Nr. 234. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Prets pränum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illuftrirter Sonntags- Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen = = in der Post Zeitungs Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bts 7 Uhr abends, an Sonn- und Fest= tagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. William Morris † Dienstag, den 6. Oktober 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Politische Neberlicht. landes einen dauernden Einfluß ausgeübt. Ein Vollmensch im| werden. Auch der sozialistischen Bewegung hat er sein schönsten Sinne des Wortes war er im Wirken und Sein als tünstlerisches Können direkt nüßlich gemacht. Vielen unserer Vorigen Sonnabend, den 3. Oktober, starb in London Künstler, Dichter und Politiker ein Vorbote der kommenden Leser werden seine dekorativ gehaltenen Zeichnungen zu proles unser Genosse William Morris. Geboren im Jahre 1834 Beiten höher entwickelter Menschlichkeit, die er mit uns in einer tarischen Festen, besonders der Maifeft- Zeitung bekannt sein. Bon Figur war Morris breitschultrig; die fräftigen gefunden wurde der künstlerisch hochveranlagte Jüngling einer der sozialistischen Gesellschaftsordnung vorzubereiten strebte. William Morris wurde 1834 in Walthamstow, in der Gesichtszüge von einer Fülle grauen Bartes und Lockenhaares Begründer der sogenannten Präraphaelitischen Schule, die Nachbarschaft von London geboren. Sein Vater, ein wohl- umrahmt. Häufig wurde er für einen alten Seemann gehalten. in den unmittelbaren Kunstvorgängern des Idealisten habender Kaufmann, fonnte ihm eine gute Erziehung Mit offener Herzlichkeit verkehrte er mit Genossen jeder LebensRaphael sich die Muster suchte. Er wurde berühmt als angedeihen lassen. Auf der Universität Oxford erstellung. Lange Zeit hindurch war sein Haus einer der Mittelpunkte Dichter und Kunstschriftsteller, und veranstaltete künstlerisch hielt er eine akademische Bildung, wandte sich aber, für den Verkehr der englischen Sozialisten. Daß Morris, ein Mann ausgestattete und illustrirte Ausgaben englischer Klassiker, beeinflußt durch John Rustin, Englands hervorragendstem von so ausgesprochen fünstlerischen Neigungen und einer solch zum Beispiel Chaucer's Ausgaben von solcher Pracht und Kunsthistoriker, frühzeitig künstlerischen Studien zu. zu. Bu künstlerischen Lebensauffassung und künstlerischen Lebensführung technischen Vollendetheit, daß die Herstellung in jedem fammen mit den Malern Burne- Jones und Rosetti entwickelte gleichzeitig als eifriger Sozialist für die Verwirklichung des er feine Eigenart in der sogenannten präraphaelitischen Schule, Sozialismus bis an sein Lebensende gearbeitet hat, liefert eine anderen Lande, außer dem reichen England, unmöglich ist. Die die frivole und flachsinnige Gegenwart für den fünft schlagende Widerlegung der thörichten Behauptung unserer Gegner, Morris wurde jedoch nicht ausschließlich von der Kunst in lerischen Ernst und die ideale Begeisterung der religiös daß die Sozialdemokratie kunst- und kulturfeindlich sei. FreiAnspruch genommen er wandte der Politik ein lebhaftes angehauchten Kunst am Ausgange des Mittelalters lich auch das Leben und Thun von William Morris wird Interesse zu. Er huldigte den radikalsten Anschauungen zu erwärmen und die Kunstideale jener Vergangenheit zu diese Gegner nicht eines befferen belehren, haben und als der Sozialismus in England aufdämmerte, warf neuem Leben สน erwecken suchte. Was diese Schule sie sich doch blind und sogar feindlich gestellt gegen die Beer sich mit Feuereifer in die Bewegung, für die er auch an Innerlichkeit und Bertiefung gewann, büßte sie in- strebungen des deutschen Proletariats, sich die besten Erzeugnisse Die Malerei war auch nicht der dramatischen Kunst zugänglich zu machen. finanziell große Opfer brachte. Er half die" Sozialistische des an Lebenswahrheit ein. Er erkannte Wir aber, die sozialistischen Kampfgenossen aller Völker, verLiga" gründen und gab das Geld für deren Wochen der eigentliche Beruf von William Morris. bald, daß er organ, das„ Commonweal"( Gemeinwohl). auf diesem Gebiete Hervorragendes nie ehren in William Morris einen der vorbildlichen Vorkämpfer, An beiden würde leisten können und mit gesunder Selbstbeschränkung wandte die für unsere große Sache gelebt und geforscht, geftritten und Schöpfungen hatte er jedoch nicht viel Freude. Die er sich deshalb der Herausbildung einer dekorativen Kunst zu, gelitten haben. Socialist League" wurde der Tummelplatz mehr oder weniger die unter der Herrschaft des plattesten Philistergeschmacks völlig zweideutiger Anarchisten", die dann im Commonweal" die in Verfall gerathen war. Mit einigen Gleichgesinnten ertollsten Orgien aufführten. Morris merkte allmälig, daß öffnete er im Jahre 1861 ein Atelier für die Innener in bedenkliche Gesellschaft gerathen war er zog sich beforation von Wohnräumen. Er wandte echt fünstle zurüd und aus Mangel an Fonds ging die Liga sowohl rische Prinzipien auf die Entwerfung von Tapetenmustern Berlin, 5. Oktober. als ihr Organ bald den Weg alles Fleisches. und Teppichen an und hat dadurch das Seine beigetragen, das Die Nationalliberalen dürfen Kanikerei treiben, Morris aber trat in die" Social democratic Federation" englische Kunsthandwerk in den letzten Jahrzehnten auf eine bis das ist das Ergebniß des nationalliberalen Parteitages. und wurde einer der einflußreichsten Vorkämpfer der Sozial- bahin nie erreichte Höhe zu heben. Während ihm diese Thätigkeit zum Broterwerb diente, hat Der Antrag der alten Nationalliberalen, der sich gegen den demokratie in England. Auf dem Pariser Kongreß lernten wir Morris von seiner Studienzeit an auch die Dichtfunft gepflegt. Antrag Kanit und andere agrarische, monopolistische und ihn persönlich kennen und seine Kunde von Nirgendheim" Seine Stoffe wählte er sich meist aus der griechischen Antike und sonstige nicht liberale wirthschaftspolitische Erscheinungen eine der besten, wo nicht die beste der modernen Utopien, der germanischen Vorzeit und suchte in schöner, formvollendeter der letzten Zeit richtete, vereinigte ganze 50 Stimmen auf ist der deutschen Arbeiterklasse durch eine Uebersehung zu- Sprache eine ideale Menschlichkeit zu schildern, wie sie ihm als Ziel, sich, die erdrückende Mehrheit war dagegen. Die nationalgänglich gemacht worden. Im Frühling dieses Jahres ent- als reife Frucht einer sozialistischen Gesellschaftsordnung vorfchwebte. liberalen Agrarier wußten, was sie ihren Gegnern widelte sich bei ihm eine Nierenkrankheit, die sehr bald Denn Morris, der Künstler und Dichter, war gleichzeitig der durften, sie drohten mit ein überzeugter Sozialist, einen bedrohlichen Charakter erlangte. Als wir Morris die Sache des kämpfenden Proletariats einzutreten. Ohne ein wenn der nie müde wurde, für bieten Spaltung, die Politit des Bundes der Landwirthe anfangs Juni besuchten, war er sehr hinfällig. Der Arzt glänzender Redner zu sein, hat er oft genug in flaren über mit den Grundsätzen der nationalliberalen Partei für unschickte ihn nach Norwegen. Sein Zustand befferte zeugenden Worten die sozialistischen Ideen vertreten und vereinbar erklärt worden wäre. Dagegen wurde die sich jedoch nicht. Vor 6 oder 7 Wochen mußte er nach die Bewegung in England mächtig gefördert. Er war einer der Zwangsinnungsvorlage freilich gegen eine starke Minorität London zurückkehren, wo er in seinem Künstlerheim an der Mitbegründer der„ Demokratischen Föderation", aus der später für bedenklich erklärt und das Festhalten an der Goldwährung vorgestern sein arbeitsreiches, nur den edelsten und höchsten gehender Abkehr von dieser Organisation ist er in seinen legten zum Beschluß erhoben. Sehr bedeutungsvoll ist, daß ein Aufgaben gewidmetes Leben beschlossen hat. Lebensjahren mit ihr wieder in voller Sympathie gewesen. Antrag für die Aufrechterhaltung des Reichstags- WahlEhre dem treuen Genossen und tapferen Mitstreiter! Er hatte nämlich im Jahre 1885 die sozialistische Liga" rechts mit mehr als Zweidrittelmehrheit, nämlich gegen begründet und für deren Blatt Commonwealth" Artikel ge- 130 Stimmen, abgelehnt wurde. Die National- Zeitung" Von anderer Seite wird uns noch folgendes Lebensbild chrieben, war aber durch die Anarchisten, die Einfluß in diesem, macht dafür geltend, daß der Antrag überflüssig sei, weil feitdem eingegangenen Blatte gewannen, zum Austritt gedrängt eine Resolution schon sich für die volle Wahrung worden. Unter seinen sozialistischen Prosadichtungen sind die der konstitutionellen Rechte" ausgesprochen habe. Daß Dem Sozialismus ist wieder einer feiner edelsten Vorkämpfer bekanntesten John Bull" und" News from Nowhere", legteres eine Partei, wie die nationalliberale, einen solchen durch den Tod entriffen worden. William Morris ist am 3. Oktober unter dem Titel„ Kunde von Nirgendwo" in auszugsweiser Antrag nicht ablehnen darf, am wenigsten in einer Zeit, in dem Londoner Vororte Hammersmith nach längerer Krankheit, Uebersetzung auch in der Neuen Zeit" veröffentlicht. 63 Jahre alt, geftorben. Bis an sein Lebensende in Wort Morris hat in späteren Lebensjahren noch versucht, die wo starke Strömungen die Aenderung des Reichstags ist sonnentlar. Die Ausrede und Schrift, in Prosa und in Bersen voll dichterischem Grundsätze des Kunsthandwerks auch im Buchdruck zur Geltung Wahlrechts anstreben, Schwunge für die großen Joeen des Sozialismus wirkend, hat zu bringen und deshalb eine eigene Druckerei, die„ Kelmscott der National- Zeitung" wird niemanden darüber täuschen, unser Genosse gleichzeitig auf Runft und Literatur seines Heimath- Preß" begründet, in der der wahre Musterdrucke hergestellt daß auf die Nationalliberalen bei Vertheidigung des des Verstorbenen zugesandt: Zwei Gedichte von William Morris. Vorwärts! Was bedeutet dies Getöse, das in aller Dhr erflingt, Gleich dem Wind in öden Thälern, der Gewitterstürme bringt, Gleich des Meeres dumpfem Braufen, dessen Groll die Nacht verschlingt? 3 ist das Bolt, es zieht heran. Woher tommt es, wohin geht es? Wessen Art ist's, weff Geschlechts? Zwischen Höll und Himmel, sagt mir, wo ist seiner Heimath Recht? Ist für Gold es zu erkaufen? Will's verdingen sich als Rnecht? Näher schon tönt es heran. Horch des Donners weites Rollen! Schau' zur Sonn'! Aus hoffnungsvollen Herzen steigt's empor mit Grollen Und das Heer marschirt heran. Dual und Jammer zu entfliehen, strebt es zur Glückseligkeit; Jeder Winkel ist ihm Heimath auf der Erde weit und breit. Wollt ihr's tnechten und entrechten, eilt, zu nußen noch die Zeit, Denn das Ende naht heran. Seine Hand baut eure Häuser, webt eu'r Linnen, schafft eu'r Brot, Bettet euch auf weichem Pfühle, bannt von eurem Herd die Noth. Al' dies wirkt es, heut' und immer, Stlave eurer Macht Gebot, Bis das Heer marschirt heran. Horch des Donners weites Rollen! Schau' zur Sonn'! Aus hoffnungsvollen Herzen steigt's empor mit Grollen Und das Heer marschirt heran. Manch' Jahrhundert trug's die Frohme, stumm, geduldig, taub und blind; Nichts entriß es seinen Sorgen, ein in Schlaf gelulites Rind. Da auf einmal jezt erwacht ist's, seinen Schrei beschwingt der Wind, Und im Marschschritt zieht's heran. " " Hört, ihr Reichen und erzittert! Deutlich spricht der Zeiten Mund: " Wir Enterbten lösen klirrend uns're Ketten diese Stund' Und zum Kampfe für die Menschheit steh'n wir Männer auf im Bund Und marschir'n als Heer heran. " Horch des Donners weites Rollen! Schau' zur Sonn'! Aus hoffnungsvollen Herzen steigt's empor mit Grollen Und das Heer marschirt heran. Wollt, wenn's Krieg, mit euren Leichen nähren ihr der Flammen Schein? Wenn es Frieden, nicht gefellen euch zu uns, der Brüder Reih'n? Kommt und lebt. Denn neues Leben tagt der Welt, die wir befrei'n, Und die Hoffnung zieht voran." Vorwärts zieh'n wir, Proletarier! Wißt! Was machtvoll näher tlingt, Ift des Freiheitstampfes Schlachtruf, der die ganze Welt durchbringt. Vorwärts! Für der Menschheit Hoffen hoch im Sturm das Banner schwingt! und die Welt marschirt voran. Horch des Donners weites Rolles! Schau' zur Sonn'! Aus hoffnungsvollen Herzen steigt's empor mit Grollen Und das Heer marschirt heran. ( Aus dem Englischen von W. L. Rosenberg.) Der Schrei der Plage. Ich hörte fie fagen: Laß hoffen und klagen, Es wird doch immer dasselbe sein! So heute wie morgen bringt Kummer und Sorgen, Bringt endlose Sorgen und trostlose Pein! Als die Welt noch jünger, in Qual und Hunger, Die Hoffnung, sie stählte uns Herz und Arm. Da führten Gelehrte, in Worten bewährte, Uns gegen das Unrecht und gegen den Harm. " Lies in den Geschichten und Ruhmesgedichten Die Namen der Großen, wie sich's gebührt; Dann sieh', wie wir werben und langsam versterben, Inmitten der Freiheit, zu der sie geführt! Wo geschwind und geschwinder der eiserne Schinder, Den wir geschaffen, das Werkzeug treibt; Heißt uns Schäße ergründen und Kurzweil erfinden Für Andre, daß uns nichts übrig bleibt. In elenden Rammern verkümmernd wir jammern, Was wissen wir, ob die Welt ist schön! Wir müssen uns scheuen, uns'rer Brut uns zu freuen, Sie wird, gleich uns ja, zu grunde geh'n. Rein Gott läßt sich rühren; wer soll uns nun führen Heraus aus der Hölle, die uns umloht? Wir sehen nur Lügner, Betrogne, Betrüger, Die Großen sind klein und die Weisen sind todt. Ich hörte sie sagen: Laß hoffen und klagen, Die scheerende Klinge verschont nicht das Schaf; Sind wir denn nicht stärker als all uns're Kerker, Sobald die Erkenntniß uns schüttelt vom Schlaf? Romm', uns zu verbinden, die Stunden entschwinden, Und Rettung liegt nur in mir und in dir! Die Hoffnung belebt uns und Licht umschwebt uns, In siegender Klarheit marschiren wir! Laß tältere Herzen nur lachen und scherzen Mit flüchtiger Lust von der Furcht vergällt; Judeß wir erglühend nnd Leben versprühend Dem Kampfe uns weih'n für die neue Welt! Komm', uns zu verbinden, eh' Stunden entschwinden, Die Sturmfaat fliegt über den Erdenball! Die Welt erzittert, von ihr erschüttert, Und Freude nur bringt sie für uns all! ( Aus dem Englischen überseht von A. Scheu.) Reichstags- Wahlrechts kein Verlaß ist, was man übrigens auch schon vor dem uationalliberalen Parteitage wußte. Der nationalliberale Parteitag beweist, daß von der Partei nichts mehr übrig geblieben ist als der Name, der ja auch schon längst jeden Klang verloren hat.— Die Interessen- Gemeinschaft der fiskalischen Bnreaukratic und des Unternehmerthums wird durch ein Schriftstück wieder ins hellste Licht gerückt, das der „Leipziger Volkszeitung" zugeflogen ist. Es hat folgenden Wortlaut: Königliche Eisenbahn- Direktion. „..'. Halle a. S., den.. September 1896. Betrifft: Arbeiterlohnverhältnisse. Vertraulich. Der evangelische Arbeiterverein zu Leipzig ist namens der auf den preußische» Bahnhöfen in Leipzig beschäftigten Arbeiter um Erhöhung der Löhne, Vergütung von Ueberstunden, Regelung der Arbeitszeit und Weiterzahlung der Löhne während der Tauer der Ableistung einer militärischen Uebung vorstellig geworden. Für die Prüfung der erhobenen Ansprüche ist es uns von Werth, zu wissen, welche Löhne in anderen Betrieben den Hand- arbeitern gezahlt werde» und wieviel Arbeilsstunden dafür zu leisten sind, um so einen Vergleich zwischen den von der preußischen Staatseisenbahn- Verwaltung in Leipzig gezahlte» Arbeiterlöhnen und den Löhnen gleichartiger oder ähnlicher Betriebe ziehen zu können. Wir glauben in dieser Angelegenheit mit den übrigen Arbeitgebern um so mehr Füh- kung nehmen zu sollen, als bei dergroßenAn- zahl der von uns beschäftigten Arbeiter eine Erhöhung der Löhne unserer Arbeiter über de» in Leipzig üblichen Durchschnittslohn hinaus zweifellos eine allgemeine Forderung aus Lohnerhöhung hervorrufen würde. Wir ersuchen daher ergebenst, uns gefälligst recht bald mit- theilen zu wollen, welche Löhne bezw. welche Naturalzuwendunge» neben dem Grundlohn die bei Ihnen beschäftigten gewöhnlichen Handarbeiter— nicht Handwerker— beziehen, wie die Löhne steigen und wieviel Arbeitsstunden dafür täglich zu leisten sind. Gleichzeitig ersuchen wir um gefällige Aeußeruug, ob und welche Vergütungen für Neberstunden gewährt und ob die Löhne während der Daner einer militärischen Uebung weiter- gezahlt werden. An.«.»», Gallo, Welcher vernünftige Mensch kann danach noch ver- langen, daß der Arbeiter Vertrauen zu einem Staate fassen soll, dessen Bureaukratie in all und jedem auf den Klassengegner des Arbeiters, auf den Unternehmer, zunächst Rücksicht nimmt!— Gotteslästerung und Majcstätsbelcidignng. Wege» Gotteslästerung hatte sich am 36. September vor der Strafkammer in Liegnitz der Lehrer und Kantor Rudolf Peisker aus Laugen- waldau zu verantworten. Der Angeklagte soll im vorigen Jahre in dortigen Wirthshäusern bedenkliche Behauptungen in bezug auf die Geburt Christi aufgestellt haben. Einer der damaligen Zuhörer, mit dem sich Peisker nachher verfeindete, spielte den Denunzianten und darauf wurde das Strafverfahren wegen Gottes- lästerung eröffnet. Der Angeklagte behauptete in der VerHand- luug, daß er falsch verstanden worden sei, er habe ans der „Preußischen Lehrerzeitung" einen Artikel vorgelesen, wonach ein russischer Forscher in einem budhistischen Kloster Urkunden ge- funden habe, in denen das Leben Jesu in anderem Lichte hin- gestellt wird, gerner habe er die Ansicht einiger Sozialdemokraten wiedergegeben, die er anläßlich einer Versammlung in Langenwaldan gehört. Er habe noch hinzugesetzt: man müsse an der Lehre der Bibel festhalten. Von den zwölf ver- nommenen Zeugen konnte sich keiner mehr auf den Sin» der damaligen Aeußerungen erinnern, nur ein Zeuge behauptete, daß der Angeklagte jene inkriminirte Aeußerung als eigene Ueber- zeugung am Biertische produzirt habe, ohne der sozialistischen Redner zu erwähnen, Der Staatsanwalt beantragte die Freisprechung, da die Ver- Handlung ein anderes Resultat gezeitigt habe, als die Bn- Untersuchung. Außerdem seien die Aeußerung».» in, engeren Kreise gefallen, strafbar mache sich aber nur der,»»elcher öffentlich in be- schimpfenden Aeußerungen Gott lästert und dadurch ein Aergerniß giebt. Der GcrichiShof schloß sich dieser Ansicht an und sprach den Angeklagten frei. Interessant sind die Ausführungen des Staatsanwalts. Hier kam es also nicht auf die Beleidigung, wenn eine solche vor- gelegen hätte, an sich an, sondern ob dieselbe„öffentlich" oder im„engeren Kreise" gethan wird. Welch' Unterschied da bei Majestätsbeleidigungen! Von einem engeren Kreise ist iu einem solchen Falle niemals die Rede, sondern es genügt schon, wenn eine Person es nur hört, ja selbst, wenn dieselbe durch dieWand das beleidigende Wort vernimmt, wie es erst vor kurzem der Fall war. Ist eS doch in Breslau einmal passirt, daß auf grund eines Briefes, den ein Chemiker an seine Frau geschrieben und in welchem auch eine„unehrerbietige" Aeußerung enthalten war, auf grund der Denunziation seiner Frau zu neun Monaten Gefängniß ver- urtheilt worden ist. Wir haben gegen die Ansicht des Liegnitzer Staatsanwalts nichts einzuwenden, wir beleuchten nur dieselbe, um damit den» Publikum zu zeigen, daß Gotteslästerung und Majestätsbeleidigung zwei nicht nur verschiedene Begriffe sind, sondern daß auch eine Majestätsbeleidigung ganz anders auf- gefaßt wird, als ein« verächtliche Aeußerung über Christus. Würde mau bei Beleidigungen des Landesherr» von deniselben Stand- punkt ausgehen, daß dieselben nur dann strafbar sind, wenn sie öffentlich geschehen, dann würde die Zahl der Verurtheilungen um mindesten? 76 pCt. abnehmen. So aber wird dem Denunzianten- thum Thor und Thür geöffnet und es braucht nur einer sich mit dem anderen zu verfeinden, so geht er, um seinen Rache- dürft zu stillen, zum nächsten Staatsanwalt und zeigt seinen früheren Freund wegen Majestälsbeleidtgung an. Der Herr Denunziant kann dann gewiß sein, daß der andere auf Monate hi»ter Gefängnißmauern verschwindet.— Der Zar ist in Frankreich angekommen, umtost von dein Jubel der Chauvinisten und zitternd vor Angst. Alle Fenster der Straßen, durch die er in Paris zu fahren hat, sind von f der Polizei russisch überwacht, die Straßen selbst mit Polizei gefüllt— französischer und russischer.— Die französischen Schutzleute haben Befehl erhalten, während des Einzuges nach russischer Sitte dem Volke das Gesicht, dem Zaren— die Rückseite zu präsentiren, was nach unseren Begriffen zwar nicht sehr ehrerbietig ist, aber es leichter macht, Attentäter zu sehen, falls solche der Polizei den Gefallen thun, sich ihr bei dieser Gelegenheit zu zeigen. Die„Vossische Zeitung" spricht dem Russenkoller der französischen Chauvinisten— die sie seltsamerweise mit dem französischen Volke verwechselt— zwar jede tiefere Be- deutung ab, macht aber doch— in bekannter Logik— eine unterthänige Reverenz vor unserem Schutzheiligen St. Militarismus.— Die Einzigen, die im zarentollen Frankreich die Würde bewahren, sind die Sozialisten. Während alles vom Präsidenten der Republik bis zum letzten Tintenkuli in dem Gedanken schwelgt, sich vor dem Zaren zu erniedrigen, zeigen unsere Parteigenossen, welche Haltung sich für ein demokratisches Volk geziemt; dies beweift auch die Meldung von der Haltung des Liller Gemeinderaths, die wir am Sonnabend unter Depeschen gebracht haben. Das revolutionäre Zentralkomitee(Blanquisten) hat bekanntlich in energischer Weise gegen den Zarenempfang protestirt. Unser Pariser Korrespondent schreibt hierzu: Es ist hervorzuheben, daß E. L a n d r i n, der den (von uns schon telegraphisch gemeldeten) Protest des Zentralkomitees unterzeichnete, in seiner Eigenschaft als Vizepräsident des Pariser Gemeinderaths die Zarenempfangs- Kredite votirt hatte. Er wird sich also nachträglich seines schweren Fehlers bewußt geworden sein. Die Bourgeoispresse macht sich über die sozialistischen Proteste lustig und fährt fort zu behaupten, daß das g e- s a m m t e Pariser Volk die Zarenbegeisterung des herrschen- den Klüngels theile. Das ist eine patriotische Nothlüge. Das Proletariat von Paris wird zwar aus begreiflicher Neugier das Dekorations-Brimborium sich ansehen wollen, es bleibt aber dabei durchaus kühl und gleichgiltig gegenüber dem Anlaß des ganzen Spektakels. Schreiber dieser Zeilen hörte mehrfach A e u ß e- rungen des Unwillens seitens Pariser Arbeiter gegen die kostspielige und servile Zarenfeier. Die gleich- giltige Stimmung der Arbeiterschaft wird von allen objektiven Beobachtern konstatirt. So reich die Straßen, in denen die Bankdiebe und ihresgleichen wohnen, dekorirt sind, so kahl und schmucklos sind die Arbeiterviertel; so sprechen die Straßen eine beredte Sprache von der Gesinnung der Pariser Bevölkerung."