft produzirt allenfalls Klassen glück, aber kein Die angeborenen Fähigkeiten der Menschen sind nicht nach aber kein Die angeborenen Fähigkeiten der Menschen sind nicht nach die wichtigsten Träger der Kultur geworden." Gesellschaftsklassen verschieden, sondern gleich. Dieselben sein! Aber kommt es etwa darauf an, daß die MenschMassenglück ist aber das Ziel der großen Bewegung, Neigungen, dieselben Anlagen finden sich im Proletariat heit einzelne wenige Erhebungen zum Glücke hervorbringt? in welcher sich ein beträchtlicher Theil unseres Proletariats wie bei den Befizenden. Erst der Einfluß sozialer Ver- iegt das höchste Ziel der Menschheit darin, möglichst bereits befindet, und welche die Gesammtheit des leidenden hältnisse macht aus den Menschen theils wissende, für herrliche Kulturblüthen und-früchte zu erzeugen, gleich viel, Volkes zu erfassen verspricht. Wir, die Bekenner dieser Geistesfreuden empfängliche, gebildete Menschen, theils un die Menschheit dazu da, der Kultur zu dienen? Nein! ob dieselben Vielen oder Wenigen zu Gute kommen? Ist Tendenz, halten dieselbe für moralisch. Indessen bringen wissende, überwiegend für derbe Vergnügungen empfäng: Die Kultur soll der Menschheit dienen. Kultur ist der unsere Gegner mancherlei Einwände gegen die Moralität liche, ungebildete Menschen. Wäre die soziale Lage Klaffenglück oder Massenglück. Massenglück. " Mag unserer Tendenz vor. Prüfen wir einige dieser Einwände! aller Menschen eine gleich gute, so würde der Böbel" Inbegriff all derjenigen vom Menschengeifte erzeugten VerDer Glaube an die Moralität unserer Bestrebungen wird verschwunden sein oder doch wenigstens aufhören, eine änderungen der vorgefundenen Natur, welche das Wohldurch solche Prüfung zur festen Ueberzeugung werden. große Menschenmaffe zu umfassen, würde das gesammte befinden der Menschheit fördern. Die Größe einer Da treten uns zunächst jene wunderlichen Räuze ent- Volt sich einer Bildung des Geistes und Gemüthes er Kulturleistung wird also gemessen an der Größe der davon gegen, welche in dem Dasein einer elend lebenden Gesell- freuen, welche heutzutage, in unserm Klassenthume, nur ausgehenden Beglückung. Zur Abschätzung der Glücksgröße sind aber zwei Blicke zu thun: ein Blick, welcher schaftsklasse wie überhaupt in dem sozialen Klassenthum ein kleiner Bruchtheil der Bevölkerung besitzt. Wer eine weiſe Einrichtung des gütigen Schöpfers oder der aber einwendet, der Mensch sei allerdings ein Erzeugniß die Stärke der Beglückung im Einzelwesen( die InNatur erblicken. So freut sich der Pfaffe Townsend, der sozialen Verhältnisse, aber daneben auch ein Erzeugniß tenfität) ermißt, und ein anderer, welcher die Ausdehnung welchen Karl Marr aus dem Dunkel ans Licht zog, der Vorfahren, welche gewisse Anlagen auf ihre Nach der Beglückung über die Menschen masse( die Ertensität) darüber, daß eine Tendenz zur„ Uebervölkerung" vorgan: fommen vererbten; und diese Vererbung habe das Prole- prüft. Und zwar ist die Ausdehnung der wichtigere Faktor; den sei, welche einen Theil der Bevölkerung im Elend tariat, dessen Vorfahren im allgemeinen Leute ohne höhere wenn es sich z. B. darum handelt, ob von zwei Menschen, halte. Die„ Gesellschaft" bedürfe durchaus einer Masse Geistesentwickelung feien, mit Rohheit" belastet-wer von denen der eine leidet, der andere aber sich wohl beelend lebender Menschen, welche zu den servilsten, schmußig- dies behauptet, der hat die Physiologie und die Geschichte findet, der glückliche noch mehr beglückt oder der unglücksten und gemeinsten Verrichtungen des Gemeinwesens zu Gegnern. Die Physiologie kennt nämlich allenfalls liche von seinem Leide befreit werden soll, so ist entbereit