IS erlittet Social-Politisches Wochenblatt. M 22. Sonnabend, den 1. Juni 1889. III. Jahrgang. Die nächsten Reichstagswahlen.— Jndiffe- rente Arbeiterschichten.— Künstliche Unter- konsumtion.— Das Ende einer Welt von Drumont. XII.— Der belgische Spihelprozest. Novelle von Otto Walster. I.— Der Kampf um s Dasein.— Verbrechen und Geistesstörung. III.— Der moderne Eisenbau.— Fabrikgesetzgebung in Holland.— Aus Baden. — Ein Nachruf. Berliner Arbeiterbibliothek. Soeben erschien Heft 4: Der Sozialismus in Frankreich seit der Pariser Kommune. Von Ossip Zetkin-Paris f. 48 Seiten Preis 20 Pfg. Zu beziehen durch die bekannten Kolporteure, sowie durch die Expedition dieses Blattes. Arbeiter und Parteigenossen! Tretet eifrig für die weitere Verbreitung dieses Blattes ein. In Berlin abonnirt man am besten bei den Spedi- teuren, welche zugleich die Tageszeitungen bringen. Agitationsnummern für Bereine, Vcrfamm- lungen u. f. w. nach auswärts und in Berlin jederzeit gratis durch unsere Expedition zu beziehen. Der Verlag der„Berliner Volkstribüne". ___ Berlin S.<)., Oranieüstr. 23. Mann wexdew die nächsten Reichstagswahlen stattfinden? T: auf diese Frage giebt die„Freis. Ztg." des Abg. Richter folgende Antwort: Die Wahlperiode läuft am 21. Februar 1890 ab, au einem Termin, der gerade in die Mitte der für parla- mentarische Geschäfte geeigneten Jahreszeit fällt. Die Aufgaben der nächsten Session mit dem alten Reichstag zum Abschluß zu bringen, ist ebenso schwierig, als die Aufgaben der Session, insbesondere die Feststellung des Reichshaushaltseiats, vor dem 1. April, mit dem erst im Februar neu gewählten Reichstag zu erledigen. Uns erscheint daher nach wie vor als das Wahr- scheinlichere die Vornahme der Reichstagswahlcn noch in .diesem Herbst d. h. zu der für Wahlen gewöhnlichen Zeit, im Oktober. Allerdings lasien sich bis dahin nicht wettschichtige Verhandlungen über eine„Novelle des Straf- gesetzbuchs" und eine„Uebertragung des Sozialisten- gesetzes in das gemeine Recht" beendigen. Aber neuerlich scheinen die Nationalliberalen es damit weniger eilig zu haben, als noch vor einigen Monaten, und da das So- zialistengesetz erst mit dem Herbst 1890 abläuft, so liegt ein zwingender Grund, schon vor den Neuwahlen Reichs- tagsbeschlüsse darüber zu erzielen, nicht vor. Freilich liegt es nicht im Jnteresie der Kartellparteien, wenn der Wahltermin lange vor dem Beginn der amt- lichen Wahlvorbereitungen bekannt wird. Aber eben darum darf sich die Opposition nicht überrumpeln lassen. Wir hoffen, die Gegner werden uns gerüstet finden, und was hier und da noch an der Rüstung fehlt, kann auch noch in den nächsten Wochen, im Juni, vor Beginn des Hochsommers nachgeholt werden. Indifferente Arbeiter schichten. (Betrachtungen eines Sozialdemokraten aus Anlaß der deutschen Streikbewegung.) □ Die heutige fehlerhafte Wirthschaftsweise mit den schweren Leiden, welche sie über alle diejenigen bringt, welche nicht durch ihren Kapitalbesitz über die Sorgen des Lebens erhaben sind, hat es bewirkt, daß ein großer �"1 der Besitzlosen erwacht ist, die Fehler der bestehen- den Verhältnisse erkannt hat und auf ihre Abänderung hindrängt. Die proletarische Arbeiterbewegung ist ent- standen und eine Macht geworden, mit welcher auch die Mächtigsten rechnen müssen, die widerwillig und zögernd bald hier bald da wenigstens den Schein annehmen müssen, als ob sie die Forderungen der Arbeiter befriedigen wollen. Es ist auch jedem Kundigen klar, daß die Proletarier- bcwegung von diesen Beschwichtigungsmitte ln nicht aufgehalten, eingeschläfert oder eingeschränkt wird, daß sie ständig und fortwährend erstarkt und immer weitere Kreise ergreift, daß sie mächtiger wird und deshalb die Be- sitzenden zu immer größerer Rücksichtnahme drängt. Was ihnen gestern noch als eine„Krönung" des Gebäudes ihrer Scheinrcformen dünkte, wobei sie stehen bleiben könnten, das erscheint ihnen heute schon selbst als durchaus nicht mehr genügend. Sie bereiten sich schon auf weiteres Nachgeben vor, das die Arbeiter aber ebenso wenig befriedigen wird, bis man sich, durch die Noch und die Verhältnisse getrieben, unter dem Drucke des Volks- willens wird beugen müssen, bis man an wirkliche ernste Reformen in Staat und Gesellschaft wird heran- treten müssen. Wenn man diese mächtig anwachsende Arbeiterbe- wegung aber genauer betrachtet, so findet man den An- fangs ziemlich befremdlichen Umstand, daß nicht alle Gruppen der Arbeiter v i. ihr gleichmäßiger- regt werden, sondern daß nack Berussklassen sich be- stimmte Kreise ausscheiden lassen, die mehr als andere Berussklassen der Bewegung'theiln ahmlo s entgegen- stehen. Wir bemerken auch sehr bald, daß es nicht die bessere Lage ist, in der die Indifferenten sich befinden, die sie von der Arbeiterbewegung fern hält. Im Gegen- theil, manche der fernstehenden Schichten fühlen die Roth der Zeit schwerer noch als die meisten der in Bewegung befindlichen Gruppen. Es müssen also wohl tiefer liegende Ursachen sein, die dieses Zurückhalten verursachen. Wir kommen auch nicht ganz damit aus, wenn wir im Allgemeinen vom„Unverstand" der Massen reden. Dieser Unverstand, diese geistige Trägheit und stumpfe Gleichgültigkeit, sie sind freilich zum Theil Kinder der Roth und der Knechtschaft, unter welchen ein großer Theil der Arbeiterschaft so lange gelitten hat und unter welchen er noch heut leidet. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß die träge Theilnahmlosigkeit des größten Theiles der ländlichen Arbciterbev ölkerung auf diese durch Druck und Roth erzeugte geistige Stumpfheit zurückzuführen ist, die erst sehr allmählich der geistigen Erkenntniß weichen wird. Bei anderen Arbeitergruppcn, die sich fast ebenso stark von der Bcwegung fern halten, trifft aber dieses nicht zu. Six stehen im allgemeinen nicht schlechter als die besten in der Bewegung befindlichen Gruppen und man muß schon genauer hinsehen, wenn man den Grund ihres zögernden Verhaltens kennen lernen will. ** * Wenn wir die Fernstehenden prüfen, so finden wir bald, daß sie sich in zwei ziemlich strenge geschiedene und deutlich erkennbare Klassen theilen lassen: Die eine Klasse stößt sich an dem proletarischen Ursprung der Arbeiterbewegung, weil man sich in dem anerzogenen Glauben gefällt, man wäre etwas ganz anderes, viel besseres als ein„Handwerker" oder gar als ein„gewöhnlicher Arbeiter." Die andere Klasse will nichts besseres sein, als die übrigen Arbeiter, aber die Besonderheiten des Be- rufes, die Umstände, unter welchen diese Arbeiter auf- wachsen und leben, trennen sie von der größeren Masse der Arbeiter, geben ihrem Denken und Fühlen eine eigene Richtung, welche die Verständigung, das Zusammenwirken mit den anderen Arbeitern sehr erschwert. Wir wollen ganz kurz die erstere Klasse charakteri- siren, um dann der anderen eine etwas ausführlichere Betrachtung zu widmen. *** Da fallen uns zuerst die Arbeiter der kaufmännischen Komtoirs, die Schreibgehilfen, die Ladendiener in den Geschäften ins Auge, diese Arbeiter, die sich„junge Kaufleute" nennen. Sie kämpfen seit lange mit all den Leuten, die auch die übrigen Arbeiter drücken. Ihre Bezahlung erreicht in der Regel kaum den Verdienst eines mittleren Handwerkers, ihre Arbeitskraft wird in der rücksichtslosesten Art durch willkürlich lange Arbeitszeit ausgebeutet. Man hat da für diese Ausbeutung ein schönes Schlagwort erfunden. Man sagt, der kaufmännische Arbeiter muß„Geschäftsinteresse" zeigen, d. h. er darf mit der Hergabe seiner Arbeitskraft nicht kargen, wie sehr auch sein Arbeitgeber ihm gegenüber mit dem Lohne kargt. Es muß ihm eine Freude sein, wenn der Herr Chef sehr viel Geld erspart oder verdient durch die übermäßige An- spannung der Angestellten, ohne auf irgend eine Gegen- leistung außer dem kärglich festgesetzten Lohne dafür zu rechnen. Der Prinzipal ist natürlich nicht verpflichtet, „Arbeiterinteresse" zu zeigen. Er würde es sehr sonderbar finden, wenn einer seiner Komtoirsklaven an ihn heran- treten, um unter Berufung auf das nothwendige Arbeiter- interesse eine Extraleistung zu verlangen; er erlaubt sich aber unter dem Vorgeben, das„Geschäftsinteresse" verlangt es, von der Waare, die seine Arbeiter ihm bieten, von ihrer Arbeitskraft, so viel zu nehmen, als ihm in jedem Augenblick nöthig ist, und die Arbeiter müssen sich fügen. Ihnen fehlt jede Fähigkeit zu gemeinsamem Widerstande, das Ueberangebot an Kräften und der Mangel an jedem Zusammenhalt macht sie widerstandslos. Da schuften und knechten dann die armen Teufel oft ganze Nächte hindurch aus„Geschäftsinteresse" mit dem erhebenden Bewußtsein, daß ihr„Herr" in der Zeit viele tausende verdient. Besten Falls erhalten sie schließlich ein recht mageres Trinkgeld zugeworfen, oft auch das nicht einmal. Sie leiden Noth, wie die anderen Arbeiter, sie werden be- schästigungslos auf die Straße geworfen und müssen in den Arbeiterkolonien in größererZahl ihre Zuflucht nehmen. Dann kommen sie freilich zur Einsicht. So lange sie aber mit 75 Mark und weniger Monatsgage mit blankem Zylinder auf dem fettglänzenden, wohlfrisirten Haupte umherstolzieren, halten sie sich für etwas viel besseres, als den Handwerksgesellen, der in seinem schmutzigen Arbeits- anzuge mit ihnen dieselbe Straße geht. Sie würden sich schämen, sich an dessen„sozialdemokratischen" Bestre- bungen zu betheiligen. Alle Versuche, den Unverstand in diesen Kreisen zu brechen, sind bis heut nur von ganz geringem Erfolg begleitet gewesen, der anerzogene Dünkel ist ei» mächtiges Hinderniß. Daß es mit dem Stande der kleinen Beamten etwa ähnlich aussieht, daß auch da das„Sichbesserdünken" als andere Arbeiter, trotz dergleichen, sehr schlechten Lage die Bcwegung hindert, ist bekannte Thatsachc. Den Vorigen gegenüber hat diese Gruppe aber doch noch die etwas größere Sicherheit der Existenz voraus, wenn sie auch noch so kümmerlich ist. Das ist bei dem Schwanken und Wanken unserer heutigen wirthschastlichcn Verhältnisse immerhin ein Vorzug, der Viele zum Stillehalten in Druck und Elend bewegen kann. Noch eine andere, sehr bemerkbare Gruppe dieser Klasse wollen wir zeigen. Es sind dies Handwerker, deren Arbeiten eine gewisse äußere Aehnlichkeit mit den Schöpfungen von Künstlern haben. In der Lehrzeit werden sie zum Theil in Kunstschulen für ihr Handwerk vorbereitet, in welchen wirkliche Künstler Lehrer sind. Einer oder der Andere von ihnen, der die dazu er- forderlichen, aber natürlicherweise recht seltenen Anlagen besitzt, wird auf diesem Wege auch zuweilen wirklich ein Künstler, alle aber, oder doch der größeste Theil eignet sich die künstlerischen Aeußerlichkeiten und Fehler an, wird dünkelhaft, unkameradschaftlich, eifersüchtig auf besseres Können, neidisch auf ein glücklicheres Gelingen, hochmüthig gegen die etwas weniger befähigten Mitarbeiter. Man sondert sich von den Arbeitern ab, weil man auch glaubt, etwas Besseres zu sein, wird aber von den Künst- lern nicht anerkannt, und führt so, der Zerissenheit und Zusammenhangslosigkeit wegenj in den Verdienstverhältnisien sehr herabgedrückt, ein elendes Dasein, ohne Hoffnung, sich aus dem Sumpfe erheben zu können. Die Versuche, Bildhauer, Feinmechaniker und andere Berufszweige zu organisiren, werden in der Regel an diesem Dünkel die er erzürnt glaubt, wenn sie nicht helfen, auf deren Eines ist nöthig: daß wir alle, die wir die Ziele der zu schanden werden. Guthaben er jeden ihm zustoßenden Glücksfall schreibt. Wiedergeburt unserer gesellschaftlichen Zustände vertreten, Die Leser, die mit der Arbeiterbewegung vertraut Es darf also nicht Wunder nehmen, wenn die Bergleute uns bereit halten, im Falle sich der Boden in den Bergfind, werden leicht diese Gruppen, die der Dünkel der in der Regel stark zeremoniengläubige Kirchenbesucher find, revieren durch die Ereignisse wirklich günstig gestalten Arbeiterbewegung fern hält, noch vermehren können. Wir die sich von einer schlauen Priesterschaft leicht beherrschen sollte, sofort mit Muth und Umsicht, unerschrocken und wollen es bei den angeführten Beispielen bewenden lassen. lassen. Das sind alles Absonderungsgründe, die die Berg- gefeßlich das Ackergeräth zu ergreifen und die Saat des. Wir wissen, daß auch in diese Kreise hinein die Wahrheit arbeiter von der übrigen Arbeiterschaft trennen können. Heiles der Arbeit auszustreuen- beginnen, damit die Berufsihren Weg zu finden beginnt, daß manche dieser Berufs- Die Scheidung ist im Allgemeinen nicht leicht zu gruppe der Bergleute, aus ihrem Indifferentismus erweckt, angehörigen schon redlich an der Aufklärung ihrer Kollegen überbrücken. Einer Agitation durch Angehörige anderer zu einem nüßlichen Glied der Arbeiterbewegung gemacht arbeiten, daß ihre Bemühungen und der Zwang der Berufsklassen sind Bergleute wie Seeleute nicht leicht zu- wird. immer schlimmer werdenden Verhältnisse auch hier in nicht gänglich. Sie verstehen einen Redner, eine Schrift nicht, zu ferne Zeit, diese Proletarier an ihren Platz zu den die nicht ganz auf ihren Jdeenkreis eingehen können, die werden. übrigen Proletariern führen werden. * * Wir wenden uns nun also zu der Klasse der Arbeiterbewegung fernstehender Berufsgruppen, bei welchen die Ursache des Fernbleibens hauptsächlich in der Art des Berufes liegt. Wir wollen besonders die Stellung der Bergleute uns klar machen, weil deren Verhalten in lezter Zeit die Augen auf sie gelenkt und ihnen das Interesse aller dennicht aus ihrer unmittelbaren Lebenserfahrung heraus Bild und Gleichniß nehmen können. Wer zu ihnen mit Erfolg sprechen will, muß bei den Seeleuten das Seemannsleben, bei den Bergleuten den Dienst unter Tage" verstehen und daran anknüpfen können. Einen anderen wird man in solchen Kreisen nicht leicht anhören, oder ihm doch kein Vertrauen entgegenbringen. * * * Das ist unsere Pflicht, die wir nicht versäumen Die künstliche Unterkonsumtion in der heutigen Gesellschaft. fittlicher und geistiger Verzückung, sobald die Rede auf O Die Bourgeoisökonomie geräth in eine Art von das Kapitel des Erports kommt. Der Export von Produkten ist für diese Wissenschaft von des Kapitals Gnaden eine der großen Pulsadern des gesellschaftlichen Körpers, nach der Stärke ihres Schlages schließt man auf die Kräftigkeit und Blüthe" des wirth schaftlichen Lebens, auf die Höhe des dreimal gebenedeieten Nationalvermögens". Diese Isolirung der Seeleute und Bergleute gegen kenden Arbeiter zugewendet hat. Mit ihnen zugleich wollen die anderen Arbeiter hat natürlich nicht verhindert, daß wir über die Seeleute