— Das internationale Kapital, das in hohem Maße an den schweizer Bahnen durch Aktienbesitz und durch die drohende Verstaatlichung derselben bedroht ist, hat trotz der größten Anstrengungen in bezug auf Agitation, Be- einflnssung' der schweizer Presse, Aufstachelnng der Föderalisten;c. eine schwere! Niederlage in der gestrigen Abstimmung des schweizer Volkes über das Rechnungs- wesen der Eisenbahnen erlitten. Dieses Gesetz, das den Vorläufer der Verstaatlichung der schweizerischen Eisenbahnen bildet, wurde mit 220 058 gegen 170 616 Stimmen angenommen. Der Erfolg ist um so bedeutungs- voller, als die beiden anderen der Volksabstimmung unter- legenen Gesetze, das Viehhandel« und das Militärdisziplinar- Gesetz, verworfen wurden.— »» Deutsches Reich. — Zum Gesetzentwurf betreffend die Ab- ändern ng der Gewerbe-Ordnung zu gunsten der Zwangsorganisation des Handwerks nahm am 2. Oktober die Gewerbekanimer in Leipzig Stellung. Bereits am 14. September 1896 hat in Dresden eine Präfidiallonfereuz der sächsischen Gewerbekanimer» stattgefunden, die sich im Prinzip für die Zwangsorganisation aussprach und 54 Verbesserungsvorschläge machte. Die Leipziger Gewerbekaiuiner stimmte gleichfalls im Prinzip dem Entwürfe zu und schloß sich in bezug aus die Ver- besserungsvorschläge den Beschlüssen der Präsidiaikonferenz an. Rur insoweit nahm die Kammer einen gesonderten Standpunkt ein, als sie beschloß, dahin zu wirken, daß die Bestimmung deS Entwurfs, nach der diejenigen von der Zwangsorganisation aus- geschlossen sein sollen, die ein Gewerbe fabrikmäßig betreiben, ge- strichen werde.— — Pfandrecht der Bauhandwerker. Im Reichs- justizamt werden, wie wir schon gemeldet, die Vorarbeiten für einen Gesetzentwurf, betreffend das Pfandrecht der Bau- Handwerker, soweit gefördert sein, daß die Möglichkeit vorliege, den Entwurf dem Reichstag noch in der bevor- stehenden Session vorzulegen. In den Kreisen der ver- bündeten Regierungen sollen dabei sehr erhebliche Meinung?- Verschiedenheiten darüber herrschen. ob es überhaupt lhuulich sei, diese Materie der Reichsgesetzgebuug zu überlassen. Maßgebend bei diese» Erörterungen dürste der Umstand sein, daß die Einräumung eine? Schutzes der Bau- Handwerker stets nur in räumlich beschränkten Grenzen nöth- wendig sein dürfte, d. h. daß dies nur in den Großstädten mit ihren Vororten der Fall sein wird. In einzelnen Regierungen neigt man sich der Anffaffnng zu, man brauche ein einheit- liches Gesetz überhaupt nicht, vielmehr würden lokae Polizeiverordnungen vollständig genügen. Auf der anderen Seite wiederum wird geltend gemacht, daß sich auf die Länge der Zeit eine Gesetzgebung in diesem Falle gar nicht werde umgehen lassen, da die Entwicklung zahlreicher Mittelstädte in sehr kurzer Zeit die Einführung solcher Vorschriften auch für sie uolhwendig niachen würde, es aber prinzipiell bedenklich er- scheinen müßte, der StaatSgesetzgebung die Regelung dieser Materie zu überlassen, da sie dann durch einen besonderen Akt der Reichsgesetzgebung in Form einer Novelle zum Ein- führungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch der Epezialgesetzgebung der Staaten vorbehalten werden müsse. Mögen nun immerhin noch verschiedene Schwierigkeiten in dieser Beziehung zu überwinde» sein, so glauben wir doch nicht, daß der Reichstag, falls ihm die Vorlage nicht im Laufe des Winters zugehen sollte, dazu still- schweigen wird; es dürfte vielmehr eine noch weit energischere Stellungnahme des Reichstages als bei Gelegenheit des Antrages Baffermaun im letzten Winter zu erwarten sein und die Reichs- rcgierung wird schließlich doch, den etwaigen Widerstand ein- zelncr Regierungen überwindend, ihren Entwurf einbringen müssen. — Der An stürm der Bäckermeister gegen die Bnndesraths- Verordnung zum Schutze der Bäckerei- Arbeiter, deren Rechtsgiltigkeit bestritten wird, ist heute von einem Ber- Huer Gerichte(f. Gerichts-Zeitung) abgeschlagen worden. Auch bei den höheren Instanzen werden die Herren, die nach dem Schutze des Handwerks rufen und jeden Schutz der Arbeiter wüthend bekämpfen, kein Glück haben. Das Urlheil ist eine Blamage der Zedlitz und Möller, die die Bäckermeister mit ihren Reden im Abgeordnetenhause aufs Glatteis führten.— — Genosse Reichstags-Abgeordneter Meister ist nun bereits zum dritten Mal vor den Untersuchungsrichter geladen, um als Angeschuldigter vernommen zu werden. Die Ladungen erfolgten zum 25. und 23. September und die letzte znni 3. Oktober. Das bemerkenswertheste aber ist, daß in jeder der Vorladungen der Passus enthalten ist:„Im Falle Ihres Ausbleibens wird Ihre Vorführung erfolgen!" Genosse Meister denkt garnicht daran, der Vorladung Folge zugeben, und mir sind gespannt darauf. ob der Herr Unter- snchungsrichter es wagen wird, seine Androhung, die gegen die den Reichstags-Abgeordneten gesetzlich gewährleistete Immunität verstößt, wahrzumachen.— — Die Begnadigung von Polizeibeamten, welche wegen Mißhandlung verurtheilt worden sind, scheint, wir zitiren wörtlich das„Berliner Tageblatt", bei uns nachgerade Prinzip werden zu sollen. In einer Provinzialzeitung finden wir folgende Mittheilung: Die Polizeibeamten Wachtmeister Fischer und Schutzmann Hauer, welche wegen Mißhandlung des Schreinergesellen Breide» im Januar d. I. von der Strafkammer zu Düsseldorf zu fünf beziehungsweise drei Monaten Gefängniß verurtheilt wurde», sind unter gleichzeitigem Erlaß der Gerichtskosten be- gnadigt worden. Leider geht miS dieser Notiz nicht hervor, ob die beiden Beamten einen Theil ihrer Strafe schon verbüßt haben oder ob sie ganz frei ausgegangen sind. Aber wie dem auch fei, die wiederholten Begnadigungen ähnlicher Art sind eine so auf- fallende Erscheinung, daß von dem Justizmlnister im Ab- geordnetenhause sicherlich klare Auskunft verlangt werden wird, was ihn zu der Befürwortung der Gnadengesuche veranlaßt hat. Das„Berk. Tageblatt" macht sich merkwürdige Illusionen über die Zusammensetzung des preußischen Abgeordnetenhauses. Herr Schönstedt weiß die Leute richtiger zu werthen.— — Die Herren von der Polizei erfrenen sich des besonderen Wohlwollens der Kölner Gerichtsbehörden. Das lehren folgende zwei Borkommnisse, über die wir in der„Rhein. Zeitung" derichtet finden. Während der Strafkammer-Verhand- lung in einer Sache, die ein ausgedehntes Verhör nothwendig machte, wies der Vorsitzende den Amtsdiener an, dafür zu sorgen, daß der überfüllte Zuhörerraum ruhig sei, daß ferner al.h im Flur, wo sich die Zeugen aushielten, Ruhe zu herrschen habe; man könne sein eigenes Wort nicht verstehen, wenn die Thür zum Vorraum geöffnet werde. Trotz wiederholterVersicherung des Dieners, daß er sein möglichstes gethan, wurde ihm ausdrücklich befohlen, nach draußen zu gehen und Ruhe zu stiften. Der Diener folgte und kam wieder herein mit der Meldung:„Ich habe es dem Herrn Kommissar gesagt!" Der Vorsitzende bedeutete ihm, daß er ihm keinen Befehl gegeben habe, dem Herrn Kommissar eine Rüge zu erlheilen, woraus der Diner erwiderte, daß die Menge draußen sich ruhig verhalte und nur der Herr Kommissar mit einem Herrn in lautem Ton sich unterhalte. Der Vorsitzende fand es nun für richtig, die Verhandlung zu unterbrechen und das Gericht sich zur Beralhung zurückziehen zu lassen, wozu der Diener zugezogen wurde. Nachdem der Gerichtshof wieder Platz genommen hatte, sprach der Vorsitzende sein Bedauern aus, baß der Herr Kommissar nicht mehr anwesend sei, sonst würde er demselben mittheilen, daß er ihn mit der Aufforderung um Ruhe nicht habe treffen wollen. Ein zweiter Fall. Der Polizeikommissar Striegnitz war als Zeuge zu einer Schöffeugerichts-Verhaudlung ohne Eulschuldiguug ausgeblieben. Der Amtsanwalt meinte: Der Herr Kommissar hätte erscheinen müssen, und fragte dann einen Schutzmann: Ist der Herr Kommissar verreist? Der Schutzmann antwortete: Ich weiß nicht, ich will einmal anfragen. Vorsitzender: Sollen wir die Entschuldigung abwarte»? Der Annsanwalt beantragte 10 M. Ordnungsstrafe, indem er hervorhob: Es scheint, daß der Herr Kommissar verhindert ist, aber er mag sich dann entschuldigen. Das Gericht setzte 10 M. Strafe fest. Nach Verlauf einer Stunde erschien der Kommissar mit der„Ent- schuldigung", der Termin sei ihm infolge vieler Arbeit durch den Kopf gegangen, auch habe er gewußt, daß der Angeklagte nicht mehr hier sei. Da habe ich geglaubt... Ich beantrage die Aushebung der Ordnungsstrafe l sagte der AmtSanwalt. Das Gericht beschloß demgemäß. Der Umstand, daß einem etwas durch den Kopf geht, pflegt sonst nicht als genügender Ent- schuldigungsgrund zu gelten.— — Vom Münte r. Der„Rhein.-Mestfäl. Arbeiter-Ztg." wird aus Berlin geschrieben: Der frühere Gendarm und jetzige Gendarmeriekorpsschreiber Gustav Münter scheint wieder Lust zu haben,„sich zu verändern". Denn er hatte sich vor einigen Wochen um die Bürgermeisterstelle in dem Städtchen Alt-Lands- berg beworben, erhielt aber keine einzige Stimme. Es ist immerhin bezeichnend für Münter, daß er auf Posten Anspruch macht, die nach Ansehen und Einkommen seine bisherige Stellung weit überragen.— Mainz, 5. Oktober.(Privaldepesche d«S„BorwärtS".) In der LandtagS-Wahl haben die Sozialdemokraten mit 1635 Stimmen glänzend gesiegt.(1890 erhielten wir nur 1232 Stimmen.) Das Zentrum erhielt 1270, die National- liberalen 797, die Demokraten und Freisinnigen S52 Stimmen. Die Wahlbetheiligung war lebhafter als früher. Beide städtische Mandate sind von unS behauptet worden. Somit können wir die besten Hoffnungen für die Reichstags> Wahl haben.— Offenbach am Main, 5. Oktober.(Privatdepesche des „Vorwärts".) Bei der Landtags-Wahl für Offenbach(Stadt) haben wir glänzend gesiegt und den uationalliberalen Kammer- Präsidenten aus dem Feld« geschlagen. — Die E t e u e r k o m m i s s i o n deS württembergischen Landtages wird am 19. Oktober zusammentreten und mit der Einzelberathung des Einkoininenstener.Gesetzes beginnen, worauf eine allgemeine Berathung des G e in ei n d e steuer- Gesetzes in Angriff genommen werden soll. Nach der ersten Lesung des letzteren Gesetzentwurfs in der Kammer wird die Kommission mit der Einzelberathung beginnen.— — Das Bezirksamt in Kehl s. B. hat die nach Neumühl einberufene Volksversammlung, wo Bebel seinen Straßburgcr Wählern den Bericht über seine Thätigkeit im Reichstage geben sollte, verboten, ebenso ein Volksfest, das an stelle der Versammlung geplant war. Die Spazier- gänger, die sich am Sonntag in riesiger Zahl in Neumühl einfanden, wurden von der Polizei bei Androhung von Waffengewalt aufgefordert, heimzugehen. Da in Strahburg kein Lokal fürunS zuhabenistunddie Versammlungen aus badischem Boden von der Behörde vereitelt worden, liegt also die Thatsache vor, daß es einem Mitgliede des deutschen Reichstages. des einen Faktors der Gesetzgebung, unmöglich gemacht ist, seinen Wählern die so nothwendige mündliche Rechenschaft darüber abzulegen, wie er ihre Interessen im Parlament wahrgenoimnen hat. Das ist für den Grad der Achtung, den die fiskalische Bureaukratie der deutschen Volks- Vertretung entgegenbringt, bezeichnend. Was sagt die für die Freiheit in Galizien besorgte„Tante Voß" dazu?— Oesterreich. — Dr. Julius G r e g r, einer der Führer der jung- czechischen Partei und Hauptredakteur ihres leitenden Partei- blatles, des„Narodni Listy" ist im Alter von 64 Jahren gestorben.— Ungarn. — Der Reichstag wurde heute mit einer Thronrede geschlossen. Bemerkenswerth ist in derselben die besondere Be- tonung der freundschaftlichen Beziehungen mit Rumänien. Ueber die politische Lage findet sich folgender Absatz:„Im allgemeinen können wir Sie mit Freuden davon verständigen, daß wir mit fämmtlichen Mächten in best-freundschaftlichen Beziehungen stehen und uns zu der sicheren Hoffnung berechtigt halten, daß der Friede auch fernerhin nicht gestört werden wird." Frankreich. Pari», 4. Oktober. Die Protestversawm lung der Blanquisten gegen den Zarenempfang war sehr zahlreich besucht. Sämmtliche Redner geißelten unter dem leb» haften Beifall der Zuhörer das Bauchrutschen der Bourgeoisie vor dem Zaren. Henri Turot beleuchtete das falsche Spiel des Zareulhums, dem eS bei dem Allianzspektakel lediglich um das Baargeld der Franzosen zu thun sei. Einer Republik sei eS unwürdig, mit solchem Pomp den moskovitischen Autokraten, den Unter- drücker Polens, den Verfolger der rnsstsche» Freiheitskämpfer zu brandmarkte die unterdrückende empfangen. Argqriadäs Politik des Zarenthums im Innern und dessen grausam-selbst- süchtige Politik in Europa und Asien. Nach Anhörung einiger weiteren Redner votirte die imposante Versammlung eine heftige Protestresolution und trennte sich unter dem Absingen der„Car- uiagnole" und des„<�a ira". In der Versammlung wurde bekannt gemacht, daß La ndrin, Mitglied des revolutionären Zentralkomitees, sein Amt als Vize- Präsident des Pariser Genieinderaths nieder» legen würde, falls das Bureau auf seiner Theilnahme an dem Znrenempsang im Stadthause bestehen sollte. Ferner wurde M o r e a n, Gemeinderaths- Mitglied, wegen seines Ver- Hallens zur Zareujeier aus dem Zentralkvmitee ausgeschlossen. Durch das Botum für die Baren empfangs- Krebite hatten die im Barlamente einen ftarten Anhang befizen, nur Rechte einfeste. Der Gauvorstand ist damit dem Beschluß fozialistischen Gemeinderaths- Mitglieder, wie ich seinerzeit betonte, mit Hilfe der unter den sizilischen Landarbeitern bestehenden nachgekommen, ben der Berliner Buchdruckerverein in einer außer dem Wunsche auch ihrer proletarischen Wähler entsprochen zu sozialistischen Agitation zu überwinden im stande sein wird, und ordentlichen Versammlung gefaßt hatte, welcher Beschluß behaben geglaubt. In Wirklichkeit hat ihr Votum die entgegen- daß er sich dieser deshalb nicht feindlich gegenüberstellen darf. fanntlich den Gauvorstand zur Demiffionirung veranlaßte. gesetzte Wirkung hervorgerufen. Paul Brousse erhielt fogar Diese Agitation hatte ihrerseits ohne Hilfe der Regierung die G. hat dem Gauvorstand die Aufhebung des Ausschlusses von einer Partei- Organisation ein Tadelsvotum. Nun versucht er Arbeitskontraktfrage gelöst, bevor die Insel mit Truppen über- infofern erleichtert, als er die Erklärung abgab, baß er sich in der Petite Republique" die Bedeutung der Kreditbewilligung schwemmt wurde, und würde dies auch jetzt thun fönnen, wenn dem Statut und den auf grund des Statuts erfolgten durch den Gemeinderath abzuschwächen und giebt zu, daß die die Truppen zurückgezogen würden. Der Bruch des Abkommens Beschlüssen der Verbandsorgane unterordne". Diese Erklärung sozialistischen Abgeordneten in ihrer Eigenschaft als politische von Corleone ist eine Folge der Crispi'schen Gewaltpolitit, fonnte G. um so leichter abgeben, als sein Vergehen" nicht Vertreter des Proletariats berechtigt sind, die von der Regierung welcher das jetzige Ministerium ein Ende bereiten wollte. auf grund des Statuts sondern willkürlich bestraft" für den Barenempfang ausgeworfenen Kredite abzulehnen. Das Rom, 4. Oktober. Die hiesige Regierung ist davon in worden war. Kenntniß gesetzt worden, daß Negus Menelit Ende des Monats Wenn die übrigen Gauvorstände gescheit sind, machen tinischen Gassenhauern zum Barenfeste, die auf die Stimmung werde. Unter der Unmasse von geschmacklofen chauvinistisch- byzan die italienischen Gefangenen bestimmt freigeben sie die in ihrem Bezirk vorgekommenen Ausschlüffe ebenfalls rückgängig. Anders dürfte der Friede in der Buchdruckerdes Boulevard= Publikums, des Pöbels in Zylinderhüten, der Pflastertreter und Organisation schwerlich wieder einkehren. Rokotten, berechnet sind, finden fich hier und da gar polizeiwidrige französisch- russische" Lieder, die dem proletarischen Paris aus der Seele sprechen. Hier eine Strophe aus einem solchen Liede:„ Ein Tag wird kommen, wo die morsche alte Welt vor der Republik verschwindet. Paris und Mostau, Städte mit klingendem Namen, vereinigt euch unter dem großen freien Banner!" wird voraussichtlich geschehen. Türkei. Konstantinopel, 4. Oftober. In den letzten Tagen find zahlreiche Verhaftungen von Türken und von jungtürkischer Ümtriebe verdächtigen Softas vorgekommen. Partei- Nachrichten. Die Drechsler Stettins haben beschlossen, in diesem Jahre feine Forderungen mehr zu stellen, sondern im Frühjahr zu sammen mit den Tischlern den Neunstundentag und 10 pCt. Lohnaufschlag zu verlangen. In Hannover haben die Buchdrucker, Buchbinder, Lithographen, Steindrucker, Kartonnagen Belgien. Als Delegirte zum Gothaer Parteitag find ferner gearbeiter, fowie die Silfsarbeiter gemeinsames Bor Antwerpen, 1. Oftober.( Eig. Ber.) Lügen haben furze wählt: Frl. Ottilie Baader, Berlin. D. Sydow, Brandenburg. gehen nach der Richtung hin beschlossen, daß in den betreffenden Beine und Polizeiligen insbesondere. Aber hat man auch je so Gustav Paul, Velten. Franz Feldmann, Ober- Langenbielau. Betrieben gefordert wird: betreffs der Buchdrucker: Einetwas erlebt? Da waren die deutschen, französischen und bel. Frau Heinrich, Neusalz. Groth, Rostock. Bömelburg, Weinheber, führung des Buchdruckertarifs; betreffs des Buchbindereizc.gischen Dynamitkomplottschmiede doch andere Kerle! Schämt Martitte, Steenfatt und Kleinfeld, Hamburg. J. Heine, Ottensen. Personals: Neunstundentag, 18 M. Mindestlohn für ArEuch, Ihr englischen Stümper! Heinrich Mahlte, Flensburg. Rauch und Wiehle, Hannover. beiter, 9 M. für Arbeiterinnen, Aufstellung eines Atfordtarifs in Wie schade, nichts auch rein gar nichts läßt sich an Friz Erfurth und H. Beims, 11., 12., 13. hannöverfcher Wahl jedem einzelnen Geschäft; betreffs der Lithographen und fangen mit der Entdeckung" der Antwerpener Dynamitfabrit, freis. Chr. Schrader, Osnabrück. Schmalfeld, Bremer Steindrucker: der Achtstundentag für erstere, der Neun nicht einmal das kleinste Komplöttchen! hafen. Otto Hoppe und Ernst Forkert, Solingen. H. Klingen- stundentag für legtere, 24 M. Mindestlohn für beide Kategorien, Auch wimmelt es jetzt schon seit acht Tagen nicht mehr hagen, Herford. H. Krewinkel, Aachen. Frl. Johanna Löwenherz, 18 M. für Neuausgelernte ein Jahr lang; für Schleifer und von Anarchisten in Belgien, alles ist still. Glich noch vor acht neupied. Wilh. Michels, Kalt. Eduard Krumm, Wahlkreis Hilfsarbeiter 18 M.; für Arbeiterinnen 10 m.; beftimmte Säge Tagen die bürgerliche Presse einem Sumpf voll quatender Weglar. Sago, Eschwege. Jaech, Braunschweig. Gerlach, für Ueberzeitarbeit. Außerdem fordern Buchbinder, Lithographen, Frösche, heute gleicht sie einem Wäfferlein voll Fische stummer Wahlkreis Wangleben. H. Sachfe, 17. und 18. fächsischer Wahl- Steindrucker 2c. noch Bezahlung der gesetzlichen oder vom Ge Fische natürlich. Wie schade um die Rubel, die die ganze freis. A. F. Dießschold, 15. fächsischer Wahlkreis. G. Stirius, fchäft angeordneten Feiertage. Geschichte gekostet hat. Bauzen. E. Nitschke, Großenhain. Bruno Mehner und Karl Doch Scherz bei seite. Dem Uneingeweihten wird es sicher Walther, Chemniz. Aus Bremen meldet die Bremer. Bürgerzeitung": Das Hülle, Erfurt. G. Pätzold, Eisenach. Mitglied des Verbandes der deutschen Buchdrucker, R. Rochansti, schon aufgefallen sein, daß seit ungefähr zwei Jahren Antwerpen Laumann, Eisenacher Oberland. A. Baudert, Apolda. E. Wehber ist wegen Verbreitung der Buchdrucker- Wacht" aus der Organi in Berbindung mit Dynamit und Verschwörungsgeschichten bereits und P. Seige, 2. meiningischer Wahlkreis. J. Geuß, Hoffation ausgeschlossen worden. mehrere Male genannt wurde. Das Defret ist vom Bezirks. Man möchte offenbar hier Bayreuth. Heinrich Pfeufer, Kronach- Lichtenfels. Alfred Agster, vorstand in Bremen ausgestellt, trozdem statutarisch nur bem etwas entdecken. Warum? Dies erklärt sich vielleicht durch Pforzheim- Durlach. Dietrich, Konstanz. Berichtigung: Gauvorstande der Ausschluß eines Mitgliedes zufteht. Rochansti die Thatsache, daß seit ungefähr zwei Jahren die russische Genosse Emmel ist nicht für den Kreis Saargemünd, sondern für wird beim Gauvorstand Protest gegen die Maßregel des UnterJugend mit besonderer Vorliebe die hiesige Handelsschule besucht. den Kreis Saarbrücken als Delegirter gewählt. vorstandes erheben, und es ist wohl schon deswegen zu erwarten, Die Zahl der russischen Studenten hat sich feit zwei Jahren ver- Der Parteitag für Schwarzburg- Rudolstadt, der am daß diese Instanz die Ausschließung zurücknimmt, als Rochansti fünffacht. Ergo-Sonntag in Rudolstadt abgehalten werden sollte, ist verboten den genannten utas an dem Tage erhalten hat, wo er zum Wer denkt da nicht unwillkürlich an Zürich, Genf und Paris? Niederlande. Amfterdam, 2. Oktober.(„ Köln. 3tg.") Auf Oft- Bombot ist ein Aufstand der Saffats ausgebrochen, durch Kavallerie aber niedergeschlagen. Die Meuterer hatten große Berluste, die VerIufte der Holländer sind nur gering.-England. London, 3. Oktober.( Eig. Ber.) Vorgestern hat der Londoner Schulrath ein neues Sigungsjahr angetreten. Die Ansprache des Vorsitzenden konstatirte einen weiteren Fortschritt im Ausbau des Bondoner Boltsschulwesens. Wenn die Schulbauten, welche zur Zeit in Angriff genommen sind, ausgeführt sein werden, werde London ausreichenden Platz für 828 000 Schüler haben, während die Zahl der unterzubringenden Kinder zur Zeit auf 728 000 veranschlagt werde. Großer Werth werde auf die Förderung des Handfertigkeits- Unterrichts gelegt, der gegenwärtig an über 30 000 Knaben ertheilt werde. was worden. " " Polizeiliches, Gerichtliches c. In Erfurt wurde am Donnerstag eine Parteivcrfammlung, wo Genosse Hülle über die Anträge zum Gothaer Parteitag referirt hatte, furz nach 12 Uhr von dem überwachenden Beamten aufgelöst, weil die Versammlung nur auf den 1. Oktober angemeldet, jetzt aber der 2. Oftober angebrochen fei. Gegen diese polizeilich- aftronomische Interpretation des Vereinsgeseyes wird selbstverständlich Beschwerde erhoben werden. legten Male das verpönte Blatt verbreitete; feit 1. Oktober find die Leser der Buchdrucker- Wacht" auf das Postabonnement an gewiesen, da der Verlag des Blattes die Filial- Expeditionen aufgehoben hat. " In Pieschen bei Dresden wurde am Sonnabend eine von etwa 2000 Berfonen befuchte Werftarbeiter- Berfammlung aufgelöst. Der Genosse Referent Reichard hatte über die Zu stände auf den Werften der Elbschifffahrts- Gesellschaften Rette" und" Desterreichischer Nordwest" gesprochen und die Arbeitsverhältnisse daselbst scharf kritisirt. Die Arbeitszeit soll dort oft 36 st ündig sein, d. h. die Arbeiter können nur eine Nacht um die andere schlafen, und dennoch soll ihr Verdienst blos 15-16 M. wöchentlich betragen! Als die Verfammlung den Ausführungen des Referenten laut Beifall sollte, sprach der überwachende Beamte die Auflösung aus. Das geht beinah noch über die hamburgisch- bremisch- oldenburgische Polizei tattit gegenüber den Hafenarbeitern. Auf dem westfälischen Parteitage, der kürzlich in itten abgehalten wurde, waren 88 Orte durch 58 Delegirte vertreten. Aus den Verhandlungen ist folgendes von allgemeinem Intereffe. Die Orts- Vertrauensmänner erhielten den Auftrag, Ju Dresden bereiten die Metallarbeiter eine Lohn für intensivere Betreibung der Landagitation zu sorgen. Die bewegung vor. Während dort alle Lohnbewegungen der letzten Einnahmen der Agitationskommission betrugen 915,22 M., die Zeit gerichtliche Nachspiele hatten, hat diese Bewegung schon eine Ausgaben 905,75 M. Der Kommission wurde aufgegeben, an Ouvertüre. Der Metallarbeiter Erhardt bekam eine Anflage, stelle der großen Agitationstouren fünftig nur fleine zu weil er dadurch gegen das Vereinsgefez verstoßen haben soll, arrangiren. Der Punkt Preffe führte zu einer längeren Debatte. daß er nach einer verbotenen Metallarbeiter- Versammlung nicht Beschlossen wurde anfänglich, die Rheinisch- Westfälische Arbeiter- veranlaßte, daß sich die Theilnehmer entfernteu. Unserer Ansicht Beitung" vom 1. Januar an täglich achtfeitig erscheinen zu laffen, nach ist es ausschließitch Sache der Polizei, dafür zu sorgen, da man aber eine infolge dessen nöthige Erhöhung des daß nach Auflösung einer Versammlung die Theilnehmer bas Abonnementspreises nicht auf sich nehmen mochte, wurde jener Lotal räumen. Beschluß dahin abgeändert, daß es der Geschäftsleitung der Rheinisch- Westf. Arb.