seien. Durch die Existenz solcher Menschen werde eine Vererbung von Anlagen, welche auf einem außer- schieden das Letztere zu thun; denn Leid pflegt stärker der Fonds von menschlichem Glück sehr vermehrt. Drum gewöhnlichen Gehirn bau beruhen, nicht aber eine Ver- empfunden zu werden als Luſt. Demnach dürfen so= sei es unmoralisch, das Elend aus der Welt schaffen zu erbung derjenigen Geisteseigenschaften, welche fich auf der genannte Kulturzustände, welche eine Minderheit, die wollen. Das Armengefeß z. B. müsse verworfen werden, Grundlage eines gewöhnlichen, gesunden Gehirns unter Herren, auf Koften einer Mehrheit, der Sklaven, beglücken, weil es die Harmonie und Schönheit, die Symmetrie dem Einflusse der Erziehung entwickelten. Eigenschaften nicht als echte Kulturzustände angesehen werden. und Ordnung dieses Systems, welches Gott und die Natur letzterer Art sind aber im allgemeinen die Geistes vorzüge bereitungen der Kultur bezeichnen. Denn die Herrschaft Wohl darf man einzelne solcher Zustände als Vorin der Welt errichtet haben, zu zerstören" strebe. Aehn- der Gebildeten. Dieselben sind demnach der Volksmasse liche Gründe wurden vorgebracht, um die Gegner der zugänglich, wofern die große Masse mit gesunden Gehirnen einzelner mächtiger Persönlichkeiten entwickelte zuweilen in Sklaverei in Nord- Amerika zu schlagen. Ein ähnlicher ausgestattet ist; und das ist sie. Der gebildete Bourgeois, diesen Persönlichkeiten kostbare Geistes- und CharakterGedanke schwebte schon Aristoteles vor, als er meinte, die welcher behauptet, er sei infolge der Vererbung ein höher fugenden; und die Bevorzugung einzelner Stände schuf Sklaverei könne erst dann abgeschafft werden, wenn sich beanlagtes Wesen, bedenkt außerdem gar nicht, daß die wenigstens diesen Ständen jene Freiheit von erdrückender die Weberschifflein von selber bewegen würden. Noch Bourgeoisie als Klasse nicht durch geistige, sondern durch Arbeitslast und materieller Noth, welche nöthig ist, um heute spukt der Gedanke von der Unentbehrlichkeit des wirthschaftliche Ueberlegenheit hervorgerufen wurde. das Wesen des Menschen zu höheren Formen zu bringen; Böbels" herum, und zwar in den Schädeln unserer Uebrigens spricht die Geschichte des Adels und der Fürsten- die Wissenschaft wäre z. B. nicht auf die heutige Höhe Bourgeoisie. Mancher Genosse hörte wohl schon ein gehäuser bei welch letteren infolge beständiger Inzucht die gelangt, wenn nicht bevorzugte Stellungen eine Menge bildetes" Bürgerlein also sprechen:„ Wer wird in der Vererbung in verstärktem Maße wirken müßte, nicht gerade von Denkern hätten frei werden und reifen lassen. Aber, sozialistischen Gesellschaft die groben unangenehmen Ar dafür, daß die Spißen der Gesellschaft höher organisirte wie gesagt, die Formen der Herrschaft in der Weltbeiten thun, z. B. Steine klopfen und Kanäle reinigen Wesen sind. Man hat beobachtet, jagt F. A. Lange, geschichte können nur als Vorbereitungen der Kultur, Ihre Obwohl dieser Einwand von einem Stumpf daß die Bienen durch verändertes Futter aus den Larven und das nicht einmal alle, angesehen werden. sinn, gegen den„ selbst Götter vergebens kämpfen", oder der gewöhnlichen Arbeitsbienen sich willkürlich Königinnen Mission ist erst dann erfüllt, wenn die unter ihnen eraber von einer Selbstsucht, welche das Schweigen der ziehen können. Wenn sich herausstellt, daß der Mensch zeugten geistigen und materiellen Güter allen Menschen Entrüftung verdient, erzeugt worden ist, wollen wir den auf geistigem Gebiete derselben Entwickelung durch ver- zu Gute kommen. Diese Zeit der Erfüllung, der allgemeinen Bescheerung selben doch zum Gegenstand einiger Betrachtung machen. vollkommnete geistige