Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Einzelne Nummer 15 Pfg. Die Berliner Bolts- ribune" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 mr. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 867 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1889.) Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. № 13. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Bfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Bfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 30. März 1889. Ausgabe für Spediteure: Merkur" Zimmer- Straße 54. III. Jahrgang. verabscheute Es heißt da in der Nummer vom 28. d. M.: Für wissenschaftlich festgestellt" erachtete nun der Abga Dr. Lieber, daß durch Einschränkung der Arbeitszeit dan Arbeits quantum auf die Dauer nicht vermindert... worde ist." Wie wenig dieses als" festgestellt" zu erachten ist, geht schont daraus hervor, daß, wie wir schon kürzlich anführten, Herr Mar Schippel, Herausgeber der Berliner Volkstribüne", in seiner Arbeiterbibliothek schreibt: Es muß doch Frühling werden. Der daß nun die Zeit der Saat gekommen ist, daß die Zeit kanzlerischer oder nichtkanzlerischer Observanz Maximalarbeitstag.- Die Unterdrückung der des Wachsthums und der Ernte folgen wird, wenn auch Projekt ins Feld zu führen. Berliner ,, Volkszeitung". Das Ende einer noch zuweilen weiße Flocken durch die Luft wirbeln. Welt. III. Die Polizei und die Arbeiter Sollen wir da verzagen im ersten kalten Lenze des in England. Finanzbaron und Volk. Zur Völkerfrühlings? Wir, die wir an der Schwelle der neuen Bäckerbewegung. Zeit stehen, wir, vor deren staunenden und erkennenden Gedicht von Karl Henckel.- Keime von Augen sich unter Schmerzen und Zuckungen eine neue Bruno Wille. Die Kleinen hängt man. Welt aus dem Schooße der alten hervorarbeitet? Anmerkungen zum Vereinsrecht.- Zeitlohn und Ohört den prophetischen Ruf unserer Vorkämpfer, Stücklohn. Streiks in Amerika. Die unserer Lehrer und Führer, es ist der schmetternde Finkenungarische Fabrikinspektion. Arne Garborg. schlag, der den Arbeiter zu immer neuer und raftloser Wann sind die nächsten Reichstagswahlen? Thätigkeit ruft. Auf! rüstet Euch mit heiterer Zuversicht, Politische Nachrichten. Gewerkschaft- denn auch uns kommt der Frühling: die Zeit der Arbeit ist da! liches. Vereine und Versammlungen. -Die Bostabonnenten unseres Blattes erinnern wir daran, ohne Säumen und vor Monatsschluß ihr Abonnement zu erneuern, ( Post- Zeitungskatalog für 1889 Nr. 867) das sonst von der Post als erlosch en betrachtet wird. Erst nach dem Monatsschluß eingegangene Bestellungen sind mit unnüßen Kosten und Arbeits und Zeitbergeudungen verhimden abgesehen davon, daß eine Nachlieferung der bereits erschienenen Nummern oft gar nicht mehr erfolgen kann. ganz „ Wenn früher bei 14 stündiger Arbeitszeit der Unternehmer zur Herstellung einer gewissen Arbeitsmenge 1000 Arbeiter brauchte, so braucht er wenn er seine ganze Be= triebsweise nicht rasch ändern kann bei 10 stündiger Arbeitszeit gegen 1400 Arbeiter 2c." Wir können diesen Punkt nicht besser beleuchten, als indem wir Die Zeit des Wachsens wird nicht fehlen, die Zeit wiederholen, was wir zu diesem Ausspruche bemerkten: der Reife und der Ernte wird sicher kommen, sie ist unabwendbar, sie naht, so rauh auch heute noch die alte Zeit uns ihren falten Todeshauch entgegen bläft. Auf zur Saat, wenn auch noch stürmisch schneidende Winde uns umtoben, der Ackersmann muß ihnen trozen! „ Herr Schippel scheint also nicht daran zu glauben, daß mit Verkürzung der Arbeitszeit die Intensität der Arbeitsleistung in der Weise steigt, wie es die Freunde des Normalarbeitstages stets behauptet haben. Letztere sollten daher zunächst sich bemühen, Herrn Schippel von der Richtigkeit ihrer Theorie zu überzeugen, bevor sie Anträge auf Verwirklichung derselben in der Praris stellen." Auf ihr Freunde alle zur rüftigen Arbeit! Auf ihr So wohlgemeint diese Sorge der Nordd. Allg. 3tg. geistigen Streiter, ihr Kämpfer der neuen Zeit, säumt um die Aenderung unserer Ueberzeugung zweifellos ist, so nicht, die Saat der weltbefreienden Gedanken mit reicher, geht sie doch wie wir zu unserem Bedauern konstatiren offener Hand zu streuen. Mag manches von den schwarzen, müssen von ganz falschen Voraussetzungen aus. Die oben zitite Stoffe aus der Gewerkschaftsbroschüre frächzenden Vogeln gefteffen web, mag manches vor die Füße des achtlosen Wanderers fallen, mag manches sagt nämlich gar nichts über die schließliche wirkliche in der dürren Dede des geist- und gesinnungslosen Spieß- Entwickelung, wie sie nach einer Verkürzung der Arbeitsbürgerthums, der rohen Theilnahmlosigkeit verdorren, der zeit heute im allgemeinen eintreten wird. Sie leugnet die gut bestellte Acker wird genug bergen, das zur köstlichen zweifellos massenhaft erfolgenden Aenderungen und Verbesserungen in der Betriebsweise durchaus nicht, sondern Frucht heranreift, zur Freude des Schnitters. Die Kreuzbandabonnenten bitten wir, wo es irgend angeht, in Zukunft bei der Post zu bestellen. Die Bestellungen müffen einige Tage vor Monatsschluß Ein solcher siegesmuthiger Frühlingsbote ist auch die zieht nur bestimmte Schlüsse für den einen Fall, wenn bewirkt werden und können bei allen Bostansi( ten des Neiches erfolgen( unter Nr. 867 der Zeitungspreisliste Arbeiterpresse. Auch die Arbeiterpresse ruft unter Bedräng- die ganze Betriebsweise nicht rasch geändert werden kann." für 1889), die Zeitung muß dann bei der Anstalt ab- niß und Gefahr, unter Verfolgung und Unterdrückung das Es kommt nunmehr darauf an, durch die Erfahrung festgeholt werden. Gegen 15 Pfg. Aufgeld pro Quartal frohe Lied der Verheißung aus überzeugungswarmer Brust zustellen, ob dieser Fall häufig, selten oder gar nicht einschmetternd und klingend hinaus. Sie ist der Ackerer, der tritt und darüber haben wir uns allerdings nicht in liefert aber der Briefträger auch frei in's Haus. Wo Krenzband aus besonderen Gründen weiter ge- in rüſtigem Bemühen harte Herzen, widerstrebende Geister der Gewerkschaftsbroschüre, wo nicht der Ort dazu war wünscht wird, erbitten wir umgehende Nachricht; sonst aufzubrechen, sie mit nährender Hoffnung, treibender That- schon vor Jahren mit ausreichender Deutlichkeit ausnehmen wir an, daß direkte Bestellung bei der Post kraft zu erfüllen sucht. Die Presse ist der Säemann, der gesprochen. erfolgt ist. Alle Berliner Abonnenten, welche ihre Wohnung verändern, ersuchen wir, um unliebsame Unterbrechung in der Zustellung unseres Blattes zu vermeiden, rechtzeitig dem Spediteur die neue Adresse mitzutheilen. die Saat der Aufklärung in den zubereiteten Boden wirft, Damals war es in der deutschen Gewerkschaftshoffend, daß er zur Reife gedeihen merde, trop der Kälte, agitation überwiegend noch Gebrauch, die Arbeitszeitdie heute manchen Muthlosen möchte verzagen machen. verkürzung als unfehlbares Heilmittel gegen die ArbeitsDie Presse ruft allen Kleinmüthigen zu: hoffet! allen losigkeit anzupreisen, und wir wandten uns( 1885) zuerst Trägen: arbeitet! damit der Tag der Ernte das Feld dagegen, indem wir betonten, wie alle konsequenten So= zialisten diese Wirkung des Normalarbeitstages nicht zuwohl bestellt findet. Nun auf ihr Alle, die ihr an diese Botschaft glaubt, gestanden haben und wie alle neueren Erfahrungen aber= auf alle Freunde und Genossen unserer Arbeit, die ihr mals beweisen, daß man ihm diese Wirkung auch niemats mitstreben wollt, weil ihr mit leidet, auf rührt mit uns zugestehen könne, weil in der That technische Verbesserun= Am pünktlichsten erfolgt die Zustellung der Volks- die Hände! Helft eure Blätter verbreiten, damit sie in gen es sehr rasch dahin bringen, selbst bei verkürztem Tribüne" durch diejenigen Spediteure, welche zugleich ein immer weiteren Kreisen Licht und Frühlingsglauben tragen Werktag mit derselben Zahl von Arbeitern dasselbe und fönnen. Offen und treu sind wir bemüht, die Wahrheit noch mehr zu produziren. täglich erscheinendes Blatt bringen. Es muß doch Frühling werden! zu lehren, den kommenden Tag vorzubereiten. Sei es Diefer Meinung sind wir auch heute noch, wobei wir nunmehr euer Bemühen, unser Blatt zu verbreiten, damit natürlich die Besonderheiten für einzelne Gewerbe und die Schaar der bewußten Kämpfer der neuen Zeit für die Zeiten des Ueberganges nicht übersehen. O Durch düstere Nebelschleier blickt matt und fahl sich mehrt. Wenn uns aber die Nordd. Allg. Ztg." daraufhin die Märzsonne. Noch tobt oft der kalte Sturmhauch des Ein Arbeiterblatt muß an jeden Ort, in jede Hütte einwenden sollte, daß der Normalarbeitstag überhaupt jede Winters über öde Felder und zaust an den Zweigen der dringen, wo einer wohnt, der unter dem Drucke der größere Bedeutung verliere, wenn er die Arbeitslosig= tahlen Bäume. Frost, Schnee, Regenschauer folgen noch heutigen ungerechten Zeit seufzt und auf Erlösung wartet. keit und damit den Druck der Arbeitslosen auf den Lohn immer den wärmeren Sonnenblicken. Darum wirft mit uns an der Bestellung der Saat, von auf die Dauer nicht vermindere, daß man hier also Umder wir hoffen und wissen, daß sie Sättigung dem Hungern- wälzungen in der Industrie erzwinge, ohne einen besonderen den, Kleidung dem Zerlumpten, Gerechtigkeit dem Enterbten, dauernden Nußen für die Arbeiterklasse voraussehen zu Friede, Glück und wirthschaftliches Wohlbefinden für Alle können, so wollen wir darauf gleich kurz erwiedern: bringen wird. Einmal ist die verringerte Arbeitszeit auch ohne Mit Mühe hält sich der Mann, der auf dem Wege dahinschreitet, gegen den sausenden Wind, der ihm mit Regen gemischten Schnee mit rauhem Toben entgegen bläst. Die hängenden Zweige der Birke träufeln große Tropfen herab auf den Schreitenden. Dennoch geht der Landmann aus zur Arbeit, zur Bestellung, zur Saat. Was giebt ihm die Hoffnung? Die fich für die Verbreitung der Arbeiterpresse Lohnerhöhung und ohne Verminderung der Arbeitslosig= bemühen, dienen mit uns der allgemeinen Sache der noth- keit ein unschäßbarer Gewinn für das Proletariat, das gedrückten Menschheit, die nach Erlösung aus den Fesseln dadurch in ganz anderem Maße wie heute die Möglicheiner falschen und verderblichen Wirthschaftsordnung sucht. feit gewinnt, sich fortzubilden, sich politisch aufzuklären Darum auf zu unermüdlicher Thätigkeit! Auf zu neuem Kampfe! Sein suchendes Auge schaut die schwellenden Knospen und am politischen Leben theilzunehmen. Das ist für die an den wehenden Zweigen; sein erfreutes Ohr hört den Zukunft des Proletariates viel wichtiger wie eine Lohntecken, schmetternden Schlag des rothbrüstigen Finken, der erhöhung von ein paar Mark pro Woche oder Monat. von der Spiße des Baumes, im kalten Winde schwankend, Ferner aber ist der Normalarbeitstag für uns ein Der Maximalarbeitstag. die frohe Botschaft in die Welt hinausruft: der Sommer gewaltiges Auflösungsmittel gegenüber den Uebertommt, die Sonne siegt, das Licht erscheint! Da greift Gegen die Forderung eines gefeßlich erzwungenen lebseln der alten kleinbürgerlichen Wirthschaftsordnung, der Ackersmann mit Muth zu seinem Geräth. Er bearbeitet Marimalarbeitstages auch für männliche Erwachsene die überall noch jedem sozialen und politischen Fortach was sagen wir den Boden und streut hoffnungsvoll die Saat in das wendet sich die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" in einer schritte im Wege steht. Tausende taum dem Froste entrissene Land. Er traut dem Baume, längeren Ausführung, an welcher neu nur der Versuch ist, zehn-, hunderttausende von kleinen Betrieben sind er traut der Botschaft des gefiederten Sängers. Er weiß, auch Sozialisten gegen das von allen Manchesterleuten heute schon vollständig überlebt, weil sie in alterthümlichster, oft geradezu vorchriftlicher Weise weiter produziren, als formellen Hindernissen scheitern, allein auch wenn das zusammengewürfelt ist 2. die verdienende, selbstarbeitende wenn die ganze Entwicklung des Maschinenwesens, der Verbot der„ Volkszeitung" aufgehoben werden sollte, so Bourgeoisie, welche im Begriff steht, ins Proletariat zu Technik, der Naturwissenschaften nicht vorhanden wäre. bleibt immerhin die Thatsache übrig, daß die derzeit maß- sinken. Den mangelnden technischen Apparat, die fehlenden maschi- gebenden Faktoren für sich die Macht beanspruchen, auch Der von Abgaben und Steuern erdrückte Kleinnellen Einrichtungen erseyen sie dadurch, daß sie nicht zehn, nicht- sozialdemokratische Blätter, deren Opposition kapitalist ist unfähig, gegen die Konkurrenz des vereinigten, sondern vierzehn, fünfzehn und noch mehr Stunden täglich ihnen unangenehm ist, unterdrücken zu können. fartellirten Großkapitals zu kämpfen, er muß nothwendiger fich abquälen, daß sie nur einen Bruchtheil der Löhne Und hieraus läßt sich wie der Leipziger, Wähler" Weise zum Arbeiter werden, und die vom Großkapital exzahlen, welche der Großfabrikant zugesteht, daß sie selbst sehr richtig bemerkt ein sicherer Schluß auf den Geist propriirten Kleinkapitalisten werden bald zum Vortrab der Sonntags sich nicht eine freie Stunde gönnen. Diese ziehen, von welchem die angekündigten Gesetzesvorschäge sozialistischen Armee gehören. Die Großbourgeoisie ihrerMumien aus einer längst versunkenen Wirthschaftsperiode, bezüglich der sog. Ueberführung des Sozialistengesezes in seits hat sich derart übergessen, daß sie nicht einmal mehr diese Sklaven des dünkelhaftesten Vorurtheils und der be- das gemeine Recht diktirt sein werden. den früheren Reiz am Gewinnen und Erwerben findet, sie schämendsten Unwissenheit sind für uns absolut unzugänglich, Nicht Milderung oder gar Abschaffung des schläft auf ihrem Bett von Millionen und läßt es ruhig weil sie überhaupt vom öffentlichen Leben gar nicht berührt Sozialiste ngesezes wird die Losung sein, sondern zu, daß die Großfinanz die Nationalkapitalien in der Hand werden wo wollten sie denn die Zeit dazu hernehmen, vielleicht unter Beseitigung einiger Bestimmungen, die sich einer wenig zahlreichen Plutokratie konzentrirt. Den Geldda jede dem Schlafe abgerungene Minute ihrer vorsünd- unwirksam erwiesen haben Verschärfung des Sozia- interessen gegenüber kommen ihr die Nationalinteressen nicht fluthlichen Arbeit geopfert werden muß, um halbwegs noch listengefeßes und Ausdehnung desselben auf alle in Betracht, so gern sie sich auch gelegentlich furchtbar mit der modernen Produktion konkurriren zu können! Hier Oppofitionsparteien. patriotisch geberdet. In Folge von Finanzspekulationen wollen wir aufräumen, gründlich aufräumen, indem wir Ob das in Form eines Ausnahmegesezes" oder z. B., welche die vielen großen Krachs nach sich zogen, die Arbeitszeit über eine gewisse Grenze hinaus gesetzlich eines Spezialgeseßes" oder einer Verschärfung des sind von 1881-1888 fast sämmtliche französische Staatsverhindern. Dann wird es vorbei sein mit den jämmer- Strafgesetzbuchs" geschieht das ist gehüpft wie gesprungen. papiere gesunken, während die meisten ausländischen im lichen Existenzen von kleinen Meistern, die durch UeberWerthe stiegen. Das französische Volk hat also in arbeit und langsames Verhungern die mangelnden modernen doppelter Beziehung verloren, aber etliche Finanzkönige Produktionseinrichtungen erseßen, vorbei mit den erbarmungs- ,, Das Ende einer Welt" von Drumont. haben dabei unendlich gewonnen, und„ eine Krähe hackt würdigen