verhandeln. So weit diese Be- fie nicht ganz ebeuso wie alle Arbeiter in die Neibschaalen rufe von einander entfernt zu liegen scheinen, so nahe der heutigen Wirthschaftsweise genommen und hier geDa sie ohne Zusammenfind sie doch in ihrem innersten Wesen mit einander ver- stoßen und geschädigt werden. halt leicht auszubeuten waren, so haben sich dem kapitaDer eigentliche Zweck des Exports und dessen Vorwandt, wie wir bald sehen werden. entweder ausseßung: Austausch und Regelung der Produkte derart Die Angehörigen beider Berufsgruppen wachsen in listischen Gesetz entsprechend ihre Löhne der Regel groß unter einer Bevölkerung und in Kreisen, verschlechtert oder wenigstens nicht in der Art gehoben, zu bewirken, daß an einem gegebenen Punkt überflüssige Erzeugnisse nach einer an denselben mangelnden Stelle die hervorragend nur dem Berufe angehören, den das wie die Steigerung des Bedarfs es verlangt. Die Seeleute sehen durch die Einführung größerer, übergeführt werden, kommt natürlich bei den herrschenden Kind später auch ergreifen wird. Wie der Sohn des Seemanns in der Regel wieder Seemann wird, so wird mit Dampf fahrender Schiffe, die mit viel weniger Mann- Produktionsverhältnissen erst in zweiter und dritter Linie auch das Kind des Bergmannes meistens wieder Bergmann. schaften weit größere Lasten als früher befördern, troß in Betracht, oft ist es überhaupt gar nicht vorhanden. Man bleibt von klein auf gegen die anderen Berufsklassen der steten Entwiäelung des Frachtverkehrs ihre Löhne jahr Da die Produkte nicht erzeugt werden, um gebraucht, abgeschlossen und lebt in der Denk- und Anschauungsart jährlich herabsinken. Sie murren, aber fügen sich bis jetzt sondern um mit dem denkbar höchsten Abstand zwischen dem Herstellungs- und Absatpreise verkauft zu werden, der künftigen Berufsgenossen. Man gewöhnt sich so an widerstandslos in ihre Lage. Die Bergleute in Deutschland waren bis jetzt in der- so exportirt man nicht etwa bloß jene Produkte, welche und Leben der anderen Welt nicht kennen, gewöhnt sich selben thatenlosen Gleichgültigkeit befangen. Die Gruben- für den Konsum des Landes überflüssig sind, sondern wohl gar, mit Geringschäßung von anderen Berufen, von besißer und ihre Vertreter konnten Schichtlöhne und diejenigen, welche bei den herrschenden Einkommensa welchen man nichts versteht, zu sprechen. Der Seemann Gedinge nach Belieben verkürzen, allerlei läftige Bedin- verhältnissen nicht gekauft werden können; man spricht mit einer gewissen Verachtung von den Landratten, gungen auflegen. Es verstand sich ganz von selbst, daß importirt dieselben auch nicht etwa dahin, wo sich das kommt er mit ihnen zusammen, so zeigt sich bald, daß er der Bergmann bei schlechter Geschäftslage weniger verdienen Bedürfniß nach ihnen zeigt, sondern dahin, wo man - und Bedürfniß mit ihnen nur wenig gemeinsame Berührungspunkte hat. müsse, damit der Grubenantheils- Besizer in seiner Dividende auf den günstigsten Absaßmarkt hofft Die Landarbeiter, die anfangs dem fremdartigen Manne möglichst wenig geschmälert werde. Sie murrten da kaum, und Absaß sind heute ja zwei ganz verschiedene Dinge. Deutschland versucht z. B. ansehnliche Quantitäter aus Neugierde entgegen kamen, ziehen sich bald von ihm die Masse blieb todt und theilnahmlos, so arg es auch zurück, da die einseitige Art der Auffassung an der neuen kommen mochte. D! es haben uns viele einſichtige Berg- von Baumwollstoffen, Strumpfwaaren 2c. nach Südafrika Bekanntschaft ihnen bald unbequem und langweilig wird. leute geklagt über diese stumpfe Gleichgültigkeit, diese zu exportiren, obgleich eine große Anzahl deutscher Der Seemann verkehrt also nur mit seinen Berufsgenossen, thatenlose und entschließungslose Haltung ihrer Berufs- Reichsangehöriger mit zerrissenen Kleidern, Hemden, ohne auch wenn er Gelegenheit hätte, mit anderen umzugehen. genossen. Viel und oft find solche brave Bergleute an Strümpfe, Müßen 2c. herumgeht, und ohne daß sich Dazu sperrt ihn aber die Ausübung seines Berufes noch uns herangetreten und haben uns ersucht, doch auch bei bisher unter den Kongonegern ein langes und tiefgefühltes mehr von der anderen Welt ab und verengt seinen ihnen einen Versuch zu machen, etwas Leben, die Anfänge Bedürfniß" nach Strümpfen, Handschuhen, Kattunstoffen 2c. Gesichtskreis. einer gewerkschaftlichen Organisation in ihre todten Reihen geltend gemacht hätte. Der Ueberfluß" über die für die eine engbegrenzte Abgeschlossenheit, lernt das Treiben Ganz ähnlich spielt sich das Leben des Bergmannes zu tragen. Wir haben keinen Erfolg davon erwartet, weil Konsumtion im Lande nöthigen Gebrauchsartikel, den die ab. Der Bergbetrieb vereinigt in kleineren Ortschaften, wir die Verhältnisse kennen, weil wir glaubten, daß erst exportirten Produkte darstellen sollen, ist meist ein ebenso. meistens ziemlich entfernt von den Mittelpunkten des äußere Ereignisse den sterilen Boden da aufbrechen müssen, künstlicher, durch die Produktions- und Besitzverhältnisse anderen Verkehrs, eine Bevölkerung, die auch nur von daß erst Noth und bitte Erfahrung die Massen den erzeugter, wie das Bedürfniß nach ihnen an anderen den Interessen dieses einen Berufes berührt wird und Werth des Zusammenhaltens lehren müssen, daß vorher Stellen. wenig Gelegenheit hat, mit anderen Berufsgenossen Fühlung jeder Versuch, hier etwas brauchbares zu schaffen, vergeblich Im allgemeinen stellt sich der erstere vielfach nicht zu nehmen. Man lebt anfangs gezwungen in dem engen sein müsse. Außerdem kennen und schäßen wir die Macht etwa als ein Ueberfluß an Produkten, sondern als ein. Kreise und verliert dann leicht die Fähigkeit, sich in des Kapitals besonders in diesem Berufszweige hinlänglich, Mangel an Kaufkraft heraus, das letztere aber nicht: anderen Kreisen zurecht zu finden. Auch der Bergmann um zu wissen, daß schwache Anfänge einer dem Kapital als ein thatsächliches Bedürfniß nach gewissen Konsum= sieht mit einer gewissen Nichtachtung auf die Angehörigen unbequemen Organisation sofort vernichtet worden wären. artikeln, sondern vielmehr als das Bedürfniß nach einem anderer Berufe, deren Leiden und Freuden, deren Leben Nur wenn von Anfang an große Massen in die Be- Absaßmarkte, welcher den Besitzern der Produktionsmittel und Treiben er nur ganz von ferne kennen lernt und wegung eintreten, wird hier unter harten, fortdauernden erlaubt, den in den Erzeugnissen enthaltenen, den Arbeitern nicht versteht. Da kann sich kein Gemeinsamkeitsgefühl Kämpfen sich eine Organisation der Arbeiter bilden lassen. nicht bezahlten Mehrwerth in Geld umzusetzen. Selbst mit den übrigen Arbeitern ausbilden, man lebt für sich Wir haben es daher bis jetzt vermieden, uns an die verständlich kann es vorkommen, daß die Ueberproduktion Bergarbeiter zu wenden, obgleich dazu manchmal die Ge- einen thatsächlichen Ueberfluß an gewissen Produkten Die örtliche Abgrenzung und die Gewöhnung an legenheit geboten war. erzeugt, so daß deren Menge ihren Konsum an einem uralte Kasseneinrichtungen, die für den Unglücksfall Wird es jetzt anders werden? gegebenen Punkte überhaupt unmöglich macht, aber dieser eine gewisse Fürsorge treffen, fesseln die Bergleute besonders Als bei einem sehr glänzenden Geschäftsbetriebe das thatsächliche Ueberschuß schließt den Unterkonsum, die an ihre Arbeitsstellen. Sie müssen fürchten, im Falle einer Loos der Bergarbeiter nicht erleichtert wurde, als die Unterkaufkraft keineswegs aus. Außerdem kann der Erport. Entlassung ihre Anrechte an die Kassen zu verlieren. Schich tendauer, die man bis ins Unleidliche verlängert, eines bestimmten Produktes zwar einen thatsächlichen Diese Kassen sind daher sehr wohl geeignet, den die Löhne, die man unter dem Vorspiegeln schlechter Ueberschuß nicht über die Kaufkraft, sondern über die Unabhängigkeitssinn zu ertödten, die Arbeiter den Geschäftslage bis zu Hungerlöhnen herabgedrückt hatte, Konsummöglichkeit an einem Orte darstellen, dafür aber Arbeitgebern gegenüber gefügig und wenig widerstands- sich nicht im geringsten besserten, als jeder friedliche Ver- durch einen Unterkonsum anderer Produkte aufgewogent fähig zu machen. Eine künstliche Gliederung, eine such, durch Bitte eine Verbesserung der Lage der Arbeiter werden. allein. Hierarchie unter den Arbeitern selbst, mit einer ganzen herbeizuführen, mit sofortiger Entlassung unter dem er- Die russische Monatsschrift„ Russische Reichthümer" Anzahl von Nang- und Lohnstufen zerstört die Einigkeit schwerenden Umstande, daß sie häufig mit gekennzeichneten bringt ein schlagendes Beispiel dafür, daß der Export der einzelnen Belegschaft, indem sie einen Theil zu Abkehrscheinen" erfolgte, geahndet wurde, da entstand meist nicht einen Ueberschuß an Produkten, sondern einfach Treibern und Ausnußern des anderen Theils aus der lange aufgesummten Entrüstung, aus dem lange einen Unterkonsum darstellt. macht, Reibungen, Eifersüchteleien und Feindschaften großgezogenen Haß, aus all den lange ertragenen Un- In Anschluß an eine Erörterung der gegenwärtig in erzeugt. gerechtigkeiten endlich der diesmalige Ausstand der Berg- Rußland wüthenden ökonomischen Krise wirft der Artikel Dieser lettere Umstand ist auch bei den Seeleuten arbeiter, so groß, so ausgedehnt, wie ihn Deutschland noch die Frage auf: giebt es in Rußland, wie behauptet wird wirksam, wenn auch nicht in der Stärke wie bei den nicht gesehen hat. Er breitete sich lawinenartig aus, weil Ueberproduktion von Getreide oder nicht. Bergleuten. So entbehren denn auch beide Körperschaften er überall dieselben Zustände, denselben Zündstoff fand. Zahlen geben darauf eine in ihrer Nacktheit geradezu einer für den Lohnkampf brauchbaren Organisation in Es kann nicht unsere Aufgabe sein, die Geschichte erschreckende Antwort, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen Deutschland ganz vollständig. Sie leben vereinzelt, keiner dieses spontan( aus sich selbst ohne äußere Einwirkung) übrig läßt. kümmert sich um den andern. Sie glauben genug zu entstandenen Ausstandes hier zu schildern, unseren Lesern Das europäische Rußland enthält zirka 100 Millionen thun, wenn sie die Mitgliedschaft bei den Kassen bewahren, ist der Verlauf aus den Zeitungen bekannt. Desfiatinen Ackerland, die für die Jahre 1883 bis 1886 zu denen sie Beiträge zu zahlen gezwungen sind. Dazu Für uns ist nur die Frage: Sind die Erfahrungen, eine mittlere Jahresernte von 143 641 850 Tschetwert kommen noch Vereinsspielereien mit Fahnen zu allerlei welche die Bergleute heut gemacht haben, tief und ein-( 1 Tschetwert= 10 Bud) Winterkorn und 132 563 237 Aufzügen, wozu die Bergleute in ihrer eigenthümlichen gehend genug, um sie davon zu überzeugen, daß die Ar- Tschetwert Sommerkorn ergaben. Von der Gesammt= Tracht gern als Statisten verwendet werden, um sie von beiter nirgend, gar nirgend anders Hilfe und Unterstüßung, ernte an an Sommer und Winterkorn müssen jährlich ernsterem Streben abzuhalten. Man vermißt sie stets da, Förderung ihrer wahren Interessen finden, als bei der 66 Millionen Tschetwert zur neuen Aussaat verbleiben. wo es sich darum handelt, anderen Arbeitern zu helfen Gemeinsamkeit der Arbeiter selbst? Werden sie stark genug Rußland exportirt pro Jahr durchschnittlich 15 Millionen oder auch für die eigenen Gewerbsgenossen einzutreten. durch die Schläge, die man auf sie herabfallen läßt, auf- Tschetwert Winterkorn und 12 Millionen Tschetwert Hierzu tritt noch eine Hinneigung zum Aberglauben gerüttelt werden, um einzusehen, daß nur im engen An- Sommerkorn. Von der Jahresernte bleibt also für Rußund zum äußeren Zeremoniendienst der Kirchen, welchen schluß an die Arbeiterbewegung sich für sie etwas land zirka 98 Millionen Tschetwert Winterkorn und fie durch den Zufall der Geburt angehören. Auch diese erreichen läßt? Wird wenigstens ein genügend großer 87 Millionen Tschetwert Sommerkorn für den Konsum Neigung erklärt sich durch den Beruf, der sie mit fort Theil von ihnen erwachen und ferner bereit sein mit den zurück. währender Gefahr durch mächtige Naturkräfte bedroht. übrigen deutschen Arbeitern gemeinsam zu gehen? Wird Gelehrte haben nun berechnet, daß ein Erwachsener Furcht ist ja ohne Zweifel der Ursprung aller Religionen. man nun auch von Organisation der Bergarbeiter zur in Rußland jährlich 22 Tschetwert Winterkorn und Der Mensch, der den übermächtigen Naturkräften gegenüber politischen Aufklärung und zum Lohnkampfe etwas hören, 11/2 Tschetwert Sommerkorn verbrauchen müsse, Kindersteht, schwach und ohnmächtig, fühlt einen gewissen Trost oder wird das Ende dieser Aufregung die Fortsetzung des und alte Leute über 60 Jahre die Hälfte des gegebenen Quantums. darin, sich Phantasiegebilde, Götter und Geister zu schaffen, alten stumpfen Schlafes sein? Obgleich die vorstehende Berechnung über die ihm in seiner Ohnmacht beistehen und helfen sollen, Wer kann heut schon diese Fragen beantworten. den nöthigen Kornkonsum schon auf eine durchaus mäßige Annahme geftüßt ist, so nimmt doch der Verfasser ein geschlagen, triumphirte er auf dem Arbeiterkongreß zu beitervereine ist, besißt zwar große Gaben, allein man noch geringeres Quantum an, um feinesfalls der Ueber- Marseille 1879, auf welchem die Gründung einer nationalen gäbe gern verschiedene seiner Talente für etliche Fehler, treibung und Schwarzseherei geziehen zu werden. Er Arbeiterpartei, auf grund eines sozialistischen Programms welche ihm mangeln. Er ist ein trefflicher Redner, eine berechnet den nöthigen Kornkonsum einer erwachsenen, beschlossen ward. vorzügliche Arbeitskraft, er ist voller Eifer und Hingabe arbeitsfähigen Person auf 13/4 Tschetwert Winterkorn und Die junge Partei bestand einheitlich bis zum Kongreß und lebt troß seines Reichthums sehr einfach, allein er ist 1/4 Tschetwert Sommerkorn, den von Kindern und von St. Etienne 1882, auf welchem die von Brousse zu klug, vorsichtig und zögernd, eher der Typus eines Greisen auf 1 Tschetwert Winterkorn und 3/4 Tschetwert eingefädelten Intriguen eine Spaltung in Kollektivisten Pfarrers als eines volksthümlichen Agitators. Sein Herz Sommerkorn. unter Guesde's, Lafargue's und Deville's Führung und ist trocken, sein Geist kalt, und er ist einer Unehrlichkeit Das europäische Rußland enthält an Bevölkerung in in Possibilisten, mit Brousse und den Führern der ebenso unfähig wie eines aufflammenden und fortreißenden runden Zahlen 34 Millionen Kinder und arbeitsunfähige ehemaligen Gewerkschaftsbewegung an der Spize, herbei- Schwunges. Anstatt Zorn in die Seelen zu gießen rnd Greise