Nahrung fähig ist, so wird die Ueberwollen?" " Falsch ist der Gedanke: Eine große Anzahl von Ver- schäßung der glänzenden Figuren, die sich auf der Bühne derjenigen Güter, welche während der Herrschaftsformen richtungen, welche die Menschheit nicht entbehren kann, sind der großen Welt bewegen, abnehmen, und es wird deutlich unter dem Leide der Volksmassen herangebildet wurden, so unangenehm, daß nur die äußerste Noth in Verbin- erkannt werden, daß dem Ruf nach Gleichheit eine die Zeit, in welcher Freiheit möglich ist ohne Unterbrückung, ist gekommen und bedarf nur noch der Ereigdung mit Rohheit Menschen zu denselben treiben kann. tiefe und dauernde Berechtigung zu Grunde liegt." schaftsformen aufmerksam macht: Freilich macht die Wohlfahrt der Gesellschaft unangenehme Gegen die Forderung gleich günstiger Lebensbedin- nisse, welche die Umwandlung unserer Gesellschaft in eine echte Kulturgesellschaft veranlassen. Das erkennt auch Arbeiten nöthig. Aber die Anzahl derselben wird be- gungen für alle Menschen ist auch folgender Gedanke derselbe Lange, welcher auf die guten Seiten der Herrständig vermindert durch neue technische Erfindungen; vorgebracht worden: Wie der Kampf ums Dasein in und vollends die sozialistische Gesellschaft wird in aus der Pflanzen- und Thierwelt bewirkt, daß die mangelgedehntestem Maße Maschinenthätigkeit an Stelle der pein- haften Wesen früh zu Grunde gehen, und vorwiegend die lichen Menschenarbeit seßen und den Rest der letzteren mit tüchtigen übrig bleiben und die Art fortpflanzen, und daß also die Art veredelt wird, so führt auch in der mensch*) Vorstehende Ausführungen beruhen auf Angaben in dem lichen Gesellschaft der Kampf ums Dasein, welcher bedingt Buche des Dr. Mar Schöne über die moderne Entwickelung ist durch die soziale Ungleichheit, zur Veredelung der des Schuhmachergewerbes, das wegen seines reichhaltigen Menschheit und zu höheren Kulturleistungen. Materials trop des kleinbürgerlichen Standpunktes des Verfassers Zunächst ist es falsch, daß der soziale Kampf ums den Bibliotheken der Schuhmachervereine zur Anschaffung bestens zu empfehlen ist.( Erschienen bei Gust. Fischer in Jena. Preis Dasein zum Siege des menschlich Tüchtigeren führt. Bekanntlich hängt der Sieg nicht nur von den Fähigkeiten mt. 3,60.) " Diejenigen fagt er welche glauben, es möge dabei gut sein, daß immer das eigentlich Menschliche nur in den Bevorzugten zum Ausdruck gelange, sind im Irrthum; denn die Massen wollen das nicht mehr zugeben, und dieser keimende Wille beweist ihre beginnende Reife für eine höhere Form des Daseins. Stören wir uns des= halb nicht an die Kleinmeister, die auf die Geschichte hin= weisen und uns altflug noch einmal predigen, was wir uns längst an den Kinderschuhen abgelaufen haben: daß zu allen Zeiten Adel und Reichthum und Stände gewesen, daß die Masse immer nur zum Beten und Arbeiten, zum Dulden und Gehorsam dagewesen, daß Vernunft und Gerechtigkeit immer bloße Ideale gewesen, und daß alle Jdealisten, Blato mit seinem Vernunftstaat an der Spike, stets in der Braris schmählich Schiffbruch gelitten hätten! Wir verstehen die Geschichte besser als diese Kleinmeister; denn wir wissen, daß das tausendfältige Mißlingen dessen, das endlich doch werden soll, nur jenen wohlbekannten Grundzug des Schaffens und Vernichtens in einer besonderen Form seiner Erscheinung darstellt. Wir wissen auch, daß niemals, nie Nationale Kranken- und Begräbnißkaffe der deutschen seit den Anfängen der Geschichte die Gesammtheit der geistigen Gold: und Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen und materiellen Bedingungen des Völkerlebens eine so große ( E. H.). In der am Montag in Lammer's Salon