Arbeitern, die mit der Ueberarbeit und dem der anderen nicht das Auge aus." Hungerlohn auch noch auf jede Theilnahme für die Bestrebungen ihrer fortgeschritteneren Kollegen verzichten. " III. " Kein einziger sogenannter Volksvertreter hat sich da= 3 Die Bourgeoisie hat in Frankreich während ihrer gegen erhoben, welch politischer Richtung er auch immer Der Hungermeister wird sich darum nicht schlechter stehen, politischen Vorherrschaft nicht nur die Besitzverhältnisse angehörte! Dem Volke gegenüber sinken sich die An-aber er wird, wenn er sich durch lange Arbeitszeit nicht verschoben, sie hat auch die Gelegenheit benußt, um der mehr halten kann, Arbeiter sein, Arbeiter im Großbetrieb Allgemeinheit alle Lasten aufzubürden, welche auf dem gehörigen aller politischen Parteien brüderlich in die Arme, sie sind ohne Ausnahme Bourgeois geworden, die kein und darum zu uns gehören und erst recht so der Grundbesiz ruhten, den sie während der Revolution für anderes Prinzip, keine andere Ueberzeugung kennen, als Arbeiter, der nun zum ersten Male mit zielbewußten alte Papierfeßen erwarben. Früher hatte der Grundbesitz Geld, viel Geld verdienen und genießen zu wollen. Die Genossen in den weiten Arbeitsräumen der Fabrik zu- für die Besoldung der Geistlichkeit, des Lehrpersonals, für Monarchisten würden sich gern mit der Republik abfinden, sammensteht und Zeit gewinnt, an sich selber und für seine die Armenpflege aufzukommen, in der Bourgeoisgesellschaft vorausgesetzt, daß sie nur ihre Güter bewahren; die Resind alle Verpflichtungen dem Staat, d. h. der All- publikaner werden mit Freuden die Thronbesteigung der gemeinheit auf den Rücken gepackt. Orleans fordern, wenn sie nur sicher sind, ihre Pläge zu Nach und mit der Neugestaltung und Neubefestigung behalten. des Eigenthums ging die Bourgeoisie an eine Neugestaltung untereinander, um das Volk zu unterhalten und es verMonarchisten und Republikaner streiten nur Zukunft zu arbeiten. Können wir heute noch nicht positiv schaffen, was uns als fernes Ideal entgegenleuchtet, dann wollen wir der Arbeit. Sie erließ das neue und härtere Gebot:„ Du wenigstens auflösen und hinwegräumen, was uns heute noch den Weg versperrt. gessen zu machen, daß es vor Hunger stirbt. Das Gleiche Und warum sollen wir nicht ganz offen gestehen, daß sollst nicht bloß Dein Brot erwerben, sondern auch noch gilt im republikanischen Lager von Opportunisten und das für uns der ausschlaggebende Grund für die For- die Vergnügungen, den Lurus, die Maitressen, Pferde und Radikalen. Alle streben darnach, die Staatsgewalt in die derung eines kürzeren Normalarbeitstages ist? Wagen aller Fabrikbarone und Schlotjuuker bestreiten, Du Hände zu bekommen und festzuhalten, weil der Staat das Wir haben gar keine Ursache, uns aus„ Diplomatie" sollst nicht nur schwißen, sondern Du sollst Tag aus, Tag Wesen ist, welches sich am sichersten und besten ausbeuten Wir haben gar keine Ursache, uns aus„ Diplomatie" ein in einer mörderischen Luft eingesperrt bleiben, Du läßt, das seine Fähigkeit, sich ausbeuten zu lassen, stets äußerlich anders zu geben, als wir im Inneren sind. Das sollst die Kräfte Deines Körpers erschöpfen, Dein Mark mit Hilfe des Steuerzahlers erneuert. würde voraussetzen, daß wir die Maffen selber belügen verzehren und Dein Blut vergiften, um mehr Baumwolle sche administrative Republik ist die fette Milchkuh für die Die parlamentariwollten, und das kann eine Partei nicht, die sich lediglich und Zucker zu produziren." auf die Massen und auf deren Einsicht stützt. Wir sagen Bourgeoisie. Die staatliche Stelle, das Amt als Richter, Die Bourgeoisie war freidenkerisch, um die kirchlichen das Mandat als Deputirter ist Ziel alles Strebens, denn unsere Meinung und Absicht ganz offen, obwohl das den Feste, sie war revolutionär, um die Korporationen ab- es erlaubt den Handel mit Einfluß, es trägt fette Trinkbürgerlichen Freunden des Normalarbeitstages kaum sehr schaffen zu können, welche der Ausnutzung der Arbeiter ermuthigend flingen wird – und fürchten darum doch und fürchten darum doch gewisse Grenzen zogen. Sie glaubte sich durch keinerlei gelder ein. nichts, weil die Bourgeoisie selber ein dringendes Verpflichtungen gegen diejenigen gebunden, deren Kräfte deutlich am moralischen und intellektuellen Charakter der Die Rücksicht auf dicses Ziel verräth sich besonders Interesse hat, auf diesem Gebiete endlich vorzu- fie ausnüßte, sie erfand die Arbeit ohne Ruh und Rast, studirenden Jugend, welche ungemein zahm und gouverne gehen. Sie kann die Ungleichheit der Produktions- die Arbeit, welche dem menschlichen Wesen auch nicht eine mental geworden ist, weil dies für späterhin so einträg= bedingungen nicht länger dulden, sie kann es nicht er- Minute Zeit zur Sammlung und zum Denken läßt. Diese lich ist. Der Schacher der Grévy, Wilson und anderen tragen, daß in dieser Stadt die Gewerkschaften einen Verhältnisse nannte sie den„ Fortschritt, den Triumph des Limouzins, die drei Millionen Trinkgeld für Freisprechung zehnstündigen Arbeitstag erkämpft haben, während man neunzehnten Jahrhunderts. drüben in der Nachbarschaft noch zwölf Stunden sich abrackert. Die Bourgeoisie lebt endlich auch davon, daß Bourgeoisie, fie mischt sich also nur zu deren Gunsten als herrschende Klasse verkündet sich durch die Korruption Die Staatsgewalt befindet sich in den Händen der Erlangers find ihr leuchtendes Vorbild. Die tiefe Kor= ruption der Bourgeoisie, ihr unvermeidlicher Untergang sie den Absatz des Kleinbetriebes an sich reißt, und das in die Arbeitsverhältnisse, ein. In der Folge sind in der ber bürgerlichen Jugend. kann sie nicht, wenn sich der Kleinmeister mit verlängerter bestehenden Gesellschaft alle menschlichen und persönlichen Arbeitszeit hilft. Und schließlich braucht unser Militärstaat Beziehungen der Individuen untereinander zerstört, es wehrfähige Männer und findet sie nicht mehr bei unendlich verlängerter Arbeit und unendlich verkürztem Lohn. Wir bauen also auf die Bourgeoisie, daß sie den Anfang machen wird, das Ende wird dann bei uns stehen, und die Arbeiter Deutschlands werden dafür sorgen, daß es ihnen so geringfügig der Anfang an sich scheint alles das bringt, was zu fordern sie heute das Recht und die Pflicht haben. Die Unterdrückung der Berliner ,, Volkszeitung" auf Grund des Sozialistengesetzes ist ein Ereigniß von hoher symptomatischer Bedeutung. herrschen nur sachliche Beziehungen, der Mensch selbst ist Die Polizei und die Arbeiter in England. zu einer Waare geworden, die wie alle anderen Waaren geliefert, verkauft und gekauft wird. Der österreichische Ministerpräsident Graf Taafe Unter solchen Verhältnissen hat die Bourgeoisie den erklärte neulich die englischen Polizeizustände als sein Arbeiter zu einem gedrückten, verkümmerten, blutarmen, Ideal. Er habe so oft von England, welches als das skrophulösen Geschöpf gemacht. Sie hat durch Arbeit Land der Freiheit hingestellt wird, gehört und gelesen, mehr Generationen zerstört als alle Eroberer des Alter- daß, wenn eine sehr bewegte Versammlung stattfindet, der thums, denn während diese nur die Individuen vernichteten, on stabler kommt, seinen weißen Stab herausnimmt pflanzt sie den Todeskeim in ganze Bevölkerungsschichten. und Alles fügt sich demselben." Und das gefiel Die Ergebnisse ihrer Herrschaft zeigen sich nach achtzig natürlich dem edlen Grafen. Jahren in Ueberfüllung der Gefängnisse und Spitäler, in Die Wiener ,, Gleichheit" zerstört jedoch diesen schönen unzähligen Selbstmorden und weit verbreitetem Alkoholis- Traum von dem Schußmann mit dem weißen Friedensmus, in der körperlichen und sittlichen Entartung der stabe, indem sie Folgendes über die wirklichen englischen industrialisirten Völker. Verhältnisse mittheilt: Wenn die Bourgeoisie das Volt nicht benußen kann, Zunächst hat Graf Taafe Unrecht, wenn er meint, Während auf der einen Seite fest steht, daß die um Profit aus ihm zu schlagen, so muß es wenigstens der Umstand, daß eine Versammlung sehr bewegt" sei ,. Berliner Volkszeitung" kein sozialdemokratisches Organ herhalten, um ihr billig oder unentgeltlich Vergnügungen gebe in England einem Konstabler das Recht, einzuschreiten. war, also rechtlich nicht unter die Guillotine des aus zu verschaffen. Die Bourgeoisie erfand die rührsame Ein englischer Polizist hat nicht einmal in Irland, wo. schließlich gegen die sozialdemokratische Partei bestimmten Grifettenliteratur, damit sich ihre Söhne erst zu ver- der Ausnahmszustand herrscht, das Recht, in ein Lokal Sozialistengesetzes gebracht werden konnte, steht auf der heirathen brauchten, nachdem sie sich die Hörner abgelaufen gegen den Willen des Besitzers oder Miethers desselben anderen Seite fest, daß diese Maßregel nicht von einer und eine Stellung erhalten hatten. Auf Kosten der einzudringen, wenn nicht etwas Ungesetzliches dort gethan untergeordneten Polizeibehörde, sondern von politisch maß- Gesundheit, der Ehre der„ Mädchen aus dem Volke", wird, z. B. Jemand umgebracht oder falsch gespielt wird. gebenden Faktoren ausgegangen ist. war es ihnen so möglich, ihre Leidenschaften ohne großen Was man in der Versammlung spricht, geht ihn Aufwand zu befriedigen. Hat sich der junge Bourgeois gar nichts an, und wenn er in sie eindringen wollte, gründlich ausgetobt, so wird er mit Hilfe von guten um sie aufzulösen, so wird er, troß seines poetischen Freunden und Verwandten Staatsbeamter oder Gesetzgeber. ,, weißen Stabes", der bei Lichte besehen ein prosaischer Er hat zwar keinen einzigen sozialen Gedanken im Schädel, Todtschläger ist, hinausgeworfen werden und darf sich noch aber dafür kennt er den Werth der Finanzmogeleien, in darauf gefaßt machen, wegen Hausfriedensbruches vor die denen sich Vater und Söhne überbieten. Die Finanz- Geschwornen zu kommen. Und hierin liegt die symptomatische Bedeutung. Nach dem Ermessen der betreffenden, derzeit noch politisch maßgebenden Faktoren genügt also das Sozialisten gesetz in der bisherigen Ausdehnung seines Wirkungskreises nicht mehr; es hat sich eine Erweiterung des Wirkungskreises als nothwendig herausgestellt. Die Frage, wie die betreffenden Faktoren zu einer räubereien erweisen sich als die einträglichsten aller Bloß in Versammlungen auf freien Plägen darfZeit, wo die Unzulänglichkeit und Schädlichkeit des Industrien, der Arbeiter, der Kleinbürger muß für sie die Polizei etwas hineinreden. Sozialistengesetes selbst von dessen eifrigsten Vertheidigern zahlen, so hat z. B. die schwindelhafte Hondurasanleihe In Irland, unter dem Schuße des Ausnahmezustandes, zugegeben, und wo eine Umgestaltung des Sozialisten der Bischoffsheim, Schreyer und Dreyfuß dem französischen darf sie solche Versammlungen sogar verbieten. Wenn es gefeßes allgemein erwartet wird zu dem Entschluß Kleinkapital achtzig Millionen Franks gekostet. Der aus aber den Betreffenden gelingt, der Polizei eine Nase zu gelangen konnten, die bisherige Praris in Handhabung diesen Zuständen emporgesproffene Haß der Arbeiter gegen drehen und die Versammlung an einem andern als dem des Sozialistengesetzes umzustoßen und ihm eine, rechtlich die Bourgeoisie ist natürlich, ihre Forderungen sind durchaus angezeigten Orte abzuhalten, so können sie dafür nicht unter keiner Bedingung zu rechtfertigende Ausdehnung berechtigte. gestraft werden. Die Regierung hat nicht einmal Mittel, zu geben, das ist eine Frage, die der Vermuthung und Die herrschenden Verhältnisse bringen es mit sich, Zeitungen, die Berichte über solche verbotene, aber doch Phantasie den weitesten Spielraum gewährt, und mit daß die Bourgeoisie selbst im Begriff steht, zu zerfallen, abgehaltene Versammlungen bringen, konfisziren zu lassen.. deren Beantwortung wir uns deshalb nicht abquälen und sich in zwei Theile zu spalten: 1. die goldene Ja, noch mehr. Mitunter versucht die Polizei in Irland, wollen. Bourgeoisie, die in das kapitalistische( Drumont sagt seiner z. B. einmal in Michelstown, eine Versammlung zu Genug: es ist so beliebt worden. Begriffsverwechselung gemäß: das jüdische") System ein- sprengen. Statt eines Konstablers mit dem weißen Und die Faktoren, um welche es sich hier handelt, getreten ist und sich mit Spekulationen befaßt, welche Stäbchen" erschienen vierzig bis an die Zähne bewaffnete können zwar möglicherweise ja wir halten es sogar riesige Vermögen einbringen und einbringen und eine Geldaristokratie Polizisten; es entstand ein Kampf, in dem die Polizisten für sehr wahrscheinlich in dem gegenwärtigen Fall an geschaffen haben, die aus Abenteurern und Schurken vertrieben wurden, der aber auch einem Irländer das. " 1 Leben kostete. Allgemein wurde Allgemein wurde anerkannt, daß die hätte. In der That wurden aber die österreichischen schweiß essen muß, getränkt mit Eiterbeulenausleerung, Polizei nicht das mindeste Necht zum Einschreiten gehabt Interessen jenen aller anderen Staaten mit unglaublicher Spinnweb, schwarzen Käfer- Leichnamen und fauler habe; die gesammte liberale Partei erhob sich im Unter- Brutalität wahrscheinlich aus Großmuth geopfert. deutscher Hefe, abgesehen von Alaun, Sandstein und hause, um die Volizei zu brandmarken und die Irländer Hingegen sind alle dem Baron Hirsch von den offi- sonstigen angenehmen mineralischen Ingredienzien. zu loben, die sich vertheidigt hatten. Keiner der letteren ziellen Unterhändlern seinerzeit zugesicherten Vortheile, bis Ohne alle Rücksicht auf Seine Heiligkeit den„ Freiwurde angeklagt, wohl aber eröffneten die Geschwornen auf dessen noch ausständige Berufung ins cisleithanische handel" wurde daher die anhero freie" Bäckerei der der Todtenbeschau eine Untersuchung gegen die Herrenhaus(!) anstandslos zugewendet worden. Aufsicht von Staatsinspektoren unterworfen( Ende der betheiligten Polizisten und diese wurden des Mordes Allein man muß nicht immer von Allem haben, und Parlamentsfißung 1863) und durch denselben Parlamentsschuldig erklärt, aber freilich, dank dem Einschreiten der man sollte wenigstens nicht muthwillig den blutigen Schatten aft die Arbeitszeit von 9 Uhr Abends bis 5 Uhr Regierung, ihrem ordentlichen Richter entzogen und straf- des t. t. Botschafters in Paris Grafen Wimpffen herauf- Morgens für Bäckergesellen unter 18 Jahren los gelassen. Dies die Lage der Polizei unter dem Aus- beschwören, der ja doch in seinem, an Baron Hirsch vor verboten. Die lettere Klausel spricht Bände über die nahmezustand in Irland. sechs Jahren gerichteten Abschiedsschreiben alle diese Ver- Ueberarbeitung in diesem uns so altväterisch anheimelnden In England hat sie natürlich noch weniger Rechte. hältnisse in ergreifender Weise ad perpetuam memoriam Geschäftszweig. Die Arbeit eines Londoner Bäckergesellen beginnt Sie darf dort gegen eine Versammlung auf einem freien niedergelegt hat. Dieses Vermächtniß verdient denn auch Plage nur dann einschreiten, wenn dieselbe eine Verkehrs- bei dieser Gelegenheit sorgfältig erwogen zu werden; es in der Regel um 11 Uhr Nachts. Zu dieser Stunde störung herbeiführt. macht er den Teig, ein sehr mühsamer Prozeß, der 1/2 Sie darf nicht bestimmte Ver- lautet vollinhaltlich wie folgt: sammlungen, sondern nur Versammlungen an bestimmten „ Herr Baron! bis 3/4 Stunden währt, je nach der Größe des Gebäcks ( öffentlichen) Blägen verbieten, dann aber auch für Alle, öffnen, da sie seinen Inhalt ahnen. Fürchten Sie indeß keine Wenn Sie diesen Brief empfangen, werden Sie ihn zögernd und seiner Feinheit. Er legt sich dann nieder auf das nicht bloß für Sozialdemokraten, sondern auch für An- Vorwürfe. Als ich mich von Ihren Liebenswürdigkeiten langsam Knetbrett, das zugleich als Deckel des Trogs dient, worin hänger der Heilsarmee oder Mäßigkeitsvereinler.