- 3tg." anheim gestellt ist, eine Bergröße rung des Blattes je nach Maßgabe der Geschäftslage vor zunehmen. In den einzelnen Orten sollen bezahlte Lotal Gleich der ersten Sigung des Schulraths lag ein Antrag vor, Korrespondenten angestellt werden. Dem Berleger Ge ben Lohntarif, der seinen Bautontratten zu grunde noffen Gerisch wurde bestätigt, bestätigt, daß daß seine Haltung liegt, aufzuheben und die Arbeiter und Unternehmer furzweg gegenüber der früheren Breßkommission torrekt gewesen ist, und auf die im Gewerbe zwischen den Prinzipal und Arbeiter man beschloß dann, daß in den einzelnen Wahlkreisen Genossen vereinen vereinbarten Bedingungen zu verweisen. Damit wäre gewählt werden sollen, welche Beschwerden zc. über die Rheinischdie sogenannte Fair Wages Klausei wohl nominell Bestfälische Arbeiter- Beitung" entgegenzunehmen und den Verlag aufrecht erhalten, faktisch aber für eine ganze Reihe von Fällen und die Redaktion von diesen Beschwerden in Kenntniß zu sehen unwirksam gemacht worden. Für viele Arbeiten existiren folche haben, damit Abhilfe geschaffen wird. Der Siz des AgitationsVereinbarungen überhaupt nicht, für andere wechseln sie ziemlich fomitees bleibt in Dortmund und die Wahl der Mitglieder ist häufig, so daß der Arbeiter nie genau weiß, woran er sich zu halten den dortigen Genossen überlassen. Der nächste Parteitag wird hat und gegebenenfalls erst sich an den Richter wenden in Hörde abgehalten. Krimmitschau. In der Fabrik von G. A. Fischer haben muß, um seinen gebührenden Lohn zu erhalten, zirka 50 Weber und Weberinnen wegen Lohnreduktion die so viel Scherereten Scherereten und Zeitverluste mit sich bringt, Kündigungsscheine in Empfang genommen. Darum ist Zuzug daß oft lieber ganz auf die Reklamirung verzichtet- Der Sozialdemokratische Verein in Geest hecht bei fernzuhalten. Arbeiterfreundliche Blätter werden gebeten, dieses wird. Aus diesem Grunde bekämpfte die progressistische Minderheit Hamburg wollte am Sonnabend scine fogenannte Sitober- Feier aufzunehmen. den Vorschlag mit äußerster Energie und seßte denn auch wirklich abhalten. Jm vorigen Jahre hatte die zuständige Behörde And Wien. Der Hauptwertstätten Chef ber mit einer Stimme Mehrheit eine von dem unitarischen Geistlichen das Bürgermeisteramt in Bergedorf- bas Feft anstandslos Staats- Eisenbahn hat folgende Kundmachung er Carlile beantragte Resolution durch, wonach für die Kontrakte eine Lifte genehmigt, diesmal verbot fie es mit der Begründung, der Sozial- laffen: Einige mir bekannt gewordene irrige Auslegungen über ber zur Zeit anerkannten Löhne aufgesetzt werden und bis demokratische Berein sei teine Gefchloffene Gefell die Art und den Umfang der von der Direktion am zur Abänderung maßgebend sein soll. Ein Bufabantrag chaft im Sinne des Gefeßes, ein öffentliches Bergnügen 14. September I. 3. gemachten Bugeständnisse veranlaffen bes Fabianers Graham Wallas, die die Liste den legten tönne aber an dem fraglichen Tage und in dem betreffenden mich, dieselben nochmals bekannt zugeben, und zwar: 1. Bont zwischen den Unternehmer- Verbänden und den Bauarbeiter. 2otale nicht geftattet werden. Das schönste ist, daß in Bergedorf 1. Oftober 1896 an beträgt die tägliche Arbeitszeit bei regel Vereinen getroffenen Vereinbarungen anzupassen, erhielt jedoch selbst die Oktober- Feier anstandlos genehmigt roorden ist. mäßigem Werkstättenbetriebe nicht mehr zehn Stunden, nur 16 gegen 25 Stimmen. Es sei hierbei bemerkt, daß im sondern 912 Stunden und dauert von 7 Uhr früh bis 6 Uhr Frühjahr in fast allen Zweigen des Londoner Baugewerts Lohn abends, mit einer Mittagspause von 11/2 Stunden. Diese erhöhungen durchgefeht wurden. Diese wollte der Wallas'sche 9ftündige Arbeitszeit wird wie die bisherige 10stündige TagAntrag den Arbeitern auf alle Fälle fichern. Aber mehr als schicht entlohnt. 2. Die Ueberzeit wird bei Lohnarbeitern 11/ 2fach der Carlile'sche Antrag war nicht durchzusehen, dank der Läffig gerechnet. Affordarbeiter erhalten für jede Stunde Ueberzeit feit, die bei ber legten Schulraths- Wahl ein großer Bruchtheil eine halbe Stunde ihres Taglohnes als Bulage. 8. Arbeiter, der Arbeiter an den Tag gelegt. welche infolge von Krankheitsfällen in ihrer Familie infolge ärztlicher Anordnung von der Werkstätte ferngubleiben haben, erhalten für jeden Tag Abwesenheit einen halben Taglohn. 4. In betreff der Regelung der Akkorde, insbesondere mit Rlickwerden hiermit zu der heute Abend 812 Uhr, Annenstraße 16, mäßigen Anwesenheitskontrolle an stelle des gegenwärtigen MarkenAchtung, Zentralverein der Bildhauer! Die Modelleure ſicht auf das Krankengeld, bin ich beauftragt, die Anträge an die Direktion zu stellen. Desgleichen wegen Einführung einer zweck. stattfindenden Vereinsversammlung ganz besonders eingeladen. Rom, 1. Oktober.( Eig. Ber.) Wenn mit recht die Thätig Tagesordnung wegen dringend nothwendig. Der Vorstand. Das Erscheinen sämmtlicher Modelleure ist der Wichtigkeit der fystems. 5. Zur Aufhebung der Zweifel fiber die Behandlung der nach Beendigung der Waffenübung wieder aufgenommenen feit des Landesministers für Sizilien, insbesondere seine Arbeiter ist durch den Ausschuß der Krankenkasse das Erforder= Bemühungen um die Verbesserung der Lage Achtung, Puter Berlins! Einen neuen Vorstoß zur liche veranlaßt und von der Direktion bereits verlautbart der beim Schwefel Bergbau beschäftigten Arbeiter, hervorgehoben Bau Ballasstraße des Maurermeisters Heinrich 33 Puzer, 6. b. Mts. Die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben, werden Durchführung des Lohntarifs unternahmen am Montag auf dem worden. 6. Diejenigen Arbeiter, die bis Dienstag, den werden konnte, fo ift es andererseits nothwendig, darauf bin als ihnen nach der im Vertrage vorgesehenen Klausel für fünf nach Maßgabe des§ 28 lit. f der geltenden Wertstätten- Dienftzuweisen, daß sich dieser Minister in den letzten Tagen der auf Arbeit Tage bie Werbefferung der ländlichen Arbeitskontrakte gerichteten hatten fünf Kollegen, die faft den ganzen Sommer ge- Dokumente in der Werkstätte abzuholen." je 28 M. ausgezahlt wurden. Leider ordnung als entlassen betrachtet, und werden aufgefordert, thre fozialistischen Agitation in Sizilien Sizilien feindlich gegenüber geftelt hat, indem auf seine Anordnung eine Delegirten zuschließen, sondern sie arbeiten zu den von der Arbeitgeber fammten Fahrpersonal die Kilometergelder um 30 pet. arbeitet haben, nicht den Muth, sich ihren Kollegen an. Die Direktion der Staatseisenbahn- Gesellschaft hat bem ges versammlung die fich mit diefem Gegenstande schäftigen sollte, verboten worden ist. beliebten Bedingungen weiter. Der Preis ist dort fo gering, daß erhöht. Die Arbeiter- Zeitung" bemerkt dazu: Die Versammlung auffälliger, als diese Versammlung uur darauf abzielte, das die 7 M. Tagelehn nicht erreicht werden können, wenn die Buzzer dieser Bediensteten vom 30. September, im Berein mit dem fogenannte Abkommen von Corleone wieder herzustellen, welches faubere Arbeit liefern sollen. Einen zweiten Verfuch wagten die Streit der Werkstättenarbeiter, hat, wie man sieht, eine wohl. vor der Verhängung des Belagerungszustandes über Sizilien von Kollegen auf dem Bau Petersburgerstr. 7; von 8 Fassadenpußern thätige Wirkung gehabt. einem beträchtlichen Theile der sizilischen Großgrundbesitzer legten aber nur 3 Mann die Arbeit nieder. Der Preis ist auch dort bedeutend unter dem Tarif, jedoch ist hier der Lohn von Die Vereine der österreichischen Eisenbahnbeamten bereits angenommen worden war. Es ist wahr, daß diese 7 m. am Sonnabend gezahlt worden. Bir ersuchen die Kongreß ab, der u. a. die Schaffung einer gemeinsamen Or und Bediensteten halten in Wien gegenwärtig einen Großgrundbefizer, fobald die Grispi'schen Truppen auf der Insel gelandet waren, Kollegen, bie beiden Bauten zu meiden, da nur das sie eingegangen waren, dem Abkommen, our dadurch die tarifmäßige Preisausbesserung durchgesezt werden ganisation aller Eisenbahnbeamten und Bediensteten zum Zweck wieder zurücktraten. Aber tann. Mittwoch Abend ist Baudeputirten Bersammlung. Gisenbahnbeamten- Bereins, der, vom Beamtendünkel beseffen, mit hat. Gegen die Stimmen der Delegirten des Desterreichischen dies fann für eine Regierung, welche ausdrücklich zur Lösung des fizilifchen Problems einen besonderen fiizilischen Die Lohnkommission der Puzzer Berlins und Umgegend. den übrigen Eisenbahnbediensteten nicht gemeinsame Sache Landesminister einsetzte, kein zureichender Grund sein, sich auch Die für die Konfektionsbrauche Deutschlands gewählte machen will, wurde folgende Resolution angenommen: In Gr ihrerseits jenem Abkommen entgegen zu stellen. Da der Landes- Fünferkommiffion in Berlin macht in der Fachzeitung für wägung, daß eine Verbesserung der Lage der Eisenbahnbeamten minister Codroncht, wie man weiß, der Bentralregierung einige Schneider" den Vorschlag, daß Montag, den 2. November und Unterbeamten nur dann erfolgen kann, wenn diese auf Berichte über die Frage der ländlichen Arbeitskontratte erstattet in ganz Deutschland öffentliche Versammlungen einberufen gemeinsamer Basis zur Berwirklichung der von ihnen hat, so wird sich wohl bald herausstellen, ob er thatsächlich ein werden sollen mit der Tagesordnung: Die Forderungen der aufgestellten Forderungen vorgehen, in Gegner des Programms von Corleone ist oder ob er die Schneider und Näherinnen an die Gefeßgebung. Die auf dem wägung, daß die politischen Anschauungen der Beamten fragliche Delegirtenverfammlung nur aus formalen Gründen ver- Schneider- und Näherinnenkongreß in Eisenach und auf der und Unterbeamten jene attionen, bie hindert hat. Im ersten Falle liege eine Rücksichtnahme auf die internationalen Konferenz in London gefaßten Beschlüsse sollen ihrer wirthschaftlichen Ziele nothwendig find, nicht beeinträchtigen zur Durchführung Großgrundbesißer vor, welche mit dem Vorgehen gegen die In- als Grundlage einer planmäßigen Agitation für den gesetzlichen dürfen, anerkennt der Kongreß die Nothwendigkeit einer all. haber der Schwefelbergwerke in Gegensatz stehen würde und die Arbeiterschutz gelten. nur etwa aus persönlichen oder, was in der Sache auf dasselbe Der Berliner Gauvorstand des Buchbruckerverbandes hinaustommt, aus parlamentarischen Gründen erklärt werden hat nach seiner Wiederwahl das klügere Theil erwählt, indem fönnte. Jm anderen Falle, wenn nur ein formaler er am Sonnabend den wegen Verbreitung der Buchdrucker Grund vorliegt, hätte der Landesminister bedenken sollen, Wacht" von ihm früher ausgesprochenen Aussch Inß des daß er den Widerstand Ler Großgrundbefizer, welche G. zurücknahm und dieses Mitglied wieder in feine alten Dänemark. Der Reichstag ist heute Mittag eröffnet worden. Die Staatsrechnung für das Finanzjahr 1895/96, welche heute vorgelegt wurde, weist einen Ueberschuß von 4% Millionen Kronen auf. Italien. Don Dies ist um so Gewerkschaftliches. weiterer Ergemeinen Organisation aller Eisenbahnbeamten und Unterbeamten und beauftragt behufs Annäherung aller Eisenbahnbeamten- und Unterbeamten- Vereinigungen die bei der vorberathenden Konferenz für den Kongreß gewählten Vertreter aller Vereine mit der Ausarbeitung eines diesbezüglichen Regulativs, das von nachstehenden Gesichtspunkten auszugehen hat S Die Arbeiter hatten bisher einen 1. bie 1. Sofort die Schaffung eines Eretutivausschusses, 1 Aus London wird der Frautf. 8tg." berichtet, daß in beiter haben bis zu vier mar! täglich verdient. der in allen gemeinsamen Fragen im Namen aller Beamten- und einer Versammlung des internationalen Bundes der Schiffs, Ueberstunden sind immer extra bezahlt worden. Unterbeamten- Vereine die nöthigen Aktionen einleiten soll; Safen und Fluß Arbeiter, wo Tom Mann den Von den fünf bei dem Bau und der Installation beschäftigten 2. die Gründung eines Sekretariats, das dem Exekutiv: Vorsitz führte, mitgetheilt wurde, daß nach den Nachrichten, die Monteuren sind drei Deutsche und zwei Italiener, welche auße ausschuß untersteht und sämmtliche auf die Lage der Beamten. aus den verschiedenen Hafenstädten vorlagen, nur etwa der zehnte freier Wohnung zuerst 7,50 M., dann 8,- M. Tageslohn Unterbeamten und Bediensteten bezughabenden Daten zu erheben Theil der Unternehmer auf die Forderungen des Bundes ge- bei zehnstündiger Arbeitszeit und vom 1. Juni dieses Jahres hat; 3. die Vereine sind verpflichtet, alle auf die Gesammtheit antwortet hat; die Londoner Dockgesellschaften haben die Forde ab noch 1 Mart des Standes bezughabenden pro Tag Lohn mehr erhalten haben. Daten dem Exekutivausschuß rungen der Arbeiter gar nicht beachtet. Die Mitglieder des Diese Tageslöhne find den Monteuren auch Sonntags bezahlt zur Verfügung zu stellen, damit sie dieser dem Sekretariat Bundes werden nun nächstens darüber abstimmen, was in der worden, gleichviel, ob am Sonntag gearbeitet worden ist oder zur entsprechenden Verarbeitung zuweisen tann; 4. die Sache weiter zu thun ist. nicht; mußte indessen am Sonntag gearbeitet werden, dann wurde Schlichtung von Streitigkeiten zwischen diesen Vereinen obliegt ihnen In Manchester steht in der Eisen und Meffing 25 pct. für die gearbeiteten Stunden bezahlt. Außerdem ist den dem Exekutivausschuß, und haben sich die betreffenden Vereine brauche ein Streit bevor. ebenso wie bei Ueberstunden ein Aufschlag von in der Deffentlichkeit zu verineiden; 5. für alle Fälle jener durchschnittlichen Wochenlohn von 34 Schilling und verlangen der Anlage eine besondere Gratifikation versprochen und Monteuren für den Fall der rechtzeitigen Fertigstellung Aktionen, die ein gemeinsames Vorgehen zwischen Eisenbahn- die Forderung abgelehnt. Daraufhin erklärten sich die Arbeiter dem bauleitenden Ingenieur in Kairo auch von uns zur Beamten und-Bediensteten nothwendig machen, treten die Dele- mit 4500 gegen 220 Stimmen für den Streik. Falls die Unter- Auszahlung angewiesen worden, obgleich die Voraussetzung, girten der Beamtenvereine und der Bediensteten Organisationen nehmer auf ihrem ablehnenden Standpunkt verharren, würden unter welcher die Gratifikation zugesagt wurde, nicht erfüllt ist. zu gemeinsamer Berathung und Beschlußfassung zusammen." Nach Aussage eines bereits zurückgekehrten Monteurs hat der= ... Als bei der Grörterung über die Dienstpragmatit die sirka 8000 Arbeiter außer Beschäftigung tommen. selbe mit dem ihm während seines Aufenthaltes in Kairo geüber die Titelfrage" eingesetzte Kommission erklären ließ, daß die Titelunterscheidungen Beamte, Unterbeamte und Diener Bei der Polemik über die Organisation des Boykotts, zahlten Lohn nicht nur ganz gut leben, sondern auch eine Summe ersparen tönnen. Demnach kann wohl nicht ernsthaft die tünftig wegfallen und alle im Eisenbahndienste fest angestellten die wir mit dem Genossen v. Elm in den Nummern vom 2. und Rede davon sein, daß wir unseren Monteuren und Personen fünftig Beamte heißen follen, verließen von 34 Dele- 10. September führten, hatte der genannte Genosse angekündigt, Arbeitern in Kairo Hungerlöhne gezahlt haben. Daß girten des Desterreichischen Eisenbahnbeamten Vereins 25 den daß über den Mohr'schen Boykott einer der direkt Betheiligten Rongreß, worauf Präsident und Kassirer dieses Vereins, die einer längeren Erklärung, die uns die seinerzeit in Altona ein- bereichert haben soll, ist eine Berleumdung; hierzu fehlte ihm das Wort nehmen werde. Das ist nun geschehen, und zwar in unser bauleitender Ingenieur sich auf Kosten der Arbeiter Herren Schlüsselburger und Hering, unter stürmischem gefeßte Boykottkommission, bestehend aus den Genossen Mar jede Möglichkeit, da er alle Ausgaben und Einnahmen mit uns Beifall des Kongresses erklärten, daß sie ihre Vereinsfunktionen erb, Z. Seine, 2. D. Stappert und G. Grube über- au verrechnen und über diefelben Beläge einzusenden hat. Ob niederlegen würden, um sich mit den weggegangenen Delegirten fandte. Da die Frage der Organisation des Boykotts genügend unsere Ausführung der Anlage den technischen und sonstigen nicht zu identifiziren. erörtert ist, geben wir aus der Zuſchrift der Boykotikommission Anforderungen entspricht, überlassen wir unseren sachverständigen Der Bergarbeiterstreik in Nordwest- Böhmen ist, nach nur das wieder, was die Frage betrifft, ob der Mohr'sche Boykott Auftraggebern, welche die Bahn abnehmen werden." den Meldungen der Telegraphenbureaus zu schließen, thatsächlich selbst am Plaze war oder nicht. Die Boykottkommission schreibt Krankenkassenwesen. Der Küper- Brüderschaft( E. E.) in im Erlöschen. Jm Durer Gebiet ist gestern die Mannschaft darüber: Bremerhaven, dem Kranken- Unterstützungs- Verein für Stellingen, der betreffenden Schichten nahezu vollzählig eingefahren, und Ueber den Boykott" lautet ein Artikel des Genossen Langenfelde, Eidelstedt, Niendorf und Lokstedt, genannt„ Die aus Brür wird gemeldet, daß die Beendigung des Ausstandes v. Elm, in welcher die Gründe largelegt werden, welche ihn Stüße der Kranken"( E. H.) in Stellingen und dem Krankenfür heute, Dienstag, erwartet werde. Die Nachricht vom zur Stellung seiner feider im Hamburger Kartell abgelehnten Unterstüßungs- Verein für Lokstedt, Stellingen, Langenfelde, Nien Ausbruch eines Streits in Kladno wird für unrichtig Anträge veranlaßt haben. In der Erwiderung der Redaktion dorf, Groß- Borstel, Eppendorf und Eimsbüttel, genannt„ Einigbes Borwärts" wird nun mehrfach auf den Boykott feit"( E. H.) in Lokstedt ist vom Reichskanzleramt von„ neuem Ueber die Entstehung des nordwestböhmischen Berg- über die Margarinefabrikate von A. L. Mohr in Bahren- die Bescheinigung ertheilt worden, daß sie, vorbehaltlich der Höhe arbeiterstreits theilt die in Zeplih erscheinende sozialdemo- feld zurückgekommen und dieser Boykott einer abfälligen des Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des Krankenfratische Zeitung Die Freiheit" das folgende mit: Auf einer Kritik unterzogen. Da hierdurch der Glaube entstehen versicherungs- Gesetzes genügen. erklärt. " B Ju Mährisch- Chrostan hat der Streit der Weiferinnen der Firma Gebrüder Baader nach sechstägiger Dauer mit theilweisem Erfolge geendet. Die Firma bewilligte einen Mindest John von 4 Gulden wöchentlich. Beim Streik in Dörfel in Böhmen war es der t. t. Be zirkshauptmannschaft zu Reichenberg eingefallen, anzuordnen, daß nach 8 Uhr abends niemand mehr auf den Straßen gehen dürfe. Diese Verordnung war vollständig ungeseßlich, dennoch wurden dieser Tage 15 Personen, die dieselbe übertreten hatten und des halb des Auflaufs" angeklagt waren, vom Kreisgericht verurtheilt. Die Strafen lauteten auf Arrest in der Dauer von einer Woche bis zu einem Monat. In Aachen streiken die Weber und Weberinnen der Firma Siegfried Hersberg. " " wohner, in Frankreich auf 1800, in England auf 1600. DeutschIn Deutschland fam im selben Jahre 1 Arzt auf 3000 Ginland steht also hinter Frankreich und England ungefähr ebenso weit zurück, wie Rußland hinter Deutschland. Versammlungen. jüngst in Kladno abgehaltenen Konferenz unabhängiger fönnte, als wenn die Arbeiter von Mohr in geradezu Die Kolonialwaarenhändler in Rottbus und Sandow Quérköpfe, von denen niemand wußte, wen fie vertreten, frivoler Weise den Streit heraufbeschworen hätten, so erscheint haben vereinbart, vom 1. Oktober ab während der Winterwurde beschlossen, in nächster Zeit den Generalstreit der es dringend nothwendig, hier deshalb noch einmal in Rürze die monate ihre 2äden abends um 9 Uhr zu schließen. Bergarbeiter zu proflamiren. Man ist an die Ausführung dieser Ursachen der Differenzen zwischen den Arbeitern und Herrn Nur die Sonnabende sind davon ausgenommen. hirnverbrannten Jbee gegangen. In einer in deutscher und Mohr klarzustellen. Allein schon aus den Forderungen, welche czechischer Sprache verfaßten hettographirten Flugschrift, die in die ausgesperrten Arbeiter stellten, kann man sich ein Bild bildeten, ist in Rußland sehr klein. Im Jahre 1890 gab es Die Zahl der Aerzte, d. h. der wissenschaftlich ges zahlreichen Exemplaren im Rohlengebiet Dux, Teplik, Brüy, machen, wie es auf der Fabrit zugegangen sein muß. Denn bei einer Bevölkerungszahl von 110 Millionen, wobei das Softomis verbreitet wurde, wird die Bergarbeiterschaft hierzu z. B. Punkt 1 lautet: Bessere Behandlung von seiten der Meister asiatische Rußland eingerechnet ist, nur 18 334. Es tam also erst aufgefordert. Die Planlosigkeit und Regellosigkeit dieses Streits und Borgefeßten. Ausdrücke wie Butterochsen, Schafstöpfe 2c. 2c. auf etwa 6000 Personen 1 Arzt. Natürlich hat unter dem Mangel an geht schon daraus hervor, daß keinerlei Forderungen aufgeftellt waren an der Tagesordnung. Es ist charakteristisch, wurden und daß die Streikenden zum großen Theil selbst nicht daß im Zeitalter der Thierschuh- Vereine und der Vereine erst auf airta 9000 Einwohner. An Pfaffen und Polizisten ist Aerzten vor allem das flache Land zu leiden; dort kam ein Arzt wiffen, für was sie streiken. zur Unterstützung für entlassene Buchthäusler freie Arbeiter dagegen selbstverständlich kein Mangel, dafür sorgt der russische Diese Forderung steht allerdings nicht vereinzelt da, sie ist vielals Hauptforderung: beffere Behandlung stellen müssen. Staat schon. mehr jetzt bei allen Streits zu finden. Eine