stattgefundenen innere Umwandlung unter der schwachen Hülle der be= Freireligiöse Gemeinde. Nachdem das Provinzial- Schul- Mitgliederversammlung wurde der bisherige Vorstand einstimmig stehenden Formen erlitten hat, als in den legten hundert follegium mit Genehmigung des Ministers von Goßler dem Stadt- wiedergewählt; zu Beifizern die Herren F. Schulze, 2. Schäfer, Jahren." verordneten Kunert die Ertheilung des Moralunterrichtes in der. Adam, W. Ttschentscher, R. Blant und C. Selle; zum Ersatz Diese Umwandlung der geistigen und materiellen freien Gemeinde versagt hatte, beschloß der Vorstand dieser Gemeinde, mann M. Möllmann; zu Krankenbesuchern der gesammte Borstand Bedingungen des Völkerlebens drängt mit unwidersteh- nach Ablauf eines furzen Urlaubs des Herrn Kunert, denselben zu und Ersaßmann, wie die Herren Broste, Lehmann, Bäcker, Jakoby, licher Gewalt auf eine Gesellschaftsform zu, welche der erfuchen, den Unterricht wieder aufzunehmen und schon am Döring, Hasenfäger, Meier, Kempowsky, Nöpring, Nieger, Hensel Herrschaft und der Sklaverei entbehrt, vielmehr allen Mittwoch, den 27. Februar in seine Funktionen als Jugendlehrer und Lehnacker. Ein Antrag, das Kaffenlokal zu verlegen und bei wieder einzutreten. Die Gemeinde santtionirte diesen Borstands- fünftigen Versammlungen von dem Lammerschen Lokale abzusehen ihren Mitgliedern eine gleichmäßige Freiheit ge- beschluß mit Einstimmigkeit. Die Angelegenheit ist damit in ein und solche Lokale bevorzugen, deren Besizer den Arbeitern eine währt und also die Bedingungen zur Entfaltung des Stadium gerückt, in welchem man gespannt sein darf, welche Schritte entgegenkommende Haltung beobachten, wurde mit allen gegen brel Massenglückes darbietet. Utopisten werden freilich die- bie königlichen Schulbehörden, an die Herr Kunert bereits unterm Stimmen angenommen. Berliner Metallarbeiterverein. Zahlstellen: jenigen genannt, welche von dem Bevorstehen dieser Ge- 19. Februar ein scharfes Schreiben gerichtet hat, in der Sache nunmehr unternehmen werden. Süden: Gottfried Schulz, Kottbuser Plaz. sellschaft des Massenglückes überzeugt sind; aber Utopiſten Ausweisung. Leipzig, 24. Februar. Am leztvergangenen find vielmehr sie, die da glauben, jene Proletariermassen aller Freitag ist der Eisendreher Taubert auf Grund des Sozialisten- buſer Play. Werschke, Adalbertstr. 16. Hense, Gitschiner- un modernen Nationen, welche im Geiste ausgezogen sind, das gesetzes aus dem Bannbezirke der Stadt Leipzig ausgewiesen worden. Prinzenstraßen- Ede. Hoffmann, Rigdorf, Bergstr. 132. Land der geschichtlichen Verheißung, das Land der Maffen- werkschaftlicher, nicht aber in politischer Beziehung hervorgetreten Haugt, Weinstr. 22. Dem Wähler" entnehmen wir, daß der Ausgewiesene nur in ge- Osten: Lorenz, Manteuffelstr. 41. Böhl, Rüdersdorferstr. 9. beglückung, zu finden, welche starken Willens und solidarisch ist. Bemerkenswerth erscheint es übrigens, daß das nationalliberale geschlossen marschiren und beständigen Zuwachs an Mann- Leipz. Tagebl." so gute Beziehungen zur politischen Polizei unterschaften erhalten, könnten dauernd entwegt oder durch Zu- hält, daß es bereits mehrere Tage vor der offiziellen Zustellung des Ausweisungsbefehles über diese Thatsache zu berichten wußte. reden veranlaßt werden, wieder heim zu ziehen, oder auf Der sogenannte ,, nene Mahlow Thring- Prozeß" ein unüberwindliches Hinderniß stoßen; Utopisten sind sie, ist jetzt eingestellt, nachdem er neun bis zehn Mal vertagt worden die an den ewigen Bestand des Klassenstaates mit seinem war. Wie man sich erinnern wird, sollte dieser Prozeß den bloßen Klassenglücke glauben. Schumann Ihring, welchem das Landgericht I die Glaubwürdigkeit abgesprochen hatte, rehabilitiren. Wenn dies nicht gelingen sollte, so könne erklärte der Minister v. Puttkamer im Abgeordneienhause der genannte Beamte nicht im Staatsdienste bleiben. Thatsächlich ist Ihring jezt Stationsvorsteher- Aspirant in Deynhauſen. meiner persönlichen Mithilfe unterstüßen, wäre ich nicht so zum Bentralvorstande. 