( Sie umgarnen ließ, dachte ich, daß schlechte und sträfliche Absichten der Teig gemacht wird, und schläft ein paar Stunden kann also z. B. anordnen, daß auf Trafalgar Square Sie lenkten. Fast ummerklich haben Sie meine Charakterschwäche mit einem Mehlsack unter dem Kopf und einem anderen auf die schiefe Ebene der Ehrlosigkeit geführt... Mein Vaterland Mehlsack auf dem Leib. Dann beginnt eine rasche und würde mich minder hart beurtheilen, wüßte es, wie klug Sie dabei ununterbrochene Arbeit von 4 Stunden, Werfen, Wägen, vorgingen! Mich haben Sie getäuscht und durch Ihr Geld gefangen, Formen, in den Ofen schieben, aus dem Ofen holen u. s. w. wie Davoud und Mahmud Mehdim Pascha, wie die des Teiges. Die Temperatur eines Backhauses beträgt Grafen Beust, Zichy, wie Schlegel und Andere, und uns von 75 bis 90 Grad und in den kleinen Backhäusern zu Vaterlandsverräthern gemacht, um zu den Millionen, eher mehr als weniger. welche Sie den Türkenlosbefizern abgenommen, neue Millionen Wecken u. s. w. zu machen vollbracht ist, beginnt die Wenn das Geschäft Brot, in der Türkei zu gewinnen. feine Versammlungen stattfinden dürfen). Die englische Freiheit beruht nicht auf der Gefügigkeit vor der Polizei; das ist ein Ammenmärchen. Sie ist in langen, heißen Kämpfen errungen worden und wird nur durch ununterbrochenen Kampf aufrecht erhalten. Denn Polizei und Regierung suchen, wie überall, auch in England, ihre Machtsphäre auszudehnen, so weit als möglich. Sie gehen so weit, als sie glauben ohne Gefahr gehen zu können. Allerdings, der Engländer gehorcht der Polizei sofort und gern, wenn sie innerhalb des Wirkungskreises sich bewegt, den man mitunter als ihren ,, natürlichen" bezeichnet, wenn sie für Aufrechthaltung der äußeren Ordnung dort eintritt, wo diese wirklich bedroht ist. Das sehen die Touristen, die nach London kommen, und schließen daraus, daß die Polizei in England allmächtig sei, und daß man sich ihr willig in Allem füge. Für den Geographieunterricht in höheren Töchterschulen mögen derlei Berichte genügen, für ernste politische Erörterungen aber doch nicht. Was ich gethan, soll mein Tod enthüllen, und so will ich Vertheilung des Brotes; und ein beträchtlicher Theil der fühnen. Schon der Umstand allein, daß der österreichisch- ungarische Taglöhner, nachdem er die beschriebene harte Nachtarbeit Botschafter Hand an sich gelegt und einen Brief an den Baron Hirsch hinterlassen hat, wird genügen, die öffentliche Meinung auf vollbracht, trägt während des Tages das Brot in Körben die rechte Fährte zu leiten. Bemühen Sie sich immerhin, die oder schiebt es in Karren von Haus zu Haus und operirt Wiener und Pariser Tagesblätter durch neue Opfer für Ihre dazwischen auch manchmal im Backhaus. Je nach der Interessen wirken zu lassen. Mein Tod wird Ihr Geld erbleichen Jahreszeit und dem Umfang des Geschäfts endet die Arbeit machen, hier in Paris wie dort in Wien. In Berlin hatten Sie ohnehin niemals Genossen, Berlin ist jetzt die Hauptstadt des Kon= zwischen 1 und 6 Uhr Nachmittags, während ein anderer ohnehin niemals Genossen, Berlin ist jetzt die Hauptstadt des Kon- Theil der Gesellen bis spät um Mitternacht im Backhause tinents und das Zentrum der mitteleuropäischen Orientpolitik. " Bis vor Kurzem verließ sich Berlin in der Orientbahnfrage beschäftigt ist. auf uns, weil es nicht wußte, daß die österreichisch- ungarischen Botschaften in Konstantinopel und Paris ledig= fich die Agenturen des Baron Hirsch sind, und fast wäre es Ihnen geglückt, das famose Transaktionsgeschäft mit Bleichröder zu Stande zu bringen. Man wird nach dem Vorhergehenden verstehen, daß der Kommissionsbericht die Bäckergesellen zu den fürzlebigenArbeitern zählt, die, nachdem sie der unter allen Theilen der Arbeiterklasse normalen Kinderdecimation glücklich entWenn ich ein Wiener Großhändler wäre, hätte ich schon wischt sind, selten das 42. Lebensjahr erreichen. Nichis längst die österreichisch ungarische Diplomatie öffentlich Wie hoch heute ein Finanzbaron dem Staat angeklagt, weil sie sich seit 12 Jahren von Ihnen und zu Ihren desto weniger ist das Bäckergewerbe stets mit Kandidaten Gunsten beeinflußen läßt, obschon doch Sie allein es sind, welcher überfüllt. Die Zufuhrquellen dieser Arbeitskräfte" für und dem Volke zu stehen kommt. die Verbindung unserer mit den türkischen Bahnen hintertreibt. London sind Schottland, die westlichen Agrikulturdistrikte " Ich sterbe, um meinem Gewissen Genüge zu thun, und der Von dem bekannten Baron Hirsch ist neuerdings Botschafter Oesterreich- Ungarns wird sich auf offener Straße tödten, Englands und Deutschland. anläßlich seines Streites mit der hohen Pforte" um vor der ganzen Welt seine Schuld zu bekennen. Was die In den Jahren 1858-1860 organisirten die Bäckerviel die Rede gewesen und die christlich- soziale, aber ehr- Ehre gebietet und was das Gewissen fordert, blieb gesellen in Irland auf ihre eigenen Kosten große liche Monatsschrift für christliche Sozialreform" nen zwar von jeher fremd... Aber auch den grundjab Meetings zur Agitation gegen die Nacht- und 11 Zu Limerick, Das Beibenutzt die Gelegenheit, um die gegenseitigen Verbindlich- Binnen Kurzem wird nichts mehr von den 200 millionen, Sonntagsarbeit. Das Publikum, z. B. auf dem Maikeiten zwischen Baron Hirsch und Desterreich nochmals welche Sie aus dem türkischen Bahngeschäfte heraus- meeting zu Dublin 1860, ergriff mit irischer Wärme Partei gepreßt haben, Ihnen gehören und Sie werden Ihren Richter für sie. Ausschließliche Tagarbeit wurde durch diese Befestzustellen. finden, wie Ihr Freund und Genosse Bontour. Wir heben aus der Abrechnung Folgendes hervor: wegung in der That erfolgreich durchgesetzt zu Werford, Wimpffen." Paris, am Weihnachtsabend 1882. Um die bei der Gründung der Société des chemins Sollte es nach diesen Antecedentien des Baron Hirsch, Kilkenny, Clonmel, Waterford u. s. w. de fer ottomans de l'Europe"( der europäisch- türkischen der zu seinem Vortheil Groß und Klein ausgenüßt und wo die Qualen der Lohngesellen bekanntermaßen alles Maß Eisenbahngesellschaft) als Kaution hinterlegte Mitgift seiner erwürgt hat, nicht erlaubt sein zu hoffen, daß er wenigstens überſtiegen, scheiterte die Bewegung an der Opposition der Frau, einer geborenen v. Bischoffsheim aus Brüssel, im auf den ihm angeblich zugesicherten österreichischen Herren- Bäckermeister, namentlich der Bäcker- Müller. Betrage von 12 Millionen Francs, nicht verfallen zu lassen, baussit verzichte? Es wird vielleicht genügen, an seinen ſpiel Limerick's führte zum Rückschritt in Ennis und Tipmußte Baron Hirsch darauf bedacht sein, die zwei Emissionen Patriotismus zu appelliren, um die parlamentarischen perary. Zu Corf, wo der öffentliche Umwille sich in der von je 750 Millionen Francs, zusammen 1500 Millionen Schwierigkeiten nicht noch mehr zu verschärfen. lebhaftesten Form kundgab, vereitelten die Meister die BeFrancs, rechtzeitig nach Kontrakt in sicheren Händen unterDie Demoralisation gewisser Kreise mag in Frankreich wegung durch den Gebrauch ihrer Macht, die Gesellen zubringen. schon auf der letzten Stufe angelangt sein; bei uns find an die Luft zu feßen. Zu Dublin leisteten die Meister den ent= Da die europäischen Börsen sowohl die Schwierig wir schlimmsten Falls erst auf der vorletzten Etappe, und schiedensten Widerstand und zwangen durch Verfolgung der Gekeiten der Lage des Baron Hirsch als die Unbeugsamkeit ba könnte das Erscheinen des Herrn Baron Hirsch im sellen, die an der Spize der Agitation standen, den Rest zum der damaligen türkischen Regierung genau kannten, begegnete öfterreichischen Herrenhause viel unerquicklichere Szenen Nachgeben, zur Fügung in die Nacht- und Sonntagsarbeit." die Zulassung dieser bedeutenden Menge zweifelhafter schaffen, als neulich in Folge der Einnahme des Deputirten- waffneten englischen Regierung remonstrirt leichenbitterlich Die Kommission der in Irland bis an die Zähne ge= Werthe zur Börse ernsten Hindernissen. Die im Buchhandel fißes durch Mr. Daniel Wilson im Palais Bourbon zugegen die unerbittlichen Bäckermeister von Dublin, Limerick, erschienenen Memoiren des t. t. Hofrathes Bernhard Baris heraufbeschworen wurden. v. Meyer, gegen deren Inhalt Graf Beust gerichtlich einzuschreiten wohlweislich unterlassen hat, gestatten die Annahme, daß für die„ Cotirung" der in Frage stehenden Cork u. f. w.:,,Das Komitee glaubt, daß die Arbeitsstunden durch Naturgeseze beschränkt sind, die nicht ungestraft fie fortzujagen, ihre Arbeiter zur Verletzung ihrer religiösen Türkenlose an der Wiener Börse der Baar- Ueber die Zustände in unseren Bäckereien verlegt werden. Indem die Meister durch die Drohung betrag von einer Million Francs von Baron wurden neulich in einer Berliner Gesellenversammlung| Ueberzeugung, zum Ungehorsam gegen das Landesgesetz Hirsch gezahlt worden ist. Mit Hilfe der Wiener Mittheilungen gemacht, die gerade nicht sehr appetit- und die Verachtung der öffentlichen Meinung zwingen" Reklamehyänen brachte man dann die Uebertölpelung der erregender Natur waren, die aber zweifellos für einen( dies lettere bezieht sich alles auf die Sonntagsarbeit), naiven Käufer der Türkenlose zu Stande. großen Theil nicht nur der Berliner, sondern aller deutschen seßen sie böses Blut zwischen Kapital und Arbeit und Die Ueberschwemmung durch die zum Course von Bäckereien zutreffen. geben ein Beispiel, gefährlich für Religion, Moralität und 400 Francs und darüber in Desterreich- Ungarn ange- Unseres Erachtens sollten die Gesellen einmal öffentliche Ordnung... Das Komitee glaubt, daß die brachten jetzt zu zirka 20 Francs werthen! Türken- systematisch ihre Erfahrungen in dieser Angelegen- Verlängerung des Arbeitstages über 12 Stunden lose ist unberechenbar. Am schwarzen Freitag, 9. Mai heit sammeln und veröffentlichen, sie würden sich ein usurpatorischer Eingriff in das häusliche und Privat1873, klärte sich bekanntlich die Situation: auf Seite der dadurch ein großes Verdienst um die öffentliche Gesundheits- leben des Arbeiters ist und zu un heilvollen moralischen großen Börsenhaifische das sämmtliche mobil gemachte pflege und zweifellos auch beim Publikum viele Sympathien Resultaten führt, durch Einmischung in die Häuslichkeit baare Geld, die guten Titres und die sicheren Hypotheken; erwerben. Wir sind der Meinung, daß dadurch Zustände eines Mannes und die Erfüllung seiner Familienpflichten die kleinen Gründlinge behielten die Lose, die fulminanten, enthüllt werden würden, die in nichts besser sind, als die als Sohn, Bruder, Gatte und Vater. Arbeit über 12 Stunden von den bewährtesten" österreichischen Gelehrten mitge- seinerzeit( 1863) von einem königlichen Untersuchungs- hat die Tendenz, die Gesundheit des Arbeiters zu unter graben, führt zu vorzeitiger Alterung und frühem Tod fertigten Prospekte und die faulen Aktien sammt deren von kommissar für London und England festgestellt wurden. Landesfürstlichen Kommissären und Ercellenzen beglaubigten Wir heben aus seinen Berichten nach Marr das und daher zum Unglück der Arbeiterfamilien, die der Vorsorge und der Stüße des Familienhauptes gerade im falschen Bilanzen, und vernahmen obendrein den von der Folgende hervor: Ministerbank zugeschleuderten Hohn des„ elementaren Er- Das Unterhauskomitee über die Verfälschung von nothwendigsten Augenblick beraubt werden." eignisses" und des zynischen„ Wir haben Alle gesündigt". Nahrungsmitteln" hatte die Augen des Publikums auf Ewas besser ist die Sache nach der Ausdehnung der In Anbetracht, daß, abgesehen von dem enormen sein tägliches Brot" und damit auf die Bäckerei Fabrikgeseße und der Einsetzung von Inspektoren geworden, Ueber den Coursrückgang, die massenhaft zum vollen Nennwerth ein- gelenkt. Gleichzeitig erscholl in öffentlichen Meetings und aber Mißstände bestehen noch immer genug. geführten Türkenlose seit dem Jahre 1872 feine Petitionen an das Parlament der Schrei der Londoner Stand der Londoner Bäckereien schreibt z. B. der Inspektor Mr. Lakeman noch 1881: Es ist nicht zu leugnen, daß Zinsen tragen und jetzt auch die gezogenen Treffer nur Bäckergesellen über Ueberarbeitung u. s. w. mit 48 Prozent des Gewinnstbetrages zur Auszahlung Der Schrei wurde so dringend, daß Herr H. S. viele Bäckereien in meinem Distrikt für ihre Zwecke ganz gelangen, kann der bei diesem Papier für Desterreich- Tremenheere, auch Mitglied der vorerwähnten Kommission ungeeignet sind. Sie liegen noch jezt in Kellern, sind Ungarn resultirende direkte Verlust, respektive der von von 1863, zum königlichen Untersuchungskommissar be- finster, schlecht ventilirt, feucht, sehr klein und unerträglich heiß. Spinngewebe und Staub breiten sich an den Wänden Baron Hirsch realisirte Gewinn auf mehrere Hunderte stallt wurde. Millionen Francs veranschlagt werden. Sein Bericht sammt Zeugenaussagen regte das aus, in den Löchern und Ecken. Ausgüffe befanden sich Troß der äußerst delikaten Natur der zwischen Baron Publikum auf, nicht sein Herz, sondern seinen Magen. ohne Deckel, das Weißen geschah sehr unvollkommen. Hirsch und Graf Beust persönlich gepflogenen Unterhand- Der bibelfeste Engländer wußte zwar, daß der Mensch, Manche Waterklosets waren ohne Wasser- und Luftzutritt, lungen, ist es kaum glaublich, daß der letztere als Ersatz wenn nicht durch Gnadenwahl Kapitalist oder Landlord ihr Geruch war gerade nicht angenehm. Der Kehricht für die den österreichischen Völkern aufgebürdeten Verlufte, oder Sinekurist, dazu berufen ist, sein Brot im Schweiße wurde zuweilen unter den Backtrog gefegt, dort blieb er nicht doch wenigstens gewisse Vortheile für Desterreich seines Angesichts zu effen, aber er wußte nicht, daß er in liegen, bis sich eine genügende Menge angesammelt hatte; beim Bau und Betrieb der türkischen Bahnen ausbebungen seinem Brote täglich ein gewisses Quantum Menschen- wenn dann Nässe und Hize auf ihn einzuwirken begannen, " fühlen gelegt waren." Seitenstücke dazu ließen sich zweifellos aus Berlin und Deutschland massenhaft bringen und vielleicht versuchen es die Gesellen einmal damit. so entstanden unzählige Insekten. Bei meinen nächsten besser, daß er das Kapital verschont und sich nur gegen Adel und| 3ynismus für die Ausnußung der Kinderarbeit auf dem Besuchen hoffe ich es nicht mehr zu sehen, daß in manchen Grundbesiz richtet. Lande ein. Die Herren Agrarier, die Bauern, sie Vielleicht ist diesem Uebelstande schreibt die„ Voff. brauchen unentgeltliche Arbeitskräfte" und diesem Bedürf= Bäckereien zugleich ein Pferd eingestallt ist die Streu 3tg." war so, wie man sie nur in schlechten Stallungen findet, abzuhelfen, wenn es richtig ist, daß die vor niß soll" die geistige Entwicklung der Kinder geopfert auch werden dann wohl nicht mehr Ratten herum geschlagene Novelle zum Straf- und Preßgesetz die ein- werden. Oder ist die Ausnußung etwa minder verwerflich springen, noch wird es vorkommen, daß Geflügel auf den schneidenden Bestimmungen des Ausnahmegesetzes u. a. und schändlich, wenn