weitere Forderung war: Abstellung von Schäden und schlechten Einrichtungen auf der Fabrik. Auch dieser Punkt hatte seine Berechtigung, denn wenn auf eine Arbeiterschaft von 300 Personen das Jahr ungefähr 3000 Krankheitstage, also auf jeden dort Arbeitenden 10 Krankheitstage kommen, müssen doch bedeutende Schäden und Mißstände vorherrschen. Die Hauptkrankheitserscheinung ist dort Rheumatismus eine Rrantheit bekanntlich, daß wer rahmenmacher berichtete Brandes am Sonntag Vormittag Ueber den Stand der Lohnbewegung der Bilder= davon einmal befallen, fie nicht so leicht oder überhaupt in einer öffentlichen Versammlung der in diesem Beruf Thätigen. nicht wieder los wird; ferner kommen viele Verbrühungen und In 15 Werkstätten ist gegenwärtig die Hauptforderung, 52 stündige Quetschungen vor. Dieses ließe sich aber alles oder doch zum Arbeitszeit pro Woche, durchgeführt; in 2 Werkstätten herrscht größten Theil abftellen. Die Freigabe des ersten Mai war ja, noch 53 stündige, in 3 Werkstätten 54stündige und in 7 Werk um nach den Beschlüssen des Parteitages zu gehen, fein Grund stätten 551/2 bis 59 stündige wöchentliche Arbeitszeit. Die zu fireiten, jedoch wurde diese Forderung mitgeftellt, ba Herr Schwierigkeit, die längere Arbeitszeit in den betreffenden Werk Zur Buchbinder- Bewegung in Dänemark. Vor zwei Mohr vor zwei Jahren am ersten Mai die Fabrit geschlossen stätten abzuschaffen, liegt hauptsächlich daran, daß die in Monaten fandte der dänische Buchbinder- Verband den Meistern hatte. Der Kommission, welche die Forderungen der Arbeiter betracht kommenden Betriebe ihre Werkstätten in großen Fabrikeinen neuen Lohntarif, deffen Einführung zum 1. Oktober ge- unterbreitete, erklärte Herr Mohr offen, wenn er den ersten gebäuden haben, wo allgemein eine längere Arbeitszeit existirt, wünscht wurde. Diefer Tarif verlangt u. a. einen Minimallohn Mai wieder freigeben würde, dürfte er sich bei seinen und die Fabrikanten nicht dafür zu haben sind, entweder mit von 3 Kr. pro Tag für alle, welche feit mindestens einem Jahr Freunden nicht wieder sehen lassen, man hätte ihm weyen diesen wenigen eine Ausnahme zu machen, oder aber, um dieser Gesellen sind, neunstündige Arbeitszeit, 50-100 pet. Aufschlag des vorigen Mai Vorwürfe genügend gemacht. Herr Mohr hat wenige willen allen übrigen Arbeitern der Fabrik dieselbe verfür Sonntags- und Nachtarbeit. Ferner wurde für weibliche übrigens unumwunden auf die dirette Frage eines Rommiffionstürzte Arbeitszeit auzugefteben. Bu denjenigen Fabrikanten, die Arbeiter ein Lagelohn von 11/2 Kr. während der ersten zwei mitgliedes hin zugeftanden, daß er zu diesem ganzen Vorgehen sich auf nichts einlassen wollen, zählt die Firm R. F. Wehner. Jahre und 2 Kr. für diejenigen, die mindestens zwei Jahre im gegen seine Arbeiter in Berlin scharf gemacht sei, und die Ar- Sier wurde seinerzeit zuerst die maschinenmäßige Fabritation eins Fach gearbeitet haben, beansprucht. Die Meisterorganisation beiterpreffe hat die Berliner Scharfmacher durch ihr passives geführt und gingen infolge deffen die Löhne bis auf die Hälfte herunter. forderte dagegen, daß die Gesellen in erster Reihe auf die Ver- Verhalten noch fräftig mitunterstüßt. war der Gesellenverband bereit, sich mit der 91/ 2ftündigen in den Berbandsversammlungen von der Fabrik besprochen oder fächlich richtet. Herr Christan erklärte gelegentlich eines früheren kürzung der Arbeitszeit verzichteten. Bei den Verhandlungen Forderung war die Entlaffung der Denunzianten, denn alles, was Im gegenwärtigen Kampf ist die Organisation der Kernpunkt, gegen welchen fich die Feindseligkeit des Fabrikanten haupts Arbeitszeit zu begnügen. Die Meister wollen den Lohntarif für die gerügt wurde, wußten am nächsten Tage die Meister und fanden Versuches um Aufbesserung der Lage der Bilderrahmenmacher, er Gesellen anerkennen, möchten sich aber um den für die Frauen dann bei sich bietender Gelegenheit die Entlaffungen der brauche nur an den Kanal zu gehen und zu pfeifen, dann habe er herumbrücken. denunzirten Arbeiter statt. Es hatten sich auf der Fabrik die fofort wieder so viel Arbeitsfräfte, wie er brauche, die Fordernden Der norwegische Holzarbeiter- Verband hat in Trond. Verhältnisse derartig zugespißt, daß es schließlich zum Bruch tönnten rubig gehen. Auf einen noch viel furioferen Standpunkt heim einen Streit mit Erfolg durchgeführt. Nach etwa vier- fommen mußte; der Arbeiterausschuß war bei Herrn stellte er sich dieses Mal; er glaubte, den unterhandelnden Arwöchigem Rampfe haben die Arbeiter einen Lohnaufschlag von Mohr vorstellig geworden. Herr Mohr versprach Ab15 pt. erreicht. Die Meister hatten 10 pet. geboten, das hilfe, beitern einreden zu können, daß er als Fabrikant erst bei der aber es blieb alles beim alten. Dann hatte Schiedsgericht sprach sich aber für 15 pet. aus. Der Streit um der Arbeiterausschuß sich schriftlich an Herrn Mohr gewandt. nachsuchen müsse. Einstimmiges, fräftiges Lachen war die Polizei und darauf bei der Berufsgenossenschaft um Zustimmung faßte 280 Mann. Der Sieg war mit Folge der reichlichen Herr Mohr hat wieder Abstellung der Schäden ver Unterstützungen, an denen sich auch der dänische Zimmerleute- fprochen, aber es blieb trotzdem wieder alles beim alten. ablehnend verhielten sich Wahl u. Sohn. Bei Königsberger, Erwiderung der Versammlung auf diese Naivetät. Weiter Verband energisch betheiligte. Diese fleine Probe wird wohl genügen, so daß wir Mannlich und Schneider herrscht längere Arbeitszeit. Bu beachten In der großen Aussperrung der schwedischen Tabat soviel sei gesagt, daß die Forderungen alle so bescheidener Natur befinden, eine Vereinigug der Bilderrahmenfabrikanten zu schaffen, über die anderen Forderungen wohl hinweggehen können. Nur Nature, daß gegenwärtig die Fabrikanten sich auf dem Wege arbeiter ist ein wichtiger Termin überstanden. Die Fabrikanten waren, daß sie leicht zu befriedigen gewesen wären. Statt nun deren treibender Faktor niemand anders als Herr R. F. Wehner hatten darauf gerechnet, daß am 1. Oktober die Hausmiethen Remedur zu schaffen, wurden die Arbeiter einfach von der Fabrit ift. Demgegenüber ist es nothwendig, daß die fleine Schaar der nicht würden bezahlt werden können; aber auch dies ist mit Hilfe gewiesen. Bei den Debatten in den Gewerkschaftskartellen von Bilderrahmenmacher, die zu 2/3 organisirt sind, sich allesammt bis der Unterstützungen möglich gewesen. Hamburg und Altona sind mehrfach Stimmen laut geworden, auf den letzten Mann der Organisation anschließen. Keller. In Alais in Frankreich beschlossen zirka 1000 Minen- daß die Arbeiter viel mehr hätten fordern müssen, da die ge- mann stelte hierauf drei Vorschläge der Streitkommission zur arbeiter, die Arbeit einzustellen. stellten Forderungen zu bescheiden gewesen." sonderbare Erklärung, die bei Beendigung der Differenzen mit Weiter theilt die Boykottkommission mit, daß die bekannte Mohr von drei Arbeitervertretern veröffentlicht worden ist, nicht von der Boykottkommission ausgegangen sei, außerdem wäre die Erklärung von den Unterzeichnern direkt erpreßt worden. Soziales. Debatte, die nach furzer Diskussion tleine Verände Der Streik der Tischler in Brüffel ist noch immer nicht fanden. 1. Alle Werkstätten, die über 54 Stunden wöchentliche rungen erfuhren und danach fast einstimmige Zustimmung zu Ende. Man schreibt uns darüher von dort: Arbeitszeit haben, sind für Zuzug zu sperren. 2. Die Wert Nach zehnwöchiger Dauer hat sich der belgische Arbeits-(?) Minister endlich dazu bequemt, den„ Conseil du Travail stätten, wo 53-34stündige Arbeitszeit eingeführt und die übrigen et Industrie( Gewerbe- und" Industrierath, eine amtliche Bedingungen alle erfüllt sind, sind dem Vorstande des FachOrganisation) zu einer Sigung zusammen zu rufen, um als Ververeins zu melden, der dann die weiteren Verhandlungen führen mittler in diesem Kampf aufzutreten. Es ist jedoch troydem fein wird. 3. Jeder Kollege, der zu den neuen Bedingungen arbeitet, günftiges Resultat erreicht worden. Obfchon die Arbeiter ihre ursprünghat bis auf weiteres wöchentlich 1 M. an die Streittaffe abzus liche Forderung, eines Minimalſtundenlohnes von 0,50 Fr. auf 0,45 Fr. Aus der egyptischen Hauptstadt Kairo war uns ein führen. Seien auch vorläufig noch keine Unterstüßungen zu reduzirten, so zeigten sich die Unternehmer halsstarrig wie bisher. Schreiben über den dortigen, von der Berliner Union zahlen, und feien auch so viel Nachfragen nach BilderrahmenSie erklärten einfach, nichts zu bewilligen, auch die Gewerk: Elettrizitäts- Gesellschaft ausgeführten Bau der machern auf dem Arbeitsnachweis, daß viele Kollegen Arbeit schaft der Tischler nicht anzuerkennen. Durch diese Erklärung elettrischen Bahn zugegangen, worin dem von dieser bekommen können, so sei doch für etwaige Maßregelungen Fürwurden weitere Unterhandlungen gegenstandslos. Gesellschaft in Kairo angestellten italienischen Ingenieur forge zu tragen. Vor allen Dingen sei der Zuzug fernzuhalten Die Haltung der Streifenden ist bewunderungnswerth. Auch Cicognia eine Reihe schwerer Vorwürfe gemacht waren. Es nach den Werkstätten: Mannlich, Königsberger, Wahl u. Sohn, fließen die Streitunterstützungen täglich reichlicher. Wie immer, war ihm u. a. zur Laft gelegt, daß er das deutsche Schneider und Wehner. Streifgelder, fowie alle sonstigen Mel so gehen auch hier wieder die sozialistischen Genossenschaften Element unter den ihm unterstellten Arbeitern durch dungen werden allabendlich im Streitbureau bei Stramm, mit gutem Beispiel voran, was ein neues Zeichen dafür ist, billigere Italiener erfege, überhaupt geringere Löhne Ritterstraße Nr. 123, in Empfang genommen. Bum welch träftiges Mittel die belgische Arbeiterpartei in denselben bei größeren Ansprüchen zahle, als in Kairo üblich fei, Schluß gelobten sich die Versammelten, im im Falle die besitzt. weiter zeichne er sich durch Verwendung billigsten Baumaterials Fabrikanten in Zeiten der schlechteren Konjunktur sich sollten Darum ist es auch kein Wunder, daß die bürgerlichen aus, wodurch das Leben der Arbeiter gefährdet wäre. Auf diese an der Organisation vergreifen oder an den so mühsam ers Parteien in Belgien diese Genossenschaften aus tiefstem Grunde in Nr. 204 vom 1. September von uns mit Vorbehalt veröffent fämpften Errungenschaften zu rütteln versuchen, daß das Entihres Herzens haffen und sie mit allen ihnen zu Gebote stehenden lichten, in einer Schlußbemerkung aber nicht für unwahrscheinlich rissene übers Jahr mit Zinsen wieder eingeholt werde. Mit Mitteln ehrlichen wie unehrlichen- bekämpfen. Dieses zeigt erklärten Angaben wurde uns von der Union- Elektrizitäts- Gefell einem dreifachen Soch auf die moderne Arbeiterbewegung schloß sich deutlich in dem schändlichen Feldzug, den das Nieuwenhuis'sche schaft in Berlin eine Darlegung übersandt, aus der in Ver- die Versammlung. Anarchistenblatt, Recht voor Allen", Diefer internationale Moniteur bindung mit den uns gleichfalls zugestellten Belegen hervorgeht, aller Gemeinheiten, im Berein mit allen Freunden der„ Ordnung" daß die erwähnten Anschuldigungen unberechtigt waren. Die gegen die stärkste der belgischen Genossenschaften, den Vooruit" felbe lautet: in Gent, führt. Den Konfusionsräthen vom Recht voor Allen" ,, Unser bauleitender Ingenieur in Kairo war garnicht in der Offenbach, 5. Oktober.( Privatdepesche des Vorwärts".) ist die belgische Arbeiterbewegung, die in den letzten Jahren solch Lage, bei Einstellung von Arbeitern das deutsche Element aus. Landtagswahl. In Offenbach( Land) errang der sozialdemokra große Fortschritte gemacht, ein riesiger Dorn im Auge. Gegen zuscheiden, da nach Angabe eines unserer Monteure, welcher tische Kandidat einen glänzenden Sieg über den Ultramontanen. über dieser sozialdemokratischen Sippschaft"( Stil bes Recht bereits aus Kairo zurückgekehrt ist, sich überhaupt nur vier München, 5. Oftober.( Privattelegramm.) Im Berchthold voor Allen") nimmt sich ja auch der holländische sogenannte deutschsprechende Arbeiter, welche übrigens Desterreicher find, an- Prozesse tam heute das Gutachten zur Verlesung, das vom Sozialistenbund gar zu lächerlich aus. Und einen Bol De Witte geboten haben und auch eingestellt worden sind. Nach Ausweis unserer Reichs- Archivrath Withmann über die Handschrift des Anzu finden den Urheber der jüngsten Verleumdungen des Bücher und der uns aus Kairo als Beläge eingesandten Quittungen geflagten eingefordert worden war. Der Sachverständige erklärte, Vooruit" ist ja auch nicht schwer. Im Berleumden unserer haben ferner gewöhnliche Arbeiter durchschnittlich einen Tages daß die Schrifterpertise hier ein gewagtes Ding sei; es wäre Bartei sind bekanntlich Anarchisten und Reaktionäre gleiche Lohn von 3,50 Mart bei zehnstündiger Arbeitszeit erhalten; unmöglich, bestimmt zu sagen, ob der Angeklagte die ihm zur die bei dem Bau beschäftigten italienischen Ar- Laft gelegten Schriftstücke unterschrieben hätte. Größen. Depelchen und lehte Nachrichten. era ntwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Juferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 234. Bur Gasarbeiter- Bewegung. wurde Dienstag, den 6. Oktober 1896. " 13. Jahrg. rath über die Erneuerung der 1905 ablaufenden Konzession zu bare Rolle. In den Berliner Neuesten Nachrichten" steht zu berathen hatte. lefen: Die„ Charlottenburger Zeitung" erdreiftet sich, in ihrer Arbeitszeit. Mit Ausnahme der Heizer haben sämmt: Nummer 275 vom 3. d. M. uns des Nachdrucks ohne QuellenDie Leitung der städtischen Gaswerke sträubt sich beharrliche Arbeiterkategorien einen Arbeitstag von 10 Stunden. In angabe zu beschuldigen. Wir können dem gegenüber nur be lich, die von den Betriebsarbeitern geforderte Abschaffung der den seltenen Fällen, wo Nachtarbeit( von 8 Uhr ab) benöthigt merken, daß die„ Charlottenburger Zeitung" unseren Original 18stündigen Sonntagsschicht anzuerkennen. Am legten Sonntag wird, wird doppelter Lohn gezahlt. Die Heizer arbeiten Artikel über den Schluß der Internationalen Kunstausstellung in mit Ausnahme der Gasanstalt II( Gitschinerstraße) in zwei Schichten zu je 12 Stunden. Doch beträgt die der Nr. 274 vom 2. d. M. wörtlich ohne Quellenangabe ab in allen Anstalten 18 Stunden gearbeitet. In der Anstalt III effeftive Arbeitszeit der Heizer 6-8 Stunden, gedruckt hat. Wer im Glashause fißt, soll nicht mit Steinen ( Müllerstraße) erklärte die Direktion, sie sei zwar bereit, für die denn alle 2 Stunden haben sie eine Ruhepause von 1 Stunde. Die werfen." Nach dem Bismarckblatt scheint es mit der Heiligkeit 18stündige Schicht eine Lohnerhöhung zu bewilligen, auch wolle sie die Schwankungen der effektiven Arbeitszeit hängen ab von der des geistigen Befiges ähnlich zu stehen, wie mit der Heiligkeit Arbeit dadurch erleichtern, daß die kolonnen um je einen Mann Qualität der Kohle. Am raschesten brennt die englische Kohle, der Ehre im Strafgesetzbuch. Wenn zwei Leute einander vorverstärkt würden, aber die Abschaffung der 18stündigen Sonn- etwas langsamer die belgische und am langsamsten die deutsche. werfen, daß fie silberne Löffel gestohlen haben, dann wird die tagsschicht sei nicht möglich. Wer diese nicht machen Je nachdem ist nun die Pause länger oder fürzer. Die Heizer eine Beleidigung bekanntlich durch die andere als kompenfirt wolle, werde sofort entlassen. Unter diesem Druck machten erhalten, im Unterschied von den übrigen Kategorien, Attorderachtet. die Arbeiter begreiflicherweise nach wie vor die 18ftündige lohn, und zwar 3 Fr. 30 Cts.( 2,64 M.) pro„ Ofenladung", Schicht. In der Anstalt IV( Danzigerstraße) ist bekanntlich der welche 1 Zonne( 1000 Rilo) deftillirte Kohle ausmacht. Jeder zu berichten:" Drei Pistolenduelle haben in der vergangenen Von neuen Duellprügeleien weiß eine Lokalforrespondens Konflikt ausgebrochen, weil die während des Sommers durchgeführte 12stündige Sonntagsschicht wieder in die 18stündige Seizer wird täglich mit drei solcher Ofenladungen" fertig, macht Woche im Grunewald und in einer weiteren Entfernung von einen Tagelohn von 9 Fr. 90 Cts.( 7,92 M.). Berlin stattgefunden, das letzte am vergangenen Sonnabend. Jm umgewandelt werden sollte. In dieser Anstalt wurden am letzten Sonnabend die Arbeiter gefragt, ob sie am Sonntag 18 Stunden ist die 24 stündige Sonntagsschicht der Heizer beim anderen Zweikämpfen jedesmal verheirathete Männer. In den Ein Mißstand, dessen Beseitigung die Gewerkschaft anstrebt, Grunewald standen sich zwei junge Leute gegenüber, in den beiden arbeiten wollen. Da hier an ftelle der Ausständigen neue Wechsel des Personals der Tag- und der Nachtschicht. Doch be- beiden letzten Fällen sollen Frauen eine Rolle spielen." Ob die Arbeitskräfte eingestellt worden sind, und die im Betriebe ver- trägt, in anbetracht des Gesagten, die effektive Arbeitszeit diefer Raufbolde ihren Zweck, sich gegenseitig umzubringen erreicht bliebenen alten Arbeiter die Entlassung fürchten, so traten alle Schicht 12-16 Stunden. Den Herrn Stadtrath Nam slau, haben, wird nicht gemeldet. ohne Ausnahme zur 18stündigen Schicht an. Um die Betriebs- der mit den 81/2 M. der Berliner 18ftündigen bezw. 17stün Arbeiter vor dem unter den gegebenen Verhältnissen gesundheits- digen Sonntagsschicht seinen bürgerlichen Kollegen ein Dr. Ludwig Lenz, das älteste Mitglied des Vereins schädlichen Wassertrinken zu bewahren, liefert die Verwaltung demonstrativ- verzücktes„ Hört!" entlockte, wird es interessiren, Berliner Preffe", ist am 2. Oktober abends im Alter von den Arbeitern Kaffee. In der Danzigerstraße ist der Weg von zu erfahren, daß die Pariser Heizer für eine effektive Arbeits- 84 Jahren gestorben. Er war vor einem Menschenalter Redakteur den Betriebsgebäuden zur Kaffeeküche aber ziemlich weit, wes- zeit von 12-16 Stunden 15 Mark und 84 Pfennige des Freischütz" in Hamburg und redigirte später den„ Bazar“ halb die Arbeiter, welche sich diesen Trank in den Ruhe- bekommen. Indeß fordern die Heizer die Einführung des in in Berlin. pausen selber holen mußten, bisher wenig Gebrauch den davon machten, um sich die Erholungspausen nicht unnöthig Schichtsystem 3 zu acht Stunden pro Schicht. englischen Gasanstalten üblichen dreifachen Abermals ist am Sonnabend Vormittag auf der elektrischen Bahulinie Treptow Leipzigerstraße eine größere Verkehrszu kürzen. Neuerdings hat die Direktion eigens einen Hervorzuheben sind noch folgende, von der Gewerkschaft störung entstanden. Vermuthlich durch einen Defekt an den Arbeiter angestellt, angestellt, welcher seinen Kollegen den Kaffee erlangte Bugeständnisse. Sämmtliche Arbeiter erhalten einen Maschinen der elektrischen Station war der Strom ausgeblieben; zuträgt. Es scheint also, als ob die Verwaltung durch Ent- Gewinnantheil von 2 p Ct., was 120-150 Fr. jährlich infolge dessen blieben die sämmtlichen Wagen, wo sie sich gerade gegenkommen in untergeordneten Dingen die Arbeiter von ihrer pro Arbeiter ausmacht. Außerdem hat jeder Arbeiter ein Recht befanden, stehen. Die Störung währte etwa eine Stunde. Hauptforderung, Beseitigung der 18 stündigen Sonntagsschicht, auf den Bezug von 36 Hektoliter Coats jährlich. abzubringen sucht. Die Direktion der Gasanstalt II( GitschinerDer Fernsprechverkehr mit Bochum ist eröffnet worden. Eine Kündigungsfrist von 8 Tagen besteht für alle Die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bis zur Dauer von straße) stellte es den Arbeitern frei, ob sie am Sonntag 18 Stunden Berufsarbeiter. Dabei wird während der Kündigungs- drei Minuten beträgt eine Mart. arbeiten wollten oder nicht. Infolge deffen meldete sich niemand woche den Arbeitern eine Stunde täglich freigegeben, damit sie = für die 18 stündige Schicht. Der Betrieb wurde hier in derselben sich nach Arbeit umsehen können, ohne daß ein Lohnabzug statt- Das Rafiren soll theurer werden! Unter den selbstWeise weitergeführt, wie es im Sommer, wo die 18 stündige findet. Die Heizer und die Handlanger haben keine ständigen Barbiren und Friseuren ist eine Agitation im Gange, Sonntagsschicht nicht gemacht wurde, gehandhabt worden ist. Kündigungsfrist, doch sind Entlassungen von heute auf morgen welche eine allgemeine Preiserhöhung in den Barbirgeschäften Es wurde nämlich zu einer 12 stündigen Tagschicht am Sonntag höchst seltene Ausnahmen. Der Einfluß der Gewerkschaft ver- anstrebt. In Städten unter 30 000 Einwohnern soll der Minimal. aus Hofarbeitern eine Hilfskolonne gebildet, die nur die Hälfte hindert willkürliche, ungerechtfertigte Entlassungen. Regelmäßige preis für Rasiren 15 Pfennige, für Haarschneiden 35 Pfennige, der Defen zu besorgen hat. Man sieht also, daß sich bei einigem Entlassungen finden im Sommer statt, da mit abnehmendem in Städten 50 Pfennige betragen. Motivirt wird dies Ver guten Willen sehr wohl ein Weg finden läßt, um die mehr als Gasverbrauch die Produktion eingeschränkt wird. Dabei werden langen mit dem Hinweis darauf, daß in den letzten Jahren fast berechtigte Forderung der Arbeiter zu bewilligen, ohne den Betrieb auch die intereffirten Heizer um 8-15 Tage früher avisirt. Bei alle Einnahmequellen, aus denen die Barbire einen mitunter zu fiören. Das beste Mittel wäre allerdings nach Meinung der diesen zeitweiligen Entlassungen und den nachherigen recht ansehnlichen Nebenverdienst schöpfen, verſiegt sind. Die Arbeiter die Einführung von täglich drei achtstündigen Schichten. Wiedereinstellungen hat sich die Verwaltung streng an die Reihen Berliner Junung wird in nächster Zeit zu der Frage der PreisAuf diese Weise würde der Betrieb stets in vollem Umfange folge des Arbeiterverzeichnisses zu halten, so daß die zuerst erhöhung Stellung nehmen. Hier wird die Konkurrenz es weitergehen und jedem Arbeiter alle drei Wochen ein ganz freier Entlassenen auch zuerst wieder eingestellt werden müssen und taum zu einer allgemeinen Vertheuerung kommen laffen. Sonntag verbleiben. Obwohl die Beamten der Gasiverke umgefehrt. ein sehr scharfes Auge auf die Arbeiter haben, und die Schließlich sei erwähnt, daß das Gewertschaftsblatt felben von jeder Agitation fernzuhalten suchen, find die Arbeiter in den Anstalten II und III einig, die von der Verwaltung regelmäßig gelesen und die darin vor Arbeit sofort niederzulegen, gebrachten Beschwerden beachtet werden. die Verhandlungen vor dem Einigungsamt resultatlos verlaufen und die 18stündige Internationale Solidarität. Wir erhalten aus Paris von Sonntagsschicht beibehalten werden soll. Unter diesen Umständen der Gewerkschaft der Gasarbeiter( chambre syndicale des hoffen die Ausständigen auf einen Sieg ihrer Sache, da die ge- travailleurs de Gaz Bourse de Travail, 3 Rue de Chateau nannten beiden Anstalten die größten sind und, wenn in dielen d'Eau) die Erklärung, daß sie sehr gern bereit sind, die Berliner vollkommen geistig gesund war, von Berlin aus nach Nixdorf, der Betrieb auch nur zum größten Theil ruht, die Gasversorgung Gasarbeiter zu unterstüßen, wenn eine friedliche Einigung nicht Berlins sehr bald ins Stocken gerathen muß. zu ftande kommen sollte. wenn Unmögliches verlangen die Berliner Gasarbeiter, die tech nischen Verhältnisse bei der Gaserzeugung laffen es nicht zu, daß die überaus bescheidenen Forderungen der Arbeiter bewilligt Londoner Gasarbeiter: * Lokales. hat die Ein Gewitter entlud sich gestern, Montag, Nachmittag um 43/4 Uhr über Berlin. Es währte nur kurze Zeit, ein Blig und ein Donnerschlag war im wesentlichen alles. Dagegen war das Unwetter von einem heftigen Hagelschlag begleitet. Ein Geisteskranker und sein Kind. Der Büchsenmacher bleke aus Fürstenwalde hielt sich im vorigen Monat besuchs. weife in Berlin auf. Ant 18. September fuhr A., der bis dahin furzem Aufenthalt und war feitdem verschwunden. Vor einigen um dort wohnende Verwandte zu besuchen, verließ diese nach Tagen wurde A. bei Weißenfels in Sachsen vollkommen entkleidet auf einem Felde vorgefunden. Wie sich alsbald herausstellte, war er wahnsinnig und muß seit dem 19. v. Mts. in genannter werden. So und ähnlich heißt es in den Aeußerungen der maß- Wahlkreise. Often. Barteigenossen! Unser Wahlverein weist früchten ernährte. Ueber fein mitgeführtes Kind vermochte der An die Parteigenoffen im 4. Berliner Reichstags: Gegend umhergeirrt haben, in welcher Zeit er sich von Feldgebenden Personen, wobei wir von Herrn Dinse ganz schweigen wollen. Was möglich ist im Betriebe der Gasanstalten, das fchon eine erhebliche Mitgliederzahl auf; doch sind der organi- Aermste keine Auskunft zu geben. Jetzt ist dieses in Halle ers mittelt worden. Der Kleine wurde am 19. September morgens zeigen die dankenswerthen Mittheilungen unserer Korrespondenten sirten Genossen immer noch nicht genug, um der Zahl der sozial- auf der Straße umherirrend und weinend angetroffen und da er demokratischen Wähler in unserem Kreise zu entsprechen. Wir in London und Paris über die Arbeiterverhältnisse in den Gas: fordern Euch deshalb wiederholt auf, der politischen Organi- über seine Person teine Angaben machen konnte, nach dem anstalten der größten Städte der Welt, obgleich dieselben nicht fation beizutreten und, soweit dies geschehen, überall, in dortigen Kinder- Asyl geschafft. Erst am Freitag ist es gelungen, städtische, sondern private Betriebe sind. Unser Londoner Kor Jeder den Kleinen als den vermißten Sohn des geisteskranken A. zu respondent schreibt uns unterm 3. d. M. über die Lage der Werkstatt und Familie, neue Mitglieder zu werben. Arbeiter fozialdemokratische Pflicht, fowohl rekognosziren. Wie der Knabe nach Halle gekommen ist, war Angesichts des Konflikts, der im Augenblick in den Berliner politisch wie gewerkschaftlich organisirt zu sein. Mitglieder nicht festzustellen. Es ist anzunehmen, daß der Büchsenmacher im Gaswerken schwebt, dürften einige Bemerkungen über die Arbeits- werden an folgenden Zahlstellen aufgenommen: Vogel, Elbinger: Irrfinn nach dem Anhalter Bahnhof gegangen und von dort mit Gaswerken schwebt, dürften einige Bemerkungen über die Arbeits- ftraße 9. 