2. Wahl der Abgeordneten an der in betagt und durch andere gebieterische Verpflichtungen so sehr Dresden stattfindenden Generalversammlung. 3. Verschiedenes. in Anspruch genommen. Sie erfahren vielleicht mit Genug- Nach Aufstellung der Kandidatenliste für den Zentralvorstand wurde thuung, daß schon 1842, wo doch die Rüstungen Europas beschlossen, statt der berechtigten 11 nur 9 Delegirte zu entfenden, nicht den dritten Theil von heute erreicht hatten, der Premier- Und wurden hierzu durch Stimmzettel folgende Herren gewählt: minister Sir Robert Peel dieselben im Parlamente für über- 1. Damman, 2. Schwarz, 3. Matschulat, 4. Aßmann, 5. Bombien, mäßig und für den Frieden gefährlich erklärte. Was würde 6. Leister, 7. Sachs, 8. Ließ und 9. Kabel. er erst heute über die furchtbaren Kontingente sagen, welche Europa mit großen Kosten unterhält?" Politisches und Sozialpolitisches. Die Nordd. Allg. 3tg." druckt, um ihre Stellung zum Lohn kampfe der Arbeiter zn bezeichnen, den Streikerlaß des verflossenen Ministers v. Puttkamer unter wiederholten Beifallsbezeugungen ab. Wahrscheinlich wird also eine Aenderung in der behördlichen Praxis nicht eintreten. Die Annahme, daß die Stenerreformvorlage in Preußen, die in der Thronrede angekündigt und wiederholt von offiziöser Seite als vollständig fertiggestellt bezeichnet worden war, jezt fallen gelassen oder wenigstens für längere Zeit aufgeschoben ist, gewinnt immer mehr Glauben. Mit direkten Steuern hat der Befiz bekanntlich nicht gern etwas zu schaffen. Der Berliner Innungsausschuß bekommt vom Staate jährlich 12 000 Mark Subvention, natürlich aus den Steuergroschen aller Staatsbürger, also auch der Arbeiter. Ein naseweiser Innungsmeister fragte neulich, wo das Geld bleibe. Die Antwort lautete, das ginge ihn nichts an. Die Reise der Innungsmeister im Dezember v. J. nach Friedrichsruh wurde schon auf neue Rechnung gemacht. Polizeilich nicht genehmigt wurde in Berlin eine Wählerversammlung für den 6. Reichstagswahlkreis, die am Donnerstag mit der Tagesordnung: Gründung eines Wahlvereins ( Referent Herr W. Werner) stattfinden sollte. Das Verbot ist um so auffälliger, als Versammlungen mit derselben Tagesordnung in anderen Stadttheilen nichts in den Weg gelegt worden ist. Die Leipziger Polizeibehörde hat neuerdings abermals einer Verein, welcher nur dazu bestimmt war, gewerkschaftlichen Interessen zu dienen, auf Grund des Sozialistengesetzes aufgelöst. Das Verbot betrifft den neugegründeten Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler, in welchem die Polizeibehörde eine Fortießung" des schon vor längerer Zeit aufgelösten Fachvereins der Tischler erblickt. Föllner, Rotte Norden: Junknick, Bernauerstr. 103. Michels, Ackerstr. 26. Wolf, Chausseestr. 73. W. Friz Schnicke, Kirchbachstr. 7. Westen: Hasel, Barutherstr. 8. N.- West: Voß, Rathenowerstr. 98, Ecke Dreyfestraße. 1. Rassirer: Otto Klein, Ritterstr. 15. 2. Rassirer: Lenzner, Reinickendorferstr. 48. Vorstand: 1. Vorsitzender K. Miethe, 1. Stellvertreter Ledwin, 2. Stellvertreter Selchow. 