sie an den eigenen Kindern verübt Trögen sizt, deren Deckel allerdings gerade geschlossen auch gegen alle Angriffe auf die Grundlagen des wird? Und wie doch den Vertheidigern des Profitstrebens waren. Ich sah, wie die Jauche aus einem Stall unter Staatswesens" zur Anwendung bringen will. Da nach immer dieselbeu Argumente einfallen. Die Induſtriedie Mehlsäcke lief und wie das unvollkommene Leitungsrohr agrarischer Anschauung die Landwirthschaft, d. h. der barone aller Länder begründeten die Nothwendigkeit, eines Abtritts die Dielen überströmte. Ich habe auch eine Großgrundbesitz zu den wichtigsten„ Grundlagen des Kinder unter 14 Jahren abzurackern, stets damit, daß offene Gosse gesehen, über welche die Kuchenbleche zum Ab- Staatswesens“ zählt, so bedürfte es nur eines agrarisch schon die zarteste Jugend mit den Geheimnissen der Begebildeten Staatsanwalts oder Richterkollegiums, um dienung des Selfaktors, mit der hohen Kunst des Fädelns fünftig jedes Blatt, das die Getreidezölle oder agrarische vertraut gemacht werden müsse, um es zu was Rechtem in teuer von den Grundbesitzern auf die Masse der Steuer- Liechtenstein will die Bauernkinder aus der Schule reißen, Anmaßungen, wie die Abwälzung der Grund- und Gebäude- der Welt zu bringen, und der„ christlich- soziale" Prinz zahler bekämpft, gleich der Volksztg." zu verbieten und weil er fie früher in ihre Beschäftigung einweihen muß", zu unterbrüden. Und das schreibt das Junkerblatt, die so vielseitig" ist. Kann man einen brutalen Antrag während gegen dasselbe ein Prozeß wegen Majestäts- brutaler begründen? beleidigung, also wegen eines Vergehens gegen die Heilig= Den Reichstag beschäftigte am Sonnabend und keit der Monarchie schwebt! Die Staatsanwaltschaft in Charleroi in Belgien hat Dienstag das Genossenschaftsgesetz. Die freisinnigen Annunmehr gegen die 27 Mitglieder der sozialistisch= republiträge, die sich hauptsächlich auf eine anderweitige NormiUnsere Agrarier sind bekanntlich von dem Zuviel tanischen Arbeiterpartei gerichtete 46 Seiten starke Anklagerung der Revisionsbestimmungen bezogen, wurden ab- Lernen" der Arbeiterkinder gar nicht sehr erbaut. In schrift veröffentlicht. Die Anklageschrift sucht das Bestehen gelehnt. Mittwoch und Donnerstag trat eine Pause ein. Desterreich haben es die vereinigten Geistlichen und Grund- eines Komplottes zum Sturze der Regierung auf das ausHeute, Freitag, soll die Berathung der Alters- und befizer sogar zu einem Antrag auf Einschränkung des führlichste durch beschlagnahmte Schriften und ZeugenausInvalidenversicherung nach den Vorschlägen der Kommission Schulunterrichtes gebracht. Der Urheber desselben, sagen zu erweisen. Das Organ des Generalrathes der stattfinden. Auch die Sozialdemokraten haben Abänderungs- Fürst Liechtenstein, sagte nun in seiner letzten Rede endlich Arbeiterpartei, der„ Peuple", welcher der sozialistisch- repuanträge gestellt. einmal aufrichtig, warum die Dauer der Schulpflicht herab- blikanischen( Defuisseaur'schen) Partei feindlich gegenübergemindert werden soll. steht, bezeichnet heute dieses Komplott als ein von dem Die sechsjährige Schulpflicht ist nicht ein flerifaler belgischen Justizminister und der Staatsanwaltschaft im Wunsch, wohl aber ist sie ein dringender wirthschaftlicher Wunsch unserer Wähler.( Sehr wahr! rechts.) Wir werden Interesse der Bourgeoisie erfundenes Manöver". Das gewählt in einem Lande, welches bergig ist und welches Hennegausche Schwurgericht ist auf den 6. Mai nach Mons nahezu nur bäuerlichen Besiz enthält mit zerstreuten Wohn- einberufen worden, um über diese Anklage zu erkennen. fizen. Eine solche Bevölkerung braucht ihre Kinder Zehn der angeklagten Sozialisten befinden sich in Unterfrüher, weil sie unentgeltliche Arbeitskräfte benöthigt; Politisches und Sozialpolitisches. Es wird noch lange nicht genug verboten das ist der Sinn der folgenden Auslassung der ,, Kreuzzeitung": Verschiedene Blätter heben hervor, daß die unterdrückte " Volksztg." die Arbeiter gegen das Kapital und die Besitzenden aufgehetzt habe. Gewiß ist das richtig, und wir sind die legten, die es vertheidigen wollen. Auch ist wahr, daß dies eine Waffe ist, welche die Volksztg." den Sozialdemokraten entlehnt hat. Nun lese man aber die Artikel, welche die freisinnigen und auch eine solche Bevölkerung braucht aber auch ihre Stinder suchungshaft. einzelne nationalliberale(!!) Blätter im Dezember 1887 über deswegen viel früher, weil sie sie früher in ihre Beschäftigung die Getreidezollerhöhung geschrieben haben. Was Blätter, wie die einweihen muß, die ja bei weitem wegen der zerstreuten Voss. 3tg."(!), damals gegen den Grundbesiz und die Wohnsize vielseitiger sein muß, als in anderen Ländern mit Junker an Verdächtigungen brachten, stellt sich den sozialdemo= fratischen Verhebungsfünsten ersten Ranges würdig an die Seite. Dieselbe Partei also, welche die Einschränkung der Der Kampf mit sozialdemokratischen Waffen wird dadurch nicht Kinderarbeit für die Industrie durchsetzte, tritt mit offenem Central- Kranken- und Sterbekasse der Töpfer Verwaltung Berlin. Meine Wohnung befindet sich vom 1. April ab Straße 7 b Nr. 2, an der Gubenerstraße, voru 3 Treppen. Zugleich bringe den Mitgliedern vom„ Often" zur Kenntniß, daß vom 1. April ab die Zahlstelle Rüdersdorferstr. 2, Restaurant Rother, wieder eröffnet ist. Sonntag Vormittag von 10-112 Uhr, Montag Abend von 7-9 Uhr. In der Wohnung nehme feine Beiträge an. Emil Wendschlag, Kassirer. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher in der Tabak- Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins Dienstag, den 2. April, Abends 8½ Uhr, im Grand Hotel Alexanderplatz. Tagesordnung: 1. Anträge zum Kongreß. 2. Verschiedenes. Die Kommission. J. A.: Louis Dechand. Herren- Kommers des Verbandes deutscher Mechaniker und verw. Berufsgenossen ( Bahlstelle Berlin) im Konzerthaus ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a., am Sonnabend, den 30. März, Abends 9 Uhr. Passirscheine à 50 Pf. find zu haben bei den Kollegen Broste, Wasserthorstr. 37; Brinkmann, Oranienstr. 116; Becker, Lothringerstr. 8; Schöne= mann, Kottbuserdamm 19. Arbeitsnachweis der Maler früher Ritterstr. 123 bei Sodtke, jezt Dresdenerstr. 116( Restaurant Wendt). Jeden Abend von 8-9 Uhr( außer Sonnabend) und Sonntags Vormittag von 10-12 Uhr unentgeltliche Arbeitsvermittelung. Die Bevollmächtigten der Filiale I, tompakten Orten." Große Nach dem amtlichen Wahlreinltat der am 20. d. Mts. stattgehabten Reichstagserfazwahl in dem 6. Wahlkreise des Regierungsbezirks Trier( Ottweiler- St. Wendel- Meisenheim) wurden 15 710 Stimmen abgegeben, davon erhielt der absolute König des Bezirks, Frhr. v. Stumm- Neunkirchen( freikonservativ) 15332 Stimmen. Er ist demnach gewählt. öffentl. Volksversammlung Dienstag, den 2. April, Abends 8 Uhr, in Mundt's Salon, Köpnickerstraße 100. Tagesordnung: Allgemeiner Metallarbeiter- Verein Berlins und der Umgegend. Grosse Versammlung Montag, den 1. April, Abends 8 Uhr, in Vettin's Salon, Brunnenstr. 34. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Alwin Gerisch. Thema: 1. Das Versammlungsrecht der Arbeiter und wie bringen wir die gefaßten Der Gespensterglaube durch die Wandlungen der Beschlüsse betreffs der Lokalfrage voll und ganz zur Geliung? Referent: Herr Otto Heindors. 2. Wahl einer Kommission. 3. Diskussion. Es wird gebeten, in dieser Versammlung zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Einberufer: Aug. Insinger, Rüdersdorferstr. 45. Das moderne Elend und die moderne Ueberwölkerung. Zur Erkenntniß unserer sozialen Entwickelung. Von May Schippel.( Internationale Bibliothek Band 7.) 263 Seiten. Breis M. 1,50, elegant gebunden M. 2. ,, Frankfurter 3tg." in einer längeren Besprechung vom 3. Februar: Auf Grund eines geradezu phänomenalen Quellenstudiums das Quellenverzeichniß führt 69 meist englische und amerikanische Materialsammlungen, darunter statistische Riesenwerke mit vielen Bänden, an, aus denen der Verfasser schöpfte wird hier der wirthschaftliche und soziale Entwickelungsgang des industriellsten Landes der Erde bis zur Gegenwart dargestellt. Was Schäffle's Quintessenz des Sozialismus" auf theoretischem Gebiete, ist ungefähr Schippel's Modernes Elend" auf demjenigen der beschreibenden Nationalökonomie, so eigenartig, wie es noch für kein anderes Land auch nur versucht wurde....“. Emil Kralik, der Führer der österreichischen Buchdrucker, in deren Organ Vorwärts": Ein sozialökonomisches Werf, mit überreichem Material aus amtlichen Enqueten und privaten Untersuchungen versehen, aber trotz alledem kein trockenes Buch; es spricht aus ihm der flammende Geiſt einer unausrottbaren Weltanschauung, es ist in ergreifender, be= geisterter und begeisternder Sprache geschrieben; ein Wert, wie kein zweites zur Belehrung und zur Agitation geeignet.... Begeisterung und Thatkraft vermag das vorliegende prächtige Buch Jedem einzuflößen, und mit Kampfmaterial in Form von Ziffern ist es überreich ausgestattet; es sollte in jedes Arbeiters Hand sein...." Zu beziehen durch alle Buchhändler und Spediteure, sowie durch die Expedition des Volksblatt", Berlin, Zimmerſtr. 44. Arbeitsnachweis für Tischler. Berliner Arbeiterbibliothek Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. Februar ab Dresdenerstraße 116, im Restaurant Wendt. Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 9/2 Uhr Abends, Sonntags bon 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da sich die vier Kassirer der„ Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, fich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Ar beitsnachweis zu benutzen. Der Vorstand. der Berlin, Norden. Die pünktliche Zustellung der ,, Berliner Volks- Tribüne", Berliner Arbeiterbibliothek", sowie sämmtlicher Arbeiterschriften übernimmt H. Raschke, Wiesenstr. 8. Herausgegeben von Max Schippel. Es liegen nunmehr Heft 1-3 vor. Heft 1: Ein sozialistischer Roman.( 2. Auflage) Nach dem Amerikanischen von Edward Bellamy. 32 Seiten. Preis 15 Pf. Heft 2: Die Gewerkschaften, ihr Nuken und ihre Bedeutung für die Arbeiterbewegung. Von Max Schippel- Berlin. 32 Seiten. Preis 15 Pf. Heft 3: Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. Bon Clara Zetkin Paris. 40 Seiten. Preis 20 Pf. Besonders geeignet für Arbeiterbibliotheken, Bildungsund sonstige Vereine. Bei größeren Bestellungen hoher Rabatt. Bestellungen sind zu richten an die bekannten Kolporteure und Buchhändler oder an den Verlag der„ Berliner Volts- Tribüne", Berlin, Oranienstr. 23. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Jahrtausende. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Fragekasten. 4. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Pfister. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9/ 2 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mitglieder wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Kottbus. Bestellungen auf die ,, Berliner VolksTribüne", Berliner Arbeiterbibliothek, Schlesische Nachrichten, Neue Zeit von Diez, Internationale und Volksbibliothek, Franz. Revolution, sowie auf sämmtliche in der Arbeiterliteratur erscheinenden Zeitschriften und Bücher nimmt entgegen Carl Lewandowsky, Neustädterstr.( Bur guten Quelle), Hinterhaus. Nieder- Langenbielau. Abonnements auf die ,, Berliner Volks- Tribüne" nimmt entgegen Carl Wanneck, Nieder- Langenbielau Nr. 6. Wilmersdorf b. Berlin. Abonnements auf die ,, Berliner Volks- Tribüne" nimmt entgegen F. Piesker, Berlinerstr. 49. Quittungsmarken& 10 Kautschukstempel- Fabrik Unterstiti der Follenhauer von [ 46 Conrad Müller Schkeuditz- Leipzig empfiehlt sich allen Arbeitervereinen, Krankenkassen u. s. w. Ausführung sauber und schnell. Preislisten gratis und franko. Restaurant Rud. Wendt 116 Dresdenerstrasse 116 zwischen Oranienplatz u. Bukowerstr. Vorzügliches Weiß- und Bairisch Bier. Speisen in großer Auswahl. Arbeitsnachweis für Tischler, Schlosser, Maler, Drechsler und Buchbinder. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Billard und Kegelbahn zur Verfügung. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribune". 99 Sonnabend, den 30. März 1889. III. Jahrgang. № 13. Ein Trinklied unserer Zeit. Gebt mir vom Wein, dem glühendsten, dem besten, Herbei, ihr Freunde, trinkt und feiert auch! Die Erde bebt in ihren alten Vesten, Und durch die Menschheit wogt ein neuer Hauch. Hört ihr die Jubelmelodieen rauschen? Posaunentöne zittern durch das All. Hebt die Pokale hoch und laßt uns lauschen Dem wunderbaren, unerhörten Schall! Die Freiheit psaltert ihre Orgelflänge, Wie Brandung donnert die Gerechtigkeit, Und jauchzend klingen drein die Hochgefänge Der Bruderliebe einer neuen Zeit! O Seligkeit! Ihr kleinen Schmerzen, schwindet! Dit schwacher Leib, wir triumphiren dein; Für unsrer eignen Tage Noth erblindet Ziehn siegreich wir zum Thor der Zukunft ein. Die Thränen fort, die stürmisch mir entpreßten Ob jungem Leid, vererbter Uebel Brauch Gebt mir vom Wein, dem glühendsten, dem besten, Herbei, ihr Freunde, trinkt und feiert auch! Keime. Karl Henckel. [ Nachbruck verboten.] Von Bruno Wille. ,, Mutter, gieb mir die Sonne!" ( Ibsen) In einer trüben Berliner Kellerwohnung sigt ein junger Mensch in Hemdsärmeln auf dem Stuhle und schläft. Sein Arm hängt schlaff herunter auf ein Buch, das aufgeschlagen am Boden liegt. Der Kopf ist seitwärts nach hinten gesunken, und auf das blasse Gesicht, dessen von Bartflaum leicht umschatteter Mund wie schmachtend geöffnet ist, fällt gedämpftes Licht vom furzen Fenster droben. Der Schläfer athmet schwer und zuweilen schnarchend, bis er einen stammelnden Laut ausstößt und erwachend den Kopf erhebt. Mit glanzlosen Augen blickt er umher, sucht sich zu besinnen und starrt vor sich hin, als ob der Schlaf ihn abermals beschleiche. Sein Blick fällt auf eine am Boden in der Nähe des Ofens liegende Kartoffel eine graue verschrumpfte Knolle mit einem langen blassen Keime. Sie muß wohl aus dem Gemüsekeller nebenan mit dem Fuße hierher gestoßen sein. Daran ist nichts merkwürdiges; und doch empfindet der junge Mann beim Anblick der keimenden Kartoffel eine sonderbare Stimmung, eine Art Bangigkeit, welche er nicht zu deuten versteht. Tisch gestellt hat, und scheint mit Schreiben beschäftigt zu sein. Er blickt dem Eintretenden starr entgegen; sein gedunsenes Gesicht ist dunkelroth. ,, Guten Tag! beginnt Heinrich. Ich störe doch nicht?" " Wie so, störe nicht? Ich habe natürlich zu thun. Aber was bringen Sie denn?" Ich habe da einige dunkle Punkte in ihrem Buch." Bachmann blickt den jungen Mann eine Weile stumpf an; plöblich aber giebt er ihm allerlei Winke, welche andeuten, daß Frau Kruse draußen horcht, und sagt mit lauter Stimme:„ Ach so, das Testament!" Heinrich versteht. Frau Kruse will also den Saufbold nicht ausgehen lassen; er soll zu Hause Geld verdienen. Und nun will Bachmann mit List fortgelangen. " Bachmann hat sich von seinem Bettsiz erhoben er ist auf Strümpfen und öffnet die Thür. Frau Kruse, meine Stiefel! Ich muß mit dem Herrn gehen... ein wichtiger Fall... ein Testament!" Frau Kruse tritt sofort ein, blickt Bachmann durchbohrend an und wendet sich mit Schärfe an Heinrich:" Herr Bachmann kann nicht ausgehen; seine Stiefel sind nicht da... Sie können ja die Papiere herholen." " Heinrich, welcher Bachmann mit dem Kopfe