und 46 Millionen Erwachsener. Der Konsum für führten. Innerhalb der possibilistischen Fraktion dominirt sie zur Aktion zu einigen, hält er Vorträge über geistliche Erstere würde sich also auf Grund des obigen Fußes fast ausschließlich Brousse's Einfluß; durch kleinliche Kniffe Themen. Die Organisation seiner Zirkel bietet den Entherausstellen als 34 Millionen Tschetwert Winterkorn und Intriguen leitet er eine Reihe von Männern, welche erbten auch nicht einen Pfifferling, sie sagt ihnen nicht, und 251/2 Millionen Tschetwert Sommerkorn; die Er- eine gewisse Autorität unter der Arbeiterschaft genießen. daß ein jeder seinen Theil haben könne, sobald die Kolwachsenen würden konsumiren 80% Millionen Tschetwert Er strebt offenbar danach, Clémenceau's Rolle zu spielen, lektivität, die Gesammtheit, zurückgenommen habe, was ihr Winterkorn und 572 Millionen Tschetwert Sommerkorn. schlägt den Tamtam für ein oft recht vages Programm genommen worden ist. De Mun hat zwar durch sein Der Gesammtkonsum der russichen Bevölkerung stellt sich und sucht sich einen ergebenen Anhang zu schaffen. Summa Eingreifen in die Kammerdebatten anläßlich verschiedener also auf 1142 Millionen Tschetwert Winterkorn und Summarum ist er ein gewöhnlicher Politikaster. Arbeiterschutzgeseze etwas gewonnen, allein er hat sich nie 83 Millionen Tschetwert Sommerkorn. Für Ernährung. Guesde, das Haupt der Kollektivisten, flößt weit soweit aufgerafft, die Großfinanz energisch anzugreifen. des Viehes ist als Minimum 92 Millionen Tschetwert mehr Interesse ein, als Brousse; er ist durchaus kein po- Von den übrigen Vertretern des katholischen SoziaSommerkorn( Hafer) in Anrechnung zu bringen. Rußland litischer Intriguant, sondern ein überzeugter und leiden- lismus gilt meist, daß sie die bestehende ökonomische Lage müßte also jährlich 1142 Millionen Tschetwert Winter- schaftlicher Charakter. Troß seiner großen Beredsamkeit durchaus nicht kennen und begreifen. Chesnelong z. B. getreide und 175 Millionen Tschetwert Sommergetreide ist er mehr ein wunderbarer Lehrer der Sozialwissen- erscheinen die Renten als ein Anspruch auf Heiligsprechung, schaften als ein gewöhnlicher Straßenagitator. Er ist un- und er spricht vom ,, Entbehrungslohn" als der Quelle konsumiren. produktion, sondern des Unterkonsums, der sich durch die Da von der Jahresernte nach Abzug des Exports übertrefflich in der Analyse des Mechanismus der bestehen- des individuellen Eigenthums, leitet aus ihm das Erb98 Millionen Winterkorn und 87 Millionen Tschetwert den Gesellschaft, aber er versteht nichts von der Kunst, die recht 2c. ab. Bei einer Staatsanleihe gewann das Haus Sommerkorn verblieben waren, so zeigt die Bilanz für Menschen zu leiten. Dies der Grund, weshalb er trotz Rothschild binnen einer Woche 450 Millionen, und Chesden Konsum ein Minus von 16 Millionen Winterkorn seiner Selbstlosigkeit und Opferfreudigkeit, trotz seiner nelong kann doch unmöglich glauben, daß dasselbe binnen und 88 Millionen Tschetwert Sommerkorn! Talente für den Augenblick in Paris bei Seite geschoben 8 Tagen für 450 Millionen„ Entbehrungslohn" schwitzen Obgleich also Rußland auf dem ausländischen Getreide zu sein scheint. Falls Guesde nicht seinem ihn augen- konnte, es wäre dies zum mindeſten ein ganz besonderer markt durch seinen Export eine wichtige Rolle spielt, lich quälenden schweren Leiden erliegt, so wird jedenfalls pathologischer Fall! produzirt es nicht einmal genug, um den unter normalen seine Zeit noch kommen, denn er ist einer der seltenen Alles in allem beschränkt sich der katholische SoziaBerhältnissen als nothwendig zu erachtenden nationalen Männer von außergewöhnlichem Verdienst, welche die lismus in Frankreich auf ein unbestreitbares Wohlwollen Bedarf, obendrein noch nach einem äußerst mäßigen Fuß sozialistischen Parteien in Frankreich zählen, und dieselben gegen die Arbeiter, auf das Bestreben, ihre Leiden durch berechnet, zu decken! gebrauchen mehr als je solcher Männer. die Wohlthätigkeit zu lindern, jedoch unter der BeDer Export ist also nicht eine Folge der Ueber- Neben Guesde verdient Gabriel Deville erwähnt dingung, daß nichts an den gegenwärtigen GesellschaftsDie katholischen Sozialisten zu werden, ein opferfreudiger, gesinnungstüchtiger und zuständen geändert werde. Nothlage, die geringe Kaufkraft des russischen Volkes sehr klarer Mann, sowie Lafargue, ein unübertrefflicher spielen mit Ueberzeugung die Rolle einer Art höherer Surrogate ersetzt, welche theilweise äußerst geringen Nähr- listischen Gruppen steht der Mann der Zahl" Chirac, diesem Standpunkte aus hat de Mun seinen Beruf nicht erklärt. Der Unterkonsum an Brot wird durch allerhand Bolemiker und großer Gelehrter. Außerhalb aller sozia- Polizei, welche dazu bestimmt ist, die Proletarier ruhig zu halten, indem man ihnen vom Himmel vorredet. Von werth haben oder geradezu gesundheitsschädlich sind. Der welcher besser als Jemand sonst die schmutzigen FinanzKraut und mit Brot, das stark mit Kleie und Baumrinde hauptungen bis heute noch nie thatsächlich widerlegt russische Bauer ernährt sich z. B. vielfach mit Kartoffeln, gaunereien und Börsenmogeleien kennt, und deſſen Be- gewechselt, er iſt aus den Küraſſieren ausgetreten um in die geistliche Gensdarmerie einzutreten. versetzt ist. Eine Revision der Eigenthumsverhältnisse, wie sich Man werfe nur einen Blick auf die Länder, welche in den Herenkreis der modernen Produktionsverhältnisse angestrebte Gesellschaftsorganisation in vielen Punkten ge- eine solche wird das Eigenthum nicht etwa angegriffen, dieselben seit der Revolution gestaltet haben, ist daher Drumont giebt wohl zu, daß die von den Sozialisten auch nach Drumont zu gunsten der Arbeiter nöthig. Durch gezogen sind oder hineingezogen werden, und man wird rechter sei, als die heutige Ordnung, dennoch will er per- sondern im Gegentheil respektirt. Vermögen von zweifinden soweit nicht außergewöhnliche Verhältnisse zur sönlich nichts von dem„ mit rosa Atlas ausgefütterten und dreihundert Millionen, die nur dazu dienen, weitere Geltung gelangen daß sich überall ähnliche Berhältnisse Arbeitshaus" wissen, in welchem der Aufenthalt einförmig Millionen zu erwerben, zu agiotiren, das Land durch zeigen. Das italienische Volk stirbt vor Hunger, während die die sozialistischen Lehren keineswegs ein mehr oder weniger mehr, sondern eine Macht, welche der Gesammtheit schadet. und langweilig sein müsse!! Trotzdem gesteht er ein, daß Börsenkniffe in Athem zu halten, sind kein Eigenthum besten Proviantvorräthe für Schleuderpreise nach dem chimerischer, großherziger und poetischer Traum sind, wie Ausland transportirt werden. Frankreich exportirt jährlich ca. 30 Millionen Paar nothwendige Ausdruck der gegenwärtigen Zustände. Schon wahrer„ Volkswirthschaftsrath" einberufen werden, welcher die Utopia oder die Sonnenstadt, sondern der einfache und hat die Gesammtheit zurückerhalten, was ihr genommen worden ist, so müßte eine ,, wirthschaftliche" Kammer, ein Schuhe, und doch giebt es Hunderttausende von arbeit- heute strebt das individuelle Eigenthum immer mehr darauf ausschließlich aus Vertretern der Arbeit zusammengesetzt samen Franzosen, welche in ihrem ganzen Leben nie einen hin, ganz zu verschwinden; die Aktiengesellschaften ver- ist. Diese Kammer nimmt das System an, welches ihr ganzen Schuh an den Fuß bringen. nie das feine Gespinnst auf den Leib, das sie erzeugen, Die laufißer und schlesischen Leinwandweber bekommen fie bringen es oft nicht einmal zu der genügenden Anzahl grober Baumwollenhemden. des Produktes der Arbeit ist. worden sind. treten bereits den Kollektivbesit. Arbeiter und Nicht- Verfügung haben, damit ihnen das Produkt ihrer Thätigam besten geeignet scheint, die Interessen aller zu wahren. Sobald die Arbeiter die nöthigen Produktionsmittel zur feit direkt zufällt, werden sie sich nicht länger beklagen, Verfügung haben, damit ihnen das Produkt ihrer Thätigpraktische und vernünftige Weise organisiren werden. und man kann überzeugt sein, daß sie sich auf eine höchst * * * Arbeit der Kopf- und Handarbeit bildet zusammen arbeiter sind scharf in zwei Lager getheilt. Die Welt der ein feftgefügtes, für sich wirkendes Ganzes, das heute dem Gegenstücke zu dem Erport des Getreides aus Ruß machen kann. Die sozialistischen Ideen sind also nicht zu Kapital einen Tribut zahlt, welches sich aber selbständig land bei Unterkonsum lassen sich in der heutigen Gesell fällig in dem Kopfe irgend eines Agitators ausgeheckt schaft überall in Hülle und Fülle finden, und sie zeigen worden, sondern sie sind das nothwendige Ergebniß, der sammt und sonders, wie verkehrt die heutige Vertheilung logische Schluß aus den vorliegenden Thatsachen, welche weisen, daß das Drumont'sche Buch neben vielem Richtigen Ueberflüssig ist es wohl, nochmals darauf zu ver= das„ jüdische"( lies kapitalistische) System mit Hilfe und weisen, daß das Drumont'sche Buch neben vielem Richtigen Billigung der Bourgeoisie geschaffen hat. So find es z. B. und Treffenden einen ungeheuren Wust von Fehlerhaftem, keineswegs die sozialistischen Agitatoren, welche die Familie Verschrobenem, ja sogar kindisch Albernem bietet. Dft „ Das Ende einer Welt von Deumont. zerstören, sondern es ist das herrschende Syſtem, welches findet sich Seite an Seite mit einer scharfen, unerbittlichen Kritik der Gegenwart, eines gesellschaftlichen Vorgangs dieselbe zersetzt. Ebenso geht der Kollektivismus nicht oder einer politischen Persönlichkeit ein sentimentales weiter als es die heutigen Aktiengesellschaften in manchen Ammenmärchen, das den naiv- lächerlichsten Köhlerglauben Punkten thun, der Kollektivismus ist nicht internationaler aus allen Boren schwitzt. Wenn von einem Buch, so und antipatriotischer als sie. gilt deshalb gewiß vom ,, Ende einer Welt" das Göthe'sche Der Versuch seitens der Kirche, dem revolutionären Wort: Wer vieles bringt wird Jedem Etwas bringen." 3 Die Verhältnisse haben es mit sich gebracht, daß Arbeiterfozialismus einen katholischen Sozialismus Es ist ein wunderliches Arsenal, man ist fast versucht zu die Demokratie dem Sozialismus weichen mußte. Die entgegenzustellen, ist kläglich gescheitert und mußte kläglich sagen, ein Trödlergeschäft, in dem alle politischen Parteien ganze Entwickelung spißt sich immer mehr auf den Sozia- scheitern. Ursache davon ist das Programm, welches nichts Waffen finden, Konservative wie Republikaner, Opportu lismus zu, und man sollte meinen, daß nur noch wenige von einer Aenderung der bestehenden Eigenthumsverhältnisten wie Nadikale, die Vertreter der Bourgeoisie, wie Monate uns von seinem Siege trennten, allein die lebenden nisse wissen wollte. Der katholische Sozialismus geht der Arbeiterbewegung. Drumont sticht und stichelt nach Menschen sind weniger revolutionär wie die Verhältnisse. zwar von einer lobenswerthen Hingabe an die Arbeiter oben und unten, nach rechts und links, und wenn er auch Se kommt es, daß die Gesellschaft sich noch aufrecht hält klasse, von dem aufrichtigen Wunsche aus, auf gefeß- im Großen und Ganzen die bürgerliche Kapitalistengesellwie eine alte Ruine, welche nicht zusammenstürzt, weil geberischem Wege deren Lage zu verbessern, aber alles in schaft der Arbeiterklasse gegenüberstellt, so ist doch damit Niemand an sie rührt. allem predigt er ihr doch nur die Resignation und vernicht gesagt, daß nicht auch einzelne Theile, Ideen und XII. ( Schluß.) ( Drumont's Urtheil über die Arbeiterführer und den katholischen Sozialismus.) Die vielfachen Spaltungen, welche unter den tröstet sie auf das Jenseits. Nachdem die Bourgeoisie Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung eins mit abbekommen. sozialistischen und revolutionären Parteien herrschen, tragen früher das Beispiel der Irreligiosität gegeben, kann sie Man darf eben nie vergessen, daß das Ende einer Welt" viel dazu bei, den Zusammenbruch der alten Gesellschaft heutzutage weder den Arbeitern christliche Gefühle ein- wohl der sozialistischen Agitation hier und da dienlich sein hinauszuschieben, der jedoch nach einem Kriege oder in flößen noch dieselben an ihre eigene Befehrung glauben kann, daß es aber durchaus nicht das Werk eines SoziaFolge eines unvorhergesehenen Ereignisses unvermeidlich machen. Das Volk wird gegenwärtig stets davon über- listen, sondern nur eines verschrobenen Kopfes ist, der den geschehen muß. zeugt bleiben, daß die herrschenden Klassen zur Religion bestehenden Zustand haßt. Troßdem kann es den kämpfenDie Bildung einer modernen sozialistischen Arbeiter zurückkehren, wie man nach dem Abendmahl schickt, oder den Arbeiterparteien nur willkommen sein, wenn die partei nach der Kommune ist auf zwei Elemente zurückzu- wie man nach dem Wächter ruft, nämlich, weil die Sachen schmutzige Wäsche der„ besseren" Gesellschaft einmal von führen: auf die Gründung von Arbeitergewerkschaften, anfangen, schief zu gehen. Dazu kommt, daß viele gute anderer, als sozialistischer Seite her, eine eingehendere und welche sich zu einem Verband zusammenschloffen und auf Katholiken die Arbeiter ohne jeden Skrupel schonungslos rücksichtslose Behandlung erfährt. Dadurch können Kreisen den Einfluß, welchen Marr auf die flüchtigen Kommunards ausbeuten, dieselben unter Bedingungen schaffen lassen, die die Augen geöffnet werden, welche sich aus Verbohrtheit ausübte. Der Einfluß der Mary'schen Theorien zeigte unmöglich religiöse Gefühle erwecken können. Der antike prinzipiell der sozialistischen Kritik von vorn herein ganz sich zuerst in Studienzirkeln, erstreckte sich aber bald auch Sklave konnte sich moralisch eher sammeln als der moderne und gar verschließen. auf die Arbeitergewerkschaften, besonders von 1876 an, Arbeiter, ihm war wenigstens das Brot gesichert, während wo der aus dem Eril zurückgekehrte Jules Guesde eine der Proletarier von heute nach 50 Jahren schweren Der„ Sozialistenprozeß vor dem Hennegauer eifrige Propaganda begann. Die erste Zeitung, welche Schaffens nur das Spital in Aussicht hat und sich nicht den modernen Sozialismus vertrat, war les Droits de einmal auf eigene Kosten begraben lassen kann. Die Schwurgericht l'Homme."