1. Kassirer O. Klein, 2. Kassirer Lenzner. Schriftführer E. Fahrenwald. Protokollführer R. Beier, Groß, Schumann. Revisoren Wobig, Bredow, M. Fahrenwald. In die Arbeitsnachweiskommission wurden folgende Kollegen gewählt: Bolthe, Bertram, Knecht, Lorenz, Braßler, Koser, Stadler, Grube, Schulz, Kurgas, Sischke, Wenzel, Kirsch, Kraus und Risch. Verein zur Wahrung der Interessen der Klaviers arbeiter und verw. Berufsgenossen. Versammlung am Sonnabend, den 2. d. M., Abends 8½½2 Uhr, Kommandantenstr. Nr. 77-79 ( Gratweil'sche Bierhallen). Vortrag des Herrn Kendziora über Moralstatistik. Verein der Einsezer( Tischler). Sonntag, den 3. b. M., Vormittags 10 Uhr, Neue Friedrichstr. 44. Versammlung. T.- D.: Vortrag des Herrn Dr. H. Sperling. Fachverein der Puzer. Sonntag, den 3. b. M., Die Dresdener Arbeiter haben neuerdings allen Saal- Vormittags 11 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10, Mitgliederversammlung. inhabern, welche ihre Räumlichkeiten zu Arbeiterversammlungen Tagesordnung: Wie stellen sich die Mitglieder des Fachvereins zu nicht hergeben, einen Vernichtungskrieg angekündigt. Insbesondere dem von der öffentlichen Versammlung der Puzer Berlins gefaßten sollen auch alle Arbeiterinnen aufgefordert werden, solche Lokale Beschluß, betreffend die Verkürzung der Arbeitszeit auf neun zu meiden. Im Nothfalle beabsichtigt man Schritte zu thun, um ein eigenes Arbeitervereinshaus zu begründen. In Berlin ist man iezt bekanntlich auch entschlossen, den Wirthen die Zähne zu zeigen. Gewerkschaftliches, Vereine. Stunden. Fachverein der Former und verw. Berufsgenossen. Sonntag, den 3. d. M., Vormittags 10 Uhr, Versammlung in Faustmann's Lokal, Invalidenstr. 144. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Pirch. - Vereinigung der Drechsler Deutschlands( Orts verwaltung Berlin III.) Versammlung am Montag, 4. 6. M., Abends 82 Uhr, im Andreasgarten bei Holzmann, Andreasstr. 26. An die Maler, Lacirer, Anstreicher und vers wandten Berufsgenossen Berlins! Große öffentliche Ver= ſammlung am Freitag, den 8. März, Abends 8 Uhr, im Königstädt. Kafino, Holzmarktstr. 72, wegen Lohnbewegung. Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 4. d. M.. Abends 8 Uhr im Vereinslokal, Louisenstädtisches Klubhaus, Annenstr. 16, I. -Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag den 3. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über: Die Phantasie, eine Quelle des Glücks." Gäste ,. Damen und Herren, sehr willkommen. Literarisches. Malerstreik. Coburg. Das Malerpersonal( 35 Mann) der A. Niemann'schen Porzellanfabrik legte heute, den 25. Februar, die Arbeit nieder und zwar wegen Lohndifferenzen. Unsere Forderuugen sind sehr billige. Wir bitten daher alle Herren Kollegen, Jm Desterreichischen Abgeordnetenhause hat be- uns in unserm Vorhaben nach Kräften zu unterſtüßen, dann ist der kanntlich der liberale Abg. Plener vor längerer Zeit Sieg unser. Briefe u. s. w., sind zu richten an Albert Schmidt, einen Gesezentwurf über Arbeiterkammern eingebracht. Coburg, Kanonenweg 4. Zuzug bitten wir vor allen Dingen fern Ein Reichsrathsbeschluß, welcher in dieser Frage berathen zu halten. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Aufnahme sollte, hat nun eine Arbeiter- Enquete einberufen, um zu gebeten. hören, wie die Arbeiterschaft den Antrag der deutschen Aufruf an sämmtliche Dachdecker Berlins. Kollegen, Opposition beurtheile. Bezüglich der ersten Frage( Ein- da sämmtliche Baugewerke schon längst in die Lohnbewegung einführung von Arbeiterkammern sprachen sich die Arbeiter getreten sind und unsere Ausgaben fich von Zeit zu Zeit gewaltig erhöht haben, durch Steuern und Miethen, da wir auch den bis auf zwei zustimmend aus, betonten jedoch, daß die langen Winter fast vollständig ohne jeden Verdienst gewesen sind, im Entwurfe Plener's gekennzeichnete Kompetenz der so rufen wir euch, Kollegen, zu: wacht auf aus eurem Winterschlaf Von der ,, Neuen Zeit", Stuttgart, Verlag von J. H. W. Kammern unzulänglich erscheine und daß die in Aussicht und aus eurer Lethargie. Zeigen wir, daß wir gesonnen sind, Diez, ist soeben das dritte Heft des 7. Jahrganges erschienen. genommene Zahl von neun Abgeordneten, welche die unsere Lage zu verbessern und unseren einzigen Besib, unsere Inhalt: Abhandlungen: Die Klassengegensäge von 1789. Zur Kammern in den Reichsrath zu entsenden hätten, ent- bie gefährlichste und aufreibendste ist. Kollegen, wenn ihr nun Stautsty.