schütteln sieht, erwidert furz: Das geht nicht... Der Meister giebt das Testament nicht aus der Hand. Herr Bachmann soll selber kommen." Nun schnauzt Bachmann die Alte an:" Meine Stiefel her! Sie verderben mir ja die ganze Kundschaft!" Die Alte wirft ihrem Miether einen wüthenden Blick zu und geht. Gleich darauf fliegen zur Thür die Stiefel herein; Bachmann zieht dieselben sofort an, fährt mit seinen schmutzigen Hemdsärmeln in einen schäbigen schwarzen Rock, nimmt den Hut und winkt Heinrich, zu gehen. Draußen auf dem Flur beginnt Bachmann in sich hinein zu lachen, daß er fast erstickt. Dann meint er behaglich:" Na, was geben Sie denn zum Besten?" " Für eine Flasche Rum mit Ingwer langt's noch." „ Also her mit den Groschen!" er " Ich werde schon selber holen," versezt Heinrich kühl kennt den Säufer; wenn der mit dem Geld in die Destille geht, kommt er nüchtern nicht heraus. Auf der Straße verlangt Heinrich von Bachmann die Flasche, welche dieser aus seinem Rockschooße zieht; es ist eine große Flasche. " Aber voll!" meint Bachmann, und Heinrich geht zur Destillation. Als er zurückgekehrt ist, verlangt Bachmann den Tropfen zu probiren. Heinrich verweigert anfangs dem Trinker die Fasche und giebt sie erst hin, als dieser ärgerlich wird. Mit lüfternem Blicke hält Bachmann den braunrothen Liebling ans Licht, und thut einen tiefen Zug, worauf er die Flasche geizig in der weiten Tasche seines Rockschooßes birgt. Heinrich hält nunmehr, während die beiden die Straße entlang gehen, eine Frage über das Absolutum für angebracht. Heißt absolut denn nicht soviel wie bestimmt?" beginnt er. Wilhelms Ruh". Die Beiden treten ein und nehmen auf der hölzernen Bank Plaz." Sehen Sie, junger Freund.. beginnt Bachmann mit einer schauspielerhaften Schwärmerei, indem er durch die Latten der Laube blickt und auf magere Salatpflänzchen deutet sehen Sie, so erholt sich der bescheidene Bürger... in findlicher... in findlicher.. " Heinrich, welcher inzwischen sein Buch hervorgeholt hat, urterbricht den Angetrunkenen. Hier ist die Stelle: Da nun die irdische Welt etwas Relatives ist, so muß ein Absolutum sein; denn alles Relative weist auf ein Absolutum hin... das verstehe ich nicht... was heißt das Relativ und Absolutum...?" Nachdem Bachmann einen tüchtigen Zug aus der Flasche gethan, blickt er den jungen Mann mit starren, gerötheten Augen an und erwidert stammelnd:„ Relativ... heißt bedingt... und absolut... heißt unbedingt... die Welt... ist das Bedingte nicht wahr?... in der Welt ist doch alles... bedingt... nicht wahr?" Heinrich denkt mit Anspannung nach. Er sieht im Geiste etwas Graues, Unermeßliches, Verworrenes. das ist die Welt... alle Dinge der Welt stehen in Zusammenhang mit einander wenn das eine sich ändert, ändert sich auch das andere, welches damit zusammenhängt... Ursache, Wirkung... natürlich! Durch die graue Unermeßlichkeit zuckt ein Licht; Heinrich glaubt zu ver= stehen." Ja... die Welt besteht aus lauter Bedingtem. alles hat seine Ursache... aber wo ist nun das Unbedingte?" " Das Absolutum? Ja... das muß doch da sein." ,, Muß? Wieso denn?" " Na wenn es' was Bedingtes giebt, muß es doch auch ' was unbedingtes geben." Heinrich fühlt ein Stechen im Kopfe und eine brennende Ungeduld." Wieso denn?... etwas unbedingtes, das giebt es gar nicht... alles muß doch eine Ursache haben!" Bachmann zuckt die Achseln. " ,, wie Aber erlauben Sie..." meint Heinrich aufgeregt kann denn etwas keine Ursache haben? Bedenken Sie doch!" Bachmann schweigt; dann nicht er langsam mit dem Kopfe und feufzt. Ja, ja, junger Mann.. die Vorbildung fehlt... die Vorbildung." Darauf holt er tief Athem, als fasse er wieder Muth. Na aber nur Geduld es wird schon werden... aller Anfang ist schwer. wir werden die Sache schon klein kriegen, junger Mann." Und mit einem lauernden, unschlüssigen Blicke jetzt er vertraulich hinzu:" Uebrigens, wie wär's denn? Was meinen Sie? Soll ich nicht eine Weiße herholen? Wie? Hier in Kamerun giebt's eine gute Weiße... Spendiren Sie nur noch ein paar Groschen.... nachher sprechen wir weiter.... Sie sollen schon begreifen." Heinrich ärgert sich. Der Mensch ist wirklich unangenehm; er kann gar nicht genug zu faufen kriegen; und dann muß man ihm jedes Wort nur so aus dem Halse ziehen. Doch Heinrich giebt ihm die Groschen, weil er selbst etwas trinken möchte und den Schnaps nicht mag; und so geht Bachmann. Heinrich vertieft sich nochmals in sein Buch. Dann blickt er " Ja... natürlich", entgegnet Bachmann zerstreut. grübelnd zur Laube hinaus über das Pflanzerdörfchen hin, dessen " Aber das giebt ja hier keinen Sinn. Absolutum... das Beete und Häuschen er großentheils übersehen kann, da Wilhelms Bestimmte? Das paßt ja nicht." " Nein, hier nicht". " Eine Weile starrt er die Knolle an; dann erhebt er sich seufzend und zieht seinen Sonntagsro an, welcher über der Bettlehne ge= Legen hat. Wieder versinkt er in Gedanken... was war es doch, das er sich vorgenommen hatte? Da bemerkt er das am Boden liegende Buch und erinnert sich, daß er zu dem versoffenen Bachmann gehen und ihn fragen wollte, was eigentlich das Absolutum sei. " Nun also, dann sagen Sie mir doch. Wie heißt doch die Stelle? Er hebt das Buch auf, ein altes Bachmann ist durch den Ton der Ungeduld aufmerksam geBuch mit grauem Papier, und blättert darin, bis er die Worte worden. Junger Mann, erwidert er wichtig das ist so einfach findet: Da nun die irdische Welt etwas Relatives ist, so muß nicht, das kommt ganz auf den Zusammenhang an das müssen ein Absolutum sein; denn alles Relative weist auf ein Absolutum wir in aller Ruhe prüfen... ja, wohin gehen wir eigentlich? hin." Grübelnd starrt der junge Mann auf die Schrift. Etwas Wissen Sie was, wir wollen nach Stamerun." Relatives... Absolutum?" Vor ihm flimmert das Wort mit wachsenden Buchstaben, welche den häßlich wimmelnden Gliedern eines Tausendfußes ähneln. Dann fällt ihm ein, wie vor Jahren sein Vormund, der schwarze Rektor, mit seiner hohen scharfen Stimme sagte:„ Das muß ich mir absolut ausbitten. Laß die Bücher und werde Schuster!" Absolut sollte doch damals so viel heißen wie„ bestimmt". Aber wie paßt diese Bedeutung hierher? Nun, Bachmann muß es wissen; der hat ja katholische Theologie studirt; und alle seine Kenntnisse wird er noch nicht versoffen haben. " Der junge Mann steckt das Buch in seine Rocktasche, zicht einen verschossenen in den Schultern etwas schmalen Ueberzieher an, sest den Hut auf und verläßt das Zimmer. Er betritt den daneben befindlichen Gemüsekeller. Hier liegen, an der Wand emporgeschüttet, Kartoffeln, Kohlrüben, Mohrrüben; daneben stehen Tonnen mit Sauerkohl und eingemachten Gurken, Säcke mit Erbsen und Linsen, Körbe voll Aepfel. Am Fuße der kurzen, zur Straße führenden Treppe jigt eine ältere Frau im Mantel, mit einen Tuch um den Kopf und strickt. Vor ihr steht ein tragbarer Blechofen, dessen Holztohlengluth eine Kaffeekanne wärmt. Beim Eintritt des jungen Mannes blickt die Frau von ihrer Handarbeit auf und sagt freundlich:„ Na, mein Junge. willst Du fort?" " Ja, Mutter zu Bachmann." · Willst Du nicht lieber was um den Hals thun, Heinrich? Es ist windig." " Ich mache den Kragen hoch" meint Heinrich und geht die Treppe empor zur Straße " Ist das eine Kneipe?" fragt Heinrich mißtrauisch. „ Ach was! Kennen Sie denn Kamerun am Friedrichshain nicht... da hinter der Pazenhofer Brauerei... all die kleinen Lauben?" Heinrich erinnert sich an das eigenartige Stück Land, welches Hunderte von Liebhabern der Gärtnerei mit einem Schwarm oon Gemüse und Blumenbeeten, umrankter Lauben und Bretterhäuschen übersät haben. Das ist doch Privateigenthum", wirft er ein. " Ich habe da einen Klienten", erwidert Bachmann mit prahlerischer Würde; in dessen Laube fönnen wir uns sezen." " So gehen die Beiden den Damm einer fünftigen Vorstadtstraße entlang, zu dessen Seiten sich statt der Häuser noch Aecker befinden; auf diesen Aeckern grünt mit weichem Glanze die junge Saat. Vor sich weiterhin sicht Heinrich zur Linken einen furzen Wall von Neubauten und zur Rechten den Friedrichshain eine mächtige graubraune Masse, welche der Frühling erst mit einem Hauche von Grün umwebt. Ueber dem Haine lagern oder ziehen grauweiße Wolfengebirge zu denen jeßt ein Papierdrache emporsteigt. Die Knaben, welche ihn fliegen lassen, haben zwischen den Saatfeldern wenig Naum, und der Wind hat überdies nachgelassen. wie überhaupt das Wetter sanfter geworden ist, so daß es den Anschein hat, als wolle jetzt am Abend die Sonne durch die Sturmwolfen brechen. 4 Bachmann zieht die Flasche hervor und trinkt; es war ein bedenklich starker Zug. Heinrich aber tröstet sich damit, daß das Ziel erreicht ist; denn gleich hinter der querlaufenden Landsberger Allec liegt„ Kamerun". " Nuh" auf der Anhöhe nahe dem Straßendamm liegt. Die Wolfen über den fernen Häusermassen haben sich getheilt und sind vom Abendschein geröthet. Der Drache mit der Aufschrift" Freiheit" steigt plöglich in die Höhe, wird aber alsbald unruhig, beginnnt im Streise herumzuwirbeln und schießt endlich, gleichsam kopfschen, mit der Spize herunter in den Acker. Die beiden Knaben laufen nach der Stelle, und gleich darauf hört man sie rufen:„ Er ist kaput!".. Bachmann noch nicht zurück? Wird er überhaupt wiederkommen? Aber nein!( Mit mattem Lächeln schlägt sich Heinrich vor die Stirn) Sicherlich ist Bachmann mit den Groschen durchgebrannt. Natürlich! Das sieht dem Säufer ähnlich. Und der junge Mann fühlt bittern Grimm. Hier zu ſizen... einſam hülflos... genarrt in seinem innigsten Streben. zum Teufel! Doch wozu fich ärgern! Was kann man auch lernen von diesem Saufaus, der sich offenbar Verstand und Gelehrsamkeit ver= soffen hat. falls er überhaupt. Vielleicht auch ist das Buch unsinnig.( Heinrich betrachtet das Buch und den Titel..." Metaphysik als Einheit von Glauben und Wissen".) Das kann ja kein Mensch verstehen! Dann sind vielleicht noch viele andere Bücher unsinnig. Zum ersten Male steigt dieser Verdacht in der Seele des jungen Arbeiters auf. Bisher hat er alle Bücher mit Ehrfurcht betrachtet und sich glücklich geschäßt, wenn er irgend eins erhalten fonnte, gleichviel was es enthielt; ein Stück der großen Wahrheit mußte doch darin sein. Oder bin nur ich hierfür zu dumm? denkt Heinrich, und eine qualvolle Angst überkommt ihn. Verstehen thust du doch nichts, hat Franz gesagt, und vielleicht hat er recht. Doch fann es nicht auch sein, daß ich solch ein großer Geist bin, wie sie zuweilen in Fabriken stecken? Vielleicht bin ich nur verfümmert! Die Vorbildung! hat Bachmann gesagt... Aber ich will ja lernen; unterrichtet mich nur!... Nimmt sich denn Niemand meiner an? Strom der Wahrheit, in welchem sich der klare Abendhimmel und der Sonnenball spiegeln, und an dessen saftiggrünen, blumenübersäten Ufern mit Geberden der Entzückung eine zahllose Menschenmenge steht. Am Rande der westlichen Wolke blizt die Abendsonne hervor Draußen flattert der Wind die Reihen der mächtigen fünfWenige Minuten noch, und die Beiden stehen auf dem hoch- und bestrahlt mit rother Gluth das kummervolle Gesicht des jungen stöckigen Häuser entlang, wirbelt Papierstücke und Staub vor der gelegenen, noch unbebauten Straßendamme und blicken nach rechts, Arbeiters, welches dieser mit geballter Faust stüßt. Und mit leiden= Destillation an der Ecke herum und huscht um die Ecke. Bei wo in der Ferne die Stadt liegt... schwärzlich dünstend und schaftlicher Sehnsucht hangen die schwermüthigen Augen an dem solchem Aprilwetter ist die Vorstadt selbst Sonntags wenig belebt. dumpf tofend, ein ungeheures Gewoge von Dächern, hier und dort herrlichen Feuerball, welcher über gluthbeneßten Dächern zwischen Während Heinrich um die Ecke biegt, tritt aus der Destillation ein überragt von Fabrikschornsteinen und Kirchthürmen. Vor der zwei Schloten, aus denen sich schwarzer Qualm wälzt, leise auf junger Arbeiter, in welchem Heinrich den Franz erkennt. Wie Stadt aber senkt sich das Land, und hier zwischen schwarzbraunen, und nieder zu schwanken scheint. Auch links zwischen den Häuser= geht's, Schuster? meint Franz, indem er dem früheren Schul- frisch umgegrabenen Beeten wimmelt es von Lauben und Bretter- massen blißt es auf; hier spiegelt sich die Sonne in Fensterscheiben kameraden die Hand reicht. Kommst Du mit? Wir haben häuschen, über deren pappenen Dächern bunte Flaggen im Winde und verklärt die Häuser, daß sie wie Feenschlösser aussehen. Und einen Rauchklub gegründet; Qualmtute heißt er. Komm doch flattern. Das ist die Pflanzerkolonie Kamerun." Nur wenige wie die junge Seele im Lichte schwelgt, glaubt sie ein feierliches mit! Nicht? Warum denn nicht? Ach so.. Du willst Kolonisten sind heute herausgekommen. Dort fauert ein Mann Rauschen zu hören, wie von einem Strome... das ist der breite wohl wieder... villesofiren? Na, denn schieß man los! Verstehen und pflanzt, während sein Junge eine Gießkanne herbeischleppt, um thust Du doch nichts. Und dein versoffener Pfaffe da. ist ein die Pflänzchen zu begießen; irgendwo hämmert jemand an Brettern; Schwindler... das sage ich!" Hiermit pocht Franz auf seine in einer Laube sitzt eine Familie beim Kaffee, welcher auf dem Brust, reicht Heinrich die Hand und geht. fleinen Ziegelsteinherde neben der Laube gekocht worden ist. Der Da wird der Sonnenball im Schwanken matt und matter; er Heinrich schluckt etwas wie Aerger hinunter.