( Die Menschenrechte.) Der Sozialismus trat Häupter des katholischen Sozialismus haben nicht ver- hat sein Ende erreicht. Sogar die„ Voss. 3tg." sieht alsdann offiziell zuerst auf dem Gewerkschaftskongreß zu standen, daß innerhalb der heutigen Gesellschaft eine sich bei diesem Anlaß zu folgendem Urtheil genöthigt: Lyon 1878 in dem Antrag Dupire- Balivet auf, welcher Besserung unmöglich ist, denn dieselbe verträgt weder Die Verhandlungen haben eine sittliche Fäulniß Nationalisirung des Grund und Bodens sowie der Ar- Gleichheit noch Gerechtigkeit. enthüllt, welche selbst der Feder eines Juvenal und Persius beitsinstrumente und Kapitalien" forderte. In Lyon noch De Mun, welcher die Seele der katholischen Ar- spotten würde. Daß eine Regierung, welche die oberste Politisches und Sozialpolitisches. geheimbündlichen also noch Richter in Berlin.- Die Bismarckbeleidigung, welche in der Behauptung liegen sollte, daß das deutsche Volt, wenn Fürst Bismard nicht mehr lebe, oder wenigstens nicht mehr Reichskanzler sei, sich von einer großen Last befreit fühlen und ein vergnügtes: Uf! ausstoßen werde, wurde anf 150 Mark abgeschätzt. Das Buch von Bebel über ,, die Fran in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" ist auf Grund des Sozialistengefeßes in Baden wieder einmal verboten worden. Hüterin des Rechtes sein sollte, kalten Blutes Personen, urtheilt wurden, daß endlich Dußende Personen in das| Minister des Aeußern, Spuller, der Gesandte Arago sei von denen sie weiß, daß fie unschuldig sind, dem Zucht- Zuchthaus gebracht werden sollten, von denen die Minister beauftragt, sich an den Arbeiten zu betheiligen, was dem haus überliefern will, daß ein Ministerium, Beernaert und de Volder wußten, daß sie keinen Theil Kommunarden Camelinat und dem christlich- sozialen Grafen welches die Sicherheit des Staates und der Gesellschaft an den Thaten hatten, welche ihre eigenen Lockspizzel be- de Mun ungenügend schien. Dann wurde mit 376 gegen 123 Stimmen beschlossen, ein von Bovier- Lapierre einzu wahren berufen ist, durch seine Werkzeuge verbreche- gangen hatten. rische Anschläge und Attentate anzettelt, daß die Der Leiter der belgischen Staatspolizei, Gautier de gebrachtes Gesez in Angriff zu nehmen, dem zufolge die Leitung des Staates die Sicherheitspolizei vergewaltigt, Rasse, der sich von den Ministern die Lockspißel auf Arbeitgeber bestraft werden können, welche einen oder die Rechtsprechung zu beeinflussen sucht, das alles würde drängen lassen mußte, hat deren Thätigkeit treffend ge- mehrere Arbeiter aus keinem anderen Grunde entlassen, niemand glauben, wenn es nicht aktenmäßig nachgewiesen kennzeichnet, indem er sagte, sie wirkten wie offizielles als weil dieselben einem Arbeiter- Fach verein angehören. wäre, ganz vorzugsweise durch die Aussagen von Beamten, Dynamit". Der Vertreter der Anklagebehörde hat sich Artikel 1 und 2 wurden in der That angenommen. welche im Dienste derselben Regierung stehen, aber ge- beschämt entschuldigt, er habe seine Rolle nur übernommen, wissenhaft genug sind, um nicht meineidig zu werden. weil er die ihm von der Regierung zugegangenen Berichte Am 26. Mai fand der bekannte Doppelprozeß gegen die ,, Berliner Volkszeitung wegen Majestäts- und BisDer Prozeß von Mons hat mit einer Freisprechung nicht als Lügengewebe der Lockspitel erkannt habe. marckbeleidignng statt. Der Majestätsbeleidigungs- Prozeß hatte Die Regierung der Beernaert und Genossen aber dadurch ein ganz besonderes Interesse, daß nach staatsanwaltschaftder Angeklagten geendet. Nur die Lockspizel der Regierung sind verurtheilt worden. Gegen die hat die eherne Stirn, angesichts der Entlarvung ihrer licher Auffassung der jetzige Kaiser durch eine scharfe Kritik der meisten der 27 Personen, deren sich die Regierung durch Bourbair, Laloi, André, Rouchette, mit denen sie auf ver- Regierungsmarimen des vorlegten beleidigt sein sollte. Diese einen Justizmord entledigen wollte, um im bengalischen traulichstem Fuße stand, im Amte zu bleiben und wunderbare Auffassung, welche das ganze Strafgesetzbuch revolu= tionirt, und aus jeder Kritik der Thaten, Gefühle und Gedanken eines verstorbenen Monarchen unter Umständen eine Majestätsbe= Lichte der Staatsrettung zu glänzen, hatte die Anklage- neuerdings vor die Kammer zu treten! Friedrich der Große hat einmal gesagt, ein Richter- leidigung gemacht hätte, fand aber nicht die Zustimmung des behörde, von den Ergebnissen der Beweisaufnahme erdrückt, den Strafantrag gar nicht erst gestellt; die übrig ge- kollegium, welches das Recht fälscht, sei schlimmer als Gerichts, und der Angeklagte Redakteur Oldenburg wurde frei bliebenen Fragen an die Geschwornen haben eine Antwort eine Räuberbande. Welches Urtheil verdient dann gesprochen. Der Staatsanwalt Großschuff Angedenkens hatte 3 Jahre Gefängniß beantragt. Es giebt gefunden, welche für das( ultramontane) Ministerium eine Regierung, welche gehandelt hat wie die Beernaert Beernaert das moralische Todesurtheil bedeutet. Und und de Volder? welche Machenschaften hatte nicht die Regierung versucht, um ein ihr günstiges Urtheil zu erwirken! An den Schwurgerichtspräsidenten waren Zumuthungen herangeDas Invaliditäts- und Altersversorgungstreten, daß er entrüstet ausrufen konnte, es müsse volles Licht geschaffen werden: denn es liegen Dinge vor, unter gesetz ist unter Dach, aber nicht unter Fach gebracht. 3u letterem werden mindestens noch 18 Monate erforder= Polizeilich nicht genehmigt wurde eine sozialdemokratische deren Belastung der Richterstand nicht bleiben kann." lich sein, da der 1. Januar 1891 als frühester Anfangs- Versammlung in Berlin, die am 24. Mai stattfinden sollte, und in Und noch unmittelbar vor dem Spruch der Jury termin der Ausführung gilt. Wahrscheinlich wird man welcher Reichstagsabgeordneter Liebknecht sprechen wollte. Bum internationalen Arbeiterkongreß. haben irgend welche Lockspiel der Regierung schon vor dem Termin des Inkrafttretens manche Bestim- 24. Mai in Berlin abgehaltene Metallar beiterversammlung ein neues Dynamit- Attentat in Szene gefeßt, um mungen bei näherer Prüfung als undurchführbar erkennen. beschloß, einen Delegirten( Herrn Karl Becker) zum Kongreß nach die erschreckten„ Bourgeois" zu einem Schuld- mungen die erschreckten„ Bourgeois" zu einem Schuld: Wenn aber etliche Steine aus dem„ gigantischen Bau" Baris zu senden und zur Aufbringung der Kosten eine Kommission spruche zu verführen. herausgezogen werden, ist auch die Gelegenheit gegeben, zu wählen. Anf Grund des Sozialistengesetzes ist der in Erfurt Es ist nachgewiesen worden, daß der Minister noch andere herauszuziehen. neu gegründete Wahlverein zur Erzielung volksthümlicher Wahlen präsident Beernaert sich durch seinen Lockspißel Bourbair verboten worden. Ein gleiches Verbot ist vor kurzer Zeit in einen Anarchisten zur Leitung des Arbeiteraufstandes aus Das amtliche Ergebniß der Reichstagsersazwahl Nordhausen ergangen; es scheint daher, daß man den SozialParis verschrieben hat, daß ein Aufruf voller maßloser in Schwerin- Wismar ist folgendes: Abgegeben wurden bemokraten auch diesen Versuch der öffentlichen politischen Agitation nicht mehr gestatten will, Beschimpfungen des Königs und Aufreizungen zur Gewalt- insgesammt 15 590 Stimmen. Davon erhielt Ministerial- Kosten der Kolonialpolitik. Die unglückliche Finanzlage thätigkeit im Einvernehmen mit dem Minifter- rath von Blücher( deutschkonservativ) 5972, Senator Italiens, bas ungeheure Defizit, die Nothwendigkeit, die nöthigsten präsidenten verfaßt und verbreitet worden ist, daß auf Brunnengräber( nationalliberal) 5560 und Speisewirth Ausgaben zu vertagen, ist zum wesentlichen Theile durch die& r= pedition an das rothe Meer verschuldet. Der von den Veranlassung des Ministers ganz unbetheiligte Per- Schwartz( Sozialdemokrat) 4039 Stimmen. Es hat somit Stalienern besezte Landstrich zählt nur 65 000 Einwohner, die Be= sonen als Verfasser dieses Aufrufs Monate lang einge- eine Stichwahl zwischen den beiden Erstgenannten statt- fabung 7800 Staliener und 4160 Einheimische. Der gesammte sperrt und auf die Anklagebank gebracht worden find, zufinden. Die Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen Werth des Handels beträgt wenig über zwölf Millionen, die Zolldaß unter dem Vorsige eines Lockspißels des Herrn beträgt 1471, über 50 Prozent. Beernaert Versammlungen abgehalten wurden, in denen von anderen Lockspizeln empfohlen wurde, Dynamit an- Die französische Kammer beschäftigte fich vorlegte zuwenden, um die Bourgeois mürbe zu machen", daß in Woche in der Freitagsfizung mit Arbeiterfragen. Auf der That von den Pourbair und Genossen eine ganze die Frage Lyonnais', wie sich Frankreich zu der Konferenz Reihe Dynamitattentate ausgeführt wurde, als deren verhalten werde, welche in Bern die internationale Urheber wieder unschuldige Personen verhaftet und ver- Arbeitergeseßgebung behandeln wird, antwortete der mangels zurückbleiben. Verein der Sattler und Fachgenossen. Sonnabend, den 1. Juni, Abends 82 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79, Versammlung Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. NB. Der Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. Juni ab bei Wendt, Dresdenerstr. 116. Fachverein der Rohrleger. Eine am einnahmen 670 703 Lire. Dagegen beziffern sich die Kosten der Expedition und Besetzung vom 1. Juli 1887 bis dahin 1888 auf 43 206 951 Lire. Dazu kommen im Jahre 1887 530 Todesfälle, und in den Lazarethen von Massaua und Assab befanden sich 7222 Personen. Verschiedene Berichte mußten leider wegen Raume Verband deutscher Zimmerlente. Sozialdemokratischer Wahlverein für den Grosse General- Versammlung 6. Berliner Reichstagswahlkreis sämmtlicher Cokalverbände Berlins Sonntag, den 2. Juni, Vormittags 10 Uhr, in Heydrich's großem Saale, Beuthstraße 20/21. Tagesordnung: 1. Bekanntmachung und Diskussion der Anträge zum diesjährigen HandwerksSonntag, den 2. Juni, Vormittags 11 Uhr, tag des Verbandes deutscher Zimmerleute zu Weimar. in Feuersteins Tunnel, Alte Jakobstr. 75, Versammlung. 1. Vortrag. 2. Diskussion. Tagesordnung: 3. Bericht über den Arbeitsnachweis. 4. Antrag Fischer. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Verein zur Erzielung volksthümlicher Wahlen in 4. Berliner Reichstagswahlkreis Große Versammlung Mittwoch, den 5. Juni, Abends 9 Uhr, in Renz Salon, Naunynstr. 27. Tagesordnung: 1. Die Kandidatur des Herrn Paul Singer zur nächsten Reichstagswahl. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Gäste willkommen. Der Vorstand. Empfehle allen Freunden und Bekannten meine Glaserei, Spiegel- und Bildereinrahmung. Lager fertiger Rahmen in allen Größen. Verkauf von Bildern bewährter Volksmänner. Bestellungen nach Auswärts brieflich. Carl Scholz, Wrangelstraße 32. Cigarren Brunnenstr.83, am Humboldthain 2. Abrechnung der Hauptkasse. 3. Verschiedenes. Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt erforderlich. Der Einberufer: Schreiber, Gneisenaustr. 82. der Tischler. Fachverein der Sonnabend, den 1. Juni, Abends 8½ Uhr, Neue Grünstraße 28. in Jordan's Salon: Außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Wie stellen wir uns gegenüber denjenigen Kollegen, welche bei Zimmermeistern arbeiten? Diskussion. Am 2. Pfingstfeiertag findet eine Landparthie mit Familie nach Waidmannslust statt. Abfahrt vom Stettiner Bahnhof morgens 6 Uhr 5 Min. und 7 Uhr 23 Min. mit Arbeiterbillets vom Gesundbrunnen und Stettiner Bahnhof. Von 12 Uhr Mittags an mit gewöhnlichen( theureren) Billets. Um recht rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Allgemeiner Metallarbeiter Verein Berlins und der Umgegend. Grosse Versammlung Montag, den 3. Juni, Abends 8 Uhr, im Gesellschaftshaus„ Süd- Ost", Waldemarstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Stöpel über: Genossenschaftliche Produktion. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 2. Beschlußfassung über eventuelle Unterstützung solcher Kollegen, die infolge des Zimmerer Sozialdemokratischer streiks die Arbeit niedergelegt haben. 3. Verschiedenes. Fragekasten. Die Kollegen von Elisabeth- Ufer 10, Solmstr. 71( Schwager), Yorkstr. 56( Riezze) sind hiermit eingeladen. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Große Der Vorstand. öffentliche Tischlerversammlung Montag, den 3. Juni, Abends' 8 Uhr, im Lokale des Herrn Rennefahrt, Dennewitzstraße 13. Tagesordnung: 1. Die Bestrebungen der Innung und der Gewerkschaftsorganisation. Referent: Friß Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Der Einberufer. Wahlverein für den 1. Berliner Reichstagswahlkreis Montag, den 3. Juni, Abends 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Julius Türk: Die Literatur und die Arbeiterbewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Die Mitgliedsbücher sind in Empfang zu nehmen. Zahlreicher Besuch erwünscht. Der Vorstand. Allen Freunden und Genossen empfiehlt sich zur Anfertigung von Schirmen jeder Art zu soliden Preisen. Reparaturen schnell und gut. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. Frau C. David, Lübbenerstr. 25. • J22. Beiblatt zur„„ Berliner Volks- Tribüne". Deutsche Tramps*) in NordAmerika. Eine Geschichte von A. Otto Walster. Erstes Kapitel. 