3abel, Frankfurter Allee 90. Baumgarten, Kleinen vermuthlich ausgesetzt und ist mit der Bahn allein weiter dem Kinde nach Halle gefahren ist. Hier hat er den verhältnisse in den Londoner Gaswerten am F. Wilke, Plaze sein. Indem ich mir vorbehalte, sobald ich die ein- Königsbergerstr. 7. W. Lock, Grüner Weg 46. Radtte, gefahren. geforderten authentischen Informationen erhalten, einen detail- Andreasstr. 26. Röpenid, Schillingftr. 30. Krautstr. 48. Neumann, Kleine Andreasstr. 15. Lorenz, Jm Apollo Theater erregt zur Zeit die technische und lirten Bericht folgen zu lassen, stelle ich zunächst im allgemeinen Koppenstr. 17. Böhl, Rüdersdorferstraße 8. Wiedemann, mimische Fertigkeit eines Verwandlungstünftlers Intereffe. In folgendes feft: London wird in der Hauptsache durch zwei Blumenstraße 38. große Rompagnien mit Gas versorgt. Die Gas- Light and D. Frante, Friedrichsbergerstr. 11. einem tragidrama- musikalische Ehebruchsszene" benannten Spiel A. Hoffmann, Blumenstr. 14. führt Signor Bernardi sämmtliche vier Stollen der nacheinander Cote Company" versorgt fast ganz London nördlich der Themse, Safeloff, Landsbergerstr. 8. 2ange, Landsberger Allee, auftretenden Personen mit staunenswerthem Geschick vor und Spaet, Weinstr. 28. die South- Metropolitan Gas Company" den größten Theil Ecke Tilsiterstraße. Schillinger, Weidenweg 81. Jauer, spricht außerdem noch den einleitenden Prolog des kuriosen Dramas. von London süblich der Themse. Auf den Anstalten der Wiedemann, Stralauer Chauffee 17 b. Das ganze Stück ist eine gelungene Parodie auf die modernas erfteren, die mehr als dreimal so viel Gas fabrizirt, als die Fruchtstr. 52. der achtstündige straße 37. Distowsti, Holzmarktstr. 44a. Lange, Friedrichsfelders lettere, herrscht durchgängig Arbeitstag, und das gleiche gilt beiläufig von der großen Mehrheit der gegen 200 städtischen Gasanftalien Englands. Da statt. Näheres stehe Inserat am Sonntag. Die nächste Versammlung findet Dienstag, den 13. Ottober, die Gasversorgung teine wiütürliche Unterbrechung verträgt, findet natürlich Arbeit in Schichten statt, aber dergestalt, daß Arbeiter- Bildungsschule. Diejenigen, welche noch mit auf feinen Gasarbeiter mehr als acht Stunden Arbeit pro Tag Sommerfest und Kunstausstellungs- Billets im Rückstande sind, entfält. Die Gas Light and Cote Company" zahlte zuletzt werden gebeten, umgehend abzurechnen. Der Vorstand. 123/4 pet. Dividende und ihre Stammattien stehen 310 pct. Der frisch- fromm- freifinnige Berliner Magistrat hat an Die South- Metropolitan Gas Company hat der Achistunden- den bewegung theils mit Hilfe der Polizeigewalt, theils bank einem den vielen Kirchenspenden noch nicht genug, die den Steuerzahlern bewegung theils mit Hilfe der Polizeigewalt, theils dank einem durch die bekannte Konsistorial Ordnung von 1537 auferlegt fehr flug ausgedachten Gewinnbetheiligungs- System bisher erfolg werden. Er tritt jetzt an die Stadtverordneten- Versammlung mit reichen Widerstand geleistet. Die Arbeitszeit beträgt bei ihr im Maximum 12 Stunden. Ein Ausschuß der Arbeiter hat Ein- einer Vorlage heran, in der für die Ausschmückung der Kirche von Großbeeren ein Beitrag von 600 M. gefordert wird. spruchsrecht in bezug auf alle für den Betrieb getroffenen Unordnungen. Als Grund für solche Zumuthung führt der Magistrat jene Die Basarbeiter unterstehen besonderen Gesetzesbestimmungen, Großbeerener Schlacht aus dem Fürsten- Befreiungstriege von 1813 wonach sie die Arbeit nicht ohne vorhergegangene Kündigung an, über die mit gnädiger Erlaubniß ihres Landesherrn sich die verlassen dürfen, und ebenso dürfen sie nicht ohne Kündigung felben Berliner freuen durften, die wenige Jahre vorher noch den entlassen werden. Die Kündigungsfrist ist, wenn ich nicht irre: Franzosenkaiser mit einem wohl eingepautten ,, Vive l'Empereur" meist vierzehntägig. Fast alle Arbeiter in den Anstalten der Gas- Light and Coke anzubochen hatten. Hoffentlich giebt der Magistrat den StadtCompany find Mitglieder der Gas- 2c. Arbeiter- Gewerkschaft, verordneten das beruhigende Versprechen, daß in der Kirche während umgekehrt fein Mitglied dieser Gewerkschaft für die von Großbeeren auf keinen Fall eine Kameelinschrift anSouth Metropolitan Gas Company arbeitet. = gebracht wird. italienischen Ehebruchsopern vom Schlage der Cavalleria rusticana. Sowohl die Verwandlungsfähigkeit des Künstlers, die namentlich bei der von ihm vorgestellten weiblichen Rolle überrascht, als auch der dramatische Aufbau des Werks zeugen von vortrefflichem Geschick. Aus dem sonstigen abwechslungsreichen Programm verdient das Wiederauftreten der aus der vorigen Saison bekannten Eugenie Fougère er wähnt zu werden. Auch jetzt weiß die temperamentvolle Dame namentlich durch ihre drastische Imitation der schönen Diero", einer berühmten Heldin der Lebewelt, das für solche Dinge empfängliche Publikum des Apollo- Theaters zu entzücken. Neben dieser Dame wirkt der Komiker Steidl durch einige mit gutem Humor vorgetragene harmlose Kouplets; des weiteren seien Die beiden Excentrics The Haytons aus dem vielgestaltigen Programm hervorgehoben. Wie immer, so füllt auch jetzt den Schluß der Vorstellung eine lärmvolle Pantomime aus, die„ Das gestörte Hochzeitsfest" benannt ist und von der Rajade- Truppe mit vieler Beweglichkeit aufgeführt wird. " Jm Berliner Eisenbahnbetrieb hat sich am Sonnabend abermals ein schwerer Unglücksfall ereignet. Gegen Mittag wurde auf dem Anhalter Außen- Bahnhofe gegenüber der Kreuzbergstraße der Rangirer Buchholz durch eine Zotomotive überfahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. ,, Von einer neuen Palaftrevolution in einem hiesigen Straßensperrung. Der Schiffbauerdamm von ber Zur Lage der Pariser Gasanstalts Arbeiter schreibt sozialdemokratischen Blatte," die viel von sich reden machen soll, Friedrichstraße bis zur Straße„ Um Birkus" und das Reich 3= berichtet ein zeilenhungriger Reporter bürgerlichen Blättern. Esta g3ufer von der Friedrichstraße bis unterhalb der Nothunser Pariser Korrespondent unterm 4. Oktober: In Paris besteht nur eine einzige von der Stadt kon- handelt sich um den" Sozialistischen Akademiker", dem in einer brücke werden wegen Anschüttung der Rampen für die Nene zeffionirte Gasgesellschaft. Die Arbeiter haben es also neuen Zeitschrift ein Konkurrenzblatt erstehen soll. Um die Weidendammer Brücke vom 7. d. M. ab bis auf weiteres für mit einem einzigen Unternehmer zu thun. Wenn sie aber troß- Freude der Gegner zu dämpfen, sei mitgetheilt, daß Fuhrwerke und Reiter gesperrt. dem, wie wir bald sehen werden, verhältnißmäßig günstige in der offiziellen Liste unferer Partei Organe, die Arbeitsbedingungen erlangt haben sie gelten unter der am Beginn jedes Vierteljahres vom gefchäftsführenden Ausschuß Die Leiche eines Soldaten ist am Montag Vormittag im Pariser Arbeiterschaft für eine bevorzugte Arbeiterschicht, veröffentlicht wird, der Sozialistische Akademiker" nicht figurirt. Humboldthafen treibend aufgefunden und von Schiffern unter awei Der in der Reporternotiz erwähnte Absatz eines Schiedsgerichts der Eisenbahnüberführung gelandet worden. Es handelt sich um verdanken sie das dem Zusammentreffen von Momenten. Erstens besitzen sie eine starke und leistungs- Urtheils, der einem Inserate unserer Sonntagsnummer ent- einen Kanonier von der 2. Batterie des 1. Garde- Feldartilleriefähige Gewerkschaft, die zirka 7000 Mitglieder zählt nommen ist, bezieht sich nicht, wie der des Lesens ziemlich un- Regiments, und zwar nach den bisherigen Ermittelungen wahre und ein eigenes, zweimal monatlich erscheinendes Blatt fundige Reporter bemerkt, auf Genossen Saffenbach, sondern auf scheinlich um einen Batterieschreiber, der seit etwa acht Tagen herausgiebt; zweitens wird die Gewerkschaft in in ihren einen früheren Theilhaber des Baake'schen Verlags, den nicht zu vermißt wird. Ob ein Selbstmord oder ein Unfall vorliegt, wird Forderungen durch den sozialistisch rabitalen Genennen die Redaktion und der Verlag des Sozialistischen schwer festzustellen sein. meinderath unterstützt, der jeweils den nöthigen Druck auf Akademikers" besondere Veranlassung haben. die Gesellschaft ausübt. Namentlich haben die Arbeiter wichtige Die Heiligkeit des geiftigen Eigenthums spielt in unsere Bugeständnisse erlangt vor drei bis vier Jahren, da der Gemeinde- Ordnung, Religion und Sitte stüßenden Blättern eine gar sonder fo " " = Durch einen rücksichtslosen Radfahrer wurde Sonntag Abend 8 Uhr an der Ecke der Prenzlauer und Linienstraße eine ältere Dame so schwer überfahren, daß man sie vom Plaze tragen mußte. Der Radfahrer stürzte ebenfalls, erhob stch aber rasch wieder, fuhr davon und emkam, obgleich das Publikum ihn aufzuhalten suchte. Ueberfahren. Die in der Linienftraße wohnende Frau des Handelsmannes Abel passirte Sonntag Morgen gegen 9 Uhr mit ihrem anderthalbjährigen Söhnchen die Weydingerstraße und traf an der Ecke der Linieustraße eine Bekannte, mit welcher sie plaudernd stehen blieb. Während dieser Zeit ließ sie das Kind unbeachtet, welches, sich von der Hand der Mutter losmachend, auf den Straßendamm lief und hier direkt unter die Räder einer in diesem Augenblick die Ecke passtrenden Droschke geneth. Der Kleine erlitt hierbei so schwere innere Verletzungen, daß er in hoffnungslosem Zustande nach dem jüdischen Krankenhanse gebracht werden mußte. „ Matthe sonderbares Ereignist meldet der gestrige Polizelbencht: Abends schoß in der Oranienburgerstraße der Fuhrunternehmer Sp. einen Revolver ab. Er hatte seinen 13 Jahre alten Bruder, der sich schon seit mehreren Wochen außerhalb des elterlichen Hauses umhertrieb, auf der Straße getroffen. Dann, als dieser vor ihm fortlief, hatte er ihn verfolgt und schließlich, um thn JU erschrecke», den Schuß abgegeben. Es glückte ihm, sich des Burschen zu bemächtigen.. i Am Sonnabend in der Mittagsstunde wurde das Pferd einer durch die Kanonierstraße fahrenden Droschke scheu und lief auf den Bürgersteig. Hierbei gerieth die aus einem Geschäfte «anomerstr. S heraustretende Wjährige verehelichte Luise Boje unter die Räder des Wagens und erlitt außer einer Verletzung an der Stirn einen Bruch des linken Knöchelgelenks. Sie wurde auf der Unfallstation I verbunden und dann nach ihrer Wohnung gebracht. Aus den Nachbarorten. .. gestörte Eisbeiucssen. Am Sonnabend Abend saßen ber dem Wirthe Tinke in Steglitz einige fünfzig Damen und Herren beisammen, um sich an einem Eisbeiuessen, das gerade aufgetragen werden sollte, zu erquicken. Die Gesellschaft, die harmlos heiter der Jreuden harrte, die da kommen sollten, hatte aber in unserer Zeit des Kampfes für Ordnung. Religion und Sitte die Rechnung zwar nicht ohne den Wirth. wohl aber ohne die Sicherheitsbehörden unseres Musterstaates gemacht. Denn als man andächtig mit hungrigem Mage» am gedeckte» Tische faß, erschienen statt der Eisbeine drei Gen- darmen und sechs Polizisten, die einen der Festtheilnehmer fragten. wo er die behördliche Bescheini- gung habe. daß die stattstndende— Versammlung regelrecht angemeldet sei. Als der erstaunte Angeredete dem Beamten bedeutete, daß man zum Eisbeinessen und zu keinem anderen Zwecke versammelt sei, und daß keine gesetzliche Be- stiiumung das gemeinschaftliche Vertilgen von Schweinefleisch verbiete, erwiderte ein Gendarm, daß trotz dieser Argumentation eine Versammlung stattfinde, und zwar die eines politischen Vereins, an der nach dem Vereinsgesetz Frauen nun schon gar nickst theilnehmen dürften. Denn die Sache liege so: Wie er, der Gendarm sehe, seien die anwesenden VersammlungstHeilneHmer zumeist Mitglieder des Arbeiter-Sängerbundes von Steglitz, und der Arbeiter» Sängerbund sei nach der behördlichen Ansicht, an der nicht zu rütteln ist, ein Verein, der die Erörterung politischer Angelegen- Helten bezwecke. Da ferner nun die Versammlung, die er vor sich sehe, entgegen dem Gesetz erstens unangemeldet und sodan» ebenfalls gesetzwidrigerweise unter Theilnahme von Frauens- Personen stattfinde, so löse er diese Versammlung auf und richte an die Anwesenden das Ersuchen, sich aus dem Lokal zu ent- fernen, zum ersten, zum zweiten, zum dritten Mal! Es ist schwer, bei der in Preußen gegen sozialdemokratische Arbeiter beliebten Anwendung des berühmten Vereinsgesetzes stch noch soviel Humor zu bewahren, als zur Schilderung einer trotz des Erustes der Thatsachen so unendlich komischen Sache nöthig ist. Diese besonders drastische Episode aus dem vergeblichen Kampfe, den die Behörden in Preußen gegen die Sozialdemokratie führen, bildet nichts als ein einziges, unbedeutendes Glied in der langen Reihe der hergebrachten Arbeiterverfolgungen. Auch in Steglitz können unsere Parteigenossen ein Lied von diesem Kampfe singen, der sich in neuerer Zeit aus unersichtlichen Gründen ganz besonders gegen den dortigen Arbeiter- Sängerbund richtet. Es versteht sich, daß unsere Parteigenossen in dem genannten Vororte auch die neueste behördliche That mit Kraft und Umsicht als A g i t a t i o n s- mittel für unsere Sache anwenden werde», und so findet denn übermorgen, Donnerstag, abends S Uhr, im Lokal zum Schwarzen Adler eine Volksversammlung statt, die sich speziell mit dem polizeilichen Kampfe gegen uns beschäftigen wird. Namentlich die Frauen sind zu dieser Versammlung eingeladen. Die Parteigenossen und Genossinnen von Wcistensee werden auf die am Mittwoch, den 7. d. M.. im Prälaten an der Ecke der Königs- Chaussee und Lehderstraße stattfindende Volksversammlung aufmerksam gemacht, in welcher Frau Mesch über Frauenpflichten und Frauenrechte reden wird. Um zahl- reiches Erscheinen ersucht die Einberuferi». Die Neuorganisation der preußischen Gewehrfabriken und der Munitionsfabrik in Spandau bringt für mehrere Beamten- kategorien einschneidende Aenderungen. Die Oberbüchsenmacherstellen in den königlichen Gewehrfabriken werden gänzlich ein- gehen; die Revision und die Abnahme der Arbeiten wird von Inspektoren und den ihnen beigestellten Munitionsrevisoren be- werkstelligt werden. Diese Stellen werden zunächst den bisherigen Oberbttchsenmachern übertragen. Die Bataillons-Büchsenmacher werden nicht mehr zum Examen als Oberbüchsenmacher zugelassen, da später die Munitionsrevisoren aus dem Feuerwerkspersonal hervorgehen sollen. Infolge dieser Umwandlungen und durch das Eingehen der Halbbataillone ist die Büchsenmacherlaufbahn zur Zeit wenig anSsichtsvoll; die jetzigen Aspiranten werden in den ersten zehn Jahren aus Anstellung im Militärdienst kaum rechnen können. AnS dem Svandaner Militärgefängniß. Im Februar vorigen Jahres ist der jetzige Militärgesangene Peter Jöres wegen Fahnenflucht zu Gefängniß verurtheilt worden. In der Gesangeuschast beschäftigte man ihn mit Schneiderarbeiten. Jöres konnte sich aber während der Strafzeit, wie geschrieben wird, nicht an Gehorsam gewöhnen. Die ihm übertragenen Arbeiten führte er nachlässig aus, zeigte sich widerspenstig gegen seine Vorgesetzten und war auch durch Disziplinarstrafen, die in mehr als i» 20 Fällen über ihn verhängt wurden, nicht zu beffern. Im Frühjahr d. I. brachte man den körperlich strammen Sträf- ling in das Lazareth, konnte aber dort eine ungesunde Be- schaffenheit des Geistes an ihm nicht entdecken. Im Gefangniß trug er dann wieder sein widerspenstiges Wesen zur Schau, unterhielt sich gegen das Verbot mit den in seiner Nachbarschaft untergebrachte» Gefangenen und unterbrach selbst in der Kirche den Gottesdienst durch lautes Sprechen. Man hat ihn nunmehr wiederum in das Lazareth gebracht, aber auch diesmal ist mit ihm nichts anzufangen. Gegen die Wärter benimmt er sich wortkarg und den Aerzten steht er überhaupt nicht Rede und Antwort. An Geisteskrankheit zweifelt man bei Jöres noch, weil er einer gesunden Familie entstammen soll. bera� wurde kürzlich die� erste �emeiudevenreler.�itzui!g unter Vorsitz des neuen Gemeindevorstehers und Bürgermeisters a. D. Ziethen abgehalten. Man beschäftigte stch in der Sitzung auch mit den letzten Gemeindewahlen und erklärte der„Voss. Ztg." zufolge in der dritten Klasse sämmtliche Wahlen und in der zweiten Klasse zwei Wahlen für u n g i l t i g. Ferner wurde beschlossen, ein eigenes Rathhaus zu bauen und darin sämmtliche Schreibstuben der Gemeindeverwaltung, der Polizei, der Kranken- lasse ze. zu vereinigen. Man hofft, daß der Bau den Preis von 330 000 M. nicht überschreiten werde. Wegen eines an einem Kinde versuchten Sitten- Ver- g e h e n S ist der 28 Jahre alte Friseur Wilhelm G. auS der Kaiser Friedrichstraße zu Schöneberg am Sonnabend verhaftet worden. Vo» einem Eisenbahn- Unfall giebt die BetriebS- Jnfpektion 10(Berlin) Nachricht: Der gestrige Personenzug 87 sollte in Luckenwalde wegen Ueberholung durch den Schnellzug 31 auf einem Nebeugeleise einfahren. Hierbei ist erstem Zug wegen falscher Weichenstellung auf einen Rangirtheil gefahren, wodurch 5 beladene Wagen entgleisten und beschädigt worden sind. Beim Unfall haben �wei Reisende leichte Kontusionen erlitten. Betriebsstörung ist nicht eingetreten. Die Untersuchung ist ein- geleilet. Verhaftung eines Wilderers. Der Gärtner Schulz, der in hervorragender Weise an zahlreichen in der Umgegend von Hamburg verübten Wilddiebstählen betheiligt war und dieser- halb steckbrieflich verfolgt wurde, hatte sich nach Berlin ge- wandt, wo er eine neue Diebesbande gründete und längere Zeit den Grunewald unsicher machte. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es nun gelungen, den gefährlichen Wilderer zu ermitteln und dingfest zu mache». Seine Ueberführung nach Hamburg ist be- reils erfolgt._ Gewerbe Nuslkelluns 1896» Die Ausstellung war auch am vorigen Sonntag überaus zahlreich besucht. Zwischen den beiden feindlichen Stämmen der Suaheli und Maffai kam es vorgestern Vormittag zu einer heftigen Fehde. Die in der Kolonialausstellung vertretenen Mitglieder der beiden Stämme waren miteinander in Streit gerathen, der alsbald in Thätlichkeiten ausartete und emen solchen Umfang annahm, daß die Leute mit Knüttel aufeinander einschlugen und Aufseher und Gendarmen gegen die Exzedenten einschreiten mußten. Die Stimmung der Schwarzen war so erregt, daß die Leute schließ- lich, um eine Fortsetzung des Kampfes zu hindern, vorübergehend eingesperrt werden mußten. Wenn der Paläontologe der Zukunft in kommenden, fem abliegenden Zeiten in der weiteren Umgebung Treptows Ausgrabungen vornehmen sollte, wird er vielleicht auf Funde stoßen, die ihn stutzig machen werden. Er wird nicht wissen, was er mit ihnen anfangen soll. Zwar die Skelette und Ueberreste der von ihm entdeckten Thiere zu klassifiziren wird ihm nicht schwer fallen. Aber daß sie nicht zu den Mammuthexemplaren ihrer Gattung gehören und nicht antediluvianischen Ursprunges sind, wird ihm sofort einleuchten. Wie aber, so wird er sich fragen, kommen die Skelette in dieser Maffenhaftigkeit hierher? Wenn er dann die Aufzeichnungen unserer Tage aus den vermuthlich längst vergilbten Blättern durchstudirt, wird er entdecken, daß in der Gegend seiner Funde im Jahre 1896 eine Gewerbe-Ausstellung stattfand, die mit einem Vergnügungspark verbunden war, und daß in diesem Vergnügungspark der Thierkönig unserer Zeit, Karl Hagenbeck in Hamburg, weidlich für die Unterhaltung seiner Besucher gesorgt hatte. Und der Zusammenhang der Grabstätten mit diese» Veranstaltungen wird ihm klar werden. In der That handelt es sich um Massengräber. In der Stille der Nacht, auf weitem Felde, sind nach der„Nat-Ztg." nicht weniger als 130 Affen, 33 Seebären, I Löwe und 1 Bär, die der Jiauhheit unseres Klimas nicht widerstehen konnten und infolge dessen eingegangen sind, nach und nach verscharrt worden. Der Löwe ist erst in diesen Tagen eingegangen. Bezüglich des Bären sei ausdrücklich bemerkt, daß es sich nicht um den kleinen ulkigen schwarzen Gigerlbär handelt, der durch die gemessene Grandezza seiner Bewegungen ein Liebling aller Be- sucher geworden ist. Der Werth der eingegangenen Thiers ist kein so unbeträchtlicher, wie man wohl annehmen könnte. Der Durchschnittspms der Affen betrug 30 M. Ursprünglich waren gegen 300 in das„Affenparadies" gebracht worden, ein Ersatz für die dahingerafften hat, da die Verluste erst in letzter Zeit eintraten, nicht stattgefunden. Die Eisbären dagegen sind aus dem großen Bestände in Hamburg stets ergänzt worden. Mnnft nnd AVistvnsltznfk. Hermann Sndermann ist mit seinen neuen Komödien vom Lessing-Theater, wo sein Ruhm ausging, inS Deutsche Theater übergesiedelt. Die drei Einakter, die am Sonnabend zum ersten Male gespielt wurden, heißen„Teja",„Fritzchen" und „Das Ewig-Männliche". Sie wurden unter dem Gesammttitel „Morituri"(„Dem Tode geweiht") aufgeführt. Dieser Gesammt- titel soll gleichsam aus ein Leitmotiv, das den drei Stücken ge- meinsam ist, hindeuten; er ist aber nicht recht zutreffend.