„ Verstehen thust Pächter dieses Grundstückchens macht sich soeben mit seinen beiden Du doch nichts"... verdammt ja das Absolutum! Aber Knaben auf, einen Drachen steigen zu lassen; der Drachen ist von verglimmt; die geballten Wolken und der schwarze Qualm verBachmann muß es wissen. Und schließlich werde ich's schon ver- rothem Papier, welches zum Scherz die Aufschrift Freiheit" trägt. schlingen ihn; die Feenschlösser sind wieder glanzlose Menschenstehen. Warum denn nicht? Jafob Böhme war auch nur ein Unwillkürlich muß Heinrich an die Schuhmacher- Versammlung wohnungen, sargartige, düstere Häuser; ein häßlicher Dunst lagert Schuster und doch ein großer Philosoph. Dieser Gedanke hat denken, welche er fürzlich mitmachte. Es war dies seine erste Ver- drückend, beängstigend über dem Dächergewirr... die Nacht für Heinrich etwas Tröstendes, ja Erhebendes. Unbestimmte Bilder sammlung. Heinrich ist nämlich kein Freund von Politik, weil kommt, die Finsterniß schwimmen in seinem Geiste Jakob Böhme! Tiefes Denten, er nichts davon zu verstehen glaubt. Und seine erste Versammlung Und den jungen Menschen haucht es an wie kalte modrige flares Schauen! Heinrich sieht sich in der Stube siten bei seiner hat ihm nicht sonderlich gefallen. Ein Arbeiter hielt einen Vortrag Stellerluft. Und auf einmal gedenkt er der Kartoffel, auf welche Arbeit, und die Mutter liest ihm vor, langsam, Wort für Wort, über Naturheilkunde, worauf eine verworrene Diskussion erfolgte. heute beim Erwachen sein Blick fiel... jener grauen, verschrumpften aus einem tiefsinnigen Buche. so etwas wie Spinoza. Und Nur einer der Aussprüche hat auf Heinrich Eindruck gemacht. Und Knolle mit dem langen blassen Keime. Und nun versteht er das wunderbare Gedanken ziehen durch seine Seele feierlich wie leuch- dieser Ausspruch fällt ihm nun ein. mancher große Geist steckt tende Meteore in der Fabrik, aber er muß verkümmern" ja, das stimmt er selbst ist vielleicht auch ein großer Geist wenigstens fühlt er solch eine Sehnsucht nach Klarheit aber verfümmern nein, das will er nicht.. er will sich recht viel Bücher verschaffen und studieren... freilich das Absolutum Da ist Bachmarn's Wohnung! Heinrich steigt die vier Treppen empor und zieht die Klingel neben dem Schilde, auf welchem steht: " 3. Bachmann, Schriftsteller und Volksanwalt." Frau Kruse öffnet. „ Herr Bachmann zu Hause?" Das alte Weib mustert den jungen Mann mit Mißtrauen und öffnet dann Bachmann's Stube. Der Volksanwalt sizt auf seinem Bette, vor welches er den · 4 " Hier ist das Tuskulum meines Klienten", sagt Bachmann, indem er zwischen den Beeten vor einer Laube stehen bleibt. Ueber dem Eingang der aus Latten gezimmerten Laube befindet sich unter einer hölzernen Lyra, welche den Dachgiebel schmückt, die Inschrift Gefühl der Wehmuth, welches ihn beschlich bei diesem Anblicke. Gleicht er selbst doch ganz dieser Knolle, die nach Licht und Luft sich sehnend im Keller liegen muß und nun krankhaft bleiche Seime treibt, mit denen sie vergeblich nach Licht und Luft tastet. Die ganze große Stadt da drüben, gleicht sie nicht einem ungeheuren Stellergewölbe, in welchem unzählige Wesen nach Licht und Luft verschmachten? O du leuchtende Sonne! Die Kleinen hängt man und die Großen Dollars, dieses goldene Tafelservice 50 000 Dollars, die als: politische oder religiöse Angelegenheiten sind ausbloße Blumen- Ausschmückung 10 000 Dollars gekostet u. s. w. geschlossen" oder ähnliche Vorschriften ganz werthlos find, läßt man laufen. Mit solchem verruchten Zeug werden in allen größeren wenn es sich darum handelt, zu beurtheilen ,, was ein Der nachfolgende Artikel der„ Illinois Staats- englisch- amerikanischen Zeitungen zahllose Spalten voll- Verein thatsächlich bezweckt. Daraus, daß eine Vereinigung keine aufgeschriebenen zeitung" ist um so bemerkenswerther, als diese auch von gestopft doch wohl ein Beweis dafür, daß ihre Leser unseren deutschen Offiziösen vielzitirte amerikanische Zeitung und namentlich ihre Leserinnen Gefallen daran finden. Statuten hat, folgt durchaus nicht, daß diese Vereinigung eine grimmige Gegnerin des Sozialismus ist dessen Wie richtig das ist, kann man an der Gier wahrnehmen, kein Verein im Sinne des Gesetzes ist, wenn sie sonst den Forderungen einzig und allein, wenn verwirklicht, den in womit das Beispiel nachgeahmt wird. In jeder großen Bedingungen genügt, die in der Begriffsbestimmung am dem Artikel geschilderten Zuständen ein Ende machen können. oder kleinen Stadt des Landes werden den englischen Kopfe von Abschnitt 5 aufgeführt sind. Der Artikel lautet: Zeitungen Berichte über„ glänzende" Gesellschaften in Mitglieder. In einer unserer städtischen Kirchen hielt am leßten Privathäusern massenhaft zum Abdruck zugesandt. Jede Sonntag der Pastor F. A. Noble einen Vortrag über Hochzeit muß mit Angabe der Namen aller Gäste und Nach§ 8 des preußischen Vereinsgesetzes können Frauenzimmer, Schüler und Lehrlinge" nicht die Frage:„ Warum stehlen so oft unsere jungen Männer?" der Geschenke( mit Preisangabe!) in den„ society( Gesell- mitglieder von Vereinen sein, die bezwecken, politische Er knüpfte an die Thatsache an, daß fast jeder Tag schafts-) columns" der Zeitung prangen. Böbelhafte Meldungen von Kassendiebstählen, Unterschleifen, Wechsel- Prahlsucht, schamlose Hervorzerrung der intimsten Familien- Angelegenheiten in Versammlungen zu erörtern. Sonst fälschungen bringt, so daß bereits die Versicherung gegen Angelegenheiten an das grelle, flackernde Licht der Deffentlich ist die Mitgliedschaft weder an ein Lebensalter, noch an solche Spizbüberei zu einem regelmäßigen Geschäft geworden feit das ist der höchste Inbegriff dieses Gesellschaftslebens. die Staatszugehörigkeit, noch an irgend welche andere ist, wie die Versicherung gegen Feuerschaden oder Hagel- Und wohin führt es? Zu einem rasenden Wetteifer Bedingungen geknüpft. Es liegt lediglich im Ermessen des Vereins selbst, wen er als Mitglied aufnehmen schlag. Dann führte er aus: Was können die Prinzipale in der Prunksucht, zur vollständigen sittlichen Abstumpfung will. Besonders hat die Polizei kein Einspruchsrecht, anders erwarten, als selber zu ernten, was sie säen? gegen die Art und Weise, wie die Mittel zur Befriedigung selbst müssen die Verfälschungen anfertigen, an deren Ver- So wirken Unehrlichkeit, Prunk- und Pubsucht, un kauf ihre Prinzipale reich werden. Wie kann man sich gezügelte Gier, in der Gesellschaft zu glänzen, alle zusammen, dann darüber wundern, wenn sie der Versuchung erliegen, um das Rechts-, Ehr- und Sittlichkeitsgefühl der„ Besserauch ihrerseits den Prinzipal zu übertölpeln, wie dieser gestellten" zu untergraben und das Gift sickert dann auch das Publikum bestiehlt? Sie sehen, wie Männer, die nach unten" hinab, durch den ganzen Gesellschaftskörper tagtäglich das Publikum begaunern, als hochgeachtete die Korruption verbreitend. Die meisten unserer Geschäfte werden auf unchrliche Weise dieser Prunksucht beschafft werden. Die Amerikanerin, die wenn z. B. in den Fachverein eines bestimmten Gewerbes betrieben. Selbst große Handelshäuser lassen sich Gallonen- einmal vom Baum der Erkenntniß im Garten der Gesell- auch andere Personen als Mitglieder aufgenommen werden als solche, die diesem Gewerbe angehören. Kannen machen, die nur 32 Quart enthalten, Pintflaschen, schaft" genascht hat, die es ihren Nachbarinnen gleich thun, Als Mitglieder eines Vereins sind auch solche Personen die nur 12, statt 16 Unzen Flüssigkeit enthalten; andere oder vielmehr sie überbieten will, fragt nicht danach, anzusehen, die ohne nähere Kenntniß von den Zwecken mischen Staub unter gemahlene Gewürze, Zichorie oder woher ihr Mann das Geld zur Bezahlung ihres Buß- und Zielen des Vereins zu haben, auf eine ganz allgemein gemahlene Bohnen unter Kaffee; oder sieden verdorbenes und Trödelkrams nimmt; aber liefern muß er es, wenn und Zielen des Vereins zu haben, auf eine ganz allgemein altes Dürrobst so auf, daß es wie beste, frische Waare er eine ruhige Stunde im Hause haben will. Dafür läßt ist auch nicht erforderlich, daß die Mitglieder eines Vereins gehaltene Aufforderung zum Eintritt Folge leisten. Es aussieht u. dgl. m. Die jungen Leute, die in solchen sie dann auch ihn seine Wege gehen, unbekümmert darum, überhaupt Versammlungen abhalten. Es kann ein Verein, Häusern angestellt sind, wissen das nicht nur, sondern sie ob sie ihn zum Verderben führen. der auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken bezweckt, lediglich durch den Vorstand seine Thätigkeit ausüben und die Thätigkeit der Mitglieder kann nur im Entrichten der Beiträge bestehen. Aufnahme von Mitgliedern. Da die Aufnahme neuer Mitglieder innerhalb dreier Ehrenmänner, als unsere ,, besten Bürger", als„ Säulen Und es läßt sich auch gar kein Ende davon absehen. Tage der Polizei anzuzeigen ist, so ist es zweckmäßig, bei der Kirche" gepriesen werden, und sagen sehr folgerichtig: Nicht die Kirche, nicht die Schule, nicht die Presse kann der Aufnahme eine gewisse Form zu beobachten, die den ,, Um in der Welt vorwärts zu kommen, muß ich's also hier Abhilfe schaffen, denn sie selbst sind schon, mit wenigen Zeitpunkt des Eintrittes eines jeden Mitgliedes feststellt ebenso machen, wie diese da. Ich darf keine Gewissens- Ausnahmen, dem herrschenden bösen Geiste Mammon und gleichzeitig zur Kenntniß des anzeigepflichtigen Vorbisse empfinden." So werden die großen, vornehmen dienstbar gemacht. Wenn überhaupt eine Wendung zum standes oder eines dazu ausersehenen Mitgliedes bringt. Diebe, die nicht abgefaßt worden sind, zu Lehrmeistern Besseren eintreten soll, kann es nur durch schwere Prüfungen Besonders wo Vereine sich räumlich mit ihrer Mitgliedder kleinen, die abgefaßt werden." geschehen, die eine fittliche Läuterung bewirken, die Ehre schaft über mehrere Orte ausdehnen und zur Erleichterung und Pflichtgefühl auf den Thron sezen an Stelle der des Beitritts mehrere Annahmestellen für die Anmeldungen rohen Habgier und Selbstsucht. bestehen, ist es nüßlich und wünschenswerth zu bestimmen, Soweit das bürgerliche Blatt, welches natürlich nichts daß die Mitgliedschaft nur nach Zustimmung durch den wissen will von dem einzig wirksamen Mittel: Schaffung Vorstand erworben werden kann, damit nicht Versäumniß einer Wirthschaftsordnung, bei der kein Mensch mehr zur in der Anmeldung entsteht. Besserung seiner Lage auf Betrug und Ausnußung gegen seine Mitmenschen angewiesen ist. Das sind grimmig bittere Worte und, was das Schlimmste ist, es sind wahre Worte. Wie sagt doch der Kapuziner in Wallenstein's Lager? Aber wie soll man die Diener loben? Kommt doch das Aergerniß von oben! In einem einzigen kurzen Menschenalter haben wir auf dem Wege zur sittlichen Verderbniß mit Dampfgeschwindigkeit eine Strecke zurückgelegt, wie ältere Völker in Jahrhunderten. Vor der Mitte dieses Jahrhunderts herrschten in dem Lande noch einfache Sitten; geistiger und sittlicher Werth ward höher als Reichthum geschäßt; im Handel und Wandel war Ehrlichkeit die Regel, Betrug die Ausnahme; Unredlichkeit war damals noch eine Schande. Anmerkungen zum Vereinsrecht. Stellung der Vereine zur Polizei. Anmeldung der Mitglieder. Die Anmeldung der Mitglieder muß das enthalten, was erforderlich ist, um die Person fest genug zu bezeichnen, so daß sie von der Polizel sicher von anderen Personen unterschieden werden kann. Mehr kann die Polizei nicht verlangen. Es genügt also Name, Vorname, Stand und zu werden. In Preußen find Vereine, die eine Einwirkung Wohnung des Mitgliedes, das ist die volle Adresse. Mit wie reißender Geschwindigkeit hat sich das Alles auf öffentliche Angelegenheiten bezwecken, ver- Anzumelden ist nicht erforderlich die Namen der in sein Gegentheil verkehrt! Wie viele von den in den pflichtet Statuten und das Verzeichniß der Mit- Vorstandsmitglieder, doch müssen sie der Polizei auf Letzten vierzig Jahren heraufgewachsenen Milliardeuren glie der binnen drei Tagen nach Gründung des Vereines, besonderes Verlangen angegeben werden. Abmeldung von Mitgliedern. haben denn ihre riesenhaften Vermögen auf ehrliche Weise ferner je de Aenderung der Statuten und der Vereinserworben? Die Vanderbilt's, die Gould's, die Scott's, mitglieder ebenfalls binnen 3 Tagen, nachdem sie eingetre- Die Abmeldung derjenigen Mitglieder, die ihren die Rockefeller's, die pacifischen Eisenbahnkönige: durch ten ist, der Ortspolizeibehörde zur Kenntnißnahme ein Austritt anzeigen, muß binnen drei Tagen nach ihrer welche Mittel haben sie ihre Hunderte von Millionen zureichen, derselben auch jede darauf bezügliche Auskunft Abmeldung erfolgen, ebenso die Abmeldung solcher MitDollars aufgehäuft? Durch schamlose Ausplünderung des zu geben.(§ 2 des Gesezes vom 11. März 1850). glieder, die durch Vereinsbeschluß ausgeschlossen werden. Publikums oder der Regierungskassen. Und sie haben in Nach§ 13 desselben Gesetzes wird das Verabsäumen dieser Mitglieder, die ihre Mitgliedschaft still= allen Lebenskreisen, von den höchsten bis zu den niedrigsten, Vorschrift an jedem Vorsteher des Vereines mit Geldbuße schweigend aufgeben durch Nichtbezahlen der Beiträge, zahllose Nachahmer gefunden. Das öffentliche Gewissen, von 15-300 Mark bestraft, wenn das einzelne Mitglied brauchen erst dann abgemeldet zu werden, wenn sie durch das Ehr- und Schamgefühl ist nicht bloß abgeſtumpft, des Vorstandes nicht nachweisen kann, daß dieser Ver- Vereinsbeschluß oder sonstwie in den Mitgliederlisten sondern todtgeschlagen worden. Noch vor sechs Jahren pflichtung ohne sein Verschulden nicht genügt ist. Bei wissentlich falcher Anzeige oder Angabe tritt der Mitglieder braucht in der Abmeldung nicht angegeben gestrichen werden. Der Grund oder die Art des Austritts erschien es einem Fairbank gegenüber als der denkbar schmachvollste Verdacht, daß er sein Schweineschmalz mit zu dieser Strafe noch eine Gefängnißstrafe von acht Tagen Baumwollsamen- Del und noch schlimmeren Stoffen ver- bis 6 Wochen. fälsche kaum drei Jahre später ward nicht nur von Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten. ihm, sondern von denselben Mitbewerbern, die 1883 Zeter Bloße Berathung oder Erörterung ist noch keine Einüber ihn schrieen, diese Fälschung in riesenhaftem Maßstabe offen vor aller Welt betrieben. Nicht nur das, wirkung auf öffentliche Angelegenheiten, jedoch ist schon sondern die Fälscher brüsteten sich noch obendrein mit der die Belehrung über eine öffentliche Angelegenheit, die Wohlthat, die sie dadurch dem Lande erwiesen! dahin zielt, ein Handeln nach einer gewissen Richtung Hand in Hand mit der Ansammlung ungeheurer vorzubereiten oder hervorzurufen, als Einwirkung zu beVermögen durch Gaunereien und Schwindeleien aller Art Die Einwirkung braucht nicht in den Vereinsgeht die Steigerung des rohesten Geldſtolzes, der barbarischsten versammlungen zu geschehen. Wenn ein Verein Schriften Prunksucht. Namentlich in den großen Städten des verbreitet oder herausgiebt, die bestimmt sind auf öffent- des Ostens ist ein Proßen Adel erwachsen, der an innerer liche Angelegenheiten einzuwirken, so untersteht der Verein Herzensroheit, an Gleichgültigkeit gegen alle geistigen dem§ 2 des preußischen Vereinsgesetzes. Güter des Lebens, an hochmüthiger Verachtung alles nicht in Geld auszudrückenden Menschenwerthes, an wüstem Wetteifer in sinn- und geschmacklosem Aufwande die Vergleichung mit dem römischen Adel zur Zeit des Zerfalls der Republik aushält. trachten. Statuten. Formular für die Anmeldung eines Vereines. Ich erlaube mir hierdurch der Ortspolizeibehörde anzuzeigen, daß sich am.. ten.... 18.. hierselbst ein Verein( Titel des Vereines) gegründet hat; indem ich gleichzeitig eine Abschrift der Statuten dieses Vereines zu gefälligen Kenntnißnahme beilege. Ich bitte, mir über diese Anzeige die in§ 2 des Vereinsgesetzes vom 11. März 1850 vorgeschriebene Bescheinigung ertheilen 3u wollen. zu .( Ort)...