99 Sonnabend, den 1. Juni 1889. III. Jahrgang. beten. Vom Beten wird man nicht satt, ich wenigstens Haltruf, der mit einem Revolverschuß beantwortet wurde, nicht. Hier nimm das Messer, schneide das Huhn auf zwei Menschen fielen. Dem jungen Manne wurde es und nimm die Gedärme heraus, das andere bleibt drinnen." schwarz vor den Augen. Er faßte nach dem Eichenstamm, Und soll ich es rupfen?" um sich zu halten. " Unfinn, thu', was ich Dir sag'. Ich werde inzwischen das Feuer besorgen." Hoi, ho, hoi, ho!" schrie es mit einem Male auch hinter ihm. Da ist der andere Mordbrenner! Schießt Die Beiden gingen emfig an die Arbeit. Der Aeltere ihn! Nein, fangt ihn, er muß baumeln", schrie es durchGrau in Grau gemalt nennt man's, wenn der hieb mit dem Messer die dürren Zweige ab und sammelte einander. Künstler eine Landschaft wiedergiebt wie die, welche sich fie auf einen Haufen, den er dann in Brand steckte. Der Die nahe Todesgefahr verlieh dem jungen Mann die hier vor den Augen des seltenen Wanderers aus Schnee schmolz zum Grunde und legte lehmige Erde blos, fast dahingeschmolzene Spannkraft der Nerven und Sehnen breitete. Farblos und grau ist der Himmel, der auf die jetzt auch aufthaute, davon nahm er einen ansehnlichen von Neuem und von einer Art Instinkt getrieben, stürzte die einsame Hügellandschaft herabblickt, grau ist der Klumpen, ließ sich das ausgeweidete Huhn reichen, und er vorwärts, den Hügel hinunter und über den Schienenweg. schon einmal geschmolzene und wieder gefrorene umklebte es mit dem lehmigen Thon, während er den Schüsse krachten hinter ihm her, er achtete ihrer Schnee, der auf den Hügeln und den dazwischen Gefährten anwies, weiteres Feuerholz herbeizuschaffen. wenig und erklomm mit einer Schnelligkeit, deren er kurz liegenden Thälern ruht, grau schimmert die knorrige und" In Deutschland", sagte der Kochkünstler in der vorher noch ganz unfähig schien, den gegenüberliegenden entlaubte Eiche mit ihren gespensterhaft in die Luft ge- Wildniß, indem er sein Kunstprodukt in die glühende Hügel, von dem er aus in blinder Angst durch dürres streckten Zweigen, und wie dunkle Linien auf grauem Holzkohle eingrub,„ packen die Sachverständigen den Gestrüpp in gerader Richtung vorwärts stürmte. Papier erscheinen die Eisenschienen, die dort, wo das Thal Schinken, nachdem er rein abgewaschen, in einen Brotteig Hinter ihm schien die wilde Jagd zu tosen, und sich krümmt, hervorlaufen und an der entgegengesetzten und stecken ihn dann in einen Backofen, da bleibt der wenn er eine Lichtung zu durcheilen hatte, folgten ihm Krümmung wieder verfließen. Saft hübsch drinnen, hier muß man sich mit Lehm und die schnelleren Büchsenkugeln. Da endlich kam er an einen Ton behelfen, die geben freilich einen schlechten Beigeschmack, Hohlweg, der sich unter dem steilen Hügel hinzog. Es aber der zieht in die Federn." galt einen Salto mortale, einen Todessprung, aber er mußte gethan werden, denn hinter ihm knackten schon wieder die morschen Zweige. Wer weiß woher sie kommen, wer weiß wohin sie gehen? Und doch haben diese unscheinbaren Spuren menschlicher Arbeit eine magische Kraft auf das Gemüth menschlicher Wesen, welche aus der Wildniß nach diesem Drte kommen, der auch nur eine Wildniß scheint. ,, Ade, lieb Mütterlein", rief der junge Mann und sprang hinab. Er fiel hart und hinter ihm rollten die Steine und ,, Und wenn das Ding gar gebraten," fuhr der Kochfünstler weiter fort, was gar nicht lange dauert, dann schält man die Masse sammt den mitgebackenen Federn ab „ Land! Land!" rufts nämlich plößlich durch das und hat den schönsten Braten." tiefe, heilige Schweigen des grauen Winternachmittags und In kurzer Zeit war denn auch der Braten fertig und auf der Höhe dicht vor dem ſteilen Abhang eines dieser selbst ein weniger hungriger Magen, als einer, wie ihn im Winterschlummer liegenden, mit Wachholder- und unsere Wanderer aufzuweisen hatten, würde Geschmack an Brombeersträuchern bewachsenen Hügels hebt sich die hohe dem duftigen und saftigen Fleische gefunden haben. Gestalt eines kräftigen Mannes, der an einem über die Natürlich blieb außer den stärksten Knochen und der tiefem Aechzen des Kommenden. Schultern gelegten dicken Wanderstock eine recht verwittert mit Rinde und Federn verkitteten Haut nichts von dem dreinschauende Reisetasche trägt. Huhne übrig, und als der ältere Theilnehmer an diesem Erdschollen. Er war dicht an einem Wachholderstrauch, der eine kleine Höhle am Wege beschüßte. Hierher kroch er, an allen Gliedern wie gebrochen, und wartete mit ( Fortsetzung folgt.) Ein vielverlegter und schäbig gewordener Filzhut be- Mahle in der freien Natur einen Schluck aus der Whiskeyschattet das starkgebräunte, von rothblondem Bartwuchs flasche gethan und sie dann nach einem tiefen Seufzer der Der Kampf um's Dasein und die natürliche halbbedeckte Gesicht des etwa in den Dreißigern stehenden Befriedigung dem Gefährten überreichte, meinte er: Mannes, dessen hünenhaften Körper ein grober ver" Jezt bin ich wieder Mensch. Nun wünschte ich schossener Tuchrock Tuchrock von zweifelhafter Farbe beschüßt, nur, es käme so ein Frachtzug, um uns loszueisen, denn während die Beine in weitheraufreichenden Wasserstiefeln ich sah heute in der Gegend Feuer, und da ziehen die stecken. Farmer gewöhnlich nach dem Brandstifter aus, und erNur hier herauf, mein Junge", ruft er, indem er blicken fie in der Nähe arme Tramps, wie wir sind, dann Schlagwort! die Tasche von dem Stock gleiten läßt und ihn dann wie eine Standarte hoch in die Luft streckt. " Land?" fragt jetzt die keuchende Stimme eines jugendlichen schmächtigen Mannes, der eben von dem ent gegengesezten Abhang des Hügels auftaucht, ich meine, wir haben die Zeit hier nun sattsamt Land gehabt." Endlich, endlich", seufzt der junge Mann, indem er von seinem durch das Laufen mit hellem Roth überhauchten glatten Gesicht den Schweiß trocknet und erschöpft auf den Boden gleitet. Auslese des Beferen. Nach Prof. Dr. Arnold Dodel- Port.*) Kampf um's Dasein! wer kennt nicht dieses Wir Alle haben es vernommen und die Meisten von dieses Stamm oder einen tüchtigen Stein auf die Schienen, schmerzvolle Schlagwort unseres Jahrhunderts. dann schreie ich den Lokomotivführer an und mache ihn die Wahrheit desselben nicht anerkennen und fanden das Darwin hat dieses Wort aufgebracht. Viele wollten auf das Hinderniß aufmerksam. Da hält er an und Wort unpassend, ungeschickt, unzutreffend nimmt uns aus Dankbarkeit umsonst mit." müssen wir dran glauben. Und, weißt Du was? Ich uns haben es schon tausend Mal ausgesprochen werde ein Stück da hinaufgehen, und Du legst einen sie müssen ,, Ja, aber hier ist Eisenbahn", entgegnet der Andere, Ich werde es nicht thun, und Du wirst es auch auf Sammetkissen gelegen und jeden Tag sehr gut gespeist indem er mit Genugthuung den Stock nach der schmalen nicht" thun", erklärte der Jüngere,„ denn der Zug kann haben, sie müssen wie Treibhauspflanzen in üppiger Atmo= Ebene herunterzeigen läßt.„ Eisenbahn heißt hier Mensch auch von der anderen Seite herkommen." sphäre geathmet und im füßen Nichtsthun über die Herr= heit, Zivilisation, Brot und Rettung!" „ Gut, dann wälzen wir ihn gemeinsam, und Du schlecht beobachtet, Nichts erfahren und gar Nichts gedacht lichkeit des Daseins geträumt haben; aber sie müssen gehst nach Ost und ich nach West." haben diese glücklichen Unglücklichen, die den Kampf „ Gut, wir haben Ohren, wir werden den Stein um's Dasein verneinten, weil sie ihn nicht selbst verspürt hinwälzen, daß er nur mit einem Ruck auf die Schienen haben. Werden wir sie beneiden? Keineswegs! Ge= fommt, und wir haben doch Ohren. Wir lauschen, schieben den Block auf die Schienen und laufen nach beiben fegnet sei er, der treibende Faktor im Natur- und MenRichtungen aus. Da kann es nicht fehlen." schenleben! Gesegnet sei diese immer vorhaltende stachelnde Kraft, die drohend und anspornend stetsfort an jedem das denkEinzelnen arbeitet, bis er jeder Einzelne bar Möglichste leistet und dadurch mitarbeitet am Entwicklungs- Prozeß des Ganzen! " Willst Du wohl, das Donnerwetter soll Dich er: schlagen", ruft aber der Andere und reißt seinen Kameraden, indem er ihn beim Kragen faßt, mit kräftigem Rucke in ,, Und wenn der Lokomotivführer doch nicht hört?" die Höhe.„ Stehen heißt die Parole; willst Du Dir die hören; komm, komm und hilf mir den Stein bratenheiß, wie Du bist, das Zipperlein auf den ziemlich wälzen. D, es geht schon. Nur bis hierheran, dann laß langen Rest Deiner Tage holen oder hier, vom Schlag uns noch einmal die Sache überlegen. getroffen, auf der Stelle des Todes verbleichen?" „ Horch; hör',... was ist das?" Zweites Kapitel. Der Kampf um's Dasein- wer ihn nicht kennt aus eigener Erfahrung, der ist noch kein Mensch, ist armseliger denn der Bettler und säß' er auf hohen Thronen. Leben heißt kämpfen; wer nicht zu kämpfen hat „ Das Beste wär's", meinte der junge, so rasch wieder auf die Beine gestellte Mann, indem er sein langes, braunes Haar von den weißen Schläfen, zurückstreifte. " D, glaube mir, Ferdinand, ich wäre am liebsten gleich todt, ich bin gebrochen, todtmüde, unfähig den Kampf getretenen Zweigen! Der Kampf um's Dasein ist so vielgestaltig und erum's Leben weiter fortzuführen. Ich habe Dir's gleich Es schien, als ob eine Heerde wilder Büffel durch scheint unter so sehr verschiedenen Formen, daß es in der gesagt, als Du mich drüben überm Missouri trafft, Du das Gebüsch bricht. Und jenseits des Schienenwegs auf That ernsten Nachdenkens bedarf, um ihn überall zu erwürdest Dir nur Noth und Mühe machen und es müsse der Höhe erschien eine mächtige Gestalt im Farmerkittel, kennen. Am offenkundigsten liegt seine tragische Gewalt doch zum selben Ende kommen." ein Gewehr schußbereit haltend, und eine rauhe Stimme dort zu Tage, wo zwei ebenbürtige Kämpfer mit dem EinWar das ein Praffeln von niedergetretenen und ab- kann vom Leben unmöglich einen rechten Begriff haben. " " ,, Und ich sage Dir, es muß nicht zum selben Ende, rief in englischer Sprache:„ Halt! steht und rührt Euch satz ihres Lebens um den Preis des Daseins ringen, wo überhaupt nicht zum Ende kommen. Du hast auch nur nicht, bis wir hinüberkommen. Macht keine Bewegung, 8 wei kämpfen um den Plaz, den nur Einer erhalten ein Leben zum Leben, und das muß man mit Klauen und sonst schieß' ich Euch nieder gleich Wölfen. Steht, sag' tann, indeß der andere untergeht.... Wie die Völker sich im Kampf um's Dasein zerZähnen vertheidigen. Warte nur, Du bist jetzt müde und ich, oder.... Hungrig. Hier vor allen Dingen einen Whiskey, es ist Der Anrufer hatte bereits die schußbereite Büchse an fleischten, so bekämpften sich seit Anbeginn des Lebens auf zwar nur ein indischer Fusel, aber in solchen Fällen thut die Backe gelegt und bewachte mit Falkenauge die beiden unserem Planeten Pflanzen- Geschlechter gegen Pflanzener seine Schuldigkeit auch. Und hier habe ich das Huhn Wanderer welche alsbald still und steif standen, als wären Geschlechter, Thiergattungen gegen Thiergattungen. Still und geräuschlos vollzieht sich der Daseinskampf noch, da soll ein Braten draus werden. He? was jagst fie aus Stein gehauen. Troßdem flüsterte der Aeltere Du dazu!" von ihnen: in der Pflanzenwelt. ,, Es hilft ja doch nichts, wozu das lange Kämpfen?" Das ist gewiß, die Farmer schwärmen aus, sie suchen Wo irgend ein Plaß in der freien Natur vakant „ Das lange Kämpfen. Sagtest Du nicht, Du habest den Brandstifter, der wahrscheinlich im selben Hause ge- wird, wo irgend eine Pflanze zu Grunde geht, da finden noch eine alte Mutter draußen im alten Lande? Soll sie wohnt hat. Nichtsdestoweniger werden alle einig darüber sich tausend Bewerber um die vakante Stelle; denn die nichts mehr von Dir hören? Soll sie ihre alten Tage sein, daß wir, die Tramps, das Feuer angelegt. Die Natur schafft ja tausendmal mehr lebensfähige Keime, als vertrauern, nicht wissend, in welchem Winkel dieses ver- werden uns nach ſummarischem Verhör an den Bäumen zur Deckung des Ausfalles in Folge Absterbens älterer maledeiten Malörika, ihr Sohn wie ein wildes, Thier aufhängen. Ich werde eins, zwei, drei zählen, dann Pflanzen nöthig wären. Du siehst an sonniger lichter verendet hat. Trink, sag' ich Dir." greifen wir im Moment sogleich aus, Du rechts, ich links, Waldstelle die schlanke hundertjährige Tanne, die alljähr= ja, Du hast Recht, o, meine Mutter", rief der das ist das einzige Heil, in St. Louis sehen wir uns lich Tausende keimfähiger Samen auf die Erde ausjunge Mann, indem er sich eine Stärkung aus der dar- wieder, wenn wir mit heiler Haut davonkommen. Die schüttet. Viele dieser Samen keimen schon zu Lebzeiten gereichten Flasche entnahm, ach, wenn sie wüßte, die anderen Hunde sind auch schon in der Nähe, jede Minute des großen elterlichen Baumes; aber erst wenn dieser abarme Mutter, ich muß fämpfen, ich muß... ach wie ist kostbar, also Du rechts, eins, zwei, drei!" stirbt, sei es in Folge Blizschlages, sei es in Folge eines " 1 bin ich hungrig. Aber was sollen wir mit dem Huhn." Beim letzten Worte flogen die Beiden auseinander, knickenden Wettersturmes, sei es, daß die Art des Menschen ,, Einen guten Braten draus machen." im nächsten Augenblick krachte ein Schuß. Der jüngere ihn zu Falle bringt: erst wenn die Elterpflanze stirbt, kann Einen Braten, hier?" hatte bald einen dicken Eichenstamm als Deckung gefunden einer ihrer Sämlinge sich zu ihrer eigenen Mächtigkeit und blieb hinter demselben stehen. Er schaute nach seinem heranentwickeln. Es find aber Hunderte ihrer Kinder, die Gefährten aus und sah, wie dieser den Hut, den eine *) Aus der Streitschrift: Moses oder Darwin, die wir Kugel durchbohrt hatte, im Laufe schwenkte. allen unseren Lesern auf das Beste empfehlen.( 3u beziehen durch Dann sah er, wie kurz vor seinem Gefährten eine alle Buchhandlungen. Verlag von Cäsar Schmidt in Zürich. andere Gestalt mit einem Gewehr auftauchte, hörte einen Preis 1 M.). " Jawohl, und Du sollst Dich wundern, was die Kochkunft eines Tramp vermag. Noth ist die Mutter der Erfindung, das ist ein besseres Wort, als Noth lehrt *) Tramps Vagabunden. unter sich und im Wettbewerb mit Sämlingen anderer Pflanzen um den Einen Plaz, um ihr Dasein ringen. setzte sich mehr und mehr der Altruismus, die Sorge für Sinn für die geistige, ethische und sonstige Fortentwicklung die Andern. des Menschengeschlechtes so lebhaft, daß sie ihr die ganze Welcher von den tausend Bewerbern wird siegen?