„Teja" und „Fritzchen' sind zwei engbrüstige Tragödien; sie wollen weichmüthig z» weichem Mitleid anregen. Sie rühren an schwere Fragen, die von jeher das grüblerisch-sinnende Dichtergemüth angeregt haben. Was wohl die letzten Augenblicke derer, die an Rück- erinnerungen, an Todesahnen zu sterben bereit find, erfüllen mag? Aber auf die schweren Fragen erfährt man keine tiefere Antwort im großen poetischen Sinn. In„Teja" ist der Stoff akademischzurechtgelegt,„Fritzchen" weistin der knappen und schlagen- den Szenenführung die Vorzüge des ungewöhnlich bühnenkuudigen Sudermann auf, so daß es als Theaterstück wenigstens sehr leb- Haft wirkte. In beiden Dramen hat der Autor eine wohlfeile Art erwählt, elegische Stimmungen wachzurufen. Kein auf- begehrliches Individuum geht am Widerstand der Welt zu gründe. Denn im Hintergrunde find Sndermann's Sterbende längst todt gewesen; das heißt, innerlich abgestorben. Wie Fall- obst von den Zweigen fällst, so sinken die knabenhaften Dulder bei Sudermann zu Boden. Ob man nun über derlei Geschicke mitleidvolle Wehmuth empfindet, das hängt davon ab, wo man selber steht. Der Gothenkönig Teja hat eine Erbschaft übernommen, die seine jungen Schultern erdrückt. Sein Reich ist zerspalten, seine Herrschaft todlwund; und in neronifcher Wuth rast der Jünghng in blindem Morden. Der Wahnwitzige tauscht sich den Schein von kühnem Leben und von Thaten vor; in Wahrheit war er längst ein verdorrter Ast; und wenn er in theatralischer Heldenpose zum Sterben geht, ivas ist mir dann Hekuba? Auch Lieutenant Fritzchen hat welkes Blut in seinen Adern. Auch hier stirbt in Wahrheit kein THatendrang, kein Jünglings- muth. Ein kranker.Erbe, ist Fritzchen weit vor der Katastrophe der geistigen TodeSstarre verfallen. Von engsten gesellschaftlichen Gesetzen eingeklemmt, gepeitscht von trostlosen Familienvorschristen, wird der Jüngling bei dem besten Lebens- konflikt niederstürzen, wie ein Kalb, vom Beil des Metzgers ge- troffen, niederstürzt! Fritzchen's eigener Vater, der Major, hat den Sohn auf den Weg zum Tode verwiesen. Fritzchen liebt seine Kousine. Er soll sie auch zur Frau gewinnen. Aber erst soll er„ehereif" werden: das ist, sich die Hörner abstoßen, Abenteuer erleben. wie sichs für einen schneidigen Offizier schickt. Und Fritzchen er- lebt sein Abenteuer bei der Frau emes anderen. Er wird vom Gatten ertappt und der Wehrlose wird zum Hause hinaus- gepeitscht. Sein Sittenkodex gebietet ihm nun, in den Tod zu gehen, und die Erde hat einen Weichling weniger. Wacker traten die Darsteller, zumal Herr Kainz, der den finsteren Gothenkönig, der in der Todesstunde noch durch Frauen- huld zur Liebe gesänstigt wird, wie den verunglückten Lieutenant spielte, für die beiden Trauerspiele ein. Künstlerisch erfreulicher war das satirische VerZspiel„Das Ewig-Männliche". Hier decken sich Wollen und Können. Hier giebt es kein gewichtiges Problem zu ergründen; nicht auf dichterisches Empfinden im höchsten Wortsinn kommt es an. Ein satirisch gelaunter kluger Mann erzählt mit dreistem Gelächter eine übemnthige Variation de» alten 'männischen SprucheS:„Verachte da? Weib!" Freilich hat man unter dem Weib die Müßiggängeri», die Dame ohne Lebens- inhalt zu verstehen. Diesmal trägt sie sogar Diadem und Krone. Die junge Königin im Maskenspiel hat einen alten Gatten und berückt mit ihrer Schönheit die Köpfe aller Höflinge. Auch den tapferen Mann, den ehrlichen Kriegsführer, wie den witzigen Maler voll gesunder Lebenssülle lockt sie in ihr Netz. Aber die beiden sind Mannskerle; der eine kraft seiner That- bereitschast, der andere kraft seines muthigen Geistes und WitzeS. Dem Maler wird von tölpelhaften Höflinge» eine Falle gelegt. Er tappt hinein und die Königin, die ihm eben weit zu gehen erlaubte, läßt ihn fallen und liefert ihn an den eifersüchtigen Kriegshelden, seinen Neben- buhler aus. Aber der Maler ist kein Moriturus. Er will nicht wie ein Schlachtopfer um eines buhlerischen Weibes willen fallen. Er hat den Pinsel meisterlich führen, nicht aber den Degen kreuzen gelernt, und so überzeugt er seinen Gegner durch einen listigen Einfall, daß die Königin kein Duell werth sei, daß sie nicht ihn und nicht den Kriegsmarschall geliebt habe. Die überführte Königin kann aber des Ewig- Männlichen nicht entrathen, und so greift sie für den entwischten Maler und den befreiten Kriegsmann zu ihrem— schönen Kammerdiener. Mit erquicklicher Jugendlust und mit anmuthiger Koketterie wurde das Satyrspiel von Kainz und der S o r m a wieder- gegeben. Im Schiller-Theater wird morgen zum ersten Male „Der Sohn der Wildniß", dramatisches Gedicht von riedrich Halm, gegeben. Die Hauptrollen werden von den amen Pauly, Wille und Werner und de» Herren Pauly, Patry, Eiben und Sleinecke gespielt. Heute findet noch eine Wieder- holung des Lustspiels„Ein Schritt vom Wege" statt. Sozwle Acchkspftcge. AuS der Konfektiou. Gegen eine Frau Adolfine Bauer. die Inhaberin einer Arbeitsstube, in der Kostüme(Konfektions- waare) gefertigt werden, klagte die Kostümarbeiterin Börke auf ahlung einer Lohnentschädigung wegen unberechtigter sofortiger ntlassung. Zur mündlichen Verhandlung vor der Kam merk des Gewerbegertchts hatte Frau Bauer ihren Gatten geschickt, der folgende charakteristischen Ausführungen machte: Am Eut- lassungstage sei eiligeArbeit fertigzustellen gewesen. Fräulein B. aber habe sich geweigert, mehrere Stunden nach Feierabend zu arbeite», der für gewöhnlich auf 8 Uhr abends festgesetzt war. Obwohl die fraghchen Sachen am anderen Tage hätten geliefert werden müssen, sei die Klägerin nach 9 Uhr weggegangen. Eine solche Arbeiterin könnte man natürlich nicht brauchen, fei esdochinderKonfektionüblich. daßjenach Bedarf langer gearbeitet werde. Der Vorsitzende, Assessor Hellwig, unterbrach Herrn Bauer an dieser Stelle seiner Rede, indem er ihm vorhielt, wie er nur so etwas aus- sprechen könne; man könnte niemand zwinge», Ueberstunden zu machen. Herr Bauer machte dann noch geltend, daß die Klägerin nach der Entlassung aufgefordert worden sei, weiter zu arbeiten. Fräulein Börke erklärte hierauf, Frau Bauer habe sich allerdings durch ihren Hinweis auf die gesetzliche Kündiguugs- srist bestimmen lassen, sie zum Wiederkommen aufzufordern; jedoch habe die Beklagte ihr zugleich gesagt, daß sie hinfort mit dem Annähen von Haken und Oese» beschäftigt werden würde. Eine solche Arbeit habe sie als perfekte Kostümarbeiterin aber nicht ausführen mögen. Der Vertreter und Gatte der Beklagten mußte zugeben, daß die Angaben der Klägerin richtig seien; indessen glaubte er auch das Angebot rechtfertigen zu können, das seine Frau Fräulein Börke gemacht hat. Wer die eilige Arbeit nicht machen wolle, ließe sich nur zu Neben- arbeiten verwenden. Der Gerichtshof verurtheilte den Beklagten zur Zahlung der geforderten 30 Mark. Er war der Meinung. daß die Klägerin widerrechtlich entlassen worden sei, und stellte den Grundsatz auf, daß kein Arbeiter verpflichtet sei, über die reguläre Arbeitszeit hinaus zu arbeiten. Auch wurde in der Urtheilsbegründung ausgeführt, daß einer Arbeiterin, die bisher Kostüme gefertigt habe, nicht zugemuthet werden könnte, sich hinfort mit dem Annähen von Haken und Oesen zu beschäftigen. Gertrtzkz»-Wettung. In der Strafsache gegen den Genossen Paul Jahn wegen Verstoßes gegen die§§ 6 und 15 des Vereinsgesetzes, welche die sofortige Räumung eines Versammlungsortes nach der Auflösung einer Versammlung verlangen und die Nichtbeachtung dieser Bestimmung mit Strafe bedrohen, hat nunmehr auch das Kammergericht gesprochen. Es handelte sich bekanntlich um eine Versammlung in Schöneberg, in der Jahn als Berichterstatter des„Vorwärts" thätig war. Die Versammlung wurde aufgelöst, als sie beim Eintreten der Polizeistunde nicht geschloffen wurde. Jahn sollte stch da- durch vergangen haben, daß er sich nach der Auflösung nicht sofort entfernte. Er hatte sich noch einen Moment aufgehalten, um seine Notizen zu vervollständigen. Gegen das polizeiliche Strafmandat beantragte Jahn richterliche Entscheidung, und er hatte denn auch dieGenugthuung, vom Schöffengericht freigesprochen zu werden. In der Berufungsinstanz wurde er zedoch zu einer Geldstrafe von 20 M. verurtheilt. DaS Landgericht hielt auf grund der Aussage des Polizeibeamten für erwiesen, daß sich der Angeschuldigte nach der Auslösung wieder hingesetzt, sein Bier ausgetrunken und sich noch Notizen gemacht hätte. Gegenüber der Aussage des Beamten wurde auf Jahn's Be- hauptungen, daß er sich nicht hingesetzt und überhaupt kein Bier gehabt hätte, nichts gegeben. Das Gericht war der Meinung, er hätte sich sofort entfernen müssen, gleichgiltig, ob die Ans- lösung der Versammlung berechtigt oder nicht berechtigt gewesen sei. In der Revision betonte Jahn neben seinen früheren Be- hauptungen, daß er gar kein Bier getrunken habe und daß, weil mehrere hundert Personen in der Versamm- lung waren, er sich nicht sofort hätte entfernen können. Dann bemängelte er auch in dem gestrigen Termin vor dem Strafsenat des Kammergerichts das Verhalten de? Vorsitzenden der Strafkammer des Landgerichts während der Berufungsverhandlung; derselbe hätte ihn nicht genügend zu Worte kommen lassen. Die Revision wurde jedoch mit der Be- gründung zurückgewiesen, daß das landgerichtlich« Urtheil ohne Rechlsirrthum auf die maßgebenden, thalsächlichen Feststellungen gestützt sei. Was den Einwand gegen die Geschäflsführnng des Vorsitzenden angehe, so sei jene Rage prozessualer Art und»ach Z 380 der Strafprozeßordnung in der Revision unzulässig. In der Klagesache der Deutschen Gasgltthlicht-Aktien- geseUschaft gegen 12 hiesige Firmen, welche Glühlichtkörper fabriziren, stand gestern vor der 4. Zivilkammer unter Vorsitz des Landrichters T h i n i u s Termin zur Urtheilsverküudigung an. Der Klageantrag der Gasglühlicht-Gesellschaft gingdahin: den betr. Firmen„unter Androhung einer Strafe von 1000 M. für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu untersagen, solche Glühkörper für Jneandescenzbrenner gewerbsmäßig herzustellen, in Verkehr zu bringen, feil zu halten oder zu gebrauchen, welche durch Im- prägnirnng röhrenförmiger Gewebe mit Hilfe der Nitrate oder Sulfate oder äquivalenter Verbindungen von Thoroxyd in ge- ringer Beimengung von Ceroxyd gewonnen sind mit oder ohne Magnesia."— Gegen die Firma Siemens u. Co. wurde gestern nach diesem Klageantrage ein Versäumnißuitheil gefällt und letzteres gegen Sicherheilsleistung von 25 000 M. für vorläufig vollstreckbar erklärt.— Bezüglich der übrigen Beklagten wurde beschlossen, durch Vernehmung der chemischen Sachverständigen Geh. Rath Dr. Fresenius und Dr. H i n tz e in Wiesbaden sowie der Professoren Rammelsberg und L an d o l t Beweis darüber zu erheben: l. ob Thoroxyd im Sinne der chemifchen Erkenntrnß und Darstellung vom Jahre 1336. infonder- eit nach dem Stande ber chemischen Wissenschaft am 20. Of. Der Po ist aus feinen Ufern getreten und hat zwischen tober 1886 im Durchschnitt der Fälle völlig frei von Cer ist( Be- Stäfforda und Saluzzo großen Schaden angerichtet. hauptung der Beklagten) oder ob Thororyd regelmäßig Beimischung von Ger hat( Behauptung der Kläger); 2. ob das gewöhnliche reine Thororyd, wie es 1886 verstanden wurde, überhaupt keine brauchbaren Glühkörper liefert. " Dermischtes. Aus Kiel wird berichtet: Das Kanalamt theilt mit: Der Dampfer Johann Siem" ist gehoben und geht bis spätestens Dienstag von der Unfallstelle weg. Die Passage für Schiffe bis 5 Meter Tiefgang ist schon jetzt frei und ist vom Dienstag ab für alle Schiffe fret wie vor dem Unfall. Die Fran muß hinaus ins feindliche Leben. In Guhrau ereignete es sich bei dem Gewerbefchießen, daß Schloffermeister Wistuba mit 52 Zirkeln den ersten, Frau Gastwirth Kwiatkowska mit 51 Zirkeln den zweiten Preis und Frau Bäckermeister Laswiß mit 50 Zirkeln den dritten Preis erhielt. Das Unglück des alten Marschalls Bazaine scheint auch feine Nachkommen schwer au verfolgen. Seine Söhne, die infolge gänzlicher Mittellosigkeit Kriegsdienste in der spanischen Armee genommen hatten und gegen die kubanischen Jufurgenten tämpften, find jetzt beide einem fückischen Fieber erlegen. Unwetter in Italien. Wie aus Cuneo gemeldet wird, ist ein großer Theil der Landstraße stomabwärts des Flußes Varaita durch die Ueberschwemmung zerstört. In Paesano ist die Pobrücke theilweise eingestürzt, in Sanfront wurden Brücken beschädigt, in Castelgrotto find die Wohngebäude gefährdet. In Messina geht feit einigen Tagen starker Regen mit Gewitter nieber, eine Person wurde vom Blik erschlagen, ein Bligschlag traf die Annunciatenkirche. Auch auf dem Lande richteten Regen und Gewitter große Verwüstungen an. Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publifum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 6. Ottober. Opernhaus. Das Heimchen am Herb. Neues Overn- Theater.( Kroll.) Geschlossen. Arbeiter Bildungsschule. In den Monaten Aprib September gingen ein: 2. in 2. 100,-. Tellersammlung im land) zugetragen. Nach einem uns vorliegenden Telegramm flog bühne" 40,65 und der Rest der Bibliothek. Krüger-90. Eine entschliche Explosion hat sich in Buluwayo( Matabili Geselliger Verein„ Brüderlichkeit" 5,-. Ghemalige Freie VoltsBöhm. Brauhaus( Liebknecht- Vers.) 29,50. IV. Wahlfr. 100,-. bort ein Pulvermagazin in die Luft. Etwa 25 Personen wurden 2. in 2. 100,- 3wietracht", Schöneberg- Friedenau, 8,78. getödtet, darunter fünf Weiße, viele wurden schwer verwundet. Dockhom durch Pfau 1,-. Buchdrucker M. 8, Röder, 25. Bon den nahen Felsen wurden gewaltige Blöcke losge. Dr. M. 1. Summa 890,08. Den Gebern Dant.( Beiträge riffen. Die Häufer der Stadt wurden stark erschüttert. Die zur Bibliothek werden bereitwilligft entgegen genommen.) Der Straßen sind mit Trümmern angefüllt. Die ganze Bevölkerung Vorstand. J. A.: H. Königs, Kassirer, Dieffenbachstr. 60. nimmt sich der Verwundeten an. Das Stadtgefängniß und das Rathhaus wurden zu Krankenhäusern eingerichtet. Die Peft in Indien. Der Vizekönig von Indien hat nach! London telegraphisch gemeldet, daß es sich bei den gemeldeten Krankheitsfällen um die wirkliche Beulenpeft handelt, doch sei der Charakter der Krankheit ein milder. In dem Distrikt Mandvi tommen etwa 11 Todesfälle täglich vor. Briefkasten der Redaktion. Witterungsübersicht vom 5. Oftober 1896. Stationen. Barometer ftand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke BRALI O Stala 1-12) Swinemfinde 751 G • 749 WSW 752 SGD 753 SW 758 758 Still 753 Still 762 SSW 753 MNW 736 SW 5 757 . . SW 3 Dienstag, Freitag und Sonnabend von 72-8 Uhr Berlin Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Hamburg abends flatt. Wiesbaden. ist schon vor einigen Tagen von uns erörtert worden. Wilhelmstadt. Die Angelegenheit der Pilsener Brauerei München Wien. 3. G. 116. Wir können medizinische Fragen nicht be. Haparanda. handeln. Petersburg R. Schon- 111. Wir können Ihre Einsendung nicht Sort.. publiziren, lautet doch im§ 9, 1 Abs. 2 des Organisationsstatuts Aberdeen. unserer Partei: Infoweit nicht unter den gewählten Vertretern Paris. des Wahlkreises Frauen sich befinden, können weibliche Vertreter in besonderen Frauenversammlungen gewählt werden." Delegirte. Billets können von 5-8 Uhr abends abgeholt werden. Fünf Streitende. Fragen Sie beim Regiment an. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater& hr. Sternwarte Invalidenstr. 57-62 täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Lehrt. Stadtbahnhof Eintritt 50 f. Schauspielhaus. Graf Essex. Deutsches Theater. Morituri. Jm Theater Saale täglich 8 Uhr Berliner Theater. Die offizielle Frau. abends Vorträge mit Experimenten und Lehng- Theater. College Grampton. großen Lichtbildern ausgestattet. Theater des Westens. Tausend und eine Nacht. Näheres die Tagesanschläge. Menes Theater. Juana. Borber: Passage- Panopticum. System Ribadier. Thalin- Theater. Gebildete Menschen. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Ninette im Schnee. Theater Unter den Linden. Die Lachtaube. Schiller- Theater. Ein Schritt vom Wege. Bentral- Theater. Eine wilde Sache. Oftend- Theater. Der deutsche Michel. Belle- Alliance- Theater.' n tolles Mädel. Jochen Päsel. Volks Theater. Ein vorsichtiger Mann. Bladderadauz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Dr Räthchen von Heilbronn. Alexanderplah- Theater. Ohne fitt lichen Halt. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Nur noch kurze Zeit. 42 wilde Thalia- Theater ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/73. Direktion: W. Hasemann, tönigl. preuß. Kommissionsrath. Gebildete Menschen. Wiener Volksstück in 3 Akten von Viktor Léon. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion: Karl Weiss. Der deutsche Michel. Volksstück mit Gesang in 4 Atten von R. Kneisel. Anfang 71/2 Uhr. Raffeneröffnung 6 Uhr. Alexanderplatz- Theater. Pikante Novität! Ohne sittlichen Halt. Anfang 8 Uhr. Sittenbild aus dem Berliner Leben in 4 Aufzügen.( Bons haben Giltigkeit.) Morgen: Ohne sittlichen Salt. Sonntag, 11. Oktober, nachin. 4 Uhr: dec' Weiberlin bed dich, Gſel Breck aus Dahomey. Castan's dich, Knüppel aus dem Sack. Zaubermärchen mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Eugen Prudens. Spezial- Ausstellung Panopticum KAIRO Neu! Die wunderbaren indischen Schiller- Theater. Neu! ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Ein Schritt vom Wege. Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Der Sohn der Wildnik. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chausseestr. 25/26. Dir. Max Samst. Das Käthchen von Heilbronn ober: Das heimliche Gericht. Romantisches Ritterschauspiel in 5 Aften von H. v. Kleift. Mittwoch: Das Käthchen von Hellbronn oder: Das heimliche Gericht. Sonntag, den 11. Oktober, nachm. 3 Uhr, Klaffiter- Borstellung: Othello. Central- Theater. Alte Jakobstr. 80. Direktion: Richard Schultz. Dienstag, den 6. Oktober: Emil Thomas a. G. Eduard Steinberger a. G. Bum 17. Male: Neu! Pygmäen Neu! Neu! Ur- Australier ( Kannibalen) ApolloTheater. Friedrichstr. 218. Dir.: J. Glück. Signor Bernardi JI Camaleonte". Mlle. Fougère die Unübertreffliche. Ducreux und Giraldic. Robert Steidl. 7 Troubadours u. f. w., u. f. w., u. f. w. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Eine wilde Sache. Alt- Berlin. Große burleste Ausstattungspofſe mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannftädt und J. Freund. Mufit von J. Einödshofer. Anfang 28 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. Vogler's Casino Bei günstiger Witterung nachmittags 3, 4 und 5 Uhr: Von 7 Uhr nachmitt. ohne Gewerbe- Ausstellungs- Billet zugänglich. Kasseneröffnung 10 Uhr vorm. Um 5 u. 8 Uhr nachmittags in der Arena: Hochinteressante Massenschaustellungen von 400 Beduinen, Arabern, Fellachen etc. mit Pferden, Dromedaren, Eseln etc. Die berühmten Reiter- Fantasias d. Beduinen. Konzert von 5 Kapellen. Entrée 50 Pf. Kinder unter 12 Jahren die Hälfte. Illuminationsabend j. Freitag. Entree ab 5 Uhr nachm, 1 Mark. W.Noack's Theater #Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert, TheaterVorstellung. Auftr. von Spezialitäten. Künkler 1. Ranges. Karlchens Tanke. Schwant in 1 Att von Schmasow. Neu! Neu! Neu! 3 große historische Umzüge 1 altdeutsches Musikkorps Berliner Konfektionensen. 1 Elite- Kapelle Süddeutscher Sänger- Chor ,, Alemania". fr. Weltrestaurant, Dresdenerstr. 97 8 Damen u. 8 Herren in schwäbisch. Jm vorderen Saal: EF Tyroler Concert Entree vollständig frei! Im ersten Theatersaal die unübertreffl. Hamburger Hänger. Im zweiten Theatersaal: Variété n. Spezialitäten- Theater. Auftreten v. Kunstkräften I. Ranges. Aufführung v. Poffen u. Singspielen. Anf. Wochentags 7 Uhr. Sonut. 6 Uhr. Billards. 4 neue Kegelbahnen. Sorgf. gepfl. Biere, anerf. gute Küche. Kostüm. Eintritt: 25 Pfg. Nur noch 14 Tage Burleske mit Gesang und Tanz in 1 Aft von Gericke. Musit v. Schmidt. Jeben Sonntag, Dienstag u. Donnerstag nach d. Borstellung Tanzkränzchen. A. Flick's Restaurant, Simeonftraße 28, gr. sep. Vereinszimmer frei. 2 Vorstellungen täglich Nachm. 5-7; A bends 9-11 Uhr. Bolossy Kiralfy's ,, Orient" Olympia Riesentheater. Klavier, Biolinunt. bill. 3offenerstr.41 III Uebertrifft alles bisher dagew.! Von Publikum u. Presse einstimm. anerkannt. Wetter Temperatur OMLIQUOS nach Gelfius ( 5°. 4° R.) halb bebeckt 12 wolkig 11 wolfig 18 Regen 15 wolkenlos 10 Nebel 11 wolkenlos bedeckt 6 halb bedeckt halb bedeckt woltig Wetter- Prognose für Dienstag, den 6. Oktober 1896. Beitweise beiter, vorherrschend wolkig, mit etwas Regen und frischen südwestlichen Winden; Temperatur wenig verändert. Berliner Wetterbureau. ***** Circus Busch Feen- Palast Mini Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Das neue RiesenOktober- Programm ( Bahnhof Börse.) Dienstag, 6. Oktober 1896: Abends 71/2 Uhr: Grande Soirée equestre. Dir. Busch als Schulreiter, auf dem engl. Vollbluthengst Favory. 4 arab. Busch. Sehen! 