( Datum). ( Unterschrift.) Auf irgend welche Rückäußerung der Polizeibehörde braucht man nicht zu warten, sondern kann die Thätigkeit Vereins sofort beginnen. Eine Genehmigung von Vereins statuten giebt es in Preußen nicht. Sollte eine Polizeibehörde, wie es häufig vorkommt, in Unkenntniß der gesetzlichen Bestimmungen eine StatutenDie Bestimmung des§2 sept voraus, daß der genehmigung ertheilen, so ist diese vollkommen werthlos. Verein verpflichtet ist, Statuten zu haben, aus welchen man lege fie einfach bei Seite, ohne sie weiter zu beachten. der Zweck des Vereins hervorgeht, wenn der Verein Formular zur An- und Abmeldung von Mitgliedern. Eine speichelleckerische Presse schildert noch dazu in bezweckt, auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken. Ueber Der Ortspolizeibehörde zeige ich hierdurch an, daß im Stande Schranzenhafter Geschwäßigkeit und mit hündischer Be- die Form der Statuten bestehen keine Vorschriften. Scheint der Mitglieder des Vereines( Titel des Vereins) folgende Ver= wunderung die widerwärtigsten Ausartungen solcher proßen- der Polizei Zweck und Thätigkeit des Vereins in den ein- änderungen vorgekommen sind: haften Prunksucht. Mit weit größerer Umständlichkeit, gereichten Statuten nicht klar genug ausgedrückt, so hat Es find folgende Mitglieder ausgetreten: als die Festtafeln von europäischen Kaisern und Königen sie das Recht, weitere Auskunft zu verlangen. Ein Recht, Vor- und Zuname Stand werden die Prunkmähler der amerikanischen Astors, der eine Aenderung der Statuten zu verlangen, steht ihr Vanderbilts, der Whitneys 2c. bis in die kleinsten Einzel- nicht zu. heiten beschrieben: jedes Stück Tafelgeschirr oder Leinen- Die Statuten find ein Privatvertrag unter den Mitzeug, die auf Silberplatten gravirten Speisekarten, der gliedern. Dieselben sind jederzeit befugt, von den Statuten unberechenbare Aufwand an Blumen- Ausschmückungen; abzuweichen. Der Polizei steht in Preußen ein dann die kostbaren Gewänder der anwesenden Weibsleute, Recht nicht zu, auf Einhaltung der Statuten zu die Scheffel voll Brillanten, die sie an sich herumschleppen achten. Dafür hat die Polizei aber auch auf den Inhalt und zu deren Bewachung gegen die Gäste verkleidete der Statuten bei Beurtheilung der Thätigkeit des Vereins Polizisten eingeführt werden! Um die Nohheit vollständig keine Rücksicht zu nehmen. Ein Verein bezweckt, was er zu machen, werden, wo es irgend möglich ist, die Preise oder sein Vorstand thut, selbst wenn die Statuten das aller dieser Prunksachen in dürren Ziffern angeführt: dies Gegentheil sagen. Kleid hat 3000 Dollars, dieser Diamantschmnd 150 000 Hieraus folgt, daß solche Zusäße zu den Statuten Wohnung. Folgende Personen sind als Mitglieder dem Vereine neu beigetreten: Vor- und Zuname Stand Wohnung. Ich bitte um die nach§ 2 des Gesezes vom 11. März 1850 vorgeschriebene Bescheinigung über diese Anmeldung. ( Ort)....( Datum) ( Unterschrift.) Formular zur Anzeige von Statutenänderungen. Der Ortspolizeibehörde zeige ich hiermit an, daß in der General§. des Vereinsstatutes folgendermaßen abzuändern, sodaß er jetzt versammlung( Titel des Vereines) der Beschluß gefaßt ist, den Tautet: § dabei herauskommt, ist ein bei weitem schnellerer Verbrauch Was nun die Arbeitszeit der jugendlichen der Körperkraft und frühere Arbeitsunfähigkeit für den Arbeiter" und der Kinder anbelangt, so muß der Bericht sehers und ein schnellerer Zuwachs an Mehrwerth. Arbeiter. Für das Kapital freilich: Ersparung eines Auf- eingestehen, daß die Bestimmung des§ 115 des Gewerbegefeßes, wonach jugendliche Arbeiter", d. h. 14-16jährige Besonders ist der Stücklohn da eingeführt, wo die nur 10 Stunden, 12-14jährige nur 8 Stunden täglich Hausarbeit noch stark anzutreffen ist, der Stücklohn ist die beschäftigt werden dürfen, in den meisten Fabriken nicht Grundlage der Hausarbeit. Er ist ein ausgezeichnetes eingehalten wird. Sonach konstatirt der offizielle Bericht Ich bitte mir über diese Anzeige die in§ 2 des Gesezes vom Mittel, den Arbeiter zu kontroliren, ohne dabei sein zu die traurige Thatsache: daß die Kinderarbeit in der 11. März 1850 vorgeschriebene Bescheinigung zu ertheilen. ( Ort)...( Datum). Diese Abänderung tritt sofort in Kraft( oder: tritt am in Kraft.) ( Unterschrift.) Aufbewahren der Bescheinigungen. müssen. Er ermöglicht es auch wie ſchon Karl Marr ungarischen Induſtrie auf die schreiendſte Weise aussagt den Parasiten, sich zwischen Arbeiter und Kapitalisten gebeutet wird! zu schieben und den Arbeiter zu betrügen. Diese Parasiten, Die Nachtarbeit ist in den großen Dampfmühlen, die ohne Arbeit leben, die dem Arbeiter neben dem Zucker-, Spiritus- und Malzfabriken, sowie in den großen Die ertheilten Bescheinigungen wird man aufbewahren Kapitalisten das Blut aussaugen, sind in London besonders Bierbrauereien im Brauche zusammen in 353 der 938 müssen, da es vorgekommen ist, daß bei kleineren Polizei- bekannt als Sweaters( Ausschweißer). Das sind die inspizirten Betriebe. Hierbei muß der Bericht wieder einbehörden die Anmeldungen in Verlust gerathen find, und Leute, die von einem Fabrikanten eine gewisse Menge gestehen, daß die Bestimmungen des Gewerbegesetzes, nach dann der Beweis nöthigenfalls geführt werden muß. Die Arbeit übernehmen und sie dann von den Aermſten ver- welchem überhaupt nur junge Arbeiter( 14-16 jährige) Bescheinigungen sind, wenn man die Anmeldung persön- richten lassen für einen Hundelohn. Diese Aermsten sind und in keinem Fall Kinder( unter 14 Jahren) zur Nachtlich besorgt, Zug um Zug zu ertheilen. Weigert sich ein also gezwungen, nicht nur den Fabrikanten, sondern auch arbeit verwendet werden dürfen( auch die jungen Arbeiter Polizeibeamter die Bescheinigung sofort zu geben, so hat andere Faullenzer auszuhalten. Daß diese Parasiten und nur ausnahmsweise und mit spezieller Erlaubniß der das auf die Thätigkeit des Vereines keinen Einfluß, er Blutaussauger nicht nur in London, sondern überall vor- Gewerbebehörde auf die Hälfte der, für junge Arbeiter braucht nicht darauf zu warten. Der Vorstand kann aber handen sind, wo es Lohnarbeiter und Kapitalisten giebt, bestimmten Marimalarbeitszeit( 10 Stunden), also nur bei der vorgesetzten Dienstbehörde Beschwerde führen. also auch in unserem lieben Deutschland, brauchen wir bei fünfstündiger Nachtarbeit, beschäftigt werden dürfen) unseren Lesern nicht erst zu erzählen. nicht eingehalten werden. Zeitlohn und Stücklohn. Wenn wir daher sehen, daß in neuerer Zeit das An Sonn- und Feiertagen wird in den Dampf= Stücklohnsystem überhand nimmt, so können wir daraus mühlen und Buchdruckereien regelmäßig gearbeitet, sowie schließen, daß die Kapitalistenklasse einerseits infolge der in einigen Gewerken, welche die Unterbrechung der Arbeit Der moderne Lohnarbeiter, der frei" ist d. h. Konkurrenz, die die Einzelnen dieser Klasse unter sich nicht gestatten". Solche Gewerke giebt es zusammen 237 rechtlich frei, aber auch frei von allem was nothwendig führen und andrerseits infolge der Konkurrenz der ganzen im ganzen Lande, also 25 Prozent der sämmtlichen Gewerke. ist, um seine Arbeitskraft gebrauchen und Dinge produ- Klasse des Inlandes mit der anderer Länder gezwungen Busammen 12 034 Arbeiter, also 13 Prozent sämmtlicher ziren zu können, die er zur Befriedigung seiner mensch sind, den Grad der Ausnutzung der Arbeiter zu Arbeiter, sind auch an Sonn- und Feiertagen beschäftigt, lichen Bedürfnisse nothwendig hat, der frei ist von Arbeits- steigern, wozu das Stücklohnsystem ein sehr gutes Mittel haben nur jeden zweiten Sonntag ganz oder jeden Sonntag mitteln und Lebensmitteln, furz frei ist von Kapital, und ist. Mit Hilfe dieses Systems wird die Leistungskraft halb frei. Lohn nennt. infolge dessen gezwungen ist, einem Anderen seine des Arbeiters bis zum äußersten angespannt, seine Lebens- Das ist alles sehr wenig erbaulich. Dafür wird Arbeitskraft zu verkaufen bekommt für dieſe ſeine dauer wird gewaltsam verkürzt, damit die„ vaterländische" aber weiter berichtet, daß Arbeitseinstellungen in Ungarn Waare ein gewisses Quantum Geld, das man Arbeits- Industrie mit der fremdländischen konkurriren könne. noch ziemlich unbekannte Erscheinungen seien: in den letzten Wir Arbeiter mit unserem gewöhnlichen Arbeiter- 10 Jahren sind zusammen nur 14 Streits vorgekommen. Im Intereffe des Kapitaliſten, der diesen Lohn zahlt, verstand fragen uns aber: sind die Menschen für die Glückliches Ungarn, wo die Arbeiter noch so stillzufrieden liegt es, daß derselbe so klein als möglich sei, während Industrie da und sollen sie ihr zu Liebe zu Grunde gehen, bei Ueberstunden- und Sonntags- und Nachtarbeit sind! es im Interesse des Arbeiters liegt, daß der Lohn so groß oder ist die Industrie für die Menschen da, um ihnen ein als möglich ist. Der Kapitalist, der heutzutage die Welt menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen? Im heutigen beherrscht, der alle Mittel in den Händen hat, der hat Staate scheint das Erstere der Fall zu sein, denn Industrie auch die Mittel, um den Arbeitslohn auf jener Stufe zu ist heute nur ein Wort für das Interesse des Kapitals. bietet in der Gegenwart die nordische Literatur. erhalten, respektive ihn auf jene Stufe herunter zu drücken, Nicht um menschliche Bedürfnisse zu befriedigen, wird die seinem Geldinteresse am besten entspricht. Merkwürdig mannhafte Gestalten " Industrie betrieben, sondern um unbezahlte Arbeit großer, Ueber einen der jüngsten Vertreter derselben, Arne Eines dieser Mittel ist die Verwandlung des barbender Arbeitermassen in wenigen Händen anzusammeln. Garborg, leſen wir in der„ Boſſ. Zig.": Zeitlohns in Stücklohn. Es ist dies nur eine Form Mit der Verwirklichung der Ziele des arbeitenden Volkes In der Einsamkeit des norwegischen Hochgebirges veränderung bei der Berechnung des Arbeitslohnes und wird die Industrie für die Menschen da sein und das wohnt nun seit zwei Wintern und zwei Sommern einer doch ist diese Formveränderung von größerer Wichtigkeit, Umgekehrte wird man als eine Barbarei betrachten, von der kecksten und federkräftigsten Geister Norwegens, der Volt sich sie hat gefallen lassen. der man sich nur wundern wird, wie lange das arbeitende als viele Arbeiter vielleicht denken. Wir wollen durch ein Beispiel diese Formveränderung tlar machen. Beim Zeitlohn rechnet der Kapitalist folgendermaßen: Der Arbeiter Peter hat 6 Tage gearbeitet, per Tag 12 Stunden, das macht 72 Stunden. Angenommen die Stunde Arbeit wird mit 20 Pf. bezahlt, so bekommt ( Freie Schuhmacherzeitung.) eben in der Hauptstadt berühmt gewordene Dichter, der gutgestellte Staatsrevisor, der nur einer gewissen Geschmeidig= keit, eines klugen gelegentlichen Schweigens sich zu befleißigen gehabt hätte, um im warmen Amt so lange sißen zu Aber er schwieg nicht, der Mann, obgleich er doch alle Die Streiks in den Vereinigten Staaten. bleiben, wie er wollte. Nach Bradstreets" fanden im der Arbeiter einen Betrag von 14,40 Mark ausbezahlt. Staaten 670 Streits und Sperren( lockouts) statt, an denen einige Begriffe davon hatte, was Armuth und Einsamkeit Beim Stücklohn rechnet der Kapitalist anders und zwar folgendermaßen: Der Arbeiter Kunz hat zu Ende der Woche vier Paar Schuhe geliefert, der Arbeitslohn vom Paar beträgt 33/4 Mark, zusammen 15 Mark. 211 841 Arbeiter betheiligt waren, gegen 884 mit 345 854 Be= theiligten im Jahre 1887, und 350 mit 448 000 Betheiligten im Jahre 1886. " Kaninchen"( die einflußreichen Pietisten) im Lande und die ganze anständige Gesellschaft mit einer Gründlichkeit, als ob der Schlaf seiner Nächte davon abhinge, er zählte Man sieht dieser Formveränderung auf den ersten Jahre beinahe doppelt so groß war, wie im Jahre 1886, war die schrieb ein„ unfittliches" Buch„ Männer", das man als Während also die Zahl der Streifs und Sperren im vorigen fich offen mit zur berüchtigten Christiania- Bohême" und Augenblick nicht an, daß sie dem Kapitalisten sehr viele Vortheile und dem Arbeiter sehr viele Nachtheile bringt. Bahl der daran betheiligten Arbeiter weniger als halb so groß. Die Fluthhöhe der Streits war im Jahre 1887( mit nicht und ihn freundlich desselben enthob. eine Aeußerung des Ueberdrusses mit seinem Amt auffaßte Der Kapitalist, der nur das Interesse seines Geldes im weniger als 884 Streits) wahrzunehmen; im vorigen Jahre war Auge hat, der entschließt sich nicht zu dieser Formver- fie bereits bedeutend gefallen. Da brach der Mann alle Brücken, auch die der änderung aus Liebe zum Arbeiter, sondern aus Liebe zu seinem Gelde. Der Stücklohn setzt den Kapitaliſten in die den Baugewerken am zahlreichsten, nämlich 122. Im Eisen- Landes einem produktiven Geiste zu geben vermag, und Wie schon seit Jahren waren auch im vorigen die Streiks in literarischen Befruchtung, hinter sich ab, verzichtete auf all die zahllosen Anregungen, welche die Zentralstätte eines Lage, aus dem Arbeiter mehr unbezahlte Arbeit bahndienst kamen 52, im Eisen- und Stahlgewerbe 60 vor. Hinherauszupressen, als er während der Arbeiter beim Zeitlohn nichts verlor, wenn nämlich: Eisen- und Stahlarbeiter 69 833, Stohlengräber 37 421, es beim Zeitlohn tönnte, denn sichtlich der Zahl der Betheiligten war die Reihenfolge umgekehrt, 30g in die Einöde. er 1/4 oder 1/2 Stunde lässig war und der Kapitaliſt den Arbeiter überwachen mußte, daß er diese 1/4 oder 1/2 Stunde nicht vergeude, ist beim Stücklohn der Arbeiter selbst interesfirt, daß ihm kein Stückchen Zeit verloren gebe: Arbeiter betheiligt, an den mißlungenen mur 104 924. Es ergiebt einander und vertrat beherzt in Liebes- und KinderVerlust, er spannt somit seine Kräfte auf das äußerste an, nationalen statistischen Bureaus hervorgeht: ungefähr die Hälfte denn jede Minute Zeit, die er verliert, ist sein eigener sich somit ungefähr derselbe Schluß, welcher aus den Berichten des angelegenheiten das Recht der Natur. um nur so viel zu erzeugen als möglich, und glaubt dadurch mehr zu verdienen. Eisenbahnbedienstete 10 078, Bauhandwerker 15 251. Von den 679 Streits im vorigen Jahre waren 255 erfolgreich und 419 schlugen fehl. Allein an den erfolgreichen waren 106 072 und 419 schlugen fehl. Allein an den erfolgreichen 106 der Streikenden gewinnt. Aber wenn er nach jahrelanger angeſtrengter Arbeit Aus dem Bericht der ungarischen Fabrikseine Bilanz macht, so wird er gewahr, daß er trotzdem inspektion für 1888 nichts mehr für sich und die Seinen herausgeschlagen, als damals aufregenden Sittlichkeitsdiskussionen in einer Reihe Gleichzeitig setzte er sich in Anlaß der ganz Skandinavien Artikel über freie Liebe, Ehe, Scheidung und Malthusianis= mus mit sich selbst und seinen lieben Landsleuten ausvolles Genüge leisten, lieben so lang wir jung sind, gebt Sein Grundgedanke ist: laßt uns dem vollen Menschen Mann und Weib eine andere Stellung und Erziehung, dann wird die Möglichkeit dazu sich auch schon finden. So wie bisher mit auswandernden Männern und fizenbleibenden Mädchen kann es doch nicht weiter gehen. Und er that, was er konnte, nahm sich eine Frau ohne ökonomische Basis und gab das Beispiel eines Ansiedler= lebens im Hochgebirge. Schnitzel. Es muß zur Ehre des menschlichen Geschlechts anerkannt werden, daß Verfolgungssucht und Märtyrerthum nie verfehlen, die Zahl der Vertheidiger der zum Märtyrerthum getriebenen Jdee, der geächteten Idee zu vermehren; das ist der ewige Nuhm des * * Emil Castelar. zu deren nackter Lebenserhaltung nothwendig ist, und daß ist folgendes hervorzuheben: er durch Ueber anstrengung seiner Kräfte sein Leben Die Arbeitszeit schwankt zwischen 8-1312 Stunde um so und so viel Jahre verkürzt hat. Wer dabei in den verschiedenen Gewerken. Die kürzeste Arbeitszeit, profitirt hat, ist der Kapitalist. nämlich 8-10 Stunden, finden wir in den Tabakfabriken; Man könnte vielleicht einwenden, daß der Arbeiter die längste, d. h. 12-15 Stunden, in den Glasfabriken. beim Stücklohn desto mehr verdient, je mehr Waare er Durchaus unregelmäßig ist die Arbeitszeit in den landerzeugt; das scheint aber nur so. In Wirklichkeit ist es wirthschaftlichen Spiritusbrennereien, sowie in den Seidenanders, denn auch beim Stücklohn wird der Preis der spinnereien. In den Mühlen, Papierfabriken, Hochöfen, Arbeit nicht durch die Menge des fertig geschafften Arbeits- Gießereien, Ziegel- und Porzellanbrennereien wird mit produktes bestimmt, sondern der Stücklohn wird nach der 12stündigen Wechselschichten gearbeitet jeder Arbeiter Menschengeschlechtes und der ewige Nachhall seiner Geschichte. Zeit berechnet, die der Arbeiter erfahrungsgemäß braucht. hat in der einen Woche Tag-, in der anderen Nachtschicht. In allen Fabriken wird der Stücklohn herabgefeßt, wenn Beim Wechsel kommt es vor, daß Arbeiter ohne