- Da stehen wir aber heute noch mitten drin in der Kraft weihen und die eigenen Interessen und die eigenen Jeder Schuljunge würde uns antworten: gewiß nicht der Weiterentwicklung des Menschen- Geschlechtes. Aus der Empfindungen zu Gunsten des Gemeinwesens bekämpfen schwächste Bewerber, sondern der stärkste und günstig st Erkenntniß unserer Vergangenheit erhalten wir die Weg- und unterdrücken, wo dieselben mit jenen der Menschheit fituirté. Erst kämpfen viele der aufsprossenden Jungen leitung in die Zukunft. Der brutale Kampf um's Dasein sich im Gegensatz befinden der Homo nobilis ſteht um den Platz der alten Pflanze. Alljährlich werden an nimmt mehr und mehr die Gestalt eines edeln Wetteifers zum Verbrechen in einem sehr engen Zusammenhang. dieser Stelle mehrere Kämpfer erliegen selbstredend die in der Weiterentwicklung der Vernunft und Menschlichkeit Das formale Gesez schützt vor allem die bestehende schwächsten. Nach und nach werden der Konkurrenten immer an. Und wo das Gegentheil der Fall zu sein scheint, Gesellschaft und diese verzeiht nichts so schwer, als den weniger sein; aber die Strenge des Daseinskampfes wird wo die plumpe Kraft und die rohe Gewalt als höchste Versuch, sie mit unbequemer Raschheit geistig zu heben so lange eine anhaltende, aufreibende sein, bis nur noch treibende Faktoren gesetzt werden, da ist es die bedauer- oder gar den Versuch, sie veredeln zu wollen. Der Einer übrig bleiben und alle anderen Wettbewerber besiegt liche Tendenz zu einer rückschreitenden, atavistischen Ent- Spiegel, den der Homo nobilis ihr, selbst unwillkürlich, haben wird. wicklung, ein reaktionärer Rückschlag auf frühere Entwicklungs- entgegenhält, zeigt ihr ja ihre geistige Inferiosität( UnterIm stillen schattigen Wald, wo der Hauch des Lebens zustände unserer Vorfahren, die dem thierischen Wesen geordnetheit) oder sittliche Erbärmlichkeit. Die Gesellschaft kaum das Blatt ara Baum zu bewegen vermag, wo die unserer Ahnen näher standen, als wir stehen. Solche faßt nicht den Spiegel, in dem die Karrikatur erscheint, Natur anscheinend in einem paradiesischen Frieden träumend Anwandlungen können nur vorübergehender Natur sein; denn sie sucht den geistig Fortgeschrittenen und den Geläuterten schafft und schaffend träumt, während die sengende SonnenAufwärts geht der Menschheit Gang; zu zerschmettern und brutale oder gewissenlose. hize über das offene Feld streicht im stillen Wald mit Ankläger drängen den Richter auf den Schimmel des seiner sonntäglichen Ruhe sterben in jeder Minute Tausende Gesetzes, den geistigen und sittlichen Fortschritt aufs von Pflanzen und entwickelungsfähigen Keimen im Kampf Schwerste zu verlegen. Die Geschichte des geistigen, polium's Dasein. Die Pflanzen kämpfen um den Boden, in tischen und ethischen Martyriums ist ja ungemein reich und dessen Grund sie Wurzeln treiben, sie kämpfen um das in Dabei wollen wir nicht vergessen, daß die Menschheit noch heute nicht abgeschlossen. Den gebildeten und höheren der Erde festgehaltene Wasser, sie kämpfen um Luft und als Ganzes nie und nimmer dauernd dem Rückschritt ver- Ständen gegenüber ist die heutige Praris humaner: fie Licht und wer ein aufmerksames Auge befißt, sieht fallen kann. Einzelne Theile, ganze Völker und Nationen geißelt nicht den Leib, sie vergießt kein Blut mehr; sie überall im stillen Reich der Pflanzenwelt unzählige Er- mögen stagniren oder gar wie ein Hemmschuh dem Rad zerstört nur das Nervenmark des Fortgeschrittenen durch scheinungen als Ausdruck eines rigorosen Daseinskampfes, des Gesammtfortschrittes im Wege stehen: das Ganze Mißachtung und Mißhandlung. Den schlichten Mann der überall korrigirt, überall ausjätet, überall zur An- bewegt sich dennoch in der Richtung nach Vorwärts, selbst aber züchtigt die Gesellschaft noch heute schwer, strengung aller Kräfte und zur Weiterentwickelung von wenn das Rad seinen Hemmschuh zermalmen müßte. wenn er seine fortgeschrittenen Ansichten und nüßlichen Anlagen drängt, also allenthalben zugleich ver- Dabei kommt der Gesammtfortschritt in der Entwicklung sein fortgeschrittenes Empfinden zu äußern wagt!" nichtet und verbessert. jedem Einzelnen zu gut, wie sehr oft auch das Gegentheil -Ob sich der Pfad auch krümmt und windet; Ja, ob er auch jahrhundertlang In dunkle Abgrundtiefen schwindet: Nach Oben wieder reißt sie doch der Drang. ( Graf von Schack.) Auch in der Thierwelt ist der Kampf um's Dasein der Fall zu sein scheint. Es ist eitel Trugschluß und Ebenso werden die übrigen Gattungen vortrefflich nicht immer blutig, nicht immer geräuschvoll, aber deß- unverständniß, wenn behauptet wird, der Darwinismus charakterifirt: der Durchschnittsmensch, der vorsichtig die wegen doch nicht minder vernichtend. Der Hungertod, an sei die Sanktionirung einer aristokratischen Politik, eine Grenzen meidet, welche von Märtyrerkrone und Strafrecht" dem Milliarden von Thieren zu Grunde gehen, ist nur Berherrlichung der Stände- oder Klassen- Bevorzugung, martirt werden; der Homme canaille d. i. die kompenfirte das Ende einer besonderen Form des Daseinskampfes. die Lehre von der Zuchtwahl im Kampfe um's Dasein oder kleine Kriminalität", von dem es heißt:„ Das Gesetz Glückliche Instinkte oder ein größeres Maß von Verstand führe naturnothwendig zur Gutheißung einer aristokratischen ist für ihn keine Falle, sondern eine Handhabe, um mit oder ein anderes günstiges Merkmal irgend welcher Art Differenzirung innerhalb der fortschreitenden Nationen. dessen formellen Gebrechen dem Edlen und Unschuldigen kann das eine oder andere Thier vor dem Hungertode be: Das Gegentheil ist richtig, und aus dem Prinzip der eine Grube zu graben. Den Homme canaille jah man wahren, während Tausende seiner Mitbewerber elend zu natürlichen Züchtung, wie es von Darwin aufgestellt in der Geschichte öfter auf dem Throne, an der Spige Grunde gehen. worden, fließen Postulate ganz anderer als aristokratischer von Armeen, als Helden und Administratoren gefeiert u. s. w." Nun ergiebt sich hieraus von selbst, daß sich in der Natur. Das will ich begründen: Die Masse der Gattung Homo vitiosus( der Lasterfreien Natur ohne Vorbedacht irgend eines denkenden Kein Mensch bestreitet, daß der wissenschaftliche und haften) bilden nach Benedikt solche, die„ ,, durch ihre soziale oder nach Ziel und Zweck schaffenden Wesens eine industrielle Fortschritt unserer Zeit auf der Arbeit der Stellung und besonders durch Reichthum ihr lasterhaftes Auswahl geltend macht. intelligentesten und der findigsten Köpfe beruht. Treiben, ihre gewissenlose Vernichtung von Menschenglück Unter den zahllosen Bewerbern um das Dasein siegt Diese intelligentesten und findigsten Köpfe rekrutiren sich und Menschentugend verbergen und unantastbar und unjeweilen der Stärkste, d. h. der den Verhältnissen aber nicht allein aus den Häusern und Palästen der obern gestraft machen." gegenüber am besten ausgestattete; alle Schwächeren, Behntausend, sondern zumeist aus dem arbeitenden Bolk, Wenn die Wissenschaften sich gegenseitig die Hände minder günstig Ausgestatteten unterliegen früher oder später: aus welchem die Natur fortwährend neue Talente auf- reichen, kommt allemal etwas heraus; das sehen wir oben sie werden im seelenlosen Kampf um's Dasein ausgejätet. feimen läßt, während in höheren Regionen manches Genie bei Gelegenheit der Ueberführung psychophysischer Kenntnisse in der Ueppigkeit verkommt. Weise Staatsmänner haben in die Strafrechtspflege. Aber auch die Geschichte kann Das ist die natürliche Zuchtwahl, die natürliche bereits begonnen, einzusehen, daß der Intellekt der Bürger von der modernen Naturwissenschaft profitiren! Die verden kostbarsten Reichthum des Staates darstellt und daß schiedenen Erhebungen, oder wenn man lieber will, es zum Wohle des ganzen Staatswesens dient, wenn jedes Revolutionen würden fernerhin anders betrachtet werden vorragende Talent gleichviel ob es in der Hütte des müssen, ebenso wie die meisten gewaltthätigen großen Aermsten oder in der Villa des Reichen geboren durch Männer" in ein ganz anderes Licht rücken würden. Und Erziehung und Unterricht zur größtmöglichen Entwicklung daß man so Geschichte treibt und schreibt in künftigen gebracht wird. Je größer die Auswahl, desto sicherer der Tagen, das scheint uns fest zu stehen. Erfolg des Auswählenden, desto rascher der Fortschritt in Unser Gewährsmann berichtet, daß er zwanzig Jahre der Richtung zum Besseren, Vollkommneren. Auslese.... So ift Alles, was jetzt lebt und kriecht fliegt und schwimmt, das Beste von Allem, was unter den obwaltenden Verhältnissen entstehen konnte. In der freien Natur hat das Bessere selbst das Gute verdrängt. Hier liegt der Angelpunkt der neuen Weltanschauung. Hier liegt der Brennpunkt des Natur- Erkennens. Da liegt aber auch der Zündstoff, welcher das ganze Gebäude der alten Weltanschauung in einen Trümmer haufen zusammenbrennt. Da liegt das Todesurtheil der alten Zweckmäßigkeitslehre, der Teleologie, welcher zufolge Alles so herrlich und weise eingerichtet sein soll, weil es ein menschenähnlicher, nach Ziel und Zweck schaffender Urheber in's Dasein gerufen habe. " auf dem„ kriminal- anthropologischem" Gebiete gearbeitet und schon sehr lange sich ein Heft für Vorlesungen an der Universität ausgearbeitet habe; doch: die feindselige Haltung der maßgebenden Kreise und das geringe Verständniß der Konsumenten für solche geistige Produktion hat mich zurückgehalten!" Wer das einsieht und es ist fürwahr nicht schwer einzusehen der kann nimmermehr wollen, daß der größte Theil des arbeitenden Volkes soll außerhalb des echtes stehen, seine fähigsten Köpfe studiren zu lassen, weil hierzu die Mittel" fehlen; wer jenes Zuchtwahl Selbstverständlich ist das auf das Tiefste zu beklagen prinzip richtig erfaßt hat, der wird ohne Weiteres zu dem Schluß kommen: alle Sorgfalt in der Erziehung und Aus- aber- leider! nur zu wohl zu begreifen und Wir können jener alten, kindlichen Zweckmäßigkeits- bildung, alle Schulen ohne Unterschied und alle Lehrmittel leicht zu erklären. Nun, seitdem hat Italien den positiven Schritt lehre durchaus entbehren; wir müssen ihr entsagen, denn zur Förderung größtmöglicher Entwicklung der aufkeimenden in der ewig bewegten Materie liegt ihre eigene Daseins- Talente gehören den von der Natur( nicht den gethan, wenn auch noch mit gewissen Fehlgriffen, so doch und Schaffenskraft, in welche einzugreifen kein außer von der Geburt!) am meisten Begünstigten aus allerlei prinzipiell in umfangreicherer, mehr wissenschaftlicher Weise natürliches Wesen Anlaß und Macht haben kann. Alles, Volk ohne Ansehen des Standes und Geschlechtes. die materialistische Psychologie in sein Strafgesetzbuch überwas heute cristirt, das ist genau so, wie es ist, weil es Talenten und Geistesgaben um das Höchste konkurriren Erst wenn alle Erdenbürger ungehemmt mit ihren zuführen. nicht anders werden konnte; es ist ein Natürlich- Talenten und Geistesgaben um das Höchste konkurriren Im Jahre 1886 flagte noch Benedikt, daß man Gewordenes, kein Göttlich- Gewolltes; denn wäre es legteres, können, erst dann sind wir gewiß, daß das ganze Gut schreie, diese neue Lehren machten es nöthig, über umso müßte die ganze lebendige Natur noch viel vollkommener der von der Natur erzeugten Geisteskraft im Sinne eines gestürzte Thronen, über die rauchenden Trümmer alter sein, als sie es jetzt ist. Gar viele Organismen sind noch segensreichen Fortschrittes, der ja unfehlbar schließlich Allen Kulturstätten zu rasen und vorher die Polizei und die mangelhaft ausgestattet und ihre Nachkommen werden sich zu Gute kommen muß, seine richtige Verwendung findet. Staatsanwaltschaft aufzuknüpfen." Doch weissagte er auch: weiter entwickeln müssen, wenn sie nicht überhaupt von die richtige Anschauung wird in die Gerichtssäle eindringen! der Weltbühne verschwinden wollen. Die Gegenwart hat ihm in Italien recht gegeben. In der That wird auch anderwärts„ das Unheil, welches eine verfehlte wissenschaftliche Richtung anstellt, verschwinden" und zwar nicht nur auf dem Gebiete der Kriminalistik, sondern auch auf vielen anderen Gebieten! Wir sehen: Das Prinzip der natürlichen Zuchtwahl ist kein mysteriöses, kein geheimnißvolles, kein beseeltes, kein bewußtes, kein mit Ziel und Zweck schaffendes Wesen. Es ist vielmehr eine Zusammensetzung bekannter natürlicher Faktoren Gewiß hat die natürliche Zuchtwahl im Kampf um's Dasein auch bei der Entwicklung unseres eigenen Geschlechtes als Hauptfaktor gewirkt und ist ausschlaggebendes Prinzip gewesen bei der Menschwerdung aus thierischen Vorfahren. Aber da war es nicht eine Zuchtwahl im Sinne der Begünstigung gesteigerter Körperkraft, sondern eine Auslese in der Richtung intellektueller und moralischer Entwicklung. Die Zeitgenossen des primitiven Menschen, der noch halb Thier, halb Gott gewesen, waren reißende Thiere und übermächtige Ungeheuer, mit denen er schwere Kämpfe zu bestehen hatte; aber der Mensch obsiegte kraft der gesteigerten Weiterentwicklung der Verstandeskräfte, der Vernunft, der sozialen Triebe und sozialen Tugenden. Die rohe Gewalt und Körperkraft mußte eines Tages mehr und mehr dem überlegenen Verstande weichen. Der Egoismus diese treibende Urkraft zur Erhaltung des Einzelnen, die Selbst liebe des Individuums wurde mehr und mehr von dem Trieb zur Förderung des Ganzen, zur Erhaltung der Sippe oder des Stammes, Verbrechen und Geistesstörung. III. Höchst interessant ist Benedikt's( einst in Antwerpen, wohl auf einem Aerzte- Kongreß gegebene) Eintheilung der Menschen in drei Hauptgattungen: I. Homo nobilis( der edle Mensch); Die Gesellschaft wird allerdings darnach streben müssen, daß Mißbildungen der Willen und der Gehirne II. Homo typicus( der Durchschnittsmensch); durch äußere Einflüsse, Noth, Elend, Mangel an Nahrung, III. ohne besonderen Namen, der unter dem allgemeinen Wohnungsmifère, und wie die Geißeln der heutigen Typus stehende Mensch, der in drei Unter- Gruppen Gesellschaft alle heißen, immer mehr unmöglich werden zerfällt: und daß der Homo nobilis der Normaltypus einer 1. Der Homme canaille, für den unser Gewährs- gesünderen und glücklicheren Generation werde. Wie mann keinen anderen, recht passenden Ausdruck jagt Jbsen? Laßt uns alle Adelsmenschen werden." und Namen gefunden hat, und der auftritt als a) H. brutalis( der Thierischrohe) und b) H. perfidus( der Boshafte); 2. H. vitiosus( der Lasterhafte) und endlich 3. H. criminalis( Verbrecher), dessen Unterabtheilungen bilden der a) Verbrecher mit normaler Anlage, b) Verbrecher aus Profession( auch Noth), c) Berbrecher aus Krankheit oder Vergiftung ( meist Alkohol), d) Verbrecher aus physischer,( Gehirns-) Entartung. gezügelt und in den gedeihlichsten Schranken gehalten. Beim Homo nobilis( edlen Menschen) steht die An die Stelle des übermächtigen thierischen Egoismus vielsagende Erläuterung:„ Bei solchen Menschen ist der Manfred Wittich. Ueber die unglaublichen Leistungen der modernen Eisenkonstruktionen fann man sich besonders auf der Pariser Weltausstellung unterrichten. Der Eiffelthurm und die Maschinenhalle sind hier die Gipfelpunkte alles bisher Erreichten. Der Zeitungsleser kennt heute bereits aus Berichten und Abbildungen Einzelheiten des ersteren Werks. Er weiß, daß es dreihundert Meter hoch ist, auf vier Beinen ruht, drei Platt formen und eine Glaslaterne enthält, von unten bis oben aus zusammengenieteten eisernen Schrägkreuzen besteht, daß seine Spike selbst beim stärksten in Paris vorkommenden Sturm nicht weiter als zehn bis fünfzehn Zentimeter von der Senkrechten abschwanken schiedener Systeme den Besucher von unten bis zur dritten Platt" wird und daß er so eingerichtet ist, daß er von der Begründung Aus Baden.