( Fortsetzung.)- Die Rechnungsergebnisse der deutschen Arbeitskraft so hoch wie möglich zu verwerthen, da unsere Arbeit hundertjährigen Gedenkfeier der großen Revolution. Von Kart schieden zu gering sei. Die Handelskammern hätten dreißig Willens seid, eure Lage zu verbessern, um ein menschenwürdiges Unfall- Berufsgenossenschaften im Jahre 1887. Emanuel Hans Size, troßdem sie einen geringeren Wirkungskreis besäßen Dasein zu führen, so rufe ich euch nochmals zu: seid einig und Sar' Hausindustrie in Thüringen. III. Theil. Besprochen von als der für die Arbeiterkammern in Aussicht genommene. erscheint vollzählig und pünktlich in der nächsten Versammlung, Dr. Bruno Schoenlant. Ibsen und Björnson. Von Baul Ernst. J. A.: H. Mehrlein. Zum sozialistischen Geschichts- Verlauf. Literarische RundFerner verlangten alle Redner, daß die Regierung gesetz- welche noch näher bekannt gemacht wird. Rohrleger Versammlung. Am Montag, den 25. ds., schau. Notizen. lich anzuhalten wäre, die Vorschläge der Arbeiterkammern Abends 8 Uhr, fand eine große öffentliche Versammlung der Rohr- Sveben ist erschienen das 14. und 15. Heft von der zu berücksichtigen, und endlich forderten die Arbeiter, daß leger und Berufsgenossen Berlins in Gratweil's Bierhallen, Kom- Französischen Revolution". Voltsthümliche Darstellung der die Kammern mit den Gewerbeinspektoren in amtliche Ver- mandantenstr. 77-79, statt. Die Betheiligung war eine sehr rege. Ereignisse und Zustände in Frankreich von 1789-1804. Bon Mit vielen Porträts und historischen Bildern. bindung zu bringen wären. Das beschränkte Stimmrecht Den Vortrag hielt Herr Gottfried Schulz über Innung und Wilhelm Blos. Fachberein. ( Stuttgart, Dieß.) zu beziehen durch alle Spediteure, pro Heft fand natürlich auch die schärfste Zurückweisung. Die Arbeiterbildungsverein Berlin N. Die öffentliche 20 Pfennig. „ Christlich- Sozialen" unter Führung des Paters Arbeiterversammlung, die am Freitag bei Gnadt, Brunnenstr. 38, Vom ,, Volksfrennd", illustrirte Zeitschrift für Unterhaltung Eichhorn, des Nachfolgers Schönerer's, hatten einen Putsch stattfand, beschloß nunmehr endgültig die Gründung eines Arbeiter und Belehrung mit den Beiblättern„ Die Kunsthalle" und" Der vor und wollten die nach Wien berufenen Arbeiter für bildungsvereins Berlins N." In den Vorstand wurden gewählt Hausarzt ist joeben das neueste Heft erschienen und ist der Inhalt die Herren Hugo Lehmann als 1., Wernau als 2. Vorsißender; wiederum ein sehr reichhaltiger. ihre Sache gewinnen, indem sie ihnen ein Programm vor Fied als 1., Treidel als 2. Kassirer; Flehnert als 1., Müller als legten und deffen Annahme empfahlen. Die Arbeiter 2. Schriftführer; Baum als Beisitzer; Emil Schmidt, Brandenburg, gingen nicht auf den Leim und lehnten ab. Abgeordneter Ernst Behrend als Revisoren. Pernerstorfer, der Mitglied des Ausschusses ist und von diesen Umtrieben Kenntniß erhielt, nagelte die Machination Eichhorn's im Protokoll der Enquete fest, worüber die Antisemiten natürlich Zeter schreien. Briefkasten. Anfrage. Kann uns einer unserer Leser mittheilen, wo sich Berlin die Fachschule der Heizer befindet? in Jakob. Amtsgericht II, Neue Friedrichstraße durch schriftliche Eingabe, ohne Gründe. In jeder größeren Buchhandlung, Verlag von Dieb, Stuttgart. Auch im„ Arbeiternotizkalender" abgedruckt. J. Z. 101. Evargelisch, wenn Sie nicht ausdrücklich ausgetreten sind. Pyrit. Adressen sehr willkommen. K. H. Nürnberg. Betrag für Januar erhalten.