40 Stannen! Schimmelhengste, vorgeführt vom Dir. Künstler ersten Ranges. Schaufelfüblen Auf vielseitigen Wunsch: Verlängertes Gastspiel der urdrastischen Pantomime Im Reiche der Schatten. Anfang 71/2 Ubr. Entree 30 Pf. Yolks- Theater 34 Reichenbergerstrasse 34 Rottbuser Thor. W Haltestelle der Pferdebahnen: Berliner Possen- Cyclus No. 1 Ein vorsichtiger Mann! Posse mit Gefang in 3 Bildern von G. v. Moser u. Ed. Jacobson. Musik v. R. Bial. Regie: August Reiff. Hierauf: Variété fremder Künstler. Zum Schlusse: Pladderadautz. Berliner Rückblicke in Wort und Bild von Oscar Wagner. I. Serie: Berl. Gewerbe- Ausstellung. Anfang 72 Uhr. Preise der Pläge 75 Bf. bis 8 M. Kaufmann's Halbe Variété Menschen und 20 EliteNummern SensationsProgramm. Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52 53. City- Passage Das Riesen- Oktoberprogramm enthaltend 14 Sensationsnummern Li- Hung- Chang! Das Neueste vom Neuen! Margarethe Nasarowska. Josephine von der Heilsarmee. Miss Ara. The two Gomez. Lotte Sieger. 3 Bollini. Adelaide und Erich u. f. w. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. Köpenick. Berliner Typen in Wellington, ruff. Hengst, ger. v. Herrn Salamonski. Die Troita, dress. u. ger. v. Herrn Foottit- Burghardt. Miß Bliss, Sensationell: Der Aufschwung zur Decke an den Bähnen. Speziali täten 1. Ranges. Vorzügl. Klowns. Sensationeller Erfolg! Millennium, Bilder a. Ungarn. Morgen: Millennium. Böhmisches Brauhaus Landsberger Allee. Heute sowie jed. Dienstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 Pi. Im Vorverkauf Billets à 40 Pf. in den Zigarrenhandlungen der Herren Neumann& Möhler( Landsberger Plaz). Brillantes Programm! Unter anderem, neu: Sinzpieper's Tanz- Institut. Mittwoch: Moabiter Stadttheater. NEU! Oswald Nier's MonstreWeinfest. Heute GermaniaSäle Chausseestr. 103. Konzert Tanz Vorträge Eintritt frei! ChampagnerVerloosung. Mache die Parteigenoffen u. Freunde auf meinen Mildy-, Badwaaren- u. Genossenschaftsbrot- Verkauf aufmertfam. H. Scholz, Suffitenstr. 31. Saar tauft Reisch, Wienerstr. 18. 0. Schmidt's Restaurant, Hochstr.32a. Saal f. Vereine und kleinere Gesellsch. Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstr. 32, neben Zentraltheater. Ich empfehle meine eleganten Feftfäle zur Abhaltung jeder Festlichkeiten, Kommerse, Versammlungen 2c. 5594L* Wwe. G. Schmiedel. H. Ebert's Festsäle, 72. Kommandantenstr. 72. Empfehle meine Säle zu Festlichteiten und Versammlungen 2c. Habe noch einige Sonnabende im Oktober und November frei. Jeden Sonntag: Ball. Mühlenstr. Nr. 8, nahe Oberbaum, sind vom 1. Oktober Den Vereinen und Gesellschaften halte eine Wohnung von 2 Stuben u. Küche mein Lokal mit Saal bestens empfohlen. und eine Wohnung von 1 Stube und 56268* Küche billig zu vermiethen. 5829L E. Paulick, Schönerlinder- u. Grünauerftr.- Ecke. Der Verwalter. Allen Verwandten u. Bekannten die Herbst- Kontroll- Versammlungen 1896 traurige Nachricht, baß mein Mann gehalten: Wilh. Tschäpe, Maurer, Sonntag Frau Tschäpe. Danksagung. 2. Wahlkreis. Lindenstr. 106: Sozialdemokrat. Parteiversammlung. B Tages Ordnung: in den Landwehr- Bezirken I., II., III., IV. Berlin. Diefelben werden mit den in Kontrolle der unterzeichneten Rommandos Bormittag im Krantenhause Bethanien stehenden und in Berlin selbst wohnenden Mannschaften wie folgt abgestorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Oktober, abends 8½ Uhr, bei Zubeil, Mittwoch, den 9. d., nachm. 4 Uhr, auf Landwehr- Bezirk I. Berlin. Provinzial- Infanterie( Namens- Anfangs- dem Louisentirchhof in Brih statt. buchstaben A.-K.) Reservisten( Namens- Anfangsbuchstaben A. und B.) Jahr 8196 gang 1889, 1890 und 1891 am Montag, den 2. November, Vorm. 8 Uhr, Jabrgang 1892, 1893, 1894, 1895, 1896 am Montag, den 2. November, Vorm. 10 Uhr. Reservisten( Namens- Anfangsbuchstaben C. D. F. und J.) Jahrgang 1889, 1890 und 1891 am Dienstag, den 3. November, Vorm. 8 Uhr, Jahrgang 1892, 1893, 1894, 1895, 1896 am Dienstag, den 3. November, Vorm. 10 Uhr. Reservisten( Namens- Anfangsbuchstaben G. und H.) Jahrgang 1889, 1890 und 1891 am Donnerstag, den 5. November, Vorm. 8 Uhr, Jahrgang 1892 und 1893 am Donnerstag, den 5. November, Vorm. 10 Uhr, Jahrgang 1894, 1895 und 1896 am Sonnabend, den 7. November, Vorm. 10 Uhr. Reservisten( Namens Anfangsbuchstaben E. und K.) Jahrgang 1889, 1890 und 1891 am Freitag, den 6. November, Vorm. 8 Uhr, Jahrgang 1892 und 1893 am Freitag, den 6. November, Vorm. 10 Uhr, Jahrgang 1894, 1895 und 1896 am Sonnabend, den 7. November, Vorm. 8 Uhr. Offizier- Aspiranten 1894 und 1895 am Sonnabend, den 7. November, Vorm. 8 Uhr. Kasernenhof bezw. Ererzierhaus am Landwehr Dienstgebäude Kaiser Franz- GrenadierPlay 11-12. Allen Freunden u. Bekannten, sowie den Kollegen d. Firma Rudolf& Fried1. Berichterstattung von der Konferenz der Provinz Brandenburg. länder und dem Verein der Appreteure 2. Diskussion. 3. Wahl eines Agitationskommissions- Mitgliedes für die und Färber, die meinem lieben Manne, Provinz Brandenburg. 4. Wahl von Revisoren für die Vertrauensperson. 210/1 dem Appreteur August Schilling, die Die Vertrauensperson. letzte Ehre erwiesen haben und für die allen meinen herzlichen Dant. 821b Wwe. Schilling nebst Kindern. Ich wohne jetzt: schönen Kranzspenden am Grabe sage Sozialdemokr. Verein„ Vorwärts" Berlin. 7536 Dienstag, 6. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Gründel, Brunnenstraße Nr. 188: ( Namens- Anfangsbuchstaben A.-K.) Jahrgang 1889, 1890, 1891, 1892, 1893, Schüßenftr. 63, Ede Markgrafenstr.67. Mitglieder- Derlammlung. Landwehr- Bezirk III. Berlin. Sämmtliche Mannschaften der Garde, ausschließlich Offizier- Aspiranten. Jahrgang 1896, 1895, 1894 am Montag, ben 16. November, Borm. 8 Uhr, Jahrgang 1893 am Montag, 16. November, Vorm. 10 Uhr, Jahrgang 1892 am Dienstag, den 17. November, Vorm. 8 Uhr, Jahrgang 1891 am Dienstag, den 17. November, Vorm. 10 Uhr, Jahrgang 1890 am Donnerstag, den 19. November, Borm. 8 Uhr, Jahrgang 1889 am Donnerstag, den 19. November, Vorm. 10 Uhr; Eisenbahn- und LuftschifferTruppen, Provinzial- Sanitätspersonal einschl. desjenigen der Marine:( AusUnterapotheker und Militärapotheker) und Provinzial Veterinärpersonal: ( Unterroßärzte, Oberfahnen- und Fahnenschmiede, auf Lehrschmieden ausgebildete Beschlagschmiede). Jahrgang 1896, 1895, 1894, 1893 am Freitag, den 20. November, Vorm. 8 Uhr, Jahrgang 1892, 1891, 1890, 1889 am Eisenbahn- und Luftschiffer- Truppen, Unterärzte und Feld- Unterärzte. Jahrgang 1896, 1895, 1894, 1893, 1892, 1891, 1890, 1889 am Sonnabend, den hofer Feld, an der Anhalter Bahn, in der Nähe der Kolonnen- Brücke. gebildete und halbjährig gediente Lazarethgehilfen, Krankenwärter, Geifiliche, = Freitag, den 20. November, Borm. 10 Uhr; Offizier- Aspiranten der Garde, der 21. November, Borm. 8 Uhr, Hof des neuen Landwehr Dienstgebäudes TempelTelephon Amt I 4667. Dr. med. Böhm, Tages Ordnung: 2741 1. Betrachtungen über die neuere medizinische Richtung. Referent Ge Spezialarzt für Wafferheilverfahren. noffe Dr. A. Bernstein. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Beleidigung gegen Frl. GuderGäste( Männer) haben Zutritt.- Mitglieder werden aufgenommen. jahn nehme ich hiermit zurück und er Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. fläre dieselbe für ehrenhaft. Frau Arendt. Kranzbinderei und Kranzbinderet und Deutscher Holzarbeiter- Berband Blumenhandlung 5799* Robert Meyer, Nr. 2. Mariannenstraße Nr. 2. Widmungs- Kränze, Guirlanden, Ballfträußchen, Bouquets u. s. w. werden sehr ( Zahlstelle Berlin.) Am Mittwoch, den 7. Oktober ds. s., abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen: geschmackvoll und preiswerth geliefert. Wedding und Gesundbrunnen: In Baabe's Salon, Kolbergerstr. 23. größeren Landbezirken Süd- Osten: Bei Bautenberg, Dranienstraße 180. In allen Städten und Schönhauser- und Rosenthaler- Vorstadt: Bet Hauser Quee 28.00bietet sich für Kaufleute od. bietet ich für Kaufleute od. and. Landwehr- Bezirk II. Berlin. Provinzial- Infanterie( Namens- Anfangs intell. Herren Gelegenheit, fich Zu dieser Versammlung sind die Tischler und Drechsler der Firma buchstaben L.-Z.) Reservisten( Namens- Anfangsbuchstaben S. X. Y.) Jahr mit etwas Kapital geschäftlich Chr. Mester besonders eingeladen. gang 1896, 1895, 1894, 1893 am Montag, den 9. November, Vorm. 8 Uhr, Jahrgang 1892 und 1891 am Montag, den 9. November, Borm. 10 Uhr, Jahr Telbständig zu machen. Donnerstag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr: gang 1890 und 1889 am Dienstag, den 10. November, Vorm. 8 Uhr. Reservisten Anfr. m. Angabe bish. Thätig( Namens- Anfangsbuchstaben L. M. O.) Jahrgang 1896, 1895, 1894, 1893 am heit und der Familienverhältniße stell: Bei Thiel, Fruchtstraße 36a( oberer Saal). Dienstag, den 10. November, Vorm. 10 Uhr, Jahrgang 1892 und 1891 am sub L. 3494 ant Haasenstein& Mittwoch, den 11. November, Vorm. 8 Uhr, Jahrgang 1890 und 1889 am Vogler, A.-G., Frankfurt a. M. Mittwoch, den 11. November, Vorm. 10 Uhr. Reservisten( Namens- Anfangsbuchstaben N. P. Q. R. U.) Jahrgang 1896, 1895, 1894, 1893 am Donnerstag, Achtung, Klavierarbeiter! den 12. November, Vorm. 8 Uhr, Jahrgang 1892 und 1891 am Donnerstag, den 12. November, Vorm. 10 Uhr, Jahrgang 1890 und 1889 am Freitag, den 13. November, Borm. 8 Uhr. Reservisten( Namens- Anfangsbuchstaben T. V. W. Z.) Jahrgang 1896, 1895, 1894, 1893 am Freitag, den 13. November, Vorm. 10 Uhr, Jahrgang 1892 und 1891 am Sonnabend, den 14. November, Vorm. 8 Uhr, Jahrgang 1890 und 1889 am Sonnabend, den 14. November, Vorm. 10 Uhr. Offizier Aspiranten( Namens- Anfangsbuchstaben L.-Z.) Jahrgang 1895, 1894, 1898, 1892, 1891, 1890, 1889 am Sonnabend, den 14. November, Borm. 10 Uhr. Kasernenhof bez. Exerzierhaus am Landwehr Dienstgebäude, Kaiser Franz- Grenadier- Plaz 11-12. = Kollegen, welche gewillt sind, dem neu zu gründenden Gesangverein beizutreten, werden ersucht, Mittwoch, den 7. Oktober, abds. 9 Uhr, bei Becker, Naunynftr. 78, zu erscheinen. Zenöre und 2. Bässe erwünscht. 822b Künstl. Zähne. Landwehr Bezirk IV. Berlin. Provinzial Ravallerie, Provinzial- F. Steffens, Rosenthalerstr. 61, 2 Tr. Theilzahlung pr. Woche 1 M. Feldartillerie, Provinzial- Fußartillerie. Jahrgang 1896, 1895, 1894 am Montag, den 23. November, Borm. 9 Uhr, Jahrgang 1893 am Dienstag, den 77/17 Tages Ordnung: Werkstatt- und Arbeitsverhältnisse, sowie Verbandsangelegenheiten. Die Kollegen werden ersucht, aus jeder Werkstatt einen Vertrauensmann Die Ortsverwaltung. zu entfenden. Achtung, Lichtdrucker! Donnerstag, den 8. Oktober 1896, abends 8 1hr: Oeffentliche Versammlung 96/2 in den Arminhallen, Rommandantenstr. 20. Tages Ordnung: 1. Welche Stellung denken die Kollegen bei einem event. Streit eins unterfitaten gelege- 2. Dis. fuffion. 3. Werkstätten- Angelegenheiten.- 4. Verschiedenes. 24. November, Borm. 9 Uhr, Jahrgang 1892 am Mittwoch, den 28. November, Möbel, gebrauchte, tauft Burow, zunehmen? Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Rosenthalerstr. Arbeitsmarkt. 28. November, Borm. 11 Uhr, Jahrgang 1893 am Dienstag, den 24. November, Achtung, Drechsler! = # Die Kollegen werden dringend ersucht, in anbetracht der Wichtig feit der Tagesordnung pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Einberufer. R. Schöpte. Allgemeiner Verein Folgende Wertſtellen haben unfere der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands ( Filiale Berlin). Vorm. 9 Uhr, Jahrgang 1891 am Donnerstag, den 26. November, Vorm. 9 Uhr, Jahrgang 1890 am Freitag, den 27. November, Vorm. 9 Uhr, Jahrgang 1889 am Sonnabend, den 28. November, Vorm. 9 Uhr. ProvinzialJäger, Provinzial- Pioniere, Provinzial Train, sowie zum Provinzial Train entlassene Kavalleriften. Jahrgang 1896, 1895, 1894 am Montag, den Borm. 11 Uhr, Jahrgang 1892, 1891 am Mittwoch, den 25. November, Vorm. 11 Uhr, Jahrgang 1890, 1889 am Donnerstag, den 26. November, Vorm. Forderung nicht bewilligt: 11 Uhr. Krantenträger der Provinzial Infanterie und Provinzial Jäger, Fritsche, Oranienstr. 35. Provinzial- Militär- Bäcker, Arbeitssoldaten, Provinzial- Defonomie- Handwerker, Schmidt, Reichenbergerstr. 155. Provinzial- Bahlmeister- Aspiranten, Provinzial- Büchsenmacher, Marine. Jahr Schmidt, in Firma Mester, Man- Donnerstag, den 8. Oktober, abends 6 Uhr, im Lokal Babiel, Rofenthalerstr. 57: Versammlung. gang 1896, 1895, 1894, 1898 am Freitag, den 27. November, Vorm. 11 Uhr, teuffelstraße 54. Jahrgang 1892, 1891 am Sonnabend, den 28. November, Vorm. 11 Uhr, Heptner, Sendelstr. 29. Jahrgang 1890, 1889 am Montag, den 30. November, Borm. 11 Uhr. Offizier Zuzug fernzuhalten. Aspiranten der Provinzial- Jäger, Provinzial Kavallerie, Provinzial Feld: 77/14 artillerie, Provinzial- Fußartillerie, Provinzial- Pioniere, des Provinzial- Trains und der Marine. Jahrgang 1896, 1895, 1894, 1893, 1892, 1891, 1890, 1889 Dienstgebäudes, Tempelhofer Feld, an der Anhalter Bahn, in der Nähe der Kolonnen Brücke. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom dritten Quartal 1896. Die Lohnkommiffion. 3. Verschiedenes. am Montag, den 30. November, Worm. 9 Uhr, Sof des neuen Landwehr- Achtung, Tischler! Die Beorderung zu den Kontroll. Versammlungen erfolgt nur durch diese Bekanntmachung und werden besondere Gestellungsbefehle nicht erlassen. Unpünktlichkeit und Versäumniß der Kontroll- Versammlungen wird nach den Militär- Gefeßen bestraft.- Welchem Jahrgange jeder einzelne angehört, ist auf dem Deckel des Militärpasses angegeben. Für die in den Vororten Wohnenden erfolgt besondere Bekanntmachung durch die Kreis- u. s. w. Blätter und in einzelnen Orten durch öffentlichen Anschlag. Möbel, Wirthschafts- Einrichtungen, Spiegel, Polsterwaaren, ganze auch auf Theilz. m. ger. An- u. Ratenzahl. b. 2. Silberstein, Rosenthalerstr. 49, I. Straußfedern, Blumen besondere Spezialität, zu Engrospreisen Wichtig für Brautleute. Die Differenzen bei Kiehle, bei Schwedter str. 5, sind noch nicht beigelegt. Burug fernhalten. Simsmacher, irka 50 Manu, werden bei Beltener Lohntarif sofort verlangt und finden dauernde Beschäftigung auf Mücke's Werke, Lindow i. d. Mark, Bahnstation. Fahrpreis hin u. zurück 2,20 m. Für's Ausland 2. Fensterfrage. Der Vorstand. Achtung! Putzer! Achtung! 195/3 Auf dem Bau des Maurermeisters Heinrich in der Pallasstraße haben gestern Morgen von 24 Innenpuzern 19 die Arbeit niedergelegt, weil der tarifmäßige Preis von 20 Pf. nicht bezahlt wurde. Außen haben sämmtliche Kollegen außer den Uebernehmern der Puh arbeit die Arbeit niedergelegt. In der Petersburgerstr. 7 haben von 8 Außenpußern 8 die Arbeit niedergelegt. 5 arbeiten weiter. Burug ist fernynhalten. Gleichzeitig machen wir den Kollegen bekannt, daß am Mittwoch, den 7. Oktober, abends 6 Uhr, Grenadierstr. 33, die Baudeputirten- Bersammlung Versammlung Außerordentlich bill. Gelegenheitstäufe. Muschelbettstelle 28 M., Muschel- gesucht perfekter Dreher f. tleinere tleiderspind 38 M., Muschelvertito 38 M., Theile, muß auch feilen tönnen. Off. ftattfindet, in der jeder Bau vertreten sein muß. Nachttische 9-14 M., Waschtische sub S. 5 bef. die Exped. d. Ztg. 8166 Divans mit" Auszug 48 M., Baneel d. h. die Hälfte billiger als anderswo. 17,50-27 M., Sophatische 17,50 M., Phantaftefebern, Hutblumen, ſowie hochgarnirte Röpfe 2c. B. Leutge, Neu- sopha mit Säulen und Taschen 135 M. Cölln am Wasser 28, 1 Tr., ebendafelbft Waschfedern 25 Pf., Kranfefedern 10 Pf. auf Theilzahlung. Möbel J. Kellermann, Neue Jakobstr. 26. Strickwoll- Refter, Zephyr, Rockwolle zu Partiepreis. Holzmarktstr. 60, H. 1. 12r. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahnziehen, Bahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. 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Joachim, fondern nur 228/3 Lesehalle Weinmeifterstr. 5, p. 7916* Schauspiel in 3 Akten von Henrik Ibsen. Fehrbellinerstr. 46. 817b Pallifadenffr. 3. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Mag Babing in Berlin. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 234. nun von Gerichts- Beitung. Dienstag, den 6. Oktober 1896. $ 10 13. Jahrg. Versammlungen. habe bei seiner Entscheidung die meisten der während des Pro- Polizeistunde überschritten haben sollte. 2. hatte gegen das zesses hervorgekehrten oder berührten Rechtsfragen unberücksichtigt Strafmandat Widerspruch erhoben und gerichtliche Entscheidung Bahlreiche Gynäkologen, Professoren und Aerzte, füllten machte Grund durchgreifend, daß die Polizeibehörde auf jeden Angabe des L., daß er sein Lokal erst bei Ankunft der Gäste von lassen können. Denn es sei der auch vom Anwalt geltend ge- beantragt. Das Gericht erkannte auf Freisprechung, weil die gestern den Sigungssaal Nr. 80 der ersten Straflammer am gestern den Sizungssaal Nr. 80 der ersten Strafkammer am Landgericht, theils als Sachverständige und Zeugen, theils als Fall übers Ziel hinausgeschossen habe. Selbst wenn sie Grund neuem geöffnet habe, nicht widerlegt werden konnte und die Zeit Zuhörer. Auf der Anklagebank stand der praktische Arzt Dr. gehabt hätte, gegen den Bierverkauf an Nichtmitglieder einzu- um 34 Uhr morgens im Juli bereits als Beginn des neuen Franz van Vagedes aus Spandau unter der Beschuldi- schreiten, hatte sie doch nicht das Vereinslokal schließen und für Tages zu betrachten sei. gung, burch Fahrlässigkeit in Ausübung seines ärztlichen Be- die Vereinsmitglieder unzugänglich machen dürfen. rufes am 8. April 1895 den Tod der verehelichten Frau Tischler Die Bäckerei- Verordnung des Bundesraths hat nunStiebert veranlaßt zu haben. Der Thatbestand, welcher der An- mehr die erstinstanzliche gerichtliche Anerkennung gefunden. flage zu grunde liegt, ist kurz folgender: Frau Stiebert Die Frage der Rechtsgiltigkeit der Verordnung zur gerichtlichen Die Barbier, Friseur- und Perrückenmachergehilfen hatte eine Fehlgeburt gemacht und war in die Behandlung Entscheidung zu bringen, hatte sich bekanntlich der Bäckermeister hatten am 24. September eine öffentliche Versammlung an des Angeklagten gekommen, welcher einen operativen Gingriff für König hier, im Intereſſe der Berliner Bädermeiſter enten in beraunt, in der Rlostermann über das Thema: Die erforderlich hielt, wobei er nach Ansicht der Anklagebehörde zu folge einer von ihm selbst veranlaßten Denunziation wegen Arbeitsnachweise unseres Gewerbes in Berlin referirte. Redner energisch vorgegangen sein muß, denn die Patientin starb ihm Uebertretung der Bestimmungen der Bundesraths- Berordnung ist schilderte die Mißstände des Innungs- Arbeitsnachweises und gewissermaßen unter den Händen an Verblutung. Es wird vor dem Schöffengerichte gegen König verhandelt worden. wies an einigen Beispielen nach, daß die gewerbsmäßige Stellenseiten der Staatsanwaltschaft behauptet, daß Interessant ist die Begründung des Urtheils, welche im wesent vermittelung auch im Barbier- und Friseurgewerbe Einzug ges nach fachverständigem Gutachten unter den gegebenen Um lichen folgendes besagt: Positive Bestimmungen über das Prüfungs- halten hat. Neben verschiedenen Gastwirthen, die diese Ver ständen der operative Eingriff gar nicht erforderlich war recht der Gerichte gegenüber Verordnungen des Bundesraths mittelung im Intereffe ihres Gewerbes treiben, seien es in Berlin und wenn, daß der Angeklagte dabei nicht mit der genügenden gebe es nicht. Wenn man aber erwäge, wie die hier frag- besonders der Barbier Steczniewsky und der Vorsteher des fachmännischen Sorgfalt zu Werke gegangen sei Diese Frage liche Bundesraths Verordnung zu stande gekommen sei, Arbeitsnachweises der Perrückenmacherinnung Lewin. In der ließ sich lediglich durch die medizinischen Sachverständigen ent- daß eine besondere Untersuchungs- Kommission Lange, Diskussion gingen Simson und Eykorn näher auf die scheiden, die schon in einer früheren Verhandlung im Januar d. J. vielseitige und schwierige Ermittelungen angestellt habe, Bedeutung der Arbeitsnachweise ein und gelangte sodann eine mit ihren Ansichten scharf aneinander geriethen. Während Kreis die dem Bundesrath zur Unterlage für die Verordnung gedient Resolution zur Annahme, in der die Gehilfen sich verphysitus Dr Reinicke den Angeklagien für den unglücklichen hätten; wenn man ferner erwäge, daß Untersuchungen, wie die pflichten, den Arbeitsnachweis ihrer Organisation zu benußen. Ausgang der Operation allein verantwortlich machte, führte über das Vorhandensein der Bedingungen, unter denen der Sodann referirte Ekorn über:„ Kontrolle der SonntagsruheProfeffor Dr. Landau die Hauptschuld auf den heutigen Bundesrath durch§ 120 e der Gewerbe Ordnung zum Erlaß Bestimmungen. Leider sei es nur zu wahr so bemerkt Redner, Stand der Wissenschaft und die mangelhafte prattische Aus einer Maximal- Arbeitsverordnung ermächtigt fei, nur im weitesten daß, wie ein Delegirter zum letzten Barbierinnungskongreß aus bildung der Studenten an der Universität zurück. Operative Rahmen der Diskussion angestellt werden könnten, so sei nicht Oldenburg behauptete, die gefeßlichen Bestimmungen über die Gingriffe in den inneren Menschen, wie der in Rede stehende, anzunehmen, daß der Gefeßgeber bei Erlaß des§ 120e der Ge- Sonntagsruhe in 99 von 100 Fällen von den Meistern nicht bewerden den jungen Medizinern überhaupt nicht praktisch gelehrt, werbe Ordnung, wenn er den Bundesrath zu der Prüfung er achtet würden. Diese Erklärung auf dem von Regierungs- Verihre Erfahrungen müßten dieselben erst von ihren späteren mächtigt habe, ob in einzelnen Gewerben die Arbeitsdauer eine tretern besuchten Kongreß tenuzeichne die behördliche Kontrolle Patienten fammeln. Zudem häuge auch die Wissenschaft viel übermäßige sei und ob die Gesundheit durch das Uebermaß ge- der zum Schuße für die in unserem Gewerbe beschäftigten Arfach von der Mode ab. Gegenwärtig mache sich eine Schule fährdet werde, dem Richter das Recht und die Pflicht zur Nach beiter eingeführten Bestimmung treffend; zugleich bedeute fie für verlassen übertragen wollte. Es komme hinzu, daß in ruhig dürfe. hat und eine Behandlung lehre, die er als brutal bezeichnen müsse wie ähnlichen Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung dieser die Gehilfenschaft einen Faustschlag ins Gesicht, den sie nicht und die daher auch zu brutalen Konsequenzen führe. Der An- nähere Regulirung der Arbeitsverhältnisse behördlichen An- Im Berlauf seiner weiteren Ausführungen kritisirt Redner getlagte scheine dieser modernen Schule anzugehören, alsdann ordnungen überlassen, doch offenbar vom Gesetzgeber der besonders das Verhalten der Innungsmeister in der Frage der sei aber die Verstorbene nicht das Opfer der Fahrlässigkeit des Erlaß dieser Anordnungen dem eigenen besten Ermessen der be- Sonntagsruhe. Von Leuten, die sich nicht scheuen, junge Angeklagten, sondern das Opfer der modernen medizinischen treffenden Behörde anheimgestellt sei. Aus diesen Gründen halte Burschen im Alter von 14-18 Jahren 16 Stunden in dumpfer Richtung geworden. Bei den durchaus verschiedenen Gutachten das Gericht die Bundesraths- Verordnung für rechtsgiltig. Wegen Stube