*) in seinem Urtheil über die Leute nicht beeinflussen. Sie halten zweier seiner vier Beine aus mittels Wasserdruck- Vorrichtungen in es eben für selbstverständlich, daß das Unternehmen, in seiner ganzen Masse nach Belieben gehoben werden kann. Ebenso g. k. Sehen wir uns an der Hand des Berichtes des dessen Interesse sie die ganze Arbeitskraft ihres Lebens wenig ist es dem Leser unbekannt geblieben, daß Aufzüge ver- badischen Fabrikinspektors noch einmal die Lage der Arbeiter perbraucht haben, auch für die nöthigen Bedürfnisse ihres Alters zu sorgen hat. Es kommt ihnen wohl kaum zum form in etwa sieben Minuten befördern und daß auf der ersten in seinem Bezirk im Allgemeinen etwas näher an, nachdem alaren Bewußtsein, daß es sich hier um vollständig freiwillige und zweiten Plattform zahlreiche Kaffee-, Bier- und Gasthäuser wir in Nr. 17 die Wohlfahrtseinrichtungen" des Herrn Berabreichungen handelt, sonst würden sie nicht mitunter in harmeingerichtet sind, wo man, beinahe im Bereiche der Wolken, es sich C. ten Brink in Arlen im Besonderen kennen gelernt haben. loser Weise um Erhöhung ihrer Rente vorstellig werden, indem sie so gut schmecken lassen kann, wie nur irgend auf ebener Erde. Ein Pariser Korrespondent der Voss. 3tg." berichtet noch lernende Arbeiten sind überall ohne Schwierigkeit und in reichlichen(???) Regelung dieser Sache kann solchen Vorstellungen Wir hören da:„ Arbeiterinnen für leicht zu er- nachweisen, daß sie mit derselben bei der besonderen Lage ihrer Familie nicht ausreichen können. Bei der festen und folgendes Nähere über das gigantische Werk: Ich habe einen wirklich ästhetischen Eindruck nicht von der Höhe des Thurmes, großer Bahl zu haben. Ihr Lohn ist daher sehr gering, selbstverständlich keine Folge gegeben werden." sondern von seiner Leichtigkeit, die man zierlich nennen möchte, doch ist hierin eine Verschlechterung im Betriebsjahr nicht Ist die Jronie des Herrn Fabrikinspektors nicht fein und von seinem Unterbau bis zur ersten Plattform empfangen. eingetreten." Die Arbeiterinnen verdienen in Mannheim und köstlich? Der Fabrikant, der die Arbeiter, die er Da schwingen sich von steinernem Widerlager vier ungeheure Bogen mit athemraubender Kühnheit vierzig Meter hoch in einem einzigen( einer größeren und reichen, ziemlich theuren Stadt), gegen einen Lohn, von dem er selbst sagt, er reicht Sage in die Luft und bilden eben so viele schwindelerregend hohe 90 Pfennige bis 1,10 Mark im Tage. Ebenso bezahlen für den Unterhalt einer Familie nicht aus, zeitund weite Thoröffnungen, durch welche man Dome mit fast überall im Lande Papierfabriken den Arbeiterinnen lebens ausgesogen hat, giebt ihnen im Alter eine Kleinig= Kuppeln und Thürmen fahren könnte. Der ganze Trofadero, 10 Pf. per Stunde, manchmal noch weniger." feit zurück von dem ihnen zu Unrecht Vorenthaltenen in Hügel, Palast, Minarete und Alles, erscheint in einer solchen Bogenöffnung eingerahmt, und zwischen dem obern Nande des Zigarrenmacher verdienen in Akkord freilich nur einer ganz ungenügenden Nente, die für sie nicht ausreicht. Palastes und dem untern Rande des Bogens ist noch ein ganz 82 bis 91/2 Mark, Wickelmacher 4 bis 5½½2 Mart in Er verlangt aber Dank dafür, er, der täglich seinen gehöriger Spielraum. Unter dem Eiffelthurm stehend empfindet der Woche, aber der Herr Fabrikinspektor giebt doch Arbeitern dafür danken müßte, daß sie sich so behandeln man wirklich die Schauer des Erhabenen, wenn man mit bangem an, daß durch diese Industrie in zahlreichen Ortschaften lassen. zu spotten scheinen, welchen der Stoff unterworfen ist. 11 " Blick dem Schwunge der Bogen folgt, die allen Geſetzen der Schwere der Pfalz Wohlstand verbreitet sei, weil die Zigarren- Selbstverständlich giebt er den Bitten um ein größeres Und ähnlich ist der Eindruck, den ein zweites Bauwerk hervor- macherei hier als Hausindustrie betrieben wird. Er Almosen, von dem der arme ausgesogene Mann leben bringt, welches in seiner Weise ebenso merkwürdig ist, wie der singt der entsetzlichsten Ausbeutungsart, der Hausindustrie, kann, kein Gehör. Wir haben ja seinen Grundsatz gehört: Eiffelthurm, wenn es auch bisher noch nicht so viel gerühmt wurde. ein begeistertes Loblied. Auf diese Frage hier näher einSie sollen ihre Lage etwas empfinden!" Das gilt für Das ist die Maschinenhalle. Die Nothwendigkeit hat da ein die mit ihren Familien darbenden arbeitsfähigen und Wunderwerk veranlaßt, das seines Gleichen in der Welt nicht hat. zugehen, müssen wir uns versagen. Der Boden des Marsfeldes ist schwimmend und gestattet Der Herr Fabrikinspektor zieht die Wohnungsfrage fleißigen Arbeiter, warum soll es nicht für die alten, nicht fichere Gründungen nur mit unverhältnißmäßig großem Aufwande in Betracht. Die Miethen betragen in Mannheim bei mehr ausnußungsfähigen gelten. von Geld und Zeit. Die Ingenieure, welche die Maschinenhalle 600 bis 700 Mark Arbeitseinkommen 180 Mark jährlich. Das Bild ist also dies, das uns der Bericht giebt: bauten, hatten also die Aufgabe zu lösen, leinen sehr großen Naum ,, fleißige Arbeiter, die in normalem Verdienst nicht im Stande sind, nur die Hälfte des berechtigten Eristenzminimums für ihre Familie zu erwerben." ( Bericht S. 67). unter Dach zu bringen und doch sehr wenige Pfeiler aufzumauern. In den Dörfern, 5 Kilometer im Umkreise, ist es nicht Diese Aufgabe wurde mit wunderbarer Stühnheit gelöst. Der besser. Um die Löhne nicht aufbessern zu müssen, greifen 110 Meter breite Raum ist in seiner ganzen Weite von die Fabrikanten auch hier zu Wohlfahrtseinrichtungen", teiner einzigen Stüße unterbrochen. In großen Abständen die ihnen billiger zu stehen kommen. Man baut Arbeiterruht der gewaltige Fuß von eisernen Pfeilern auf einem niedrigen wohnungen, versteht sich aus ,, Humanität", und vermiethet gemauerten Unterbau auf, steigt dann bis zur Giebelhöhe gerade empor und springt in Form eines Eselsrückenbogens über den fie den Arbeitern so, daß ein Profit von 4 pбt. Zins, Fabrikanten, die statt Lohnerhöhung dem darbenden ganzen Raum hinweg, um 110 Meter weit auf der anderen Seite 1/2 pCt. Amortisation und 1/2 pCt. für Unterhaltung Arbeiter eine Unterſtüßung gewähren, aber keine ausauf einem ähnlichen Unterbau wieder zu landen. Es giebt keine dabei herausspringt. Das ist doch wiederum ,, Humanität", reichende, damit er seine Lage noch fühlt", die aber hierfür Kirche, feine Halle, feinen Bahnhof, welche derartige Verhältnisse bei der Geld gespart wird. ganz im Ernst und in aufrichtiger Meinung noch den zeigen und einen derartigen Eindruck machen würden. Der Holzbau gestattet natürlich nicht entfernt ein solches Da nun die Arbeiter aber auch sonst noch von ihrem Dank der Arbeiter für die„ ,, Wohlfahrtseinrichtungen" verAufstreben und Ausgreifen der Träger, ein solches Hinaufheben Lohn nicht leben können, so muß wieder an die„ Humanität" langen, die dem Arbeiter es möglich machen, sein freudloses und Hinausrücken von Dach und Wänden. Auch der Steinbau, appellirt merden. Man errichtet Speiseanstalten. Das Dasein im Interesse der Fabrikanten weiter zu schleppen. selbst in seiner fühnsten Behandlung, in der Gothik, sezte dem Muster des Musterfabrikanten Herrn C. ten Brink wird Das ist ein lehrreiches Bild der Zustände und der Bestreben des Meisters, sich von der Nothwendigkeit häufiger ängstlicher Rückkehr zum allein sichern Erdboden zu befreien, immerhin hier sehr empfohlen: Verblendung unserer Zeit. bergleichsweise enge Schranken. Erst der Eisenbau macht den Bauerfinder gleichsam von der Erde frei. Er schafft sich eine eigene neue Aesthetik, an die das Auge noch nicht ganz gewöhnt ist, die aber in ihrer Weise ebenso gewaltig wirkt wie das Beste, was die alte Stein- und Holzbaukunst hervorgebracht hat. Die Maschinenhalle macht den Eindruck des Erhabenen. Sie und der Eiffelthurm find die Schöpfungen, durch welche die 1889er Weltausstellung in der Geschichte menschlicher Gesittung fortleben wird. " Dort wird lediglich auf je 4 Arbeiter ein Pfund Fleisch gekocht und aus der Fleischbrühe durch Einlage von Reis, Kartoffeln, Erbsen u. dgl. eine konsistente Suppe hergestellt. Essen, welches aus einer Portion dieser Suppe und Pfund Fleisch besteht, und welches der Fabrik 17 Pf. kostet, wird den Arbeitern zu 12 Pf. abgegeben.( Wie human!) Wenn dies auch keine sehr reichliche Nahrung ist( träftige Suppe" jagte Herr J. Edward Hall, ist vor vierzehn Tagen in New- York ten Brink. Ihre Kraft" besteht in Wasser und Kartoffeln), so ist verschieden. Amerikanische Arbeiterblätter widmen ihm der auswärts wohnende Arbeiter doch gut und zweckmäßig ernährt. Es ist dann eher die Möglichkeit einer zweckentsprechenden folgenden Nachruf: Abendmahlzeit mit seiner Familie gegeben." Das Ein treuer Vorkämpfer der Sozialdemokratie in den Vereinigten Staaten, Seine Arbeit ist gethan. Bur Fabrikgesetzgebung in Holland. Er war ein einfacher, schlichter Mann Es ist ganz ohne Zweifel, daß im Großen die und doch Das nunmehr von beiden Kammern angenommene Nahrung billiger und besser beschafft werden kann, als in ein Denker; ein Mann der Versöhnung und des Friedens Gesetz über den Schuß der Kinder und Frauen soll den einzelnen Familien. Wir sehen hier, wie im Interesse- und doch ein Kämpfer; ein Mann der harten Thatam 1. Januar 1890 in Kraft treten. der Fabrikanten die Familienwirthschaft, die freilich fachen- und doch ein Jdealist. Wenn man den ersten Artikel des Gesezes lieft, kann in unsere großkapitalistische Zeit, die nach Vergesellschaft- J. Edward Hall war keine große glänzende Erman sich eines sehr peinlichen Gefühls der Enttäuschung lichung drängt, nicht mehr hineinpaßt, aufgesogen wird. scheinung, die meteorengleich ihre Bahnen zieht und die kaum erwehren; denn ausdrücklich als nicht unter das Breiten sich diese Speiseanstalten erst mehr aus, veranlaßt Augen einer gedankenlosen, leicht zur Bewunderung Verbot fallend sind angeführt: Verrichtungen für Acker-, durch das Bestreben niedrige Löhne zu zahlen, so löst sich bereiten Menge auf sich lenkt; viele überragten ihn an Garten-, Waldbau, Viehhüten und Torfgraben( Arbeiten ganz ohne Zwang die Familienwirthschaft der Arbeiter blendenden Gaben des Geistes, an organisatorischem Talent, in Moorgründen). Es werden auf diesem Gebiete die auf. Man braucht dann keine Küchen und Keller mehr, an Gewalt der Rede- keiner aber an unentwegter Treue bisherigen Mißstände gesetzlich geschützt. Wenn man an sondern nur noch Schlafhäuser. Es ist nicht mehr er- und nie zu erschöpfender Opferwilligkeit für die große, die Schilderungen denkt, welche namentlich in der letzten forderlich, daß die Frau zum Führen der Wirthschaft zu einzige Sache, der er sein, ach, allzukurzes Leben gewidmet: Zeit über das Loos der in den Torfgräbereien arbeitenden Hause bleibt, die Zahl der sich zur Arbeit anbietenden für die Sache des Sozialismus. Frauen an die Deffentlichkeit gedrungen sind, dann kann wird wieder größer, der Profit für die Fabrikanten ver- Wenn man den Charakter des Verstorbenen mit einem man das Bedauern darüber nicht unterdrücken, daß solche mehrt sich. Deshalb wird dieser Fortschritt" auch einzigen Wort bezeichnen will, so muß man sagen, daß Mißverhältnisse auch ferner geduldet werden sollen. In sicher nicht lange auf sich warten lassen. Alles an ihm ächt war, prunklos, aber über jeden Zweifel sozialdemokratischen Blättern wurde denn auch nur in absprechendem Tone über das Gesetz geurtheilt. Dieser augenscheinlichen Wirkung gegenüber ist es erhaben ächt. Seit er die Wahrheiten des Sozialismus tomisch zu lesen, wie sehr besorgt der Fabrikinspektor dafür sich zu eigen gemacht, gab es für ihn nur ein Ziel, eine ist, daß die Arbeiterinnen durch Haushaltungsschulen Lebensaufgabe: das Licht der Erkenntniß unter seine Mitzu guten Hausfrauen erzogen werden. Zum Kartoffelkochen arbeiter zu tragen, ihre Sache zu der seinigen zu machen, und um den dünnen Kaffee zu bereiten, dazu gehört doch für sie zu kämpfen, zu leiden und wenn es sein mußte besondere Kunft nicht, und bei 19 bis 20 Mart vierzehnzu sterben. - Solche Charaktere zeugt nur die unbedingte Hingabe und in unseren Tagen giebt es Der Inhalt der übrigen Artikel ist kurz folgender: Kindern unter zwölf Jahren ist die Arbeit in Fabriken und Werkstätten überhaupt untersagt. Es ist verboten, Personen unter 16 Jahren in Fabriken und Werkstätten Arbeiten verrichten zu lassen, tägigem Verdienst wird es wohl etwas mehr nicht auf Und er ist für sie gestorben; nicht den leichten Tod welche gesundheitsschädlich und lebensgefährlich sind; die dem Arbeitertisch geben. Die Haushaltungsschulen scheinen auf dem Schlachtfelde einer phantastischen Ehre", sondern Arbeit darf nicht früher anfangen als Morgens 5 Uhr uns gerade denselben Zweck zu haben, als vielleicht das den viel schwereren und grausameren: aufreibender Arbeit, und nicht später endigen als Abends 7 Uhr, doch ist Schlittschuhlaufen für einen Kongo- Neger. Dies ist unaufhörlicher Entbehrung, martervoller Aufopferung und soweit Spielraum gelassen, als nur eine elfstündige sopielerei, die aber, weil für die Fabrikanten dabei nicht strenger Entsagung und Pflichterfüllung. Arbeitsdauer nicht überschritten wird; zwischen 11 und so viel wie bei den anderen Wohlfahrtseinrichtungen" 3 Uhr muß eine Ruhepause von wenigstens einer Stunde herausspringt, nur als vereinzelte Liebhaberei auftritt. an eine große Sache gegeben werden. Doch sind auch hinsichtlich dieser Zeit- Die Wohlfahrtseinrichtungen werden wohl von allen keine größere als den Sozialismus. bestimmungen Ausnahmen gestattet, zu denen die Genehmigung Arbeitern ohne Ausnahme als das erkannt, was sie sind, J. Edward Hall war der unfrige-in jedem Sinne: der zuständigen Behörden einzuholen ist. als Mittel, niedrige Löhne zahlen zu können. Es als Mensch, als Sozialist. Er ist arm gestorben, blutarm Sonntagsarbeit ist nur in ganz bestimmten Fällen ist eine eigenthümliche Verblendung, wenn die Herren selbstverständlich.