Unteretwa ein Artikel, der, so lange er neu war, längere brechung 18-24 Stunden arbeiten! Arbeitszeit bedurfte, später, wenn die Leute eingearbeitet In den inspizirten Anstalten( 938 mit 72 311 gelernten find, für sie mehr abwerfen würde. Ueberall heißt es Arbeitern, 2646 Lehrlingen, 15 001 Tagelöhnern auch beim Stücklohn: mehr als so und so viel dürfen 1/3 Frauen, 9,7 Prozent jugendliche Arbeiter unter die Arbeiter nicht verdienen. Aber der Stücklohn bietet 16 Jahren) fand man folgende Arbeitszeiten: dem Kapitalisten noch mehr. Er bietet ihm die Möglichkeit, nicht nur die physische, sondern auch die geistige Arbeitskraft, die Nerven seiner Lohnfklaven aufs äußerste anzuspannen. Er unterwirft die Qualität und Intensität der Arbeit einer besonderen Ausbeutung, welche durch Lohnabzüge regulirt wird. Er jagt den Arbeiter in jene tolle Hezjagd nach mehr Lohn hinein, die nie ihr Ziel erreicht, da der Stückpreis herabgesezt wird, sobald der Arbeiter wirklich mehr verdient. Was einzig| 11 8stündige Arbeitszeit in 4 Fabriken, also 0,4 Prozent, 9 25 " " " 10 157 " " " " H 2,6 16,7 " " 10% 117 " " " H 12,5 157 " " " " 16,7 1112 66 " H " 7,1 231 " N " 24,5 121/2 13 7 " " " " 0,7 30 3,2 " " " " 131/2 8 " " " 0,8 Unbestimmte Arbeitszeit 136 14,8 12 In welchen Winkel des alten, morschen Baues der gesellschaftbrechen und Mängel, deren Ursache die Ungleichheit iſt. lichen Ordnung unsere Blicke dringen, überall stoßen wir auf VerWeitling. ++ * * Armes Deutschland! Du bist schon so oft in den April ge= schickt worden... Armes Deutschland, selbst Deine wissenschaftliche Ehre will man Dir nehmen. Unterschriften sollen für wissen= schaftliche Beweise, für Vernunftgründe gelten! Doch Du läßt Dich nicht bethören Du weißt, daß nie noch eine Wahrheit mit Deforationen auf die Welt gekommen, nie im Glanze eines Thrones mit Banken und Trompeten, sondern stets im Dunkel der Verborgen heit unter Thränen und Seufzern geboren worden ist. Du weißt, daß nie die Hochgestellten", eben weil sie zu hochgestellt sind, daß sets nur die Tiefgestellten von den Wogen der Weltgeschichte ers Ludwig Feuerbach. griffen werden. * * Wir haben bisher eine Aera internationaler Handelsverträge erlebt; wir müssen und werden eine neue Aera erleben, in der auch die Gesetzgebung in der sozialen Frage Gegenstand internationaler Verhandlungen wird. Prof. Schönberg. * * * bis auf die Gegenwart. 2. Gründung eines Wahlvereins zum Verband deutscher Zimmerleute Lokalverband Bers Zweck volksthümlicher Wahlen. Das Referat hatte der Reichstags- lin Ost und Umgegend. Versammlung am Sonntag, den 31. d. M., abgeordnete August Kühn- Langenbielau übernommen. Es wurde Vormittags 10 Uhr, Gr. Frankfurterstr. 72/73. Die Lage der mit stürmischem Beifall belohnt. Darauf wurde die Gründung des Arbeiter und ihre Organisation. Ref. Herr Thierbach. Anträge. Wahlvereins vorgenommen; als provisorischer Vorstand wurden geAllgemeine Kranken- und Sterbekasse der MetallCassagnac hat in der Autorité" ein prächtiges, ächt dichte- wählt: Krandt 1. Vorsitzender, Bennewiß 2. Vorsitzender, Keller arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 1. Sonnrisches Wort gegen die Knechtschaft der Börsenfürsten gesprochen: 1. Saffirer, Hilse 2. Kassirer, Nixdorf als Schriftführer. Die vom abend, den 30. März, Abends 8½ Uhr, Lichterfelderstr. 7( Restau„ Das Volk ist mit gebundenen Füßen und Händen der Finanz- Vorsitzenden vorgelegten Statuten wurden von der Versammlung rant Winter) Außerordentliche Versammlung. Stellungnahme zu aristokratie überliefert. Es ist höriger, wie einst. Statt der einstimmig angenommen. Der Verein führt den Namen: Görlitz der am 21. April zu Hamburg stattfindenden außerordentlichen Geburts- Aristokratie zu gehorchen, gehorcht es den Geldmachern, Laubaner Wahlverein zur Erzielung volksthümlicher Wahlen. Generalversammlung und Aufstellung der Kandidaten. den Börsenspielern, den dickbäuchigen egoistischen und Magdeburg. Zu Montag, den 18. März, war vom Verein Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallgeizigen Geldproken. Dereinst beugte sich das Volk vor den zur Förderung des Volkswohls und volksthümlicher Wahlen eine arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 8. SonnAdlern, heute vor den Geiern." Versammlung nach dem Schloßgarten einberufen, in welcher Herr abend, den 30. d. M., Abends 8 Uhr, bei Gottschalk, Badstr. 22. Kreuzzeitung 27. März. v. Vollmar, unser Kandidat für die nächsten Wahlen, referiren Außerordentliche Versammlung. Kassenbericht. Delegirtenwahl. wollte. Dieselbe wurde jedoch im Voraus verboten. Da das erst Arbeitsnachweis der Albumarbeiter. Gegründet in den letzten Stunden erschienene Verbot nicht besonders bekannt vom Fachverein. Derselbe ist für beide Theile unentgeltlich. gemacht werden konnte, waren trotz des schlechten Wetters wohl an Auch Nichtmitgliedern wird, wenn keine Mitglieder dadurch zurück3000 Menschen erschienen, welche, über das Verbot keineswegs gestellt werden, Arbeit nachgewiesen. Der Arbeitsnachweis befindet freudig erregt, nach der Reichstrone zogen, wo V. anwesend war. sich im Restaurant Ph. Ammer, Ritterstr. 34. Geschäftsstunden Troßdem auch hier die Polizei sehr stark vertreten war, fümmerten Abends von 8-9, Sonntags von 11-12 Uhr. sich die Anwesenden nicht im mindesten darum. Donnernde Hochrufe-Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, Wann sind die nächsten Reichstagswahlen? Eugen Richter antwortet darauf in seiner Freisinnigen Zeitung": Für uns unterliegt es nicht dem mindesten Zweifel, daß die allgemeinen Neuwahlen zum Reichstage schon in diesem Herbst stattfinden werden. Literarisches. begleiteten V., als er das Lokal verließ. Zum folgenden Tag war den 31. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Völkel eine Versammlung nach dem Choreum, Buckau, einberufen, die sehr über das Thema:„ Sind wir Christen?" Gäfte, Damen und Herren, gut( von etwa 1500 Personen) besucht war. Die Tagesordnung sehr willkommen. war: Die sozialen Bestrebungen der Regierung und die der Arbeiter. Alle sachlichen Gründe sprechen dafür, die Neuwahlen Vollmar führte in seinem einstündigen Vortrage etwa folgendes nicht erst nach Ablauf der dreijährigen Wahlperiode, also aus: Ueber die wahren Aufgaben des Staates sind die Ansichten sehr verschieden, von bürgerlicher Seite behauptet man sogar, der Ende Februar 1890 stattfinden zu lassen. Im letzteren Staat habe nur für Fernhaltung von Mord, Diebstahl u. s. w. zu Soeben ist erschienen das 16. und 17. Heft von der Falle würde der Wahltermin mitten in diejenige Jahres- sorgen, man erkenne ihm also eine bloße Nachtwächterrolle zu. Französischen Revolution". Volksthümliche Darstellung der zeit hineinfallen, welche für die parlamentarischen Ver- Wir, bemerkt der Referent weiter, betrachten die Arbeit als die Ereignisse und Zustände in Frankreich von 1789-1804. Von handlungen die geeignetste ist. Nicht nur die Session des Quelle alles Reichthums, alles Fortschrittes, aller Stultur und er- Wilhelm Blos. Mit vielen Porträts und historischen Bildern. handlungen die geeignetste ist. Nicht nur die Session des kennen, daß in der Monopolisirung der gesammten Produktionsmittel( Stuttgart, Diez.) zu beziehen durch alle Spediteure, pro Heft preußischen Abgeordnetenhauses würde dadurch gestört im Besis einer kleinen Minderheit die Ursache von Elend, Noth und 20 Pfennig. werden, auch für die Erledigung der parlamentarischen allen gesellschaftlichen Uebeln liegt. Daher fordern wir vom Staate, Vom ,, Volksfreund", illustrirte Zeitschrift für Unterhaltung. Geschäfte des Reichstags ergeben sich Schwierigkeiten, da daß er vor allem die Förderung des Gemeinwohls sich angelegen und Belehrung mit den Beiblättern Die Kunsthalle" und„ Der weder die Zeit vor dem Wahltermin, noch die Zeit nach sein lasse, auf gefeßlichem Wege Bedingungen schaffe, welche der Hausarzt ist soeben das neueste Heft erschienen und ist der Inhalt Gesammtheit des arbeitenden Volkes die Befriedigung nicht nur wiederum ein sehr reichhaltiger. dem Wahltermin ausreichend erscheint zur ruhigen Ab- aller körperlichen, sondern vor allem auch der geistigen Bedürfnisse Von der ,, Neuen Zeit", Stuttgart, Verlag von J. H. W. wicklung der Aufgaben der betreffenden Reichstagssession, voll und ganz ermöglichen. Diese Verpflichtung, welche man bis Diez, ist soeben das vierte Heft des 7. Jahrganges erschienen. insbesondere für die Feststellung des Reichshaushaltsetats. zur Einführung des Sozialistengeſetzes, von dem man die gänzliche Inhalt: Abhandlungen: Die Klaffengegensäße von 1789. Bur Freilich stellen sich die Kartellbrüder so, als ob sie Bernichtung unser Partei erwartete, nicht anerkannte, begann man hundertjährigen Gedenkfeier der großen Revolution. Von Karl an maßgebender Stelle einzusehen, nachdem trosz Ausnahmegesetz Kautsky.( Schluß.)- Der Kampf um die Getreidezölle. selbst nicht an Reichstagswahlen im nächsten Herbst die Sozialdemokratie an Tiefe und Bedeutung gewann, ihre Ideen, Die Lohnsflaverei der amerikanischen Kinder. Von Florence Kelley glaubten. Diese Taktik ist aber allzudurchsichtig. Man ihre Lehren in immer weitere Streise des Volkes drangen. Lediglich Wischnewetzky. Bau und Entstehung der Kettengebirge. Von möchte die Oppositionsparteien verhindern, rechtzeitig Vor- die Furcht vor der Sozialdemokratie habe die Regierung veranlaßt, Dr. Chr. Tarmuzzer.- Literarische Rundschau.- Notizen. bereitungen zu treffen. Die Herren selbst haben für sich Bismard zugestehen mußte, der erklärte, daß ohne Sozialdemokratie Kranken-, Unfall-, Altersversicherung einzurichten, was sogar Fürst längere Vorbereitungen weniger nöthig. Sie rechnen auf das bischen Sozialpolitik überhaupt nicht wäre. Alle von der Reden Einfluß der Behörden und sind schon im Besize der gierung getriebene Sozialpolitik sei jedoch nicht den 100 sten Theil Mehrheit der Mandate. des von der Arbeiterpartei im Jahre 1886 eingebrachten ArbeiterAnders bei den Oppositionsparteien. Sie haben alle schutzgesetzes werth. Lang anhaltender Beifall wurde dem Redner am Schlusse seines Vortrages zu Theil. Auf eine eingegangene Ursache, schon das nächste Quartal für die Vor- Resolution, in welcher die Verlegung des Wahltages auf einen bereitung der Reichstagswahlen voll und ganz vollständig freien Sonntag, sowie die Wahlberechtigung vom 20. Jahre auszunuzen. ab gefordert wird, bemerkt V., daß der jezige Reichstag alle politischen Rechte der Arbeiter eher einschränken als erweitern werde, die angeregte Forderung also vorläufig nicht die mindeste Aussicht auf Erfolg habe. Nachdem noch folgende Resolution: Die heute im Choreum tagende Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen ihres Referenten einverstanden und verpflichtet sich, mit allen ihr gefeßlich zu Gebote stehenden Mitteln für die Wahl desselben einzutreten, einstimmig angenommen, ward die Versammlung unter lebhaften Hochrufen auf Herrn v. Vollmar um 212 Uhr geschlossen. Gewerkschaftliches, Vereine. Zur Frage der internationalen Fabrik gesetzgebung bemerkt der„ Schweizerische Sozialdemokrat" etwas pessimistisch: Wir können an eine Verständigung unter den Regierungen, wie sie gewünscht wird, troß den soeben gemeldeten günstigen Aeußerungen ausländischer Blätter, leider nicht glauben.. Die streikenden Berliner Weißgerber wenden sich Jedenfalls müßte eine gegenseitige leberwachung der in einem Aufruf um Hilfe an die Arbeiter Deutschlands. Ausführung stattfinden, welche für uns natürlich viel Wir müssen wegen Raummangels auf die Wiedergabe schwieriger und unangenehmer wäre als für die großen verzichten, und bemerken daher heute nur, daß jede Nachbarn. Sollte aber ein internationales Arbeitsamt weitere Auskunft ertheilt: Ernst Rau, Berlin, PrinzenAllee 62-63. errichtet werden, dann dürfte dasselbe in kapitalistischen Händen nur ein Organ der internationalen Arbeiterausbeutung und ein Hinderniß des nationalen Fortschrittes in der Arbeiterfrage werden. Man mag sich eben drehen und wenden wie man will, man kommt an der Sozialdemokratie nicht vorbei, nicht am Sozialismus und nicht an der Demokratie. Gines freilich gewinnt man durch alle solche Schritte: nämlich Zeit. Die Arbeiter werden getröstet und vertröstet und am Bändel behalten. Große öffentliche Versammlung der Schlosser und Berufsgenossen, Sonnabend, den 30. d. M., Abends 9 Uhr, im Lokale Altes Schüßenhaus, Linienstr. 5. Wie stellen wir uns zur diesjährigen Lohnbewegung. Ref. Herr C. Baake. An die Drechsler Berlins. Nächste öffentliche Versammlung am Dienstag, den 9. April, Abends 8 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48 a., zur Entscheidung, ob in eine Lohnbewegung eingetreten werden soll. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Verein zur Wahrung der Interessen der KlavierFür die Arbeiterschutzkommission des Reichstages ist arbeiter und verw. Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den Sozialdemokraten, die wegen ihrer geringen Zahl keinen den 1. April, Abends 8/2 Uhr, Kommandantenstr. Nr. 77-79 ,, Anspruch" haben, von der nationalliberalen Fraktion ein Siß( Gratweil'sche Bierhallen). abgetreten worden. Fachverein der Buchbinder und verwandten Görlitz. Am Donnerstag, den 21. März, fand im Saale zur Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 1. April, Stadt Prag eine öffentliche Volksversammlung statt mit der Tages- Abends 82 Uhr im Vereinslokal, Louisenstädtisches Klubhaus, ordnung: 1. Entwicklung der sozialen Bewegung vom Alterthum Annenstr. 16, I. Möbel, Spiegel- u. Volterwaaren- Magazin , von Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Die von Mitgliedern des Fachvereins gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt sich einem geehrten Publikum zur Anfertigung von Herren- Garderoben jeder Art. Reichliche Auswahl in- und ausländischer Stoffe. Neelle Bedienung, guten Sib, solide Preise garantirt der Vorstand. Gleichzeitig machen wir auf unser reichhaltiges Lager: Frühjahr- und Sommerpaletots, aufmerksam. Um zu räumen herabgesezte Preise! Die feit 1873 bestehende Hutfabrik von A. Schlegel befindet sich vom 3. April ab Brunnenstr. 33, eine Treppe, kein Laden. Verkauf von Filz- und Seidenhüten zu außer= ordentlich billigen Preisen. 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Einen eingehenden Bericht über den Maurerkongres bringen wir in nächster Nummer. Berliner Urbeiterbibliothek. Wir machten schon früher bekannt, daß dieses Unternehmen feinerlei privaten Interessen dienen soll, sondern jeder etwaige Ueberschuß nur zur Erweiterung und Vervollständigung unseres Planes. Folgende bekannte Genossen waren so freundlich, die Kontrolle darüber zu übernehmen: Buchdrucker Wilhelm Werner, Manteuffelstr. 71. Nähmaschinenhändler Emil Franke, Saarbrückerstr. 6. Schuhmacher J. Süßmayr, Steglitzerstr. 26. Es liegen nunmehr Heft 1-3 vor. Heft 1: Ein sozialistischer Roman.( Zweite Auflage.) Heft 2: Die Gewerkschaften u. die Arbeiterbewegung... Heft 3: Arbeiterinnen- und Frauenfrage. Recht zahlreichen Aufträgen entgegensehend Der Verlag der Berliner Volks- Tribüne." Berlin S. O., Oranienstr. 23. Gold- und Silberwaaren zu Fabrikpreisen. A.S Grosse Auswahl goldener Ketten, Armbänder, Krenze, Medaillons, Broches und Ohrringe, sowie in Golddoublé und Silber. 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