oder Keller zu beschäftigen und die nun versuchen, diesen mehrerer Sachverständigen von Ruf hielt es der Gerichtshof in Uebertretung derselben sei der Angeklagte zu bestrafen. Mit Rück- Leuten die paar Stunden Sonntagsruhe durch Beeinflussung auf der früheren Verhandlung für angebracht, ein schriftliches Gut- ficht darauf, daß der Angeklagte als Bertreter seiner Berufs- die Gefeßgebung zu entreißen, fönne die Gehilfenschaft nichts achten des Professor Dr. Landau einzufordern und alsdann ein genossen dastehe, sei auf eine Geldstrafe von nur 10 M. erkannt Gutes erwarten. Die neuerdings beim Reichstage zum vierten Obergutachten bes töniglichen Medizinakollegiums einzu- worden. Gegen dieses Urtheil ist Berufung eingelegt worden; Male eingereichte Petition enthalte bezeichnenderweise heben. Dieses Gutachten ist inzwischen eingegangen und die Angelegenheit soll erforderlichenfalls aus prinzipiellen nichts von ben Forderungen des Innungskongresses. das Medizinalkollegium ließ sich heute durch den Gefängnißarzt Gründen durch alle Instanzen verfolgt werden. Zunächst handele es sich für uns um genügende behördliche Medizinalrath Dr. Menger vertreten. Aus Gründen, die unUeberwachung der jeßigen Bestimmungen, und empfiehlt Redner erörtert blieben, wurde im Interesse der guten Sitten die Deffent. Bolen Oberschlesiens mit großem Jntereffe entgegensahen, ist tretungen Mittheilung zu machen sei. Der Vertrauensmann Polnisches. Ein Strafverfahren, dessen Ausgang die die Wahl eines Vertrauensmannes, dem von allen Ueberlichkeit für die Dauer der Verhandlung ausgeschloffen. Wie aus fett vom Kammergericht erledigt worden. Der Vorsitzende des möge dann mit Material ausgerüstet die geeigneten Schritte der öffentlichen Publikation des Urtheils hervorging, hat das Vereins oberschlesischer Gewerbetreibender für Kattowiß und veranlaffen. Durch Zirkulare müßten die Gehilfen von Zeit zu Medizinalkollegium und dessen Vertreter, Medizinalrath Dr. Menger fich zwar nicht ganz auf den Standpunkt des Pro- umgegend, Herr Lewandowsky, hatte vor einiger Zeit ein neu Beit über die diesbezüglichen Gesetzesbestimmungen aufgeklärt und feffor Dr. Landau gestellt, sich aber diesem Standpunkte soweit eingetretenes Mitglied des Vereins bei der Polizetverwaltung ihnen die Adresse des Vertrauensmannes zur Anbringung von genähert, daß der Gerichtshof die Freisprechung des An- angemeldet, sich aber geweigert, nähere Angaben über die Beschwerden mitgetheilt werden. Die Versammlung erklärte fich Verhältnisse des Mannes, über die Art seiner Beschäfti- mit den Ausführungen sowie dem Vorschlage des Referentem geklagten für geboten hielt und demgemäß erkannte. gung und ähnliches, zu machen. Zugleich gab Herr einverstanden und wählte denselben zum Vertrauensmann. ab, daß er Der erste Senat des Ober- Verwaltungsgerichte hat Lewandowsky die Erklärung in Zukunft Die Formenftecher, Tapetendrucker, Hilfsarbeiter und eine Entscheidung gefällt, die das Gemeinde Wahlrecht überhaupt nicht mehr die Mitglieder anmelden werde, weil der der meisten Seeleute als recht fragwürdig erscheinen läßt. Verein feine Einwirtung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecke. Arbeiterinnen hatten für Sonnabend eine Versammlung ein e In der holsteinischen Gemeinde Dockenhuden wurde am 9. Juni Demnächst erhielt 2. nun ein Strafmandat von der Polizei, die berufen, um die Frage zu erörtern, ob es rathfain fei, in eine 1895 der Privatier Flashoff mit 6 von 11 abgegebenen Stimmen damit ihre gegentheilige Auffassung fundgab. Es wurde ihm Lohnbewegung einzutreten. Wie J a dicke in seinem einleitenden in der zweiten Klaffe zum Gemeindevertreter gewählt. Der Ge- vorgeworfen, den§ 2 des Vereinsgefeßes übertreten zu haben. Referate hervorhob, habe man zu diesem Zwecke erst eine ummeinderath erklärte jedoch, veranlaßt durch einen Einspruch, Dieser verlangt nicht nur von den Vorstehern der Vereine, welche fangreiche Statistik aufgenommen, weil die Arbeiter diefer beiden die Wahl für ungiltig. Der Beschluß wurde u. a. damit be auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken bezwecken, die Ein- Kategorien durch die eigenthümlichen Arbeitsverhältnisse eine gründet, daß der Schiffsführer Beermann, dessen durch einen reichung des Mitgliederverzeichnisses an die Behörde, sondern gewisse Sonderstellung einnehmen, so daß es unmöglich sei, mit Bevollmächtigten abgegebene Stimme den Flashoff erst die bestimmt auch, daß von jeder Aenderung im Mitglieder- den verwandten Berufen im graphischen Gewerbe gleichzeitig in erforderliche Majorität gebracht habe, sich als Einwohner bestande Anzeige zu machen ist und daß der Vereins- eine Lohnbewegung einzutreten. Es habe sich deshalb gerade für der Gemeinde bei der Wahl nicht hätte vertreten lassen dürfen. vorsitzende auf Erfordern der Polizei Polizei jede die Formenstecher und Tapetendrucker die Nothwendigkeit herausDer Gewählte und ein anderer Einwohner des Ortes erhoben darauf bezügliche Auskunft zu ertheilen hat. gestellt, selbständig vorzugehen. Leider sei nur ein geringer Theil gegen die Gemeindevertretung beim Kreisausschuß die Klage auf Die von 2. beantragte gerichtliche Entscheidung fiel ungünstig organisirt, so daß eine Lohnbewegung aussichtslos erscheine, weil Aufhebung jenes Beschlusses, indeß ohne Erfolg. Die Berufung aus, er wurde vom Schöffengericht zu 100 m. verurtheilt und man leider mit den Hausindustriellen bei den Formenstechern und beim Bezirksausschus wurde ebenfalls abgewiesen. Das Bezirks: das Landgericht verwarf seine Berufung. Den Einwand, daß den Hilfsarbeitern in der Tapetendruckerei, die einen relativ günstigen gericht erklärte die übrigen Bedenken gegen die Wahl, die hier der Verein dem Zwecke der Belehrung diene, erklärte das Land- Lohnsatz erhalten, wegen ihrer Abneigung gegen jede Lohnnicht intereffiren, für nichtig; es war aber der Meinung, gericht für nicht stichhaltig. Es stellte fest, daß öfter Beitungs- bewegung zu rechnen habe. Maschinendrucker und Arbeiterinnen daß der Schiffer Beermann nicht berechtigt gewesen sei, sich artikel in den Bersammlungen des Vereins vorgelesen wurden und daß find dagegen weit schlechter bezahlt; erstere erhalten 12-24 R., vertreten au laffen, selbst wenn er zur Zeit der Wahl sich auf auch einmal in einer Versammlung ein großpolnischer Agitator lettere bis 9 M. Wochenlohn bei 56-57 ftündiger Arbeitszeit, See befunden habe. So lange er sich auf dem Schiffe befand, das Wort genommen hatte. Besonderes Gewicht legte aber während im übrigen Deutschland bis 60 stündige Arbeitszeit vorsei dies nicht etwa als seine Wohnung in dem Sinne zu be die Straftammer auf die Thatsache, daß polnische Lieder im herrscht bei fast den gleichen Lohnfäßen. Hinzu zu rechnen trachten, daß er für die betreffende Zeit als auswärts wohnender Verein gesungen worden sind, daß speziell Lewandowsky im Ver- wären noch die Schwarz- und Linoleumdrucker wie die Arbeiter tönnte. Flashoff legte nunmehr Revision ein, die er persönlich Lieder hätten sich die Mitglieder in bewußten Gegensatz zum Berufe in Deutschland und etwa 600 Formenstecher und TapetenWahlberechtigter, für den die Vertretung zulässig sei, gelten febr mit polnischen Agitatoren steht. Durch den Gesang der in Wolldruckereien, die sehr schwer für die Bewegung zu ge winnen find. Im ganzen lassen sich ca. 3150 Personen dieser in dem zur mündlichen Verhandlung anberaumten Termin vor Deutschthum bringen wollen. Hierin sei aber eine Gindem Ober Verwaltungsgericht vertrat. Eine Verbindung mit dem Verband der Er hob hervor, daß wirkung auf öffentliche Angelegenheiten zu sehen und aus den brucker nachweisen. ja alle die Schiffer, welche in den Gemeinden an der Küste wohnten, anderen festgestellten Thatsachen müsse auf eine solche geschlossen graphischen Arbeiter Deutschlands" würde jedenfalls eine Aber unter den gegen vom Wahlrecht ausgeschlossen sein würden, wenn die Entscheidung werden. Das Rammergericht hat nunmehr am 28. September regere Agitation herbeiführen. des Bezirksausschusses nicht aufgehoben werde. Das Ober- die Revifion gegen dies Urtheil zurückgewiesen, indem es wärtigen Verhältnissen müsse man von einer Lohnbewegung ab. Verwaltungsgericht erkannte aber dennoch zu ungunsten des ausführte, der Vorderrichter habe ohne Rechtsirrthum festgestellt, rathen. Es entspinnt sich hierauf eine sehr ausgedehnte Diskussion. Klägers. Der Vorsitzende Persius begründete die Entscheidung daß der Berein ein politischer sei, da ſein Hauptzweck darin nächſtjährigen Lohnbewegung eine dreigliedrige Kommission zu Sodann wurde der Antrag Weinert, für die Einleitung zur mit einem Hinweis auf die Landgemeinde- Ordnung, deren Be- bestehe, die Mitglieder zum Deutschthum in Gegensatz zu wählen, zurückgezogen, um die Wahlen in einer späteren Ber stimmungen maßgebend feien. Es sei darin fein Paragraph bringen. enthalten, aus dem ein Schiffer das Recht herleiten könne, sich bei Der bekannte Kaffeekrieg, den das Polizeipräsidium gegen Vertrauensmannes, mit welchem Amt Sträh betraut wurde. sammlung vorzunehmen. Schließlich erfolgte die Wahl eines der Gemeindevertreter- Wahl im Orte, wo er feinen diejenigen Händler führt, die glafirten" Kaffee verkaufen, ohne Auf Anregung Mäuren werden die aus Sammlungen vorWohnsiz habe, durch einen Bevollmächtigten vertreten zu ihn als folchen zu bezeichnen, führt immer neue Kaffeehändler in handenen 14 M. dem Streitfonds überwiesen, für welchen Deinen lassen. die Schlachtreihe. Kürzlich standen der Kaufmann Franz Pflug- auch, wie Fädicke zum Schluß noch hervorhebt, in Zukunft macher und der Kaufmann Emil Liese( Firma Wertmeister eifrig gesammelt werden soll, um im nächsten Jahre in eine Ober- Verwaltungsgericht. In Bruchköbel bei sanau besteht ein„ Sozialdemokratischer Verein", der in der Hauptsache. Liefe) wegen Vergebens gegen§ 10 des Nahrungsmittelgefeßes Lohnbewegung eintreten zu können. die Förderung des Arbeiterschutzes und die Pflege geistiger vor dem hiesigen Schöffengericht. Der Wachtmeister Lange hatte die Förderung des Arbeiterschutzes und die Pflege geistiger von dem ersten Angeklagten Kaffee zum Preise von 1,20 M. pro In einer Junungs- Versammlung der Steinmetzen, die Bildung durch Vorträge 2c. bezweckt, zugleich aber auch die am Sonntag im Englischen Garten" tagte, berichtete der Geselligkeit pflegen will. Mitglied fann ein jeder werden, der Pfund gekauft, ohne daß ihm bei dem Kaufe gesagt worden den Anforderungen des§ 8 des Vereinsgesetzes entspricht und war, daß der vom zweiten Angeklagten gelieferte Kaffee mit Gi- Gesellen- Ausschuß über seine bisherige Thätigkeit. Nach den im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist. Das Einschreibegeld weiß und Zucker im Verhältniß von I vom Hundert glafirt gemachten Ausführungen hat es sich der Ausschuß angelegen sein beträgt war. Die Angeklagten vertraten wieder den schon in anderen lassen, gemeinsam mit den Vertrauenspersonen der Kollegen zu 10 Pf. und der Wochenbeitrag 5 Pf. Der Vorstand dieses Vereins hatte von dem Diamantschleifer und gleichartigen Prozessen behaupteten Standpunkt, daß ein Ver- arbeiten, wodurch eine weitere Spezialisirung des Tarifs geFlaschenbierhändler Schreiner zwei Vorderräume in dessen Hause gehen gegen das Nahrungsmittelgefeh nicht vorliegen könne, da schaffen und ein Zuschlag von 10 pct. für bestimmte Stücke erreicht wurde. durch das Glafiren der Kaffee selbst verbessert, da sein Aroma erDurch die Einführung von Morgensprachen für Vereinszwecke gemiethet; er mußte fich in ceni Mieths halten wird, und da serner eine Täuschung des Publikums nicht versuchte man mit den einzelnen Kollegen engere Fühlung vertrage verpflichten, dafür zu sorgen, daß das in jenen Räumen stattfindet, weil jede Hausfrau und jede Köchin sofort sieht, ob zu bekommen, die theilweise recht fruchtbringend gewesen ist. von den Vereinsmitgliedern getrunkene Bier von Schreiner ein Kaffee glafirt ist oder nicht. Gerichtschemiker Dr. Bischoff mitgliedern wurde das Verhalten der Meister in den Sigungen einer Von dem Berichterstatter sowohl als auch von anderen Ausschußentnommen werde. Demgemäß wurde denn auch bei den täglichen Zusammenkünften in dem Vereinslokal verhielt auch in diesem Falle an seiner Ansicht fest, daß nach dem mitgliedern wurde das Verhalten der Meister in den Sigungen einer fahren. Am 28. April 1894 erging nun an den Vor- Nahrungsmittel- Gesetz jede Veränderung eines Nahrungsmittels berben Kritik unterzogen. Es wurde angeführt, daß die Behand= stand des Vereins eine ortspolizeiliche Verfügung, durch gegenüber seinem natürlichen Zustande zu deklariren ist, ganz lung des Gefellen- Ausschusses seitens der Meister eine unwürdige, die die Schließung der Räume für Vereinszwecke angeordnet gleichgiltig, ob eine Verbesserung vorliegt oder nicht. Gerichts nichtachtende fei, daß die von dem Ausschuß vorgebrachten Be wurde. Die Polizei schloß aus der Thatsache, daß auch andere chemiker Dr. Bein wollte dagegen eine solche Deklarationspflicht schwerden einfach ignorirt und auch alle anderen Fragen Leute als Vereinsmitglieder dort verkehrten und Getränke er- erst als gegeben erachten, wenn die Glasurmenge etwa 3 v. H. nicht in der nothwendigen Weise diskutirt werden, sodaß hielten, daß Schreiner den Flaschenbiervertrieb dazu benuze, in betragen würde. Im übrigen erklärte dieser Sachverständige die die Verhandlungen fast immer resultatlos verlaufen. dem Lokal einen nichtkonzessionirten Schankbetrieb auszuüben. Glasur nach der Hansen'schen( Hamburger) Methode unbedingt Frage wurde fodann aufgeworfen, ob es unter diesen Umſtänden überhaupt zweckmäßig sei, sich in Zukunft an den Gegen die Behörde wurde Klage erhoben mit dem Antrage, die für eine Verbesserung des Kaffees. Der Staatsanwalt beantragte Wahlen des Ausschusses zu betheiligen und mit der Innung Verfügung für unbegründet zu erklären. Der Kreisausschuß in fektere jedoch frei, indem er sich den Anschauungen des zweiten hingewiesen wurde, daß durch die Nichtbetheiligung an der Wahl je 15 M. Geldstrafe gegen die Angeklagten, der Gerichtshof sprach Hanau und der Bezirksausschuß in Kassel lehnten aber den Antrag ab." letztere jedoch frei, indem er sich den Anschauungen des zweiten weiter zu arbeiten. Nach einer längeren Diskussion, in der darauf Sachverständigen anschloß. Gegen das Urtheil des Bezirksgerichts wurde Revision eingelegt, den Meistern Gelegenheit gegeben wird, sich ihre Günftlinge selbst die Rechtsanwalt Leberecht im Termin vor dem 3. Senat des Eine für Wirthe beachtenswerthe Entscheidung fällte zu wählen und folgedessen auch eine andere Taktik betreffs der Ober- Verwaltungsgerichts am 1. Ottober vertrat. Der Senat das Schöffengericht in Hildesheim. Der Gastwirth H. Lüke in Innung eingeschlagen werden müffe, gelangte folgende Resolution hob die Vorentscheidungen auf und verurtheilte die Orts. Morigberg hatte von dem Landrathe des Kreises Marienburg zur Annahme:" Die Junungsversammlung spricht den Meistern polizeibehörde von Bruchköbel dazu, sjene Verfügung ein Strafmandat in Höhe von 5 M. erhalten, weil er in der über ihr inforrettes Verhalten dem Gesellenausschuß gegens vom April 1894 außer kraft zu sehen. Zur Begründung Nacht vom 11. zum 12. Juli d. J., morgens 81/4 Uhr, in seiner über ihre Mißbilligung aus und verspricht, den Ausschuß in führte der Vorsitzende Rommel aus: Das Gericht Wirthschaft Gästen Getränke verabreicht hatte und dadurch die jeder Hinsicht zu unterstützen. Sollte in dem Verhalten der Meister F Die feine Aenderung eintreten, stellt es die Versammlung den Mit- so sei eine gleiche unpünktliche Bestellung durch die Packetfahrt| anerkennt, und stellte er den Antrag, den Boykolt aufzuheben. gliedern des Ausschusses anheim, ihr Amt niederzulegen. Die ebenfalls nachgewiesen. Das ganze wortbrüchige Verhalten der In der Diskussion wurde besonders auf das Treiben der Bersammlung beauftragt den Gesellen- Ausschuß, die Resolution Packetfahrt hätte die Gewerkschaftskommission veranlassen sollen, Anarchisten hingewiesen, welche auch in diesem Falle zeigten, den Herrn Meistern vorzulegen und in einer später stattfindenden den Handels. Hilfsarbeitern gegenüber dieselbe Rücksicht zu wie ihr ganzes Streben nur darauf hinausgeht, die ArbeiterVersammlung Bericht zu erstatten, wie dieselbe aufgenommen nehmen, wie bei anderen Gewerkschaften. Redner schließt bewegung zu schädigen. In der nun folgenden Abstimmung wurde." Hierauf wurden verschiedene Mißstände von mehreren in der Erwartung, daß die Versammlung energisch da- wurde der Boytott einstimmig aufgehoben. Hierauf hielt Blägen erörtert und dabei konstatirt, daß die Meister, die den gegen protestiren werde.( Lebhafter Beifall.) Der Ver- Dr. 3 a deck seinen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen VorTarif anerkannt und mit ausgearbeitet haben, bereits wieder trauensmann Hoffmann referirte im Anschluß daran trag über Schulhygiene, in welchem Redner die Forderungen der versuchen, denselben illusorisch zu machen. Diejenigen Arbeiter, über die fernere Stellungnahme zur Gewerkschaftskommission. Hygieniker in bezug auf die Schule auseinanderlegte, dabei aber welche sich auf den Tarif berufen, werden zurückgesetzt Redner ergänzt im wesentlichen die Ausführungen Schuhmann's fefstellte, daß leider nur selten den einfachsten Ansprüchen der und gelegentlich entlassen, hingegen werden die gefügigen und erwartet von der Versammlung, dieselbe möge beschließen: Schulhygiene Folge gegeben werde. Die Diskussion bewegte fich Elemente durch bessere Arbeit bevorzugt. Nachdem auf den Delegirten von der Gewerkschaftskommission zurückzuziehen im Sinne des Referenten und wurden auch die hiesigen Schulgefordert worden war, mehr Solidarität auf den Plätzen zu und keine weiteren Beiträge an die Kommission zu zahlen. Es verhältnisse einer Aenderung für sehr nöthig befunden. Büttner üben, von dem Beschwerderecht in geeigneter Weise Gebrauch zu entspinnt sich nun eine sehr ausgedehnte und lebhafte theilte dann mit, daß er sein Amt als Gemeindevertreter niedermachen und den Anschluß an die Organisation zu bewirken, Diskussion, in der das Verhalten der Gewerkschaftskommission gelegt habe. Michels stellte hierauf den Antrag, eine Kommission wurde beschloffen, die Bestimmungen des Tarifs hochzuhalten zum theil vertheidigt, andererseits auch von mehreren Rednern zu wählen, welche sich mit den hiesigen Schulverhältnissen bes und der geplanten Abänderung der Arbeitszeit auf einigen heftige Angriffe gegen" den Beschluß erhoben wurden. schäftigen sollte. Jedoch mußte wegen des Eintritts der PolizeiPlägen durch die Vermittelung des Ausschusses entgegenzutreten. In seinem Schlußwort verlangt Schuhmann nochmals An- stunde Schluß der Versammlung erfolgen. Zum Schluß wurde von mehreren Rednern über die Behand lung der zugereisten Kollegen auf der Herberge von Ebersbach Beschwerde geführt und eine Regelung der Zustände für nothwendig erachtet. Die im Handels- und Transportgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter hatten am Sonntag eine öffentliche Versammlung anberaumt mit der Tagesordnung: 1. Warum ist der Boykott 2. Unfere fernere Stellung zur Gewerkschaftskommission." Der von Hoffmann vor Eintritt in die Tagesordnung gestellte Antrag: Die Versammlung wegen des schwachen Besuchs zu ver: tagen, und der von Alboldt: Die beiden obengenannten Bunke von der Tagesordnung abzusetzen, wurden abgelehnt. Hoffmann als Vertrauensmann theilt zunächst mit, daß der Ausschuß der Ge.vertschaftskommission es abgelehnt habe, zu erscheinen, da ihm tein Recht zustehe, den Be: schluß der Gewerkschaftskommission zu inhibiren. Schuh mann als Referent schildert nun in längeren Ausführungen die Ursachen des über die Packetfahrt verhängten Boykotts. Wenn man als Grund zur Aufhebung des Boyfotts die angeblich unpünktliche Bestellung durch die Verkehrsaustalt" angeführt habe, Möbel- Magazin Berlin NW., Bremerstrasse 67. = Jede Dame spart Geld beim Einkauf von Damenmänteln! nahme der ersten und Ablehnung einer inzwischen eingegangenen zweiten Resolution, in welcher der Gewerkschaftskommission und dem Ausschuß nur die Mißbilligung ausgesprochen wird. Bei der nunmehr erfolgten zweimaligen Abstimmung gelangt die erste 22 Stimmen zur Annahme:„ Die Versammlung der HandelsResolution mit einem Zusazantrag wie folgt mit 60 gegen Silfsarbeiter protestirt ganz energisch gegen die Aufhebung des Boykotts über die Packetfahrt und erklärt diesen Beschluß einer Korporation von Klassenbewußten Arbeitern für nicht würdig. zurückzutreten und die Handels- Hilfsarbeiter erklären, vom " Bis auf weiteres" haben die Delegirten unserer Gewerkschaft 1. Oftober 1896 ab teine finanziellen Verpflichtungen der GewerkDie weiteren schaftskommission gegenüber mehr zu haben." Punkte wurden der sehr vorgerückten Zeit wegen für eine nächste Versammlung zurückgestellt. Adlershof. Am 26. September fand im Kaiserhof zu Stöpenick cine Volksversammlung statt, welche sich zunächst mit dem Boykott über Wöllstein's Lustgarten beschäftigte. Nach einigen Worten über die Veranlassung des Boykotts theilte Ge noffe Hildebrand mit, daß Herr Wölstein einen Revers unterschrieben habe, in welchem er die Bedingungen der Arbeiterschaft Arbeiter Bildungsschule. Südost- Schule, Waldemarstraße 14: Müllerstr. 179 a: gefchloffen. Wiedereröffnung: Anfang Oftober In Herzfelde( Kreis Niederbarnim) sprach am 27. September der Genosse Hoffmann über das moderne Raubritterhum. Der Vortrag fand eine günstige Aufnahme und war der Besuch der Versammlung ein recht befriedigender. Beſchloſſen. Wiedereröffnung Mitte Ottober. Nord Schule, Brunnenstraße 25, erster Hof lints, 1 Tr. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. an Friedrich Kortum, Manteuffelſtr. 49, v. 2 Tr. mann, Basewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsigender Ad. NeuArbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Menderungen im Bereinskalender find zu richten an Karl Stiller, Kleine Frankfurterstraße Nr. 7, 1 Tr. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Kosmos, Verein für volksthümliche Wissenschaft. Heute, abends Europäer in Afrita. Referent: Herr P. M. Grempe. Diskussion. Gäfte 8% Uhr, bei Hensel, Brunnenstr. 173. Bortrag über: Kulturbringende" willkommen. Arends' scher Stenographen- Verein Apollobund'. Mittwoch, den 7. Oftober, abends 9 Uhr, im Reſtaurant zum Storchnest, Wöhlertstr. 1: UnStenographie. entgeltlicher Unterricht und Uebung in der ganz vereinfachten Arends'schen Otto& Slotawa, Tischlermeister. P* Sarg- Magazin 2. Geschäft: Gotzkowskystr. 3.( 5800g) und Beerdigungs- Comtoir. 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