„ Er auch war ein Proletar." ( Reinigen von Dampfkesseln u. s. w.) gestattet. Juden Unternehmer für diese Mittel, ihren eigenen Profit zu Seine Arbeit ist gethan. Sorgen wir, daß wir die müssen auf ihr Verlangen am Sonnabend und anderen erhöhen, noch Dank der Arbeiter verlangen. unsrige thun, so gut, so schlicht, so ohne Wanken, wie israelitischen Festtagen von der Arbeit freigestellt werden. Herr ten Brink geht in seiner Humanität noch weiter. der stille Mann, dessen Gebeine wir den Flammen des Frauen dürfen innerhalb der ersten vier Wochen Man denke, er giebt den von ihm ausgenüßten Arbeitern Crematoriums übergeben werden. nach ihrer Entbindung überhaupt nicht arbeiten. sogar eine Alters- und Invalidenversorgung. Der Dann erweisen wir ihm wirklich die letzte Ehre: im Zur Handhabung dieser Bestimmungen werden von Herr Fabrikinspektor erzählt, uns darüber wir wissen nicht, Geist und in der Wahrheit." der Regierung für das ganze Land höchstens drei ob mit freiwilliger oder unfreiwilliger Ironie, Folgendes: Fabrikinspektoren ernannt, welche von den Bürger-" In den zuletzt genannten Fabriken wurden Arbeiter, welche meistern in der Ausübung ihres Amtes unterstüßt werden nach längerer Dienstzeit wegen Alter und Krankheit erwerbsmüssen; die Inspektoren haben jederzeit Zutritt in die unfähig waren, ziemlich weitgehend unterstützt. Nunmehr ist die Fabrikräume, untergeordnete Beamte aber nur auf Vor- Versorgung aller dieser Invaliden in der Art geregelt worden, daß der Arbeiter alle 14 Tage 12 Mart Gährlich 312 Mark), die zeigen eines vom Bügermeister oder vom Staatsanwalt Arbeiterin 9 Mark( jährlich 234 Mark) erhält, ohne daß dafür ausgestellten Erlaubnißscheines; den Fabrikinspektoren ist während der Zeit der Erwerbsfähigkeit ein Abzug gemacht wird. überdies strengste Geheimhaltung alles dessen, was sie in( Die 100 000 Mart jährlich, die Herr ten Brint seinen Arbeitern der Fabrik über Betrieb, Herstellung der Waaren u. f. w. gesehen haben, zur Pflicht gemacht. Der zuwiderhandelnde Beamte fann mit 6 Monaten Gefängniß oder 600 Gulden Buße bestraft werden. Für die Uebertretungen der Arbeitgeber find 14 Tage Gefängniß oder 75 Gulden Buße, im Rückfall Verdoppelung der Strafe, angedroht. zu wenig Lohn zahlt, rechnet er natürlich als keinen Abzug. D. R.) Obgleich die ganze hier in Betracht kommende Arbeiterschaft nach dem Zeugniß des Herrn ten Brink fleißig, nüchtern und sparsam ist, sowie für das Interesse der Fabrik ist, und immer ein gutes Berhalten beobachtet hat, auch zu dem Arbeitgeber in einem wirklichen Vertrauensverhältniß steht, ist es doch noch niemals vorgekommen, daß ein Arbeiter sich für die freiwillig gewährte Rente bedankt hat. Ihr Arbeitgeber läßt sich hierdurch aber *) Vergl. auch die Nr. 16 ff. Schnitzel. Weß Auge nie im Zorn geflammt-: Der ist im tiefsten Herzensgrunde, Der ist in tiefster Seele schlecht, Der ist bis in die letzte Stunde, Bis in den Tod der Selbstsucht Knecht. Emil Ritterhaus. * * * Du kerkerst den Geist in ein töneneud Wort, Doch der freie wandelt im Sturme fort. * * Schiller. Des Menschen Geist und Blut ist jeßund Gut und Geld; Wer dies nicht hat, der ist ein Todter in der Welt. * * Logan, 1654. Wie weise man auch sonst den Salomo geachtet, So hat er doch hierin nicht alles recht betrachtet, Daß zu der Dinge Zahl, die niemals werden satt, Die Steuer er nicht auch noch beigefüget hat. * * Nicht was dein, was mein, Sondern was nüßt der ganzen Gemein'! Logan. Leibniz. Geschriebenes Recht ist wie Spinneweben; die Mücken bleiben barin hängen, die Hummeln brechen durch. Volksmund. Streik der Berglente im Ruhrgebiet feit voriger Woche beendet. Die Forderungen find bewilligt. Wir Der Streik der Rigdorfer Fantasiewebergesellen ist Der dürfte in diesem Augenblick beendet sein, nachdem das Komité selber bitten die Kollegen, welche noch Sammellisten von uns besigen, dies für Freitag zur Arbeitswiederaufnahme aufgefordert hat. selben zurückzusenden an A. Schulze, Rigdorf, Rosenstr. 18. 11 Mitglieder des Streikkomites wurden im letzten Augenblicke Große öffentliche Versammlung der Modelltischler noch verhaftet, ein Theil davon soll freigelassen sein, und ebenso Berlins. Heute, den 1. Juni, Abends 8½ Uhr, bei Faustmann, wurde gegen den( ultramontanen) Führer Weber die Anklage Invalidenstr. 144. Bericht über den Stand unserer Streifangelegen wegen Majestätsbeleidigung fallen gelassen. heiten. Pflicht eines jeden Modelltischlers ist es, zu erscheinen. Eine Delegirtenversammlung von Bergarbeitern in Herne ist - Verein gewerblicher Hilfs arbeiter Berlins. Die auf Grund des Sozialistengesezes verboten worden. Die Arbeiter haben sich alsdann im Freien versammelt, um zur Frage der Weiter- nächste Mitgliederversammlung findet Dienstag, den 4. Juni in führung des Strikes Stellung zu nehmen. Dies hatte die Behörde Uebel's Lokal( früher Renz Salon) Naunynstr. 27, Abends 8½ Uhrerfahren. Eine Kompagnie Infanterie sowie auch Rüraffire hatten statt. In derselben wird H. Mitan einen Vortrag über die Be sich in der Nähe aufgestellt. Auf ein gegebenes Signal wurden die Arbeiter, welche der Aufforderung, sich zu entfernen, nicht nachkamen, deutung der Arbeiterbewegung für die Kultur" halten. Gäste sind. attatirt, wobei die Kürafsire von der flachen Klinge Gebrauch herzlich willkommen. Kollegen, erscheint eben so zahlreich wie das. machten. Die Arbeiter flüchteten nach allen Richtungen hin. Auch letzte Mal. in Gelsenkirchen sind Versammlungen auf Grund des Sozialistengesezes verboten worden. Bum Berliner Bauhandwerkerstreik! Ein Aufruf der Maurer schließt mit den Worten: " Freunde, versagt uns Eure Sympathien nicht. Wir werden - das versprechen wir auch, als Bahnbrecher der Arbeiterbewegung, Euch stets zur Seite stehen, wir blicken deshalb froh in die Zukunft und wünschen, daß die Arbeitsverkürzung( die Maurer verlangen bekanntlich 9 stündige Arbeitszeit und 60 Pfg. Stundenlohn) bald das Feldgeschrei aller deutscher Arbeiter werden möge. Wir bitten mun unsere Kollegen dringend, jeden Zuzug von Berlin fern zu halten, auch uns mitzutheilen, wo vielleicht noch Maurer Arbeit finden können. In der geschlossenen Masse von 20 000 Maurern können wir den Kapitalisten die Stirn bieten. Also nochmals, haltet den Zuzug fern und der Sieg ist unser.( Strieg dem Kapital! Sieg oder Tod!) sollen vollständig erlogen Wilhelm Blos: Die französische Revolution". Die über den Bergmann Weber verbreiteten Aeußerungen Das in Lieferungen erscheinende reich illustrirte Werk von Volkss Mit Gruß die Streiffommiſſion der Berliner Maurer. Sämmtliche sein. Auch die bei den Haussuchungen vorgefundenen Briefe thümliche Darstellung der Ereignisse und Zustände in FrankBriefe und Anfragen sind zu richten an Julius Wernau, Zions- Bebels enthalten nach einer Darlegung im„ Volksblatt" absolut reich von 1789-1804( Stuttgart, Dieb), liegt nunmehr mit der Kirchplatz 2, 3 Tr.; alle übrigen Sendungen an Wilh. Kerstan, nichts, was eine Verbindung der Sozialdemokratie mit den reich von 1789-1804( Stuttgart, Diez), liegt nunmehr mit der Lübbenerstr. 4, oder an Beide, an das Zentral- Bureau, Dres- Streifs auch nur wahrscheinlich macht. Trotzdem wird fortgelogen. 20. Lieferung komplet vor. Der Ladenpreis ist billigst mit Mt. 4, denerstr. 116 bei Wendt. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck zusehen, da die Noth allgemein eine große ist und bei den langen Es ist nothwendig, auch jetzt noch die Sammlungen fort gestellt worden, gebunden Mt. 5,50. gebeten. Lohnfristen noch lange anhalten wird. Quittung. Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 3. d. M Die„ Rheinisch- Westfälische Zeitung" hezte gegen die strikenden Abends 8 Uhr im Vereinslofal, Louisenstädtisches Klubhaus, Arbeiter in der widerwärtigsten Weise und jubelte höhnisch über Annenstr. 16, L jede polizeiliche Maßregel. Als einen Haupttriumph feierte dies Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metall. nationalliberale Blatt es, daß ihr Dortmunder Korrespondent durch arbeiter( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 2. Dienstag, Einsicht der Civilstandsakten herausgefunden hat, daß die Tochter den 4. d. M., Abends 8 Uhr, bei Rautenberg, Wasserthorstr. 54, des Führers der Deputation der Bergleute beim Kaiser, Schröder, Versammlung. Aufstellung eines Delegirten zu der am 22. Juli vor 14 Jahren auf den Namen Lassalline getauft worden sei, stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung. Filiale 8. Sonnabend, den 1. d. M., Abends 8 Uhr, bei Gottschalt, Badstr. 22. was die Anhänglichkeit Schröder's an Lassalle befunde. Oberpräsident v. Hagemeister hat seine Entlassung erhalten. Delegirtenwahl. Als Nachfolger wird Unterstaatssekretär Studt- Elsaß genannt, ein schneidiger Mann! Die Bauarbeiter schreiben an die deutschen Arbeiter: Seit dem Jahre 1885 haben wir ein wachsames Auge auf die Arbeiterbewegung gehabt und haben zu manchem siegreich ausgeführten Lohnkampf, so viel wie in unseren Kräften stand, beigetragen. Wir glauben nun, daß Ihr von unserer Lage Kenntniß habt und daß Ihr uns in diesem Kampf, den wir zwar nur indirekt aber hoffnungsvoll mitkämpfen, unterſtüßen werdet. Das Bureau der Lohnkommission befindet sich Wallstr. 65 bei Schmidt. Briefe und Sendungen sind zu richten an Karl Wallenthin, Liebenwalderstr. 51. Wir geben noch folgende Meldestellen und Lokale bekannt: Für die Maurer: Norden: Ackerstraße 109 bei David, Mezerstraße 28 bei Harke, Nordwest( Moabit): Birkenstraße 24 bei Bick, West: Süd: Süd- Ost: Oft: Bülowstraße 52 bei Behland, Hornstraße 11 bei Zechlin. Stalizerstraße 61 bei Schmidt, Rüdersdorferstraße 8 bei Böhl, Berlinerstraße 36 bei Kummer. Zentral- Bureau: Dresdenerstraße 116 bei Wendt. Für die Zimmerer: Rirdorf: Berlin- Ost bei Kamerad Jäckel, Blumenstr. 19. der Zimmerer. Arbeitsnachweis West im Hohenzollern- Garten, Steglitzerstr. 27. Moabit bei Gerlach, Stromstr. 28. " " " Nord bei Köllner, Hochstr. 32a. " Süd in den Industriehallen, Mariannenstr. 31/32. Mr. Schuhfabrik N.Königst.83 15,20 3,50 Tischlerei von Fricke. Maler d. Werkstatt, Friz" 6,60 Cijelir- Werkstatt v. Stufahl durch E. 3.. A. B. Charlottenburger Freunde Schlosser W. Höner. Schuhmacher Müller, Friedrichsbergerstr 7. 41,50 Transport Mt. 61,23 Mehlich's Fabrit, Sophienstraße 21. Arbeiter d. Rose'schen Fabr. 2,50 6,15 Herrmann . 4,50 Frankfurt a. M. 12, 2,50 13,75 6,80 7,18 1, 7, " Tischlerwerkstatt Philipp, Manteuffelstr. Literarisches. Briefkast e n. Wir bitten, bei allen Geldsendungen genau anzu geben: x Mark für Volkstribüne, Monat..... y Mark für Arbeiterbibliothek Heft. Die auswärtigen Spediteure bitten wir doch umgehend die Volkstribüne" und die„ Arbeiter bibliothek abzurechnen. Wahlverein V und VI, Metallarbeiter, Stuckateure, Steinmeßen u. s. w.: Naummangel. Der Expedition fehlen vom Jahrgang 1888 die Sezer der„ Voltstribüne" 3, No. 1, 9, 13, 14, 15, 16, 18. Würden vielleicht einige Leser uns. dieselben überlassen können? Wir bitten dann recht dringend um Summa Mt. 133,18 sofortige Kreuzbandübersendung. Abgeliefert 29. Mai Mt. 60, 30. 50, Summa Mt. 61,23 Rest Mt. 23,18 Weitere Sendungen an die„ Erpedition", Berlin SO., Oranienstraße 23, oder an Herrn Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a.( Siche dessen Abrechnung im„ Volksblatt"). 3.. " " Gewerkschaftliches, Versammlungen. Die Metallarbeiter Berlins fordern zu Sammlugen für ihre Vertretung zum internationalen Kongreß in Paris auf. Zur Entgegennahme von freiwilligen Beiträgen sind bereit die Commissionsmitglieder: Richard Wendler, Reinickendorferstr. 29, Reinicke, Grünthalerstr. 66, Fahrenwald, Dieffenbachstr. 72. Seit dem 24. Mai streiken in Langenbielau zirka 600 Weber in der Dierig'schen Fabrik. Etwaige Gelder sende man an A. Krancher, Hummelberg, Langenbielau. Die Streikenden bitten ihre Kollegen dringend um Hilfe. Deutsche Allgemeine Ausstellung für Unfallverhütung -Berlin 1889 im Landesausstellungspark, am Lehrter Bahnhof. Täglich: Grosses Doppel- Concert. Die Geöffnet von 10 Uhr Vormittags ab. Eintrittspreis 50 Pfg. Freitags bis 6 Uhr Abends 1 Mark. An Sonn- u. Feiertagen wird die Ausstellung um 8 Uhr früh eröffnet. Theatervorstellungen finden um 6, 72 und 9 Uhr Abends statt und dauern ca. eine halbe Stunde. Preise: 1 Sitzplatz oder 1 Kulissenplatz 1 Mark, 1 Stehplatz 50 Pf. Brauerei im Betriebe. Täglich Tauchervorstellung, Bergwerk, Gefrierschacht. Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager, empfiehlt M. Wilschke, W. W. Hamburg. Nummer vom 4. Mai ist nicht mehr vorhanden. Neudsburg. Sie haben anzugeben vergessen, ob„ Tribüne" oder Arbeiterbibliothek". H. H. Wir fanden bisher noch keine Zeit, die Arbeit durch zusehen. Das nächste Mal. Leser. Inkoherenz lockeres Gefüge, geringer Zusammen. hang. Antagonismus= Gegensatz, Widerstreit, Widerspruch. = Abonnent. Bei den Parlamentswahlen in England haben die Frauen keinerlei Wahlrecht, aber bei den wichtigen Schulrathswahlen z. B. sind sie den Männern gewissermaßen gleichgestellt, und unter den 55 Mitgliedern des Londoner Schulraths befinden fich vier Frauen. Allgemeine Regel ist es, daß in Gefeßen das Wort„ man" das Wort ,, woman"( Frau) einschließt. Drechsler. Seit dem Jahre 1888 besteht in Hamburg eine Bentral- Kranken- und Sterbekasse der Drechsler( E. H.)." Diese ist aus einer im Oftober 1884 gegründeten Kasse, welche gleichfalls eine Zentraltasse war, durch unglückliche Verhältnisse aber zur Auflösnng gebracht wurde, hervorgegangen. Vorsigender ist C. Legien, das Büreau befindet sich seit dem 1. Mai Hamburg- Eimsbüttel, Ofterstr. 76b. Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- u. Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Spezialität: Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. Schuh- und Stiefelwaarenlager von Klinger und Grossmann, Waldemarstraße 68a( früher Trainkaserne). Sämmtliche Bestellungen auf Bücher und nachstehende Photographien liefert die Buchhandlung von [ 39 Junkerstr. 1, Ecke d. Markgrafenstr. Wendt's Restaurant Dresdenerstraße 116. Inh. W. Gründel. Arbeitsnachweis für Maler, Tischler, Schlosser, Buchbinder und Drechsler. Reichhaltiger Frühstücks-, Mittags: und Abendtisch. Speisent à la carte zu jeder Tageszeit, sol. Preise. Vorzügliches Weiß und Bairisch- Bier. = 2 franz. Billards und 2 Kegelbahnen stehen zur Verfügung. R. Kohlhardt Berlin, Brandenburgstraße 56. Kayser, Kräcker, Bebel, Liebknecht, Mary in Stabinet. Außerdem noch in Visit: Hasenclever, Fritsche, Lassalle. Bei Partien Rabatt. Geschäfts- Eröffnung! Um einem allseitigen Verlangen meiner entfernter wohnenden Kunden zu entsprechen, eröffne ich am 1. Juni in der ein Brunnenstraße 122, Ecke Anklamerstraße, weites Cigarren- Geschäft. Berlin, den 1. Juni 1889. Frau Wilhelm Hafenelever. 1. Geschäft: Chauffeestr. 49/50. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager bon 0. Klein. 15. Ritterstraße 15. [ 40 Wilhelm Kahl Galanterie-, Kurz, Schreibund Zündwaaren. Berlin SO., 17. Reichenbergerstrasse 17. Größtes Lager in Cigarrenspitzen und Tabakpfeifen. Sämmtliche Artikel zu Landparthien. Vereine Engros- Preise. Kravattennadeln und Manschettenknöpfe mit Bildnissen von Lassalle, Marg, Bebel und Liebknecht. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Ein Volksschullehrer, der 6 Jahre in Stellung war und dieselbe infolge religiöser und politischer Mißhelligkeiten freiwillig aufgegeben hat, sucht passende Beschäftigung. Gef. Angeb. erbeten unter H. S. 1862 an die Expedition d. Bl. Billigste Bezugsquelle für Händler und Hausire Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.