-H. W. Neuendorf. Alles erhalten. W. H. Magdeburg. Ihren Brief, mit der Bestellung von Bildern, haben wir Herrn Rt. Kohlhardt, Brandenburgstr. 56 ,. überwiesen. Fachverein. Sie müssen anmelden. Mannheim. Die Kündigung fann jeden Tag erfolgen, womit sofort die 14 tägige Frist beginnt. Freie Vereinigung und Fachgenoffen der Maurer Abonnent. Beim Wahl- Zensussystem hat nur der Bürger Berlins. Sonntag, den 3. März, Vormittags 10 Uhr, im Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Pankow über die englischen Majestätsbeleidigungen erst in fünf Monaten. Lokale des Herrn Mundt, Köpenickerstr. 100, Generalversammlung. das Wahlrecht, der mindestens eine gewisse Steuersumme zahlt. A. B. Gewöhnliche Beleidigungen verjähren in drei Monaten, Trades- Unions und deren Organisation. 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren. 4. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgeDas italienische Ministerium Crispi hat seine Ent- nommen. Kollegen, der unter obigem Namen gegründete Verein lassung eingereicht, weil die Kammer mit seinen Steuer macht sich zur Aufgabe, die materiellen, geistigen und fittlichen vorschlägen zur Deckung des Defizits nicht einverstanden Interessen der Berliner Maurer mit aller Entschiedenheit zu vertreten. An Euch liegt es nun, den Verein stark zu machen, um war. Crispi wird aber wahrscheinlich die Bildung eines den Druck, welchen uns die Kapitalistenkoalition aufbürdet, von neuen Kabinets übernehmen. uns abzuschütteln. Der Verein zählt bereits 1400 Mitglieder, allerdings wenig genug von einer Gewerkschaft, welche nach Tausenden zählt. Wenn trotz der ungünstigen Jahreszeit die obige Zahl Ein kräftiges Wort für allgemeine Abrüstung hat erreicht wurde, so wird man daraus schließen können, daß die Gladstone in einer Zuschrift an das in Paris erscheinende, Maurer wohl begriffen haben, was eine straffe Organisation ausder Verbreitung der Friedensideen gewidmete Blatt Le zuführen im Stande ist. Um nun das Ziel, welches wir uns Désarmement"( die Abrüstung) ausgesprochen. Der Brief gesteckt haben, erreichen zu können, werden sämmtliche Kollegen ersucht, dem Verein beizutreten. Ihr wißt, ohne einheitliche Organides greisen britischen Staatsmannes lautet in der Ueber- fation feine wirksame Propaganda, feine wirksame Attion. Die fezung: Vereinsorganisation ist das Zusammenfassen der Kräfte, ihre „ Das in Paris zu dem Zwecke, Europa an seiner Um- Sammlung in einem Brennpunkt. Der Einzelne fann wenig auswandlung in ein Striegslager zu verhindern, gebildete Komitee richten, die Vereinigung in der Gesammtheit wird alles erreichen. besitzt meine wärmsten Sympathien. Mit Bedauern hatte Die Zentral Kranken- und Begräbnißkasse der ich die mir von Ihnen gebotene Gelegenheit ungenügt ge- Sattler und Berufsgenossen Deutschlands Hoffnung"( E. H. 64), laffen, darüber jene Prinzipien zu bekunden, denen ich mein Ortsverwaltung Berlin, hielt am Sonntag eine außergewöhnliche Leben als Politiker gewidmet habe. Ich würde Sie mit Mitgliederversammlung ab mit der Tagesordnung: 1. Vorschläge Naturverein Norden. Anzeige regelmäßig zu spät. Verantwortlicher Debatteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. = Drechsler. Bericht zu spät erhalten. Berichte müssen, Donnerstag Mittag in unseren Händen sein, Annoncen und kurze Vereinsanzeigen bis Freitag früh. Vereinsschriftführer. Warum fein Inserat? Ihr Verein hat doch Inserirung beschlossen.